Laibllthn TliMatt. Rcdaction und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15. „ •ßränumcra'ticnevtcif«: _ . Nr. 28. fc=mm;?n6ptv«l8^: Dienstaa, 4. Februar 1879. — Morgen: Agatha. Mit der Post: Ganzjiihr. ft. 12. OnfcttioniVreifc: Ein- . . Ipaltige Petitzeile & 4 lt., bei 1 U Cra|«v/» Wiederholungen » 3 Ir. An- ü.-lUl/lil» zeigen Eie 5 Zeilen 20 tr. u Die Ministerkrisis. Die Berufung des Statthalters von Tirol nach Wien steht nach vorliegenden Berichten mit der bevorstehenden Neubildung des österreichischen Kabinets in unmittelbarem Zusammenhang. Alle übrigen Nachrichten, die dahin lauten, daß die Bildung des neuen Kabinets bereits vollendet sei, daß das neue Ministerium unmittelbar nach der Genehmigung des Berliner Vertrages durch das Herrenhaus ins Amt treten werde, sind, wie der „Deutschen Ztg." mitgctheilt wird, vollständig unrichtig. An all' diesen Gerüchten soll nur so viel wahr sein, daß mit verschiedenen Persönlichkeiten, darunter auch mit den Reichsrathsabgeordneten Graf Coronini, Dr. v. Plener und Professor Sueß, die Unterhandlungen wegen ihres Eintrittes ins Ministerium in vollem Gange sind. In den maßgebenden Kreisen gibt man sich nicht der Hoffnung hin, die Bildung des neuen Kabinets schon im Laufe der beginnenden Woche fertig zu bringen. Es wird überhaupt großes Gewicht darauf gelegt, daß das Ministerium Auersperg noch so lange im Amte bleibe, bis das von ihm int Abgeordnetenhaus eingekochte Budget und die Bedeckung der von den Delegationen demnächst zu bewilligenden Oceupatiouskosteu vom Parlamente votiert sein wird. In diesem Sinne soll von höchster Stelle aus eine Aufforderung an das demissionierte Kabinet ergangen sein, die jedoch seitens des letzter« mit einem neuerlichen ehrfurchtsvollen Ansuchen um sofortige Enthebung vom Amte erwidert wurde. Nichtsdestoweniger gibt man sich in maßgebenden Kreisen der zuver-ichtlichen Hoffnung hin, daß das Kabinet Alters->erg sich schließlich dem allerhöchsten Wunsche ügen und dadurch der künftigen Regierung einen wrlamentarischen Kampf gleich beim Beginn ihrer Wirksamkeit ersparen werde. Es verlautet weiter mit aller Bestimmtheit, daß die Auflösung des Abgeordnetenhauses unmittelbar nach Dotierung des Budgets beschlossene Sache sei. Man würde in einem Ministerium Ta affe nur ein Uebergangs- und nicht ein definitives Ministerium erblicken. Dem genannten lieber-gangsministerinm würde die Aufgabe zufallen, bei den bevorstehenden Reichsrathswahlen dahin zu wirken, daß aus Kreisen des neu gewählten Abgeordnetenhauses für die Politik des Grafen Andrassy eine verläßliche Majorität gebildet werde. Welchen Preis die zu diesem Zwecke in das Parlament eintretenden Czechen fordern werden, ist heute schon kein Geheimnis, mehr; dieser Preis bestünde in nichts Geringerem, als in dem Verluste der Verfassung. Der Berliner Vertrag liegt dem Herrenhause zur parlamentarischen Behandlung vor. Der Bericht der eompetenten Kommission lautet: „Die vom hohen Herrenhause zur Berathung des Berliner Vertrages eingesetzte Kommission hat sich vor die Erwägung einer Vorlage gestellt gesehen, welche seit längerer Zeit in der Delegation des Reichsrathes und im Abgeordnetenhause den Gegenstand eingehender Verhandlungen gebildet hat, die sich sowol auf den Inhalt des Vertrages als auf die verfassungsmäßige Stellung des Reichsrathes zu demselben bezogen haben. „So sehr nun auch die Kommission von der hohen Wichtigkeit des Inhalts dieses Vertrages durchdrungen war, so hat sie sich doch gegenwärtig halten müssen, daß, wie immer man denselben nnd namentlich die Oecupatiou Bosniens beurtheilen möge, diese eine vollendete Thatsache ist, welche summt allen durch sie geschaffenen Verhältnissen heute nicht weiter in Frage gestellt werden könnte, ohne Folgen hervorzurufen, über deren Bedenklichkeit selbst ans den divergierendsten Standpunkten kaum ein Streit bestehen könnte. Da somit die Frage, welche sie sich zu beantworten hatte, nicht die sein konnte: ob der Berliner Vertrag thatsächlich anzuerkennen sei, sondern lediglich die: welcher rechtlichen Form er zu seiner formalen Giltigkeit bedürfe, so glaubte sie um so mehr jedes meritorifchen Eingehens in feinen Inhalt sich enthalten zu sollen, als sie der Ueberzeugung war, daß sie die auseinandergehenden Ansichten in dieser Frage durch neue Gesichtspunkte zu vereinigen kaum hoffen könnte, während der lange währende Streit über dieselbe im Innern wie nach außen hin vielmehr einen endlichen Abschluß desselben mir als wünschenswert!) erscheinen läßt. „Was aber die Frage anbelangt: welches die rechtliche Stellung des Reichsrathes zu dem Berliner Vertrage sei, im besonderen: ob zufolge § 11 lit. A des Grundgesetzes über die Reichs-Vertretung und zufolge des § 6 des Gesetzes über die Regierungs- und Vollzugsgewalt vom Listen Dezember 1867 zur Giltigkeit desselben, als eines die Bevölkerung belastenden, die Zustimmung des Reichsrathes, oder aber ob dieselbe lediglich wegen der im Art. 29 gedachten Einverleibung Spizza'S als einer GebietsveränderuiiH und blos zur Ausführung derselben erforderlich sei, während im übrigen dem Rechte des Reichsrathes mit der Vorlage des ganzen Vertrages zur