N^277.__________________Freitag, 3. Dezember 1886. 105. Jahrgang. Mibllcher Zeitung. Vri»«nn«s!,t«. »on,jä»iig fi, ii, Halbjahr,», 5,5,0, still b>>' ZufteNung in« Hau« gnnzjiiyri, N, l. — Inftrtinnsutbiir: stilr G D!«» «dmi»!« ,„ 4 ^ile« «5 !>,. nröß^e pl ^i,.- ', k>, »>c, l>'!, Vl,ln'd?lbo!,>>,^!, l's, ^sll^ » fr, ^ weiden n«ht nn«ln°mm<:u und »lannscrist« nicht znrs«q»st«llt, Umtlicher Hheil. Kaiserliches Patent vom 28. November 188« Offend die Einberufuug der Landtage von Böhmen, Aalmatien, Galizien und Lodomerien mit Krakau. Oesterreich unter und ob der Euus, Salzburg, Steier-"ark. Käruten, Kraiu, Bukowina. Mähren. Schlesien, "rol, Vorarlberg, Istrien, Görz und Gradiska, dann des Landtages von Trieft mit seinem Gebiete. Hbir Is^anz Joseph der Grste. ^n Gottes Gnaden Kaiser von Oesterreich; ?Mg von Ungarn und Böhmen, König von Dalma« ^', Kroatien, Slavonien, Galizien, Lodomerien und Mirien- König von Jerusalem lc.; Erzherzog von Österreich; Großhcrzog von Toscana und Krakau; ^lzog von Lothringen, Salzburg, Steyer, Kärnten. ^"l und der Bukowina; Großfürst von Siebenbürgen; ß-Akgrnf von Mähreu; Herzog von Ober- und Nieder-?cylesien, von Modcna. Parma, Piacenza uud Gua« Ma, von Auschwitz uud Zator, vou Teschen. Frialll. Musci und Zara; gefürstetcr Graf vou Habsburg und i'^l. von Kyburg.' Görz und Gradiska; Fürst vou grient ilud Brixen; Markgraf von Ober- und Nieder-^"sch uud in Istricn; Graf von Hohenembs. Feld-^rch. Nregenz, Sonneuberg:c.; Herr von Trieft, vou "attaro und auf der windischen Mark; Großwojwod der Woiwodschaft Serbien ic. lc. «.. ^h"n kund und zu wissen: Die Landtage vou Böhmen, Dalmatien. Galizien und Lodomerien mit Krakau, Oesterreich unter und ob ^ °er Em,s. Salzburg. Steicrmark, Kärntcn. Krain. Vuko-w'na. Mähren. Schlesien. Tirol. Vorarlberg. Istrien. ^vrz und Gradista. dann der Laudtag von Trieft mit Mnem Gebiete sind für den 9. Dezember 1886 iu ihre ^etzllchcu Versammlungsorte einberufen. Gegeben in Gödöllö den achtuudzwauzigsten No-member im Eintansend achthuildert sechsnndachtzigsten. ""'"er Reiche im achtunddreißigsten Jahre. 5 Franz Joseph m. p. ^"affe m. p. Ziemialkowski m.p. Falken- " ^ ^ n m.p. Prazäk m.p. Welsersheimb m. p. Dunajewski m.p. Gautsch m. p. Bacquehem m. p. ws< Se. k. nud k. Apostolische Majestät habeu mit ^uM)öchster Entschließung ddto. Budapest. 25. November ^' alleranädiast zu gestatten geruht, dass der l. und k.! Botschafter am tön. italienischen Hofe Graf Emanuel Ludolf das Grußkreuz des St. Mauritius» und Lazarus'Ordeus annehmen und tragen dürfe. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchstem Handschreiben vom 29. November d. I. den Cabinetssecretär Hofrath Stephan Päpay zum wirklichen Sectiouschef in Allerhöchsterer Eabinets-kanzlei allergnädigst zu ernennen geruht. Der Minister für Cultus und Unterricht hat den Slipplenteu an der Lehrer-NildlMgsanstalt in Capo-distria Johann Marke lj zum Hauptlehrer an diejer Lrhrer-Bildungsanstalt ernannt. Vichtamllicher Weil. Die Volksseele von Oesterreich-Ungarn. Wien, I. Dezember. Eine ereignisvolle Session, eine Periode von historischer Bedeutsamkeit ist von der österreichischen Delegation zurückgelegt wurden, welche gestern mit einem der Tragweite des Augenblickes und den Er« gebuisseu ihrer Berathungen entsprechenden Schluss-worte chres Präsidenten geschlossen wurde. Selten noch waren die Repräsentanten der österreichischen Völker in der für die gemeinsamen Angelegenheiten berufenen Körperschaft in einer für die fernere Ent. Wicklung des Reiches und für den Fortbestand des allgemeinen Friedens so entscheidenden Epoche zu ihrer ! Thätigkeit berufen worden, wie in diesem Jahre. Zur Zeit. da sie in der ungarischen Hauptstadt zusammen« getreten waren, bot der politische Horizont einen düste-ren Anblick dar. Die durch plötzliche uud gewaltsam herbeigeführte Zwischenfällc in Fluss gerathene Orient-frage drohte zu Resultaten zu führen, welche mit den Interessen der Monarchie, mit deu Bedinguuyen des Friedens und mit dem allgemeinen Volksbcwusstsein in Widerspruch gerathen konnten. Eine schwere Sorge lagerte auf allen Gemüthern, welche auch in der Eröffnungsansprache einen vielleicht zu scharfen Ausdruck gefunden hat, der aber sicherlich das Echo jener Empfindungen gewesen, welche die Delegierten erfüllten. In diesem kritischen Wendepunkte' nahm jedoch die österreichische Delegation sofort jene Haltung ein. welche sie. gleich dem Minister, zu einem Mittelpunkte des öffentlichen Vertrauens machte. Sie lilß sich weder vou Zaghaftigkeit uoch von Missmnth, sie lieh sich von ! keinen Leidenschaften fortreißen, sondern verharrte in Ruhe. Würde und vor allem in voller Einmüthigkeit auf jenem Boden, welcher durch die Erklärungen des Grafen Kälnoly als die unerlässliche Basis unserer Action abgegrenzt wnrde — auf dem Boden der fried» lichen, aber dabei doch selbstbewussts» und kraftvollen Wahrung unserer Interessen und des Verlagsrechtes. Der große Augenblick fand die österreichische Delegation der Situatiou gewachsen und jeder Aufgabe würdig, welche die Lage ihr übertragen hatte. Zweifellos kann diese Behauptung auch für die ungarische Delegation aufgestellt werden. Haben auch ihre Berathungen mitunter eine andere Form ana/nom« men, erhob in denselben auch der Zweifel über die Richtigkeit der vom Orafen Kälnoky eingeschlagenen Methode sein Haupt, und hat mitunter das nationale Temperament den Debatten eine andere Färbung verliehen, so verfolgte doch die ungarische Delegation ebenfalls vom Anbeginn an mit gleicher Entschiedenheit die nämlichen Zwecke, welche als leitende Gesichtspunkte die österreichischen Vertreter beherrschten. Es liegt im Wesen des ungarischen Stammes, dass die Politik nicht allein als Sache des erwägenden Verstandes, sondern auch des natioualen Gefühles betrachtet wird. Aber in diesem Falle deckten sich beide Elemente, und das Gefühl beharrte nur bei jenen Zielen, welche durch die nüchternen Erwägungen festgestellt worden sind. Diese waren aber vollkommen mit jenen identisch, welche auch die österreichische Delegation als die Voraussehungen der Großmachtstellung der Monarchie anerkannt hat, und die bedeutungsvolle Phase der Zeitgeschichte sah beide Reichshälften um dasselbe Programm mit gleicher Festigkeit geschart. Diese Haltung der Delegationen ist nicht gering anzuschlagen. Indem sie ihre Stellung zu den aus« wärtigen Fragen markierten, folgten sie nicht ausschließlich dem Wunsche, der Regierung keine Verlegen» heilen zu bereiten. Sie verlangten und erhielten vorerst Aufkläruugen über die Zwecke unserer Politik, über die Mittel zu ihrer Erreichung auf friedlicher, aber einer Großmacht würdigen Weise, über unsere Beziehungen zu allcu Staaten, welche vom Grafen Külnoky in reicherer Weise geboten worden sind, als sonst von der Diplomatie Aufschlüsse ausgemessen werden. Denn auch das ganze Auftreten des Grafen Külnoky scheint von der Bedeutung lind der berechtigten Stellung der parlamentarischen Körperschaften in jenen Sphären der auswärtigen Politik erfüllt zu sein, welche, über einfache, diplomatische