Nr. IS. Sonntag dm K. Wärz l892. XXXI. Aavroang. MarbllMkrZtituG »er Preis des Blattes beträgt für Marburg: ganzjährig 6 fl., holb-! ^rig 8 fl., vierteljährig 1 fl. bv kr., monatlich 50 kr. Bei Zustellung < wt HauS monatlich 10 kr. mehr. Mit Postversendung: ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr. und vierteljährig 1 fl. 75 kr. ^ Die Einzelnummer kostet 7 kr. ^ Erscheint jede« Eonntag ««d Donnerstag friih. Einschaltungen werden von der Verlagshandlung des Blattes und allen größeren Annoncen-Expeditionen entgegengenonimen. Schluss Schriftleitung nnd Verwaltung befinden sich: Postgasse Nr. 4. Sprech- ^.fiir Einschaltungen Mitwvch und Samstag Mittag. - Offene stunden des Schriftleiters an allen Wochentagen von II. bis 12 Uhr Reclamationen sind portofrei. Manuscripte werden nicht zuriick- vormittags. > gesendet. Wach keine Aenderung? I Der 24. Februar ist zu ciuem Gedenktci^^ in der Geschichte zwricr Staaten geworden, die sonst nichts Gemeinsames aufzuweisen haben. Zu Beginn des JahrcS 1848 hatte die Aufregung in Frankreich dcn höchsten Grad erreicht und das Be,langen der Nation nach einer Äusdehuung des Wal)!-, i rechtes war zum leidenschaftlichen Begehren geworden. Als ! nun das filr den 22. Februar in Paris anberanmte Reform-Bankett vonseite der Regierung verboten lvorden war, erfolgte der Ausbruch, es wurden Bariikadeu erbaut, der Ausstand begann sich zu organisinen und den Bürgerkönig ^ouis Philipp erfasste ein gewaltiger Schrecken. Er, der immer energisch gewesen, gab plö^lich ein Zeichen von Schwäche, ließ den bewährten Minister Guizot sallen und ernannte an seiner statt den Grafen Mole. Ein ungljicklicher „Zusal!" beschleunigte das Unheil, indem das zum Schutze Guizots aufgestellte Militär infolge eines aus der Volksmenge abgefeuerten Pistolenschusses auf die letztere eine Salve abgab, die den Tod einiger und die Verwundung vieler Personen herbeiführte. Nun kam rasch das Ende lierau. Trotzdtni der König in der Ernennung des Marschalls Bugeaud zum Oberkommandanten der Pariser Truppen eine Gewahr fiir seine und seiner Familie Sicherheit erblicken konnte und durfte, gerieth er doch balv darauf wieder ins Scbwanklu und verlor vollends den Muth, als der journalistische Gaukler von Girardiu mit der ihm an-geboreneu Unverschämtheit vom Könige selbst verlangte, dass dieser zu Gunsten seines Enkels abdanken sollte; ^io^lis Philipp that dies und unterzeichnete die betreffende Urkunde am 24. Februar 1848. Das war der erste politische Gedenktag. Genau neuuzehn Jahre später vollzog sich inDeutsch-land ein Ereignis anderer Art, aber von nicht geringerer Tragweite für dieDeutsche n, wie das erste fiir die Fran« zosen. Es wurde nämlich der Reichstag des norddeutschen Bundes eröffnet und somit der Grulidsleiu für die heute bestehende Verfassung gelegt, welche unter anderen nützlichen und bewährten Errungeuschafteu auch die Rede- und Press,reiheit enthält, von deren Umfang wir täglich Beweise erleben. Aber nur Einzelne unserer Mitbürger, die Gelegenheit l)atten, Deutschlaud zu besuchen, kennen die daselbst herrschende R ed e-sreiheit aus eigener Wahrnehmung, — alle Anderen können nur aus'der deutschen Arrestfreiheit auf die dort herrschende Redefreiheit schließen. Beide Errungenschaften nahmen also, wie glsagt ibren Urspruug mit dem obgenannten Ta^^e und sie blieben bis heute unversehrt bewahrt, da sie einen festen Bestandtheil der deutschen Verfassung bilden, die bisher Niemand anzutasten wagte, weil er ja wusste, dass scin Wirken ein Rütteln an den Grundsesteil des Reiches bedeuten würde. Und weil ferner j^der deutsche Mann der Ueberzeugung lebt, dass die Verfassung des deutschen Reiches mit ihrer Press- und Redesreiheit den unzei störbaren Damm gegen feindliche Strömungen aller Art, also auch gegen die Forderungen des „neuen Kurses" bildet, darum ehrt er den 24. Februar 18<>7, — diesen wichli^ttn Gedenktag in der Entwicklungsgeschichte des deutschen Reiches. Und wieder gelangen wir zu einem geschichtlich denkwürdigen Tage, — einem Tage, dessen sich das deutsche Volk noch viele Jahre darnach lebhaft entsinnen wird. — Am 24. Februar hielt der deutsche Kaiser, der cs liebt, alljährlich zu den Mitgliedern des Brandenburg'schen Provinzial-landtages zu sprechen, eine Rede, die vorher genau znsamrncn-gestellt, schon eine Stunde nachdem sie gehalten worden war, im „Reichsanzeiger" veröffentlicht wurde. Wir alle kennen bereits den Inhalt dieser Rede und cs sind uns auch die markantesten Stellen derselben noch in lebhafter Erinnerung. Sie wirkten auf die Bervohner des Reiches sowohl, wie aus alle fremden Nalioneu so überr^rsänird, dasS auch der 24. Februar 1892, au rvelcbem sie gesprochen wurden, zu den wichtigen Gedenktagen des deutschen Volkes zählen wird. Wird aber die Erinnelnng eine angenehme sein ^-- Die unvermeidliche Folge war, dass sich sofort in allen Theilen des Reiches Stimmen dce Abrvehr wider die kaiser-liehen Wünsche und Auslassungen erhoben rlnd fenrer der Partikularismus, den ruan längst begraben wähnte, wieder arrferstand. Was die Staatsllugheit eines Bismarck, unterstützt von treuen, erprobten Helfern, währeui) der Dauer eines MknschenalterS gcschafferr, was den Stolz und die Freude des deutschen Volkes urrd seiner Freunde ausrnachte, die Einigkeit nätnlich, sie erhielt dureh dicse nerieste Kundgebung des Kaisers einen bedenklichen Riss. Und das geschieht in einer Zeit, wo anscheinend alle Mittel, welche gegen das Anwachsen der Socialdemokratie versucht rverden, fruchtlos bleiben, — in einer Zeit, rvo die von internationalen Hetzern aufgewühlten Bolksmass'N jegliche Arttorität missachten und die nächste sich ihnen darbietende Gelegenheit zu Tumulten gerne ergreifen rverden, wie dies probeweise ja bereits in Berlin geschehen ist. Ist es da ein Wunder zu nennen, rvenn die Erbfeinde Deutschlands, die Franzosf.n du.ch' ihr^ chnlvinistischeu Organe bereits einen Zerfall Deutschlarrds vorher verkündigen ? Welch eine Gervähr bietet der „neue Kurs" dem Volke dafür, dass er wirklich der richtige ist, an dem eS nichts zu mäkeln und zu nergeln gäbe ? — Hat auch nur ein einziger von den vielen und verschiedenartigen Versuchen, die Wilhelm II. zur ^^ösung großer Fragen bisher unternahm, auch nur die Wahrscheinlichkeit eines künftigen Erfolges ahnen lassen? — Das wäre eine traurige Aussicht für Deutschland, wenn «lle die-jenigerr, denen die nenen Anordnungen nicht gefallen, ans-rvandern wollten! Es ist sreilich nur eine Phrase, eine Rede^ blume, deren weittragende Bedeutung vorher nicht gehörig erwogen wurde; — dasselbe gilt von den ..herrlichen Tagen" der Zukunft, welchen Deutschland unter seiner gegenwärtigen Führung entgegengehen soll! Dass diese Verheißung thatsächlich in der garrzen Well nicht für mehr als eine Phrase gehalten wurde, geht dararrs hervor, dass sich kein Blatt von nur einiger Bedeutung die Mühe nahrn, sich mit diesen „Zukunstsplänen^ des deutschen (Nachdruck verboten.) Heächiet. Roman von Ferdinand Hermann. (18. Fortsetzung.) „Ich erhielt von dem Mädchen den Auftrag", b-gann Herrnann wieder nach einer kurzen Pause", den Aufenthalt des Huudes ausfindig zu macheir, und brauchte, wie schon gesagt, eine volle Woche dazu, und ich mrlsste mir sehr viele Grobheiten sowie auch manche Spötterei gefallen lassen, bis ich endlich am Ziele war. Der Hund gehörte einem herabgekommenen Trunkenbold, dem es durch die zwcinzigjährige Ger»?ohnheit, beiin Nachhansekomrnen sein Weib zu prügeln, so sehr zum Bedürfnis geworden war, seiner gcwaltthätigen Stimmung Ausdruck zu grben, dass er sich nach dem Tode seiner Ehehälfte den armen Hund nur zu diesem Zwecke angeschafft zu l)aben schien. Ich versuchte, ihm das Thier für einen Preis abzuhandeln, der mir bei meinen Cassenverhätt-nissen unerschrviuglich schien; aber der Bursche hatte kaum gemerkt, dass es mir einigermaßen Ernst sei rmi die Sacke, als er eine lächerlich hohe Summe forderte, eine Sunrine, die für mich gleichbedeutend rvar rnit einem achttägigen Verzicht auf ein warmes Mittagessen und auf viele andere Dinge, die man sonst als zum Leben nnerlässlich anzusrhen pflegt. Selbst mit alledern liätte ich vielleicht noch nicht einmal gereicht, wenn nicht meine kleine — wenn nicht das kleine Mädchen ans seiner Sparbüchse nachgeholfen hätte. So rvurde der Maxel erlöst, und gerade, als ob er gcwnsst hätte, wie ich um seinetwillen eine gute Weile hungern und frieren mnfste, schrnkte cr mir von der Stunde an Alles, waS sein Hnndegeinüth an Liebe und Zärtlichkeit arlfbieten konnte. DaS klcinc Mädchen konnte ihn nicht behalten, denn es kam in eine Pension, in die man natürlich keine Hurrde mitbringen durfte, und so rnusste ich mich denn schon seiner annehnlen, so gut eS eben gieng. — Seitdem hat er alle Wechselfälle des Schicksals rnit nrir dnrchgernacht, bis jüngst eine Zeit kam, in der ich Alles von rnir zu eulfcri'en rvulischte, was mich an jenes kleine Matchen erinnern tonnte. Es wurde mir zwar schwer, lnich von dem Maxcl zu treuneu; aber ich hatte noch viel Schwereres durchmachen müssen, rmd rnein Herz rvar abgestumpft gegen ein so geringfilgiges Weh. Ich scherrkte