LMacherWMtlMg. Nr. 3. Pränumrla tions preis: Im Comptoir ganzj. fi. I,. dall'i. fl> 5.50. Für die ZusttUuug in« Hau« halbl. !»u lr. Mit der Post »a»zj. ft. 15. halbj. st. 7.5^). Mittwoch, ä. Jänner ^ nicltionsgcl> üyr die ll) Zeilen : I ma! <:<> ls., sm. »!>fr., üm. I ft.! ü'Nft fr, ,^ci>c Im,»: li., 2m. »lr., l'.m. 10 lr. ».1. w. «njertionsftempcl icbcsm, .'«»lr. 187«. UE?" Des h. Feiertages wegen er scheint die nächste Nummer am Freitag. Nichtamtlicher Theil. Nnßlan> und tie Türkei. Eine Vor» und Rückschau. Das innere Leben Rußlands, des ausgedehntesten Reichs unserer Erde, ist nicht mehr so starr wie es wähicnd der Negierung des Kaisers Nikolaus war. Mächtige Einflüsse, zuerst der Krimlrieg. dann die Re< formen des gcgenwärligeu Kaisers, vor allcm die Auf» Hebung der Leibeigenschaft, brachten die Elemente in Fluß. Es konnte, wie Menschen und Dinge in Nußland sind, nicht fehlen, daß man sich bald einer trüben Gäh< rung gegenüber sah. Sie erschien um so trüber, als an der Spitze die zugleich weitsichtigen und starten Geister fehlten, in denen der chaotische Drang ron nntcn seine ordnenden Meister gefunden hatte. Die polnische Revolution nnd der Krieg gegen dieselbe brachten eine Ableitung. Sie gaben dem aufgeregten Geiste des Groß russenlhums die Nichtung nach anßen, und stellten das, selbe im Innern feindlich gegen das deutsche Element. Bisher halle dasselbe, stets loyal, sich nicht blos einer ungestörten Autonomie in den Ostsccprociinzen erfreut, sondern auch, von der bürgerlichen Arbeit bis hinauf zu der Diplomatie und der obersten Staalsloitnug, eine geistig befruchtende Wirkung geübt. Daher inderinnern Politik ein doppelter Rückschlag, die Gegenströmung der unli»liberalen und der russisicirenden Politik. Dieser Charakter ist auch im letzten Jahre geblieben. In Polen sehen wir ihn, trotz der persönlich milderen Nichtung drs Grafen Berg, in Folge der aufeinander gestoßenen Gegensätze nuf die Spitze getrieben. Im Ucbriaen steht die extrem russische Partei zwar meistens noch nicht selbst am Nudcr, aber sie steht treibend hinter den obersten Würdenträgern; ihr Hauch ist cs, welcher die Segel bläht. Mit all dem sind dic Krantheitsstosfe im In« ncrn nicht gehoben, sondern nur zurückgedrängt. Wohl haben sich die StaatSfinanzcn in neuester Zeit etwas besser gestaltet, und die Entwicklung dcö Eisenbahnnetzes ist ein bedeutungsvoller Fingerzeig für die Zukunft, nicht minder rücksichllich der Action nach außen, als rück sichtlich dcr Mobilisirung der inneren Kräfte und Werthe; 360 Meilen Eisenbahn wurden im Laufe dc« letzten Jahrs in Betrieb gesetzt, 440 Meilen sind noch im Bau begriffen. Dagegen beachte man auf politischem und socialem Felde das geheime Convenlilelwesen, auf kirchlichem die tollsten Ausgeburten einer ins Breite wachsenden Scctirerci, wie solche zum Bei» spiel im letzten Jahre rücksichtlich der Skopzcu enthüllt wurden. Dazu auf volkswirthschaftlichem Gebiete die bis jetzt nur faule Frucht der Bauern-Emancipation: Entwcrthung des Grundbesitzes, Verödung vieler bishe' riger Culturflächen, mangelnde Arbeitskräfte, Verarmung des Adels. Noth, Rath« und Hilflosigkeit großer Massen von früheren leibeigenen. AlleS dies sind Merkmale einer tiefen, nach innen fressenden Krankheit. Wcnn man auf der andern Seite von der Vorbereitung einer Städte-Ordnung, einer Civil' und Straf-Proccß-Ord nung mit Geschwornengericht hört. so weiß man noch nicht, in welcher Gestalt diese Nesormen und wann sie erscheinen werden. Auch sind cs wohl andere Hebel, deren Ansetzen dringender ist, wcnn die Haupt-Uebel gehoben werden sollen. Mit dem Vollsschulwcsen sieht es thatsächlich, trotz einiger älterer papicrnen Projekte, fort» während trostlos aus. Erfreulich ist eS. daß einige Gouvernements auf autonomem Wege wenigstens einen Anfang mit dcr Schulreform macheu, namentlich die allmällgc Heranziehung eines Lchrcrjtandes für Dorfschulen inS Auge fassen. Daß die Gouvernements St. Petersburg und Moskau nicht zu dieser Zahl gehören, ist bezeichnend. Es ist immer nur ein kleiner Theil des inneren socialen und politischen Bebens, worüber volles Licht sich ans dem weiten asiatisch europäischen Weltreich bis zu uns Bahn bricht. Auch sind cs znmcisl die Vorgänge an dcr Peripherie des Neichs, welche, wie sic uns genauer bekannt werden, so auch unsere Aufmcrlsamleit am meisten fesseln. Am nächsten berühren uns dic Vorgänge in den Ostseeprovinzen. Sie sind von kundiger Feder auch in neuester Zeit in diesen Blättern so gut dargelegt worden, daß wir hier nicht dabei verweilen. In Polen sahen und sehen wir das Werk der Russifi-cirnng rücksichtslos vorschrciten in seiner brutalsten Oe» stall, in dcr Vcraewallicilinc; des natürlichsten Men» schcnrechtö. des Gebrauchs dcr Muttersprache, strtlher hatte man doch nur drei dcr polnischen Gymnasien speciell als russische bezeichnet; hier dursten die polnischen Knaben bei Strafe auch unter sich ihre Muttersprache nicht sprechen. Schon zu Anfang vorigen IahrS ward diese Vorschrift anf alle polnischen Gymnasien ausgedehnt. Dic Umgestaltung dcr Warschauer Uuivcrsität ist in frischester Erinnerung. Dic katholische Geistlich-feit sah ihre Bischöfe verhindert, zum Concil zu gehen, sie sah den Bischof von Augnstowo, Grafen Lubicnsli, mit Gewalt weggeführt, weil er den in rcin kirchliche Dinge eingreifenden Erlassen dcr Regierung sich wider« setzte. Auf dem Weg in die Verbannung (nach Perm) ward er in Nischnij-Nowgorod vom Tod ereilt Aber der Einführung dcr rufsischen Sprache in die polnischen Kirchen wenigstens hat die Geistlichkeit bis jetzt noch mit Erfolg widerstanden, Dank der Weigerung des rö-misch-katholischcn Collegium« und deS erzbischöfiichen OeneralconsistoriumS in St. Petersburg, zu solch schnö dem Gcwaltatt die Hand zu bieten. Auch den evange^ lisch-reformirtcu Gemeinden Lithauens, deren Mitglieder größtcntheils polnischer Nationalität sind, blieb in Folge davon vorerst noch der Gcbrauch des Polnischen in ihren Kirchen gestattet. Die Schlichtung des griechisch türlisch.n Streits zu Anfang, dic Nachgiebigkeit des Khedive von Egyp-ten gegen Ende des vorigen Jahres hat es mit sich gebracht, daß Rußland sich fortwährend innerhalb der Grenzen scincr bisherigen orientalischen Politik, nämlich innerhalb der Vorbereitung und Vorarbeit für fernere Ziele, halten konnte. Da England, Oesterreich und Frankreich denselben Weg gingen, so bot sich die Gele genheit zu einer AclionSpolitik nach dieser Seite hin nicht. Man irrt auch. wcnn man annimmt, Rußland suche jctzt cinc solche Gelegenheit. Es wartet der Zeit. wo. wie es hofft, die Frucht, nach der es verlangt, reifen, wo dcr Einsturz des osmanHchen Baues von innen heraus unvermeidlich wird. Vis ostzi« denkt