MwiNiUvMW pßMssMn TT. JOki'gWiHA Ke«G»Ol», »»O»O«tI»O» «IGA»»»«,. «W»«lGW«A »W»»» ^2»NY «Ww VAR-IWg Ms 0«»»ck«KW» IDW»W> ^M«W M.ch NNiIsGöMG» w »»0«L0.0-tq>v «A« » »Ir 20» Mont»?. 6«n 7 »I>sii»t 1VSS »M«»« » ''KWM "I » W oii^ Mss 4« Mig» ß«I>»< «I»»» MontagsAuSgabe 9teue Schwierigketten für England und Indien Der Aufstand «m der Sl«rd««psttiizt. — DaA Pradle» „Gandhi". Das indische Problem, das Grotzbritzn-nien durch eine elastische sich den jeweiligen Notwendigfciten des Augenblicks anpassende Politik zu linsen hofft, zeigt immer wii.'der neue Zi'lge ilnd an Schwierigkeit llnd vielleicht sogar Gefahren fiir Ei^gland noch nichts verloren. Mardonald hat mit seinen Versuchen, die Beruhigung des Landes dadurch herbeizuführen, daß er mit den aktiven nationalistischen Elementen verhandelte und eine gewisse Zusammenarbeit mit ihnen einleitete, bisher no-ch keine entscheidenden Erfolge erzielt. Die Vorgänge, die augenblicklich die em-fteste Aufmerksanrkeit der britischen Regie-runfi erfordern, konzentrieren sich um z:vei Zentren. An der Nordwestgrenze ist ein ?snfstand ausgebrochen, und Gha?idi hat einon Pe-shawar aufgewiegelt. Dörfer der reqierungs treu cieblieteneil Einwohner wnrden angegriffen, englische Flugzeuge, die zur Erkun-dumi in das aufständische Gebiet geschickt wurden, sind n,it Flintenschiissen empfan.ien woii>en, vorgeschobene Militärposten und Avl'eiterkolonncu, die mit Ltraßenau^bl'sse« runlien besch^iftigt »varen, wurden ebensall'' beschossen. Tie Lage wurde schlichlich so ernst, dasi die Regierung, die schon zu lange qczl'qert Halle, zu scharfen Maßnahmen greifen mus^te, me,ni sie nicht Gefahr laufen wollte, das, da oben an der afghairschi'n Grenze ein ^euer des Fanatismus aufflammte. das dann s5)nii'r wieder einzudämmen gewesen N'äre. Es wurden starke Truppen konzentriert und den Aufständischen ein Ultiniatum gestellt, in dem sie aufgefordert wurden, binnen drei Tagen drei der hauptsächlichsten Agitatoren als Geiseln auszuliefern. Äeses Ultimatum ist iiberhaiipt nicht boantivortet worden, u,ld die Folge war ein verheerendes Luftbombardenient der Aufständischendörfer. Inzwischen sind auch die militärischen Operationen gegen die Rotellen aufgenommen worden. Der ?^ll illustriert Übrigens, lvarmn Gros^britannien in den Beratungen der MrDungskonferenz so großen Wert darauf legte, auch im Falle eines Verbots von Luftbom^rdements die« scS kriegerische Mittel als Polizeiaktion in ill^erseeischen Gebieten anwenden zu dilrfen. Es ist im Augenblick noch nicht ganz klar zu erkennen, welcher akute Anlast für diesen Grenzaufstand vorliegt. Tin Herd der Nn« ruhe i-st dieses im Bereich der afghanischen Agitation lieliende Gebiet immer schon gewesen. ES mag sein, daß die assyeineine revolutionäre Welle, die die Völker Asiens erfaßt hat, in den Vorgängen zuni Ausdruck kommt. Mit der nationalistichrn InderbewS' gung und ihren besonderen Politischen und soziÄen Teniegiernng vereinbart worden. Die italienis<5ie Regierung soll durch ihren Berliner Botschafter bereits vor ein oder zwei Tagen b<'i der deutschen Regierung vorstellig geiworden sein. In den Noten wird darauf hingowiesen werden, daß das Ab^verfen von Flugblättern und die Radiopropagant»a, in der ö-iterrei« chische Staatsangehörige gegen die bestehende österr. Regierung aufgehetzt n>erden, den allgemein gelten^n internati<>nale Gepflo» genheiten voidersprechen und ein Bruch de? Friedensvertrages darstellen, in dem Deutsch land sich verpflichtet hat, die Unabhängigkeit Oesterreichs zu resp<'ktieren. Das deutsch? Vorgehen verstoße gegen den l^ist deS Viermächtepaktes, in d(^in sich Deutschland, Englalld, Frankreich und Italien verpflichtet haben, den Frieden zu wahren. N e w y o r k, tj. August. Der Stratospt,ä-renballou des Leutnants Zettle nins'/.e bei seinem gestrigen Startversuch auf den Geleisen des Chicagoer Güterbahnhofe^ notlanden, weil die Gasleitung nndiän geworden war und deil Inhalt der Hülle aus-stri^lnen ließ. Es gelang deni Piloten, den Ballon unbeschädigt zur Erde niederzubringen. Er erklärte, daß er am Sonntag einen neuen Start »vagen wolle, wenn die Prüfnns^ der Instrumente ergeben sollte, daß sie un-beschädigt seien. Als Leutnant Settle kurz nach 4 Uhr aine-rikanischer Zeit an den Start ging, versani-melte sich eine unübersehbare Menschemnen-ge auf t>em Gelände der Chicagoer Welt-^ all?stellung, mu das S0.(X>0 !»tubik-fuß Gas und fast Meter Durchniesser hat, fellte eine Höhe von niehr als W.0(>0 Meter erreichen, um den von Professor Piccard auf gestellten Weltrekord zu schlagen. Der Flieger verfügt über eine ausgezeichnet durchkon stvnierte Radioanlage, über die er st>ändig Verbindung mit der Erde aufrechterhalten konnte nnd ans jenen Höhen zu den Menschen zu sprechen beabsichtigte, die nie zuvor ein Sterblicher erreichte. C h i c a g o, l». Angusi. Der Start Sett-les erfolgte vom Gelände der Weltausstellung aus um 8.VÜ Uhr. Die Startmannschaft ivurde vou Jean Piccard, den« Zwillingsbrn-der des Prsfefsors Piccard, !