ihn also einem '^>ekannten — arn nächstcn Morgen lag cr wieder vor meiner Thür. Ich ließ ihn abermals hintragen, aber er kehrte nichtsdestoweniger zurück, uud der Bekannte verzichtete auf seinen Besitz. Meine Schwester hielt sich damals an einem fünfzehn Meilen ent-fernten Orte auf. Ich besuchte sie, um sie in ihrein schrvcren ^^eid zu trösten oder Trost bei ihr zu holen, nnd nahm den Maxel mit, rnn ihm das Heimkornmcu zu verleiden. Es fand sich auch Einer, der ihn behalten rvollte, und ich kehlte ohne den Hund zrirück. Aber eine Woche später, als ich im Dunkeln nachhause kornme, springt Etwas au rnir in die .s>öhe und ich sütilte eine heiße Zunge au meiner Hand. Nach diesem Sprung aber fiel er hin und lag regungslos da wie ein Kadaver. Er hatte die sünszchn Meilen augenscheinlich ohne llnterbrechung zurückgelegt, denn er war mit dein Schmutz der Landstraße bedeckt und abgemagert bis auf die Knochen. Nrnr, da hätte ich ja wahrhaftig schliurmer sein müssen, als sein erster Herr, wenn mich das nieht hätte rühren sollen. Ich behielt ihri, unv nrm werden wir uns sicherlich nicht früher trennen, als bis cs mit Einem von uns Beiden zu Ende geht. — Aber wie lächerlich ist eS, dasS ich Ihuen da eine lange Gescbichte erzälile, die am Ende Niemanden interessieren kann, als allenfalls den Maxel selbst!" „Nicht doch, Herr Sebald, ich habe Ihnen rnit Vergnügen zugehö't. Und wollen Sic irrir nun auch eine Frage, eine unbescheidene Frage vielleicht, gestatten, ohne böse zu werden ?" Monarchen zu beschäftigen. Vielmehr sind alle deutschen Tages blätter einig in der Ablehnung der kaiserlichen Rede und fassen dicse letztere hauptsächlich gegen die Widersacher des Schul-gesetzeutwrufes gerichtet, auf. Diesbezüglich sagt die „Kiiln. Zeitung" rvörtlich folgendes: „Die Rede des Kaisers eröffnet die Aussicht auf einen gewaltigen A^achtkampf einer versinkenden ZeitrichMug gegen die herrschend: Weltanschauung und Lederrsauffassung der dtntschen Nation; sie richtet damit au alle unabt^angigen liberalen Männer die energische Aufforderung, öffentlich Zeugnis al^zulegen von ihrer freien Ge-sirrnnng. Wlnn j.'nia's Solons staatsinännische Auffassung berechtigt war, eass in kritischen Zeiten jeder Bürger das Recht habe, Partei zu ergreifcu, so gilt sie für unsere Zeit, in der unsere heiligsten Giiter, die Frc:beit unseres Denkens, die Wciterentrvieklnng oder die Znrückschranbung unserer (5nltur auf dlm S;.iele stehen. In diesem Kampfe finden sich die Kreise, die in opfermirthigem Ringen dttn Gedanken unserer nationciltn Einheit zurn Durchbruch verbolfen haben, in der Opposition, nnd um die Negierung schaaren sich die Elemente, die schmollend abseits standen, als daran gearbeitet wurde, der deutschen Schmach uud Zerrissenheit ein Ende zu machen." Das Blatt ist rvegen seiner Aenßerungen mittlerweile gerichtlich bel^mgt worden. Aber auch die „Voss. Ztg." tritt heftig gegen die kaiserlichen Worte auf und ist iusbesoudere über jenen Satz der Rede missver-gnügt, welcher vom „Allswaudern" spricht. Sie schreibt n. A. fol^^errdes zur Erinnerung au „Kaiser Weii'^bart" ulld den ,,großen Fritz": ..Kaiser Wilhelm I. sprach einst die nnvergesslichen Worte: „Verderbte Menschen und Schnuichler »rill ich entschlossen von mir weisen. Die Geradesten und Aufrichtigsten sollen mir die Liel^star sein. Die lvill ich für rneine wahren Freunde halten, die mir die Wahrheit sagen, so sie rnir missfallen konnte." Die Verfassung giebt je'enr Bürger das Recht, seine ^Lkeiurmg iu Wort uud Schrift offen c,us-zusprcchen. Baterlandsliedc und Hiu^^edung an dic Monarchie gebieten dem Bürger, von diekein Rechte Gebrauch zu machen, wenu Ue Regierung unheilvolle Wege zu betreten scheint. Es ist des Bürgers Pflicht, dcis Vaterland urrd die Regieruug in schlimmen Zeiten uicht im Stich zu lassen und nur Erlösung von dein eigenen Missvergnügen zu suchen, sondern jenen Einfluss auf die Staatslenkung zu gewinnen, der dem Reiche, dem Volke und der Kroue eine glückliche Zukunft zu gewährleisten verspricht. Man soll dein Worte nicht eirre Bedeutung geben, wie sie dern Sprecher selbst nnerrviruscht rväre. Der Kaiser kcnrn nicht genrnnt haben, dass alle Missver^nmgten oder Nörgler- auSrv^ndern sollen; denn gerade jetzt liegt ein Geset;entrvurf dem i)ieichStagc vor-, der tie Auswanderung zri erschweren bestimmt ist. Der alte Fritz ließ sich jeden Eolo--ltisten mit zweihundert Thalern und mehr verschreibeu, ui d er sagte: „Ich rvill adLolumtsnt, dass so regiert werde, dass die Leute ins Land kornmen llnd nicht hinauslaufen." Das ist die Politik der Hohenzollern, rind wie der „Alliirte von Roßbach und Dtnnervitz" sich unendliche Mühe um Preußen gcgebcll Hernraun nickte stumm, ohne ihn anzusehen. „War jeues kleine Mädchen Fräulein — Franlein Lissy Neblsen „Warum fragm Sic denu dau^ich? Ich bin uicht gern an jeue tbörichte, vergessene Zeit erinnert, lieber Herr A?rnus." „Ich frage danach, weil ich Sic bittFu ruöchte, einen Groll adzrllegen, der dem besten, edelsten Wesen Kummer be-reitet. Sie inögen eiiren (Ärund haben, Ludlvig Nehlscu zu hasscn, aber Sie t)adcu sicherlich keinen, diesen Hass arrch auf seine Tochter ^n Überträge», und Sic thun ihr rveh urit diesem ungerechten Groll." Der junge Vcrkführer stand jetzt hastig auf und trat ans Fenster. «Ich zweifte nicht, dass S!c's gut meinen, inein Frerind", sagte er nach einem kurzen Schwei^lcn, ..aber Sie sollten gerade diesui Gei^ei^jtand fallen lassen! -- Sie irren sich sehr, wenn Sie glanben, dass ich einerr Hass gegen Franlein Lissy einpsände, ich schätze ihre gnten Eigenschafien vielleicht nicht minder hoch als Sie; — aber ^wi^chen dicier Familie rmd der nreinigen j^ähnt eine Kluft, die viel zu tief und breit ist, als dass es eiu Hinüber odcr Herüber geben köuute! Zwischen rmS giebt es nichts als Feindschaft — für Ludwig NehlsenS Hans l)abe ich keinen anderen Wunsch, als das Vcrderbeu!" Gerbard erbebte vor dieseln leidenschaftlichen Ausbruch seiues sonst so inäunlich ernsten nnd gefassten Freuildes. „Wie können Sie das unschuldige Aiadchen entgelten lassen wollen, was Jhneu der Vater gethau?" rief er aus. „Sic beklagt Ihr Unglück auss Tiefste, itnd erst gestern be-anstragte sie mich, Ihnen zn sagen, dass sie stündlich für Ihren arinen Bater bete." „Sic betet für ihn! — Ah, und darnit glarlbt man, ist cs gkthan! Nicht wahr? Nein, rnein Lieber! Ich gehöre nicht zu den lamtnhcrzigcn Natliren, die uut eines schönen und man annehmen kann, „dass er dies nicht für nichts gelh.in hat", so darf man auch annehmen, dass der große Friedrich, der Philosoph von Sanssouci, der eigentliche Schöpfer von Preußens Größe, nicht umsonst gelebt, gewirkt und ge-f.l-nebcn hat." Ja, in der That, wie viele Millionen Menschen v.indcn, von: Centrum und seinen Anhängern abgesehen, im deutschen Reiche wohl üdrig bleiben, wenn das „Auswandern" cr«st zu nehmen wäre? Können Männer, wie Hclmholf>, Virchov, Treitschke u. s. w. wohl jemals umgestimmt werden':' Sie alle, sowie sämmtliche Professoren der deutschen Universitäten, ja fast alle durch Geilt und Selbständigkeit hervor-r^^gcnden Männer müssten ja ein neues Vaterland suchen und Deutschland witrde veröden. Es ist ein böser Wahn, in dem die regierenden Kreise Deutschlands besangen sind, nur dauert er zum Schaden der Nation schon allznlange, als dass seine schädlichen Wirkungen verborgen bleiben könnten. Sckon waren die Worte Wilhelms II. vom März 1890: ,.wer nicht mit mir ist, den zerschmettere ich!" — fast vergessen, allein seine letzten Aeußerungen haben wieder die Erinnerung daran wachgerufen. Nur in einem Falle hat der Hobe Redl»cr Recht behalten, da er sagte, dass der „Geist des Ungehorsams durch das i?and schleiche." Ob aber der „neue Kurs" die Mittel finden wird, diesen Geist auszutreiben, das müssen wir sebr bezweifeln. Der „Geist des Ungehorsams" hat nun auch das kleine Griechenland erfasst. Delyannis, der greise Ministerpräsident stellt sich in Widerspruch mit den Anschauungen seines Königs, roiewohl er nicht gerade Ursache hätte, auf seine Verdienste ?u pochen: er klcimmert sich mit der Zähigkeit eines Strebers an seine Witrde, fordert das Machtwort seines Herrn heraus und l)ält wie ein feuriger Agitator Reden an das Volk, um es aufzureizen gegcn den König und dessen Entscheidung! Das mochte Georgios I. wohl nicht geträumt haben, wie er vor Jahrzehnten als Jüngling einzog in die Stätten des classischen Allerthums, dasS ihm dereinst einer seiner Rath-gcber, ein sechsuudsiebzigjähriger Greis, der ihm Jahre hindurch Dienste gelc!stct halte, den Aufruhr in das Volk tragen und sein eigetlks Ansehen zu unter^^raben suchen werde! — Der König hatte ihn seiner Stelle enthoben und das musste er schweigend hinnehmen, wollte er nicht den Geist des Ungehorsams im Vande verbreiten. Wie glücklich ist dagegen in dieser Hinsicht der deutsche Kaiser! Der Weise im Sachsenwalde grollt zwar, allein er berkitet dem „neuen Knrse" keine Schwierigkeiten erheblicher Art; er spricht nur, wo er sprechen muss und wenn Hass und Bosheit sein Andenken zu besudeln trachten; aber er sacht nicht den Aufruhr und die Empörung an, sonk'ern wartet