LMllcherWMtllng. Nr. 95. Pränumerationsprei«: Im Comptoir ganzl» ft. 11, haldj. st. 5.5N. sslll die HiisieNuna ins Hau« halbj. 5U lr. Mit der Post ganzj. ft. 15, halbj. fl. 7.50. Freitag, 26. April Insert« onSgedühr Vl« 10 Zeilen: imal ßa lr., «m. 80lr., 3m. 1 st.; sonst Pr. Zeile nn.«lr., ltm. 8lr., 3m. iu lr. u. s. w. Insertionsftempel iedcsm. Zo lr. 1867. Aintlicher Theil. Sc. k. k. Apostolische Majestät habcn mit Attcr-höchstcr Entschließung vom 22. April d. I. dcn k. k. wirtlichen geheimen Rath und Erbobcrgcspan des Waras' diner EomitatcS Johann Nep. Grafen Erd ödy wieder Mit der Lcitnng des besagten Eomitatcs zu betrauen, bann dm k. k. wirklichen geheimen Rath Peter Grafen Vcjacscvich de Vcröcze znm Obcrgcspan des ^cröezcr nnd dcn zweiten Viccgespan des Warasdiner ^omitates Johann ^lep. 0. Vinkovich znin Obcr-^span des iircntzer Eomitatcs allcrgnädigst zn ernennen geruht. Sc. k. k. Apostolische Majestät habcn mit Allci> höchster Entschließung vom 10. April d. I. dcn fürst-bischöflichen geistlichen Rath nnd Pfarrer in Glainach "lildreas Taut scher zum Dechant des EollegiatcapitclS 'u Maria-Saal allcrgnädigst zn ernennen gcrnht. Im königl. nugar. Instizministcrinm wnrdcn der «ldvoeat Stephan Horvath znm HilfSamlsdircctor, 'llois EröS, Franz Szalay nnd Alexander Wagner !» Viccdircctorcn ernannt. . Nm 24. Aftril IW7 wurde in der l. l. Hof- und Staats, oniclerei in 3^icn das XXVM. Stück deS Neich^gesetzblatteö anö- ^gcben und versendet. Dn^ftlbe enthält unter -om n. April ^Ü7 liber den Beginn der Wirtsainleit de<< provisorischen ^chf»;üllai»!^ erster Classe in Strassoldo; ' ^ ^ da? Uebereiukommeu vom 13. April 18»?, welche in ^nnäszheit Allerhöchster Ermächtigung vom 30. 3uui 1W5 ">>d lwin l>. April 18K? zwischen den l. l. Ministerien der Kulanzen nnd dcö Handels einerseits nnd der l, t. priuil. ^>>dvahu^esellschaft andererseits über den Hafenbau in Trieft, dann uhl'r dcn Ban einer Eisenbahn von einen« Pnnlte Zwischen Kotturi nnd Kauizsa nach Barcö nnd einer Zu'oig-bahn von Vrnck nach Lcoben abgeschlossen wnrde; ">', 7',) die Knndinachnug deö MinislerlulNi« dei< laiserl. Hansel Uüd deö Aensiern uoin 15i, A,ril !,^<:?, betreffend die gegen-feitige Znlassxng österreichischer nnd niederländischer Aktien» gesellfchaslen und Coninmndilgesellschasleu ans Aclieu, mit Än.'schlnsj der Versicheriingögesellschasleu, zum Geschäst^-del liebe; ^ ^l die Knndmachnng dc? MinistcrinmZ des laiserl. Hanse« u»d d.'ö Aenßcrn vom 15». April !tt»>7, bclreffend die gegen-!"^5c Zulassung österreichischer nnd belgischer Acliengesellc lchaftlii nnd ^ounuanditgssellschaften ans Aciicn, mit Anö-Ichliisz ^^, Persichernng<11. betreffend die auö Aulas; der ueucu politischen Org«nisirn»g ein-tretenden Aenderungen in den znr Durchführung dcö Grnndlasten-Ablösung^- uud Neguliruugö'Geschäftes berufene» Uuterbrhijrden. l.'aibach, bru ^6. April I8L7. Vom k. l. Ncdactiouebureau des Gesetz- uud Verordumigsblattec' für Krain. Nichtamtlicher Theil. Laibach, 20. April. Wir habcn schon öslcr Gelegenheit gehabt, die vielfachen Berührnngspunftc Oesterreichs mit dem König« reiche Italien uud die Nothwendigkeit gnter Vczichnn-gcu mit demselben hervorzuheben. Um so größere Vc-friedignng müssen wir empfinden, wenn wir diese anf-richtigen ssrcuudschafl^gefühlc auf italienischer Seite er-widert schell. In dieser Beziehung liefert nns eine Orig. - Korrespondenz der „Presse" ans Florenz interessante Belege. Der Correspondent gibt nns znglcich ein Programm des ncncn Ministers Nattazzi, indem er sagt: Wie jeder vernünftig Dcnlcnde ficht anch Herr Nattazzi ein, daß möglichste Enthaltsamkeit von auswärtigen Conflicten und die Verwendung der vollsten Aufmerkfamkeit anf die innern Angelegenheiten Italiens die allein vernünftige, allein mögliche Politil der italic« nischcn Regierung fein miifsc. Das ^ano vor allen kriegerischen Eventualitäten zu bewahren, ist demnach auch das Program», Natlazzi's; er würde deshalb auch bei der unbedingten Nothwendigkeit für Italien, seine zerrütteten Finanzen zn regeln, gerne bereit sein, das von Sella angeregte allgemeine Entwasfnnngsprojcct zn adoption, wenn dicfcr Nealifirnng eben nicht nnübcr' stciglichc Hindernisse im Wege stünden: der Antagonismus, die gespannten Beziehungen zwischen Frankreich nnd Preußen können vou einem Tage znm andern Eompli-cationci! heraufbeschwören, welche es anch Italien znr Pflicht machen, Stellung zn nehmen. Würde Italien nichts weiter als seine Sympathien zn befragen haben, so würde kciucu Augenblick ein Zweifel darüber bestehen, anf welche Seite es sich schlagen würde; nnd schon der Name Nattazzi wäre in diesem Falle eine Gewähr für l daö innige Zusammengehen mit Frankreich. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen aber muß Italien alles anwenden, um seine Neutralität so lange als möglich zn bewahren. Die Mittel dazn zu finden, ist nun die Anfgabc der italienischen Regierung. Herr Nattazzi glanbt, dasselbe in einer aufrichtigen Vcrstündignng, einer innigen Verbindung mit Oesterreich gcfnnden zu habcn. Seiner Anficht nach hat Oesterreich ebendasselbe Interesse, bei einem französisch-preußischen Kriege so lange als möglich seine Ncntralität bewahren zu können. Nur meint Herr Nattazzi, wäre es ebenso im Interesse beider Mächte gelegen, sich im vorhinein darüber zn einigen, bis zu welchen: Pnnktc diese Ncntralität zu gehen habe, nnd sich eben für dcn Fall, daß die Bc< wahrnng derselben geradezu länger unmöglich wäre, sich im vorhinein für dicfcn Fall zu einer gemeinsamen Action zn einigen, welche den Interessen beider Staatcu znsagcn würde. Anf diese Art, glanbt Herr Nattazzi, könne das vereinigte Zusammengehen Oesterreichs nnd Italiens, wenn anch nicht dcn Ansbrnch des Krieges verhindern, so doch denselben localisircn nnd im schlimm-sten Falle eine schnelle Becudiguug desselben herbei-führcu. Dieses ist, wie gesagt, in seinen Hanptnmrisscn das Programm Nattazz's in answärtigcn nnd namentlich in der französisch-preußischen Eonflictfragc, nnd alle seine Vcmühnngcn sind deshalb dahin gerichtet, das in» nigstc, frcnndschaftlichstc Verhältniß zn Oesterreich anzubahnen. Als erstes Symptom dieser Vemühnngcn kann schon dessen energisches persönliches Eingreifet» in die Verhandlungen über den Abfchlnß dcS vstcrrcichisch-italicnifchcn Handelsvertrags angefchcn werden. Es läßt sich nicht verheimlichen, daß nntcr dem Ministerium Ri-casoli sich immerfort neue Anstände ergaben, welche den Abschluß des Vertrags, wcun anch nicht in Frage stellten, so doch verzögerten. Dein Cabinctc Nicafoli schieu es darnm zn thnn zn sein, Oesterreich in der Vassano-Tricntcr nnd S.-Dova«Ponteba Eiscnbahnverbindnngs' Frage zn weitgehenden Engagements zn pressen, nnd den Abschluß des Handelsvertrages von Zugeständnissen Oesterreichs in dieser Richtung abhängig .zu machen. Nattazzi packt die Sache von der praktischen Seite an, indem er berechnet, daß im gegenwärtigen Augenblicke der Stand der italienischen Finanzen die Regierung ohnedies daran verhindere, der Ausführung dcS genannten EiscnbahnbanprojectS eine mehr als moralische Un» tcrstichnng znkommcn zn lassen, weshalb cS denn auch nnnöthig sei, Oesterreich zn Zugeständnissen zu treiben, die gegenwärtig doch nnr illusorisch sein könnten. Indem er sich demnach mit der Erkläruug der österreichischen Regierung begnügt, anch ihrerseits ans ihrem Territorium der Ausführung deS gedachten Bahnprojccts ihre mora« lifchc Unterstützung leihen zu wollen, beeilt er sich, mit Das Waldschloß. 2. wnldwmidrrnngrn. (Fortsetzung.) Kcn-s^" Sonntage»! wanderte Gnstav mit Onkel und ^ u üb^. d^ nächste Höhe, die sich westlich von der W,t ^ ^6 alten Herrn erhob, in die Dorskirchc ,znm st:,, keilst. Wie lange hatte er seinen Fuß in keine ")c gesetzt, in der Absicht zn beten. Immer war es y^.s nstlcrischcS Interesse, daS ihn bewog, anf seinen sich - ^' Schwelle der Gottcehänscr zu bctrctcu, wo war s!^ ^unstschätze, kostbare Gemälde befanden. Er das >> s""" 'U feinem Innern, aber er beachtete nicht llcidc^ spränge, womit sich gerne die Religion um-lviirc ^'" ä" blenden, zn fesseln, als ob es nothwendig fasse,/ Diamant ihrer ^chre in gleißend Gold zn lft!'» , ""b er nicht gleichen Werth für sich in An< tiilisc '< "^mm köuutc. — Hier wurde er angenehm cnt-lilldli^'?^ einfache Wesen der ganzen Handlnng, die l'N'as a '""" Glänbiglcit, die ans dcn Gesichtern der »i^s Knienden und in Andacht Vcrsunkeucn sprach, die "Nyimiiltc, von Herzen gehende, deshalb aber eben VKn-^ ^'^" strcbmde Ansprache dcS schlichteil Dorf. Hcln,, „^iffeu tief bis an seine innerste Seele, nnd mit bes O? dachte er der Zeiten, da anch er in der Kirche ""es, wo er geboren war, an der Seite seiner Mnttcr kniete nnd im frommen Kinderglanbcn seine Händchen zu Gott emporhob, der ihu schuf nnd erhielt, der ihm Vater wäre, wie Mütterchen sagte, nn der Statt dessen, dcn er früh verloren, der ihn liebe nnd leiten wollte dnrchs ganze Leben. Auch sie, die er so sehr geliebt, riß der Tod unbarmherzig von seiner Seite; er war allein, einsam nmhcrgewandert in der Welt ohne Schutz, ohne Führnng. Wer hatte ihn erhalten, wer unzähligen Fährlichlcitcn entrissen? — Er spürte Gottes Geist nin sich wehen, und seit langem znm ersten male wieder erwachte sein Kindcrgefühl, daS ihn beseligt im Vertrauen anf des großen Vaters weise Sorge nnd Führung. Die Bewohner des WaldschlosscS vcrsänmtcn nie diesen Gottesdienst. Die Männer erwarteten uach Bccu-diguug desselben die Damen am Ansgangc, nnd man stieg scherzend nnd plandcrnd ins Thal nach dem Schlosse, wo die Junggesellen, wie Onkel, Gnstav nnd Karl bei jenen hießen, znm Speisen blieben. Nach demselben zogen sich die beiden älteren Herren, gehörig versehen mit gestopften Tabakspfeifen, schwarzem Kaffee und dem Packe Zcitnngcn, die des Abends vorher anS der Rcsi< dcnz aiilangtcn,in ein Nebenzimmer znrück,niu dcn Nachmit« tag zn verrauchen, zu lescu und cin wenig zn politisircn. Gustau nnd Karl blieben bei dcn Damcn znrück, nnd mm cutwickelteu sich jeue gemüthlichen Eonvcrsationcn am hänslichcn Herde, wie sie Gnstav so sehr liebte, er, der doch davon gar wenig noch genossen. Im Vcrlanfc dieser Gespräche erwies sich anch, daß Anna zeichne, nnd auf Gustavs Bitte legte ihm diese ciuige Blätter vor. Ruhig nnd unbefangen sah sie ihm ins'Augc, um sein Urtheil zu hören. Er fand alles ungewöhnlich schön,' rein und fleißig ausgeführt, nirgends cin Strich zn viel oder zn wenig, besonders fielcu ihm ciuigc Fraucutöpfe auf, die Anna, wie sie sagte, selbst entworfen nud über dcren Gesichter sie einen poetischen Hanch verbreitet, der den Maler wahrhast entzückte. Er machte sie anf man« chcs aufmerksam, wodurch fic dcu Ausdruck hervorheben, eine günstigere Verlheilnng von ^icht nnd Schatten erzielen könnte. Wenn anch