LMcher TMatt. Pränumeration«PreiIe: IV),. 8^ Laibach: Ganzj. fl 8 4V; 1» t t . Zustellung in« Hau« vrllj.LLIr. Mit der Post: Ganzjähr.fl. IL. Redaction und Expedition: Bahnhosgasse Nr. 15. Donnerstag, 4. April 1878. — Morgen : Vincenz. SnsertionSpreise: . d. an die britischen Vertreter im Auslande datierte Depesche des Marquis os Salisbury resümiert die bekannten, seit 14. Jänner bis zur Note des Grafen Schuwaloff vom 26sten Mürz (die Depesche, in welcher Rußland ankündigt, daß es seine Erklärung vom 19. März aufrechterhält) ausgetauschten Depeschen. Die Depesche Salisbury's sagt sodann, daß die Regierung der Königin die letzterwähnte Entscheidung tief beklage. Es sei unmöglich, jetzt zu bestimmen, bis zu welchem Punkte die Bedingungen des Vertrages von San Stefano von den Mächten genehmigt würden; in allen Fällen jedoch wären die Vorbehalte, welche gestatten, sie willkürlich anzunehmen oder abzulehnen, ernstlich unzulässig. Die Regierung der Königin könne keine theilweise Prüfung des Vertrages annehmen, denn jede materielle Bestimmung dieses Vertrages impliciere ein Abgehen vom Vertrage von 1856. Die Depesche erinnert hierauf an die Declaration von 1871, hinzufügend, daß es unmöglich sei, ohne Verletzung des Geistes dieser Declaration einzuwilligen, daß die Artikel des neuen Vertrages der Würdigung der Mächte entzogen werden. Die wichtigen Folgen des Vertrages von San Stefano beleuchtend, erklärt die Depesche , daß ein mächtiger slavischer Staat unter russischer Kontrolle werde geschaffen werden. Indem Rußland beträchtliche Häfen im Schwarzen Meere und im Archipel besitzt, welche ihm einen überwiegenden Einfluß auf die politischen und kommerziellen Verhältnisse in diesen Gewässern gewähren, würde eine große griechische Bevölkerung mit ganz entgegengesetzten Aspirationen in der dominierenden slavischen Majorität verloren sein. Die Bedingungen, welche diesen neuen Staat einem m Wirklichkeit von Rußland gewählten Gouverneur mit von Rußland eingesetzten Institutionen und Administration unterwerfen, deuten zur Genüge das politische Sistem an, dessen Theil dieser Staat bilden soll. ^ . Die Depesche geht hierauf auf die Artikel des Vertrages über, betreffend die Bevölkerung in Thessalien und im Epirus, welche Artikel von weiteren Abmachungen gefolgt sind zum Schutze der Mitglieder der russischen Kirche, die nicht minder weitgehend sind, als die Artikel des Vertrages von Kainardschi, dessen Forderungen durch den Vertrag von 1856 aufgehoben wurden. Die Wirkung dieses Theiles des Vertrages wird die Vermehrung der Macht des russischen Reiches in Länderstrichen, wo die griechische Bevölkerung in der Majorität ist, zum Nachtheile Griechenlands und jedes Landes sein, welches im Osten des Mittelmeeres Interessen hat. Die Abtrennung griechischer, albanesischer und slavischer Provinzen von der türkischen Regierung wird dort die Einwohner der Anarchie aussetzen. Die Vertragsartikel, welche Beßarabien betreffen, Bulgarien bis zum Schwarzen Meere ausdehnen und die Erwerbung von Batnm stipnlie-ren, werden den Willen Rußlands in der ganzen Nachbarschaft des Schwarzen Meeres zum herrschenden machen. Der europäische Handel von Trapeznnt nach Persien wird nach dem Belieben der russischen Regierung