Fragen hinausgehend, die Machtstellung des Reiches und dessen Zukunft tangieren könnten. Einerseits verkennt der Minister nicht die geistige Be- Feuilleton. Ehre nnd Ehrenzeichen. «Auch das Beste stiftet, falsch verwendet, Ein Unheil an. das seine Hcrlun't schändet.» Shakespeare. sck« ^"lmn muthen wir einem Kinde zu. dass es sich ,"7"". wenn es etwas geäußcrt oder gethau hat, was ,'M)t «der unschicklich ist. während es uusere Hettrr-h' "regt. wenn der kleine Gernegroß eine seiner Äe-,""fulngen mit seiurm Ehrcuwotte oder mit der Phmse vH Ehre. bekräftigt? Mil wir in, ersten Falle ^berechtigt sind. sein sittliches Urtheil über Wort h ° Vandlung anzurufen, ihm aber b.züglich des Ehren-lun" ? dm diesem entsprechenden Grad der Eutwick-is/N Wner Persönlichkeit naturgl'mnß absprechen. Ehre El,« ""es der Attribute d»s vollkommen entwickelten «iin^ls. der sich bewusst ist. dass er alle jene ^''schufte» in sich vereinigt, welche den Anspruch aus der 5n ""9 der Menschenwürde, auf die Beachtung -lMnlichleit seitens der Mitwelt verleiht, barsj bimsen, Sinne ist die Ehre eines der kost-diaen W'lter, die wir besitzen nnd das wir verthel» schl^'. '""" cs angegriffen wird. Je nach dem Ge-°l>bk?e. Stande und Berufe erwartcu die Mitmenschen rich/ allgemeinen menschlichen Tuqrudeu uoch spc-d'at,.^ Eigenschaften: wer uns diese raubt, scha- ""sere Persönlichkeit; wer sie uns abspricht, schä- digt unseren Ruf und setzt die Werlschatzuug, die wir mit Recht von anderen beanspruchen, herab. Abgesehen davon, dass die Chrenkränkung dem Betroffenen ma« terielle Schädigung zufügen kann, trifft eiue solche auch das Gemüth schwer genug, weil Herz und Phantasie eines jeden nuuerdorbenen Menschen auf das sittliche Urtheil der urtheilsfähigen Welt hohen Wert legen. Wer dafür keine Empfin'dnug zeigt, hat sie aufgegeben, mit schwerem Herzen dahiugegebcn, weil er hoch über die Anschauungen seiner Umgebung sich erhoben hat und als Märtyrer seiner besseren Ueberzeugungen leidet, oder er hat sie nie besessen, und wir meiden ihn als eineu Ehrlosen. Für Ehre, insoweit sic das subjective Empfinden betrifft, ist weitaus die Mehrzahl der Menschen empfänglich ; nicht so gleichmäßig verbreitet ist die Bereit« Willigkeit, sie anderen zu erweisen. Und hier zeigt sich der erste Schritt zur Abirruug von jener geraden Linie, welche die Sittlichkeitslehre' vorschreibt. Diese sagt: Tie Flcckenlosigkeit deiner eigenen Persönlichkeit ist die breite, sichere Basis, auf welchcr dein guter Ruf ruhen muss; aber wie viele Menschen gibt es. die sich desto höher zu stelleu wähnen, je tiefer sie andere herab» sehen! «Es liebt die Welt. das Strahlende zu schwär-zeu!» Die Klatschsucht, die aus der Mücke ciueu Elefanten macht, weih nichts vou den Rechten anderer; eingespuuuen in das Netz des eigenen Ichs merken die Ehrabschneider in ihrem engen Gesichtskreise nicht, dass sie oft die ehrlosen Henker des Lebensglückes Unschul« diger sind. Ueberhaupt ist das. was wir mit dem Begriffe Ehre verbinden, sehr bedeutend abhängig von dem Grabe, zu dem unser sittliches Empfinden gediehen ist. Wie wäre es denn sonst zu erklären, dass es z. V. Menschen gibt, die jahraus jahrein nach der jüngsten Mode gekleidet erscheinen, ihre Wohnung auf das kostbarste einrichten, während sie das Bewusstsein tragen, dass ihr Name in dem Buche der Lieferanten auf der Sollseite glänzt. Sie schämen sich, einen vorjährigen Hut zu tragen, aber nicht, zu den vorjährigen Schulden ueue zu fügen Mit falschen Begriffen von Ehre und Schande, eine Folge verkehrter Erziehung, trägt sich mancher Mensch sein Lebenlang. Gr hat in seiner Jugend nicht gelernt, seine Worte und Handlungen vor den Richterstuhl des Gewissens zu bringen und zu fragen, ob recht oder unrecht ist, was er beginnt, sondern er wurde gewöhnt zu fragen, was andere, was die Wllt dazu sagen wird, ob Lohn und Lob ihm dafür wird. Wenu Ehrtrieb das Motiv der Lebensführung wird, dann entartet diese so köstliche Anlage, die wohl eine ausgezeichnete Steueruug. aber eine bedenkliche, ja gefährliche Treibkraft auf dem LebenSschifflein ist. «Weshalb sollt' Ehre wohl die Tugend über-leben?. Und das thut sie, wenn ungezähmter Ehrgeiz die Schritte lenkt. Dieses Haschen uud Jagen, Hasten und Geizen nach der Anerkennung Höherer, dieses un-gebändigte Verlangen, die Augen aller auf sich zu ziehen, es raubt dem armen, kranken Gemüthe alle stuhe, dem Geiste alle Besinnnng. In der Wahl der Mittel ist der Ehrgeizige unbedenklich, wenn sie nur twtmcher Zettunss 3tt. 277 2284 8. Dezember M«^ deutung jener Elemente, welche diese Körperschaft bilden, lind deren Erörterungen auch dem erfahrenen Staatsmann für die genaue Feststellung seiner Richtung von wesentlichem Vortheile sein können, und anderseits kann er jene große moralische Kräftigung nicht unter« schätzen, mit welcher die einmüthige Zustimmung der Volksvertreter ihn selbst erfüllen und durch welche seine Autorität nach außen gehoben werden muss. Denn die Ueberzeugung, nicht eine Cabinctspolitik, nicht blohe Diplomatie, sondern eine wahre Reichspolitik zu führen und der Träger und Verfechter nationaler Interessen zu sein. wird jedem Staatsmanne einen mächtigen Rückhalt mitten in den stets wechselnden Erscheinungsarten großer Angelegenheiten verleihen. So haben denn die Delegationen ihre eigene Stellung durch ihr kluges Verhalten gehoben und ander« seits den Grafen Kälnoky mit einer großen Fülle jenes Bewusstseins erfüllt, dessen der Staatsmann eines großen Reiches nie entrathen kann, und sie haben gerade dadurch dem Reiche große Dienste geleistet. Was jedoch speciell die österreichische Delegation betrifft, so wird die Einmüthigkeit all ihrer Parteien und ihrer Nationalitäten hinsichtlich der von Oesterreich-Ungarn zu befolgenden Politik nicht allein von bleibendem Werte für die Gegenwart, sondern hoffend lich auch von tiefgehender Nachwirkung für die Zukunft bleiben. Deutsche, Polen, Czechen und Bruchstücke anderer Stämme waren Eines Sinnes über die Nothwendigkeit, die Großmachtstellung des Reiches zu wahren, und Eines Sinnes über die für unsere Monarchie allein zulässige Orientftolitik. Hört man im Abgeordnetenhause alle diese Nationalitäten Monate lang mit einander hadern, steht man, wie stets neue Quellen des Zwistes entweder aufbrechen oder eröffnet werden, dann möchte man an der Möglichkeit verzweifeln, dieselben je geeint und von demselben Geiste erfüllt zu sehen. Aber der erste ernste Nnlass hat dargethan, wie innig alle diese im Parlamente einander befehdenden Parteien und Stämme durch mächtige Bande verknüpft sind und welche starke gemeinsame Interessen und gemeinsame Anschauungen sie zu einem unlösbaren Ganzen vereinigen. Die Völker Oesterreich-Ungarns, sagte in treffender Weise der Präsident Smolka in seinem Schlussworte, stehen für die Interessen der Monarchie und für ihre ungeschmälerte Machtstellung wie Ein Mann ein, wie ein Mann, der nicht zwei oder mehrere Seelen besitzt, sondern dem eine einzige Seele innewohnt, welche aber die Volksseele von ganz Oesterreich-Ungarn ist. Diese erhabene