Nr. 140. Mittwoch, 21. Juni 1899. Jahrgang 118. OMcher Zeitung. «ünnmeraNonspreie: M!t Postversenduna: ganzlilhria fl. lb, holbjahrw sl. 7 bu. Im C ° ml> t ° ir: ^ Dlt «Lalb. Zta,» erscheint täglich, mit «lusnahme der Sonn- und ««iertage. Die «b«<««ft,«N«» befindet fich "nz«tzrig sl. ll, halbjährig »l. b'ba. Für die ftustellmig in« Hau«»ganzjährig sl. <. — Insertioneytbür: ssUr X «vngressplah Är. 8, die «edactlon «armherzigergasse 3lr, »5, Epiechstunben der «eduction von 8 bl» l0 Uhr vor. lleme Inlerate bis zu 4 Zeilen llü k, «rohere per Zelle 6 k,; bei Osterei, Wiederholungen per Ze«le 3 tr. ^ mittag,. Unfranlierle »riefe werden nicht anaenommen, Manuscrlpte nicht ,urückaeft«llt. Amtlicher Theil. Seine k. und t. Apostolische Majestät geruhten aller-Madigst anzuordnen: die Uebernahme des Obersten Hermann Kraft ^dlen v. Helmhacker, übercomplet beim Landes-^endarmerle-Commando Nr. 2 in Prag, Vorstand "es Departements III im Ministerium für Landes-bertheidigung, auf sein Ansuchen mit 1. Juli 1899 '" den Ruhestand; , die Einberufung des Oberstlieutenants Otto !?ehn, Commandanten des Landes - Gendarmerie« ^llllnandos Nr. 6 in Graz, in das Ministerium für ^ndesvertheidigung, bei Uebercompletführung im Landes-^Mdarulerle-Commando Nr. 6 in Graz, und die Transferierung des Oberstlieutenants Adolf ^lnole, Commandanten des Landes-Gendarmerie-^Mmandos Nr. 12 in Laibach, in gleicher Eigen-Mst zum Landes-Gendarmerie-Commando Nr. 6 in wraz; dann zu ernennen: den Major Rudolf Ried ling er, Stellvertreter des Commandanten des Landes-Gendarmeri> ^Mmandos Nr. 5 in Lemberg, zum Commandanten "es Landes-Gendarmerie«Commandos Nr. 12 in Laibach. Seine l. und k. Apostolische Majestät haben mit Mcrhuchster Entschließung vom 10. Juni d. I. den "ügling der k. t. Theresianischen Akademie Georg Olafen Fugger zum k. und t. Edelknaben aller« Mdigst zu ernennen geruht. Nichtamtlicher Cheil. Die Zusammenstöße an der serbisch - türkischen Grenze. Ueber die Zusammenstöße an der serbisch-Erlisch en Grenze gehen der «Pol. Corr.» aus "elgrad folgende Mittheilungen zu: .„ .Es ist nunmehr festgestellt, dass sich reguläre bische Truppen in der Stärke von mindestens mehren hundert Mann an den Zusammenstößen, die um ?le Blockhäuser von KrZa und Mala Vranja Mfanden, betheiligt haben. Uebereinstimmende amt-Me Berichte geben die Zahl der Arnauten, welche mit den neuesten Mauser-Repetiergewehren, wie solche unlängst im Gebiete des macedonischen Armeecorps zur Vertheilung gelangten, bewaffnet waren, auf etwa tausend Mann an. Der erste und heftigste Zusammenstoß erfolgte am Wachhaufe «krivo vrvo», an welchem etwa ein Kilometer von der Grenzlinie ent-fernten Orte der Kampf über fechs Stunden dauerte, da die Insassen von drei Dörfern der Grenzwache zu Hilfe eilten. Erst in den späten Stunden des 14. d. M. gelang es den geradezu heroischen Anstrengungen der Serben, die Angreifer über die Grenze zu treiben und die beiden bereits geräumten Wachhäuser wieder zu besetzen. Auf serbischer Seite soll es hiebei 6 Todte und gegen 12 Verwundete gegeben haben. Die darauf eingetretene Ruhe war von kurzer Dauer, denn am 16. d. M. abends griffen etwa 500 Arnauten, neuerdings von Nizams unterstützt, das serbische Wachhaus Praprotica an, bemächtigten sich abermals des Wachhauses Mala Vranja und dirigierten eine starke Eolonne nach Vrojina und Gubovci. An allen diesen Punkten wurde fast die ganze Nacht vom 16. auf den 17. d. M. hindurch gekämpft und follen die Verluste auf beiden Seiten beträchtlich fein. Am 16. d. M. trafen spät abends zwei Bataillone serbischer Truppen am Kampfplatze ein, griffen in den Kampf ein und vertrieben noch in der Nacht die Angreifer über die Grenze. Die Arnauten haben zwei Ortfchaften und die vorübergehend von ihnen befetzten Blockhäuser gänzlich ausgeplündert. Die serbische Regierung ist im Begriffe, die Grenze stark zu besetzen und alle Vorkehrungen zu treffen, um folche Vorfälle wie die letzten unmöglich zu machen. Der serbische Geschäftsträger in Eon» stantinopel, welcher den bei seinem Sohn in Paris mit Urlaub weilenden Gesandten Novakovii vertritt, hat am 15. und 17. d. M. energisch gehaltene Noten an den türkischen Minister des Aeußern Tew fit Pafcha gerichtet, in denen darauf gedrungen wird, die Autorität der Grenzbehörden wieder herzustellen und der durch die Arnauten bewirkten Anarchie ein Ende zu setzen. Die Schritte Serbiens wurden seitens der Großmächte unterstützt, welche die im Vilajet Kosovo herrschenden Zustände als eine Gefahr für den Frieden auf dem Balkan betrachten. Eine weitere der «Pol. Corr.» aus der serbischen Hauptstadt zugehende Meldung constatiert, dass seit dem 16. d. M. die Ruhe an der serbisch-türkischen Grenze nicht wieder gestört worden ist. Der Ministerpräsident Dr. Wladan Gjorgjevic', der infolge dieser Vorfälle feinen Aufenthalt in Wien verlängerte, werde nun feine Reife nach Marienbad diesertage fortsetzen. Aus Paris wird zu diesem Gegenstand gemeldet, der Minister des Aeußern Herr Delcasse' habe den Botschafter in Constantinopel Constans angewiesen, bei der Pforte freundschaftliche Vorstellungen wegen der letzten Vorfälle an der türkisch-serbischen Grenze zu erheben und ihr nahezulegen, dass sie die zur Hintanhaltung weiterer Ruhestörungen nöthigen Maß-regeln ungesäumt ergreifen möge. Politische Uebersicht. Laib » ch, 20. Juni. In einem Wiener Berichte des «Berliner Börsen-Courier» über die «in maßgebenden Kreisen der gemeinsamen Regierung in Wien herrschenden Anschauungen» betreffs des Ausa.leichscom pro misses im Hinblick auf die zukünftigen Handelsverträge heißt es: Man fei keineswegs erbaut über die Inter« pretation, welche das Compromiss in den politischen Erörterungen einzelner Journale deS In- und Auslandes erfährt. Inzwischen werden bloß die prekären Seiten dieser Vereinbarung über die weitere Zollgemeinschaft hervorgehoben, während es den leitenden Gedanken beider Regierungen bildete, dass die Mög" lichkcit, ja vielmehr die Wahrscheinlichkeit vorhanden sei, nicht allein die Zolleinheit zu sichern, sondern ein vollständiges Bündnis möglicherweise bis 1913 abzuschließen. Der Hinweis darauf, dafs die nächsten Handelsverträge bloß mit einer vierjährigen Dauer abgeschlossen werden sollen, erscheine gleichsam als War-nungstafel. Diese kurze Normierung der Dauer der Handelsverträge werde als Beweis angesehen, dass keine Regierung, weder eine österreichische noch eine ungarische, die Zolltrennung ernstlich ins Auge fafst. Die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten erblickte den Erfolg der Verhandlungen gerade in der prästabilisierten Einheit des Zollgebietes für mehr als vier und acht Jahre. Hiebei müfse allerdings vorausgesetzt werden, dass man die im AuSgleichscompromifs enthaltene Bestimmung, betreffend die erforderlichen Verhandlungen über einen parlamentarischen Ausgleich, nicht Feuilleton. Aas vaterländische Infanterie - Regiment Prinz voheulohe Nr. 1? bei der Belagerung und Eiu-"llhlne von Bologna und Aucona im Jahre 1849. l Vom Garde.Oberstlieutenant «itter V. Amon. (Fortsetzung.) z, Nach der Capitulation von Bologna formierte M Regiment mit seinen vier Bataillonen nebst einer ^cadron Windischgrätz.Chevauxlegers und einer sechs-Undigen Fußbatterie die Brigade Sr. l. Hoheit des 3". Erzherzog Ernst in der Division des FML. Grafen ^lrassoloo, welche beauftragt war, unter dem FML. glasen Wimpffen fofort das letzte Bollwerk der Um-^"rzpartei im Kirchenstaate — Ancona — zu unter- ^ , Die Truppen