H^rI«U«erati»uS - Ppeise: Für Laibach: >Tanzjiihrig . . 8 fl. 40 kr. H»lbjLhrig . . 4.2», Merteljährig . 2 ... 10 « Monatlich . . . — , 7» „ Mit der P,ost: »arizjLhrig...............12 ft. d-lbjührig................ g ^ Vierteljährig z „ Äür Zustellung in- HauS iertelj. 25 kr., monall. 9 kr. Einzelne Nummern 8 kr. Xr»,cti»« Bahnhosgaffe Nr. IS. «rpeditisuö- L Jn!rr«te>-B«re«n: Lvngreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. Aletn-mayr L Fed. Bamberg> Jnsrrtto»S» reise: Für die einspaltige Pl t4kr, bei wiederhol jchaltung L 3 Anzeigen bis 5 Zei Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuscripte nicht zurückgesendet. Bei größeren Inserate öfterer Einschaltung chender Rabatt. Kür complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 254. Montag, 6. November 187k. — Morgen: Engelbert. 9. Jahrgang. Monstte-Debatte. Im Abgeordnetenhaus! des österreichischen Reichs-rathes wurde am 4. d. die signalisierte gioße De batte über die Beantwortung der Interpellation der o r i en l a li i ch e ii Frage eröffnet. In der Erwägung des höchst interessanten Swffes, dessen Behandlung die parlamentaniche Aciion durch einige Tage beschäftigen wir» halte» auch wir uns verpflicht^ aus den deireff.nden Rtden der Abgeordneten die wichtigsten Stellen sofort nachfolgcn zu lassen. Ab^. Freiherr Zschock: „Es ist schwer, Fragen der auswärtigen Politik parlamentarisch zu behandeln. Nur die Slaat-männer haben Einsicht mSituation. Der Volksvertretung fehlt die Möglichkeit, sich ein klares, sicheres Urtheil über die Lage zu bilden Wenn man die Erfolge mit den ausgestedten Zielen vergleicht, dann dürften die Verdienste, welche sich die Regierung in der Leitung der auewärtigen Angelegenheiten erworben hat, wol nicht so bedeutend erscheinen. Als der Äufsland in der Herzegowina au«, brach, da habe sich die Friedens- und Neutralitätspolitik Oesterreichs in sehr eigenthümlicher Weise bewährt. Es wurde die Einfuhr von Waffen nach den insurgierten Gebieten, der ungehinderte Verkehr fischen den Insurgenten und der österreichischen Bevölkerung gestattet. Eines der AufstandS-Comitö« hatte sogar in Wien selbst seinen Sitz. Ja, noch her k. k. Statthalter von Dalmatien, Baron ^odich, Max ^nd ist ein Mitglied der südslavischen ^mladina. Jmerefsani wäre es, zu wissen, ob oieser Herr Statthaller bei seinem Vorgehen die ^"structionen des Ministers de» Aeußern befolgt oder die feines ihm unmittelbar Vorgesetzten Ministers. Auch der Insurrektion in Bosnien wurde jeglicher Vorschub geleistet. Endlich kam es zum förmlichen Kriege Serbiens und Montenegro'« gegen die Türkei. Wie wurde nun da die Neutralität Oesterreichs verstanden? Wan gestattete die Waffcnzufuhr nach Serbien, man sperrte aber den Hasen von Klek und verwehrte den Türken den Donauverkehr. War das wirklich eine Neutralität? Warum wurde eS den officiösen Blättern gestattet, dir weitestgehenden Annexionspläne offen zu besprechen und dadurch in der Bevölkerung die Sorge zu erregen, es könnten die gewiß nicht weitreichenden Mittel des Staates vielleicht für eine etwas abenteuerliche Politik in Anspruch genommen werden? Wir brauchen, um unsere Kulturmifsion auSzusüh-ren, nicht über die Grenze zu gehen. Wir haben kulturbedürftige Provinzen genug in unserm Lande. Wir dürfen nicht vergessen, daß es auch in Oesterreich Leute gibt, welche die Gewohnheit des Nasen-und OhrenabschneidenS noch nicht völlig abgelegt haben. Ist die Politik des gegenwärtigen Ministers des Aeußern geeignet, eine gute Tradition für die kommenden Geschlechter zu bilden? Ist die Politik von Fall zu Fall eine empfehlenSwerthe? Nach meiner Meinung gleicht der Politiker, der die Politik von Fall zu Fall betreibt, einem Börsenspieler. Nun frage ich: Wurde die Auffassung des gemeinsamen Ministers durch die Ereignisse bestätigt? Entsprechen die Thatsachen seinem Worte? Hatte seine Politik den Erfolg, den er versprochen? Vermochte sie es, das Reich vor drohender Gefahr zu bewahren und hat sie Anspruch darauf, daß ihr die Volksvertretung für die Zukunft verlraue? Ich verneine alle diese Fragen und kann daher zum Schluffe nur den Wunsch aussprechen, es möge da» Ruder unseres Staatsschiffes in andere Hände gelegt werden, in festere Hände, welche, geleitet von einem scharfen Auge, fähig sind, nicht blos die nächsten Klippen zu vermeiden, sondern auch zielbewußt nach einem sichtrn Hafen zu steuern. Da» weitere wird sich dann von selbst finden. Denn einen Satz auS dem bekannten Drama umkchrend, meine ich: wenn der Herzog fällt, so muß ihm der Mantel nach." «bg. Dr. v. Demel sagt in seinen Ausführungen: „Die Regierung erklärte, sie habe keine Veranlassung, der Politik des Ministers des Aeußern entgegenzutreten, weil da» Programm des Grafen Andraffy vom Anbeginn an ihre Zustimmung hatte und weil dieses Programm, welches auch von den Delegationen wiederholt gutgeheißen wurde, consrquent eingehalten worden. Die Delegation hat unter ausdrücklicher Verwahrung, sie wolle keinerlei Mittel Vorschlägen» immer nur die Ziele gebilligt, die ihr