Macher W Zeitung. Nr. 61. Plänumtl»tion»pl»l«: I« «omptoil «anzl- st »l, halbj. fi, 5 ^,, Ml bit Zustellung «n» H««» blllbj, 50 l> Vli! d«r Post »»n,! fi 15.. h»lbj, 7 iv Freitag, 14. März. Insellionsglbür, Mr lltin« Inserat« b>« »u < Zeilen »l. ll., größere per Zeile « lr,, be< öfteren Wiederholungen fei Zeile » lr 1879. Amtlicher Theil. Viit^? M'nister für Cultus und Unterricht hat zu de« nm./!I der Prüfungskommission für Kandidateu 1879 ,?^^' ^^l'"MteS iil Trieft filr die Solarjahre " ll^o i«80 ernannt: u,,d mV ^""^er, Direktor der f. k, Handels-dcr ^> V"' Atadenlie in Trieft, zugleich Vorsitzen-^rinw^""^"^""' ^ois Zamara, nautischer PrV ^ ^"' k- k- Seebehörde in Trieft; dann die V.'?' der Triester Handels- und nautischen Vla^ Iohllm. l?^'"."'^ 3 arolfi, Victor Lutschanu ig. Neli, " 7 ^^ter. Dr, Michael Stenta und den Via.t?« i!" an, städtische!, Obergymnasium in Trieft '^"us Äastian. Nichtamtlichel Tbeil. Aus den Delegationen. 'hrer^is ^st/rreichische Delegation hat in Nc^u arschung vom II. d.M. in vierstündiger u»d d?. - ^ Occupatiousuorlagcu erledigt "übri« '" "^"^' 'h" Thätigkeit beendigt. Es um die ? ""^ ^'^' ^bhalt.ing der Schlußsitzung, ^llH>illi"'c' ^^^^ anzusehende Uebereinstimmung in u,ch >»? ! ^""ä "lld gar jener aufregenden Mögen dea ^""lchenfalle, a" welchen die Vcrhandlun-und si. s^' SessionSabschniltcs so überreich waren, D'scMm V lich iin Geleise der streng sachlichen l^u e m ^^ gibt der ..Presse" Anlaß zu nach- "I" -aemerkllugen: lnus "ae/^ ^'"'^ ''" Interesse des Parlamentaris-eiiitHj ^''k '"'^ vom Standpunkte eines möglichst Voltsv?,, / ""sa»l>nengehens der Regierung mit der ^llbluna f-^ ^^^ wünschenswcrthe Art der Äe-zlvür lm, Ü'! "'^" dreifachcil Ertlärungsgrnud, und "usschns ^>t ill dem in der letzten Sitznng des Audget-dti^w'/, s/^lklten theilwcisen Einverständnisse zwischen ^llschw/, !'"" ""d der Opposition, sodann in dem »llht„e Mldcn Uebereinkommen, welches die An-l87^ s^," ^achtragslledits per 5 Millioneil für strich a/^'^U/e, aber auch eiueu gleich hoheu Ab-lich j„ ."" Vorlage pro 187^ verbürgte, und schließ-ffunt»e„k>, !!!. "?" ^euud und Feind gleich tief cm-legationil^^"^^ die diesjährige, fast endlose De-^^^uroelt endlich einmal abgeschlossen zu scheu. Alle diese Momente wirkten zusammen, um die sonst stets kampfbereite», Oppositionsmänner zu bestimmen, daß sie sich auf die Abgabe ihres Volums beschränkten, ,lnd sie hatten zur Folge, daß ein Material, welches unter anderen Umständen lagelange Berathungen in Anspruch genommen hätte, heute in Einer Sitzung erledigt wurde. Eine kleine Ueberraschung wurde tlotzdem der Delegation geboten, indem der Delegierte Schier, der sonst'immer, wenigstens solange Herbst die Führung hatte, mit der Opposition giug. diesmal für den stachtragskredit von 5 Millionen pro 1878 votierte, während im gegnerischen Lager unter anderen Oppeu-heimer, Scharschmid. Ruh und Terlago zu finden waren. Die li Millionen wurden schließlich mit 35> zeaen 22 Stimmen bewilligt. Die Debatte drehte sich fast ausschließlich um die Frage, ob jene Bahn- und Vrückenbauten, für welche diese 5 Millionen angesprochen werden, durch die militärischen Operationen in Bosnien uuerläßlich geboten waren, uud deshalb nicht etwa als eine Investition, sondern als eine in oas Kriegsbudget fallende Ausgabe zu gelten haben. Der letztere Standpunkt wurde vom Antragsteller Baron Pirquct und von Baron Engerth vertreten, oon Nuß und dem Referenten Stnrm aber bekämpft. 6s ist bekannt, daß die Abneigung gegen die Äc-williguug der Kosten für die Bahnstrecke Dalya^Ärod nicht zum kleinsten Thc>le gesteigert war durch die Nicht' cmsführung des Baues der Strecke Sisset-Novi. Deshalb erschien die Äcmertuna. Plrqucts als keine unzutreffende, daß die Opposition den Kriegsminister oafür das Bad ausgicßen lassen möchte, daß Sisset-Novi nicht gebaut wird. Die sehr instructiven, auch für den Laien interessanten Erklärungen des Kriegsministers Grafen Bylandt machten den Eindr>lck der tiefsten uud ehrlich" sten Ueberzeugung, Insbesondere war sein Hinweis auf die enormen Opfer, welche im letzten Kriege die russische Heeresleitung brachte, um stch durch eine solide Brücke über die Douau die Verbindung mit Ruhlaud zu sichern, sowie die^ daran geknüpfte Ansicht, daß nach den nnglüctlichcn schlachten um Plewna die russische Armee vcrloreu gewesen wäre, wenn die Tinten den Vortheil autgeuützl hätten, von nachhaltiger Wirkung. Nicht minder glücklich war Graf Bylandt in seiner Polemik gegen jene Stelle des Ausschußbcrichtes, wo auf das ..Mißverhältnis" zwifchcn dem streitbaren Stunde der Occupationsarmee und den Nichleombat-tanten hingedeutet wird. Der Kriegsminister brachte da einige interessante Daten uns der Kriegsgeschichte anderer Nationen, speziell die in diesein FaÜc geradezu drastische Thalsache vor, daß bei der Mobilisierung der deutscheu Bundesarmee ,m Jahre 1870 auf eine balbe Million Streitbarer hunderttausend Nichtcom« oattantcn entfielen. Einige Bewegung rief die Bemerkung des Kriegsministers hervor, daß er für Bosnien nicht blos mehr Genie und Fuhrwcfen Truppen verwenden, sondern auch „mit Rücksicht auf den Eharatter der dortigen Völlerschüfteu" die Zahl der Blefsiertentrüger um das Doppelte erhöhen mußte, wodurch der größere Stand an Nichtcombaltanlcn erllärlich werde. Neu und von Interesse war auch die Mittheilung, daß FZM. Baron Philippovich die Uebernahme des Kommandos von der Errichtung einer stabilen Brücke über die Save abhän» gig gemacht hatte. Aus der Debatte über die Vorlage pro 1879, die sammt den vom Ausschüsse beantragten Resolutionen unverändert angenommen wurde, fei hervorgehoben, daß Delegierter Dr. Promber in anertennenswerther Weife und mit warmen Worten für die Heimfendung der Refcrvisten plaidiertc und einen Appell an den Kriegsminister richtete, welchen diefer zur allgemeinen Befriedigung beantwortete." Die Mnisteranklage m Frankreich. In Frankreich nimmt die für gestern angesetzte Kammcrverhandlung über dle Anträge auf Anklage gegen die Ministerien Äroglie und Rochebouet gea/n» wärtig alle Aufmerksamkeit in Anspruch. Der in dieser Angelegenheit vom Deputierten Henry Brisfon als Referenten des EnPli le-Ausschusses in der Sitzung des französischen Abgeordnetenhauses vom 8. d. M. vorgetragene Bericht begegnet, wenn man von den Radikalen und ihren Organeil absieht, sowol iu der Kammer als iil der Presse einem clnmüthigen Tadel. Die „Französische Korrespondenz" bemerkt, daß sich auf scnic „spärlichen, zerrissenen nnd auch der unschuldigsten Deutuugcn fähigen" Doeumenlc e», strafrechtliches Verfahren nimmermehr gründen lasse. Dieser Eindruck herrscht denn auch in Frankreich allgemciu vor. John Lcmoinnc äußert >m „Journal dls Dcbats" die Ansicht, daß der Antrag aus den Minifterprozeh nur scheinbar auf die Ministerien Broglic nnd Rochebouct, iu Wahrheit aber auf das Ministerium Waddington gemünzt, daß er nur zu dem Zwecke gestellt sei, die Linke und die äußerste Liute iu den alleinigen Besitz der Regie-ruugsgcwalt zu bringen. Die „Rcvubliciue fran^aife," welche noch immer die Inspirationen Gmnbetta's empfängt und die bisher in der Frage eine ängstlich zweideutige Haltung beobachtet hat, nimmt endlich entschieden gegen den Ministcrprozeß Stellung. Oirar-dins ..France" war ihr schon mit gulem Beispiele vorangegangen, uud das „XIX. Siocle." welches noch vor wenigen Tagen die Köpfe der M'mster forderte, Jeuisseton. ^lera oder auf dunklen Wegen. Roman von Et,, Ungner. ^ (Forlsehuna.) die vffenen^".'