M MW W ^^V?^^^^^M^^> ^^^ M !1s)v 11^1^ Pri>numeiat. yüi die Zustellung in« Hau« Mittwoch, 9. Juli. Instltivnsgebili^ Für lleinc Vnsnatt bl« zn 4 Zlilen ,ü lr.. «löhne per Zelle e li,; bei vfttltu llllitbnholungen pei Zrllt » lr. 1879. Aintlicher Theil. Se. k. ilnd k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom I. Juli d. I. dem «ertermelster Johann Klun in Rndolfswerth anläß-llch seiner Verschling in den bleibenden Ruhestand in Anerkennung seiner vieljährigen nnd pflichtgetreuen ^'enstlelstuug das goldeuc Verdieustkreuz allerguädigst zu verleihen geruht. 3i!chta>ntlichcl Mil. Dns Ergebnis der bisherigen NcichsrathS Wahlen. .. 9tachdem bereits in einer Reihe von Provinzen fnc Wahlen gänzlich durchgeführt sind uud die weiligen Mi «aufe der nächsten Tage noch stattfindenden Wahlen mue wesentliche Aeuderuug im bisherigen Ergebnisse zur Folge haben dürften, lassen w,r hier eine Hu« ammenstelluug aller bis inelusme 7. d. M. gewählten Abgeordneten folgen. Dic Gcs.nnmtzahl derselben beträgt 302. Hieuon ergab jedoch eine MM (in Ga-Nzien) noch teill dchnilives Resultat, zwei Bezirke Wählten emeu und denselben Abgeordneten und einer der Gewählten nahm die Wahl nicht an. Es bleiben demnach dle Namen von 2<)'.) Abgeordneten zu ver-UebnMt ^'^"' "^"^^" ^"^'" gaben folgende N ^^"''^ ^ Großgrundbesitz: R. v. Förster, ^ H'^' ^"'"' F"dumnd Kotz, Graf Mannst Metis MmnkR'!'^"m'' ^'^'' Puselt. Baron M^ '<« ^ Ä Z^l"' ^"°" Scharschmid, Dr. Adolf ^ k' ^" ^" tenstetn, Graf Zedtwitz (verfassuugs. ^uX Graf Heinrich Elan.-Martiuitz, Graf Dey.n, Fürst Georg Lobkowitz, Josef Müller, R. v. Schäffer, Baron Pfeil, Stangler, Graf Franz Thun, Graf ZNednch Kiusky (eonjervativ); d) Städte: Hofrath! 3lw. Dr. Bauhaus, Dr. Bareuther, Claudi, Doktor m) 5 ^oß' Dr. Hallwich, Dr. Klier, N. v. Liebieg. Mechkr Dr.Nitsche, Reschauer, Dr. Ruß. Nichter, A'Swhr, Wolfrum, Wünsche (verfassungstreu), Julius Gregr, Iirecek ^ us, Ve ely Iansa, Zeithammer, Zak. Noth ?. ^n^ '^"' Grumoald, Suda, Krofta (Ezecheu); Peek M3'^^""^' Schwab, Siegmuud,' ^ ^ ^"'"' 3"UH, Schier (verfassungstreu); cl) Land. gemeinden: Tausche, Obentraut, Josef Müller. Kirsch-uer, Stiebitz. Herbst, Neumann, Noser, Urbanek, Köpl, Streeruwitz. Waldert (verfafsung^lreu), Fürst Adolf Schwarzenberg (conservativ), Tllscher, Carl Adamek, Hevera, Jerzabek. Maöek, Sladkuvsky, Graf Johann Harrach, Dr. Carl Adamel, Klimesch, Celakovsky, Neupauer, Platzer. Brauner, Trojan, Fürst Earl Schwarzenberg, Vasaty. Wickcrsperg (Czechcu). Galizien: b) Städte: Dr. Czertawski, Doktor Dunajrwsti, Dr. Dworski, Hausner, Kaminöti, Ryd-zowski, Splawinski. Towarnicki, Wolski, Weigel (Polen), Sochor (versassuugstreu); ä) Landgemeinden: Baron Baum. Chelmecki. Ehamiec. Guiewosz, Gro^ cholöki, Iasiuski, Graf Iohaiin Krasicli, Krzeeznnowicz, Kielanowski, Krzystofowicz. Graf Mieroszowsti, Ma-dejski, Martusiewicz, Puzyila, Graf Tarnowski, Graf Iyszkowsli, Nil. Wolanski, Erasmus Wolansti, Dr. Ziemialkowsli, Graf Zamoyski, Dr. Zborowsti, Oborski, Tystiewiez (Polen). Fedorowicz (Iungruthene). Kowalski, Kulacztowsti, Ozarkiewicz (Ruthruen). Nicde rost erreich: u.) Großgrundbesitz: Freiherr v. Kiclmannsegg, Freiherr v. Pirquet, Ritter von Raab, Freiherr v. Doblhuff, Graf Christian Kinsty, Gnslav Freiherr v. Sultuer (verfassungstreu); Fürst Croy. Abt Fröschl (conservative d) Städte: Kuranda, Ärestel, Iaques, Huffer. Ed. Sueß, Lenz, Matscheko. Stlmdcl, Kopp, Wicscnburg, Kronawetter. Löblich. Nobler, Czedit, Puck, Ofuer, Lusttandl (vcrfassuugs. treu); c) Haudelstammerii: Isbary. Mauthner (verfassungstreu): <1) Landgemeinden: Friedman,,. Fr. Sueß. Schöffe!. Dumba, Grauitsch, Pirlo, Fürutrauz, Schöuerer (verfassungstreu), Auf, Obcmdorfer (klerikal). Obcrosterreich: a) Großgruudbesitz: Dehue, Frauz Groß, Baron Handel (vcrfasfilngstreu); d) Städte: Edlbacher, Foltz, Ktlinlusch, Spami, Wicthoff (ver-fasfuugstreu). Graf Julius Falkenhayn (eonservativ); 6) Landgemeinden: Graf Brandis, Doblhammer, Fischer, Nosta, Zeilbcrgcr, Zehcntmaier, Pflügi (klerikal). Salzburg: ly Großgrundbesitz: Dr. Fuchs (coujervativ); d) Städte: tteil. Wegscheidcr (ver. fassuugstreu); u) Landgenieinden: Lienbachcr. 3teu-maycr (klerikal). Stciermark: d) Städte: Rechbauer, Portugall. Hcilsbcrg, Waltcrskirchen, Falke, Duchatsch, Foregger. Magg (verfassungstreu); 6) Landgemeinden: Schmid-bauer. Bärnfeiud, Fürst Alois Liechtenstein, Fürst Alfred Liechtenstein, Karlou (klerikal), Baron Göbel-Lannoy, Hermann, Voönjat (national), Posch (verfassungstreu). Kärnten: c!) Landgemeinden: Lax. Dr. Wrann, Nischelwitzer (verfassungstreu), Ottitsch (eonservativ). Krain: l»,) Großgrundbesitz: Baron Schwegel, Baron Taufserer (verfassungstreu); d) Städte: Ritter v. Schueid, Poklukar, Graf Margheri (Slovenen); <1) Landgemeinden: Klun. Graf Hohenwart, Pfeifer, Obrcfa, Graf Äarbo (Slovenen). Bukowina: d) Städte: Ofenheim, Kochanowsli (verfassungstreu); c.) Haudelslaulmer: Wagner lver-sassllugstreu); grelli (klerikal), Barou Hippoliti, Gentilini (vcrfas-suugstreu). Vorarlberg: d) Städte: Dr. Waibel (ver-fassuugstreu); ä) Landgemeinden: Oelz, Thurnher (tkrital). Istrien: d) Städte: Dr. Vidulich (verfassungstreu); k) Handelskammer Roviguo: v. Virtalich (verfassungstreu); li) Laudgememdeu: Vitezic (national), Franceschi (verfassungstreu). Görz-Gradista: d) Städte: Graf Coronini (vcrfassuugstreu); 