Nr. 156. Mittwoch, 11. Juli 1906. 125. Jahrgang. Wbacher Zeitung ^ «"?"?,ll°neprriS: Mit Po ft Versendung: ganzjährig 30 ll, Halbjahrs lb «. Im Konloi: ganzjähn« < ' ^nlbiahrig i, x. Für die Zustellung ins Hau« ganzjährig 2 X. — Insertiontzacbühr: Für lleine Injerale °>e zu 4 geilen 5« k, gröhere per Zeile 12 b; bei öfteren Wiederholungen per Zeile 8 d. ' Die «Laibachei Zeilung» erscheint täglich, mit Nulnahme der Tonn» und Feiertage, Die »ldmlnlftration befindet sich Kongrehplah Nr, 2, die Medaltiou llllmaliugllsse Nr. 10, Sprechstunden der Redaltivn von 8 bi« IN Uhr v«. mittags. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen, Manuskripte nicht zurüllaestellt. Amtlicher Teil. T,er Minister für Kultus und Unterricht hat den Provisorischen Lehrer ani Staats-llntergNlNiia-simn in Gottfchee Augustin >i o f l c r zum wirklichen Lehrer an der Staatsrealschule iu Trieft ernannt. ,<^^ dem «mtsbllltte zur «Wiener Zeitung, vom 8. Juli 1906 (Nr. 154) wurde die Weiterverbreitung folaender Vrek «zeu»msse verboten: u > u ««« 4»«y Dasselbe enthält unter ^' w«°^?^7"« ^' ?" ""6' wirlsam fiir das Herzogin-, «"^"'^bie Herstellung einer neuen Vezirls-n^w" «" ^?"! nach Trzisie im Strahenbezirle Ratschach und Nassenfuß. " ° > ^ "^ Von der Redaltion des Landesgesetzolattes für Kram. Laibach am 10. Juli 1906. Nichtamtlicher Teil. Die Agrarvorlage der russischen Regierung. vm'l.?^ ^'"^ "US Petersburg: Die Agrar-oouaqc der Regieruug ist eine ernste, großangelegte ^a deren Bedeutung dadurch noch'erhöht'wird, N.^,N"aU.che Fürsorge fiir den defitzlofen di ,, ' ' > !" """" Moinente eintritt, in welchem on mn der Leitung des Staatswefens betrauten ^an er um die zur Sicherung de-5 Ttaatsbestan-des notwendigen M.ttel schlver zu ringen haben. ^' , ^' 'V'"'?""" ^"' russischen Vanernschaft in ein " >'^"barung darbietet, ist die Erfüllung Vun^ i'"^'7' ^"' "«chloei.lich zn einem Zeiteinmal ^ ^?"hrt, wo eine Reichsduma noch nicht n ^ . ^V""^ bestand. Allem Mißtrauen ,um ^rotz das die Bevölkerung auf Grund tief-'Mgelvurzelter Erfahrung nicht mit Unrecht dcn papierenen Verheißungen der Vehördcn entgegenbringt, war im vorliegenden Falle der 3Zeg zlvi- schen Wort uno Tat, ganz erheblich abgekürzt. Dieser Erfolg mag unstreitig zum wesentlichsten Teile dem durch die öffentliche Meinung auf die Negierung ausgeübteu Druck zuzuschreiben sein. Gewiß ist aber, daß die umfafseudeu statistischen, technischen nnd finanziellen VorerhebunaM in den beteiligten Nessorts lange vor Beginn des russisch-japanischen Konfliktes in Angriff genommen worden find. Materiell kann das Anerbieten der Ne-gierung in seinem weitgehenden Entgegenkommen für den landarmen Bauer nur demjenigen als unzureichend erscheinen, der die radikale For> deruug, dem Privatbesitzer, unbekümmert um sein Nüufcheu uud Wollen, zu nehmen, was dem Tritten gefällt, fich zu eigen macht. Teu erfteu Punkt des Negieruugswillens bildet es, daß alle zum Ackerbau tanglichen Staatsländereien dein bedürftigen Bauern übergeben werden sollen. Die Regierung will aber noch ein beträchtliches Mehr leisten, indem fie nach Pnnll ^ der Vorlage auch Privat-ländereicu auf dein Wege freilvilliger Verständigung erwerben und sogar aus eigenem Säckel — Punkt I-! — die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dein aufs billigste festzusetzenden Überlassungspreis an den Bauern zu tragen sich bereit erklärt. Dazu kommt noch cine Neihe von praktischen Erleichterungen für Erwerbung, Zusammenlegung, Verbesserung uud Bewirtschaftung des bäuerlicheu Landbesitzes, Gegen die in der Vorlage enthaltenen Berechnungen wird wohl der Einwand erhoben, daß dabei die der >!rone gehörenden westsibirischen Ländereien nicht einbezogen worden sind. Dein steht jedoch die deutliche Erklärung der Negierung /gqgenüber, die Übersiedlung nach Sibirien und Zentralasien nach Tunlichleit zu erleichtern, diese (Gebiete wirtschaftlich erforschen, aufteilen und mit Straßen verschen zn wollen. Auch hier wird gerechte Beurteilung anerkennen müssen, daß die Sänninisse von Jahrzehnten nicht mit einem Schlage nachgeholt werden können, daß aber die Regierung den besten Willen bekundet, systematisch mis weitere Abhilfswege Bedacht zu nehmen. Japanische Finanzen. Gegenüber den auseilmndergehenden Nachrichten über deu 3'inanzznstand Japans wird aus London von nnterrichteter Seite geschrieben: Infolge der Anstrengungen, welche der Krieg auferlegte, sowie der nötigen Aufwendungen zur Weiterentwicklung des Bandes nnd feiner Interessen sind die Ausgaben zu eiuer früher nie erreichten Höhe gelangt. Vor dein Kriege hatte Japan den höchsten Ausgabenstand im Budget des Jahres 1 !)<><» mit 2!)^ Millionen ?1en. Die Ausgaben im Budget dieses Jahres beiragen 4^7 Millionen ?1en. lim Tefiziteu vorzubeugen, werden die Einnahmen für die nächsten Jahre eine Erhöhnng um etwa 40 Millionen Heu erfahren müssen. Der Ertrag verschiedener Einnahmequellen hat sich bereits jetzt beträchtlich günstiger gestaltet, und andere versprechen eine starke Besserung, bezw. eine gute Ergiebigkeit. Der Ertrag der Landsteuern ist jetzt beiliahe doppelt, so hoch wie vor dem kriege; Einkommen- und Geschäftsstellern werfen fogar den dreifachen Ertrag ab. Dazu kommeu die rapid wach»-fenden, Einnahmen aus dein Tabakmonopol, sowie diejenigen aus dem neueu Zolltarif, welcher schon in diesem Oktober in Kraft treten soll, und insbesondere find ferner die Einnahmen ans der Verstaatlichung der Bahnen, aus deu nouen Linien in >lorea nnd der Mandschurei iu Nechuuug zu ziehen. Wenn sich alle diese Vermehrungen nicht sofort verwerten lassen, so wird dies doch in naher Znknnft geschehen. Die Aussichten sind so treffliche, ja glänzende, daß die, internationale <>'inanz-welt nur das allergrößte- Vertrauen auf die finanzielle Weiterentwicklung Japans setzen, kann. Die japanische svinanzverwaltnng ist übrigens mit größter Gewissenhaftigkeit bemüht, das Vudge n" "s,,^uut er bequemer läge; eine alte 5üßc ab i,n> "" ^'polstcrtes Bänkchen für die 'räl>lein ai.f uud ab ^nn i^ ,^",'U' "it köstlichem Obst,'und eine "om-l m '^',?" ^taub aus deu Haaren. Alle inid ,n^ ^ ''^''"b"es "ber seine Reiseerlebnisse N N / "'^"''cksale erfahre,!. ,^err Belger al.iü-Vrauch , " Uuuwervoll,, daß er nicht, wie es fönst mi: am ^'. ""' N'b"' llhr schlafen giiig, sondern bis nach Mit^ "' dem Ä ' ' ^"bei ichei.ien sie nch denn alle ^"n etwa^ gar zu gütlich getan zu habeu- denn er fchreibt fie koniiten liicht gleichzeitig fich in ihre (^eniacher begeben, da der Bademeister nnd seme Burschen immer nur je einen Einzigen zu Bett brmgeu konnten. Infolge dieses Kouv'iviums mußte man am nächsten Morgen das Bad aus-seden. ,verrii Belger Hai es auch feruerhiu sehr gut in Teplitz gefallen, lvenii er sich auch später nicht mehr in dein Maß wie bei seiner Anknnft als Held des Tages fühlen durfte. Er rühmt die „Kurzweiligkeit" des Ortes, in dem Unterhaltungen aller Art, Promenaden, gar ergötzliche Brettchenspiele lind „empfindfam-gelehrte" Unterhaltungen den Badegästen die Zeit vertreiben halfen. Nur über zweierlei klagt er — über den fündhaften Lurus, so die Weiboleute mit ihren Kleidern trieben, und über die