hauptsächlich Landschaftsmaler, war ihm doch die .s)istoricumalcrei nicht fremd, nnd er hatte seine Vefähigimg, anch in dieser Art Bedeutendes zn leisten, bewiesen. Da ihm schon früher Anna'S Vater das Anerbieten gestellt hatte, die ganze Familie zn malen nnd zn dem Zwecke ganz zn ihnen herüberzuziehen, so hoffe er, wie er sagte, ihr noch manche Winke geben zu können, damit eine solche Bcgadnng für diese schöne Knnst, wie sie dieselbe bewiese, nicht ganz verloren ginge, sei cS anch nur, daß sie bloS zu ihrem Vcrgnügcu malm wollte. Iu solch' angenehmer Gesellschaft verging Tag um Tag, Woche um Wochc. Gustav war iuS Waldschloß übersiedelt nnd malte fleißig au dcu Porträts; allciu er vernachlässigte dabei nicht sciuc'Studien in der Natur. Karl war natürlich fast immer hcrübcn. Er und die Damcn zeigten Gnstav alle Merkwürdigkeiten in der UM' gcbnng, Anna cinigc Stcllcn, dic ihr besonders lieb waren nnd anch dcu Maler cutzücktcu. Die erste lag mit-ten im Walde: ein Thallesscl, umstarrt von schroffen Klippen, daranf nnr Ephcn rankte und Büsche von Haidc-krant standen. Man gelangte dnrch eine enge Ocffnnng hinein, da blante ein 'kleiner See, nmdnftct nnd nmblüht von Waldblnmcn, klar nnd rnhig, daß sich kein Wcllchen regte, wie ein Auge der Erde, darein der Himmel sciucu 618 lobenswcrthcm Eifcr alle Hindernisse zu beseitigen, welche sich dem Abschlüsse des Handelsvertrages mit Ocstcr-reich noch entgegenstellen, so daß mit Znvcrsicht der Ab-schlnß des Vertrages schon in den nächsten Tagen erwartet werden darf. Diese, wie gesagt, verläßlichen Quellen entnommenen Andeutungen werfen ein Streiflicht auf die politische Haltnng Italiens und werden bald durch praktische Thatsachen bestätigt werden. Dumcichcr gegen Langenbeck. Der Kanonendonner ist verstummt; der Nauch hat sich verzogen; Nacht senkt sich ans das Schlachtfeld nieder. Doch sie bringt nicht Jenen Ruhe, die nach heißem und hartem Kampfe ihrer so sehr bedürfen. Der Besiegte verfolgt mit dem Aufwand fciucr letzten Kräfte die dornigen Pfade der Flncht. lind mit dem Aufgebot seiner letzten Kräfte eilt der Sieger hinter ihm ciuhcr. Weiter uud weiter wälzen sich die todcömüdcn Schaarcn, bis die Erschöpfung ihrer Kräfte ihueu Halt gebietet, um in crzwnngcncr Rnhc ncnc Kraft zn neuem Ringen zu schöpfcu. Kampf folgt auf Kampf. Die Sccuc wechselt, doch die Sache bleibt sich gleich. Endlich ertönen die Kanonen znm letzten male und Glockcngelänte nud der Jubel des Volkes vermengen sich mit ihrem Schall: Der Sieger feiert das Sicgcsfcst! Doch so lant auch der Inbel, ist cr doch nicht allgemein; die besten Stimmen fehlen. Viele Taufende von Denen, die mannhast gestritten, liegen fern in der kalten Erde fremden Bandes; viele Tausende schinachten in Ficbcrglnth, seufzen nntcr brcnncndcn Schmerzen nnd können weder leben noch sterben; nnd andere Tanscnde blickcu verkrüppelt und verstümmelt einer freud-nnd trostlosen Zukunft entgegen. Mußten aber anch Alle sterben, die da gestorben sind — müssen die Audcru alle ciucm qualvollen Ende oder einem noch qualvolleren Lebcn nach übermäßig langem Leiden nnf dem harten Bcttc des Lazarcths entgegengehen? — Die Frage ist ernst, ihre Sprache so eindringlich, daß sie der Sieger selbst in seiner glücklichsten Stunde nicht überhören darf; sie ist so hochwichtig, daß Alle, die da bcrnfen sind, die Tage des Friedens nicht würdiger benutzen können, als wenn sie das tranrigc Los, das der Krieg so vielen Tausenden bereitet, znm (Gegenstand ihrer ernstesten Stndien machen und iu dcu souuigeu Tagen der Rnhc berathen und erwä-gen, wie in den Tagen des Stnrmcs all' das Elend gemildert werden könne, das ans tausend Schlenßcn ans jedes Schlachtfeld hereinbricht. — - Diefe Frage ncncrdings, und zwar von den höchsten menschlichen Standpnuktcn ans angeregt zu haben, ist das Verdienst Professors Dnm^ reicher, der iu der soeben veröffentlichten Broschüre „Zur Lazarethfragc" mit dem nucrquicklichcn Geschäfte einer persönlichen Polemik hohe, rein menschliche Interessen in ebenso würdevoller als glücklicher Weise zu verbinden verstand. Herr v. Dumrcicher erhielt uach Beendigung des Krieges mit Preußen von der k. Regierung deu Auftrag, die in den Festungen Königgrätz nnd Ioscphstadt nnd in den feindlichen Lazarcthcn befindlichen k. k. österreichischen Verwundeten zn besuchen, die sanitätsbehördlichcn Maßregeln einzuleiten nnd diesbezügliche Anträge zn stellen, znglcich aber den ärmsten Bewohnern im Bereiche des Kriegsschauplatzes Hilfe zn bringen. Das Ergebniß seiner Wahrnehmungen nnd seines Wirkens machte Professor Dnmreichcr zum Gegenstand eines Vortragcs, den er am 30. November v. I. in der „Gesellschaft der Aerzte" in Wien hielt. Dicfcr Vortrag reizte den Berliner Pro-fessor Gehmurath v. Laugcnbeck, der eine hervorragende Nolle in den böhmischen Lazarcthcn gespielt hatte, zn einer Kritik, die sich nicht innerhalb der Grenzen der Wahrheit bewegte nnd durch ihren harten, hochmnthigcn nnd verletzenden Ton Profcfsor Dumrcichcr zu einer cut« schicdcncn Entgegnung nöthigte. Dicfc Erwiderung liegt nnn in der obigen Bro« schüre vor. Selbstverständlich konnte Herr v. Dnmrci-cher das Gebiet der persöulichcn Polemik nicht gänzlich vermeiden; cr betrat aber dieses uicht uur mit Würde, er war nicht nnr eifrig bemüht, sich stets iuucrhnlb der Grenzen des Anstandes zn halten, cr wußte eine Auge-lcgcnhcit, die von Herrn von