6) Landgemeinden: Valussi (klerikal), Wiutler (verfassungstreu). Trieft: Wit'tmann. Rabl (verfassungstreu), Na-bergoj (national). Jeuisseton. Älera oder auf dunklen Wegen. Nomcm von Ed. Wagner. (ForlselMnn.) Der Viüller schwankte. „Und wenn die Sache znr Untersuchuug kommt, werdeu Sie als Zeuge veruommcn lvcrdeu." Des Müllers Schreck war so groß. daß er ihu nicht verbergen konnte. Er blickte rückwärts auf seiuc Mühle uud seiu hübsches Wohnhaus, danu wandte er seinen Blick scheu zn Alexa uud sagte trotzig: ,.Und weuil ich als Zeuge vernommen werde, tauu ich doch nichts sagen." „Das wird sich fin'den," enlgegncte Alexa. „Warnnl überläßt Ihnen Lord Montherön die Mühle nnd das Halls ohne Pacht? Sie sind ans einem bedeutnngs-losen Gärtner zu einem wohlhabenden Müller avanciert. Das muh eiue Ursache habeu. und Sie werden Vor Gericht diese Ursache erklären müsseu." Dcr Müller stöhnte, antwortete aber nicht. „Wcuu Sie so viel dafür belommeu, daß Sie die Wahrheit verschweigen," sprach Alexa ernst und on-dringlich, „wird es das Beste für Sie seN>, Sie sagen alles, was Sie wissen. So sicher, als Sie leben, wird der Name Lord Stratford Herons wieder zn Ehren gebracht werden. Wollen Sie mir dabei helfen?" „Lord Stratford ist todt," murmelte der Müller. «Der jetzige Marquis wird Marquis bleiben. Die Sache muh bleiben, wic sie ist. Es ist zu spät, etwas zu thun." ..Es ist nie zn spät, ein begangenes Unrecht Wieder gut zu macheu," sagte das Mädcheu. «Sie werdeu nichts verlieren, wenn Sie die Wahrheit sagen, wol aber gewinnen. Weuu Sie Ihre Mühle und Ihr Haus behalteu wolleu, so ist der eiuzige Weg dazu. die Wahrheit zu sagen, Wenn Sie das nicht thuu, werden Sorgen und Uuheil über Sie und Ihre Familie kommen. Gehen Sie zu Mr. Daltou, dem Pfarrer, uud fageu Sie ihm —" ..Ich weiß uichts und kann deshalb nichts fageu," unterbrach sie Gregg mürrisch. „Sie haben das Leben meines Kuabeu gerettet, Miß, und dafür bin ich Ihnen von ganzem Herzen dankbar. Ohne Sie wäre er er' trnnken. das weiß ich uud würde geru zehn Jahre meiues Lebcus hiugebeu, um Sie zu belohueu, und nur aus Dautbarteit für Sie habe ich Sie angehört; aber ich kann nichts fageu. Wenn Lady Wolga die Spnr des Mordes verfolgt, werde ich nichts damit zu lhuu haben. Es gibt kein Gefetz. welches einen Menschen zwingen kann. etwas zu fagen, was er nicht weih," nuo er sah Alexa trotzig an. „Das ist wahr. Aber das Gesetz kann Sie zwingen, zu sageu, welchem Umstände Sie den lebenslänglichen freieil Besitz der Mühle verdauten." erwiderte Alexa. ..Wenn Sie mir dankbar si,id für den Dienst, den ich Ihnen heute erwiesen, können Sie mir deuselben dadurch reichlich belohnen, daß Sie zu Mr. Dallou gehen uud ihm die ganze Wahrheit mittheilen. Ich überlasse Sie ihrem eigenen Gewissen; nnr bedenken Sie, Mr. Gregg, daß ein offenes Bekenntnis dessen, was Sie wissen, Ihuen mehr Vortheil als Nachtheil bringen wird, daß Sie mehr gewinnen als verlieren werdeu." ..Das sehe ich nicht ein, Miß. Wenn ich etwas wüßte, wodurch Lord Stratsords Unschuld erwiesen werden könnte, er ist todt uud kau» meine Aussage uicht belohneu. Lord Monthcron ist Herr, und das Schloß mit allem, was dazu gehört, ist in seinen Händen. Lady Wolga kann mich belohnen, aber sie wird deu Marquis henateu, und seine Interessen sind die ihrigeu, und sie würde besser thun, die Sache ruhen zu lasseu. Dieseu Rath ertheile ich ihr. Und was Sie betrifft, Miß. so halte ich es bei all' meiner Dllutbarkeit für besser für Sie, daß Sie sich nicht um Dinge kümmern, die Sie nichts angehen. Was Recht uud Gerechtigkeit bestimmt haben, läßt sich nicht ändern. Nehmen Sie meinen Rath an und lassen Sie die Sache fallen, für die Sie fich fehr zu interessieren scheinen. Denken Sie nicht, daß Sie mehr wissen, als die hohen Gerichtsherren nnd alle Leute iu England." „Wir wollen nicht darüber streiten." sagte Alexa erust. „Sie wissen, wer Lord Montherön ermordete. Ich glaube jedoch nicht, daß Sie im Herzen ein schlechter Mensch sind. Wenn Sie einst vor dem Richterstuhl Gottes Gullde zu finden hoffen, so thun Sie nun, was recht ist." Sie nickte leicht mit dem Kopfe und ging dann langsam weiter. Sie ging jedoch nicht durch den Park dem Schlöffe zu, fonoern schlug den Weg nach dem Dorfe ein. Der Müller sah ihr nach und wunderte sich. daß sie nicht den nach dem Schlosse führenden Weg ging, aber er rief fie nicht zurück. Eiue Biegung brachte sie nach einer Weile ihm aus dcu »lugen, und erst jetzt richtete er fich auf, wie aus einem Traume erwachend. „Da ist etwas im Anznge," murmelte er. ,.Wer hätte gedacht, daß das Montheron-Drama nach so vielen Jahren wieder zur Sprache kommen würde, uud noch dazu, da Lord Stratford Heron todt ist e> Wer ist diese juuge Dame? Weiß Lord Montherön, was sie hier treibt? Ich muß sogleich nnt ihm 135N Diese Zusammenstellung ergibt das Resultat, daß im ganzen bisher 154 Mitglieder der Verfassungspartei gegen 145 Anhänger aller übrigen Parteien gewählt wurden. Zum Ausgleich mit den Czechen. Während aus Prag in bestimmter Weise gemeldet wird, daß zwischen Rl'eger und Clam-Martinitz der Eintritt aller czechischen Abgeordneten in den Reichsrath gegen die Abgabe einer Rechtsverwahrung bereits vereinbart wurde, fährt das Organ des Prager staatsrechtlichen Klubs, die „Politik", fort, den Deutschen die Nothwendigkeit von Garantien