klar vorgelegt wurden, in dem Vertrauen, daß die rechten Mittel hiezu gewählt würden. Die Ziele gingen darauf hinaus, in Gemeinschaft mit den übrigen Mächten die Pacification im Oriente,/ mindestens die Begrenzung des Streitgebietes herbeizuführen. Die JnterpeualionS'Beantwortung« geht dahin, daß die Regierung den Frieden will und daß sie glaubt, daß dies sich für jeden Patrioten von selbst verstehe; jedoch nicht den Frieden um jeden Preis. In der That würde es auch als Schwäche angesehen werden, wenn man den Frieden um jeden Preis an-nehmen wollte. ES wäre dies namentlich eine Herausforderung jener, welche den Standpunkt einnehmen — und ein solcher existiert in Europa, — daß Oesterreich das Jmpedimentum einer Entwicklung bilde. JeuilleLon. Verschiedene Wege.' Novelle von Rudolf Mül den er. (Fortsetzung.) »u Beleidigung war für den Obersten doch und >/.^"kelrolh vor Zorn, trat er Fernau rasch heroische« « Doch plötzlich mit einer faate er »,i?^""sung seinen Zorn bekämpfend, d°. 'wer griffen rauhen Treuherzigkeit, kebl/». m! ihres Eindruckes nicht ver- I y e: „Mein Herr, sprechen wir wie ein Ehren- rum Ehrenmanne! Ich habe Sie früher beit dennoch kenne ich Ihre Vergangen- ^kn'en Beziehung früher zwischen v°n Warendorf statlfand. Und ««l-. " «u Mit welchem Siechte rufen Sie eine Erin- nerung wach, welche für Frau von Warendorf pein» lich sein muß?" „Eifersüchtig?" antwortete Fernau achselzuckend. „Ah, ich hätte es errathen sollen I" Der Ton dieser Worte und noch mehr die Geberde, welche sie begleitete, entflammten den Obersten aufs Höchste, und die« um so mehr, da Eifersucht wirklich seine schwache Seite war. „Wahrhaftig, mein Herr," schrie er wüthend, „ich glaube,- Sie legen es darauf an, mich zu beleidigen?" „Sie glauben?" antwortete Fsrnau siaiv. „Ja, und ich fordere Genugthuung, verlang;, Satisfaclion von Ihnen!" „Die ich Ihnen geben werde!" antwortete Fernau stolz und mit jenem wunderbaren Aplomb, der ihm eigen war. „Empfangen Sih Herr'Oberst, hier meine Adresse," fuhr er fort, ihm eine goldumränderte Karte präsentierend, „ich bin regelmäßig bis Mittag zu sprechen." Bei diesen Worten verbeugte er sich leicht und kehrte zur Gesellschaft zurück; als er in den Saal trat, war sein Gesicht ebenso ruhig und kalt, wie immer, und es zeigte sich selbst nicht der Schatten einer Bewegung darauf. Nach einigen Minuten kehrte auch der Oberst in den Saal zurück; er bot seiner Frau den Arm und entfernte sich.eilig. Am ändern Äorgen nahm der Assessor seinen Kaffee mit Fernau gemeinschaftlich auf dessen Zimmer ein. Herr von Kohr brannte vor Begierde» von seinem Freynde eine Aufklärung über dir Por-gänge des gestrigen Abends zu erhalten, yntz dbch wagt? er ujcht, Fernau. mit dirvtea Fragen za be. stürme^ Das Gefühl einer unbefriedigten Nrugjerde verlieh ihm indessen eine" gewisse Unhehagljchkeit, rascher wirbelte er den bläulichen Dampf se^er Cigarre zur Decke empor und stieß die Äsche jeden Augenblick > an, der Tischecke ab. Fernap schien die Unruhe seines Freundes nicht zu beuierM Ruhig schlürfte er seinen Kaffee, rauchte seine Cigarre und durchflog die riesigen Spalten der „Times" und des „Newhork-Herald." (Fortsetzung folgt.) und es beginnt hieraus die Debatte über die Beantwortung der Interpellation in der Orientrage. Es sprechen die Abgg. Baron Zschock, Dr. v. Demel, Dr. Dr. v. Plener, Dr. Hohenwart. ranitsch, Göllerich, Kuranda und Graf Wozu bewilligen wir denn >- r'usizrn S wnieü iu-»das ^ uagesetz dem ronstitutionellen Ausschüsse zu, Budget, wozu haben wir so große Opfer gebracht ^ . ^ ..s,. . und größere der Bevölkerung zugemuthet? Jedenfalls nicht darum, um den Frieden um jeden Preis zu erhalten. Ein solcher wäre die Vernichtung, der Untergang des Staates. Auch ich will den Frieden, aber nicht um jeden Preis — das ist meine Ueber-zeugung. Habe ich mich geirrt, so. wünsche ich, daß die Berichtigung zum Wohle des Vaterlandes ausfällt." Abg. Dr. Granitsch: .So viel steht fest, daß wir ein vollkommenes Recht haben, unsern Einsts geltend zu machen. Wenn man erörtern will, wie dieser Einfluß geltend gemacht werden kann, muß man die Action des auswärtigen Amtes ins Auge fassen. Ich glaube nicht, daß durch die Erklärung des Ministerpräsidenten unser Mißtrauen verschwindet. Das Mißtrauen in die auswärtige Leitung ist in der Bevölkerung so lebhaft begründe», daß ich ein furchtbares Witzwort vernommen habe, welches lautet: „Wir haben nur ein Gebet: Wollte Gott, unsere Minister des Auswärtigen wären auswärtige Minister!" Ich muß mich gegen jede Annexion aus finanziellen, kulturellen und historischen Gründen aussprechen. ES wäre eine Schmach Wr die Verfassungspartei, wenn sie auch nur zusehen wollte, wie wieder eine Politik eingeschlagen wird, welche einer verderblichen finanziellen Zerrüttung die Bahn erschließt. Unsere Armee ist nur zur Verthei digung des Vaterlandes im umfassendsten Sinne bestimmt: das ist eine sehr bürgerliche Politik, aber eine andere war uns nie zuträglich. Unsere Politik sollte sich darauf beschränken, die innere Volkskraft zu entwickeln, wir brauchen uns nichts schenken zu lassen. Im Namen der Bevölkerung, welche ich ver trete, getraue ich mir zu sagen: Der Friede ist das erste und wesentlichste unserer Bedürfnisse, ist der überlegte und freie Wunsch des österreichischen Volkes. In diesem Sinne richte ich den Appell an Sie, daß Sie Ihren berechtigten Einfluß auf den Minister de« auswärtigen Amtes und überall in Ihrer AmtSsphäre auSüben, wo mitgesprochen wird über die entscheidungsvollen Schicksale der Monarchie. Die Bevölkerung wird in diesem Sinne, weil sie eben ein Volksheer in den Krieg zu send-n hat, für Ihre Action von Ihnen Rechenschaft fordern." Reichsrath. 