Nr. 149. Mittwoch, 3. Juli 1889. 108. Iahrgan», Mlmcher- Zeitung. »°n< ahrig » ii halb^^^ « ^ ,^ ^ bt, Zuft.llun« ln« Hon« »an,l«hli« fl. l. - g»,ertl,»,>:»»,l »»» G »l« ,,n 10 bl» 1« Uhr vormittag», — llnflouk»««««l»«<» »«lb« nicht »i^zenommen »ub «<,»ns«l,l« »ichl,«<«,eft»U<. Amtlicher Hheil. Se. l. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome dem Major des Armeestandes und Plahcommandcmlen in Banialuta Adolf Kncnscl-Herdliczka als Ritter des Ordens drr eisernen Krone dritter Classe in Gemäßheit der Ordensstatutcn den Riltcrstcmd allergnädigst zu ver> leihen geruht. Se. k. und k. Apostolische Mnjchät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome dem Obersten des Infanterieregiments Freiherr von Teochert Kansfmann Nr. 8» Ferdinand Kostellezky den Adelstand allergnädigst zu verleihen geruht. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 20. Juni d. I, dem Oberinspector der Generai-Direction der österreichischen Staatsbahneu Iaroslav Khittel taxfrri den Titel "„es kaiserlichen Rathes, ferner dem Inspector der genannten General-Direction Gottfried Pitlik und den samten dieser General-Direction Karl Schall er. vlosef Iungwirth nnd Anton Grafen Vreconrt oas goldene Verdieustlreuz mit der Krone, dann dem Mnhof-Pmtier Wenzel Hulzer das silberne Per-o'cnstkreuz allergnädigst zu verleihen geruht. An l^5 "ü? ^ Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung von, 15,. Inni d. I. dem ^r.vatdocenten der Hochschule fiir Vodencnltnr Dr. .Vanv Emanuel Sax dm T.t.l eines außerordentlichen Professors allergnädigst zu verleihen gernhl. Uichtamtlicher Hljeil. Deutschland. Das fiir die sociale Gesetzgebung der Gegenwart "^kUtnngsvolle deutsche Gesetz über die Invalidität«-""? Altersversicherung wurde Samstag vom Berliner Deichs Anzeiger verlautbart. Mit einer nnr geringen Majorität wnrde diese Vorlage vom deutschen'Reichstage angenommen. Fiir die Geschicke des Reiches ist m7-,. 'H kin nur unwesentlicher Umstand; seine ^evollcrung wird mit dem Gesetze zu rechnen haben, N / c^.- ^'^ Abstimnnmgsv'rhllltuisse hierin einen ^ ""lch'ed begriiudcn werden. Zum Theile sind diese M) daraus zu erklären, dass während der legisla-. n "erhandlnngen eine grche volksthümliche Strö-nmng zi, Gnnsten des Gesetzes nicht zutage getreten ist. Uupassend willde es jedoch sein, aus dieser Thatsache« zu folgern, dass die neue Institution nicht wichtigen realen Bedürfnissen entsprechen wird; jene Erscheinung entspringt in erster Linie drin Umstände, dass das neue Gesetz compliciert und schwer übersehbar, dass der Gegenstand, um den es sich handelt, den Massen noch fremd und unvertraut ist. War twch selbst ein Blatt wie die «Kreuzzcitnngi noch im Mai zu dem Geständnis gezwungen, dass ihr die volle Tragweite 5cs Gesetzes erst allmählich llar geworden sei und ihre Stellung zu demselben infolge dessen eine nicht unwesentliche Modification erfahren habe! Diese Tragweite ist allerdings auch heute noch nicht genau zu präcisiere», selbst nicht durch jene. die sich bereits früher schon zur Klarheit über die Principien des Gesetzes durchgerungen haben, als das genannte Blatt. Der Gruud hicvon liegt darin, dass vor allem schon der Umfang der aus der Invaliditäts. und Altersversiche-rung erwachsenden finanziellen Lasten gegenwärtig noch nicht zuverlässig zu bestimmen ist, und zwar einerseits, wcil die ausreicheudcu statistischen Grundlagen erst durch die Praxis gewonnen werden können, anderseits-selbst bei Vorhandensein derselben eine Berechnung immer noch sehr conjectural ausfallen müsste, da der Kreis der versichcrungspflichtigen Persoueu im vo» hiueiu nicht genau begrenzt ist. Nur gewisse Bevo'lle-rnngsgruppen unterliegen nämlich schlechtweg der Versicherung; dies sind, kurz gesagt, die eigentlichen Lohnarbeiter, die Personen der Schiffsbesatzungen, die Betriebsbeamten und Handlungsgehilfen mit einem Iahres-Arbeitsverdienst von nicht über 2000 Mark. Für die Durchführung der Versicherung werden Versicherungsaustaltcu gebildet; ihuen wird em bestimmter Bezirk zugetheilt uud alle Personen, deren Veschäftigunstsort in diesem Bezirke liegt, werden der betreffenden Anstalt zugewiesen. Die Geschäftsführung uud Verwaltung erfolgt zum Theile durch öffentliche Beamte, zum Theile durch gewählte Vertreter der Arbeitgeber und Versicherten. Die Mittel znr Gewährung der Renten werden durch gleiche Beiträge der Arbeitgeber uud Versicherten, dann durch einen Rrichs-zuschuss aufgebracht. Die Beiträge sind für jede Kalenderwoche zu entrichten, sie werden nach Lohnclass^n bemessen, von denen vier existieren nnd in welche die Versicherten nach der Höhe ihres Arbeitsverdienstes eingereiht werden, und können übrigens in einer nnd derselben Lohnclasse nach Brrufszweigen variieren. Je höher der Lohn, umso höher der Beitrag; bei gleichem Lohn wird die Prämie bei Verufszwcigcn mit einer höheren Invaliditätsgefahr auch größer ausfallen, als bei solchen mit einer geringen. Die Lohnclassen sind wie folgt gegliedert: Die erste umfasst die Versicherten mit einem Iahresarbeits-verdienst bis zu 350, die zweite bis 550, die dritte bis 850. die vierte von mehr als «50 Mark; sie find für die Höhe der Rmten maßgebend. Die InvalidsN-rente. welche erst nach fünf Aeitragsjahren eintreten kann. setzt sich zusammen aus einem fixen Betrag von 60 Mark, dann aus einem Betrag von je 2 Pfennig mit jeder vollendeten Beitragswoche in der ersten, be» ziehungsweise von 6, 9, 13 Pfennig in der zweiten, dritten und vierten Lohnclafse. Die Altersrente beträgt 4. beziehungsweise 0, 8. 