MARBURGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES Mü Sckrittlaita^ Mukwf a. i. Dnn. liiftw M. «. Pmrafi Mr. B-«f, IS-68, S-M. Ak II Ute lUglia MA«r S«in*4ag| M dl« Sckriftlalhiiig wir auf Fan nif Nr. N-ff «rralchb«. UoTWlangt« ZutchrlRoa w«rd«i ■teil t«ckg«Ma4t. M alaUlckM AafrayM M «m H ekport« «»«Into««. re«tirk«ckkoiito V'Im Nr. 54.flOI. GMeMfUcUU** IB CUU, Mwktptati Nr. 11, r«anrf Nr. f. wd !■ PatU«, UiiffUtor««M Nr. 1. r«mr«l Nr. M. STEIRISCHEN HEIMATBUNDES varktigllch Morganxettang. Bacugiprel* voran« lalub«!) MOMtUck IM a,M «tasekHaMck tt.t Rpi PottMUuDgigebflhn bei Lieferung ho Streifband nizflgllch Portoi k«l Abholen ka d« GetcbtftMl«lla KM 1,— Altralcb durch Post ■onatUch RM 2,10 («InickL. ta,f Rpf Po*ti«ltungigebahr| and M Rp( ZsiUtlW gebäht. Blmehiumnera werden bot gegea Voretnaend tiiM da« Btnielpr«!««« and dar Portoanalaga Nr. 106 — 83* Jahrgang Marburg-'Drati, Freitag, 16. April 1943 Einzelpreis 10 Rpf ^ Kampf ohne Vorbehalt gegen die Feinde Europas Zm Besach AntoBeici» beim Pthm Bukareit, 15. April Dia nunlniaclM Öffentlichkeit steht «nter dem starken Eindruck der Reise des Marschails Antonesca ine Pührer-hauptquartier, Ober die die Zeittingen ausführlich in größter Aufmachung belichten. In politischen Kreisen unterstreicht man Tor allem die Feststellungen des Kommuniquees, dafi Rum&nien Seite an Seite mit den Achsenm&chten entschlossen sei, diesen Krieg bis zum •iegreichen Ende su fflhren im Bewufit-Min der Tatsache, dafi die Koalition der Sowjets mit den anglo-amerikani-sehen Plutokraten eine gemeinsame Bedrohung Europas und seiner Völker darstellt »Viatza« stellt fest, »die beiden Führer ihrer Völker haben ihre Entschlos-•enheit bekr&ftigt, den Kampf gegen die Feinde Europas ohne Vorbehalt und unter Mobilisierung aller KrSfte zu führen, bis der endgültige Sieg ohne Kompromiß gewonnen ist. Die Unterredung ist rer-laufen im Geiste der Freundschaft und Waffenbrüderschaft zwischen beiden Völkern.# 20f PanzervemlchtiingMbzetcben ^ Yerllehen ^ Berlin, 15. April Wla schon oft gemeiuei, naite y^idde dar Binxaik&mpfer besonderen Anteil an dan «Erfolgen in den harten Abwehr-kimpfen an dar Ostfront W&hrend der Paind mit seinen Massen gegen unsere Stallungan anrannte und immer wieder ▼anuchta, mit st&rksten Panzerkräften ansera Front zu durchbrechen, nahmen nnsera Grenadiere den Kampf mit den faindlichan Stahlkolossen auf. Mit Mi-nan and geballten Ladungen vemichte-lan sie während des letzten Jahres allein im Abschnitt einer zwischen La-doga> and Ilmen-See k&mpfendan Armee 200 faindlicha Stahlkoloss« im Kampf Mann gegen Panzer, An die Einzel-kimpfer dieser Armee konnten 200 Pan-sarramichtungsabzeichen verliehen wer-*1— ein itolzar BawaU für den ant-achloasenen Angriffsgeist und die klmp-farlsdie Überlegenheit unserer Soldaten. Nener Mord in Sofia Aaglo-bolschawlstlscher Terrorakt! Sofia, 15. April Donnerstag um 9.15 Uhr Ist der So-branjeabgeorilnete Sotir Janeff ermordet worden. Er ertiielt zwei SchüMa in den RlVcken und war sofort tot. Di« Ermordung hat kn Sofia große Erregung und Empörung ausgelöst. Man nimmt an, dafi ea »ich um einen neu«n Terrorakt anglo-bolschewistischer Agenten handelt. Scbnellboote erfolgreich am Feind Verifebliche Sowjetangrlfie am Knban-Brfickenkop! — Harte Abwehrkampfe in Tunesien — Schwere Feindveiinste beim Terrorangriff auf Stuttgart Führerhauptquartier, 15. April Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekaimt: Am Kuban-Brflckenkopf führte der Gegner mit mehreren Divisionen und zahlreichen Panzern einen starken Angriff, der blutig abgewiesen wurde. An den übrigen Abschnitten der Ostfront fanden keine wesentlichen Kampfhand-limgen statt. An der tunesischen Front scheiterten zahlreiche örtliche Angriffe und Vorstöße des Feindes in harten Kämpfen. Einige kleinere Einbrüche wurden durch sofort einsetzende Gegenstöße bereinigt. Kampf- und Nahkampffliegerverbände der Luftwaffe griffen an die Front marschierende motorisierte Kräfte des Feindes an und fügten den Kolonnen erbebliche Verluste zu. Deutsche Schnellboote griffen In der Nacht lam 14. April Im Kanal einen britischen Geieltzug an. Ohne eigene Verluste oder Beschädigungen versenkten sie twal britische Zerstörer und beschädigten ein Vorpostenboot and ein Artillerie-Schnellboot so schwer, dal sie als vernichtet anzusehen sind. Sie ▼ersenkten einen Tanker von 4000 brt, der ein Iha za Hilfe geelltes kleineres Schiff bei seinem Untergang mit in die Tiefe rifi. Zwei Torpedos trafen ein weiteres Schiff von 4000 brt, das in sinkendem Zustand aufier Sicht kam. Neben einem Störangriff auf ostdeutsches Gebiet griffen feindliche Fliegerkräfte in der vergangenen Nacht Stuttgart an. Durch Bombentreffer In den Wohnvierteln der Stadt hatte die Bevölkerung Verluste. Nachtjäger und Flakartillerie schössen mindestens 23 britische Bomber ab. Fünf weitere feindlich Plugzeuge wurden gestern hn Küstenraum der besetzten Westgebiete vernichtet. Ein starker Verband schwerer deutscher Kampfflugzeuge führte in der Nacht zum 15. April einen starken Angriff gegen die Industriestadt Chelms-ford, nordöstlich von Londoni nach dem Abwurf zahlreicher Spreng- und Brandbomben entstanden große Brände und Zerstörungen. ^ Bei der Überwachung der Häfen an der Südküste Englands stieß in der Nacht vom 13. zum 14. April ein deutschet Schnellbootrevbaiid unter Pahnng des Korvettenkapitäns Klug auf ein stark gesichertes engldsches Geleit. Für unsere Boote bestand bei mondheller Nacht und nahem spiegelglatter See esiiöhte Gefahr des frühzeitigen Entdecktwerdens. Wenn trotz dieser ungünstigen Angriffs-l>edingungen ein voller Erfolg erzielt werden konnte, so Ist dies der umsichtigen Führung das Verbandes und dem schneidigen Vorgehen der Kommandanten zu verdanken. Das Führerboot eröffnete den Angriff auf einen unruhig zackenden Sicherungszerstörer der »Hunte-Klasse, der, von zwei Torpedos getroffen, infolge ainer Kesselexplosion amseinan^rgesissaa wurde. Gleichzeitig hatte ein anderes Boot seine Torpedos auf einen 4000 brt großen, tief im Wasser Hegenden Taster gelöst dem dns Vorschiff abgerlsaan wnrds. Der Tanker begann darauf zu brennen. Da si(4i das ScÜiff Bodh Ober Wasser hielt, wurde es bei einen neoan Anlauf durch Fangschuß versenkt Unter Führung von KapitSnleutnant Karl Müller, der sidi wiederholt im Kampf gegen britische Geleitzüge im Kanal ausgezeidmat hat stieß eine andere Gruppe unserer Sctoellboote aiif die Sichei'ung des feimUdchen Geleits, wurde ahrer zunächst abgedrängt. In zähem Nachstoßen gelang jedoch aus dieser Gruppe ein arfolgreicher Angriff auf einen von einem Vorpostenboot und einem Artillerieschncllboot begleiteten zweiten Zerstörer der »Hunt«-Klasse, der im Augenblick der TorpedoexploBion in die Luft flog. In dem sich anschlie-ßemden Kampf m.it den i>eiden Begioit-fahrzeugen, der auf nächste Entfernung ausgetragen wurde, gelang e«, auch diese niederzukämpfen. Eter Rest der feindlichen Sdcherungs-streilkräfte versuchte durch Zickz^ck-kurse und ,durch Einsatz aller Waffen die deutschen Schnellboote abrudrän-gen. Der Versuch scheiterte und unsere Boote, die unter Ausnutzung der völligen Verwirrung beim Gegner sofort zu einem erneuten Angriff anliefen, erzielten auf einem durch drei Bewacher besonders stark geschützten Dampfer von 4000 brt mehrere Torpedo tre ff er. Das Schiff kam unseren ablaufenden Booten in sinkendem Zust-and außer Sicht. Den deutschen Schnellbooten gelang es, sich der nun ansrhliefVenden Verfolgung zu entziehen. Sie liefen ohne Verluste in ihre Stützpunkte eiiL Charchill hat Achtung vor den deutschen U-Bootbunkem Stockholm, 15. April Der englische Ministerpräsident Churchill erklärte, wie Reuter meldet, am Donnerstag vor dem britischen Unterhaus im Zusammenhang mit englischen Luftangriffen auf deutsche U-Bootstütz-punkte an der Atlantikküst«, die U-Boot-bunker se'ien etwas beschädigt worden, doch hätte man eine ernstliche Beschädigung auch nicht erwarten können. Die Briten verloren 7476 Flugzeuge Ein r*clit l>eacheideDet Tefl^estfindnis aus Englands Hauptstadt Bsm, 13. April Das britlicha Laftfshrtministcrium hat wieder einmal ein ifröQeret Verlustgeständnis veröffentlicht das trotz seiner im ersten Angenblick imponisrsnden Höhe zweiietlos nicht die wirklichen Einbußen wiedergibt. Danach sollen in den vergangenen Jahren insgesamt 7476 Flugzeuge verlorengegangen sein. »In den letzten dreieinhalb Jahren hat England über Europa und dem Mittleren Osten 7476 Flugzeug« aller Typen verloren«, so heifit es in der Veröffentlichung des britischen Laftlahrtministeriums. 4616 Ma- lapan vertraut auf den Endsieg Die mültariiche Uge wird Immer 4fin»t«er - Eine ErkUinni Tof« Tokio, 15. April Dia letzte Sitzung der Konferenz der Provinzgouvemeure wurde am Donners-tsgfrüh 8 Uhr am Amtssitz des Ministarpräsidenten Tojo eröffnet. Dieser erklärte, solange eine tapfere und uner-' müdliche kaiserliche Armee bestände, sei die Wohlstandsphäre Großostasiens unverwundbar Die Aufbauarbeiten würden in beschleunigtem Tempo durchgeführt und die militärische Lage werde immer günstiger für uns. Er forderte das Japanische Volk auf, seine Entschlossenheit mit seinem Vertrauen auf den Endsieg zu verbinden. 100 000 brt in der ersten Aprilhälfte Durch die verstärkte Aktivität der japanischen Luftwaffe im Südostpazifik verlor der Gegner dort bereits in der er- sten Hälfte des MonaU April Ober 100 ODO Tonnen an Schiffsraum. Diese Verluste dürfen ihn, wie die Zeitung »Tokio Asahl Schimbun« schreibt, um so schwerer treffen, als die versenkten Schiffe durchwegs mit wertvollen, für die vorderste Frontlinie des Feindes auf den verschiedenen Inseln des Südpazifik bestimmten Kriegsmaterialien beladen waren.' Diese Stützpunkte des Gegners aber sind abhängig von den Lieferungen auf dem Seewege. So hat sich, dank der Wachsamkeit der japanischen Luftaufklärung und der zunehmenden Aktivität seiner Marinebomber, der feindliche Nachschub in den letzten Wochen äußerst schwierig gestaltet. Feindliche Transportflugzeuge, die In zunehmendem Maße eingesetzt werden, bringen jedoch nur die allernotwendigsten Kriegsmaterialien und Lebensmittel heran. Ange- Kriegibarlchtar Rlchttr, PK (Sch| Helmkehr von einer Kreuzfahrt Im ÄgäUchen Meer Wie riesige Tabakblätter sehen die Wurfständer für die Wasserbomben eines deutschen U-Boot-Jägers aus sichts dieser Entwicklung ist es, wie das Blatt bemerkt, verständlich, daß sowohl Staatssekretär Stimson als auch General Mac Arthur sich in den letzten Tagen genötigt sahen, warnend auf die Lage im Südpazifik hinzuweisen. Zwei USA-Transporter versenkt Starke Japanische Marineflugzeugverbände führten am Mittwoch bei Tag einen Angriff auf feindliche Schiffsziele in der Mllne-Bucht an der Ostspitze Neu-Guineas durch. Zwei dort vor Anker liegende nordamerikanische Transporter von 5000 und 4000 brt wurden versenkt und ein weiterer von 3000 brt In Brand geworfen. Ein feindlichef T^rstörer, der dem Angriff eines Torpedoflugzeuges zu entkommen suchte, wurde durch Bombenvolltreffer eines anderen japanischen Flugzeuges versenkt WOO Mann Tschungking-Tnippea • eingeschlossen In enger Zusanunenarbeit mit nationalchinesischen Truppen haben japanische Streitkräfte 5000 Mann Tschung-king-Truppen, die unter dem Kommando des Generals Tschang Tscheng Yu stehen, 160 Kilometer nordwestlich Tsing-tau eingeschlossen. In der Zeit vom 5. bis 10. April haben die Japaner 2500 feindliche Gefallene gezählt und 1300 Gefangene gemacht. 405 Feindflngzeuge vernichtet Im Abschnitt nördlich Akyab sind in den letzten vier Monaten bis zum 10. April insgesamt 465 feindliche Flugzeuge vernichtet worden. 181 wurden in Luftkämpfen und 106 durch die Flak abgeschossen, 178 am Boden zerstört Britentanker lief aal Strand Nach Meldungen ans Algecirai lief ein englischer 10 000-brt-Tanker auf den zwei Kilometer von Al^ciras entfernten Strand von Rinconcillo. Der Tanker, der in der Bucht von Gibraltar vor Anker gelegen hatte, war durch ein Unwetter losgerissen worden. Mehrere englische Schlepper sind bemüht, das Schiff flott zu bekommen. Die Ladung mußte ins Meer geworfen werden. Bchinen seien in OffensivaVtionen, 8W bfi Verteidigungsaktionen in Europa und 1<)61 in Offensiv- und Vertcidiguniisaktionen im Mittleren Osten verlorengegangen. 