bestanden aus der Auantgarde-^lgade des Generals Pfanzelter und der Division ^rassoldo, welche nebst der Brigade des Erzherzogs ,"nst die Brigade des Obersten Grafen Thun, zu-"Nimen zehn Bataillone und vier Escadronen nebst !'"vlf Geschützen, zwei Raketen-Batterien und einen ""lser, umfassten. >,, Schon am Tage nach der Einnahme von Bologna, ^" 19. Mai, sammelte FM2. Graf Wimpffen sein h^ps auf der Via Emilia vor der Porta Magglore, lach von hier am Mittag auf und rückte mit der Mpttruppe bis zum Dörfchen S. Lazzaro vor, wo ! k Uung genommen und die Avantgarde bis Castell ^'Pietro vurgefchoben wurde. Diefer kurze fowie auch ? folgende Marsch am 18. Mai. dessen Ziel Imola "". bot wenig Bemerkenswertes. Das Regiment lagerte vor der Stadt und rückte am folgenden Tage nach Forli, welche Stadt eben von den Infurgenten ver-lassen worden war. Noch standen die Freiheitsbäume am Thor und auf dem Hauptplatze; sie wurden von den Zimmerlcuten umgehauen und im Bivouac verbrannt. Der Weitermarfch am 20. Mai nach Cefena und am 21. nach Rimini wurde, ohne dafs man auf einen feindlichen Widerstand gestoßen wäre, zurückgelegt. Man hoffte, bei Cattolica mit dem Feinde zu dem von den Truppen ersehnten Kampfe zufammenzustoßen. Schon waren hiezu die Dispositionen erlassen, doch vereitelte die geringe Kampflust der Gegner diefe Hoff. nung, und fo erreichte das Expeditions-Corps ohne Anstand am 22. Mai Pesaro und am 23. Sinigaglia. Am folgenden Tage wurde unter Verdoppelung der militärischen Vorsichtsmaßregeln die weitere Vorrückung gegen Ancona, das Endziel der Operationen, fort- aesetzt. Unterwegs fand an den Ufern des Esino zum Abkochen eine Rast statt, während welcher das sehnlichst erwartete Geschwader, bestehend aus drei Fregatten und drei Kriegsdampfern unter den Befehlen des Vice-Admirals v. Dahlerup, in Schlachtordnung erfchien. Dasselbe wurde von den Soldaten mit großem Jubel begrüßt. Nach wenigen Ruhestunden brach man wieder aus dem Lager von Esino gegen die feindliche Feste auf die sich auf ihrem amphitheatralischen Sitze im Hintergrunde der Landschaft so feindlich und trotzlg darstellte. Die Avantgarde-Brigade entsendete zahlreiche Patrouillen und besetzte, als sich nichts Feindliches zeigte sofort die dominierende Höhe des Montagnolo. Die er folgte links als Echellon die Brigade des Erz« Herzogs Ernst, die ein Bataillon des Regiments nach Posatore vorschob und mit dem Gros auf der über Posatore nach Ancona ziehenden Straße, diesseits des Seminario, Stellung nahm. Die Brigade Thun bezog bei Torelle ein Lager, und das k. l. Geschwader warf, dem Hafen von Ancona gegenüber, in Schlachtordnung Anker; das Hauptquartier des FML. Grafen Wimpffen kam nach Colle Ameno, in die Villa Camerata, wohin das Regiment, abwechselnd mit den anderen Regimentern, während der Belagerung die Wache beistellte. Kleine Abtheilungen streiften noch denselben Tag bis auf die nächsten Höhen vor der Festung, ohne jedoch mit dem Feinde zusammenzustoßen. In der gut befestigten Festung, die mit einer dominierenden Citadelle versehen war, befehligte Oberst Zambeccari 6000 Mann, und auf den Wällen standen 145 meist schwere Geschütze. Um zur völligen Einschließung des Platzes über« zugehen, schob Erzherzog Ernst am 25. Mai eine Abtheilung des Regiments von Posatore nach Scrima und die Brigade Pfanzelter rückte von Montagnolo nach Le Grazie. Während dieser Bewegungen fielen die ersten Kanonenschüsse aus der Festung aus den Geschützen schwersten Calibers; gleichzeitig ergieng vom FML. Wimpfstil die ersteAufforderungzur Uebergabe nach Ancuna, dle jedoch mit hochtrabenden republikanischen Phrasen zurnclgewlesen wurde. Am Abend näherte sich Vice-Aomiral, Dahlerup auf dem Dampfer des Curta-tone zur Rekognoscierung dem Hafen. Das Schiff blieb trotz dem concentrierten Feuer aller Hafen» Batterien unbeschädigt und kehrte nach vollbrachter Recognoscierung wieder zu den übrigen Kriegsschiffen zurück. (Folchtzuug jolgl.) Laibacher Zeitung Nr. 140.________________________________________1126____________________________________21. Juni 1899^. als Nebensache, sondern vielmehr als wichtigsten Punkt des Compromises ansieht. Es ergebe sich daraus, dass die parlamentarischen Factoren in Oesterreich allerdings alles frustrieren können, dass aber dann die Schuld nicht an dem Compromiss, sondern in den innerpolitischen Verhältnissen läge. Samstag hat Finanzminister Dr. Kaizl mit dem Gouverneur der österreichisch-ungarischen Bank, Dr. Kautz, über die Privilegiumsfrage con-feriert. Heute hat die vertrauliche Sitzung des Ge< neralrathes stattgefunden, um die Antwort an die Re< gierung festzustellen. Die wesentlichste Frage in den gegenwärtigen Verhandlungen bildet die Höhe der Entschädigung, welche die Regierung au die Bank für den Fall zu leisten hatte, als das Notenprivilegium im Jahre 1907 aufhören sollte. Die «Neue freie Presse» berechnet dieselbe mit ungefähr 5 Millionen .Gulden. Donnerstag wird die ofsicielle Sitzung des Generalrathes abgehalten werden. Der Valutareferent des österreichischen Finanzministeriums, Miuisterialrath Doctor Gruber, ist in Budapest eingetroffen, um im Vereine mit dem Ministerialrath Popovic nach den von den beiden Finanzminister festgelegten Grundsätzen das Uebereinlommen mit der Bank zu formulieren. Budapester Meldungen zufolge finden zwischen den beiden Regierungen Verhandlungen über die Regelung einiger mit dem Ausgleich im Zusammenhange stehender Fragen statt. So soll die frühere Vorlage über die Viersteuer durch eine durchgreifende und detaillierte Codification ersetzt werden. — Wie die «Bohemia» meldet, erwägen die Vorstände der deutschen Parteien die Schritte, welche anlässlich der Benützung des § 14 zur Erledigung der Ausgleichsvorlagen von der Opposition verfolgt werden sollen. Es sei noch unbestimmt, ob eine gemeinsame Kundgebung aller deutschen Parteien oder gesonderte Proteste der einzelnen Gruppen veröffentlicht werden follen. Der deutfche Fachdelegierte bei der Friedens« conferenz im Haag Professor Zorn hat sich nach einer längeren Besprechung mit dem deutschen Botschafter Grafen Münster nach Berlin begeben. Im Haag verlautet, dass er dort über den Stand der Berathungen der Conferenz bezüglich der Schiedsgerichtsfrage mündlichen Bericht erstatten werde. In dieser Frage ist in den letzten Tagen der Versuch gemacht worden, die Möglichkeit einer Verständigung durch einen neuen Vorschlag zu finden, welcher dahin geht, im Haag ein Bureau mit beschränkten Befugnissen einzurichten, welches nicht die Autorität der eigentlichen Vertreter der Mächte besäße. Das Bureau würde im Falle eines Conflictes zweier Mächte und auf Wunsch derselben verpflichtet sein, ein Schiedsgericht zur Aburtheilung der Streitigkeiten zu berufen. Es würde alfo lein ständiges Schiedsgericht bestehen. Man werde ein Verfahren festsetzen, welches immer eingehalten werden müsse, um vorlommendenfalls das Schiedsgericht zu bilden. Das Gericht werde in jedem Falle facultativ fein. Es sei aller Grund zur Annahme vorhanden, dass die übrigen Mächte, wenn die Antwort Deutschlands günstig laute, entschlossen sein werden, diesen neuen Vorschlag zur Grundlage von Unterhandlungen anzunehmen. Ueber die jüngste Sitzung des deutschen Reichstages wird gemeldet: Bei der dritten Lesung des provisorischen Handelsübereinkommens mit England griff Abg. Liebermann-Sonnenberg Englands Vorgehen auf Samoa an. Staatssecretär v. Bülow erklärte, Deutschland halte an dem Rechtsboden der Samoa-Acte sowie der