Laugcubcck zn einer uutcr« geordneten, weil rein persönlichen gemacht worden, zn einer Frage von allgemeinstem Interesse zn gestalten, indem cr mit jener das Schicksal der Vcrwundetcu anf den, Schlachtfeld und in den Lazarethcn in Znsammcn» hang brachte, gründlich untersuchte, weshalb diü Leistung der preußischen Lazarcthc anf dem böhmischen Kriegsschauplatz nicht anf der Höhe der Aufordcruugen standen, welche die Humauität au derartige Austaltcu zu stelleu berechtigt ist, und schließlich ans das Gebiet von Erörterungen nnd Vorschlägen überging, welche die Erleichterung des Loses der Verwundeten durch Hcbuug uud Vcrbcsseruug der feldärztlichen Praxis uud durch Sicher-stclluug des iuternatioualcu Eharaktcrö der Feldlazarelhc u. s. w. im Auge habeu. Professor Dumrcichcr bcgaun den Vcsnch der Laza-rcthc in Böhmen fünf Wochen nach der Schlacht von Königgrätz. Er fand alle Bcdingnngen zn cin.'r guteu Lazarethpflege gegeben; gleichwohl wareu die Leistungen der Lazarethe weit hinter den berechtigten Erwartungen znrück, uud Professor Dumreichcr erklärt diese bcdaucr« lichc uud befremdende Erscheinung in folgender Weise: erstens thaten nicht alle leitenden Aerzte ihre Schnldig-keit; zweitens blieb eben deshalb die Wariung der Leidenden nnfähigcn Händen überlassen, oder wnrdc sie gänzlich vernachlässigt; drittens wnrde allüberall gegen die wichtigsten Gebote der Reinlichkeit in unglaublicher Weise gesündigt; viertens fiel der Opcrationsfncht so manches Opfer; fünftens war der Wcchfel der Aerzte viel zu häufig; fechstcns wnßten die prenßischen Aerzte dcn österreichischen Verwnndcten nnd Acrzlcn gegenüber ihr Sicgcsgcfnhl nnd ihrl> in Berlin auf dic Anfrage, wie cs fich von nnn an nach dcr erfolgten Anf" lösnng dcs dcntschcn Vundcs mit dcr preußischen Garnison in dcr Fcstung Luxemburg verhalten werde, in be> stimmtcr Weise geantwortet wordeu sci, Prcußcu wcrdc dic Fcstnng nicht mchr als Bundcsfestnng, sondern anf Grnnd der besonderen, I^ll» nnt Holland abgeschlossenen nnd 181l) ratificirtcn intcrnationalcn Vcrlrägc be-sctzt haltcn. Ebcnsowcnig sci man im Haag darüber i>n Umgcwisscn gewesen, daß die Agnatcnrcchte dcs herzoglich nassan'schen Hanscs alif Prenßcn übergegangen seien. Habe Frankreich sich trotzdem anf Unterhandlungen cin-gclasscn, müsse es auch die Folgen tragen. Dcn Vorschlag, Lnrembnrg ^n Belgien zu überlassen uud Frankreich mit einem Streifen belgischen Gcbictcs zn entsch"' digcn, findct die „Eorrcsv. dc Berliil" lächerlich, b" Prcnßen bei diesem Projcete völlig vergessen sci. Das sactischc, von Prcnßcn nnsgcübtc Recht wcrdc für ni'ch^ angcfehell nnd Frankreich foll „wcgcn ciiics O^'" lüstcS" ciuc Tcrritorial-Eutfchädignng crhaltcn. Paris, 23. April. Dic „France" fagt in Vczng anf dcn Artikel dcr „Norddentschcn Allgeincinen Zeitung , welcher behauptet, daß in Luxemburg dcr .^>>>^ '!'"' aufrcchterhalteu blcibcu müsse (in dicscr bestimmt».'! ssassnng wurde dcr Satz uicht von der „Nordd. Allg-Ztg.", sondern von dcr „Eorr. dc Äcrlin" ansgcsvrochen-Die Rcd. dcr „Abdpst."), cs glanbc uicht, daß t>^ „Nord. Allg. Ztg." die Idccu dcr preußischen Regie"'"« vcrlrcte, denn dicS wäre cinc Politik, welche Frankes wider sich finden würdc, nm sie zn bekämpfen, "i Enropa, sie zn mißbilligen. In einem andern A^ giebt die „France" zn verstehen, daß die franzost!^ Rcgl'crnng dic Taktik Biömarcks annchmc, wclchcr wcnw vcrlaugt lind vicl nimmt. Vcispiclswcifc köimte stc ^ Abtretung LuxcmbnrgS, die Hcransgabe ?cord-^chlcsw ^ an Däucinark, die Ännnllirnng der Verträge niit V> dcntschland, die Ränniung Mainz' verlangen nnd l andere delicate Fragen anregen. Bismarck würdc l leicht antworten: Man müsfc sehen, wer dcr ^l"" sei. Bismarck würde snchcn, diese Fragen zu bcscllw . aber cs giebt in Europa uoch ciuc Nation, bcl wc ^ cr die Fragc nicht so leicht wie bei Dänemark ven könnte. — Die „Patric" glanbt uicht, daß die ^'" den Kammern bei Wicdcranfnahmc ihrcr ^"^, .^gc Mitthcilnngcn wcrdc niachcn können. Dcr gegen'"" ^ Stand dcr Verhandlungen wcrdc dics "^^ ,^',.schcn Die „Patric", gleichfalls dcu Artikel dcr .Norddcm,^ Allgclneiucn Zeitung" besprechend, glanbt ebenso ... „France", daß derselbe nicht die Ideen der pl schen Rcgicrnng vertrete. Ini entgegengesetzten " ^ würde cinc solche Politik daS ganze Werk von ^" 619 fährdcn. — Die „Patric" erklärt die durch dic fran^ö-sischc Regierung bewerkstelligten Pferdcanknnfe durch den Verkauf von 8000 Pferden des mcxicanischcn E),pc< ditioi,i'l" cinzurücksu. Bei dieser Gelegenheit dürften auch dic ^'^rzcit bei der bestandeneu ungarischen Leibgarde iu Ge- lauch gcslandcnen schonen Rlitzeugc (Schabraleu van Tiger- ^') wieder verwendet werden, Ob die commandirleu Hußaren« isicicrc in ihrer gegenwärtigen Adjustiruug dieseu Dienst '"^>er Krönung vetsehcu werden, oder ob hiezu eine andere ^Uis'irung bestimmt wird, ist bis jetzt noch nicht endgillig ^tgcsieil^ doch dilrste von letzterem Modus aus Ersparuugo» ^»chten abgegangen werden. H "- (Urbuugslager.) Das vor einiger Zeil iu ^"athuug gezogene Project zur Errichtung von stehenden °2ern, wozu bereits die Vorarbeiten begonnen haben, ist, 'e aus N^„ berichtet wird, in neuester Zeit wieder cuif-^» "- dafür aber der Beschluß gesaßt worden, im Lause bei 5?""'""ls, wie in frühereu Jahren, das Uebungslagcr n "Uict au der Leitha von Truppen beziehen zu lassen, ^"'üchst ist die Garnison vou Wien sür diese? Lager bc-lNt?.""o wird divisionswcise dahin abrücken. Jede Ar-^ivisiy,, ^^ ^ Bestimmung, durch sechs Wochen daselbst ^ ^lrblcibtn und gröber» Waffen- uud Feldübuugeu vorzu-l,nd""'' ^l«-'Ablösung soll nach bestimmtem Turnus geschcheu NÄH "°^. Zulässiglcit zu dicseu Uebungen auch ander?, ^.