102 Bomber in sechs Nächten Schwere Schläge für die britische Luftwaffe Die britische Luftwaffe erlitt bei ihrem Angriff auf Stuttgart in der Nacht zum 15. April empfindliche Verluste. Die Zahl der von deutscher Seite bisher einwandfrei als abgeschossen festgestellten Britenbomber beträgt 23, es ist aber mit Sicherheit anzunehmen, daß außerdem noch eine Reihe schwer beschädigter feindlicher Flugzeuge ihre Startplätze nicht mehr erreichen konnte. In der Nacht zum 4. April wurden, wie der Feind selbst zugeben mußte, 21 britische Bomber, d. i. annähernd eine kriegsstarke Gruppe von Kampfflugzeugen, vernichtet. In der darauffolgenden Nacht kehrten mehr als 10 Britenbomber von ihren nächtlichen Unternehmungen gegen norddeutsches Gebiet nicht nach ihren Einsätzhäfen zurück. In der Nacht zum 9. April verlor der Feind abermals bei seinen Angriffsoperationen gegen Westdeutschland nach eigenem Zugeständnis 21 Bomber. In den beiden nächsten Nächten fielen wiederum mindestens 27 feindliche Bomber den deutschen Abwehrkräften zum Opfer. Die Briten verloren also bei fhren sechs Nachtangriffen der letzten beiden Wochen Ober dem Reichsgebiet und den besetzten Westgebieten nach einwandfreien Feststellungen mindestens 102 Bombenflugzeuge, wozu noch ein erheblicher Prozentsatz beschädigter Maschinen kommt, die auf dem Rückflug verlorengingen. Diese andauernden beträchtlichen Ausfälle an meist viermotorigen Bombern und vielen hundert Mann fliegenden Personals treffen die britische Luftwaffe empfindlich. Darüber hinaus aber sind sie ein Beweis für die Stärke und die zuverlässige Organisation der deutschen Abwehr. Britischer Wellington-Bomber stürzte In der Schweiz ab Berlin, 15. April Amtlich wird mitgeteilt: Am 15.. April stürzte um 0.43 Ulir unweit Birmensdorf bei Baden (Schweiz) ein britischer Bomber vom Typ »Wellington« brennend ab, nachdem er Ober Schieitheim, Hallau, Zurzach, Laufenburg und Turgi geflogen war. Das Flugzeug Ist vollständig verbrannt. Die Besatzung, bestehend aus fünf Mann, konnte sich im Fallschirm retten und wurde von der schweizerischen Militärbehörde festgenommen. London meldet: U-Boot-Mutterschiff hn Mittelmeer verloren Stockholm, 15. April Die englische Admiralität hat am Dienstag den bereits Tor Monaten eingetretenen Verlust eines englischen U-Boot-Mut-terschiffes im Mittelmeer zugegeben Es handelt sich um das 14 000 Tonnen große Depotschiff »Medway«, Die Kleinen in Sorge Von Hatu W f mJ t, Stockholm Man braucht bloß einmal zwölf Tag« herausgewesen n sein ans Schweden, mm bei der Rückkehr stirker denn ja von einer Eracheinnng betrefiea zu werden, die heut« typisch ist für diesem neutrale Land — und vielleicht sieht bloß für diese«. Und dieee Erscheinong heißt: Sorg« vor der Zukunft Di« Selbstsicherheit weiter Kreit«, di« frfih«r attt einem gewissen Mitleid auf di« »Eingcbo-renen«-Streitigkeiten des übriges Europa blickten, iat erschüttert. Seibat Leute, aie sich ganz geborgen fühlten in ihrer bH einer gefGhlsmäßigen Bevorzugung der Westmächte gekuppelten Neutralität, werden unruhig. Was ist geschehen? In den ersten Kriegsjahren hegte sMa in Schweden und vielleicht auch in man* chen ähnlich gela^ierten Lindem, sd Grund von Fehlurteilen der Vergang> »• heit, die natfirlich von der angelsichsi-schen Agitation sorgfältig genährt wur-(|en, Besorgnisse vor den Folgen eines unbegrenzten deutschen Sieges und einert wie man meinte, dahinter dimmemdea reinen Achsenherrschaft Qber den ganzes Kontinent. Diese Gefühle wurden immerhin noch einigermaßen wettgemacht durck die Beziehungen zn den Westmichtea und die Erwartung, daß deren gewaltiges Gewicht eines Tages zugunsten der »Kleinen« in die Waagschale fallen ward«. Inzwischen ist die angelsächsische Agitation in Schweden noch stärker geworden, ohne jedoch die Neutralen recht befriedigen zu können. Die kleinen Mächte, die abseits standen oder sich zu den Plo-tokratien geflüchtet hatten, waren dar Suggestion erlegen, als wenn die Hanpt-gefahr ihnen von der Achse droh«, ma die sie »nicht bloß sich zu drehen wünseb-ten«, wie es zuweilen mit abfälliger Ober» heblichkeit hieß. Heute sehen sich die gleichen »kleinen« Staaten, die doch la einem sehr großen Teil nicht snbedeu-tend, sondern recht anaehnlich, wirtachsH» lieh wichtig und für Europa unentbelir-lieh sind — wenn sie auch vom Stand« punkt der USA oder der Sowjetunion wis winzige belanglose Splitter erscheine« mögen —, einer grauen Zukunft gegen* über, bei der ihnen womöglich keinerlei »Rotieren« um die Achse, sondern nur ein »Parieren« vor den plutokrstisch-bolschewistischen Mächten und eine völlige »Anpassung« an diese Qbrigzubleibaa droht. Bluff und Betrug der Atlantik-Charia waren von vielen Kreisen, di« nichts stärker fürchteten alt einen Achtensieg, «msl genommen worden. Sie vertrauten darauf, daß die Achsengegner, insbesondere die USA, ant den Fehlem des vorigen Wellkrieget and det danach folgendea Unfriedens gelernt haben milBten. Es wArda, so meinte man, natOrlich nicht lu Jener Idealwelt kommen, die Churchill and Roosevelt unter frommen Chorsigesingaa glaubhaft zn machen versuchten; davor warnte immerhin ihr gleichseitig bssiagsl tet Kriegsbündnis mit dem bolschewistischen Rußland. Aber eia Paradies sril kleinen Schönheitsfehlen wurde erwartet, mit einer vielleicht wechselseltigea Neutralisierung der »GroBraubtiere« and einer möglichst weitgehenden Zähmang der Sowjets, Inzwischen ist Schleier aas Srhietar von diesem lange verhüllt gehliebenea Bild gefallen. Wat «« wirklich an Z»-kunftsaussichten bietet scheint die Betrachter zunehmend zu verateinem. Wena die kleinen Mächte heut« die Abeichtaa ier achsenfeindlichea Liga und beaonders ier Westmächte za überprüfen versa chen, ao sehen sie sm Ende ein vollst!»--lig verschobenes, über den Haufen gewar-/ienes Weltbild mit einer durch viele Gegensätze für alle kleineren Länder lie-kaut gemachten Vorherrschaft der vtsr Bundesgenossen England, USA, Sewjefr* nißland und Tschungking-Chins. Vo« Aufrechterhaltung der togenanntsa AA-lantik-Grundsätze kann nicht einmal la den Augen angelsächtitcher Trahaata« oder voreingenommener Neutraler die Rede sein Sie ahnen das Schattenspiel, das zwischen London and Washington ia Gange ist mit den düster regenden Mauern de« Kreml im Hintergrund, and ihnen schwant nichts Gute«. Nicht einmal die Lockung mit einer neuen Genfer eder diesmal vielleicht Washingtoner Liga vermag ihnen noch Freude «inzuflöBen, «afl sie vorhersehen müssen, daß Jedea darartige Gebilde noch stärker alt einst von Anfang an ziun bloßen Werkzeug dar »Großen« herhalten würde. Das sind nicht gerade erbsnllche Ans-sichten, und man begreift die Beklemmungen, die nicht bloß bei den Neutm-len, sondern auch bei den »Emigranten*-Regierungen in London smgehen, von denen etliche bereits mit wachsendem Unmut geltend machen, daß man sie tchlecht behandle, ihre Opfer und Leistungen nicht achte, ihre Garantiewüntche vemaob-lässige, sie kflnftig bloß noch alt Statisten jener Großmächte bewerte, die doch ohne ihre, der Kleinen, Tonnage überhaupt nicht hätten weiter kämpfen können) Für uns Deutsche entbehrt dieees Schauspiel nicht einer gewissen Komik. Wir wissen ja gut genug, daß die Siegesprahlereien und Zukunftskonstruktionen y JA 5citc 2 ♦ Nr. 106 ♦ Freitag, 16. Apnl MARBURGER ZEITUNG tinserer Gpfjner nar Hirngespinste nnd B%uernfin|[er*ien darstellen, um den unruhig werdenden eigenen Völkern und der skeptisch werdenden Umwelt Zuver-• sieht vorzugaukeln. Wir erwarten von dt-nen, die auf die Vorspie|^elun|{en und Lfliien unserer Gej^ner hereinfielen und sich jetzt von der Aussicht auf Auslieferung an deh Bolschewismus oder auf ZwarjSsverwfltun^ durch die imperialistischen Wchmächte verständlicherweisc nicht i{crade be|{cistert fühlen, keine Reue and Buße, keine Umkehr zu unseren Zielen eines kflnfti(fcn geordneten und gesicherten, abgewogenen und ausgeglichenen Europa Aber die Völker und auch die verantwortlichen Regierungen der kleineren noch neutralen Länder mflOten doch eines Tages stutzig wcr«len gegen-iiSer geworlen wor<1<»n ist, wird deti anglo-nmerikanl-scheo Verbündeten d«r Moskauer Machthaber keine sehr angeno'hme Illustration zu ihrem Kriegsgesdirei bieten. Bekanjit-lich waren e« ja gerade die Polen, zu deren vornehmsten Vertretern natürlich das polnische Offizierskorps gehörte, wfjqen donen England in den Krieg gegen Deutschland eintrat und d«n es jetzt mit Amerika gemeinsam Immer noch angeblich um die »Rechte d«r kleinen Völker« führt. In diesem Krieg haben sich di« Anglo-Amerücaner den bolschewistischen Bundesgenossen verschrieben, der in unzähligen Reden und Beteuerungen als Hüler d»3X bestehenden VVeitordnung gepriesen worden Ist. Jetzt plötzlich steilen auf einmal üh«r 12 000 viehisch hingemordete polnische Offizdere aus ihren Massengräbem wieder auf und klagen den Buiscbewismus an. Diese Morde sind nicht 1918 oder kurz danach geschehen, sondern im Jahre 1940, zu einema Zeitpunkt also, wo die bolschewistische Herrschaft in dör Sowjetunion völlig konsolidiert war und der Kreml selbst das von den deutschen Truppen zerschlagene polnische Heer nicht mehr zu fürchten brauchte. Viehische Mordlxist war der feinzige Beweggrund, der zu dcvn furchtbaren Vorkommnissen im Walde von Katyn geführt hat, an dessen hoch ausgeworfenen Sandhügeln wir eineir Gruppe von Zivilisten bogegnem, die ontblönien Hauptes die Reihen der bestialisch Hingemorde-ten entlangschroiten. Es ist eine polnische Delegation, die eingetroffen ist, um sich von dem Schicksal ihrer hingemor-r}et«n Landsleute zu üborzeugen. Wenig wird q*«proch6n — die erschütternden Tatsachen dieser Stätte des Grauens sprechen für s4ch. Schweigond geht Delegation durch den Jungwald, der wohl in seiner ganzen Ausdehnung ein einzjges, entsetzliches Massengrab ist. Da liegen Ausrüstungsgegenstände, wie sie eben beim Graben zum Vorschodn gekommen sind: »Das sind polnische FeJdflaschen . . .« nickt ein polnischer Arzt und geht weiter. Die Leiche einer Brigadrgenerale ist hier zutage getreten, deutlich sieht man die dunkelblauen Streifen an der Reithose, deutlich auch die Ordensbänder an der Jacke. Die Geiichtsmedizinor legen mit klaren und knappon Worten dar, daß der Zustand der Leichen, daß die eindeutigen Befunde an den vielf«n, vielen Toten gar keinen Zw**ifel über den Zeltpunkt des grausigen Morde« lassen. Und diese Befunde ttirnnw )« Bit aJlttm flberedji. was sonst Über (Uesen MasMtunord bekannt wurde: da ftudeo Meli In den Taschen der Totan nodi dte Katendar nnd Tagebücher, dl« «II« bU zum Märt und April des Jahres 1940 reichen. Hedligen-dinulette und Erkennungsmarken, Legitimationen und Lichibikler, Soldbücher und Notizhefte wurden bei den Leichen gefunden. tragen alle noch Koppel und Riementeiug — zun Teil aber sind «i« an d«Tj Hflndm gefeeaelt, rtun Teil auch haben sde den Rook über den Kopf gestülpt So sieht es die Delegation, erlebt sie, drei Jahre nach geschehener Tat, das Schicksal der Offiziere der ehemaligen polndsch«! Armee. Die Bolschewiaten, die ja in den 25 Jaikren ihree Blutregi-ments selbst die geeamte Oberschicht d«« russischen Volkea systematisch nnd bewußt vernichtet hah^ sie scheuten keinen Augenblick davor zurück, mdt dem in ihre HBnde gefallenen Teil des polnischen Offizierakorpe gmm so zu verfahren. Sie hatten auch wohl keinen Augenblick damit gerechnet, da£ diie«ee entsetzliche Blutbad Je entd^kt werden würde. Und wir wissen, daß sie heute alle« daran setzen würden, es zn rerber-qeji, es umzuf&lschea oder abzuleugnen. Doch allzu deutlich, altam aüdiiera Ist die Sprache der Dinge. Wo über zwAlftauaend Tote Anklage erheben, selbet gewietermaftcn noch einmal aus ihren Oribem geetiegen sind, da kann niemand daran deuten wd daran zweifeln. Viele Polen werden nun — auch an Hand der Namen, so weit sie aus den Papieren festgestellt werden körvnen, — Gewißheit Ober dae Schicksal ihrer Angehörigen erhalten, die damals von den Bolechwltten v«racbleppt wurden. Noch Ist eret ein TedD dar Opfer identifiziert — aber immer wieder stoßen die Angehörigen der Delegation auf vertraute Namen — so mancher persönliche Bekannte tat dabei, riele Arzte auch, Stabsoffiziere, die man in Warschau gut kannte und an deren Namen man sich erinnert Hotaa Orden und Ehrenzeichen sind da. Bildet der Angehörigen, Visitenkarten und daenstliohe Papiere Die Welt at>etr hat ein Beispiel mehr der Schandtaten des Bolschewismus. Zu den aufgedeckten Massenmorden von Lemt>erg nnd Riga, von Estland und Kiew, tritt nun die bestialische Hln-schlnchtung der Polen im WaJd von Katyn. Und die polnische Delegation, die heute hier schweigend und entblößten Hauptes am Rand/* dlo^er MassengrSber steht, ist vor der Welt und vor der Geschichte der unbestechlichste Zeuge gegen P!in unmenschliche« System, gegen das wir Europa, die Kultur und die Ehre aller Menschen zu verteidigen haben. Das hettc Europa m cnvar^rn' Die Nachricht von der Auffindung von 12 000 Lcichon chemelijicr polnischer Offiziere, hat in der fiesamten befreundeten und neutralen Presse tiefsten Ei"" druck ausgelost und von neuem die Ub«r-zcuguntJ bc.stä1ijit, zu welchen maßlosen unmenschlichen Grausamkeiten, die in der WeltfSeschichle einzig dastehen, das Sowjetreßime fähig ist. Die Meldung Über die Sowjetßrcuellat wird von der römischen Presse in großer Aufmachuntf veröffentlicht. »Curentul», Btikarest. weist in einem Aufsatz unter der Überschrift »Im Walde von Katyn* duiauf hin, daß In der demokratischen Presse, unter anderem in der Schwciz, die Fraijc aufgetaucht sei, was man von der Sowjetunion zu erwarten habe. Wenn die Demokratien und wenn die Neutralen so fragten, dann sei diese Antwort mit dem Fund im Walde von Katyn jjctfcbcn, Iis entspricht der| Linie der bolschewistischen Methoden, all das, was irgendwie die menschliche InleliigcJiz diirstelll, auszurotten. Der Berliivir Korrcppondpnt der Madrider Zciluni» »Informaciones« Sanchei Maspons, schildert, wie das Grauen beim Anblick dieses undeheurcn Massengrabes ihm und seinen Reisebegleitern die Sprache verschlug. Empfang für eine „Königin" Jubel Ib der Judenhelt nsn Frau Boosevelt Rom, 15. April Das Exekutivkonutee der Jfidisdien Agentufinspektion Jerusalem hat an Frau Roosevelt eine Einladung nach Palästina ergehen lassen, angeblich lum Zweck des Studiums der Situation der Pal&stina-Juden. Frau Roosevelt hat nicht gezögert, Ihre Sympathie für die Jüdische Eiäladung darzutun und den Bescheid zu geb^ sie werde sobald wla möglich PftlSatina aufsuchen. Der Besuch des Morgenlandee durch Frau Roosevelt Ist als eine Art Zwischenakt gedacht, da sie nach Rücksprache mit den Ob^Juden in Tel Aviv ihre Reise nacii Sowjotniflland fort«e.tzen soll, um dort die bolschewistischen Juden zu becich' tigen. Der geplante Beauch Frau RoosereNa in Moskau steht im Zusammenhang mit der Einladung der Jfldin Molotow vor Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg bei ihrem Besuch In Washington, wo sde Gast von Frau Roosevelt war. Den Vorwand für den Besuch der Jüdin Molotow In den U.SA gab bekaiuitlich Studium der nordnn»erikanlsr-hen ParfOm-Industrle, an der die Familie Molotow nicht nur v^cn der Geruchsverlje»-serung Interofisiert ist. Die Nachricht, daß Eleanor Rooseredt PalAstina und Sowje^flland besuchen wird, hat bei den Palüstlna-Judon Jubel auagelöst 91e erblicken ja in 'ihr ein verwandtes Element. Aus diesem Anlaß orklirte das Judenorgan Tel Avivs «Paleetine Post«, Frau Roosevelt werde von der Judenhelt einen Emrf«»X| ®r-fahren, der »einer Königin« würdig sein werde aJs Dank für die von Ihr der fö-dischen Sache geleisteten Dienste und ihr Interesse am Judenstaat. Der Wunsch des USÄ-Botschaff ers »Wäre ich in der Sowjetunion geboren, dann wäre ich heute ein Bolschewik« Union, Joseph Davies, In einem Sonder* Genf, 15. ApHl »Ich bin ein Hberalistisch denkender Liberaler und glaube an eine freie, aber faire Privatinitititive, ich bin Jedoch prosowjetisch. W&re ich' in der Sowjetunion und nicht in Amerika geboren, dann wäre ich haute ein Bolschewik.