10 Pfennig für jede Bei. tragswoche in der betreffenden Lohnclasse. Dazu kommt für jede Rente ein Reichszuschuss von jährlich 50 Mail. Darnach ergibt sich beispielsweise für einen Invaliden mit 100 Beitragswochen in der ersten. 200 in der zweiten, 100 in der vierten Lohnclafje. eine Invalidenrente von 60 Mark Grundbetrag, zwei Mark für die Einzahlungen in der ersten Classe, 12 Mark fiir die in der zweiten. 13 Mark für die in der dritten. 50 Mark Reichszuschuss. zusammen 137 Mark. Die Altersreute für einen Siebzigjährigen, der etwa durch 1400 Wochen in Versicherungspflichtiger Arbeit qrstanden ist und seinem Verdienste nach die halbe Zeit in der zweiten, die andere halbe in der dritten Lohnclasse eingereiht war, wäre 7l)0 X 6 Pfennige ^- 700 X 8'Pfennige — 42 -s- 56 Mark mehr dem Neichszuschusse. also zusammen 148 Mark. Für daö Ansteigen der Altersrente über einen gewifsen Betrag hinaus bestehen übrigeus bestimmte Veschrän» kungen. Aussällig berührt hiebe, gewiss die Art und Weise, wie die Veittagsleistung des Reiches normiert ist; in den verschiedenen Rcgicrungsentwurfm wurde dem Reiche einfach ein Dlittel der Rentenlast zugewiesen und hieraus in der November-Vorlage eine finanzielle Belastung von 36'2 Millionen Mark berechnet. Der fixe Beitrag von 50 Mark stammt aus den Commissions-Verhandlungen, und sollen darnach das Rnch nur 35'„ Mill. Mark im Jahre treffen. Immerhin ist darin eine Concession an die Idee der Einheitsrente zu erblicken, an die Gleichmacherei, von der selbst ein Mann wie Schaffte sagte, dass man hiebei «Hohn und Hass statt Versöhnung ernten werde». Selbstverständlich fehlt es im Gesetz nicht an detaillierten Vorschriften über das Verfahren bei Feststellung der Rente. Abrechnung unter den einzelnen Versicherungs-Anstalten lc.; wir können auf alle diese Punkte hier nicht eingehen. Wir wollen nur noch einen herausgreifen, der ungewöhnlich viel von sich reden gemacht hat. nämlich das Einhebungs» vrrfahren. Nach den ursprünglichen «Orunbzügeu» sollte die Entrichtung der Beiträge durch Einkleben d^r von jeder Feuilleton. Pessimismus. «Schmach den« Leben, dem welwollen. bestaub losen in dieser We«. Wurzel des Leid ist's, al'ha>iia.. mit Drang sale» ersUllet a.a»z. Eln gewalliger Schmerz haftet am Lel'en, Leden ist nur Leid; -iver da lebet, der muss dulden die Schmerzen, die ihm nahen gewiss.» w^Km' Poet des 1«. Iahrhuuderts ist es, der diese V Uneben; sie stehen im «Mahabbarata., dem N oßen Natwnalepos der Inder, nnd wir ersehen dar-a s. dass d,e Verachtung des Leben« uralt ist. D<>r öden Gerten Auschauung der Iuder schließt sich Schopenhauer vollständig an und findet, dass das Leben Kott 1/^ '^' ^"' ^""U beiweitem nicht die en.tt Scl>pcnhllucr. der die ganze physische Welt sich m taudeu denkt aus dem bejahenden Willen, sieht die "Mug von dem grenzenlosen Weh. daS alle lebenden Ae,m heimsucht, nur dariu. dass der Wille das Lcbeu. 'lnlt es zu bejahen, verueiut; das musste, weuu es in '^r gesammten Menschengattung sich vollzöge, das Ende d,. ganzen, unr die Bejahung des Willeus darstelle,, u W.lt herbeiführen. Dann träte jenes .Nirwana» ein, das in seinem mystischen Dunkel so viele Seelen mit magischer Gewalt an sich zieht. Allein der moderne Pessimismus hat nichts von der erhabenen Weltverachtung Schopenhauers au sich; er ist zum großcu Theile der nur in seinen Glücksansprüchen unbefriedigte Egoismus. Der Pessimist, wie ihn die heutige Welt in so großer Menge erzeugt, möchte nicht das Leben überhaupt verneinen, sondern nur sein eigenes. Nehmen wir an. seine ungestillten Wünsche und Hoffnungen erfüllteu sich mit eiuemmale: sicherlich würde er die Welt nicht hässlich finden. Denn ist er ganz und gar Egoist, dann kümmert ihn das Wohl lind Wehe anderer gar nichts; oder aber er besitzt ein warmes, theilnehmendes Gemüth, dann denkt er! Wenn ich glücklich bin. sind es gewiss auch uoch andere unter der Sonne, und die Welt ist nicht so traurig, wie sie vielfach geschildert wird. Der Pessimist also ist uur iu seltenen Fällen deshalb mit dem Leben unznfrirden. weil es so wenigen das Glück bietet; er ist es. weil sich sm, eigenes Sehnen und Strebeu so wellig erfüllt. Aber uiemals macht er fich selbst dafür verantwortlich; immer gibt er dem Geschick uud den mangelhaften Einrichtungen, dm großen UnterlassuuaMndei'.' der Natur die Schuld Niemals erinnert er sich jenes Sprichwortes, das, wie viele seinesgleichen, in unscheinbarer Form eine tiefe Wahrheit enthält: -Jeder ist seines Glückes Schmied.. An dem wahren, aber nur eingebildeten Missgeschick vieler Menschen ist nur ihre Willensschwäche, ihr Schwanken und Zögern, ihre Halbheit, ihr bequemes Sichgehenlassen die Ursache; das aus diesem Mangel an Willeuslraft und Ausdauer resultierende Ungemach treibt sie dem Pessimismus in die Arme. und sie machen nun das Leben überhaupt dafür verantwortlich, was sie selbst verschuldet. Wie der Glückliche alles vom Goldglanze des Glückes umstrahlt sieht und den objective»« Maßstab verliert, ebenso verliert diesen der Pessimist. Wie mit einem zweiten Gesicht begabt, er« blickt sein Auge nur Düsteres und Trauriaes in der Natur, an ihren Geschöpfen. Er nimmt an oer Sonne die Flecken wahr, an dem lrystallhellen Spiegel des Sees den schlammigen Grund. Aus jugendschönem Antlitz grinst ihm der Toblenschädel entgegrn, Mud«, lind Verwesung riecht er, wo blühendes Leben athmet. Mit dem Pessimismus haud in Hand geht der Skepticismus. In der Seele des Pessimisten nistet der Zwrisel, und unbarmherzig »intersucht er die mensch» lichen Gefühle und Handlungei,. Wie aber die menschliche Hallt unter dem Mikroskope ihre Schönheit verliert, so entschwindet dem Pessimisten unter der Lupe des Zweifels alles Ideale. Semem kalten Auge erscheint die Liebe als thierischer Trieb, die Freundschaft nlb Egoismus, die Treue als blinde Anhänglichkeit einer knechtischen, einsältigen Seele, und selbst die Mutter iebe beraubt er ihres GlvlimschmlsK. Mdachtt Zeitung Nr. U9. l282 A. I„li ,8^!