^""" ^""te ihr einen Momeut in lklne A..,,-,, ""herzigen Augen und in das cugel' ^ S»ra„, '" welchem sich ihr Kummer uud Beisel,,. ausprägten. Er durfte nicht au ihr ^^dk"^^^''-' Alexa," fagte er ernst. «Ich ?"" Glunk ^ma.1- Ich glaube, daß du einen ^''/ um i""hast. nach England gekommen zu ^st Hilf ?? "uc Mission auszuführen. Aber du U"M, 5,'^1'g haben, UNI das Hemmnis zu be-?"!prich ^ches unserer Heirat im Wege steht, vlauchs^. "'", mich z„ rufen, wenn du Hilfe ge- eÄ du^mi^?"?' es dir. O, Alfred, nun ich weiß, l> '"" "nd v^«""st. Wie ich mich nicht mehr so ^' ^ wäre Mu. Wäre doch mein armer Vater Ihre St- H -" Pa°^ näh ^ s'F^e in heftigem Schluchzen. »' ""d 3 " s'Z "'"" l""te,n Gespräch einige zurU"ts umer ^"V"nrt zoa Aleza von der sHH.^° er ikren^^"Uen e'mer Baumgruppc T 7^' Sie !? ttl'mmer mit Lieblosungen ver- '"""3sauswn 3""' ''doch keine Zeit zu weiterem ""!«). denn sie hörtm plöhNch in ihrer Nähe schleichende Tritte, welche sie zum Weitergehen nöthigten. Als sie au« dem Dunkel traten, begegneten sie Lady Marlham, welche sie mit forschenden Augen betrachtete. ^.. ., „Mein Verdacht wächst!" dachte Lady Marlham, als sie über die Schuller dem Pärchen nachsehend lang' sam weiterging. „Sie ist nicht, was sie zu selu vorgibt, diese Miß Strange. Ich will ihr Geheimnis ausfindig machen und nicht ruhen, bis ich sie ans dem Hause der Lady Wolga vertrieben habe. Wo mag Lord Kingscourt sie früher gesehen haben? Wer ist sie? Ich werde mich ganz der Aufgabe widmen, dieser Miß Strange, welche so unschuldig scheint uud welche ohne Zweifel irgeud etwas gcgeu Lady Wolga im Schilde führt, die Maske zu eutrcißen. Sie soll den Tag bereuen, an welchem sie in den Dienst der Lady Wolga trat." _________ 2«. Kapitel. Der erste feindliche Angriff. Alexa und Lord Kingsconrt lehrten in den Salon zurück uud bemerkten, daß ihre Abwesenheit von niemanden, beachtet worden war, als von Lady Marlham, was Alexa einigermaßen beruhigte, dem, sie hatte gefürchtet, es möchte nach ihr gefragt worden sein. Als sie auf ihreu Platz zurückgekehrt war. bat fie den jnngen Grafen, er möge sie verlassen, da fein ferneres Verweilen bei ihr Aufmerkfamkeit erregen könnte. ..Schicke mich nicht fort, Alexa," bat der Graf. „Lady Wolga fprach den Wunsch aus. daß ich mich dir widmen sollte, und du siehst, alle sind be-schäftigt." Ohne eine Antwort abzuwarten, holte er ein großes Bilderalbnm, rückte einen Stuhl an ihre Seite, ichlug das Buch auf und befah mit Alexa anscheinend )ie Bilder, während er leife mit ihr sprach. „Ich habe an deinen Vater geschrieben nach meiner Ankunft iu England, Alexa," sagte er, ein Blld zurücklegend, welches sie beide nicht gesehen, obwol sie ihre Augen daraus gerichtet hatten, «und lhn gebeten, seine Entscheidung inbetreff unserer Heirat zurückzunehmen. Die Vorsehung hat dich beschirmt, daß sie dir diese Stellung zugewiesen hat. Lady Wolga Elyffc ist eiue der liebenswerlhesten Frauen Englands — edel von Natur und von Geburt." Alexa blickte zu Lady Wolga hinüber, welche in eine lebhafte Unterhaltuug mit Lord Montheron vertieft war. Des Mädchens Herz schlug heftiger. Diefe Frau. stolz und kalt in ihrer blendenden Schönheit, war ihre Mutter — ihres Vaters gcfchiedcne Gattin! Brennende Eifersucht zog in ihr Herz und gab ihrem unschuldsvollrn Antlitz einen seltsam bklüminciten Ausdruck. „Ja, sie ist liebenswerth!" flüsterte sie. .Und sie ist so gut. wie sie schön ist!" erkläre Lord Kingscourt begeistert Die Welt nennt ,« herzlos; aber ich kenne sie besjer. Ich h"be ste ^ lannt von meiner Kindheit an. dcnn Gatte und mein Vater waren s^' '"'^ 3"U de-Sie ist nicht herzlos, obwol sie auch chr Herz mcht zur Schau trägt Sie ist eine edle und erhabene 518 erklärt sich gerade durch den Arisson'schen Bericht zu dem ministeriellen Standftunke bekehrt. Für dm Prozeß plaidieren nur der „Siücle," der „Rappel," die „Marseillaise," die „Revolution fran^aise," die „Lanterne," das „Evenement" und der „Voltaire." Was andererseits die Rechte betrifft, so gibt Paul de Cassagnac im „Pays" das Losungswort ans, sich der Abstimmung zu enthalten, ein Rath, dem allenfalls ein Theil der Bonapartisten, sicherlich aber nicht die Legitimisten folgeleisten werden. Was endlich die Haltnng des früheren Präsidenten der Republik, Marschalls Mac-Mahon betrifft, so wird der „Independance belge" aus Paris telegrafiert, die Nachricht des „Paris-Journal," daß der Marschall in einem Schreiben an den Präsidenten Grevy verlangt habe, zugleich mit den Ministern vom 16. Mai angeklagt zu werden, sei bisher ungenau, sicher aber sei, daß der Marschall diesen Schritt thun werde, wenn die Abgeordnetenkammer die Anklage gegen die Minister beschließen sollte. In Parlamentarischen Kreisen sei man jedoch überzeugt, daß die Kammer den Antrag der Kommissian zurückweisen werde. Diese Ueberzeugung spricht auch das „Journal des Debats" aus, indem es hinzufügt, daß der Hindruck, welchen der Kommissionsbericht ans die Kammermehrheit gemacht, ein entschieden ungünstiger gewesen sei. Großbulgarische Umtriebe. Während die Notablenversammlung in Tirnovo über die rechtliche Gestaltung des auf dem Berliner Kongresse geschaffenen Bulgarien beräth, geht durch alle Gaue des im Werden begriffenen Fürstenthnms eine intensiv wie extensiv gleich mächtige Bewegung, deren Zweck cs ist, mit allen denkbaren Mitteln und in möglichst energischer Weise jene Grenzen wieder zu erreichen, welche Bulgarien durch den hinfällig gewordenen Vertrag von San Stefano gegeben wnr-den. Das bekannte Centralactionscomilc, welches