^^21-___________________Montag, 27. Jänner 1890. 109. Jahrgang. OMcherWMunK. «°"zjä,"s n ^ li°lb,alir.n si, 7-5N, ImCump<°il: ^ Dir .Llliwchcr Zritm.ss. crlcholnl lässlich mi! 3lus,ml,ml> brr Hum, !!»d ^ierlllgl. Dir «dminlstration lle^I!,ser^33?»^^ 3 b.findrl sich (lo,Mr!«p>°!> 2, dir Mcbnc.ion B<>»nl>°w'!r lli, Sprrchstm.b..» der Rrdc>c.i°„ <«n>ich v.n ^">ernn ms zu 4 ZrUen ^5. li,, gröhcrr prr Zrile «, li. z br> girren W.rberlMmnrn M ZrÜc u lr. Y U. hi« 12 Uhr vormittag. - Unftanlirrtr «rirsr wrrdrn „ichl angmommrn u.id Manuscripts „ich! zuluclnrstrllk. Amtlicher Kljeil, Se. k. und l. Apostolische Majestät haben dem ^berlmitenant des Dragonerregiments Fürst zu Win-msch-Graeh Nr. 14 Grafen Heinrich Hoyos ° Sprin -zen stein, dem Lieutenant in der Reserve des Dra° MerregimentsOraf von Neipperg Nr. 12. Stalthalterei« ^onceplspraltikanten Grafen Leopold vonSternberg ? ^ ^ ^eutenant Allerhöchst,hrer Leibgardereiter-««cadron Grafen Ferdinand Kinsky die Kämmerers« wurde taxfrei allergnädigst zu verleihen geruht. y. Se. k. und l. Apostolische Majestät haben mit "urlhöchster Entschließung vom 9. Jänner d. I. dem amtlichen Professor der deutschen Sprache und Lite- lur an der Universität in Innsbruck. Regieruugsrath ^^9"az Vincenz Zingerle, aus Anlass der vou ^ ^betenen Uebernahme in den bleibenden R»h?stand v?s?^lstand mit Nachsicht der Taxe allergnädigst zu "^lelyen geruht. NN„A l- und t. Apostolische Majestät haben mit Lei eri ^! Entschließung vom 14. Jänner d. I. der Plev Central-Spitzencmses in Wien Fraucisca schule ' "? ^" Leiterin der Landes-Spitzenklöppel-Verdi.'«^ "^opane Iosefine Neuzil das goldene .___""'lUeuz allergnädiast zu verleihen geruht.' Uichtamtllchei Meil^ Zur Armeupftege. ArmenMe^^l,^^"' Formen, in welchen sich die ArmenN ^'^t. ist die geschlossene und die offene Seite «st ^' bezeichnen. Obgleich von staatlicher genannt/r N? nachdrücklich auf die Errichtung so-"enpsseae A^rgungshäuser f"r die geschlossene Nr. Städ I i grunge« wurde, finden sich doch manche Wo No' I" ?""" solche Anstalten als städtische fehlen. Reae . ^°"°en silld. und dirs ist denn doch die die »'^.! /" ber, größeren Gemeinden sehr häufig gUl,a?s s! ""U '" Vürqer- uud allgemeine Versor-bilden n^ ^ ^^"' Die allgemeinen Armenhäuser Nilrn,.^"' "'" ^" kleineren Gemeinden, in denen das Und l^ - ^ historische Bedeutung erlangt hat, Neu„°°"^ "'Städten, in welchen die Anstalttn ans 44 m ^- ^. '^'umen, die Regel. Mischler zählt für sormml««?^' Ablistn Charakters 15 Vürgerver-unter lk'^" ""b ^2 Ansialten für Zuständige. 10'^m'? ^ Private auf, in denen im ganzen ^^PersonenverMgt wurden, was einen Anf Jeuill'eton. Von Trieft nach Kairo, il. An Bord dcS «Vorwärts» im Jänner, chilck- vk" bel"b ^ ^^ ^^ ^^ ^ ^.^ ^ V s""wlckelte. Seine Kunst war eine eigenthüm-sten m ! ""^ brocke, allein sie war dafür in, hoch« v°rauswnd. "'^" "^ ^°^ ^"'^' ^""^^ artill^m^! Cnlturnation der Gegenwart wird so groß-später?« m^ ihres Geschmackes, ihres Genies den sind tn l^"^'°"e" hinterlassen, wie es diejenigen aufaM t?^^.!'^ ^bt errichteten arabischen Museum serer 5 ^ ^"^ boch steheu dem Vildhaucr un» Verfun ^ großartigsten technischen Hilfsmittel zur ei''fachpn" Ni"^"'^ ber Egypter der Vorzeit mit sehr '^ Werkzeuge» arbeiteu musste. Arckit^ b^^b eine Bauknnst. zu der die moderne Äen ,n l ""^ ehrfurchtsvoller Bewunderung aufbli-des nr^'I. ^'e Pyramiden sind ewige Wahrzeichen diese r??"vnischen Genies der alten Egypter, welche den W^ ." Steinmassen zu einer Zeit aus deu an geroatln " ^^ ^'l gelegenen rolh.n Granitbrüchen Und f^i "' ^^ ks weder Dynamit noch Schiehpulver gab das N» „"^^nen technischen Hilfsmittel bloß durch ""lser erseht wurden. wand von mehr als 1'/, Millionen Gulden erforderte. Bei der offenen Armenpflege ist eine Ausscheidung der Waisenpflege leider nicht immer möglich. Der Vorzug des Bürgerthums tritt hier entschieden zurück. Nur ganz vereinzelt wird ein Unterschied zwischen den Pfründen für Bürger und den dann niedrigeren für Zuständige gemacht. Die josefinischen Armenmdnungen haben hier noch großen Einfluss. Es bestehen bestimmte Betheilungsclassen mit durchaus ungenügenden Quoten (kaum ein Zehntel des gewöhnlichen Arbeitslohnes) bei Vorwiegen der Geldbetheilungen gegenüber den Naturalbelh ilungen. Allgemein wird zwischen danernden Unterstützungen und vorübergehenden Be. theilungen unterschieden. Mischler zählt' über 43,000 m>t Geld permanent Betheilte, dcnen an Geld über 2 Millionen Gulden gespendet wurden. An vorübergehenden Betheilungen wurde etwa eine halbe Million Gulden verausgabt. Die comumnale Waisenpslege steht in dem Nrmen-pflegsysteme nicht an einem streng umschriebenen Platze. Sie wird mit der Pflege der armen Kinder überhaupt zusammengeworfen, welche doch wesentlich andere Anforderung,» stellt. Für die geschlossene Waisenpflege be» stehen durchaus nicht überall städtische Anstalten. Doppelt so zahlreich sind nach Mischler die privaten Institute dieser Art (19 und 38. letztere ohne die Privat-anstalten in der Umgebung Wiens). Die Verpfleg«-kosten der in diesen 57 Ansialten untergebrachten 4698 Waisen betragen über 700.000 fl. Rettungshäusrr u. dgl. zählte der Versasser in den 44 Gemeinden nur 10, daruuter nur eine communale Anstalt. Die 755 jugend« lichen Eorrigenden erfordern einen Aufwand von etwas mehr als 100 000 fl. pro Jahr. Etwas bedeutender ist die offene Waisenpflege. Sie vollzieht sich mittels der Erzichuugsb'iträge und der Waisenpfründen. Leider ist »s mit der Ueberwachung der Waisen noch nicht zum Besteu bestellt. Nur wenige Städte: Wien. Klagen-furt. Innsbruck. Prag, Brüx haben in dieser Hinsicht besondere Vorkehrungen getroffen. Auch die Vorsorge für die Obdachlosen lässt noch viel zu wünschen übiig. Asyle sind noch ziemlich selten und die Einsperrung im Polizeihause oft zu treffen. Noch müssen wir einige Worte der Behandlung d»r Arbeitslosen widmen. Hier is< noch sehr Mel zu thun. Die Armenordnungen sind sich keineswegs darüber tlar. dass zwischen einem Arbeitsscheuen und einem Arbeitslosen ein großer Unterschied bestehe. Es ist eben nicht mehr richtig, was für die Zeit der josefinischen Armenpflege zutreffend gewesen sein mochte, dass die Arbeitsscheu und die Arbeitsunfähigkeit alleinige Armuls ursachen sein; heutzutage gilt dirs. und zwar in ganz gewaltigem Maße. von dem Arbeitsmangel. Das Egyptrn besah eine Wlssenschaft, welcher Geheimnisse bekannt waren, die vor der stolzen modernen Wissenschaft abermals Geheimnisse wurden. Die egyp tischen Priester berechneten die Bahn der Gestirne und kannten dieselben wie die heutigen Astronomen, ohne dass ihnen das Teleskop, die Trigonometrie nnd die Spectral.Analyse ihre mächtigen Hilfsmittel boten, ja die Hieroglyphenleser entdccklen. dass die egyptische Wissenschaft bereits über jenes kosmische Problem im reinen war, das von der modernen Wissenschaft jetzt erst gesucht wird, über die Abweichung der