>. Versicherungsanstalt allszugebenden Marken in sogenannte QuittungZbücher erfolgen; man hoffte, anf diese Weise einen genauen Ueberblick über die Beitrags-leistungen der Vetsicherten bei den verschiedenen Anstalten zu ermöglichen. Gegen dieses Quittuugsbuch erhob sich jedoch ein wahrer Sturm, man erklärte es für ein verstecktes Arbeitsbuch, das zu einer Controle über das Verhalten des Arbeiters, zu einer Verfolgung Missliebiger missbraucht werden könne. Durchaus nicht bloß Soeialdcmokraten stallten sich auf diesen Stand Punkt. Ans dem Arbciterstandc drangen Stimmen in die Oeffentlichkcit, lieber ganz auf die Alters- und Iu-validitüts-Vcrsichernng verzichten zu wollen, als das vcrhasste Arbeitsbuch in veränderter Gestalt von nenem zu ertragen. Die Rcichsregiernng blieb jedoch diesem Ansturm gegenüber unentwegt und behielt das Quit-tungsbuch bei; erst in den Commissionsvcrhandlungcu ist eine Abänderung erzielt worden. Nach der cndgil-tigen Fafsnng bestehen sogenannte Quittuugskarteu mit Raum für ein Neitragsjahr, gerechnet mit 47 Aci-tragswochen; der Versicherte ist jederzeit berechtigt, sich eine neue Quittuugskartc ausstellen zu lassen, wogegen cr die ältere zurückzustellen hat und über deren Gc-sammtergebnis eine summarische Bescheinigung erhält. Auf diese Weise hofft mall die Bedenken der Arbeiter zerstreut zu haben. Gegner des Gesetzes beliebten über das «gigantische» Wert zu spötteln; kein Unbefangener wird jrdoch zu leugnen vermögen, dass hier in der That ein so bedeutendes Unternehmen vorliegt, wie noch selten versucht wurde. Sehr ernst zu nehmen ist hingegen das Bedenken, welches ans der Unterlassung einer Fürsorge für die Witwen nnd Waisen geschöpft ist; die Reichs-regierung will diese zunächst noch aussetzen, gewichtige Gründe sprechen freilich auch dafür, sie als ebenso dringlich, wenn nicht vielfach dringlicher als die Alters, nnd Invaliden-Versicherung anzusehen, und hätte die gleichzeitige Durchführung mannigfache belangreiche Vortheile gehabt. Darüber ist aber jetzt schon die Ent> scheidung gefallen, und so muss man sich begnügen, dem unternommenen Werke besten Erfolg zu wünschen._____________________________________ Politische Uebersicht. (Die Delegationen.) Der Budgetausschuss der österreichischen Delegation nahm das Marine-budget unverändert au. In der Debatte fragte Heils-berg wegen des dirccteu Bezuges der Bedarfsartikel der Marine von den Producenten, Matns wegen Bestellung von Schiffen im Auslande. Admiral Sterneck erwiderte, die Marincleitung bemühe sich, die Kohle möglichst vom Inlande zu beziehen. Bei der Lebens-miltelbeschaffung wurde bereits für die Lieferung einzelner Artikel von den Producenten uorgesorgt. Aus dem Auslande werden nur Schiffe bezugeu, welche nicht im Inlande selbst hergestellt werden können. Die inländische Eiseuindustrie weise übrigens bedeutende Fortschritte anf. MatuZ sprach gegen die Donau-flotille. Sterneck betonte die Wichtigkeit der Sicherung der Donau. (Von der Gemeinde Umgeb uug Cilli.) Die zu Gunsten der Deutschen ausgefallene Wahl für die Gemeindevertretung Umgebung Cilli aus dem zweiten Wahlkörper ist vom Verwaltungsgerichtshofe als nngiltig erklärt worden. Wie die «Deutsche Wacht» meldet, wurde unter dem 23. v. M. die Gemeinde Umgebung Cilli von der Aezirkshauptmaunschaft hievon in Kenntnis gesetzt und das Gemeindeamt unter Anschluss der Wählerliste des zweiten Wahllörpers mit dem Auf trage betraut, die Neuwahl im genannten Wahlkörper nnverzüglich anznordnen. (Verordnung des Justizministerium s.) Iustizministcr Dr. Graf Schöuboru hat am 24. Juni an alle Gerichte, mit Ausnahme jeucr in Dalmatien. eine Verordnung crlasseu, welche statistische Erhebungen über die Convcrtiernng von Hypothckarschulden betrifft, welche infolge des Gesetzes vom l). März 1889, betreffend Gebüren-Erleichtcruugeu bei Convertiernng von Geldschnldfordcrungen, vorgenommen werden. (Die Landtagswahleu inIstricn) sind für die nationale Partei günstig ausgefallen. Dieselbe hat zwei Landbezirke gewonnen und besitzt nunmehr lit der Curie der Laudgemeiudcn die Majorität. Bei den Wahlen in den Städten und Märkten siegte die na-tionale Partei in Volusca nnd in Pisino. Die Slaven verfügen zum erstenmale über zehn Mandate. In den Landgemeinden sind acht Nationale gegell zwei Italiener, daher haben die Slaven zum erstenmale einen Sitz in, Landesausschusse Istrieus gesichert. (Die Streikbewegung in Mähren.) In einer von 5000 Arbeitern besnchtrn Versammluug wurde nach Darlegung der Vcrhaudlungcn mit dem Comite der Industriellen einstimmig der allgemeine