llnmoralität der veilsnchendcn. Bezüglich dieses Punktes muß es ja tatsächlich ehedem in dcn Bädern toll genug gewesen sein-denn ähnliche klagen wie die des Großtaufmanns Beiger kehren in den meisten Badeberichten aus alten Zeiten »nieder. Die GeisUicheu auf den Kanzeln eiferten über die zuchtlosen Vadefitten, und bischöfliche Dekrete wurden erlassen, um dem Treiben Einhalt zn tuu. Merkwürdigerweise findet sich aber nichts darüber in dcn vielen Badeordnnngen, die nns ans dein frühen und späten Mittelalter erhalten sind und in denen die Strafparagraphen einen wesentlichen Teil des Raumes einnehmen. Denn in gewisser Hinsicht müssen die Ärzte und Bademeister ein fchr strenges Regiment geführt haben; Befolgung der Vorschriften wurde kategorisch verlaugt uud lwgehorsam dagegen mit Geld-bußeii, Zimmcrarrest, ja sogar mit Schlägen bestraft. Es ist da fortwährend vom Stäupen die Rede. Wer fich heimlich andere Speisen als die er- laubteu verschaffte, wer das Inventar des Bade-Hanfes beschädigte, wer den Bestimmuugen des Bademeisters nicht Folge leistete usw. usw., wurde zuerst zu einer Geldstrafe und im Wiederholungsfälle zum Gestänvtwerden vernneilt. Besonders streng bestraft wnrde es, wenn ein Badegast den anderen dnrch Erzählung von Schauergeschichten die ^ all lie verdarb. Was den „sündhaften Kleiderluxus der Weibs-lcute" anbetrifft, so wird auch der häufig in den Badeberichten erwähnt. Ein gewisser Balthasar Echlinger schreibt, die „Weibsen" zögen es das ganze Jahr über dein Ehemann an den Mahlzeiten ab, um das Geld zu einer Badereise und schönen Kleidern für den Zweck zusammen zu scharren. „In den Badeorten," schreibt ein Geistlicher, „steckt der Teufel überall unsichtbar d'riu, denn dies Sich-putzcn, Eharmieren uud Promenieren ist keines rechtschaffenen Ehristen würdig. Die Weiber tragen Seide und ^ederhüte und die Männer würfeln und trinken die teuersten Weine. Man muß wirklich glanben, die Leute gingen nicht um gesund zu werden, sondern um sich zu verlustiereu ms Bad." Man sieht — taut <'onnn^ c-w»5 unu»! Zn den ältesten Bädern gehört zweifellos Teplitz, dessen Heilquellen der Sage imch am !>. August 7<^ durch die Schweine des Ritters >lolo-stllj entdeckt sein sollen, in Wahrheit aber N"1" schon viel länger bekannt gewesen si"d- ^" "" ^ippsprmge. ^_______ Laibacher Zeitung Nr. 156. 1432 11. Juli 1906. hatte während oe5 ersten Teileo dieses Jahres einen bisher nie erreichten Umfang. Dabei ist der Anffchwnng zur 'Auoinwumi. der unvergleichlichen Chancen in den nenen kontinentalell Gebieten erst in seinem Anfange. Tie (^eschäftolvelt ist erst im Begriffe, richtige Grundlagen durch die Schaffung großer Handelsgesellschaften für Korea, die Mandschurei lind (5hina zu schaffen, sowie die Schifffahrt mit aller Energie auszudehnen. Politische Uebersicht. Laib ach, 10. Juli. Die „Österreichische Volkszeitnng" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Minister P rade über den Wirkungskreis des deutschen Landsmann-Ministeriums. Unter anderem wird mitgeteilt, daß der Minister, sobald die AnfanMchwierigkeiten der Etablierung des neuen Amtes überwunden sind, an die Ausarbeitung eines Sprachcngesekes schreiten wolle, wobei er mit dem Minister Dr. Pacak in Fühlung treten wolle, damit wenigstens innerhalb des Kabinetts über die Bereinigung des nationalen Konflikts ein Einverständnis erhielt werde. In bezug auf die Wahlreformfrage äußerte sich der Minister, daß es da jetzt kein Zurück mehr gehe — vielleicht hätte man vor einem Jahre etwas anderes machen können als die jetzt vorliegenden Entwürfe, aber wie die Verhältnisse nun beschaff fen sind, muß die Wahlreform zu Ende geführt werden. Da man sich mit der Tatsache also abfinden muß, so gibt es keinen anderen Ausweg, als für die rascheste Erledigung des Gesetzes zu sorgen. Das „Fremdenblatt" weist in einein Rückblicke auf die bosnische Tebatte in der österreichischen Delegation die Angriffe zurück, welche seitens der Oppositionsredner gegen die bosnische Verwaltung erHoden wurden. Die Gewährsmänner dieser Redner interessieren sich gar nicht für die Sache selbst, ihnen liege in Wirklichkeit nur daran, daß nicht Österreich-Ungarn die Verwaltung führe. Wenn sie die Einführung einer Volksvertretung wünschen, so müsse allerdings einmal ein Anfang gemacht werden. Es gebe ja manches Vorbild für die Schaffung einer Ver-trctnng, die die Wünsche nicht, der Agitatoren, sondern ernster Männer wiedergibt. Von einem Parlament von Demagogen, die große Politik treiben wollen, möge Bosnien verschont bleibell; die Formen eines vorgeschrittenen Staates mit alter Kultur nnd alten Selbstverlualtungsgewohnhciten passen nicht für ein Land mit der Vergangenheit und den primitiven Verhältnisse!: Bosniens. Nur in vorsichtigem Übergänge kann ein Volk, ohne schweren Schaden zu nehmen, aus dein orientalischen Mittelalter in die Regierungsform westlicher Neu-zeit verseht werden. Aus Nom wird gemeldet: Die allgemein verbreitete Annahme, daß die Kundgebung der Beschlüsse des Heiligen Stuhls, betreffend das f r a n-Zösische Trennungsgeseh mit Bestimmtheit im Laufe des Juli erfolgen werde, wird von manchen Persönlichkeiten der vatikanischen Kreise bestritten, welche versichern, daß diese Kundgebung noch auf sich warten lassen und vielleicht einen Aufschub bis zum September erfahren werde. Neuesten Informationen zufolge soll die Strömung zugunsten des Widerstandes in der letzten Zeit wieder stark an Boden gewonnen haben. Der Papst habe, wie es heißt, ill vielen Unterredungen mit kirchlichen Personen alls Frankreich offen seine Sympathie für die Politik des Widerstandes ausgedrückt. Jedenfalls wird eine solche Haltung sehr warm von den einflußreichsten nnd vertrautesten Ratgebern Pins X., das heißt den Kardinälen Merry del Val, Vibes und Oreglia, empfohlen. Nur eine kleine Grnppe von Kardinälen, die allerdings die Mehrheit, in der Kongregation für kirchliche Angelegenheiten, bilden, begünstigt andauernd eine friedliche Lösung. Mail kann es zweifellos noch nicht als absolut ausgeschlossen ansehen, daß der Papst, der Meinung der Mehrzahl der französischen Bischöfe lilld der gemäßigteil Elemente des heiligen Kollegiums Rechnung tragend, sich für eine bedinguugsweise Annahme des (Gesetzes ans-sprechen werde. Immerhin sind in der gegenwärtigen Situatiou die günstigsten Bedingungen für den Sieg der Politik des Widerstandes gegeben. Es ist dies insbesondere die Ansicht aller jener, die iil der letzten Zeit in persönlichen Kontakt mit dem Papste traten nnd ans dessen Munde den Ausdruck der innersten (Besinnungen vernehmen konnten. Der französisch e K r i e g s m i n i st e r Etienne hielt anläßlich der Auflöfung des Gam-betta-Dollknlal->toinitees in Vordeanr eine Rede, worin er ausführte: Außer auf die innere Politi! müssen wir anch auf unsere Lage im Auslande unser Augenmerk richten. Wir müssen uusere Eroberungen bewahren nnd Frankreich mittels einer treuen Armee mächtig machen. Die Krise war in einem gewissen Angenblicke heftig und die Lage drohend. Ich schmeichle mir, alle Maßnahmen ',ur Verteidignng des Landes ergriffeil zu haben. Die Armee ist unser Blut; wenn wir ihr Liebe