49. Sitzung des Herrenhauses. Der Finanzminister theilt in einer Zu schrift mit, daß erden St aatsvorän schlag pro 1877 an das Abgeordnetenhaus geleitet habe. Der Präsident bemerkt, es seien die Referate über den Staatsvoranschlag bereits vertheilt worden, damit die Commission parallel mit den Verhand lungen des Abgeordnetenhauses ihre Berathungen pflegen könne. Das Hans gibt seine Zustimmung seinerzeit von der ersten Lesung des Budgets Um gang zu nehmen. Das Haus vollzog die Wahlen dreier Mit glieder in den Staatsgerichtshof und eines Ersatzmannes für das Reichsgericht und in die confessionelle Commission. E» folgt die zweite Lesung de« Gesetzentwurfes betreffend die Vermehrung des gräflich Thürheims chen FideicommifleS. Das Gesetz wird ohne Debatte in zweiter und dritter Lesung angenommen. Das Gesetz, betreffend die Abänderung des Gesetzes über die Organisation de- öffentlichen Sanitätsdienstes wird in zweiter und dritter Lesung angenommen. ' 201. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Der Civilprozeß-Ausschuß hat sich constituiert und den Abg. Weeber zum Obmann, Abg. Lienbacher zum Obmann-Stellvertreter und Dr. Magg zum Schriftführer gewählt. Das Haus erledigt Petitionen, nimmt die Wahl oes, Müg'.iedes in de'' Siaatsgerichishos vvr, weist Parlamentarisches. In der am 3. d. M. abgehaltenen Sitzung des Steuerreform-Ausschusses machte in-olge kaiserlichen Auftrages der Finanzmi-ist er Miltheilung, daß rücksichtlich des Privat-Vermögens sowol des Kaisers selbst als auch der Mitglieder des allerhöchsten Kaiserhauses eine Steuerbefreiung nicht in Anspruch genommen werde. Diese Erklärung wurde mit allseitigem lebhaften Beifall ausgenommen. Finänzminister Freiherr de Pretis bemerkte, daß die ganze vorliegende Steuer-Reform nicht gedacht werden könne, wenn nicht die Contingentierung platzgreife, welche von Jahr zu Jahr durch das Parlament erfolge. Das Sieuercontingent beruhe auf dem Gedanken der Solidarität der Steuerträger und gebe Bürgschaft ür eine richtige Einschätzung. Die Feststellung eines Steuercontingents wurde mit Majorität angenommen. Der Handelsminister erschien am 3. d. n der Sitzung des Budgetausschusses, um demselben Ausschlüsse über den nächstjährigen Bedarf auf dem Gebiete de- Eisenbahnwesens zu ertheilen. Von dem Abgeordneten Skene in-erpelliert, erklärte der Handelsminister, er. bean« pruche für das Jahr 1877 zu dem genannten Zwecke 10 Millionen Gulden. Diese vertheilen sich olgendermaßen: sechs Millionen stricte für Eisen-bahnbauten, ferner fl. 850,000 für den Ankauf der Braunau-Straßwalchener Bahn, fl. 1.000,000 als Staatsvorschuß an die Prag-Duxer Bahn für den Ausbau der Strecke Brüx-Mulde, fl. 1.500,000 zur Deckung der Betriebsdeficite pro 1875, 1876 und 1877; dann fl. 500,000 für den Betrieb jener Bahnen, welche von dem Staate theils gebaut, theils gekauft wurden. ____ Politische Rundschau. Laibach, 6. November. Inland. Der „P. Lloyd" erfährt, daß die österreichische Regierung in der Orient-debatte die Zuversicht aussprechen werde, inbezug auf die Friedenspolitik mit Deutschland Eines Sinnes zu sein. Mit Bestimmtheit tritt daß Gerücht von einer Conferenz auf, zu der drei Mächte bereits ihre Zustimmung gegeben haben sollen. Nach dem „Neuen Wr. Tagbl. ' umfaßt das von Rußland ausgehende Eonferenzprogramm ausschließlich die Frage der Bulgarien, Bosnien und der Herzegowina dem türkischen Gesammtstaate gegenüber zu gebenden Stellung. Es werden einige Modifikationen dieses ProjecteS, die in den letzten Tagen aufgetaucht find, signalisiert. Namentlich find es zwei Punkte, welche als schwer durchführbar bezeichnet werden. Der eine betrifft nach wie vor die Ausschließung der Pforte von den Berathungen, und soll diese Ausschließung um so eclatanter manifestiert werden, als der Ort der Conferenz nicht mehr Konstantinopel, sondern Brüssel sein solle. Der zweite Punkt bezieht sich auf die Garantiefrage. Der russische Hof ist zu seiner alten Forderung einer Occupation Bulgariens mit aller Entschiedenheit zurückgekehrt, während unter den anderen Mächten eine Schwenkung beobachtet wird; namentlich zwei derselben sollen gar keine Neigung mehr haben, eine Besetzung türkischen Territoriums unter welcher Form immer gestatten zu lassen. Nach Meldung des „Nemz. Hirl." find in Bezug auf den zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland abzuschließenden Handelsver trag die Delegierten der beiderseitigen Regierun gen der Monarchie damit besitz äftigt, die den Vertretern der gemeinsamen Regier ung zu ertheilenden Instructionen zu vereinbaren. Die Instructionen önnen um so eher binnen kür; ester Zeit vollendet ein, als die beiderseitigen Regien mgen bereits über die wichtigsten Ansätze des neuen Tarifs einig sind und die exmittienen Organe für die fixen Feststellungen aus die. Details anzuwen den haben. Nach dem Berichte des ungar ischen Finanz-Ausschusses stellt sich die Budget bi lanz pro 1877 olgendermaßen: Ordentliche Ausgab, m 227, transitorische 14, Investitionen 55, zusam men rund 234 Millionen. Ordentliche Einnahmen rui id 213, transitorische rund 4, zusammen 2l7 Mil lionen. DaS Deficit beträgt demnach 17 Millionen. Gegenüber dem Präliminare erhöhte der Finanz ausschuß die Bilanz um 198 Millionen. Inbetreff der Äe-eck ung des DeficitS wurde der Alternativ-Vorfchlag der Regierung angenommer, und be-chlossen, anSzusprechen, daß bezüglich der Herstel-ung des Gleichgewichtes im Staatshaushalte Fort-chritte gemacht worden sind und daß begründete Hoffnung sei, daß das Gleichgewicht, wenn auf dem betretenen Wege fortgeschritten wird, in einigen Jahren hergestellt sein werde. Ausland. In Württemberg erfolgte am d.M. der Schluß der Kammersession. Die königliche Thronrede sagt: „Ich sehe mit Genug-thuung die Stände um mich versammelt in der Stunde, wo eine bedeutsame Periode des pflichttreuen, fruchtbaren Schaffens schließt. Ihr palrioti» ches Interesse für Befriedigung der außerordentlichen Bedürfnisse meiner Truppen haben Sie von neuem beihätigi. Gerne gedenke ich bei diesem Anlasse, daß mein Armeecorps vor kurzem die Probe tüchtiger Ausbildung und pflichtmäßiger Disciplin vor dem kaiserlichen Oberfeldherrn mit vollen Ehren bestanden hat. Unter dem Eindrücke weltbewegender Ereignisse zum erstmaligen Zusammentritte berufen, besiegelten Sie durch Zustimmung die Verträge, kraft welcher mein Land seine ««stelle im Reubaue des deutschen Reiches eingenommen. Von da bis heute lösten Sie in unermüdetem Zusammenwirken mit meiner Regierung eine Fülle mannigfacher» bedeutender gesetzgeberischer Aufgaben, wie sie in solchem Maße kaum einer früheren Landesvertretung beschicken waren. Empfangen Sie meinen warmen Dank für Ihren Rath und Ihre Arbeit." Die Pforte hat sich, wie ein Extrablatt des Petersburger „Regierungs-Anzeigers" meldet, bereit erklärt, den zweimonatlichen Waffenstillstand, vom 2. d. M. an laufend, anzunehmen, und die Befehlshaber der türkischen Truppen wurden angewiesen, die Feindseligkeiten auf dem Kriegsschauplätze einzustellen. Auch hat die türkische Regierung ein Eirculär an ihre Vertreter im Auslande erlassen, worin sie ihren festen Entschluß, die Reformen durchzuführen, aufs neue betont uud namentlich die Anschauung zu entkräften sucht, als sei das türkische Volk in seiner Mehrheit den projec-tierten Reformen feindlich gesinnt. Die „Moruing Post" erfährt, die russische Regierung thue Schritte zur Beschleunigung der Unterhandlungen für die Regelung aller schwebenden Fragen aus der Basis der englischen Vorschläge. Die „Südd." Presse" schreibt: „Rußland hat auf dem Rücken Serbiens furchtbare Niederlagen erlitten. Rußland ist angeblich schlimmer daran, als Serbien. Das kleine Land ist nur geschlagen, das große Reich ist blamiert, und wie seinerzeit die Niederlage der Schleswig-Holsteiner im Jahre 1840 nicht die Schleswig-Holsteiner, sondern den preußi' schen Staat, der sie im Stiche ließ, in den Augen Europa's herabgesetzt hat, so ist auch Willisen-Tschernajeffs neueste gründliche Schlappe ein wahr' Haftes Jdstedt für Rußland." Am 1. d. M. erklärte der serbische Minister' Präsident Ristit dem russischen Generalconim Karzoff im Namen des Fürsten, daß die serbi>ch° Regierung den vorgeschlagenen Waffenstillstand annehme. Der Fürst von Monte negro hat am Isten November alle türkischen Gefangenen, ausgenommen die Offiziere, entlassen und nach Hause geschickt. Der König von Griechenland hat in einem Handschreiben an Komunduros dessen Politik ebenso wie die militärischen Vorkehrungen gebilligt. Vom Kriegsschauplätze. Die in Konstanlinopel residierenden Botschafter versammelten sich am 3. d. zu einer Conserenz bei Sir Elliot, um die Frage wegen der Demarkationslinie za erörtern. Die Militärbevoll» nächtigten der Großmächte daben Auftrag erhalten, "ach dem Kriegsschauplatz abzugehen, um die neu-trale Zone zwischen den Kämpfenden festzusetzen. In berliner Hinanzkreisen circuliert die Nach-richt, >daß Rußland bezüglich der Feststellung der Waffenstillstandsbedingungen neue Schwierigkeiten erhebt. Die Nachricht, daß Deligrad gefallen sei, ist unrichtig. Vor Deligrad fanden nur Plänkeleien auf den Vorposten statt. Alexinacist nicht mit Sturm genommen, sondern zwischen dem 30. und 31. Oktober infolge des Falles von Djuniö geräumt worden, damit seine Besatzung nicht von Deligrad abgeschnitten werde. Die türkischen Truppen haben am 1. d. dre vom Feinde besetzten