EINZELPREIS: ir««heati^ tf Rp! Samilag Soiuitai IS Rpf Miurgtr geituna Amtliches Organ des Vtflag und Schriftlelhing: MtAurg i. d. Drau, Badgasse Nf. 0, Femnit: 2SJr/ 25-6B, 25«60. Ab 18.30 Uhf lat die Siichrlftleltung nur auf Pernrut Nr. 28«6'( trreichbar. — Unverlangte Zuichriften werden nicht rückgesandt — Bei Anfragen iit das Rückporto beiiulegen. — Postscheckkonto Wien Ni. 54.608. Stelrlschen Heimatbundes trscheint wOchentlicli sechsmal als Morgenzeitung (mit Ausnahme der bonn- und Feiertage) Bezugspreis (im voraus zahlbar) monatlich KM 2.10 einschl Hostgebühr; bei Lieferung tm Streifband zuzügl. Porto; bei Abholen in der (Jeschfittsstelle KM 2.—. Altreicb durch Post monatlich RM 2.10 zuzügl. 36 Kpt Zustellgebühr Wr. 175 !?ttar6uro-!Prou, 24. aunl 1942 82.3aOraang LIbyscIl-ägyptlsche Grenze erreicht Varteidigiingtanlagsn von Sewastopol gonemmon — Sowlets votieron an •Inoin Tag 100 Flugxougo — Abgowlesener Landungsversueh am Asowtchen Meei Führcrhauptquartler, 23. Juni Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im nördlichen Festungsgebiet von Sewastopol sind die auf der äußersten Landzunge nördlich der Sewemaja-Bucht sich noch haltenden Reste des Feindes eingeschlossen. An der übrigen Festungslront wurden In schweren Einzclkämpfen unter schwierigsten Geländeverhältnissen zahlreiche Bunker niedergekämpft und weitere Verteidigungsanlagen genommen. Starke Kampffliegerkrärte untersützten die Angriffe und bombardierten feindliche Reserven und Munitionslager. An der Nordküste des Asowscheii Meeres wurde ein örtlicher Landungsversudi der Sowjets abgewiesen. Die im Wald-fiebiet nordostwärts Charkow noch befindlichen Reste der zerschlagenen sowjetischen Division wurden vernichtet. 660 Tote wurden gezählt, 946 Gefangene und 20 Geschütze eingebracht. Im mittleren Abschnitt der Ostfront geringe Kampftätigkeit. An der Wolchow-Front hatte der Feind in erbitterten wechselvollen Waldkämpfen schwere Verluste. - Die Sowjetluftwaffe verlor am gestrigen Tage 100 Flugzeuge. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt. In Nordafrika haben die vordersten Teile deutscher und italienischer Divisionen die tibysch-ägyptische Grenze er* reicht. Bei der Einnahme des Hafens von Tobruk versenkten Verbände des Heeres ein Kanonenboot und sechs kleinere Transportdampfer mit zusammen 5200 brt, die mit britischen Truppen zu fliehen versuchten. Die an Bord befindlichen Soldaten wurden gefangengenommen. Auf Malta bekämpften deutsche und italienische Kampfflugzeug die Anlagen des Flugplatzes Luca mit Bomben schweren Kalibers. Die Stadt Emden wurde in der letzten Nacht erneut von britischen Bombern angegriffen. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. Zahlreiche Gebäude in Wohnvierteln wurden getroffen. Vier der angreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen. In den schweren Wintcrschlachten an der Ostfront haben Luftwaffenbataillone im Erdkampf Flugplätze und auch besonders bedrohte Frontabschnitte tapfer verteidigt. Mit Verbänden des Heeres sind diese Einheiten jetzt an anderen Opera- tionen hervorragend beteiligt. In diesen Kämpfen In unwegsamem Gelände zeichnete sich die Division Meindl besofWers aus. Leutnant Leykauf, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader, hat an der Ostfront in einer Nacht sechs feindliche Transportflugzeuge abgeschossen. j Unter der Erde elnoeschlossen ; Berlin, 23. Juni Wie das Oberkommando der Wehr macht zu den Kämpfen um Sewastopol am Montag mitteilt, machte der deutsche Angriff auf die Festung weitere Fort-! schritte. Das ganze Nordufer der Sewer-naja-Bucht ist nunmehr in der Hand der • deutschen Truppen bis auf eine in unterirdischen Gängen eingeschlossene feindlichen Gruppe, die noch verzweifelt Widerstand zu leisten versucht. I An den übrigen Fronten vor Sewastopol griffen deutsche und rumänische Truppen, unterstützt durch zusainmen-gefaßtcs Artilleriefeuer und mit Unterstützung der Luftwaffe, weiter erfolgreich an. Nicht nur die große hochsommerliche Hitze, sondern auch die tief eingeschnittenen Schluchten, die das jetzt angegriffene Festungsgelände durch- schneiden, verlangten höchste Leistungen, Dennoch kämpften sich in schweren Einzelgefechten Infanteristen und Pioniere durch das gewaltige, von Steilhängen durchzogene Gelände. Der Feind setzte sich in zahlreichen Bunkern und starken Feldstellungen erbittert zur Wehr. Nach harten Bunkerkämpfen stieß der deutsche Angriff weiter vor und drang bis zu den steilen Abhängen eines stark befestigten Höhenzuges, Diese Berghänge, die wegen ihrer Höhe^ und Steilheit oft den Oiarakter von Felswänden annehmen, bedeuten zusammen mit Feldstellungen, Bunkern und Minensperren schwer zu nehmende Hindernisse für den Angreifer. Immer wieder aber gelang es dem zähen Angriffswillen der deutschen ünd rumän'schen Truppen, aller Geländeschwierigkeiten Herr zu werden. Erwin Kraus - RnrpsfUhrer des NSKR Berlin, 23. Juni Die Reichspressestelle der NSDAP gibt laut NSK bekannt: Der Führer hat den bisherigen NSKK-Obergruppenführer Erwin Kraus als Nachfolger des verstorbenen Korpsführers Hühnlein zum Korpsführer des NSKK ernannt. Der Gebelmverirag wird enthfillt USA-Piilflk-Rasie budimseH Tbkio, 23. Juni Nachdem ein japanisches U-Boot die militärischen Anlagin der der kanadischen Westküste vorgelagerten Insel Vancouver beschossen und eine Anzahl von Bränden hervorgerufen hatte, berichtet jetzt Do-mei, daß das gleiclro U-Boot militärische Ziele in der Gegend von Port Brown und West-Port an der Mündung des Columbia-River (Oregon) unter Feuer genommen hat. Die neue Beschießung erfolgte in der Nacht zum 22. Juni in zwei Angriffen. Wichtige militärische Anlagen wurden zerstört. Die Beschießung Vancouyers durch ein japanisches U-Boot stellt eine klare Antwort an Stimson dar, schreibt »Tokio Asahi Schmibun«. Noch vor wenigen Tagen habe nämlich der amerikanische Staatssekretär großspurig erklärt, ein japanischer Angriff auf die Westküste Amerikas sei unmöglich. Ein kleines japanisches U-Boot habe die Insel beschossen, nachdem es mehr als 6000 Seemeilen im Pazifik zurückgelegt hatte. Churchill möcht* Europa clor GPU autlUfarn — Stratoglscho Gr*ni*n. InterossensphSren und StUlipunkt« in ganx Europa Stockholm, 23. Juni Die schwedische Zeitung >>Göteborgs Morgenpost« veröffentlicht Dienstag früh in sensationeller Aufmachung die ungeheuerlichen Einzelheiten ces Geheiniver-tragcs, den Churchill und Molotow in London geschlossen habtn. In dem Vertrag, der das teuflische Programm bolschewistischer Machtgier unrl en^TÜscher Gemeinheit und Dummheit ist, wird ganz Huropa den Bolschewisttn ausgeliefert. Er enthält folgende Abmachungen; 1. Die Ansprüche der Sowjetunion auf Sicherheit und strategische Grenzen sc-ßcnüber Finnland', dem Baltikum, Polcii und Rumänien werden grundsätzlich anerkannt. Bezüglich des Irans ist ein besonderes Abkommen getroffen worden, 2. Die meisten Gebiete, die an den Sow-jeluniongrenzen oder in der Nähe der Sowjetunion liegen, darunter Finnland, gewisse Teile von Norcskandinavien, die Tschechoslow^ikei, Rumänien, Bulgarien und Jugoslawien, werden als sowjetische Interessensphären anerkannt. 3. Als Schutz gegen zukünftige Angriffe der Achsenmächte wird der Sowjetunion das Recht zuerkannt, Stützpunkte zu erwerben und Garnisonen durch »Pachtverträge« zu errichten. Der Sowjetunion wird weiterhin freie Durchfahrt von der Ostsee zur Nordsee und vom Schwarzen Meer zum Mittelmee/ garantiert. 4. In einem Zusatz zu Artikel 3 b in dem veröffentlichten Pakt, c'er die Alliierten nach Beendigung des Krieges berechtigt, besondere Sicherheitsmaßnahmen gegen einen neuen Angriff zu ergreifen, wird der Sowjetunion das Recht zuerkannt, im Einverständnis mit Großbritannien eine militärische und politische Kontrolle über Finnland, Deutschland, Ungarn, Rumänien und Bulgarien auszuüben. 5. Beide vertragsschlleßenc'en Teile verpflichten sich, für die endgültige Be- seitigung des nationalsozialistischen und des faschistischen Regimes una* ähnHcher Regierungssysteme in ganz Europa Sorge zu tragen. Außer dem oben genannten Zusatzprotokoll wurde in London ferner ein Gehelmabkommen über die m^'t^rischen Maßnahmen getroffen, die zur Errichtung einer »zweiten Front« notwendig sind. Einzelheiten Gieses Protokolls, das infolge seines rein militärischen Charakters absolut geheim ist, sind außerhalb des engsten Kreises nicht bekannt. »Göteborgs Morgenpost« schreibt dazu: Während man sowohl in London als in iVloskau olfiziell ableugnet, daß der kürzlich zwischen Großbritannien und der Sowjetunion geschlossene Pakt irgendwelche Geheimklausen oder Bestimmungen über den veröffentlichten Vertragstext hinaus enthält, ist man in diplomatischen Kreisen auf verschlecienen Seiten ziemlich sicher, daß derartige Bestimmungen existieren. Von einem gut unterrichteten Diplomaten, der ein den Alliierten nahestehendes Land vertritt, sind die Einzelheiten über das nichtveröffent-lichte Zusatzprotokoll des Sowjetpaktes bekannt geworoen. Wieder einmal wurde damit die hinterhältige Verzweiflungspolitik enthüllt, mit der Churchill ganz Europa als Blutpreis für das sowjetische Kanonenfutter preisgeben will. Und ebenso deutlich sind auch die Ziele der Bolschewiken aufgedeckt, die ganz Europa in den Abgrund ihrer menschenvernichtenden W ahnsinnsidee reißen möchten. Die Völker dieses Erdteils aber haben die Gefahr erkannt. Unerschütterlich