und Vertrauen zuwenden, wird sie nns mit, Liebe, Loyalität und Ergebenheit vergelten. Ich werde sie bis zu meinem ledteil Atemzüge verteidigen. Wie „Daily Mail" aus Alerandrien erfährt, sind angesichts der Gefahr einer p a n i s l a m i -tischen Vewegnng Befehle nach Malta nnd (Gibraltar gegeben worden, um die Truppen wo-möglichst znr sofortigen Beförderung nach Ägypten bereit zu, halteil. Eine Vermehrnng der ägyptischen Besatzung auf eine Stärke, daß sie jeder plötzlich aiisln'echendeil RevRte gewachsen sei, wird wahrscheinlich so bald als möglich erfolgen. Tagesneuigteiteu. (V a t e r in ö r der ans Zorn über di e A s s e n t i e r u n g.) Ein grauenhaftes Verbrechen hat der Bauernbnrsche Andreas Vrabec in Vail bei Neutra begannen. Aus Wut über seine Assentierung fiel er über seinen tranken Vater her, versetzt? ihm mit einem Küchenmesser mehrere Stiche, spaltete ihm dann mit ein^in Veil den >topf und trampelte schließlich mit den Füßen ans dein Sterbejnden, bis dieser endlich den Geist aufgab. Der bestialische Vatermörder befinoet sich in Haft. — (Eine Stadt, die eventuell zwei Tage sitzen muß.) Aus Szegediu wird gemeldet: Ein Urteil des hiesigen Bezirksgerichtes erregt ebenso viel Anfsehen als Heiterkeit. Der Oberposl-beamte Nikolaus Onucsak wurde seit längerer Zeit von der Stadt Szegedin mit Exekutionen verfolgt, weil cr die Mautgebühr für das Passieren der Brücke zwischen Szegedin nnd Neu-Szegedin nicht bezahlen wollte. Er glaubte, sich hierzn nicht verpflichtet, da er die Brücke nur in Ausübung seines Amtes beuützre. Schließlich machte, er knrzen Prozeß, beschwerte sick beim Handelsministerium und verklagte gleichzeitig oie Stadt Szegedin wegen ungerechtfertigter Erekn-tion beim Bezirksgerichte. Der Bezirkorichter Ich. Koczar gab seinem Klagebcgehren statt und verurteilte die Stadt Szegediu zu dreißig Kronen Geldstrafe, im Nichteinbringungsfalle zu zwei Tagen Ärgstes. — (Ein verhängnisvolles Inkasso.) Als vor etwa zlvei Jahren der ehemalige Günstling des Sultans Achnied Djelalcddiu-Pascha, Chef oer politischeil Polizei, aus Furcht vor Rivalen die Flucht »ach Ägypten ergriff, hinterließ er große Schulden. Zu seinen Gläubigern zählte auch sein Barbier, ein braver Bulgare, der in der Grande Rue de Pelra etabliert war. Als Grand Seigneur hatte Achmed Tjelaleddin-Pascha es für nnter seiner Würde gehalten, für das Rasieren jedesmal den üblichen Preis von ein paar Piastern zu bezahlen, sondern lvar jedesmal ebensoviel Franken — schuldig geblieben, so daß er schließlich seinem Barbier mehrere tausend Mark schuldete. Nachdem der brave Bulgare jahrelang vergeblich alls eine Nachricht und »loch vergeblicher auf eine Bezahlung von selten Achmeö Djelal^diN' Paschas gewartet hatte, beschloß er, seinen Schuldner Persönlich aufzusnckien, und machte eine Nnse nach Ägypten. Achmed Tielaleddin empfing seineU alten Barbier freundlich und zahlte diesem, zn seiner frendigen Überraschung ohne, weitere Schwierigkeiten, die Snmme von !">U Ltq. (zirta 1900 Mark). Sehr befriedigt trat der Bulgare die Rückreise nach Konstantinopel an. Als er aber in Konstantinopel den Dampfer verließ, wurde er von der türkischen Polizei verhaftet. Er war von Spionen des schweren Ver brechens verdächtigt worden, mit einem türkischem politischen Flüchtling im Auslande in Verbindung getreten zu sein. Der arme Nnlgare Wurde sofort ins Gefängnis geworfen, nnd zwar in das für politische Verbvnher im Vororte Beschiktasch, zn Füßen des Iildis-Palastes. Nach ^) Tagen kam der arme Mann ohne seine 50 Pfund wieider aus dem Gefängnisse herans, lind Zwar sterbend. Dr.?! Tag^ später war er tot. — (Ein menschlicher Körper im Wasserbehälte r.) In nicht geringe Entrüstung gerieten die" Bewohner Bradford^ (England), als siV erfnhren, daß sich im großen Wasserbehälter, der die Ttadt mit Trinkwasser versieht, seit geraumer Zeit eine bereits in Verwesung übergehende Mannesleiche befindet. Mit Rücksicht daraus, daß die im Behälter stehende Wassermenge 121N Millionen englisch Pounds beträgt, welcher Menge gegenüber das Ge> wicht eilws einzelnen, Menschen ooch verschwindend klein sei, wagte es der Ingenieur der Wasserwerke, den Antrag zn stellen, den Ertrunkenen — scheinbar Ihre Töchter. Original »Roman von U. Noiil. (13. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Der Papa selbst, der etwas gar zu oft für ihren Geschmack den alten Satz aus dein verschimmelten „Vicar of Wakefielo" zitierte: ,,Iwnä«c»ml' i«, >vliu lmiiül-loni^ <1<><^", hatte d?n Gegenstand ans das Tapet gebracht. „Die Frau ist doch kein Kunstgegenstand, auf ein Wandbrett zn stellen." sagte er. „Und selbst gegen solche blasiert sich der NMtzer, und oft macht ihn nicht der Anblick froh, sondern das Eigentnm5gefühl. . . . Zum Glück gehört etwas anderes, und die Schönheit hat viel weniger damit zu tun, als man denkt. Natürlich war ich in meiner Ingcnd anderer Meinung. Ich weiß »och, wie ich einem Freund abredete, eüu sehr häßliches Mädchen zu heiraten. Mensch', habe ich geschrien, ,das Gesicht mußt du immer vor dir haben!' — ,Eben deshalb!' hat er gesagt. .Nach einer Weile bill ich es gewohnt.' Sie war scheußlich, aber eir hat sie genommen und ist ganz glücklich mit ihr geworden." „Nnn ja, nun ia!" meinte der Hofrat mit Achselzucken. „Aber doch!" „Der Onkel hat im Grunde eine, Künstlerseele," wandte sich Nockh an Erhard Meliern. „Ich nicht . . . Mir fehlt eo da gewaltig . . . Was bleibt von der größten weiblichen Schönheit noch übrig, WMN inan — znm Beispiel — die Epidermis abzieht? Dann sieht das schölle Gesicht ans wie das häßliche." Die beiden älteren Herren lachten, währelud Muschi innerlich schauderte. Diese Doktoren wareil doch immer so unappetitlich, lind der da hatte gar das Herz, wenn or ein hübschem Gesicht sah, ihm in Gedanken die, Haut abzuziehen. Gewiß das beste Mittel gegen die Wirkung der Schönheit, wenn er überhaupt ems brauchte. Erhard Menern zog nun, da man abgegessen hatte, dw Schlüssel zu seinem Ranchschrairk alls der Tasche und gebot Muschi, Zigarren zu bringen. Bald kam sie mit dem besteüi >tistchen alls Papas Vorrat lind nlit einer bronzenen Rauchgarnitur zurück, zündete für den Onkel ein Streichhölzchen an uud half ihm, seine Zigarre in Brand zu setzen. „Jetzt wirst du eingeränchert, Muschi," sagte er gutmütig. „Macht nichts," versicherte sie. „Ich bitt' dich, Onkel, jetzt raucheil ja sogar die Damen!" „Dll vielleicht auch heimlich?" fuhr der Papa sie scharf an. „Das möcht' ich mir ausgebeten haben!" „Ich? Fällt mir ein!" verteidigte sich Mnschi. „Ich möcht' keine gelben Zähne kriegen!" „Ach so, deshalb!" Sie setzte sich wieder an ihren Platz, während die Männer zu qualmen anfingen. Die dicksten Rauchwolken, brachte Dr. Nockh Zustande. Dm Kopf ein wenig zurücklegend, blietz er sie gegen die Decke nicht etwa aus Rücksicht ans sie. sond?rn vermutlich nnr, weil es so seine Gewohnheit war. Jetzt sah er ganz zufrieden und glücklich alls. Was sie nnr fanden an der Schmaucherei, die Männer? Keiner kümmerte sich nm sie, nur der Onk?l warf hin und wieder dnrch einen bläulichen Nebel, der das Zimmer zn erfüllen begann, einen Blick anf das nmg? Mädchen. „Erhard