es auch wohl mit seinen Haupteiscnbahnen scrtig zu sein und die internationalen Verhältnisse deS central« »nd westlichen Europa für sich günstiger zu finden, als zur Stunde. Cs ist nicht unmöglich, daß früher eine Krisis kommt, in welcher cs einer Actionspolilil nicht füglich ausweichen kann; aber es wird dieselbe z. B. schwerlich wünschen oder beschleunigen. DaS bedeutende Vorschrcitcn Rußlands in Central» asien fällt nicht in daS letzte, sondern in das vorletzte Jahr. Aber an dasselbe reihen sich im letzten Jahr wo der, wie cs scheint, noch nicht ganz been-Zs^e Kirgiscu-Ausstand Rußland nebenbei einige Beschäftigung aab — mit einer merkwürdigen Folqcrich-tiyleil der VcrlMlnisse innere Wirren in den Reichen Bochara imd Afghanistan, die Empörungen von einzel» ncn Gliedern dcr Emiren.Familien, die auswärts gesuchte Unterstützung. Diesc innere Aufiosnnc, in den zwischen Rußland und Ostindien liegenden Gebieten mil ihren dynastischen Verwickelungen nnd Feindschaften fahen wir bcrcilö in ihrer Rückwirkung auf Persien. Aufrührerische Afghainnfürflen fuchen die Hilfe Perficns für ihre Plane zu erwirken, und stellen Persien dagegen l>ie E'wcrbung des schr begehrten Herat i» Anssichl. Auf dcr anderen Scitc besteht zwar Friede zwifcheu der Türkei nnd Pcrsicn, aber cs schweben doch stets ver- .Dauer" und „Landwirt»)!"* III. Eines schickt sich nicht fiir alle Sehe jeder, wo er bleibe; Sehe jeder, wic rr's treibe — Und wer steht, daß er nicht falle! Goethe. Als Horaz mit dcr bekannten Ode: „Iloliw« ill«, Hradisch , alle Landgemeinde n der Nikolsburger Aezirtstiauptmannschaft und die Generalversammlung des constitulioncllcn Casino's in Eibenschitz. Von compctenter Seite erhäli die ,N. Fr. Pr." die folgenden Mittheilungen: Gegenüber dem von einem Wiener Blatte neuestens wieder aufgewärmten Gerüchte einer angeblich beabsichtigten Reise Sr. Majestät des Kaiser« uach Rom kann mit voller Bestimmtheit ver> sichert werden, daß eine solche Reise gar nie in Aus> sicht genommen war nno auch bis zur stunde garnicht in Frage gebracht wurde. — Der „Ungar. Lloyd" ergötzt seine Leser mit einer, auch in Wiener Journale übergegangenen pikanten Erzählung über die Antritts» Audienz des neuen preußischen Gesandten, Herrn Ge-neral v. Schweinitz, in welche er auch den Herrn Reichs» tanzler Grafen Beust handelnd einwebte. Dieser Er« zählung gegenüber ist nur zu constaliren, daß die Einführung fremder Gesandten nach dcm bestehenden Ceremonie! in der Form einfacher Privat-Audienzen, ohne specielle Assistenz hoher Slaalswürdcuträ^er zu geschehen pflegt, daß dies auch mit Herrn General u. Schweinitz jüngst der Fall war; daß demnach d«r Reichskanzler Graf Geust bei dieser Antritts'Audicnz gar nicht zua.?> gen war, daher weder die anglich ernste Miene dcs Herrn Generals bei dem Anblicke Sr. königl. Hoheit des Kronprinzen von Hannover wahrnehmen, noch in der ihm zugeschriebenen Wc>se handelnd in die Geschichte eingreifen konnte. In Betreff der Mi niste rlrise war nach der „N. F. P." der factischc Stand der Dinge am Sylvesterabend der, daß Se. Majestät der Kaiser beim Empfange des Handclsminislers v. Plener diesem den Wunsch aussprach, daß die fünf Minister interimistisch die Geschäfte besorgen möchten. Ob nun in den letzten zwei Tagen hierüber eine Einigung stattgefunden, odcr ob eine Lösung sich entwickelt hat, ist nicht bekannt geworden. Die ..N. Fr. P" hebt zugleich hervor, daß das ungarische Ministerium, wie auch dic Haltung dcs „Prsti Naplo" beweist, seine Sympathien der Richtung der verfassungstreuen Partei zuwendet, und die in Wien anwesenden ungarischen Minister Graf Andrassy und M. v. Lonyay machen dcS gar kein Hehl. daß die ungarische Regierung sich zu einer Entwicklung unserer Politik in föderalistischer Richtung geradezu abwehrend verhalten würde- Fürst Karl Auersfterg sollte gestern von Prag in Wien eintreffen, und man bringt diese Thatsache mit dcr Adreßberathung im Hcrrenhause in Verbindung, welche am 7. d. M. stattfinden soll. Referent Graf Anton AuerSperg soll den Entwurf vollendet haben Dcr AdreßauSschuß des Abgeordnetenhan, ses tritt am Samstag zusammen um über den Entwurf des Grafen Spiegel zu entscheiden. Auch aus Berlin wird eine Neujahrs a »< spräche gemeldet. Auf den Neujahrsgruß der Generalität (als Sprecher fungirte General Wrangcl) erwiederte dcr König dankend: Da Sie der mir gewordenen Auszeichnung von Seite des Kaisers von Nußland durch Verleihung deS Georg-Ordens erwähnen, so muß ich aussprechen, daß ich sowol diese Auszeichnung, als bie abgesehen davon, daß sie theurer, auch öfters erneuert werden müssen. — Die alles nivellircndc Crinoline, dcr Puff, hinter dcm in Wahrheit daS hohlc Nichts, wie hinter dem Staatscredit vieler Reiche dic riesenhaften Schulden, sichert sich nun wenigstens die Herrschaft auf dem stachen Lande und wandert mit all' dcm Anhängsel von werthlosem, von den Städtern schon beiseite geworfenen Tand alter und greller Muster, in seidenen Kopftüchern, in abgelegenen Kleiderstoffen u. s. w. auf den Jahrmärkten um ein Dritthcil theuerer (als in soliden Kaufläden) zu uns heraus, odcr werden, was noch schlimmer, von Krämern und Hausierern von Haus zu HauS colportirt. wozu noch hin und wieder das dankbare Metier, Emancipationstendcnzcn nationaler Zu-kunftsträumcr in hohlc oder angeheiterte Köpfe einzutrichtern, cinc solide Nebenbeschäftigung für dic Wirths-hauSavende abzugeben scheint. In Folge dcs verminderten VorspannsbcdürfnisseS, insbesonders längs den Reichsstraßen z. B. und des daraus folgenden geringen Viehstandes (also auch schwächster Düngerproduction, die ohnehin durch die Anwendung dcr Waldlaubstrcu dem Walde fast alles entzieht und dem Acker wenig bringt), besuchen die Bauern nun die Märkte mit dem wenigen Vieh, desto häusiger, auch ohne Geschäfte abzufchliehen, und das Resultat der vielen vergeudeten Arbeitstage, an denen noch obendrein mancher Erntegulden im Wirthshause verjubelt wird, ist — — der Executor, ox olt'o zwei ehrenwcrthc Doppclhörner zu Markte und zur Feilbictung führend! — Ja. der Weiu und das Wirthshaus, namentlich in Unterkrain, ist da« erste Glied der großen Kette von Schlägen, die so häufig bis zur Lizitation der Hubstelle fuhren ^ es ist leider sogar noch das Bindeglied des ganzen Elends, es ist der Hccrd aller Laster, bis zum — Todtschlage. Zuerst arbeitet der Unglückliche mit eignem Zugvieh, dann kommen die Trinlliebhabercicn. dann pflügt er mit einem fremden, gegen die Hälfte deS Futters refft. Marktgewinnes geborgten Ochsen-Gespann, zuletzt fehlt es ganz, weil ihm aus Gründen irgend cineS Vcr-trauensmißbrauchcs nicht mehr creditirt wird. Dann beginnt die Düngernoth, die Ernte fällt immer schwächer aus, es fehlen die