und beruhigende Wahrnehmung konnte auch in der österreichischen Delegation gemacht werden, und die wieder offenkundig gewordene Identität in den vitalsten Interessen gestattet wohl, den Zwist in den übrigen Angelegenheiten minder tragisch und sicherlich als nicht unüberbrückbar aufzufassen. Wo ein gemeinsamer Modell von solcher Ausdehnung und solcher Festigkeit vorhanden ist, dort werden für die Dauer auch die Berührungspunkte zu weiterer Gemeinsamkeit nicht ausbleiben. Hat ja doch unstreitig schon die Gemeinsamkeit des Parlamentarismus, das in den letzten Jahren gelungene Einfügen der Czechen und der staatsrechtlichen Partei in das gemeinsame verfassungsmäßige Wirleu den Geist nationaler Ueberspanntheit und Exclu-siuilüt abgestumpft. Allerlei Lockrufe vermochten keinen Einfluss mehr auf die czechischen Vertreter auszuüben, welche durch ihre Theilnahme an dem österreichischen constitutionellen Leben selbst zur vollen Erkenntnis gekommen sind, welch ein gewaltiges und auf den zum Ziele führen; er will Ehren und setzt seine Ehre Grundsätzen der Gerechtigkeit aufgebautes schirmendes Dach sie in der Einheit und in der Macht Oesterreichs besitzen. Abenteuerliche Idee» finden dort keine Macht mehr. wo der unschätzbare Wert des Bestehenden durch die eigene Erfahrung zur vollen Ueberzeugung geworden ist. Es wird stets neben den großen Verdiensten der diesjährigen Delegationssession eine bleibende Eiruuqeu< schaft derselben bleiben, dass in der That vor aller Welt nicht zwei und mehrere Seelen, sondern eine eiu-zige, und zwar «die Volksseele von Oesterreich-Ungarn» allein zur vollen Erscheinung gelangt ist und diese Volksseele wird sich auch bei andereu Fragen — iu ernsten Augenblicken — stets in entscheidender Weise Gehör verschaffen. Politische Uebersicht. (Aus den Delegation e n.) Vorgestern fand die Schlusssitzung der ungarischen Delegation statt. Szögyeny unterbreitete die sauctiouierten Beschlüsse der Delegation und sprach im Auftrage Sr. Majestät des Kaisers den Dank desselben für die Opferwilligkeit der Delegationen sowie den Dank der Regierung für das ihr entgegengebrachte Vertrauen aus. Der Präsident der Delegation hielt die Schlussrede, worin er unter Hervorhebung der Uebereinstimmung mit den Beschlüssen der österreichischen Delegation der Regierung den Dank aussprach und ein Hoch auf den Kaiser ausbrachte, in welches die Delegation begeistert einstimmte. (Steiermark.) Der Voranschlag des steier-mä'rkijchen Landesfonds für 1887 beziffert das Erfordernis mit 4 389 107 fl.. die Bedeckung mit 2 833 144 Gulden und weist gegen das Vorjahr einen Mehrabgang von 27 756 fl. aus. — Bei der Reichsraths' Ersatzwahl im Landgemeinden-Bezirke Feldbach wurde an Stelle des Fürsten Alfred Liechtenstein, welcher sein Mandat niedergelegt hatte, Dr. Georg Pscheiden, Pfarrer in Paldau. mit 268 von 319 Stimmen gewählt. Auf den Candidaten des Bauernvereins, Grundbesitzer Franz Simonitsch, entfielen 49 Stimmen. (Vorlagen für den Kärntner Land« tag.) Das Berathungsmateriale für den nächste Woche zusammentretenden Kärntner Landtag ist ein ziemlich reichhaltiges. Die überwiegende Mehrheit der Vorlagen ist jedoch lediglich von örtlichem Interesse, und nur einem geringen Theile derselben kann ein allgemeiner Charakter zugesprochen werden. Die wesentlichsten dieser Vorlagen sind! die Berichte und Anträge des Landes-ausschusses über die Regulierung der Dräu, der Glan-furt, die Fortsetzung der Gail-Regulierung und den hiefür verlangten Staatsvorschuss von 21600 fl. jähr-lich von 1887 bis 1890; über die Durchführung des Gesetzes, betreffend die Einführung einer Landesauflage auf den Verbrauch von gebrannten geistigen Flüssig« leiten und über die Angelegenheiten der Arantwein-fr,ige im allgemeinen; über die Einrichtung des Cho« leraspitales in Pontafel; über den vom Landtage in der letzten Session beschlossenen, aber von der Regierung zur Allerh. Sanction nicht vorgelegten Iagdkarten-Gesetzentwurf; über die Aufhebung der ärarischen Weg-und Brückenmauteu; über den Schuh der Edelweißpflanze; über das Project der Fortsetzung der Lavant-thalbahn nach Obersteier und über das Project der Rosenthal-Localbatm und über die Errichtung einer Zwangsarbeitsanstalt in Kärnten. (Böhmen.) In den jnngczechischen Kreisen werden bereits Vorbereitungen getroffen, um die I'" Koiczala abermals im böhmischen Landtage zur Spracye z,i bringen. Der Präger Iimgczechen-Club h^ ^ Anregung von Massen-Petitionen beschlossen, welye unter der Devise des Herrn Trojan, die Erlernung d^r deutschen Sprache sei eine Gefahr für die czeäMe Nation, propagiert werdeu sollen. Au bewegten ^ battei, dürfte es also im böhmischen Landtage a»a) diesmal nicht fehlen. . (Aus dem kroatischen P art ei lebe". Zwischen dem Centrumsclub und der unabhinilM'' Nationalpartei haben Verhandlungen stattgefundei'; diese stud abcr uicht, wic es hieß, an gegenseitigem M>^' trauen gescheitert, sie haben vielmchr, wie «Obzor» triumphicreud meldet, zu einem ganz positiven m> obendrein recht originellen Resultat geführt. Dem ^ uanuten Blatt zufolge werden beide Parteien vereim die Vertagung der Budgetdebatte auf so lange beantragen, bis der Banns eine Erklärung über seine Stel' lung zu dem zwischen der ungarischen und kroatische Regnicolar Deputation entstandenen Widersprüche "i oer Auffassung der wichtigsten Bestimmungen des sta«"«' rechtlichen Ausgleichs abgibt. «Obzor» begrüßt sre»"'!! die Einigkeit, welche zwischen seiner und jener Par« entstanden, an deren Spitz«? die Grafen Draskovic (Deutschland.) Wie iu parlamcularischcu ^l sen iu Berliu verlautet, hätte der deutsche Kaiser belw Empfange dcs Reichstags-Präsidiums erklärt, er M zur Militärvorlage ebenso fest wie zum Militäige!^ in den sechziger Jahren. und daran erinnert, wie !Y später die Ereignisse Recht gegeben haben. Vezug"^ der auswärtigen Lage habe der Kaiser auch von , drohlichen Punkten gesprochen, jedoch die Hoffnung ""' Erhaltung des Friedens ausgedrückt. > (ZurLösung der bulgarischen F"«^ Der «Observer, will Grund für die Annahme hav^ dass die deutsche Regierung eifrig beschäftigt set dem Versuche, eine Lösung der bulgarischen Flagc s vereinbaren unter Bedingungen, welche die vernünM Erfordernisse Russlands' wie Oesterreichs befned'ar dürften. Die zwei hauptsächlichsten Schwierigkeiten, einer Lösung im Wege stehen, seien die Ä»^ Nusslauds, das Sobranje anzuerkennen, und ferner Thatsache, dass die Vereinigung zwischen Bulgarien "' Ostrumelien der europäischen Geuehmiguug noch behre. Es werde geglaubt, dass durch gegenseitige O^ geständuisse iu diese'u zwei Punkten eine befriedlge Verständigung möglicherweise erzielt werden dürste- (Frankreich.) Man glaubt in Paris. dajS" eigentliche, das Gesammtministerium betreffende , trauensfrage in der Deputierteukammer erst gelege»" der Discussion über die Posteu der Unter-Staats!^ täre gestellt werden wird. Herr de Freycinet !""'