Höhen in der Richtung von «rusevac erstürmt, die feindlichen Linien durch-rochen und zehn Kanonen erobert. Die Verbindung kr Serben mit Kruäevac ist abgeschnitten. Die Türken rücken vor. Zur TageSgejchichte. ^ Kundgebung. Der liberale politische Bezirksverein in Ried (Oberösterreich) dankte dem Reichsrathe sür seine thatkrästige Einflußnahme aus die auswärtige Politik urch die von ihm an das Ministerium gerichtete Interpellation und erwartet, daß der Reichsrath aus einer der ürde einer Volksvertretung entsprechenden Beantwortung ieser seiner Interpellation bestehen wird. Zugleich erwartet er genannte Verein ,n voller Uebereinstimmung mit der Resolution des niederösterreichischen Parteitages, daß der Reichsrath keinem Ausgleiche mit Ungarn, selbst aus die Gefahr der Personal-Union hin, seine Zustimmung geben werde, der eine Mehrbelastung der diesseitigen Reichshälste was immer sür Form oder irgend eine Schädigung unsrer wirthschastlichen Bedingungen in sich schließt. Unglücksfall. Dem „P. Lloyd" wird aus aschail berichtet, daß dort am 3. d. die Pulvermühle (zum >e"enmale seit zwanzig Jahren) in die Lust geflogen. Die ok der in Rähe der Pulvermühle sind mit Trümmern b eckt, süns Arbeiter sind mit in die Lust geflogen. Das Energisch, Eingreifen der Feuerwehr verhütete die Explosion " noch im «etrieb stehenden weiteren zwei Stampfen und Magazine. — Verhaftung. Wie die „Elberf. Ztg." erzählt, rde der Pfarrer des durch seine Wundererscheinungen " hniten Dorfes Marpingen gefänglich in Saarbrücken Angebracht und im dortigen Justizarresthause interniert. blautet, wird er wegen Betruges vor Gericht gestellt und Proviuzial-Angetegenyeiteu. Iovan ov°r^ °"°^nachrichten) FML. Freiherr von empfangen ^ "*"de vorgestern vom Kaiser in Audienz des 17 Braumüller v. Tannbruck rnando in » ^"nahm interimistisch das Brigadecom-Hauptravvort iik- »T' v. M e tz hielt gestern den Offiziere ab hiesiger Evidenz stehenden Reserve- wurde im^?" ^riesfammelkasten.) Am 4. d. des Deck l des Stadtpostamtes in nächster Nähe gebracht * Briefsammellasten zu dem Zwecke an- Ausgabsreiten >!!!> Brieffchaften nach Schluß der Vermittlunq des , Orten einzulegen, welche durch Postämtern ihrer °°" s°h»nden ' «-st'mmung zugeführt werden können. — (Philharmonische Gesellschaft.) Die nengewiihlte Direction hielt gestern ihre erste Sitzung ab. Direktor LGR. Dr. Le > tmaier begrüßte die DireclionS-mitglieder mit der Einladung, zur Erfüllung der Gesell-fchaftSzwecke fest zusammen zu halten. Mittelst Acclamation wurden nachgenannte Directionsmitglieder mit folgenden Functionen betraut: v. Fladung DirectionS-Stell-Vertreter und Mnsik-Schulinspector, Mühleilen erster Secretär, Dr. Pet ritsch zweiter Secretär, Hengtha-l e r erster, Karinger zweiter Kassier (letzterer unter einem zur Aufnahme neuer Gefellschastsmitglieder ermächtigt), Rudholzer Oekonom, Müller Jnstrumenten-Jnspec-tor, Twrdy Archivar, Krenner Ordner. Heute Nachmittag findet die Kaffenübergabe an die neuen Kassiere statt. Mit der Einhebung des Musikunterrichtsgeldes wird sogleich begonnen werden. An Musikfreunde, welche noch nicht Ge-felljchastsmitglieder sind, wird die Einladung zum Beitritte gerichtet werden. Behufs Ausführung der letzten General-verfammlungsbeschlüffe wird sofort Las Geeignete eingeleitel. Für die definitiv ausgenommene Gefangslehrerin Frl. Lle-mentine Ed er hart wird das Anstellungsdecret ausge-fertigt werden. Die beiden Secretäre wurden eingeladen, die Führung deS Beschästsprolokolles und der Registratur zu übernehmen. Der Gesellschastsdirector nahm die Ergänzung des in Druck zu legenden und eine vierjährige Periode umfassenden Geschäftsberichtes vor. Die Direction erledigte einige Gesuche um gänzliche und theilweise Nachsicht des Musikunterrichtsgeldes. Musikdirektor Nedved berichtet, daß das erste der fünf GesellschastSconcerte am Sonntag den 12. d. stattfinden wird. — (Gefangsprobe.) Der Männerchor der Phil-harmonischen Gesellschaft hält heu te-abends präcife 8 Uhr Probe. Der herannahende erste Loncerttag läßt eine vollzählige Theilnahme fämmtlicher Lhormitglieder als sehr wünfchenswerth erscheinen. — (Heimatliche Industrie.) Unser bekannter Modist Herr Fischer (Preschernplatz) tritt heute eine Geschäftsreise nach Florenz an. Zweck dieser Reise ist: Wanderungen und Studien aus dem Gebiete der Strohhutsabri-cation, Besuch der bedeutendsten Slrohhuterzeugungs-Eta -blissements, Prüsung der Strohgattungen und Einkauf des StroheS, überhaupt Einziehung von Erkundigungen über alle auf die Strohhulfabrication Bezug habenden Geschäfte. Diese Reise erfolgt im Interesse der einheimischen, namentlich in der Gegend von Domschale in Blüte stehenden Strohhut-sabrication einerseits und in der Absicht andererseits, um heute schon, d. i. rechtzeitig Vorsorge zu treffen, daß Laibach in der Frühjahrssaison 1877 mit den feinsten und beste» Strohhutwaren den Wünschen der Herren- und Damenwelt zu dienen in der Lage sein kann. Das erwähnte Reisepro-ject des Herrn Fischer muß vonseite der Industrie und des Lonsums