stehen sie im gemeinsamen Kampf zur Vernichtung dieser Pest. Churchill hat ihnen nur erneut bewiesen, daß die Plutokratien ebenso sehr die erklärten Feinde der europäischen Kultur sind und' daß der gemeinsame Kampf des werdenden Europa beide, Plutokratien und Bolschewisten, zugleich vernichten muß. Der Tonnagekrieg Von Reichsminister Dr. Goebbels An keiner Stelle fühlt sich die Feindseite augenblicklich so verwundbar wie an der der Seetransporte. Man spricht schon lange nicht mehr von den prahlerischen Erklärungen Churchills und Roo-sevelts, daß die Gefahr der deutschen U-Boote endgültig beseitigt sei. Im Gegenteil haben diese voreiligen Voraussagen einem betroffenen Schweigen Platz gemacht, das nur hin und wieder von einer besorgten Stimme unterbrochen wird dahingehend, der Versenkungskrieg sei in sein akutestes und gefährlichstes Stadium eingetreten und stelle überhaupt dl« kardinale Frage der englisch-amerikanischen Kriegführung dar. Zum ershen Male seit dem September 1939 konstatiert ein maßgebendes Londoner Blatt, daß England, wenn das so weitergehe, den Krieg verlieren könne und werde, während eine genze Reihe von USA-Zeitungen »sich auf die Formel geeinigt zu haben scheinen, daß die Deut^ sehen mehr Schiffe versenkten, als Amerika und England zusammen bauen könnten, während diese bei weitem nicht so viele deutsche U-Boote vernichteten, als die Deutschen neu erstellten. Das Ist eine noch sehr gemäßigte Umschreibung der Gefahr, in der sich die angelsächsischen Mächte augenblicklich befinden, und man kann es deshalb verstehen, daß von der feindlichen Öffentlichkeit immer stürmischer die Forderung erhoben wird, endlich reinen Wein über den gegenwärtigen Stand des Tonnagekrieges eingeschenkt zu erhalten und nicht mehr mit allgemeinen Redensarten abgespeist oder mit tollen Zahlenphantasien düpiert zu werden. Wir haben eine solche Entwicklung vorausgesehen. Als Mr. Churchill vor 15 Monaten amtlich erklären ließ, man werde jetzt Zahl und Tonnage der versenkten Transportschiffe aus Gründen der militä-rij-chen Geheimhaltung nicht mehr regelmäßig veröffentlichen, wußten wir, was die Cilocke geschlagen hatte. Denn die Argumentation der britischen Admiralität Abschied des Reiclissclialznieisiers vnn der Unleisli iermark Marburg, 23. Juni Reichsschatzmeister, Reichsleiter Xaver Schwarz, beendete gestern Nachmittag seine Besichtigung:sreise in die Untersteiermark und kehrte in die Ciau-hauptstadt zurück. (Näherer Bericht auf Seite 5.) war ja zu durchsichtig. Was kann man schon unseren U-Booten gegenüber geheimhalten, die in den meisten Fällen genau wissen, was sie versenkt haben! Geheimhalten kann England vor uns nur Zahl und Tonnage der zusätzlich durch den Minenkrieg und durch höhere Gewalt verlorengehenden Schiffe. Sie werden wahrscheinlich die uns bekannten Versenkungsziffern, die, soweit darüber überhaupt berichtet werden darf, in der britisch-amerikanischen Öffentlichkeit schon ein so erhebliches Aufsehen erregen, noch um ein Erkleckliches steigern. Damit ist der Seekrieg für England und die USA in ein lebenbedrohendes Stadium eingetreten. Englische Blätter stellten kürzlich mit Recht fest, daß die sogenannte Seeherrschaft keine Theorie, sondern eine täglich neu zu erhärtende Praxis sei und auch die mächtigste Kriegsflotte nichts nütze, wenn sie ihre eigentliche Aufgabe nicht mehr erfüllen könne, nämlich die lebenswichtigen See- und Transportwege für England offenzuhalten. Denn Großbritannien ist im Gegensatz zu uns auf die Freiheit und Sicherheit der Meere angewiesen. Wir erwarten, wenn die Lage im Laufe der nächsten Wochen und Monate für die Seite 2 »Marburger Zertungj« 24. junJ 1942 Nummer 175 Feinclseite noch brenzlicher wird, einige weitere Churchill-Rooseveltsche Prop-i-ßandatricks, die den angeisächsichen Völkern Sand in die Augen streuen und ihre Aufmerksamkeit von der hier drohenden Gefahr ablenken sollen. Sie werden gewiß versuchen, durch Bluffs oder phantasievolle Statistiken unsere Ziffern ins Lächerliche zu ziehen. Diese Masche kennen wir uns sind darauf vorbereitet. Die Völker in den Feindstaaten werden Rechenschaft fordern. Ihre Regierungen sind solche abzulegen nicht in der Lage, ohne eine tödliche Gefahr zuzugeben. Was bleibt ihnen also anderes übrig, als die Dinge zu bagatellisieren, die einwandfreien Unterlagen unserer Berechnungen in Zweifel zu ziehen und durch irgendeinen demagogischen Kniff die Debatte auf ein anderes Thema abzulenken? Sie sind in den Augen der Weltöffentlichkeit zu eng mit der Schuld an diesem Krieg verflochten, als daß sie seinen Mißerfolg auf irgendeinem Gebiet eingestehen könnten. Sie müssen also bis zur letzten Minute das Gesicht wahren, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, von ihren eigenen betrogenen Völkern mit Schimpf und Schande davongejagt zu werden. Schon am 25. Februar dieses Jahres schrieb die »Daily Mail«, jeder Engländer täusche sich grob, der glaube, die amerikanische Schiffsindustrie könne die britischen Schiffsverluste einmal wettmachen. Das geschah in einem Stadium des U-Boot-Kriegcs, das durchaus noch keinen für die Fcindmächte lebenbedrohenden Charakter aufwies. Unterdes haben sich die Verhältnisse für England und die USA grundlegend zum Schlechteren gewendet. Die Versenkungsziffern haben eine Höhe erreicht, die eine akute Gefahr für die feindliche Schiffahrt zeigt, wogegen die Verluste der deutschen U-Boot-Waffe auch nicht im entferntesten den prahlerischen Erklärungen der britischen und USA-Admiralität entsprechen. Wir sind uns der unter den verschiedensten Bedingungen schwankenden Chancen des U-Boot-Krieges selbstverständlich durchaus bewußt. Wenn man sich demgegenüber vergegenwärtigt, eine wie verhältnismäßig kleine Anzahl von kampferprobten jungen Männern die Last dieses Krieges zu tragen hat, wenn man sich andererseits die kriegsentscheidenden Werte, die für die Feindseite dabei auf dem Spiele stehen, vor Augen hält, dann erst kann man sich eine Vorstellung davon machen, worum es hier geht. Selten haben im Verlaufe eines Völkerringens so wenige Menschen eine so ausschlaggebende Rolle für die Entscheidung gespielt wie hier. Jedes U-Boot, das von unseren Auslaufhäfen auf Feindfahrt geht, \»i ein geniales Meisterwerk deutscher Schiffsbaukunst, und seine Besatzung stellt eine wahre Auslese der heldenhaft um die Freiheit unseres Volkes kämpfenden deutschen Jugend dar. Die öffentliche Meinung in England und in den USA schwankt augenblicklich zwischen hemmungslosem Optimismus und tiefstem Pessimismus hin und her. Dann und wann werfen die regierungstreuen Blätter die Frage auf, woher der weitgehende Illusionismus stamme, von dem die angelsächsischen Völker erfüllt seien. Sie wagen es natürlich nicht, offen einzugestehen, daß ihre eigenen Lügen- und Schwindelberichte den Völkern ein ganz falsches und irreführendes Bild der Lage geben. Dann wieder protestieren sie gegen den illusionären Leichtsinn, mit dem rter Mann von der Straße den Kriegs-creignissen gegenüberstehe, ohne ihm allerdings zu sagen, warum und wie.so ein solcher gänzlich unangebracht sei. Sie bewegen sich in einem circulus vitio-sus, und ein Ende dieses Hexensabbaths ist vorläufig noch nicht abzusehen. Demgegenüber bleibt uns gar nichts anderes übrig, als unter gänzlicher Ausschöpfung unseres Potentials unsere Kriegführung zu verschärfen und zu intensivieren, uns dabei in keiner Weise vom geraden Wege abdrängen zu lassen und die feindlichen Großsprechereien als das zu nehmen, was sie tatsächlich sind. Jede Kriegführung hat ihre natürlichen Grenzen. Sic werden nicht von Wünschen, sondern nur von Tatsachen gezogen. Der Krieg selbst ist seit jeher vielen Wechselfällen und Zufälligkeiten ausgesetzt, auf die man sich soweit wie überhaupt möglich vorbereiten muß. Am besten fährt immer der, der die Lage mit nüchterndem Realismus betrachtet und sich weder durch Widrigkeiten noch durch glückliche Umstände von seinen klaren Erkenntnissen läßt. Wir wissen genau, wo wir stehen und wohin wir wollen. Die Feindseite weiß weder das eine noch das andere. Sie wird deshalb in den nächsten Wochen und Monaten noch die unliebsamsten Überraschungen erleben. . Phrasen der Verlegenheit Churchill und Roos*v«lt weiten sich mit «Inm nlchtsiagcndm „Erklüruiig" aus d«r Pattch* halfan Berlin, 23, Juni Kein Mensch glaubt heute noch daran, daß Churchill nach Washington gereist sei zu »Besprechungen über den Sieg«, wie man zuerst ausposaunt hatte. Nach Tob/uks Fall hat es auch die englische und amerikanische Presse offen ausgesprochen, daß die Niederlagen an allen Fronten und die beklemmende Schiffsraumnot den Verhandlungen der beiden Kriegsverbrecher ihren Stempel aufdrücken. Um sich aus der Verlegenheit zu ziehen, veröffentlichen Churchill und Roosevelt heute ein Kommunique, das aus nichts als hohlen Phrasen besteht und die Ratlosigkeit der Pluto-Demokraten wicderspiegelt. Es hat folgenden Wortlaut: »Der Präsident und der Premierminister setzen mit Unterstützung von hohen Militär-, Marine- und Luftbehörden in Washington eine Reihe von Verhandlungen und Besprechungen fort, die am Freitag begannen. Das ihnen dabei vorschwebende Ziel ist die Höchstkbnzentrierung der verbündeten Kriegsmacht gegen den Feind zum frühesten Termin und die An-gleichung und — soweit notwendig — weitere Abstimmung aller Maßnahmen, die seit einiger Zeit getroffen wurden, um die Kriegsanstrengungen der vereinigten Nationen weiter zu entwickeln und aufrechtzuerhalten. Es ist natürlich unmöglich, irgendeinen Bericht über den Verlauf der Verhandlungen zu geben und jede diesbezüglichen nichtamtlichen Erklärungen können nur auf Annahmen begründet sein. Zwischen allen Beteiligten herrscht völliges Einverständnis und größte Harmonie bei der Behandlung 'der umfangreichen ^ und schweren Aufgaben, die vor uns liegen. Eine Anzahl besonders hervortretender Einzelheiten, die nur schwer auf brieflichem Wege beizulegen sind, sind von den entsprechenden technischen Beamten nach Konsultation mit dem Präsidenten und dem Premierminister geregelt worden.