Kenntnisnahme genügt wäre, so hat die hohe Regierung ihren im Abgeordnetenhaus« vertretenen, die letztere Anschauung festhaltenden Standpunkt auch in dieser Kommission neuerdings gewahrt; die Anschauungen der Mitglieder derselben aber waren diesfalls nach den eben angegebenen beiden Richtungen getheilt. In der Erwägung aber, daß, auch wenn man das Motiv zur Aguoseierung des Berliner Vertrages lediglich in der Einverleibung Spizza's sieht, die Anerkennung des Vertrages selbst dennoch ausgesprochen werden muß; in der ferneren Er- Jeuilleton. Tante Fausta's Schuld. Erzählung von Harriet. (Fortsetzung.) III. Fünf Jahre waren vergangen. Tiefblau wölbte sich der Frühlingshimmel über die grünende Landschaft; die Schwalben hatten erst kürzlich ihr Sommerheim bezogen; ihr helles Ge-zwitscker war wol ein Loblied, in dem sie die Wanderlust priesen! — Die Drachenköpfe an dem grauen Haufe schielten förmlich, schwarz vor Zorn und Neid, nach der grünenden Linde, die sich über Nacht in ihr Frühlingskleid gehüllt — es war so duftig zart, so wundervoll frisch, wie ein Brautgewand! — Im verflossenen Herbst, als die Blätter des schönen Baumes welkend zur Erde sielen, trug man einen schwarzen Sarg aus dem grauen Hause, die gute Ursula hatte das Zeitliche gesegnet; das war alles, was die fünf Jahre an Schmerz und Leid für das stille Häuschen und feine Bewohner in sich schlossen! Die Sonne stand bereits tief im Westen, als der Postwagen durch die öde Gaffe des Städtchens fuhr und vor dem Thore mit den Drachenköpfen hielt. Gleich nachher schlüpfte eine hohe, schlanke Gestalt in die Hausflur, die droben an der Treppe von zwei Armen innig umfangen wurde: „Liebes, liebes Friedchen, da habe ich dich nun wieder!" flüsterte eine zitternde Stimme. Das Mädchen lehnte seinen blonden Kops an die Schulter der Einsamen: „O, ich habe in den fünf Jahren immer an dich gedacht und für dich gebetet!" Das klang einfach und doch so herzlich von den frischen Lippen! Draußen huschte noch ein goldener Abend-sonnenstrahl über die Linde im BrautHewande und verklärte sie förmlich — er wollte sich auch durch die erblindeten Scheiben der Kirchenfenster Bahn brechen. Vergebens, da ließ er alles grau und düster! Aus der Wiese blühten bereits Frühlingsblumen, aber keine Kinderhändchen pflückten sie zu einem bunten Strauße, denn all' die Knaben nnd Mädchen aus den Nachbarhäusern waren, wie die Nichte des Fräuleins Dortchen, große Leute geworden. Die Eckfenster des grauen Hauses, von welchen man die schönste Fernsicht genoß, standen weit geöffnet und ließen der würzigen Morgenluft ungehinderten Einzug in das Gemach. Es hatte in den fünf Jahren während Friedchens Abwesenheit auch nicht die geringste Veränderung erlitten: die hohen, mit grünem Tuch überzogenen Möbel standen noch immer so steif und schwerfällig an den blaßgelben Wänden, auch das Piano, auf dem Tante Dortchen einst die ersten Scalen gespielt, war unverrückt in der breiten Fenstervertiefung geblieben, und der großblättrige, schottische Epheu schmückte dieselbe noch immer und machte die Nische so traut und anheimelnd; die große Uhr auf dem braunen Schrank ließ ihren Pendel unveränderlich auf- und niederschweben, als ob die fünf Jahre kaum eine Sekunde Zeit für ihn in sich geschlossen hätten, so blank und glänzend sah er in die Welt! Die Flora, die den Ofenvorsprung zierte, hatte auch nichts von ihrer blendenden Weiße ein-- Wägung, daß auch im Abgeordnetenhause diese Differenz der rechtlichen Auffassung des Vertrages zwar den Gegenstand der Discusfion gebildet hat, aber ein Antrag auf prinzipielle Entscheidung über die Motive der Genehmigung des Vertrages in demselben nicht gestellt worden ist; endlich um einen übereinstimmenden Beschluß beider Häuser des Reichsrathes herbeizuführen, hat sich die Kommission in dem Antrage geeinigt: „Das hohe Herrenhaus wolle beschließen: „Dem Vertrage von Berlin vom 13. Juli 1878 wird die verfassungsmäßige Zustimmung ertheilt." Der Präsidentenwechsel in Frankreich. Blätter des In- und Auslandes widmen dem am 30. v. M. in Versailles vollzogenen Präsidentenwechsel ihre Spalten. Der neue Präsident der Republik wird als ein charakterstarker Ehrenmann par excellence, als der eiserne Mann des Rechtes, des Gesetzes und Friedens, als das Ideal des Parlamentariers, der Uneigennützigkeit und der Selbstlosigkeit ohne Ehrgeiz, gepriesen. Die Devise Grevy's lautet: „Der Präsident der Republik ist der von der Nationalversammlung delegierte und stets widerrufliche, der Kammermehrheit verantwortliche Präsident des Minister-rathes." Frankreich ist voin drückenden Alp der Militärherrschaft befreit, es kann nun die freiheitliche geistige und volkswirthschaftliche Entwicklung der Republik auf civilen Bahnen zur vollständigen Reife bringen. Das Volk von Frankreich begrüßt sich auf den Straßen und in den Gassen mit dem Ausdruck der freudigsten Stimmung, man jubelt, daß die Tage der Ränkeschmiederei, Hinterlist, Militärherrschaft, Unsicherheit und Parteispaltung abgelaufen sind. Ganz Frankreich hofft, unter Gre-vy's Regierung werde die Republik ruhig und friedlich fortschreiten, denn ander Spitze Frankreichs steht jetzt ein Mann, der