„, behauptet wird, die Absicht haben, bei dieser O^ess ^ beit die ganze Politik der Regierung darzulegen ^ die Cabinelsflage zu stellen. Da die äußerste 2'"^ Partei-Jute, esse' an der Aufrechtechaltuug der U"^ Staatssecretäre hat, so hofft man, dass mindeste"» Mehrheit dieser Gruppe für das Ministerium w'"" wird. . „„,, (A » sMadrid) meldet die «National-Ze""^. der Minister des Aeußern habe in den Dortes .^ getheilt, Deutschlaud babe auf das durch das r0lw^ daran, er will die glänzende Schale und verzichtet auf den herrlicheren Kern. Auf den besseren Kern verzichtet aber auch der Eitle; er will gleichfalls nur Aeuher-liches; ihn befriedigt das bloße Symbol; er fragt nicht, ob hinter demselben ein Gefühl, wirkliches Wohlwollen, wahrhafte Anerkennung auch ruht. Daran aber krankt unsere ganze Gesellschaft. Wer daran zweifelt, erinnere sich gefälligst, dass das ganze öffentliche Leben seine Gliederung auf Bescheinigung der Fähigkeit in Schwarz auf Weiß aufgebaut hat; das Zeugnis und nicht die erprobte Befähigung gibt dir das Anrecht auf diese und jene Stelle, auf diesen und jenen Beruf. Dazu kommen die vielen schönen Titel, die dem Träger wohlklingend sind und der übrigen Welt gewaltig imponieren. Man sagt nicht Herr N., Indern Herr von N.. und die Frau' muss mit «Euer Mmoen. angesprochen werden. Die liebe Eitelkeit ver-laugt wemger die Anerkennung der Menschenwürde, als dle Beachtung und ausdrückliche Erkläruug der Beachtung alles dessen, was zu der werten Persönlichkeit m Beziehung steht, wie etwa ein neues Kleid, ein schöner Hut. '^ Wie vieles geschieht unter dem Scheine und unter der F'rma eines höheren Berufes, hinter dem sich Eitelkeit und die Sucht, hervorzutreten vor den anderen verbirgt. Man braucht nicht lange in der modernen Gesellschaft zu suchen, um das Urbild zu finden für das Porträt, das Schiller in seinem Gedichte «Die berühmte Frau» entwirft und aus welchem ich nur den Satz entlehne: «Von ihrem Puhtisch si„d die Grazien entflohen», um damit anzudeuten, wie gründlich das natürliche Wefen der Menschen durch die uncon« trolierte Befriedigung des Ehltriebes geändert wird. Wie vieles geschieht im Namen der Humanität, was doch eigentlich nur von Personen in Scene geseht wurde, die eine Rolle spielen wollen. So mancher und so manche nimmt Ehrenstellen an, ohne dass ein in« nerer Beruf sie befähigt, ohne dass ihre Verhältnisse es erlauben, ohne dass sie besondere Neigung haben, das Gute im weiten Kreise zu f> rdern. ja sie entziehen ihr bischen Kraft dem Kreise, dem sie dieselbe zu weihen schuldig wären, um ein Ehrenzeichen im Knopfluch oder auch nur den Titel eines Vorstandes lc. zu erhalten. Der Zweck dieser Auseinandersetzung ist nicht etwa. dass der Ehrgeizige, Ruhmsüchtige, Eitle zur Ein« kehr in sich veranlasst werden könnte, nein, die Eltern und Erzieher auf ein wichtiges Capitel in der Erziehungslehre aufmerksam zu machen, und die Ouint-essenz desselbeu ist: Stachelt den Chra/iz nicht bei Kindern, welche Neigung hiefür aufweiseu; belebet das Ehrgefühl in solchen, die desselben zu entbehren scheinen; machet die Aussicht auf Lob nicht zur Triebkraft ihrer Bestrebungen, aber versaget denselben nicht die mäßige Anerkennung. Seid vorsichtig in Lob und Tadel im Beisein anderer und lehret sie richtig urtheilen im Guteu und Schlimmen. PH. Brunner. Das Schwanenlied. Novellette vou George vhnet. (U.Fortwml,) „ Einen Augenblick lang standen sich "^ . ^ Männer von Angesicht zu Angesicht Menüver, ^ prüften einander und maßen wechselseitig ihren ^^,^el an den Veränderungen in ihrer Miene. ^?" Appell war bereits ganz ergraut und um seine bleichen ^ hatte sich eine bittere Falte gelegt. Harass "^, wareu geröthet von den Thränen, die er h" !/Plel' qossen. ' Ohne ein Wort zu sprechen, hieß 7 ,„MeN llvan durch ein Zeichen den Künstler "«her" ^, und selber stehend, um nicht Haraßti einen ^v.^r bieten zu müssen, wartete er. bis der Gatte ' ^ Tochter spreche» würde. Der große Künstler ^"^rtt Kopf und langsam, als müssten sich ihm ?'^ hllb mühsam aus der zusammengepressten Kehle ring er also zu sprechen an: ^ cg Ae — Ich danke Ihnen. Mylord. dafür. o°, ^s mich empfangen haben. Sie wissen bereits, ^ schmerzvolle Motiv mich hiehergeführt y"-^ .. komme flehend, ich komme mit gefalteten V"" . Sie um eine Guust für Ihre Tochter zu b'""' .^l" — Für Ihre Frau. warf der Greis m Tone dazwifchen. , ^. Vor Erregung zitternd, fuhr Richard '"^„hhen — Für das Wesen, das Sie in semer " ^ Maud hießen und das Sie geliebt haben. - >' ^d gessen Sie jetzt, dass sie meinen Namen rr^ ^'Macher Zkitn-.n, Nr. ^77 2ii85 5 Dezember l^. Protokoll erlangte Recht znr Errichtung einer Station auf °e>> Karolinen- oder Palao-Inseln im Septeinber verzichtet, ^kr Kan»i>er Präsident babe sodann auf die grosie -w'chtlqüit des deutschen Zugeständnisfes hingewicseli, wdüirl) die Karolinen-Frage fur Spanien lit änßerst ^digendrr Weise gelöst sei. Tasscsnenisstcitcn. ,Sc. Majestät der Kaiser haben den am 2:sten ^>'i d. I. durch ssener veruuglückten fünf Gemeiude-Massrn von Ilnterthenu'liaii in, politischen Bezirke ^"telbach in Niederösterreich einc Unterstühilug von U"» fl. ans der Allerhöchsten Privatcasse allerguadigst ^" l'e>oilligen geruht. — (Memoiren des Fürsten Alexander.) ^n etwa fünf bis sechs Woche» wird ein Vnch auf den ^»chermartt gelangen, dessen Erscheine» mit einer gewissen ^oth,uc»digkeit voranszuseheu loar. Es wird den Titel '"hren: .M-sj Ul^ander I, von Vnlgarien. Mittheilnngc» ^s seinen, Lebe» nnd seiner Regierung nach persönlichen "'"nernügen» von Adolf Koch, etwa fünfzehn Boa.cn wsassen und neben dem im Lichtdruck vervielfältigte» ^'loe des Fürsten eine Anficht seines Schlosses, seines ^lx'itsziinmers, seines Landsitzes Sandrooo ic. bringe». H^rr Adolf Koch stand den, Fürsten Alexander nahe seit 7'1, er war sein Hofprcdiger nnd saunte dc» Orient ""s srilheien Reisen. Auch führte Hofprcdiger Koch seit nncm Dienstantritt beim Fürsten ein Tagebuch, das Mtucistandlich neben anderem ihm zur Verfügung !lehc»d^> Material die Grundlage zn seiuen Mittheilungen und Erinnernngen bilden Wird. Das Buch erscheiut in ^ Verlage des Hofbuchhändlers Aruold Bergsträßer in ^"rmstndt. , (T a rifve rha » dlu u gc» ul i t der Süd "l)„.) Wie mau aus Budapest berichtet, werde» in " nächsten Tagen im ungarischen Comm»nieatious-Mi-'! crinm Verhandlnngcn mit der Südbahu begiuurn, wc ^ Erueueruug des Cartelverhältuisses uud den Schluss ^.z,,^, P^ngcue,träges behufs Venichung der ^"'e Karlstadt Sisset der Südbahu durch die uugarische» ^aatsbahnen zum Zloecke haben. . ~ (Journalistisches,) Herr Johann Kar-^." hat, durch anhaltendes Unwohlsein genöthigt, die "itung des «Grazer Voltsblattes» niedergelegt. ^, ^- (Raub m 0 r d,) Man berichtet uns aus Wien: Dienstag vormittags wurde im Bororte Hernals ein gräss-llch« Naul),„urd aufgedeckt. Die Wäscherin Nosa Mild-'"^/' U'inde nachts auf dem Heimwege von der Nraut-wcmschenle von einem Arbeiter mit einem Stein erschlagen und ihrer Barschaft von 20 st, beraubt Man ist den "intern auf der Spur. . , — (Weiblichc Acrztc.) Die medicinische Aka^ °en,ic i» Petersburg hat jüugst einen für die dem Stu-0lum der Msdi'iu sich widme'uden Franeu wichtigeu Be-lu)liiss gefasst, Auf eiue Aufrage