« Weniger hat wohl noch nie in einer amtlichen Erklärung gestanden. Die Versicherung, daß es unmöglich sei, einen Bericht über die Besprechungen zu geben, war wirklich überflüssig. Churchill und Roosevelt brauchen gar nicht ihre Sorgen selbst bekanntzugeben, die Welt kennt sie auch so. Die Frage von der »Höchstkon-zentrierung der verbündeten Kriegsmacht Der Weg des Mutes Der franiötische Regierungschef Laval über den Einsatz französischer Arbeiter In Deutschland Vichy, 23. Juni Der französische Regierungschef Laval hielt am Montagabend über alle französischen Sender eine Rundfunkansprachc, in der er einleitend hervorhob, daß sich die Regierung bemühe, die Ernährungslage zu bessern. Er erklärte sodann, Frankreich habe unrecht daran getan, im Jahre 1918 keinen vernünftigen Frieden mit Deutschland abzuschließen. Ein ebenso großes Unrecht sei es aber gewesen, im Jahre 1939 Krieg gegen Deutschland zu führen, und Frankreich müsse jetzt die Folgen dieses Krieges tragen. Für die Zukunft habe er aber den festen Willen, vertrauensvolle Beziehungen zu Deutschland und Italien aufzubauen. Deutschland kämpfe jetzt im Osten für ganz Europa, und Frankreichs Aufgabe müsse es sein, nicht nur den Sieg Deutschlands zu wünschen, sondern in den Fabriken und auf den Feldern Deutschland .bei diesem Kampf zu unterstützen. Der französische Regierungschef richtete sodann einen Appel an die französi l,and auch dazu beitragen würden, die Befreiung der französischen Kriegsgefangenen in Deutschland rascher herbeizuführen. Sie würden in Deutschland eine große Anzahl französischer Arbeiter finden, die dort bereits seit langem arbeiteten, Laval fordert die französischen Arbeiter auf, seinem Appell Folge zu leisten und sagte, sie müßten einsehen, daß es sich um mehr als das tägliche Leben Frankreichs handele. Frankreich könne nicht passiv und gleichgültig den ungeheuren Opfern zuschaucn, die Deutschland bringe, um ein neues Europa zu schaffen. Dieser Krieg sei nicht ein Krieg wie die anderen. Was heute vor sich gehe, sei eine Revolution, aus der eine neue Welt entstehen solle. Die Arbeiter hätten von dem neuen Regime, das in'Frankreich entstehen wird, nichts zu fürchten, aber alles zu erhoffen. Überall in Europa werde der Sozialismus entstehen. Zum Schluß rief Ministerpräsident Laval den Arbeitern zu, daß man sich aus den Abgründen des Unglücks nur erheben sehen Arbeiter, in Deutschland zu arbei-■ könne, indem man den Weg des Mutes ten, da sie durch ihre Arbeit in Deutsch-i beschreitet. Das Sorgenhiid der Kriegstretber Chuiehlll und Roesavelt beraten Uber die Schtffuaumfrage Beielchnende Ericläiungen von Roosevelt* SekretMr Stoakholm, 23. Juni Erklärungen von Präsident Roosevelts Sekretär Stephen Early am Dienstag, d e In einer Reuter-Meldung aus VVashing-ton wiederp-gcben werden, weisen erneut mit Nachdruck darauf hin. daü die Sch'|{sraumfras:e bei dem Bittsan^ des brit'schen Ministerpräsidenten die luurpt-sächliche Besiprechungsgrundlage bildet. »Eine der wichtigsten Besprechunijen«, so äußerte sich t:arly nach Reuter wörtlich, »findet heute morgen statt.« Roosevelt und Churchill werden hier mit d^m Admiralen King und Robinson, Sir Arthur Salter, Adniiral Little, Adiniral Dor-lings, den Admiralen Land, Vic*kery und Douglas .sowie Beamten der Marinekom-mission beraten, und zwar, \yic ausdrücklich herausgestellt wird, nicht nur am Dienstag den ganzen Tag über, sondern auch noch bis in die ersten Morgenstunden des nächsten Tages hinein. Die Bemerkungen-Earlys. man würde »über den Schiffhau und über die Verwendung der Schifie sprechen«, ist hei diesem Aufgebot von bekanntesten Namen dor SchiffahrtssachverständiKcn und -verantwortlichen an sich überflüssig. Der Bcs^prechun^SKrund wird nochmals hervorgekehrt durch die von Reuter mitgeteilte F'unktion der weiiiKcr bekannten Persönlichkeiten, die zu den Besprechungen hinzug-zoKcn wurden. Reuter macht es aber noch deutl'clier. indem er wörtlich darauf hinweist, d'e rrklä-rung Earlys unterstreiche, dali da-bei Schiffe den Gegenstand der Verhandlungen bilden würden«. Konteradmiral Vickery, der Vizepräsident der Marinckonimission, ist stellvertretender Bevollmächtigter für den Scliiftsncuban und beaufsichtigt das .ganze Scliiffbauprogramm. Lewis Douglas ist stellvertp^tender Bevollmächtigter für die Schiffahrt im Kriege und Konteradmiral Robinson Chef des Schifffahrtsbüros im Marinedepartement. Nach weiteren Er*klärungen von Roosevelts Sekretär sind die augenbliokli-chen Besprechungen über di'S Schiffs-raumfrage so dringen und schwierig, daß sich Präsident Roosevelt am Dienstag nicht den Pressevertretern in seiner üblichen Besprechung stellte. Early gab hierfür zwei Gründe an: Einmal sollen die Besprechungen planmäßig und ohne Unterbrechung fortgesetzt werden, zum anderen seien weder der Präsident noch der Ministerpräsident der Ansicht, daß die Beratungen einen Punkt erreicht ha-bpn, bei dem si»3 bereit wären, über die Aussprachen mit der Presse /m sprechen. Diese Begründung' des Ausfaills der üblichen Pressebesprechungen ist nach zwei Richtungen hin interessant: Erstens, die Schiffsraunvfrage verdient keinerlei Aufschub. Zweitens wird der hohle Bluff der sogenannten Zwischenerklärungen über die Besprechungen aufgedeckt, denn Early unterstreicht durch seine Erklärung. daß noch kein Punkt errelciit ist. zu es sich lohnt, mit der Presse zu sprechen. zum frühesten Termin« hat sie aber schon so oft gehört und sie hat schon so oft erfahren, wie es in Wirklichkeit dort aussieht, daß niemand mehr sich mit solcher Schaumschlägerei imponieren läßt. Wan man übrigens in den Vereinigten Staaten über die Zusammenkunft denkt, verrät »Newyork World Telegram«, die schreibt: »Was die Vereinigten Staaten tun können, um den entstandenen militärischen und politischen Schaden reparieren zu helfen, hat Roosevelt zu entscheiden, und Churchill ist hier, um es zu er-fahrenMarburger Zeitung« 24. Juni 1^2 Seite 3 Die Waffen-stürmt ,D«r B»rg mutt unter sein" — Angriff durch raittand«« Waiscr und SchlamiH ttb«r cton Falnd und dl« Etommto Hagar Das Oberkommando der Wehrmacht eab unlängst bekannt: »An der Ostfront wurden mehrere Angriffsunternehmungen zur V'erhesseruiiÄ der eigenen Stellun-Ken durchgeführt.« Mit seiner gesunden Rechten tippt "der \er\iundete Kamerad auf die knappen, sacii-lichen Zeilen. Seine linken Arm trägt er in einer Schlinge. Dann lehnt er sich zurück — und erzählt: Das Wasser ■ rinnt und fließt und ergießt sich von den hochgelegenen Stellungen der Sowjets in die Kbene, wo unsere #f-Männer in den harten Abwehrschlachten des Winters den Bolschewiken ein unerschütterliches Halt geboten hatten. Die flachen Schneemulden der ff-Männer füllen sich mit eis- PK-Kricesbcrichter Schmidt-Sclicedcr (Sch.) Das Feuerkommando Der Batterie-Offizier, der durch den Fernsprecher mit der Beobachtungsstelle in Verbindung steht, gibt der Batterie das Feuer-kommando. Dann donnert ein Eisenhagel auf die feindlichen Stellungen nieder kaltem Schmelzwasser. Es gluckst und gluk-kert unter den Füßen der Männer. Sie waten in Schlamm und Dreck. Immer höher steigt das Wasser. Wenn sie nicht ersaufen wollen, — dann müssen sie die Höhen der Sowjets haben. Müssen! Was kann denn ein Eini'ir oder ein Kochgeschirr gegen die hereinbrechenden Fluten sclion ausrichten? Was die Männer an Wasser und Schlamm nach hinten herausschöpfen, das bricht kilbelwelse von vorn wieder herein. Es ist ein nutzloses Beginnen — sie haben ihn längst aufgegeben, diesen ungleichen Kampf gegen die Wasserinassen. Mit Fichtenknütteln, zu Rosten verflochten, halten sie sich das Schlimmste vom Leibe. Sowjets müssen vom Berg herunter Das muß sem — das ist ihr einziger Gedanke. Der bohrt den Männern in den Köpfen herum, wenn sie sich bei den Feuerüberfällen der Bolschewiken in den Schlamm werfen müssen. Alles scheint zu Wasser werden zu wollen. Die viele Meter dicken Schneewällc der Stellungen fallen in ein Nichts zusammen. Schlamm und Dreck reiben die lehmigen Fluten mit sich den Berg herunter und erfüllen die Tiefen mit ihren brodelnden Massen. Der Berg muß unser sein! Sollen die Sowjets auf der anderen Seite ersaufen! * Mühsam quälen sich die Nachschubkolonnen gegen den heranbrechejiden Strom der Wassermassen. Bis zu den Bäuchen versinken die kleinen Pferde, bis über die Achsen die Wagen der bespannten Kolonnen im lehiTibraunen Wasser. Dazwischen donnern die schweren Laster mit dampfenden Moto- ren durch die Fluten und überschütten mit ihren Dreckfontänen die am StraBenrande marschierenden Kolonnen. Die Männer las-sen schon längst das Fluchen. Es geht nicht atKlers. Munition und Proviant muß nach vorn! Auf Biegen oder Brechen! Sie wischen sich den Dreck aus