« So sagte mit schöner Offenheit der frühere USA-Botschaftar in dar Sowjet- USA — llnruhcstificr gegen Spanien InfemaHscher Haß gegen den Ca sdillo — Roosevelts Afjenten leisten gaaie Arbelt Madrid, 15. April Eine aufsehenerrcgunde Schilderung über den I error, dein nationalgesinnte Spcinier in Amerika ausgesetzt sind, gab der bckdimle spiinisciie Maler Angel Ca-baris Üleiza seinen spanischen Freunden, nachdem er selbst unerhörten Verfolgungen ausgesetzt gewesen war. Der Maler hat lange Zeit auf Kuba gelebt und bef. nd sich dort seit Beendigung des spanischen Bürgerkrieges. Zur Linderung der Not dort wohnender Spanier sp'.iideln er 2.500 Dollar, den Ge-samtorlÖB einer seiner Stellungen, und erhielt dar.uif don Auftrag, für die spanische Doli'haft in Havanna ein Ge-mSIde des Cionerals Franco.zu liefern. Angel Cftbflnnos reiste darauf nach Spanien und führte den Auftrag ausi das Gemälde zeinte General Franco vor den Ruinen des Alknzar. Nun reisfo er wiederum nach Kuha, um das Gemälde persönlich zu übergeben fand aber ein völlig verändertes Kuba vor. Die Insel war inzwischen durch die annlo-amerikanische Agitation mit ihr« m Gift verseucht worden. Die Bewohner Kubas waren von einem ge-rnde7ii infernalischen Haß gegen den Caudillo e-^lüilt und verfolgten alle dort lebenHen Nationalsnanler in unvorstellbarer Weise. Die Spanier wurden nicht allein atif den Straften beschimpft und ornrügelt, auch die f^ehörden beteiligten sich an rien Verfolgungen durch grundlose Verhaftungen und Ausweisungen der nationalen Spanier. Hatte Angel Cabanas davon eine Ahnuno nrhabt, dann hÄ'te er »icher die ernenne R^^ise nach Kuba unterlassen. D^nn er bekam sofort den Haß gegen alles Spanische zu spüren, als er ankam. Als erstes wurde ihm die Landung un-tersnqt weil die kubanischen Behörden in ihm, den Einflüsterungen der analo-am"rik'*'rii«;''hen Anenten folgend, einen »Spion der Falange« und einen »staats- gefShrlichen Agenten« vermuteten. Das Eingrellen der spanischen Botschaft war erfolglos, der Maler mußte einstweilen an Bord bleiben. Erst der Vermittlung der perudnischen Botschaft war es zu danken, daß er schließlich in einem Hotel in Havanna untergebracht werden konnte. Obwohl er dort unter den SchuU der Botschaft Perus stand, war er ständigen behördlichen Belästigungen und Vernehmungen ausgesetzt, die keinen Zweifel darüber ließen, daß nordamerikanischer Druck dahinter stand. Das Gemälde des Caudillo entging nur dadurch der Beschlagnahme, daß es für peruanisches Diplomatengepäck erklärt wurde. Es gelang dem Maler In folgender Zelt nicht, direkte Passage nach Spanien zu bekommen. Er mußte schließlich bei Nacht und Nebel, von der peruanischen Botschaft geschützt, an Bord eines kleinen holländischen Küstenfahrers gehen und von dort nach Peru reisen, weil sich auf Kuha die Verhältnisse von Tag zu Tag mehr zuspitzten. Wegen seiner durch die Aufregungen stark geschwächten Gesundheit, mußte er monatelang in einem Sanatorium in Peru weilen. Selbst als er nach langer Zelt endlich über Chile nach Argentinien gefahren war und von dort Passage nach Spanien erhielt, war er noch immer den Verfolgungen der englischen und nord-amerlkanischen Behörden ausgesetzt. Immer, sobald er aus dem unmittelbaren Schutz der diplomatischen Vertretungen heraus war, drohte ihm die von den USA-Agenten allerorts geforderte Verhaftung nnd die Beschlagnahme des Caudlllo-Gemäldes. Hungersnot in Stockiiolm, 15. April »Eine Million Menschen in Honan lie schon durch eine seit sieben Monaten andauernde Hungersnot geschwächt Dorncnreicher Weg desFaschismus Mailand, die erste Etappe der alten Garde Mailand, 15. April Der 15. April hat für die Mailander Faschisten eine ganz besondere Bedeutung. Vor 24 Jahren kam es im Zentrum der Sttidt zur erslt n Kraftprobe der nur 22 Tage zuvor von Mussolini ins Leben gerufenen fasrhistisrtien Kampfbünde mit den Kommunisten. Diese wollten nach einer lärmenden Kundgebung in der Arena zu dem damals mitten in der Innenstadt gelegenen »Popolo d'Italia« vorflrinnen, trafen flabei aber auf die Kampfbünde des Diice, die trotz Ihrer 7iihlenm.ißigen Unterlegenheit den Gegner zur Flucht zwangen und dann ihrerseits vor das Hauptguartier der um-stürzlerischen Kräfte, den »AvantI«, zogen und das immer wieder zum Bürgerkrieg heizende Organ der Soziali^ien stürmten. Es war, wie »Regime Fasclstac betont, die erste Etappe, die den Weg zu den kommenden Siegen der Revolution öffnete. Die Streiks, Plünderungen und Gewalttätigkeiten halten erschreckende Ausmaße angenommen, als diese Tat die zaghaften wieder ermutigte und jenen Schreckün einjagte, die, durch die Feigheit der leitenden Klassen ermutigt, den baldigen Triumph des Bolschewismus verkündeten. Statt dessen wurde innerhalb kurzer Zeit von Piemont bis Sizilien eine neue Atmosphäre geschaffen, und die Umstürzler mußton erkennen, daß das wahre Italien stcirker war als sie. Nach 24 Jahren wird, wie »Regime Fascißta« schließt, der Kampf heute auf einer ausgedehnten Front gegen die gleichen Theorien und die gleichen 1-einde geführt sind, während deren sie sich von Baumrinde, Stroh, Baumwollsaraen und schlammigem Unkraut aus Wasserpfützen ernährt haben, stehen mit Anbruch des wärmeren Wetters Tor einer Cholera- und Ruhrepidemie«, schreibt der Tschunking-Korrespondent der Londoner »Times«. Angesichts des Mangels an Medikamenten und der Transportschwierigkelten sehe die Regierung Tschiangkaischeks keine Möglichkeit, Abhilfe zu schaffen. Tauaende Ton Menschen befänden sich auf dar Flucht aus Honan. »Ich sah unzählige Eisenbahnzüge, rollgepfropft mit menschlichen Wesen, die auch noch zusammengepfercht auf den Dichera der Wagen hockten. Männer, Frauen und Kinder, Kisten, Bündel, Töpfe, Pfannen, Schubkarren — alles lag durcheinander. Selbst /.wischen den Wagen hingen die Menschen, auf Kuppelungen und Stangen oder vorn auf den Lokomotiven. Viele stürzten von den fahrenden Zügen herab.« Ganze Dörfer im Hungerdistrikt seien leer; In den gröDerea Städten sehe man täglich in den Straßen die Menschen wie Fliegen vor Hunger umfallen. Im Juni sei zwar eine gute Ernte zu erwarten, aber die Frage sei, ob die Menschen noch so lange leben würden, um in den Genuß dieser Ernte zu kommen. artikel, don die Londoner Abendzeitung »Evening Standard« unter der über* Schrift veröflentlicht: »Ja, wir können Sowjetrußland trauen«. Damit, daß er das von sich behauptet, schreibt Davies weitei, wolle er nur ülustrioren, daß England und Amerika mit den Bolschewiken zusammenzuarbeiten konnten. Es sei klar, daß Sowjetrußlund, Grußbritannien und die USA für eine Sicherstellung des zukünftigen Friedens sorgen müßten. Ohne Sowjetrußland könne es keinen dauerhaften Frieden gebun. Daher müsse man Vertrauen in die Versprechungen der Sowjetunion setzen. Wie habe sich Sowjotrußland, so fährt Davies iti seinen Lobsprüchen fort, In der Vergangenhoit für die Erhaltung des Friedens eingeset7tl Er, Davies, fand die Politiker im Kreml stets emsthaft darum bemüht, den Frieden vor Ausbruch dieses Krieges zu sichßrnfl). So z. B. habe sich Litwinow im Völkerbund für die kleinen Nationen (I) eingesetzt. Die Vergangenheit fler .Sowjetunion beweise, daß man ihrem aufrichtigen Friedenswillen in England und Amerika Glauben schenken Itönne. Abschließend stellte Davies die Frage: »Können wir den Sowjets Vertrauen schenken?« und beantwoitet sie selbst mit einem rückhaltlosen: »Ja, wir können dasi« Das sind die Worte eines verantwortlichen USA-Politikers, die so recht zeigen, weß Geisteskind er Ist. Sefh Ja zum Bolschewismus ist auch ein Ja zu den bolschewistischen Massenmördern, die sich mit den Moidbrennern aus USA, die bei ihren Angriffen Tausende von Frauen und Kindem hinmordeten, auf einer Wegstrecke befinden. Doch Herr Davies wird die Antwort von ganz Eu-*opa erhalten, daß sich geschlossen ge-'gen den Bolschewismus und seine Helfershelfer erhebt, damit sich nicht der von den anglo-amrrikanischen Plutokra-tien gilt geheißene Massenmord von Katyn tausendfach wiederholt. Kurze Nachrichten Deutsch-ranlnische Ausstellung »Ai>-tobahn und Wasserstraße« in Bukarest eröffnet. Am Donnerstag wurde in Bukarest im Natlonalmuseum die deutsch-rumänisobe Ausstellung »Autobahn und Waseerstraßa«, die von GeneraHftspek-tor für da« deutsche Straßen weeen Reichsminister Speer mit dem rumänischen Varkeihrsmlnlster Buschlla veran^ staltet wird, feierlich eröffnet. Verrkehrs-minister Buachlla betonte in sedner Er-öffnimgsansprache, daß die Ausstellung als eine deutsch-rumänische Kimdgebung der Freundschaft verstanden werden müsse. Reichsminister Speer hatte zur Eröffnung der Ausstellung ein Begrü-ßungstelegramm gesandt. Kolumbus-Feier In Barcelona. Die Festlichkeiten zur 450-JahrfeieT dor Rückkehr Christoph Kolumbus von seiner Entdeckungsfahrt nach Barcelona belgannen am Donnerrstag mit einem glänzenden Vorbeimarsch der tn der katalanischen Hauptstadt stationierten Truppen vor dem Kolumbus-Denkmal. Die Ehrengäste legten am Denkmal des Entdeckers Kränze nieder. Selbstmord des Generals Mordacq. Wie erst jetzt bekannt wird, hat sich am Montagabend General Mordacq, Chef des MiUtärkabinetis von Clemenceau und Kommandeur der französischen Besatzung« Lruppen im Rheinland, in die Seine gestürzt GeaeraJ Mordacq wurde in der größeren Öffentlichkeit bekannt, ais ihn Clentenceau als Chef seines Ml-litärkabineAta berief, dem er 1918 und 1919 voratand. Mordacq war wie alle damals maßgebendan französischen Politiker ain ausgespiochener Chauvinist und Deutschenfeind. Nicbt ohne Grund bekam ar in den Jahren 1920 bis 1925 das Kommando über das 3o. französische Korps der Beeatziuigstruppon im Rheinland. Sofort nach der Räumung des Rheinlandes im Jahre 1925, acht Jahre vor Errertchon der AltersgrenzB, n^ihm er sednen Abschied Die Typhusepidemie tn Iran. Das Spital von Tauschajitope bei Teheran wurde ausschließlich für Typhuskranke reserviert. Vom Gesundheltsminlsterium sind rur Deckung der durch die Epidemie entstandenen Kosten 60 Millionen RiaJ bewilligt worden. Erdbeben in Fem. Mittwochfrüh um 14 Uhr mittelamerikanischer Zeit wurde die peruanische Stadt Arequitpa von mehreren heftigen Erstößen erschüttert. Ein Flugzeugträger versinkt im Pazifik Am den Aufzeichnungen eines U-Boot-Kommandanten Tokio, 15 April Eine Ins einzelne gehende Beschreibung der Versenkung eines USA Piug-zeugträgiirs der »Yorktown«-Kla68e durch ein japanisches Unterseeboot in den Gewässern nordwärts der Midway-Inseln am 7. Juni des vergangenen Jahres gibt ein japanischer Flottenberlcht-erstatter auf Grund der Aufzeichnungen des U-Bootkommandanten. Nach dem Ausgang der Mldway Operationen, so heißt es darin, hatte unser U-Boot dia Aufgabe, diese Gewässer nach feindlichen Fahrzeugen abzusuchen. Am 6. Juni erhielt ich den Befehl »versenken sie den feindlichen Flugzeugträger, der in den Gewässern nördlich der Midway-Inseln kreuzt. Das feindliche Fahrzeug ist durch einen Angriff unserer Flugzeuge beschädigt worden und hat Schlagseite.