für die Czechen plausibel machen zu wollen, wobei sie die Besorgnisse der Deutschen über etwaige Reactionsgelüste der Czechen zu zerstreuen sucht. So schreibt das genannte Blatt: „Will das liberale deutsche Vürgerthum unerschütterlich an den freiheitlichen Errungenschaften der neueren Gesetzgebung festhalten und in dieser Richtung eine rationelle Fortbildung und Entwicklung anstreben, so wird es an uns Böhmen hierin durchaus keine Gegner, sondern sehr eifrige Bundesgenossen finden. Im'Interesse beider Nationalitäten soll vorgesorgt werden, daß kein»: von beiden in rein nationalen Dingen majori-siert werden könnte, und da auch die Solidarität der Deutschen durch die Centralvertretung im Reichsrathe vollkommen gesichert sein wird, so können die staatsrechtlichen Normen, durch welche die unverbrüchlichen Rechte unseres Landes und unserer Nationalität gewährleistet und eventuellen Attentaten zufälliger Majoritäten entrückt werden sollen, für die Deutschell in keiner Richtung, in der sich ihre Wünsche oder Besorgnisse bewegen, bedrohlich sein." Diese Worte klingen im allgemeinen nicht übel, doch macht man bekanntlich mit schönen Redensarten keine ernsthafte Politik. Die Czechen werden Gelegenheit haben, iln Reichsrathe in concreter Form darzulegen, was sie unter „staatsrechtlichen Normen" zur Gewährleistung ihrer Rechte und ihrer Nationalität verstehen. Bekanntlich ist der Ausgleich im böhmischen Großgrundbesitze mit dem Verweilen des Kronprinzen Rudolf in Prag in Zusammenhang gebracht worden. Die „Mont.-Revue" erklart sich nnn für ermächtigt, „allen diesen Mittheilungen den entschiedensten Widerspruch entgegenzusetzen. Erzherzog Rudolf obliege in Prag und den böhmischen Feldlagern seinen militärischen Studien und erwerbe sich natürlich auch dabei eine genaue Kenntnis des Kronlandes. Aber jedes politische Moment sei ausgeschlossen, und schon drr erste Versuch, den durchlauchtigen Thronfolger in daö Getriebe der Parteien hineinzuziehen, habe ein so unzweideutiges Refus erfahren, daß von da ab alle derartigen Experimente aufhörten. Es fei nicht vorgekommen, daß der Kronprinz irgend eine Partei oder einen Notablen in politischen Angelegenheiten auch nur empfangen, geschweige denn ermuntert hätte. Die neuen preußischen Minister. Die Ernennung des neuen preußischen Finanzministers Bitter ist in Ems bereits erfolgt und soll nächstertage publiciert werden. Die formelle Ernennung der Herren v. Puttkammer und Lucius erfolgt erst nach Schluß des Reichstages, da dieselben ihr Mandat sprechen. Wenn ein Sturm losbricht, muß ich in Sicherheit sein." Er sah bestürzt aus. „Ich will das Gewisse nicht fürs Ungewisse preisgeben," fuhr er in seinem Selbstgespräch fort. „Ich bin kein schlechter Mensch — wöl auf meinen Vortheil bedacht, aber das ist Geschäftssachc. Lord Stratford ist todt und hinterließ keinen Erben. Lady Wolga wurde von ihm geschieden und wird den jetzigen Marquis heiraten. Alles geht gut, uur dieses junge Mädchen tritt störend dazwischen.' Lord Mout-heron muß das sogleich wissen, und er soll mir die Mühle auf neunundneunzig Jahre verschreiben. Ich kann einen Druck auf ihn ausüben, daß ich alles erreiche, was ich will." Ungeachtet dieser Zuversicht kehrte er verdrießlich in die Mühle zurück, von einer Unruhe gequält, die selbst sein fester Wille nicht zu unterdrücken im stände war. Alexa erreichte das Dorf und begab sich sogleich zu Mr. Dalton, der überrascht zu sein schien über ihren zweiten Besuch an diesem Tage. Sie theilte ihm ohne Umschweife ihre Entdeckungen in-betreff des Müllers mit, und Dr. Dalton hörte ernst zu. „Ich will Mr. Jakob Gregg beobachten lassen," sagte er, nachdem sie ihre Mittheilungen beendet. „Sie haben ihm Veranlassung gegeben, auf seiner Hut zu sein, Miß Strange; aber da er so verwirrt ist, wird er sich in irgend einer Weise selbst verrathen. Vielleicht wird er bei der ersten sich zeigenden Gefahr die Flucht ergreifen. Ich will meine Augeu auf ihn richten, damit er nicht entfliehen lann." (Fortsetzung folgt.) als Abgeordnete durch die Ernennung verlieren und an den bevorstehenden wichtigen Abstimmungen alsdann nicht theilnehmen könnten. Die Vreslauer Blätter, welche Herrn v. Puttkammer aus seiner mehrjährigen Thätigkeit als Oberpräsident von Schlesien kennen, wollen die Besorgnis der Berliner Heitungen, daß der Abgang Falks das Signal zur Bildung eines strict conservative« Parteiministeriums gegeben habe, nicht theilen. „Herr v. Puttkammer — schreibt die „Schles. Ztg." — ist ein viel zu verständnisvoller politischer Kopf, um Anlaß zu der Befürchtung zu geben, daß er in die Bahnen einer kirchlichen oder politischen Reaction einlenken könnte. Auch daraus, daß der Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern, Herr Bitter, zum Finanzminister ausersehen ist, erwächst uns die bernhigende Ueberzeugung, daß man bei der Ergänzung des Ministeriums an unseren guten preußischen Traditionen festzuhalten und keineswegs ein strict conservatives Parteiministerium zu bildm gedenkt." Der „Berliner Börsen-Courier" entwirft von den drei neu ernannten Ministern folgende Charaktcrskizze: .Was Herrn v. Putttam'mcr anbelangt, der berufen sein wird, die Streitaxt, mit der bisher der Kulturkampf geführt ist, zu begraben, so ist derselbe bisher Obcrfträsidcnt von Schlesien gewesen. Früher war er OberMsidcnt von