Streik der Textilarbeiter in Brunn beschlossen. In der Nähe des Versammlungsortes war seit ti Uhr früh ein Bataillon Iufanterie und eine Escadron Cavalleric anfgcstellt. Es wnrde beschlossen, das bisherige Arbeiter-comite" zu ermächtigen, die Unterhandlungen weiterzuführen. Bisher ist alles ruhig. (Böhmen.) Der Wahlanfrnf des conservative» böhmischen Großgrundbesitzes ist erschienen. Derselbe ist grö'ßtentheils einer Darstellung der gescheiterten Compromiss-Verhaudlungen mit den Dentschen gewidmet und stellt für alle zu vergebenden Mandate definitive Candidalnren auf. (Banus Graf Khuen-Hc dervary) ist vorgestern in Aegleitnng der Sectionschefs Stantuvic uud Spevec, des Obergespans Kovacevic nnd des Sec-tionsrathes Iurkovic in Karlstadt angelangt. Die Gemeinde Banija sowie die Stadt Karlstadt bereiteten dem Banns einen festlichen Empfang. (ZurSituatio n.) Die Berliner «Post» schlicht einen den Delegationen in Wien gewidmeten Situa-tionsartikel wie folgt: Europa befindet sich in einer gespannten Lage, aus der die Friedensmächle nicht dadurch herauskommen wollen, dass sie den Krieg beginnen. Damit legen sie sich die schwere aber ' vielleicht wohlthätige Nothwendigkeit auf, mit unerschütterlicher Rllhe abzuwarten, bis ans dem Lager der Unzufriedenen sich entweder Zeichen einer ernstlichen Umkehr bemerkbar machen oder aber der Augriff erfolgt. (Demonstration russischer Officiere in Stuttgart.) Aus Stuttgart wird berichtet: Nicht geringes Aufsehen macht eine Scene, die sich bei dem Festmahle der Officiere des hiesigen Grenadier-Regimentes zutrug. Während des Banketts, dem auch fremdländische Officiere als Gäste beiwohnten, wurden verschiedene Toaste ausgebracht, darunter auch einer auf das Deutsche Reich. Während alle übrigen Officiere, dem Toaste Folge leistend, sich erhoben und die Gläser leerten, blieben die russischen sitzen und erklärten, einem solchen Toaste nicht entsprechen zu können; sie seien hiehergekommen, um dem Könige von Württemberg Glückwünsche zn übermitteln, nicht nm das Deutsche Reich zu feiern. Als weitere Erörterungen folgten, verließen die russischen Ofsicierc den Saal. (Der Kriegshafen zu Spezia.) In der vergangenen Woche hat im Kriegshafen zu Spezia ein dreitägiges Manöver stattgefunden, auf dessen Ausfall die Marinelreise sehr gespannt waren. Es sollte durch dasselbe nämlich klargestellt werden, ill welchem Zeit« räume im Kriegsfalle diefer wichtigste Kriegshafeu Ila liens vollständig in Vertheidigungszustand'gesetzt werden kann. Das Ergebnis hat die genannten Kreise durchans befriedigt. Dcr vom Commandanten jenes Departements, Vice-Admiral Lovera, erstattete Bericht über das Manöver hat nämlich anßer Zweifel gestellt, dass sechs Tage hinreichen würden, nm den ganzen Golf vor feindlicher Annäherung zn sichern und die Torpcdoflotille zu versenke,«. Spezia darf jetzt als eiuer di.r bestbrfestigteu Kriegshäfen der Welt angesehen werden. (Rnssland und Deutschland.) Sehr er-klärlicherweift ist gerade neuerdings die Frage vielfach erörtert worden, ob der Kaiser von Rnssland schon in diesem Jahre den Gegenbesuch am Berliuer Hofe ausführe» würde. Die «Kreuzzeitung» glanbt gut unter^ richtet zn fein, wenn sie bemerkt, dass endgiltige Ae stimmuugen bisher noch nicht getroffen sind. Nach den zur Stunde bekannten Dispositionen erscheint ein dieö^ jähriger Vcsnch des Zaren in Berlin jedoch nicht ill Aussicht genommen zu sein. (Nordamerika und Japan.) Der «Obsel> vcr» meldet: Die Vereinigten Staaten von Nord-Amerika verhandeln mit Japan auf Grundlage eines Abkommens zwifchen Japan nnd Mexiko über die Zu lassuug des amerikanischen Handels im Innern von Japan. (Die egyptische Regiern« g) erhielt die definitive Erklarnng dcr französischen Regierung, dass diese es ablehnt, der Conversion der egyptischeu Schuld zuzustimmen. Tageslieuigleitelt. Sc.Majestät der Kaiser haben, wie das ungarische Amtsblatt meldet, für die Abgebrannten der Gemeinden Sarospatak uud Iüzseffalva 500 sl. zu spenden «eruht.__________ — (Fürstbischof Dr. M.Step ischne ggf.) Man berichtet uns aus Marburg unterm Vorgestri-gcn: Unter großartiger Belheiliannq fand heule vormit-tags das Leichenbegängnis Sr. Excellenz des Fürstbischofs Dr. Max Steftischnegg statt. Um 10 Uhr vormit-tags wurde die Leiche aus der bischöflichen Residenz in die Domtirche getragen, wo die feierlichen Requicn ab gehalten wnrdcn. Se. Excellenz der hochwilrdigstc Fürst« crzbischof von Salzburg, Eber, hielt da» Hochamt «nd nahm die Einsegnung vor. An geistlichen Würdenträgern waren anwesend Fürstbischof Dr. Mifsia von Lailiach Fürstbischof Dr. Kahn von Klagenfurt, welch letzterer in ergreifender Weise die Predigt hielt, eine Deputation des Scckauer Domcapitcls unter der Filhrung des Dom« custos Dr. Hebenstreit (Fürstbischof Dr. Zwerg er hat sein Nichterscheinen durch unaufschiebbare Firmungs-reiscn entschuldigen lassen), Veneoictiner-Abt Augnslin Dnda von St. Paul, Stislsadministrator Schenzl von Admont, Abt Wretschlo von Cilli, Propst Mo-drinjat aus Pellau, im ganzen 826 Priester. Von weltlichen Würdenträgern waren anwesend Se. Excellenz der Herr Statthalter Freiherr von K.i beck, Se. Excellenz dcr Herr Landeshauptmann Graf Wurm brand und Landeshauptmann - Stellvertreter Dr. Rabej, Herren- Der Pefsimismus ist der Dämon, der das Talent zngrunde richtet, aber nicht das Genie, denn das muss schaffen, wie