war der Muschi, am ähnlichsten, nicht wahr?" wandte er sich in einer Gesprächspause an den Bruder. „Oh, er war viel hübscher," versicherte Muschi lebhaft. „Erhard war ja idealisch scholl! Er wäre wohl zu scholl geworden für einen Mann!" „Tli erinnerst dich noch gut an ihn?" „Aber natürlich, Onkel! Ich war doch scholl mehr als zehn Jahre alt, als er gestorben ist . . . Und wir waren iunner zusammen. Er war gar nicht wie andere Buben . . . Du möchtest es nicht glauben, wie lieb er mich gehabt hat." „Und du? Hast du ihn auch lieb gehabt?" fragte der Onkel. ..lind wie!" „Ja", setzte der Papa bitter hinzu, „nnd wie er unter der Erde war, war es, als hätte er nie gelebt. . . . Da war das PnpMispiel und der Klatsch mit den Freundinnen schon wieder im Gang. Sie sind nicht tief allgelegt, meine Töchter. Die schon gar nicht. Sie ist doch die gauze Mutter. ,Ihre Mutter hat auch kein Talent zu Scelcnschmcrzen. Hat sich oie über den Verlust des einzigen Sohnes so leicht go-tröstet, warnm nicht das Schwesterl?" (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 156. 1483 11. Juli 1906. ein?n Selbstmörder — bis auf weiteres im Behälter zu belassen: die Gefahr einer Vergiftung des Wassers ^llch Leichengift feit weit geringer als der sichere Schaden, welchen die Attieu der Wasserl,cituug,c'wck-te durch die Ableitung und d?u Verlust des Wassers erleiden würden! Trotz des energische,! Protestes eines hervorragenden Mitgliedes der Gesellschaft für allgemeine Analyse, veröffentlicht in der „Tailu Mail", m welchem auf di^ große Gefahr der Wasserverpestung und der^l Folge»: hingewiesen wird — trinken die Bewohner Bradford» das Wasser aus dem Behälter mit der Leickx weiter! "' (3 igc u n e r e h r e.) Vor einem Pariser -UoNMlonunissariate <'l-schie>wn zwei junge Leute, um "M'n grausten Vorfall zu crzähleu, dessen Zeugen nc waren. Sie hatten im Walde vou St. Germain ciucu ^paziergaug gemacht, als sie sich plötzlich vor cmem Zigeunerlager befanden. Tie eigenartige Gruppierung der Leute schien ih,mn sonderbar, sie schlichen sich herbei und beobachteten nnn Folgendes: Etwa 50 Zigeuner schienen eine Art Gericht zu halten. In der Mitte stand ein Mann von etwa 40 Jahren, der heftige Auflagen gegen, eine junge, sehr hübsche Person erhob, die still weinend abseits stand. Neben ihr lag auf dem Boden ein junger Mann, dor mit Stricken festgebunden war. Lange Reden wnrden gehalten, deren Inhalt den beidchi Zuschauern natürlich unverständlich blieb. Aber die ganze Situation schien doch flar. Der heftig schrciondeMann war derGatteder hübschen Frau, der Manu am Boden der Venührer Tann wnrde das Urteil gesprochen. Der Gatte'^oa einen Tolch nnd stieß ihn seiner Frau in die Brust >; ^'^"nerin ,ank entsoelt zu Boden. Di,e Iuscl^au r - 'nU""^?'^'' ""eu s° rasch wie möglich Zum nachsteu Polizeirevier gelaufen. Als sie in Be^ glettung der Poliz?i znrückkehrteu, fanden sw nichts mehr als ein paar glinnuende Herdfeuer und einige Blunpnren. Die Wagen waren fort uud hatteu da3 Gehe,mn,s diefes Dranias mit fich gmounnen. Lolal- und Provinzial-Nachrichten. Ein Tag auf der Erdbebenwarte in Laibach. (Schluß.) riues^!^ ^ "2"'lt mir dann, daß der B.rnf g n. m " 7'^^'^"' '" """ch'n Ländern kein ^a ien ' ">"'^"' ^'"" '"""er Kollogen in C- d .'.. ' " '"' ^brte, „geht nach eiuen, lokalen ^ db ben e,n paar Tage nicht a.us feinem ^anse, er ä s^"-^' ^""^ "" "' ihn, nicht'verzeih, ^adn^' > '"^ ^7"'" bat, attackiert zn werdet ^aoulch. dan !<',ne Apparate die Fernbeben Meieren om"^dl7 '!'"^' uud die vierzehn Tag^a^er aU m s. ."^"r^s richtig signalisier, werben, len ^ ,^"' ^""lterung als Prophet, nud sie wol- en e. mcht glauben, daß er. der die fernen Beben w^chng vorhersagt, von den lokalen ui^- wissen Von fremden Gelehrten wird die Erdbebenwarte in Laibach ebenso hoch geschätzt wie deren Leiter. Der bekannte japanische Forscher Onwri weilte längere Zeit auf der Warte, uud Professor Velar verdankt diesem Gelehrten eine ganze Literatur über die Erdbeben. Die Japaner haben es in dieser Wissenschaft zur größten Vollkommenheit gebracht, ihre Apparate Nnd die genauesten, präzisesten, und ihre Bücher haben '" der gauzen Welt Geltung. Welchen Wert man Lai-"acy als Beobachtnng5posten und Prozessor Belar als ^iter der Warte beimißt, mag daraus erkannt w,?r-^rnf^ "" Ha"'"nVUniversität in Amerika dem ^rowior ?men erheblichen Betrag zur Anschaffung "Ue^''-?'"''''^"' in Ausficht stellte. Die "ne "n.^^ungen ^ ^"chrt^n gehch dahin, doi Ei'i.^ "/^..^^^'"'"'^' b" die Schwankungen '"lnn ch^'n l!'^' '"^" '"l u>^ fiir die Eisen- T^ nä^ ^ 5°u größte.n Wert sew wird. Vrofesto? m ^''beben, an die zu denken ist? l'" ErdrindVi..^^ '"?"' d"N die Veränderungen lichften s<>,>„ ^' ^"'^"' ""d im April am gefährde Statistik'bew^is^"'^'" ^"" 5" auger Monat, wie wieder die daln n n'^ > /"' ^"li würden sich sicher "'s sei .r sch ?"' ^'^'oben einstelle!.* Tar- ^ibach? Gm b^ln7"^' Und die Situation in ^bren seien ben ä 7^'/'^b'b^', wie das vor 'urfe uich ,^ s ^"^ Erscheinungen, aber „>an ^rdbebenbod./b v '/,? "'"' lich auf klassischen, "" Tchwankun,en z,i^"' ""'""' ^"0"ng zu leich- urzeicyuet. ">e Auslauser die,er lüngsten Beben auf» unter den, Niveau der Erde auf eiuem, vom Fuuba-ment des Hauses getrennten Steinsockel befindet, und seine reichhaltige Bibliothek. Tann steigen wir auf den Tnriu, Er birgt Windmesser und Apparate, durch die Veränderungen im Tonn^ntörper beobachtet werden können, da diese Sonuenvorgäuge von den Forschern in Zusammenhang mit den Gleichgewichtsstörungen auf uuferer Erde g,e!bracht werben. Über eine schmaie Wendeltreppe kommen wir in5 Freie uud befinden uus auf dem höchstein Punkt der Anstalt. Vor mir liegt Laibach in Dunkel g,ehüllt, nur hi,e und da taucht eiu lichter Fleck auf, eßne städtische Laterne, die die Umgebnng ?rheüt. Die Lüfte sind schwül und der tiefschwarze, wollenverhüllte! Himmel kündet Gewitter. Über den mächtigen Steiner Alpen zieht auch jchon fcrncs Leuchten auf. „Erdbebenwetter," sagt der Professor, d'.'r neben mir anf der Warte ist. Uud während ich hier oben slche, hoch über der Stadt, deren Moorgrund im Laufe der Iahrhnnderte, von der Römerzen bis zum heutigen Tage, fo vielfache uud furchtbare Veränderungen durchzumachen hatte, tönen die leifeln Klingeln der feinen Instrumente zu uns. Mntter Erde regt sich! Ein Hauch ihrer Urkrast und sie schleudert daö Werk der lleiuen Menschen von sich. Der Arzt aber begibt sich zur Kranken, um uach ihreui Pnls zu fehen. »6^. — (S t e u e r u achlä f se uud Ttc u e r -e^ rmäßiguuge u.) Laut Erlasses des k. t. Finanzministeriums vom 26. Mai IRK». Z. 39.510, wird in Ausführung der Art. I V bis XI oes Gesetzes vom ^5. Oktober 1«)6, N. G. Bl. Nr. 220, siir das Jahr Mit> 1.) der Nachlaß an der Grundsteuer mit füuf-zehu Prozent uud an der Gebäudesteuer, mit Aus-nahmc der fiinfprozentigen Steuer voin Ertrage zeitlich steuerfreier Gebäude, mit zwölfeinhalb Prozent bestimmt, 2.) die bereite in den Vorjahren dnrch-geführte Ermäßigung der Erwerbsteuerhauptsumme aufrechterhalten uud 8.) der Stauerfuß für die im 5 >M, Abfatz 1 und 5 des Perfonalstenergcsctzcs, bezeichneten, zur öffentlichen Nechnnngvlegnng ver-pflichteten Unternehmungen mit zehn Prozent festgesetzt. ^ (Ausstellung vou Leihrliug,,s-arbeiteu iu Veldes.) Das k. k. Handelsministerium hat zu den AuMelluugZkosteu eine Tubven tion von 2M X bewilligt: ferner haben die Sparkasse in Nadmannodorf, die Spm-» und Vorschußfasse für Veldcs nnd das Gcnieindeamt in Neifen Beträge von i")lj X. 25 lv und 20 l< votiert. Zahlreiche Lehrlinge find bereits angemeldet: die noch ausständigen sollen ihre Beteiligung sofort devu Ausstelluugskomitce in Veldes anzeigen. Die Lehrlinge mit den besten Erzeugnissen erhalten ein Diplom sowie em Sparkassebüchlein mit einer Einlage bis zu 20 lv und eventuell eine Vergütung dor Kosten für das Rohmaterial. — Die Ausstellung wird in der Zeit vom 5 bis 19 An-w'st im „Nlejsti Dom" stattfinden. (E r n e n n, u n g.) Seins Erxellenz de,- ^!