Bedingung der Einstimmigkeit der dortigen Entscheidungen fest. Die Obercommission habe provisorisch die höchste Regierungsgewalt übernommen. Malitpoa Tann und Mataafa besuchten die Commission, versprachen Gehorsam und die Auslieferung der Waffen. Eine Schlichtung des Streites durch Abschaffung des Königthums sei nicht ausgeschlossen. Die verhafteten Deutschen seien für un-fchuldig erkannt und freigelassen worden. Die Aufgabe der Commission bestehe in der Herstellung des Friedens und der Rechtsordnung betreffs der Samoa-Acte unter Berücksichtigung der Wünsche der Eingeborenen durch Constatierung ihrer Mehrheit. — Das Haus setzte sodann die Berathung des Gesetzentwurfes zum Schutze der gewerblichen Arveitsverhältnisse fort. Reichskanzler Fürst Hohenlohe führte aus, dass die Socialdemokraten die Folgen des Gesetzes als ihren Interessen nachtheilig ansehen, sei begreiflich; unbegreiflich wäre es, wenn andere Personen dasselbe bekämpften. Das Coalitionsrecht der Arbeiter soll nicht beschränkt werden. Das Gesetz soll nur dem Treiben verhetzender Agitatoren ein Ziel sehen. Er hofft, dass der Gesetz« entwurf jetzt oder später zustandetommen wird. Staatssecretär Posadowsli fügte hinzu, dase die Behauptung, die Regierung wolle den Arbeitern das Coalitionsrecht formell lassen, thatsächlich aber nehmen, unrichtig sei. Die Vorlage will nur den Schutz des Individuums. Die Socialdemokratie will Drohung und Zwang an« wenden. Die Socialdemokratie sei der politische Staat im Staate. Im Kampfe gegen sie vertrauen wir auf das muthige Aürgerthum. Bebel erklärte das Gesetz für ein Claffengesetz, und führte Beispiele von strengen Bestrafungen von Arbeitern an. (Pfuirufe links.) Aallestrem erklärte die Pfuirufe für unpatriotisch. Wie man aus Londou meldet, ist in der Transvaal-Angelegenheit eine ausgesprochene Detente zu constatieren. Die vom Colonienminister Chamberlain vertretene Forderung, dass an die Transvaal-Negierung ein Ultimatum gerichtet werde, sei am Widersprüche Lord Salisourys gescheitert und man glaube allgemein, die Eventualität einer ernsten Verwickelung, die nur mit bewaffneter Gewalt gelöst werden könnte, nunmehr auch als beseitigt ansehen zu dürfen. Eine Newyorker Depesche der «Times» weist auf die Anzeichen einer Spaltung in der republikanischen Partei hin, die durch Fragen der Politik Mac Kinleys bezüglich der Philippinen und sein neuerliches Vorgehen in Betreff der Civil -anstellungen veranlasst worden wäre. Der Führer der republikanischen Partei, Whitelawread, der seinerzeit Mitglied der Pariser Commission zum Abschlüsse des Friedens mit Spanien war, werfe Mac Kinley vor, dass er seine Verpflichtungen vernachlässige. ! Tagesneuigteiteu. — (Der Schah von Persien) ist schwelg krankt und sein körperlicher und geistiger Zustand »I derart, dass er die Staatsgeschäfte nicht mehr M? kann. Der Schah leidet an Abnahme der GedachtnisM! und an Hallucinationen. Sein Wahn ist jetzt, dass e verarmt sei, weshalb er kürzlich befahl, die Aergolvm des Thronsaales und einen Theil seiner Gärten zu vt? kaufeu, was natürlich nicht befolgt wurde. Er wird "' außerhalb seines Palastes gesehen und unterhält ^ fast ununterbrochen mit den darin befindlichen Teleph""' anlagen. — (Siebenhundert Briefe), die PM»» lich an ihn adressiert sind, empfängt der Präsident de französischen Republik an jedem Tage. Daruuler befinden sich: 250 Bettelbriefe, 150 Gesuche, die politische «"' gelegeuheiteu betreffen, 100 Gnadengesuche, 100 M«^ über die verschiedensten Beamten, 80 anonyme Miel beleidigenden Inhalts und 20 Briefe, die das Staats überhaupt mit Ermordung bedrohen. Wollte der Präsiden auf jeden dieser Briefe auch nur eine Minute verwende"' so würde er schon allein täglich beinahe zwölf Stunde verlieren. ,^ — (Ein geplagter Heiratscandib^/ Mr. John Norden, ein reicher Viehzüchter aus Montag ist uach Newyorl auf die Vrautschau gelommen. 6l Y" angezeigt, dass er einem einfachen praktischen ju«^ Frauenzimmer, das ihn heiraten will, 40.000 Lstr. geb" will. Sein Hotel wurde am Mittwoch derart von Fraue belagert, dass ihn der Besitzer zum Verlassen desselbt" aufforderte. Jetzt hat er eine große Halle im Volve^ Districte gemietet, wo er die Candidatinneu prüfe will. . . . Jedenfalls ist es Herrn John Norden i danken, dass man endlich einmal erfährt, wie v>" «einfache praktische junge Frauenzimmer» es eigens ill Newuort gibt. Ohne die versprocheuen 40.000 W' wäre das vermuthlich ewig in Dunkel gehüllt gebl^ — (Arieftaubeu-Post auf See.) ^' Hamburg-Amerika-Linie hat beschlossen, ihre PaW^ Dampfer mit Brieftauben auszurüsten, durch welche" Nachricht vou wichtigen Vorkommnissen, insbesondere " einem etwa dem Schiffe zugestoßenen Unfall, von h^ See aus auf den» schnellsten Wege der Nhederei ildt mittelt werden kann. Bekanntlich müssen die Äriefta»«^ bevor sie ihrem Zwecke dienen tonnen, erst eine längt Ausbildungs-Periode durchmachen, indem sie nach ^. nach an das Durchstiegen größerer Strecken ge>"^ werden. Mit der Ausbildung der für den Dienst ^ Hamburg-Amerila-Linie bestimmten Tauben ist im 3l"I ling dieses Jahres begonnen worden. So wurden i> / am vergangenen Donnerstag beim Abgänge des ^Av schrauben-Schnelldampsers «Auguste Victoria» von ^ haven um 8 Uhr morgens 28 Brieftauben aufgelaii^ die um halb 10 Uhr sämmtlich in ihrem Schlage Hamburg wieder eingetroffen waren. Sie hatten wity die in der Luftliuie etwa 90 Kilometer betragende St" in der kurzen Zeit von anderthalb Stunden, also elü Kilometer in jeder Minute, zurückgelegt. ,, — (Das Möller'sche Untersee-^ pedoboot.) Ein junger Norweger, der Ingenieur", Müller aus Christiauia, hat ein Unterseeboot construe' welches, wie der «B. L.-A.» schreibt, alle bishe"^ Roman von «l. «ast. (51. Fortsetzung.) «Nun, ich wette zehn gegen eins, dass du auch lein Gefallen an diefem Salonhelden findest», ^ab Leczinski finster zurück. «Warum nicht?» entgegnete Drubezkoi. «Er war einvorzüglicherGesellschafter,lebenslustig,zuvorlommend, mit einem Wort: ein guter Kerl! Was verlangst du mehr?» «Er ist aber ganz nnd gar kein Mann für Sonja!» behauptete Leczinsli. «Wenn ich nur wusste, wie ich sie davor bewahren könnte, Gräfin Montesquion zu werden!» Drubezkoi gähnte abermals und vertiefte sich scheinbar in die Lecture eines Journals, während Leczinsti wieder seinen Platz am Fenster einnahm nnd in den Regen hinausstarrte. So mochten beide wohl eine Viertelstunde lang schweigend zugebracht haben, als ein Diener das Zimmer betrat und Leczinski ein Billet überreichte. «Aus Alexandrowo!» sagte Wladimir. «Ist der Bote noch da?» Der Diener bejahte die Frage und Leczinsli erbrach das Convert. «Graf Lutowujsli bittet uns, heute abends seine Gäste zu sein», wandte er sich an Drubezkoi, nachdem er den Inhalt des Billets mit den Augen überflogen hatte. «Nicht wahr, wir nchmen die Einladung an, Hippolyt?» «Du weißt doch, dafs ich mich nicht wohl genug dazu fühle», sagte Drubeztoi mit einem Seitenblick auf den Lakai. «Dir rathe ich aber, jedenfalls hinüber zu fahren!» ! Leczinski warf hastig ein paar Zeilen auf eine Karte, couvertierte dieselbe und übergab sie dein Diener zur Besorgung; dann nahm er wieder seinen Platz am Fenster ein. «Es ist aber wirklich unrecht von dir, dass du die Einladung abgeschlagen hast», begann er nach längerem Schweigen. «Die beste Medicin für dich ist—» «Einsamkeit!» fiel Drubezkoi ihm ins Wort. «Nein, Geselligkeit!» entgegnete LeczinKli. «Du wirst dieses Weib, das dich so elend gemacht hat, schneller und leichter