« Sofort begaben wir uns an den Im Befehl bezeichneten Ort. In der Frühe des nächsten Morgens berichtet ein Aufklärer »einen schwarzen Punkt entdeckt« zu haben. Später lief noch eine zweite Meldung ein, daß ein anderer ähnlicher schwarzer Punkt entdeckt worden sei. Allmählich besserta sich die Sicht nnd wir bemerkten den Flugzeugträger, der sich mit Schlagselte In Richtung seines Hafens fortbewegte. Ich tauchte Im Rflk-ken des feindlichen Fahrzeuges, Fünf feindliche Zerstörer geleiteten den beschädigten Flugzeugträger, zwei weitere Zerstörer konnten vor dem Flugzeugträger beobachtet werden. Der Feind schien äußerst wachsam zu »ein. Das Wetter war günstig, obschon ein leichter Wind wehte. Das Meer war ruhig. Ich griff den Flugzeugträger von der rechten Seite an. Mitten durch die gefährliche Sperre der feindlichen Zerstörer stieß unser Boot vor. Durch das Periskop konnte Ich wahrnehmen, daß der Flugzeugträger von den zwei Zerstörern Ins Schlepptau genommen worden war. Dia anderen Zerstörer fuhren mehrmals Ober unser U-Boot. Es wurde mir klar, daß die erste Gelegenheit anzugreifen auch die letzte sein würde. , Schon hat unser Boot die Sperre der feindlichen Zerstörer durchbrochen und nähert sich dem Flugzeugträger. Dieser hat jetzt die erwünschte Lage erreicht. Ich gab den Befehl »Feuer«. Eine vierfache Detonation der Torpedos ertönte. Bevor die Torpedos abgeschossen wurden, befanden sich die feindlichen Zerstörer ganz in der Nähe des Hecks unseres Ü-Bootes. Jetzt waren sie so verwirrt, daß sie nicht wußten, wie sie der Situation begegnen sollten, nnd auf Geradewohl über dem getauchten Unterseeboot kreuzten. Erst nach einer Stunde warfen sie zwei Wasserbomben ab, worauf noch mehrere hundert Wasser- bomben folgten. Unser Unterseeboot trug dabei einen, wenn auch nur geringen Schaden davon. Die Ausbesserungsar-belten wurden von der Mannschaft eifrig durchgeführt. Da versagte die Elektrizität und der Motor hörte auf zu arbeiten. Auch die Luft wurde immer sauerstoffärmer. Wir hatten kein Licht außer zwei Kerzen. Nun gab es keine Wahli wir mußten auftauchen. Wir hatten erwartet, beim Auftauchen den Feind In der Nähe zu entdecken, doch war kein feindliches Fahrzeug oder Flugzeug In der Nähe. In weiter Entfernung konnten wir drei feindliche Zerstörer ausmachen, die offenbar den Schauplatz verließen. Nirgends aber ein Zeichen von dem Flugzeugträger. Nun sandten wir die Nachricht an unseren Stützpunkt, daß unsere Aufgabe erfüllt war. Zum CJlück begannen die Motoren bald wieder zu funktionleren. Es wurde dunkler und dunkler, und nun war «, an dem Feind, vof uns die Flucht zu ergreifen. Varl«! Mtrbdrgtr Vtrlift- «. Drucker«) Dmok G«t. ■ HBopItchrlflUilnng Marburg «. d Draa BaH|■ Zur Zeh für An*elg«ii di« Preliliil« Nr 2 t»™ 1, Joll 1942 Amfall der l.leferynU d«*» Blattfli bei hfinerer Gewalt oder gibt keincD Antiiruch auf Rückiaiiluifjt de» ßcaugigcldei. { MAR3URGER ZEITUNG Freitag, 16. April * Nr. 106 ♦ Seite 3 Selbstverdientes Geld Zum erstenmal hat et in dem khe^i-wichtiifen Betrieb für die neueiniSesielltcn Frauen Geld geifebenl Da« ist ein Ereignis, das nicht stillschweigend überganfjen wird, besonders nicht von den Frauen, die n«ch nie vorher beruflich täti|{ gewesen •ind »Mein erstes selbsiverdienles Geld!« «trahlt Frau N. und kann sich noch nicht recht entschließen, die Geldscheine und Geldstücke einzustecken. Es ist zwar nicht allzuviel Geld, aber es kommt doch ein ganz sch&nes Sümmchen zusammen — wenn so am Ende der Woche der Lohn auf den Tisch gezählt wird.« »Ja, Frau N., was fangen Sie denn nun mit dem vielen Geld an?«, wird sie scherzend gefragt. Frau N. lacht: »Wenn Frieden wäre, würde ich mir selbst einen Wunsch erfüllen und mir irgend etwa« Nettes kaufen, Muß das ein «chöne« Gefühl sein, den Mann nicht erst um das Geld fra(!en oder die Summe vom Wirtschaftsgeld abknapsen zu müssen, sondern so ein zusätzliches Taschengeld als •tille Reserve zu haben. Aber wir haben Krieg, da wird das Geld nicht ausgegeben, sondern kommt auf die Sparkassel« Und auch da« Ziel, wofür das Geld gespart werden soll, «teht schon {est. Ihr Mann, der jetzt als Soldat im Felde steht und vorher in einem Restaurant tätig gewesen ist, möchte sich später gern selbständig machen und sich und seiner Familie eine Gastwirtschaft kaufen. »Nun kfinncn wir gemeinsam dafür sparen«, meint Frau N., »und wenn wir erst •inmal unsere eigene Gastwirtschaft haben, dann habe ich sie doch auch mit erarbeitetl« Und damit läßt sie nun das Geld sorgsam in die Tasche •«l»"**»n, denn di« Arbeit ruft sie wieder, B. N. lieber 150 v. H. mehr als im Vorjahr Stolze Ergebnisie der Opfersonntage im Unterland — Das Kricgshiliswerk für das Deutsche Rote Kreuz beginnt Krioqshilf 8werk 1943 Vor wenigen Tagen beging das Unterland zum zweiten Male den Tag der Befreiung vom serbischen Joch und der Heimkehr ins Reich. Voll Stolz konnte Bundesführer Steindl auf die Erfolge der ersten beiden Aufbaujahre hinweisen und in seinem Rechenschaftsbericht auch auf das hohe Spendenergebnis für das Kriegswin-terhilfswerk hinweisen. Interessant ist es nun, aus diesem Aufkommen die Ergebnisse der Opfersonntage herauszuziehen, weil sie ohne Abzeichenabgabe vor sich gehen und daher besonders Beachtung verdienen. Im Kriegswinterhilfswerk 1941/42 wurden ia der Untersteiermark 675.700 RM bei einem Haushaltsdurchschnitt von 5.57 RM erzielt, wobei berücksichtigt werden muß, daß die beiden ersten Opfersonntage noch nicht durchgeführt werden konnten. Da« Gesamtaufkommen au« den Opfersonntagen lag im Vorj|ihr um 25 v. H, unter dem des Altgaues, der 2, 528.300 RM mit einem Haushaltsdurchschnitt von 8.54 RM spendete. Im Kriegswinterhilfswerk 1942/43 belaufen sich die Ergebnisse der Opfersonntage Kinder — unsere Zukunft Der Kreis Pettau sorgt für seine Kindergärten Am letzten Samstag trafen sich sämtliche Kindergärtnerinnen des Kreises Pettau zu einer zweitägigen Arbeitsbesprechung. Seit der letzten Arbeitsbesprechung hat sich die Zahl der Kindergärten um ein Beträchtliches erhöht. Zur Zeit befinden sich 25 Dauerkindergärten und eine Krabbeistube in Betrieb und weitere fünf Dauerkindergärten stehen vor der Vollendung. Außerdem werden in nächster Zeit 25 Erntekindergärten eröffnet. Zur Bewältigung der zusätzlichen Arbeit in den Kindergärten wurden vom Arbeitsamt In großzügiger Weise Mädchen zur Verfügung gestellt, die im kreiseigenen Einschulungslager Friedau sowie in anderen Lagern ausgebildet werden. Es sind zum Großteil un- tersteirische Mädel, die sich bereits bestens bewährt haben. Ahnlichc Schulungen werden monatlich einmal abgehalten. Auch Kretsfflhrer Pg. Bauer nnd der Kreisschulungsbeauftragte sprachen zu den Kindergärtnerinnen. Außerdem kam ein interessanter rassenpolitischer Film zum Vortrag. Ein Konzert und ein gemeinsamer Besuch des Lichtspieltheaters beschlossen den ersten Abend. Der zweite Tag war der fachlichen Ausbildung und dem Frohsinn gewidmet. Der Abend vereinte alle in fröhlicher Kameradschaft. Kasperltheater, Lieder, Volkstänze und gemeinsame Suiele sorqten für die Unterhaltung. Bäuerin und Führerin zugleich Schiaßleier an der Landwirtschaftlichen Berufsschule In Bad Neuhaas Mit einer schönen Feier wurde am Dienstag, den 13. April der Winterlehrgang der Landwirtsahaftlicheo Berufsschule für Mädchen im Schloß Gutenegg bei Bad Neuhaus beendet. In seiner Weltabgeschiedenheit hat das Schloß in der Geschichte niemals eine große Rolle gespielt. Der Name kommt schon in Urkunden aus dem Jahre 1055 vor. Lange Zeit war es auch Sitz eines Herrenqe-ichlechte«, das nach dem Schlosse die »Gutenecker« genannt wurde, aber niemals besonders hervorgetreten Ist. 1851 kauften es die Grafen Kolowrat-Lieben-•teln, di« im Schlosse eine Brauerei einrichteten. Am 18. Januar zog in die altersgrauen und rerwitterten Mauern junges blühendes Leben ein. 24 unterste! rische Bauemmädchen waren zu einem landwirtschaftlichen Winterlehr-9ang einberufen, der drei Monate dauern «ollte. Nim WM die 2[eit um, und in der Schlußfeier sollten die Mädchen Zeugnis davon ablegen, was sie gelernt haben. Im Schulungsraum waren die Mädchen angetreten. Die SchuIIeiterln begrüßte den KreLsführer, di« Bundesmädelführe-rin und die übrigen Gäste, vor allem aber die Eltern der Schülerinnen, die von weither gekommen waren, um an diesem Ehrentag ihrer Töchter teilzunehmen. Nach dem Lied: »Hoch vom Dachstein*, «nd einem Spruch erstattete die Schulleiterin einen aufschlußreichen Bericht. Diesem war zu entnehmen, daß der Schulbeginn mit erheblichen Schwierigkeiten h^ann. Sie wurden in vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit bewältigt. Das Ziel konnte erreicht werden. Das Hauptgewicht des Unterrichtes lag auf der deiitsdien Sprache, aber auch die anderen Fächer erfuhren keine Vernachlässigung. Die Prüflingen ergaben beste Lernerfolge, so daß die Schule an der Spitye der vier Landwirtschaftlichen Berufsschulen für Mädchen in der Untersteiermark steht. Ebenso errangen die Mädel von Cutenegg den von der Bun-desmädelführerin ausgeschriebenen Preis. Die Mädel waren sehr fleißig und strebsam. Eine Schülerin dankte hierauf dem Kreisfilhrer, daß e«r es ermöglicht hat, daß alle Madel 7.u einer Schulungsfahrt nach Graz fahren konnten, was fiTr alle ein nachhaltiges Erlebnis war. Die Zeug-n-isvorteihing sah viele erregte Gesichter Ein Mädchen versprach im Namen ihrer Kameradinnen, sie alle werden mm ihren Ajxgeiiörigen beweisen, was sie gelernt haben und wollen recht gute Bduerin-aen werden. Ausfühilich sprach Kreisführer Dorfmeister über die schweren Pflichten des Bauern, vor allem aoer die der Bäuerinnen, die neben ihrer harten Arbeit auch noch Kinder zur Welt bringen und erziehen müssen. Daher sea e« notwendig, den zukünftigen Bäuerinnen eon reiches praktisches und fachliches Wissen zu vermitteln, damit sie sich spi^ter einmal leichter tun und siöh ru helfen wissen. Was in diesem Lehrgang auch schlecht gewesen sein mag, es wird vergessen. Bleiben wird aber nur dde Kameradschaft und die gemeinsam verlebten schönen Stunden. Der Kreisführer sprach anschließend dem Lehrkörper den Dank für die vorbildliche Arbeit aus. Nach dem Liede: »Nichts kann uns rauben Liebe und Glauben« wurde die schöne Schlußfeier mit der Führerehrung und den Liedern der Nation geschlosfien. Anschließend wurde eine Ausstellung besichtigt, die von den Mädchen selbst zuberedtet und ein anschauliches Bild vom Können der Schülerinnen auf dem Gebdete des Kochens gab. Gewürzt wurde das kurze Beisammensein mit frischen fröhlichen Liedern der Mädel, die begeistert und mit froudeblitzenden Augen sangen. Sie bewiesen, daß in Guten^nq ganze Arbeit geleistet wurde. Zukünftige junge Bäuerinnen wurden weltanschaulich ausgerichtet und mit einem reichlichen fachlichen Wissen ausgestattet Dies alie« ist die beste Gewähr, daß sie nun in ihren Ortsgruppen nicht nur in der Bauemarbeit vorbildlich sein, sondern auch als Führerinnen mit arbeiten werden. E. P. Vielversprechender Anfang Erfolgreicher Theaterabend in Pettau Die Pettauer Laienspielgruppe, die mit ihrer ersten Aufführung einen vielversprechenden Auftakt bot, knüpft an gute alte Tradition an. Die geistige Regsamkeit, deren sich die Pettauer stets rühmen, hatte schon im Jahre 1770 die erste sicher festgestellte Liebhnbertruppe entstehen lassen und von da ab reißt der Faden ihrer Entwicklung nie ganz ab. In seiner Bedeutung zu Zeiten des Bestehens von Berufsschauspielertruppen in der Stadt oder durch intensive Bespielung seitens des Marhurger Theaters gelegentlich zurückgedrängt, finden sich doch immer wieder Volksgenossen zusammen, die ihren Mitbürgern Freude und Unterhaltung bieten wollen. Seine eigentliche Bedeutung bekam die meisten Stücke wiederholt werden mußten und mehrere auch in Nachbarorten aufgeführt wurden Nun hat sich in dem durch Heimkehr ins Reich ermöglichten, vergrößerton Rahmen wieder eine Laienspielschar zusammengefunden, deren erstes Auftreten .schon ein voller Erfolg wurde. Das heitere Volksstück »Das VerleqenhpUs-kind« von Streicher bewies seine bekannte Zugkraft. Oberamlnifinn Wagner bewährte sich als sachkundiger Spielleiter, der die Komöd'e zu voller Wirkung bjachte Die Frauen Gial und Schreithofer waren verbliifffnd echte »Bißgurn« und ebenso rührend liehens-wüidig nach ihrer »Zähmungf, Fräulein V'al'ner als ewig gerühr'e f-lrnllirsc i'rd dieses Bestreben aber, als mit dem Zu- | Fräulum Wohlgemut als frisches Dirndl, sammenbrurh im Jahre 1918 fremde Willkür das alte Hebe Theater raubte, in dem all die 23 Jahre lang kein deutsches Wort gesprochen werden durfte. Was in dieser Zeit die kleine Liebha-bertnippe, abwechselnd geleitet von Albert Scharner, Dr. Manfred Scheichenbauer und Max Kalb leistete, kann nicht hoch genug gewertet werden. Von der Fräulein Preis entlpdigte sich ihrer wenig dankbaren Rolle mit viel Goschirk. Max Kalb und Hans S1 witsch, als köstliche Charaktertypen schon vielfach bewährt, waren auch an diesem Abond ganz auf der Höhe, Reiter als feschor »Bua« ein draufgängerischer Liebhaber, Wahre Lachsalven löste das Auftreten Schimpers als verliebter Briefträger und behelfsmäßig geschaffenen Bühne des [ Artinaggs als Dorftrottel aus, die den Deutschen Hauset aus schenkten sieden , Sonderbcifall auch wohl verdienten. D.is Volksgenossen so manchen frohen : vollbespt7te Haus dröhnte vor Lachen Abend und fanden solchen Beifall, daß I und Beifall. Kraker in der Uotersteiermark auf 1,712.700 RM, wa« im Vergleich zum Vorfahr eine Steigerung von 153 V. H. bedeutet. Mit diesem Aufkommen konnte «ich da« Unterland ganz an den Altgau Steiermark heranarbeiten, indem m nämlich den «el-ben Haushaltsdurchschnitt von 14.09 RM erreichte. Die Steigerung im Altgau beträgt 65 V, H. gegenüber dem Vorjahr und erreichte die Summe von 4,173.600 RM In Anbetracht der stolzen Bilanz des Unterlandes und der stetig steigenden Sammclergebnisse de« Gaues Steiermark überhaupt, an denen «ich auch die Landkreise mit Freude beteiligen, kann man mit berechtigter Hoffnung den Sammhingen des Kriegshilfswerkes für das Deutsche Rote Kreuz entgegensehen, deren Gesamt-ergebnis zur Gänze der Betreuung unserer Soldaten und Verwundeten zufließt. Kulturarbeit in Pet'au Am 14, April hatte der Leiter dos Fiih-rungsamtes II der Kreisführung Pettau seine Mitarbeiter aus den Ortsgruppen zu einer Arbeitsbesprechung einberiifen. Im Mittelpunkt der Tagung stand eine Ansprache des Leiters des Amtes Kultur in der Bundesführung, Pg. Taufar, der über das Wesen und Wollen nalio-nalsozialistischor Kulturarbeit sprach, n DENKE BEI llJaDEINEß SPENDE r DAS OPFER UNSERER SOLDATEN Haussammiung am l8. April Kleine Chronik m. Uuleiiiieirisch« Staad*:bämter melden. In Anderburg verstart>eo d«er 77 Jahie alle Josef VVowk, Kaiueao, und Rosalia Wrabitsch, 18 Jahre aJt, au£ Schjberiwjg. — In Rolulsch-Sauerbrunn starben Jo^t^f Miklauzic, Topole. und der '62 Jdiue alte Simon Zmexeschek aus Wiiiftz. m. Das Standesamt Rast berichtet Im ersten Vierleljtihr 15^43 wuroeo beim Standesamt Rast 16 Geburten und 14 Slerbjfjlle go^neldet und außerdem acht Trauungpjj vollzogen. Getraut wurrlon: Josel Nlurko, MascbineMh-!i/er, Wien, mit Josf.fine Leschnik, Reulbach, Franz Hertschck, Fdliriksaibeitor, Rast, mit Anna Lcpohisk, Rrist, Gottfried Urleb, Sfhlosserqehilfe, R.tst, mit Emilie Kriseh-Der Nationalsozialismus ist stets be-^ ' Alois T-.nzer, Schlosser, F^l- strebt, auf dem wertvollen vorhandf^nen mi' /^loisia Pleunik, Feistritz, Vik- Kulturgut aufzubauen. Der Vortrtiqende Kotnik, S;'in(\Ml)oit'>r, Rast, mit Ju-gab eine umfassende Übersicht über die Miirsrhij von iVi. ptlldiUl UÜ l."»