Steuern, die Schuldzinfen — und schließlich fehlt da« Haus sammt Grund und Boden, und der Mann ist — obdachlos. Wer ist in solchen Fällen der Schuldtragcnde? Berechtigen dic trüben Folgen dieser Vorkommnisse zu einer allgemeinen Muthlosigkcit? — Nein! die Gründe liegen tiefer, obschon alles zur Schwarzfiirbung des Totalbildes, staffagirt von so und so viel taufenden jährlicher Exccutionen. wie wir sie im Amtsblatle täglich vor Augen haben, nicht wenig beiträgt. Möglich ist, daß wir durch zu trüb-dunkle Brillen das alles anschauen; möglich ist. daß da« Sujet schbner, als das Portrait! Ader sehen wir uns nur um — wie auffallend dokumentirt sich der landwirthschaftliche Verfall in nnserm ärmlichen Betriebe gegenüber Steiermart! Wir sehen also ganz natürlich nur als Folge dieser Calamität den Umstand an, daß z. B. die Landwirth-schaftsaesellschaft alle Ausstellungen in Kram perhorreS-cirt! Aber die „productiveren Zwecke!?" Nun, wir müssen die VcrwendungSresultatc abwarten, eingedenk des Satzes: Es taugt niemals, Hoffnungen hoch zu spannen." — dieselbe begleitenden Kaiserworte nur Ihnen verdanke; sowohl Denen, welche die Armee zu Siegen führten, als Denen, welche sie lange Jahre hindurch zu so großartigen Erfolgen ausgebildet und vorbereitet haben. Vom Concil schreibt die „Civile Cattolica:" Die fremden Regierungen haben das Concil direct weder begünstigt noch gehemmt, mit Ausnahme dcS schismati' schen Rußland, welches den einzigen Bischof Polens, dcr noch nicht gctödtct odcr nach Sibirien deportirt worden, hinderte, hicherzulommcn und die Leiden dieser gepeinig' ten Nation zu berichten. Nur eine Regierung, jene des großmüthigen Frankreich, welchem die ganze katholische Welt Dankbarkeit schuldet, erwies sich wohlwollend, in dcm sic in den päpstlichen Staaten eine Garnison unter hält, welche eine sehr kräftige Bürgschaft für den ruhi' gen Verlauf des Concils bildet. AuS Florenz mcldct die „Opinione," der Mi-nisterrath habe die Ablehnung der Krone Spa-niens für den Herzog vonGcnua beschlossen. Der Minister-Präsident habe das dem Gesandten Montemar unter Hinweis auf die Staatsinteressen und die Gefühle der Mutter mitgetheilt. In Bologna, Facnza und Parma sind Unruhen ausgebrochen, daher Truppen dahin gesendet wurden. In Paris erwiderte Louis Napoleon aus die Glückwünsche deS diplomatischen Corps: Ihre Anwesenheit und die Worte, welche ich soeben ver-nommcn habe, sind mir ein neuer Beweis der guten Beziehungen, welche zwischen meiner Negierung und ^den Mächten bestehen. DaS Jahr 1870 wird, ich hoffe es, das gemeinsame Einvernehmen zum Zwecke der Eintracht und dcr Civilisation nur befestigen können. Auf die Glückwünsche des SenatS erwiderte der Kaiser: Es ist mir angenehm, den Senat zu der Weise zu beglückwünschen, in welcher er vor einigen Monaten die liberale Aufgabe erfüllte, die ich ihm bezüglich der Aenderung der Verfassung anvertraut habe. Ich hege das Vertrauen, daß ich auf dcm neuen Wege, den wlr betreten haben, immer auf die Unterstützung seiner Weisheit und seines Patriotismus werde zählen können. Den Mitgliedern des gesctzgebeudenKör-pers eutgegnete der Kaiser: Ich bin glücklich über den Ausdruck der Ergebenheit, welchen Sie im Namen des gesetzgebenden Körpers an mich richten. Niemals war unsere Eintracht nothwendiger und nützlicher. Neue Verhältnisse habcn die Prärogative dcs gesetzgebenden Körpers vermehrt, ohne die Autorität zu schmälern, welche ich von der Nation empfangen habe. Indem ich die Verantwortlichkeit mit den großen Staalstörpcrn theile, fühle ich mehr Zuversicht, die Schwierigkeiten der Zu< kunft zu bewältigen. Wenn dcr Wanderer eine lange Laufbahn zurückgelegt hat und sich eines Theiles seiner Bürde entledigt, schwächt er sich deshalb nicht, er sam-melt nur neue Kräfte, um seinen Weg fortzusetzen. Der Deputation des Clerus erwiderte dcr Kai« ser: Ich nehme mit Dantliarteit die Wünsche de« Clt' ru« von Pari« entgegen. Möge er seinerseits meine Glückwünsche zu dem Eiftr hinneb.^^ ^ll^. dareinsetzt, um un Schoße der Massen die Lehre der Selbst-Verleugnung und der christlichen Liebe zu verbreiten. Das „Journal Offlciel" veröffentlicht das neue Ministerium: Ollivicr, Justiz; Graf Daru, Aeuße-res; Chevandier de Valdron, Inneres; Buffet. Finanzen; General Lcboeuf, Krieg; Admiral Rigault. Marine; Segris. Unterricht; Marquis Talhouet, öffentliche Ar. beiten z Louvel. Handel; Marschall Vaillant, kaiserliches Haus; Richard, schöne Künste.— Ein kaiserliches Decret trennt das Ministerium deS kaiserlichen Hauses von dem Ministerium der schönen Künste. — Paricu ist zum Präsidenten des StaatSrathes. Saint Paul und Duvergier sind zu Senatoren ernannt. Hassesueuigkeiten. Proceß Traupmann. (Fortsetzung.) Zu dem gestern mitgetheilten Auszug aus der Gerichts' Verhandlung vum 28. v.' tragen wir folgendes nach: Das Innere des Saals war lange vor 10 Uhr vollständig qe^ füllt, eine große Anzahl Personen fand keinen Einlaß, obwohl sie Karten hatten. Beim Eintritt in den Saal fielen sofort mehrere große Tische auf, die sich inmitten des Saals befanden, und auf denen die Ueberführungsgegenstände aufgelegt sind. Man bemerkte die Kleider der Frau Kinck und ihrer sechs Kinder, darunter die der kleinen Hortense, dann das Stuck Brod und die Wurst, welche« die Kleine noch in den Händen hatte als man sie aus dcr Grube hervorzog; ferner die Schaufel, die Ap und das Messer mit welchen der Mörder sein Verbrechen ausübte. Diese Gegenstände, besonders die Kleidungsstücke der sieben oder vielmehr acht Opfer, machten einen tiefen Eindruck auf die Anwesenden, besonders auf die sehr zahlreich anwesenden Frauen, von denen sich viele Thränen aus den Augen wischte«. DaS Gedränge im Saale wurde nach 10 Uhr furchtbar, besonders als sich eine Anzahl Advocate» mit Gewalt eindrängte. Es entstand ein Tumult, der sich erst legte als der Hof — es war halb 11 Uhr — angekündigt wurde. Der laiserl. Generalprocurator Grandperret und der Ge» neraladvocat MerveilleupDuvignaur, sowie der Vertheidiger Advocat Lachaud nahmen zu gleicher Zeit ihre Plätze ein. Gegen 11 Uhr wurde der Angeklagte eingeführt. Seme An^ 17 lunft erregte allgemeine Sensation. Alle Welt erhob sich um ihn besser zu scheu. Der Angeklagte hört die Verlesung der Anklageschrift ruhig an, und bleibt selbst bei den gehässigste» Stellen derselben vollständig glcichgiltig. Nur scheint er verwirrt und wird bleich, als von der Intrigue die Rede ist, die er gemacht, um sich das Geld auf der Post von Guebwiller zu verschaffen. Die Geschwornen betrachten den Angeklagten sehr aufmerksam, aber derselbe gibt selbst nicht einmal ein Zeichen der Aufregung, als von den Einzelnheitcn der Ermordung der Mutter und der Kinder die Nede ist und erzählt