behindert werden können. Der Betrag der Kriegsentschädigung, ohne von den früheren zugunsten der türkischen Staats-qläubiger stipulierten Hypotheken zu sprechen, übersteigt offenbar die Kräfte der Türkei. Der wetteren Verhandlungen in vager Weise anheimgegebene Modus der Zahlung gestattet, daß letztere werde unverweilt gefordert werden können, oder durch lange Jahre auf der Unabhängigkeit der Pforte lasten werde. Die Zahlung wird in eine größere Gebietsabtretung verwandelt werden können, oder in besondere Verbindlichkeiten auslaufeu. ^welche die türkische Politik in allem jener Rußlands unterordnen. .... - , Immerhin seien es nicht die einzelnen Stipulationen, welche hauptsächlich die Aufmerksamkeit Europa's erregen sollten, wol aber ihre com-biuierte Wirkung. Die ottomanische Jurisdiction hat geographisch ein Interesse für England in den Dardanellen, in Aegäischen Meere, im Schwarzen Meere, im Golfe von Persien, an den levantifchen Küsten und in der Nachbarschaft des Suezkanals. England fühlt eine außerordentliche Besorgnis, indem es die Vorposten einer größeren Macht dieser Jurisdiction so sehr sich annähern sieht, daß ihre Unabhängigkeit, ja selbst ihre Existenz beinahe unmöglich werde. Die auf die vou einer Macht gewählten Artikel beschränkte Discussion auf einem Kongresse wäre ein illusorisches Mittel gegen die Gefahren, welche die englischen Interessen und den Frieden Europa's bedrohen. Schließlich erinnert die Depesche an die durch den Widerstand der Türkei gescheiterten Reformversuche auf der Konstantinopler Konferenz. Das damals erstrebte Resultat könne jetzt nicht durch dieselben Mittel erreicht werden. Unzweifelhaft seien große Aenderuugen in den Vertrügen noth-wendig; eine gute Regierung, Friede und Freiheit für jene Länder seien aber stets Gegenstände der Ziele Englands gewesen. England hätte gerne an einem Kongresse theilgenommen, auf welchem diese Bedingungen in ihrer Gesammtheit geprüft worden wären; aber weder die Interessen, welche die Regierung der Königin vertheidigen müsse, noch das Wohl der fraglichen Länder würden durch den Zusammentritt eines Kongresses zu Rathe gezogen werden, dessen Berathungen durch die vom Fürsten Gortschakoff gemachten Vorbehalte eingeschränkt werden. Tagesneuigkeiten. — In Rom sind in den letzten Wochen reiche archäologische Funde gemacht worden. Mau fand unter ändern hinter den Thermen Diocletians ein Weinmagazin mit nicht weniger als 1000 teilweise zerbrochenen Amphoren, von denen ungefähr 200 mit aufgemalten Inschriften versehen sind, welche wichtige Aufschlüsse über Handels- und Confum-verhältnisse versprechen. Auf einem Grundstücke des Fürsten Pallavicini in der Via Nazionale wurde ein Theil des Nymphänms (öffentliche Gebäude mit Springbrunnen oder Wasserkünsten) des Avidius Quietus mit einer wohlerhaltenen Marmorfontaine und einem farbenprächtigen Mosaikgemälde von 210 Meter Höhe und über 190 Meter Breite aufgefunden. Es stellt ein großes Schiff mit geblähten Segeln dar, das in den Hafen einzulaufeu im Begriffe ist. Da sieht man Molen, Landungstreppen, Quais mit Pylonen und Bogen und einem hohen Leuchtthurm von unten viereckiger, oben zilindrischer Form. — Diamanten-Diebstahl. Der „KZ." schreibt man ans Paris: Zwei