^t dislocirte Truppenabtheilungeu bcigczogeu weiden. I),Z "^ Lagerperiodc wird mit 30. Juni beginnen. Da t.^ "bin cine hinreichende Anzahl von umgestaltete», Hin« !lj "^'" fertig sein wird, so sollen sämmtliche in daö Lager bei >ver!> "^^'^kl'de Truppen mit diesen Gewehren versehen 3ur Abberufung in Leipzig hat uoch leiue preußische Zeitung etwas berichtet, uoch auch vou seiner Degradirung, uud doch sind diese meistens in militärischen Dingcu immer recht gut unterrichtet und lcineswegt verschwiegen. — (Füufzig Kanonenschüsse in der Mi. uute!) Die „Gazette ve Frauce" spricht wieder von den famosen lleiueu Kauouen, die ln Pari« «»gefertigt werden sollcu. Wie erzählt wild, trageu sie 15,00 bis 2000 Meter weit, werden mit Kartätschen geladen und können vermittelst einer Kurbll, vou einem Manu» gedreht (lmn'imjM'l), 50, sage süufzig (! ?) Schüsse in der Minute abfeuern. Der „Gazette" selbst kommen diese füufzig Schüsse etwa« pro« blematisch vor. — (Die Durchbohrung des Mout'Ceuis« TuuuelS) dürfte fortan rascher als bisher vor sich gehen. Nach einer Mittheilung der Gazz. Piemontese stoßen die Arbeiter seit dem 8. v. M. nicht mehr aus Quarzgestein, sondern auf weichere Miueralschichteu, so daß sie im abge-laufcueu Monate die verhältnihmäßig große Streck» pou 59 Meter zurücklegen lounlen. Das genannte Blatt fügt hinzu, es sei gegründete Hoffnung vorhanden, daß das riesige Untcruchmeu uicht mehr auf erhebliche Hinderuisse stoßen werde. — (Strikes.) Aus Paris, 20. d., wird geschrieben: Die Coifseurs habeu heute au ihre Meister ciu Ultimatum crgehcu lasse,,, und insoferu dasselbe uicht augeuommcu wer« deu sollte, wird von heute Abends, der Vorfeier des Oster. festes, an, iu Paris nicht mehr rasirt und frisnt. Die Herren Merlans, wie sie der Vollowih hier neuut, ver« laugen 5 Fraucü per Tag für 11 Stunden Arbeit: jede Stunde über diese Zeit muh mit 50 Ceut. vergütet werdeu. Dagegeu leisten sie auf das Trinkgeld Verzicht. — Die Pariser Schneidermeister haben am Charfreitag Morgens um 9 Uhr ihre Läden geschlossen, da die Arbeiter die vou ihne-.l gestellte» Bedingung«» nicht augeuommcn haben. Auf den Boulevards liest mau auf alleu ihreu Gescha'ftslocaleu: „Geschlosseu wegen Arbeitseinstellung." Die Zahl der Ar< beiter, die iu Folge desscu brodlos siud, belauft sich auf 40.000. Die „Casse", die für sie fuuctionirt, hat jedem unverheirateten Arbeiter 1 Fraucs 50 Ceut., den verheirateten 2 Francs uud für jedes Kiud 50 Ccnt. mehr ausgefetzt. — Aus London, 18. d., wird gemeldet: Der Strike auf der North-Castcru'Vahn, der seitens der Arbeiter unver« ändert fortdauert, ist auf Scitcu der Bahuuerwaltung insofern iu eiu neues Stadium gctretcu, als es ihr bis jcltt schou fast gänzlich gcluugeu ist, die iu ihrem Personale ent-staudeucu Lückeu zu crgünzeu. Die feiernden Arbeiter haben indessen au diejenige,,, die im Begriffe stehen, in die Dienste der Nortl>Eastern'Nailway einzutreten, cincu Aufruf gerichtet, um sie abzumahnen. Locales. — (Excesse.) Gestern Nachts lounteu die Bewohner des alteu Marktes lange nicht zu Nuhe kommen, und zwar durch die Schuld ciuiger ttuuleucn Naufbolde, welche noch lange nach Mitteruacht in den Gasthäuser» lärmte,,. — (Komisches aus der Nee lame u w elt.) Seit gestern praugeu au der Straßenecke» unserer Stadt Placate, eine riesige Haud darstellend, in dcre» Fiugern sich eine Reclame machende Inschrift besiudet, welche dem gläubige,, Publicum gauz Uumöglichcs zumuthet. Es heißt näm» lich wörtlich: „Gehet uud sehet noch nie Gehörtes, gehet uud höret uoch »ic Gesehenes." — (Historischer Verein.) Soeben habcu die „Mitthciluugcn" für das abgelaufene Quartal die Presse verlassen. Dieselben enthalten auf 42 Seite» i» Quart: 1. Monographie des Vergorteö Cisuern vo» A. Globocuik: 2. Der Ausfchußlag der drei Lande Steiermarl, Kärulen uud Kram zu Cilli im Jahre 1555 vou Prof. Kioues iu Graz i 3. das Protokoll der Geueraluersammlung; 4. Er, Werbungen. Veigcgebcu ist Titel, Inhaltsverzeichuiß, Register uud Umschlag zu dem Jahrgange 1800. — („Slovenec" !>.) Die „Klageufurter Zeitung" schreibt unter gestrigem Datum: Der „Sloveucc" ist heute zum letzten male crfchieueu, weil die Ferd. v. Kle i n m a y r' schc Druckerei es abgelehnt hat, de» Druck uoch fcrucrhin zu bcforgeu. Als uächster Anlaß hierzu ist eiue iu dem gc-»auuleu Blatte erschicucue Proscriptionsliste jeuer Laibacher Wähler, welche uicht uach Vorschlag des National-Comity's gewählt habeu, zu betrachten. Separatabzüge dieser Liste wurden hier uud iu Laibach vou der Behörde confiscirt. »Handels- nnd Gewerbckammer für Krnin in Laibach. Auszug cms dem Protokolle der urdeutlichen Sitzung, welche am 18. April d. I., Nachmittags 5 Uhr, im Saale des Gemeiuder,itlM abgehaltcu wurde. Vorsitzender: Kammer-Präsiocut Herr V. C. Suva». >— Gegenwärtig: Der I. f. Commissar t. k. Hofrath Johann Ritter v. Vofizio. Die Herren Kammermitglieder uud Ersatzmänner: Josef Vlasnik, Matthäus Schreiner, Gustav Töuies, Iohauu Vee. Johann Fabian, Josef Strzclba, Josef Schwcntucr, Paul Stale, Ioh. Nep. Horat, Blas Vcrhovec, Iohanu Iamsel, Franz Rößmanu — Dr. Lovro Toiua», Kammer-Sccretä'r. Nachdeu» vou der Verlesung des lctzteu Protolvlls Um^ gaug geuommeu wordcu, nsucht der Herr Vorsitzende den Herrn Secrctär, die „n'tzutbeilnideu Stücke vorzutragen, von wclchru wir uachstcheude mittheilen: 1. Gesuch des Herru Iohaun Pribil, Priuat-Iugc-uieur iu Laibach, um Unterstützung der Vorlage der Offerte bezüglich der Traciruug der La i ba ch - Vi l la ch c r C' isenbahu an das hohe k. k. Haudelsministcrium. (Wurde entsprechend vorgelegt.) 