es athmen muss. Allein dem Talente raunt der Zweifel ins Ohr: «Wozu schaffst du, da es doch Tausende gibt, die dasselbe leisten wie du? Für wen arbeitest dn? Für die Menschheit?! Thor, der du bist! Die Menschheit wird durch die Arbeit einer Eintagsfliege, wie du sie bist, nicht glücklicher, nicht besser! Für dich also?! Dann brauchst du dein Bild, deine Statue nicht zur Ausstellung zu seuden, dein Werk, dein Drama nicht zu veröffentlichen! Für deinen Ruhm?! Weißt du denn nicht, dass der Große erst anerkannt wird, wenn er ausgerungen? Was gilt dir dann der Lorbeer auf deinem Grabe!» Der Dämon siegt und das Talent, das durch eiserne Ausdaner lind rastlosen Fleiß, die unzertrennlichen Begleiter des Genies, zu einem Sterne zweiter Größe sich aufgeschwungen hätte, lässt seine Gabe brachliegen. Aber der Pcssimist grollt dann dem Leben, das ihn nichts erreichen ließ, nimmer zürnt er sich selbst ob seines verlorenen Daseins. Der Pessimismus lahmt den Unternehmungsgeist, das frische Wagen, er macht ängstlich und endlich feige, so dass seine Anhänger sich schließlich begnügen mit' den Brosamen, die ihnen die launische Glücksgöttin schenkt. Dass die Klagen über das Weh des Lebens nicht immer ungerecht sind. dass diese Welt durchaus nicht die vollkommenste ist. viel bitterer, nnvel schulde cr Schmerz in ihr herrscht, dass oft die Finsternis über das Licht ttimnphl'ert, das Hohe sinkt nnd das Ge- meine steigt — wer wollte es leugnen? Dass leben — kämpfen heißt, jedcrman wird es als wahr anerkennen. Aber ist es denn nicht auch umgekehrt richtig? Heißt deun nicht auch kämpfen — leben? Genuss ohne Kampf erzeugt Langeweile; genugsam sehen wir dies in Kreiseil, denen der Kampf ums Dasein sremd ist. Menscheil, die alles besitzen, jagen dann kleineil Dingen nach. damit sie etwas haben, wofür sie Sorge tragen, um der Langeweile, dem bloßen Vegetieren zu entgehen. Im Kampfe' wachsen die Kräfte, lind ihr freies sich Regen und sich Entfalten verleiht Geist und Körper einen kerngesunden Reiz. Allerdings Eines gibt's, das dem gläubigsten Optimisten die Tragik des Erdenlebens entschleiert: der Tod eines geliebten Menschen. Doch «Vorwärts über Gräber!» sagte Goethe, dcm in seinem Greisenalter so viele seiner Lieben starben. Auch die Wunden, die der Tod schlägt, heilen; täglich lehrt es uns die Erfahrung, Die menschliche Seele besitzt eine bewnndernugswürdigc Elasticität und kann vom herbsten Schlage sich erholen, wenn in ihr ein fester, starker Wille wohnt, der dnrch-drnngen ist von den Worten Goethe's, dieses großen Lcbenskünstllrs. der das Glück genossen wie nicht bald ein Sterblicher. Und diese Worte lauten: sseiss« Gedaufeu, All«, Gewasteu Vciüsslichcs Schwa»ln», Zum Tnch sich erhallen, Weibisches ^M>u, Nimmer sich beugen, AenMicheS Klassen, K'räs»iss zu zeigei', Wendet leiu lill'iift, Hiifct die Arme Much» dich uichl frei. Der (Mter herbei. W. Francis. Mieöorgefnnöon. Novelle von Harriet Griinelvald. (I«. Fortsetzung.) .Wie beneidenswert., fuhr die Dame fort. «7"./^" "°"es russisches Anlehen.) ^" Pa"'" Finanzkreisen wird, wie der «Magdeburg»'. ,md da ein Unglück sel-len allem kommt, so brachte d^r Abend die Hiobspost: "" Aankhans. »n dem der Fabriksbesiker fast den griMen The,l seines Vermögens in Wertpapieren nie-^gelegt, habe Bankerott erklärt. Diese Nachricht brach !?" >o erschütternder Gewalt über den anscheinend ge-sllyllosen Mann herein, dass sie ihn völlig fassungs- All der mühsam gewonnene Reichlhnm, der nur ourch lange Jahre voll aufreibender nnd angestrengte-'"r Arbeit ihm durch den Schweiß viel.', hundert Menschen erlauft wurde, ihn hatte eine einzige Minute unwl'cdelbmlglich dem von seine» Untergebene!, niemals geliebten Herrn entrissen. Gothen sank in den Lehnsessel, der vor dem Ar-beitspnlte stand, ein dumpfes, schmerzliches Stöhnen entrang sich seiner Brust; nicht um seinetwillen hatte er nach so großem Reichthmne gefahndet, was lag ihm an dem Golde, das sein L^beniglück untergraben. N»r Justine sollte eine reiche, vornchme Dame werden; die Blnme, die er in die Wüste seines Daseins gepflanzt, sie wusste nur in Licht und Sonnenschein ihre zarten Blätter zn entfalten. Diese Blume, ein geraubtes Kleinod nnd gestohlenes Gut, an dem viele heißen Thränen eines armen Muwrherzcns hasteten, konnte dem Dieb nicht Glück nnd Segen bringen. Walfri^!,) einige Jahre als Kaplan wirkte, celebrierles Hochamt eingeleitet. Die an der Feier theilnehmendrn Vereine und Deputationen hatten sich in der Citalnica versammelt und marschierten dann unter Vorantragung der Fahnen auf den St. Iakobsplatz. Der Zug. der sich durch die Herren« gasse und über den Rain und die St, Ialobsbrücke bewegte, bot ein farbenprächtiges Bild, Nach der Festmesse bewegte sich der Zug in derselben Ordnung, dcr Laibacher «Solol» an der Spitze, auf den Valvasorplatz, allwo um l2 Uhr die Enthüllung des Denkmals stattfand. Am Fcstplatze waren zwei mit Wappen. Fahnen und Reisig reich geschmückte Triumphpsorlen und mehrere Tribünen für die geladenen Gäste errichtet. Die Festrede hielt Director WieS thaler. Mit beredten Worten schilderte Redner die hervorragende Thätigkeit Vodnils als Priester, Dichter und Lehrer seines Volles und, nachdem die Hülle vom Denkmale gefallen, ertönten tausend stimmige Sllwa-Rufe, während vom Caftell die erfolgte Enthüllung durch Kanonenschüsse verkündet wurde. An dem Denkmale, ein