mit satt übermenschlicher Gci'ult' auf die Ein- und Umkehr und giebt so dem grossen deutschen Volke sowie den übrigen Nationen abermals ein Beispiel hehrster Art, wie ein solches nur immer als ein Ausfluss wahrer Grösze enlstehen kann. ^Iter eZo. -» ^ 4- Aus dem fteiermSrkischen Landtag. (3. Sitznng der II. Session der VII. vandtagsperiode.) Am 3. d. wurde der steiermärkische Landtag vom Landeshauptmann, Grafen Wurmbrand, mit einer Ansprache eröffnet, in der der Redner der Trauerfälle im kaiserlichen Hause gedachte und dtm verstorbenen Abgeordneten, Pros. Dr. Lipp cin'n ehrenden Nachruf widmete. Sodann sprach der Landeshauptmann sein lebhaftes Bedauern über den Austritt des Landesausschusses ,^,eiherrn von Berg aus und wandte sich im weiteren Verlaufe seiner Rede der Thätigkeit des Landes-AusscdusseS im ad.)elaus>nen Jahre zu und verwies auf den vorgelegten Tliatigkeits-Bericht, c?us dem hervorgehe, dass, soweit es mö..lich war, die Aufträge des Landtages vom Landes-Ausschusse durchgeführt wurden. Außer diesem Thätig-keitberickte — fuhr der Redner fort, hat der Landes-AusschusS den illnften Band der Landesvertretung herausgegeben, welcher die Thätigkeit demselben bis einschließlich des Jahres 1890 umsasst, und ferner bat die Buchhaltung eine Zusammenstellung über die financiellen Gebarungen im Landeshaustialte während dks dreißigjährigen Bestandes der verfassungsmäßigen Wortes willen eine tödtliche Kränkung vergessen können, und nur in Ihrer jugendlichen Unerfahrenheit können Sie etwas von mir verlangen, das iider eines Menschen Kräfte geht! Sie ist unschuldig an dem Unrecht ihres Vaters — gewiss! At'er ist nickt auch meine arme Schwester nnschuldig an dem, was ihrem Vater zum Vorwurf gemacht wird, und musS sie nicht tro;;'eln furchtbar darunter leiden ? Ich will von mir nicht spiechen; denn ich bin ein Mci'M, und stark lenug, die Verachtung dieser erbärmlichen, falschen, heuchlerischen Gesellschaft zu ertragen; Mananne at'er ist tro^ ihres Helden^ miittzigln Charakters ein Weib, und wie sie sich auch bemüht, es vor mir zu verbergen, ich sehe doch all das Herzeleid, das idr die erbarmungslose Grausamkeit der Welt bereitet. Sie ist ja die Tochter des Diebes, des Betrügers, des Sträflin.iS! Die guten Hänser haben ihre Thüreu vor ihr verschlossen, und die liebevollen Freundinnen baben sich tion ihr zurückgezogen ! — Und Fräulein Lissy? - Nun, ihr Vater ist ein reicher, ein angesehener Mann! Niemand fragt darnach, wieviel Tropfen sauren Schweißes und wirmen Herzblutes an seinem Golde kleben —, er ist rechtschaffen und seine Ehre ist ohne Makel. Sie wird gefeiert, bewundert, auf den Händen getragen, sie wird die glückliche Gattin irgend eines ebenso reichen, ebenso angesehenen und ebenso makellosen Mannes werden, als es ibr Vat^r ist! Was kann ihr da an meiner Freundschaft gelegen sein' Sie kann in ihrem schönen und prächtigen, sicher».n Hause meinen ohnmächtigen Groll verlachen — ich aber, ich wäre ein Llender, ein Nichtswürdiger, wenn ich um ihres schöne» G« sichtchens oder um ihrer sanften Worte wUlen. meinen HasS gegen ihre Sippschaft auch nur für eine einzige Stunde einschlafen liejze!" Es wurde leise an die Thür geklopft, tlnd er brach ht'stig ab. Marian,le war herau'gekommen, um mitzutheilen, dass das Mittagessen fertig sei. Sie hatte doch wohl die Landtagsthätigkeit vorgelegt. Aus diesen Berichten erhelle, wie reichhaltig sich die autonome Wirksamkeit des Landtages entwickelt hat, wie immer neue fruchtbare Gebiete der Thätigkeit der Landesoerwaltung erwachsen sind, und wie bei allem Fortschritte das Land mit seinem Vermögen so haushälterisch vorzugehen wusSte, dass sich das Landesoermögen nicht vermindert, sondern bedeutend verinehrt hat. Diese Entivicklung der autonoinen Thätigkeit sei aber bei weitem noch nicht abgeschlossen und werde sich nach den Aufträgen, die der Landtag dem Landes-AuSschusse ertheilt habe, noch weiter zu entfalten haben. Darnach erklärte der Landeshauptmann, dass nur die Verwaltung im engeren Sinne in geordnete Babnen gelenkt sei, da im großen Ganzen die großen sinanciellen Operationen abgeschlossen erscheinen, indess j.doch die Venvaltnng der Gemeinden und Bezirke, itire sinanciellen Verhältnisse nnd die Hebung des Wohlstandes auf dem Lande noch viel zu wünschen übrig lassen. Da der Landes-AuSschuss sich dessen vollkommen bewnsst sei, wie schwierig es ist, auf die Hebung des Wohlstandes direct Einfluss zu üben und die drückenden Verhältnisse des Landbewohners zu verbessern, so suche er seine Aufgabe darin, nach allen Richtungen hin aiif directem Wege ihm unter die Ilrme zu greifen, Utn die Landbewohner wenigstens vor dem weiteren Niedergange zu schützen. Ein Mittel in dieser Richtung erblickte der Landtag in der Errichtung einer Versicherung gegen Feuersgefahr als Landes anstalt, welche auf dem Grundsah^e des VersicherungS-zwanges, des Monopoles und der Wechselseitigkeit zu beruhen hätte. — Im Hinblick auf die geradezu hilflose Lage der Landbewohner in einzelnen Gegenden werde der Landes-Ausschliss dem Landtage ein Sanitätsgesetz vorlegen, worin den Gemeinden durch Zusammenlegung in Sanitätsbezirke die Möglichkeit geboten werde solle, Acrzte zu bestellen. Nachdem der Redner hierauf der Errichtung von drei neuen Spitälern iln verflossenen Jahre, sowie der Nothwendigkeit der Erbauung eines neuen Spitals uud der Errichtmlg neuer Kliniken in Graz Erwähnung gethan hatte, wandte er sich dem E senbahnwesen zu und gab die Erklärung ab, dass die Verhandlungen bezüglich der drei Localbahnen Kapfenberg-Seebach, StainzMieseldorf und Gonobitz-Pöltschach abgeschlossen seien, so dass dem Ausbaue dieser Bahnen in diesem Jahre nichts mehr im Wege stehe. Die Verhandlungen mit den Interessenten bezüglich der Murthalbahn seien vor» geschritten; die Bahn nach Rohitsch dürfte durch die Möglichkeit des Anschlusses an Krapina in ein ernsteres Stadium der Berathung getreten sein und die Bestimmung der Trace werde einen Geqenstand der Verhandlung bilden. Nach Eröffnung der Bahn Fürstenfeld-Hartberg im vorigen Jahre sei ein neues Glied in der Anie der oststeirischen Bahnen gelegt worden und es haben sich bereits ComitvS gebildet, welche den weiteren Anschluss von Fehring oder Feldbach nach Radkersburg oder Purkla, sowie von Aspang über den Wechsel nach Hartk'erg ins Auge fassteu. Diese Bemühungen für die Hebung, der W.hlthätigkeitsanstalten und des Verkehrswesens wirken jedoch nur indirect auf die Hebung des Wohlstandes. Die directe Einflussnahme auf den Wohlstand der Bevölkerung, aufdiecul-turellen Verbesserungen, auf die Hebung der Industrie und der Landwirtschaft, die Ordnung in der Gemeindeverwaltung und die Reorganisation des Armenwesens seien aber die Gesichtspunkte, welche in Zukunft zu allermeist daS Interesse der Landesvertretung in Anspruch nehmen würden. Die Reformarbeit in Bezug auf die Gemeindeverwaltung und das Armenwesen müsse vom Gesichtspunkte einer Erleichterung und nicht einer Vermehrung der Steuerumlagen ins Auge gefasst werden, da die Bevölkerung heute mit directen Steuern bereits überlastet sei. Da durch die Hebung der Landescultur indirect auf den Wohlstand der Bevölkerung hingearbeitet werden solle, habe der Landrag den Landes-Ausschuss beauftragt, Erhebungen bezüglich der Errichtung eines Landesculturrathes zu pflegen, welcher, ähnlich wie der Eisenbahnrath, das berathende Fachorgan für alle die Landwirtschaft betreffenden Fragen sein solle. letzten Worte ihres Bruders noch vernommen; denn sie sah ihn ernst, ja beinahe verweisend an, und es wurde ihm sichtlich schwer, den ruhigen, freundlich heiteren Ton wieder zu finden, welcher Gerhard vorhin so wohlthuend berührt hatte. ES war eine stille Mahlzeit, nnd der gelbe Kanarienvogel blickte mit seinen klugen, runden Aeuglein schier verwundert ans die drei Menschenkinder, die trotz all seines herausfordernden Zwitscherns so ernst und wortkarg bei einander saßen. Als endlich Niemand mehr zum Essen Neigung zeigte und Marianne Geschirr und Tischtuch wieder entfernt hatte, sagte Hermann mit einem bitteren Lächeln: „Sehen Sie, Herr Asmus, wir sind eine trübselige Gesellschaft und verstehen uns herzlich schlecht auf die Zerstreuung unserer Gäste. Ist man erst einmal, wie wir, halbwegs aus der menschlichen Gemeinschaft ausgestoßen, so verlernt man nur zu rasch alle ihre Gewohnheiten." „Du thust Unrecht, Hertnann, zu Herrn Asmris in solchem Tone zu svrecben", unterbrach ihn Marianne. „Vor Allem hat er ein Recht darauf, die ganze Geschichte unseres Unglücks zu hören und damit hättest Du eigentlich den Anfang machen sollen. Er wird dann selbst am Bestm beurtheilen können, wie viel Theilnahme oder wie viel Verachtung er nns zuzuwenden bat." Obwohl die Entscheidung über diesen letztern Punkt eigentlich schon in dem warmen Blick zu lesen war, welchen Gerhard auf das junge Mädchen richtete, gab Hermann doch seiner Schwester Recht und erzählte in kurzen Worten die kleine traurige Geschichte ihreS zerrütteten Familienglücks. Sie war in ihrem äußeren Verlaufe einfach genug. Ilir Vater war von bescheidener Herkunft gewesen, von ebenso bescheid'ner als Ludwig Nehlsen, der Nachbarwhn, mit dem er in engster Knabenfreundschaft aufgewachsen war. Ludwi.