merkwürdigerweise im Balkan seinen Sitz hat, fand es für gnt, angesichlZ des herannahenden ersten Jahrestages der Unterzeichnung des kurzlebigen Werkes des Grafen Ignatieff folgendes Circular au alle „Patrioten von Herz und Geist" zu richten: „Bruder! Der W. Februar (3. März n. St.) naht heran und frifcht lebhaft die Erinnerung an die glorreiche Wiederauferstchung der Nation anf. Das lst einer der erhabensten Gedenktage des Bulgaren-thums! Sorge, Bruder und Gesinnungsgenosse, dafür, daß in deinem Kreise, in deinem Hause der nationale Ehrentag mit würdigem Pomp gefeiert werde. Für uns gilt nur der Friede von San Stefano, nur aus dieser Quelle werden wir unsere unveräußerlichen Rechte schöpfen. Das erbärmliche Flickwerk der Berliner Versammlnng ist seiner Natur nach dem Untergange geweiht: Was Gott vereinigt, kann keine Macht anf Erden trennen! Wie die zersplitterten Elemente der italienischen Nation, wie das vielfach gespaltene Volt der Dentschen, wie die lange auseinander gehaltenen Moldo-Walachen, so werden auch wir uusere politischnationale Vereinigung bewerkstelligen. Der zu neuem Leben wieder erweckte Anlgare wird sich nicht zum Prügelknaben der Pforte oder irgend einer anderen Macht hergeben. Wol wird die Vollziehung unferer Aufgabe nicht leicht sein; es umlauern uns offene und geheime Feindschaften, und selbst unsere Nachbarn stehen im Lager unserer Gegner. Allein dem Dränge des Volksgefühles wird gar nichts widerstehen können. Ein mächtiges Voltsgefühl muß unseren Kindern ein-geflößt werden; ein jeder Vater soll seinen Sohn in folgendem politischen Glaubenssätze erziehen: „Ich glanbe an die Untheilbarkeit des Vaterlandes, an die Einheit des Voltes und die Freiheit und das souveräue Recht des ourch den Frieden voll San Stefano geschaffenen Bulgarien! Landsleute! Wir laden euch eiu, vom 19. Februar l879 an in jedem Jahre mit Pietät diesen Tag zu begehen, damit die junge, heranwachsende Generation sich mit der geschichtlichen nno dennoch lebendigen Thatsache, die rechtlich an jenem Tage geschaffen wurde, in Eines verschmelze. Wir werden, wir müssen mit Wort und That gegen alle Gewaltacte der Diplomaten protestieren, und dieser immerwährende, tausendfältige Protest möge den Inhalt unseres Denkens uud Thuns ausmachen. Wir erwarten, daß die Bulgaren an dem nahenden liiten Februar dieses Jahres ihren Gefühlen und Gesinnungen feierlichen Ausdruck gebeu werden." Ueber die Wirkung dieses Aufrufes theilt der Berichterstatter der „Pol. Korr." in einem ans Sophia, l. d.M., datierten Briefe folgendes mit: „Obschon die Autorität des hinter den Bergen tagenden Central-comites keilte allzu greifbare ist, so wurde doch in Sophia beschlösse!,, der Anfforderung desselben nachzukommen und in demonstrativer Weiss den 3. März zu feiern. Einen ähnlichen Beschluß dürften die meisten, wenn nicht alle Gemeinden des Fürstenthnms fassen: ja selbst die Repräsentanten der Nation in Tirnooo werden, wie man von dort Hieher meldet, demonstrative Festlichkeiten begehen und dem Fürsten Dondukoff überdies eine Adresfe übergeben, in welcher der Wille Rußlands, alle Bulgaren zu befreien, ausdrücklich hervorgehoben uud dle Thatfache constatiert werden soll, daß der ursprüngliche russisch türkische Friedensvertrag diesen Willen auch zur Geltung brachte. Aehu-liche Adressen dürften übrigens ans allen größeren Städten des Landes dem Generalkominissär zugeschickt werden. Nur die angeregte Idee, auch General Ignatieff durch ein Dantschreibcn auszuzeichnen, wurde auf Wunsch dcr russischen Administratoren fallen gelassen. „Wiewol die Russen diese Verhältnisse nach Gebühr würdigen, so scheint eö doch, daß es ihnen nunmehr schwer geworden ist, die sich vorbereitenden Er» eignisse zu vereiteln. Sie haben durch ihre frühere Politik der Toleranz gegenüber den ungestümen bulgarischen Vcsttebnngen, ferner durch die Favorisicrnng des bulgarischen Elementes in allen Zweigen der Ver-waltuug nicht nur ihrer eigeueu Haltuug in der Gegenwart präjuoiciert, souderu auch der Agitation die Möglichkeit geboten, vom Wort znr That zu übergehen. Noch lieuestens wnrde die Leitung der Post-verwaltnug dem bekannten Wostschenin, das Telearafen-wcfen dem Herrn Narlevic übertragen, während Barmin zum Inspektor der Bahn RustschukVarna ernannt wordeu ist. Das militärische Element der Nusseu zieht sich aus allen Positionen zurück und macht den Bulgaren überall Platz. Daß die russischen Truppen zu dein vorgesehenen Termine Bulgarien räumen werden, ist hente fast unzweifelhaft; allein es ist ebenso gewiß, daß die Bulgaren, welche in die einflußreichsten Stellen einrücken, die günstige Gelegenheit sich kaum entgehen lassen durften, ohne wenigstens einen Versuch zur Verwirklichung ihrer chauvinistischen Pläne zu wagen." Frau, nnd wenn es Lord Montheron gelingt, sie zu seiner Gattin zu machen, so ist er ein glücklicher und beueidniswerther Mann." Des Mädchens Herz schlug fast hörbar in einem erneute» Anfall qualvoller Eifersucht. „Glaubst du, daß sie ihn heiraten wird?" fragte sie. „Ja. Er liebt sie mit einer Leidenschaft, deren man ihn nicht fähig hält. Er hat schon seit Jahren um sie geworben, aber sie hat ihn nie begünstigt, bis vor kurzem." Lady Wolga's Kopf war ein wenig ihrem Verehrer zugeneigt. Sie befanden sich in einem scherzhaften Wortgefecht, welches beide sehr zu fesseln schien. Alexa's Herz verhärtete und verschloß sich mehr und mehr gegen ihre Mutter. Sie dachte an ihren verbannten Vater, für dessen Festnahme eine Belohnung ausgesetzt war. dcr, entehrt nnd verachtet, von Polizei-splonen verfolgt wurde — nnd hier war sein Weib, ihre Mutter, die. glücklich in ihrer Weise und eine zweltc Heirat beabsichtigend, mit Wohlgefallen die Huldigungen des Nachfolgers ihres Vaters entgegennahm. Des Mädchens Seelc lehnte sich auf gegen die wunderfamen Fügungen des Schicksals. „Glaubst du, daß Lady Wolga den Marquis liebt?" fragte sie, und ihre Stimme klang ungewöhnlich ernst. „Ja," antwortete Lord Kingscourt bestimmt. „Wes-halb sollte sie nicht? Er liebt sie, und Liebe erzeugt Liebe." „Ich habe die Geschichte ihrer ersten Ehe gehört," wendete Alexa plötzlich die Unterhaltung. „Eine Drama der Montherons. Glaubst du, daß Lord Stratford Heron wirtlich seinen Bruder ermordete?" Sie erwartete mit athemloser Spannuug seine Antwort. „Niemand glaubte an Lord Stratfords Unschuld," erwiderte Lord Kingscourt ernst. „Er wurde vom Gericht schuldig befuuden und zum Tode verurtheilt. Ich habe keine andere Kenntnis voll der Sache, als was ich darüber gehört