gelungenes Werk des heimatlichen Künstlers Alois Gang! in Wien, wurden nun zahl reiche Kränze niedergelegt u. a. vom hiesigen Gesangverein «Slavec», vom Vereine «Narodni Dom», von der Cillier Citalnica, von der Wippacher äitalnica, von der Redaction des «Slovenec», von der Citalnica in Ober-Laibach, vom Laibachcr «Solol». von den Fräulein Kremzar, Lozar und Souvan namens der nationalen Damen Laibachs, von Herrn Goruv in Fiume, von der Fiumaner Citalnica, von einer czechischen De» putation, von den slovenischen Vereinen in Görz. von den Vereinen in Rudolfswert, von den Gymnasiallehrern, vom akademischen Verein «Slovenija» in Wien, von der «Glasbena Matica», von den Kärntner Slovenen, vom lrainischen Gewerbeberein, von der Laibacher, Krainburger nnd Schischlaer Citalnica, von der hiesigen Geistlichkeit, vom katholischen Gesellenverein in St. Veit, vom Cirull» und Methodverein, vom slovenischen Lehrerverein, vom Verein «Lyra» in Stein, vom HermagoraS Verein in Ma-gcnfurt, von der Bischoflacker und Steiner Cilalnica, von der Feuerwehr in Waitsch, vom slovenischen Schriftsteller' verein in Laibach, von der Titalnica in Et. Veit, von der «Matica Slovenska» u. s. w. Die Kränze waren meist mit prächtigen Bändern geziert. Ein imposanter Sängerchor, bestehend aus über 300 Sängern der Laibacher Citalnica, des < Slavec», der «Glasbena Matica», der «Lyra» in Stein nnd der Sängervereine in Schischla, Schönstein, Pettau, Peilen-stcin. Cilli. Rudolfswert, Adelsberg, Littai und Ober. laibach, trug sodann die von Dr, Benjamin Ipavic componierte Festcantate (Text von Anton Funtel)oor Die in trefflicher Weise vorgetragene Composition machte einen mächtigen Eindruck, und die Anwesenden brachen in Sivio.Rufe auf Ipavic aus. Dr. VoSnjal als Ob» mann des Denkmal - Comites übergab hierauf das Denk» mal der Obsorge der Stadt Laibach. Vürgermeister Grasselli übernahm dasselbe namens der Stadt und brachte am Schlüsse seiner Rede ein Hivio und Slava auf Se. Majestät den Kaiser aus, worauf von circa zehntausend Anwesenden die österreichische Vollshymne unter stürmischen Iubelrufen abgesungen wurde. Um 2 Uhr nachmittags versammelten sich die Fest« theilnehmer im Garten der Citalnica-Restauration zum Festbankett, an welchem über 300 Personen theilnahmen. Die Musil besorgte in vorzüglicher Weise die Curlaftelle von Veldes, Die Reihe der Toaste eröffnete Herr Dr. Vosnjal mit einem Trinkspruche aus Se. Majestät drn Kaiser, unter dessen Schutz und Schirm die slovenische Nation die heutige Stufe der Entwicklung erklommen, worauf von der Musikkapelle die Vollshymne intoniert und von den Anwesenden stehend und unter «Slava»-Rusen angehört wurde. Vürgermeister Grasselli und Landeshauptmann Dr. Pollular hiehen die Gäste namens der Stadt Laibach. beziehungsweise namens des Landes Krain, willkommen; Herr Ianlo K^rsnil toa» stierte aus den Schöpser des Vodnil-Denlmals Herrn Alois Gangl, Dr. Sernec aus Cilli aus den Obmann des Denlmal'Comites Dr. Vosnjal, Dr. Tavcar auf den glänzend bekundeten slovenischen Patriotismus; der kärntnerische Landtagsabgeordnete Muri dankte den slovenischeu Reichsrathsabgeordneten für die Wahr-nehmung der Interessen der Kärntner Slovenen, worauf Rcichsralhs < Abgeordneter Dr. Ferjgncic er. widerte, dass die slovenischen Vertreter im Reichsralhe es nach wie vor als ihre erste und oberste Ausgabe erachten, für die slovenischen Interessen ohne Rücksicht auf die Landesgrenzen mit all-n Kräften einzutreten, Pfarrer Nozman erklärte, eS gebe in den slovenischen Landen leine Alt- und Iungslovenen, es gebe nur slovenische Patrioten und trank aus die Eintracht des slovenilchl» Volles. Es folgten noch mehrere andere Toaste, woraus gegen li Uhr das Vanlctt geschlossen wurde und die Gäste sich zum Volksfeste nach Schischla begaben. Beim Gcburtshause Vobnils in Schischla halle mittlerweile das von der dortigen Citalnica arrangieels Vollssest seinen Anfang genommen. Die Theilnahme war eine so große, dass die Gäste zum größten Theile leine Plätze fanden und wieber umlehren musste? Das Volls-fest dauerte bis in die Nacht, und der Zeiger d«r Uhr war schon der Geisterstunde nahegerüclt, als nw«, m,l,r Mbachtl Zeitung Nr. 149. 1284 3. IM 1tt«!i. «dem Zwange folgend als dem eigenen Triebe», sich trennte. Anlässlich der Enthüllungsfeier waren 138 Telegramme eingetroffen, und zwar je 1 aus Paris, Sofia und der Hercegovina, 2 aus Italien, 4 aus Böhmen, 8 aus Wien, 18 aus Kroatien, 28 ans dem Küsten-lande, 29 aus Kärnten, 21 aus Sleiermark und 28 aus Krain. — (Feuerwehrfest.) Man schreibt uns aus Adelsberg unterm 1. d. M.: Gestern bcgieng der Feuerwehr-Verein von Groftotot das Fest der feierlichen Einweihung feiner zweiten großen Feuerspritze. Es ist dies die Spritze, welche der genannte Verein voriges Jahr, am 2. December, zur Erinnerung an das 40jährige Negierungsjubiläum Sr. Majestät des Kaisers gestiftet und durch die k. k. priv. Feuersprihenfabril des N. Czermak in Teplitz um den Betrag von 1400 Gulden in vorzüglicher Weise hat herstellen lassen. Eine an der Spritze angebrachte eherne Iuschriftstafel trägt die bezügliche Iu-biläumswidmung. Die feierliche Einweihung fand in Grosi-otof statt, allwo der hochw, Herr Canonicus H 0 fstetter zuerst in der Filiallirche ein Hochamt celebrierte und sodann die im Freien, in einem mit kaiserlichen und Landessahnen geschmückten, recht