Spanierinnen, die Frau und die Schwiegermutter des bisherigen Vertrauten von Don Carlos, Generals Bost, wurden in Bayonne verhaftet. Dieselben wurden festgenommen, weil sie an einen dortigen Juwelier Diamanten im Betrage von 6000 Francs verkauft hatten, die von dem Goldenen Vließ herrühren sollen, das den: Don Carlos in Mailand, als er sich nach Rußland begab, gestohlen wurde. Das Goldene Vließ hatte einen Werth von 100,000 Francs. Wo sich General BoSt gegenwärtig befindet, ist unbekannt. (Dieses Goldene Vließ stammt bekanntlich aus dem Nachlaß des Herzogs von Modena und galt als werthvoll- stes Erbstück. Don Carlos wählte es sich auf Grund einer Testamentsbestimmung aus, welche ihm erlaubte, „ein Stück aus dem Nachlasse" anszusnchen. Don Carlos legte die pietätsvolle Testameutsklausel zur Ueberraschuug der übrigen Verwandten im vorteilhaftesten Sinne für sich aus.) — Zwei neue Opfer der Erforschung Asrika's. Die Erforschnng Afrika's hat wieder zwei Opfer gefordert. Die beiden Engländer Lieutenant Shergold Smith und Missionär O'Neil wurde» am Ufer des Victoria Nyanza-Sees ermordet. Die Anzeige von dieser traurigen Begebenheit erfolgte, nach einer Meldung der „Times", vom arabischen Gonvernenr von Unyanyembe an die englische Gesellschaft für evangelische Mission. Lokal- und Proviimal-Ailgeleyenheiten. — (Gemeinderaths-Probewahlen.) Als Kandidaten wurden aufgestellt: für den ersten Wahlkörper die Herren Franz Doberlet, Dr. Ankm Pfefferer nnd Dr. Josef Snppan; für den zweiten Wahlkörper die Herren Anton Ritter v. Gariboldi, Raimund Pirker und (obgleich Herr Ziegler aus Berufsrücksichten seine Wiederwahl ablehnte) beim zweiten Wahlgange mit Majorität Herr Franz Ziegler. Hente abends finden im Klnbzimmer der Kasinorestanration die Probewahlen für den dritten Wahlkörper statt. Diesem Berichte fügen wir die Schlußbemerkung bei, daß Herr Regierungsrath Dr. Ritter v. Stöckl seine allfällige Wiederwahl ans Berufsrücksichten dankend abgelehnt und Herr A. Mallitsch bereits aus Gesundheitsrücksichten seine Gemeinderathsstelle niedergelegt hat. — (Bei den nächsten Schwurgerichtssitzungen) werden in Laibach die Herren: Lan-desgerichtspräsident Gertscher als Vorsitzender, Oberlandesgerichtsrath Kapretz und Landesgerichtsrath v. Zhnber als dessen Stellvertreter, und in Rudolfs-Werth die Herren: Kreisgerichtspräsident Jeuniker als Vorsitzender und Landesgerichtsrath Dr. Vojska als dessen Stellvertreter fungieren. — (Spende.) Der Reichsraths- und Landtagsabgeordnete Herr Martin Hotjchewar in Gurk-feld hat dem Fonde der philharmonischen Gesellschaft in Laibach den namhaften Betrag von 300 Gulden gespendet. — (Vom Turnverein.) Von nun an Werden die Turnstunden für Mitglieder des Laibacher Turnvereins wöchentlich wieder an Dienstagen und Samstagen abends abgehalten werden; an Donnerstagen finden die Uebungen für das Gruppenturnen statt. — (Die Theaterfrage) ist endlich erledigt, der krainische Landesausschuß hat die Leitung unserer deutschen Bühne für die nächste Theatersaison dem Herrn E. Ludwig, derzeit Theaterdirektor zu Jglan in Mähren, übertragen. — (Historisch-dramatische Vorträge.) Herr Gymnasialprofessor Heinrich wird nach Ablauf der Theatersaison eine Serie historisch-drama-tischer