Elsaß-Lothringen. Herr v. Puttkammer gilt als cm hochconscrvati'ver Mann von der Couleur Kleist - Netzows. ein evangelisch Orthodoxer, ein Gegner des Kulturkampfes, wie' Falk ihn führte, er befindet sich unter den vom Könige ernannten dreißig orthodoxen Mitgliedern der evangelischen Generalsynode. Er hat außerdem einen großen persönlichen Vorzug, und der besteht darin, daß er Vonseite der Fran Fürstin her ein Verwandter des Hauses Bismarck ist. Die Frau Fürstin hieß, wie man weiß, ehe sie vor zweinnddreißig Jahren den damaligen Herrn Otto v. Bislnarck-Schöuhanscn heiratete, Fräulein Johanna Pnttlammer. und die Fürstin ist eine Cousine des künftigen Ministers des Cultus. „Wird ein angeheirateter Vetter des Fürsten in das unter den Linden gelegene Ministerinn! des Cultus, das man eben umbaut, einziehe», so wird jemand, der zwar nicht das Glück hat, ein Vetter des Hauscs zu sein, aber der doch mindestens ein intimer Freund des Hauses ist, Dr. Lucius aus Erfurt, in das Ministerium der Landwirthschaft unter den Linden seinen Einzug halten. Dr. Robert Lucius ist einer der liebsten Gäste im Reichskanzler-Palais, und bei keinem der Diners, seien es nun parlamentarische oder selbst familiäre, pflegt er zu fehlen. Fürst Bismarck zählt ihn zu seinen Vertrauten, und auch die Damen des Hauses haben eine gewisse Vorneignng für den liebenswürdigen Parlamentarier mit den geselligen, angenehmen Formen. Dr. Lucius war ursprünglich Mediziner, aber er hat es „Gott sei Dank" nicht nöthig, seine medizinischen Kenntnisse praktisch zu verwerthen. Er ist sehr wohlhabend. Als Rittergutsbesitzer in Klein-ballhauseu bei Erfurt hat er die Vorkcnntnisft erworben, die ihn jetzt befähigen, über alle Mastvieh-Angelegenheiten des ganzen Landes Preußen zu entscheiden. Uebrigens hat er sich auch sonst etwas von der Welt angesehen. Im Jahre 1800 gürtete er einen Degcn um und machte den spanischen Feldzug gegen Marocco mit. Vom Jahre IK00 bis 1862 bekam er Neigung, seine ärztlichen Kenntnisse einmal — wenn auch mehr ans Sport — praktisch zu verwerthen, nnd damals ging er mit der Expedition nach Ostasien als Gesandt-schaflsarzt. Die drei großen Kriege, die Preußen führte, hat er als Landwchroffizier mitgemacht. Rechnet man dazu, daß Dr. Lucius mit seinem, grau und schwarz melierten Barte, seineu hübschen, geselligen Formen erst vierundvierzig Jahre zählt, so wird mall es begreiflich finden, daß er im Hause Bismarck schr gern gesehen ist, nnd vom Hause Aismarck bis zum Mlmstcr-scssel ist, wie die Dinge heute liegen, nur ein Schritt. „Eineu hochconservativen Nachfolger erhält der scheidende Finanzminister in dem jetzigen Unterstaats-srkrctär Bitter. Dieser Herr ist im vongen Jahre zum ersten male oft und viel genannt worden, als er beim Inkrafttreten des Socialistengesetzes in den Aundesrath berufen wurde, damit er da Preußen ill der Veschwerdekommission des Socialistengesetzes vertrete. Er war also der spezielle Vertrauensmann der Regierung da, wo es sich darum handelte, ein rücksichtslos strenges Ausnahmegesetz, ein Gesetz, das übrigens unter dem leidenschaftlichsten Protest des Centrums zur Annahme kam, auszuführen. Und heute wird derselbe Herr Bitter unter dem Beifall des Centrums ins Kabinet berufen. Unterstaatssekretär Bitter ist übrigens durchaus kein selbständiger Politiker, sondern ein vortrefflich disciplinierter, tüchtiger Beamter, und nur als solcher erhält er das Portefeuille. Er soll eben nur die Juten tioncn des Reichskanzlers ausführen. Herr Bitter ist auheramtlich nie politisch hervorgetreten. Seine persönlichen Neigungen und Liebhabereien liegen weit ab vom Gebiete der Politik. Er treibt Musik, interessiert sich für die Musiktheorie und hat auf diefem Gebiete selbst Au-crkennenswerthes geleistet. Er hat ein Auch über Johann Sebastian Bach, cin anderes, in dem eine Parallele zwischen Mozarts „Don Juan" und einer Gluck'schen Oper gezogen ist. herausgegeben. Außer- dem hat er mannigfache Shakespeare-Forschungen ge-macht und darüber geschrieben. Politische Ueberzeugungen von besonderer Intensität hat er im Privatleben nie bekundet. Er wird unter allen Umständen mit der conservativen Mehrheit des Kabinets gehen und sicherlich nicht der Mann sein, sich jemals für ein Parteiprinzip zu begeistern, am allerwenigsten für cin liberales." Vorgänge in Frankreich. Die Betrachtungen der Pariser Blätter über den Ausgang des Prozesses Cassagnac lauten nalürlich für das Ministerinm, welches sich nnd der Kammer eine solche Schlappe zugezogen hatte, nicht schmeichelhaft. Jedermann will jetzt diese Freisprechung vorausgesehen haben, was nicht hindert, daß auch die Pariser Geschwornen harte Worte zu höreu bekommen. Mehrere Zeitungen, die sich für liberal ausgeben, wenden sich sogar an den eben mit der Ansarbeituug eines nenen Preßgesctzcs beschäftigten Ausschuß der Deputiertenkammer mit der Bitte, aus diesem Vorgang die „weise Lehre" zu ziehen, daß Prcßvergehen doch nicht vor die Geschwornen, sundern vor die Znchtpolizeigerichte gehören. Der Grund, weshalb die Pariser Geschwornen Cassagnac freisprachen, war aber einfach der, daß sie. uachdem die Regierung unzählige andere objektiv strafbare Zeituugsartikel unverfolgl gelassen hatte, zu der Vernrtheilung eines Einzelnen, der nothwendig ein tendenziöser Charakter anhaften mußte, nicht die Hand bieten