^'fehligt. Der Vierfacher Aindesmord im Btutrausch. Bozen, Auglist. Ani August g<'gen S0 Uhr l^t der Bauer Franz Schalter in Ums bei Völs ani Schlern in einem AnW von Wahilsinn seinen fiinfsälirigen Solin mit dem Beil erschlagen, ebenso den vier« jährigen Sohn seines Nachbars Vetter vom s>iolerl)of, seine dreijährige Tochter Elisabeth evivürgt und seinen zweitältesten Sohn Paul, der elf Jahre alt war, ebenfalls ersctilmM. Der Täter ist flüchtig inid konnte lnslier nicht ausgeforscht werden. Schaller, der seit längerer Zeit an einer Magenkrantlieit litt, stand anch unter dem Einflus? drückender materieller Verhältnisse. Seine Frau, die den ganzen Tag über ans deui ^elde gear« beitet liatte, fand bei ilirer .'»^eiinkebr die Leichen ihrer And<'r und des Nachl»arsohne? vor. Diese Nationalistenbewegung ist in nn-serer VorstellANg immer zunäM mit der Person Gandhis verknüpft. In Wirklichkeit aber ist er garnicht ihr Haupt. Sie ivird j^tragen von einigen organisierten politischen Gruppen nlit durchaus nicht eiuhcil-lichen Zielen, und Gandhi steht als eine Art von Apostel mit geivisseui religiösen Einschlag zwischen nnd über diesen Gruppen. Die englische Regierung hat seinerzeit lange gezögert, che sie gegen Gandbi seM etwas unternahm. Erst als er, gewissermaßen als ein Synrbol des von ihnl gepredigten zirilen llngehorsams den „Marsch an das Meer" nnd die Verletzung des ettglisch<'n Salzmonopols durch direkte Salzgewinnung aus denl Meere organisierte, griff sie zn und verhaftete damals Gandl)l zuul ei'sten Male. Daß sie es so lange nicht geioagt hatte, lour. de ihr von der breite?» Maße der indischen Bevölkernng als ein Zeichen der Schwäche ausgelegt, und mtf der an^eren«He»te datiert von diesem Augenl'lick an das Ansehen un^ der umfassende politische Einslnß Gandhi^^ Beides, die Verminderung der Regiernnii'? antorität und die Erhöhung dersenilien de Mahatma ersulnen einen nenen Impul als die britische Regierung im Dezemln'' die Round 'lable Konferenz einbeviei und zu il,r den kur.; oorlier uelchaftete!« Gandln einlud. Sie hat anri) weiterliin eine Politik der ^-!'ersölinnng l'etriet'en, in^'^'m üc (l^ortsetztma auf Seite 3:) ,I»aM>rer Zettuntz* Hkivw« 2NV. Montag, den 7. Angust 19ZN. Geschichten um Ford und den ,,Ford" Ford gibt sich geschloge«. Auf deni Ozeandampfer „Majestic" reiste voi! c'rnigen Jahren der Autokönig mit Gattin, Sekretär und Gefolgschaft. Auf demselben Schiff trat auck) der ^kannte ungarische Künstler Tibor Polya die Heimreise an. Polya wollte nun den reichsten Mann der Welt in seinem Zeichenalbunl verewigen u. bat uin Erlaubnis, dies tun zu dürfen. Ford willigte ein. Die Sitzung begann. Äe Zeichnung war erst in ihren Konturen fertig, als plötzlich Mrs. Ford hinter dem Rücken des Künstler auftauchte und, auf die Zeichnung blickend, erklärte: „Dies hier ist nicht mein Mann, Henrt? ist ja viel jünger!" Und ehe der verblüffte Zeichner auch nur ein Wort erwidern konnte, griff sie nach der Zeich-nling, rif; sie aus der Mappe und zerriß sie Polya taumelte förmlich aus dem Appartement des Autobeherrschers heraus, kam in London an, ging zum Rechtsanwalt Mr. Perker llnd verklage Ford auf moralischen und materiellen Schadenersatz. Der Prozeß begann. Ford wehrte sich Monate hindurch. Er wollte nicht zahlen, er niollte sich nicht geschlagen geben. Kurz vor der Verhandlung gab er nach. Er zahlte Polya einen außerordentlich hohen Schadenersatz llnd — wahrend er den Scheck aus-schriel, — sprach er wie für sich: „Nun weis; ich auch, daß ich der reichste Mann der Welt bin; denn nur dieser kann sich den Luxus lei« sten, für das Begnügen, nicht gezeichnet zu werden, 25.000 Dollars zu zahlen". Der hinausgeworfene Schreibtisch. ^n den Fordwerken gibt es eine ganz eigene, unpersönliche Art der Kündigung. Betritt frühmorgens das arme Opfer sein Büro, so sieht es zu seinem größten Entsetzen, daß sein Schreibtisch fort ist. Nun weiß der Beamte, daß seine letzte Stunde in dem Werk geschlagen hat: der Schreibtisch flog, und er selbst muß ihm nach. Vor einigen Jahren wurde einem Beamten die vertrauliche Mitteilung gemacht, daß sein Schreibtisch auf sehr wackligen Füssen stehe und darum sehr bald in die Rumpelkammer kommen werde. Der Beamte wußte, was dies zu bedeuten hatte und sann auf Abwehr. Er ging also zu einem Tischler, bestellte dort eine Kopie seines BüroschreiS-tisches, ließ diese Kopie in seiner Wohnung aufstellen und erwartete dann mit größter Seelenruhe das Kommende. Tagtäglich betrat er eine Stunde vor Arbeitsbeginn sein Büro. Drei Wochen lang geschah nichts. Der Schreibtisch stand am alten Platze. Und dann auf einmal war er verschwunden. Nun eilte der entlassene Beamte nach Hause -und noch vor Bürobeginn stand der Schreib« tisch auf seinem alten Platz. Es war zehn Uhr vormittags. Der Ab-teilungZvorsteher kam in das Zimmer des entlassenen Beamten und sah diesen an seinem Schreibtisch ruliig arbeiten. Kopfschüttelnd ging er von bannen und meldete Ford den mysteriösen Vorfall. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet, und alles kam ans Tageslicht. Aber der Beamte blieb, wurde sogar befördert. „Solch' niit allen Salben geschmierte Menschen, die selbst mich hintergehen können, kann ich in meiner nächsten Nähe gebrauchen", erklärte Ford. Der AutokSnig gegen Sparsamkeit. Der reichste Mann der Welt gewährte eines Tages einem Journalisten ein Interview und sprach von der schädlichen Wirkung der Sparsamkeit. .Hieraus bekam er von Amerikas jüngstem Bankier, dem 15 Jahre alten Mr. Johnson, dem Direktor der „Junior Bank of Weaton", ein Tele-gramm: „Ich hoffe, daß Sic Ihr letztes Interview nicht ernst gemeint haben. Wir Jungen grün deten unsere Bank, weil wir sparen wollen. Ohne Sparen hätten auch Sie nicht? erreicht." Ford antwortete nur ganz kurz: „Sie irren, ich habe nichts gespart, sondern danach getrachtet, mehr zu verdienen, als ich ausgeben kann". Vyhttäter ohne Wissen. Berühmtheiten haben fast alle ein oder auch mehrere Doppelgänger, Ford natürlich auch. Sein Ebenbild, der kiirzlich verstorbene Prefsephotograph Walter James Ed« nmrds benützte dieses Doppelgängertuni zu allerlei kuriosen Sireichen. Eines Tages nahul Edwards an cinenl Wohltätigkeitsbazar teil. Er wurde dort als Mister Ford begrüßt und von dem Komitee gebeten, für den Berein der gefallenen Müd-chen eine größere Summe zu zeichnen. Ford, alias Edwards, erwieß sich sehr großzügig. Er zog sein Scheckbuch aus der Tasche und stellte einen Scheck, lautend auf 10.000 Dollar, auf seine tzauptkasse in Detroit aus und unterzeichnete ihn natürlich mit Ford. Zwei Tage später wurde der Scheck vorgelegt und sofort als Fälschung erkannt. Ford ahnte gleich, wer dahinter steckte. Er setzte sich also mit dem Präsidenten des Vereines in Verbindung und sagte: „Mein Doppelgänger hat hier einen Scheck ausgestellt. Ich müßte ihn nicht anerkennen. Aber wenn es meinem zweiten, meinem sremden Ich beliebt, wohltätig zu sein, so kann das richtige „Ich" nicht zurückstehen. Also, ich erkenne die Unterschrift an, aber nur zu ei-nenl Zehntel, deml mein zweites „Ich" ist höchstens ein Zehntel meiner selbst wert". Ford sammelt alte Hsnser. Bor ein Paar Jahren hatte sich Ford in den Kopf gesetzt, das eigenartigste Museunl der Welt zu griinden: das Museum der alten Häuser. Zu diesem Zwecke kauften seine Agenten in ganz Amerika denkwürdige, alte Häuser auf, ließen sie vorsichtig abtragen und verfrachteten dann den sorgsamst nunlmerierten Trümmerhaufen nach Detroit, wo sie auf einem großen Gelände zu neuem Leben erweckt wurden. Bis heute besitzt der Autokönig bereits 125 Stück solcher Wracks; aber ^ er will se^ne Sammlung auf 200 Stück ergänzen. Da nun aber so viel geschichtliche Denkwürdigkeiten in ganz Amerika nicht aufzutreiben sind, kom men setzt alte Merkwürdigkeiten an die Reihe. Kürzlich wurde ihm ein W Jahre altes Häuschen offeriert. Das Häuschen besitzt ein' ewzig^ Geschäft: Amerikas ältesten Krä-! merladen. Als Ford von diesem Angebot hörte, fragte er verwundert: „Ja, was soll ich denn mit dieser Ruine beginnen?" Der Agent ant wortete: „Dieses Geschäft ist der Urahne der heutigen modemen Warenhäuser". Ford war sofort im BUde. „So, dann kaufe ich dieses HäuSl!^n", sprach er, „denn es soll mich daran erinnern, daß es um meine Autofabrik noch vor 25 Jahren ähnlich bestellt wat". Gefährliche BerwechSlnng. Vor den Hochofenanlagen der Fordwerke in Detroit warten beständig große Massen alter ausgedienter Automobile, sür die hier 20 Dollar Pro Stück bezahlt werden. Sie werden dann am laufenden Bande, wie die Schweine im Schlachthaus, zerlegt und nachdenl alles, was.nicht Eisen ist, entfernt wurde, in den Offen zur neuen Schmelze hineingestoßen. Ein Arbeiter, der seinen Wagen unvors^ch tigerweise in der Nähe dieses Autofriedho-fes stehen ließ, fand ihn bei seiner Rückkehr nicht mehr vor und konnte nur noch der systematischen Zerlegung seines Wagens zusehen. Ford und der „Fdrd". Diese Geschichte hat Henry Ford selbst mit viel Vergnügen erzählt. Er kommt auf der Landstraße mit seineni Fordwagen angesah' ren und trifft einen Autofahrer, der eine' Panne gehabt hat und sich nicht zu helfen weiß. Ford steigt aus und bringt den Wa-^ gen in Ordnnng. Der glückliche Besitzer gibt ihm 5 Dollar. Ford weist das Geld zurück. „Ich brauche Ihr Geld nicht". „Behalten. Sie es ruhisi. Sie brauchen es doch. Ich sehe ja, daß Sie einen Fordwagen fahren". die Angeklagten nicht fassen konnte, so kamen sie vor das geistliche Gericht, dessen höchste Strafe Acht und Bannfluch mar. In Pontmarteau in der Provinz Auvergne l)at-ten die Raupen in Wald und Feld gros'.en Schaden angerichtet. Sie wurden von den l>e-troffenen Bauern angeklagt, woraus sich ein Riesenprozeß entwickelte. Das Parlament ließ öffentlich eine feierliche Vorladung verkünden, der aber die Ranpen „in trotzigem Uebermut", wie es in den Akten heißt, nicht Folge leisteten. Um ganz gerecht zu sein, wurde den Angeklagten sogar ein Verteidiger gestellt, was aus der Aufstellung der Ge« richtskosten hervorgeht. Der Verteidiger führ tc aus, daß die Bäume und Sträucher doch eigentlich den Raupen zur Nahrung be-stimnlt seien. Der Richter ließ sich aber nicht erweichen und verkündete das Todesnrteil. Diese Entscheidung ist gewiß zu billigen, nur fehlte es ^leider an den Mitteln, das weise Urteil zu vollstrecken. Man forderte nock)-mals die Raupe,l auf, sich an einer bestinim-ten Stelle im Walde zu versainmeln, um dort ihre Strafe auf sich zu nehnien — auch diese unglaubliche Tatsache bestätigen authentische Urkunden — und als diese Aufforderung abermals erfolglos blieb, mußte das Verfahren eingestellt werden, und die nnge-horsamen Raupen wurden mit einem geharnischten Bannflnch bestraft. Aus dem 15. Jahrhundert ist uns ein Pro zeß gegen eine bestimmt Käferart, die sogenannten spanischen Fliegen, überliefert, die einen großen Landstrich des Kurfürstentums