des Unterrichtsmiui->^Nuttls, ob das Diplom der Frauen als gleichwertig "'l dem Diplome der männlichen Aerzte anzusehen ist, "Ntluortcte die Akademie bejahend auf Grund ciucr Ab-'"'"nuug, welche 19 Stimmcu für nnd ^ gegen ergab, ^"'gemä'ß sind die weiblichen Aerzte in Russlaud anch ' '"'sscuschaftlicher Hinsicht den lnäunlichen gleichgestellt worden. aus «7 ^"^ grt)ßteKriegsschiff.)Man schreibt ^ "eapel: Nach cingeheudem Studium des Oamiww <1«i äi80ssni der königlichen Kriegsmarine, über deren Ergebnisse der Obmann derselbe», Eommendatore Pueei, dem Mariucmiiiistcr Brin ei»geheud Bericht erstattete, lourdc die Ausführung der Maschine des im Marinc-Elatsent-wurf für 18!)0 eingesetzten Monstrc-Panzerschiffes «Sar-dcgna», welches das größte Kriegsschiff der Welt sein wird, einem hiesigen Etablissement übergebe». Der Preis dieser Kolossal-Maschiue wurde auf 4 423 500 Lire bestimmt; dicfclbc muss bis zum Frühjahre :tt90 fertiggestellt sein. — (Das Wetter in Mcran.) Mau telegraphiert aus Mcran: Nach eiuer Reihe herrlicher Tage hat sich Mittwoch uachts der erste Schneefall in ziemlich ausgiebiger Weise eingestellt. Das Wetter ist übrigeus milde; die Winlerlandschaft bietet einen prächtigen Anblick. —- (In Gcdanlcn.) Professor ldcr sich die Haare schneide», lassen will): Donnerwetter, ist's hier talt ... Sie erlauben schon, dass ich meinen Hut aufbehalte ! Der rr»ic Schnee. Die melaucholifchcste aller Naturcrschcinnugen: der erste Schnee! Nicht der duukle Himmel und nicht der Flockenwirbel bedingen die Schwermnth, diese liegt in dem Beobachter der Erscheinung, Wenn aus den jagenden grancn Wolfe» die zarten Schileeslanmen niederflattern, wie rathlos in der Atmosphäre hi» u»d her, hinauf und herab lochen, endlich nuf der erwärmten Erde langsam zerfließen oder in irge»d einer Spalte sich sammeln und de» Angriffe» der Luft Widerstand leiste», da»» llmgt eine Ossian'schc Stimmung durch das Gemüth, wir ge-denteu der Eiusamkcit, des Vergehens, des Todes uud der Todten. Nicht umsvnst ist die weiße Farbe in den trübseligen Gesängen der Barde» so oft wiederlehrend, und der Nomantiter der Schwermuth, Heimich Heine, malt feine ergreifendsten Stimmungsbilder mit Weiß. Weiß ist die Farbe des Leichentuches uud der schneeigen Wiuterdecke. Wer nicht zur Abcudzeit auf einem weiten Hochgebirgs-Schneefeldc gestanden in einsamer, crstorbencr, schauerlicher Oede, der weiß nicht, eine wie starle Empfindung die Melancholie sein tnnn. Die unuuterbrochcne, lautlose, weiße Mouotonie liegt da wie die Unendlichkeit, man fühlt sich erdrückt von der starren Majestät der Leblosigkeit, ma» ist der stauucude, tiefbewegte Fremdlmg im Reiche des Todes. All das ta»cht a»s der Tiefe der Empfiudnngcu und Erinnerungen empor, wenn der erste Schnee fällt. Nicht wenn das welle Laub von den Bäumen fällt, uud nicht wenn der erste Frost die Flnren bereift, erst wenn der erste Schnee fällt, dann stirbt die Erde, und chr uralter Freund, der Himmel ist es, der traurig das Leichentuch um sie breitet. Der erste Schnee! Zagend betrachtet ihn die Thier-Welt in Wald nnd Feld nnd i» de» Ortschaften. Schnee bedentet ihne» Entbehrung. Das kennen die erfahrenere» Rehe, Hase» uud die Flügelträgcr aller Art nur zu gut, uud die Iüugercu, deue» das weiße Gewimmel etwas Unerhörtes ist, diese wissen sich die betrübten Mienen ihrer unterrichteten Verwandten und Artgenosscn nur zu gut zu deuten. Der Schuec bedeckt die letzte», ohnehin so spärlichen Neste der Vegetation, er überklcidet das schützeude, Wärmeude Laub,' er erschwert das Geheu, noch mehr das Flieheu vor der Gefahr__0, über deu ersteu Schure! Mciut mau denn, die Sperlinge thäten es ohne gute,, Grund, dass sie beim ersten Schnccfall ein unge- heueres Klagegeschrei erheben? Ist es denn wirklich einem frischen, frohe,,, freien Spatze» zuzumuthen, auf Gott weiß wie lange, in einem schmutzigen Schorusteinloch Zuflucht zu suchen, wo man überdies noch vom Rauche belästigt wird, dass die Augen beißen? Der erste Schnee! Die arme Witwe in der dunklen, dumpfen Kammer erbangt in tiefster Seele, wie die Flocken an die kleinen Fensterscheiben fliegen. Ihr Knabe ist in der Schnle. Ein bleiches, abgehärmtes Kind. Wenn nur wenigstens seine Schnhe nicht zerrissen wären. An das Nichtessen gewöhnt sich ein Kind, die Oberkleider können nothdürftig nachgebessert werden, aber mit klaffend offenen Schuhe» durch den Schnee waten, das kann dem Kinde den Tod bringen. Uebcrdies hat der Aermste gerade im Winter, wo die Mutter mit aller Anstrengung nichts verdienen kann, einen viel größeren Appetit. Draußen danert das Schneetreiben fort, durch den „„geheizten kleinen Blechofeu seufzt der Wind. Der erste Schnre! Werden die Wohlhabenden sich der Witwe und ihres armen Kindes erbarmen? Der erste Schnee! Wird er liegen bleiben oder alsbald schmelzen? Wird dem erste» Sch»eefall bald ein weiterer u»d ausgiebigerer folge» ? Diese Fragen, für den Meteorologe» sehr interessant, dem Landwirt nicht gleich-gillig, sind sür Hunderte uud aber Hunderte wahre Existenzfragen, Die Menschen anerkennen im Winter, wo es doppelt nothwendig wäre, am wenigsten das Recht auf Arbeit, und da muss denn der Himmel ein Einsehen haben. Ein ausgiebiger Schnecsall macht die Reinigung der städtischen Straßen nothweudig, er bedeutet Arbeit, Oerdieust, Brot. Vald werden sie wieder in den Straßen zu sehen sein, ihre Schneeschaufeln schwingend, die stämmigen Gestalte», deren Platz ehemals eine industrielle Werkstätte gewefcn, dann jene anderen, deren Gesichts» ausdruck und Kleidung erkennen lässt, sie hätten einmal bessere Tage gesehen. Wenn nur erst der Schnee liegen bliebe! Und wenn ihrer nicht gar so viele waren, die sich auf seiue Fortschaffuug stürzten! Wenn er nur nicht vereinzelt bliebe, der erste Schnee! Auch muss später die Eiuthciluug ciue richtige sein, so dass es zu», Beispiel vicrundzwauzig Stunde» ummterbrochen Tag und Nacht schneit, dann mehrere Tage Ruhe und schönes Wetter bleibt, damit man die Wegfchaffung mit Muße besorgen tau,,, dann aber muss es gleich wieder zu schneien anfangen, vierundzwanzig Stunden, Tag und Nacht, Der erste Schnee! Wie dem Leidvollen alles zum Leide wird, so dem Glücklichen alles zu Frohsinn. Der erste Flockentauz des Jahres gemahnt die Heiteren vielleicht an den Ballsaal, an Eislausen, Weihnachtsbescherung, Schlittenfahrten, unsere Kleinen vielleicht zuvörderst nur an das lustige Schneeballwerfen. Nicht die Glückliche» sind indes auch die gemüth- und gedankenvollsten, und ich lobe mir denjenigen, welcher in Betrachtung des Schtleegeflatters die Stirne an die Fensterscheibe lehnt, stillbewezt die Wehmuth der Nalurerscheinuug aus fich wirke» lässt, uud dessen Empfindungen ihn sanft hiuüberlciten zur Erinnerung an das Leid des Menscheudaseins. ^ocnl- und Provinzial-Nachrichten. — (Ernennungen.) Der l. k. Landespräsident uud Präsident der k. k. Finanzdirection für Krain hat den Zollamts-Controlor Franz Klette zum Zollamts-Verwalter und Vorstaude des l. l. Hauptzollamtes in Laibach und den Zollamts < Official Josef H'vny zum /'ken Sie daran, dass sie einst den Ihrigen qe-z, Nrn!... Rechten Sie nicht mit mir in diesem "Ugenblick. . . bekämpfen Sie in diesem Augenblick Ft sich selber! Lassen Sie Ihr Herz entscheiden! . . . ^" Viand noch stark und gesuud. wie ehedem, Sie b"'!"m ihr immerhin die Wucht Ihres Zornes mif-,"^l,; «her sie ist schwach, hinfällig... sie leidet Q, "" grausames Wort müsste sie brechen . . . Ueben ^' Grofmmtl), verqesseu Sie Ihres Harms... Die ae /" ^afeu. sie ist, ach! vorüber . .. Diese Stunde °:,. ")nt zur Veraebuna . . . Seien Sie nicht hart gegen ""Sterbende! y,i, 7" Ist sie wirklich iu Gefahr? fragte der Greis emcr Angst, die er ,wch innncr zu vcrhchlm suchte. w -^ Würde ich da sein. eutMnetc einfach Harcißti, "n sie's „icht wäre? Hl.