vergessen, wenn du wieder in Verkehr mit Menschen trittst!» «Wer sagt dir denn, dass ich sie vergessen will?» rief Drubezloi. «Wenn das der Fall wäre, würde ich mir lange eine Kugel durch den Kopf gejagt haben. Die Erinnerung an sie lässt mich nicht sterben. Ich war wahrhaftig oft nahe darall, nach der Pistole zu greifen, aber der Gedanke, dass damit alles aus sei, dass ich mir dann nie mehr würde ihr süßes Bild vor Angell zaubern können, band mich wie mit Ketten an dies elende Leben.» «Aber ich bitte dich!» warf Leczinski ein. «Schweige, du hast sie nie gekannt, das fagte ich dir schon einmal!» fiel Drubezkoi ihm beinahe heftig ins Wort. «Dieser zierliche und doch üppige Wuchs, dieses goldige Haar, dieses schüchterne Lächeln, dieses helle Auge, das so lindlich zu blicken ver« stand---------» «Wie? Was sagst du da?» stieß Leczinski erregt hervor und kam mit raschen Schritten auf Drubezkoi zu. «Diese Person, die du beschreibst, kenne ich ja! Sie befindet sich hier in unserer nächstell Nähe, und zwar als die Gattin Lutowojstis!» l Er tam nicht weiter. Drubeztoi war von seinem »Sessel emporgeschnellt und umkrampfte, während sein Athem stoßweise gieng und seine Augen glühten, »" mit Eisentlammern sein Handgelenk. .^ Unverkennbar war es eine naturgewaltige, lv^ Erregung, welche sich Drubezlois bei des Frenll Worten bemächtigt hatte. Aber ebenso jäh, wie sl wo er auch die nöthige Luftzuführung erhält. Das Müller'sche Unterfee-Torpedoboot eröffnet fomit eine !^e Aera der Marinekriegstechnik, welche die ober-leischm Torpedoboote in abfehbarer Zeit verfchwinden ^siell dürfte. . — (Eine Trillion.) Von der Höhe dieser ^hl macht man sich gewöhnlich eine ganz falsche Vor-'tllung, man unterschätzt sie immer. Thatsache ist, dass ^ Erschaffung der Welt (nach der jüdischen Zeitrechnung) "°ch nicht eine Trillion Secunden verflossen sind. Das lld auch erst in sehr langer Zeit der Fall sein, nämlich Ü" 1. Februar des Jahres 25.«25, denn eine Trillion funden bilden 31.U87 Jahre 32 Tage 1 Stunde 4« Knuten und 40 Secunden. Ein Mensch, der 30 Jahre ^ wird, hat erst etwas über 2 Milliarden 524 Millionen bunden gelebt. ^. — (Ein heiliger Wasserfall im ^«nste der Gold-Industrie.) Die berühmten ^sserfälle des heiligen Flusses Cauvery in Mysore in ^dien sollen in den Dienst der Goldindustrie gestellt ?"oen. Ingenieur-Hauptmann Lotbinieri hat seine Vor-^eitungcn für die Kraftverwertung der Fälle beendet; ,le elektrische Kraft foll 100 englifche Meilen 1ueit nach °n Kolar.Ooldfcldern überführt und fo die ganze Gold-»^ben'Industrie ^ Mysore revolutioniert werden. Der ^lige Fluss bildet bei den genannten Wasserfallen eine Biegung, welche die heilige Infel Sivafamudram bildet, auf deren beiden Seiten die Wasser hinabstürzen. Während der Monfoon-Regen enthält der Cauvery, welcher von den westlichen Ghats herabkommt, enorme Wasfermengen, während er in der heißen Zeit bedeutend zusammenschrumpft. Der Plan, die Wasserfalle in der erwähnten Weife zu benutzen, datiert fchon Jahre zurück, bisher aber wollte die Negierung aus Rücksichten für die religiöseu Auschauungen der Indier die industrielle Ausbeutung der Fälle nicht gutheißen, während sie jetzt ihre Einwendungen fallen gelassen zu haben scheint. — (Gegen die Pest.) In Alexandrien wurden, wie dortige Blätter berichten, ganze Straßen, in denen sich Hütten der einheimischen Bevölkerung befanden, demoliert, theils um diefe Brutstätten des Schmutzes zu entfernen, theils um auf dem so frei gewordenen Raume Baracken für die Pestkranken und ihre Wärter errichten zu können. Aber nichtsdestoweniger gibt es noch genug Schmutz in Alcxandrien und ebenso auch in Kairo, und die Blätter daselbst ermähnen die Regierung, endlich einmal eine gründliche Sanierung beider Städte vorzunehmen. Die egyptische Regierung hat mit einer auswärtigen Capitalistcngruppe Unterhandlungen angeknüpft, welche Kairo fo gründlich reinigen uud umgestalten will, wie es die italienische Regierung seinerzeit in Neapel gemacht hat. — (Aufgefundene Handfchrift.) Vor einiger Zeit gieng die Meldung durch die Blätter, in Toledo sei ein Manuscript von Tacitus' «Agricola» auf. gefunden worden. Die Philologen aller Länder freuten sich fchon auf diefe ueue Bereicherung des kritischen Materials. Damit wird es nun aber noch für einige Zeit sein Bewenden haben, denn wie der «Classical Review» geschrieben wird, verweigert der Bischof von Toledo, der Hüter jenes Schatzes, selbst die Besichtigung des alten Manufcriptes mit der Begründung, oafs irgend welche Veröffentlichung aus dem Inhalt des Textes den Wert der Entdeckung fchmälern würde. Eine solche Anwendung des «Urheberrechtes» auf alte Mauufcripte ist jeden« falls neu. Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Seine Majestät der Kaiser.) Das Befinden Sr. Majestät des Kaisers, der, wie berichtet, an einem Hexenschuss zu leiden hat, ist in fortfchreitender Besserung begriffen. Das Unwohlfein ist glücklicherweife fo geringfügiger Art, dafs Seine Majestät an der Erledigung der Regierungsgeschäfte nicht behindert ist. Seine Majestät der Kaiser liest und unterfertigt die ihm zukommenden Actenstücke im Bette, welches jedoch so gerichtet ist, dass der Kaiser in demselben sitzen kann, ohne zu fehr von den Schmerzen, mit denen ein Hexenschuss immer verbunden ist, behelligt zu werden. Die Erkältung hat sich der Kaiser nicht bei der Besichtigung der Wienthallinie zugezogen; der Kaiser merkte schon einige Tage vorher bei feinen Bewegungen eine gewisse Steifheit, fo dafs die Aerzte schon früher gegen die Begehung nament« lich des eingewölbten Theiles der Wienthallinie sich ausgesprochen haben. Indessen ist es doch zweifellos, dass die ungeachtet diefer Warnung vorgenommene Excursion leinen günstigen Einflufs auf das Befinden des Kaifers nehmen tonnte. Selbstverständlich unterblieb die für gestern anberaumte Truppeninfpicierung, ebenfo werden am Donnerstag die Audienzen, wie die für den gleichen Tag geplante Hoftafel unterbleiben. Hingegen will der Kaifer die Auffetzung des dem neu ernannten Cardinal Doctor Missia verliehenen Baretts, die für Dienstag den 27. d. festgesetzt ist, vornehmen. — (Aenderung des Lehrplanes für Mathematik undPhyfik anObergymnasien.) Wie bereits kurz gemeldet, hat der Herr Unterrichts-minister Graf Bylandt an fämmtliche Lcmdesschul« behördcn inbetreff einer Vereinfachuug des Lehrplanes für Mathematik und Physik an Obergymnasien einen Erlass gerichtet, in welchem unter Hinweis auf die Ministerial« Verordnung vom 26. Mai 1884 hervorgehoben wird, dass das Bestreben der Unterrichtsverwaltung stetig darauf gerichtet war, nach Maßgabe gemachter Erfahrungen uud in Würdigung berechtigter, namentlich hygienifcher Forderungen, sowie des Standes der Wissenschaft den Lehrplan und die zugehörigen Instructionen für die ein-zelnen Disciplinen zn revidieren und insbesondere alles entbehrlich scheinende Detail aus dem Lehrstoffe auszufcheiden. Ebenfo foll der Lehrplan für den Unterricht der Naturlehrc an Obergymnasien einer Revision unterzogen werden. Die Ge-sammtzahl der wöchentlichen obligaten Unterrichtsstunden in der Naturgeschichte soll nicht 26 überschreiten. Der abgeänderte Lehrplan für den Unterricht in der Mathematik und Physik an Obergymnasien tritt mit Beginn des Schuljahres 1899/1900 in Kraft. — (Zusendung von Arzneimitteln aus dem Auslaude.) Nach einem Erlasse des k. k. Ministeriums des Innern ist es in letzter Zeit wiederholt vorgekommen, dafs Arzneimittel aus dein Ausland auch an