Erdachse um 23'/« Grade nämlich. Die egyptische Wissenschaft hat eine nnbegreifliche, wunderbare Höhe erlangt, uud doch musste sie zugrunde gehen, wie alle Civilisationen zugruuoe gehen, damit sich auf ihre» Trümmeru neue erheben, als die Frucht harter Arbeit von Jahrhunderten nnd Jahrtausenden. Mall nennt das den Kreislauf der Cultur, deren Kreise jedoch immer größer werden. Die europäische Civilisation ,st der mächtige Ring, der alles in sich fassen und jede andere Civilisation vernichten will, um endlich selbst zugrunde zu gehen und einer an« deren, noch unbekannten Cultur deu Platz einzuräumen. Der Charakierzug der modernen Civilisation ist die Oeneralisierung. während diejenige des Alterthums specielle materielle Culturen auf der Basis der Isolierung schnf. Die moderne Civilisation vernichtet durch die Unificierung den Reiz der Verschiedenartigkeit und Princip der modernen Armenpflege, vor allem die Arbeitsunfähigkeit zu ermitteln und ihr Gelegenheit zur Bethätigung zu verschaffen, kennt mit ganz geringen Ausnahmen die städtische Armenpflege in Oesterreich leider noch nicht. Die ganz vereinzelten ArmeN'Arbeits' anstalten sind unzulänglich. Von einer Arbeitsvermittlung ist vollends keine Rede. In den italienischen Landestheilen bestehen zum Theile communale Armenhäuser, doch ist die Wirksamkeit der Communen in der geschlossenen Armenpflege hier weit geringer als jene der Bruderschaften. Von den galizischen Städten und jenen der V»kovina ist hier wenig zu sagen. Einen historisch begründeten, ganz eigenartigen Charakter weist die kirchliche Armenpflege auf. Hier ist die momentane Linderung der Noth des Nächsten durch Spendung der benöthiqten Bedarfsgüter das Princip. Die Emporhebung des Verarmten in die Sphäre der dauernden Erwerbsfähigkeit kommt kanm in Betracht, infofern wir die Verhältnisse der christlichen Kirchen ins Nnge fassen. Unter diesen letzteren ist es aber beinahe ausschließlich die römisch katholische, welche sich seit altersher eifrig der Armenpflege angenommen hat. Da ist in erster Linie die katholische Vereins-bildnng zu erwähnen, welche nicht nur durch die Bru» derschaften historisch die Grundlage der Armenpflege überhaupt und der zahlreichen Anstalten der geschlossenen Armenpflege geworden ist. sondern auch heute noch lebhaft weiter wirkt. In einzelnen Beziehungen ist das confesfionelle Element auch formal für die communale Armenpflege maßgebend geworden, So ist in Lemberg eine Spaltung der gesummten städtischen Armenpflege in eine christliche und jüdische erfolgt. Die katholische Kirche nimmt aber auch heute noch, wenn auch in geringem Maße, selbst unmittelbar an der Armenpflege theil. Vor allem ragni hier die alten Bischofsstädte Salzburg und Trient hervor. Zu der geradezu fundamentalen Wichtigkeit, welche die römisch katholische Confession für die Armenpflege besitzt, tritt die volle Bedeutungslosigkeit des griechisch-orientalischen Elementes in dieser Beziehung in scharfen Gegensah. Auch der Protestantismus leistet für die Armenpflege nicht viel. Ganz anders liegen die Ver» hältnisse bei deu Juden. Hier sind die sogenannten Cultusgemeinden mit ihrer weitgehenden, noch immer nicht völlig geordneten Competenz die Träger der Armenpflege. Das Princip der jüdischen Armenpflege aber ist die Erhaltung oder Wiederherstellung der wirtschaftlichen Posilion des Verarmten. Endlich noch einiges über die Vereinsarmenpfleqe. Auch hier finden wir wieder zwifchen den Städten des Westens, Südens. Galiziens und der Bukovina ganz tiefgreifende Unterschiede. Aber auch bezüglich der west- der nationalen Individualität; ja, theilweise entkleidet sie auch die Natur des Reizes des Individuellen, wenn auch deren Gesetz und Schmuck die Verschiedenartigkeit ist. In immer anderer Form, in immer verschiedenartigem Gewände tritt sie in verschiedenen Gegenden und Klimaten auf. Dem Norden und den Gebirgen gab sie die düstere Fichte, der Ebene die schattenspende Eiche, dem Süden die Palme. Und welchen Einklang weiß die Natur gerade in ihrer Abwechslung ihren Gebilden zu geben! Welche Disharmonie würden an den Ufern des Nils oder in der Wüste unsere Fichten an Stelle der Palmen hervorrufen, während die prachtvolle Palmen-Allee am Nilufer nächst Kairo einen wahrhaft gran» diosen Anblick bi't.t und die Palmenhaine nächst Ge> zitrh und der Ebbikieh von Kairo ein wahrhaftes Pa> radies bilden. Welch harmonisches Bild bot wahrend meines Aufcuthaltes in Kaiw das Wetlreuneu. bel welchem bloß arabische Pferde, diese flüchtigen Renner der Wüste, auf einem von Palmen beschatteten Rennplatz? liefen, der die Aussicht auf die Gruppe der Pyramiden des Cheops und die kahlen Berge der lybischeu Wüste bot. Uud wie harmouisch stimmten auch zu der Gegend, der Stadt und ihrer Bevölkerung die schlanken Minarete der kairensischen Moscheen. Drr finstere Pomp der gothischen Architektur hätte hier einen so fremdartigen Eindruck gemacht, wie es der» jenige wäre, den die düstere Fichle an Stelle der Pal- 5'llilmchcr Zeitung Nr. 21. 166 27. Jänner 1890. licheu Städte müssen wir zwei scharf geschiedene Gruppen unterscheiden: jene der Alpenlä'ilder mit hoch aus» gebildeter Vereinsarm'Npstege und die Städte des Nord-Westens mit weit geringerer Intensität derselben; wenn wir auf die einzelnen Zweige der Armenpflege ein« gehen, so sehen wir ziemlich übereinstimmend, dass die eigentliche Armenoersorgung oder dic gsschlossene Armenpflege von Vereinen nur minimal gepflegt wird, während in der Waisenpflege die städtische Vorsorge zumeist und nicht uneiheblich durch jene der Vereine übertl offen wird. Bei der sogenannten vorübergehenden Betheilung ergibt sich in der Regt eine ziemliche Gleichheit'. Dagegen kommt die Wirksamkeit der Vereine wieder mehr in Betracht bezüglich der einzelnen speciellen Arte» der Armenpflege, mit deren Erfüllung sich die Städte noch sehr wenig befassen. Als Einthei« lungsprincip und veranlassendes Moment tritt bei der Vereinsarmenpflege meist scharf das confessionelle Element hervor. Weitaus die wichtigsten Hieher gehörenden Vereine fußen geradezu auf coufessionellcr Basis. Vorwiegend ist es wieder das römisch-katholische Bekennt« n s. das eine reiche Entwicklung eines derartigen kirch» l>ch beeinflussten Vereinilebns hervorgebracht hat. Da sind zunächst die Conferenzeu des Vincentius« Vereines zu erwähnen, daneben und in theilweiser Ergänzung seiner Wirksamkeit die katholischen Flauenvereine. Dann finden wir katholische Specialoereine für Waisenhäuser. Schutz- und Zufluchtshäuser :c. Die protestantischen Vereine sind nur spärlich vertreten. Bedeutender sind die jüdischen, ihre Tendenz ist die» selbe, die wir schon dargestellt huben. Die nichtkirchliche Vereinsbildung findet im Gegensahe zu den Gebieten der confesstonellen Vereinsthätig' keit. den Alpenländern, ihren Boden in den deutschen Städten des nördlichen Böhmens, in Mähren und Schlesien, da