>s<'"^ Dahin haben Sie sie alfu gebracht! r,ef Lord ^ "wan nach einem Augenblick des Stillschweigens. '^e nicht mehr an meiner Seite zn haben! Es 5ll ;"'h P"" ".emiq w'kostet. ihr Bild. meine Llebe sftr^, "'" cms dein Herze» zil reihen! . . . Was n,Ä"' Sie mir also jcht von ihr? . . . Lassen S,c Acl, s,V ' AH kenne jenes Geschöpf nicht mehr! . . . die i^l' l"lr e»ne Tochter mehr! . . . Tie andere, zene, Eir ^ "''Nietet, sie liegt jetzt nicht im Sterben . . . Rühren ' ""b 'ch betrauere sie nnnmehr seit drei D" Marquis stöhnte auf nnd drnckte die beben- den Hände auf das schneeweiße Haupt, an Richards Anwesenheit ganz vergessend. — Sie sind also unbarmherzig? fragte Mauds Gatte, Was soll ich thnn. um Sie zn rühren? Was, um Ihre Gnade für das unglückliche Wesen zn gewinnen ? Sprechen Sie! Sie sehen ja, ich bin zu allem bereit! . . . — Zn allrm? wiederholte Lord Melliva». und sein Antlitz färbte sich noch düsterer. Zn allem? Auch dazu, mir mein Kind wiederzugeben? Richard trat betroffen zurück. — Sie wolle» mich von ihr entfernen? — Glauben Sie etwa. ich würde je einwilligen, sie in Ihrer Gegenwart zu sehen? Für mich und für Sie gidt es keinen Platz an ihrem Aette. Den Beleidiger oder den Beleidigten. Den Vater oder den Gatten. Sie hat die Wchs - - - Doch wozu diefer Streit? . , . Hat sie nicht schon einmal zwischen nns beiden gewählt? In' baraßti's Angen loderte eine Flamme auf. — Mylord. was Sie da thun. ist grausam! — Woraus schöpfen Sie das Recht, über mich zu urtheilen? — Aus meiner Selbstuerleua.mlna,. Ich liebe Ihre Tochter genug, mn ihr alles aufzuopfern. Da Sie kein Erbarmen kennen, wohlan.- fo stellen Sie Ihre Bedingungen. Welche sie anch seiu mögen, ich werde sie nicht für z» hart befinden, so durch sie die i lchten Augenblicke derjenige!, beglückt werden, die mir ! über alles geht auf Erden. Da wandte sich der Marquis zn Richard und sprach mit dem Ausdrucke des tiefsten Hasses die Worte: — Sie haben mir die Lebende entführt; ich for- dere, dass Sie mir die Todte wiedergeben. Ich will mein Kind Ihrem Schmerz entreißen, sowie Sie es meiner Freude entrissen haben. Sie haben mir Ihre Küsse geraubt, ich will sie Ihren Thränen rauben. Nichts von ihr wird Ihnen bleiben. Mein soll sie wieder werden, ganz die meine. Dort soll sie rnhen, an ihrer Mutter Seite in der Stamnigruft, und Sie werden mir geloben, nie wieder Englands Boden zu betreten, niemals ihr Grab zn besuchen. Haraßti blickte den Lord starr an. — Werden Sie ihr um diesen Preis verzeihen? Der Greis nickte stumm mit dem Kopfe. Mands Gatte stand wie eine Äildsänle da. Kein Zittern durchfuhr ihn. sein fahles Antlitz blieb re-gimqslos, sein Auge ohne Thränen. — So wollen Sie mich denn von diesem Engel für immerdar trennen. Der innige Cultus, mit dem ich die theure Todte umgeben wollte, wird mir untersagt sein. Es wird mir nicht verstattet sein. zu beten nnd zn weinen an ihrem Grabe, ihre Ruhestätte mit Blumen z» bekränzen. Meine Verzweiflung ob ihres Verlustes steigern Sie noch durch die Pein ewiger Trennung! Was meinem zerrissenen Herzen Trost hätte spenden können, das verwehren Sie mir! Sie verlangen also von mir mein Lcben? Es sei! Ich will es Ihnen geben. Möge aber wenigstens mein Opfer nach Gebiir entlohnt werden. Seien Sie Ihrer Tochter so gütig, als Sie gransam gegen mich waren. Möge ihr jede meiner Qualen eine Lmdernng, jede meiner Bitterniss/ eine Freude eintragen — und da ich jedes ihres Lächelns mit meinen Thränen erlaufen muss. so rächen Sie sich gut und machen Sie sie glücklich! lFl'rtjehullg folgt.) Mbllcher Zeitung Sir. 277 2286 3. Dezember 1M>. Zollamts - Controlor bei demselben k. k. Hauptzollamte ernannt. — (Großer Vrand.) Aus Adelsberg schreibt man uns: Im Orte Kute^evo wüthete am 23. November eine verheerende Feuersbrunst. Das Feuer brach gegen 4 Uhr morgens im Hause des Besitzers Johann Sajn unter dem Dache, und zwar wahrscheinlich infolge mangelhafter Construction des Rauchfanges, aus und griff, von einem heftigen Nordwinde begünstigt, mit einer solchen Raschheit um sich, dass in weniger als einer Stunde über 30 Gebäude, darunter 16 Wohnhäuser, von den Flammen ergriffen und unrettbar dem entfesselten Elemente preisgegeben waren. Nur das nackte Leben der Bewohner und das Vieh tonnten gerettet werden, alle Habseligkeiten der Betroffenen, wie: Kleider, Geld, Geräthschaften, Getreide, andere Lebensmittel, Heu und sonstiges Viehfutter, wurden von den Flammen verzehrt. Der Gesammtschaden wird auf mindestens 23000 Gulden veranschlagt. Die Ortschaft Kutezevo zählte im ganzen 43 Hausnummern; es wurde daher mehr als ein Drittheil derselben in Asche gelegt. Heute sind die Abbrändler, welche in den unversehrt gebliebenen Häusern keine Unterkunft finden konnten, in den benachbarten Dörfern Krams und Istriens untergebracht und leben von der Mildthätigkeit der Unterstandsgeber. Die größte Sorge bildet momentan für die Betroffenen die Erhaltung des geretteten und für die weitere Wirtschaftsführung unentbehrlichen Viehes, nach» dem wegen des eingetretenen Winters und des zu gewärtigenden Schneefalles an eine Weide im Freien gar nicht gedacht werden kann. Es ist daher in erster Linie Hilfe für die Befchaffung von Viehfutter nothwendig, weil sonst das Vieh, dessen Marktpreise ohnehin sehr gedrückt sind, veräußert werden müsste, wobei aber die betreffenden Besitzer nicht nur um eine unmittelbare namhafte und jetzt umso wertvollere Nahrungsquelle, sondern auch um die Mittel gebracht werden würden, die Feldwirtschaft im nächsten Jahre bestellen zu können und sie daher die Hoffnung völlig aufgeben müssten, sich jemals wieder auf heimatlichem Grunde aufraffen zu können. Die Besorgung von Niehfutter ist umso dringender, als die Unfallsgegend fast gar kein Heu produciert und das benöthigte Heu von den dortigen Bewohnern in knappem Ausmaße meistens nur durch die Pachtung von Bergwiesen auf dem Schneeberge beschafft wird. Von den neunzehn Abbrändlern waren wohl sechzehn theils bei der Grazer «Wechselseitigen Ver» sicherungs-Gesellschaft», theils bei der Prager «Slavija» um weit unter dem Schadenbetrage stehende Summe asse-curiert, und nur drei Abbrändler waren bei keinem In« stitute versichert. Allein auch von den ersteren haben nur zwei berechtigte Anwartschaft auf die Ausbezahlung des afsecurierten Betrages, weil nur diese die