zierlichen Reisig-Pavillon hinter einem Feldaltar untergebrachte Feuerspritze einsegnete. Monsignor Hofstetter benutzte den festlichen Anlass, um zunächst in der Predigt während des Hochamtes mit beredten Worten des schönen Berufes der Feuerwehren im allgemeinen vom Standpunkte der christlichen Moral und Menschenliebe zu gedenken und ergriff nach erfolgter Einweihung der Feuerspritze nochmals das Wort, um speciell die aufopfernde, hingebungsvolle, oft schon von den besten Erfolgen geleitete Thätigkeit des Grohotoker Fcuerwehr-Verciues hervorzuheben, der in Bekundung echter patriotischer Gesinnungen die neue Spritze angeschafft und das schöne Fest mit all dem sympathischen Arrangement veranlasst hat. Der feierlichen Handlung wohnte auch der Herr Ä^zirls-hauptmann Ritter von Schwarz in Begleitung der bezirkshauptmannfchaftlichen Beamten bei. Bei seinem Eintreffen wurde er von einer Abordnuug der Feuerwehr-Chargen empfangen und mit einer Ansprache begrüßt, mit welcher letztere die Bitte vereinigte: der Herr Be-zirlshaufttmaun wolle die Gefühle der unerschütterlichen Unterthanentreue und unwandelbaren Anhänglichkeit für das angestammte Herrscherhaus an die Stufen des Allerhöchsten Thrones vermitteln. Bei dem Feste waren außer einer großen Volksmenge der Feuerwehr-Inspector des lrainischen Landes-Feuerwehrverbandes Herr Albin A ch» tschin, dann Deputationen der freiwilligen Feuerwehren von Laibach, Fiume und Zirlnih sowie eine Gendarmerie-Abtheilung in Parade zugegen. Der genannte Herr Feuerwehr-Inspector nahm das gesammte Inventar des Großotoker Feuerwehr-Vereines in Augenschein und erklärte sich nicht nur mit dem Zustande aller vorhandenen Geräthschaften vollkommen zufrieden, fondern bemerkte auch, dass er noch nirgends auf dem Lande eine so gut mit Geräthschaften versehene Feuerwehr vorgesunden habe. Am Nachmittage hielt der Feuerwehr-Verein eine Festversammlung, in welcher dessen wohlverdienter Comman-dant Herr Franz Iurca eine die segensreiche vierzigjährige Regierung Sr. Majestät skizzierende Festrede hielt, die er mit einem dreimaligen «Hoch» und «Aviv» auf den Kaiser schloss, in das die Versammlung begeistert einstimmte. Der Verein zählt dermalen 67 ausübende Mitglieder und wird seit seinem Entstehen im Jahre 1833 in mustergiltiger, nachahmungswürdiger Weise von dem obgenannten Commandanten Herrn Franz Iurca geleitet. — (Landtags Wahlen in Krain.) Das slovenische Wahlcomite' hat für die Gruppe der Städte und Märkte folgende Candidaten aufgestellt: Für Idria: Felix Stegnar, gewefener Landtagsabgeordneter; für Krainburg-Lack: Dr. Ivan Tavcar, Advocat in Laibach; für Neumarktl» Radmannsdorf - Stein: tais. Rath Johann Murnik, gewesener Landtagsabgeordneter; für Adelsberg-Oberlaibach-Laas: Josef G 0 rup, Großhändler in Fiume; für Rudolfswert« Weixelburg - Tschernembl-Möttling-Landstraß-Gurkfeld: Professor Franz Guklje, gewesener Landtagsabgeordneter. Für die Stadt Laibach werden die Candidaten demnächst publiciert werden. — Die Wahlen in den Landgemeindebezirten finden bekanntlich morgen statt. — (Hymen.) Der Concertmeister der philharmonischen Gesellschaft in Laibach, Herr Hans Gerstner, hat sich vorgestern mit Fräulein Johanna Gnesda vermählt. — (Vom Karmeliterinnen-Kloster.) Im Karmeliterinnen-Kloster in Selo nächst Laibach hat gestern N. Theresia Ioscfine Pogacnik aus Laibach den Ordensschleier empfangen. An der Feier nahmen zahlreiche Verwandte und sonstige Andächtige theil. Der Feier gieng eine vom hochwürdigsten Herrn Fürstbischof gelesene hl. Messe voran. — (Ernennung im Schulfache.) Der Pro-sessor an der StaatsOberrealschule in Görz Clemens Narchanek ist zum Director der Staats-Oberrealschule in Olmich ernannt wmd>'n — (Appell an die öffentliche Mildthätigkeit.) Der am 23. Juni an der Uebersetznngs-stelle an der Wienerstraße vom Eilzuge überfahrcnc, zuletzt dienstlofe Florian Müller hinterließ eine kränkliche Frau mit sechs Kindern, von denen das älteste noch nicht das vierzehnte Lebensjahr zurückgelegt hat. Die aller Mittel entblößte Familie befindet sich in der bittersten Noth, und wir appellieren daher an die bekannte Mildthätigkeit unserer Mitbürger, den unschuldigen Waisen nach Kräften zu helfen. Frau Müller wohnt in Bezigvad Nr. 35, Zimmer Nr. 5, ebenerdig. — (Am Laibacher Gymnasium) findet die Einschreibung angehender Schüler der ersten Gyimmsial-classe für das Schuljahr 18W/W im Iulilermine am 14. d. M. statt. Die schriftliche Aufuahmsprüsung beginnt am 15. Juli. — (In f pert ion) Se. Excellenz FZM. Freiherr von Schön feld inspirierte vorgchcrn das Fort «Flilschcr-clanse» am Prcdil und die Sivthalspene, nahn» in Nnibl ein Gabelfrühstück und fuhr nach kurzem Aufenthalte weiter nach Tarvis. — (Der «Hilfsbcamten - Nnterstütz u n gs -verein für Krain») hält morgen den 4. Juli um halb 8 Uhr abends Trulmrgassc 1, 1, Stock, seine achle Ausschusssihung mit uachstchendcr Tagesordnung ab: 1.) Verlesung des Protokolls über die letzte Sitzung; 2) Bericht des Obmannes; 3,) Bericht und zwci selbständige Anträge des Secretärs; 4.) Bericht des Cassiers für den Monat Juni; 5.) allfälligc sonstige Anträge. — (Brand in Eibenschuss.) Montag früh circa ein Viertel 7 Uhr bemerkte man in Nalct Rauch-Wolken über Eibenschuss aufsteigen, welche auf den Brand eines Gebäudes schließen ließen. Sofort brgab sich die freiwillige Feuerwehr von Rakel dahin