sind die bürgerlichen Armenvereine so recht eingelebt. Daneben, aber in unbedeutenderem Maß»', begegnen wir sie noch in den größeren Städten der anderen Länder und dann in Wien, hier natürlich auch in reicherer Entwicklung. Diese bürgerlichen Vereine haben sich theils die wirtschaftliche Emporhebung des Verarmten, theils die Erfüllnng einzelner Special-aufqabcn der Armenpflege zum Ziele geseht. Sie bieten damit cine äußerst nothwendige Ergänzung der städti« schen Armenpflege. EH wären ihnen nur reichere Mittel und engere Fühlung mit den Gemeinden zu Wünschen. Mischler schließt seine Arbeit nicht, ohne der Re» formbestrcbungen zu gedenken. Als in der letzten Zeit der Pfarralmcn'Institute die Ausgaben enorm stieg'» und doch den Zweck nicht erfüllen tonnten, da brachten die eist.n Jahre der communalen Armenpflege allgemein eine Entlastung des Budgets, eine rationelle Vertheilung mit sich. Nun wiederholt sich das Spiel. Das Bedürfnis nach einer neuerlichen Reform ist jedenfalls lebhaft genug. D^r nächste Schritt, der zu machen sein wird — seht Mischler fort — ist. die Armenpflege aus dem Stadmm der heutigen Magistralen in die eigene Selbstverwaltung überzuführen. Darin liege der große Vorzug des Elberfelder Systemes und durchaus nicht allein in drr Individualisierung. Die Armenpflege fordere eine ganz ausgebreitete, tief ins Volk eingreifende selbstverwaltende Thätigkeit, und es müsse die Anschauung über unsere Selbstverwaltung sich ganz ändern, solle man die erforderlichen Kräfte erlangen. Neben den beiden Hauptvorzügen des Elberfelder Systemes. Ersehung der bureaukratischen Armenpflege men in der Wüste hervorrufen würde. Die Minarete sind die Palmen der südlichen Architektur. Und auch diese schlanken Nachbildungen der südlichen Pflanzenwelt werden einmal in Trümmer fallen, und in Staub sinken wird auch das Juwel der ara« bisch-türkischen Architektur, die Moschee Mehemed Ali's in der Festung von Kairo, jener unschätzbare muhame« dänische T mpcl nut seinen aus grauem Alabaster ge« fertigten Meisterwerken und seinen wunderbaren Glasmalerei m, um dessen erlesenen Kunstwertes willen man jenem griihül, Manne, der in einer Nische desselben den ewigen Schlaf schläft, die seine hohen Tugenden ver« dul'iclnden Missethaten verzeihen muss. selbst jene Unthat nicht ausgeschlossen, dass er eben da. wo sich sein Tempel und sein Grabmal befinden, die unter dem Schuhe der Gastfreundschaft herangelockten Mameluken niedermetzeln ließ. Allein sein Tempel sowie auch alle seine sonstigen Schöpfungen werden verschwinden. Kairo hört auf, eine orientalische Stadt zu sein und nimmt immer mehr das Gepräge einer solchen des Occidentes an; die turban- und burnustragende Bevölkerung Tgyp-lens wird verschwinden und ihre Stelle wird eine europäische Bevölkerung einnehmen. Die moderne Na-lwl'alökonomie spracht das Todesurtheil über ein Volt aus, dessen Ahnen wohl für ihr Vaterland zu sterben wnsitcn, dessen Nachkommen aber für dasselbe nicht zu arbeiten, sondern bloß Bakfisch von den Fremden zu erbetteln wissen. durch die wahre Selbstverwaltung des Ehrenamtes und Individualisierung jedes, auch des geringsten Falles, käme nun bei einer rationellen städtischen Armenpflege noch manch anderes Moment in Betracht. Dahin gehöre z. B. die der österreichischen Armenpflege ohnehin eigenthümliche permanente offene Altersversorgung dauernd arbeitsunfähiger Armer. Ein anderer Punkt sei die erforderliche stärkere Hervorhebung der natural« wirtschaftlichen Vetheilung. Mit einer alles nivellierenden städtischen Centralisation des Armenpflegewesens sei ebensowenig zu erreichen wie mit dem jetzt leider noch so häufigen planlosen Nebeneinanderwirken der einzelnen Factoren. Das Richtige sieht Mischler darin, die dermalen auseinandergerissenen Zweige der Armenpflege wieder zu vereinigen. Gemeinden und Vereine sollen nicht getrennt nebeneinander, sondern vereinigt miteinander wirken. Die Vereine und die Gemeinden sollen bci weitgehender Selbstverwaltung im Armenpflegschasts-wesen ihre Kräfte planmäßig vereint einsetzen zur Erfüllung des hohen und hehren Zieles: die Noth des Nächsten nicht nur zu lindern, sondern womöglich zu beseitigen. Politische Ueberftcht. (Zur Wiedereröffnung de« Reichs, rath es.) Ueber die bevorstehende Parlaments»Session schreibt die «Politik»: «Dass sich unter den neu geschaffenen Verhältnissen die Geschäfte des Abgeordnetenhauses coulanter und rascher entwickeln werden, darf wohl angenommen werden. So dürfte sich bereits die Budgetdebatte kürzer und ruhiger gestalten, als die« bisher der Fall war. Bis jetzt bildete der deutschböhmische Streit den Kernpunkt der ganzen Debatte und aus ihm wuchsen die vehementesten Angriffe gegen die Regierlixg und Majorität heraus. Dieser Angriff wird wohl jetzt wegfallen und dir Budgetdebatte einen sachlichen Charakter annehmen. Durch ihre raschere Beendigung wird es auch möglich sein. den Entwurf eines neuen Strafgesetzes durchzuberalhen und zum Be« schlusse zu erheben, das Gesetz über die Rechtsverhält-nisse der israelitischen Cultusgemeinden endlich auf die Tagesordnung zu bringen und schlußlich das Gesetz über die Regelung der Baugewerbe zu erledigen. Damit wäre ein großes Stück Arbeit geschaffen und der Beweis geführt, dass das Abgeordnetenhaus in codificato« rischer Hinsicht durchaus nicht so steril ist, als ihm zum Vorwurfe gemacht wurde. Eine solche Perspective ersprießlicher Thätigkeit eröffnet sich, wenn die Abmachungen der Wiener Ausgleichs Conferenzen zur Annahme gelangen und die Opposition in ein freundschaftlicheres Veihältnis sowohl zur Majorität wie zur Negierungtz-bant kommen sollte, eine Perspective, welche uns den Ausblick auf geordnete und friedliche Zustände in Oesterreich und mit ihnen auf das Wohlergehen lcr Völker gestattet. Möge es keine Fata Morgana sein. welche den patriotischen Blicken bloß vorschwebt und beim Versuche einer Annäherung sich iu wesenlose Luftgebilde auflöst. Die rauhe Wirklichkeit wäre nur umso peinlicher». — Abgeordneter Dr. Herbst, welcher gegenwärtig in Meran weilt und sich wieder vollster Gesundheit erfreut, gedenkt an der Debatte über den nenen Strafgesetz Entwurf ledhaften Antheil zu nehmen und bereitet zu diesem Ende nicht weniger als 2? Ab-iinderungs-Anträge vor. (Versammlung der Handelskammer-Secretäre.) In der Donnerstag in Wien stattgehabten Schlusssitzung der Handelskammer - Secretäre Unter dem großen Napoleon brache» die euro* päischen Waffen am Fuße der Pyramide d>s Cheops, von deren Höhe. wie sich der geniale Corse ausdrückte, vierzig Jahrhunderte auf die Schlacht niederblickten, den heldenmüthigen Widerstand der Mameluken. General Kleber lleß diejenigen in mit Kalk a/füllte Gruben einscharren, welche ihr Vaterland so zu lieben wussten, dass sie bereit waren, für dasselbe zu sterben. Das heutige egyptische Volk aber weiß für sein Vater, land weder zu sterben noch zu leben; es