wird, wie die Kleinen „Mama! Mama!" gerufen haben. Nach dem Aufruf der Zeugen beginnt das Vcchör Traupmanns. Der Angeklagte erklärte mit fester Stimme seinen Namen: Ioh. Baptist Traupmann, wohnhaft zu Eeruay, Mechaniker, 20 Jahr alt. Indem er sich erhebt, stützt er die Hände auf die Schranke, vor welcher er steht; seine Hände sind glatt und knochig, seine Arme ungewöhnlich lang. Im weiteren Verlauf des Verhörs will der Angeklagte mit Johann Kinck nur von Erfindungen und den Fonds, die man zu ihrer Ausbeutung bedürfe, gesprochen haben. Er widerruft die in der Voruntersuchung über diesen Punkt gemachten Geständnisse und gibt an: er habe Kinck nach den» Elsaß locken wollen, um Geschäfte mit ihm zu machen. Ueber den an Kinck geschriebenen Brief gibt er an: er habe diesen schreiben müssen, um die von ihm beabsichtigte Falschmünzerei zu verbergen, denn eine solche hätten beide vorgehabt. Vom Präsidenten aus die Unwahrscheinlichst dieser Aussage auf? merksam gemacht, besteht Traupmann auf derselben. Er erzählt sodann weiter: daß er Kinck an der Eisenbahn von Vollwiller erwartet, mit ihm auf dem Omnibus nach Sultz gefahren, dort in der Herberge der Frau Mongouet ge-frühstückt habe und dann mit Kinck nach Wattwiller in das Wirthshaus „zum weißen Roß" gegangen sei. Diese Erzählung gibt jedoch Traupmann nicht zusammenhängend, sondern antwortet nur auf specielle Fragen des Präsidenten. Präs.: Sie haben zuletzt erklärt, daß Sie uach Herrenflug gegangen, und daß Sie Johann Kiuck Gift gegeben'. Angelt.: Ja. Prä f.: Wer hat das Gift in die Flasche gegossen? Angekl.: Der Mitschuldige. . . Präs.: Welcher Mitschuldige? Angekl.: Der Mitschuldige — der mit mir war. Präs.: Dem Untersuchungsrichter haben Sie am 2A. October erklärt, Sie hätten Johann Kiuck in Sultz aus den Auge» verloren. Auf die Bemerkung, daß dies unwahrscheinlich sei, da man zwei Ehecks, sowie die Uhr und Kette Kincks bei Ihnen gefunden habe, erklärten Sie: er hat mir die Uhr uud die Kette gegeben und die beiden Checks anvertraut, und wenu einer der EhcckS Ihre Unterschrift trage, so hätten Sie diese auf Kinckö Veranlassung hinzugefügt, um seine Familie zu hintergehe». Am lAten November machten Sie eine andere Erklärung, daß Sie nämlich Johann Kiuck vergifteten Wein zn linken gegeben hätten, woranf cr todt niedergestürzt sei. Angelt.: Damals habe ich gelogen. Hierauf macht derselbe die schon bekannten Angaben über seine Mitschuldige», wobei er sich auf den Kellner im Hotel du Nord beruft, welcher ihu mit seinen Mitschuldigen gesehen habe, deren Namen ein Portefeuille enthalte, welches im Walde von Eernay unter einem Vämnchen vergraben sei; er besteht auf dieser Angabe, obwohl ihm der Präsident cutgegeu hielt, daß in jenem Walde nichts gefuuden worden sei, uud weigert sich die Namen jener anzugeben. Präs.: Sie haben sich in Eernay mit Chemie beschäftigt. Sie habe» Retorten und andere Destillir-Apparatc, eine Spirituslampc u. s. w. gelanst, und zu Jemandem gesagt: „Mit diesen Dingen kann mau Sachen fabricireu die, weun man sie einem Hund auf die Zunge legt, ihn auf der Stelle todten." Ang c kl.: Ja, ich habe chemische Versuche gemacht, um Blausäure herzustellen. Präs.: Herr Roussier hat eine chemische Uulcrsuchung angestellt, welche der Wissenschaft alle Ehre macht, und hat in den Eingeweiden einen bläu-lichen Nicderschlag gefunden, welcher' nur von Plaufäure herrühre» kann. Es ist offenbar, daß nur Sie allein mtt Ihren chemischen Mitteln sich das Gift bereitet uud chn damit vergiftet haben. (Der Angeklagte schweigt.) Aus dieser Vergiftung gingen alle jene Machinationen nnd diese Strategic hervor, die ich eine höllische nennen möchte. (Der Präsident bespricht nun die Umstände, welche gemacht wurden, um sich in den Besitz des Briefes, der 'sich auf der Host von Guebwillcr befaud, zu setzen, und fährt dann fort:) Wie viel blieb Ihnen vom Geld. welches Sie Johann Kiuck abgenommen haben, als Sic in Paris an-wmen? Angckl.: 100 Franken. Präs.: Wann kamen ^" " Paris an? Angekl.: Um 10 Uhr Abends. Der Präsident macht ihn» Vorhalt von den» Briefe, den er an vle Fannlic Kinck geschrieben, worin cr die Unterschrift "^ ""chgemacht, und von der Absendung Gustav Kiucks «Y Gucbwiller, um den Brief auf der Post abzuholeu. der B ^ ^^ " ^'" Untersuchungsrichter gesagt: „Da ga'Ne ^" .^^ ""' l" war cs eine Nolhweudigteil die wortetc 3'" 2" beseitigen." Auf alle diese Frage» aut-Depeschcn".k^llagte fast nichts. Er gibt z«, daß die de Fer d» ",> ^"^""^"z"', welche vom Hotel du Chemin herrühren V - '" ^""6 abgesaudt wurden, von ihm Sie neluiien ik,^' ^tav kommt am 17. in Paris an. «,,«°n,- I». M GchN' .^ ^«.l« n/'l ^en, und wlr beqeben uns dann ach P MM Präs - Sieben am 23. Nov. zum Unter. Uungsrichtcr ge c>gt: ^/^^ ^, ^, w Eisen-^"l lch sage lh"', daß «, „^ ^„.,„ ^„,„^ ,^^ wo sich sem Vater befmde. 2^ ^. ^ ^ ^,„ Felde von Mltm befanden, versetzte ich ihm einen Messerstich in de Rücken, und er fiel rückwärts nieder. Nachdem ich ihm dann noch sechs Stiche beigebracht, stieß ich ihn, das Messer iy die Kehle. Ang c tl. : Ich habe dieses crtlärl, aber es ist nicht wahr. Präs.: Man sand die Uhr von Gustav und einen Kamm, der ihm angehörte, bei Ihnen. Angekl.: Ich war nicht Monate lang in Paris, ohne einen Kamm zu besitzen. Präs.: Sie waren bei den Eisenwaarenhänd-lcrn Dosour und Dural, mn bei dem einen die Schippe, bei dem andern die Hacke zn laufen, und Sie waren allein. Angetl.: Ich laufte sie für meine Mitschuldigen, welche dieselben von mir verlangt halten. Präs.: Sie gesteheu zu, daß Sie dieselbe» gekauft. In der Untersuchung sagten Sie: Johann Kinck habe sie getauft. Sie gaben ihn damals für ihren Mitschuldige» aus. Welchen Glauben tann man Ihren Worten beimessen? Woher stammt das Messer, mit welchem Gustav Kinck ermordet wurde? Angetl.: Es kam vom ältesten Mitschuldigen, dem von Mülhauscn. Präs.: Und wer machte die Grube für Gustav Kinck? Angekl.: Es war der Mitschuldige; er stieß Gustav nieder und begrub ihn. Präs.: Und was thaten Sie? Angell.: NichtS! Ich ging nach Paris zurück. Ich blieb nur so lange da bis er beraubt war. Präs.: Am Tage nach der Ermordung Gustavs tauften sie eine stärkere Hacke uud Schippe, weil sie eine ganze Familie zu Ermorden hauen. Angell.: Ich kansic sie aus Befehl der Mitschuldigen. Ich trug sie uach Pantin. Präs.: Sie wußten, daß man damit das Grab fur die Familie graben wollte. Angetl.: Gewiß wußte ich es. Der Präsident geht hierauf auf die Ermordung der Mutter und Kinder über. Traupmann erllärl, daß, um die Mutter »ach Pantin zu locken, er erklärt habe, daß ihr Mann dort ein Haus gekauft. Präs.: Uud was ereignete sich dann? Angell.: Meine Mitschuldigen haben sie umgebracht, die Kleine wollte ich