ihren Gesichtern und schütteln sich den Schlamm von ihren nassen Klamotten. Naß sind sie so und so. Stöcke schwingen, Peitschen knallen und die Fahrer fluchen wie die ältesten Fuhrleute. Verdreckte Fäuste verdreckter Infanteristeii packen zu und helfen den abgekämpften Fahrern die Fuhrwerke ans dem Dreck ziehen. Denn--schon morgen kann das ihr Futter, ihre Munition sein. Einer hilft dem anderen — Kameraden. Vorwärts! Es muß geschafft werden, denn: Der Berg muß unser sein! In den Artilleriestellungen reißen die Kanoniere die Laufstege aus dem Schlamm und bauen Unterlagen für die Munitionsstapel. Ein bißchen mehr oder weniger Dreck am Knobelbecher spielt schon keine Rolle mehr, — aber die Munition — die muß trocken, die muß sauber bleiben. Die Kanoniere müssen Schuß für Schuß von der' aufgeweichten Straße heranschleppen. Vierhundert Meter schwitzen und keuchen sie über den verschlammten Acker. Sie rutschen und gleiten, aber sie fallen nicht. Sie hüten ihre Granaten wie ihre Augäpfel, auf daß kein Dreckspritzer sie verderbe, denn es muß flutschen, wenn die Kameraden von der Infanterie zum Sturm antreten, denn: Der Berg muß unser sein! Im tiefen Dämnier des frühen Morgens stampfen die Schützen nach vorn. Mit verhaltenem Fluchen arbeiten sich die Männer immer näher an den Berg heran. Jedes Geräusch wird vermieden. Je näher sie unbemerkt an den Berg herankommen, um so besser. Das spart Verluste. Und sind die Männer erst atn Fuß des Berges, dann liegen sie im toten Winkel der Waffen der Bolsche-wisten, dann können sie uns — siehe: Götz von Berlichingen. Das Gelände beginnt etwas abzufallen, da bieitet sich vor den ^^-Männern eine weite Fläche blinkenden Wassers aus, das der Morgenwind kräuselnd bewegt. Suchend gleiten die Blicke der Männer den Rand der weiten Wasserfläche ab. So weit sie sehen können, eine bleigraue Wasserfläche. Auch noch so langes Suchen hat noch keine Brük-keri gebaut, also durch! Schon weit über die Knöchel spült das glucksende Wasser, schlürfend läuft das kalte Wasser in die Knobelbecher. Weiter ~ das Wasser rauscht um die Knie — weiter — immer tiefer und tiefer —• sie können sich kaum auf den Beinen halten, so glitschig ist der lehmige Grund, Einer gleitet aus und schlägt ins Wasser. Die Kameraden helfen ihm auf und halten den Atem an. Ein paar Schüsse bellen auf und zirpend fahren die Geschosse den Männern über die Köpfe. Dann ist's wieder still. Als das Wasser fast bis zum Koppel reicht, harkt ein MG ein paar Feuerstöße herüber, daß das Wasser zischcnd aufspritzt. Eine weiße I.euchtkupel steigt flackernd in den grauen Himmel. Da bricht mit einem brausenden Brüllen hinter den Männern ein gewaltiger Donner los und fauchend und heulend jagt wie mit einem Hammerschiap; der erste Stahlhagel der deutschen Batterien auf die Kuppe des Berges hernieder. Marsch — Marsch! Die angreifenden f^-Männer laufen, daß das Wasser hoch aufspritzt. Der erste Faustschlag der schweren Waffen scheint den Sowjets den Atem verschlagen zu haben. Fast unbehelligt kommen die Männer in immer flacher werdendes Wasser. Wie eine graue Wand hebt sich aus dem Nebel der hohe Rük-ken des Hügels, der Berg. Jetzt hämmern die Sowjets ihre ersten Garben aus ihren Maschinengewehren. Zischend fahren die üe- schösse den angreifenden ff-Männern über die Köpfe. Sie schießen zu hoch! Oben auf der Kuppe ist die Hölle los. Heulend fahren die deutschen Granaten heran und schlagen mit gewaltigem Donnerwirbel dem Berg auf den Schädel. Die ff-Männer laufen durch einen Hagel von niederstürzenden Erdmassen gegen den Berg an. Das Wasser liegt jetzt hinter ihnen. Glatt und glitschig ist der Boden. Es geht bergan. Vom Fuße des Berges schlägt wütendes Feuer vorgeschobener Posten den Männern entgegen. Bis zur ersten Linie müssen sie an den Berg heran, um vor den Brocken der eigenen (jranaten sicher zu sein. Schwer ist der Weg durch den widerstandslosen Boden, alles gibt nach und weicht den greifenden Nägeln der Knobelbecher. In kurzen Sprüngen geht es voran. Mit kurzen Feuerstoßen aus LMG.s, über die Schulter eines Kameraden gefeuert, decken sie sich ihre Sprünge. Die Sowjets wollen türmen — da ratschen ihnen ein paar Feuerstöße aus Maschinenpistolen nach tmd werfen sie zu Boden. Das Stürmen scheint wie im Zeitlupentempo zu verlaufen, so schwer ist das Vorankommen in dem grundlosen Dreck. Ein kurzer, verbissener Kampf, dann sind die ff-Männer am Berge. Mit der Uhr vor ihren Augen warten die Zugführer auf ihre Sekunde. Langsam kreist der Minutenzeiger seine große Runde, knum zu sehen ist sein langsames Weiterkreisen. »Fertigmachen!« brüllen die Zugführer in den rollenden Donnerwirbel der einschlagenden deutschen und feindlichen Granaten hinein. Fester packen die harten Fäuste der ff-Män-ner ihre Waffen. Eine Hand fährt noch einmal prüfend unter den Kif^nriemen eines Stahlhelmes. Von Sekunde zu Sekunde springt der kleine blaue Zeiger der Uhr unaufhaltsam. ^Aut — marsch, marsch!« Noch im letzten Wirbel des Einschlages deutscher Granaten stürmen — klettern — kriechen — rutschen und stolpern die f^-Männer den Hang des Berges hinauf. Immer wieder gleiten sie am glitschigen Lehmhang zurück. Mit erbärmlichen Flüchen kämpfen sie sich nach oben. Sie krallen sich mit ihren Fäusten in den weichen Lehm, sie zerren sich an Kraut- und Grasbüscheln empor. Verbissen pressen sich Erster Diener seines Volkes In diesen Tagen kam in Marburg der Monumentalfilm „Der groRp Konig" zur Erstaufführung, der uberrill tiefsten Eindruck hintrrließ. Eine Gestalt wird in dem Werden des Reiches immer einen Platz einnehmen, die überstrahlt ist von dem Glanz ihres Ruhmes; Friedrich der Große. Unlösbar ist er von meinem Staat, der ohnp ihn nicht zu denken ist. Die politische Leidenschaft dieses Einziqen riß ganz Europa in der Mitte des Iß. Jahrhunderts aus dem ruhigen Gleichmaß des PK-Kriecsbcrichler Höhle (All.) (Sch.) Dar Sturmangriff gegen die feindlichen Stellungen bricht vor PK-Aufnahinc: Krieusbcrichtcr Wetteran (Wb.) Infanterie vor dem Sturm In Deckung vor den ersten Drahthindernissen Lippen aufeinander, hart spannen sich Muskeln und Sehnen und zwingen den Mann auf den Berg. Mit einem Schlage hat das rasende Artilleriefeuer ausgesetzt. Nur noch die Granaten der Sowjets fegen über den Hang hinweg und zerbersten im aufrauschenden Wasserschwall des angestauten Schmelzwassers. Mit der letzten einhauenden Granate fliegt auch schon die erste Handgranate der Stürmer auf die Kuppe des Berges. Nur wenige Soldaten der Sowjets haben den vernichtenden Hagel der deutschen Granaten überstanden. Wortlos — verbissen wird der letzte verzweifelte Widerstand niedergerungen. Handgranaten wirbeln durch die Luft und zerspringen krachend in den Trümmern der zerschlagenen Stellungen der Bolschewiken. Sprengladungen zerreißen die letzten heil-gebliebenen Teile der feindlichen Kampfstände. Letztes Leben wird unter ihren Trümmern begraben. Pistolenschüsse verhallen im Hämmern der Maschinengewehre. Das Wimmern und Schreien der verwundeten Sowjet-soldaten erstirbt im Grollen der Einschläge bolschewistischen Artilleriefcuers. Der Berg ist unser! Im vergehenden Schnee und Schlamm und Dreck liegen ostwärts des Berges die Bolschewiken. f^-Kriegsbcrichter H. Bonda. ff-PK \^ciihild Schlummers. Es ist vielleicht die größte Tat seines Vaters, Friedrich Wilhelm I., des zweiten preußischen Königs, Soldatenkönig rjp-nannt, daß er seinen Sohn zwang, König von Preußen zu werden. In Schmach und harter Zucht wuchs Friedrich auf. Aus dem Träumer und Flötenspieler pr-wachte der Geist, vor dem ganz Europa erzitterte. Und wenn der Soldatenkönig Vorbereiter für dieses Reich gewesen ist, so war Friedrich der Vollender, Hatte der Soldatenkönig dem Volk den Staat gsgeben. so gab Friedrich der Große ihm den Geist. Sein Gesetz ist die Ehre. Freilich, einem mensrh-heitsliebenden Pazifismus ist er fremd. Ehf? sich die fürstlichen Vettern Europas versehen, bringt Friedrich den preußischen Staat zu Macht und Größe. Preußens größte Zeit beginnt, die für das schnell gewachsrni? Land eine unerhörte Feuerprobe darstcllnn sollte. Als der e^ste Krieg gewonnen war, wurden die Spötter ruhig und r.islefen zur Vergeltung. Aber in schnellem Siegeslauf reißt er von neuem die Lorbeeren dos Sieges an sich. Dann folgt das heldenhafte Ringen um Sein oder Nichtsein des jungen Staates. Hier erweist sich Friedrich als Staatsmann. Hier wird er neben dem militärischen auch der sittliche Sieger. Seine Worte und Briefe, die er uns hinterlassen hat, zeichnen mit klaren, einfachen Strichen das Bild eines Mannes, wie es größer und königlicher kaum gedacht werden kann. In der Stunde der größten Gefahr, wo alles verloren schien, wo die Feinde übermächtig seiner kleinen Schar gegenüber stehen, da schreibt er Worte, die niemals vergessen werden dürfen: „Zwei Triebfedern sind es, die mein Handeln bestimnipn. Die eine ist mein Ehrgefühl und die andere riss Wohl des Staates, den der Himmel mir zum Regieren gegeben hat. Diese schreiben mir zwei Gebote vor. Einmal, nie etwas zu tun, worüber ich zu erröten hätte, wenn ich meinem Volke Rede stehen müßte und sodann, für meines Vaterlandes Heil und Ruhm den letzten Tropfen meines Blutes hinzugeben!" Das ist Friedrich der Große, ungebenqt von Not und Übermacht. Sein Leben ist das Leben des Staates, der Ruhm und die Ehre des Staates sind sein Ruhm und seine Ehre. Friedrich