Vorträge veranstalten und bei denselben an den vorjährigen Stoff anknüpfen, im ersten Bortrage das alte Rom und sein Theater, sodann Spanien, welchem die Geburt des klassischen Drama's zu danken ist, ganz besonders aber Spanien und sein Theater behandeln. Herr Professor Heinrich wird im Vereine mit mehreren Declamatoren, welche sich hiezu bereit erklärten, im landschaftlichen Re-doutensaale am 25. und 28. April, am 2. und 5. Mai jedesmal um 7 Uhr abends, vortragen. Eintrittskarten sind in der Handlung des Herrn Ka-ringer, Rathausplatz, zu haben. — (Vorträge über Tonkuust.) Soeben erhalten wir Mittheilung, daß Herr Supplent Seydler seinen etwa 12 bis 14 Vorträge umfassenden Kursus über Aesthetik der Tonkunst Donnerstag den 11. d. M. im Gebäude der hiesigen Lehrerinnen-Bildungsanstalt beginnen wird. Diese Vorträge umfassen eine genaue Auseinandersetzung der physikalischen und physiologischen Grundlagen der Ton- kunst mit besonderer Berücksichtigung von H. Helm-holtz' Lehre von den Tonempfindungen, ferner eine eingehende Besprechung der wichtigsten Gesetze der Harmonielehre, des einfachen und doppelten Eontra-punktes und deren ästhetischer Bedeutung, sowie überhaupt eine Betrachtung der wichtigsten musikalischen Stilformen in ihrer historischen Entwicklung. Anmeldungen zum Besuche dieser Vorlesungen werden auch in Karl S. Tills Buch- und Papierhandlung. Rathausplatz, entgegengenommen. — (Wahlresultat.) In den Ausschuß der hiesigen bürgerlichen Militär-Bequartierungsanstalt wurden gewählt die Herren: Schreiner, Weidinger, Lachainer und Achtschin; zu Rechnungsrevidenten Spoljarit und Geba. — (Zur Auflösung der Lehrerinnen -Bildungsanstalten) schreibt die „Tagespost", es sei davon bezüglich der Grazer Anstalt an kompetenter Stelle nichts bekannt, und es dürfte dieses LoS blos jene Anstalten treffen, deren geringe Frequenz die verhältnismäßig großen Kosten des Weiterbestandes derselben nicht rechtfertigt. Es würde also auch die Laibacher Anstalt in ihren, Fortbestände nicht gefährdet sein. — (DerSanitätsbericht)des Laibacher Stadtphysikates für den Monat Jänner 1878 bringt nns nachstehende Mitteilungen: Bezüglich des Krankenstandes waren vorherrschend Lungen- und Rippensellentzündnngen, Anginen, Magen- und Darmkatarrhe. Die Sterblichkeit war eine mäßige, jedoch bedeutender als im Vormonate, es starben 74 Per sonen, darunter 53 Erwachsene und 21 Kinder, 36 männlichen und 38 weiblichen Geschlechtes; als häufigste Todesursachen: Tuberkulose, Marasmus, Lungenlähmnng und Lungenentzündung. Es starben in Zivilspitale 36. im städtischen Armenversorgungshause 2 und in der Stadt sammt Vorstädten 36 Personen, und zwar in der inneren Stadt 13. Petersvorstadt 1, Polana 8, Kapuzinervorstadt 2. Gradischa 7, Krakau und Tirnau 3, Karlstädtervorstadt 1, Moorgrund 1. Im Zivilspital befanden sich 776 Kranke, hievon starben 36 und wurden entlassen 286; in der Irrenanstalt standen 124 Geisteskranke in Behandlung und das GarnisonSspital zählte 198 Kranke, hievon starben 2 und genasen 93. — Sicherem Vernehmen nach sind die Räume des hiesigen Landeszivilspitales derart mit Kranken überfüllt, daß mehrere derselben an, Boden liegen müssen. Der krainische LandeSansschnß soll bereits vonseite der hiesigen