retten, aber sie Hörleu mich nicht an. Der große, der älteste, der Familienvater ist, wüthete am meisten gege» die Mutler, und verwundete mich an der Hand, als ich sie vertheidigen wollte. (ForlselMlg folgl.) Vocale 5. Gemeinderathssitzung vom 4. Jänner. Vorsitzender: Herr Bürgermeister Dr. Suppan. RegierungScommissär: Herr Regierungsrath Hot-schcvar. Der Bürgermeister sucht um Bewilligung des Gemeinderathcs zur Aufnahme eines Diurnisteu zum Behufe der Volkszählung auf 4 Monate, gegen ein Taggeld von 1 fl. — 1 fl. 50 lr. nach, was ohne Debatte genehmigt wird. GR. Mal itsch stellt den Dringlichleits-Antrag, der Gcmeindcralh wolle nach dem Vorgange cmdercr Etadtver-tretmlgcn cme Adresse an das' hohe Ministerium im Si»ne der Äufrc ch t h a l t u n g der Verfassunq be, schließen. (Bravo.) Er verliest den bezügliche» Entwurf, iu welchem darauf hingewiesen wird, daß die Verfassung Raum für alle berechtigten Forderungen bietet, daß dieselbe als der unerschütterliche Boden dcö Etaatsbaues erhalten werden müsse, und daß das materielle Gedeihen, das öffentliche Vertrauen während der zweijährigen Dauer der Vcrfassuug im Gegensatze zur Sistiruugöperiode schon den Werth der ersteren verbürge. Die Adresse wird ohne Debatte einstimmig an5> nonlmen. Es wird sodann zur Tagesordnuug übergegangen. 1. Vortrage der Polizeisection: Bürgermeister tritt in Voraussicht seiner Betheiligung cm der Debatte dc» Vorsitz au den Vicebürgcrmci-stcr Dcschmanu ab. GR. Rudcsch rcfcrirt über die Stalulcn der freiwilligen Fen erwehr. Die Section empfiehlt Au-uahmc der Statuten mit dein Bemerlen zu tz 17, daß ein Vertreter der Gemeinde zu den Generalversammlungen beigezogen werde. Regierungscommissär Hotschcvar ertlärt, daß die Regierung die Errichtung einer freiwilligen Feuerwehr mir mit Befriedigung aufnehmen und ihr mit Rücksicht auf den gemeinnützige» Zweck alle Förderung in Aussicht stellen könne. Diese Erklärung wird mit Beifall ausgenommen. Viccbürgcrmcistcr Deschmann glaubt, daß auch die jetzt noch widerstrebende» Elemente sich seinerzeit den Bestrebungen der Feuerwehr anschließen werden. Bürgermeister Suppan glaubt, es handle sich nicht um paragraphenweise Behandlung der Statuten, der Gemeinderath habe nur sciue Einflußnahme bei dem Lösch-wescn zu wahren und darüber zu erkennen, ob der Verein die Garantie für eine gedcibliche Entwicklung des Feuerlöschwesens biete. Die Einflußnahme de« Gemeinderathcs sei aber ill dem vorliegende» Statute gewahrt, was der Redner im Einzelnen nachweist. Es wären daher nur die HH 6, 10, 16, 17 und 18 iu dieser Richtung Gegenstand einer Discussion. Viccbürgermeister Deschmann erläutert, daß erden Gegenstand in derselben Weise auffasse, jedoch nur jedem Einzelnen die Stellung allfälliger Amendcments auch zu den übrigen Paragraphc» freistellen wollte. Nachdem Niemand ein diesfälliges Amcndemenl zu stellen findet, wird zur Discussion der obcnbenannteu Paragraphc geschritten. Zu § 18, wozu die Polizcisection beantragt, daß zu jeder Generalversammlnng ein Vertreter der Commune geladen werde, ergreift Bürgermeister Sup- pan das Wort und beantragt Weglassung des Beisatzes der Section. Das neue Institut habe schon mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabl, daß man ihm nicht noch neue bereiten folle, die Landesregierung tonne die Statuten mit dieser Abänderung nicht genehmige», sie müßten wieder au das Eomit^ zurückgeeilet werden, das würde eine Verzögerung herbeiführen, außerdem sei eine solche Cautel nicht nothwendig, da der Einfluß des Gemeinderathes ohnehin schon hinlänglich gewahrt sei und den Gcneraloersammlun gen ohnehin ein Beamter der ^ocalpolizei beiwohnen werde. Dr. S upan lschilsch erläutert, daß die Section diese Bedingung nicht so sehr im Interesse des Gemeinde» rathes, al« der Feuerwehr selbst gestellt habe, durch diese Intervention werde der Gcmeinderath sich über die Verwaltung der Feuerwehr besser iuformiren und daher auch leichter in der l'age sein, die Rechte des Vereins zu wahren. Bürgermeister Suppan replicirl, daß die Mitglieder eines freiwilligen Vereines ihre Rechte selbst zu wahren haben und der Gemeinderath nicht das Recht habe, jenen zu bevormunden. Außerdem werden die Vorgänge in der Generalversammlung ohnehin nicht verborgen bleiben, son« dern sicherlich bald zur Publicitäl gelangen. Referent Nudesch hält den Antrag der Section aufrecht. Bei der Abstimmung wird derselbe abgelehnt. Es werden sohin die Statuten der Feuerwehr im Ganzen vom Gemeinderathc genehmigt. GR. Bilina berichtet in Betreff Numeri rung der Polizeiwachmänner, d. i. Tragung einer Num mer an der linken Seite der Brust des Oberrockes. Der Antrag wird angenommen und der Magistrat mit der Durch« führung beauftragt. 2. Vortrag der Finanzsection: Dr. Schöppl berichte« in Betreff deS Verzehrung sstener aver su m S. Der Gemeinderath hat be» kanntlich beschlossen, auf das Aversum zu verzichten, und die Einhcbung des städtischen Zuschlages selbst zu überneh-men. Das Ministerium hat diesen Antrag nicht angenommen, jeboch die abgesonderte Abfuhr des Zuschlages nach dem gegenwärtigen Verhältnisse in Aussicht gestellt. Die Finanzdirectio» hat später mitgetheilt, daß nach dem Ergebnisse des I. 1807 der Ertrag künftighin werde ausge-mittelt werden. Es handle sich noch darum, ob auch der Biersteuerzuschlag in diese Summe einbezogen werden soll. Der Referent erläutert, daß in Laibach Artikel eingeführt werden wie Spiritus, Rum, wo der Staat leine Steuer bei der Einfuhr einhebt, uud umgelehrt. In Anbetracht dessen und weil der Betrag sich nach dem amtlichen Ergebnisse nur um ungefähr 1000 fl. erhöhen würde, wurde der Antrag der Regierung abgelehnt, dagegen beschlossen, das Ansuchen um eigene EinHebung des Zuschlages durch die Gemeinde zu erneuern, und sich die Rechte der Stadt für das nächste Pachtjahr vorzubehalten. In der Eingabe an das Ministerin»! wurde die, nicht der Finanzverwaltung zur Last liegende, besonders hinsichtlich des Bierzuschlages hervortretende Unrichtigkeit des von der Fmaxzdircction ermittelten Betrages nachgewiesen. Das Ministerium hat auch dieser Eingabe keine Folge gegeben, dagegen wurde dem Magistrat anheimgestellt, sich nach dem Beispiele anderer Städte, wie Weinberg, an der Verpachtung der Ver-zchrungssteuer zu belheiligeu. Die Stadlgemeiude hat sich mit dieser Erledigung vorläufig zufriedengestellt, indem sie jedoch sich das Recht auf einen allfälligen Mehrertrag nach dem ermittelten Maßstabe bei der nächsten Verpachtung vorbehielt, was auch das Ministerium durch Zuweisung des ermittelten entsprechende» Betrages anerkannte. Die meritorische Erledigung deS Ministeriums ist endlich in dem Sinne crflossen, daß der Stadtgemcindc Vaibach cme von leiner