Private als «Muster ohne Wert» ver-fendet werden, was nach den Bestimmungen der Ministerial« Verordnung vom 2b. Mai 1882 nur von Apothekern ohne besondere Bewilligung der politischen Behörde geschehen darf. Solche offene, als «Muster ohne Wert» bezeichnete Arzneimittel-Sendungen sowie unbefugte Arzueisendungen aus dem Ausland überhaupt sind daher von der Zustellung an Privatpersonen ausgeschlossen, und der sanitätspolizeilichen Amtshandlung zuzuführen. — (Techniker im Dienste der Evidenz-Haltung des Grundsteuer-Catastcrs.) Innerhalb des Gesammtstatus der Evidenzhaltungs-Bcamten (527) wurde die Anzahl der Geometer zweiter Classe in . der elften Rangsclasse, welche pro 1898 noch mit 124 systemisiert war, pro 1899 auf 90 vermindert und zu« gleich jene der Geometer erster Classe in der zehnten Rangsclasse von 135 auf 147, jene der Obergeometer zweiter Classe in der neunten Rangsclasse von 135 auf 146, jene der Obergeometer erster Classe und Inspectoren in der achten Rangsclasse von 108 auf 117 uud jene der Beamten der fechsten und siebenten Rangsclasse von zufammen 25 auf zufammen 27 erhöht. Für das Jahr 1900 ist eine abermalige Reduction der Beamten der elften Rangsclasse (auf 60) unter entsprechender Erhöhung der Antheile der übrigen Rangsclassen (157 Beamte in der zehnten, 156 in der neunten, 125 in der achten, 25 in der siebenten und vier in der fechsten Rangsclasse) ill Aussicht genommen. — (MeteorologifcheStation auf der Kredarica.) Der flovenifche Alpenverein hat in feinem Triglavhaufe auf der Kredarica (2515 ,n) bereits vor zwei Jahren eine meteorologifche Station eingerichtet, welche heuer, dank der in Aussicht gestellten Unterstützung des hohen t. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht und der Beihilfe der l. t. Central-Anstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus, durch die Anschaffung neuer In- «Sie ist es! Sie ist es!» rief Leczinsli, ganz Mer sich vor Aufregung. «Deine Nina, deine Madame "Misse ist die Gattin Lutowojskis! Du musst heute ^tidö unter allen Umständen mit nach Alexandrowo >"len, und dort werden wir die Betrügerin ent-^en! O, diese Elende! Sich in das Haus und Herz >,e>N' mir so theuren Menschen einzufchleichen! Diese ^Mwürdige! Und dann dieser saubere Herr Graf, " Verwandter! O!» s... Seine Stimme versagte ihm den Dienst. Er ''"rmte wie rasend ein paarmal im Zimmer auf und "eder uud wandte sich erst dann wieder seinem Freunde '", aber Drubezkoi war verschwunden. l>> «Hippolyt! Hippolyt!» rief er in den Corridor ""ans, doch es erfolgte keine Antwort. ^. Drubezkoi hatte im Vorzimmer seinen Hut ergriffen ^ war, ohne des Regens zu achten, der fein und dicht Mriejelte, ms Freie geeilt, den fchmaleu, durchweich-" Landweg entlaug, der nach Alexaudrowo führte, a«. Die Dämmerung war früher als fönst herein-l^ocheu, weil der Himmel gleichmäßig grau um-A"gen war, uud von diefem halben Zwielicht begünstigt, ""ngte Drubeztoi ungesehen ins Schloss, b,. Er war solange vorwärts gelaufen, ohne sich recht n«"W zu sein, was er zu thun vorhabe, und erst, i,' er in seinen durchnähten, fchmutzbesputzten Meldern n^""' langen, erleuchteten Corridor stand, kam er "'lsermaßen zur Vesimmng. d°6> '^as will ich denn hier? dachte er. «Ich kann U "icht plötzlich in dieses fremde Haus eindringen? j U" lch deim wahnsinnig?» Er wollte zurück, aber ! ^" ""ch wenigen Schütten blieb er wieder stehen. «Uud Nina?» murmelte er. «Ich muss zu ihr! Ich muss! Und kostet es mein Leben! Aber wie, wenn diefe Frau doch nicht meine Nina ist?» Schwer athmend, lehnte er unschlüssig an der Wand; da wurden Schritte laut, und ein Mädchen kam rasch den Corridor herauf. Es war Ona. Sie schrie leicht auf beim Anblicke des in un-fauberu Kleidern steckenden, verstört blickenden Mannes und wollte zurück, aber Drubezloi ergriff ihren Arm und hielt sie fest. «Du hast keine Ursache, zu erschrecken, mein Kind!» sagte er. «Deine Herrschaft erwartet mich heute abends, aber wie du siehst, ist meine Toilette durch den schlechten Weg und den Regen übel zugerichtet worden. Ich werde daher noch einmal nach Dewkino zurückkehren und später in besserer Verfassung wiederkommen. Aber fprich nicht darüber, dafs ich jetzt schon hier war, hörst du? Die Damen könnten mich leicht meiner verunglückten Promenade wegen verfpotteu, und das möchte ich nicht gern.» Oua, welche ihren Schreck rasch überwunden hatte, als sie sah, dafs ein Herr der besseren Gesellschaft vor ihr stand, verjprach, zu fchweigen, und fchou wollte Druvezkoi sich entfernen, als plötzlich eine silberhelle Frauenstimme «Ona!» rief. «Wer — wer ruft da?» fragte er erregt und umklammerte von neuem den Arm des Mädchens. «Diefe Stimme! Sprich! Wem gehört sie?» «Meiner Herriu — der Gräfin Lutowojska!» stammelte Ona und blickte bestürzt in das bleiche, verzerrte Gesicht Drubeztois. «Vnal» wurde abermals gerufen. «Ja, ich komme!» antwortete das Mädchen, machte sich mit einer heftigen Aeweguug frei und flog wie ein Pfeil den Corridor hiuab. Allein unten am Fuße der Treppe hatte Drubezkoi die Flüchtige eingeholt und stürmte au ihr vorüber, die Stufen empor. «Retten Sie sich, Herrin! Ein Wahnsinniger!» schrie Ona keuchend und hastete hinterdrein. Aber Madame, die oben an der Treppe stand, dachte nicht an Rettung; sie blieb vielmehr reguugs-los, wie erstarrt auf ihrem Platze und blickte Dru« bezloi entgegen. Unten öffneten sich ungestüm ein paar Thüren. «Was gibt es?» fragten vier, fünf Stimmen, unter dencil auch die Lutowojskis war. Madame legte, Schweigen gebietend, den Zeigefinger auf die Lippen, sah Ona mit einem yalb verzweifelten, halb drohenden Älick an uud zog Drubezkoi in ihr Zimmer hinein. Der Schlüssel wurde von inneu umgedreht und leise abgezogen; danu wav alles still. «Was gibt es da?» rief es abermals von unten herauf uud Ona, uoch immer am ganzen Leibe bebend, hielt sich krampfhaft am Geländer fest uud stieg die Treppe hinab. «O, nichts Besonderes!» sagte sie und ihre Stimme zitterte heftig. «Als ich vor wenigen Minuten über den Hof gieng, kam mir ein fremder Mann bis ins Schloss nach. Er hatte vielleicht — nichts Böfcs im Sinn und — wollte nur — um ein Almofm bitten, aber er sah so blass aus, so verstört, dass ich mich vor ihm fürchtete und davonlief!» (Iorchtznn, fol,!.) Laibacher Zeitung Nr. 140.___________________________________1128______________ ___________________________2^Iuni 1899. strumente erweitert wurde. Große Verdienste um diese meteorologische Station hat sich Universitätsprofessor Dr. I. Frischauf in Graz erworben, durch dessen Vermittlung die Er-Weiterung der genannten meteorologischen Station ermöglicht wurde. Mit Beginn der Saison im Jahre 1897 wurde die meteorologische Station II. Ranges eröffnet. Bisher waren in dieser Station folgende Instrumente unterbracht: 1 Aneroid, 2 Thermometer, 1 Polymeter (Hygrometer), 1 Ombrometer, 1 Windrose, 1 Compass, 1 Maximal-uno 1 Miuilnal-Thermometer. Diese höchstgelegene meteorologische Station in Kraiu erhielt heuer eiuen Barographen und einen Fueß scheu Siedeapparat. Dazu dürfte noch ein Selbstregistrier-Äarometer kommen. Der Barograph (Richard 20.550) ist für die Kredarica eingestellt und befindet sich in einem Holzkästchen 29X13X17 om. Diefes Instrument dürfte den Besucheru der Kredarica sehr willkommen sein, da sie an demselben direct das Steigen und Fallen des Luftdruckes beobachten können. Der Fueß'sche Siedeapparat wurde durch die Physikalischtechnische Neichsanstult in Berlin geprüft und wird sicher« lich die