schreibt: „Wie kann ein Fürst den Ruhm seines Volkes und die eigene Ehre überleben. — Hätte ich mehr als ein Leben, ich würde sie dem Vaterlande opfern." Königliche Worte. Getragen von seinem Geist tragen seine Soldaten die Fahnen durch Not und Bedrängnis von der Übermacht der Feinde immer wieder zum Sieg. Kolin wird geschlagen. Doch von Kolin führt der Weg nach Leuthen, wo 18 000 das Schlachtfeld decken zum Ruhme des jungen preußischen Staates. Dann klirrt der Schritt der Potsdamer Wachfpararie weiter, bald verkünden erbeutete Fahnen Sieg, wirbeln die Trommeln Untergang den Feinden. Nach harter Prüfung ist das" Vertrauen des Volkes zu ihm unerschütterlich. Mit seinen Soldaten ist er ein Herz und eine Seele. Das ist wahres Füh'rertum. Aber nicht nur Kriege hat Friedrich geschlagen, auch andere Schlachten gewann er; „Wer bewirkt, daß auf dem Boden, auf dem bisher ein Halm wuchs, zwei wachsen, ist der größte Feldherr aller Zeiten." Er legt in steter Sorge um seine Untertanen den Netze-und Warthebruch trocken und schafft seinem Volk neuen Lebensraum. Erster Diener seines Staates, Vater seiner Landeskinder, Konirj der Preußen, das war sein Leben, Wenn auch sein Werk zwanzig Jahre nach seinem Tode zerschlagen wird, die preußische Hallung bleibt bestehen. Aus Preußen wird Deutschland — Großdeutschland. Der Weg Friedrichs des Großen, den er begann unter den denkbar ungünstigsten Voraussetzungen, den er, unbeirrt durch den Spott seiner Germer, in gerader Linie verfolgte, findet in dieser qvo-ßen Zeit unter unserem Führer Adolf Hitler seine Fortsetzung, seine gewaltige Ausweitung, vieltausendfach ist das Echo, das ber-überklingt aus zwei Jahrhunderten schicksalsreicher deutscher Geschichte und in dem Führertum unserer großen Zeit widerhallt; Erster Diener seines Staates. Robart Kratzer Seite 4 »Marburger Zeitung« 24. Juni 1942 Numnier 176 Votk und JCuttue „Heilere Kalendergesdiiditen" in Marboru ic in rinderen Orten der üntersteifr-inark, gab das humorvolle Quartelt „Heitere Karendprgeschlrhten" am Samstag auch im (jöfzsafll in Marburg ein Gastspiel .zu dem ''irh eine (froRe Zahl von Freunden dps son-niqpn Ffiirnors eingefunden halte. Aus der Fülle der Darbictunqen, die in Poesie und Prosa abrollten und oft mit recht derbem f-furnnr qe\vür7t waren, tind unter dnm Motto strinrien „Mach es wie die Sonnenuhr, zähl dio nritere,n Stundon nur", nennen wir das hei-t^nrp Zwiegespräch im .ranner, eine Fülle von humorvollen Einfällen, die belfallsfreudiq •if^i'ens Her Hörer hinfjfinommen wurden. Der K'arnnval des Monals Februar fand in einem verworrenen Zwieqespräch zwischen zwei ■schwankenden nächtlichen Passanten seinen tirv.iirhsinea Niederschlaci. Der „Kärntner rremdenführer", man muß es ihm lassen, verstand seinen Beruf ausqezeichnet und der iFfiimor in der Schule", eine heitero Szene . ^lus längst verqanqenen Tagen", gab dllen Hnsurhern noch eine ordentliche Portion rroldonen Humors mit auf den Nachhause-wr'ff. Die Brücke 7u den einzelnen Szenen schlugen sinnige Gedichte aus dem Reigen des .Jahres. Ein Sonderloh verdient der Akkordeon-Solist, der sein Instrument meister-hritt beherrschte. Die frohen Stunden ließen 'ille Besucher den Alltag auf kurze Zeit vcr-fffsscn. — Die gleiche Veranstaltung fand ri'jch in Meilenstein bei Cilli begeisterte Zuhörer. ff Die ungarische Hoclizeit" f:rfolgreiche Pr.staufführuns Im Stadttheatcr Marfurj • 904 Werkhiirhereieo im Sudetengau. In rjn4 \\ erkbiifh^'-roirn sind im Sudetengau rund 16!) 000 Bücher bereit, ijm Hand- und Köpft rbe.itern die Freizeit auszufüllen. 42 000 1'nchbiK.lier dienen der beruflichen Weiter-bildutiq, während 40 000 politische Worke dor Miucren Haltunq und Bereitschaft dienen. Hii hciltungRÜleratur ist mit n'^hr als /•idO't \"erkcn stark vertreten. Sich dem Knde der Spielzeit nälieriid (stellt das Stadttheater Marhure sich nocli-inal.s mit eiticr Operettenpremiere ein. wie sie - dies .sei gleich uusße"=procheti nicht erfolizreicher gedacht werden kann. Einem, voni bekannten Bühnenautor und Obcrresis->eur Hermann Herniecke stammendeii Libretto, da.s mit seiner im Lustspiel immer bewährten Rollenvertau.schuns Heiterkeit a jPiiori in sich birgt, eint sich Nico Dostals I einfallsreiche Musik. i Stets fanden die aus dem ungarischen Donauland aufkiinj;eiiden Wei.seti in der StiJt »an der seliöiien, blauen Donau« ein vielfältiges Echo. Und so or^^■ies sich Kapellmeister Hans C i c Iii n j{ e r, der hingebungsvolle Betreufr wienerischer Mu.sik. auch als gebefreudiger Vermittler ungarischer Melodien. Gleich einer strahlenden Licliterfüllc ergießt Dostals Melodienreichtum sich über die Handlung: es blitzt, blendet auf. schimmert und leuchtet, Stiniiriung in tausend Farben versprühend. Mit zündenden Rhytlnrien den Trägern aufrüttelnd, mit selinsuchtsvol-!eii Liedern den Fiihllosesten ergreifeid, spielte das vom Temperament seines Dirigenten doppelt beschwingte Orchester die flotten ungarischen Märsche, die verhaltenen Phantasien, den feurigen Czardas voll unwiderstehlicher Verve. Wie schwermütige Hirtenflöten tönten die Holzbläici in der Ouvertüre. Auch den Solostreichern ist breiter Raum gegeben, was im zweiten Akt. namentlich aber in der meUuIi-ösen l^in'eitmig zum dritten Akt zu eindrucksvoller Wirkung kam: einsame, von schwülem Akazienduft schwerbeladene Pus-i-taträume wehen aus dem süßen Oeigeit-klang. aus dem weichcn Singen des Cello. Zu erwähnen ist auch der brave Chor, der das delikate »Hochzeitsschleier« mit grofter Zartheit srur Geltung brachte. In sorgfältiger Weise liatte Hans Heino \V e n d e n h ö f e r als Spielleiter die Aufführung vorbereitet, riichts außeracht las- 3iiUk weh SadasteH Das Archiv der 24<73< Volktllador Unerschöpfliches deutsches Kulturgut wird gesammelt und gepflegt Im Volkslied irmt wider, was im Zeiten-utchr^c'l durch die Tiefe der Menschensecio diang. Ks wandelt frisch in unserer Mitte, \y.3s unsere Väter gelebt, geträumt, gelitten. \'icle Volkslieder gehören zu den unvergäng-iidicn F'erUii der gesamten deutschen Musik. S'c :ille 1','iljcn ihre Lebensgeschichte und Schicksale. Im J.ilire 1914 wurde in Freiburg im Breisgau das Deutsche Volksliederarchiv gegründet. d.is den Grundstock für die Abteilung .'Volksmusik^ de.s Stantlichen Instituts für deutsche Miisikfor.stliung in Berlin bildet, das ie1/t 2.1 jnhre besteht. Das Deutsche Volks-liederarchiv in Freiburg im Breisgau wird von Lier Arbeit des Vfdksliedaussthusses des Ver-b,indes deutscher Vereine für Volkskunde gelragen. Der Volksliedcrbestand des Archivs ip r'reiburg bel.inft sich heute auf 246 73(5 signierte Auf/eichnungen, zu denen noch mehrere tausend unsignierter Blätter kommen. In dieser Sammlung sind 162 030 Aufzeichnungen handschriftlich überlieferter Vulks- und Kindcriieder enthalten, 1237 Rufe. jn'JIcr, Signale, Märsche, Lautausdeutungen usw. 707 Tanz weisen, 2043 Aufzeichnungen \on \'oll:spnesie. die dem Volkslied nahesteht. - Die llaiulbiicherei des Deutschen Volksliedarchivs umfaßt Zeitschriften, Bücher, Mu-.sikalien, Sonderdrucke. Überall hat sich echtes Volkstum und ecii-tor Volksbrauch von Generation zu Generali.)n vererbt und wird auch heute noch gepflegt. Hamburgs Bibliotheken sind Fundgruben Hamburgischcn Liedergutes. — Am Niederrhein wurde Liedgut von holländischen Kriegsgefangenen aufgezeichnet, das Vergleiche zwischen dem deutschen Liedgut und dem der stainmverwandten Nachbarn gestattet. — Vom Stidetengau kamen 1007 Soldatenlieder mit 2135 Fassungen. Die Deutsch-Schweizerische Sammlung wurde auf 26 250 Lieder erhiiht. Ein einziger Mitarbeiter des Volkslieder-ausschusses hat 40f)0 Volkslieder aus Dörfern und Städten eines Gaues zusammengetragen. Auf dem Dorfe und in der Stadt hat er die Lieder abgelauscht, in der Wirtschaft heim Bier, in der Herberge >Zur Heimat«, wo Wa.i-derburschen zusammensaßen, in der Eisenhahn, hei Dorfhochzeiten, in der Spinnstube, hei Soldaten. Mitgearbeitet haben Bauern und ihre Frauen, Handwerkerfrauen, die manch schönes Lied aus den Spinnstuben mitbrachten. Kulturhistorisch sehr interessant sind die Bäiikelsnngerlieder, die Moritaten und Schauerhalladen, die über die Märkte gegan-gen sind, mit denen man sich aber auch in der Dorfgenieinschaft die Zeit vertrieben hat. Ortsneckereien wurden gesammelt, Kinder-lieder, Abzählreime, jahreszeitlich bedingte Lieder und viele mit dem Brauchtum verwachsene Weisen. Eine tnühsame Arbeit, die einen doppelten Zweck erfüllt: die archiva-lisch-wissenschaftliche Erfassung des deutschen Volksliedes und seine wiedererwek-kting. die durch die Herausgabc einer lünJ-schaftlich gebundenen Liedersammelreihe erreicht wird. send, das geeignet wäre, die Handlung frisch und lebendig zu gestalten. Finzel- wie tn-sembleszenen ins wirkungsvollste Licht zu rücken. Ilm selbst — um gleich bei Wendeu-höfer zu bleiben — sah man in der Rolle des Stuhlrichtcrs von Poplaka. fn Mimik. Sprache und Frscheinung jeder Zoll ein marti.TÜ-scher Ungar, wußte er durch manches geschickt eingeworfene Witzwort die erlici-ternde Wirkung zu steigern. Lied und Csardas »L'ngarmädel lieben«, mit seinen hüh-sclieii Partnerinnen ausgeführt, erzielten besonderen Krfolg: »Ftelka, Ilona, alles, alles Paprika . . .« Hin schönes Paar, eindrucksstark in der Vereinigung zweier aufstrahlender Stimmen: Emmi Petko als Janka. Tochter des Stuh!