>»->-Handelo,uiuister hat de./Herrn Obe höftk n rol Michael Puöuil iu Wien zum t. t' Ober Vos v^I Walter daselbst ernauut. ^ocr^ostv^. ^ s "' ^ ^' ^ " " luachri ch t.) SÄuc Erzellenz Gewnrat O.kar P a r m a n n, k. und k. Feldzeug-meister und Stellvertreter des Oberlonimandanten der t. k. Landwehr, ist gestern abend mit dem Obersten des GLneralstav5 Herrn Artur Wintler hier eingetroffen uut> im Hotel „Union" abgestiegen. ^ (De r I a h r e Z b e r i ch t d e s II. S t a a t Zl. g l) ,u nasi u mZ in Laib a ch.) oer iu slovenischer Sprach? vom Direktor Fr. Wiesthaler heraus-gegebeu wurde, enthält an erster Stelle die Stndie ..I'i«!,ui(^". ^»rvi «Iovc'il«lvi i»<^„i5ki n1,u:!U!,u min Professor Dr. Iauko «lebinger und dann Schulnachrichten vom Direktor. Der Lehrkörper be-staud ans 18 Mitgliedern für die obligaten und aus ^ Mitgliedern für die nicht obligaten Lehrfächer. Die Zahl der Schüler betrug am Schlüsse des Schuljahre^ 362 (1. li 39, 1. b 46, 2. li 33, 2. b 34, 3. n 33, 3 d 29, 4. 48, 5. 40, 6. 26. 7. 22, 8. 17). Die Muttersprache war bei 361 die slovenische, bei einem Schiller die böhmische, die Konfession bei allen die römisch-katholische. Ein Zeugnis der ersten Fortgangsklasse mit Vorzug erhielten 19, eiu Zeuguis der crsteu glasses 236, der zweiten Klasse 42, der dritten Klasse 21 Schüler: 42 Schüler werden eiue Wiederholungs Prüfung nnd zwei eine NachtragZprüfnng infolge >irankheit abzulegen haben. Das Schulgeld betrug im ersten Semester 4200 I(, im zweiteu Semester 1280 K. 26 Schüler standeu im Geinusse von Tti-pendien im Gesamtbeträge von 3920 l< 8 I>. Der Unterstützungc-fond hatte 693 X 61 l> an Einnahmen nnd >!5.'i I< 5 I, a,, Ausgabeu zu verzeichnen. Dao ^chnljahr 190s,/i907 beginnt am 18. September mit einem bl. Geistamte. — (Der Erste La i bach er Beamten-Wi rtschaftsverein) hielt gestern abends unter dein Vorsitze seines Obmannes, des Herrn Ivan K ej / a r, seine 18. ordentliche Gmeralversaim»' lnng ab. Herr Kejxar gedachte in seiuer Ansprache der verstorbeneu Herreu Mitglieder Ivan Majeröie uud Josef Pfeifer, deren Andenken die Versammlung dnrchs Erheben von den Sitzen ehrte', konstatierte sotiann einen neuerlichen Abgang im verflos» senen Veru'alkungsjahre, der einerseits auf den gL-ringen Konsum, anderfeits auf die Gleichgültigkeit 0er Mitglieder zurückzuführen fei, wöbe»' er auf den 5 22 der Statuten aufmerksam machte, demzufolge alle Mitglieder für den Verlnst solidarisch haften. Es haben vom Kapitale 1402 X 5 u abgeschrieben lvor-den müssen; der Verein köuue aber uach dm gegenwärtigen Statuten nicht einmal liquidieren, weil zu einem solchen Beschlusse die Anwesenheit von drei Fünftel der Mitgliederanzahl, also vou wenigstens l36 Mitgliedern, erforderlich sei. Redner vorwies übrigens auf die Gefahren, die dem Beamteustande aus der Auflösung des Vereines erwüchsen, uud ersuchte die Mitglieder, sür den Verein kräftigst zn agitieren. Wenn jedes de!r gegenwärtigen Mitglieid^r für 20 lv monatlich konsumieren würde, so wäre de>r Bestand des Vereine« gesichert. ^ Herr S o k I i 5 stellte hierauf den Antrag auf Liquidation des Vereines, bezw. anf Protokolliernng dieses Antrages, doch wurde dieser Antrag abgelehnt. -^ Dem Gc° schä'ftsberichte des Herrn Vereiussekretärs Las-bacher entnehmen wir folgende Daten: Mit Schlnß des Jahres 1904 zählte der Erste Laibacher Beamten-Wirtfchaftsverein 2>1>j Mitglieder mit eingezahlten Anteilseinlagen 17.037 I< 60 I>. Iu, Laufe des Jahres 1905 sind zugewachsen 5 Mitglieder und an Nn° teilseinlagen 608 X 60 Ii, zusammeu 253 Hilitglieider mit eingezahlte», Anterlscknlageu 17.0l6 l< 20 ll. Ausgetreten sind 2l Mitglieder und es wurden an Anteilseinlageu rückgezahlt, resp. verrechnet 2l)54 K. Im Sinne des 8 22 der Vereiusstatuteu wurden znr Deckung des Verlustes pro 1W4 an Anteilseinlagen verwendet 363 lv 34 n. Der Stand der Mitglieder belief sich daher- mit Schluß des Jahres l905 auf 229 Mitglieder mit 15.22.^ lv 8<> !> eingeIahlteu Anteils, einlagen. Im Vergleiche zu der mit Ende de- Jahres 905 ausgewiesenen Mitgliederzahl von 248 Mitgliedern stellt sich der Stand der Mitglieder mit Ende 1905 um 19 geringer dar. Die Einnahmen betmgein l!»>57 l< 3 1>, di? Ausgaben 49.766 K 91 ll. Das Gewinn- uud Verlustkonto weist 4941 lv 24 I> an Gewinn und 57.^1 lv 42 I, an Verlust aus. Der Vor^ stand trat zu 11 Sitzungen zusammen: das Lasser und die Kasse wurden je zweimal skontriert. Im ganzen wurden 118 Stücke erledigt uud 572 Fakturen ei,u< getragen. Die Zahl der Posten im Kassaibuche betrug 1121. Über Antrag des Herru Hilfsämterdirektors Zarli umrde dem Vorstaude das Absolutoriuni erteilt und sodann die Marima,lanzahl der Amortisa-tionsraten bei Kreditgewährungen wie bisher mit 20 Monatsraten festgesetzt, ferner nach längerxr Debatte der Zinsfuß für die vou Genossenschaften in Auspruch genommenen Kredite in, Betrage von über .^0 l< für die bisherigen Schuldner ab 1. August 1906 von 3 A» auf 5^ erhöht, während der Ziusfuß für das Jahr 1905 bis 1. Au.guft 1906 mit 3^? beibe^ halte» wurde. — Die disponible» Kassab über die Änderung d>er Vereinsstatuten. Diese bestcht unter andorem dann, daß die Dividende künftighin uur von, Konsum ausgezahlt werdeu foll. daß jed^'r zweite Auteil, der den, Betrag von lO l< übersteigt, als verzinsliche Geld° einlage betrachtet wird und als folche wohl gekündigt, aber vor dem Jahre 1909 nicht ausgezahlt norden kann, daß iu der Folge von ein^r Veitrittsgebühr ab-znfehen ist, daß der Schluß des Vereinsjahres auf Ende August verlegt wird und daß jedes Ausschich-mitglied, das uugerechtfertigt vou drei Sitzungen fernbleibt, ausgeschlossen werdou kann. Weiters wer-d<„ die bisherigen Einlagen im Betrage von 80 lv aufgelassen uud bei eiuem Gehalte bis 1l«)0 lv mit 5 K, bei 2000 l< mit 10 lv, bei 3000 lv mit 30 lv und b?i einem Gehalke von über 3000 l< mit 40 lv bestimint. Die Sitzungen des Vorstandes siud für die Mitglieder allgemein zugänglich und werden all« monatlich einmal abgehalten: der Tag der Sitzung wird durch die Tagesblätter bekanutgegewu, Für allfällige Nekriminationen wird im Vereinslotale ein eigeues Veschwerdekästchen anfgestelit. - Ve, der Ergänzuugswahl wurden berufen i in den ^m!"m die'Serren P u tick, Ver d er l, e r, D r a f sa i, ^ r -st e u jak, T o n, a 2 i n und V r a da. f a al M^ ^der und die Her^ r^7^I'nv^^^arundB Laibacher Zeitung Nr. 156. 