besten Dienste leisten. Bei den regelmäßigen Beobachtungen des Luftdruckes mit dem Aneroide wird mindestens wöchentlich einmal der Vergleich mit dem Siedethermometer durchgeführt werden, um fo allen Anforderungen zu genügen. Das Grundübel aller Aneroide liegt nämlich in der elastischeil Nachwirkung der luftleeren Büchse. In Gegenden niederen Luftdruckes geben Aneroide felbst bei anfänglicher Uebereinstimmung mit dem Quecksilberbarometer einen zu niederen Luftdruck an, welcher Uebelstand sich mit der Höhe des Aeobachtungs-ortes steigert. Das Aneroid ist also als Standbarometer nicht ganz verlasslich. Bei der Schwierigkeit, in meteorologischen Aebirgsstationen ein Quecksilberbarometer unterzubringen, ist es wohl am zweckmäßigsten, das Aneroid nut einem Siedethermometer zu versehen. — (Handels-undGewerbeverein für Krain.) Bekanntlich hatte die am L.April d. I. in Laibach abgehaltene Versammlung von krainischen Handel-und Gewerbetreibenden beschlossen, behufs einer einheitlichen Organisation einen Handels- und Gewerbeverein für Kram ins Leben zu rufen. Dieser Verein hat sich nuu gestern wie folgt constituiert: Obmann Franz Trdina, Handelsmann in Laibach, Obmann-Stellvertreter Advocat Dr. Ivan Tavkar, Ausschussmitglieder Josef Lente in Laibach, Franz Peöe in Altenmarkt, Franz Domic e l j in Ratet, Eyrill Pirc in Krainburg, Leopold Fürsager in Radmannsdorf, Franz Gust in in Mottling und Josef Klun in Reifnitz. — (Die ordentliche Generalversammlung des Landes-Hilfsvereines vom Rothen Kreuze für Krain) war am 19. d. nicht beschlussfähig, weshalb dieselbe heute, Mittwoch, um 6 Uhr abends in der Kanzlei der Handels- und Gewerbe-lammer in Laibach, Pogacarplatz Nr. 1, stattfinden wird. — (Aus Lehrerkreise u.) Die Statuten des Laibacher Lehrervereines wurden genehmigt. Die erste Generalversammlung des Vereines wird am 1. Juli im Hotel «Lloyd» abgehalten werden. — Herr Lehrer Lukas Ielenc in Laibach wurde vom Lehrervereine für den Krainburgei Schulbezirk zum Ehrenmitgliede ernannt. — (Maßnahmen gegen die Pest-gefahr.) Aus Trieft wird berichtet: Die Seebehörde wendete sich an die Direction des Laudeshilfsvereines vom Rothen Kreuz mit dem Ersuchen, für die Eventualität eiues Pestfalles Krankenwärter zur Verfügung zu stelleu. Der Landcshilfsverein vom Rothell Kreuz richtete seinerseits all die Krankenpflegeranstalt Treves die Anfrage nach geeigneten Krankenwärtern, worauf zwölf Maun namhaft gemacht wurden, welche unter der Leituug des Hauptmannes Sc>lvini einen fcchstägigen Krankenpfleger-curs in der Kaserne von Nojano absolviert hatten. Letzten Mittwoch um 9 Uhr vormittags fand nun auf dem Kasernenplatz in Rojano ill Gegellwart des Laudes-Sanitätsreferenten Statthaltereirathes Dr. Bohata, zweier Civilärztc, zweier Aerzte aus Wien, ferner des Herrn Präsidenten des Landeshilfsvereines Podestä Dr. Dompieri uud des Directionsmitgliedes Baron Ninaldini wie der Präsidentin des Fraueuhilfsvereiues vom Rothen Kreuz Frau Barouin Rofa Rinaldini eine Probeübung statt, wobei auch ein ueuer Desinficierungsapparat aus Berlin und andere Geräthe vorgeführt wnrden. Alle Anwesendeil waren über die zutage tretende tüchtige Ausbildung und Eignung der Mannschaft hoch befriedigt. — (Betrug.) Der beim Fleifchhauer Josef Ranzinger in Sagor bedieuslete Fleischhaucrgehilfe Johann Tcrskan wurde vom ersteren wiederholt mit Einkauf von Vieh betraut und hiezu auch mit entsprechenden Geldmitteln verfchen. TerZkan machte sich diese Gelegenheit zunutze, kaufte Vieh in der Umgcbnng von Sagor an, verrechnete jedoch den Kausschilling seinem Dienstherrn stets um 5 bis 10 fl. höher, als er mit den betreffenden Viehverkäufern ausgehandelt hatte, und erschwindelte durch diese Manipulation namhafte Geldbeträge. Ueber Anzeige seines Dicnstgebers wurde TcrZtan von der Gendarmerie in Sagor verhaftet nnd dem Bezirksgerichte Littai eingeliefert. —ik. ' (Ertrunken.) Der Kaischler Martin Kralj aus Nresovo ließ, wie man uns alls Gurkseld mittheilt, am 13. d. M. gegen 10 Uhr vormittags seine 2»/, Jahre alte Tochter Maria im Zimmer bei seiner im Wochenbett liegenden Frau und gieng zur Arbeit aufs Feld. In der Zeit, als die Wöchnerin schlief, öffnete das Kind die Zimmerthür, gieng vors Haus, wo sich eine ziemlich breite Pfütze befindet, stürzte in dieselbe nnd ertrank. Als Martin Kralj nach Hause tain, fand er srine Tochter bereits todt. Die Leiche des Kindes wurde sodann in die Todtenkammer nach Arch übertragen und dortselbst gerichtlich obduciert. -—»-. * (Ertruuten.) Am 16. d. M. gerieth der sechsjährige Knabe der Eheleute Franz und Htaria Potokar, Besitzer einer Mühle in Podlipoglav, während die Eltern vom Hause abwesend waren, unter das im Gange befindliche Mühlrad, woselbst er nach Rückkehr der Eltern todt aufgefunden wurde. Die Allzeige au die k. k. Staatsanwaltschaft wurde erstattet. —r. * (Aus dem Polizeirapporte.) Am 18. d. M. wurden vierzehn Personen in Haft geuommen, und zwar neun wegen Excesses, zwei wegeil Vacierens, zwei wegeu Trunkenheit nnd eine wegen Bettelns. —r. Theater, Kunst und Meratur. — (Der Pariser Csmponist Saint« Sa^ns) weilt in Rio de Janeiro, wo er mehrere Concerte leiten wird. Man hat ihn bei der Ankunft in südamerikanischer Weise empfangen, die Spitzen der BeHürden n. s. w. waren auf dem Landungsplätze anwesend, es folgte eine Serenade, kurz es ist heiß in Rio de Janeiro. Während der Ueberfahrt schrieb der Autor von «I)un8o lnaoadl-6» eine «brasilianische Suite». Dichtern und Musilern genügt es ja, ein Land zu ahuenl — (General -Musit-Direc tor Hans Richter.) Die vor Wochen gebrachte Meldung von der bevorstehenden Ernennung Hans Richters zum General-Musitdirector erhält jetzt die erste osficiöse Bestätigung. Das Programm der Äayreuther Fcstspiele führt Herrn Richter bereits als «t. k. General-Musitdirector aus Wien» unter den Mitwirkenden der Wagner-Veranstaltuugeu an. — (Anton Schlofsar.) Am 27. d. M. begeht der österreichische Cultur- und Literatur-Historiker Doctor Anton Schlossar im engsten Familienkreise zu Graz die Feier seines 50. Geburtstages. — («Freunde des Tanzes».) Aus Christiania wird dem «Berliner Tagblatt» geschrieben: Aus Schweden ist wieder etwas Anmuthiges und Eigenartiges gekommen. Eine Truppe von zwanzig Studenten der Universität Upsala gab hier im Eldorado-Theater einen Tanzabend, welcher das höchste Staunen hervorrief. Es war in Norwegen gar nicht bekannt, dafs die Studenten von Upsala nicht nur den Gesang, sondern auch seit beiuahe zwanzig Jahren die schwedischen Tänze pflegen und es in der Kullst der Terpsichore ebenso weit gebracht haben wie in der Polyhymnia. Die zwanzig Studenten, welche jetzt eine Kuustrcise machen, nennen sich «Freunde des Tanzes», «Philochoroi». Ihr Programm besteht aus nicht weniger als 25 nationalen Tänzen, von sehr einfachen bis zu sehr ftgurenreichen und schwierigen. Die Hälfte der Studenten agiert die weiblichen Partien. Alle sind selbstverständlich in Nationaltrachten. Die Musik wird von den Studenten selbst mit ländlichen Instrumenten besorgt. Zu Hause, in Upsala, schließen sich diesen Freunden des Tanzes ebensoviele Freundinnen an; es wurde aber nicht praktisch befunden, eine Tourne'e mit Damen zu machen. Man war erstaunt. Man ist gerade seit acht Tagen durch Vorstellungen des königlich dänischen Balletts aus Kopenhagen etwas verwöhnt, aber die zwanzig Studenten waren in ihren zum Theile sehr feinen malerischen Costümen so jugendfrisch und dabei elegant, und sie tanzten die bald kecken, derb