2. Gegenseitiger Vcrsichcrungsverei» österr. Montau-wcrte, Maschinen» uud Metallfabriteu in Wien zeigt au deu Beginn seiner Amtswirksamlnt, macht Einladung/» hiczu und ersucht nm ein Verzcichiuß sämmtlicher im Kammcrbezirtc befindlichen Mctallsabrikcn. (Vurde zur Keuutniß geno,nn,en u»d entsprochen.) 3. Zuschrift des t. t. Puncirungsamtes iu Laibach ddo. 21. März 1807, Z. 80, mit dem Crsucheu um Velauut« gäbe der im Kammerbezirle befindlichen Gold- und Silber« schcider, Gold» uud Silberdrahtzieher, Gold' uud Silbcrarbei-ter, Gürtler, Uhrmacher, Fabrilseigenlhümcr :c. uud ob solche einer Genossenschaft einverleibt si»d uud ob sie Genossen-schastsvorstäude habcu. (Wurde zur Kenutuih genommen und entsprechend beantwortet.) 4. Zuschrift der priv. östcrr. Nationalbank ddo. Wien 20. März 1807, Z. 2517/9, mit der Mittheilung, daß die Nauldirccliou den Zinsfuß im ßscompte bei der Filiale in Laibach vom I. April l. I. angefangen für Platzwechsel auf 4 l/z pCt. uud für Domicile auf 5 pCt. herabgesetzt hat. (Wurde die Danksagung dafür beschlossen.) 5. Zuschrift des hohe» t. l. Laudesprüsioiums ddo. 28. März 1807, Z. 1034/Pr., mit der Mittheilung, daß , den aus der Handels- und Gewerbelammer zu Landtags-abgeordneten gewählten Herren Dr. Toman uud Dr. Klun die Wahlccrtificatc zugestellt worden sind. (Zur Keuutniß genommen.) 620 6. Erofficio-Vorlage der Kammer-Rechnung für das Jahr 180L und die darauf bezügliche Genehmigung des hohen l. l. Handelsministeriums mit Erlaß ddo. 5. April I. I., Nr. 5127/375,. (Zur Kenntniß genommen.) 7. Zuschrift deü hohen t. l. Ccntral-Comit^'Z für die Pariser Ausstellung ddo. Wien 14. März 1507, Z. 3281, mit der Einladung um Adsendung des Herrn Kammer-Lecretilrs nach Paris, um dort im Interesse der Kammer-augehörigen thätig zu sein, und 6. Erlaß des hohen l. l. Handelsministeriums ddo. Wien 10. März 18L7, Z. 4014/341, um Absendung eines Telcgirlcn des Kammerbezirlcs zur Pariser Weltausstellung, um doit das gebotene reiche Matcriale auf dem Felde der Industrie zu stndiren. (Diesfalls wurde beschlossen, daß die deinen Herren Kammerrälhe Franz Rößmaun und Gustav Tönies, die ohnehin nach Paris gehen, als Abgeordnete der Kammer lcgitimirt ircrdcn.) 9. Tergalzuschrift der hohen l. l. Landcsbchöroe ddo. . Laibach 22. März 1807, Z. 1315, mit der UtbcrmittllMg des Gesuches der Ortschaften Zagrac und Fuzine, im Ve-zirle Seiscnberg, um Bewilligung zur Abhaltung vou vier Jahr- und Virhmäiltcn. Der Herr Sccrclär verliest das Gesuch der beiden Ortschaften, das Cinbegleitung4gcsuch des t. k. Aezirl5amtes Scisenberg und die Tcrgalzuschrist der hohen t. t. ^andesbchörde. Herr Viccprüsivent Horal ergreift das Wort und behauptet, daß es in Kram, nament' lich aber in Nnterkrain, sehr viele Märkte gibt, so daß jeder, der was zu lausen oder zu verlaufen hat, dies sehr leicht lhuu tann! die vielen Märkte verschlimmern uur das Gc» schäst und sind in volkswirthschasllicher Niiclsicht nur schädlich, — er beantragt die Abweisung des Gesuches. Der Herr Vorsitzende V. C. Supa u ist mit dem Antrage yeö Herrn Vorredners ganz einverstanden und bcmcrtt noch, daß im Aeziilc Seiscnberg selbst 13 Märllc und in den bcnachbar» te>, Vezirten 93 Märllc des Jahres abgehalten werden, daher dieses Gesuch abzuweisen wäre. (Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.) 10. Bericht des Comite's rüclslchtlich Zahlung der vo:n Herrn Lambert L,. Luctmann (früheren Kammerpräsidei:« ten) an die Kammer gckistclen Vorschüsse pr. 800 fl. 2. W. Der Herr Secrclär als Referent des Comite's legt die Fi' "anzvcrhältnisse der Kammer in den Vorjahre» dar, berichtet die iiiwägungcn des Comite's und dcsscn Beschluß, daß dem Herrn Lambert C. Luclmann der Vorschuß pr. 800 fl. so> bald als die Gelduerhältnisse es zulasseu, gezahlt und ihm diesfalls rin entsprechendes Schreiben zugcscrtigt werde i der Referent liest dieses Schreiben vor. Herr Johann 3lep. Horak nimmt das Wort und spricht sein Bedauern darüber aus, daß die Kammer dadurch, daß in den Vorjahren, wo eben Herr L. C. Lnclmann Kammerpräsident war, viele un-üölhige, nicht zu rechlserligende Auslagen gemacht wurden, in Schulden gcrielh, und daß der Herr Präsident Luckmann nicht darauf gefehen hat, die Auslagen mit den Einnahmen in Einklang zu bringen. Seine Vorschüsse drücken jetzt die Kammer. Trojzdcm die Nechmmgen genehmigt sind, lönne er sich so geradehin ohne Prüfung der Auflagen der Vorjahre nicht für die Rückzahlung der Vorschüsse erllärcn. Schließlich wird nacb den Aufklärungen des Secretärs, daß die Rechnungen der Vorjahre vom hohen l. l. Ministerium genehmigt und »icht umzustoßen sind, der Antrag des Co-mite's auf Eilassung des Schreibens angenommen. E cp ara t - A nt r ä ge. .Herr Präsioent V. C. Su ' pan stellt den Antrag, daß mit Rüssicht auf die oben besprochenen schlechten Iinanzocrhältnisse man das hohe t. I. Handelsministerium ersuche, daß