-ricliters. und Hubert Römer als Obergespan Graf Bardossy, der sich aus Lust am Abru-teucr als einfacher Bauer verkleidet. Errang Emmi Petko bereits mit dem Auftrittslied der Janka einen stürmischen Erfolg, so erhöhte sich dieser nach der seelenvollen Romanze »Sing mir das Lied von Glück und Treu'. in der ilire vom innigen Singen der Geigen und Celli begleitete Stimme mit allen Schattierungen Wehmut, Sehnsucht und I.,ci-denschaft bezauberte. In den empfinduna:s-reichen Duetten »Frag nur mein Herz was Liebe ist« und »Du bist meines Lebens Seligkeit«, schwangen die Stimmen beider Künstler eiiiscliiniegsani und weich ineinander. Hubert R ö in e r, der als junger ungarischer Magnat sehr gut aussah, ersang sich, fein nuancierend bis zur völligen Entfaltung seiner bedeutenden Stimmittel, mit dem wunderhübschen Lied »Märchenluft der Liebe« anhaltenden Beifall, der eine Wiedsi'-bolung erzwang. Durch ein bewegteres Mienenspiel würde seine gesangliche Leistung an Gefühlsgehalt noch gewinnen. .Mit der Darstellung des heiratslustigen Bancrnmädchens Etelka zog Gerti K a ni-m e r z e 11 p.lle Register ihrer Schauspielkunst zu voller Stärke, um den AUrburgern den Abschied doppelt schwer zu machen. Aus ihren .Augen, ihrer Miene, aus dem Tonfall ihrer Stimme sprühten tausend Teufelchen, funkelte der Schalk ihrer mitreißenden Laune, oberschäumend in ihrer tollen Freude. >Grä-fin-f zu werden, rührend in ihrer Enttäuschung, ^ nur einer» Kammerdiener« zu lieben, wirkte sie in allen diesen Abstufungen von Treuherzigkeit, Übermut und Verliebtheit unwiderstehlich. Am durchschlagenden Erfolg des feschen Terzettes »Weil die Trompete h!;ista!lc Hände voll zu tun«, um den Blumensegen zu fas.sen. Man wird im Marburger Theater noch oft •»ungarische Hochzeit« feiern .. . Marianne voii Vesteneck + Die Kumt geht nicht mehr betteln. Nach sechsjähriger erfolgreicher Tätigkeit stellt das ,,Hilfswerk für deutsche bildende Kunst" in der NSV nunmehr seine Tätigkeit ein, nachdem die Voraussetzungen, unter denen es ins Lehen gerufen wurde, nicht mehr bestehen und die Aufgaben, die es sich gestellt hat, im wesentlichen erfüllt sind. Seit dem* Entstehen des Hilfswerkes im Jahre 19.36 bis zum heutigen Tag wurden durch das HBK 72 Kunstausstellungen in 58 Städten durchgeführt. Ausgestellt wurden insgesamt 11806 Werke von 8185 Künstlern; davon wurden 5665 Werke im Gesaratwert von 1 606 502,50 RM verkauft. Besucht wurden die Ausstellungen des Hilfswerks von 502 88.T Personen. ■9H DAS SUMPFORGELWEIB Roman von Maria Berchtenbreiter Ui lieber.Rechlsschuti durch Verlaj 0. Meister, Wcrdau f-'H Fortsetzung) Der Kncclit warf einen scheuen Blick .IUI die W.ilp. ;^Ich hnb's ihr aber wieder abgenom-iiit'n ...« beruhif^tc er rasch, »Grad hab' ii h sie noch erwischt auf dem Birkenst r;iß'i --<■<. Kr machte eine fahrige .ArmbewCKung liinCiber zur Straße, wo das Totenbrett ueiRIirh blinkte. Und dann fuhr sich der Knecht niit dem Ärmel über die Stirn tinil wisciite die Schweißtropfen ab wie im Huchsoniiner. Die Waip war jetzt bleich wie der Tod, Sic brachte kein Wort über die Lippen. »Ich halt .schon den Mund, Walp. Ich sag' nix! Niemnnd hat's g'schen. Spät war'.s schon — spät am .Abend.« . Und die Rakc?<^ ■Isf dazukommen. Grad' vor etlichen Minuten hat sie der Breitlecliner abgesetzt g'habt vor unserer Haustür.« Der Breitlcchner hat nix mehr g'hört und g'sehen?« »Der w.^r schon fort —■ . Die Walp atmete auf. Vielleicht ließ sich doch noch ein Bröslein Fhr' für den Weidachernatncn retten. Wenn das wieder unter die Leiii' gekommen wär'! Nun liurltf iiinii den Knci^bt nicht wcglns?;rn, unleidlich er einem i^ewurdtii uar! Nun mußte man ihn halten, auf dem Hof behalten um jeden Preis und fllr alle Zeit! .«Xber er sah eigentlich nicht aus wie einer, dein man mit Müh' und Not, mit Geld und guten W^orten, das Schwelgen abkaufen mußte. Vielleicht war er wirklich treu, der Hartl, anhänglicher als man bisher gewußt hatte. Die Walp erinnerte sich, daß die Rake doch gestern schon etwas Ähnliches gesagt hatte. Ganz wirr im Kopf schaute die Walp hinter der Fuhr her. Mit »Hü« und »Hö» trieb der Knecht den Ochsen an, als könnte er nicht schnell genug aus Walps Nähe kommen. Aber seine Stimme klang anders als sonst. Und sein Rücken war gebeugt wie unter einer Last. ♦ Iis geschah nun bald, daß wieder die ersten Kätzchen an den Weiden saßen. Das Torfmoos schwoll an in dicken, grünen Polstern, I^erchen dudelten im Sonnenglast und über den Birkenwipfcin lag ein Hauch von Violett und Silber. »Warum schreibt die Elis nicht?« hatte die Walp sich eines Tages an Rake gewandt. »Ich muß doch wissen, ob sie ein Unterkommen hat —«. Aber die Alte war in ein ungewohnt böses Keifen ausgebrochen. »Keinen Gedanken sollst mehr hinschwenden an die Klis! Sie ist nicht wert, daß du dir Kummer machstI Laß sie gestorben und begraben sein für dich!« Groß hatte die Walp die .-Mte ange-ächciu ÜL'ütoilit'n und btifjabenV wenn man einen Menschen einfach auswischen könnte aus dem Gedenken. Die Walp wunderte sich, daß sie gar keinen Zorn mehr gegen die Elis aufbrachte. Was ihr der Hartl gesagt hatte, wai peinvoll gewesen und beschämend für den ganzen Hof. Und die Walp war nicht ganz sicher, ob sie nicht, wenn die Elis leibhaftig bei der Tür' hereingekommen wäre, sie empfangen hätte mit Blitz und Hagelschlag und etlichen Ohrfeigen. Aber so ein Strafgericht und alles laute Geschrei, das damit zusammenhing, gehörte eben nur in die harte, griffige Wirklichkeit, das andere aber, dieses ständige innere Brennen und Wehtun, diese unbegreifliche Unrast, dieses traumsichtigc Tasten und Suchen war nicht von dieser Welt. So schlimm wurde dieses merkwürdige Gewese um die verschwundene Elis, daß die Walp darüber schier auf ihren Peter vergaß. Die Rake, die ihre mißtrauischen Augen oft auf dem Gesicht der Walp hatte, war es, die sie daran erinnerte. »Mußt den Peter wieder heimsuchen! Nachschauen, wie's ihm geht!« Da erwachte die Walp wie aus einem tiefen Schlaf. Peter! Damit brach das volle Tageslicht in ihr Dahind^nimern. Sie wollte wieder in die Stadt, Den Peter sehen. In seinen Augen lesen, seinen Handdruck spüren, wissen, daß man nicht allein war — ach nicht zwischen den Gespenstern des Moores und der schwcig-s.Tmen Nacht. Der Hartl brauchic das Bräunei zum Pflügen, so ging die Walp wieder zu Fuß, Aber die Rake nahm sie nimmer mit, und die Alte hatte auch kein Wort mehr darüber verloren. Sie war hinter dem Haus und hackte Daxen, als die Walp ging. Lang noch begleitete die wandernde Moorbäuerin der herbe Ruch frischuin-brochener Erde, denn dicht neben der Birkenstraße hatte der Knecht die Furchen gezogen. Rastend verhielt er, die schwere, zangenartig gekrümmte Hand am Pflug, und schaute der Walp nach, bis sie nur noch ein dunkler, kleiner Punkt zwischen den Baumreihen war. Dann wandte er wie unter Zwang den Kopf zum Haus zurück. Dort stand die Rake und winkte ihm, stumm und fordernd. Sein Gesicht war grau, als er gehorsam das Roß abschirrte. Und wenn die Walp etwa nach einer halben Stunde umgekehrt und wieder heimgekommen wäre, so hätte sie einen verFassenen Pflug am Feldrain gefunden und ein menschenleeres, hallendes Haus--. Aber die Walp dachte nicht ans umkehren. Sie ging durch den seidigen Sonnennebel, der sie beinahe blind machte mit seinem Goldglanz un>4gar den schwarzen N'erdacht, Frau Karline könne ihm die Pfeile absiclillich versteckt haben, doch dann fiel ihm mit Bestimmtheit ein, daß er ja doch bei ihrem Abscheiden noch geraucht hatte. Pfannschmidt kehrte alles um und um. indes die Pfeife fand sich nicht. Sehr verdrießlich begab er sich zum Nachbar Meierhuber. um sich eine neue Pfeife zu erstehen, und nun war alles wiedT in Ordnung. In dieser Ordnung verliefen die drei TaiiC und am Freitagmittag stand die Gattin richtig wieder auf der Schwelle. Sie begab ;iich unter liebevollem Schelten gleich ans Auf-riiumen. denn Frauen haben ja darüber, wohin etwas' gehört, nun einmal eine andcic Meinung als die Männer. Dabei ging Fr.m Karline natürlich auch in die Kiiclie. um den Berg Ahwascligeschirr zu criedigen. Da staiui auch noch der Kochtopf mit den Frbsen. Pfannschniidt hatte noch nicht einmal alles aiitgi-gessen. so reichlich hatte sie vnrgekoclit .gehabt. Frau Karline machtc sich daran, den Rest in eine kleine Schüssel «lUSzukratzMii, als sie plötzlich einen Schrei au' stieß, sod il? ihr Gatte hesof-gt in die Küche stürzte. Was seine Frau ihm entgegenliiclt, d is war seine vermißte Tabakspfeife. »Mann!« rief Frau Karline. Wozu snl|i; das gut sein, daß du deinen Kloben drei Ta.;e lang ausffekocht hast — für die Erbsen od:r für die Pfeife? Hast du dieses liewllrz-denn gar nicht geschmeckt?«. Her Schuster schüttelte den Kopf. »Die Erbsen schmeckten tadellos. Und bekommen sind sie mir auch. Na. die Hauptsache ist. daß die alte Pfeife wieder da ist! Weiß der Teufel, wie sie in den Topf ger.i-ten sein mag!« »Ja, ja, so eine Männerwirtschattl Paniit stellte Frau Karline wieder einmal befriedigt ihre Lhientbehrlichkeit fest. Auch im Urlaub wollen Sl« dlt „Marburgtr Zeitung" lesen! Wenn Sid verreisen, m«ld«n $!