anerkennend begrüßt werden. — (An derObst-undWeinbauschule in Slap) fand am 30. v. M. die Prüfung der Zöglinge statt; derselben wohnle in Vertretung des krainer LandesausfchusfeS das LandtagSmitglied Herr Peter Grafelli bei. — (Schnees all) ist in den gebirgigen LandeS-theilen von Krain, Kärnten, Tirol, Steiermark, Salzburg, Galizien, Ungarn und Siebenbürgen eingetreten. Im triester und dalmatiner Gebiete wüthet die Vora. — (Die Klagen über Mangel anWil d) werden immer lauter. Während Krain so herrliche Wild-bahnen zählt, sind wir in Laibach an jener Stelle angelangt, wo wir den Bedarf an Wildpret (Hasen und Rehe) aus Graz, ja fogar aus Wiener-Neustadl nächst Wien beziehen müssen. Wundern wir uns hierüber nicht, auch über die in einigen Jahren sicher auftretend« Erscheinung nicht, daß der Rehstand gänzlich verschwinden muß. Im Verlause der vorigen Woche wurden in Laibach zwei Rehgaise zum Verkaufe angeboten, und in einem nächst Klagenfurt gelegenen Jagdreviere wurden an einem Tage eilf Rehgaise geschossen. Der vandalische Abschluß des Nachwuchses muß den Ruin des Rehstandes zur Folge haben. Nach Waidmanns Recht zahlt jeder, der in Böhmen und Mähren eine Rehgais „aus Versehen« schießt, eine Conventionalstrase von 5 bis 10 fl. — (Das Schillerdenkmal) wird in Wien am 10. d. feierlich enthüllt werden. Der Comitevorstand Dr. L. A. Frankl in Wien ladet alle Freunde nnd Verehrer des unsterblichen deutschen Dichters zur Theilnahme an der Ent-hüllnngsseier ein. — (Eine Generalversammlung) hielt der slavische UnterstützungSverein der grazer Universität am. 28. v. M. ab. Der Jahresbericht bringt nachstehende Mittheilungen r Das Stammkapital des Vereines betrug Ende 1874/75 187b fl.; davon 375 fl. bar in der grazer Gemeindesparkasse, das übrige (1500 fl. Nominalwerth) in Papieren. Im Laufe des letzten JahreS wurden zu obigem Stammkapitale 150 fl. bar zugeschlagen. so baß mit Schluß des Jahres 1875/76 das Stammkapital 2025 fl. beträgt. An würdige, dürftige Universttätshörer wurden 28S fl. vertheilt. Unter den Einnahmen des Vereines sind zu erwähnen: die von den Landtagen sür 1876 bewilligten Unter-stützungsbeiträge, und zwar vom steiermärkischen 100 fl., krai nischen 100 fl., gürzischen 50 fl., dalmatinischen 50 fl., dann von der steiermärkischen Sparkaffe 50 fl., schließlich von Privatgönnern deS Vereines im ganzen 48 fl. In den Ausschuß sür das Studienjahr 1876/77 wurden gewählt, und zwar a's Delegierte des akademischen Senates die Uliiversitätsprofefsoren Dr. K«k und Dr. Bidermann; vonseite der slavischen StudentenschaftKersnik, Zupanec, Versec, Komatar, Sket und ZakrajÄek. — (Landschaftliches Theater.) Die zuletzt abgelaufenen zivei Tage brachten Wiederholungen, vorgestern die Weber'fche Oper „Der Freischütz.« Bing auch nicht alles so flott und klappend, wie bei der ersten Aufführung, zeigte auch Herr Mailler (Kaspar) eine starke Dosis Flauheit, schlug auch Herr Weiß (Max) schärfer und stechender an, als nvthwendig, erschien Herr Welleba (Fürst Ottokar) auch minder sicher, versagte auch der Feuerregen in der Wolfsschluchtscene, so bot uns doch volle Entschädi-gnng die Ausführung der Frauenpartien „Agathe« (Frau Fritzsche) und „Aennchen« (Frau Zwerenz); den Part des „Eremiten" sang Herr Mailler klang- und würdevoll. Werfen wir einen «lick auf die Bühnen in Linz und Innsbruck, wo die Oper stabil ist und wohlbesetzt sein soll, fo begegnen wir dort unangenehmen Erscheinungen: in Linz gelangte am 2. d. Rofsini's Oper „Tell" zur Aufführung. Die linzer ..Tagespost« bezeichnet diese Aufführung als eine „wahre Allerfeelent-gS-Aufsührung«; obgleich die dortige Bühne zwei Baritonisten besitzt, mußte der Baß Buffo den „Tell« singen; die „Mathilde« war schlicht disponiert, „Gemmy« litt an Gedächtnisschwäche, das erste Finale ging „total zugrunde« und „Walther Fürst-bewegte sich in anderen Tonarten. — In Innsbruck wurde vor einigen Tagen L. KreutzerS vtelbekannte Oper DaS „Nachtlager in Granada" aufgeführt. „Gomez« hatte seine Partie nicht inne, fühlte sich, wie das „Innsbrucker Tagblatt" meldet, sehr unsicher; im bekannten Männer-terzett mußten „Nichtsänger" mitfingen, während engagierte Opernsänger in den Logens saßen; der Lhor ging auf „gefährlichen Pfaden« und das Orchester ist „jämmerlich- bestellt. Die Kritik bezeichnet die dortige Oper als eine „unreife.« Ziehen wir die Leistungen aus unserer Bühne mit den Berichten über jene in Lin, und Innsbruck in nähere Betrachtung, so dürfte unserer „improvisierten", sogenannten „Bersuchs«-Oper der Vorrang gebühren. Wollen wir weiter Kenntnis nehmen, daß der Marburg er Bühne, wie die „Marburger Ztg.