habe. Nach deu vorliegenden Beweisen aber kann ich nicht einsehen, wie das Urtheil anders hätte ausfallen können." Alexa zog sich unwillkürlich ein wenig von ihrem Geliebten zurück. «Ich — ich dachte, daß jemand ihn fälschlich angeklagt haben möchte und er auf Grund der auf ihn gehäufte» überwältigenden Beweise ungerecht verurtheilt wordeu ist; denn Mrs. Goff sagte mir, daß er stets im besten Rnfc gestanden, bis er des Mordes aligeklagt wurde. Namentlich soll er sich dnrch große Herzensgüte ausgezeichnet haben." »Kein Mensch in England war mehr geachtet als er. Er war die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit selbst. Er wurde uou oen Armen geliebt, und die Pächter von Montheron vergötterten ihn." „Doch jedermann verdammte ihu, sobald er ver^ haftet war. Niemand glaubte an seine Unschuld - " „Weil die Beweise gegen ihn erdrückend waren. Doch das ist keine Geschichte für deine reine Seele, Alexa," fügte er rasch hinzu, als er des Mädchens Erregung bemerkte. „Mrs. Gosf hätte etwas Besseres thun können, als die Geschichte dieses tragischen Ereignisses einem jungen Mädchen, wie du bist, zu erzählen." (Forts, folgt.) Das neue Montenegro. Die neue, für das Fürstenthum Montenegro K schafsene Situation — so heißt es in einem der H,, Korr." aus Cetinje, 2. d.M., zugehenden MW — erheischt eine radicalc Aeuderung des gesaNW ' sehr primitiven montenegrinische» VerwaltunasoW" mus. Mit Serdaren und Kapitänen, die s'ch ^,^„ Nahijen meist nur von ihrem eigenen souveränen w leiten lassen, kann man schwerlich die neu erworo' Provinzen verwalten. Die Ukase des Hospodars, lM", in den Augen der Crnagorcen die personificierte Y"^ staatliche nnd kirchliche Autorität repräsentiert, w" von den neuen katholischen und muhamrdanischen " thanen keineswegs als vollgiltige Gesetze ange^ Knrz, Montenegro kann nicht mehr als ein FaM"' gut, sondern muß als ein Staatewesen behanden > , den. Dazu gehört aber vor allem die Schaffung sender Gesetze und eines modernen Verwaltmlg«^ rates. Freilich ist die Vollziehung dieser Doppe« keine leichte Sache. Montenegro verfügt über lem ^ schnlten Beamten, und die Organisation der ^ ^ tnng stößt auf um so größere Schwierigkeiten, a' Fürstenthum trotz seiner beträchtlichen Verarg ,^ über sehr geringe Einnahmen verfügt. Ist "^ ^ Lande keine Spur von Industrie zu entdecke"' ^ Ackerbau ist wellig ertragsfähig, und der H"^,l^l. schränkt sich anf die unentbehrlichsten NahrmM' Mit einem Einnahmebudget von etwa ^fX)/^. ^ tann mall teine gründlichen Reformen im angev ^ Sinne durchführen, nnd doch sind Reformen " souverän gewordenen Lande dringend geboten. ^„ Ebenso nothwendig erweist sich die OrM" des öffentlichen Unterrichtes. Außer den ^^l»I^ welche von den Katholiken in Antivari uud P"^ ^< gefordert werden, müssen «inch Mittelschulen ""^i,> nigstens zwei Priestersemmare, ein katholisches " ^ griechische«, errichtet werden Die griechische.'" M, bestehende Klerikerschule tmm ja mcht als "E^-ges Seminar augeschen werden. Es sollen "' ^ mentarschnlen, zwei Gymnasien (in Danilovgrao ^ Niksic), ein katholisches Priestcrseminar (in ^l und eine Realschule (iu Podgoriza) geglündet w ^ Man gedenkt Lehrer aus Südnngarn nnd ,^^ ^M requirieren, befindet sich aber in Verlegenheit M u.^ der Beschaffnng der Geldmittel. Außerdem so" ^z als unerläßlich erkannte Militär-BildungM"!"" Leben gerufen werden. ... ^cht Die Lage an der albanesischen Grenze HjM darnach angethan, jede Besorgnis in dieser "^„z-zu zerstrenen. Die Berichte der Serdare in den ^. ^ nahijen haben den Fürsten veranlaßt, ein ^ "^i Corps an dcr oberalbanesischen Grenze untcl ^ Kommando des Kriegsministers Ilija Pla,nenac ^ zustellen. Allerdings lantcten die Erklärungen, '„ man von hier aus bei der Pforte über ^veg .^ der der Liga unterstehenden Scharen sich erliste'' ^ ziemlich beruhigend; der Großvezier versichert^ f„ die ottomanische Regierung die besten Äcz'ty ^ zu Montenegro aufrechterhalten wolle. ^" ^M' kennt man die Albanesen allzu gut, um nicht ä"^jtil daß sie gar oft alle Befehle mißachten und ^ ^,l auf eigene Faust machen. Sie haben gerade ^j letzten Tagen ein beredtes Beispiel der Unz"f"l" ^d gegeben. Während nämlich Podgoriza, SP«i he" Zabljak nach Cetinje Depntationen entsandten, " ^ neuen Herrscher der Ergebenheit nnd Treue " ^hl-tigen Albanesen zu versichern, begannen "H^hai^ habendsten und angesehensten albanesischen ^^ W daner aus Neu-Montenegro auszuwandern, "'^jche» in Türkisch-Albanien niederzulassen; die unliewA^ch Güter veräuherteu sie um einen Spottpreis, l . ge-der Realitütenwerth in jenen Städten bedeM'" ^e drückt wurde. Der durch diese Emigration v"'^ ^ ökonomische Schaden dürfte indeß in kurzem o ^d bereits begonnene Einwanderung von latholM ^l» griechischen Kaufleuten aus Stutari uach " ^^ Nieka und Danilovgrad ausgeglicheu werden- M die politische Bedeutung des albanesischen M^o»'^ sich nicht wegdispntieren, und darum muß hiesel negro sich vor etwaigen Ueberraschungen vo Seite schützen. ^^-"^ Kagesuemgkeiten. ^ — (Das unglückliche Szegcdin)^^ die fürchterliche Wasserlatastrophe mit dew "' HhB' bedrohte Stadt Szegedin — die bedeutend,' Piede' Stadt — zählt circa 70.000 Einwohner. I" ° c,e dt» rung an» rechten User der Theiß, dem 6'^ Astest Maros gegenüber gelegen, hat Szegedin, wle ^ M ungarischen Städte der Niederungen, eine u"S^ ^ichis^ dehnllng. Bei Szcgedin kreuzen sich die »," Wh"' ungarische Staatsbahn und die Alföld-Fl"»"' ^lilh" Die Trace der Alfüldbahn begleiten '" "" ^ < Richtung bis über Algyü hinaus Schutz^'' ^lv^ deren Erhaltung, nachdem alle anderen Danu" ^ He durchbrochen ooer überflutet wurden, die ^" ,st e gedins abhängig war. Unter diesen Ums""" ^e/' natürlich, daß man mit dem Uufgebote aucr ^,^> der Vertheidigung dieser Dä>„me arbeitete. ^"H^illt» Zwecke requirierte Militär soll — nach uver^ « 519 tntsa^"!.^" ^- eine bewundernswerthe Thätigkeit N/b°ben. Ts arbeitete bei Tag und Nacht un-aus N "^ "" ""« Selbstverleugnung, welche diese E " b "den Arbeiten bedingen. - Näheres über die fürcktp^'"^" ^« Stunden „ach Einbruch der Tbei - l Katastrophe bringen wir im telegrafischen ^"^unseres heutigen Blattes, lektkn« l/^"^"^".) Der Haupttreffer der gemeinsamen Staats Wohlthätig, auf .. ? "'A' "ie irrthümlich gemeldet wurde. Otei/rn . """s^'s' smldcrn aus das von Burgau in rück.,!. ? "" unverkauft an die k. t. Lottodircction auk 5? t ^^ ^r. 149,314. Es verbleiben somit finanziellen Neinerträgnisse dieser ölter^A "" ll- Nominale in ungarischer Gold- und Milien .