! ic'beii.^iiulweii'iiy Liiü vu.u. Utü i lullÜ^v Ü; KSlllÜlbier lliiLjt-il du ai; AiUeiiV:U uicht Uui vuj ulluii Uiiui-'iuii duitüzu-1 iilireu, a^iideiIi, wie doi i-ieitikuiuiiiissui .iiiileiit, liUih 1 u'i liiiii.Uiun.) ihteb Pifci-iUb d.e qeiteiition Vorscli.il.uii yeiiuu uiiuulialtun. ü !/.u cj( h-^rl aucn, daß Kur die t.ilsuchlKli .(ulijewendi le ArLous-.(!it, süuiiit s'.e (ieii Giuii'l.sätzen si>jir-samoi Wirtachwiinluiruiig eniäjjncht, den VcrbraucheiII in Kofliiiunq ye.itcil' wird Die i'eiechitinq nich' tats.ichlicL iiil'r:weti(!i;tur A'be.ls/.eik-ti liedtutol >incn schrt<'ren Vi>rs'' geg?!! dit Pri'isvofscbriltrn und wird sfi;;er Sie sollen alles erfahren. Ist Herr Malmström da?« »Ich weiß nicht, Brink — —« Steiger kam langsam um den Schreibtisch herum »Sie machen einen so veränderten, einen so frohen Eindruck--« Er zauderte, während sich jäh neue Hoffnung, durch nichts gespeist als den Glauben an diesen Marui, In sein Herz ergoß. Und dann--er konnte edn- fach nicht anders — — er umschloß Brinks Rechte und preßte sie. »Was — was ist wahr an dem Brief da, Brink? Bitte, sagen Sie es mir — bei Gott, Ich tinhalte es für mich, wenn Sie wollen — aber sagen Sie es mir--nehmen Sie diesen furchtbaren Druck von mir--» »Alles ist wahr.« Brink wurde ernst. »Ich habe die Villa und das .\uto gekauft. Von Mitteln, Herr Steiger, die mir auf lechtmaßige Weise zugotlosben sind.« »Aber--?« »Sie sollen alles erfahren — aber eins nach dem ondeien — und da ich nicht alles zweimal erzählen möchte, wäre es gut, wenn wir zusammen zu Herrn Mdlmström gingen--« »Ich fürchte«, Steigei lächelte Inlbe, »er wird Sie nicht emptangon wollen — —« »Dann sagen Sie ihm, enn Marui sei gekommen, der einem neuen Betrug auf die Spur gekommen ist — — ein Reinig, der morgen am Z.-hltag steigen soll--vielleicht empfängt mich Herr Vlfllmström dann doch?« »Brink!« murmelte Steiger fassungslos. »Ich habe Reweisp. Ich hiNe die Beweise sogar in der Tasche. Frisch geholt aus der Hedeinannstraße'« »Hedemannstraße' Brink. Brink, was sind Sie für ein Mansch! Ich kenne mich nicht mehr aus' Wirum haben Sie die Schröter von der Hnisdetektoi jn dem dunklen Trepj>enhaus überfallen?« "Die Schröter — —?« Brink atmete auf Nun, da er wußte, welch" Seite ihn iiTiter Beobachtung ge.-^teüt b.itfe, brnrhtc er sogar ein Lärheln zuweg/' Keine fremde Gegner also. Die eigene Fiina hatte ihn bespitzelt . , . »Ich sehe sch^n«, s^nf/te er, »wenn ich Frklärunrren abnnhen soll, verriohen lange kostbare Stii"df»n Hnd die Zeit fehit mir heute. Unten steht mein Wa- gen, Herl Steiger, (Jnd — — in dem Wagen sitzt etwas, das hofk'ntlich bajd zur schönsten Braut Berlins wiid — — vitslehen Sie endlich?« »Ich veistehe nifhtsj, murintite Stöger, »iber ich werde Herrn Malniström sagen, wer gekoniuien ;st.« Fj» dauerte geraume Zeit, h^is Ma^lm-stiöm sich ftinigerm-t;.en gefaßt hatte. »Ich würi'e mir wenigstens anhören, was er zu sa;sen, wäre er nich' gekommen « Mit gern whton Gffiihlen blickte Malm-slröm wenig sjiater dem Manne entge-qen, den er so schwer verdächtigte Brink machte n,'cht viel Umstände. Seine ErHäruiiqen bt^ann er mit der Wortt-m; »Ich gebore /u denen, die wäh-rr'nd der G-^scbiftszeil nicht rauchen. Es ist dtiher auch nicht gut mönlich daß ich in di^ Oesrhäflsräumen Tabakaschc ver.;tyeuen kann, gervuer gesaqt: Zioar-renasf'he. In dem Briefkorb nun, den ich im Aliend zuvor mit eigener Hand, gefüllt mit aiiszahlbaren Rechiitingen, in den r 'Idsrbrank ste'Ue, fand ich nm mderen Morqpn Zigarrenasche So gleichmü^ig geht mit derlei Dingen nur ein Gewohnheitsraui'her um. Jemand kr die Ruhe bes^ß, beim unbrfuglefi nf'ren des Geld' i hrnn'"s eine Zigarre im Mumie zu hal'i^n, von der sich die !vs:iqte .Asche loste, dieser jemand schPMioqelle unt'^r die ko:j,trolliert;en T?"chninK'en, d'e .im niichst''n Mornen wie üblich abqohnlt wrrden sollten eärnphpndpr Ahwosenlieit von ihrer Einheit aus Anlaß vrn Urlaub, Kommandos, Dienstrpispn odor be«i Verset-7iLn fiir d p t)diieriirhe Lehre in kur7Pr 7e t um .15. v. H. gesteigert werden Die Zihl der Landarbeit«- und ländlithon Hausarbeitslehrlinqe »tieq damit auf 4'>00, wa«; etwa 26 v. H. der Gesanitzahl der Jugendlichen dieser Altersstufen in der Steiermark ausmacht. Die fachliche Ausbiklunq dieser Jungen tind Meide) soll durch dreiwöchige Lager crqcinzt werden, Im Laufe des Frühjahres wird man sechs Jiinqonlaqer und acht Madelldger dieser Art errichten, In denen dann jeweils 400 Jugendliche aufgenommen werdn können. ra Verschiedene Unfälle. In einem Maiburgor Textilbetriebe drang bei der Arbeit an der Maschine der 31iähriqen Einzittherin Laura Winzer aus der Tri-eslerstraße in Marburg eine Hecknadel in den linken Unterschenkel. — Die 72 Jahie alte Private Maria Presrhern au« der Karnlnerstraße biach sich bei einem Sturz die rechte Kiiifscbeihe. — Bei winer Arbeit drang dorn 35j5hrigei) Steinmotz Franz Oder aiw Lechen bei Lnrenzen ein Cisensplitter in da« rechte Auge. — Einen Bruch de« linken Beanes | Z'V] sich bei einem ^'ahrrnd^turz dflt 52jdhrige städtische .\nqcRtelU« Hermann Pc>schinger aus der Luisengas«e in Thesen zu. — Der 47jährige Bremser Franz Babitsch aus Josefinental in Brunndorf brach soch beim Abspringen von der Verschubmaschinp das rechte Bein, wahrend sich die 55Jdhrige Arbeiters- Sporf und Jurnen Die Untersteirer sind sehr sangeslustig. Sie Singen l>ei jeder Gelegenheit, vornehmlich im Viergeiang und im gemischten Chor. Auch musikfreudig sind die Untersteirer, Ei gab eme Zeit, da wurde fast in jedem Haus musiziert. Aber das i«t schon lange her. Die 23 Jahre serbischer Herrschaft haben die natürlichen Ansiitze volkskultureller Betätigung zerschlagen oder so unterdrückt, daß nur •:n kümmerliches Pflänzlein von den vielen Musikkapellen und Gesangsver-einen in der Untersteiermark vorhanden war, als sie endlich befreit wurde. Und wie gerne spielen die Untersteirer auf der Bühnel Die Theatervoistel-lungen in den Märkten und Dörfern sind immer dusverkjufl, Stondenweit kommen die Menschen her, weiin es heißt, heute wird Theater gespielt. An diese schönen Eigcnschaflcn anknüpfend hat der Sieirische Heimotbund vor einigen Monaten mit dem Aufbau volkskultureller Gemeinschaften in der Untersleiermark begonnen. Der diesbezügliche Auftrag des Bundesführers fiel im Kreis Cilli auf besondert fruchtbaren Boden. 89 volkskulturelle Gemeinschaften arbeiten heilte bereits im Kreis Cilli und haben die musik- und spielfreudige Seele der Untersteirer geweckt. Fast in allen 37 Ortsgruppen de« Kreises singt und klingt es heute überall wird musiziert und Theater ge«pielt. Mit Freude und Begeisterung cind die Menschen dabei, finden in der Ausübung ihrer naturgegebenen Anlagen Entspannung und Erholung. Und den Ortsbewohnern geben sie viel Freude und Frohsinn, vor allem aber das sichere Bewußtsein der Geborgenheit und des Betreutseins, daß den Untcr-steirem bisher fehlte, sie aber nun so unendlich glücklich urid zufrieden macht. Derzeit sind im Kreis Cilli tätig: 13 Spiel-gemeinsch^ften (Theatergruppen), ®ine Handpuppenbühne, ein Sportkabarett (Bunte Bühne), rehn Orchester, sechs Muffikguartette, 18 Blaskapellen, 2,S Slnq-gemeinschaften, acht Gesangsvereine fOr Männer und vier Volkstanzgruppen, ein Symphonieorchester und zwei Musik- züge der Welirmaanschaften. Hervorzu-het>en wären hier die Kreisrbühne Cilli unter der t»ewährten Leitung des Kameraden Toni Sneiden, der In unermüdlicher Arbeit neue Theatergruppen ms Leben ruft und überall selbst dabei ist, wo es gilt mit Rat und Tat mitzuhelfen und beizuspringen. Sehr spieleifrig ist auch die Liebhaberbühne Tüffer, die über sehr gute Krtifte verfügt, die Theatergruppe Sachsenfeld und die neugegrOndete Tlie-aterspielschar In Töchern. Von den Singgemeinschafte Ist die bekannteste und arbeitseifrigste die von Anderburg. An die einzelnen volkskulturellen Gemeinschaften wurden bisher 720 Musiknoten, Märsche und Walzer, sowie mehr als 400 Stück Notenblätter für die Singgemeinschaften verteilt. Ebenso konnten in tatkräftiger Zusammenarbeit aller maßgebenden Stellen bereits sehr viele Musikinstrumente beschafft werden. Durch eine planmäßige Schulung der Leiter dieser volkskulturellen Gemeinschaften in Wochenendlehrgängen, in welchen die fadiliche Ausrichtung der Gemeinschaften, der geordnete Einsatz und die Aufgaben als kulturelle Gemeinschaften durchgenommen werden, wird auch in dieser Hinsicht wirklich alles getan, um die polltische Aufbauarbelt zu unterstfltzen und das Programm des Steirischen Heimatbundes möglichst schnell zum Ziel m führen. B. P. 'Bticß nacfi Südosten gKttin ChristirM Lach aus Kumen, Gemeinde Lorenzen, bei einem Sturz das linke Bein brach. — Dem 26jÄhrigein Bauhilfsarbeiter Ignaz Besiak aus Unter-Täubling spritzte bei der Arbeit ungelöschter Kalk in das linke Atige. — Ferner brach sich dor 17jährlge Grundbe-aitzerssohn Josef Reismann aus Unter-Klappenberg den rechten Oberschenkel und das 6jährige Fabriksarbelterstöch-tercheo Maria Smodei aus Tüchenberg den rechten Arm. m. Hinrichtung eines Feldpostdtebe«. Am 13 April 1943 ist der 1892 in Wien geborene Franz Mach hingerichtet worden, den das Sondergericht in Wien als Volkmch&dling zum Tode verurteilt hat. Mach, der Oberpostschaffner war, hat sich «n 400 Postpäckchen, darunter 150 Fcidpostpäckchen, vergriffen. Um die Europameisterschaft im Boxen Um die Europamcistcrschiifi der Boxer dfir'te er. im Aushmd in den nächsten Mon;itcn nuhterc Treffen jjeben. Voraus-siciitlich kämpfen .Ion Chiriac (Rumä* nicn) und The Mcdina (Frankreich) um f!en freien Titel im FlieKcnficwicht und I asJrand (Niederlande) vertcidijit seinen Titel )ic|ien Proitti (Italien) Im Leichtgewicht. im NXVltcrjJewicht wurde der Be!(jicr NX'oulers. nnchdcm der Franzose Cerdan seines Titels für verluslitj erklärt wurde, für den neunusf*epchriehercn Titel zum ersten Bewerber erklärt Weiterhin wurde Tenet (Frankreich) als Herausforderer Josef Besselmanns im Mitleliiewicht anerkannt. Als Endbewerber im Schwer|{e- m. Verfügnng ttber das Postscheckkonto beim Tode des Postschecktel-nehmer. Beim Ableben von Postscheck-teilnehmern entstehen häufig Weiterungen daraus, dafi niemand zur Verfügung über das Postscheckkonto ermächtigt ist, solange die Erbberechtigung licht nachgewiesen Ist. Diese Schwierigkeiten sind ohne weiteres dadurch -^u vermeiden, daA der Postscheckteil-lehmer auf den ihm bei Eröffnung de? Kontos oder später übersandten Unter-schriftblättem di« Unterschriftproben ^iner oder mehrerer Personen hinterlegt. Diese Personen sind ohne weiteres berechtigt, nach dem Tode des Postscheckteilnehmers das Konto wei terzuführen oder die Löschung des Kontos tn beantragen Qod das Rest-quthaben abzuheben, sofern dies der Postscheckteilnehmer nicht ausdrücklich ausgeschlossen hat. Allen Post-scheckteilnehmem, die bisher nur ihrr eigene Unterschrift hinterlegt haben ist daher dringend zu empfehlen, durcl Hinterlegung der Unterschriftsprobr mindestens einer weiteren Person dif Welterfflhrung oder Schließung r>ostscheckkontos zu ermöglichen. ßandmlrtBcfhfl des o. Totaler Einsatz der Deutschen tu der Slowakei. Die Männer der Deutschen Volksgruppe in der Slowakea Uaten kürzlich in den Ortsgruppen der Deut-scheio Partei ru einem Großappell an, um (ke neuen Richtlinien des Volksgruppen führers, Franz Karmaain, für den totalen Einsatz an der inneren Front entgegenzunehmen. Gleichzeitig wurden cüe neu eingesetzten Führer vereidigt. o. Dorfseminar für ungarische Jugend. Der Szerhenyi Landesbund eröffnete ein Dorfseminar für _ Universitätshörer, Der Zweck diese« Semmars ist der, die ungarische Jugend mit den wirtschaftU-chen und kulturellen Fragen des ungarischen Dorfes bekanntzumachen. Auf diese Weise soll die studierende Jugend für alle Fragen des Dorfes interessiert werden, um mit dem erworbenen Wissen den Bewohnern dee Dorfes zu dienen. o. Musterdörfer in Bulgarien, Das bulgarische Landwirtschiiftsmlnisterlura hat einen Plan ausgearbeitet, nach dem in jedem Landkreis ein Dorf zum Musterdorf bestimmt wird. Das Musterdorf muß folgende Bedingungen erfüllen: 1. müssen in ihm alle für den Kreis typischen Wirtschaftsarten betrieben werden, 2. muß es möglichst in der Mitte des Kred-ses liegen und verkehrsmäßig sowohl für alle Bewohner des Kreises als auch für die Behörden leicht erreichbar sein. Zunächst sollen drei Höfe eines solchen Dorfes zu Musterbetrieben bestimmt urtd großzügig ausgebaut werden, wobei man bestrebt sein wird, die Ertragsfähigkeit des Bodens zu steigern und den Lebensstandard der Arbeiter durch Verbesserung der Wohnräume und andere soziale Maßnahmen zu erhöhen. Alljährlich wird dann der Kreis der Musterwirtschaften um dred Höfe erweitert, bis alle'Betriebe des Dorfes erfaßt sind. Das Musterdorf soll den übrigen Dörfern des Kreises als Vorbild dienenl o. Neuer bulgarischer Pressechef. Zum Nachfolger des als Gesandten nach Stockholm versetzten bisherigen bulgarischen Pressedlrektors Dr. Nikolajeff wurde durch königliches Dekret unter Ernennung zum Gesandten der bisherige Generalsekretär im Ministerrat, Georgij Serafimoff, ernannt. Der neue Pressedirektor ist jetzt 52 Jahre alt. Er ist in Deutschland aufgewachsen und beherrscht die deutsche Sprache vollkommen. Er hat an den Universitäten in Nancy und Leyden Finanzwissenschaft und Völkerrecht studiert und anschliessend am Weltkrieg teilgenommen. Von 1938 bis 1940 hat er schon einmal das Amt eines Pressedlrektors ausgeübt, nachdem er vorher bulgarischer Generalkonsul In Rotterdam und Sekretär der bulgarischen Gesandtschaft im Haag war. Anfang 1940 wurde er zum Generalsekretär des Ministerrats ernannt. Zeichnung: Lehnert/Dchncn-Diciut Erdbeerenanbau im Unterland Vorsicht beim Pflanzenkauf — Richtige Pflanzung und Düngung Handballtref^en in C'lli Kommenden SonntajJ wird es wieder zu cinrm interessanten Mandballwettspiel /wischen den beiden besten Detriebssport-(Jcmcinscliaften der Slfiermnrk kommen. Iis spielt die BSG Wessen (ie({en die BSG Hohler Kapfcnberß. Böhlcr zählt zu den leslen sieirischen Mannschaften und hat jjpßcn I.poben nur mit einem Tor Differenz im Entscheiduniisspiel in der Gruppe Nord verloren. Die BSG Westen will diesmal ihre Mannschaft stark mit Nachwuchsspielern durchsetzen. Das Spiel findet um 10,30 Uhr auf dem lietricbssportplalz Westen slatt, Boxabend fn Trifail Am letzten Sanistaß vfranstaliete die Abt. B oxcn der SG Trifail eine Boxver-anstallunij, die einige schöne Kämpfe zeiiicn, auch jjleich auf Wanauschek können wir als den Trifailer Zukunfts-hoxer bezeichnen, denn trotz seiner Jugend dürfte er in der L'nterstciermark keinen Geyner finden, der ihm gewachsen wäre. Zu crwithnen wäre noch das Treffen Dulinar Ki.