Mutzen will VerHMMN. . ^ 33 "-—-------- Ireytag den i3. August 1824. -^ U,ebcr dis Korngruben^oder sogenannten "Bilos. ^ (Auö Dmglers polyttchnischem Journal). ^>ir haben in unserm polytechnischen Journale schon mehrte Mahle über diese Korngruben oder Etlos gesprochen , ohne daß unsere Stimme (vox clÄmanliü in 6c,'2erto) geHort Norden zu seyn scheint. Wir leben aber auch in einem Lande, in welchem gesegnete Ernten eine- Strafe Gottes, Theurung der allgemeine Wunsch aller Güterbesitzer geworden ist. „Wenn dcr Koinwurm nur alles Getreide auffräße auf den Kon», böden", hörten wir neulich einen Ge^reidhaudler schwerer seufzen > als er selbst war. Wie soll man in emem Lande, wo solche Wünsche von Personen laut werden, auf eine Anstalt denken, durch welche des Himmels schönste Gabe, „tägliches Brot," besser verwahrt werden könnte, als aufKornböden, wo es denVerheerun^ gen des Feuers, den Verwüstungen d?r Insecten und den Prelw'eyeü der Verwalter und Baumeister ununterbrochen ausgesetzt ist. Daß MißwachK Und Theurung Witünahl wiederkehren kann, und daß dann Millionen für da^emge aus dem Lande gehen, was man zur wohlfeilen Zeit gehörig aufzuspeichern vergaß; .deren scheint ^ man schon aus diesem Grunde allein nicht zu deuten, weil man es wünscht; denn aNe Wünsche sind, beym Lichte des Verstandes betrachtet, Anderes nichts, alS Gedankenlosigkeiten. Es gibt Leute, d,ie nichts Neues, gelernt haben , und die „ichls ler.ien wollen. Solchen Lntten laßt sich das berühmte Lch-c- und Lern «Instrument, genannt NulnbN'a.er-Trichler, nur am Ma^ gen, nicht am Kopfe applitne»,. Wir hörten die KornZruben als eine Neuerung verschreit!; dkse Schreyer scheinen nicht zu wissen, daß dieft Art, das Gctreideaufzubewahren, die älteste, bey Griechen , Römern und Arabern gewöhnliche, und noch heut zu Tage in dem größten Theile Europens (Ungarn, Sicilien, Spanien, Türkey) beynahe die einzige und allgemein angewendete ist. Allem, wi» gesag-r, es gibt Leute, die nicht nur nichts lernen wol» len, sondern alleg, was sie lernten, vergaßen. V?y dieser, in unserem Lande allgemeinen Apathie, oder vielmehr Antipathie gegen Korngruben, können wir uns n,ur damit trösten, daß einer der ersten und geistreichsten Landwuthe Frankreichs, Graf v. Lasteyrle, in seinem, im Nahmen einer Speoial'Com« mission im' DuIImin 6t? Ia ZocietL 6'I5ncoi2?-H. erstatteten Berichte über die Korngruben oder sogenannten Silos, durchaus gleiche Absichten und Erfahrungen mit uns theilt, und diese Aufspeicherungs' Art des Getreides für die natürlichste, wohlfeilste und sicherste ertlatt. Wir können unsern Le» sern keine interessantere Lectüre uM diesen Gegenstand empfehlen/ als diesen Aufsatz des Edlen 6e Lasteyrie, und wollen, mit Umgehungseiner Darstellung der so oft verkannten Nothwendigkeit: „in wohlfeilen Zeiten zu sparen, damit man in theuren nicht verarmt," nur die Thatsachen aus feinem Berichte hier mit aller je»nr Treue anführen, die sie so sehr verdienen. Herr 6« Lasieylie beseitigt zuerst, nachdem er aus der Geschichte und Lander, und Völkerkunde das Alter- — l3c> — thum und die Verbreitung dieser Art von Kornspeichern erwiesen hat, die Einwürfe gegen die Korngruben. Man sagt: „unser Clima, unser Boden sey zu feucht." Man vergißt aber hier, daß die Feuchtigkeit der Luft auf das Korn in den Korngrube?, keinen Einfluß haben kann, indem der Luft aller Zutritt in diese Gruben verwehrt ist, und verwehrt seyn muß, in Afrika wie in Europa; daß die Erde i» allen Climaten des Erdballs in jener Tiefe, in welcher die Korngruben angelegt werden müssen, gleich trocken ist. Man vergißt endlich, daß man gerade in den heißen Climaten, wo diese Korngruben allgemein find, weit mehr mit Nässe zu kämpfen hat, als in Europa: denn dort regnet es durch 5 bis 4 Monathe ununterbrochen, als ob der Himmel «in Meer wäre. Man sagt: „der