« berichtet, nichts geringeres als ein geregelter Theaterapparat, ein genügendes Personale und ein tüchtiges Rollenstudium fehlen, so werden wir anerkennen müssen, daß Laibach gegenüber den Verhältnissen in Linz. Innsbruck und Marburg sich „im gelobten Lande" befindet. — Bei der gestrigen Wiederholung des Senfations-flückes „Die beiden Waisen" erwarben sich alle beschäftigten Bühnenkräfte den wohlverdienten Beifall deS Hauses ; Fräulein P i f che k (Henriette) erhob sich zu leb-hafterer Action und die Herren Wall ner (Pierre) und Leuthold (Jaqucs) präsentierten gelungene Lharakter-bilder. Zur Landeskultur. (Fortsetzung.) Die Entleerung des Sees findet blos durch Esfiltration statt, und ist leicht zu ersehen, wie die« sehr langsam durch die vorbefchriebenen Grotten und Sauger vor sich gehen muß, sie können von den 240 blos 85 Kubikmeter per Se-cunde entfernen, so dag, wenn der Zufluß aufhört, der See in circa 30 Tagen sich entleert, Es sei erwähnt, daß nicht alle Sauger gleichzeitig thätig sein können, weil sie erstens nicht alle gleich hoch liegen, ! und weil sie zweitens größthentherls nicht mit dem soge- Damiten Sreflu-, welcher früher Sterschan und dann Jirk «iz heitzt» in Berbivtdnng stehen. Sie find auch durch Terrain «rhvhunsen von eimander getrennt, so daß der NuSfluß bloS nach mid nach stattfindet. Während z. v. die Sarlouie ihrer erhöheten Lage «egen vor alle« anderen aufhvren, Waffer ln sich aufzunehmen, so find die Sauger «risch und, Re scheto am längsten thätig, weil fie am niedrigsten liegen. Da einerseits die Sauger unregelmäßig und mangelhaft find, weil fie ganz vernachlSsfiget «erden, und die besseren nicht einmal mit den Flüssen Sterschan und Zirkniz in Verbindung stehen und anderseits aus den zweijährigen Be obachtungen und aus den gesammelten Daten hervorgeht, die relativen unterirdischen Ablässe nicht genügen, reichen die unterirdischen BasfinS nicht auS, die ganze Waffermafse in sich auszunehmen. Die Folge ist, daß diese BasfinS fich süllen, das überflüssige Waffer fich stant und da« Thal überschwemmend den Zirknizer See bildet. Nachdem dies geschehen- muß der Wasserspiegel des Sees das Niveau der Karlouie erreichen, um einen Abfluß von Bedeutung zu finden, obwol durch die erwähnien, in den zwei Grotten befindlichen Hindernisse der Abfluß gehemmt wird. Daß die Ablässe der unterirdischen Bassins nicht genügen, ist durch die Thatsache bewiesen, daß während des Hochwasser- die Sauger deS SeeS von keiner Wirkung find, dos Waffer bleibt unbeweglich und von einem Strudel oberhalb dessilben ist keine Spur vorhanden, während beim Niederwasser Liese Erscheinung sichtbar stattfindend beobachtet wird. Unseres.Trachtens könnte daher der See bloS mittelst großartiger Bauten und bedeutende Auslagen trocken gelegt werden, was entschieden in keinem Verhältnisse zum Nutzen wäre. Gerathen wird es also blos sein, den See in mehr beschränkte Grenzen zu zwingen und so der Landwirthschaft eine große Fläche zu gewinnen, ohne dadurch ungerecht-fertigte Auslagen zu machen. - . Auf diese Weise könnte man die Bedenken, welche in früheren Zeiten gegen die Trockenlegung des SeeS laut wurden, nicht mehr erbeben und wäre, waS von Wichtigkeit ist, auch sein RegulierungSvermögen nicht bedeutend verändert. SS scheint außer Zweifel zu sein, daß hauptsächlich das Thal von St. Kanzian und jenes von Planina die Gewässer des Sees aufnehmen und hiesür spricht auch ihre planimettische und altimetrische Lage. Die übrigen Behauptungen, welche während der Verhandlungen sür die Trockenlegung des Sees, wir glauben im Jahre 1840 stattsanden, find uns aber nicht einleuchtend. ES wurde behauptet, daß ein Theil deS. Wassers vermittelst der Sauger Kamnic und Narde dem Paik- und . dem Reka-thal und >,in anderer Theil vermittest der Sauger Vodonos, Reschew, Retiz und Sitarica bei Freudenthal dem laibacher Thale zufließen. Daraus wurde die Folgerung gezogen, daß man sowol während deS Hoch- als auch drs Nieder-waffer« durch die.Trockenlegung des Sees Uebelstäude in den benannten r heilen zu erleiden hätte, und zwar U-ber-schwemmnngen. im ersten und Dürre im zweite» Falle. WaS den Abfluß iw laibacher Thale anbelangt, gilt bis zu einer-gewissen Grenze die Behauptung. In jedem Fall würde daS Waffei quantuMi welches direct vom zirknizer Bassin dem Uuße Btstra bei Freudenthal zufließen könnte, sehr unbedeutend, sein^ denn mim wird leichter glauben, daß die Ouellen, welche dem Laibachflufse und seinen Nebenflüssen Ursprung geben» grvßtentheils vom Planina-thale (circa 45 Kilometer eotsernt) und von See, welcher den. Loitscherbach bei Unterloitsch (34 Kilometer weit) bildet, herstammen als von Zirkniz (in gerader Richtung 83 Kilo. Meter entfernt.) . , - , ... Unsere Bermuthuug hat an und sür sich eine größere Wahrscheinlichkeit, denn sonst könnte man ebenso gut behaupten , daß auch die tinlpä und einige ihrer Zuflüsse theilweise von Zirkniz gespeist werden, was übrigens nicht -' -so leicht zu beweisen wäre. (Forts, folgt.) Witterung. Laibach, 6. November. Morgenroth, heiter, Sonnenschein, schwacher NW. Temperatur: morgens 7 Ukr —72°, nachmittags 2 Uhr -j- 16» 0. (1875 -I- 31»; 1874 -4- 3 9° 6.) Barometer im Fallen, 737 66 mm. DaS vorgestrige Tage-mittcl der Temperatur ->-36», daS gestrige 0'4°; beziehungsweise um 2-8°, und 5-7° unter dem Normale; der borgestrige Niederjchlag 1-25 mm. Regen. Ungtkommene Fremde am 6. November, Hotel Statzt Wie». Wurzbach