^" Papierrcnte zur Vertheilung an die Fll-Vr " °" mobilisierten Reservisten der gemeinsamen theile mobilisierten Landwehr beider Reichs- haus^ /^"^ Ermordung deS Dr. Milhl-lmm.. ^'^ ieht eine. wenn auch nicht voll' Ertl^ U?ua.ende. ^ ^^ einigerinaßen aufhellende in Wi 2 lur den vielbesprochenen Mord in Mariahilf U«f", " "°r. Der Hausknecht Carl Kofster war im er w? lechziger Jahre in einem Irrenhause, wohin Ueber " ""haltenden Trübsinns gebracht worden war. dann ^"l?lchl verblieb er in der Anstalt und wurde wieder <,s 3 6"stand vollkommen beruhigend erschien, zulleb. 5 u"'- Die den Wiener Blättern hierüber Voiisei/ 5" Mltthcilungcn lauten folgendermaßen: Der Mi,/,. ? I"lizeitonlmissariates in der Rohau an das d M .?""'" eingesendete Tagesrapport vom Uten tress,,,^ ^?«! folgende, den Mörder Carl Kofster be-festae oM ^"^lung: „Es dürfte nnn zweifellos den m, W"' baß der Hausknecht Carl Kosflcr "»em A c "^ ^'" Mcdicinae Doktor Mühlhauser in Durcb ?' "°" ^eisteszenüttung vollbracht hat. sahrun . üepflugenen Erhebungen hat man in Er-hank > ^« "^^' daß Küster bereits einmal im Irren-Polkr ' ^^""dluüg gewesen sci. Infolge der an das Man '""/"'/""'"t '" der Vioßml gcstcllteil Ailfrage hat halle,. >. l^ ""llcüendem Telegramme die Nachricht er^ zencher ,»..,^^'"' ""'" "'- ^"g"st »804 bis 30. De-Va auss ^. ^ 'u der Irrenanstalt befunden habe, IeilDr^ """ übereinstimmt nnd Kofflcr in früherer titcit ., °"^hilfc lvar. so dürfte anch gegen die Idcn-Wnte ^ "'""^l zu erhcbc» sein." Das oben cr-gthilf/ "legrainnl lautet: „Carl ttoffler. Drucker-dlltnM ^ <^len geboren, nach Sechshaus zuständig, lvohnlws. ^"^" "lt und in Untcrmcidling Nr. 28 baz^.. gewesen, wurde am 21. August 1864 durch ansäst s "'M'ssariat ber Polizeidirection in die Irrenentlasse., «^m "'^ °" 30. Dczcmber 1865 geheilt dem sck! ^- h""c es soniit bei diesem Morde mit heit zu ^ ^^" Wiederausbruche einer geistigen Kranl- Tahll/Fi" Negiment auf Schlittfchuhen.) Jacken s ch ttschuh auch in Europa zu militärischen sein D ""^ wird. dürfte manchem Leser unbekannt Cch'litts^ l. ^"^'lche Armee besitzt aber ein ganzes ßoi„. ^"ylaufcrregiment, wsje,, Untcrabtheilungen vier auz k^,"" bilden. Jeder Mann trägt drei Fuß lange, lchuhe d ' ^ "^'^ Eisenbeschlag angefertigte Schütt» 3)er l'inl'^^" """' hochaufragcndcn Schnabel haben. »vc>z di? ^ ^"^ ^ "'" drei Zoll kürzer als der rechte, diesem s^"he't beim Manövrieren erhöhen soll. Zu sutz lm, "'^" der Bewaffnung lc. noch ein sieben Vlllnn in m "senbeschlageucr Stab. mit dem sich der der Cj ^ "ewegung seht. das Gleichgewicht erhält, auf stilht, Hi ^"^'"t und auf den er sich beim Ausruhen Wz auk« "'sangen dieses sonderbaren Corps sollen ü ^b"ordentliche sein. burgee N '" Helenverbrennung.) Der Peters^ vom 6 ^awitelslwennyj Wjestnil" (Regierungsbote) ^Uischcn U ""bsfentlicht folgenden ausführlichen au« ^^icheli f/^ncht bezüglich der Verbrennung einer an-3"tscheni" ! ^"'""'^ Agrasena Ignatjewa im Dorfe . lvgurod ^ Bezirkes Tichwin, i,n Gouvernement Mclvcl li/. . ^" Gegend, in welcher das Dorf Wra-ft. daü ^'.skbtc sich unter den Bauern der Glaube ^rafe.l" c> " ^^ ubbczeichneten Dorfe lebende Witwe f ^ a>lck ^"^jewa eine Hexe und Wahrsagerin fei. °^en s..^'^^tcrc zugab uud auf jede Weise zu be-'Urlich, h^. Unter solchen Umständen ist es sehr na-«, als «el ?' daß Ignatjcwa eine Hexc sei. wes-^luß w" ^ " M. - verbrannt wurde. Dieser 2""der n,,^m"" "'"" s"«ien Versammlung der M' d°n de « "^slh""" herumliegenden Dörfer gc-itie ^ und vm?^^^rn der einzelnen Gemeinden be-3)i ^uitulyu ^"' Starosta (Vorsteher) der Gculeinde zu '^ begcil.cn?! "^ ^l) anderen Bauern ausgeführt. " bäusck ""^'^ "ach staltgehabter Konferenz "yen. m welchen, die Witwe Ignatjcwa lebte, und während 10 Mann das Haus umzingelten, gingen der Starosta und die 10 anderen Bauern in das Wohnzimmer der Hexe, nagelten die Iimmerthür mittelst zweier Bretter kreuzweise zu. thaten dann das' selbe mit den Fenstern und zündete» endlich das Häuschen an. Einige Stunden daraus war das Hans sammt der unglücklichen Inwohnerin Ignatjewa bis auf den Grund niedergebrannt. Diesem Schauspiele wohnten etwa 200 Bauern aus Wratfchewa und fünf ander?» Dörfern bei, und die Menge sorgte dafür, daß die Hexe aus den Flammen nicht entwische. Als dieser nur im heiligen Rußland mögliche Vorfall zur Kenntnis der Bezirks-behörde gelangte, entsendete diese an Ort und Stelle den Polizeibeamten Lazarcff, der ein Protokoll ausnahm und zahlreiche Bauern verhaften ließ. fokales. Aus der Handels- und Gcwerbekammer für Kram. lForts,) Das Ministerium macht indeß darauf aufmerksam, daß die französische Gesetzgebung sich mit einem Gesetzentwürfe beschäftiget, welcher zunächst die Wiederherstellung der französischen Veltra^szölle vom Uten Dezember 1866 auf autonomem Wege bezweckt. Hie-nach würde der Stand der Zollbehandlung der Waren-einfnhr nach Frankreich, wie ev vor dem I. Jänner d. I. war (mtt Ausnahme des Zolles auf Spiegel von wcniaer als '/2 Quadratmeter Flächenraum, die auch künftig 10 Perzent :ul valorem zu entrichten haben, und der Zündhölzchen), völlig wiedcrhcigc-stellt sciu. Anknüpfend daran ist die Erlassung eines Gc-srtzcs in Frankreich in Aussicht genommeu, wodurch dic Finanzvcnvaltung ermächtiget wird, Importeuren die Differenz zwischcu den eingehobencn Zöllen und dcm rcactivintcn Conventiouallaiif vom 11. Dezember 1^66 zmüäzueistatw!. wenn uachglwicsen wild, daß dic betreffenden Waren vor den» 31. Dezember 1878 nach Frankreich versendet oder der Gegenstand eines Abschlusses wurden. Im Falle des Zustandekommens dicfer Geschesbestimülungen wird das l. l. Handels' Ministerium die Kaillmcru hiewn benachrichtigen. 14.) Von der mit dem Handelsministerial^rlasse vom 11. Februar d. I. mitgetheilten ZusammcnMung der Bestimmungen über die Giltigkeit der von deutschen Bauleu ausgegebenen Banknoten wurde den interessierten Kreisen Mittheilung gemacht. 15.) Der Klub der Land - und ssorstwirthe in Wieu übersendet dr^i Schriftstücke, betreffend den Zolluno Handelöuelllag mit Deutschland, mit dem Ersuchen, die darin entwickelten Ideen zu fördern. 16.) An Drucksachen gelangten 5<.) Gegenstände an die Kammer. Dieser Bericht wird zur genehmigenden Kenntnis genommen. 