^ Nehlsen kam zu einem Krämer in die vehre, während Sebald I Der Landeshauptmann schloss seine Ansprache mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser, in das die Abgeordnetem einstimmten. Der Statthalter, Freiherr v. Kübeck, überreichte dem Landeshauptmann einen von der Regierung eingebrachten Gesetzentwurs, betreffend die Ausübung der Jagd auf den bei Ablösung der Forstservituten mit dem Vorbehalte desJagdrechkK abgetretenen lSrundtheilen. Die neugewählten Abgeordneten Karl Graf Stürgkh (Großgrundbesitz) und Karl Pongrc^tz (Liezen) leisteten die Angelobung. In der Sitzung am 4. d. M. erfolgte die Wahl in die Ausschüsse. Die Reichsrathswahl in Graz. Graz, 4. März. H. Der Eandidat des Wahlausschusses, Bauunternehmer Hugo Skala, wurde mit einer von seinen eigenen Anhängern nicht gehofften Stimmenmehrheit znm Neichsrathsabgeordneten geivählt. Bon 5i:;4 Wahlberechtigten machten 3598, also fast 51 vom Hundert, von ihrem Rechte Gebrauch. Hieoon entfielen auf Herrn Skala 1()Ö6, auf feinen Gegeniverber 900 Stimmen; der sociat-demokratische Candidat erhielt 1 l Stimmen, die anderen waren zersplittert. Der Kampf war heftiger als jeder andere bisher in Graz erlebte. Fragen wir nach den Ursachen, die dem Vertrauensminne des großen Wahlausschusses trotz der günstigen Aussichten, die, wie unser letzter Bericht ausgeführt hat, der von« Geiverbebunde aufgestellte Landtagsabgeordnete Dr. Starkel zu haben schien, eine so gewaltige Mehrheit verschaffen konnten, so müssen wir zunächst auf einen am Wahltage zu Gunsten Skalas erschienenen Aufruf hinweisen, der die Unterschriften Dr. v. Derschatta's sowie der Mitglieder der deutschen Natioualpartei, Dr. Kokoschinegg nnd Ferdinand Ludwig trug. Wir müssen es uuS hier versagen, näber auf die Frage einzugehen, wie es kommen mag, dass eine politische Partei gegen einen Bewerber, der sich offen und entschieoen zu ihr bekannt, für einen Mann eintritt, der erklärt hat, sich vorläufig keiner Partei anschließen zu wollen. Genug, der Aufruf erschien und damit war auch das Schicksal deS' Wahlkampfes entschieden. Die Unterzeichner des Aufrufes haben gewiss nicht ohne Ueberlegung, sondern im wohlverstandenen Interesse ihrer Partei gehandelt, und insoferne können wir uns als Anhänger dieser Partei mit einem Ergebnisse zufrieden geben, das ein Zeugnis von ihrer VolkS-thümlichkeit ablegt. Vielleicht hätte Herr Skala noch ein paar hundert Stimtnen mehr erhalten, wenn nicht am letzten Tage einige Inserate erschienen wären, die, auf die Herabsetzung seines Gegners berechnet, alle Gebote des Auslandes mit Füßen traten. Wir sehen von den Anspielungen auf den be« kannten Wiener Pressprocess ab; allein, wenn ein anonymes Inserat bchanptet, Dr. Starkel habe einem „hervorragenden israelitischen Glaubensgenossen die warme Vertretung der Interessen der Cultusgemeinde zugesagt", so ist das einfach, gelinde gesagt, zu dumm, und chat dieser Angriff aus dem Hinterhalte Herrn Skala wohl kaum die Stimlne eine« einzigen anständigen Menschen verschafft Hoffentlich rechtfertigt Herr Skala alles das, was zuvor nicht er selbst, woht aber seine Anhänger für ihn versprochen haben, und bleibt dessen eingedenk, dass er seine Wahl einer Elnpfehlung der deutschen Nationalpartei verdankt. Ueber die Balutareguliernng.) Die Sprachrohre der Bi?rse und Börsenfürsten lasse»: jubilierende Töne hören, ein großes Geschäft steht in Aussicht, es ist etwas zu „profitieren". Die cisleithanische Valuta-regulierungs'Contmission, bestehend aus 21 nicht semitischen Dieser Aufsatz ist uns von befreundeter Seite zugegangen. Wir haben vor einiger Zeit schon unsere Meinung inbetreff der Goldwährung zum Ausdruck gebracht, glauben aber den uns freundlichst zur Verfügung gestellten Aussithrungen umsomehr Raum gebet» z^u sollen, als es heute bereits zur Gewissheit geworden ist, dasS die Borlage bezüglich der Valuta - Regelung „durchgepeitscht" werden soll. Unter solchen Umständen scheint eS geradezu geboten, die hochwichtige Frage von allen Seiten zu beleuchten. Die Schristleitung. einem Handwerker übergeben wurde, und wenn sie jet^t auch seltener zusammenkommen konnten, so blieb doch ihre Freuiid-schast unverändert bestehen. Sebald war fleißig und geschickt, und als er nach beendeter Lehrzeit einige Jahre in seinem Handwerk gearbeitet hatte, waren seine Ersparnisse groß genug, dass er daran denken konnte, sich einen eigenen Herd zu gründen. Fast zn der nämlichen Zeit begrültdete auch Ludwig Nehlsen in Gemeinschast mit einem Anderen, welcher die Mittel dazu hergegeben hatte, ein kleines Handelsgeschäft, und von diesem Zeitpunkte an begann er mit einiger Verachtnnq auf den schlichten Handwerker herabi^usehen, den er früher seinen Freund genannt, nnd dessen Gefälligkeit er oft genug in Anspruch genommen hatte. Er gab jeden Verkehr mit ihm auf und er hielt ihn bei einer zufälligen Begegnung auf der Straße kaum eines Grußes würdig. Desto größer musste Sebalds Ueberraschung sein, als Nehlsen eines Tages mit allen Anzeichen der Erregung in seine Werkstätte stürzte und um eine Unterredung unter vier Augen bat. Er war durch waghalsige Spekulationen in solche Bedrängnis gerathen, oasS nicht nur seine kauslnännische Existenz, sondern auch seine Ehre auf dem Spiele stand, wenn es ihm nicht gelingen würde, schleunigst den zur Deckung einer dringenden Verpflichtung erforderlichen Betrag aufzutreiben. Da er sich natürlich keinem seiner Geschäftsfrennde entdecken durfte, wenn nicht Alles ü.er itin zusammenbrechen sollte, so hatte er sich in der letzten Roth des ehemaligen Spielgenossen erinnert, der, wie er ^.ut musste, in geordneten Verhältnissen lebte, und flchte ihn nun um Gotteswillen um Rettung an. Sebald, der noch kinderlos war, bedachte sich nicht lange. Er lieh Nehlsen seinen Hochmuth nicht entgelten, sondern übergab ihm Alles, was er an Ersparnissen besaß, und da diese Sumine nicht ausreichte, machte er sich selbst auf den Weg, um von seinen Bekannten den Rest ^usammenzuleihen. (Forts, folgt.) und 1d semitischen, größtentheils der Großfinanz angehörigen Mitgliedern, ist zusammengetreten, um die Modalitäten zu finden, unter denen das Geschäft anzurathcn wäre; denn hoffent-lich ist die Durchführung der sogenannten ReMlierung nicht fiir alle Fälle beschlossen, sondem es soll sich erst nach ge-wissenhaster Erwägung ergeben, ob die für den Staat zu erwartenden Vortheile auch den möglicherweise eintretenden Nachtheilen die Wage halten. Die Bortheilc der Valutaregulierung sind einlmchtend, dieselbe stabilisierte — unter gewissen Vorau^sejzungen — unsknl Gcldvcrkekr mit dcm Auslände, machte unsere Handels-beziehungcn von den Schwankungen unabhäugig, welche die Schäy^ung unseres nicht vollkommen consolidierten Geldwesens ronsciten des Auslandis findet. Es fragt sich nun, ob wir in Ocstcrreick-Ungarn be-bcrcchtigt sind, uns in die Rcihe jener Staaten auf der östlichen Halbkugel zu stellen, denen wir in der Stabilisierung des Geldwesens nachfolgen wollen, indem wir, so wie diese, das e^elj^te Währungsmctall, das Gold, zur Grundlage unseres Geldwesens machnl. Niemand wird bestreiten, dass das Alter und Ansehen unserer Dynastie, der Stand der Cultm-Fortschritte im jetzigen Stadium, abgesehen von unserer Wehrmacht, unserem Staate das Recht gibt, in die Ncihe zu trtten nrit England, ^xrank-reich und Deutschland. Nußland kann unmöj^lich mitzählen, seine Ohnmacht, die es dem Koloss auf „thöncrnen Füszeu" verwehrt, die erste Pflicht staatlicher Bereinigungen zn erfiillen, nämlich die Biirgcr vor Hnnger zu schlitzen, ist in letzter Zeit zu offenkundig an den ?ag getreten. Nur eln Bedenken macht sich gegcn die vorerwähnte Gleichstellung geltend: wir in Oesterreich-llngarn genießen eine freiheitliche Entwicklung, die allein geeignet ist, die Pro-ductiou uud somit die Werteschaffung zu steigeru weit kürzere Zeit, als die drei andern in Betracht kommenden groszen Cultnrstaaten Europas. Bei uns konnten durch verbesserten Ackcrdau, durch Industrie und Handel nicht schon seit langer Zeit Wate angescinrmelt werden, die, wie es in den anderen Staaten der Fall ist, eine ^'reite Grnndlage des Eredites bilden könnten. Erst in den lel.tcn 25 Z-riedenSjahren, unter dem consiitutionellen Regime, ist eS der emsig arbeitenden Bevölkerung gelungen, den Fehlbetrag im Staatshaushalte zu beseitigen und nnsere Handelsbilanz activ zn machen. Bon diesem Standpunkte aus sollte, nnserer Ansicht naeb, die Balntaregnlieruug hauptsächtlich b trachtet werden. Den in die Augen springendcu Bortheil der Golr^währung werden Ue Macher derstlben, die Ainanzinstitute, die E^portenre und viele Groszindnstrielle ziehen, für den Bürger im gewöhnlichen Sinne, den Kanfmann, den Gewcrbetreik?enden, den Baner, die vielen Millionen gewöhnlicher Staatsl?ürger bleibt die Gefahr des Risikos, welche sie nritzntragen haben, ' l ohne dass sie von den Bort heilen mitgenießen können. Freilich eil würden auch die letzteren Kreise mitgewinnen, wenn durch d' diese Action der StaatScredit entschieden gehoben werden könnte, allein dazu scheint dieser Regulierung ebeu das Notl)>wcnd!