anderen Stadt-gcmeindc beanspruchte, auöuahmswcise Behandlung hinsichtlich der EinHebung der städtischen Zuschläge nicht zugestanden werden könne, was schon durch die vielfältigen, in diesem Falle eintretende» Mißstände des Verkehrs gerechtfertigt werde. Auch die von der Stadt behauptete Unrichtigkeit des amtlich ausgemitlelten Ertrages wurde von den» hohen Ministerium bestritlcn. Unter diesen Umständen bliebe der Stadtgemeinde nichts übrig, als entweder sich an der Pachtung der Ber-zehrungssteuer zu betheiligen, oder einen Perccntensatz flir die Zuschläge festzusetzen. Bon dem ersteren Auswege wäre wegen der kostspieligen Regie abzusehen, wogegen der zweite Ausweg ein l'andesgesetz und die Beiziehung der Rechls-sectio» erforderlich mache» würde, um zu entscheiden, ob alle oder nur die bisher belegten Artikel dem Zuschlage zu unterziehen wären. Jedenfalls wären aber je»e Artilel dabei zu übergehen, welche gegenwärtig leiner Verzehrungssteuer unterliegen. Die Section stellt daher den Antrag, daß der Gegenstand einer nochmaligen Berathung mit Zuziehung der Rechlssection und des Bürgermeisters zu unterziehen wäre. Ueber eine Anfrage deö GR. Stedry erläutert Dr. Schöppl, daß es sich vorläufig darum handle, das Per-cent zu ermitteln, welches erforderlich ist, um den jetzigen Betrag des Aversums zu erreichen. Es dürfte ein Percent von 4« hiezu hinreichen, allein es handle sich weiter um die Rechtsfrage selbst, ferner um die Entscheidung in obiger Richtung i» Betreff des Tarifes. Bürgermeister Suppan bemerlt, daß mit dem Zustandekommen eines i!andesgesetzcs Über einen Percentsatz des städtischen Zuschlage« künftighin jeder Zweifel über die Ziffer des städtischen Anspruches abgeschnitten sei. 18 Die Anträge der Section werden sohln ohne weitere Debatte angenommen. A. Vorträge der Bausection: GR. Stedry referirt Über a) das pro 1870 zur Conservirung der Straßen und Gassen in der Stadt und im Pomö'rio nothwendige Deckmateriale; d) in Betreff des Lizitationsrcsultates wegen Lieferung des nöthigen Holz» materiales pro 1870. Die Anträge der Section werden ohne Debatte genehmigt. — o) Karl Urbas hat fein in der St. Petersvorstadt gelegenes Hans zur Eröffnung einer neuen Gasse um den Kaufschilling von 40.000 ft. angeboten. Die Naufection erkennt die Nothwendigkeit der Eröffnung einer Communication an, jedoch mit Rücksicht auf die finanziellen Verhältnisse und die der Sparcasse zustehende Wahl des Platzes für das Realschulgebäude wird beantragt, lediglich das Gesuch der Sparcasse zur Berücksichtigung dringend zu empfehlen, ä) In Betreff der Gasbeleuchtung in der Wiener Straße zur Zeit der Ankunft des gemischten Zuges wird theils wegen der Kosten, theils weil dieser Zu< gang ohnehin in der Adventzeit beleuchtet ist, auf Ableh< nung angetragen. Dr. Kees bach er spricht fiir Einführung dieser Beleuchtung, weil die Kosten nicht so bedeutend sein können und der Zugang zur Zeit der Ankunft der Züge jedenfalls beleuchtet sein sollte. GR. Stedry hebt hervor, daß dies größere Conse-quenzen, auch Beleuchtung der Bahnhofstraße und zuletzt der ganzen Stadt nach sich ziehen müßte, und daher die Ausgaben jedenfalls bedeutend gesteigert werden würden. Nach einer Replit des Dr. Keesb acher wird der Antrag der Bausection sodann angenommen. 4. Vorträge der Schulsection. GR. Dr. Kaltenegger referirt n) über die Rea l-schuldotatiuns rech nung für das Jahr 1666 — 67. Eine fachliche Prüfung der Ausgaben war der Schulsection nicht möglich, außerdem sind noch Aufklärungen Über den Bibliotheksfond einzuholen. Die Buchhändlerrechnung trifft die Stadt nicht mit ^, sondern nur mit '/, u. f. w. Die Schulfection beantragt daher Genehmigung der Rechnung mit Vorbehalt der Auftlörung über den Vi-bliothetsfond und Refundirung der unrichtig repartirte» Quoten durch den Landesfond an die Stadt. Die Direction werde ferner aufgefordert, die Rechnung jährlich regelmäßig vorzulegen, die Dotation regelmäßig zu erheben und das Realfchulstatut vorzulegen. Diese Anträge werden ohne Debatte angenommen. GR. Pirler berichtet in Betreff der Substituirung des Lehrers Naktelj an der städtischen Knabenhauptschule wegen dessen Krankheit. Der Magistrat beantragt Bewilligung eines fechswöchentlichen Urlaubes für den Lehrer R., Bewilligung einer Remuneration pr. 10 si. an den Sub" stituten Cap und Aufstellung eines Supplenten mit einer Substitutionsgebühr. Da indessen der Lehrer R. genesen und am !i. d. wieder den Dienst angetreten hat, fo behebt sich der weitere Urlaub; was die Remuneration betrifft, fo nimmt die Schulfection den gesetzlichen 60perc. Maßstab hafilr an, wornach für Cap 12 fl. 72 kr., den geprüften Lehrer Iarz 16 si. 96 kr. als Remuneration beantragt werden. Wird ohne Debatte angenommen. 5. Vorträge der R echt ss e cti o n: GR. Supant'schitsch berichtet in Betreff dee Zu< ständigteit des Ferdinand Kozina und stellt den Antrag, dieselbe nicht anzuerkennen. Wird angenommen. GR. Dr. Kalten egger berichtet in Betreff der Realfchuldotation pro 1867/8, welche vom Bürgermeister mit Rücksicht auf den bei der Rechnung pro 1867 erzielten Ueberschuß sistirt wurde. Die Section beantragt, daß die Verfügung des Bürgermeisters genehmigt werde, weil dadurch ohnehin dem Schulbudget kein Abbruch geschieht und eine Regelung der einschlägigen Verhältnisse bezüglich der Rechnungslegung nothwendig ist. Die Versammlung genehmigt diesen Antrag. Die öffentliche Sitzung wird um 8'/, Uhr geschlossen und es beginnt die geheime. — (Die Landwirthschaftsgesellschaft) ersucht die Herren Landwirthe, welche den vielbeliebten ruffifchen oder holländischen Leinsamen gegen Vergütung des Antaufpreifes zu beziehen wünschen, sich ungesäumt an die Kanzlei des Centralausschusses zu wenden und anzugeben, wie viel sie davou zu erhalten wünschen. Korrespondenz. V. Stein, 30. December. (Christbaumfeierlich« leit.) Der Wohlthäligleitssinn entwickelt sich in unserer Stadt auf eine erfreuliche Art immer mehr. Den beiden Frauen Maria Kecel und Mina Ganst er gelang es, durch mit großer Aufopferung selbst veranstaltete Sammlungen so viel an Geld, Leder und Kleidungsstoffcu zusammenzubringen, daß am Tage deS heil. Stephan: Abends in dem hiesigen großen VräuhauSsaale die sämmtlichen armen Schulkinder, und zwar 16 Knaben und 18 Mädchen, zusammen 34, mit einer vollständigen neuen Kleidung feierlich betheilt worden sind. Die Feierlichkeit wurde an» gesichts des mit Zuckerwerk und sonstigen Angedenlstücken elegant ausgeschmückten, in einem Lichlmeere erglänzenden Christbaum durch eine kernige Anrede von Seite des Lehrers ?. Conrad Logonder' in slovenischer Sprache eröff-nnt, wobei derselbe die Bedeutung der Feierlichkeit erklärte und die Schulkinder zur Bethätigung