111. Der Vizepräsident Carl L uckmann berichtet illbelreff einiger Uebelstände, welche sich in der Praxis aus dein Gesetze vom 8. März I«76, Nr. 26 N. G. Bl.. ergeben haben. Die Kammer hat in der Sitzimg vom 2. August 1877 den Äeschlnß gefaßt, sich in einer Vorstellung an das t. t, Handelsmini' sterium zu wenden und dasselbe zu bitten, daß es geruhen möge, im Interesse der inländischen Geschäfts» Welt mit allen ihn, zugebote stehenden Mittel,, daym zu wirken, daß einige Schwiengkeiten im Wechsel« verkehre im Verordnungswege behoben weiden. Die Kammer hielt damals dafür, daß die von ihr be» lülnlen Anstaube dadurch behoben werden könnten, daft der 8 14 des Gesetzes vom 6. März 1676 dahin auszulegen wäre, daß die Aemter, welche zur Vor. nähme der amtlichen Neberstenlpelung berechtigt smd, jene ausländischen und ungarischen Accept?, die einen östtlreichlschcn Ausstellungsort tragen, vor Beisetzung ngelld einer inländischen Palteienfertignng amtlich zu überstempeln verpflichtet sind, und daß cine Gcbührcn° crhöhullg in solchen Fällen nicht zu erfolgen habe. Weilers wurde gebeten, daß die Beidruckmlg der Stampiglie, die als Fertigung nicht angcfehcn wcrdm lanli. n'ichl nachthcilige Folgen nach sich ziehen tonne; nnd endlich, daß rücksichllich der Sctundcn und Tcrtirn zu vcrmdncn wäre. daß sic auch dann zu überstempeln sind und daß eine Gebührcilerhöhung nicht statt-znfindm hat, wenn sie auch später als die Prima ausgestellt wurden, und daß dclnnach auch die hiebei nothwendige Rückoatierung gestaltet ist. In diesem Gcgcnstalidc theilt der Handelsmini-stcrialcllaß vom 14. August 1877. Z. 24,285. mit. daß die Geschäftswelt jedcr Verzögerung und jeder Strafe dadurch vm beugen kann. daß in solchen Fällen, wo der Acceptant im Auslande sich befindet, der Wechsel in zwei Excmvlarcn ausgefertiget, eines dcr-sclbcn unter AeobachNmg dcs Schlußsatzes des tz 4 des Gesetzes lediglich zur Hclsctzung des Acceptcs bc« stinlmt, dcv Gcbührcnpfl'cht aber durch vorschriftsmäßige Stcmpelung dcs anderen Exemplares vor dcsfcn Unterferligung durch den Aussteller, Acccplanten oder cinc andere Partei Genüge geleistet wird. Noch fühlbarer werden die Schwierigleiten bei jcnen Parteien, wclche in Orten dolnicilierri,, in denen sich kein Steueramt befindet, wenn sie mit dem Auslande zu verkehren haben. Das Ausland zahlt die Farluren über empfangene Waren vorzugsweise in Wechseln und Anweisungen mit sehr kurzer Sicht. Da nun einc solche Anweisung odcr Wcchj<-l nicht früher unterfertig! werden darf. bevor nicht die amtliche Ueber-stcmprlung desselbsn stattfindet, und zur erwähnten Amtshandlung nur die Steuelämter ermächtigt find, muß die Partei eine Reise von mehreren Stunden zurücklegen, um die Ueberstempelung zu erreichen oder mittelst Zuschrift das Papier an das nächste Steueramt senden, wobei, abgesehen von dcn damit verbundenen Spesen, zwei bis drei Tage verloren gehen, während welcher Zeit die Partei nicht in der Lnge ist, über das Papier zu disponieren, wenn sie nilyt vorzieht, selbst sofort die Fahrt zum Steneramte und zurück zu machen. (Fortsetzung folgt.) — (Garnisonswechsel.) Im Laufe diese« Jahres werden dem Vernehmen nach zahlreiche Tnlppen» verfchicbungen stattfinden, doch wird hievon, soweit bisher verlautet, von den aus Kram ergänzten Truppen-törpcrn keiner berührt. Aus Bosnien werden, wie die „Presse" erfährt, die 7. nnd 20. Truppeudivision heraus-gezogen uud aus deu Friedensstaud gesetzt. Die von dieser Maßregel betroffenen Truppen sind: Die Linien-Infanteriercgimrnter Nr. 37. 46. 49 und 69; die Re-serve.Insanterielegimenter Nr. 6. 16, 32. 38. 78 und 79 und die Iägevbataillone II und 12. Gleichzeitig finden mehrere andere Garnisonsveränderungen statt, und zwar kommen die Linien - Insanterieregimenter Nr. 58 nach W>eu. Nr. 4 noch Cattaro, Nr. 72 nach Zara, Nr. 27 nach Trieft. Nr. 43 nach Pola, Nr. 39 nach Tcmesvar, Nr. 62 nach tilauseuburg. die Iägerbataillone Nr. 21 nach Klagenfurt, Nr. 24 nach Süooalmazien, Nr. 27 nach Graz; die itaijerjägcr-Bataillone Nr. 5 nach Pergine und Nr. 7 nach Rovcrcdu; die Dragoner-regimenter Nr. 12 nach Brunn. Nr. 6 nach St. Georgen und Nr. 8 nach Stoclerau: !>ie Uhlanenrrgimenter Nr. 2 nach Wien, Nr. 3 »ach Llmcut uno Nr. 13 nuch Proß-nitz. Der Gcnnisl.'nswl'chscl der Infanterie- und Iäger-truppen erfolgt >m April, jener der Kavallerie jedoch nach beendeten Wafsenübunge». also erst im Herbste. — (Effeltenlotterie.) Die zugunsten des Siechen- und Mädchen Waisenhauses in Laibach veranstaltete Efselll'iUollcrie verspricht, oem wohlthätigen Zwecke einen nnmhasten Ertrag zuzuführen, da von den ausgelegten KD.000 Lofcn bereits jetzt über 80.000 verlauft sind nnd der Rest bis zu der bevorstehenden Ziehung zuversichtlich ganz oder zum größten Theile an Mann gebracht werben dürfte. Da auch die Regiekosten des Unternehmens, Dank der vielseitigen Unterstützung, die ihm namentlich seitens der Geistlichkeit uud anderer Förderer in uneigennützigster Wese zutheil wird. laum nennenswerthe sind. überdies auch die ziemlich bedeu« tende Lotterietaxc vom Finanzministerium iu Anbetracht dcs eminent wohlthätigen Zweckes des Unternehmens ganz nachgelassen wurde, so verspricht sich die Lotterie-Unternehmung ein Reinerträgnis von circa 20,000 ft., welches gerade dazu hinreichen wird. die einzige auf dem SiechcnhlUlse noch lastende Hypothcl im gleichen Betrage z» tilgen und so dieses vu» wohlthätigen Menschen als Asyl für das hilflose «lltrr gegründete Hnu» vollkommen lastenfrei zu mache». Ueber die Modalitäten der Ziehung, die, wie ursprüllglich bestimmt, am Öfter-dlnvtag. den l5. April d. I.. unt.r der Controlle eine» Rcaierungslomlmssärs in Laibach stattfindet, werden wir eiflicht. im nachstehenden die wesentlichsten Vestimmunllen bekanntzugeben: D,e 100.000 Lose sind in 800 Serien zu je 125 Losen (ü 25 kr.) eingetheilt, auf jede Serie entfallen ein Haupt- und drei Ncbcntrcffer, fo daß im gauze» 320») Gewmstc zur Verlosung kommen; das genaue Verzeichnis derselben wird vor der Ziehung vorschriftsmäßig der l. l. Luttodirection in Trieft eingeschickt. Bei der Ziehung, die unter dem Vorsitze eines Regie, rungslommissärs öffentlich vorgenommen wird, werden die 800 Sericnnnmmern in eine und die 125 Losnummern i,r eine zweite Urne gelegt. Zu jeder gezogenen Srricnnnmmer werden unmittelbar die auf sie entfallenden vier Losnummern gezogen, wovon die erste den Haupttreffer, die drei übrigen die drei Nebrntleffer machcn, zu welchem Zwecke die 3200 Gewiüstgegenstände vorher in 800 groan emnctheilte Gruppen zu je vier Treffern ziismiimeliasstsllt werden. Die behördlich bestätigte Zilhungslistc wird sosort in Druck gelegt und entsprechend veröffentlicht werden. Die gemachten Ve» winste werde» vom zrhnlen Tage der Ziehung an gegen Abgabe der Lose ausgefolgt, Gewinste, die bis längstens 15. Juni 1879 