Mainz übel zugerichtet hatten. Auch diesen Tieren wurde „iu Anbetracht ihrer Kleinheit und Jugend" ein Anwalt gestellt, der zur Verteidigung beteuerte, daß die spanischen Fliegen gern sozusagen als ehrliche Insekten leben würden, wenn man ihnen ein geeignetes Betätigungsfeld einräumen würde. Der einsichtsvolle Richter ließ den Insekten ein bestimmtes Revier anweisen, in dem sie bleiben durften, und viele Jahre lang — so heißt es in dem Bericht — waren die spanischen Fliegen bemüht, die Grenzen dieses Bezirkes nicht zu überschreiten. Mit demselben Ernst schritt man gegen Ratten, Mäuse, Schnecken, Engerlinge und anderes Ungeziefer ein. Meist wurden, die Tiere durch einen öffentlichen Ausrufer aufgefordert, binnen drei Tagen das befallene Gebiet zu räumen, und erhielten als Strafe Tlere auf der Ank'agebank Prozek geqen Perbrccher aus dem Ticrrkich / T^ weine mis vem Scheiltthausen / Ein Esel w.ro sieliäNt^t / Vaiinflüchc gegen Raupen nnv R^ntcn Von Wilm Clemens. In alten Juristenchroniken aus dem 14. ein schwarzer Hahn auf dem Scheiterhaufen bis 16. Jahrhundert sind uns seltsame kri- verbrannt wurde, «ve:l er angeblich nil Teu- minalprozesse überliefert, die man gegen Tie felsei gelegt hatte. Natürlich wurden auch kanien soaa^nock im re anstrengte. Mit großer Umständlichkeit die Hausgenossen von Heren, die angeblich 3)1 und kaum glaublichem Ernst leitete die Ge-'bei dem Teufelssvuk Hilfsdienste leisteten, » richtsbarkeit des Mittelalters ein Strasver-' zum Tode verurteilt. Aus dem Ansang e fahren gegen jedes Tier ein, das sich am 17. Jahrhunderts sind mehrere Herenpro-menschlichen Gut vergangen oder gar einen zeise in Deutschland bekannt, bei denen bei' die Nck ki.' Menschen at.gegriffen und verletzt hatte. Ei- der Hinrichtung die „überführte" Here auch i^^'lä^ n. gr°b. Anzahl I°lch°- f.nd.n ge. ihr. Z'.ge» ^ d7s Thema nr Ns >. ernsti,emc!nlc Arb-ilen unb dicke, ge. ^ 5.? »» ä ^ lchrsame B».,». «cschri-b-n w°.d°n. d,^ '»m srskten T-il als w°rtv-a° Dokimim«. T7d° W lind. ner kleinen deutschen Stadt ein Esel, der sei gen Schweine statt, die mit besonders verbrecherischen Gelüsten und Eigenschasten aus gestattet schienen. Im Jahre lIlZ« wurde in der französischen Stadt Fontenay aux RoseS ein langwieriges Gerichtsverfahren gegen ein Schwein durchgeführt, das ein kleines^ . ,_____________... ... Kind durch Bisse tödlich verletzt hatte. Die nen Herrn abgeworfen hatte, der sich dabei Rechtsbegrisfe des Mittelalters verlangteil! die Knochen brach, zum Tode durch den mit für moderne Begriffe unverständlicher Strang verurteilt .. . Logik und Konsequenz für den Mörder auS Manchmal nahmen diese Prozesse auch ge-dem Tierreich dieselbe «trase wie für den radezu groteske Formen an, zumal, wenn menschlichen Verbrecher. Das schuldige es sich um ein Gerichtsverfahren gegen In- fekten nnd Ratten oder andere Schädlinge aus dem Kletnticrrelch handelte. Wenn man Streng nach Rezept. „Was drehst du denn da in'^einem fort?^ — „Im Kochbuch steht doch: Einen Tag alte Semmeln reiben." Unangenehme Antwort. „Trotz meines Alters verdrehe ich noch jedem Manne den Kopf." — „Ja, aber nach der anderen Seite." Das größte « Boot der Welt Schwein wurde also von dem Vater des ge töteten Kindes angeklagt und zunächst eingekerkert. Dann wurde es dem Richter vorgeführt, der nach stundenlanger Zeugeneinvernehmung und Beratung sein „schuldig" über das unglückliche Tier sprach. Unter dem Bei-fall der zahlreichen Zuhörer wurde das Schwein zum Tode aus dem Scheiterhaufen verurteilt. Da es sich uni einen besonders schweren Fall handelte, mußte das bedauernswerte Tier noch schwere Martern aushalten, che es — in menschliche Kleider gesteckt — auf den Marktplatz geschleppt und unter den Verwünschungen der Bevölkerung bei lebendigem Leibe verbrannt wurde. In weniger schweren Fällen wurde das Tier erwürgt und an den Hinterbeinen am Galgen oder an der Gerichtseiche aufgehängt. Mehrere solcher Prozesse sind uns aus dem 14. Jahrhundert aus Deutschland und Frankreich überliefert. Oft mußten auch unschuldige Tiere sür den sinnlosen Aberglauben der mittelalterlichen Menschen büßen. In der Schweiz leb- Bei seiner Anwesenheit in Cherbourg ge te z. B. der Glaube, daß schwarze .Hähne legentlich der Einweihungsfeier des neuen Unheil brächten. Sie follen nämlich Eier le- Seehafens besichtigte Präsident Lebrun gen, aus denen nach sic'ben Monaten giftige den französischen Unterseekreuzer „Le Sur Schlangen anskriechen Diesem Aberglauben couf", das größte U-Boot der Welt. Das'zwei ^ll.Z.