Kern des GetreideS der warmen Lander ist mehr trocken, mehr Horn artig, zieht weniger Feuchtigkeit an, und laßt sich folglich besser auf diese Weise in Korngruben aufbewahren, als unser weicher Kern. Man hat aber in Ungarn, in Italien, in Sicilien, in Spanien, eben so wei« ches Korn, als daS unsere, und bewahrt es doch unter der Erde mit Vortheil auf. Man sazt: „Insecten und vorzüglich Kornwürmer vermehren sich in diesen Korngruben." Diese Behauptung ist so sehr gegen alle Wahrheit, baß man sich dieser Korngruben in war» men Ländern gerade deßwegen bedient, um das Getreide vor den Verheerungen der Insecten zu verwahren, vor welchen manes auf andere Weise nimmermehr sichern konnte. Nie fand man m Italien, Sicilien, Spanien (und wir können hinzufügen auch in Un« gärn) Kornwürmer in dem in den Silos aufbewahrten Getreide. Man fand auch keine in; den Korngru-len, mit welchen man jetzt in Frankreich die ersten Versuche anstellte. Selbst diejenigen Kornwürmer, die man , zum Versuche, mit angestecktem Korne, in solche Gruben brachte, geriethen in denselben, da es ihnen an aller Luft gebrach, die für Insecten so noch, wendig ist, als für Menschen, wenn sie lebend bleiben sollen, in einen aSphyktischen Zustand, und ihre »eitern Verheerungen hatten ein Ende. Einige Halb- gelehrte, die gewohnlich alles verderben, was der gesunde Menschenverstand des Ungelehrten gut macht, streuten Kalk in die Gruben, um die Insecten dadurch zu vertilgen; allein dieser Kalk mußte, in so fer» nicht aller Sauerstoff der noch in der Grube vorhan« denen Luft in Kohlensaure verwandelt wurde, das Athemhohlen der Infecttn vielmehr begünstigen, i"' dem er, die Kohlensäure einsaugend, das Verhältniß des Sauerstoffs in dem noch übrigen Lufcgemenge un' mehrte. Wenn die Korngrubtn schlecht bereitlt smd/ wenn in denselben, wle auf dem Kornboden, Liift zum Getreide gelangen kann, dann tonnen allerdings Kornwürmer in die Korngvuben kommen: niemahls aber, wenn alle Luft gehörig abgesperrt ist. Nach Widerlegung dieser Einwürfe durch Thatsachen zeigt Hr. 6s Lasteyne die Unbrauchbarkeit des Kasten« oder Schachtel-Systemb der HH. Dartigues und Barbancois; die Unausfühlbarkeit der an sich gU< ten Methode, das Getreide in bleyernen Büchsen nnl luftdichten Deckeln aufzubewahren, weil sie zu kost' bar ist, und erklärt sich hierauf unbedingt für die Kor«' gruben, und zwar für die einfachsten, in trocken« Erde gegrabenen und mit Stroh ausgelegten. Zu I^'Y hat man solche Gruben in Fels gehauen, und die Wände mit einer Mischung von Ohl, Wachs und Bley' glätte überzogen, um dieselben trocken zu halten; al-lein, obschon das Getreide sich gut in denselben hielt, ist dieses Verfahren nicht überall anwendbar. Die zu Paris an der Schlachtbank der Vorstadt Noule (^dbltwii-äu I^ouie:) angelegten, ausgemauert ten, mitBley an den Wanden belegten und mit Stroh, Sand und Kalk zugedeckten Gruben mißlangen alle, weil sie Luft und Feuchtigkeit zuließen, und Insecten und Schimmel dadurch begünstigten. Aus diesen u>^ aus mehreren andern, mit in Flaschen aufbewahrtem Getreide angestellten Versuchen erhellt, daß Absperrung aller Luft und Feuchtigkeit die erste Bedingung zur guten Aufbewahrung des Getreides ist, weßwegen Hr. äc> Lasteyrie auch dem aus Eichenholz aufgezi'"' merten Magazine im l^renici- ä'^bonäance, keinen Beyfall geben kann. Man mauerte zum Versuch zu Paris Gruben aus (Bosses äe 3t. I^ouis), und suchte zu bestim- — t3l — men, welches Vau-Materlale hlezu am besten taugte. Man wähltt abwechselnd Ziegelsteine, Bruchsteine (inoelion), Mühlsteine, magern und fetten Kalk, Und Tünche von Erdharz, von Mörtl mit Bleyweiß u„d Öhl, und ?lnwurf von magerm Kalk und Sand. Nachd-m diese Gruben ein Iahl lang mit Gelreide gefüllt waren,- untersuchte man dasselbe, und fand es überall, wo es an dem Anwürfe von Mörtl aus magerm