• Ihr« n«u« Anichrift ' Anseht iftänderun^) dem zuständig^en Postamt. »Marburoer Zeitung' Vertriebsabteilung Seite 0 »Alarburgcr Zeitung« 24. Juni 1042 ."luminer l/j seinem Kreis will- den Reichsleiter in kommen zu hei&-n. Bei der Brückc ülier die Miw, die einst von den Teinden des deutsciien Volkes dazu iicstjinmt wurde, als Qrenzflul] ein Volk zu teilen, verabschiedete sich der Rnndesführer von Rcichsscliatzmeister h'ranz Xaver Schwarz. Die inniKeii Worte, die der Reiclisschatzmeister für die Untersteierinark fand, sind ein äußerer Beweis für das stolze Bewußtsein, das der Reichsleiter in der kurzen VjSa seines Aufenthaltes in der Unterstcie»--mark s:ewonnen Iiatte, daü näjiiücii die dcut7;clie Untersteiermark wieder ihr deutsches Antlitz erhalten hat und dal] d»^'r Steirisclie Heimath>und als Vorausai)-teiluns der NSDAF^ hier volle und .q:auzc Arbeit leistet. Die Untersteiermark dankt dem Reichsleiter. dalJ er trotz seiner uiiifan#i-rcichen Arbeit sich die Zeit senOinmen hat, sich dieses Land aiizusohen. Die Untersteiermark ist überzcu}j:t. daß der l^cichsleiier das ernste Wollen der ui.-tcrsteirischen [kvölkeruiijr in seiner ganzen 'i'iefe erkannt hat und bc; der nächsten O-le^enheit unserem fülirer darüber Bericht erstattet. Wir aber wünschen, dall sich der Reiciissciiat/-meister in unserer sciiönen He'nr.it wolil-cefühlt hat und rufen ilim die Wo te zu. die den Reichsleiter über die Brückl auf seiner Fahrt «es^wH (Iraz be,:;leitctc;i: Auf Wiedersehen, Reiclisscliatzmeisier. in unserem schönen Unterland! lu. Strafknsperre. Wie im Anzeij^cnleil verlautet, ist die l.andstraße von Pölt-schach bis Gonobitz bis einschließlich I'reitnK abend für jeden Verkehr Resperrt. Die Heimat spendet Hir verwundete Soldaten über 200 000 Reichsmark, das Ergebnis der Haussammlung des Kriegshilfswcrkci» für das Deutsche Rote Kreuz am ^ Jeder Krie^ fordert seine Opfer. Auch der ReKcnwärtiRC, uns von England aufgezwungene Krieg, der zum Schieksals-kanipf ganz Europas geworden ist, erheischt den Einsatz wertvollster Menschenleben. Die Heimat weiß, daß dieser Einsatz bedingungslos ist. Bedingungslos, wie ihn nur ein soldatisches Volk leisten kann, das sich der Verpflichtung bewußt ist, die CS seinem Volke schuldet. Ebenso bedingungslos muß aber auch der Einsatz der Heimat sein. Jeder Volksgenosse und jede Volksgenossin ist sich darüber klar, daß alle Nöte und Beschr.ln'kungen, die das Zeitgeschehen aufbürdet, umso früher beendet sein werden, je tatkräftiger wir uns alle an der inneren Front für die Erringinig des Endsieges einschalten. Zwei Wege führen dahin:. Leistung und Spende. Beide wurden in der Untersteiermark erfolgreich beschritten. Wir sehen dies an den steigenilen Produktionszablcn ebenso, wie an den ständig wachsenden Aufkommen der Sammlungen zu sozialen Zwecken. Diese Sammlungen sind seit Beendigung des Winterhilfswerkes in den Dienst des verwundeten Soldaten gestellt, dem sie durch das Hilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes zugute kommen. Drei solcher Haussamnilungen wurden bisher in der Untersteiermark durchgeführt, von denen jede die vorhergehende im I:rgebnis übertraf, die letzte vom 7. Juni aber den gewiß beachtlichen Betrag von 200 (XK) RiM überstieg. Die Untersteiermark kann daher mit veniientcm Stolz auf die Kreisergebnissc 7. Juni in der Untersteiermark der Sammlung für das Deutsche Rf)tL Kreuz vom 7. Juni 1942 zurückblicken. Sie ergaben die beachtlichen Aufkommen von 200 027 12 RM, tlie auf die' einzelnen Kreise wie folgt entfallen: VC noBH Ciili . . . . Luttenberg Marburg-Stadt Marburg-Land Pettau , • , Rann . • « Trifail , . , RM 40 815 31 „ 8 803 97 „ 45 56103 „ 35 721 20 „ 25 076 91 „ 19 128 35 15 820 35 Leistung ist alles - auch in der lugendarbeit »Nach uns die Zukunft« Ist die Parole — Stfalfc Durchführung der Diciistwettkämpfc im Bann Marburs-Stadt und sämtliclicn Bannen der Deutschen JuKcnd Die Wertung der Arbeit der Oefolgschaf-teii und Fähnlein des Bannes Marburg-Stadt, Mitten in eine grolic Zeit ist auch die hcutsclic .lugend tiineingcstcilt, einen Auf-K^benkrcis hat sie im Unterland zu erfüllen, der Kctragcn ist von rastloser Arbeit für die Zukunft, für den Führer, der das deutsciio \'()ik uns der Welirlosigkeit und der Ohnmacht wieder zu neuer (irölic enuiorfüiirte. Sie ist mit allen Kinffen daran, vielseitig ihr l eben formen, um stark geiiiig zu sein, die fiescliicke des Volkes und Vaterlandes ge-tieu dem Auftrag des Tülirers einnud auf ihre Scliultern neluncti zu können. Alles, was in dieser .lugend getan wird, ist Dienst lür unseren Führer Adolf Hitler, dem wir das grnUe Erlebnis unserer heroischen Zeit ver-d;;nken. Unter diesem (iesiclitspuiikt stand aucii der Dieiistwettkampf, der vor kurzem im gesamten Bamibereich Marburg-Stadt der Deutschen .lugend und den übrigen Bannen im Unterland zur Durchfüliruitg kam. Schon Wochen vorher wurde in allen FImlieiten gearbeitet, um die Leistungs-probe für Führer und üefotgschaft zu bestellen. die sieh nach foruuddienstlicher, lial-tungsmäfiiger, sportlicher, sprachlicher und eltanschauliclier Seite hin bewegte. Auch der Linsatz bei den \\ IlW-Saininlungcn fand seine besondere Wertung. Ls war eine Lreude. bei einigen F.inhelten den bewegten Cieist festzustellen, der in dieser Kampfgemeinschaft der .lugL'iid lebt, die tadellose Haltung der I"ührerscliaft, die sich der gro-Hen Aufgabe voll liewuUt i^t, lungc Menschen zu Kännifern für des Reiches Ereilieit und für den weiteren Sieg der Idee ^ dc:> Nationalsozialismus zu machen. Weite Etappen des Auf- und Ausbaues der Foruuitionen und ihrer Heime sowie der Ausrichtung des jungen Menschen sind, geleitet vom für die Linlieit verantwortlichen Ciefolgschaftsfüh-rer. sciioti passiert. Im Rahmen eines Dienst-H!»pells der Führerschaft des Bannes gab liannführer Bühl die Entscheidungen in diesem Wettkanipl im Bann Marhurg-Stadt bekannt und fand für eine grolle Zahl von lie-folgschaftsführern anerkennende Worte für die geleistete Arbeit. Doch aucli an der strengen Kritik, die gerade in der .lugeiular-heit liesonders notwendig ist. fehlte es nicfit und die LtUhebung einiger Gefolgschafts-ftilirer von ilirem L'ührerdienst ist ein Zeichen dafür, daß der gerade Weg in das (ie-biet der koitunendeii Arbeit konseciuenzlos beschritten wird. So stand über diesem Dieustwettkampf. der den Lrfolg der bisherigen Arbeit klar herausstellte, der Wille zu zeigen, dall liier nicht nur Jugend sondern die l)eutsche .lu-^,^nd der Untersteiermark am Werk ist, eine .lugend, die in Zukunft tmr den Führer und r)eutschland kennt und die ihr Leben für das deutsclie \'olk leben will. Gewiß, vieles hat bei uns feste Fortnen anzunehmen. Doch diese Deutsclie .lugend steht erst am Anfang eines weiten Weges D.dJ auch sie zu einer l'orm findet, zeigte dieser Wettkampf, alle \'oraussctzungen einer gesunden, aufbauenden Arbeit sind erkannt und über ihr steht der \\'ille jedes sich für seine Kameraden verantwortlichen I'ührers und der iungen Mannschaft selbst: Deutschland und nur Deutschland und sein Leben zu Vccnneii. Das Werk, dall geschafft werden soll, heißt das ewige Deutschland Adolf Hitlers, .leder Tag. itdcr Heimabend, jeder l'ührerdienst. jeder Marsch und iecles Lager, das die Deutsche Jugend gemeinsam erlebt, wird sie diesem Ziele näher briiificn. die als eine absolute zu betrachten ist, also die Schwierigkeiten der Arbeit in den einzelnen Einheiten nicht berücksichtigt, ist folgende: Gefolgschaft 8 mit 197 Punkten, Gefolgschaft 4 mit 194 Punkten, Singschar mit ISi Punkten, Gefolgschaft 3 mit 169 Punkten, Gefolgschaft A mit 158 Punkten, Gefolgschaft 1 mit 142 Punkten, Gefolgschaft 21 mit 139 Punkten, Gefolgschaft 22 mit 13S Punkten, Gefolgschaft 7 mit 135 Punkten, Gefolgschaft 18 mit 130 Punkten, Gefolgschaft 16 mit 130 Punkten. Gefolgschaft 6 mit 127 Punkten, Gefolgschaft 13 mit 124 Punkten, Bannorchester mit 119 Punkten, Gefolgschaft 11 mit 114 Punkten, Gefolgschaft 23 mit 114 Punkten, GefolKschaft 17 niit 102 Punkten (-30 f. Geff.), Gefolgschaft 12 mit 98 Punkten. Gefolgschaft 2 mit 0 Punkten. Fähnlein 1 und 4 mit 162 Punkten, Fähnlein 2 und 3 mit 152 Punkten, Fähnlein 7 nut 14(1 Punkten, Fähtdein 21 mit 132 Punkten. Fähnlein 17 mit 124 Punkten. Fähnlein 8 mit llfi Punkten, Fähnlein 6 mit 106 Punkten, Eähidein 11 mit 96 Punkten, Fähnlein 12 und 13 mit 92 Punkten, Fähnlein 18 mit 86 Punkten, Fähnlein 22 mit 82 Punkten, Fähnlein 16 nut 76 Punkten, Fähnlein 23 mit 64 Punkten. Wie in Marburg so wurden diese Dienst-wettkämpfe der Deutschen .fugend in allen Orten der Untersteiermark durchgeführt. Bei den Mädeln stand die Soldatenbetreuung zu einer besonderen Wertung. kr. Das Opfer der Heimat — ihr Beilrag zum Sieg Großer Dienstappcll der Kreisführung Marburg-Stadt Dieser Tage hielt die Kreisführung Marburg-Stadt einen großen Dienstappcll ab, zu dem auch Vertreter der Behörden erschienen waren. Mit einer Gedenkminute für die Blutzeugen des vorletzten Sonntags eröffnete Kreisführer Pg. Kling-herg den Appell. Kreisschulungsleiter Pg. Wamberger sprach anschließend über die Opfer des deutschen Volkes, dem nichts erspart werde in seinem Kampfe um die Freiheit und seinen Lebensraum. Wie jedoch einst der Führer den Blutzeugen für die Idee des Nationalsozialismus zurief: »Und ihr habt doch gesiegt«, so wird auch am Rndc dieses Kampfes der größte Sieg des deutschen Volkes stehen, Gau-schulungsleiter Pg. Hofer hielt abschließend einen Vortrag über das Prpbleni Rassenpolitik, das von grundlegender Bedeutung für den Aufbau des großdcut-schcn Reiches ist. Kulturlag der „Deulschen lugend" Am kommenden Samstag und Sonntag, den 27. und 28, Juni, kommt in Marburg der Kulturlag der Deutschen Jugend zur Durchführung. Schon Samstag früh kommen aus der ganzen Untersteiermark die besten Fanfarenzüge und Mädelsingscha-ren angereist. Neben Fanfarenzug- und Singwettstreite werden noch andere kulturelle Veranstaltungen der Jugend beiden Tage ausfüllen. 