und fand das Haus Nr. 25, Eigenthum des Georg Urbas, sammt einer Stallung iu Flammen. Nach anderthalbstündigem steten Eingreifen gelang es, das Fcucr zu löschen und jede weitere Gefahr zu beseitigen. Die Entstehung des Feuers ist nicht aufgeklärt. Der Besitzer war mit 400 sl, versichert. — (Humphry Da vis-Gedenktafel.) Die «Section Krain» des deutschen und österreichischen Alpen-Vereines ist von der festlichen Enthüllung der auf dem PostHause in Würzen anzubringenden Davis-Gedenktafel, die für den 29. und 30. Juni geplant war, abgegangen. Die Gedenktafel wird daher diesertage in aller Stille vom Laibacher Steinmetzmeister Herrn Thomann an der zur Wurzner Rcichsstraßc gelehrten Mauer des PostHauses in Würzen, iu welchem der englische Forscher in den zwanziger Jahren wiederholt gewohnt, angebracht werden. — (Tod durch Ertrinken.) Am 28. Juni wurde von einem Hirten aus Neuming die Leiche des 70jährigen Müllergehilfen Johann Novak aus Sairach im Teiche, genannt ab. London, 2. Juli. Die streikeudeu Pferdebahuklilschrr in Cardiff zerbrachen heute morgens die Fenster der Pferdebahnwagen, griffen die Insassen mit Steinen an nud vcrsuchteu, die Wagen aus dem Geleise zn heben. Es herrscht große Aufregung. Wndihalfa, 2. Juli. Wadelnjumi ist, ohne ein G.« secht zu besteheu. uach Mataka zurückgekehrt. Verstorbene. dämm 50, V?ii5m ^"'" """"' ^itcr, 24 I, Pol«..«. Den 30. I u n i. Karl Wurst, Cleriler. 18 ^ Kuutüal 11 M»^ " ^"° ««tar, ^»°.e, W I°„VN^ Dcn 1. Juli. Katharina Kerzan, Arl'eilrnn. l!0 ^ AV"l «!' Lm,a.cncmplMcm. - Elisabeth Podobnil, Maad" 7« I., Marasmus. — Johanna Aerhovec, Arbeiters-Gattin 2« I,, Hradchlydorf 1, Tndrrcnluse. Golkswirtschastliches. 1854er Staatolose. Vci der am I. Iiili vorgenommenen 70, Verlosuna des Slaatöprämim Ank'hcnÄ uom Jahre 1854 wurde,, nächste e»^..-50 Serien gczM!,, nnd zwar: Seric All <)l 114 <2, »? ^iu 425 lM! l>15 lilli U25 t>l)2 l;»7 «2? NlN W« i,,7, m«5 ,, , 1l4?l 1X22 1421 ,514 1727 1W1 1942 1^ 2N2 2M) 22' « 2875 3107 24,1 25);» 25«« 2»5!l 2Mj 'j152 Ä«l; Ä«« ^ ^54^W^<).4l7^ ,N4 X7W U' Ä' ^/A enthaltenen hbheren Meteorologische Äeobacktuna... i.. »ni^ <) A Ak7 24-4 O. schwach heiter ?,? c^..'l^'!!l"^ bmlM' abwechselnd Smlnenschei,,, nachniiüaa^ mch m r ? ""s Ä O. nach TO. ziehend ; lurzer S.richve^» änlms .^^^^/^^ ^"""cr in NO., Neqe» noch ..„l 10 lhr 2"^'d. Das Ta< anlässlich deö Hilischeidenc« n»s»re^ »n. > "lr^rs^lichei!, inilissstsieliel'len Gallen, l'eziehiiü^^ll'eise » ^a'erö. Schwiesservaters, Gruswatcrs. Onlelg nnd > Schwagers, Herrn > Dr. Josef Rosum ! Hof und Gerichlsadvocalen nnd GutsbesiherS I ^Uheil s>ewm'drn sind. sprechen n>ir der l>ochw>lrdia.en > l^l'iftlichi'cit, allen jlranzst'endern, de» Herren Sän ^ a,er>,, dem Musisl'ereiüe, allen Herren "riigerli n»d > lenen vielen, die ihr lchteö Geleile znr Slaile der > nu!.un ^inhe szaden, nnseren herziuniqsten Dank. > H'll! lisss^lrsisll!?« .Olinlrrsilisslmpll, > ^i ndolfswert am 2, Inli !««!>. ! Vaiimchts Zeitung Nr. 149. 12ft5 3.Iuli l889. Course an der Wiener Oörse vom 2. Ilnli I^W. N«« d^ o^«^« «our-«««« Gel» war, Staats-Äulchen. 5"/„ riuheitlichc Rente in Noten »3 »5 »4 15 Tilbcrvente....... «4'N5 84'Ul, i«5.lc» 4"/., S!aa!§lole . «50 fl. — - .------- l«, !>"/« ' «anzr 500 st, 140-- 140 85 Ittüül'r » » ssiiüslrl 100 st, 144 50 145 50 l«l'..,er 2ll!Slo!r . , 100 st. 17l — 17« - , » . . üOst. 17, - ,7« - ül'/<>Dom.-Psdbr. il lllü fl, . . 1b(» . 151 - 4"/„ Oest, stwldrente, ««'»ersre! . lOU 7b I0!»!»5 Oeftl'ir.^iolrnieiitl, ftenrrfrei . ttn l>» tty 7!> Garantierte (kisenlinh»» Vchuldverschreibungen. E!!jabctl>bnl,!l i» G. struerftn . l«4 75 «»50 ssninz Ii'jrpl, Än>,» in Silber . ,14 75 11!» «5 Vu>arll»>fti>r Valm in Silber 103 -. 103 7l> ^l!lab^l,l>a>i» 2«»»» st, CM, . . «34 — ?5U — d»>!!o Lwri« «0» st, y, W, „. .-------- di'ül, La!,^>, 3irl>> «l>0 st, ü, W, « — 8l'^< - l,5lis»b»'N»lm!„! s,i,' ^,»<, M«,s ,<» 25 114 - d>>!!» jn» Äw Mml 4"/„. . . 11!» — 11!» 50 WcmzIu^ftl, Äalü! » — l)l,' Uü,i,',!b, Aul,ILOfI,U.W.E,----------------- t>w, d>0. enmnl, Stiilfe , — - - - dlu, Oftbn!,!, Prioritäten , . ><>o — 100 5<> kl,,', SlnatO Ol'Üssnt. l>,1,1«7N 11175,112«» d!li. Wein,,ehen< Abl, 0l>, loost, «!»!>0 I<><» - t>!u, Praui, Äül l> 100 st, i>, W, 14»- - 140 50 dt, Klo, tl 5»0st,ii, W, 1!<»5l>140" Thrift wrss, «c>lr 4"/„ 100 st, «UN ü. IL<>'75 Veld «üllr^ Grundeutl.-Oliligationen (sür 100 st, ...... 104 75 —'- 5"/„ l»on«i!chl' »ük »avonilche . 10b — w<> - 5"/„ sirdcübilinilche . , . . 1<>4'«I» 105 15 5"/„ Teliicsrr Vn»a! . , , , 1U4 «e» 105 N. 5"/,. »»«avijchl'...... I0485 10!, 1!» Andere öflcntl. Anlchcn. Dona» Rc«, Luk 5'7„ 100 st, , 122- 1U3 - d» — —— «»Ichll! d, Elablssl'mc'lüdr wir» 10«- KX! 5n PniM'slul, d, SladlsssM, Wl»I! 143 25 14!! ?l> Vttsjsül'a» ?l»I»'li>» verlos. 5«/« Ul>'?b »l! 5« Psaudl'ricfc (siir I»'0 st), Vodcm'l. all«, ösl, 4"/„ V, , - 11« 50i1li« ,0 d!o, » 4>/,"/„ - . . KXI'Lü 100 75 btn, » 4"/„ . . . N« ««, l»9 !!0 d<», Pläm^Vchuldl'frschl. »"/., l<«> 85 10!» '/5 Osst, H»»'l,!I»'l>'„I'!,!,l 10j. 50"/„ 101-— IU8 — Olsl, »üss, ^>i,!l l'rN 4>/,"/„ , l««'" I',L-s,!> dMl> » 4"/„ . . ION'«! 10l' dl'No 5,üjül,r, » 4"/„ . . 10U'5N101'- Prillritilts-Ol'linationcn (siir KW st,), ^ldinaüds ^lüdlüil»' Em. 1»W lNU-10 «01 70 «XallzNchc tl>,N - üudwiss Val»n /,"/<> , KX! Gcld > Warf Orsterr, Äordwestba!», , . , 1«»'ü« ,(>»<«!, Ltlla««l>lll,n . , 19