1464 11. Juli 1^06. nil als Mitglieder und die Herren Axlnan und Lederhas als Vrsatzinänner. Zum Schlüsse verabschiedete sich Herr Kejöar von, den Mitgliedern, worauf Herr Ro 8 tan dein Wirken des scheidenden Obmannes anerkennende Worte widniete. — (Evangelische Gemeinde.) Sonntag, am 15. Juli vonn. Vu^ Uhr hält Herr Pfarrer Dr. Hegemann zum letzteilmale vor eineill dreiwöchentlichen Urlaub Gottesdienst. Am 22. Juli fällt der Gottesdienst aus. Am 29. Juli predigt Herr Pastor Ningsd 0 rf aus Cilli. Am 15. Juli nachmittags 3V2 Uhr findet die Einweihnng der nen-erbauten evangelischen Christus-Kirche in Cilli statt, an lvelcher sich die Glaubensgenossen ans nah und fern zahlreich beteiligm werden. — (Das Amt eines Vertrauensmannes für die „Matica Hrvatska",) das in Laibach durch zehn Jahre vom Herrn Pfarrer Ivan Vrhovnik versehen wurde, erfuhr, da es der genannte Herr Pfarrer niederlegte, eme Zweiteilung, und zwar wurden damit die Herren Prof. Dr. Michael Opeka und Eisenbnhnoffizial Franz Pod-krajüek, Nesselstraße Nr. 21, betraut. Eine nns aus Mitgliederkroisen der „Slovenska Matica" zu-gehende Zuschrift befül-wortet zwecks Anbahnnng engerer Beziehungen zwischen dM beiden Vereinen den Veitritt zur „Matica Hrvatska", die jährlich um den Betrag von 6 X acht bis neun Bücher herausgibt und heuer u. a. eine slovenische Anthologie, verfaßt von Prof. Dr. Iletziö, sowie in der Folge unter ihren Iahrespnblikati'onen anch immer ein ilouenisches Buch erscheinen lassen wird. Tie neubeitretenden Mitglieder, die unentgeltlich ein troatisch-slovcnisches Wörterbuch erhalten, wollMl sich bei einem der beiden obengenannten Funktionäre melden. * (Der T e fraudant Perdan verhaftet.) Wie man uns mitteilt, wurde der angeb-lich nach Amerika durchgegangene Einkassierer der Brauerei Kosler, Josef Perdan, durch die Polizeß in Marbnrg verhaftet und gestern nachmittags durch Gendarmen nach Laibach eingeliefert. * (Wie schön klingt das W 0 rt „K irch ° weih fest"!) Die Pfarrkirche prangt im schönsten Blumenschmucke!, Fahnen wehen vom Kirchturms Glockengeläute und Pöllerschüsse verkünden den festlichen Tag . . . Aus der .bliche ist heute, wo nur möglich, Meister Schmalhans verbannt, die Oausfran bietet alles auf, nm ein gntes Mahl auf den Tisch zu setzen. Auch die Pfarrkinder in der Tirnau freuten sich auf den 24. Juni als den Tag des Kirchweih-festem Nur der an der Ziegelstraße wohnhaste nnd arbeitslose Taglöhner Peter Struma ans Baöelj sah dem Festtage tummervoll entgegen. Er wollte seiner Frau und seiner Schwiegermutter auif jeden Fall einen Leckerbissen beschaffen, aber wie? Nachdem er schou viermal lvegen Diebstahles abgestraft worden war und auch den, üblichen Unterricht in der ^wangs-arbeitsanstalt genossen hatte, spürte er selbstverständlich keine Gewissensbisse mehr. Er hiolt in der Pfarre eine kleine Umsclxm und kam anf seinem Nnndgange in die Badgasse, wo er bei der Besitzerin Frau Fran-ziska Pelz wahre Prachteremplare von Hühnern be^ merkte. In der Nacht vor dem Kirchwcihfcste stattete! er der Hühnersteige einen Besuch ab und nahm einen Hahn, vier Hühner und neun Hendel im Werte von 87 l< mit. Die Tiere wurden an Ort und Stelle abgestochen nnd in einem Sacke nach Hause gebracht. Am Kirchweihfeste standen gekochte Hühner nebst ckner schmackhaften Hühnersuppe auf dem Mittagstische. A,m opulenten MMe nahn, auch eine beim Hiilmerdiebe wohnhafte Arbeiterin teil. Zu Anfang dieses Monates wurde eine kleine Nachfeier veranstaltet, zn weilcher drei fette Hennen des Herrn Pfarrers Vrhovnik herhalten mußten. Solche Mahlzeiten wären öfters erwünscht, leider steckt die Polizei überall ihre Nase hinein. So anch hier, Gestern nahm sie den Hühnerdieb fest nnd durchsuchte nebstbei seinei Wohnung, wobei Hühncrfedern und Hühnerfühe, eine silberne Dose, eine Uhrkette, verschiedene Wäsche, Dietriche nsw. vorgefunden wurden. Znm Gedächtnis an das Kirchweihfest wnrde der Gauner dem Landes gerichte eingeliefert. Die anderen Mitschuldigeil wnr den anf freiem Fuße belassen. * (Bosheit.) Vorgestern nachts wurden die auf dem Marktplätze befindlichen Ständer, anf denen das Rindfleisch billiger vertanft Wird, mit roter und schwarzer Tinte begossen. -- (G urke r Kr ebsc in Graz.) Sehr er--staunt waren am 10. d. M. die am Gurkflusse wohnhaften Unterkraincr, als sie ans einem in einer Grazer Zeitung eingerückten Inserate ersnhren, daß ili Graz „Zum roten Krebsen" jeden Freitag frisch? Gurker Krebse aus Kram einlangen. Jede Kunde erhält ein Zubereitimgsrezept gratis, um auch eine pikante Krebsensnppe herstellen zn können, Proving-anfträge erbitten wir immer bis Mittwoch und wer- den Krebse Samstag zum Versand gebracht. Wil» sind ill der Lage, jede Woche zirka 1000 Stück schöne Eremplare liefern zu tonnen. Preis pur Stück von 20 ll anfwärts." — Bisher gibt es wohl im ganzen Flußlaufc der Gurt leine über 10 Zentimeter lange Krebse nnd selbst diese werden, weil sie so selten vorkommen, aufs peinlichste geschont. Immerhin wären die dem Gurkflusse entlang ansässigen Unterkrainer der Grazer Firma zu Tank verbunden, lvenn sie ihnen öie Stelle, wo die Krebse im Gurtflnsse vorkommen, oder den Wohnort deren Lieferallton bekannt gäbe, denn seit 15 Jahren konnten aus dem Gurt'flusse keine Krebse bezogen werden. — (Die Filiale des S l 0 v e n isch e n Alpen v ere in es in Littai) veranstaltet am 15. 0. M. einen ganztägigen Ausflug auf den Kum-berg. -ik. — (Totschlag.) Am 2. d. M. gegen l» Uhr abends kam der Keuschler Peter Cvck aus Predaßl, Gerichtsbezirk Krainburg, ins Gasthaus des I. Celar, wo er ein Achtelliter Branntwein kanfte, um ihn nach Hause zu tragen. Vor dem Gasthause! entstand zwischen Cvet nnd der Familie des Gastwirtes Celar, bestehend ans dem letzteren, seiner Gattin nnd drei Töchtern Johanna, Franziska und Maria, eilt Streit, worauf der Gastwirt samt seiner Familie den Kensch-ler überfiel. Cvek wurde niedergeschlagn und so mißhandelt, daß er am Scheitel eine klaffende Wunde! erlitt, an der er tagsdarauf starb. - - l. — (Totschlag.) Der Schmied Josef Iurman ans Zaplaze, Gemeinde Großlack, geriet vor ungefähr 14 Tagen in berauschtem Znstande mit seinem Schwiegervater Jakob Gliha, mit dem er in einem Hanse wohnte, ill einen Wortwechsel, in desscht Verlanfe er eine Haue ergriff nnd zwei wnchtige Hiebe nach dem Kopfe seines Schwiegervaters führte. Die Verletzungen waren so schwerer Natur, daß ihnen Gliba nach Verlauf einer Woche erlag. Der Totschläger wurde verhaftet lind dem Kreisgerichte in Rndolfswert eingeaiefert. K. — (Dic Laibacher Ve re i n stap el le) veranstaltet heute abend im bürgerlicheil Hotel „Lloyd" (Petersstraße) ein Mitgliederkonzert. Anfang nm halb ^ Uhr abends. Eintritt für Mitglieder frei, für Nichtmitglieder 40 Ii. — (Im städtischen Schlachthause) wurden in der Zeit vom 24. bis einschließlich 30. Juni l>7 Ochsen, 1 Kühe uud 5 Stiere, ferner 101 Schweine, l72 Kälber, ^.5 Hammel nno Böcke sowie 4!» Kitze geschlachtet. Überdies wnrden 1 Schlocin nnd 4 Kälber in geschlachtetem Znstande nebst 264 .Kilogramm Fleisch eingeführt. * (Verloren) wurden: ein Geldtäschchen mit 4 X Geld, ein solches mit 2 Iv, und zwei Zelmtronen-Goldstücke, ferner eine goldene Damen Halskette mit einem Herzchen als Anhängsel, ein Portemonnaie mit 8 K 60 1i, ein Geldtäschchen mit 5 X, eine silberne Taschennhr samt silberner Kette und ein Geldtäschchen mit 16 15 97 I». — (Kur liste.) In der Landes-Kuranstalt NeuhauZ bei Cilli sind ill der Zeit vom 17. Juni bis 4. Juli 108 Personen zum Kurgebranche eingetroffen. Theater, Kunst und Literatur. — („Slovan.") Inhalt der 8. Nummer: 1.) Vla 0 i m i r: An die Lippen der Sphinr. 