immer Republikaner gewesen, dessen Ruf ein unbescholtener, dessen Charakter ein biederer ist, der Fähigkeit, Talent, Geist und Ansehen besitzt, um Frankreich zu regieren, um Frankreich im Auslande Achtung zu verschaffen. Der Wahlact' Grivy gibt den Vertretern Frankreichs das beste Zeugnis. Die Feinde Frankreichs, welche in den Franzosen ein ungelehriges, turbulentes/ unlenksames, aufgeregtes, geroalt-thätiges und revolutionäres Volk erblickten, wurden in ihrer Ansicht total geschlagen. Frankreich hofft von seinem neuen Präsidenten, daß unter seiner Herrschaft die freie, aufrichtige, conservative und fortschrittliche Republik Wurzel fasse, gedeihe, und diese dem Lande und dem Volke reichliche Früchte trage. ebüßt, nur die Blumen, die sie in einem Körbchen ielt, waren nicht mehr so farbenfrisch! All' diese Beobachtungen machte das junge Mädchen, während es mit Dorothea am folgenden Morgen beim Frühstück saß. Das alte Fräulein konnte sich nicht satt sehen an dem blassen Gesichtchen mit den großen tiefblauen Augen! Ihre Nichte war nicht schön zu nennen, aber ein unendlich gewinnender Zug lag in dem Antlitz der Sechzehnjährigen. „Friedchen, wir wollen heute abends unseren Spaziergang zu dem Eichenwäldchen machen. Ich war seit deiner Abwesenheit nicht mehr in dem-elben! Wie oft, wenn die Sonne die fernen Bergpitzen bei ihrem Untergang goldig überflutete, ehnte ich mich nach dem lieben, stillen Wäldchen und nach dir — dann machte ich mir wieder schwere Sorgen!" — „Sorgen, weshalb?" „Ob ich dich so aus dem Institut zurückerhalten würde, wie ich es wünschte. Wenn du nun ein kleines, launisches, eigensinniges Fräulein geworden wärst, das ... „Aber Tante Dortchen, welch' eine häßliche Die französischen Journale feiern die Wahl Grevy's als ein Krönungsfest der Republik. Die öffentliche Meinung begrüßt den neuen Präsidenten mit Vertrauen, mit voller Befriedigung, denn GrLvy ist nicht nur ein gewiegter Staatsmann, sondern auch ein echter Republikaner, er ist ein Sohn des Volkes, das er zu regieren berufen wurde. Anstro-italienischer Handelsvertrag. Auf Grund des am 27. Dezember 1878 zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien abgeschlossenen und am 30. Jänner 1879 beiderseits ratificierten Handels- und Schiffahrtsvertrages werden von größeren Industrien Oesterreichs in Zukunft ihren Absatz nach Italien vertragsmäßig gesichert wissen: 1.) Die österreichische Bierindustrie: dieselbe importierte nach den italienischen Handelstabellen im Jahre 1877 über 37,000 Hektoliter im Werthe von 1 69 Mill. Lire; 2.) die österreichisch-ungarische Spiritus-industrie: im Jahre 1877 betrug der Import über 44,900 Hektoliter im Werthe von 4 49 Mill. Lire; 3.) die österreichische Zuckeriudustrie: im Jahre 1877 traten aus Oesterreich in Italien ein: 123,700 metr. Zentner Raffinatzucker im Werthe von 12 37 Mill. Lire, und 90,600 metr. Zentner Rohzucker in Werthe von 6 78 Mill. Lire; 4.) die Leinenindustrie: im Jahre 1877 wurden cingcführt 19,500 metr. Zentner Seinen« und Hanfgarne im Werthe von 7 40 Mill. Lire, und über 7400 metr. Zentner Leinenwaren aller Art im Werthe von 2 40 Mill. Lire; 5.) die österr. Holzindustrie, sowol in ihrem ersten Verarbeitungsstadium als Sägeware und Werkholz überhaupt, als auch in feinerem Zustande, wie Möbel rc. Für den Werkholzimport berechnet Italien eine Ausgabe von 36°70 Mill. Lire. Die Alpenländer Tirol, Kärnten und Krain liefern beträchtliche Mengen; es ist aber auch Transitogut darunter, welches nicht auf österreichische Rechnung zu setzen kommt. Weiters werden noch einen vertragsmäßigen Absatz nach Italien haben die österr. Eisenindustrie, die Kurzwarenindustrie, die Glasindustrie, die Wollwarenindnstrie, die Thonwarenindustrie u. s. w. Tagesneuigkeiten. — Ans dem Vatican. Papst Leo XIII. wird am 21. d. M. gelegentlich der Abhaltung des Consistoriums das nach einjähriger Regierung übliche Vorstellung hast du dir da von mir gemacht!" rief das junge Mädchen lachend; plötzlich stützte es den blonden Kopf auf die Hand: „Es ist wahr, ich hatte immer meinen eigenen Willen, so zum Beispiel wollte ich nie mit den Kindern drunten bei der Linde spielen!" „Dein schwaches Körperchen mochte diese seltsame Scheu hervorgerufen haben!" entgegnete Dorothea. Friederike hatte sich von ihrem Sitze erhoben und war an das Fenster getreten: „O, welch' ein wundervoller Frühlingsmorgen! Weißt du, daß mich der Himmel, wenn er so blau ist wie jetzt, immer au meine ersten Lebensjahre mahnt ? da hatte ich ihn ober mir und zu meinen Füßen — da war das Meer!" Das alte Fräulein seufzte schmerzlich auf: „Hast du denn noch eine klare Erinnerung an deine ersten Lebensjahre?" „Ich weiß nur so viel, daß ich ein kränkliches Kind war und sehr viel Pflege und Sorgfalt beanspruchte; die Erinnerung an meine Eltern und an meinen Bruder ist leider in meinem Gedächtnis völlig erloschen!" Jubeljahr proclamieren. Die Ernennungen neuer Kardinale find, dem Vernehmen nach, bis zum nächsten Consistorium am 29. Juni, dem Peter- und Paultage, verschoben. Eine neue Encyklika beS Papstes wird erwartet, die von der Jugenderziehung handeln soll. — Die Pest in Rußland. Ein offizielles Telegramm