Landesregierung aufgefordert worden sein, diesen Uebelständen abzuhelfen. — (Benefizvorstellung.) Freitag den 5. d. M. gehen zum Vortheile der beiden thätigen Regisseure, der Herren Ströhl und LaSka, drei heitere Piecen über unsere Bretter: der GelegenheitS-schwank „12 Stunden im Arreste" mit Gesang (das Couplet „Tüpserl auf dem I" aus Strauß' „Methusalem") von LaM; das Lustspiel „Im Vorzimmer Seiner Exeellenz" und die Operette „Flotte Bursche." Die allbekannten Verdienste der genannten beiden Regisseure entheben uns der Aufgabe, einen zahlreichen Besuch dieses heiteren VergnügungS abendes besonders anzuempfehlen. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Zu Seeboden in Kärnten wurde infolge Beschlusses der Landwirthschaftsgesellschast in Kärnten eine neue Flachsbereitungsanstalt errichtet. — Am 1. d. fand in Klagenfurt die Assentierung militärpflichtiger Individuen statt. Die Assentierungskommission inachte nach Bericht der „Klagenf. Ztg." die traurige Wahrnehmung, daß von 90 vorgeführten Rekruten nur 10 als „tauglich" befunden wurden. — In der Nacht zum 31. März l. I. ging nächst Eiseukappel in Kärnten eine große Erdlawine oberhalb dem rechten Ufer des Vellacherbaches ab und verengte das sonst bei 25 Meter breite Flußbett auf nur 5 Meter Sechzig Arbeiter sind behufs Beseitigung drohender Gefahren beschäftigt. — (Landschaftliches Theater.) Gegen die Einfuhr echten perlenden Champagners, echter schwerer Lyoner Seidenstoffe, echter feiner Käse und echter, pikant schmeckender Sardinen aus Frankreich nach Oesterreich wird sich gewiß keine einzige Stimme erheben, aber entschiedene Verwahrung müssen wir einlegen gegen den Import französischer, moralisch verwerflicher Sittenbilder auf die deutsch-österreichische Bühne. Wenn die dramatische Muse derzeit wohl-geartete Sprößlinge nicht mehr zutage fördern, wenn die Feder dramatischer Dichter heutzutage nichts Besseres zu Papier bringen kann, als Machwerke, wie das uns gestern borgeführte Effektstück „Falsche Ehen" von Eduard Pailleron; wenn klassische Bühnenwerke der älteren Zeit sympathischen Anklang nicht mehr finden, so wäre cs im Interesse der Moralität und Aesthetik vorteilhafter, die Bühnen zu schließen, als die Gesetze der Moralität auf öffentlichem Schau platze so arg zu verletzen. Es ist höchste Zeit, daß auch auf diesem Gebiete eine heilsame Reform Wurzel fasse, sonst sind Bühnen nicht mehr Bil-duugs-, sondern Sittenverderbnis-Anstalteu, deren Produkte man meiden mnß, wie den Gebrauch des tödtenden Giftes. In dem „Effcktstücke" „Falsche Ehen" spielt ein sittlich gefallenes, durch die feurige Jugendliebe eines der besseren Gesellschaft augehörigen Mannes aus dem moralischen Sumpfe zum neuen, sittlich guten Leben erwecktes Mädchen die Hauptrolle; der Lebensretter wird zugleich Erzieher des gefallenen Engels, dem er allen Ernstes seine Hand reichen will. Fanlilienverhältnisse treten der beabsichtigten ehelichen Verbindung hindernd entgegen, und die gefallene weibliche Größe opfert diesen Verhältnissen in selbstloser Resignation ihre innige, aufrichtige Liebe. In einem in zweiter Linie auftretenden jungen Mädchen repräsentiert sich die echte, reine Unschuld, die nichts Arges denkt, nichts Böses ahnt und eben