nicht behoben wurden, verfallen zugunsten des Unternehmens. — (Feuer am M or a st e.» In dem zum Laibacher Stadtpomörinm gehörigen Vororte ..Hauptmar.ca" am Moraste kam am 8. d. M. in drn Vur,mtwgsstu»dc» im Wohn-hause des Grundbesitzers Gregor KuUacic'. während sich lrl^ terer am Markte zu Laibach befand, durch 3r", das ftch am Herde zum Kochen befand. Feuer z'"" ""s"'^' welches das ganze Haus vollständig ""äsch"" *"l Besitzer war glücklicherweise .us t>e>. »"r<,a v.n ^0 ft^ versichert, Obwol dcr Vlandplatz »H '"' ^°cher Feuerrayon liegt, konnte der Fcuerwachter am Sch oh. l berge doch lein Signal gsbe... da a» d,esem VormMM 5,2i> über dem Morast erhobenermaßen eine so dichte Dunst schichte lagerte, daß jede Fernsicht unmöglich war. — (Aus dem Gerichtssaale.) Der aus Ratek in Innertrain gebürtige 29jährige Ladendiener Unton Sgonz, zuletzt im Eßwarengewölbe des Andreas Pippau am Holzplatze in Trieft bedienstet, hatte seinem Prmzipale während seiner kurzen Dienstzeit vom 27sten August bis Oktober v. I. aus der Geldlade den Betrag von 104 ft. 50 kr. entwendet und wurde daher kürzlich vom Landesgerichte in Trieft des Verbrechens des Diebstahls schuldig erkannt und zu zwei Monaten schweren, verschärften Kerkers verurtheilt. —ä. (Theater.) Zum Vortheile deS Komikers Herrn Max Selus wurde am Dinstagabend die bekannte Posse „Robert und Bertram", von G. Räder, gegeben und erregte bei dem ziemlich zahlreich erschienenen Publikum ungemein viel Heiterkeit. Die beiden lustigen Vagabunden wurden durch den Vene-ftzianten (Robert) und Herrn Friedmann (Bertram) vollkommen entsprechend und mit großer komischer Wirkung dargestellt. Ersterer wurde, wie üblich, mit Applaus begrüßt und theilte sich mit seinem Genossen in den während des ganzen Abends reichlich gespendeten Beifall. Namentlich das gelungene Coupletduett „Laibacher G'schlchten". dann die Hetzjagd in der zweiten Abtheilung und die Verkleidungen am Schlüsse riefen stürmische Ausbrüche fröhlicher Anerkennung hervor. Unter den übrigen Darstellern zeichnete sich besonders Herr Ehrlich (Banquier Ippelmaier) durch treffliche Charakteristik aus. Auch Herr Direktor Ludwig (Mehl-maier) und Herr Arenberg (Michel) trugen in Spiel und Erscheinung zur guten Laune des Auditoriums bei. Herr Kocel (Strambach) machte einen günstige« Eindruck. Das Ensemble in der dritten Abtheilung wollte wegen merklicher Rollenunsichcrheit einzelner Darsteller der Nebenpartien nicht recht klappen. Fräulein Massa trug als Einlage ein sehr schönes Lied, „Ja. du bist mein!" von Vogler, mit der ganzen Fülle ihres prächtigen Organes überaus innig und ausdrucksvoll vor. Schließlich können wir jedoch nicht unerwähnt lassen, daß wir die Wahl dieses Stückes vom kritische» Standpunkte aus nicht billigen können, indem es überhaupt von jeder Bühnc, die den Anspruch erhebt, ein Bildungsinstitut zu sein, von vornherein auszuschließen wäre. — Die vorgestrige Reprise des Lustspieles „Dr. Klaus", von L'Arrongc. war gut besucht und ging durchwegs zufriedenstellend in Szene. Neueste Post. (Ori^inal-Telegramme dei „Laib.Zeitnng.") Budapest, 13. März. Ein Handschreiben des Kaisers sagt, daß er angesichts der Überschwemmungskatastrophe von dem Vorhaben, anläßlich seiner silberneu Hochzeusfeier zur Entgegennahme der Glückwünsche nach Budapest zu kommen, absehe und wünsche, daß die diesbezüglich beabsichtigten Auslagen reichlichst den Nothleidenden zugewendet werden. Der Kaiser spendete außer früheren Beträgen in seinem und der Kaiserin Namen noch 40,000 fl. aus seiner Privattasse. — In Szeged in dauern die Rettungsarbeiteu fort. Es werden in befürchtet Budapest, 13. März. Offiziell wird aus Szege-din vom 13. d. morgens gemeldet: Heute ging rm großer Rettungszug ab. Der größte Theil Szegedins ist eingestürzt. Sehr viele Personen werden vermißt. Ein Cücular des Ministers des Innern fordert die Jurisdiktionen auf, Sammlungen für die Uebel schwemmten zu organisieren. Budapest, 13. März. Meldungen aus Szegedin: Zunehmendes Elend. Die Rettungsschiffe stoßen auf Straßeutrümmer, so daß Rettung oft unmöglich ist. Die Flut steigt fortwährend, eine jetzt noch l)00 Quadratmeter große trockene Insel wird immer kleiner. Ein Rettungsboot tippte um, infolge dessen siebell Frauen ertranken. Bei Eintritt der Katastrophe sind 20 Soldaten und l5Honveds ertrunken. Die Staatsbahn beförderte gestern unentgeltlich 10,000 Menschen. Es wüthet heftiger Sturm, die Ueberfchwemmungsflut ist zwei Fuß höher als das Niveau der Theiß. Versailles, 13. März. Die Kammer verwarf nach längerer Debatte mit 317 gegen 150 Stimmen den Antrag auf Anklage des Kabinets vom 10. Mai, verwarf auch mit 225 gegen 187 Stimmen die einfache Tagesordnung und nahm mit 240 gegen 154 Stimmen die motivierte und das Kabinet vom 16. Mai brand' markende Tagesordnung an. Pest, 12. März. Der Regierungskommissär Lukacs telegrafiert aus Szegedin, 6 Uhr 30 Minuten abends: Die Flucht der Bewohner geht ohne jede Unordnung vor sich, da in den letzten vier Tagen sich schon viele aus der Stadt entfernten und zur Schiffbrücke Militär beordert ist, welches großes Gedränge verhindert. Die Stadt bietet einen schrecklichen Anblick. Hunderte von Häusern sind eingestürzt. Wir sahen viele auf Haus-dächern und Bäumen Rettung suchend; unterwegs retteten wir 80 Personen, die sich m einer gefährlichen Lage befanden. Die meisten Bewohner flüchten nach NeU'Szegeoin. Um 2 Uhr haben sich 350 Personen nach Tcmesvar und eine andere Glnpvc nach Hold-Mezö-Vasarhely begeben. Äishcv sind im ganzen 4 Todte constatiert; 30 Todte sollen sich am Ufer der oberen Stadt befinden, doch lst dies nicht gewiß. Die Verpflegung geschieht von Temesvar aus; auch andere Städte haben diesbezügliche Anträge gestellt. Das Rettungswerk dauert ununterbrochen fort. Der Damm wird an mehreren Stellen durchschnitten werden, damit das Wafser ablaufen könne. Ausschreitungen sind nicht vorgekommen; übrigens wird Vorsorge getroffen, daß das in den zusammengestürzten Häusern zurückgebliebene Privatvermögeu nicht entwendet werde. Szegedin, 12. März, 3 Uhr morgens. (Neue freie Presse.) Das Wasser brach in die Stadt mit furchtbarer Vehemenz ein. Nach einer halben Stunde schwammen die große breite Landstraße, das Rathaus und die umliegenden Gebäude im Wasser. Die Herrschelide Verwirrung und der Jammer sind grauenerregend. Das Wehgeschrei der Bevölkerung ist herzzerreißend. Welche Dimensionen oic Katastrophe annimmt, ist noch nicht abzusehen. 