aus Astrachan vom 31. Jänner meldet: In Vetljanka und Umgegend ist kein neuer Erkrankungsfall vorgekommen. In Selitrenn befanden sich am 30. Jänner acht Kranke, wovon zwei starben. Im Laufe des 31. sind drei neue Erkrankungen und drei Todesfälle vorgekommen; es blieben somit sechs Kranke in Behandlung. Der dortige Arzt Podgorsky meldet, die Epidemie beschränke sich auf vier Bauernfamilien, die mit einander verkehrt haben. Kein Heilmittel ist erfolgreich, das einzige Präventivmittel bleibt die Isolierung. — Zur Abwehr dieser schrecklichen Krankheit haben die österr. Ministerien des Innern, der Finanzen und deS Handels vom 1. Februar 1879 eine Verordnung, betreffend das Verbot der Ein- und Durchfuhr mehrerer Warengattungen aus Rußland, erlassen; dieselbe lautet: „Zur Verhütung der Einschleppung ansteckender Krankheiten aus Rußland wird im Einvernehmen mit der königlich ungarischen Regierung verordnet: 1.) Die Ein- und Durchfuhr nach- benannter Gegenstände aus Rußland über die Grenzen der österreichisch-ungarischen Monarchie ist verboten: gebrauchte Leib- und Bettwäsche, gebrauchte Kleider, HaderN und Lumpen aller Art, Papierabfälle, Pelzwerk, Kürschnerwaren, Felle, Häute, halbgares sowie sämisch zugerichtetes Ziegen- und Schafleder. Blasen, Därme im frischen und getrockneten Zustande, gesalzene Därme (Saitlinge), Filz, Haare (einschließlich der sogenannten Zackelwolle), Borsten, Federn, Caviar, Fische und Sareptabalsam. 2.) Auf Wäsche, Kleidungsstücke und anderes Reise-geräth, welches Reisende zu ihrem Gebrauche mit sich führen, findet das im Punkt 1 enthaltene Verbot keine Anwendung. In welchem Umfange und auf welche Weise solche Gegenstände einer Desinfektion zu unterwerfen sind, bleibt besonderer Verfügung Vorbehalten. 3.) Die Ein- und Durchfuhr von Schafwolle aus Rußland ist nur nach vorgängiger Desinfektion gestattet; bei einer der Fabrikswäsche unterzogenen Schafwolle genügt die Desinfektion der Emballage. Die Desinfektion der der Fabrikswäsche nicht unterzogenen Schafwolle hat in geschlossenen Räumen mittels schwefeliger Säure zu geschehen. 4.) Das mit der Verordnung der Ministerien des Innern, der Finanzen und des Handels vom 7. Juni 1878 (R. G. Bl. Nr. 50) erlassene Verbot der Ein-und Durchfuhr von Bettfedern wird dahin abgeändert, daß die Ein- und Durchfuhr von Bettfedern aus dem deutschen Reiche wieder gestattet ist. 5.) Die Wieder seufzte Dorothea tief und schmerzlich auf. Das Mädchen lehnte das Haupt an das Fensterkreuz und sah gedankenvoll zu Dortchen herüber: „Enthülle mir doch endlich einmal das Geheimnis, welches über dem frühen Tod meiner armen Eltern, meines Bruders zu walten scheint!" bat Friederike innig: „Jetzt bin ich kein Kind mehr!" Das Fräulein trat zu ihrer Nichte: „Ein Kind bist du freilich nicht mehr. In diesen ernsten Augen liegt so viel Verstand und Lebensreife — aber zu der Enthüllung der Lebens-geschichte ist es noch immer Zeit — sie wird dein junges Herz nicht froh und heiter stimmen!" In dem alten, welken Gesicht zuckte es wunderlich, und die Hände, die das Mädchen gefaßt hatte, zitterten heftig. Ein jäher Schreck erfüllte das Herz Friederikens: in dem trauten Zimmer-chen war alles beim Alten geblieben, aber Dorothea schien in den fünf Jahren viel an Lebenskraft und Lebensstärke eingebüßt zu haben. (Fortsetzung folgt.) DeSinfectionSkosten sind von den Parteien zu tragen. Gegenwärtige Verordnung tritt mit dem Tage der Kundmachung in Kraft." Lokal-undprovin)ial-Angelegenheiten. — ( ©anctionierte Landt agsbe-schlüsse.) Der Kaiser hat mit allerhöchster Entschließung vom 7. Jänner 1879 den vom firatner Landtage gefaßten Beschluß vom 15. Oktober 1878, wornach zur Bedeckung des Abganges bei dem Lan-desfonde für das Jahr 1879 die Einhebung eines Zuschlages von 20 Perzent zu den direkten Steuern < mit Ausschluß des Kriegszuschlages und eines Zuschlages in der gleichen Höhe zur Verzehrungssteuer vom Wein, Wein- und Obstmoste und vom Fleische zu erfolgen hat, genehmigt und mit derselben aller- ' höchsten Entschließung auch dem weiteren Beschlüsse : des gedachten Landtages, betreffend die Befreiung > der Bezüge der Volksfchullehrer in Ärain von den ! Landeszuschlägen zu der auf diese Bezüge entfallen- 1 den Einkommensteuer, die Genehmigung ertheitt. i — (Wohlthätigfeitstotterie.) Für 1 die zum Vortheile des hiesigen Siechen» und Mäd- ' chenwaisenhanses stattzufindende Effektenlotterie wurden bereits werthvolle Gewinstgegenstände gespendet, i namentlich: ein Heiligenbild im Werthe von 200 fl., : ein Meßkleid im Werthe von 150 fl., eine Phis-Harmonika im Werthe von 60 fl., eine goldene Sackuhr im Werthe von 60 fl., ein Salonspiegel im 1 Werthe von 60 fl., ein silberner Theekessel im Werthe von 60 fl., goldene und silberne, mit Juwelen besetzte Schmuckgegenstände it. s. w. Das dies- : fällige Lotteriecomite richtet an alle edlen Menschenfreunde das Ersuchen, dieses Lotterie-Unternehmen in der Erwägung, als 800 größere und 2400 kleinere Gewinstgegenstände nothwendig sind, durch weitere Spenden von Gewinstgegenständen ausgiebig unterstützen zu wollen. — (Zugpferdeverkauf.) Pferdehändlern, Lcmdwirthen und Fuhrwerksbesitzern diene zur