auch bereit ist, älteren Rechten auf die Hand des erwähnten jungen Mannes volle Rechnung zu tragen. Die erwähnten drei Charaktere verletzen das Sittlichkeitsgefühl durchaus nicht, jedoch in der Mehrzahl der übrigen in diesem „Effektstücke" beschäftigten Personen lernen wir Charaktere kennen, die sich in der Tiefe moralischen Sumpfes bereits gewälzt haben und Bilder zu Gesicht und Gehör bringen, die der öffentlichen Bühne fernbleiben sollten; Ehebruch, Doppel-, geheime, falsche Ehen und Coucu-binate gehören nicht auf eine solide Bühne, und diesen ästhetischen Grundsatz sollten alle Bühnen im Auge halten. Paillerons „Effektstück" ist nicht arm an aceeptablen Szenen, namentlich sind die Begegnungen der „Frau Armand" mit ihrem Sohne „Paul" und mit „Esther", die Auftritte zwischen „Paul" und „Esther", insbesondere die prächtig geschriebene Szene zwischen „Esther" und „Aline" und die Schlußszene einigen Werthes nicht ledig, jedoch im großen Ganzen genommen ist Paillerons „Falsche Ehen" ein — Unsittenbild. Der erste und zweite Act ließen das schwach besuchte Haus kalt, erst im driMn Acte gab sich regere Theilnahme kund. Die Aufführung dieser Novität zählt zu den guten, den Preis des Abends erwarb sich Fräulein Anselm (Esther), deren Leistung als eine vorzügliche bezeichnet werden muß; mit Beifall begrüßt wurden Fräulein N. Butze (Aline) und Herr Hell-wig (Paul), recht verdienstlich wirkten Frau Dupre-Hasselwander (Frau Armand), die Herren Leuthold (Ernst) und Alberti (General). Eines „sensationellen Beifalles" kann sich diese Novität in unserem Hause nicht rühmen. Unsere Bühnengesellschaft kann den gespendeten Applaus mit vollem Rechte auf ihre Rechnung schreiben. Witterung. Laibach, 4. April. Morgenroth, tagsüber trübe, windig, gestern die ersten Schwalben cingetroffen, mäßiger Südwest. Wärme: morgens 7 Uhr -s- 4 6°, nachmittags 2 Uhr s- 13-4« 6. (1877 > 17 3« ; 1878 -s-12 6« 0.) Barometer 785 96 mm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 5 6°, um 2 5° unter dem Normale. Jedermann weiß, wie viel Tisanen, Pastillen und sonstige Medikamente man in Erkältungsfällen, bei Katarrhen oder zur Heilung der Bronchitis aiiwcndct. Die neue Heilmethode dieser Krankheiten durch die Gnyot-schen Theerkapscln kommt nicht höher als 10—20 Kreuzer täglich zu stehen. Man nimmt zu jeder Mahlzeit 2 oder ö Kapseln, und häufig macht sich eine große Linderung schon nach den ersten Dosen bemerklich. Zur Vermeidung der zahlreichen Nachahmungen ist daraus zu achten, daß die Etiquctte die Unterschrift des Herrn Gnyot in dreifarbigem Drucke enthält. (57) 2—2 Depot in Laibach bei G. Piecoli, Apotheker. Eingcsendct. Prvlicnmhlr»! Das gefertigte Coiuile beehrt sich hiemit zu der anläßlich der bevorstehenden Gemeinde- rathswahlen für den III. Wahlkörpcr zu veranstaltenden Prvbetvahl einzuladen. Dieselbe findet Donnerstag den 4. April im Kasino-Klubzimmer statt. Die Veifauiuilung, um deren pünktlichen und zahlreichen Gesuch seitens der Herren verfassungstreuen Wähler dringend gebeten wird, beginnt abends halb 8 Uhr. Laibach am 30. März 1878. Vom Centrak-Mttkkcomit^ des ronst. Vereins. Lebensmittel-Preise in Laibach am 3. April. Weizen 9 fl. 41 kr., Korn 6 fl. 34 kr., Gerste ü fl. 53 kr., Hafer 3 fl. 41 kr., Buchweizen 5 fl. 85 kr., Hirse 6 fl. 50 kr., Kukurup 6 fl. 40 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 5 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. 