1401_ mcn und Mährrn iindfit'iuTalgniiMM-npmrnl") mit Kroatien wcsoutlich orm;"dMgt, und zwar gellen hinforl für .illo von Drirfsi'iuhmgrii uml für Päckchen allgt'-mein die Deulschen Inlaiidsgeliübren. Danach kostet ein Brief nach Kroatien kiint-tig: bi.s 20 g 12 Upf, bis 2."»0 g 21 Mpf, bis 500 |T 10 Rpf, bis lOtX) g (W RpL rinn Postkart« (> Hpf, ein Päclicho.ii bis 10(K) g 10 Rpf. Die StMidungen können alter auch bis zu dfm für den Zwschen-slaallicben (Wi'|lpi)slvrri'ins)-nirnst zugelassenen Höclislgewicht ausgelioferl werden. Bri (jherschrciton (h's durch das neue Abkommen fcslgeselzten llöch.stgewirhts ist alsdann die Wellpostvereinsgcbühr für die Sendung zu enlrichlen. Zu beachten ist. daß für alle Srndungsarlen namentlich fiir Drucksachen die Zwi.schcnslaallichen Ver.sendungsbedingungen und nicht die jn-nerdentschen Vor.schriflen gelU^n. Die l'a-ketgebfdir beträgt künftig für Sendungen bis zum Gewicht von 1 kg ,*)() Upf, über 1 bis Ii kg 0.') Rpf, Ober II bis 5 kg 80 Hpf, über bis 10 kg HiO Rpl", über 10 bis IT) kg 210 Itpf und über 15 bis 20 kg 1520 Rpf. Aus aiUe Weti die Kleine Chronik m. Von der Oauleitung. Gauhauptamts-Iciter Pg, Anton Rütte wurde von seiner Frontdienstleistung als Gebirgsjäger im hohen Norden bis auf weiteres beurlaubt und hat die Leitung des Personalamtes der Gauleitung wieder übernommen. m. Todesfall, in Thesen bei Marburg, Geibelgasse 7, verschied der 55jährigc Arbeiter Martin Spanbauer. m. Das Standesamt Pettau berichtet. In der Zeit vom l5. bis 22. Juni wurden auf dem Standesamt Pettau neun Geburten verzeichnet. Gestorben sind Johanna Kräbcr und Ludmilla Bratkowitsch. m. \pufi Gpblihrfti fiir Bripfspndun^im und Pnkelc nacii Kroalißn. Von 1. ,luli 1012 an werden die (iebiihren für Briefsendungen und Pakete im Dienst des Deulschen Reiches (oinsehl. Pmtektorat llöh- a. Fünf Tage und Nächte i in Fels und Schnce. Wie die Deutsche Bergwacht mitteilt, konnte der seit dem 14. Juni auf einer Tour zur Vierorspitze bei Mittenwdld vermißte, 28-jährigc Horst Köwius aus Inslcr-burg am Freitagnachmittag lebend geborgen werden. Auf seine Hilferufe ging sofort eine acht Mann starke Rettungsmannschaft ab und traf nach einigen Stunden an der Stolle ein, wo seit fünf Tagen und fünf Nächten der bisher vergeblich gesuchte Tourist aufgefunden und geborgen wurde. Er hat sich die beiden Füße erfroren. Es ist als ein Wunder anzusprechen, daß Köwius in seiner mangelhaften Bekleidung nocti lebend geborgen werden konnte. Am Kleinen Kaiser im Kaisergebirge stürzte am Sonntag eine Partie, bestehend aus zwei Münchener Bergsteigern, beim Klettern ab, einer von ihnen tödlich, der andere wurde mit schweren Kopf- und inneren Verletzungen von der Bergwacht Kufstein geborgen und zu Tal gebracht. Die Bergung der Leiche erfolgte im Laufe des Montag. Belm Übergang vom Hocheck zur Watzmann-Südspitze stür7.te ein Münchener Bergsteiger >infolge Ausbrechens eines Blockes ab. Er zog sich schwere Kopfverletzungen zu. Der Verunglückte wurde mit dem Bergwacht-Geländewagen über das Wimbachgries nach Berchtesgaden zur ärztlichen Behandlung geführt. BtsUUt aim „MAKBUMtH ZlfTUNO» ftai untmrmn TrCgarn ector beim Pesfamt cffs Mfehnertas „Marburger Zeilong" „Aus Schwarz wird Weiss!" Li[)izzaiu'r Paradies auf der Alm — Frühlingslagc im Gestüt PiU-r In diesen Wochen ist die lohlen-zelt im Gestüt Piber in der Wcsl-sleiermark iji voller IJIüle Von dort kommen die Iierriithcn Lipizzaner JMorde, «licsi* schneeweilien Ivünstlei' der „Hohen Schule". Wohl jedem von uns ist der Wellruhm der „Spanischen Heilschule" in Wien Ix:-kamii, die ietzl der Wclirmaeht angegliedert ist. Die Hobe Schule", die wir ja auch von der ^Ianol'C her kennen, erreichte in dieser Pferdehochschule in der ilolburg ihre schönste IVlüte. Ks sind die Lipizzaner, die uns durch ihre Tanzschritte begeistern, durch ihre Grazie, «lurch die spielerische I.,<'ichligkeit, mit der sie den Hhytbmns meistern. Sic sind die geborenen Tänzer unter er auch noch die besten Polizeipferde, da sie sich dem Giv)listadt-verkehr sehr leicht anpassen. Im Pfordepartidlo.s! So kann man ilas Gestüt Pün'r wohl nennen, ans dem misere, Lipizznner hei*-vorgehen. l'"s liegt malerisch am h'ul.k' der Slubali)e in der Wesisteiernuirk und ist von der Station Köflacb, zu der eine Zweigbahn von (Vraz hinführt, naeb einer kleinen L'uliwanderung zu erreichen. Die l'oblenzeit ist jelzt in vollem Ginige. Pferd ('Seligkeit :dleu|nalben! Sie stürmen auf die grünen Mntlen hinaus, tollen und |;igi'n umher — ein prachtvoller .\nblick )m steirischen Bergfrühling! WdRe !Vfa((Ir? Län seltsames Nalursiii4'l ist um diese Linizzaiu^r. Diest^ schneeweilVn, pj'arht-vüllcu Tiere komincu nämlich — raben- schwarz zur Well! Erst als .lährlinge werden sie weiß. Es ist ein kurioser Anblick. wenn die weißi>n Sliiteu mit ihren schwarzen Fohlen auf die Weide traben. Einmal schwarz, einmal weiß! Weiße iMa-ma, schwarzer Sohn! Al>er die Ausnahme iK'stätigl die Hegel: es' gibt auch braune Lipizzaner. Und zwar ist merkwüi-diger-weise jedes vierte Kind einer Lipizzaner-mama — braim. Der Lipizzaner ist eine Kreuzung von AraIxTvollblut mit englischem Vollblut und das Gestüt in Piber in der West Steiermark ist das einzige Lipizzanergestül. das es gibt. Noch ein anderer herrlicher Pferde-schlag wird dol i gezüchtel: Der ,,llallinger" Aus ihnen Riehen die prachtvollen kleinen und slännnigen Mililäi'pferde hervor, treue Kameraden unserer Soldaten. I>io [Jcl>esprol>e. Zuchtwahl und Auslest^ siml sehr streng und sorglaltig. Eine „freie Liebe" ist den lapizzanern nicht gestatlet, für sie gilt ,Drum prüfe, wer sich ewig der Spruch bindet 1" Bevor sie „zueinaiuier finden", weresprol>e" unle.rzeinahe so zu, wie in einer Eamilio bei uns. Da git>t es l'reundscliaflcn und l'eindschaflen. Von einer recht sonderbaren Freundschaft soll hier erzählt werden, die den Pferdepsychologen vor ein Rätsel stein. Ein Lipizzaner und ein llaflingcr sind immer zusammen »zu sehen, rnzertrenn-lichl Wehe, wenn sich ein anderes Pferd dem Hafliuger nähert. Unbarmherzig schlägt und beißt ihn der Lipizzaner von fteinem Freund weg. Er gerät in heiße Wut dabei. Das Schönste al)er ist, daß er seinen Freund, den llaflinger, auf den er gar so eifersüchtig isl, um kein Haar besser behandelt! Er iHihandelt ihn sogar ausgesprochen schändlieh, beißt und schlägt ihn nicht minder. Trotzdem sind sie unzertrennlich. Seltsame Lieltc! In der „Spanischen Reitschule" gibt es auch einen Lipizzaner, der schon eine, „alte Dame" ist. Demi ein Pferd mit dreißig .lahren kann schon als recht l)ejahrl angesprochen werden. Trotz ihres hohen Alters hat die Pferdedamo aber noch alle jugemlliehe Lipizzanergrazie bewahrt, hebl graziös die ,,Fußcrln" — ungemein edel und feingliedrig sind die Fesseln — i;nd tänzelt anmutig dahin. Sie will oben nicht all werden, cr Krcisfuttrcr JC!, Krci>c.s M.irhur?-St.idl Klinqbcrg (icr l'iihrcr der WM -Siamlarn' ■MarliurK-bladt Sepp Kogelnik S.A.-t1aup(*»urinf (Ihrer In tiefer rraiit'r: Leopold und Maria To-wornik, Eltern; Christi, ne, Vera und Maria, Schwc'stcni, ii..-ille iihn.'j \'erwandten in A^arhurg-Urau. Mnrburg-Lahii, Linz und nraclienburq. Danksagung Ganz außerstande, jedem einzelnen für die über aus liebe Beteiligung, die schönen Blumen- uno Kranzspenden, die lieben Worte und Bezeugun.c der Anteilnahme anlSRlich des Todes meines in-nigstgeliebten Mannet zu danken, brin^ ich aut diesem Wege meinen tiefempfundenen Dank zun Ausdruck Besonders danke ich dem Kameradscliaftsfülire des Kriegerbundes IR 47, Herrn Julius Pfrinier, fü' -«eine so teilnahmsvolle, zu Herzen gehendi Trauerrede, sowie den Regimentskameraden unc der invalidenvereinigunß. dem Stadtschulamt, de Schulleitung l.eitersberg, der Firma Rudolf Kifl-mann und deren Ciefolgschaft. Ferner gilt tneir Dank allen lieben Bekannten und Verwandten lü' die Anteilnahme an meinem schweren Verlust unc für die so rege Beteiligung auf seinem letzten Wege. 590/ Agnes Ktippstätter samt Kindern. Eigene Todesanzeigen werden nicht ausgegeben. Unsere liebe, gute Mutter, Schwieger-, GrolV iind Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin un'j Tante, Frau Camilla Tommasi pe. leiineK ;st nach einem Leben voll der Arbeit und Sorge um die Ihren im 7H. Lebensjahre für immer vor mis gegangen. Was an ihr sterblich war, haben wir, ihrem VVuii lie entsprechend, am f-riedhof in l)rauweiler 'Her Stille beigesetzt. Die heilige Seelenmesse für die Entschlatoiii * urde in der Frnnxiskancrk'relu' in Marburg gc-.•sen. 5S.Sj Marburg, Graz, Heidelberg. Prag, im Juni 1942 nmilien: Tommasl. Codi, Wiesenberger uiu" Jelinek. Um stilles Beileid wird gebeten! Naci' laiigiMii, schwerem Leiden ist heute unsere Mirigstjeliebte .Mutter und Gattin ThmlE Pik! Kaufmanncgattm ■11 Ruhe für immer von un."* geschieden. Die sterbliche liiille der teuren Verblichcnei iiherptben wir der ^Mutter Erde am Donnerstag Jen 25. jiini, um 17 Uhr. am Friedhai in Prag- W.'ild. . Die Iii Seelenmesse wird LTfitag. den 20. Juni ..irrlarche gelesen. l'i.Mgv akl. den 23. Juni 1942. in tieter Trauer: Franz Pikl, Gälte; Theresic l.oschnißi;' geh. Pikl, Anna Pikl, Töchter; Eduard ''iki, S