<^ste, die svlidc Hinterlage abzugehen. Was will es sagen, wenn — mit großen Opfern — Ll)0 Millionen in Gold als Garantie für die Goldzalzlungen besebafft werden? Das Ansland kennt nnsere Geldverhältnisse vielleicht besser als wir selbst. Solange sich nahezu MO Millioueu österr.'ungarischer Staatspapiere und viele hundert Millionen österr.-nngarischer Jndustriepapiere in den Cassen des AnSlandes befinden, wir in Oesterreich-Ungarn aber nur eine gegen die ol^i^en Summen verschwindend geringe Menge ausländischer Werthe besitzen, können nnsere Finanzen mit denen der drei großen Staaten nicht auf einen Fnst gestellt werden. Nicht Kriege allein — wovor uns eiu gütiges Geschick dewahre — auch andere Uebel — Wiisscrnten uud Ueber-produetiou beispielsweise — nicht blos bei nnS, anch in anderen Staaten, können (Kalamitäten hervorrnfen, dnrch die das Gebäude der Goldwährung, anfgebant auf die 200 Millionen Hinterlage, zusanlmenbrechen kann; ein Sturz, der hundertmal mehr Schaden anrichten würde, als nnS dnrch die Stabilisierung des Geldwertes im Bcrkrhr mit dem Ans^ lande IN zehn Jahren zugute kommen kann. Darnm ist cS unsere Ansicht, man veitage die Ncgnliernng, lasse 20 oder doch wenigstens lO Jahre dem Bolke Zeit, dilrcti seine rege Arbeit den Wohlstand des Staates zu helfen, schlitze in diesem Zeiträume durch vollswirtschastliche Gesetze die reelle Arbeit gegen Schwiudcl und Korruption, dann wird nach Al?lauf dieser Periode nnser Ansehen itn Auslände derartig j^estiegeu stin, dass zur Einführung der Goldwährung lnit Beruhignng geschritten werden kann. E. S. „We«« die Utilchen wieder bljiljtn." „Noch lag in den Klüften der Schnee, doch schon durchzog ein wunderbares Al)nen die schöne Welt; die Blumen fern im Süden fandten duftende Grüße ihren, noch stille schlnmmerndcn Schwestern, die nnn bald von der Soime Mn srohen Leben wachgeküßt wurden, llnd an den grünenden Abhängen schimmerten die Primeln, leuchteten die Schneeglöckchen, dufteten und träumten . . . Bor drei Jahren war's. „Wenn die L ilcben wieder blühen, da komm ich heim und hole Dich als mein heißgeliebtes Weib", hatte er fliisternd seiner schönen jungen Braut gesagt, als er Abschied zu nehmen kanl für lange Zeit. .,Uttd ich, — ich werde auf Dich warten, in trener Liebe", sagte leise der rothe volle Mädchcnmnnd. „Wenn die Beilchen wieder bli'chn". . . . Sie blühten schon zum zweiteninal. Und das Ätädchen harrte sein, niic es einst gelobt, in ^^^icbe nnb Trere. „Ob er diesmal kommen wird?", flüsterten angstvoll die bleichen Lippen. Doch er kam nicht. Das dritte Jahr zog nun ins ^>?and. So schön ha'ten die Beilchen noch nie geblüht, so süß und wundersanl noch nie geduftet. „Wird er kommen?" Die Volksschule in Tirol. ^ Ans Bozen wird unterm 3. d. geschrieben: Die Schul» frage wird uusern Landtag hervorragend beschäftigen. .Hiebei kommen wieder zwei Hauptschlagworte der Clericalen znr kräftigsten Verwendung: die confessionelle Schule und die Schnlanft'icht. Schon seit längerer Zeit Parlamentiren die deutschen Frommen mit den wälschen Frommen über die Schulfrage, um iu dieser „hochwichtigen" Sache Hand in Hand zu gehen und sie in ihrem Sinne der Lösung znznsühren. Die Henchler! Als ob sie die confessionelle Schule nicht schon längst trotz Reichsvoltsschulgesetz ebenso wie die Schulaussicht in ihrem festeu und sicheren Besitz hätten! Die Schule der „guten, alten Zeit" besteht bei uns in ungeschwächter Kraft und kanm in den Atädtrn ist etwas vorhanden, was auch nur entfernt einer modernen Schule gleichsähe. Thalein, thalans, bergauf, bergab mag einer unsere Grclfschaft durchziehen und er wird keiue Spur der „gotteSlästerlicheu" lil'eralen Schnle finden, von der nnscre clericalen Blätter fort nnd fort faseln, wohl aber die alte Schule, in der die Kinder tä^^lich — 4 Stunden lang „Religionsunterricht", haben, d. h. die Legenden und Biographien aller Kalendcrhciligen zu hören bekommen. Sind sie dann „ansgeschult", dann vermögen sie kaum ihren Namen zu schreiben und wissen nicht, wie wir uns des öfteren selbst überzeugten, welches der Name der Hauptstadt des Reiches oder des Landes ist. Noch tranris.cr wie in den Knabenschulen sieht es iu uusereu Mädchenschulen aus. Hat hier der Geistliche die „Religionsstnnden" bccndtt, dann kommt die Schulschwester und fttzt ihn aus Eigenem fort. Keiu Wunder, dass selbst gut veranlagte, fleißige D^ädchen in krasstster Unwissenheit die Schule verlassen. Das K»^pitel „Schulaufsicht in Tirol" zu studieren halte man sich einrnal einige Zeit in irgend einem unserer Bergdörschen ans uud beobachte, welches Verhältnis zwischen dem „geistlichen Herrn" nnd dcm „Herrn Lehrer" besteht. Man wird schr rasch blureiken, dass dieser nur der submisseste Knecht des Seelsorgers ist. Der Geistliche entwirft den Stundenplan nnd bestimnU vor Allem die Anzahl der Religionsstunden; cr setzt den Lehlstoff fest und controliert sehr genau hieriu den Lehrer. Pflicht des Letzteren ist es, das, was der Geistliche in den Religionsstnnden vortru,i, zu wieder-holeu. Außerdem obliegt ihm der '.'l.l^eßner- uud Orgauisten-oienst, wodurch er erst rccht von dem Pfarrer oder dem 5iaplane alzhängig wird. Gefällt es diesem, irgend einer Betübung, einer Wallfahrt, eines Heiligen halber die Schulstunden fiir einen hall)cn oder anch ganzni Tag ausfallen zu lassen, so hat sich der Lehrer dem zu fügen. Die Sclavenkette, welche den Tiroler Lehrer drückt, ist uilzerreißbar, so lange dessen Gehaltsbeziige nicht geregslt d. h. vcrl?essert werden. In Siid-tirol hat der Lehrer ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 500—600 fl.; in Nordtirel aber bis zu 80 fl. herab. Der Tiroler Lehrer muss, will er nicht geradezu verhnngern, Mesiner- und Organistendienste leisten, den Gcmeindeschreiber abgelten, sonstige Nebenbeschäftigungen treil'en. Ueber diese dörflichen Nebenagenden übt der Ortsgeistliche das Patro-zininm aus —will also der Tiroler Lehrer leben, dann mnss er jedes alte Weib nmschmeicl'cln, das mit dem Pfarrhause vertraute Beziehrmgen unterhält. Die Cabinetskrise in Athen hat eine rasche Lösung gefunden. Das Ministerium Delvannis ist vom Könige abberufen worden und trotz der Schwierigkeiten, welche die Kammermajorität der Bildung eines nenen Eabinets bereitete, hat sich dasselbe bereits constituirt. Kou-stautopoulos übernimmt das Präsidium und das Portftnille des Auswärtigcu und der Finanzeu, Philaretos das der Jlistiz und des Jnuern, Sachtoun das der Marine, Viastrapas das des Krieges uud Papamichalopulos das des Unterrichtes. Die ueueu Minister ljaden bereits den Eid abgelegt. Tagesnemgkeiten. (Eine Wein leitung). Borige Woche wurden die .Kellereieu der l'etanntcu Wcincxportfirma M. Bauer in Wien, Simmcrina, welche derzeit das weitaus größte unter den Wiener Wcinfreilageru besitzt, von den Hörern der Kellcr-wirtschaftscurse der k. k. östcrreichisetieu Laudwirtschaftlicheu Gesellschaft iu Wien, sowie der !?. k. önologisch^pomologischeu Lcl?ranstalt in Klosterneubur^ besucht. Besonderes ^>utcresse erregte die Weinrohrleitnng, welche das Etablissement unterirdisch mit den auf der nahegelegenen Bahnstation Simmering befindlichen Gel''isca"lagen der Firma verbindet, welche zu.erioacht, so dass si-keiu Lebeilszeicheu für ihre Familie von sich geben k0lNi:e. Die Behörden haben in dieser Angclcgeiiheit eine strenge Untersuchung eingeleitet. s^Gioachimo Rossiui.) Am Februar waren es himdert Jabre, s.it der große italieuische Toudi^tcr Rossini in Pe'aro (Roinagna) das ^^icht der Welt erblickte. Rossini war das echte Kiird des sonnigen ^^lalieus, dessen Lüste uns so weich nnlschineicbeln und iu dessen iiiarinem ^i'lima die süßesten Früchte reisen. Natürliches Feuer, bezaubernde Aiimutl? siud die Gabeu, die ihm als Er!.