50 kr. pcr Hektoliter; Rindschmalz 94 kr, Schweinfett 80 kr., Speck, frischer 68 kr., geselchter 72 kr., Butter 80 kr. pcr Kilogramm; Eier 2 kr. pcr Stück; Milch 7 kr. pcr Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 50 kr., Schweinfleisch 68 kr. pcr Kilogramm; Heu I fl. 95 kr., Stroh 1 fl. 78 kr. pcr 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. 50 kr., weiches Holz 4 fl. 50 kr. pcr vier C.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. per 100 Liter. Gedenktafel über die am 6. April l 8 7 8 stattfindenden Li-citationen. 3. Feilb., Mihelii'fchc Real., Prezernje, BG. Radmannsdorf. — 3. Feilb., Schumi'fchc Rcal, Grdb aä Neu-marktl, BG. Neumarktl. — 2. Feilb., Debelak'fche Real., Retje, BG Rcifniz. — 2. Fcilb, Knaus'fchc R^al., Gora, BG. Rcifniz. — 2. Feilb., Hegler'sche Real., Poliskavcc, BG. Rcifniz. — 2. Feilb., Mariana Perjatel'sche Real., Rcifniz, BG. Rcifniz. — 2. Fcilb., isbaKnik'schc Real., So-derfchiz, BG. Rcifniz. — 2. Feilb., Lefar'fche Real., So-derschiz, BG. Rcifniz. — 2. Feilb., Agnes Perjatel'sche Real., Rcifniz, BG. Rcifniz. — 2. Fcilb., Pucelj'fchc Real., Slatcneg, BG. Rcifniz. — 2. Fcilb., rrorcn'fchc Real., Nadlest, BG. Laas. — 3. Fcilb., Gaspcrlin'schc Real., Po-Zcnik, BG. Krainburg. — 3. Feilb., Simoniö'sche Real., Korito, BG. Jdria. — 3. Feilb., Malavcrh'sche Real., Schönbrunn, BG. Oberlaibach. — 3. Feilb., Schibcnik'sche Real., Adelsberg, BG. Adelsberg. — 3. Fcilb., Mikolii! 'che Real., Ravnidol, BG. Rcifniz — 3. Feilb, Knntarik-che Rcal., Verhovskavas, BG. Landstraß. — 3. Feilb., Knzma'sche Real., Munkendorf, BG. Landstraß.— 3. Feilb., Kamensek'sche Real.. Schwarzenberg. BG. Jdria. - 3. Feilb., BuSar'sche Rcal., Altendorf, BG. Landstraß. — 3. Feilb., Gorisek'sche Real., Oberseld. BG. Landstraß. - Rcasf. 3. Feilb., Stradjot'schc Real., Untcrkoschana. BG. Adcls-bkrg. — 2. Feilb., Gnidca'sche Rcal, Podstcne, BG. Rcif-mz. — 2. Feilb., Bcrglcs'fchc Real., Rcptfchc, BG. Laibach. — 2. Feilb., Valjavcc'fche Real., Swirtschach, BG. Neumarktl. — Reass. 2. Fcilb., Zdravje'sche Real., Kre-mcnca, BG. Laibach. — 2. Fei!b., Hokcvar'schc Real., Pianz-büchel, BG. Laibach. — 2. Feilb., Jcllcnz'sche Real., Sro-botnik, BG. Großlaschiz. — Rcasf. 3. Fcilb., Osana'sche Real., Präwald, BG. Scnosctsch- - Rcafs 1. Fcilb., Do-lcnc'sche Real., Lase, BG. Senosetfch. — Rcasf. I. Fcilb., Poscga'sche Rcal., Stranc, BG. Scnosctsch. — 1. Fcilb., Cerne'sche Real., Moste, BG. Stein. - I. Feilb., Gemeinde-Genußrechte Sinadole, BG. Scnosctsch. — I. Fcilb., Zit-nik'schc Rcal., Visoko, DG. Laibach. — 1. Feilb., Pollak-sche Rcal., Ncnmarktl, BG. Neumarktl. Telegramme. Wien, 3. April. Die „Pol. Korr." berichtet aus Bukarest: In geheimer Kammersitzuna berichteten Ghika und Stourdza über ihre Mission. England imiiitcrte Rumänien zum Ausharren in der Retrocessionsfrage auf, Oesterreich verwies aus die Nothwendigkeit der Regelung dieser Fraae durch Europa. London, 3. April. Granville und Harting-ton empfingen eine Deputation !20 liberaler Vereine, welche gegen die Einberufung der Reserven und