Nachricht, daß am 10. d. in Karlstadt 106 Stück überzählige ärarische Fuhrwesens-Zugpferde im öffentlichen Versteigernngswege werden verkauft werden. — (Eine Bezirkskommissärs stelle) ist im Status der politischen Verwaltung in Krain zu besetzen; Gesuche bis 15. d. an das hiesige Landespräsidium. — (Zum Depeschen verkehr.) Chiffrierte oder in verabredeter Sprache sowie überhaupt in allen zur internationalen Korrespondenz zulässigen Sprachen abgefaßte Telegramme im Verkehre mit der Türkei wurden neuerdings als zulässig erklärt. — (Aus dem hiesigen Schwnr-gerichtssaale.) Anten Vehar wurde gestern des Verbrechens der Brandlegung schuldig erkannt und zur Ausstehung einer 15jährigen schweren Kerker-" strafe vernrtheilt. — (Für Landes- und Bezirksschulrat he.) Die Regierungsvorlage, betreffend die Vergütung der Reife- und Zehrungsauslagen der Landes- und Bezirksschulräthe hat im Unterrichts-ansschusse des Abgeordnetenhauses wesentliche Aen-derungen erfahren. Für die Mitglieder des Landes-schulrathes soll die Gewährung der Diäten erst dann Eintreten, wenn ihr Domicil vom Amtssitze wenigstens 15 Kilometer entfernt ist. Bezüglich der Bezirksschulräthe hatte die Vorlage alle Diäten ausgeschlossen, der Ausschuß dagegen schlägt vor, daß für diese Diäten alljährlich im Finanzgesetze ein Betrag festgesetzt werde, der im Verhältnisse zur Anzahl der Klassen der öffentlichen Volksschulen uud Bürgerschulen jedes Krmtlandes den Landesschulbehörden zur Verfügung zu stellen ist. Ein Minoritätsvotum geht dahin, daß den Mitgliedern der Landes- und Bezirksschulräthe, deren Wohnsitz vom Amtssitze mehr als 15 Kilometer entfernt ist, die ihnen erwachsenden Reise- uiid Zehrungsauslagen aus Staatsmitteln zu ersetzen seien. — (Aerztliche Kreise) machen wir auf die in Druck und Verlag von G. I. Manz in Regensburg erscheinende neue Zeitschrift, betitelt: „Homöopathische Monatsblätter für volksthümliche Gesundheitspflege und Heilkunde", aufmerksam. Dieses Fachblatt ist das Organ des homöopathischen Vereines in Baiern und wird von Dr. philos. u. med. I. Lindner redigiert. Jährlicher Aboimementspreis 1 fl. 60 kr. sammt Postversendung. Abonnements besorgt die hiesige Buchhandlung v. Kleinmayr und Bamberg. — (Benesizvorstellung.) Donnerstag den 6. d. bringt unsere Bühne zum Vortheile unserer geschätzten Primadonna Fräulein M a s s a die effectvolle romantische Ausstattungsoperette „Der Seekadett" zur Aufführung. Diese Vorstellung wird dadurch höheren Reiz gewinnen, daß ein bedeutender Partienwechsel eintreten wird: Frl. Habrich singt den Part der Königin, Herr Friedmann jenen des Januario, Herr Selus jenen des Domingo und Herr Direktor Ludwig jenen des Mungo. Fräulein Massa's große Verdienste um den Bestand unserer Bühne sind allgemein bekannte Thatsache. Die gediegene, anrnuthige, elegante, fleißige, jederzeit mit Eifer und Jugendfrische auftretende Sängerin ist der Grundpfeiler unserer Bühne. Unser musikfreundliches Theaterpublikum hat der vorzüglichen Sängerin nahezu an jedem Operettenabende seine warmen Sympathien kundgegeben; es wird auch an diesem Abende, an dem Ehrentage der Benefiziantin, nicht säumen, durch zahlreiches Erscheinen im Schauspielhause diesen aufrichtigen Sympathien neuerlich lauten Ausdruck zu geben. — (Landschaftliches The ater.) Görners Lustspiel „Ein glücklicher Familienvater" machte gestern im Verlause des zweiten und dritten Actes viel Spaß. Die Herren Ehrlich, Direktor Ludwig und Waldburger, die Fräulein Solvey (Clara) und W i l h e l m i spielten recht lebendig. — Suppee's, mit Benützung Schubert'scher Lieder und Walzer componierte einactige Operette „Franz Schubert" will in unserem Schauspielhause nicht die ihr gebürende sympathische Ausnahme finden. Ungeachtet reizende Motive ans Ohr dringen, ungeachtet Fräulein Massa (Marie) gefühlvolle Saiten anschlägt und in Koloraturen Großes leistet, ungeachtet die Herren Massa (Niklas) und Arenberg (Franz Schubert) ihre hervorragenden und die Herren Selus (Gruber), Jahn (Vogel), Kocel (Starker) und Baum (Cappi) ihre Nebenpartien recht gut zum Vortrag bringen, kann diese auf den klassischen Liedergesang Schuberts basierte Operette ein zahlreiches Publikum nicht herbei-ziehen. — (Theaterripertoire.) Mittwoch den 5. d.: „Prinz Methusalem"; Donnerstag den 6.: „Seekadett"; Freitag den 7.: „Valentine" ; Samstag den 8.: „Prinz Methusalem"; Sonntag den 9.: „Der Bauer als Millionär"; Montag den 10 : (zum ersten male) „Nervus rerum“. — (Eisenbahnverkehr im Dezember 1878.) 1.) Südbahn: Befördert wurden 415,031 Personen und 392,062 Tonnen Frachten; die Einnahmen betrugen 3.106,116 Gulden und stellten sich etwas niedriger als im Dezember 1877; die Ge-sammteinnahme im Jahre 1878 bezifferte sich auf 36.077,550 fl. und erreichte dieselbe Höhe wie im Jahre 1877. 