wollten. Diese Ungleichheit vor der Justiz war das Hauptargumcut ill der Vertheidigung Cassagnacs. aber, wie man gestchen muh, auch dasjenige, gegeu welches sich nichts Triftiges einwenden lieh. Die Äulo» rität der Schwurgerichte für Preßsachen hat also durch das vorliegende Erkenntnis keineswegs gelitten. Wie „La Presse" meldet, hätten der Insti'zminister Leroyer nnd sein Untcrstaatssckretär Goblet die Freisvrechnng Cassagnacs erfahren, als sie sich eben bei dein Präsidenten Grevy, der sie zum Diner geladen hatte, zu Tische setzen wollten. In dem ersten Verdruß hätten sie ihre Entlassung geben wollen, Herr Grcvy hätte sie aber bald wieder alls andere Gedanken gebracht. Der „Ordre" meldet: „Allgesichts des im Miuister-rathe unter dem Vorsitze des Herrn Grcvy gefaßten Beschlusses, den ehemaligen Adjutanten des Kaisers ohne Ausnahme die Erlaubnis zu dein Leichenbrgäng-,lis des kaiserlichen Prinzen uach England zu gehen, zu verweigern, hat der General Graf Fleury sofort an den Kriegsminister das Gesuch gerichtet, ihn iu Pensionsstand zu versetzen. Um diejen Preis hat der General das Recht zu seiner traurigen nnd frommen Wallfahrt erworben. Unseres Erachtens hätten die Antecedentien des Generals bei der kaiserlichen Familie und seine Stellung als Grußoffizier der Krone ihn vor dem so strengen ministeriellen Beschlusse schützen sollen." Die Sitzungen der französischen Deputiertenkammer folgen einander und gleichen einander auch insoferne, als fast jede einen Exceß bringt. Am 5. d. M. wurde jener Paragraph des Ferry'schen Gesetzes, welcher die Ercheilnng von Unterricht den unerlaubteil Orden verbietet, discutiert. Die Ultramontanen suchten statistisch nachzuweisen, welch' große Leistungen der Ordens-unterricht auszuweisen habe. Nur der Absolutismus verfolgte die Jesuiten, beschuldigte und verleumdete sie. Paul Bert wies in zweistündiger Rede die ver-Verbliche Moral der Jesuiten uach uud citierte dabei ältere und neuere Schriften, Parlamentsdetrete; nnch dic neuesten Katechismen seien unlautere Werke der Jesuiten. Sie usurpierten den Mädcheuunterricht und organisierten förmliche Hallucinationen. Bert verlas sinnverwirrende und die Keuschheit verletzende Erbauungsbücher der Jesuiten u. s. w. Die ganze Linke applaudierte, die Rechte protestierte gegeu diese Rede. Es herrschte große Bewegnng und längere Unterbrechung, nachdem Bert geschlossen hatte. Die Legitimisten Aas-selige und Maillefenr nannten Berts Behauptung eine Verleumdung. Gambetta ertheilte ihnen den Ord-nungsruf. Darüber herrschte neuerlich große Erregung nnd allgemeines Dnrchcinander-Reden und Gambetta hob dic Sitzung auf. Dic Friedensverhaudlungen mit den Zulus. Die „Daily News" veröffentlicht die nachstehende Depesche ihres Spezial - Korrespondenten ans dem Hauptquartier im Lager am Hondinni-Fluß. 10. Juni: „Folgendes ist eine geschichtliche Zusammenstellung der Verhandlungen in Bezug auf den Frieden : Anfangs vergangenen Monats stellten sich einige Zulus beim General Crealot am untere« Tugela ein unter der Angabe, Botschafter zu sein. obgleich es ihnen an einer Beglaubigung fehlte. Als man der Sache auf den Grund ging, gestanden sie ein, daß sie nicht vom König kämen, und wurden daher wieder fortgeschickt. Da Crealock sie jedoch uicht ganz und gar als Betrüger betrachtete und überdies in Erfahrung gebracht hatte, daß Setywaugo. einer der einflußreichsten Räthe des Königs, sich in der Nähe von Giugihlovo herumtreibe, als ob er auf eine Gelegenheit der Annäherung passe, so ließ er demselben zu 1331 wissen thun, daß er bereit sei, mit ihm zu confeneren. Setywango gestand offen ein. daß er leinen Auftrag des Königs besitze. Er befinde sich hier auf den Rath Samapo's und Panalo's, zweier Inundas, welche den Angriff auf dic Colonne geleitet hatten, die Ekowe entsetzte. Er gestand die Niederlage zn, sowie, daß man des Kämpfens satt sei und sich nach einer Veen-dlgung des Krieges sehne. Crealoä erklärte Setywango, daß er bezüglich der Bedingungen teine Vollmacht habe. Sein Handwerk W der Krieg. Er müsse sich an Lord Chelmsfmd! wenden. Mein es führe zu nichts, wenn dies ohne eine Bestätigung des Königs und bestimmte Vorschläge geschehe. Selywango begab sich daher nach Mund» und theilte, nach einer vorausgegangenen Äerathung mit Inundas, dem Könige mit, wie die Sachen ständen. Cetewayu hatte ciucu Wuthausbruch; als man ihm aber seine Niederlage und unsere Stärke klar vor Augen führte, beruhigte er sich und erklärte, dah, wenn die Unterhandlungen denn schon einmal im Gang, dieselben gerade so gut weitergeführt würden. Es scheint, als habe er einen erfolglosen Versuch gemacht, seiue Armee zusammenzuziehen, und sei nunmehr geneigt, Me Miene zum böseu Spiel zu machen. Hierauf er-Hlmcu uun drei Voten im Lager des Generals Wood. Ueber dic erste Unterredung,' welche fie mit Lord ^hmnsford gehabt, habe ich bereits berichtet. Gestern nachts sand eine zweite statt, nachdem die Boten wäh-reno des Tages mehr mit der Farbe herausgerückt waren; sie gestanden ein, von Eetewayo zu kommen, u'U zu crfahreu, welche Bedingungen man ihnen stelle. ^W fragte sie in erster Linie nm ihre Beglaubigung uuo die nöthige Sicherheit für die Aufrichtigkeit des «unigs. Es war mchts aus ihnen hcransznbriugen; oa ste zcdoch als Boten des Königs gekannt sind. so vetrante man sie mit Briefen an denselben; in