gegeu den Krieg protestieren. Granville und Hartington versprachen, alles mögliche zur Hintanhaltung des Krieges zu thun. Dieselben billigten theilweise das Circular Salisbury's, tadelten jedoch, daß es die Tragweite der englischen Interessen ausdehne und die Chancen des Kongresses vermindere. England könne durch einen Krieg mit Rußland nichts gewinnen. London, 3. April. Herzog von Edinburgh wurde aus dein Mittelmeere abbernfen. Die Kanalflotte geht demnächst nach dem Pyräus ab. meine Freunäe unll Mannie! Habe Villa LaSka bezogen, Briefe und Zustellungen treffen mich bis morgen abends Zimmer Nr. 7. (165») Karl Z. Till, Zu-!»- u. PaxiecHauäkung, 21 Unier äcc Trasiste 8. Reich sortiertes Lager aller Bureau- und Comptoir-Requisiten, Schreib- und Zeichnenmaterialien. Afficheu- und Packpapiere, Farben, Bleistifte, Stahlfedern, Siegellack, Copier-, Notiz- und Geschäftsbücher, Briefpapierkaffette« sammt Monogrammen. (158) 2 Nalur und Kunst! Die Fliege summt, Herr Laska — brummt. (I65d) Wiener Börse vom 3. April. Mkß«meiae 8taatr-sckukä. Papierrente ; 60 15 Silberrente Goldrente............ StaatSlose. 1839. . „ 1854. . „ 1860. . „ 1860(5tel) „ 1864. . Ornnäentlaftringr- Obligationen. Galizicn............... Sievenvürgen . . . Temeser Lanat . . Ungarn................. Aaäere üffrntkiciie Anleken. Donau-Regul.-Lose . Ung. Pramienanlehen Wiener Anlehen . . . Hetien v. Lanken. Kreditanstalt f-H-U-.G. SScompte-Ges., n.ö- . Nationalbank.......... Aetien v. Teanrport Nnternekinoagea. Alföld-Bahn.......... Donau - Dampfschiff-Elisabelh-Westbahn . Ferdinaiids-Nordb. . öranz Joseph-Bahn . Äaliz. Karl-Ludwigb Lemberg - Czernowitz -Lloyd-Gesellschaft . - 64 30 71 75 316 1V7-L5 110 75 118-50 134 25 83 90 74 75 77 25 77 60 103 50 76 5V 88 25 206 25 791 110 75 359— 16850 »955 125 — 240 119 380 Ware 6025 64 30 71 85 317 l07 50 111 -119-13450 84 40 75 25 77 5.0 78 25 104— 76 75 88 50 M 75 793 — 111 25 361 — 163 — 1960 126 — 240 50 II95V 388 — Nordweftbahn . . . . RudolfS-Bahn . . . . StaatSbahn............ Südbahn................ Ung. Nordoübahn . . Psanäbriese. Bodenkreditanstalt in Gold............. in österr. Währ. . . Nationalbank........... Ungar. Bodenkredit- . Pnoritür«-Obkig. Elisabethbahn, i.Em. erd.-Nordb.i. Silber ranz-Ioseph-Bahn. )aliz.§k-Ludrvigb,l.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn . StaatSbahn, I. Em. . Südbahn L 3 Perz. » 5 „ . , Privatkvse. Kreditlose............. RudolfSstiftung. . . . Devisen. London ................ Gekässrien. Dukaten............... 20 Francs.............. 100 d. Reichsmark . . Silber................ Geld 10650 112— 24« — 68 — 107 75 107 — 8S85 9810 94 — 93 106 50 89 — 102 25 88 50 64 50 15550 111 50 93 — 159-50, 13 — 122 65 577 9 83»/, 60 55 107 40 Ware 107 — 112 50 L46S0 68 50 108-— 107 Ü0 SO — 98-25 94 25 93 50 107 — 89 25 102 75 8» 7L 64 75 15650 111 75 93 25 160 — 13 50 :22 75 5 7S 984 60 60 107.54 Telegrafischer Kursbericht am 4. April. Papier-Rente 60-30. — Silber-Rente 64 45. — Gold-Rente 78'—. — 1860er Staats-Anlehen 110.—. — Bank-acticn 794. — Krcditactien 207 SO. — London 122 35. — Silber 106.65. — K. k Münzdukaten 5 77. — 20-FraneS-Stücke 9 79'/,. — 100 Reichsmark 60 30. Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.