2.) Rudolfbahn: Befördert wurden 64,800 Personen und 105,485 Tonnen Frachten ; die Einnahme betrug 301.530 Gulden und war etwas kleiner als im Dezember des Vorjahres ; die Gesammteinnahme im Jahre 1878 war jedoch bedeutend höher als im Jahre 1877. Ueber Lebensdauer und Lebenserhaltung. Pros. Büchner aus Darmstadt wies in seinem Vortrage, gehalten im kaufmännischen Verein zu Hannover, an der Hand der Statistik nach, daß die praktisch angewandten Erkenntnisse der modernen Wissenschaft die Lebensdauer der jetzt lebenden Menschen im Verhältnis zu den früheren Geschlechtern mehr als verdoppelt hat, und daß bei gleichem Fort- schritt sich unsere Nachkommen noch eines höheren Lebensalters erfreuen werden. Langes Leben ist von jeher ein begehrenswertes Gut gewesen; alte Völker hoben ihren Patriarchen ein langes Leben beigelegt; jeder weiß, ein wie hohes Alter die Erzväter nach der Bibel erreicht haben sollen. Aber bekannt ist auch die Sage vom ewigen Juden, der vergeblich den Tod herbeisehnte. Sie beweist, daß das Leben auch nicht zu lange dauern darf, daß es gut ist, daß dem menschlichen Leben ein gewisses Ziel gesetzt ist. Der Tod ist das Ende der langen Krankheit, die wir Leben nennen. Schon vom Tage unserer Geburt an sind wir dem Tode verfallen. Der Körper des Menschen ist in steter Wandlung begriffen: in jedem Augenblicke sterben wir, um sofort wieder geboten zu werden. Trotz dieses schnellen Stoffwechsels gehört der Mensch zu den langlebendsteu Geschöpfen, nur wenige Thiere, wie der Adler, der Wallfisch, übertreffen ihn. aber nicht im entferntesten kann er sich mit manchen Bäumen messen, die ein Alter von 5- bis 600 Jahren erreichen, ja, in Böhmen wird eine Eiche gezeigt, deren Alter man auf 2000 Jahre schätzt; noch älter freilich ist ein Affenbrodbcmm in Afrika, von dem man behauptet, daß sein Alter 5- bis 6000 Jahre beträgt. Welches ist nun das höchste Alter, das der Mensch überhaupt erreichen kann? Man hat bezweifelt, daß der Mensch viel über 100 Jahre alt wird. Es ist durch Beispiele erwiesen, daß der Mensch es bis auf ein Alter von nahe 200 Jahren bringen kann. Namentlich England liefert unS mehrere Beispiele dieser Art, ein im 15. Jahrhundert geborener Bauer lebte bis tief in das 17. hinein und erreichte ein Alter von 172 Jahren, noch als Greis von 120 Jahre» soll er schwere körperliche Arbeiten verrichtet haben. Als er vom Könige mit schweren Speisen bewirthet wurde, zog er, der an das einfachste, mäßigste Leben gewöhnt war, sich eine Krankheit zu, die die Ursache seines TodeS wurde; er liegt in der Westminsterabtei begraben. Ein anderer, 1500 gebotener Engländer erreichte das Alter von 170 Iahten. Ein sehr wechselvolles Leben führte ein Däne, der im Jahre 1624 geboren war und im Alter von 146 Jahren 1770 starb. Erst im Alter von 111 Jahren verheiratete er sich mit einer 60jährigen Frau, nach deren Tode er mit einem jungen Mädchen von 18 Iahten eine neue Ehe einzugehen beabsichtigte. Andere Makrobioten haben in ihrem langen Leben mehrere Frauen gehabt, ein Schotte 9, ein Franzose sogar 10. Auch Ungarn hat einen Mann von langer Lebensdauer aufzuweifen, bei Temesvat starb 1724 ein Greis in dem beispiellosen Alter von 185 Jahren. Aber auch die Gegenwart ist durchaus nicht arm an Personen, die im Alter von mehr als 100 Iahten stehen; so lebt jetzt noch in Bromberg ein Mann von 118 Jahren, der als Artillerist unter Friedrich dem Großen gedient hat. Von den meisten dieser Makrobioten wird erzählt, daß sie bis zu ihrem Tode gesund und kräftig gewesen sind. Wunderbar klingt die Nachricht, daß bei diesen alten Leuten Haare und Zähne wieder wachsen und die Runzeln der Haut verschwinden. Hufeland erzählt zwei Fälle dieser Art der Regeneration; vom Standpunkte der Physiologie ist die Sache nicht unmöglich. Fragen wir nach den Einflüssen, welche das Leben verkürzen oder verlängern, so kommen verschiedene Verhältnisse dabei in Betracht. Zunächst das Geschlecht. Durch die Statistik ist nachgewiesen, daß die Frauen älter werden als die Männer; im Alter von 80 bis 100 Jahren hatten wir mehr Frauen als Männer; auf 155 Frauen kommen 100 Männer. Ein französischer Arzt hat allen Ernstes die Ursache davon in dem stärkeren Redefluß der Damen gesucht, weil dadurch eine Art gymnastischer, daS Leben verlängernder Hebung verbunden sei; in Wahrheit liegt aber die Ursache darin, daß die Frauen mehr ein gleichmäßiges, von Aufregungen und Sorgen freieres Leben führen. Das Leben wird verlängert durch Heiraten; verheiratete Leute leben länger als unverheiratete. In manchen Fa- niilien ist ferner die Langlebigkeit erblich, während es unigekehrt auch kurzlebige Familien gibt. So gehört z. 58. das Preußische Königshaus, ferner die Familie Mastai-Feretti, der der verstorbene Papst Pius IX. entstammte, zu den langlebigen; fast jedes ihrer Mitglieder erreicht ein Alter von 100 Jahren. Von sehr wichtigem Einflüsse ist Stand und Be-schästignug. Diejenigen Stände, welche sich viel in frischer, freier Luft bewegen, also Landleute, Jäger, Soldaten, erreichen ein hohes Alter; anderseits verkürzen gewisse Erwerbszweige das menschliche Leben in hohem Grade: die geringste Lebensdauer haben Gruben- und Fabrikarbeiter. Man hat Tabellen aufgestellt, aus denen hervorgeht, wie groß die durchschnittliche Lebensdauer der einzelnen Berufsklassen ist. Geistliche, Kapitalisten und höhere Beamte erreichen ein Alter von 65 bis 66 Jahren, Kaufleute von 62, Soldaten von 59, Aerzte von 56, Handwerker von 55 bis 44, je nach der Art ihrer Beschäftigung. Auch die geistige Thätigkeit