9 Uhr vormittags. Szegedin, die zweitgrößte Stadt des ungarischen Tieflandes, ist schon jetzt halb zugrunde gelichtet. Soeben brachte man zwei ertrunkene Kinder an Äord. Das Csongradhans am Ende der Stadt ist eingestürzt, eilf Menschen wurden unter den Trümmern bcgrabeu. Man weiß nicht, wie viele Menschenleben zu beklagen sind. Es fehlen alle sicheren Nachrichten. Ich trage diese Depesche, bis an die Brust im Wasser watend. Auf dem TeleZrafenamte weiß man nicht, ob es fpäter möglich fein "wird, Berichte zn befördern. Das Unglück ist kolossal, der Anblick der ruinierten Stadt ist grauenhaft. Pionnere arbeiten todesmuthig, um zu retten, was zn retten ist. Sie ziehen auf Pontons durch die Straßen und halten, wo sie von Nothleidenden angerufen werden. Szegedin, l2. März. ^Frdbl.^ (9 Uhr 30 Minuten.) Postgebäude und Realschule sind unter Wasser. Die Schulgasse, der höchst gelegene Punkt der Stadt, ist zur Hälfte nut Wasser bedeckt; dasselbe wächst in furchtbaren Dimeusionen constant. Die Dämme auf der ganzen Linie sind eingestürzt. Kadaver von Rin« dern und Pferden schwimmen herum. Die Mannschaften in Pontons leisten Außerordentliches, doch noch mindestens .^ <^ Pontons wären nothwendig. Lebenslniltel sind keine vorhanden. Die Kanäle sind alle geborsten, viele jammern um ihre Angehörigen. Fliehende werden in Pontons in die Festung befördert. Das Wasser dringt in die Keller höchstgelegener Häuser. Ein Theil der Synagogengasse lst emgestiuzt, die Synagoge voll Wasser. Die Leute flüchten in die Kirche. Auch das Obergymnasium ist von Flüchtigen besetzt. Es droht Umsturz der TelegrafenstanM (12 Uhr mittags.) Die Zerstörung wnd MM schrecklicher, kaum sind noch eine oder zwel Mp trocken. Die Gassen gleichen Flüssen, die HaM stürzen plötzlich ein. Man spncht davon, daß o«' Spital eingestürzt sei; es wären 500 Menschen dam Diese Nachricht bedarf aber der Bestätigung. ^ meisten Bewohner sind geflohen, ein Theil lst auf °" Theiß-Dämmen. __________ Telegrafischer Wechselkurs. vom 13. März. Md< Papier. Rente 63 45. — Silber - Rente 64'10. -^ U, Rente 7630, - 1860er Staats'Anlehen 116 75. ^ »anl-«" 789. — Kredit-Actien 233 80. — London 117 -.^ ^M -—. K. t. Münz'Dukaten 5 55'/,, - 20-Franlen-V" 9 31'/,. - 100'Neichsmllrl 57 45. Handel und MkswiltWajtlM Der letzte Wochenausweis der l. l. priv. öit«ltH. «««arischen Vanl weist im Verhältnisse zu dem der A"M°» ^> gende Veränderungen auf: Metallschatz sl. 161^5^"'^ nähme ft. 2.722.W9 - in Metall zahlbare Wechsel ft l'^^'^ii Abnahme fl. 46,623; cscomptierte Wechsel und Effeltcü >" ^ 80.950.027. Abnahme 750,146 Gulden; Darlehen geg"<,i?55 Pfand sl. 27.652.100. Abnahme fl.357,7oli; Staatsnote» l-°^ä, Gulden, Abnahme fl.569.913; Hypothekardarlehen 1^^' ^ Zunahme fl. 30,766; biirsenmaßia. angekaufte Pia"b"U Äanl fl. 4.624.163. Znnahme fl,1ü4,68U; löffelten des^>^s fonds sl. 17.72U.703, Abnahme sl. 49.254; Äanl'w ""« ^ fl. 277.296.820, Abnahme sl,1,918,890; Giro-Einlagen sl-A^ib. Zunahme sl, 18.193; Pfandbriefe im Umlaufe fl. 1"5.v"' Zunahme sl. 156,000. 2l«ftekomme»e Fremde. Am 13, März. . ^. Hotel Stadt Wien. Nandl. hdlsm.. Wien. - Ecker, »"<" - Stegma, Lieutenant, Tarvis. Mll' Hotel (klefant Iatäe. Kfm,, Lanor. - Knavs. V«", 7^. , scld. — Klrpac, Prezid. — Schwarz. Ksm.. Agram. ^ M,g, bach Einilie und Schinccker, Reisender, Graz, ^ . Kto^ .Kfm. und Pohan, Thörl. - Kidman, Lieutenant, Holm. — Weber, Gutsbesitzer, Obertrain. . «.^ Hotel Europa. Sonnenberg, Kfm.. LugoS. — Schrmel, v mann. Graz. , nM Vaierischer Hof. Valcnlimizzi, Älaghani und Mma'", ^l- Kaiser von Oesterreich. Stanil'. Straßenbau-Assistent, iiliovo, — Kam'k'. Wirth, Idria. Verstorbene. ^ Den 11. Mär z. Maria Ierina, Inwohnerswitlvc, H. Kirchcngasse Nr, 11, Entlrästung. — Johanna Svigeli, , ^„g lersliud, l0 Monate, Pctcrsstraßc Nr. 62, Lungcncnli" ^< nach Keuchhusten. — Anton Icräinovic. Privalcnslind, ^ 10Mon., zlorianlgassc Nr. 40. Gehirnhautentzündung c^ Dcn 12. M ä r z, Frau Adele v. Kantz, t. t- ^A^je, Inspellorsgattin, 39 I.. Iranzistanergasse Nr. 16, Tu"",« lsttz — Iosefa Eupan, AuStocherSlind, 6>/, Tage, ValW" Nr. 2. Lebensschwäche. ___________ Im Garnisonöspitale vom 27. Jänner bis incl. 8. März 1879. ^ Den 27, Jänner. Michael Golebivsti, Infant"'! 45. Inf.Neg., Lungensucht, « cMl' Den 1. März. Martin Gerdovii, Jäger im ^ ^ batailion, Vrust und Bauchfellentzündung. , ^M Den 4. März. Franz Humeniansly, Insantcnst »?' ^g, Ins.-Rea., Erschöpjung nach chronischem Durchsall und«>^. Theater. Heule bleibt die Vühne Meteorologische Beobachtungen in Laibach> 5 "« Bt i« i -k ,^ 7 U.Mg. 726 19 ^-90 SW. schwach bewöllt ^eN, 13. 2 „ N. 725 69 -^13 8 SN. mäßig bewiiltt A^e 9 „ Ab. 732 77 ^. 0 4 ZO. schwach bcwöltt ^^ Vormittags trübe, warm; nachmittags veränderte _^t, richtung. nach ü Uhr heftiger Slioost mit Regen ""° ,9^" nicht lange anhaltend; abends düster, kalt. Das T"g der Wärme -^ 7 7". um 4 9' über dem Normale<^^"" Verantwortlicher Redacteur: Otto mar Va niber^^! A^N^N^Nl^t ^""' ^' ^"lz ^ ^l)l) Nach einem längeren Stadium der Enthaltung gewann die Speculation gegen Schluß wieder ciniac Initiative, und wurden einige <^!,l.,lV^!U^. paplere poussiert. Anlagewerthe hielten fest, Uose speziell stiegen theilweise auch heute, ° » , >, ^ __^. Papierrente........63 50 63 55 Silberrente........6415 64 25 Goldrente.........7650 7660 Lose, 1854........113 50 114 — « i860........11675 11? - . I860 (zu 100 ft.) ... 126 75 127 25 » 1864........Ii.1 25 15150 Ung. Prämittt.Anl.....88 25 88 50 Kredit-L.........167 50 168 Nudolfs'L.........17 1750 Prämienanl. der Stadt Wien 100' - 100 20 Honau'Regullerungz.Lose . . 10650 107 — Domänen - Pfandbriefe . . . 143 50 144— Oesterr. Schatzscheine 1881 rück« zahlbar. ........99. _ ^., Oesterr. ^chatzscheine 1382 rück« zahlbar . .......9825 .^75 Ungarische Goldrente .... 9545 9555 Unaarischc EisenbahN'Anleihe . 103 25 103 75 Ungarische Eisenbahn-Anleihe. Eunmlütivstückc......10ij. , 19325 Ungarische Schatzanw. vom I. 1874..........N8?0 N9 - Nnlehen der stadtgememde Wien i» «. «......97— 97 Ü0 Gruudentlaftungü vbllgatlanen. Böhmen.........102- 103 — Niederüsterreich......10450 105 — Galizien.........83' 8825 Siebenbürgen.......7650 77 Temeser Banat......77 25 78 - Ungarn..........81 7.'i 82 25 Aetle« vsu Vanlen. «selb Wa« Anglo'öfterr. Banl..... 102'75 103 — Kreditanstalt ....... 235 30 235 40 Depositenbank....... 160 161 Kreditanstalt, ungar..... 22550 225 75 Oesterreichisch. ungarische Nanl 791 - 793 — Unionbant ........ 69 50 69 75 Vereehrsbattl....... 103 - 109 Wiener Vanlverein..... 114 50 115'— Uctien von transp«,t