R.v. Tannenherg. Privat; Kaiser, Juykermann. Reis., und Dr.,v. Mojus°vicS, ,k. k. Bergrath. Wien, — Baron, Ksm., Sanischa. — Schlick, k. k. Lonsul, TuniS. — Fink, Hoflieferant, Graz. — Pongratz, WerkSdirector, Trifail. — Wisnya, Agentur-«eschästsführer. — Pearson, Hamburg. — Lippich, Privat, Brü^ch,.. > ^ Hotel Hleiaut. Sanzin. Triest. — v. HraniloviL, Agram. — Huber, Secretärsagent, Marburg. — R-k, Äraz. — Zentine«, Kärnten. — Tomazet>k. Hdlsin., Punja. — Ävas WrangeS, Oberlieut., Dresden. — Musik, Lieut., ^Genkietsch. — Hoievar, Loitsch. Hotel Guropa. Arlbaber, Hptm., Wien. — Stesanosnlo, Agent; Elambio, Ksm., und Wächniann, Triest. — Pri-baSik, Miliiäreurat, Klagenfnrr. — >«tser »an Oesterreich. Zupanz, -«A>»rkseld^ ... , ^ Matzren. Travnik, Naisensuß. — Schmalz Johanna, Näherin, Triest. — Loltmanzig, Hausierer, und Eollitsch, Schuhmacher, Graz, vatertscher Hof. Beuigher, Hdlsm., Triest. — Batovec, Materia. Braun, Graz. MusiL, Director, Vezirkscommifsär, Verstorbene. Den 4. November. Johann Schibovc, Heizerskind, 4 Mon., St. Petersstraße Nr. 54, Fraisen. — Theresia Robel, Arbeiterin, 57 I., Livilspital, Gebirnschlagsluß. Den 5. November. Dionifius Bajecbetta, k. k. Hauptmann i. P., 76 I., St. Floriansgasse Nr. 29, Lungen-tnbercnlose. Lebeusmittel-Preise in Laibach am 4. November. Weizen 8 fl. 94 kr, Korn 6 fl. 50 kr., Gerste 4 fl. 71 kr., Hafer 3 fl. 41 kr., Buchweizen 6 fl. 16 kr., Hirse 5 fl. 4 kr., Kukurutz 6 fl. — kr. Pr. Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 13 kr. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 10 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 96 kr., Schweinfett 82 kr., Speck, frischer, 66 kr., Speck, geselchter, 75 kr., Lutter 80 kr. per Kilogramm; Eier 2*/, kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 48 kr., Kalbfleisch 58 kr., Schweinfleisch 52 kr. per Kilogramm; Heu 3 fl. 5 kr., Stroh 3 st. 5 kr. per 100 Kilogramm; Hanes Holz 8 fl., weiches Holz 5 fl. Pr. vier Q.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. pr. 100 Liter. Gedenktafel Iber die am 8. N oo em be r 1876 stattfindenden ^icitationen. 3. Feilb., Klemenöii'sche Real., Mattovec, VW. Mött-ling. — 3. Feilb, Sevriik'sche Real., Obersenica, BG. Laibach. — 2. Feilb., Klaniar'sche Real., Brunndors, BG. Laibach. — Reafs 2. Feilb., Mrum'sche Real., Selo, BG. Laibach. — Reass. 2. Feilb, Pozar'sche Real, Goriie, VG. Senosetsch. — 2. Feilb.. Uiaiiii'sche Real-, Podgrad, BG. Laibach. — 3. Feilb., Penko'sche Real., Nadajneselo, BG. Adelsberg. — 1. Feilb.. Ferkul'sche Real., Ustje, BG. Wip-pach. Rrass. 3. Fe>lb, >;dravje'sche Real., Kremenca, BG. Laibach. — Reass.-Feilb., Svigel'sche Real., Malavas, BG. Laibach. Reafl.-Feilb., Vidic'sche Real., Sneverje, S. Laibach. — Reafs -Feilb., Kikelj'sche Real., Jgglack, 8. Laibach — 1. Feilb., Jagodic'sche Real., Grdb. Krain-burg, BG. Krainbnrg — Reass. 3. Feilb., Srebotnak'sche Real, St. Michael, BK. Senosetsch. — I. Flb., Stibil'sche Real, Ustje, BG. Wippach. — 1. Flb., Ponjun'sche Real., Großpudlog, BG Gurkseld. — Reafs. 3 Flb., Berian'sche Real., Brezje, BG. Laibach. — Reass. 3. Feilb., Zaler'sche Real., Brunndorf, BG. Laibach. — Reafs. 3. Flb., Novak-sche Real., Kieinratschna, BG. Laibach. — Reaff. 3. Feilb., Derglin'sche Real., Laniäe, BW. Laibach. — 1^ Flb., Pirc-sche Real., Volovnik, BW. GurlfelV. — 3. Feilb., Suha-dolnil'sche Real., Subakevo, BG. Oberlaibach. — I. Feilb., Lorn'sche Real, Razor, BG. Oberlaibach. Theater. Heute: Die Fleb ery, s> u s. Komische Operette in 3 Acten uach Mai hac und H^>evy'S „Rrveillon", bearbeitet von L.Haffnir und Richard Geuöe. Mustk von Johann Strauß. Am Mittwoch den 8., nach Btdars auch am 9. d, werden wegen Abreise im Baron Wnrzbach'schen Hause in der Gradischa Nr. I (neu), I. Stock, Mnmer^kKlliiftiikinrichln»jis>Me, als: Divan, Speise- und andere Tische, Lredenz, Bettstätten, ein completeS Kinderbett, Speise-, Kaffee^ und Theeservice, Kinderspielzeug und andere Gegenstände im Versteigerungswege verkauft werden. >620) 2—2 1 ist billig zu vergeben. Buchhandlung. TlMerlogc Näheres in Kleinmayr L Bambergs (616) 3-2 Anzeige. Erlaube mir hiemit meinen geehrten p. t. Kunden und Publikum bekannt zu geben, daß ich von heute ab in mei-nem Geschäfte auch warme Getrünle, als: Lhocolade. Thee, Punsch unb Hache-Pasteten serviere; auch ist daselbst ein Lesezimmer mit mehreren illustrierten und Tagesjournalen zur Lersügung. 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Ware 106-.50 107.-89'— 8»i» 86 W «7 — »S S» »S— 90 75 87'»; 57 5» 154 -SS «5 15S'— IS 4» 5S-S» irs 15 4« SV 5 91 »8» 6V S» 1V4 7S 91— 87 50 »7-7» liL— 9S-75 160— IS so «8-95 iS» 986 60«» 10« »s " Telegraphischer Lursöertchl am 6. November. " Papier-«ente 63-------- Silber-Rente 67 70 - StaatS-Lnlehen 110 50. — «ankactien 836. - Lredit 147 -x, London 123 45. - Silber 105-40. - K. k. M",' dukalen 5 90. — 20-Franc4 Stücke 9 86 — 100 mark 6070. ich«- Druck von Jg. v. Kleinmavr L Fed. Bamberg. Berleger Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.