Versicherungsprämie rechtzeitig berichtigt haben, alle anderen dagegen die am 18. und 20. November fälligen Zahlungstermine versäumt haben. — (Spenden.) Um das Andenken seiner verstorbenen Gemahlin Frau Virginia Kollmann geb. Schneider zu ehren, spendete, wie man uns mittheilt, Herr Franz Kollmann dem Knaben-Waisenhause «Marianum» 100 fl., ferner dem Lichtenthurn'schen Mädchen-Waisenhause, dem Vereine der Damen der christ» lichen Liebe, dem Siechenhause zum hl. Josef und der Herz - Jesu - Kirche je 50 fl., zusammen den Betrag von 300 st. — (Auszeichnung.) Dem Landwehr-Nezirks-feldwebel Andreas Razlag, des steirischen Landwehr« Schühenbataillons Cilli Nr. 20, wurde anlässlich seiner Versehung in den Landwehr-Ruhestand in Anerkennung seiner vieljährigen ersprießlichen Dienstleistung das silberne Verdiensttreuz mit der Krone verliehen. — (Fe st genommene Einbrecher.) Die Einbrecher, welche am vergangenen Freitag beim Handelsmanne Herrn Perd an einen Einbruchsdiebstahl verübten, gelangen einer nach dem anderen in die Hände der Gerichtsbehörden. Die l. l. Gendarmerie entfaltet, wie immer, eine energische Thätigkeit. Der erste an dem Einbrüche betheiligte Thäter, Jakob Cebul aus Tersein, wurde schon am nächsten Tage sammt Pferd und Wagen eingebracht. Vorgestern wurde seitens der k. k. Gendarmerie der Bauer Prelovsek aus Mannsburg dem t. t. Landesgerichte eingeliefert. In dem Hause wurde Kaffee, Zucker ic., welche vom Einbruchsdiebstahle herrühren, aufgefunden, auch Nachschlüssel, Feilen u. s. w. Der dritte muthmahliche Thäter, der bekannte, wiederholt abgestrafte Dieb und Einbrecher Macel, ist derzeit noch mcht eingebracht, trotzdem die Gendarmerie eine allgemeine ^trelsung ausführte. Wie man nachträglich erfährt, soll sich der Embrecher Macek. der wohl als Haupt der Einbrecherbande gelten darf, ein oder zwei Tage vor der m"^>c^ Embruchsdiebstahles vor der Tabaktrafik im Mahr schen Hause zu verschiedenen Tageszeiten aufgehalten und das Geschäft des Herrn Handelsmannes Perdan beobachtet haben. Ma^el wurde von mehreren Leuten gefehen und erkannt. — (Postalisches.) Am I.Dezember wurde in Laas rine postcombinierte Telegraphenstation mit be-schränkten, Tagdienste eröffnet. — (Rückkehr von Sträflingen.) Die Straf, linge, welche den Sommer über bei der Wildbach-Ver. bauung in Kötfchach verwendet wurden, sind vorgestern nach Laibach rückescortiert worden. — (Wolkenbruch und Schneefall.) Aus Trieft wird uns gemeldet: Vorgestern nachts gieng hier ein heftiger, von Blitz und Donner begleiteter Wolten-bruch bei starker Bora nieder. Das Unwetter dauert auch heute noch fort. Von den umliegenden Bergen wird starker Schneefall gemeldet, — (Das neue Theater in Fiume) steht wieder leer. Die italienische Gesellschaft, welche Vorstellungen geben sollte, befand sich im größten Elend, und nur mit Hilfe des italienischen Consuls und der städtischen Behörde konnten die Schauspieler die Rückfahrt nach Italien antreten. Nur der Impresario Ubaldi blieb zurück, denn er hat eine Caution im Betrage von 2500 Gulden in der Casse deponiert. Die jetzt in Fiume gastierende Operettengesellschaft Gargano erklärte sich zwar bereit, in Fiume Vorstellungen zu geben, allein Ubaldi will das Theater nicht überlassen, wenn man ihm seil« Geld nicht zurückgibt. So hat denn Fiume eiu neues Theater mit elektrischer Beleuchtung, welche aber nicht in die Lage kommt, in Function zu treten. — (Gemeinde-Vorstandswahl.) Bei der jüngst zu Pölland stattgefuudenen Gemeindevorstandswahl der Ortsgemeinde Pölland wurden Ignaz CadeH, Grundbesitzer in Srednavas, zum Gemeindevorsteher, Urban Pintar, Grundbesitzer von Gorenjeberdo, und Johann Ferlan, Grundbesitzer von Prcdmost, zu Gemeinderäthen gewählt. — (Schwurgerichts-Repertoire.) Das Repertoire der vierten und letzten Schwurgerichtssession, welche beinl hiesigen Landes- als Schwurgerichte am 9ten Dezember beginnt, ist folgendes: Am 9. Dezember erste Verhandlung: Johann Setuitar, Verbrechen der Noth» zucht; zweite Verhandlung: Anton Potokar, Verbrechen der Nothzucht. Am 10. Dezember erste Verhandlung: Franz Hrescak. Verbrechen der Münzverfälschung; zweite Verhandlung: Franz Rihtersic, Verbrechen des Todtschlages. Am 11. Dezember erste Verhandlung: Anton Crne, Verbrechen der schweren körperlichen Beschädigung; zweite Verhandlung: Barthelmä Tekavc, Verbrechen des Todtschlages. Am 13. Dezember erste Verhandlung: Jakob Barlic, Verbrechen des Todtschlages; zweite Verhandlung: Anton Ianzetooic, Verbrechen der schweren körperlichen Beschädigung. Am 14. Dezember erste Verhandlung: Franz Peternel, Verbrechen des Todtschlages; zweite Verhandlung: Josef Preuc, Verbrechen der Münz» Verfälschung; dritte Verhandlung: Josef Nahuc, Verbrechen der Münzverfälschung. Etwa sechs Verhandlungen dürften noch ausgeschrieben und bis zum 18. Dezember beendet werden. Aunst und Aiteratuv. — (Landschaftliches Theater.) «Fromont junior und Risler senior», das fünfactige, nach dem gleichnamigen reali-stischen Romane Daudets von Adolf Belot gegen die sonstigen dramatischen Bearbeitungen außerordentlich geschickt dramatisierte Pariser Sittenbild hat sich im Nühnenrepcrtoire dauernd zu behaupten gemusst. Dass es der Venefiziant, Herr Emanuel sseuereisen, zu seinem Ehrenabende ausgewählt, zeugt von dem guten Geschmacke desselben als Regisseur und Schauspieler. Sehr sympathisch begrüßt, wurde Herr Fcuereisen durch eine schöne Kranzspende ausgezeichnet. Es ist natürlich und begreiflich, dass der Venefiziant durch sorgfältiges Studium und lobenswert geschickte Inscenierung dem Erfolge die Basis geschaffen. Die vorstehende Darstellung ist unter den wenigen heuer aufgeführten Prosastüclen vielleicht das gelungenste, und dies sowohl im em> zelnen als auch im Ensemblcspiele. Vor allem hat der Nenefiziant, als eigentlicher Held des Dramas, eine räumlich streng begrenzte, durch fesselnde Charakteristik ausgestattete Persönlichkeit auf die Vühne gebracht, welche die schöneren Nuancen aus dem Romane deduciert. In dcr er-schlitternden Katastrophe tonnte sich wohl niemand dem Eindrucke entziehen, welchen das wuchtig wirkende Pathos des Vencfizianten und das mit dem äußersten Realismus versehene Spiel desselben hervorbrachte. Dem antipathischen Schwächling Fromont jun. hat Herr Freiburg oie günstigsten Seiten abzugewinnen vcr» sucht. Allseitige Würdigung hat Frl. Do na to als Sidonic Risler gesunden: bestrickend in ihren Lockungen, cynisch in den Aeußerungen über die idealen Mter des Lebens, war sie bis auf die gewählte Toilette herab die Verkörperung dieses berückenden Scheusals. Mit dem unentschieden hin» und herschwankenden Charakter des Franz Risler. Rislcr sen, Bruders, hat Herr Herrmann sich recht anständig abgefunden. Vollkommen einverstanden sind wir mit der Ausführung des ungebeugt hoffenden Schauspielers Delobelle durch Herrn Greis negger, welcher seine Rolle bis ins Detail raffiniert ausgearbeitet hat. Frl. Frühlich hat gleichfalls eine treffliche Claire geliefert, und es will uns bedilnten, dass das dramatische Fach denn doch die erfolgreichste Domäne