^leulinleter.ieschntzen bestückt ist. fiel mancher harmlose Hahn zum Opfer. Aus Schiff besitzt eine Lauge von 110 Meter, Tie Äesatzuna beträat 150 Mann dem Jahre 1474 ist ein Hlll bekannt, in dem! eine Breite von t) Meter, einen Tiefgang l Von 7,1 Meter und hat eine Wasserverdrängung von 3260 (unter Wasser 4300) Tonnen. Es ist mit 15 Torpedorohren ausgerüstet und besitzt einen Panzerturm, der mit MoM. «k 7. «Wft M» ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ I ß .Marl^orel??cttttNÄ^ Nunnncr ZOil». darauf ausging, die indische BevSllerung in steigendem Maße nach und nach an der Verwaltung des Landes zu beteiligen, um so schließlich die Borbedingungen für die Errichtung einer im gewissen Sinne autonomen verantwortlichen Regierung zu schaffen. Der Verlauf» den die Dinge csenommen haben, hat gezeigt, daß damit aber die nationalistische Bewegung nicht einzudämmen war. Auf der Round Table Konferenz von der Regierung als gleichberechtigte Verhandlungspartner behandelt, haben ihre Vertreter sofort nach ihrer Rückkehr nach Indien ihren Agitationsfeldzug wieder aufgenommen, und es war ihnen und namentlich Gandhi nicht schwer, in einem Lmlde, in dem die Mehrheit der Bevölkerung unwissend und religiös fanatifiert ist, als Heils bringend einer neuen Zeit aufzutreten. Die Bewegung traf inMischen in empfind lichcr Weise die besonderen wirtschaftlichen Interessen Englan'ds, indem sie einmal Propaganda für den ausschließlichen Genuß von Tee zum Schaden der RegierungseinNinfte aus dem Alkoholverkauf machte, und zum anderen dafsir warb, daß ledistlich in Jp-dien herc^estellte Baumwollwaren gekauft nvrden sollen, wodurch die Industrie von Lancashire stark geschädigt wurde. In diesem Auaenblirke hat die Regierung erneut eingegriffen, nnd (Gandhi, seine ?^vau, sowie 32 einer Anhänger wieder verhaftet. Aber es ist frasslich, ob dieser Akt der Ztaatöautoritlit imstande sein wird, die wiederaufgelebte Aktivität der Beivegiing e!nzi'däinmen. Indien selbst wird von der daneriÄ»en Beunruhigung kaum Nuhen haben. Gerade in der gegenwärtigen Zeit, in der alles darauf ankommt, die zarten Keime wirtschastlicher Crholimg zu Pflegen und an-zntreiten, können politische Unruhen, n>ie sie dort wi-'der an der Tagesord.iung sind, nur stören. Eines ist sicher — und da>^' wird bei der Beurteilung der Vorgänge in der europäischen Politik n'.cist zu wenig beachtet — )ie britische Regierung ist in ihrer Entschluß-freiheit durch die starke Aufmerksamkeit, die die indischen Vorgänge nach wie vor von ihr erfordern, stark eingeschränkt. Und nmn-cher Akt des Nachneben^. unbegreiflich lediglich unter europäischen Aspekten gesehen, erklärt sich daraus, daß Großbritannien nnbe-gueme Engagements in Europa zu vermeid den sucht, um in dem ihr kostbaren !ldron-lande Indien freie Hand zu behalten. Vei Z^ettiucht. Gicht und Znckerharnruhr ver-öessert das natlirliche „Ftanz'Ioses"-Bltterwasser ^ie Magen, und DarmtStiftkeif und ^Srder» nach haltiy die Verdaunnq. Morscher ank dem Gebikis ^r StoffwecbMeilkunde versickiern. mit tem Hran5«I»sef'Wasser <>lZnz»ende Eraebnisse erzielt lann. Das „Franz-Iosef".Bitterwa!ser ist in Apothekn. Drogerien und Spezereihn'^lun gen erhältlich. Nabto Montag, 7. «ugnft. Ljubljana, IS.lü Uhr Mittagsmusik. 19 Lei<^e Musik. — 19.4ä Uebertragung aus Salzburg. ^ 2Z Abendmustk. Beograd, 19.20 llebertragung aus Salzburg. — Wien» W.45 Salzburger Festspiele: Mucks Oper „Orpheus uird Eurydike". — 22.05 Abend-nmfik. ^ Heilsberg, 20.05 Abendveranstaltung. ^ 21.05 Kammernlusik. — Breslan, 20 Soldatenlieder. ^ 21.10 Bunter Abcnd. ^ 23 Nachtnlustk. Pofte Parisien, 20 Lieder und Duette. — 21.15 Konzert. — London-Regional, 20 Orchesterkonzert. — 22.20 Tanznmsik. ^ Mühlacker, 19 .?)örspiel. ^ 21.30 Mnzert. — 23 Tanzmusik. — Leipzig. 30 Heitere Mustk. — 21..W Svm-Phoniekonzert. ^ 22.30 Nachtmusik. — Bn-karest, 20 Kammermuisik. ^ 20.45 Klmoier-konzert. ^ 21.15 Abendmusik. — Ram, 20.30 Mozarts Oper „Don Ilian". — Zii-rich, 20.40 Konzert. ^ 31.10 Organisten« konzert. —. S1.40 Abendmulsik. — Langen-berg, 20.05 Preissingen. ^ 20.35 BralnnZ-Abend. ^ 22.30 Nachtmusik. ^ Prag. Ä).2'> ^llarinettenvorträge. ^ M.45 .Hörspiel. — 21.05 Konzert. ^ Oberitalien, 20.:i0 Mozarts Oper „Don Juan". — München, 20 Mnzert. —. 23 Kammermusik. Budapest, 20 David Popper-Mend. ^ 21.10 .^igeuncr mu^sik. ^ 22.:^ Nachtmusik. ^ Warschau. 19.45 Uebertragung aus Salzburg. 2l.5t1 Leichte Musik. — Daventry'Rational, 21.2li Uebertragung aus Salzburg. ^ 21.55 Se^ rena^den. — 23 Tanzmusik. — DentMand« sendet, 20.10 Alte Ählager. __ N Naclil-muM. ^ ^ «b» »i Port vom Sonntag WIIIIMIIIllMW»»WIIl!!IlIlWM^ Sieg MMN die Tschechoslowakei Unser Rationaltea« siegt S:1 (v:v). ^ Jugoslawien hat weitaus mehr vom Spiel. ^ »om Zusi^uer. Z a g r e b, 6. August. Jugoslawiens Fußballsport feierte gestern einen ganz besonderen Tirumph: nach lwer--legenem Spiel mußte die TschecholoA»akel mit 2:1 (0:0) geschlagen das Md räumen. Der Sieg ist umso bedeutender, als unser Rationalteam nahezu 80 Minuten hindurch in der Uebevmacht war. Das Spiel fand am großen „Comordia"-Platz statt, dein etwa 8000 Zuschauer uinsüumten. Anwesend iva-ren auch Viz5. Minute. Sieben Minuten darauf schoß K 0 drnja den stegbringenden Treffer. Jng. V e l j k 0 v i der jugoslawische Bevbandskapitän, der diesmal persönlich dem Spiel beiwohnte, äußerte sich se!^ lobend unsere Mannschaft und stellte sogar einen Klassenunterschied Mischen beiden Teams fest. In der jugolawischen Auswahl war M a r u Z i 6 der 1)efte Mann, während von den T'chechoslowaken der famose Goalmann P l a n i e k a am besten gefiel. Sic,.!. 