befindet sich thatsächlich in einem Vcrwesungsprocesse. Der Nil wird noch nach Iahrhu»derlen und Jahr-tausenden seine schmutzigen, aber befruchtenden Wogen hinwälzen; am westlichen Himmel werden die reizvollen Silhonetten der Palmen sich immer malerisch abzeichnen, wenn die untergehende Sonne das aus der Wüste aufsteigende leichte Gewölle durchglüht, die dunklen Massen der Pyramiden werden noch nach ungezählten Jahr« tausenden von dem Geiste und der Größe Egyptens zeugen; aber es wird dann keine Minarete mehr geben nnd keine malerische, bunte Voltsmenge wird mehr in Kairo's Straßen wimmeln. Der Muhamedanismus wird verschwinden, ohne auch nur eilie Spnr seines Daseins zurückzulassen. Der große Sieg der modernen Civilisation wird vollständiger geworden sein, aber das Land der Pharaonen wird seine reizvollsten Farben verloren haben. G. Beksie. ------------------------------------------------------------------- ! wurde:» sämmtliche Anträge der Specialreferenten a»' ^ genommen und über Antrag des Salzburger Vertretecl beschlossen, das Handelsministerium zu ersuchen, pel>l>' disch wiederkehrende Conferenzen der KammersecreW einzuberufen. Mit den üblichen Dankesreden und nach' dem der Vorsitzende noch der Regierung die Anerleil' nung für die wertvollen Anregungen ausgesprochen, wurde die Conferenz geschloffen. (Im böhmischen Landtage) brachten l»<, Jungczechen den Antrag auf Abänderung des Geje^ über die Bezirksvertretungen in dem Sinne ein, dasl den Bezirksvertretungen und Bezirksausschüssen eil«! entsprechende Executivgewalt in ihrem Wirkungskreise eingeräumt werde wie in Tirol und Steiermark. (Wahlausschreibung.) Die Reichsrathi-. Ersatzwahl im Städtebezirke Wels an Stelle des vel< storbencn Dr. Groß ist auf den 3. März anberailinl worden. Es handelt sich bekanntlich nur mehr um eine einjährige Mandatszrit. Immerhin mag diese 3M im Hinblicke auf die durch den böhmischen AllsgM start veränderte politische Situation von symptomatisch^ Bedeutung werden. (Befestigungs-Gerüchte.) In auswärtige» Journalen ist die Meldung aufgetaucht, die Kri^ Verwaltung beabsichtige, bei den siebenbürgischen Pass?" Befestigungs. Arbeiten durchzuführen und hiefür vo» den Delegationen einen Creblt zu fordern. An untel' richteter Stelle ist von einer solchen Absicht nichts b? kclnnt. Vor einiger Zeit wurden bei jenen Pässen P<" sagere Befestigungen angebracht, und es besteht wedel die Absicht noch die Nothwendigkeit, darüber hina^ zugehen. (Volkszählung in Ungarn.) Wie O" kurz gemeldet worden ist. legte Minister Baroß ^ ungarischen Abgeordnetenhause den Gesehentwurf iibel die im Jahre 1891 stattfindende Volkszählung ""> Der Entwurf verfügt. das« diese Zähluug in der A" vom 1. bis 10. Jänner 1891 ohne Unterbrechung i" ei folgen und sich auch auf die Gebäude zu erstrecke!' habe. Der Minister fordert einen Credit von 200M Gulden, von denen 50 000 fl. schon in das diesjährH Budget einzustellen sind. Die Volkszählung erstreckt l^ auch auf Kroatien. V^üglich der Einzelheiten und A Strafbestimmimgen ist dle Vorlage beinahe idenW mit dem diesfälligen Gesetz vom Jahre 1880. > (Oesterreich-Ungarn auf dem Ballad Viel bemerkt wird ein Artikel des «Levant Herald'' in welchem gesagt wird. dass die jüngste russische ^ tion gegen Bulgarien die Balkanvölker zu einem ^ gleiche zwischen der mäßigen und wohlwollenden ^ lit>k Oesterreich Ungarns und der entgegengesetzten ^ litik Russlands drängen könnte, der naturgemäß ^ Gunsten der ersteren ausfallen müsste. Der «Lev^, Herald» sagt, jeder Politiker müsse sich fragen, in ^' chem Zustande die Ballanhalbinsel sich befände, lveN" der moderierende Einfluss Oesterreich-Ungarns "'" wäre? (Aus Essen) wird gemeldet, dass Freitags formelle Antwort dcr Vertreter der Grubenbesitzer ^ die Vertretung der Bergarbeiter ergangen ist. in >vA cher die Forderungen del selben als «maßlose» in M entschiedener Weise abgelehnt werden. Laut der ^ Schreiben der Arbeiterführer an die Vertretung d" Zechenbesitzer ausgesprochenen Drohung würde """ sofort ein allgemeiner Streik in den Kohlenbezirken v"" Rheinland«Westphalen ausbrechen. (Der Graf von Paris.) Der Paw «Matin» behauptet, der Graf von Paris werde, da, sich wegen der Behandlung Portugals durch Großb^ Verschlungene Maden. Roman aus dem Englischen von Hermine Krantenst^' (119, Fortsetzung.) . ^ Healp war eben um, Cambridgeshire, wu er s^, Erkundigungen eingezogen hatte, nach W*** zurückg"^ und hatte auf dem Postamte eine wichtige Depesche "<>" London aufgegeben. ^ Ueber die Begegnung mit Otto Lynwood "^ dulend. suchte er das Untersuchungsgefängnis auf, " mit Natalie eine ziemlich lange Unterredung zu h?b.5 nach welcher er einen Wagen nahm und nach K^s Dene fuhr, von einem ganzen Heer von Gedanken " drängt, die immer und immer wieder ihn zu Otto ^ Wood zurückführten, von dem er doch absolut n>^ wissen konnte. Oder — wusste er viell eicht bereits »^ von ihm, als diesem lieb sein konnte? 43. Capitel. ^ Hugh Cleveland schritt ungeduldig auf der Tel"' vor dem Hause auf und ab, als Healp in Kings'^ eintraf. ^ «Dem Himmel sei Dank. dass Sie geton^ sind!» rief er aus. als der Dttectiu leichtfüßig ^ dem Wagen fprang nnd auf ihn zueilte. «3^ ^d mich den ganz c ^^ ^ überaus glänzend und großartig 3chaussH>.ss'?' beschäftigt. An der Spitze des großen LandmaVA l, ^^" °ls Ehrenpräsidenten die Herren: Buraerm A ^n Niederösterreich Graf Christian Kin sly, Meister ssdn^ IN- Prix, d« gewesene Bürger. Finanz.^^ ""d ^r°" 3-Leiten berg er. Der gäbe °i, !, ^ ^" ^n schwierigsten Theil seiner Auf. Höbe rmn ^'^'^""« "nes Sicherstellungsfonds in der ziell aes^ ? c" ^' "°^u gelöst, so dass das Fest finan. die Ein >. '' ^ ""ben denn auch diesertage schon nalen S ^ ^"^ Theilnahme an dem großen natio. Als ^ s/?^^^^ an alle deutschen Gesangvereine ergehen, drs «?.? ..^ ^ ein der Stadt nahe gelegener Theil Pails w> """ Wiener Praters, dieses großen Natur, auser's^« ^^ü ^"l zweite Großstadt auszuweisen hat, darun. - " ""ben sich die Festbauten erheben, Üierln ""c! ^^ ""t bem Fassungsraum für 20.000 Kl»mH?' ^" ^^" H°lle werden, außer einem Vegrü« Concert« ^ ""^ °"^"n Veranstaltungen, zwei große ertt ^ s """aen und ein Festabend stattfinden. Am Nett ?"^ wird fich der große, künstlerisch angelegte sse?. ^^ b" schönsten Straßen Wiens nach dem ^lplaye bewegen. Für die Vequartierung der Sänger. «Aber Sie dip«. ^"' 'H dachte, dass ich ihr vielleicht besser r .5 ^"^" 'H ^er blieb und. so wie Sie es mir "ethe^ Warren überwachte.. Der Detectiv nickte zustimmend, haus "ö "^' ^"^ ^" "nen ^rsuch gemacht, das , «Nein". «Ein schlaues Weib!» rief Healp voll Vewun. a,f "^ ""s. «Sie fühlt sich sicher, dass km, Perdacht U '?^/"ht. ""b erlaubt sich dal>r. lühn zu seiu. ^ yabe eben mit Miss Egerton lange über sie gesprochen.» i^« '<^!