diesen schreiben wird die Rückgabe der zwei Siebeupfüuder, welche bei Isandula uerlore» gingei,, als Beweis seiner Nachgiebigleit verlangt. Die Uedergabc habe in einer Woche stattzufinden. Daraufhin würde Lord Ehelms-ford einen Waffenstillstand gewähren bis zum Eintreffen der Frledensbedingnngen, die er sich vor drei Wochen von seiner Regierung erbeten habe. Auher diesen Kanonen verlangt Lord Ehelmsford die Aus-lieferung von hochslehenocn Persönlichkeiten als Geiseln. ^ Boten dalen hierauf um einige Andeutungen wer d.e etwaigcu Friedensbedinguugeu. Lord Ehelms- ord verwies sie auf das Ullimatnm, deffen Verwer- zum Kriege gegebeu habe; voraus- Mtllch durfte auch eme Krlegselltschädigung in Form von Ochsen verlangt werden. Anch müsse alle Beute. welche, bei ^jaudula gemacht wordeu. zurückgegcbeu werdeu. Iu, Nothfälle würde der Friede iu Ulundi dilliett werden. Die Anwesenheit einer grohen briti» styen Truppeumacht und die theilweise Entwaffnung oer Mu-Reguncutcr würdeu wahrscheinlich, die Auf- ycoung der besteheilden militärischen Organiation aber ganz stcher zu dcu Friedensbcdingnngen gehören. Die M.tt" ^Vc?' ^"'""l. "b es den Zulus im Falle eines Waffenstillstandes vergönnt fein würde, ihre Ernten jungen und Viey zur Weide zu sch.ckeu, was b^'^^^rde, j'doch uicht im^Rücke'i der a.ekol>.Än^7^'^^ ^W"")o "'" besten dabei wcy- '^ H'rr der Situation gebliebe,., weil ^ uuterlasseu hat, sich be>- m ^ n /' "/^^^'" Fncdeusbediuguugeu miszu- ^Z' ' Un,ere Kr.egstosteu uud uuser Verrauch au ^. r . sl""".". ^Mud des Waffeustillstaudes an, Uaf j./ ^''. ^ "U"' Wiederaufnahme der Feind- varw .', ^^!'"'" ^'"U'hrt werden/während Eete- wayo eme Ern e m Sicherheit bringt uud dadurch iu um ^ ^ ^'^ "no, sich Vorräthe anzusammeln, v rm 7 ^'""' d"' cr noch Monate hiuauszuzieheu "nuwg fmlzufuhreu. Hätte Lord Ehelmsford die ^uedeusbedingimgen in der Tasche gehabt, so würde cme cmzige Wou)e über Krieg oder Fricdeu eutschicdell MgesnemBelten. — (Minister Aaron Wrnckhcim ->-.) Der uilgarlsche Minister, am tüniglichen Hose Baron Bela ^"ckhe»n >st a,n 7. d. M. in Pest nach längerem chwercn Le.deu gestorben. Derfelbe war e.ne concili-"l Persönlichkeit und erfreute sich allgemeiner Beliebt ^ . Barou Weuctheim war 00 Jahre alt geworden, «oren wurde er zu Pest. I». Aekeser Co.nitat be-gu ert ward er, erst 20 Jahre alt. Vizegefpan. Drei ^"yre spater wurde er zum Deputierten gewählt. Die "Megung des Jahres 184« zog a„ch jh.i m deu Stru-"cl. er nuchtc sich nach Niederwerfung der Revolution "cyten. N'urde jedoch, da rr nicht aNzu arg eompro-'»"ttiert war. bald begnadigt. Heimgekehrt, entfaltete er nus ötonumifcheln Gebiete eine rege Thätiglcit. In, <6cU)re 1801 wandte er sich wieder dem politischen Leben zn und nahm bald eine hervorragende Stellung ein. Er s. >> ^'" ^^ liberalen im Oberhaus, 1«07 Mi->! l ^ Innern i,n Kabinet Andrassy. trat 180U vo» me em ^^^>„ z^icl und wurde zwei Jahre später Mi-mhm zugleich die Sache entdeckt hatte. Auch er dreht sich eine. Zigarrette und behält die Dose su lange wie 3l. Ja, er lud auch c>ie übrigen Anwesenden ein, von dun vorzüglichen Tabak sich Zigar» retten zu machen. Diese nahmen das Anerbieten an, und su kam es. daß dic Dose sich während einer halben Sluudc nicht bei ihrem Besitzer bcsand. Inzwischen währte das Spiel und — der Bankhalter verlor, Dem Baron D. sah mau die Qualen an, welche diese Szene ihm bereitete. Der Schweiß troff ihm von der Stirne nnd er vetmuchte feine leicht begreifliche Anfrcgnng lMin zu bemeistern. R. und Genosse fuhren fort. ihn zu beobachten. Endlich sprang er wüthend in die Höhe und rief dem R. zn: „Nun. werdet Ihr mir endlich die Tabaksdose zurückstellen?" 3l. fchickte sich an. ihm zu antworten, doch befann er sich rasch eines Bessern uud warf den, Baron die Karten ins Gesicht. Diec- gab Vcranlassnna. zur Hcrausforocrmig. und aus dicfcm Vln-lasje wurde Baron D. für satlHfactiouSunfähig erklärt, — (Der Werth wilder Thiere.) In einem Artikel der „Wr Abendp." über den Großhandel der Firma Iamrach in London mit wilden Thieren finden wir folgenden interessanten Preiscourant: ^öwen nnd Tiger lommm ourchfchnitll.ich aus 800 fl. per Stück zu stehe», ein gefleckter Panther auf ^00 fl,, ein Leopard aus 200 st., dagegen bringt der fchwarze Panther einen Preis von 1500 sl. ein und der gesteckte Tiger mitunter sogar 3000 fl. Iagncirc lxwcgeu sich zwischen 300 bitz s)00fl,. amerikanische Panthrrlatzen zwi,chen ^0bis 100 s!.. Hyänen 120 bis 300 fl,, Zibethtatzen 20 bis 100 fl. Ein Ichneumon hat den BuxchlchmttSwcrth von 250 st., ein Wulf jenen von 50 bis WO f!.. der Silberfuchs 100 st. Die Bäreu beziffern sich ungefähr wie folgt: der Waschbär 80 fl., der Polarbär 250 ft., der braune Bär 100 fl.. der syrische oder schwarze Bär 120 fl.. der japanische oder Himnlaya-Bär 150 fl. DaS Faulthier repräsentiert durchschnittlich 100 fl., das Paar Blberj 40 fi,. das Stachelschwein 60 sl., das Ferkelkaninchen 20 ft. Der Preis eines Rhinoceros variiert zwischen 4000 und 10.000 ft. Da3 eben vorräthige, noch junge, war auf 5000 sl. bewerthrt. Elefanten sind bei Iamrach billiger als in Indien, da sich ein afrilanischer Elefant auf nur 000 si. bewerthet, der indische hingegm 1500 bis 3000 fl. lostet. Em indischer Tapir steht durchschnittlich auch im Preise von 1500 fl,, während ble süt,' amerikanischen nur 300 bis 