1-«X Llllllktk lov , Wegs spannend, so daß die zahlreicheil Zuschauer wohl vollends zufriedengestellt schienen. In den einzelnen Gruppen siegten: Junioren-Einsider: 1. Fritz Musnig 8 Minuten, 2. Anton Mlakar 8.21, 3. Hermann Leschanz. Senioren-Einsitzer: 1. Viktor Musnig 7.55, 2. Karl Fischer 8.02, 3. Alfons Bret-schneider 9.48. Junioren-Zweisitzer: 1. .Helllut ZintlMier-Bisnoviü 7.20, 2. Artur Gadler-Clavko Fa-Siivg 7.31. Senioren-Zweisitzer: 1. .Hans Frs-Akar .Huber 7.30, 2. Anton Pirc-Leo Matela 8.43, 3 Franz Matela-Franz Ilo« 8.59. Gemischte Zweisitzer: 1. Milkn Knmer-Hans Fras 7.51, 2. Marica Stock-Fredi Brez nik 7.53. Im Zillenfahren siegte die Mannschaft Rudolf Rad, ^unik, Fack, Berlek, Lobnik und Mravlak. An zweiter Stelle landete das .Heizhau.Team, während die Mannschaft mit Stenermann Gobec an der Spitze den dritten Platz belegte. Die „grüne" Mannschaft von der Gärtnerei Ambro-^ landete an vierter Stelle. Neue Banatsmeister im Ringen Die Ringer des SSK. Marathon besiegen die „Jlirija".Mattnschaft mit 17:15. - Die Sieger in den einzelnen Gewichtstlasien: Nered, De Battista, Kramberger, JeoSenat, Fisiher und Stare. M a r i b 0 r, S. ^lugust. In der Veranda der Union-Brauerei gab es Samstag und Scnntag wieder Vollbe-trieb. Diesmal waren es unsere besten Amateure, die um die Draubanatsmeisterschasten ankänlpstcn. Die jtänlpfe, deren Leitung in d^n Händen des Vizepräsidenten des Jugo-slawisä^en Llraftsportverbandes Dr. V a t 0-vec und des Ärbandssekretärs Richter ans Zagreb lag, nahmen einen glatten Verlauf. Ansgezeichnet setzten sich die gen'iegten .^täinpen des SSlK. Maratl^on durch, die u. a. auch einen beachtenswerten Sieg iiber die Answalil des ZK. Ilirija mit 17 gegen 15 Punkte landeten. In deil einzelnen Kategorien siegten: 1 Bantam bis 50 kg: Ulsberger (Ilirija). Federgewicht bis 01 kg: 1. De Battista (Ilirija), 2. Gobec (Marathon). Leichtgewicht bis 00 kg: I. Kramb<'rger (Marathon), 2. Verboßt (Marathon), 3. Avulnar (Ilirija). Weltergenncht bis 72 kg: 1. Iovßenak (Marathon), 3. Äunaver (Ilirija), 3. Breö'ko (Ilirija). Mittelgewicht bis 79 kg: I. Fischer (Mara-lhon), 2. Vidic (Marathon), 3. Presetnik (Ilirija). Halbschtvergewicht bis 87 kg: 1. Stare .(Ilirija), 2. Piräjer (Marathon), 3. Gorjane (Ilirija). «eue Rekord«. M a r i b or, 0. Angust. Bei dl'ii Eröffnungsfeierlichkeiten der leichtathlelischen Anlagen im Infelbad erzielte der „Mllrathon"-Athlet 0 b r i ü im Gehen über 5000 Meter mit 28.11 einen nenen Staatsrekord. R a k l^elezniöar) er--erzielte inl beidarmigen Kugelstoßen 20.57 Nered (IliriZa), ?.' Meter, Fika im Stabhochsprung 3 Meter n. ' die Staffel (Germovsek, Ärucl, t^ngl-Urat-nik) durchlief viermal 300 Meter in 9.N>. Also durchwegs neue Mariborer Rekorde! Die Drauregatta Spannender Verlauf. — Unsere besten Bootsfahrer am Start. Zinthauer—Vis« noviö erzielten die beste Zeit des Tages. — Wettlampf der „Draupiraten". sah der Start wohl unsere Pronlinentesten Dranschiffer vereint. Das Hauptinteresse galt vielleicht diesmal unseren „Drailpiraten", die init ihren langeil und schweren Zillen eine förmliche Seeschlacht wie in alten Zeiten lieferten. Die Konkurreuzen verliefen durch- M a r i b 0 r, 6. August. Auf der Drau spielten sich heute nach längerer Pause wieder einnml aufregende Min^ pse ab. Tchon dadurch, daß der S p 0 r t-k l u b „S t u d e n c i" die Organisation der heurigeu Regatta ilbernonunen l)atte. Kleiner j^nieizer /^nsi-sgon imtt Ml»kNss»?y sikici 2 01n»r in öfief-msskvn beizulegen, ds ansonsten ^io />6minIÄi^tlon nioiit in (jsf ist, cjgs Cewünsviite erleclicien. I »VGGGGWVWWGVWWW Einlagebiicher. ÄVntf — Verlaus — Lomlxird. Solid und prompt durä) PoÄovni Mvod d. d. Za-iireb, PraSka ul. 0/2. Fi^r Antwort ersuchen Din. in Bvi^f marken. «ttlaus« »»« ländei^iveise oi»er einzeln al> Ü. d. M. von l4—17 Nlir. Retina, Aleksaildrl»va resta 3!:. Damen-, Herren- und Bettwäsche nach fein und zu mäßigen Preisen erzeuqt ^Narira Petwvie. ^Vunidor, ?^-ranbopci-NM,«, nl. 5,!. l!nl>eln 1 1 Dinar. 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Die Amateure siegten mit 3:1 (1:1), womit sie vom sieüen-ten auf den vierten Platz in der Takelle vorrücken. „Primarje" wurde nunmehr vom fünften auf den sechsten Po>st?en versetzt. Tchwimmeistechhaft von gWoftmoien. S P l i t, 6. Aikgnst. In Split wurde gestern und lMte ^ -jugoslawiischen Iunioren-Schiwimmeisterschaf ten ausgetragen. Als Sieger ging dier Sportklub „^g" aus Dubroivnik hervor, während der vorjährige Sieger „Mrija'' an zlveiter Stelle landete. Im Wasserballturnier pweierte srch „Iadran" (Split) voi? „Jng", nnd „Viktoria" an die Spitze. Ljubljana siegt in der Leichtathletik geg«? «raz. ? inblsana, 6. Anglkst. Der mit viel Interesse erwartete Leichk« athlettk-Städtokampf IfllbVjana—l^raz, ivr gestern und heute hier stattfand, braiHte den heimischen Athleten einen beachtenswerten, allerdilrgs knappen Sieg von 73:71. TS nmrden auch zwei neue jugo^laiwische Rekorde aufgestellt u. zw. behielt r e v 5 im 500l)-Meter-Laufen mit 16:00 in neuer Bestreit die Oberhand nnd gittern warteten l? a-b e r 8 e k, F. und A. 2 0 r g a so.!oie r e v S im Maffellanf 4 mal 80s> Meter niit 8:31.3 mit einer neuen Marke a»f. Lerii- siegt im Loibl.Pah. T r z i L, 6. August. Bein, gestrigen Loibl-Pas^-Motorradrcin« nen belegte Hinko ^ e r i 8 in der AVer Sportklafse mit seiner Puch-Maschine w ti:17.5 den ersten Plat^. Seitere G«ke Schlntsctx: geht in eine Schuhschnelkreptt« raturanstalt. Schinq'cha zeigt auf das Schi-K»: „K!a?m ilt, ^Ileich darauf n><^rten?" ^ -L'er Zchus^r nickt: „Ja, zu '^use! Zwei t Tage." Peter -Zriox. MarWottr'Zemmg" »umm«r Zvv. 4 Montag, den 7. August l938. «In« Million (L. Fortsetzung.) Ztoman vo« Lok» SM» flt«chdruck verdoten.) Als fie seine verswrteil Mienen bemerkt, die Verzweiflung in seinem starren Blick, verabschiedet sie sich von dem Gast. Tritt zu Carlo, der in gieriger Hast Sekt und Cocktails durcheinander trwkt. „Was ist geschehen?" Und als er schweigt, ftagt fie erregt: „Doch noch gespielt? Wieder »erkoren?