der Kammer-Wahlcensus erniedrigt oder das Wahlrecht auf alle Handelsleute und Industrielle des Landes ohne Rücksicht auf die Steuerzahlung ausgedehnt werde, weil dadurch eine größere Revenue der Kammer erwachsen, andererseits aber dadurch das Princip des activen Wahlrechtes im freiheitlichen Sinne aufgefaßt und realisirt werden würde. Dieser Antrag wird einstimmig angenommen und sohin die Sitzung geschlossen. Neueste Post. Tricst, 25. April. In Ncci, cincr Ortschaft am Bojanaflns; in Albanien, sind einige Cholera-fälle vorgekommen nnd eö wurde daselbst ein SanitätS« cordon gezogen. Sonst ist der Gcsundheitö;ilsland in ganz Oderalbanien befriedigend. Einer Berordnuug der k. k. Ccntral'Eccbchürde vom 23. d. M. zufolge werden die Schisse, welche nach dem 12. d. M. von Oricu an dem gmanntcu Flusse abgefahren sind, nach den für die Provenienzen auö von der Cholera angesteckten Häfen bestehenden Vorschriften behandelt. F inmc, 24. April. (Tr. Ztg.) Der lonigl. Commissar Hofrath v. Cfeh ist endlich hcntc Morgcuö hier eingetroffen. Cinc Stnndc später kamen die Fiumancr, die noch in Pest geblieben waren, nut der Post hier an, darnnler Herr Matcovich, nnd wnrdcn von einem Theil der Vcuölkernng, der sich inzwischen versammelt hatte, freudig begrüßt. Cm Theil der Stadt, besonders jener in der Nähe der Finmara, war auch in einem Augenblick mit nngarischen Flaggen geschmückt. Nachdem die hiesigen Behörden es unterließen, dem Commissar gleich nach seiner Ankunft sich vorznstellcn, so kam dieser ihnen an Artigkeit znvor lind stattete cinc Stnndc nach seiner Ankunft dem Herrn Obergespan einen Aesuch ab, nahm aber, wie cö heißt, dessen Cinladnng zum Mittagessen nicht an. Der Commissär ist im Hotel Cnropa abgestiegen. Nach seiner Nncktehr machten ihm drei hervor« ragende Mitglieder der Municipal-Congregation im Namen ihrer Collcgcn ihre Aufwartung nnd wnrdcn auf daö Zuvorkommendste aufgeuommen. Der königl. Commissar versprach, daß, sobald er sich nnr ein wellig oricntirt, alle Beschwerden der hiesigen Bevölkerung unparteiisch uutcrsucht werden sollen. Hcrr v. Csch bringt anögc-dehnte Vollmachten mit, woruutcr sich auch jene befinden soll, nach Gutdünken was immer für einen Fnnetiouär — ohne Anöucchme — feines Amtes zn entsetzen. Cr drückte den Wnnsch alls, daß alle Demonstrationen, besonders jene auf der Gasse, unterbleiben mögen, in Folge dcsscn wird anch cinc schon halb nnd halb projcetirtc Serenade nicht stattfinden. Zn bedauern ist nur, daß ans rein persönlichen Motiven die hiesige national, oder besser gesagt, ungarisch gesinnte Bevölkerung sich nach nnd nach in zwei Parteien getheilt hat, wir haben sozusagen jetzt anch nuscrc Dcakistcu uud uuscrc Tigcrpartei mit — Madarasz. Cincm Schreiben ans Athen vom 20. d., entnimmt die „Tr. Ztg." Folgendes: Die Gerüchte über einen Bruch zwischen Griechenland nnd der Türkei, die seit einigen Tagen circnlircn, sind alle aus der Lnft gc-griffcn.___________________________________________ Telegramme. Verlin, 24. April. Die „Prov..Corr." schreibt: Die Mittheilungen über angebliche von Seite Prcn-ßens anläßlich der Luxemburger Frage augcorducte militärische Maßregeln sind durchweg nube« gründet. Die preußische Regierung hat sich ungeachtet der Nachrichten über die militärischen Vorkehrungen, welche in Frankreich anscheinend im Zusammenhange mit der Lnxemburgcr Frage gctroffcu werden, seither nicht veranlaßt gesehen, ihrerseits Schritte zn thnn, welche mit der Hoffnung auf Aufrechterhaltung friedlicher Vc-zichnugcn zn Frankreich im Widerspruch ständen. Graf Bismarck ist von seinem Crholuugsaufcuthalt iu Pommern znrückgekehrt. Die Eröffnung des Landtages wird dnrch Bismarck vollzogen werden. —Von anlhcn« tischer Seite wird versichert, daß alle Gerüchte über eine Mobilmachnng, wie auch über cinc angeblich angeordnete Kriegsbereitschaft der Artillerie gänzlich unbegründet sind. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die V crm i tt l nngsu orsch l ä gc in dcr Luxemburger Frage sind noch nnlxkannt, daher nicht discutirbar; doch stcht es fest, daß Prcußcu weder das Vcsatzungsrecht zn Gnnstcn einer Vereinignng Luxemburgs mit Belgicu, uoch die diesbezügliche!» Vertrüge mit Holland aufgegeben habe. — Die „Börsen'Zcitnng" hört, dic österreichische Vermittln n gsn ote fei am Charfrcitagc hicr übergeben worden. Berlin, 24. April. (N. Fr. Pr,) Die Krcnz. zeitnilg constatirt in der schärfsten Form die it riegeln st Frankreichs und die Thätigkeit französischer Emissäre in L ll^cm b llrg. — Die Andeutungen der France über umfangreiche R ü st nngen D ä n c m a r k s werden dnrch ilopenhagcner Korrespondenzen bestätigt. Dic dänischcn P r cß b eh ö rd cn haben den Zeitungen empfohlen, über die Rüstungen uud die Küstenlicfcstigung Discretion zn beobachten. Köln, 24. April. (N. Fr. Pr.) Der Köln. Ztg. wird ans Paris berichtet: Gramont sei dcr Ucbcr^ bringcr eines kaiserlichen Handschreibens an den it'aiser von Oesterreich, worin große Theilnahme für Oesterreich an den Tag gelegt wird. Cs haben großartige Pferdc-Ankän fc begonnen; nngchcncrer Kriegs bedarf wird fortwährend an die Ostgrenze transportirt. — Die „Times" vom 23. d. veröffentlicht einen Artikel über die gegenwärtige Krise nnd über« weist Frankreich die ganze Vcrantwortli ch tcit dafür. Hamburg. 