^ ^ben Natalie gesehen?, unterbrach Hugh 'yn. «Wle erträgt sie ihre Lage?, rm,-« I 5^ ^ Mllthig, wie im Anfang; aber das war den2^"'- Sie ist fehr gedrückt, fast trostlos; aber itwp», m ' ^aube ich, hieran mehr die Sorge um ibr/n m " schuld, als ihre eigene Gefahr. Ich ließ lyren Vater bei ihr zurück.. Last l- '^ 9^ schon den ganzen Tag bei ihr. Die Ulld '^ ^ünunernisfe hat ihn völlig niedergebeugt Nealterf m,"' ^" ^bten zwei Tagen um zehn Jahre Antritt '" "^ bald eine Wendung zum bessern Sie ' . ^^^ ^" ^^ Kummer. Aber sagen haben?" ^' was Sie den ganzen Tag gemacht Healft schaute sich vorsichtig um, sich zu über» gäsle in billigen Einzel« und Massenquartieren sind be> reits Veranstaltungen getroffen. — lDrei goldene Hochzeiten.) Vine Feier der seltensten Art wurde vorigen Sonntag in der Filial-lirche zu Mißling in Untersteiermarl abgehalten. Ueber Anregung des Herrn Werksdirectors H. V. Schiffer« müller und unter pecuniärer Beihilfe der Gewerlin Frau Anna Poglayen fand die goldene Hochzeit des pensionierten gewerkschaftlichen Schmelzmeisters Andrea« Gfrerer, des pensionierten Hammelschreibers Johann Tschepelnig und des gewesenen herrschaftlichen Holzmei-sters Vartholomäus Essonler mit ihren Ehegattinnen statt. Nach vormittags aba/hallenem Hochamte nahm Herr Pfarrer MauZer den feierlichen Trauungsact nachmittags an den Greisenpaaren vor. Unter Begleitung der zu diesem Zwecke gewonnenen Zigeunerkapelle fand der Ab« marsch von der Kirche in die festlich geschmückten Lo» calitäten des Iaklin'schen Gasthauses statt, wo reichlich für ein treffliches Mahl für die nahezu aus 100 Köpfen bestehende Gesellschaft vorgesorat war. Toaste, Sang und Tanz wechselten in bunter Reihe, bis sich erst in früher Morgenstunde die Reihen zu lichten begannen. — (Ein altes Buch.) In Damaskus wurde bei einem türkischen Antiquar ein Neues Testament in griechischer Sprache aus der Mitte des vierten Jahr» Hunderts aufgefunden. Dasselbe wäre demnach beinahe ebenso alt. wie die bekannte Sinai-Bibel. Das erwähnte Manuscript wurde von einem syrischen Bischof läuflich erstanden. — (Ternogewi n n.) Aus Temesvar wird ge« meldet: Abermals wurde von einem hiesigen Einwohner ein grußer Ternogewinst gemacht. Der hiesige Private V. sehte auf die Nummern 8 17 21 fünf Gulden und gewann in der Brünner Ziehung 24.000 st. Das Lotto« fpiel hat hier überhaupt in der letzten Zeit große Dimensionen angenommen. — (Furchtbare Stürme) wüthen auf dem Atlantischen Ocean. Dreißig Dampfer find bereits feit mehreren Tagen fällig. Ernster Grund für Besorgnisse ist vorhanden. Der Dampfer «Erin», mit großer Viehladung von Newyork nach London unterwegs, ist mit einer 72 Köpfe starken Mannschaft und 1b Viehtreibern an Nord gänzlich untergegangen. — (Kein Trinkgeld.) Eine nachahmenswerte Neuerung hat Herr Martin Stepischnegg in seinem neuen, vor einigen Monaten eröffneten und nach Wiener Muster eingerichteten «Cafi Continental» in Graz ein» geführt, wodurch der lobenswerte Ansang gemacht wird, der namentlich in Oesterreich herrschenden Unsilte des Trinkgeldergebens entgegenzusteuern. Genannter Kaffee« Hausbesitzer hat seinen Bediensteten untersagt. Trinkgelder anzunehmen und dieses auch zur Darnachachtung des Publicums in seinem Etablissement asfichiert. Diese reformatorische Einführung ist im Interesse des Publi» sums nur zu begrüßen und verdient Nachahmung. — (Perlen fi schere«.) Die Pellenfischerei auf Ceylon hatte im abgelaufenen Jahre einen recht guten Erfolg. Allein während 22 Tagen wurden 11 Millionen Muscheln durch 50 Taucher an die Meeresoberfläche be-fördert. Der Ertrag der ganzen Saifon wurde zum Preise von 24 M. für 1000 Muscheln verlaust. Davon bekam die Regierung 20.000 Pfd. Sterling, die Taucher 6400 Pfd. Die größten Perlen sind in Ceylon 40 bis 60 Pfd. St. wert, welcher Preis aber in Europa oft aus das Drei« fache steigt. — (Heftiger Orlan.) Aus Brunn wird un. term 24. Jänner berichtet: Heute abends fiel infolge des Orkans ein großer Kamin auf die Equipage der Va« ronin Offermann nieder und tödtete die Pferde. Die Baronin hatte kurz vorher den Wagen verlassen. zeugen, ob sie auch nicht belauscht wären, ehe er Hugh einen kurzen Bericht über sein Thun und Lassen während des Tages erstattete. Trotz der viewi Meilen, die er gereist war, sah er nicht im geringsten ermüdet aus, als er sagte: «Ich will das Ergebnis meiner Entdeckungeu in kurzem zusammenfassen. Vor allem kann ich mit un« vflbrüchlicher Sicherheit die Identilät von Elife Warren mit Joyce Weston nachweisen sowie, dass diese eine Zeitlang mit Farquhar zusammen gelebt hat, weil sie sich einbildete, dass er sie im Ernste heiraten werde. Diese Thatsache ließ sie in einer Verkleidung nach Kings-Dene kommen, da sie ohne Zweifel von der Verlobung ihres frühern Geliebten mit Miss Egerton gehört hatte. Welche Absichten sie dabei verfolgte — ob sie Miss Ea/rton oder Farquhar oder beiden ein Unheil zufügen wollte, ist jetzt ganz unwesentlich. Noch ist ss nothwendig zu beweisen, dass sie es war. die die junge Dame zu erstechen versuchte, obwohl ich keinen Augenblick lang daran zweifle. Ihre Hauswirtin kam, beschwören, dass sie eine Pistole in ihrem Besitz halte, deren Beschreibung ganz genau mit derjenigen überein« stimmt, welche sich jetzt in den Händen der Polizei befindet.» «Aber,» unterbrach ihn Hugh, der zu ungeduldig war. um den Detectio ruhig anzuhören, «diese Pistole ist jetzt nicht mehr in ihrem Besitz!» (Fortsetzung folgt.) — (Ein theurer Kuss) ist es geworden, den jüngst in Haßloch auf einer Festlichkeit ein junger Mann einer Schönen ohne deren Einwilligung raubte. Die gekränkte Schöne erhob Klage, und der Richter ver« urtheilte den Räuber zu einer Entschädigung von 400 Mark. — (Duell) Aus Paris mirb telegraphiert: Frei« tag fand zwifchen dem Baron Cduard Rothschild, einem Sohne des Baron Alfons Rothschild, und dem Comte Gouy ein Duell statt. Baron Rothschild wurde durch einen Degenstich an der Schulter leicht verwundet. — (Moderner Dialog.) «Arrangieren Sie meine Haare, Minna, während ich frühstücke.» — «Sehr wohl, gnädige Frau; welche Farbe wählen Sie?» — «Meine schwarzen Haare; ich muss heute einem Leichenbegängnisse beiwohnen.» Vocal- und Provinzial-Nachnchten. — («Kärnten und Krain..) Am 15. Februar 1690 wirb die erste Lieferung jenes Bandes des epochalen Werkes «Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild» ausgegeben, welcher die Schilderungen der Kronlänber Kürnten und Krain enthalten wird. Die landschaftlichen Schönheiten dieser herrlichen Ge-birgsländer, ihre geschichtliche Entwicklung, die Bräuche, Sitten und Trachten ihrer Bewohner, die Schöpfungen auf allen Gebieten der Kunst, sowohl der Poesie und Musik, als auch der Architektur. Malerei und Plastik, das rege volkswirtschaftliche Leben und dessen Entwicklung — alle diese Themen sind von bewährten heimatlichen Gelehrten und Schriftstellern anschaulich geschildert; diesen ebenso populären als lebendigen Schilderungen wurden Illustrationen beigegeben, welche von den