-fion Korbar. Siefjer nach Punkten wurde Dolinar, Er hatte sich aber in den er'^ten beiden Runden derart vcrau.er •l.*) Jahre) belegte Gefr Eckardt in 1:01:2? dpn ersten Platz. : Der Berliner Herbert Nflrnherg he-lipgte in d^er Stettiner Zentralhalle den früheren we^tnretißischen Mlttelqe-wirhtsnr>e'ster Plegge (Pütnitz) leicht nach Piinkten. ; Die Kriegsmeisterschaften der Ringer im freien Stil sind im Bantam-, Leicht- imd Mittelgewicht für den 22 und 21 Mal nach Zella-Mehlis und im Prder-, Wdltet-, Halbschwer- iind Srhweraewicht für den 29. und 30. Mai nach Augsburg ansgeflchripben. : Reglerungsdirektor Arno Breitmeyer hat bis zur Berufung des Nachfolgers des verstorbenen ReichsspDilführers die Geschäfte übernommen. darf nicht verwendet werden. Belm Belegen der Erdbeerpflanzungen ist darauf zu achten, daß der Mist zwischen den Pflanzen verteilt wird und nicht auf dieselben. Sobald sich im Frühjahr der Boden bearbeiten läßt, wird der strohige Dünger mit Holzharken zusammengeholt und anderweitig verbraucht, der kurze, liegenbleibende Dünger wird nun mit der Hacke oder, falls vorhanden, mit dem Kultivator gut eingearbeitet. Sowie die ersten Unkräuter sich in den Erdbeer-relhen zeigen, sind dieselben sofort durch Hackarbelt zu entfernen. Versäumt man den rechten Augenblick, wächst sich das Unkraut zu einer Last aus, die man nicht wieder los wird solange die Pflanzung besteht, und oft so um sich greift, daß die Pflanzung infolge der ersten Vernachlässigung tatsächlich im Unkraut erstickt und zugrunde geht. Ist die Pflanzung gereinigt, so gibt man bei Neupflanzungen am besten vor der Blflteentfaltung eine Kopfdüngung mit Nitrophoskal J. G. 2—3 kg auf 100 gm. Dieser Dünger ist in den Reihen auszustreuen und wird leicht eingehackt. Sowie sich ein grüner Schimmer in der Pflanzung zeigt, ist diese sofort wieder durchzuhacken. Es ist dringend nötig, daß die Pflanzung bis zum Fruchtansatz mit der Hacke oder dem Kultivator angerührt wird, denn gerade ausgangs Mai bis Ende Juni haben wir sehr häufig große Trockenperloden, die, wo nicht gewässert werden kann, durch dauerndes Kultivieren ohne großen Schaden in der Pflanztmg überwunden werden. Gerade ruhende Anlagen gehen des öf- teren Infolge der Trockemheit «Infach zugrunde oder der Fruchtansatz verkümmert und man bat dann keine Ernte. Im ersten Jahr darf man an einer Jungpflanzung keine Ranken aufkommen lassen, da die Ernährung der Pflanzen den Mutterstücken zuviel Kraft kostet, welche sie im ersten Jahr zur eigenen, kräftigen Entwicklung dringend benötigen. Nur im äußersten Notfall, wenn man Pflanzen zum Ausfüllen von Lücken benötigt, kann man einige Ranken entwickeln lassen. Unter die sich entwickelnden Früchte .legt man Holzwolle und zwar diejenige Nr. 5. Auf 900 qm = H benötigt man ca. 100 kg derselben. Die Holzwolle kann nach beendeter Ernte, gewaschen und an der Sonne abgetrocknet, zu nächstjährigem und mehrmaligem Gebrauche aufbewahrt werden, sofern es nicht vorzuziehen ist, diese Infolge anhaftender Erdbeerschädlinge (Milben) zu vernichten Nach Beendigung der Ernte muß zur Kräftigung der abgetragenen Pflanzen nochmals Nitrophoska J. G. gestreut und eingehackt werden (Siehe Düngung), da die Erdbeeren an den Nährstoiffvorrat des Bodens große Anforderungen stellen. Zn bedenken ist dabei noch, daß die Blütenbildung stets im Laufe des Sommers stattfindet. Durch diese Düngung können sich die Pflanzen bis zum Herbst kräftigen und möglichst viele Blfltenknospen veranlagen. In einem abschließenden Aufsatz wird die Uberwinterung der Erdbeerpflanzen und die richtige Sortenwahl bebandelt werden. H. Plock, Gau-Obstbau-Oberlnspektor Verfehlte Weinspekulation Eine total verleblte Weiuspekulation machte eüa Grazer Weinhändier. Er halte viele Reiiektdnten auf Wem, aber keinen Wein. Er begab sich nun ins Unterland, um Wein aulzutreiben. Richtig trat er auf der Straße einen Wcinproduzen-ten, der seinen Keller mit Wein gefüllt hat Noch auf der Stralie wurde em Kauf von 3000 Liter Wein »ungescbaut und ungckostet« abgeschlossen. Als Kaufpreis wurde 1,80 kM pro Liter varein-bart und der Kaufpreis auch pronpt an den Lieferanten ausbezahlt. Aber der Grazer hatte keinen Bezugschein für Wein. Er versprach aber hoch und teuer, daß er diesen bestimmt einsenden werde. Der gekaufte Wein kam nach Graz und wurde in den Keller gebracht. Als nun ein Organ der Kellereiinspektion kam und eine Weinkontrolle vornahm, stellte dieser bei der Kontrolle fest, daß der zum Verkauf gestellte Wein ein verwässerter Hebrydenwein war. Das hatte zur Folge, daß sich der Weinhändler im Grazer Amtsgericht wegen des Vergehens gegen das Weingesetz verantworten mußte. Es stellte sich heraus, daß der Preis für Hebrydenwein ein viel zu hoher war und selbst den eines mittleren Edel-weines überschritten hätte. Es konnte aber nicht ermittelt werden, wo der Wein verwässert worden war, ob beim Verkäufer oder Käufer. Das Urteil lautete gegen den Angeklagten, der in so unglaublich fahrläßiger Weise einen Weinhandel getätigt hatte, auf 500 RM Geldstrafe. Außerdem wtirde der beschlagnahmte Wein für verfallen erklärt. X Abschluß der slowaklsch-ongarl-schen Wirtschaftsverhandlungen. Die slowakisch-ungarischen WirtschaftÄver-handlungen, die seit mehreren Wochen In Preliburg geführt wurden, fanden dieser Tage mit der Unterzeichnung eines Abkommens ihren Abschluß. Durch das Abkommen wurden der Warenaustausch, der eine Ausweitung erfahren hat, und der Zahlungsverkehr für ein weiteres Jahr geregelt. X Wachsende Arbeitslosigkeit in der Schweiz, Nach einer Mitteilung der sozialdemokratischen Schweizer Zeltung »Volksrecht« erscheine es fast gewiß daß bald mit steigender Arbeitslosigkeit in der Schweiz zu rechnen sei. Wie die Zeltung mitteilt, wurde in einer Kugellagerwerk-Fabrik plötzlich 300 Arbeitern gekündigt, Ihre Entlassung soll in drei Raten erfolgen. Eine Meßinstnimenten-fabrik habe ,'iO Mann die Kündigung in Aussicht gestellt, und eine Fabrik elektrischer Apparate hat ebenfalls 50 Arbeitern gekündigt. Diese Meldung des Blattes findet überall In der Schweiz lebhafte Beachtung, obgleich man sich klar darüber ist, daß die Veröffentlichung auch wahlagitatorische Gründe hat Das M&sten der Kle^ntfere viele Volksgenossen beschäftigen lieh heute nebenbei mit der Kleintierzucht, um dann und wann eine willkommene Sonderration für die Bratpfanne oder den Kochtopf zu gewinnen.' Solange diese Tiere wirklich nur mit Abfällen gemästet werden, ist nichts dagegen einzuwenden. Anders ist es aber, wenn diese Kleintiere anderen Tieren und vielleicht den Menschen unmittelbar die Nahrung wegfressen. In der »NS-Lond-p08t€, dem Hauptblatt des Reichsnährstandes, wird auf diese andere Seite des Sonderbratens eindringlich hingewiesen. Dem einzelnen mögen die von ihm für seine Kleintiere beanspruchte Menge bedeutungslos erscheinen. Erst wenn man diese Mengen mit der Vielzahl derer multipliziert, die sämtlich jeweils »nur ein paar Pfund« Futter zusätzlich verbrauchen, dann ergebe sich, welche Folgen die markenfreien Sonderbraten in ihrer Summe zeitigen. Schon immer habe es in den Städten Kleintierzüchter gegeben, die sich bemühten, Futterquellen auszuwerten, deren Nutzung sonst schwierig gewesen wäre. Anders sei es dagegen bei zugekauftem Futter. Zehntausende von Schweinen könnten hiervon für den Markt aufgezogen werden. Wer diesen Schweinen um eines Sonderbralens willen das Futter entziehe, kürze der Volksgemeinschaft die Pleischration, Hunderttausende von Hühnern und sonstigem Geflügel, von Kaninchen und anderen Kleintieren würden gegenwärtig über den Friedensstand hinaus gehalten. Hunderttausend Hühner verbrauchten allein an Kömerfutter so viel, daß hierfür in der Schweineproduktion für durchschnittlich ungefähr f500 000 Met>-schen eine ganze Wochenration an Fleisch zur Verfügung gestellt werden könnte. Hunderttausend Gänse kosteten sogar ungefähr 1,8 Millionen volle Wochenrationen an Fleisch. Solche Sonderbraten kämen der Volksgemeinschaft sehr teuer zu stehen. Was für das Geflügel gelte, gelte auch für die Kaninchen, in deren Mägen nur Abfälle wandern dürften, die sonst wirklich verloren gehen würden, aber nicht bedenkenlos zentnerweise Kartoffeln, Rüben und Gemüse aller Art für die menschliche Ernährung. Nicht nur für die Kleintierhaltung in der Stadt, sondern erst recht für das Land seien diese Ausführungen von Bedeutung. Erzlhlte Kleinigkeiten Otto Erich Hartleben erhielt nach dem großen Erfolg seines »Rosenmontag« vom Direktor des Lessingtheaters ©inen Vertrag vorgelegt, nachdom er sich verpflichten sollt«, alle künftigen Stücke zuerst dem genaruiten Theater anzubieten. Dafür wurde ihm ein festes Jahresgehalt von beträchtlicher Höhe zugesichert Hartleben sagte sofort zu. Abends feiert« er das frohe Ereignis im Kreise seiner Freunde, bed welcher Gelegenheit er sagte: »NocJi e^nen solchen Vertrag, und ich rühre keine Fedttr mehr anlf MARBURGER ZEITUNG Freitüg, 16. April * Nr. 106 ♦ Seite 5 'Dies tiest die J{ausjrau Fisch einmal anders Gebackene Fisch-Schüsiel Aus Suppengemüse bereiten wir eine kräftige Btähe, kochcn daiin sachte den Fisch gar, heben Ilm heraus, befreien ihn von Haut und Grälen, gieüen die Brühe durch ein Sieb, dicken sie mit einer hellen Einbrenne, würzen mit etwas Zitronensaft oder Essig und fügen eine Handvoll gewit'gtei frischer oder geriebener trockner Kräuter bei. Nun schichten wir in eine BackschÜEsel geschnittene, gekochte Kartoffeln und Fisch, übergießen das Ganze mit der Tunke, reihen ein wenig alten Käse darüber, tun ein paar Fett-flöckchen darauf, streuen einige Prisen Paprika darüber und backen die Schüssel bis zur leichten Bränne. Dazu reichen wir einen frischen Salat, Mixed Picklos oder eingemachte Rote Rüben. riscbwürste Gekochter Fisch, es können auch Reste sein, wird gehackt. Dann bereitet man einen Teig wie zu Kartoffelklößen, rollt ihn fingerdick aus, schneidet ihn in handgroße Rechtecke, legt auf jedes Rechteck eine längliche Fülle von Fisch, rollt den Teig zu Würstchen zusammen, die man mit flüssigem Fett bepinselt, mit Bröseln bestreut und mit Käse uoeireibt. Nuu legt man diese Würstchen auf ein Bdckblech und backt sie schön braun Dazu schmeckt besonders gut bayiisch Kräut uuer emyb-niachte Gurken. Aus aller Welt a. Das Land ohnd Reptilien. Neufundland weist unter den Tieren, die au, der Insel vorkommen, keinerlei Repti lien auf. Man hat dort noch niemals we der einen Frosch no^lT eine Schlange eine Eidechse ody ein anderes Tier die ser Gattung gesenen a. Eine Gans unterbrach den Filmabend. Der von der Landbevölkerung stets mit Spannung erwartete Filmabend der Gaufilmstelle wurde diesmal der Einwohnerschaft von Bremke, einem Dorf im Göttinger Landkreis, durch einen Martinsvogel jäh vorenthalten. Üei übervolle Saal war mit innerer Anteil nähme dem Geschehen der Wnchen-schflu gefolgt, als plötzlich alles im Pinstem saR. Eine Gnns die sich nm Tag verlaufen hatte, setzte erst in der Jämmeiung zum Rückt lug in den heimatlichen Stall an, flog dabei in das Ortsnetz der elektrischen Leitung und ■mleiband damit die Stromzufuhr für Hen ganzen Ort der erst am Mittag dar-luf wieder Strom und Licht hatte A. Der Segen de« Lama. Im religiösen Kult der Tibetaner ist der Segen, den der Große Lama seinen Gläubigen erteilt, nach ihrer sozialen Stellung abgestuft, Hochgestellten Persönlichkeiien legt er dabei beide Hände auf das Haupt, wenn der Gläubige nur einen millleren Posten bekleidet, eine Hand, anderen wieder nur zwei oder einen Finger. Die breite Volksmasse empfängt rtnn lamaistisrhen Segen, indem eine Anzahl farbi(fpr Bänder, die an einem klei-ncn Stöbe befestigt Stnd, an ihren ge-noigten Häuptern hinstreicht. a Die Unsterblichkeit. Der Dichter Rudolf Blnding bekam einmal von seinem Verleger das »Angebot« eines amerikanischen Verlagsuntemehmens zur Finsicht zugesctndt. Darin hieß es: »Mit Interesse haben wir gesehen, daß in Ibirm Verlage das Werk »Unsterblichkeit« erscheint und fragen hierdurch höflichst an, zu welchen Bedingungen Sie uns den Vertrieb dieses Buches in den englischsprechenden Ländern überlassen würden. Wir können dem Buchc einen ausgezeichneten Erfolg zusagen da wir gerade mit einem ähnlichen Schlager (»In sechs Wochen 15 Jahre jünger«) höchste Ab&atzziffern erreichten.