2.) Spi -tignjev: Igor. A.) L. P.: Zwei Glagoljaschen aus der Neformationszeit. 4.) I. E. Rubin: Hirt Jonas. 5.) A. A 5 terc: An Ivan Hribar zum zehnjährigen Jubiläum seiner bürgermeisterlichen Tätigkeit. 6.) Olöev I go: In der Heimat der schönen Künste. 7.) Ivan Lah: Ans den Zeiten der Nomantik. 8.) Feuilleton (Literatur, Theater und Mnsik, Kunst, Verschiedenes. Unsere Bilder). Das Heft enthält zwei Kunstbeilagen nebst 10 sonstigen Illustm-tionen. Telegramme its l. l. TeltMjtN'VmesMdenz.wealls. Reichsrat. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 10. Juli. Die Spezialdebatte über die Gewerbereform geldieh bis zur Verhandlnna, der vorletzten Grllftpe. Das Hans nahm hierauf den Dring-lichkeitsantrng Licht nach längerer Debatte all, wornach die Regierung aufgefordert wird, die Verhandlungen mit Ungarn, welche der gesetzlichen Feststellung des Verhältnisses beider Staatsgebiete zueinander gellen, zn beschleunigen nnd in die Verhandlungen anch die Frage der Aufteilung der Einkünfte aus den Finanzstellen Qsterleich-Ungarns nach Maßgabe des Verbrauches einzubeziehen. Im Laufe der Debatte versicherte der Ministerpräsident Baron Veck, die Aufforderung der Regiernng, znr Ne-schlennignng der Verhandinngen sei überflüssig, da die Vorbereitungen dazu im vollen Gange sind. Das Bedürfnis sei sowohl in Österreich, wie ill Ungarn, gleich intensiv, endlich einmal zn einer die ruhige, dauernde und gedeihliche Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse beider Staatsgebiete ermöglichenden Basis zu gelangen. Die Regierung weröe selbstverständlich mit alleil Kräften nnd aller Energie dieses Ziel zu erreichen suchen. Die Frage der Be-handlnng der Zolleiniiahmen, deren Gemeinsamkeit bis Ende 1M7 gesetzlich vorgesehen ist, wird selbstverständlich bei der Verhandlung destvenskij und sein Stab, sondern das ganze System an der Katastrophe schuld sei, nnd Verlangeil, er solle nicht alls falfchem Ehrgefühl schlveigen, fondern alle bloßstellen. — „Strana" ver- i langt eine Parlamentarisiernng d?H Ministerinms: nlir dann seil eine Sanierung der Flotte möglich. ^ Die Begnadignng der vier zum Tode verurteilten Offiziere ist nach Ertlmdignngen in hohen Kreisen sicher. Petersburg, 10. Juli. Ans Insovka (Gouvernement Iekaterinoslav) wird nnter dem gestrigen gemuldet: Unter den hiesigen Kosaken sind schwere Verstöße gegen die Disziplin vorgekommen. Sie haben , wiederholt mit demonstrierenden Arbeitern Mnem« V same Sache gemacht. Eine Sotnie von IM Kosaken > weigerte! sich, die Übnngen mitzumachen. Der Kom- V mandant ließ sie gefangen fetzen. Kurz darauf wei- « gerte sich ein« Sotnie, auf eine Schar von Demon» I stranten zu feuern. Die Sotnie wurde nach Verhne- « Dnjeprovsk versetzt. 500 Arbeiter hielten eine Ver» » sammlung ab und beschlossen, die gefangen gesetzten « Kosaken zu befreien. Sie zogeil zur Kosakcnkaserne V und warfeil nach der ihnen entgegengestellten Kom- » panie Soldaten mit Stmnen. Der Führer der Kom- « panie ließ feuern. Zn.iei Arbeiter wlirdeil vernnüldet, ein Offizier nnd ein Soldat dnrch Steinwürfe lxrlem. Am Abend zogcil 3000 Bergleute wieder znr Kaserne, uni die Befreiung der verhafteten Kosaken zn er zwingen. Petersbur g, 10. Inli. Über die Vorfälle in Iusovka wird noch folgendes mitgeteilt: Als !'.0W Bergleute, die zur Befreiung der verhafteten Kosaken nach der Kaferne gezogen waren, erfuhren, daß der Zug mit den verhafteten Kosaken bereits nach Back' nilit abgefertigt fei, gingen sie zur Bahnstation, besetzte», die Bahnlinie nnd «fordMen, daß der Zug zurückbeordert werde. Als die Truppen herankamen, zerstreuten sich die Bergleute. Gegenwärtig ist dic Ruhe im Insovka-Bezirke wieder hergestellt. Alle Betriebe sind ill Tätigkeit. Athen, 10. Inli. Nach einem aus Salonichi eiilgetroffeueil Telegramme sind am 7. d. drei Aul' , gare,: in Velessa iu die Klinik des griechischen Arztes Lonys eingedrungen und habeil durch Nevolverschüsst den Arzt schwer verletzt. Lollys wnrde nach Salonichi gebracht, wo er sich im sterbenden Znstande befindet-Tiefes Attchltat gegen einen der Politik vollständig fernestehenden geachteten Griechen hat unter de" Griechen von Velesfa, Üsküb nnd Salonichi große Aufregung hervorgerufen. Laibacher Zeitung Nr. 156. 1485 11. Juli 1906. Ausweis über den Stand der Tierseuchen in Krain für die Zeit vom 30. Juni bis 7. Juli 1906. Es herrscht: die Pserderäude im Bezirke Tschernembl in der Gemeinde Podsemel (1 Geh,); die Schweinepest im Bezirke Adelsberg in den Gemeinden Toinegg (1 Och.), Grafenbrunn (7 Geh.); im Bezirke Gottschee m den Gemeinden Nuersperg (1 Geh.), Graflinden (3 Geh.), Güttenih (9 Geh.), St. Gregor (9 Geh.), Hinterberg (4 Geh.). Mosel (11 Geh.), Nesseltal (2 Geh.), Schwarzenbach (1 Geh.), - Unterlag (1 Geh.); im Bezirke Gurlfeld in den Gemeinden Heü. Kreuz (2 Geh.), Lanbstraß (21 Geh.); im BezirkeLittai m den Gemeinden Dedendol (1 Geh.), Kreuzdorf (1 Geh.); lm Bezirke Rudolsswert in der Gemeinde Dübernil (1 Geh.); lm Bezirke Tschernembl in den Gemeinden Altenmarkt (3 Geh.), PoHemel (2 Geh.), Suhor (2 Geh.), Thal l2 Geh.); oer «otlaus der Schweine im Bezirke Littai in der Ge. memde St. Veit (1 Geh.); im Bezirke Rudolfswert in den Gemeinden Tschermoschnitz (1 Geh.), Wrußnitz (1 Geh.). Erloschen ist: der Milzbrand im Bezirke Krainburg in der Gemeinde St. Iodoci (1 Geh.); im Bezirke Littai in der Gemeinde St. Veit (1 Geh.); die Schweinepest im Bezirke Adelsberg in den Gemeinden Grafenbiunn (1 Geh.), Iablamh (1 Geh.); im Bezirke Gottschee in der Gemeinde Unter»T)eutschau (1 Geh.); im Bezirke Tscher» nembl in der Gemeinde Radence (1 Geh.); der Notlauf der Schweine im Bezirke Krainburg in der Gemeinde St. Georgen (1 Geh.); im Bezirke Laibach Um-» yebung in der Gemeinde Presser (1 Geh); im Bezirke Littai m der Gemeinde Nedendol (1 Geh.); im Bezirke Rudolfswert in den Gemeinden Hof (2 Geh.), Hönigsten, (2 Geh.) St Michael'Stopic <2 Geh.). Rudolfsweit (1 Geh.); im Bezirle Tschernembl in der Gemeinde Tschernembl (1 Geh.). K. l. Landesregierung für Krain. Laib ach am 7. Juli 1906. Verstorbene. « ^ .?? ?' Iuli- Margarelh Franko, Besitzersgattin, 56I., RadeMtlllhe 11. ?ud«rcul. i>u,m. .^. ^ln, 8. Juli. Karl Pajsar. Malerssohn, 3 Mon., Schleßstattgasse 15. Atrophe. - Ignaz Tomiz, Schuhmacher, v» ^., ztarlstädterstlllhe 7, H,ltvriu3c:I«lo»i8. Im Zio ilspitale: Am 6. Juli. Johann Ravnikar, Inwohner, 69 I,, u!^" "'°'°' " ^°^^ ^°^' Tischlergehilfe. 21 I.. luderen!. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Seehöhe 306 2 m. Mittl. Luftdruck 736 0 mm. Z> "-° HZ^ e" Mnd be«Hl««tl, Z°Z <^ l 2 u. N. T37 - 5^20 2 SO. schwach bewijllt ^" l 9 » Ab. 736 5 I 16 7 SO. mähig Regen 11.l?U. F. > 734 7 16 4 windstill j bewttlt j 7 4 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur 18'1°, Nor» male 19 6°. Verantwortlicher Redakteur: Unton Funtel. f if fate QfiOssig* &^ weiss u.^zart. u Überall zujiab&iu ____°_ Bürgerliches Hotel Lloyd. ------ »)Xfr>------------ Heute Mittwoch den 11. Juli 1906 bei jeder Witterung KONZERT der Laibacher Vereinskapelle. Eintritt für Mitglieder irei, für Nichtmitglieder 40 Heller. Anfang um halb 8 Uhr abends. Zu zahlreichem Besuche ladet höflichst ein hochachtungsvoll Karl Tauses, Restaurateur. Schweizerhaus. Heute Mittwoch den 11. Juli 1906 Zwei Abschieds-Konzerte der Hofhapelle Bandi Rözsa aus flbbazia. Anfang um 3 Uhr nachm. und um halb 8 Uhr abends. Eintritt fffc-«l. (3079) 2-2 Obrtno pomožno društvo. —¦«¦— lzuanrcdni obèni zbop obrtnega pamažnega draätva registrovane zadruge z omejenim porostvom bode v èetrtek dne 19. julija 1906 ob 61/. uri popoludne v društveni pisarni Židovske ulice št. 8, I. nadstropje. Dnevni red: Poroèilo in predlogi izvan-rednega odbora za proslavo društvene pet-desetletnice. (3095) Nacelniütvo obrtnega pomožnega društva registr. zadruga z omejenim poroštvom v Ljubljanl Hotel Union: Täglich Regimentsmusih - Konzert. ________ ** (3096) Kurse an der Wiener Börse (nach dem offiziellen Kursblattej vom 10. Juli 1906. Die notierten Kurie verstehe» sich in Kronenwührung. Die Notierung sämtlicher Nltien und der ,.Diversen Lose" versteht sich per Stuck, «elb Ware Allgemeine Staats, schuld. iicheilliche Rente: lonv. steuersrei, Kronen (Mai.Nov.) per Kasse . . 9» 65 98 «5 dctto (Iün.'Iuli) per Kasse 9S-ö!> 92 ?k> 5-2 »/„ «. W. Noten (Ftbr.'Nug.) per Kasse......100-45 iou 6b '»"/<, 0. W, Cilb« (Npril.lltt.) per Kasse . , . , . . ION 40 ioo>eo 1»»«er Etaatslose 5«0 sl. 4 »/„ 158-40 16U4U l«0er „ lO« U. 4 °/„ Ü06Ü0 210-z« i»64ei ,, IUU fl. . . 27U-50 281 50 ^ "^. " bN fl, .. 27950 Ü812U «°m..Pfanobr, il 12« ll. ü«/„ 28sb0 290 k»« Staatsschuld d. i. Reichs. "te vertretenen König. reiche und Länder. <>st«r. Gold««!«, stfr.. Gold . V» Kasse .... 4»/ ,<7 »2 linin t>ft«rr^ Rente in Kronen«, stfr." " " «"- Il>°es,iti°n«.'«ente. stfr "l. per Kasse . 3'/,°/, 89 45 8865 »is.nb«>fn.zi,a°„lchul!>. »lllchreibungen. ^ ' "° - - - 4Ü2-- 435.5« «eld Ware Po» zl»al» zur Zahlung 2b«> n«««n»e ssilenbal>n>l>l!»ritilt»' Fbligatlontn. Äülim, Westbahn, «m. 189b. 4!M Kronen 4 °/„ . . . . 9965 10U«l> «tlisabethbahn «00 und »0/,"/« detto per Kasse. 84-?0 84-9u Ung. Prämien.Anl. ^ 100 fl. . 2U8 — 210-dttto k 50 fl, . 207-75 20975 Theiß-Ncg.-Lole 4°/o .... 155 50 15? 50 4«/» ungar. Grundentl.-Oblig 8480 95 75 4"/» troat. u. flav. Orundentl.. ! Oblig........9?.- —-- Andere öffentliche Anlehen. Nos». Lanbes.Anl. (div.) 4°/« . 9b »0 96'3o Vosn. - herceg. Oisenli.» Lande«. Nnlehen (div.) 4'/,°/» - - 100-45 101 45 5°/<> Lonau-Neg.-?lnleihe 1878 105 25 106-25 Wiener Verlchi«'«nlell)t 4°/„ 9955 100 55 betto 1900 4°/° 9975 100 75 «nlehen der Stadt Wien . . 103-05 104 — betto («2, od. G.) . . . 121-75 I22'7i> detto (1894) . . . .87-70 98 70 detto (1898) .... 99-30 100-30 dctto (1900) .... 99 Ü5 100 55 detto I110.-A.) 1902 . 100 — INI — '«ölsebllliMnIehei! «rlosb. 5°/« 99'60 10060 Vulg. Stllat«eisenb.-Hyp,-Nnl, 1889 Gold .... 6°/u 119-30 120^0 Vulg. Staats. Hypothelar Anl. 1892......«»/» ll» 6 120 6? Veld Ware Pfandbriefe «. Vodenlr,.all8,bst,in50IU»l.4°^ 88 ?0 9970 V0hm, Hypothelenbanlverl. 4"/u 9S-60 10060 Zentral Äod.SchuIdv. d. V°denir,.«nst. Em. 1889 92- S7 — Aktien. Hlan»P»ll»zln!tM»h«l»g»n. Uusstg.Tepl. liisenb. 500 fl. . 2430 — 2507 — Böhm. Nordbahn 150 sl. . . 368-— 369 -Vuschtiehraber Gisb. 500 sl. KM. 8u»U-— 3040-detto (lit. L.) 2no sl. per Ult. 1125 — 1135 — Donau . Dampfschiffahrt«. Ges.. 1., l. l. prio.. 500 fl. KM. 1054 — 1056 — Duz.Vodenbacher Eist». 4uo »r. 54«— 547-sserdinandS.Norbb.iooo fl.KM. 5550 — »580 — Lemb..Tzern,'Iassy.Eisenbahn» Gesellschaft, 200 fl. S , 580'— 5835« Lloyb.osterr,, Trieft,,50UfI. KM. 73»-— ?<2--Österr. Nordwestdahn 200 sl. S. 449- 45050 detto(Ut. U.)200fl.S. P.Ult. 450— 451 — Pran>DnzerEisenb. 100fl.abgst. 2«8-— 22950 Staatseisb, 200 fl,T. per Ultimo 674-— 675 — Slidb. 20« fl, Silber per Ultimo 1«»-- 169-Tübnorddeutsche Verbindungsb. 2UU fl. KM......4I0-— 412 — Tramway >G«s., neue Wiener, Prioritäts.Nltien 100 fl. , —-— —-— Ungar. Westbahn (Raab'Graz) 200 fl. S.......40»-— 409 — 5 Wr. Lolalb..Uitien.Ees, 20« ft. 170— 190 — »«nlen. Analo.bsterr. Banl, 120 fl, . . 3w— 311 - Banlverein, Wiener, per Kasse — — —-— dettu per Ultimo . . . 54840 54S40 Vuoenlr..Ä»st. öster»., 200fl.S. 1041'— 1045-— " ^c!ttl,.Vud,.ztredb, öst., Ü0U fl. 548— 550 — Kreditanstalt sür Handel und Gewerbe, ieo fl.. per Kasse —-- — - betto per Ultimo 669 — 670 - - Krebitbanl aNg. ung,, 200 fl. . 807— 803-Depositenbanl. allg., 200 fl. . 45<-— 453 — Eslompte' Gesellschaft. nieder» östeir.. 400 Kronen. . . 563 — 565 — !0 Giro» und Kassenverein, Wiener, 2U0 fl........464— 467-50 - Hypothelenbanl, österreichische, 200 fl. 30°/„ E.....295 — 288- - Länderbanl, österr,, 200 «l. p«r l0 Kasse ....... --- --- !5 detto per Ultimo .... 485->- 436 — - „Merlur". Wechselst.»«ttie«. - Gesellschaft, 200 fl. . . . 638— 63« — Velb Ware Österr.»ung. Van! 1400 Kronen 1667 — l69? — Uniunbllitt 200 fl......550— 5L1 — Verlehrsbanl, allg., 140 fl. . 83»5N 33so0 znduftlie.zlntemltzmunzen. Baugel., allg. österr., 10» fl. . 152— 156 — !ttriixerKohIenbergb,-Ges,1U0fl. »78-— 682 — al,»w..Leiha.,, erste, 100 fl. 20»-7!> 205 — „Elbemühl". Papiers, u,H.»G. 1«»— ,7150 Eleltr.Oes,. allg.üsterr.,2oufl. 457— 4l»8'— detto internal.,200fl. «03— s<>4 — Hirtenbcrger Patr.., Zündh. u. Mot,.ssabril 400 Kr. . - 1148-—1153 — lliesinger Brauerei 100 sl. . . 302- 306'-Montan.Oesellsch.österi,.alpine 572-50 57350 „Poldl.Hültt", Liegelguhstahl» F.»U,.<3. 200 sl. ... 525'— 530 — lirager Eiseu.Ind,.eI. Em. 1905, 200 fl......2700 — 27«6 — Mmll'Muranv, > Talgo.Tarjaner Eisenw. 100 fl.....571-50 572-5l! 2algo>Xarj. Steinlohlen 100 fl, 6ii- 614— ,.Schlüglmahl",Papierf.,20»fl. 337— 340 — ,.S«Yoonica", A.»G. f. Petrol.» Ind., 500 Kr.....610— 615 — ..Tteyrermühl", Paplerfabrll und «,.G......<63— 465'— Trifailer Kohlenw.»«, ?a sl. . 26»-— 27«-— Tüll. Tablltregic.Ges. «00 Fr per Kasse . —— — — detto per Ultimo 409 — tii — Wassenf..Ves., österr., in Wien. 100 fl........587 — 588 — WagnoioLeihanstlllt. allgem.. in Pest. 400 Kr.....— — — — Wr. Äaugesellschast 100 fl. , . 159 — 1«3 — Wieneibrrger giegelf,»Alt..Ves. 850— 85t — Devisen. zurzt Sichten un» Scheck,. Amsterdam...... 198-55 19875 Deutsche Plätze..... 117-42' 1176«» Uondon ...... ^ . 840-27' 240 50 Italienische Aanlplähe . . . 955« 9570 Paris........ «5 5? ?5'L? Zürich und Vasel - - - , 95-«'! «»??' Valuten. j Dulaten ...... "'" liSs 20-Fraule»°Ztücke..... ts 1ü '»»> Ho.Marl-Stücle...... 2» ö? 2«'55 Deutsche Neichsbanlnoten . . H745 ll? 65 Italienische Banlnote» . . . 95-55 »5« «ubel-Noten ... - - »" ^^ I »on Me,,,,,. ^^" "^33-4 V«]cauf | 55 lc>» ««TUen uua Valuten. •P. C^. Mayer Bank* -u.rLÈL *^7*eclxslergresclxäft Lalbach, SpitalgaHse. Privat-DepSts (SafeDeP»»""^^^,^