hervorragendsten Künstlern ausgeführt sind. Um denjenigen Bewohnern der Kronländer Kärnten und Kram, welche nicht das ganze Werk beziehen, Gelegenheit zu geben, wenigstens jenen Band zu erwerben, der sich mit der Schilderung ihrer engeren schönen Heimat besasst, wird der Band «Kärnten und Kram» abgesondert in Lieferungen (jeden Monat zweimal) erscheinen und die Lieferung zu 30 Kren« zer ausgegeben werden. Der Band «Kärnten und Krain» wirb 15 Lieferungen umfassen und zu Beginn des Jahres 1891 vollständig vorliegen. Die Initialen, Kops« und Randleisten, Illustrationen und Schlussvignetten, ungefähr 190 an der Zahl, wurden von folgenden lünftlerifchen Mitarbeitern ausgeführt: Rittmeister Labislaus Benesch, Architekt Rudolf Vernt, Julius v. Blaas, Hugo Charte« mont, Josef Engelhart. Gustav Frank. Johann Hamza. Professor Wilhelm Hecht, Thomas Hrncir, Josef Kassin, Johann Klaus, Professor Eduard v. Lichtenfels, Professor Victor Lunh, Baron Felician v. Myrbach, Wilibald Schulmeister, Ingenieur Karl v. Siegl, Professor Josef Sturm, Grorg Aubic, Professor Johann Aubic, Ferdi» nanb Vessel, Professor Adolf Wagner, Josef Willroider, Professor Ludwig Willroider, Professor Franz Heniöel, Alfred Zoff. Außerdem enthält der Band «Kärnten und Krain» zwei farbige Costümbilder für die Capitel über Volkstrachten: «Gail- und Lavantthaler Frauentrachten» von Felician v. Myrbach und «Trachten der Slovenen» von Georg Aubic. — (Aus Vottschee) berichtet man uns nnterm 24. Jänner. Gestern ist in Prag der Kaufmann Herr Johann Stampfet, der rühmlimst bekannte Stifter von zahlreichen ansehnlichen Studentenstipendien für die Gottscheer Jugend, zur ewigen Ruhe bestattet worden. Aus diesem Anlasse weht seit einigen Tagen vom hiesigen Gemelndehause die Trauerfahne und wurde heute um 9 Uhr in der hiesigen Stadtpfarrlirche ein solennes Todtenamt abgehalten. An demselben nahmen theil die Gemeindevertretung — der das Präsentationsrecht über die gedachten Stipendien zusteht — in coi-pors, die Gym» nasialjugend sammt dem Lehrkörper sowie zahlreiche Trauergäste aus allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung. Zum Schlüsse des Tootenamtes wurde von einem li-äf-tigen Männerchore das «Miserere» des unsterblichen Meisters Palästrina sowie der Hymnus «Venebictus» in ergreifender Weise zum Vortrag gebracht. Der Name des hochherzigen Mäcen bleibt unsterblich, denn er bildet einen Markstein in der Eulturgeschichte des Gottscheer Ländchens. Ehre seinem Andenken! X. — (Tod durch Verbrennen.) Am vorigen Dienstag begaben fich, wie man uns aus Aoelsberg be» richtet, drei Kinder der Iosefa Primc aus Topolc, während diese an Influenza erkrankt zu Bette lag. in die Küche des eigenen Wohnhauses und machten auf dem Herde Feuer an. Die zwei älteren Kinder, von denen da« eine 7, das andere 6 Jahre alt ist, entfernten sich sodann unter gurücklassung des 2'/«jährigen Bruders aus der Küche, bei wrlchec Gelegenheit der letztere mit seinen Kleidern dem Feuer so nahe lam, dass diese Feuer ftengen und das Kind. bevor die bettlägerige Mutter zuhilse kommen tonnte, verbrannte. Das Gericht hat die Straf» Untersuchung eingeleitet. — (Ein eigenthümlicher Fall) beschäf« tigt gegenwärtig das Kreisgericht Cilli. Vor ungefähr drei Jahren wurde der Realitätenbesitzer und Lederer« meister Georg Apath aus Fraßlau, der beschuldigt war, seine Geliebte Juliana Smreknil mit einer Hacke er» Laibachcr Zeitung Nr. 21. 168 27. Jänner 1890. schlagen zu haben, von dem Schwurgerichtshofe des Verbrechens des gemeinen Mordes schuldig erkannt und auf Grund dieses Wahrspruches zur Strafe des lebenslangen schweren Kerkers verurtheilt. Vor lurzer Zeit wurde nun bei einem Bezirksgerichte Obersteiermarks ein gewisser Franz Rößner, der einen Selbstmordversuch begangen hatte, indem er sich die Adern öffnete, zur Haft gebracht. Zur Rede gestellt, was ihn zu seiner That veranlasst, gab er an, das böse Gewissen habe ihn dazu getrieben, denn nicht Apath, sondern er selbst sei der Mörder der Smrecnik, und er habe das Schuldbewusstsein nicht länger ertragen können. Rößner, der noch gerettet wurde und sich gegenwärtig im Inqusitenspitale in Graz befindet, hat über die Details des Mordes an der Smrecnil ein umfassendes Geständnis abgelegt. Natürlich wird dies die Wiederaufnahme des Strafverfahrens zur Folge haben. Vorgestern hat sich eine Commission nach Frasslau be< geben, um an Ort und Stelle Erhebungen zu pflegen. Mit der Durchführung der interessanten Untersuchung ist Herr Gerichtsadiunct Morocutti betraut. — (Der zweite Kam mermusil» A ben d) versammelte nach sechswöchentlicher Kunstpause gcstern im Redoutensaale ein außerordentlich zahlreiches Auditorium, welches den interessanten Aufführungen mit nicht ermü-dendem Interesse lauschte und seine Befriedigung durch rauschenden Veifall nach jedem Satze und durch Hervorrufe nach jeder Nummer bekundete. In der That steigert sich nicht nur die Theilnahme und das Interesse des Publicums an diesen Abenden von Jahr zu Jahr, sondern auch unsere Künstler wachsen beständig in ihren Leistungen, in der Präcision der Ausführung und in der Klangschönheit ihrer Tonbilbung. Den Abend eröffnete Mendelssohn mit seinem Quartett in v-äur, 0p. 44. Dieses Quartett, obwohl die Nummer 44 tragend, verräth trotzdem noch den jungen Mendelssohn; die zierlich gearbeitete Composition ist voll Iugendfrische, doch fehlt ihr die Nbgeklärtheit seiner späteren Werke, zeigt aber auch schon das Typische, um nicht zu sagen die Manier, die allem, was Mendelssohn schrieb, anhaftet. Ein beson-beres Interesse brachten wir dem Oäur Quintette Boc« cherini's entgegen. Luigi Voccherini wurde im Jahre 1730 zu Lucca in Italien geboren und starb 1805 in Madrid. Seine Eompositionen für Streichmusik zählen daher zu den ersten Erscheinungen dieses Kunstgebietes. Das Verdienst, diesen Altmeister der Kammermusik allgemeiner bekannt gemacht zu haben, gebührt Johann Lauterbach in Dresden, der die Aoccherini'schen Compo-sitionen sichtete, da« Veraltete ausschied und das Veste in moderne« Gewand kleidete, so dass auch dieses Quartett nicht in der vorliegenden Form von Boo cherini geschrieben wurde, sondern nur Vruchstict^ aus verschiedenen Werken desselben enthält. Die ein« zelnen Sähe errangen durch die originelle Stimm-fübrung, besonders in der Begleitung der Oberstimme, durch den natürlichen Fluss der musikalischen Gedanken einen durchschlagenden Erfolg, besonders das ernst düstere «Grave» und vor allem das reizende Menuett, welches denn auch stürmisch zur Wiederholung verlangt wurde. Gespielt wurde das Quintett, bei dessen Ausführung sich auch Herr Heinrich Wettach beim zweit?