^tli.'il in die Wiege gelegt wurden, und der Genius der Kunst brachte schou frülizeitig diese Eigeuschasten zu einer Entwierlnng. die zuerst seine Vands-leute und dalm die ganze civilisierte Welt, ztir Begeisterung hinriss. Nicht dnrck dranlatischen Grigt, und die ^^iebe zu Ober-'kunignnd zeitigt in den Köpfen der Weisen vom „scharfen Eck" die seltsamsten Vo> schlage. Dieser Winkel bildet eine Welt für sich, einen Staat im Wirtshausstaate, an diesem T'scke vereinigt sich die ^iristokratie vom „scharfen Eck", das sind die Stammgäste. Der Wirt und seine treue Milli, die nuu scbon an die acht^'hn Jahre beim „scharfen Eck' serviert, tragen dem Stammtisch gegenüber eine an Verehrung grenzende Hochachtung zur Schau, und wenn das Grscbäft in drn späteren Abendstunden etwas nachgelassen hat, dann gesellt sich auch der Wirt zu den Gästen im heiligen Winkel, und, ist sie nickt allzu müde, erscheint später auch die Wirtin, um ein Stündchen bei den Stammgasten zu verweilen. Das ..scharfe Eck" ist ein gutes Gastkaus; der Wirt schaut auf seine Gäste, scin Bier ist gut und sein Weinkeller ist scin Stolz. Die Wirtin ist ein Juwel, und wenn sie der alte Trentiner einst den Radetzky der Küche genannt hat, so hatte er damit nicht so unreckt. Jeder Tag vergetit wie der vorhergthendc und Tag für Tag eitönt am Stammtische die Klage um Ober Kunigund, Tag für Taa werden große Pläne zur Rcttun>t Ober-Kunigunds geschmiedet, die nie zur Ausführung gelangen. Und so sind sie wieder beisammen, die Getreuen vom „scharfen Eck" und kraicken sich darüber, dass in Oder Kuiligund für d,e „Fremden" so wenig geschieht. „Hm. Hm! Es is a so! Es g'säiicht bei uns nix uud für Oder 'liunigund mus« was ^,'schcg'n! Wer leid't denn mehr als der G'schäftsmann? Jetzt, ivo die Ober-Kunigunder Kundscbast fort is, von was soll er l den? Vom Fremden! Wenn aber ka Fremder net da is? Da kann er mipirrn. Aver die Steuern und Zins gengen weiter! Es is a Uebel!" — ..Ob's an Uelirl is! Wolter kommt aber das? Weil die Obl^r Kuniguttder ka Courage' dab'ii. Wird bei uns 'was veranstaltet? G'schlcht 'was für'n Freindenverkehr? Schaun's unn zum „Smonik", wann dnit'n a Jäg.rkränzchen is, w'e die Leut' z'sammrennen! Und jetzt is' a ganze Wochen beim „Brunn" g'Neckt voll ^i'lv.s'n! Waruin? Weil's a Preis-kegklscheib'n geben had'u! Es is do weni^istens etwas, wenn a net'S Rechte. Und was kuimt denn all's no g'sch g'n!" — ..Freili kunnt no viel m^tir ^'scheg'n! Aber 's ><'schicht halt nix. Schaun's i dav' mir scho so oft denkt, das? die Leut' so viel Erfindun gen machen, die eigentlich, wann mr's nimmt, scho gar nix daßen. M'i sollt 'was Praktisches machen, was die Leut zügrlt. t>a nfindens tans nd Jusectenpntver, dass die Vitcher hin werdrn Da? is ja >,anz guat un' schön und waS wahr is, is wahr. Obcr-Äuni^und stcl)t m ^ie Sachen proß da. ^ber das z'a .t t^.ilt net Wann auer heraeh'n thät und sa..,en möcht: ..Neueste Erfindun.,! O'Flöt» können net mehr beißen! I reiß an jeden Floh die Stockzähnt schmerzlos aus! Sö, das war an Aufseg'n! Tausend möchten herkommen und die Operation anschau'n. Das war so was, wann der Flohzähnt-Doctcr Kutschers so an Viecherl vor alle Leut mit dem Zangerl in die Goschen einefahren möcht! Ja, nachdeilken muaß ln'r halt und si's Hirnkastel a bifserl strapeziern. Aber wanll die Leut nur weiter leben und an nix denken, da wird für Ober-Kunigund sei Lebtag nix g'scheg'n!" — „Fischer, sö san a Ehrenmann mit Strupfen ohne Haut!" lacht der Zirngast, „a Mordskampel! An Aufseg'n war's wohl, wann m'r denen Flöh die Stockzähnt reißen möcht, aber i glaub, es is net mögli!" — „Net mögli? Aber Zirngast! Wann m'r Jbna vor zehn Jahren g'sagt hätt': Da in der Mauer is a Brettl aug'nagelt, in den Brettl is a Loch, da nießens eini, nachher sagt Jhna der Vetter in Wian „Helf Gott!" Wann Jhna das aner g'sagt hätt', was hätten's dem than? Sö hätten g'sagt, der Mann g'hört anf die schwache Abtheilung, wo m'r zu an Ultimo kau Pagat braucht und der Mond 'n Sküß sticht! llnd je^t red'r m'r durch's Brettl wohin 's woll'n. Na, so seg'ns! Warum sollt m'r an Floh net die Stockzähnt nehma können!" — „Aber Lentl'n! Mit so aner Erfindung is uns a net g'holfen. M'r muaß was veranstalten! Mir brauchen an Rmmnel, a Remasuri. au Bahöll, a große Trummlerei mit Pauken und Trompeten! Tschin! Tschin! Bum! Bum! Dös zia^zt! Dös hat au Schan! Da kumman's herbofelt dö Fremden mit die Maikeln, mit die Pfuud, glei a paar Eeutner, mit die Napoleons, aber weg'n den Flohdocter Herrn Kntschera kommen höchstens a paar Hundsmütter her, dö ihnere Pintscherln net sekirn lass'n woll'n. Aber san ja allerweil so, wie die Andern. Mir red'n nur, aber than wird nnser Lebtag nix!" — „So is! So is! Mir sollten waS thun für die Ober-Kuniguuder Ortschaft, wenn scho neamd si drum annimint. Das war das Richtige!" meint der Herr Wrabl und knuspert ein Rebhändl zusammen. „Ah, das Rebhändl is aber heut schon delicat. Die reinste Flachsen!" — „Wie a Mensch daS Rebhändl so gern essen kann. Wann i „a Spalterl" gessen Hab, Hab i überg'nug!" — „Mein Gott! die Ohrfeigen und die Gusto's san verschieden. Zehn Portionen iß i aus an Sitz!" — »Zehne? Net amol fünse! Was gilt die Wett'?" — „Was' woll'n! Zehn Litter Wein! Gilt'S?" — „Gilt! D« is mei Hanv!" — Eben legt der Wrabl seine Hand in die Fischer's, als der Zirngaft aufspringt. „Halloh! Ansg'halten! I hab's! Jetzt waß i, was m'r veranstalten! Meine Herr'n! Hab'ns a Jdee ? Na! Aber i hab's, i, der Zirngast! Ja, lacht's nur! Da werd'n d'Fremden schau'n! An Vergnügungsfahrt werd'n d'Schöbeder, Slugisch und Höller kutschirn müass'u. Wir veranstalten a großes Rebhändl-Wettessen!" — „A Rebhändl-Wcttessen? Bist g'scheidt?'^ — „G'scheidter als Du! Für Ober-Kunigund muaß was g'scheg'n! All's war scho da! An Ausstellung, a Schulfest, a Zaubertheater, a Prcis-Tarokspiel. aber a Rebhändl-Wettessen no net! Denkt'S Euch Leutl'n, das Aufseg'n! Großes Rebhändel-Wtttessen beim „scharfen Eck"! Da werd'n d'Leut schau'n!" — Der Stammtisch ist verblüfft. Den Weisesten beiln „scharfen Eck" will die Idee Zirngast's doch nicht recht einleuchteu. die Weiseren schmunzeln, die Weisen sind begeistert. Aber für Ober Kunigund muaß was gescheg'n! Man beginnt zu berathen und Wrabl, der große Rebhändl anbeter, meint, dass dieses Rebhändl-W-^ttessen nur dann bedeutenden Erfolg haben würde, wenn auch die Preise genügend reich dotirt wären. Es entspinnt sich eine große und lebhafte Debatte. Es wird endlich der Beschluss gefasst, drei Preise zu widmen, und zwar als ersten Preis ein lebendes Spanferkel, als zweiten Preis Schiller's Gedichte in Prachteinband, als dritten Preis 25 Liter Schumlauer. Der zweite Preis wurde über Antrag des Herrn Fischer und zwar aus dem Grutlde bestimmt, um zu zeigen, dass das Comitv „gebildet und belesen" sei, und weil die Tochter (Johanna) Fischers im Vorjahre die Schiller'schen Gedichte in der Volksschule als Plämium erhalten hat und das Buch zu Hause vom Staube aufgefressen wird. Das l^omite ist mit seinen Beratbungen noch nicht fertig. Bis um 12 Uhr nachtS sind die Weisen vom „scharfen Eck" beisammen gewesen und haben debattirt und getrunken. Nächstens werden schon die Fremden der ganzen WeU zum großen Redhändl-Wettessen beim „scharfen Eck" eingeladen werden. Jeden Tag ,st Sitzung und die Frauen der Mitglieder des Stammtisches sind schon ganz entsetzt darüber, denn die Herren Gatten kommen täglich um die Mitte'nachtstunde oft in einem Zustande heim, der it»r körperliches Gleichgewicht arg gefährdet. Da stellt sich der Gemahl recht nahe an die Bettlehne, sein Oberkörper schwankt wie ein Rohr, das der Wind bewegt, und er sagr: „Thre— sidl--Thre---Thre--sidl! Hup! — Das verflixte Schnackerlstössen — — mir thun ja nix Unrechts! Mir san ja die Comitetcv vom großen Rebhändl-Wettessen. Waßt, mir woll'n ja nur, dass die Fremden herkommen! Jetzt hab'n mir a Menge — — Zet---Zetteln nach Georgen. Witschein und Platsch g'schickt! Dort flieaen's auf d'Rebhäudel! Mir had'n ja unser Ov-Kunigund so viel gern nnd waßt — Thre — Thre — Hup — Thresidl — ftr Oder-Kunignnd muaß ent'li was g'scheg'n!" Julius L . . . . Landwirtschaftliche Filiale Leibnitz, 2. März. (Umfrage über unser Schreiben v om 14. v. M. an sämmtliche Filialen.) Es ersieht hiemit seitens der Bor-stehung odi'ter Filiale, welche 190 Mitglieder zählt, an alle Filialen der k. k. steierin. Landwirtschafts-Geiellschaft, die aus unsere Zuschrift vom 14. F.bruar noch keine An'wort gegeben haben, das höfliche Ersuchen, bis längstens 6. d. M. gefälligst eine bezügliche Erklärung anher gelangen zu lasse», oder irgend ein Mlt.tlied aus dem überinittelten Verzeichnisse der Ausschüsse als Vertreter für die aln 6. Närz um 3 Uhr nachmittags in Herrn Ka^is Localitäten in Leibnitz abzuhaltende Verialnmlnng sämmtlicher Filialen dcS Landes zu bevollmächtigen. Die bisherigen Einläuse von den Schivesterfilmlen zeigen ein reges Interesse für die Sache. Leibnitz, 4. März. (Fasching —H iringsch ma u s.) Auch hier hatte Heuer das tanzlustige P^iblicum ^enug zu thun, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Wir wollen nur von den größeren Unterhaltungen sprechen: Da war der Veteranenball, diesem folgte der Gewerbeball; letzterer konnte kaum die vielen Gäste, die hiezu erschienen waren, fassen und waren die großen Localitäten des Herrn A. Pader überfüllt, viele Gäste verließen erst um 7 Uhr früh das Local. Den Veranstaltern dieses Balles kann alles Lob gespendet werden. Der Bürgermeister-Stellvertreter Florian Nienaus, dann die Herren Jakob Teuber und Fritz Kortschak haben um das Gelingen dieses Balles das Hauptverdienst sich erworben. In den in der „Tagespost" und im „Tagblatt" hierüber erschienenen Notizen wurde den Lesern die Ente aufgetischt, dasS der Biirgcrmeiftcr Ludwig Herrmann den Ball eröffnet hätte; dies ist unrichtig, denn der Ball wurde von Herrn S. mit Frau Vogl, Kaufmannsgattin hier eröffnet. — An dem vom hiesigen Gesangverein in Kollers Localitäten arrangierten großen Häringschmaus betheiligte sich Alt und Jung. Die Küche war ausgezeichnet uud kann der äußerst sauberen Wirtin alles Lob gespendet werden. Hier sei noch eine Neuemng erwähnt, nämlich dass in Kollers Restauration seit 14 Tagen ein Lohndiener fungiert — der erste in den Leibnitzer Gastwirtschaften. VRothwei n, L. März. (Ein erfül lt er Wuns ch.) Unser sehnlicher Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Der hohe steierm. Lanbesausschuss hat Herrn Jauk als Oberlehrer