« a. »Ehrengärten« tür Kriegsteilnehmer. Die Stadt Stuttgait bat beschlossen, Gartengelände lür Kriegsteilufchrner, die sich besonders vor dem Feind aus jezeichnet odei eiue schwere Verwundung erlitten bezw. eine schwere Er krankung im Dienst sich zugezogen haben, zur Verfügung zu stellen. Vorgesehen sind zunächst 75 »bhreugärten mit einer Flache von je 4 Ar. Die Konten für Anlegung, Bepflanzung, Einrichtung werden von der Stadt getra-len, auch die Tilgung der Reichsdar'' eben übernimmt die Stadl. a. Lemberg wird eine Blumenstadt. Trotz aller Einspannung für den Krieg, wie sie auch im GMieralgouvcrnemcnt das Gesetz des Tages ist, wird die Pflege des äußeren Stadtbildes nicht vernachlässigt. So werden in de! Mauptstadt des Distrikts Ciulizien, Lemberg, in diesen Tagen 100 000 Stiefmütterchen ausgepflanxt. Aber auch für die weiteren Monate der yfarmen Jahres zeit stehen Aberzehntau»ende von Bln-men auf dem »Anbauprogramm«, 5000 Rosen werden aus Krakau bezogen, während Knollengewächte und Blumensamen aus Gotha eingeführt werden. a. Tod Im Moor. In einem Moor bei Gndevang (Nord Seeland) Dänemark, kamen zwei Knaben um. Alt die Ver-m ßten gefunden wurden, zeigte e« »ich, daß der ältere, zehnjährige Knabe, vergeblich versucht hatte, seinen acht)Ährl-gen Kameraden zu retten and tchliefilich zusammen mit diesem ertrunken war. Wir hören im Rundfunk FralUi, lA. ReichiRcnd«!) 12.35—13 4S; Dar Beriebt nr Ltjt*- Zcilt«n<>Mitchc and Kam- rrerminik, 16-17! Konrcrlante Kitirii|tlinniUD|| ite« la-«tAndlgpn ArliclUami«!! eingeholt vorrisn. Wohmingtlautck Tausche Sparherdzimmer und Kabinett gegen Zimmer nnd Küche Adr. Verw. 361-9 MARBURG-DRAU Haut* 16, 18,30, 20.4S Ubr Der Seniorchei Htt Ott« Wenilck«, Boll Weih. Karla Htnbol«!. Mitten aua dem Lebon gegriffen iet dleiw Pllm — bunt und porketi'l wie da« Leben iclbttl Ptr Jugendllrha atrlil lugelaiMnl EULTUKPlLM-SONDERVORSTULLUNaBNl Sütintag Tonnlt^ tO Uhr, Montag, DiMfltaf aMd Mlttwfch 13 45 Wir; Der Bleni Ton .Telvaa — Marokkaalacka Romu*. Pttr Jugendllrha ingelaaaenl ESPLARIAOE Heilte 1« la.Sb, M M ITii Femiut IrilanllBhranf Liebe, Lcidcnschaft nnd Leid Sla Prag-Film mit Karin lUrdt, Hilde Seiiak, Margit Symo, Waldemar Leltgeb, Bichard HluOlai, Joaat Slflbar, Margaratv Haagan Pfl« Jugundllclie nlciit augalaaaaal Lichtspiele KaJcHcnicliulc Reg. C III 36 .38 ♦ AnderuntJen bcJ einer Finna hn Register wurde am 14. April 19-43 bei det Firma Marburger Verlags- und Druckerei-Gesellschaft mit beschränk- [2618, Marburg-Drdu ter Haftung, Sitz: Marburg a. d. Drau, folgende Änderung eingetragen; Mit Beschluß der außerordentlichen Gesell- LehrmSdrhen, deutsrhsprerh.,'^^'^^ftnes Sparherdzlmmer in der ülmbeerstrünchcr schwarze Ri- ür Gcmischtw ircnhanriluna per '^^'ärvikstraße 9-1 mit Sparherd-blselsträucher, E^dbeerpflanzen! sofort gesucht. Kost und Woh- ^'mmer in der Stadt oder (Pröbstlinge) zu verkaufen, so-, """3 Unuse. Anträge unter tauschen gesucht, lange Vorrat reicht. »Südobst«,!"n die Verw. der Marburg-Drau, Rudolf-Pnff- ^-*1 Marburg-Drau. 3.55-fi mj Gasse 12, Fernruf 2043. Siin-'T—7,. 77------lun«e - Verluste ___r";!); _________________ i'7 altere, erfahrene Cemtlse- m ■ ——i» mosterei Cilli. Buchensiraßo 17, i« u- i c . . ■ j «■ .»it. i.* i Fernruf 350 172-3 Sdlatenn wird Eine Mappe mit Lebensmlttel- __________ .qosucht Antiage an Re-itaurant karten, lautend auf den Namen Ein Kraftwagen, »Steyr ,^0*, um »Burgkeller«, Marburg-Drau. Toplak, und ein Geldbetrag in 1500 RM zu verkaufpn. Anträ-i _______307-6 Pettau in der Bismarckstraße ge unter »Sofort, an die Ver-'yphrünge und Lcbrmil'lfhfMi Sanist^g abends verloren, waltung. 352-3 ,,..,Hpn.bei der Firma Karbeutz,: Abzugeben gegen Belohnung in -iCdm-mdSrhrnid-Gasse fl, Mar-if"^ Zu katsSen ei ung« ic »chafterversammlung vom 15. .lanuar 1943 wurde das Stamm- j 'enffe»uc!)e kapital durch Übernahme einer"Stammeinlage um 37 500 RM Kisten in allen Größen kauft Friseurin wird sofort auf- VerscIoieJeiiei laufend Firma Karbeiitz, (leiiüiumen. Sjlon Drlewitsch,, 331-4 \rtur-Mdlly-Gdsse 30, Marburg-i neuen Liegewagen Prnu, 318-6 guten Sitzwagen. Anschr. I ---------j in der Verw. d. »M, Z.«, Mar- wird sofort burg-Drau. 363-14 n'^lsrher-I ehrling aufqnnommon. K"st und Woh- erhöht. Das Stammkapital beträgt nunmehr: RM 100 000.—. Ökonomie-Verwalter mit land-inung in Hause. Kor^rad P!au Außer dieser Eintragung wird noch bekanntgemacht: Die neue I vsrirt. Lehranstalt, 37icihi Pra-' Keiner, Fleischhauorei, Wurst-Stammeinlage ist zur Gänze eingezahlt./ I 202 ' Gericht Marburg, Abt. 9, am 14. April 1943. 194-6 Vom 1«. blt II. April Qnax, der Bmchpflot POr JagRndllcbe ingelaMenl Lichispiele Brunndorl PreitAg um 20 Uhr, Samstag um II «ud 30.30 übt, SonntAg um 15, 16 und 20.30 Uhr So ein Früchtcheo M&irtiraTorstellung: SthueBWillchen ud ila riaksa Zwerglein Samstag um IS M Uhr, Sonntag om U Uhr Gaukrankenh^us Marbur^/Drau Krankenbesuche In Gaiikrankenhaus Marbnr^ Drau sind bis auf weiteres nur dreimal wöchentlich gestattet, und zwar; Mittwoch, Freitag nnd Sonntag In der Zelt von 12—15 Uhr. — Kindern nnter 12 Jahren ist der Besuch untersagt. IB? xis auf Gioßbctrieboii. versieit waren-Frzeugung, Cilli. im Acker-, Obst- n. Weinbau,i~----------------------- Viehzucht und Hnndrlspflin- ^^'»"t'uhen für die Tennisplätze zenbau, derzeit in Stellung,^f'or L.mgerqasse werden aufsucht ab sofort seine jetzige nrtKnnnien Anmeldung beim Stellung zu wechseln. Gcfl, Zu- Platzmeister in der Lanner-Schriften unter »tlkoncimip 2:1 an die Verw. d. Bl. 27U-5 Standet den SMdr.ten d'e »Marburf^er Zeitung« an die Front Burg-Liclitfspiele Cilli Sarbtenleldentrafla Vom II.—II. April lAqhcb um 18 nnd ,20.11 tJkr, Sonntag utu 15, iO, 18 un:l 20.15 Uhr Der ahnungslose En]{el ■tt Lazia iingllicli, Jue Slörkcl, Brlha GIMsaf Pfir Jugcndlkb« nlrht lugrUiianl IMetropol-Lgc8iij»piete Cilli_ bcgtnnenbm 6nv^2 ü.€Tkdliun9en Vom I«. bis 12. April Weiße Wäsche Carla Bad, GOnIbar LMetit Harald Panlien Helmke Pllr Jugendliche nicht rngelaaienl tichitpiePe F«tiingew Preltag, 16. April, S^mvldg, 17 April om II.M, Sanalag, 19. April um 16,30 u. 19.30, Montag um 19.30 Uhr ZA2AH LEANDER WILLY BIKGEL Der Blaafnchs Nnrh dem Bütmen;Hi, Elterni Jotel, Sophia, PhlllpplM, Ida, Prani und Mermlna, Geschwister, nnd all« fibrigeo Verwandten. Die Iphrerlnnenhllrtongsanstall Marburg'Dra« ▼ertlert In Olga Bnbltsrh eines Ihres besten Jungen MJIdel. 551a wird stets In unser allut GcdAcblnii bleiben. 30) Dt. Kari SchektltM* % m ij Danksagung lig« nns anlfißllrh des allzufrühen Hinscheinana unsarea geliebten Gatten, Vatera, Sohnes usw., des H«rm Wllhal« Podllpalh, tuteil wurden, sowie fQr die Tlelan Krant- und Blumen-spenden, für das ehrende Gelelte dnr Wehrmannschnft dnt St H B. aus Lorenzen a. B. und allen anderen liehen Teilnehmern zur letzten RuhestAtta sagen wir hier unseren liolgnlühltm Dank. 3A4 Lorcniaa a. B., Marburg-Drau, dea tS, AprtI 1949. Me traa«tBdM HtalerbllebeaM. du Seite 6 ♦ Nr. 106 ♦ Freitag. 16. April MARBURGER ZEITUNG Auliiiilima; Slelleri-LiLhlbild Grdz Splelleftcr Stelgerwa!rt und Kani<»rainann Buzek bei den ersten Auf- nahmen ZTttii Rostüyerfilni in der Lancleshibllothek des Joanneums Grazer Musik Symphoiiickonzerl des Städtischen Orchcstcrs — Dirifjent Komanus Hubertus Die klassische - P'oqriimmfolye der Syinphoniekon/.eito Ginmai inil einem AHend zu untorbrochrn, dessen [Darbietungen nur dem Gcgenwaitschaffen ent-luiiuuiuu wuluoii, v\ui eine vciuieiiiu-volle Tat von üpfnuiiel Ronionus llu-fterlus. Denn das Recht dlier Schaflen-den der Gegenwart, gehört zu weiden, biidarf immer wiecini nines einsdtzberei-ton Vorkämpfers, v/eil tuchls so schwer äusÄurotten ist, wio die liebe Ciewohn-hoit, alles Neue voreist einmal ah^u lohnen. Diese Ablehnung darf man Vülil auch bei nlUn denen voraussetzen, die nicht gckummen Wtireni denn im Gegensatz zu den sonst iiberluü-ten Sülen gab es diesmal noch leere Plätze, was nein Erfolg des Abends je cluih keinen Eintug tat, Es wurde qonz vorraigUch musiziert Das Stadlischu ürchLibler war in beste Turm und Romanui; Hubertus hatte eine wolilabgewogene VViihl geliolfen. Em \Vieiior, Kuberl V. deiner, ((jeljorui 1915), Schuicr von Jubujiii Maix und iTtUi/ Schmidt, den Giaiern dls üpern- uiul Kunzerldingent iibc^i au< h als Schöplei ic!:ii.iiiiiiqer Ur< hi:slei- und Ktiiu.ueiiau sikwerke laii'jst \>MLriiut, nidihte den Aniiing. Seine duith Kabasla im Vot-jah.' /u Müncben uraulgeiührte loccato lur üicheslLM spr^it li uU'. h m Graz so gicich staik an. bin guiüaLes leaipeia-ment bedient sicli aiiei orchestraleji Mittel um in etuein dreisätzigen Kleui-fornirit dennoch zur vollen symphoni-schi'ii Wirkung m gelangen. Hubertus wuüte mit schöner musikalischer Geste allen Einzelheiten des Werkes gerecht 7u v/erdt'.n. Auch im architektonischen Alb.m der Toccdi t, dcien tugierte Dehnung Wagner hoiiiAt reizvoll durcb-iu-fuhren weiß, zeigte sich der Dirigent alb forniplastischer Gesfaitei, dcason Stab luhTiing das Cmhesler zu Huchstlei stuugcn mitriß. Mit Manuel de Fnila (neb 187G) des son »Nachte in spanischen Gärten« als symphonibche Impression für Klavie! und Orchester geboten wurden, rückte eine der interessantesten Musikpersön lirhkeiten der Gegenwart ins Blickfeld Der Tigerzauber Von Alexander Keller Die siamesische Rcgierunj; scliricb vor etlichen Jahren den Bau einer Straße aus, die die Städte Banj{-Tahan in Slam und Tenasscrim in Unter-Burma verbinden sollte. Es meldete sich aber kein Bewerber, denn diese Stiaßc sollte durch den schrecklichen Urwild führen, durch ein Sumpff^cbiet, in dem Schlangen und Tißer die Herrscher waren und über dem tagaus, ta^ein scliwere, tJelbe Fiebernebel brüteten, Aus der Nacht des Urwalds leuchteten tjeheimnisvülle Orchideen und aus seiner unclurchdrin^llichcn Tiefe kam der klaffende Schrei des TodcFVoiJcIs Dewa. Ein Jahr, naclidtm der Bau ausijeschrie-t»en worden war, bewarb sich der In(Jc-nirur John Goodall und die Regierunfj nahm sein unerwartetes Angebot mit Freuden an, umsoniehr, als er sich mit 65 000 Pfund (statt der 85.000 rorgeschenen) begnü^^te und keinerlei Ansprüche wejjen Verpfleijuml und f^i-Mstcllunji von Arbeils-kräften stellte. Es war einigen älteren Beamten wohl bclcannt, daß John Goodall — ein au.sjezeichneter Ingenieur — bei den Einjieborcnen cinitjer Stämme den Bjinamcn -Per vcrrücktc, weiße Teufel« fülirte, sie maßen dem aber keinerlei Be-deulunß bei. Bei d^fr Abfassung des Vertrages unterlief ein Irrtum — das Recht Goodills, im Nolfuil Arbt'iler von den rachstliejjTHen Dörfern, natürlich ßejjen cntsprrcbend« Be7.3f>lU|n(i, zu vetl.initen war nicht j{enau festjiesetzt worden und Go«<1all nützte diesen Irrtum aus. Wie verubredel, sollte er jedem Arbeiter Je dos Abends. De Falla schreibt seinen eigenen, spajiischcn Stil, ein von düstei glühenden Faiben gesättigtes, melodisches Klangbild erfährt eme orchestrale Auscli.'uiung substilster Art. Wie de FaIIa die verschiedenen Instrumentengruppen heranzieht, und vor allem wie er die nur als Orchesterfarbe mitschwingende Tonlinie des Klaviers einsetzt, das gibt dem Vverk einen exotischen von südlicher Warme durchpulsten Klang. Helmuth Roloff (Berlin) wiif^te sich dem impressionistischen Stil de Fallas mit delikater Eintühlung vollendet anzupassen. Ein Rondino glocoso nennt dw 1905 geborene Niedordonauer Theodor Borger sein kleines, ungemein wendiges Orcheslerstück, depsen rnsche Konzert-saalbeliebtheit durchaus verständlich wird, wenn man es nur einmal gehört hat "=;chp1niTr.i vr"-pi.!iHIl sich hier zu launigen Weltlauf, der SLhiK'Jiich wie m eiiiei Uinafitiuny en Hot. Ein Werkchen, das wiederholt werden mußte und dem Orchester ebensoviel Ehre machte wie defti Dirigenten. ZüKan Kodaly, (geb. Iü82), der be-luhuue ungarische tvomponist, kam mit seinen Vaiiationen über ein uagari-schi's Volkslied »Ein Plau ist aulgello-gcti zu Wort Schweimut der Seele und der Landschaft findet in diesem sehr volkstümlich getönten Musik-ilück, dem der Komponist durch drastische Mittel, wie den schreienden Pfau, noch manche Lichter aufzusetzen weiß, klingenden Ausdruck. So entsteht eine musik.ilische Impression, von starker, eigenartiger Stimmung und ele-'nentarer Sprache. Dem Dirigenten war hi^r eine dankbare Aufgabe geboten, die er mit musikantischem Draufgän-rjertum löste, wobei vor allem die feine Schattierung in dynamischer Hinsicht beste Wirkung tat. Der Abend schloß mit einem Beifallsrogen für Romanus I-Iuhertus und sein mit Hingabe musizierendes Orchester. Kurt Hildebrand Matzak Des Waldbaaernbuben Handschriften Ein Film »Peter Rosefjgers Wald isimat« wird ({edreht Um einen Teil von Wesen und Werk unseres Peter Rosegger, der ja licherlicb schon im ganzen deutschen Sprachgebiet zu den »Großent der Literatur zählt, auch einmal bildlich für alle Schichten des Volkes verständlich zu machen, hat sich die Kulturfilm-Abteilung der Wien-Film-AG in Zusammenarbeit mit dem Gaupropagandaamt Steiermark entschlossen, einen eigenen Kulturfilm zu drehen, in dessen Mittelpunkt die Waldheimat Roseggers stehen soll. Für diese vielfältige und auch schwierige Aufgabe ist Peter Steigerwald, der Spielleiter und Autor des Drehbuches, gerade der richtige Mann. Hat er doch schon in einer Reihe von Kulturfilmen aus alpiner Umwelt seine