für die genannte flei» hige Darstellerin wäre. Eine Desirö, ganz nach den Intentioneu des Originals, welches ein bescheidenes, wegen Mangel an Son^ nenschein der Liebe verkümmerndes Veilchen vor unser geistiges Auge hinstellt, war Frl. Friedland, ein wohlthuender Licht« strahl in dieser materialistischen Wildnis. Die kleine, doch nicht geringsügige Rolle des Buchhalters Planus hat Herr Sch^rtel mit der richtigen trockenen, die Gefühle verbergenden Manier zu^ friedenstellend absolviert. —lc. Neueste Post. Original-Telegramme der Laib. Zeitung. Großwaroein, 2. Dezember. Bischof Ipolyi ist plötzlich gestorben. Sofia, 2. Dezembrr. Heute morgens hat di? vmi dem Sobrauje gewählte Deputation, bestehend a,ls Grrtov, Stojlov und Kalcev. die Reise zu den Groß« mächten angetreten. Die Deputation nimmt folqende Reiseroute: Wien, Berlin, Petersburg, Paris, London. Rom. Constantinopkl. Sofia, 2. Dezember. Die Deputation an die Mächte ist heute morgens, zunächst nach Belgrad. av< qereist. , Petersburg, 2. Dezember. General Kaulbars begao sich gestern nachmittags nach Gatschina. Constantinopcl, 1. Dezember. Ein russisches ^r-cular gibt eine Darstellung über dic Ereignisse >» Älilgarien sowie über die Missimi Kanlbars'. welche keineswegs misö^lilckt sei, vielmehr die Thatsache ergav, dass die Ansichten des bülgarischln Volkes den MM-haliern feindlich geqeliüberstehe». Es wird schliehllch die Hofsmmg auf eine friedliche Lösung ausgedrückt Paris,' 2. Dumber. Ministerpräsident Frcycinei theilte dem Mmisterralhe heute Depeschen aus Ha'wl mit, denen zufulge die Piraten an der Grenze bei Mol mien der Dclimitierimgs-Commisswll bcigcgcbeiml Dolmetsch, desseil Secretä'r und fünf Chasseurs nieder-mekelten. Laibach, 1. Dezember. Auf d,>m heutigen Marlte sind erschienen: 4 Wagen mit Getreide und 7 Magen mi! Holz. Durchschnitts-Preise. Weizen pr. Hektolit. 6,6« 7M Vulter pr. Kilo . . ^!^ "1 Korn » 4l?l 6 30! Eier pr. Stück . . - 3-Gerste . 4^ 6 4 9<>1 Milch pr. Liter. . -^ ^ ^ Haser . 2 76 3 W Rindfleisch pr. Kilo - 64 -halbfrucht . —>- 6 80!Kalbfleisch » ^'^^'^ Heiden » 3 74 4 85 > Schweinefleisch » ^'^^^ Hirse » 4,71, 5— Schöpsenfleisch » ^'^^^. Kukuruz > 5^ 4 5 40 Händel pr. Stück . - 40--Erdäpfel 100 Kilo 2 85—!- Lauben . ^^^^ Üinsen pr. Heltolit, 1(5-----------, Heu pr. M.-Etr. - 2 68^^ Erbsen , l0-----------Stroh . . . 26« -^ ssisolcn , 10-----------IHolz, hartes, pr. ^ Rindsschmalz Kilo — 95------- Klafter 6 AI ^ ^ Schweineschmalz» — 68------- — weiches, » ^ y^ Speck, frisch, » - 58-------Wein,roth..100L!t. - " A ^. — geräuchert» —70-------^! — wciszcr, » ^,..... landschaftliches Theater. Heute (gerader Tag) zum erstenmale: Die briden WcU^ (Novität). Neueste Puss,' mit Gesang in 4 ?lttrn um, M^il'" und C. Lindau. - Musil von Paul Al'eslro,v,i. Lottozichullg vom I. Dezember. Arünn: 50 49 70 «ti 78. Meteorologische Beobachtungen in Laiblch^ ' 7 U.Mg. 728.22 1.6 NO. schwach ! Regen H' n, 2,2 . N. 725.42 0.8 O. schwach Schnee ^» 8 . M'. ! 727.04 0.6 O. schwach Schnee ! ^" Seit 7 Uhr morgens Schneefall, abwechselnd Rege". TageSmittel der Wärme 1,0°, um 0,3° uulcr dem Normale^. Verantwortlicher Redacteur: I. Naglic illllllllillmNinliliillliilllllilmmilllillllllllllmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii111111 Soeben ist erschienen: (4999) • lanflessM. HaBtstaflt Laifiacl. 213 Seiten init einem Plane der alten Stadt Laü>»c' Von .Toli. Vrhovoc. — Preis 1 fl- ö- ^" A „i. Zu liaben bei Josef Modio, II<>irr(iiiKftHH(' '' .||i|i Danksagung. l Mll'il liel.eu Bewohnern des Marktes Obelw'N! > in Ttl'iermarl »ud dl>r Umgebung, die uns b" ° > plötzlich eingetretenen Ableben unseres unuergessllc,)l » Vruders, Schwagers, Oulel« und Orohonlels, > Herrn ^ Raimund Wolf resignierten l, t, Notars > ihre Liebe und Theilnahme bewiesen huben. vorM > lich der hochwürdigcn Orts< und Nachbars > Geistlichlrit, den geschätzten Hc'rn'ii Veamtcn " > Geschästslruten und insbesondere dc» verehrten e5.rn> , > M die reichen Kranzspenden und filr die grolM . » zahlreiche «egleitung zur letzten Ruhestätte > theure» Verblichenen spreche» wir unseren nn»»,^ > Danl aus und bitten, dem Dahingesch'edencn , freundliches Nndeulen zu bewahren. > Maunsburg am 2. Dezember l 886. > Die trauernden Mn!erblievc»ctt^> 2287 Course an der Wiener Dorse vom 2. Dezember 1886. «a« do«, offi^n l.«^«««« «>el^ Wax VlantsNnlehen. ^'cnienle...... ^ 20! <"'"> «n erientt....... »< <-5! «5 1,' ,^'» «°/« Staat«,o,c »50 si. ,81 ?l,,»i! ^ ,^-l 6'/° «a^^ 500 „ '»«5<»1<0 - «^" °°^ Filnslcl 100« '<"' Xl.ll. «L4n klaalOlc.se . . lOO „ ,«95N'?0- L^"^ « - - bO « 187 75 I«» 75 "°mc>.Ncnten,chc>,!e , per El, s.?-> -- ^ vest, Noidrenl«, ftennlxi . l>5-05 ,15, «s, "l»«l. Nolenltnte. sicntllrei . 101 «lUi »l> ""s Volbrente 4°/, , . . . 105 ll!il>5 <<-' ' «>!«Nl,..U!>l. 1^0 si, i>. W. S. ll»z! ?s, Is,» :l> » ^l>bahn°^rioritäte» . . !0U «o i<>l> l»l, ' ^>a«<«« it,,',,- z/°U!»hi, ch«....... I0!,!0l!- ^ /° N!ld«öt>lche imb slavonische . iu5 b0lv6 5« ° l'ebc»bi!lf,ischl..... ,U4 70 »UK »U We!! lUns, ^o/n Temese, Vanal . . . . li<>5 10 5,"^ «nnalisKc......>lX'75l0k^5, «lnbcre öffentl. Nnlchen. l^ua»'i>,efi.»t'olc 5°/„ loo 8?8, stencrftei . in« — lv? - Äülcbcü t, Elablgemeinde Wien lO< «b l«0 2» Nischen d, Etnbigrmcindc W>e« ^c!t>) .... —'- —'— Plax^lli^IiiIl^l^dlgrn^Wn,, lib 30Illb«>, Pfnndbrirfr (sÜ! I0U si.) s'rbsücr. allg, ösle«, >l'/,"/<> Volt. l2< «,°> >zi4 75, dli?, i» 50 „ „ 4>/, "/« loo «u >ou »» dto, !l, 5,0 „ „ ««/„ . «!! 7b »7 2l, dlo. Pram>!,n.echuIdve,I/,"/n ><»l «l>lul 7b Q^.-u»g. »unl veil. b»/n . , iou!w>«o e>' dtr. „ 4'/,°/,, - l«i »u il)i >»<» dlc. „ ^"/» . . i<« 5« !"««c» »ng. alia, VodencrlidilFNctifNgel, ,ü Pcs! i» 1.1»^9 vlil, l,'/,"/., —----------- Priuritätb'Obliglltioue« »9'80ll>0 io ^lailz-Ioj^'Ii'ah!,......_.— _^ km. 1b«i ÄW s,, C, ^V,"° - !o0?l>l«1 — l^tslln, No,tNda^>! . »u»»0l(»7lc «t-iedciltiust« ,,..,.____^ __-». Staalsbahn I, «tmlsston . . l!<» «0 N 40 ßilbbahn 5 »»/a....., 9 75 «U — « i^ 5"/,.....,93 5018» — Nng.aaliz. «nhn.....INI—>015O Diverse Lose (per Slllil). (ltcblllose ,Uc» ft...... l78'50>7»' i« - t?aidllchcrPramle!,.«In!lh,»(>ft. »ll t5 lu 7K Qseiitr Vlj« »«lldols.^ose 10 st. . „ _ ,, 5<, ^a!»!.^l'!c 4u sl...... 57.75 ^,— El,°G.l,vi«.i!oft 40 f,. . . . 5, «o b»-30 Wlll^ftciN'^ose Xl, sl. . . , 8X50 ,'3 — Wii^ijcharal) ^!ojr ^ !>, .____ -'— «llnt.Uclien «nal°.Oefteil. Bant »00 ,l. , „» 75 llk -»anlv««m. W.enn, iuo üecl >nVlc.O«s.,i«ieb»ösl.ü()Ull. i^°._ 550--H!)p°llMnb., ost.^<,-^,^ ^,^. Vanbclb., oft. »0u sl. H.ü„>/, ?5 >« l lchrOOaul. AUg. ,4., jl. 15b 15 15« 5° '"ctwn von T miiport» Nn^snehmuugen. (pel Vlllll), «Ilblech«,«ahn ! !>i,im..V>,hn w,,fl. yilb. !90'«5 »go ?5> «ulsig'Tcpl. lt'senb. w»fl,«lM.--------------- Vöhm, «orbbab!! 150 fl, , 1»5 5l.,T>b.<'j.)»oosl.S. l»5 —»»4 — D»l Nobelil'acher vti» i!u<) fl. . —— — — „ Vlib'T's/lI. ii. i«73^uufl.S. — — —-— Fcrl,!Nal!b«'leru»«iscnbahu loo fl. .-------— — «a>chai:,l?dtlb.Elscnb.»00. (lit.») ^uu j>. Silb« . lk8 ?s> l«« z<> Prag Dultr Eljrnv. I5l» sl. 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