Kalke, oder an dem mit Erdharz oder Ohl und Bley-glanc übertünchten Wänden anlag, vollkommen gut er. haken, an den nackten Wangen aber auf i bis 5 Zoll weit verschimmelt oder verfault. Hr. äe Lasteyrie em, Psiehll daher, die Wände mit Mortl aus magerem Kalte und Sande zu überziehen, und glaubt, daß such fett» Kalk eben so gut dienen würde. ES scheint u>,s aber, daß die einfachen ungarischen Siloö, ohne allen Mörtel, in trockener Erde weit besser sind. Hr. c!e Lasteyrie räth dem Minister des Innern, im Nahmen der Commission Aufmunterungs.Medaillen denjenigen zu ertheilen, die solche Silos anlegen, und in Paris selbst einen Muster.St!» bauen zu lassen. Entdeckung einiger Inseln im großen Ocean. Am 27. Iuny entdeckte Capitan John Bell, Com« Mandant der Minerva, welche aus dem mittäglichen Amerika kam, und gegen Nordwest schiffte, eine Insel in Süden. Von der Höhe des Mastbaums betrach' tet, schien sie niedrig, und war mit Cocosbäumen bewachsen ; sie hat etwa eine Meile in der Länge und liegt lä" 22^ südlicher Breite und i36"^ westlicher Lange von Greenwich, oder 12" 4^ östlich von der .VenuSspitze der Insel Taiti, und wurde nach den Chro» lwmetern mio den Beobachtungen der Entfernung von der Sonne und dem Monde so bestimmt. Dieses kleine Eiland bofmdet sich nicht aufden letzten Karten des großen Oceans von Arrowsmich, und liegt 45 Meilen von der (»797 entdeckten) Insel Serie. Diese Insel ist viel höher als oie meisten der übrigen zahlreichen Inseln, welche in dieser Richtung liegen; da sie an ihren nordwestlichen und südöstlichen Enden Bergspitzen und in der Mitte «inen mäßigen Hügel hat, so dient sie zu einem vor. trefflichen Erkennungspunclt, wenn man von Osten in diesen gefährliche», Archipel einfährt Nüb »licht sicher weiß, in welcher Breite man sich befindet; denn d:? meisten übrigen Inseln sind nur Kovallenbänke, auf iuelchen Cocosbaume wachsen. Eine Nachricht von dem englischen Schiffe'„Gute Hoffnung" meldet: »Wir haben am »8. Iuly 1622 ,7" ig/ südlicher Breite und ,36° Zo^ westlicher Länge eine Insel entdeckt, die uns 20 Meilen im Umfang zu h^ben scheint. Ihr Ufer ist sehr niedrig und gefährlich, da sie so entfernt unter dem Winde liegt, als kein« der bekannten Inseln, welche den Archipel beS gefahr« vollen Meeres bilden. Sie ist bewohnt, undvierKähne mit Eingebornen näherten Nch unserm Schiffe in eini« ger Entfernung; doch konnten wir trotz aller Freund« schaftszeichen diese Insulaner nicht bewegen, an Bord, ja nicht einmahl ganz nahezu kommen. Emer derMan« ner stand aufrecht in dem Kahne und hielt ein« lang« Rede an uns, welche nach seinen Bewegungen sehr leb« haft schien; seine Gefährten vereinigten sich öfter mit ihm, und wiederhohlten mit aller Kraft der Stimmen das einsylbige Worr „Ho!" Wir sehten ein Boot aus ; aber kaum hatten sie bemerkt, daß wir unS ihnen nahern wollten, als sie in großer Bestürzung eilten, ihre Insel wieder zu gewinnen, und als sie unser Boot gleichwohl einhohlcs, stieg ihr Entsetzen auf das Äußer» ste. Kein Zeichen freundlicher Gesinnung, kein ange« bothenes Geschenk besiegte ihren zaghaften Widerwillen, und sie schlugen es rund ab, sich aufzuhalten. Ihre Kähne waren von einer sehr einfachen Bauart, und ganz ohne Segel und Strickwerk. Die Insulaner hatten Lanzen, die ihnen wahrscheinlich nur zum Fischfang dienen, da sie nicht versuchten, Gebrauch davon zu machen. Sie trugen um den Gürtel ein StückZeug, welches dem aus der Fabrik zu Taiti glich, und einer von ihnen ein Halsband von Perlmutter. Ihr Schrecken vermehrte sich nicht, als man ihnen eine Flinte zeigte, und es schien ohneZweifel, daß sie noch keinen Europäer gesehen hatten. Die Nacht brach em, wir waren weit vom Schisse entfernt, und so kehlte das Boot zurück, ohne weitere Nachforschungen angestellt zu haben. Wir übten das Recht der ersten Entdeckung aut und