praktischen und künstlerischen Erfahrungen gesammelt, sodaB ihm die Besonderheiten bei seiner Arbeit weilei keine Schwierigkeiten bereiten worden Am Dienstag ist nun Herr Stefgerwald mit seinem Arbeitsstab, an deren Spitze der Kameramann J Buzek steht, In Graz einqetroffen und hat sogleich mit interessanten »Innenaufnahmen« in der Lan-desbibliolhok des Joanneums begonnen. Dabei handelt es sich um die heiklen Aufnahmen von Bildern und Handschriften. die aus dem Besitz des Joanneums oder ans der kostbaren Privatsammlung Dr, Ofto Jandns stammen. Unser Kniturfilm kann Muf seiner 400-Meter-LSnge nicht Roseggers Leben im allgemeinen wiedergeben. Der Ausschnitt, den er brinrien wird, ist allein der Jugend des grof^^n Mundartdichters ffewidmet, seinen Kindheits- und Lehr-jnhren, also hauptsächlich der Zeit dps wnnderfrohen, wissensdurftigen, phiinta-siereichen Wa'dbaue''nbuhen, fOr den jede Kleiniokeit ynm köstlichen Erlebnis wurde. Darum werden nun Hie alten, trauten Handschriften und frühen Hand-7eichnunffen des Waldliauembiihen »gefilmt«. So seine erst-^n, handgeschriebenen Kalender, seine Tagebücher mit d'^n vielen, fiirb'gen, naiv-lebendigen Tllu-strationen, aber auch seine größeren Landsrha't^gkizzen, die Ansicht seines Vaterhauses, wie es vor genau 100 Jahren aussfih, Bilder vnn St. Kathreln und Klierdach, von d'^r Waldschule und verschiedenen benf)cbbartf»n Anwesen, All dif'se schönen und seltenen, ZTim Teil srhnn recht aboenriffonen Erinne-runnssrhriften erfah^pn jetzt durch Snielleiter Steigerwald ihre bildhafte Verewinung. Doch schon in den nSch-s'en Taqen reist dT Aufn:ihmesfab wieder weifer, um Anfang Mai zu den Außenaufnahmen In die Waldheimat selbst 7T1 kommen und (!ort den Hauptteil des Filmes herzustellen Da wird es noch etn tor^niprb re^ht scb^«*i'^r'nes Problem zu lösen geben) denn in den einsamen Waldbergen gibt e« noch keine Strom-lufuhr, lodaß die bis lu 1400 Kilogramm schweren Aggregate hinaufgeführt werden müssen. Der Kluppeneggerhof ist innen recht dunkel, man benötigt also dort die große »Lichtmaschine«, Immerhin soll der ganze Film voraussichtlich im Laufe des Monats Juni fertig werden und dann seine Uraufführung erleben. Die Musik schreibt Karl PauspertI nach ■teirischen Volksweisen. Mit Spannung können wir also diesem Filmwerk aus unserem engeren kulturel- len Leben entgegensehen. Dr, J. P. Schütz und Dr. O. Janda von der Landesbibliothek, die Bich mit Rat und Tat dem Aufnahmestab im »Joanneum« xur Verfügung gestellt haben, wissen übrigens jetzt schon davon zu berichten, daft im Laufe des Monats Juni eine eigen« Ausstellung von Roseggers Schriften in Graz veranstaltet werden wird, in der auch der reizende »Stammbaum«, den der Waldbauernbub von seiner Famiii« aufstellte, zu sehen sein wird. Dr. Edina Weber Der Klassiker der Chemie Zum 70. Todestage Justus von Liebigs Bereits die Ältesten Kulturvölker der Erde bedienten sich chemischer Wirkun gen bei ihren technischen Arbeiten, ma^ man nun an die Färbeiei denken, an du Herstellung von Heilmittel und Giftei oder an das Backverfahren unter Bei gäbe gärender Treibmittel. Dennoch gab es noch keine chemische Wissenschal in Torgeschichtlicher Zeit, und wo dit ersten Ansätze zu einer solchen auftra ten, blieben sie durchaus im Banne eines mystischen Zauberkultes, wie diet .schon das Wort »Chemie« dartut. »Chemie« nämlich ist ein altägyptisches Wort und bedeutet »dunkel,« schwarz, geheimnisvoll.« ,Und eine ^schwarze Kunst« blieb die »Alchemie«, wie sie arabisch heißt, auch noch über das Mittelalter hinaus. Neuzeitlicher Geist hauchten ihr erst die sich von den »Nekromanten« oder besser »Nigroman-ten« absondernden großen Naturforscher vom Schlage des Bacon und Paracelsus ein, und durch kritisch und experimentell vorgehende Praktiker und Theoretiker wie Scheele, Lavolsier, Berzeliufe, (lay-Lussac wurde die Chemie ein selbständiges Fach der Naturwissenschaften. Der richtige Systematiker aber auf dem Gebiete des chemischen Unterrichtes '.ind der chemischen Forschung erstand erst mit dem »Klassiker der Chemie« und •rst mit dem Manne, den wir Deutsche — und mit uns alle Kulturvölker — als den »Klassiker der Chemie« bezeichnen, Justus Freiherr von Liebig, dessen To-■lestag sich am Ifl. April zum 70. Male jjihrt und dessen Wirken die Grundlage ffir die führende Stellung der deutschen Chemie in der Welt geworden ist. Schon der Knabe zeigte ein manchmal für die Umwelt fast gefährlich werdendes Interesse für die ETperimentiererei mit allerhand SSuren, Athem und Mineralien, und verschiedene tragikomische Vorfälle trieben Ihn ohne Erlangung eines Reifezeugnisses von der Schule und ^ V ^ i ' ..4 ^v+J. «V , * Aulnahmt; RdgimuDd Reimeich, Spiel auf der Frflhiingswies« Ein Kindergarten für Bessarabiendeutsche in WiseH, Kreis Rann Berlin dus semer Lehriingssteile in wsr Apo-heke zu Heppenheim an der Bergstraße. Jennuch wurde Liebig als Student in ionn zugelassen, wo er als Sechzehnjähriger immatrikuliert worden istt iptt-lere Semester verbrachte er in Erlan-/en und Paris, Hier arbeitete «r im La-)oratorium Gay-Lussacs| hier auch ge-ang ihm seine erste selbständige For-icherarbet, und zwar die Knallsäur«. )as Ergebnis erfreute Alexander von fumboldt derart, daß er Liebig an des-'.en Landesvater, den Großherzog von I essen wies, der anno 1824 den erst 21 jährigen Gelehrten als Professor nach Gi«-'ien berief. Dort errichtete Liebig «ine Musteranstalt für den chemischen Ex-perimentalunterricht, die er ein Vierteljahrhundert leitete,, bis ihn ein Ruf nach München holte, wo er — bald schon zum Präsidenten der Bayrischen Akademie der Wissenschaft gewählt — als berühmtester Gelehrter der dortigen Universität bis zu seinem Tode 1873 wirkte. Auch ein Querschnitt nur durch die riduptieislungen Liebigs udhiue «inen all/.u langen Kaum ein, und so muß der ilinweis dui einige Sonderiorschungen des Gelehrten aut dem Gebiete der Zuckerartcn, der Beuzolverbindungen, der Harnsäure hier genügen. Wichtiger auch für den Ausbau der Gesamtwis-»enschaft wurde seine Herausgabe des «Handwörterbuches der reinen und angewandten Chemie« und seine Ausdehnung der chemischen Forschung auf die tierische und pflaonliche Physiologie. Leitete er doch damit zu «inem außerordentlich wichtigen Gebiete über, lur Ernährungs-Wissenschaft! in seinem bahnbrechenden Werke »Die Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikultur und Physiologie« mit seinen Unterteilen >Ernährungsproze8 der Vegetabillen« und »Naturgesetze des Feldbaues« wies er dem Landmanne als dem Nährvater der Menschheit neue Wege. Als Schöpfer der wissenschaftlichen Dün^erlehr« deutete er auf die Gefahr hin daß der unzureichend gedüngte Fruchtboden der Scholle ertragsunfShig werden müsse, wenn Ihm die durch das Wachstum und die Reife entzogenen mineralischen Bestandteile des Bodens nicht sachgemäß zugeführt werden. Diese uni heute selbstverständlich erscheinend« Tatsache Ist erst durch Lfeblg gedank-Mrhes Gemeingut geworden. Welche Bedeutung diese Lehre Liebigs gerade jetzt im Kriege hat, wo die Zufuhr aus nnerschöpten Gebieten der überseel&nder stockt, liegt auf der Hand. -f- GrlTlpaner-DraBia Robert Hohlbaura. Das Stadttheater in Tepliti- Schönau bereitet für den 17. April di« Uraufführung eines neuen Bühnenwer-' kes des sudetendeutschen Dichters Robert Hohlbaum »Gewitter im VonnSn« vor. Das Stück hat eine Episode aus dem Leben Grillparzers zum Vorwurf. 4- Bin« Stlft«r-H«Bdschrlft tOr Der Stadt Linz ist es gelungen, die Originalhandschrift eines Gedichtes vt>n Adalbert Stifter aus dem Wiener Kunsthandel zu erwerben. Die mit 20. Dezember 1864 datierte Handschrift ist ein« Gelegenheitsdichtung, die Stifter zur goldenen Hochzeit der Wiener Eheleut« Friedrich und Therese J&ger verfaßt hat TaiJ einen Tikkal Arbeitslohn zahlen — Goodall zahlte einen Tikkal je Woche und so kam es von altem Anfang an zu schweren Zwistißkciten zwischen dem Ii^enieur und den Einßcborenen, die aber Goodall auf seine Art beilegte — durch rohe Gewalt, Lani^sam kam er so bis zum Bamroe-fluß, dessen Ufer versumpft waren, und konnte nicht weiter, da ihm die nötigen Arbeitskräfte fehlten. Vier Monate hatte Goodall gebraucht, um bis zu diesem Fluß zu kommen und die feuchte Luft, die un-erträjjliche Hitze wie die ununterbrochenen Aufregungen hatten den starken Mann zermürbt. Er war zum Skelett abgemagert, konnte schwer gehen, schlief nicht mehr und in den dunklen, unruhigen Nächten, in denen Tiger sein Lager Dcunruhigten und der Totenvogel ihm ununterbrochen seinen traurigen Ruf in die Ohren schrie — war er abergläubisch geworden. Das schlimmste, was einem weißen Mann im Urwald passieren kann. Am Bamroe angelangt, sandte Goodall eine Botschaft an den Ortsvorsteher des am anderen Ufer gelegenen Ortes Ban-Tun und verlangte von ihm die Beistel-lung von dreißig gesunden, jungen Arbeitern. Zuerst war der Ortsvorsteher geneigt, dem Ansuchen Folge zu leisten, als er aber den Arbeitslohn, den der Ingenieur zu zahlen bereit war, erfuhr, wies er das Ansinnen glatt ab Er sandte sogar einen Boten an Goodall nnd lieO ihm höhnend saifen, er möge sich zum Teufel scheren und seine Straße allein bauen. Zur größten Überraschung aller fertigte der Ingenieur diesen Boten ruhig ab und ließ ihm sojjar — beim Abschicd — einen Fetzen Stoff als Geschenk öberrcichen — später aber rief er den Befehlshaber seiner Wache, den Siamesen Anruddha, und befahl ihm, in der Nacht in vier Booten über den Fluß zu setzen und den Ort zu umzingeln. »Wer fliehen will, wird erschossen«, sagte er. Goodall dachte eine Weile nach. »Ich fahre mit dir.« Dem heißen Tag folgte eine finstere Nacht und im Schutze der Dunkelheit gelang der Plan Goodalls — das Dorf wurde umzingelt, zwei Leute wurden erschossen und im Morgengrauen betrat der Ingenieur die Hütte des Ortsvorstehers. »Ich bin Goodall, der Mann, dem du sagen ließest, er möge seine Straße allein bauen«, sagte er, »und ich gebe dir fünf Minuten Zeit, zu überlegen; willst du mir dreißig Arbeiter ohne Bezahlung stellen, oder willst du hängen.« Der Ortsvorsteher war alt und krank — er fiel vor dem Weißen nieder und versprach, die angeforderten Leute beixu-stellen. Am Nachmittag mußte sich Goodall niederlegen, da ihn heftiges Fieber schüttelte — später ließ er den Ortsvorsteher zu sich kommen und fragte ihn nach den Wegverhätlnissen bis zum Kaolwang-Berg, den man vom FluDe aus tief am Horizont sehen körnte. »Der Wald ist wild,» entgegnete der Ortsvorsteher, »und Schlangen, Elefanten nnd Tiger sind die Herren. Die Könige des Gebietes sind die Tiger — sie erlau-'"•n keinem Fremden, in ihr Reich einzudringen.« Er sah Goodall ernst an, »Du wirst niemals bis zum Koalwang kommen.« Maha Ammat, der Diener Goodalls, beugte sich ra seinem Herrn und flfis-terte ihm etwas lu. Der Wald und das Fieber hatten den Ingenieur schwach gemacht — ein Gesicht wurde bleich und Furcht stand in seinen Augen. Er winkte dem Ortsvorsteher, »Komm n&her,« sagte er leise »nnd sieh mich an. Du weißt mehr als die anderen — antworte — werde ich von Tigern gefressen werden?« Der Eingeborene zuckte die Achseln. Ich weiß es nicht«, entgegnete er, Goodall atmete schwer. »Maha Ammat, mein Diener behauptet, nur der Tigerzauber könne mich retteni,, Ist dai wahr?« Der Ortsvorsteher nickte. »Dann gib mir den Zauber,« flCsterte der Ingenieur, »Dn bist «in weißer Mann,« entgegnete der Ortsvorsteher erstaunt. »Seit wann glauben weiße M&nner an den Zauber?« »Gib mir den Zauber und ich will dich belohnen ,..« Er hob seine Reitpeitsche und seine eingesunkenen Augen funkelten. »Ich will ihn haben,.,« Der Ortsvorsteher verbeugte sich tief. »Du sollst ihn haben,« sagte er ruhig, »denn du bist mein Herr und ich habe dir zu gehorchen.« Die Nacht kam rasch, die Pmatemis verschlang das Licht, der Wald wurde laut und drohend und der Totenvogel begann zu weinen. Goodall tag fiebernd in seiner Hütte, als der Ortsvorsteher zu ihm kam. Er trug «inen weiten, gelben Mantel und ein Gefäß in den Händen, Seine Lippen murmelten Gebete. Mit einer Hand schöpfte er eine Flüssigkeit aus dem Ge-fäB und besprengte damit Geedall und die Lagerstatt — dann entfernte «r sich Ida«, wie er gekommen war, Goodall fiel In einen unruhigen Schlaf — «r sah Traum den finsteren Wald auf aich m-jagen, die roten Orchideen fielen in grofien Blutstropfen auf ihn und ein unsichtlmrea Wesen ging tappend durch den Raun. Plötzlich roch er heißen, stinkenden Atem und erwachte — zwei gelbe Augen waren ü^r ihm und er scnrie in Anftt... Ein großer Tiger packte ihn bei der orwt und trug ihn in's Freie, in den schwarsen Wald. Dort starb der Ingenieur John Goodall... Am Morgen kamen die Ortsbewohner aus ihren Hfltten. Der Ortsvorsteher hob seine Arme zur aufgehenden Sonne. »Der weiBe Mann ist tot,« sagte er, »aber meine Hftnde sind refn, Ich habe ihn nicht getötet, Ist «a so, Maha Ammat?« ist so«, entgegnete Maha Amsaat spöttisch, »Du hast meinen Herrn nicht getötet, aber du hast dem Tiger mit Blut den Weg zur Hütte gewiesen, nnd den weißen Mann mit dem Blut besprengt, da ihn das Tier sonst nicht gefressen n&tt«. Der Herr des Waldes ließ sich täuschen. Du weißt genau, daß er weiße Männer nicht frißt. Woher hattest du das Menschenblut?« »Es ist das Bhit meines einzigen Sohnes,« sagte der Ortvorsteher »und seine Stimme zitterte vor Trauer,« Er tötete sich selbst, um sein Blut zu geben «nd uns zu retten, denn der weiße Mann bitte uns alle getötet. Verstehst du das?« * »Nein,« entgegnete Maha Ammat verwirrt. Er sprach die Wahrheit, denn er war ein Kuli aus der Stadt, der die Fr«»-heit längst vergessen hatte ...