ihres schuldigen Dan« kes durch Fleiß und brave Aufführung aufmunterte. Sofort fand die Betheilung statt, und als nach einer Pause die Belhellten in dem neuen Costüm zurückkehrten, um sich zu bedanken, da sah man in Aller Augen Thränenperlen glänzen. Sodann trugen die Gesangsschüler der hiesigen Normalschule unter Leitung ihres Lehrer ?. Kapistran mehrere Lieder recht gut vor. Den Schluß machte eine gesellige Unterhaltung mit Tanz, welche bis nach Mitternacht dauerte und jeden der Anwesenden, welche es an gegenseitigen Toasten, insbesondere aber an Toasten auf die beiden edelherzigen Frauen nicht fehlen ließen, in die heiterste Stimmung versetzte. — Endlich sei es hier am Platze, zu erwähnen, daß unser neue Bürgermeister Herr Kecel, dem die Armenpflege sehr am Herzen liegt, zu den Weihnachtsfeiertagen zwei Centner Rindfleisch auf eigene Kosten unter die Stadtarmen vertheilen ließ; Ehre, dem Ehre gebührt. — Nächstens mehr von Prinz Carneval, der sich insbesonders heuer sehr frühzeitig, wie die Anzeichen andeuten, bei uns eingebürgert hat. ________________ ____ Oinaefendet. KM- Man bittet in den, heutigen Inserate: „An die hochverehrten Newohner von Uaibach" die Aussprache der l. t. Professoren OD»>»«>««^ und »«N«»» an der Wiener Klinil gefälligst zu beachten. Neuellc Post. sOriginal-Telegramm der „Laibacker Zeitung.") Paris, 4. Jänner. Vs wird versichert, das? die Linke eine Interpellation »iber Occupation Roms durch die französischen Truppen einbrinssen will. Im Senate bringt Vuten-val den Antrag ans eine Interpellation über die Handelspolitik der Negieruuft und deren Absichten bezüglich des Handelsvertrages ein Wien. 3. Jänner. Se. Majestät der Kaiser werden dem Vernehmen nach am Mittwoch auf zwei Tage nach Ofen abreisen. Ihre Majestät die Kaiserin werden nunmehr nach der glücklichen Entbindung Ihrer Majestät der Königin Marie und dem ungestört befriedigenden Verlaufe des Wochenbettes die Rückreise von Rom in Kürze antreten und uuf dem „Greif" bis Triest gehend wahrscheinlich von dort direct nach Ofen sich begeben, wo der Ankunft llllerhiichstdersclben am 10. d. M. entaegengeschel, werden darf. Se. k. Hoheit der durchlauchtigste Herr FM. Erzherzog Albrecht begaben sich l,eute zu einem längeren Erholungsaufenthalt in das südliche Frankreich. Das Telcgraphcn-Corresponoenzbureau sieht sich zu der Erklärung veranlaßt, daß die jüngst vom „Wände» rer" gemeldete Nachricht iidei eine angeblich beuorstehendc Neise Sr. Majestät des Kaisers nach Rom nicht von ihm an auswärtige Blätter telegraphisch mitgetheilt worden ist. Der deutsche Fortschrittsverein in Brunn hat am 3. d. eine Ndresse wegen Aufrcchthaltmig der De< cembervel'fassung au den Mimstcrrath beschlossen. Achn-liche Kundgebungen erfolgten von den Gcmeindcveitre-tlmgeu iu Salzburg, Zuckmantel und den Landgemeinden von Mähr is cht rub an. Am 3. d. M. hat der Obersl-^andmarschall von Böhmen, Fürst Adolph AmrSvcrg. die versassunastreuc Adresse des boh-mischen Landtaa.eS in besonderer Audienz überreicht. Sc. Majestät antwortete darauf mit dem Ausdrucke des Wahlssefallens über die Manifestation des Vanolages. In Prag wurde Stadtralh Hanke (Declarant) mit 69 von 80 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Wien, 3. Iälmrr. (Tr. Ztg.) Ein Florentiner Telegramm der „Neuen Fr. Presse" sigualisirt einen Besuch des KömgS von Italien iu Wien. — Die Kai» fcrin trifft am 15. d. M. iu Triest ein. Paris, 4. Jänner. (Tr. Ztg.) Die amtliche Zci. tlma meldet: Die Kaiserin empfing die ncucu Mini« stcr uud sagte ihnen, die durch daö Vertrauen des Kai-sers eingesetzten Miuistcr werden bei ihr stctS die beste Aufnahme finden. Madrid, 3. Jänner. (Pr.) Prim hat heute uach Florenz telegraphirt mit der Bitte um eine definitive Autwort mit Ja oder Nein bezüglich der Throucandida^ tur des Herzogs von Genua. Madrid. 4. Jänner. (Tr. Z.) Der König von Italien kündigte officicll die Verweigerung der Zustim-mung zur Throncaudidalur des Herzogs vou Gcmia an. Der Herzog von Moutpensicr sollte heule in Madrid eintreffen. Der „Imparcial" glaubt aber, daß «r auf den Rath seiner Freunde die Reise aufgeschoben. Barcelona, 3. Januar. (Tr. Ztg.) Gestern Abends fanden feindselige Demonstrationen gegen Zorilla statt. In den Wagen Zorilla's wurden Terftentinflaschen geschleudert. Man rief: Es lebe die Föderativrepublit. Der Wagen Zorilla's mußte von Cavallerie eScortirt werden._________ Telear-Phische Wechfrlcourse vom 4, Jänner. üperc. Mctalliques 61. !0. — hperc. Melallianc« mit Mai» und Nooember-Ziusen 6110 - bperc. Nalion«ll'Nnl,hen 71.15. — 180 Millionen Gulden EM. wurden nachstthtnde 26 Serien gezogen, und zwar: Serie Nr. 113 270 330 420 550 7!)1 W1 121« 1302 1302 «386 18H5 2081 2170 2220 2«23 28 3018 3l l2 3351 3466 3807 und 3857. Die Verlosung der iu den obigen gezogenen 26 Serien enthaltenen 1300 Orwinli'Nnmniern der Schuldverschreibungen wird am 1. April 1870 statlfnldcll. Die nächste Serienziehung dieses Lottcric-Anlehrn« findet am 1. Juli 1870 statt. Htrainbura, 3. Jänner. Auf dem heutigen Marlte stud erschienen: 63 Wagen mit Getreide. 9 Wagen mit holz. 124 Stllck Schweine von 14—20 tr. pr. Pfd. und 23 Wagen mit Speck. DurchschnittS-Preise. -""—"^ ^ ^ , fi. z li. Weizen pr. Mchen 5 f»7 Vutter pr. Pfund , — ! ll< Korn ,. 3 70 Graupen pr. Mas; ^ — Gerste „ _ — Eier pr. Stlicl . . — 3,^ Hafer ,< 2 2« Milch pr. Maß . — 10 Halbfrucht „ - - ' Rindfleisch pr. Pfd. — 18 Heiden „ N - Kalbfleisch „ —22 Hirse „ 3 10^ Lchweiuefleisch „ — 2l Kulurich ,, 3 30 Schöpsenfleisch,, — !. Erbäpfel „ I 60 Hähudcl pr. Stück — 26 Linsen ,. — — Tauben « —' 12 Trbsen „ ...,— Heu pr. Zentner . - —. Fisolen „ 3 52 > Stroh „ . - ! - Rmdsfchmalz pr, Pfd. — 51 ! Holz, hartes, pr. Klft, 6 j 40 Schweineschmalz „ __ 32 , — weiches, „ 4, 60 Speck, frisch, .. — ! 29 ^ Wein, rother, pr. Timer — , — Speck, geräuchert, Pfd. — — ' — weißer „ - , - Anftekonnneue Fremde. Am 2 Jänner. 2tadt!Uien Die Herren: Nonzoui, Bcchuiugrnirur.Elcve, von Wicu - Porlitz, Bcchimigmieur. vou Krainburg. — Gandcnv dorser, Kaufn, , von Wien, - - Globoil'.ig, von EiSncrn, Kifrl, Vriuaticr. von Rann. Elefant, Die Herreu: Walencii, von St. Peter. Wallor, von Friesach. — Simoncit, von Fichtenwald. — Veuedcl, Lehrer, von Hreuuvii. — Iapel, Lehrer, vou Koschana. — Delia Turre, Lehrer, von Venedig. — Elcrlc, Lehrer, von Venebig. — Stern, von Saloch. — Lcugycl, Gctrcidehändler, von Kauischa. .«aiser von Oesterreich. Di? Herren: Unterlirchcr, Hau^ delSlnann, von Tirol. — Voslovic, voll Graz. — Grlbeck, Spitzeuhäudlcr, von Gottesgab. Theater. Heute: Klatschrosen, Lustspiel in 3 Acten. Morgen: Norma, Oper in 3 Acten. Meieurolu^ische NeoliaMmMn in Laibach. 6 U Mg.! 327 ?.>;-- 3.o willdssill hlevel ' ,.......... 