an unserer k. k. Franz Josef-VolkSschule ernannt. Wie wir Herrn Jauk kennen, wird er den Schulunterricht in unserem Sinne leiten, nämlich so, dasS die deutsche Sprache wieder gepflegt wird. Unter der Leitung des in höhere Regionen versetzten früheren Herrn Oberlehrers ist dies eben nicht geschehen. Wir Rothweiner können dem hohen steierm. Landesschulrath nicht genug danken, dass er Herrn Jauk zum Schulleiter erncinnt hat, denn wir sind überzeugt, dass er daS Wohl unserer Kinder im Auge haben nnd mit uns in Eintracht und Frieden leben wird; denn nur dann, wenn das Lehrpcrsonale mit den Eltern beziehungsweise Steuerträgern in gutem Einvernehmen lebt, gedeiht die Schule, die Grundlage eines geordneten Staatswesens. >/Unter-Rothwein, 4. März. (Diebstahl.) Am 18. Februar wurde dem Besitzer L. I. hier auS versperrtem Kasten ein graues Seidenlüster.Kleid, eine schwarze Kaschmir-jacke, ein gesticktes Halstüchel, ein Paar Filzpatschen, ein in Sammt gebundenes Gebetbuch und eine schwarze Seiden-schilrze entwendet. Die l5jährige, nach Bösenwinkel bei Reifnij»g gehörige Magd Juliana Gosok e»scheint dieses Diebstahls verdächtig und wurde deren Verfolgung eingeleitet. Diese» Mädchen dürfte die gestohlenen Kleider am Leibe tragen. Marvurger Aachrichtm. (Ein Ministerial«Erlass gegen den uk< befugten Ausschank.) Das Ministtrium des Jnnem hat sich bestimmt gefunden, den Gewerbebchörden erster Jnttanz aufzutragen, deu unbefugten Ausschank, soweit dies ohne Abänderung der bestehenden Gewerbe-Gesetzgebung möglich ist, durch eine umsichtige und strenge Handhaliung der gewerbe» rechtlichen V^'tschriften abzustellen. Die Bestilnmungcn wegen Ertheilung der Gastwirte- und Schankgewerbe-Concessionen und der Uebertrag solcher Gewerbe sind genauestens za beobachten und der Betrieb der zum bloßen Handel mit (ksswaren und Getränken befugten Gewerbslente ist strengstens zu überwachen, um jede Umgehung der Bestimmung der Gewerbe-Ordnung, das Verabreichen von Speisen und Getränken an Steh' und Sitzgäste, hintanzuhalten. Bei Ueber« tretungsfällen sind die Strafbestimmungeu schärfsten» zu handhaben. (Bei den Post-Sparcassen in Steiermark) wurden im Monate Februar d. I. einaelegt: im Spar-83.692 fl. 73 kr., im Eheckoerkehre 3,084.^502 fl. 29 kr. Dagegen wurden rückge^ablt u. zw.: im Sparoerkehre 05.533 sl. 40 kr.; im Checkverkehre 1,714.444 fl. 6 kr. — Im ganzen wurdeu bei deu österreichischen Post-Sparcassen im Monat Februar d. I. im Sparverkehre eingelegt 2,216.099 fl. 05 kr., rückgezahlt 1,705.906 fl. 71 kr.; im Checkoerkehre wurdrn eingelegt 80,774.899 fl. 54 kr., rllck-gezahlt 81,484.511 fl. 33 kr. (Deutscher Sprachverein.) Die diesmonatliche Vercinsversammlung findet am Mittwoch den 9. d., um 8 Uhr abends im Casino Speisesaale statt. Herr Bürgerschnldirector F. Frisch wird über: „F. Spielhagen als Erzöhler" sprechen. Daran schließt sich der Vortrag von Gedichten und Liedern. Gäste sind wie immer willkomtncn. ^Theater.) Professor Josi-f Kürschner hat über Th. Lobe, den unsere Theaterbesucher in der kommenden Woche, zum erstenmale am Dienstag als David Sichel in „Freund Fritz" vou Elckman-Chatriaa, zu be ZUndern Gelegenheit haben werden, ein Urtheil gefällt, aus dem wir unseren Lesern emi^e Stellen mittheilen wollen. Professor Kiirschner schreibt: „Love reproduciert nickt allein, wie viele seines Standes, er com-mentiert die Charakteure, löst manches ihrer Räthsel und zeiat sie in ihrer ganzen Tiefe, ink'em er sie darstellt. Dieses Durchdringen, ernste Al)>vägen seiner Darstellnngen, zu deren Verständnis er eben auf diesein Wege gelangt, iin Gegensatz etwa zu Ludwig Devrient, d'r mehr in kühn genialischem Fluge seine Positionen nahm, da gegen ähnlich dem Verstandesschärfen Sey^'clmann - gibt seinen Leistungen etwas ungemein In eressantes. Fesselndes und vielfach Bedeutendes." Und an anderer Stelle: „Es geht e was Großes durch seine Leistungen, e was E'm>''tliches und Ä'cheres, daS seine künstlerische Technik ebenso sehr bekundet, wie eine sel'ene Menschenkenntnis, aus der heraus er seinen Gestalten den Odein voller Lebenswahrhkit einbläst." Theodor Lobe hat an zwei Berliner Theatern, von 1858 i?is 1807 am Pet rst?urger Hof'i,eater und auch am Wiener Stadttheatei unter Laube gespielt. Im Jahre 1874, als Laube von der Leitung des Wiener Sti^e-theaters zuriicktrat, übernahin Lobe die Leitung. S it 1830 ist Lobe erster Chirakterdariteller und Re,isseur des Stadt-theaters in Frankfurt a. M. — Der große Künstl r »veilt seit dem letzten Freitag in den Mauern unserer Stadt. (Prinz Carneval-j-) Wir geben hiemit allen Jungfrauen und Jungherren die trauriiie Nachricht von dem Plötz» lichen Hinscheiden Sr. Hoheit des lustigen Prinzen Carneoal. Der launigste Prinz unter der Sonne führte in den letzten Wochen ein etwas tolles Leben, was als die Ursache seines frühen Endes gelten muß. Der Verblichene wurde am vergangenen Mittwoch zu Grabe getragen. Gott schenke ihm fri)hliche Urständ im nächsten Jahr! (Häringschmaus.) Der CasinoRestaurateur, Herr Endres, veranstaltete am vergangenen Mittwoch in den Ccisino-Kaffeehausräumen einen Häringschmaus, der viele Freunde fand. Ein Theil der Regiments-Kapelle Nr. 47 brachte zumeist Märsche und Tanzftücke zum Vortrage. Der Haringschmans mit welchem eine Juxlotterie verbunden war, währte bis Mitternacht, doch blieben in Anbetracht des beendeten Faschings viele Theilnehmer an demselben noch im Cafä Furche in froher Laune beisammen. (Todesfall). Gestern wurde auf dem hies. Friedhose Herr Wilhelm Kaufmann beerdigt, welcher am !). d. zu St. Leonhard in W. B., wo er ein Handelsgeschäft betrieb, starb. Herr Kaufmann l)interlässt eine Witwe und 5 Kinder. Einem hier verbreiteten Gerüchte zufolge soll ein Selbstmord vorliegen. (Selbstmord.) Vorgestern vormittags erschoss sich in der Franz Josef-Kaserne ein Feldwebel des hier garni-sonierendkn Bataillons des Jft.-Rgts. Nr. 47 mit seinein Dienstgewehr. Ueber die Ursachen der unseligen That ist nichts bekannt. (Die Suaheli), die während vier Tagen der letzten Woche in dem Saale der Götz'schen Bierhalle zu sehen waren, haben unsere Stadt verlassen und sind nach Graz weiter gereist. Die Leitung der Suahelitruppe, welche aus 17 Personen besteht, liegt in den Händen des Herrn Craßs. Die Suaheli stammen aus Ostafrita, der Name kommt aus dem Arabischen, in dem skdel „Küste" heißt. Die Männer sind meist kräftig gebaut und zeigen sich dem Beschauer m't phantastischem Kopfputz und ihren Waffen, welche Speere find. Sie filhren verschiedene Tänze auf. Jedenfalls sind die Suaheli eine sehenswerte Elscheinung in Europa. (Fremdenverkehr-Becein.) Freitag, den 1^. d., dem Vortage des JosefifeiertageS, findet um 8 Uhr abends ein großes Concert der vollständigen Musikkapelle deS 47. Jnf.'RegmtS. im großen Casinosaale zu Gunsten des hiesigen Fremdenverkehr-Vereines statt. Bietet schon einestheilZ d«S edle Streben des Vereines für die Hebung unserer Stadt und die ihm hiestr zutheil werdende Unterstützung die Gewähr eines sehr zahlreichen Besuches, so werden dazu gewiss auch die bekannten gediegenen Leistungen der Kapelle des einheimischen Regimentes beitragen. Die Besucher werden Gelegenheit haben, den nenen Leiter der Musikkapelle, Herrn R. von Benczur kennen zu lernen. Wir werden demnächst die Vortragsordnung bekannt geben, für heute sei nur noch erwähnt, dasS für Freunde heiterer Musik das Conccrt in dem unteren Speisesaale seine Fortsetzung findet. Preise: Sperrsitz im großen Saale l fl., Stehplatz daselbst 70 kr., Gallerie-Eintritt 50 kr. Zum Concerte in dem unteren Saale haben nur jene Zutritt, welche Karten für das obere Concert lösen. (Cäci li en-Verein.) Allen P. T. Damen und Herren, welche bisher ausübende Mitglieder des Cäcilien-VereineS waren, wird hiemit bekannt gegeben, dass die wegen der Krankheit des Gefertigten unterbrochenen GesangSproben Montag, den 7. März wieder aufgenommen und in der bis-her üblichen Ordnung abgehalten werden und zwar Montag und Donnerstag für Herren, Dienstag und Freitag für Damen, Mitt,roch für den ganzen Chor, jedeStnal von (i—7 llhr abends. Ludwig Hudover nik. (Schneest ü rm e.) Der Winter entfaltete, da er merkte, tasS du' herannahende Frühling seiner Herrschaft bald ein Ende machen wird, in der letzten Woche noch einmal seinen ganzen ^Grimm und bedachte uns mit Schnee und Stiirmen. Der Aschermittwoch schon lies? sich al'sbeulich an und der Donnerstaz wollte eS ihin gleich thnn. Stadt und Land müssen wieder, hoffentlich nicht lange Zeit, Wintergewand tragen und lustiges Schlittengeklingel läsSt sich wiederum hören. Auch boten die Gehsteige der Stadt in den letzten Tagen neuerdings Gelegenheit, recht nette Stürze zu thun nnd ab und zu ereilte den arglosen Wanderer, wie ein Gruß aus heiteren Höhen, eine kleine Schneelawine, die von eines Hauses Zinnen abgerutscht war. Des Winters Groll in unseren Gauen aber scheint kaum der Beachtung wert, wenn man von den wüthenden Borastürmen hört, welche am vergangenen Donnerstag zwischen St. Peter und Laibach, sowie zwischen St. Peter und Triest lierrschten und den Bahnverkehr völlig ^um Stillstand brachten. Der Triestcr