lustigen, bald graziösen, fein fchelmischen Tänze mit nie fehlender Sicherheit und Aumuth. Die Vegeifte-ruug stieg von Nummer zu Nummer, nnd die zukünftigen Beamten erlebten sammt und sonders die Freudell eiuer Dell'Era. Die Studenten sind in Berlin und in Kopenhagen als Gäste in Privathäusern einquartiert. — («Der Stein der Weisen») veröffentlicht ill seinem soeben zur Ausgabe gelangten 21. Hefte eine sehr instructive, mit zahlreichen Abbildungen ausgestattete Abhandlung über das neue Maxim'sche Schnellfeuergeschütz, dem im letzteil englifchen Sudanfeldzuge eine entscheidende Rolle zufiel. Aus letzterem Grunde werden die Abbildungen, welche eine egypttfche Maxim-Batterie darstellen, besonderes Interesse erregen. Andere bemerkenswerte Aufsähe in dem vorliegenden Hefte behandeln die Spectren der Fixsterne (mit zwei großen Tafeln nach Photogrammen), ferner die Gesetze bei der Polbildung in magnetischen Körpern (mit zahlreichen Figure», denen ganz neue wissenschaftliche Principien zu Grunde liegen). Sehr fchöil sind auch die Abbildungen zu dem Artikel über englische und amerikanische Schnelldampfer. Das Heft enthält des weiteren Aufsätze über Telephouleituugen (illustriert), über Pflanzenwucheruugen (illustriert), eine zusammenfassende Darstellung der jetzigen Zustände im Congostaate (mit Abbildungen), umfangreiche Mittheilungen über die Ausrüstung des Jägers u. f. w. «Der Stein der Weisen» (A. Hartlebens Verlag, Wien) ist die führende Revue auf populär-wissenschaftlichem Gebiete und die ver-breitetste Zeitschrift uicht-belletristischer Richtuug. Jeden Monat erscheinen zwei Hefle mit zusammen N4 Groß-quartseilm und 30 bis 100 Abbildungen und Figuren. Neueste Nachrichten. Der Ausgleich. (Original Telegrami»,) Budapest, 20. Juni. Die liberale Partei »M die Volkspartei nahmen in ihrer heutigen Sitzung ^ neue Ausgleichsvorlage an. Die Kossuth-Fraction "' schloss dieselbe abzulehnen und einen auf die Schaffes eines selbständigen Zollgebietes bezüglichen Beschluß antrag im Abgeordnetenhaus? einzubringen. Der serbisch-türkische GreujsaU. (Original -Telegramm.) Belgrad, 20. Juni. Die Zahl der Opfers am 14. und 15. d. M. auf serbischem Gebiete st^ gefundenen Kämpfe ist noch nicht genau bekannt, doch scheinen sie auf beiden Seiten beträchtlich zu sein. ^ Türken transportierten ihre Verwundeten nachts he^ lich nach Pristina, während sie die Todten unterwegs beerdigten. In ferbischen amtlichen Kreisen behauptel man, es stehe gegeuwärtig fest, dass der Angriffst von einem Major und einigen anderen türkische» Officieren, welche in dem Grenzdorfe Silirac in dew Haufe eiues berüchtigten albanesischen Briganlen ^ sammlungeil abgehalten hätten, vorbereitet worden ^^ Die Cabinetskrise in Frankreich. (Original Telegramme.) Paris, 20. Juni. Wie versichert wird, aM" Präsident Loubet, Bourgeois mit der CabinetsbildlH zu betraue«. Me'line und Pointcare richten an ^ «Agence Havas» ein Schreiben, in welchem sie ^ Behauptungen gewisser Blätter, dafs sie für ^ ^ Scheitern der Combination Waldecl-Nousseau ve? antwortlich seien, zurückweisen. Paris, 20. Juni. Bourgeois theilte dem P"' sidenten Loubet telegraphisch mit, dass er morgen v»? mittags nach Paris zurückkehre» werde. Die Pest. (Original-Telegramme,) London, 20. Juni. Nach Meldungen ^ Gouverneurs in Hongkong waren dort in der letzA Woche 109 neue Pesterkrankungen uud 1 l 7 Todess^ zu verzeichnen. . Alexandrien, 20. Juni. Die GesammtB der hier vorgekommenen Pestfälle beträgt 34, niov?^ 13 tödlich verliefen; 11 Personen wurden als gehe"' entlassen. Neue Krankheitsfälle wurden feit DonnerM ill Krankenhäusern nicht angemeldet. Helegrcltnnre. Wien, 20. Juni. (Orig.'Tel.) Seine 3Na' jestät der Kaiser, dessen erheblich gebesserter Z^ stand es ihm gestattete, den heutigen Tag außer W" zuzubringen, empsieng vormittags mehrere Persons leiten, darunter den aus München zurückgekehrt Erzherzog Franz Ferdinand. UeoereinstinlNie" wird gemeldet, dass der Kaiser die BarettaufsetM an Cardinal Dr. Missia am 27. d. M. persons vornehmen werde. Wien, 20. Juni. (Orig.°Tel.) Handelsminist" Baron Dipauli empsieng heute eine Deputats des Vereines der österreichischen Chemiker, die ly" eine Petition mit auf ihre Berufsangelegenheiten" züglichcn Rrformvorschlägen und Wünschen überreich!. Der Minister erörterte dieselben mit der Deputation eingehender Weise. , Wieu, 20. Juni. (Orig.-Tel.) Wie die «Pol. C"" meldet, hat ein großes Unwetter, das von Wol'^ brüchen begleitet war, die Sudan-Eisenbahn an ^. Stellen in einer Länge von einigen Kilometern zers,-H Diese Stellen befinden sich in Kerma am Nil, W'" von Wady-Halfa, und dann in der Wüste zwijE Halfa und Abu Hamed. Es werden alle Anstreng"^ gemacht, um die Bahn schleunigst wieder herzuM. Verlin, 20. Juni. (Orig.-Tel.) Dem Reichs gieng heute die Vorlage, betreffend die Erwerbung " Karolinen, Palao- und der Marianen-Infeln zu- z,, Verlin, 20. Juni. (Orig.-Tel.) Das ÄbgA" neienhaus hat die Vorlage, betreffend die gesetzliche F^i setzung des Charfrcitags als Feiertag, in erster Lei" erledigt. ^ Rom, 20. Juni. (Orig.-Tel.) IMnmer.^ H äußerste Linke setzte die Obstruction fort und >"" verschiedene Antrüge »lit dem Verlangen auf "" ^ liche Abstimmung. Schließlich wurde der Antrag ., Ministerpräsidenten, die Abänderung der Geschah nung morgen zu berathen, angenommen. . gf Bombay, 20. Juni. (Ong.-Tel.) Die 'Times./, India» behaupten, der Gouverneur von Bender-A" '^ habe aus Teheran ein Schreiben erhalten, w"""z,eii heißt, Aender-Abassi sei an Rnssland abgetreten wor^ und die Uebergabe an Russland werde oeuttläch" >' sindeu. Einem in Snopersien verbreiteten Gerüchte s^ folge begibt sich ein hoher russischer VeanM " Bender-Auassi. Laibacher Zeitung Nr. 140. 1129 ___________2^ Juni 1899. Verstorbene. Am 19. Juni. Adele Pfeifer, Postcxpeditorin, 29 I., Manadllmm 26, Lungentuberculose. — Joses Raunilar, Nahn-vediensteter, 50 I., Wienerstraße 23, Herzfehler. — Oslar Vllle, Vahndieuerssohn, 14 T,, Udmat 44, Lebensschwäche. An, 20. Iu n i. Franz Elsner, Finanzbeanltensjohn. Ill M,, «oruft. Gaffe 2, Mafern und^Lungenentzündung. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Serhöhe 306-2 m. Mittl. Luftdruck 736-0 mm. 3 Z6^ D- 3ZD 80 ^ls.si.^TLS ^,2« 4- SW. schwach , fast heiter ! ^ . M. 729 6 ! 18 7 ^ SW. schwach ^ tlMv. bew.! "'l'^U.Mg.s'/L» 2^18-4! SW. mähiss ! fast heiter^ U 0 ^,, Das Tagesmitlel der gestrigen Temperatur 20 0', Nor< >n<»le: 18 3°. Verantwortlicher Redacteur: Anton Fülltet. . Iur Photographie für Nmateure. Anerkannt vor-«Mchr phull'ssraphische Saloil- und Reise°Äpparate, urue uniibcr> ^lfeno Moment «Hand »Apparate, wie alle photographischen Marfs.Artikel bei A. Moll. t. u. k, Hof-Lieferant, Wien, Mlauben 9. Photoqraphische Manufactnr gegründet 1854. Auf "Unsch <,lohc illustrierte Preisliste unberechnet. (208) 8—3 Pfeffermünz-Pastillen sogenannte englische, mit starkem Aroma, befördern die Verdauung, stärken dtu Magen, sind für Raucher sowie für das schöne Geschlecht unentbehrlich, um einen angenehmen Athem zu erhalten. 