400 ft. toften. Ein Lama kostet gleichfalls durchschnittlich 300 bis 400 fl,. ein Zebra aber 1000 bis 1500 ft.. Känguruhs bewerthen sich das Paar zwischen 100 bis l;00 fl. Ungemein verschiedenartig ist der Preis der Affen, vom kleinen Aefs-chcn zu 10 ft. bis zum Schimpanfe oder Orang-Utang zu 1000 fl. fokales. — (Auszeichnung.) Dem Kerkermeister beim Kreisgerichte in Rudolfswerth, Herrn Johann Klun, wurde anläßlich feiner Versetzung in den bleibenden Rnhestund in Anerkennung seiner vieljährigrn uud pflichtgetreueu Dienstleistung das goldene Verdienftkrcuz verliehen. — (Anastasius < Grün - Dcntmal.) Nachdem der Concurs sür das in Graz zn errichtende Anaslasius-Grün-Dentmal zn keinem allgemein befriedigenden Resultate geführt hatte, befchloß das Comite, e«n Büsten-monnmcnt ausführen zn lassen und das artistische Co» mitc mit der Befchllfsong eines diesfülligen Projektes zu betrauen. Die Idee, welche dasselbe nun vorgeschlagen, „an das Postament der Büste eine Sitzbanl anzuschließen, welche mit demselben einen Halbkreis bildrt", erfreute sich vielseitigen Beifalles und hat sich namentlich Oberbaurath R. v. Hansen, der berühmte Meister und Kenner griechischer Architektur, vorthrilhaft über dieselbe ausgesprochen. Er hat es auch übernommen, das Modell eventuell unter seiner Obhut anfertigen zu lassen. Das Denkmal, welches durch die Sitzbant eine verbreiterte Basis erhält, ist mit einer passenden Pflanzung um-gebcn gedacht. Der lichte Marmor, aus welchem das Ganze hergestellt werden soll, dürfte sich dauu von dem dunklen Grün vortheilhaft abheben, während den Vordergrund ein Rosenbeet bilden foll. Dir Büste selbst wird von Bronze 2^/^mal lebensgroß hergestellt, Welches Matcriale der Zeit besser trotzt als statuarischer Marmor und die lästige Holzverhülluug durch fast ein halbeS Jahr entbehllich macht. Wie die Grazer „Tagespost" mitlhrllt, werden dem Comite einige Plätze, welche passend erscheinen, im Rayon des Stadtpartes zur Wahl vorgeschlagen werden, und kann das Denkmal unter günstigen Umständen schon im nächsten Frühjahre, wo möglich am Gebnrtstage Anastasius Grüns, enthüllt werden, umsomehr, als die Ausführungslosten bereits gedeckt sind. — (Auslosung der Geschwornen.) Für die beim Laibacher Landesgerichte an, 4, August beginnende dritte diesjährige Schwurgerichtssession wurden vorgestern aus dcrIahreslistc nachstehende Herren ausgelost: H. Als Hauptgeschworne: Johann Cukale, Hutmacher in Oberlaibach j Jakob Cernc, Mühlcnbesiher in Fuzine; Bernhard Dolcuz jun., Besitzer in Rosenegg bei Wippach) Paul Draschler. Magazineur in Laibach; Jakob Eppich, Wirth in Stein; Anton Globoinil, Gewerlsbesiher in E,snern; Leopold Globocnil, Gewerlsbesitzcr in Eisnern; Johann Hafner. Gastwirth in Laivach; Alois Kobler, Gemeinoeoorsteher ln Littui' Franz KraSuvic, Metzger iu Neudorf; Matthäus Krcc, landschaftlicher Sekretär in Laibach j Josef Luckmann, Handclsmaun in Laibachj Carl Luschin, l. l. penf. Hauptmann in Laibach; Johann Mallner. Realitätenbrfitzei in Schallenoorj; Emerich Mayer, Handelsmann m Laibach; Georg Meden, Besitzer in Vigauu; Alois Pauschin, Glaswarenhändler in Laibach; Johann Petrii, Handelsmann in Glogowitz; Martin Pcttan, Handelsmann in Krainburg; Matthäuö Pire, Handelsmann in Krainburg; Carl Pollal, Handelsmann in Laibach; Johann Potocuit. Gaslwirth iu Laibach; Barthelmä PraSnilar. Lederer in Islal; Matthäus Rnnth, Handelsmann iu Luibach: Johann Röger, Handelsmann in Laibach; Franz Selan, Hauebesitzer in Kaibach; Jakob Slovuil, Grundbesitzer in Inncrgoriz, Andreas Smrdu, kederhaudler in Laibach; Jakob Spo-ljarie, Schlosser in ^mbach; Matthäus Snpan, Handelsmann in Laibach; Franz iüalenc'ic', Handelsmann in Illyrisch-Feistriz; Josef Vioiz, Grundbesitzer in Lees; Ialob Vodnil. Ledercr in Salloch; Johann Vodnil. Besitzer in Zuborst; Raimund Wascher. Sparkasse-Adjunct in Laibach; Dr, Max, Edler von Wnrzbach, AdvotaturSeoneipieut in Laibach. — K. Als Ergänzung 3 g e j ch w o r n e: ltgyoius Boncar, Bäcker; Johann Borosslu, Zimmermaler; Anton Gregore, Bäcker; Johann Kadiuc. Lederhandler; Anton Kramar. Gast-»oirth; Valentin Plchan, Hausbesitzer; I"sef Rabic, Wirth; Franz Scbenit, Hausbesitzer; Andreas Wernig, Hausbesitzer— letztere neun sämmtlich aus Laibach. — (Mord- und Selbstmordversuch.) Wie uns aus Gurtseld mitnctheilt wird. ereignete sich vor einigen Wochen in der Ortschaft St. Ruprecht im Gurl-felder Bczilte der nachstehende verbrecherische Vorfall: Der seit letztem Winter erblindete Johann Sedlar, der fchuu seit längerer Zelt mit seinem Welbe in Uneinig-teit letite, übersiel letzteres am 11. v. M., als es von 1352 der Feldarbeit heimkehrte, plötzlich ohne eine unmittelbar vorangegangene Veranlassung mit einer Hacke und brachte ihr meuchlings am Kopfe mehrere schwere Verletzungen bei. Durch die rechtzeitige Dazwischenkunft der Anna Si-moniic wurde die Schweruerwundete vor weiteren Mißhandlungen gerettet. Auf das eilte der blinde Mann in sein Wohnhaus und versuchte sich dort durch Verletzungen am Halse mittelst eines Brodmessers selbst das Leben zu nehmen, wurde jedoch auch hier an der gänzlichen Ausführung seines Vorsatzes durch den dazu gekommenen Johann Simoncic verhindert. Das Motiv zu diesem Vorfalle ist vermuthlich darin zu suchen, daß der durch seine Erblindung erwerbsunfähig gewordene Johann Sedlar seiner