24. April. (N. Fr. Pr.) Der „Bor. scnhallc" wird ans Berlin geschrieben: Die Gerüchte von der bevorstehenden Znrückziehnng dcr prcnßischcn Be» satzung aus Lurciubllrg seicu nnbcgründct; bisher fehlen positive Anssprüchc Nlißlands nnd Cnglands über die schwebende Streitfrage, die Cougreß-Idec könne vielleicht Boden gewinnen. München, 24. April. (N. Fr. Pr.) Es heißt, Graf Tauffkirchcu'S Sendung sei in Verlin geglückt, in Wien nicht geglückt, Baicrn nnd Preußen werden im Falle eines Angriffes von Seite dcr Franzosen das A ngnst-Ä ündn iß im vollen Umfange aufrechterhalten; die Armcercform in Baicrn wird beschleunigt. Florenz, 2.';. April. Die Vauk hat den Es-compte auf 5> pCt. herabgesetzt. Für Vorschüsse wurdcu jedoch die Interessen mit 7 pCt. beibehalten. Hentc wnrden die Handels-, Schifffahrts-, Post. nud Eisenbahnverträgc unterzeichnet. Scctionschcf v. P ret is ist nach Wien abgereist. Paris, 24. April. Das „Mem. dipt." schreibt: Preußen, um die N cntralität Dänc m arks zu er-langen, soll die nnvcrwcilte Ansführnng des Art. 5> des Präger Fricdcnsvcrtragcs angeboten haben. Dänemark verweigert wegen Crfüllnng dcsscn, waS sein Vertrags» mäßiges Recht ist, cinc Verpflichtung cinzngchcn. Paris, 24.April, Nachts. (Tr. Ztg.) Die „France" constalirt die Cinillüthigkcit dcr öffentlichen Mciuuug ge< gcu die Preußische Politik, die französische Regicruug wcrdc dnö gauze ^and hinter sich haben. „Patrie" wi> dcrspricht der Bchanptnng dcr „5trcnzzcitnng", Prcußcu habe ein Recht, in Lnxcmburg zu verbleiben; Luxemburg sei keiu deutscher Vodcu. In Frankreich sind keine Parteien mehr, uur ciuc Nation, welche am Tage dcr Gefahr ciue Armcc bilden werde. Dcr,,Abend-Monitcnr" spricht änßcrst sympathisch seine Gcnngthnnng über die inilcrc Consolidirnng Oesterreichs aus, und sagt: Europa ist bei dcr Wohlfahrt Oesterreichs als einer dcr wesentlichsten Grundbedingungen des Gleichgewichts intcrcssirt nnd nliiß dicscs wüuschenswcrthc Crgcbl'iß mit Geuug-thuung aufuchmcn. Dcr „Mouitcur" constatirt die Cili' müthigkcit der dänischcn Districtc Nordschlcöwigs im Verlangen nach Wiederabtretung an Dänemark. Dcr „Constitntionncl" protcstirt gcgcn den Gcdankcn, Frankreich wünsche Krieg. Cs lönneZnicht Preußens Interesse sein, in cincm uuabhäugigcu Vaudc auf jeden Fall zll garnisouircn. Die französische Regierung strebt nicht nach itricg, nnd selbst jetzt, da die luxemburgische Fragc eine cnropäischc geworden, hält Frankreich sich abseits, nm die Friedeusaction der Mächte nicht zu beeinträchtigen. Frankreich will den Frieden, ohne dcn Krieg zn fürchten, lcgt abcr daranf Gewicht, daß keine Zweifel an seinen friedlichen Absichten bestehen. <5onstantinopel, 24. April. (Direct.) Die osficiöse „Tnrqnic" ist crinächtigt, dic Nachrichten dcr Pariser „Libcrt^" über die Fortdauer dcr In> snrrection auf Kreta uud im Cpirus in forincllstcr Wcisc zu dementircn. Omcr Pascha ist im Begriffe, die letzten Trümmer dcr candischen Insurrection z» vernichten. Telegraphisckc Wechselcouvse vom 25i. April. 5p'.'ve. Metalliqucs l»5>.60. — s.prrc. MetalliqueS n,it Mai» uud November-Zinsen 5,0./5). — 5pcrc. National Äuleheu 0l!.?0. — Vaul-actisii 0. — K. l Dneaten 0.W. Das Postdampfschiff „Tclltonia," Capitän Vardua, ging, cxpcdirt von Herrn August Volten, William Millers Nachf., am 20. April stark besetzt von Hamlmrg nach New-)')ork ab. ,»»,,«>'„.......«»«»,.»...........».,>,,„„.,».....,.......,,„ ,<««««»««,««»^ Oeschästs-Zeitunss. Vahuprojecl Inllsbrncr-Pe»,;bcrg. Baron Eichthal in München IM dein l. l. Hmioclömiiiislenuni ri,i Gesuch uM Bewilligung ttchnischcr Povstudie» für eine dircclc Lisriilmhnfi!!)' rung uoii Penzderg iN'er Parlcukilch'!! nach Iiiil^bruck ;uin A>>' schlnssc an die Areiinelbalni ül>erreicht, wrlche von der öslerreichi" schril Nrichögrenze an^ gegen Vcharuii^ u»d Secfeld und deren ganzen llüigediiug, sowie auch l'cere^ bedeulend abzukürzen. ??atil»nall'a>»k fur Tce-Anlcilieu uild Ijcrsiche-rullszen. Ciu provisorisches Counl»^ heil daö Progrannu einer ! „umritinmi 9iatio!iall>a»I' für See-Aulnheu uud Versicherungen" »eröffeiiUicht, deren Grilndc^pilal eine Million Gulden österreichi' scher Währung iu Aclieu i» 2Nl) sl. betragen N'ild, aber bis ti»f zwei MiNioueu Guldcu österreichischer Wahrung rrhöht werde!» lanu. Dlr Hauplzivecl dieser Bau! wird sein: l. Den ^lhedcrll »nd Schisftcapiläneu die nölhigeu Foudö vorzustrecken, »in Ha"' dclxb^ englischen Versichernng5poliz;en uud nüt jcncn Pegünstiguül!^^ welche die Anstull selbst nicht prilliidiciim. Vblimischc laudwirthschaftliche (^veditbank D^' böhmische laudwirihschafllichc Credilbaut N'ird demnächst ihre G^ schäslizcbul, Kaufm., vou Trieft, — Kirschuer, HlN'dnH' von 2^r.-Ncustadt. — Ratharct, Haudelöm., und F"U K"U ' Private, vou Ncuinarktl. - Frau Eutucr, l. l. MajorN""" ' l^on Ofen. >,,. Wilder Maml. Barou ^aug, l. l. FML., ans UutcNla' Vaierischer Hof. Herr Hoelelrr, von Triest._________^— Fiir die Abgebrannten in Krona«' Ucbcrtrag vom lctztcu Vcrzeichuissc . '' '' Mit dem Motto: „Aus Iuucrkraiu" . . . < " ,. „ .. „Aus Untcrkrain" . . . - ^ " ,. „ „ „Aus Dürrcnkrain" - ^__^—-7-^ SnmlM^^^> Lottoziehunss vom 25. April. Tricst: 80 73 7? 12 . ^^^^^>' Metelirolonische Neohuchlull«ell in wM^. ff Hß^ Zll «3 D __ " __ « ^Il_5.^________5—^"^ "6 Ü. Mg. 325 8, -l- ü7g windstill ,,^'^900 25. 2 „ N ! 324.7. ^7-2 SW. s. schw. the. w. b "-10„Nb. !3^4.« '112.0 W.s. schwach thcilw. ben'.^ ^ Veraulwortlichcr Redacteur: Ignaz v. KleinM«"' '