- Er nennt ihr flüsternd die Summe und setzt nur ihr verstündlich hinzu: »Nach dieser Nacht bleibt nur die Mugel Noch fiir mich/' So ernst ist sein Ton und so hosfnungs-los sind seine Mienen, daß Tamara Ale-xandrowna blast wird. Sie fühlt, daH sewe Worte keine Phrase sind, daß dieser verzweifelte Mensch zu allem fähig ist. Die (^äste der Bar find aufmerksam geworden, als fie das leise Zwiegespräch zwischen der 5?ausfrau und dem jungen Kaufmann, von dessen szroßen Spielverlusten in dieser Nacht an jedem Tisch geraunt wird, bewerfen. Die Gräfin sagt kurz: „Mann kann sich hier nicht vernünftig unterhalten. Kommen Sie mit mir, Carlo, ich mijchte noch etwas mit Ihnen beraten." Sie spricht ein ganz reines Deutsch, doch mit eineni fremden Akzent, einem besonderen Tonfall der Stimme, der etwas Erregendes hat. Carlo folgt Tamara Alexandrowna die Treppe hinanf. Wie vft hat er sie um ein Alleinsein in ihrenl Zimmer gebeten, wie selten l)at sie es ihm bisher gewährt. AuS Rücksicht auf die Gäste und Angst vor ih-renl Mann hat sie sich immer wieder seinen stürttlischen Mtten widersetzt. Was sonst Seligkeit für ihn bedeutet hätte, lktßt Carlo heute ganz kühl. Er ist am Ende. K^nn nicht mehr. Ihm ist alles gleich. Die Treppe ist nur schwach beleuchtet, da das Anbleben stch in den unteren Räumen abspielt. Oben auf dem Flur ist es dunkel. Tnniara nimmt Carlos Hand und führt ihn in ihr Zimmer. Sie knipst das elektrische Licht an und schliefst hastig die Balkontür. „Jinq' ist heilte nachmittag giestorben," erzäkilt sie dabei nnd zwei große Tränen linsen sich ans iliren Augen. üNng, der riesige Bernhardiner, ein Pracht eremplar, wie Carlo es tu solcher Größe nnd Schönheit nie zuvor gesehen hat, war seit Tagen trank. „Man hat ihn mir vergiftet," fährt Ta-mra fort. „Irgendein Feind, vielleicht auch nur ein Gaft, der bei unS verloren hat, hat ihnl Gift gegeben. Die Menschen sind unfaßlich gemein." Carlo weiß, wie Tamara an dem Tier gehangen hat. „Bist du darum so anders heute?" fragt er. „So unruhig nnd nervös." „Hast du es bemerkt? DaS sollte nicht sein. Ja, darum auch, aber nicht allein um King. Morgen wollen wir ihn begraben." „Morgen King, in einigen Tagen mich," versetzte Carlo dumpf. Sie zieht ihn neben sich auf daS Chtppen-dale-Sofa, umfaßt seine Hände, bittet: „Mach keine Dummheiten, Chöri!" „Tamara, glaub mir, mir bleibt nur noch die Kugel." „Du kannst dich irgendwie rangieren. .Hier sind schon größere Summen verspielt worden, und niemand hat sich das Äben geiwnlnlen. Dein Vater wird dir helfen." „Cr kann eS nicht mehr." Und er stößt verzweifelt heraus, »vte eS um daS .HauS Detleffen steht. Die Frau wird unter der Schminke noch bleicher. „So sieht es auS? Und du bist doch gekommen?" „Ich wollte mir das Verlorene ja wiederholen. Hatte eS schon getan. Nur ganz wenig fehlte noch. Da ließ ich mich hinreißen, weiter zu spielen. Und habe nun so viel verloren, daß ich keine Möglichkeit mehr sehe, weiterzuleben. Ich habe ehrlos gehandelt! Verbrecherisch und gemein! Mein Bater hat recht gehabt mit all seinen harten Worten. Zu wenig war alles noch, viel zu wenig. Ich bin ein elender, verlorener Mensch . . Sie legt ihni die Hand auf den Mund. „Sei still! Ich will daS nicht, hören! Du bift leichtsinnig, aber nicht schlecht!" „In wenigen Tagen wird man wissen, wie es um uns steht, Tamara. Wenn ich bis dahin nleine heutigen Schulden nicht bezahlt habe, wird man sie meinem Vater präsentieren. Und ich werde als ehrloser Mensch vor ihm stehen. Lieber tot!" Sie fiihlt, daß eS ihm furchtbar ernst, daß er in dieser Stimmung zu allem entschlossen ist. „Wem soll dein Tod helfen?" fragt sie und nimmt ihn in ihre Arme. Er pr^t seine heiße Stirn an ihr duftendes Haar. „Mir," murmelt er mit geschlossenen Augen. „Damit ich die Vorwürfe nicht mehr zu hören brauche." „Bist du so seige?" „Ja, ich bin feige und untüchtig. WaS wartet denn hier noch auf mich in diesen Zeiten? Was kann ich anfangen?" „Ein neues Leben, Carlo!" „Aber doch nicht hier! Doch nicht nach dem, was ich in dieser Nacht getan habe." „Dein Tod wird niemanden! helfen," erklärte sie noch einmal hart. Und da er nicht antwortet und nur ganz leife stöhnt, fährt sie nach kurzer Ueberlegung fort: „Nicht dein wirklicher, aber dein vorgetäuschter Tod kann dir und deiner Familie nützen." Er hebt hastig den Kopf, den er in beiden .Händen vergraben gehalten und sieht sie mit einem verständnislosen Blick an. „Schau her." Sie nimmt daS Mittagblatt vom Tisch und deutet auf eine Notiz. Carlo liest: „Auf eigenen Wunfch ermordet." Es ist die wahre Begebenheit von einem vollständig ruinierten ungarischen Wein Händler, der beschloß, für seine Familie in l^n Tod zu gehen, vorher Versicherungen auf Ableben und Unfall einging, und da im Fall seines Selbstmordes die Prämien nicht bezahlt worden wären, seinen eigenen Mör der gedungxn hatte. Der junge Mensch, der in großem Elend lebte, gab sich gegen Be zahlung zu der grauenvollen Tat her. Aber die Zusammenhänge wurden aufgedeckt, der