ist von Einfluß auf die Lebensdauer. Die älteste» Leute haben wir unter Gelehrten und solchen, die geistig arbeiten. Ferner kommen die äußeren Lebeusnmstäude wesentlich in Betracht. Durch Verbesserung der Wohnung und der Nahrung hat sich die mittlere Lebensdauer der Menschen im Laufe der letzten 300 bis 400 Jahre verdoppelt, d. H. jeder jetzt geborene Mensch hat Aussicht, noch einmal so alt zu werden, als die Menschen jener Zeit. Früher betrug die mittlere Lebensdaner nur 21 Jahre, jetzt 39 bis 40, selbst 43 bis 45 ; aber diese Zahlen gelten nur für die zivilisierten Länder, anders stellt sich das Verhältnis in Ländern ohne Kultur. Bisweilen begegnen wir eiltet ganz rapiden Steigerung: Im Jahre 1798 betrug die mittlere Lebensdauer 26, 1836: 33, 1877: 39 8 Jahre. Setzt sich das so fort, so haben wir Grund anzunehmen, daß in hundert Jahren die mittlere Lebensdauer auf 50 steigt. Der Grund davon liegt in der Abnahme der Epidemien, der allgemeinen Verbesserung der Lebensverhältnisse und dem Fortschreite» der medizinischen Wissenschaft. (Sck,lus; folgt.) Witterung. Laibach, 4. Februar. Trübe, regnerisch, windstill. Temperatur morgens 7 Uhr + 10°, nachmittags 2 Uhr + 3 3" 0. (1878 —10" 1877 + 3 2" C.) Barometer im Fallen, 73035 mm. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur + 0 9", um 19 über dem Normale. Angekommene Fremde am 3. Februar. Hotel Stadt Wien. Carlebach, Fischer, Kölbl, Kanflte., und Canto, Wien. Hotel Elefant. Hirsch und Pollak, Kauslte., Wien. — Wakonik, Stauf m., Üittai. — Tomsich, Kfm, Rakek. — Samfa, Kfm., Jllyrifch-Feistriz. — Schüller, Besitzer, Kropp. — Weber, Besitzer, Oberkral». Baierifcher Hof. Daniel, Privat, und Scherz, Marburg. — Modie, Neudorf. — Leban, Reif., Graz. — Silvestri f. Familie, Wien. Mohren. Löfchnig, Ehrenhansen. — Weiner, Neunkirchen. — Schuhnik, 1. k. Amtsoffizial, Graz. — Schmit Maria, Triest._______________________________________________ Verstorbene. Den 3. Febrnar. Johann Klovar, Bahnarbeiters Kind, l8/, I., Pctersstraße Nr. 60, Gehirnhöhlenwasser-sucht. — Franz 6crnibec, Dampfmühleuarbeiters Kind, 10 Mon., Polanastraße Nr. 63, Fraisen. Gedenktafel über die am 7. Februar 1879 stattfindenden Licitationen. 3. Feilb, Skala'sche Real., Mladica, BG. Möttling. — 2. Feilb., Eernngl'sche Real., Grabrovc, BG. Möttling. — 2. Feilb.. Golia'sche Real., Möttling, BG. Möttling. — 2. Feilb., Jelenii'sche Real., Dule, BG. Möttling. — 2. Feilb., Jellen'sche Real., Maierle, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Absac'sche Real., Krupp, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Cvitkoviö'sche Real., Tribute, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Jaksa'sche Real., Tschernembl, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Stnkelj'sche Real, Otovee, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., PoscheNche Real., Unterwald, BG. Tschernembl. — 3. Feilb., Sajn'sche Real., Grafenbrunn, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Kastelc'sche Real., Dobropolje, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Petrik'sche Real., Michelstetteu, BG. Krainbnrg. — 3. Feilb., Pogakar'sche Real., Zgosch, BG. Radmannsdors. — 3. Feilb., ticnariti’sche Real., Na-daineselo, BG. Adelsberg. — 3. Feilb., Bcisuß'sche Real., Jesseniz, BG. Landstraf;. — 3. Feilb., Pangersit'fche Real., Grdb. ad Mokriz, BG. Landstraß. — 3. Feilb., Kotnik-sche Real., Tscheplach, BG. Nassensuß. — 3. Feilb., Ma-horii'sche Real., Podblica, BG. Lack. — 3. Feilb., Smerdn-fchc Real., Prem, BG. Feistriz. - 1. Feilb, Pirc'sche Real., Koßes, BG. Stein. — 1. Feilb., Zimmermaun'sche Real., Rutschetendors, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Srebot'sche Real., Adelsberg, BG. Adelsberg. — Reass. 1. Feilb., Ru-par'sche Real., Swur, BG. Nasscnsnß. Ntarktbericht von L. I a e o b i n s & Söhne, Berlin-Hamburg. H a m b n r g, 1. Febrnar 1879. Im Getreide-Effektibgkfchäst wurden für Weizen zum Confum unveränderte Preise erzielt; für Roggen war die Stimmung matt und der Absatz für den Consum nur gering. Gerste geringerer Qualität weniger offeriert, in seiner Ware ist der Export nur schwach. Hafer konnte etwas bessere Preise haben, da das Angebot geringer geworden ist. Bohnen fanden bei unveränderten Preisen Absatz. Einfuhr: Weizen 6951 S., Roggen 2084 S., Gerste 12,000 S, Hafer 2122 S., Erbsen 800 S, Bohnen 1449 S, Mais 12,828 S., Eier: Berlin: 183 Fässer, 388 Kisten, Hamburg: 186 Fässer, 2124 Kisten. Weizen: Ruhig, schlesischer Mrk. 170 bis 190, österreichischer, polnischer Mrk. 170 bis 192, Mecklenburger Dirk. 185 bis 190, alter Nikolajeff Mrk. 160 bis 175. Roggen: Ruhig, russischer Mrk. 118 bis 126, Mecklenburger Mrk. 130 bis 142. Gerste: Still, ungarische Mrk. 145 bis 180, schlesische, österreichische, böhmische und mährische Mrk. 185 bis 190, feine Mrk. 205 bis 240. Hafer: Still, russischer Mrk. 110 bis 130, schlesischer und böhmischer Mrk. 135 bis 140, Mecklenburger Mrk. 125 bis 135. Bohnen: Kleine weiße 5Dtrf 180 bis 200, geringere Ware Mrk. 140 bis 160, große weiße Mrk. 220 bis 280, Pferdebohnen Mrk. 148 bis 155. Erbsen: Still, Futtererbseu Mrk. 142 bis 150, Koch» 'erbsen fflirf. 