Familie zur Last gefallen und von ihr seitdem schlecht behandelt worden sein dürfte, was ihn dazu veranlaßt haben mochte, sich auf die geschilderte Weise an seinem Weibe zu rächen. Gegen den Verbrecher wurde die strafgerichtliche Untersuchung eingeleitet. — (Schadenfeuer.) In der Ortschaft Prem im Adelsbergcr Bezirke kam am 27. v. M. um die Mittagsstunde im Heuboden des dortigen Grundbesitzers Valentin Kovacii! aus unaufgeklärter Ursache ein Schaden» feuer zum Ausbruche, welches binnen kurzer Zeit das Wohn- und ein Wirthschaftsgebäude des genannten Besitzers, ferner das Wohnhaus des Nachbars Anton Celhar sowie ein Stallgebäude des Grundbesitzers Josef Smerdu einäscherte und einen Gesammtschaden von 1600 fl. verursachte. Das Vieh wurde gerettet. Von den drei beschädigten Besitzern war blos Valentin Novacii! auf den Betrag von 300 st, feuerversichert. — (Erschlagen.) Ein beim Sägemühlbesitzer Novak ill Unteridria als Arbeiter verwendeter Fuhrwesensreservist Namens Nikolaus Osbic aus Sairach war mn 27. v. M. mit dem Aufschlichten von Brettern beschäftigt. Nachdem er bereits eine bedeutende Partie in ziemlicher Höhe aufgeschlichtct hatte, brach plötzlich ein Querbalken, auf dem sich Osbit befand, infolge dessen dieser 6 Meter tief herabstürzte und sich hiebei so schwer verletzte, daß er sofort todt blieb. — (Vcrgnügungszug.) Nächsten Sonntag, den 13. d. M, verkehrt auf der Südbahn ein Vergnügungszug von Graz nach Fiume, Trieft und Venedig. Auf der Hinreise kann die Adclsberger Grotte besichtigt, auf der Rückreise während der vicrzehntägigen Giltigkcits-dauer dieser Billets die Reise einmal beliebig unterbrochen werden. — (Weinbau-Congrcß.) Der II. österreichische Wcinbau-Congrcß wird in Wien am 21. bis 25sten September d. I. abgehalten. Mit demselben wird eine Ausstellung verbunden, welche am 21. September bc-ginnt und am 28. endet. Die Preisvertheilung findet am 25. September statt. Die auszustellenden Gegenstände werden in folgende Gruppen eingetheilt: 1. Wein. II. Trauben. 111. Industrielle Nebenprodukte des Weinbaues. IV. Produkte der Rebschule uud des Weingartens, welche nicht unter eine der vorhin genannten Gruppen fallen, wie z. B. Rcbpflanzen in allen Formen und Erziehungsarten. V. Weinbaugeräthe. VI. Gc-räthe für die Kellerwirthschaft. VII. Materialien für Weinbau und Kellerwirthfchaft. VIII. Lehrmittel; wissen, schaftliche Forschung und Literatur. Die Anmeldungen für die Ausstellung sind längstens bis 15. Angust d. I. an das Ausstellungscumite in Wien, I., Herrcngassc 13, einzusenden. Die Ausstellungsordnuug, die Anmeldschcinc sowie das Sozialprogramm für die Kosthalle können bei der Handels- und Gewerbekammer in Laibach bezogen werden. Neueste Post. Original-Telegramme der „Laib. Zeitung." Wien, 8. Juli. Der Großgrundbesitz in Steier-mark wählte vier Liberale, derjenige von Görz oen Landeshauptmann Pajer, von Istrien den Baron Lazzarini.__________________ Zara, 8. Juli. Gestern fanden die Wahlen in den Landgemeinden statt. Es wurden gewählt: In Knin Dr. Monti, in Sign Pavlinoui4rr Lose 158 , österreichische Meute in Papier 66lil», Staatsuahn 276 2!», ^ordoahn 918'—, 20-Franlenstüctc !) 22. ungar. Krroitartieu 250 5.«». österreichische ssrancobanl -—, österreichische Anqlobanl 123 30. Lombarden 86 5«, Unionuanl 84 80, LlMjdacücn 585 —, türkische Lose 21 10, Communal-Anlehen 112 5,0. EaMlische —, Goldrente ?8 30, nngarischc Ooldrente 93 67. Nuhia. Handel und Jolkswirthschastlichco. Schwebende Schuld. Zu Ende Juni 1879 befanden sich lcuU Kundmachung der Kommission znr Controlle der Staatsschuld im Umlaufe: an Partialhiipolhelaianweisnngeu :)».W?,747 ^uldeu 5,0 tr,; an aus der Mitspcrrc der beiden Controll' lommissionen erfolgten Staatsnoten 321,012,022 fl., im ganzen 411.999,769 sl. 50 tr. Angekommene Fremde. Am ?. Juli, Hotel Elefant. Dr. Tuboll), Wr.-Kanischa. — Schramle (5a- jcticr, lvraz. — Pattai, Stndcnl, (5apodistria. - Ln'tatic Gastgeber, famml Gemahlin, Karlstadt, Mohren. Sadnitar, Maschinenschlosser, Schischla. — Fauli, Tirol. — Grics, Illsp. Präfect der thcresianischen Akademie, Wim. Vaierischer Hof. Vrimc. — Vlaghoni, Hdlsm,, und Spaza- pan, lldine. - I9 1 SW. schwach heiler Vormittags wechselnde Äcwollimg. nachmittags heiter, etwas windig. Das Tagesmittcl der Wärme -j- 19'4", um 0-6' über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Oltomnr Namberg. ^Ni^'s^n^o^l^i ^3'"' 7- Juli, (1 Uor,> Günstige Erntcbcrichte uud eiuigc Arbitragetäufe gaben dem Verleb« emc freundliche Gestaltung, doch lieh der Umsah immerhin an Leb< Ol.'lsc»lVl.zlU/l. haftigkeit vieles zu wnnschen übrig. «cld Wa^. Paplerrente........668b 6690 Silberrcnte........68 50 68 60 Goldrente.........78 40 78 50 Lose, 1854........ 117 — 117 Ü0 ^ 1860........ 12675 12? - _ 1860 (zu 100 ft)... 129-50 i8o _ _ 1864........ 153 - 15850 ^na. Prämien.Anl..... 102 — 103 25 Kredit.L.......... 168 168 i>0 Rudolfs-L.........1675 17 — Prämienanl. der Stadt Wien 112 70 112 80 Donllu<3icgulierungs.Losc . . 10850 109 — Domänen. Pfandbriefe . . . 142 25 142 75 Oesterr. Schatzscheine 1881 rück» zahlbar......... 101 — —'— Oesterr. Schahscheine 1882 rück» zahlbar........ 100 90 10110 Ungarische Goldrente .... 93 80 93 90 lingarische Eisenliahn'50. Anglo I24-25 bis 124 50. London 116 05 bis 116 20. Napoleons 9'23 bis 9 23'/,. Silber 100 - bis 100 .