Mörder verhaftet. Der Tote hatte sein Opfer vergeblich gebracht." „Weil er unklug war Ungeschickt! Man kann einen Tod auch vortäuschen, braucht ihn nicht wirklich zu sterben." „Du hast in letzter Zeit zuviel von solchen Dingen gelesen, Äebste. So etwaS ist möglich, gewiß! Aber alle sind entdeckt worden." „Alle? Wir lesen von denen, die dumm und leichtfinnig waren und darum entdeckt wurden. Bon den anderen erfahren wir nichts." „Warum möchtest du, daß ich so handeln soll?" „Weil du verKiveifelt bist und nicht wei ter weißt. Weil ich nicht will, daß du daS Leben einfach von dir wirfst." „Warum willst du es nicht?" „Muß ich es dir noch sagen?" „Du liebst mich, Tamara?" „Zch liebe dich, Cheri!" „And willst mich lieber zum Verbrecher machen, als tot sehen?" „Du sollst ja gar kein Verbrechen begehen, nur eine Uuschung." „Ist eS keine Verbrechen, eine Gesellschaft um eine hohe Summe zu Prellen?" „Wenn du wirklich sterben würdest, müßte die Gesellschaft auch zahlen. Das ist ilir l^fchäft. Du hast mir einmal erzählt, daß du mit einer großen Summe in der Lebensversicherung bist?" „Mit einer halben Million. Die sich ans eine Million erhöht, wenn mein Tod durch einen Unfall herbeigeführt wird. Im Falle meines Selbstmordes ak^r zahlt die Gesellschaft nichts." „Wann ist die Versicherung abgeschlossen, Ehzri?" „Vor zwei Iahen schon. Co kann kein Ber dacht entstehen, wenn dir jetzt etwas zustößt, Carlo. Aber eure Firma und deine Familie können gerettet werden durch diese Summe." Es bleibt still nach diesen Worten. Carlo denkt an die erregte Auseinandersetzung mit seinem Vater, an die harten Worte, die er gehört, und die ihm so weh getan haben. Plötzlich steht Roland MoeSius Bild vor sei-nen Augen. Bei s e i n e r Gesellschaft ist er versichert. DaS HauS Moebin? würde der Verlustdiesem Betrug tresfen. Tamara Alexandrowna betra.ljtet den Grübelnden. Legt ihre Hand auf sein dunkles, welliges Haar und ftteichelt es leise. Nach einer langen Pause sagt Carlo: „Das alles sind Phantastereien, Tamara. Keine Möglichkeiten." „Ich habe im vollsten Ernst gesprochen, Chöri." „Du meinst w i r k l i ch, ich soll einen Betrug begehen?" „Um deiner Familie zu helfen, warum ni^? Und um dir selbst den Weg für ein neues Loben zu schaffen. Hier wirst du entwurzelt sein, wenn eure Firma liauidiert, wenn dein Vater von deinen Schulden erfährt. Du hast mir selbst gestanden, daß du dich ftemd un^ unglücklich zwischen den Deinen fühlst, neben deiner Braut, die du nicht mehr liebst." „Ich liebe d i ch, Tamara? Kann mir eine Zukunft mit Jngeborg nicht mehr denken. Neberhaupt keine Zukunft nach dieser Nacht. Auch dein Plan scheint mir unausführbar. Man wür^e den Betrug entdecken . . ." „Nicht, wenn ich dir helfe. Nicht, wenn wir klug sind." „Was aber soll mir ein neues Leben, in dem ich allein und heimatlos, ein Flücht» ling, ein Verbrecher sein werde?" Ferien für das Sehim Von Dr. »ed. U. Zickgraf. Welche Tumme von Arbeit das Gehirn tagtäglich zn leisten hat, ahnt der Laie nicht. ÄNe unsere Sinne geben bewus^twerdenöe tz-indrüclc nnd Bilder, Gehörslvahrnehmun-gen, Geruchs- und Geschmarksempsindungen, B^'riihrnnjien der Hant, fortwährend an das Gehirn znr Verarbeitung. Darü>bcr hinaus sind noch die ?lllgemeii,gefi'lhle des ^U^rpers dauernder Kontrolle durch ^s (Gehirn unterworfen. Das bedeutet, von der eigentli<^tt Denktätigkeit ganz abgesehen, eine Arbeitsleistung von ungeheurem Ausmaß, und nian nluß sich imlndern, daß ein einziges Organ so viel und so vielerlei leisten kann. Sogar nachts arbeitet das Gehirn ununterbro<^n weiter, und wenn wir uns dessen auch nicht bewußt sind, so zeigen doch unsere Träume, dasi das Gehirn niemals eine Ruhepause hat. Insofern scheint eS also eine Unmöglichkeit zu sein, wenn man Ferien für das Gehirn sor^rt. Ein Organ, das dauernd in Tätig» feit ist und sein nnlß, kann nicht vollkommen ausgeschaltet und zur Ruhe gebrn'cht werden, ebetismvenig wie das Herz des Meirschen. Trotzdirn N'ieder vollständig ak-tionSfähisi zu mae Mensche»! müssen eine besondere Gehirnhygiene treiben, die nicht ohne weiteres erlernbar ist; sie nritssen sich die Fähigkeit verschaffen, ihr Gehirn richtig zu behandeln, es bewußt und mit Absicht geistig umstellen nild die Tätigkeit des Gehirns im richtigen Augenblick umschalten. Nur dadurch erreiche,, sie eS, aß die über Gebühr in Anspruch ge» nommenen Partien des Gehirns in die Lage oersetzt werden, sich auszuruhen. Besonders Menschen, die geistici Produktiv tätig find, haben eine solche Umschaltung der Gehirntätigkeit notwendig. Oft genügen fit diesem Zwang ganz unbewußt. Der ein< sucht seine „Erholung" beim abendlichen Kartenspiel oder bei anderem Zeitvertreib, der andere bei seichter Unterhaltung am WirtShauStisch, viele bes6)ästigen sich mit Kunst und Literatur, manche Geistesarbeiter betätigen sich wissenschaftlich, aber in einer anderen Sparte außerhalb ihres eigentlichen Bezirkes. Auch die Beschäftigung mit Samm lungen gehört liierher, besonders das viel belächelte Briefmarkensammeln spielt als bewußte Umstellung des Gehirns zur Erholung eine groß? Rolle, weShalb es mich schon vom Arzt selbst verordnet wurde. Immer aber soll man dabei nur dem Geschmack und der Neigung des einzelnen ReäMnng tragen, um dem ermiideten Gehirn wirklich Ferien zn geben.