nannten dieses Land : „David-ClarkS »Inseln." Am iZ.October, nachdem wir Taiti verlassen hatten, h«< — I?3 — 5en wir noch zwey neueInsel« gesehen, die eine: Insel Ren-son, ,0"6'Sü-d u!,d i6")°55'West, die zweyte : Insel Humphrey, 10° 2v^ Süd und'i6i° 2^ West. Die Insel Nekson ist bewohnt, und wir sahen vi?le Eingeborne ans Ufer laufen , als das Schiff, vorbey segelte/ doch fttzten sie keinen Kahn aus. Die Insel Humphrey sollte auch bewohnt seyn, da sie der vorigen so nahe und unter demselben Winde liegt. Beyde sind niedrig/ und nur die Cocosbaume, welche auf ihrer Oberfläche wachsen, machten sie uns erst bemerkbar. Das Clima auf Spitzbergen. Dieses ist außerordentlich streng und die mittlere Temperatur der drey wärmsten Monathe des Jahres übersteigt selten 34/5 Fahrenheit — -l-i,4 Reamnur, fällt aber attch manchmahl um einige Grade unter den Gefcierpunct herab. Man hat indessen den Vortheil daselbst, baß die Sonne vierMonache lang über dem Horizonte bleibt und hie Kälte in den SommettaM vermindert. Vom 22. October bis zum 22. Febr'uar W verschwindet dagegen dieses Gestirn gänzlich, und es ^ tritt eine viermonathlichö Nacht ein. Da jedoch die Sonne, wahrend ihres größten südlichen Abstandes, sich bis auf »3 lj2 Grad dem Gesichtskreise nähert, so entsteht davurch eine schwache Dämmerung, welche ungefähr sechs Stunden anhält. Dazu kommt noch der Gl^nz des Nordlichts und der Gestirne, die Gegenwart des WondeS, der alle Monathe »2 bis i^Tage lang Zar nicht untergeht, und die Helle, welche die umge« benden Schneemassen erzeugen, wodurch das Schreckliche einer so langen Winternacht um Vieles gemildert wird. Sobald die Sonne über den Gleichen hinüber ist, beginnt der nordische Winter. Er fangt mitEnde Septembers oder zu Anfang Octobers mit nördlichen und nordwestlichen Winden, Schnee und Kälte an. Um diese Zeit ziehen die Vögel, welche bis dahin jene Gegenden belebt haben, nach mildern Negionen, und gegen die Mitte Octobers ist es manchmahl schon so kalt, daß Biec innerhalb 6 Fuß vom Feuer, und in einer Hütte verwahrt, im Fasse emfrierr. Im November nimmt die Kalt« beträchtlich zu, wird aber zuweilen, so wie überhaupt das'ganze Jahr hindurch, durch w^ lichs Winde gemildert/wobey es anfzuthauen beginnt. Im December und Ialiner herrscht, bey stillem Wetter, eine erstarrende Kälte; es vergeht jedoch selten ein Mynathohne große Stürme, und man kann imM-gemeinen annehme», daß ^wey Dritthcil des Winters sehr stürmisch sind. Zur Zeit der Tag- und Nachlglei-chen sind die Winde am stärkstem. Schneegestöber hal« ten oft mehrere Tage, und ein bis zwey Mahl des Jahres selbst mehrere Wochen lang an, wobey sich de» Schnee in Thälern und Schluchten zu ungeheuern Massen anhäuft, auf flachem Lande aber selten übel 5 Fuß hoch wird. M i s c e l l e n. Um dle Fruchtbäume stets frey von Moos zu er« halten, gibt Hr. Franoius zu Aurich in Oiifl'i?slalld folgendes Mittel an: Man nimmt ungelöschten Ka'k, Urin von Kühen, mischet dieses in einem Gefäß unter-einander und läßt damit dle Stamme und die Äste mit einer Bürste oder einem großen Pinsel, womit man die Wände anweißt, im Monath Februar anstreichen. Die Bäume erhalten auf diese Weis« eine scho>" latt« Rinde und werben sehr fruchtbar darnach. Im Gouvernement Kursk in Nußland hat wa" eine ganz besondere.Steinart entdeckt, die sich eme»veitl Strecke unter der Erde fortzieht, und das Bett des, jen«s Gouvernement durchströmenden Flusses Kur bildet. Bey dem Zerbrechen dieses Steines, dessen, man sich zuw Straßenpflaster bedient, hat man Muschel«/ und ein Mahl sogar, wie es heißt, in der Tiefe von einigen Fa' den, einganzes menschliches Skelettpetrisizirt gefunden. Dionysius, der Tyrann von Syrakus/ ließ Einen seiner Unterthanen hinrichten, weil er im Traum sich wieder ihn verschworen hatte. Gedruckt bey Ignaz AlvySEdltn von Nleinmayl.