1 Schachtel 10 kr., 10 Schachteln 75 kr. Erhältlich bei (1188) 13 Gabriel Piccoli, Apotheker in Laibach päpgtlioher Hoflieferant. Oelfarben in Blechdosen für Wiederverkauf« und zum Selbstgebrauch. Zu haben bei Vrüder Vberl, Delsarben«, Lack» und Firnisse-Handlung, Laibach, FranciSeanergasse. Nach auswärts mit Nach< nähme. (872) 11-4 i New-York" 77 mmmmmmm^ ¦¦¦¦¦¦¦¦¦¦¦ Lebens-Versicherungs-Gesellscliaft Aelteate Internationale Lebens-Ver9iclierung8- Gesellschaft der Welt Gegründet im Jahre 184ö. In Oesterreich seit 1876. Im Jahre 1898 hat die Gesellschaft für Todesfälle, Gemischte (Ab- und Erlebens-) Versicherungen, Leibrenten, Gewinne an die Versicherten und Polizzen-Rückkäufe einen Totalbetrag von über 106 Millionen Kronen also durchschnittlich für jeden Arbeitstag des Jahres über 356.000 Kronen zur Auszahlung gebracht. Alle österreichischen Polizzen der „NEW-YORK" sind ausnahmslos im Bureau der Gesellschaft zu Wien zahlbar und ausschliesslich den österreichischen Gesetzen und Gerichtsentscheidungen unterworfen. — ¦.». GENERAL-DIRECTION FÜR OESTERREICH: WIEN (179°)6 I., Graben 8 (im Palais der Gesellschaft). Danksagung. Für die vielen herzlichen BeWeife inniger Theilnahme während der Krankheit und anlässlich des Ablebens unserer innigstgeliebten, unvergesölichen Mutter, der wohlgeborenen Frau Ilosesine Maier l. l. Bezirtsrichters Witwe für die schönen Kranzspenden und für die zahlreiche Begleitung zur letzten Ruhestätte sprechen wir allen Verwandten, ssreuudeu und Bekannten den innigsten nnd wärmsttn Dank aus. Laib ach am 21. Juni 1899. Dionhs Maier, l. l. Landesgerichtsrath: Joses Maier, Schulleiter! Adolf Maier, k. t. Post-controlor; Anton Maier, k k. Uebungslehrer, Söhne. Die Unterzeichneten geben, vom tiefsten Schmerze ergriffen, allen Verwandten. Freunden nnd Bekannten Nachricht von dem Hinscheiden ihrer innigstgeliebten, unvergesslichen Tochter, des Fräuleins Adele Pfeifer l. t. Post- und Telegraphen«(fxpedilorin welche Montag den 19. d. M. um -°/<4 uln- nachmittags nach langem schmerzlichen Leiden nnd Empfang der heiligen Sterbesacramente sanft im Herrn entschlummerte. Die irdische Hülle der theureu Entschlafeuen wird Mittwoch deu 21. d. M. um 5 Uhr nachmittags im Steibehanse Polanadamm Nr. 2l> feierlich ein-gesegnet, zur letzten Ruhe auf den Friedhof zu St. Christoph überführt und dort beigesetzt. Die heilige Seelenmesse wird Donnerstag den 22. d. M. um 9 Uhr vormittags in der Pfarrkirche zu St. Peter gelesen. Laib ach am 19. Juni 1899. Franz Pfeiser, Major i. R., «malie Pfeifer, Eltern. Course an der Wiener Börse vom 20. Juni 1899. ^demoMenmCoumate «. . . . 6tU> Ware zlaalS'Hnlehen. HHnheitllchs Nente ln Noten "«oten verz.FebruarMuMt !0u <'ü 1N0 »i, "^lber verz Iiiuncr Juli 1«" ll> 100 «. >ll!i. " >. Npril-Octuber l0u>i(» 10«, »0, l««n" "/« Ctaatllose ii^.a st. !?i'üo 172 l>0 l««3" >i°/» „ Michel 100 st. l°7-z!,i57üo ^"Etallt,l°se . . 100 fl. «95 1b 1^1!,! ^ ., . . 50 st 18ö1ü19«i5 »^«sterr.Goldlelite.steiierf«« N»'°5 «l»?b H "°^ Nonte ln Kronenwähr., ""rslcl ftk 20« Krone» No«. 10U10 100»!' »,/,°>", dto. per Ultimo . . WO 1" '«« »>> <^<>l>sterr. Investitions-Rente "l«l,bah„.Vtaat3s2-°" ^'«bnh» 4«/„ i» Nr»nenw. ^-(dw.S..),f<>r200Kr. «g„ „._ ^«1°"slchnlbverfchrtlbnn. > d^^bahn 200 st, CM, 5'/,'/« 51," 'zMibwtie 2uo st. 0. W. !l>^/» . . 234 50 235 25 0,^°>«b..Ilr, LO0fl.».W.b°/. «2? bU 22Ü- '"«U'Ludw.-B, »Ms>, CM Ull'— 2«1 6<1 3» llb'70 Elisllbethbah». 4«0 u. » 9U'"5 9« »b dtoEt.EUl.HoldioOfl,^»/,"/, 85 8k. 86 05 dtll. bto. Silber luo sl., 4'/,"/» loo — 101 -bto. Vtaat«-0bl bto, Piüm.'Anl.k ioo fl. 0. W, ,»l - l«i ?i> dto, dto. 5 bo sl. 0. «. ISO — 161 - Ihe!h'Ne«..Lose 4»/. ,00 ft. . «8 «5 lss »5 Grundentl. > Gbllgalione« (für 100 fl. «W,). 4»>l. uiMrllche (100 sl. «, W.) . »b'il» »S- 4«/, lloatische und slavonisch« . »6 1ö 9? »b Andere össentt. Anlehen. D°nllu.Re»..L°se »«/,. . . . 1»8b0I3U ü> dt°. 'Anleihe 1»?» . . 10U-7Ü lO9öb Anlehcn der Stadt Gör» . . 1l»- - —'— «nlehcn b, Otndtnemoinde Wlen lO« 1^» 104 1» «lnleuen b. Stadtaemeind« Me» (Silber oder Oold) . . . l«4 75 l«5 b<> Prä'nien «nl, b. «tadtg«. »Me« ,8» - 185 - >Uörl«b«»«<«!»leb.«», »«w«», »«/<, loo )5 -. — 4«/, «t«l««l »««»l« ««Ich» . 98 25 99 2b «eU» «»re Pfandbrief» (für 100 fl.). Vodcr. alla.öst.inbOI.verl.^/o v?»ü »„„5 dto. PillM.'Schlbv. 3°/„, l. Cm, 119 ?U ^2l> 70 dto. dtu. 3°/n, II. ltlN. 11750 118 »» N-Üsterr, La»be«-Htip.Mnst. 4°/„ »9 70 iuo 7« llest.'nng, Bllni Verl. i"/<> . . 100 »u loi 20 bto. dto. bOjähr, „ 4°/, . . 100'UO iaiüo Gparcasse,1.est, »U I. b'/,°/<.vl, 105 50 — — Pri0llläl«'Vbligall«n»n (siir 10« fl.). Ferblnll»b«'N°rbbatm «m. »8»» 99S0 lua 4« Oestsll, «ordwestbllhn . . . 110 - 1,0 50 Staal«l!ali»8"/„kssrc».500p,«t. 2io-?t> i!iu-?h Südbah» »"/<, i^ssrc«. 500 p, Vt. l?l» 50 ,?i-h0 dto 5°/gll200fl, p. lOOfl. 12l »bllll!-. Una.gaÜz, Bahn..... lu? c»0 ius l»0 4°/, Unterlrainer Vahnen . . 99 50 luo — ßank'Altie» (per Stück). «nglo-Oesl. «anl 200 fl. «0°/° «. i50 «5 il>0 ?ü Vanlveieln, Wiener, 100 fl. . »W ^ 269 ?b »obcr.'«nst.,0est..200fl,3,40«/, "0 — 4«4 50 l> st. »°^ 50 3ö4 — bto, dto. per Ultimo Septbr. »5» 50 3z4 — llcher. 432 - Oesterr, Norbwestb, 2vo fl. S. «4»5O «44»b^ bt«, dto. (lit. ll) 200 fl. 8. 258'— «5U— Prag Duzer «isenb. 150 fl. I. . 9»-- ,00-- Ltllat«eifenbahn 200 si. K. . ><4 75 34» 25 Lüdliahn 200 fl. O..... «8 ?5 «9-25 Lüdnordd. Verb.»«, 200 fl, «M. I9S 50 200 öl» Iram»oaY-«es,,«r,,170f>.e.W. — — ._^. dto. - «ener L«tlllbahnt!l> Act,'««l. — - —-^. Zndnfirie.Actlen (per Gtück). Vau«es., «ll«. »st., 100 fl, . . »08 — ,!<)-. ««ybler ltis«n° unb Otahl.Inb. ln Wien 100 sl..... 1U5>^. i<^ H^» Eise»bahnw,«Ltil)g., Erste, 80 fl. 1/4 ... i»>g. ,Mbemül>l". Papierf. u. Ä.°«. ^ - 8« ,0 Llesinger Grauere! 100 fl, . . zgg _ ^z ^ Vt»ntll» Gejellsch,, Oest. .alpim ^y l,5 zzg 75 Präger Eise» IndMes. 2«) fl. z,z^ ,^g 5 Salgo^Iaii. Iteinlulile» S<> fl. ,«» __ >>87 ,,Schl»«lmüh>'. Pap«r,.200fl. INI.. „^ ^ »«ld U«e Irisllilei Kohlenw,pGes. 70 fl. ,»1.__<»«.__ llLasfeils..G.,O!'st,Il!Wien,i00fl. mg _ !.??. W>,Won.Lell)anst..«lla,,i!iPcst, wr. «aiigesellschaft' ,<)<> fl. ,' .' ^ " ^b - Menerbrr^r ^il'nel Artil'i, Ocf. ^.^ '^ ^ Divers» Lose (per Stück), Vudapest.VastUca (Dumba») . ». Creditlose ,00 s!...... 2U«-' «^ i«,/,,D°!!au.DampfIch, n«,s, C^'l. .U."" ,°°.^ Vf. ^r Lose 40 fl..... «2-»70 — Pl»ff!,.L°se 40 fl. «Vl. . . '.17 77-7 «°H).»«'reuz.0est.Gcs.t'„io!l, °''° °°." «» n Kreuz, ll»n. Ges, v„ 5 s>, «"°" ' »» Mubolph-Lose ,0 fl..... ",— "»« Saliü'Lose 40 fl, EM, , . . A,^ «'" S' Oen°!«'ܰse 4<> fl, CM, , °°..77 °1'l7 »c'nidstsin.Lose 20 sl. UM. . . "° " 84 ?b Gl>!l,i>,stsch, b. U«/„ Pr, Schnlbv, "" ^ ^'^" b Vudtncrebitanstalt, l, . 44 zz 44 6». Papiei.lNube, . . . ^ . . ..97,/ l.z^ ******* **.»*»••***********' : Ein- -u-n-cL "Verie«.-u.£ : *OU Küntrii, IMaiitlbrlriVai, l'rloi Ilttt«u, ACt1«U, I L, «»•«•* «tc, l»«-»U«-ii uuil Valuten. 'si2!*i>_ LoB-Veraloherung. mMm Cm Hayer Bank- vläöL T^7"eclxffller-a-ei»clxÄ,ft I.Hlbach, SpltAlffawM. i***A***A***ik****A*A***A*A*A**A a******««**«««*»»*« Hl»*»*»«»»«*««*»«» Privat - Depots (Safe - Deposits) Verzlimi TtR Bir-Elili|M In Cuti-Ctrrtft- nt Ms Brt-Cwt». r p. T. Die unterzeichnete Firma beehrt sich, alle Interessenten für Näharbeiten, Kunststickereien, Durehbrucharbeiten, Wäschestopfereien u. s. w. mm Besuche ihrer Ausstellung, welche sie vom, 20. bis 25. Juni 1899 im eigenen Laden, Laibach, Petersstrasse 0, veranstaltet, höflichst einzuladen. Gleichzeitig werden daselbst alle diese Arbeiten mit den Maschinen ausgeführt, um sie im Betriebe zu zeigen. __ Ferner ist damit die Abhaltung von unentgeltlichen Unterrichtscursen, welche sich von der Wohnlichen Näherei bis zur Kunststickerei erstrecken, verbunden, die auch darnach bis zur vollkommenen Ausbildung fortgesetzt werden. Um regen Besuch und Theilnahme am Unterrichte ersuchend, empfehlen wir uns Ihnen hochaehtungsvoll (2.45) 2 Si3SLg*ex Co., .A*ct--Q-e&, Frühere Firma: G. Neidlinger*