4, 2 .. 3t. ' 328.8? ! — 0, windstill Nebel ! 0..,<. 10,. Ab. 329 ,l» " 1,4 , windstill Nebcl ' Tagillier uaßlaltcr. dichter Nebel. Windstill. Das TageS-mittcl der Wärme — 15°, um 0 7" über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Iguaz v. Kltinmayr. An die hochverehrte« Vewohner von Laibach. Da Hcrr Hoff sein Fl,blil>it auch Malzcfiract, und dazu noch allein echt nennt, so fthcn wir un« „enothisst, dic üoktbolt un»»^«r'^VUI»u1»»' üort»r Hlll2«ictrn,«t« n»d ^i>! HoN"»«!»« Vlikrl^t»,n«r1« durch dic K. l. Professor I-Ioii^I» «u d« W i c!! e r ss l i n i l aus,«! l^ch >>'d« „W.cncr medizinischen Wochenschrift" üb« uu,«r „Die Analyse Idro« ssabrilatcs crqab, baß «s überhaupt nicht« a,,' „dcrcö ist. als I»<^,T<^» ^In,1:«<;x^l-ll«^, wic cs schon uor „Jahren nnlcr dcm Xiamen ..lilts»«»,,!»! mnlti«" »I» aiktl,«ll«<, ^ «na „Hvillultt«! wcgc» scinc« hohen Gchallcö au aceiguctc» Prolciuatcn, „Kohlcuhydratcu und Phosphorsaucrn Salzcn uon dcm krxtUobsn Publi „cuui verordnet ioiirdc." „sscrucr uuturüulioillot sich II»r Malzcxlract, da e« von vtln-„runfffvroAuotvn, ^^,^. ^,^,, «,n»n ^erunrciniaun^cn und Pcrsalschimacn ,,frc» ist, auch ^n,nx ^v«»«lltI1ok von dcm llols'»vl»«n?«^l»rl«»t«, „welche« i'ii,I»»»r«ltona«r, »t»rll»r oi^Ilrun^ de^rl^v-,ns,, »»lt dttt«in 2u«^ti«n vvrpl^nt,«I»t«« 1li<5i'**ist. a»« 1«li Und l. l. Hosralh Prof. Ol'I'OI^I^Ik. ^,„ ^^,. W^.„^, Klinit sagt, das, „daö »otk'»«»»« I-°,drlo»t bi< sür vlni» Xr»nll« „l»ö«k«t »»«ktkvlllsou rloauotn a«r Ntldrun^ «ntlli^It." (Kliülschc Vorlcsunsscu, hcrau^essebcn von Dr. Sloffcla. S. A,i,!!crluna <">) Da Hoff also It<,i«5 Malztj.tract fabricirt, auch leines von uns bezicht, su lann er auch keine Malzextract HH»». >>t>,l^» und 1»H,!« fnbriciciren, souderu nur ganz gewöhnliche, nicht besser als alle übrigen l'iNs«^!^!, sogt-nannten ^ialzbonbons »„d M a lzch 0 culaden. >ll. Um unser echtes Wilhclmsdorfer Malzertract der Herr sch enden Gcschmackrichtung nnd auch Minderbemittelten zugänglicher zu machen — erzeugen wir daraus im Vereine mit Zucker uud llacao die ««1^«« Malzeftract- Nu,»-f>»,A^ und Malzeftract- Q?I^Il^<1<3,k, die daher die in der Allmcrluug * auseinandergeschlcn Wirlungen uuscreö Malzertractes in sich vereinen - in den verschiedensten, auch billigsten Qualitäten, nnd zwar: 1 Carton Malzertract > Ilo«K,<>«« 10 lr. '/, Paquet Malzcrtract - <üll<><;nlu, vl» Ilko «IIN en « s Nähr^ mittet, daß es auch dc» Schwachen und Hranien, die die gewöhnlichen Nahrungsmittel (so z. V. der I.u»»»»»l ra ule mit dem durch dic schadhafte Lunge nur man ss«lh oft aus«cfl!schtcn Blute) nicht mehr verdauln tonnen und daher abzehren muytcn, »lormal nährt. Daher wird felbe« bei S ch wache zu ständen und «»«bes. bei den größeren n»d lleinercn beiden der »r«»», s« I.un«^ »n« H«, «»!«»,, bei welchen dessen wie nicht« anderes anfeuchtender Malz, » ckcr und d i c Athmung erleichterndc Vera < hm >tngsst 0 ffc und Phosphor saure Salze ebenfalls höchst wohlthuend sind von den Z^»rit«n mit dcm besten Erfolge angewendet. ** »l«r ist vom Malzertracte so verschieden, wie z. V. Wein von dem siihen Safte der Traube, Durch d,c Viergährung sind gerade die Haupt, Nährstoffe des Malze rtracte«, nämlich die fl ei sch l> i lb c nd e„, inNll 0 h ° l (Wlll lN»(llU)l. Nesüllal dahin formulirt werden, dafz sich die im Vorgrschäftc znm Vmsch^ili gelonnnc»^! 'ehr hohen Cnrfc nicht durchweg« zu behaupten urrmochlen. Weit gilnstiger stelllsich jedoch der Calcul, weiln man die heutigen Cnrsc mit jenen der lelMl ofsicielleu Börse vergleicht; denn'dir beiden ^'iertage haben eine so intensive Preissteigernüg gcl'racht. daß selbst nach einer durch Nealisnnngeu bewilttoi Abschwächung eine große Reihe von Effecten noch immer sehr bedeutend höher notirt. Zu beincrlni ist dabei, daß auch Anlagspapiere, wie z. V. Papien'eutc höher notiren nud daß die liefere Nutiruna, cinigür Priuritälen auf die Abtrennung dcö Eoupous znrilclzuführcu ist. ^. >Allge»,ei»e ^taatoschuld. Mr 100 st. Geld Waare Einheitliche Staatsschuld zu 5» pCt.-in Noten vcrziusl. Mai-November 00.50 60.60 » ,< ,, Februar-August i>0.40 60.50 ,< Silber „ Jänner-Juli , 70.85' 70.85 '' ,. ,. April-October. 70.85 70,95 Stclieranlehen rückzahlbar (?) , 98,75 99. « . " (l) - ^iiO 98... k»,evI. 18^9 ..... 224.^225. ,. « 1854 (4 °/^) zu 250 ft. 90.— 91.--„ „ I860 zu 500 ft, . . 100.20 100,40 „ „ 1800 zu ll«) ft. , , 104.50 105.— „ „ 1864 zu 100 ft. . , N9 - N9.25 StaatS-Domänen-Psaudbricsc zu 120 fl. ü W. iu Silber . .120. 12050 ». l«r»l!»de»llastu»as-Obligationen. F.- - 90.50 Bodcn-Creditanstalt .... —.— —.— Errditanstalt f, Handel u. Gew. . 271.U, 271.30 Crcditaustalt, allgcm. nngar. . . 79 50 80 50 E«comptt-Gcsellschafl, «. ö. . . 900. 905.— Franco-üsterr. Baul . . , . 108.25 108.75 Geucralbaul.......—,— —.— Nalionalbanl.......748—750 — Niederländische Vant .... 87.— 88,— Vcreiusbanl.......89, . 90.- Verlehrsbaut.......120— 121 — Wiener Banl......64 - «5.- «Z. Actien von Transportnuterneh, mungcn. Geld Waare Alfüld-Fiumancr Bahn . , . 174.25 174.75 Böhm. Westbahn.....224.50 225,50 Carl-Ludwig-Nahu.....245.50 246. . Dlluau.'Dampfschifff. Gesellsch. . 579.— 5K0,- Elisabelh-Westbahu.....192.50 193, Fcrdiuauds-Noldbahn . . . 2177-2180... Füufl,rchcu-Varcsrr-Bahn . 1^3.50 184.- ' ßranz-Iosephs°Uahn . . . .18?.— 187,50 Lemberg-Ezern.-Iassyer-Vahn . 202.75 208.25 > <3eld Waare Lloyd, österr........32!i.— 324.— Omnibu«........122. 126 — Nndolfs'Vahn......165.-. 165.50 Siebenbilrger Vahn .... 168- 16850 SlaalSbahn.......409.— 410.— Sildbahu . ......260.10 260.30 Sitd-nordd Verbind. Vahu . . 167,50 168.— Thriß-Vllhu.......252 - 252.50 Tramway........137.50 138 - «. Pfandbriefe (fil'r 100 ft.) Nllg. «st, Bodm-Credit-Auftall Gelb Waare verloübar ,u 5 pCt. iu Silber 107.75 108 50 dto.m33I.rllclz.zu5pl> Held Waaic Oesterr. Nordwestbahn . . . . 92— 92.50 Siebenb. Bahn in Silber verz. . 88,25 88 5>0 Staatsb, G. 3"/.. i 5XX)Fr. „!. ltm. 14<).— 14l, Sllbb.G. 3^«'500Frc. ,. . . I ii0, 120.50 SUdb.-Bons 6 °,, (1870 74) « 500 Frcs......245.50 246.50 «2. «privatlose (per Stilck.) Eredilanstall f. Handel n. Gew. Gelb Waare zu 100 ft, ö N......16525 165.75 Rudolf-Stiftung zu 10 fl. . . 15.50 16.— Wechsel (3 Mon) Geld Waare Augsburg fllr 100 ft lUbd. W. 103.- 103.20 Fraulfnrl a.M.IOO fl. dctto 103.2.'. 103 35 Hamburg, filr 100 Vtarl Var.co 91.20 91 30 London, für 10 Pfund Sterling 123 35 «23.50 Paris. fi!r 100 Franc« . . . 49.- 49.10 (kp„rs ver Geldsortrn Geld Waare K. Miluz-Ducatei^ , 5 si. 8l lr. 5 fl. 82 tr. Napoleonsd'or . . 9 .. 86 .. 9 .. 87 ,. Vereinsthalcr . . . 1 « 82j « 1 .. 82j „ Silber . . 120 ,. 75 .. 121 ,. 25 „ Kraiüische VrundentlaNungS-Obligationen, Pri' v^liiütuunn: 66 5,0 Gi'ld. 9" ?!^nns'