« Cello mit danteswerter Sicherheit betheiligte, in ganz aparter Weise, voll Zartheit, Feinheit und mit eingehendstein Ver» ständnisse. Einen frappanten Gegensatz zu der Bocche-rini'schen Feinmalerei bildete das modern und glänzend instrumentierte Rubinstein'sche Trio für Pianoforte, Violine und Violoncello, op. 52 in L-äur. Der reich instrumentierte, schwungvolle erste Sah er> wärmte sofort das Publicum, das herrliche Andante mit seinem feierlichen Choralsatze und vor allem der brillante dritte Sah aber wirkten geradezu zündend, wah' rend der letzte Sah an seinem musikalischen Werte und auch in seiner Wirkung abgeschwächt erschien. Herr Musik-director Zöhrer am Clavier, Eoncertmeister Gerstner bei der Violine und Lasner beim Cello wetteiferten förmlich, um das brillante Tonwert in allem Detail vollendet zu gestalten. Dass die Herren gestern, also bei der ersten sich darbietenden Gelegenheit, Rubinstein auf das Programm setzten, fcheint uns nicht ganz absichtslos gewesen zu sein und bedeutet wohl die A»lheilnahme auch unserer Künstler an dem Jubiläum, welches Rubinstein vor kurzem unter den auszeichnendsten Ovationen der ganzen musikalischen Welt in Petersburg gefeiert hat. — (Slovenisches Theater.) Nach mehreren Jahren wurde gestern im hiesigen Citalnica«Saale wieder das Lustspiel «Oxsuj ui^' iFl-aöa» (Original von G. zu Putlih, Uebersetzung von I. Cim per man) auf» geführt. Das Stück ist bei einer halbwegs guten Aufführung seines Erfolges sicher, und so kann auch die gestrige Vorstellung trotz den mehrfachen Schwächen als eine gute b> zeichnet werden. Herr Voritnil hätte aber in den Charakter des Capitäns, der ja doch eine sympatische Ge» stalt ist, ein bischen mehr Festigkeit hineinlegen sollen; Fräulein Slavec erschien uns hie und da zu extrem. Der Saal war äußerst schwach besucht, namentlich die Reihen der Sitze wiesen ganz bedenkliche Lücken auf. — (Todesfall.) Auf Schloss Tschemschenik bei Domschale ist vorgestern Varon Karl Lodelli«Fah» nenfeld, k. l. Landesgerichtsrath i. R., im Alter von 83 Jahren gestorben. Mit Baron Karl Codelli ist die krainische Linie dieses Geschlechtes ausgestorben. Das Majorat geht nun auf den Sohn der Schwester des Verblichenen, verwitwete Baronin Taufferer, über. — (Vicyclisten-Vllll.) Den Reigen der eleganten Faschingsunterhaltungen eröffnete vorgestern der zu Gunsten der Laibacher Volks« und Studentenlüche vom Club slovenischer Vicyclisten in den oberen Räumen der Eitalnica veranstaltete Ball. Der Saal konnte die Menge der tanzenden Paare kaum fassen, und die vielen anmuthigen Frauen» und Mädchengestalten boten einen lieblichen Anblick. Die erste Quadrille wurde von etwa fünfzig, die letzte um 4 Uhr früh noch von 20 Paaren getanzt, ein Beweis für die rege Tanzlust der Theilnehmer. Die eleganten Damenspenden aus dem Atelier H. Klein in Wien stellten eine Bicycle-Glocke dar, die Tanzurdnung war in nationalen Farben gehalten. Das rührige Comite' scheute leine Mühe, um den Saal entsprechend zu decorie-ren, was ihm auch vollständig gelang. Gegen 10 Uhr beehrten Se. Excellenz Feldmarschall'Lieutenant Ritter von Keil, Generalmajor Schilhawsly, Oberst Ritter von Gariboldi und Major Breitenbach den Ball mit ihrem Besuche und unterhielten sich längere Zeit mit dem Vereinsobmann Herrn Dr. Gregoric. Wir fügen noch hinzu, dass auch pecuniar der Erfolg ein günstiger genannt werden kann, und so kann der Club auf das ge» lungene Ballfest mit Stolz zurückblicken. — (Deutsches Theater.) Heute und morgen sowie auch am Freitag bleibt das Theater geschlossen. Mittwoch gelangen die drei Einacter: »Die Schulreiterin» (Novität für Laibach), «Frühere Verhältnisse» und das «Versprechen hinterm Herd», Donnerstag die Posse «Das Blitzmädel» zur Aufführung. Pie Direction des In« terimstheaters hat infolge des geringen Interesses des Publicums für das Theater beschlossen, die Vorstellungen in kürzester Zeit zu beenden und noch höchstens 8 bis 10 Vorstellungen zu geben, so dass die letzten Vorstellungen Mitte Februar stattfinden werden. Wir wünschen im Interesse der rührigen Direction sowie auch der Mitglieder der Gesellschaft, dass der Schluss der Saison sich günstiger gestalten möge. — (Heimische Kunst.) Im Schaufenster des Herrn Kollmann auf dem Rathhausplatze ist seit vorgestern das Porträt eines hiesigen Bürgers, gemalt vom akademischen Maler Ludwig Grilc, ausgestellt, N>Uur' treue und Colorit werden an diesem Niloe allseits gelobt, — (Oalumniaro aliäaetor . . . .) Wir begehen dem «Laibacher Wochenblatt» gegenüber einen Act von Herablassung, wenn wir ihm heute noch einige Worte widmen. Wenn dieses schwindsüchtige Organ annimmt, ein Auffah, der bereits anderswo früher publiciert worden ist. müsse entlehnt und nachgedruckt sein, so verräth es eine solche Ignoranz in redactionellen Angelegenheit«'!!, dass dasselbe unser Mitleid herausfordert und uns dm ch dasfelbe entwaffnet. Im übrigen aber vergessen die «feinen» Herren, dass die Lüge auch dann Lüge bleidt, wenn sie frech wiederholt wird. — (Perfonalnachricht.) Der Iustizminister hat den Notar Herrn Victor Schönwetter von Nenmarktl nach Ratschach verseht. — (Frühlingsboten.) Aus Adelsberg erhalten wir von befreundeter Seite eine hübsche Collection blühender Frühlingsboten, darunter Schneeglöckchen, Nießwurz und Schlüsselblümchen, welche in der dortigen Umgebung gepflückt worden sind. Die letzten warmen Tage haben diese Verkünder des nahenden Frühlings zur Blüte gebracht. — (Defraudation in der Agra m er Theatercasse.) Wie wir erfahren, hat Dr. Manan Derencin die Vertheidigung des der Defraudation an» geklagten Ferdinand Marquis Strozzi übernommen. Die Verhandlung dürfte in der zweiten Hälfte des Mo» natS Februar stattfinden. Neueste Post. Originlll'Telegramme der »Laibacher Ztg.» Prag, 26. Jänner. Der Club der deutschen Land« tagsabgeordneten beschloss einstimmig, die in den Wiener Conferenzen getroffenen und im Schllissproto-kolle vom 19. Jänner niedergelegten Vereinbarungen anzunehmen und unter Voransschlmg der Annahme derselben seitens aller in der Eonferenz vertretenen Theile in den böhmischen Landtag wieder einzutreten. Die Wählerverfammlullg des verfassungstreuen böhmi» schen Großgrundbesitzes stimmte den Vereinbarungen der Wiener Conferenz in allen Punktei, einstimmig zu. Cesky-Club nahm einstimmig die Pmictationen des Ausgleichs an; die böhmische Gruppe des Großgrund« besitzes nahm den Ausgleich ?n Kloo an. Prag, 26. Iänncr abends. In der Versammlung der deutschen Abgeordneten sprachen Schm^ykal und Plener. Nebst der Annahme dls Ausgleiches beschlossen dieselben die Erlassung eines Aufrichs an das deutsche Volt in Böhmen und die Einberufung cines Parteitage« für den 9. ssebruar nach Teplitz. Der Versassungs-treue Großgrundbesitz beschloss eine Resolution betreffs Wahrung seiner Interessen bei Eintheilung der Wahlkreise. In der Versammlung altczechischer Abgeordneten erflärlf Dr. Nieger, dic Auigleichspmllte gereichen der czechischen Nation nicht zum Schaden. Der Landtag musste vervollständigt werden, was nicht ohne beiderseitige Concessionen möglich war. Die Versammlung der Iungczechen beschloss, in eine meritorische