170 bis 200. Mais: Matt, rumänischer und Cinquantin Mrk. 127 bis 132. Kleesaat: Weiß, ruhig, gering Mrk. 40 bis 50, mittel Mrk. 50 bis 60, sein Mrk. 60 bis 75; dto. roth, still, neu Mrk. 45 bis 50 per 50 Kilo Brutto incl. Sack. A l f i k e: Ruhig, Mrk. 50 bis 75 nach Qualität per 50 Kilo Brutto incl. Sack. T i m o t h e e: Fest, Mit. 23 per 50 Kilo Brutto incl. Sack. Spiritus: Rectis. Kartoffelspiritus pr. 100 Liter Mrk. 46 bis 50; rectis. Rübcnspiritus i 100 Perz. Mrk. 46 bis 47. Pflaumen: Türkische Mrk. 18 bis 22 per 50 Kilo, andere Sorten Mrk. 11 bis 20 je nach Qualität. Kümmel: Ruhig, Birk. 22 bis 26 per 50 Kilo, deutscher Mrk. 36 bis 39. Mutterkorn: Mrk. 65 bis 75 per 50 Kilo. Kanthariden (spanische Fliegen): Mrk. 410 bis 415 pr. 50 Kilo. Theater. Heute (gerader Tag): F a t i u i tz a. Operette in drei Acten von Franz v. Suppe. 3it Laibach verkehrende Eisenbahnzüge. Nach Wien Abf. Südbah». 1 Uhr 7 Min. nachm. Postzug. 3 „ 52 „ morgens Eilpostzug. „ „ „ 10 „ 35 „ vorm. Eilzug. „ 5 „ 10 „ früh gem. Zug. „Triest „ 2 „ 58 „ nachts Eilpostzng. „ „ „ 3 „ 17 „ nachm. Postzug. ;; „ „ 6 „ 12 „ abends Eilzug „ 9 „ 50 „ abends gem. Zug. (Die Eilzüge habe« 4 Min., die Pcrsoneuzüge circa 10 Minuten und die gemischten Züge circa '/, Stande Aufenthalt’) Kronprinz - Rudolf bahn. Abfahrt 4 Uhr — Minuten früh. „ 10 „ 45 „ vormittags. 6 „ 30 „ abends. Ankunft 2 „ 35 früh. « „ 25 „ morgens. „ 5 „ 50 „ abends. Unentbehrlich ist eine genau regulierte, richtig gehende Uhr. Die k. k. ausschl. priv. Uhren- Fabrik von L. (vllttlliaim, Wien, Stadt, Michaelerplatz L. znniichst der k. k. Hofburg, empfiehlt nur genau regulierte Uhren jeder Gattung, in bester Qualität, unter reeller üjähriger Garantie^ billiger als jedes andere Etablissement. Auszug aus dem ausführlichen Prelscourimt: Echte silb.Zilindernhren fammt Kette u. fl. 10,12,15 „ „ Ankeruhren „ „ „ 14,18,20 „ „ Rcinontoiruhren ohne Schlüssel zum Aufziehen.................„ 16,18, 24 „ „ Daincnnhrcn, vergoldet . . .„ 15,16,18 „ Nensilber Neiiiontoirnhren ohne Schlüssel zum Aufziehen . . . . „ 10,12,24 „ gold. Ankeruhren in 15 Rnb. gehend „ 35,40,50 „ „ »iemontoiruhren „ „ „ 45,55,75 „ „ Damenuhren in 8 „ „ „ 20, 25, 30 " „ » Remontoir ohne ..Sch ussel zum Aufziehen 35,45,60 GroMe Auswahl in echten Silberketten von fl 2-20 und m Goldketten von fl. 25—200, in Gold- und SU-bermedaillous, Wiener Pendeluhren eigener Fabrikation von fl. 10 - 300, französische Salonnhren, Wecker sowie billige Zimmer- und Küchenuhrcu in größter Auswahl. Ausführliche Preiscouraute gratis und franco, Versendung gegen Nachnahme, Nichtconveniercndcs wird stets gerne nmgetauscht, altes Gold, Silber sowie alte Uhren Iverdeu zu den höchsten Preisen im Tausche angenommen, sowie and) bar gekauft, Reparaturen von Uhren und Goldgegenständen billigst berechnet. Adresse für Telegramme: L. Guttmunn, Uhrenfabrikant, Wien. (584) 10—7 ®P ln Gastwirthe ausgestattet, stets vorrLthig ületimmnr&JF Wiener Börse vom 3. Februar. Atklltmcinc Staat*. fAufd. Geld Ware Papierrente Silderrente 61-45 62 75 74 05 310 — 108-50 112-25 124-50 142-75 61-50 62-85 7410 312— 109 — 112 50 125-143 — StaatSlofe, 1839. . . „ 1854. . . „ 1860 . . . „ 1860(5tel) „ 1864. . . Ornnäevtkaftnngr- Obligationen. 8550 85-90 Siebenbürgen . . . • Temefer Banat . . . 75-25 ^75 50 80 — 75-75 76-80 75 Andere üsseatkirke Aoltfce». Donau-Regul.-Lose . Ung. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . 103 75 79-75 89 — 104— 80 — 89-50 Aetien v. lianlun. Kreditanstalt f.H.u.G. SScompte-Ges.,n.ö. . Nationalbank 215 — 778’— 215 25 780 - Actien p. Transport-MnUrneBmiingtn. «lföld-Bahn 115*60 116 — Donau - Dampfschiff-Elisabeth-Wenbahn . FerdinandS-Nordb. . Franz-Ioseph-Bahn. Galiz. Karl-Ludwigb. Lembera - Czernowitz -vloyd-Gesellschaft . . 496 — 158 — 2045 127*25 216 60 119 75 573 — 498 — 159— 2050 127-75 217 — 120-25 575 — Nordweftbahn .... Rudolfs-Bahn .... Staatsbahn............. Südbahn................ Ung. Nordostbahn . . Ksanäbriefe. Bodenkreditanstalt in Gold............. in österr. Währ. . . Nationalbank........... Ungar. Bodenkredit- . prioritüts~@6lifl. Elisabethbahn, 1. Em. Ferd.-Nordb. i. Silber ranz-2ofeph-Bahn. ^aliz.K-Ludwigb.l.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn . Staatsbahn, 1. Em. Südbahn L 3 Perz. *5 * . ßrioallofe. Kreditlose........... Rudolfsstiftung. . . Devisen. London .............. •eldforlen. Dukaten.............. 20 Francs........... lüO d. Reichsmark . Silber.............. Geld 109-75 116-50 243 — 63 50 115-25 110'— 96 — 100 — 95'— 91*15 104-25 86 25 99-75-85-65 63 — 159 75 109 96 70 160-50 15-50 116 55 Ware 110 — 116 75 243*50 64 — 115 50 11050 96-25 100-25 95-25 92 30 104-50 86-50 100 — 85-90 63 25 160-25 109-25 97'— 161*- 16- 116 65 5 54 5'55 9 32 9 32'/, 57-60 57 65 loo*—! lco*— ani 4. Februar. Papier-Rente 6145. — Silber-Rente 62 80. — Gold-Rente 74 30. — 1860er Staats-Auleheu 112 30. — Bank-actien 779. — Kreditactieu 213 —. — London 116 60. — Silber 100.—. — K. k. Münzdukateu 5 55. — 20-Franes-Stücke 9 '32'/,. — 100 Reichsmark 57-60. Druck »oit Jg. v. Kl einmayr & Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaktion verantwortlich: Franz Müller.