Ve? Handlung nicht einzugehen, sondern sieben Berathung^ sectionen einzusetzen. Die Referenten sollen binnen acht Tagen der jungczechischen Vertrauensmänner-VersalM lung berichten. Prag, 25. Jänner. Der Statthalter und der Ob^ landmarschall wiesen in ihren Schlussreden auf die ini Zuge befindlichen hoffnungsreichen Ausgleichs-Bestrebull-gen hin, worauf der Landtag mit dreimaligen Slav»' und Hocb'Rufen auf den Kaiser geschlossen wurde. Kassel, 26. Jänner. Der Fulda-Fluss ist heule früh autgl'treten und überschwemmte die Niederung^ A»ch aus verschiedenen Gegenden Mitteldeutschlands werden wolkenbruchartige Regengüsse gemeldet, welche Hochwasser veranlassen. Berlin, 26. Jänner. Bei der dritten Lesung del Socialistengesetzes bekämpfte Abg. Bebel die Vorlage als Ausnahmsgesetz. Minister Herrfurth widerlegte d>e Ausführungen Hebels. Nach einer kurzen weiteren N> batte würd? das Gesetz in namtlicher Abstimmung n>" 169 gegen 98 Stimmm abgelehnt. Um 6 Uhr abeim wurde d>r Reichstag durch eine kaiserliche Botschaft >>" Weißen Saale geschlossen. Madrid, 25. Jänner. Eine Lissaboner Priv^ depssche meldet, in Brasilien sei eine neue Verschwörung gegen die Republik entdeckt word?n. Verantwortlicher Redacteur: I. Naglic. Ms* Meilage. "Wtz Der heutigen Nummer der «Laibacher Zeitung, liegt e^ Prospect für das Werl «Tic österreichisch < nngarische MouarE in Wort und Bild». And VIII (Inhalt Kärnteu ""' Krain), bei, auf welchen wir ganz besonders aufmerksam mache"' > Marie Freiin von Minutillo, geb Kretin > > Codelli von Fahnenfelo, gibt im eigenen sowie > > im Namen ihres Galten Franz Freiherrn von > » M»n«tillo, l. und l. Linienschiffs - Kapitän, ihrer > » Kinder Elisabeth. Inlie und Marie, ferner ihrer > » Schwägerin lNosalie Freiin Eodelli von Fahnen« > > selo, geb. Freiin von Taufferer, deren Kinder > » Mlr»a,n, Anton n»d Julie, endlich ihrer Tante > > Nictoire Freiiu Mac.Nevin V Kelly, geborene > > Freiin Codelli von Fahnenfeld, tieferschüttert > > Nachricht von dem Hinscheiden ihres innigstgeliebten > > Vaters, beziehunaMeise Bruders, Schwieger, und D > Großvaters, des hochwohlgebornen Herrn > > Earl Freiherrn Godelli I I von Fahnenfeld > > f. l, Krelsgerlcht« ' Präsident i, !»,. Bescher be« 0rbe,i« der D » eisernen Krone III, Classe, Äesiher der Fibeicommis« Wter TlnM' > > und Turnail «nd des Vulcs Wessnitz > > welcher heute am 25. Jänner um 9 Uhr vormittags, > » versehen mit den Tröstungen der heil Religion, nach > I kurzer Krankheit im 84. Lebensjahre sanft entschlum- > mert ist. > Die entseelte Hülle des theuren Verblichenen wird » Montag, den 27. Jänner, um U Uhr vormittags im » Schlosse Scherenvüchl feierlichst eingesegnet und auf » dem Friedhofe zu Aich in der Familiengruft beigeseht > werden. > Die heiligen Seelenmessen werden Dienstag, den » 28. Jänner, um » Uhr vormittags in der Pfarrkirche U zu Aich und in der Domlirche zu Laibach gelesen. D SchereMchl am 25. Jänner 1890. W A«rb>gung«anstalt des Hranz Dol»«l«l. > Tief erschüttert geben wir allen Verwandten, > Freunden und Velaimten Nachricht, dass unser ui" > vergesslicher Gatte, beziehungsweise Vater, Schwager > und Onlel, Herr Matthäus Paulin ! Hausbesitzer ! gestern Sonntag, den 26. Jänner, um 4 Uhr mor- > genS im 8A. Lebensjahre, versehen mit den heiligen ! Sterbesacramenten, nach längerem Leiden Verschiß > den ist. > Das Leichenbegängnis findet Dienstag, den > 28. Jänner, um 3 Uhr nachmittags vom Trauer- > hause Rosengasse Nr, AI aus statt. > Die heil. Seelenmessen werden in mehrere" > Kirchen gelesen werden. > Der theure Dahingeschiedene wird dem fromme" > Andenken cmpsohkn. ^ Laibach am 27. Jänner 1680. I Nnna Paulin, Gattin. — Mathilde Paul!"' » > Tochter. — Clemens Vlert, t, und l. Major d. l"' » > Schwager. — Caroline Vlert, Schwägerin. "7 > > Clemens Glert, Neffe - Caroline, Fritzi ""° > > Mizi C-lert, Nichten. > D Besondere Parte werden nicht ausgegeben. W R N««lblssunn N. N5 75 14650 l»L4tr Etaatllole . . ^00 fl. 17«5O I77-- b» 8« ,10 - "eslerr.Nolenrentc, steuerfrei . w,^".,,,..0si.<>.«lj. !«^,37^ "' ""'' ^ « lou st. 180 25 ^87., Gelb Ware Grundentl.-Ol>liglltioncn (für INU fl, 2M.), 5°/„ „allzische...... 104 50 10525 5"/„ mährische...... 109 50 110 — 5"/» »rain und Küstenland. . —-— —'— 5«/„ nieberösterreichische . . . 10925 110 »5 5«/, stelrische...... --— —-- K°/„ lroatischc und slavonllche . 10b'- -'— 0°/s, stebenbüraische . , . . —— —>— 5"/« Temesrr Äanllt , . . . — — — - b"/^ ungarische...... 88 6N 89 10 Andere öffcntl. Anlchen. Donau°«ea,.-Lo!c b"/„ 100 fl. . l«2 — 122 »0 dto, llüleihe 1878 , . 105 — lu?' — Nnlebc» der Etadt !»ürz , . iio>. — — Uniehen d. Etadtgemelnde Wien <(>5^>n <<>8 »<> Präm, «nl. d. Ltadtsstm, Wien 142 75 14» 25 Äörsenliau-einlehen vcrlo«. k°/« «8— —-- Pfandbriefe (für 1W fl,), Vobencr. allg. «st. 4°/, V. . . ,18?^ 117 2» bto. > 4'/,°/». . . 100 ?b Il>,-50 dto. » 4°^ , . . S8L5 8875 dto, Prüm,°Kchulbvtrschr. 8°/, »08 25 1U8 75 Oest. Hypothelenbanl I0j, 50°/» 1«1-K0 — — Orst,'ung. Uanl Verl. 4»/,°/» . I01'5N 1»« — betto » 4°/n . , 99-N0 100-2N dclto 5Njähl, » 4"/n , , 99 8l1 1<«, 20 Prioritiüs-Obligatiouen (für IW fi.), sserdinanb« Noidbahn /,°/n , ,<„» — ,s,0l-,s» Geld Wllrc Oesterr. Nordwcstbllhn , , . 107— 107 t,N Oiaat«bahn....... 18»75 —- Eüdbahn ö. «"/„..... »47 »5 148 25 » k 5°/„..... K8-75 l19zl5> Un«..«al<,. Vahn..... 1«L 15 1U2 «ü Diverse Lose (per Glücl), Irebitlose 100 fi...... 18,75 182 76 19 gn Nudulph Losr IN fl..... ,950 ,05,, Kalm llo!e 40 fl...... «l> »5 61 85 Et, «enoil-ijose 40 fi. . , . ,^,_ «ß _, Wlllds«em-L°!r 20 fi..... <« 85 4,-85 WindigOräh L°le 20 fl, . . zz ^ 5ß-— Vetv-Sch. d,»"/<,Pläm,lSchult" versch d, Uodcncrfdltanstalt , ,?>— ,» — »ant. Nctitn sper HtNcl), Nnalo-Oest. Vanl »0U fl, «»"/„«, !,«z 2N 1«»'8" Uaülverrl», Wiener 10« ss, . . zz^ — lz«4 50 Bdilcr.<«nsl, öst, 20« fl, V. 40°/^ l«,9-50 »«» — Lrdt,^Inst, f. Hand, u, V. it>«fi, 32»-?.'' »2<-25 2rcdi>ba»l, «l!ss, ung, W« fl, . »4«-50 U5>> — Drvosilenbanl, «lla. 2«0 ft, . ,<>»'— 2«5 — »sr2l»<'fi. «19'—«80- Hypotlieli-üb, ttft,«»l,ll. 25"/„ Westbahn 200 fi. . , . 834 — 335— Vuschtiehrader Gif, 5W fl, IM, 103« I04u blo. slit. «,) »cx! fl. . «7 - «l» — Donau. Pampflchifffahrt» Ve!,, Oefterr. 500 fl, «M, . , . »80 - 38«'— Drau.ltil, (>U,-Db,°Z,) 20« fl, E. 199 50 «00!»0 Dux Äobeilb. Eis. Ä, 20« fi, G. —-- —'— sserdinand« Äiorbb, «O«Ofi,llM, 8607 Lb18 Vlll. Carl°Lubw,°U, 20« fi, fi. Vildrr .-------— — Ltaatzfilrnbohn 200 fl, Silber 22!» »'. 2s'»-5!» Kiiooah!! 20« fi, Kilbrr . . . 13«'25 13» 75 Lud Norbd,Verb, V.2c«»fi,lIPl, 169— 169 50 Tramway Gel,Mi,,170fl,g.w. —-— ^^-_ ' neur Wr., Prioritüt»' «lctirn 100 fl...... 97-50 98>5N Un8>8llliz. Eisenb. »00 fl. 3ilb,r 134 5>>, l85 «elb Ware Ung, Nordoftbahn 200 fi. Vllber I9N — l»1 — Un8.Weftb,s«aab°»rllz)»0«fi.s. «3 - l94 - Illbnsttie.Actien (per Vtück), »äuge!., «III». 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