Abendpostzug vom Donnerstag und der Frühpostzug vom Freitag erlitten riesige Verspätungen und konnten erst am Nachmittag eeS Freitags von hier abgelien. Ans den Linien St. Peter-Fiume nnd Laibach-St. Peter findet vorläufig nur der Persouenveikchr statt, der Wiederaufnahme veS Frachtenverkehrs stehen noch Schwierigkeiten im Wege. (Ein roher Bursche) Am 2!». v. M. a1)ends gc^en 8 Uhr beanständete die SicherheitSwache einen Fleischerburschen in der Vtcllingerstraßc wegen roher Thierqnälerei, die i)sfentlicheS Aergernis eregte. Der Bursche leistete in der That alles, waS an Nohheit geleistet werden kann. Nachdem er ein Kalb mit Hilst eines bälfernden HnndeS — von wo ist nicht ermittelt zur Stadt getrieben hatte, band er das Thier vor der Thüre eines Gasthauses fest nnd begab sich in das Haus, um zu zechen. Als er seinem Durst Genüge gethan, machte er sich wieder auf den Weg und wollte daS Kalb an dem um den Hals des Thieres gewundenen Strick vom Platze ziehen, da jedoch daS Thier, derart ganattert, nicht gehen konnte oder wollte, versetzte der gefiihllosc Bursche demselben mit dem gestiefelten Fusi einige Tritte in die Weich-theile und als daS Kalb infolge dieser sauften Malinnng auf die Seite und sast zu Boden sank, zog er eS mittelst des Strickes wieder empor, diese Scne wiederholte sich zweimal, bis durch das Einschreiten eines Wachmannes der Quälerei des Thieres ein Ziel gesetzt wurde. Der verrohte Bursche soll bereits einmal wegen Thierquälerei beanständet worden sein und hat er wegen seiner jüngsten Heloenthat hoffentlich eine empfindliche Strafe erlitten. (Gew altthätige Unterofficiere) In der Nacht zum letzten Montag gerieth ein Dragoner'Unterosiicier im Gasthause „Zum Rothgerber" in der Magdalena-Vor-stadt mit einem Civilisten in Streit und gestaltete sich dieser Zwist zn einem groben Exceß. Der Unterofficier, der zuerst mit einem Stuhle seinen Grimm bethätigt hatte, zog sodann seinen Säbel und setzte mit demselben seine Kraftübungen fort. Ein Wachmann, der gegen den Gewaltthätigen einschritt, mußte sich zurückziehen, da drei Genossen deZ letzteren, gleichfalls Cavallerie-Unterofsiciere, mit gezogenen Säbeln unter Hurrahrufen auf ihn losgingen. Nachdem der Wachmann aus dem Wachtz immer in der Josefstraße einen Kameraden geholt hatte, gelang eS, den excedierenden Unterofficier zu arretieren; derselbe wurde einer Militär-Patronille übergeben. Die drei anderen Cavallerie-Unterofsiciere zertrümmerten eine Thüre des Schnut'schen Hauses und wurden von der Wache verfolgt, es glückte ihnen jedoch, die Kaserne zu erreichen, bevor man sie dingfest lnachen konnte.—Der Wirt des Gasthauses, in welchem sich der Tumult abspielte, erleivet iu Folge der Beschädigung und Zerstörung verschiedener Sachen einen Schaden in der Höhe von nnhr als :',0 Gulden. (Gefunden) und beim Polizeiamte hinterlegt wurde ein Paar noch unfertige schwarze Strümpfe.—Ein Rattler mit Marke Nr. L76 der Gemeinde Villach vom Jahre l89l) wnroe als zugelaufen angemeldet. (Fleischp re ise.) Die Fleischpreisc sind diesen Monat bei nachstehenden Fleischhauern folgende: Rindfl. Kalbsl. Schweinesl. Lammsl. kr. kr. kr. kr. P. Wresznik.....5>2 Cl) 48 — I. Roiko......i'>0 '»0 40 E. Löschnig .....5l> 5)2 — I. Nekrepp .....54 <:0 w — Karl Baumgartner . . . 54 i»0 56 — Th. Reißmann .... 60 60 5)6 40 Ant. Kramberger . . . . 60 5i4 — G. Welle......l)0 6l» l)l) - I. Baumann..... 60 6 ) 56 40 A. Weiß...... 60 64 64 — I. öcrne......ti0 <»0 — 5iarl Fritz......60 <>0 5(! — Josef Kermek..... 60 60 <10 I. Robitsch..........60 64 — — Joses Wurzer..........60 60 <',0 — Vinc. Rottner.....5)4 <>0 56 40 Joh. Schnntt..........5)6 56 t>0 — Joh. Posch............54 6l> 5)6 — Joh. Reicher..........54 60 5)0 — Joh. Petritsch..........60 5»6 5i0 — Pr. Stosier.....52 l»0 52 — B. Kncher ......5i2 5)t; 56 G. Weidner.....52 .50 5,0 — Fr. Wretzl......50 t>0 54 - Karl Weitzl..........50 56 5»0 36 I. Merkl............54 60 56 I. Reicher............54 60 5'.» — -l- Der „Abenteurer", Operette in zwei endlosen und einem normallangen Acte, Text — wir wollen nicht wissen von wem — Musik angeblich von Stix, dem Namen des Componisten gemäß, sehr antik. — Kritisieren gehört durchwegs nicht zu den Lieblingsbeschästigungen eines gutmüthigen Menschen, der gerne durch himmelblaue Brillen sieht, aber in manchen Fällen scheint eS eine Arbeit, ßNe einer der boshastcsten Tenfel uns auferlegte. Es war eine selige Zeit, als uns neben der Lectüre des Robinson Crusoe, Bechstein'scher Märchen u. s. w. die Geschichte vom bösen Dietrich und guten Fridolin in eine unglaubliche Spannung versetzte. Der Text des „Aben teurer", insoweit er nicht anheimelnde Witze aus dem Krakauer Kalender bekannte Solosccnen noch bekannterer Volkssänger bringt, rief unS unsere Jugendlectüre wieder ins Gedächtnis. Es ist im Ukbrigen bezeichnend für die stixische Musik, dass uns dieser harmlose Te^t mehr interessierte, als desstn musikalischer Uebergnss; wir haben uns wiederholt gedacht, dass der Componist ihn nach Weglassung der vorerwähnten Witze und sogenannten komischen Figuren, auch zu einer Oper hätte verarbeiten können, da sich ja auch hiezu recht anerkannte, anlehnenswürdige Meister gefunden hätten. Recht gerührt waren wir, als die jnnge wobl^r.',ogene Gräfin, die im ersten Acte ans eine für sie wenig schmeichele hafte Weise die Bekanntschaft deS echten Grafen Lagrange macht, im zweiten Acte, anläßlich eines Spazierganges, len sie sich im Brautkleide, ohne Hut, auf dem Notre-damc-Plat'>c gestattet, in die Aime ilircs echten Grafen sank, welcher sich durch ein bekanntes Lied, das er ohne Riicksicht auf Pasianten Tageszeit und die Polizei in einer beletZten Pariser Straße loslißt, mit nachahmungswürdige'- Schnelligkeit das junggräfliche Herz erobert. Ohne uns in weitere Cinzelnhei'en dieses köstlich-naiven Textes einzulassen, können wir doch nickt nnchin, dtttl Herrn Currasseaux, dem reichsten Manne von Paris, unsere herzliche Gratulation zu seiner -Lerlobnng mit einer Kräutlerin darzubringen. Wir wollen durchaus nicht behaupten, dass daS Beste zuletzt kommt, wenn wir erst jetzt von der Äknsik sprechen, die in den meisten Operetten die Hauptsache ist. Herr Stix entwickelt in der Verwertnng fremder Motive eine Freinnitbij^-kcit, die nns beinahe gl.audcn lässt, er sei der Ansicht, dass diese Musik wirklich von ihm sei. DaS schwirrt nur so dnrch-nnander : Fatinitza, Indigo, Schönröschen, dann wieder ein bekanntes ^^ändlermotiv u. s. w., so dasS der mit etwas musikalischem Gedächtnisse verjehene Zuhörer die Hälfte der i Nummern, an welchen die Operette sedr reichhaltig ist, beim ersten Anhören schon mitsingen kann. Sehr verwundert waren wir, in dieser reichen musikalischen Blüthenlese das „Fiaker-lies" und den „alten Drahrer" nicht zu finden. Unsere Künstler gaben sich redliche Mühe, daS sinkende Schiff über Wasier zu halten. Eine sehr wackere Leistung !n jeder Beziehung war der Bediente deS Herrn Brakl, auch Frl. Pohl-Meiser, Frl. Böhm, die Herren Sturm und Swoboda verdienen besondere Anerkennung. Frl. Böhm, oie anch etwas indisponiert war, scheint nach dem MisStrauen zu urtheilen, mit dem sie eine Blumenspende in Empfang nahm, wirklich nicht zu wissen, dasS sie die beste weibliche Gesangskraft unserer Bühne ist. — Die Operette wurde vom Director Frinke recht hübsch ausgestattet. Hauptversammlung des Landes- und Frauen-Hilfsvereines vom Rothen Kreuze. Am 27. Februar fand im SitzuugSsaale der k. k. Statthalterei in Graz die Jahres-Hauptversammlung des Landes- und Fraueu'HilfsoereineS vom Rothen Kreuze statt. Die Versammlung leitete der neugewählte Präsident Herr Statthalter Guido Freih. v. Kübeck, welcher seinem Vorgänger im Amte, dem vor einem Jahre verstorbenen Herrn Grafen Franz v. Meran, ehrende Worte dauernden Gedenkens wiemete. Die Berichterstattungen der Herren- wie Frauen-Section, letztere in der allzeit anmuthenden Fassung des Fräuleins Auegg gegeben, wurden mit Befriedigung zur Kenntnis genommen, bei den Wahlen der bisherige Ausfchuss, bis ans einige durch Abgang veranlasste Ergänzungen wiebergewählt. Die Festsetzung der Vereinsleitung innerhalb des also ergänzten Ausschusses wurde folgendermaßen vollzogen : Präfident: Se. Excellenz Guido Freih. v. Kübeck, Vicepräsident: Generalmajor JameS Ritter v. Baertling, Vicepräsioentin: Therese Gräfin v. Meran, Geschäftsführer: Statthaltereirath Anton Strdler, Obmann des Finanj-Comit«'S: Gutsbesitzer Josef Scholz, Obmann der SpitalS-Section: Se. Exeellenz Minister a. D. Generalmajor Julius Freih. v. Horst, Vorsteherin des Transport- und Magazins Comite'S: Ihre Exc. Freifrau Angelica v. Kübeck, Geschäftsleiterin der Frauen' Section: Henriette Auegg. Der Zweigverein Marburg ist ini GesammtauSschusse vertreten durch Frau Iva Reiser. Aus dem umfassenden Berichte sei hervorgehoben, dass das Stannnver^nögen deS steir. Vereines .^68.870 fl. beträgt, aus dessen Erträgnisse im Jahre 1tt01 über 20.000 fl. den noch vorhandenen Invaliden aus den Kriegsjahren 1848, 1849, 1859, 1864, 1866 und 1878 an Stiftungsgenüssen und einmaligen Aushilfeu zugewendet worden sind. Außerdem wurde die bisherige Wirkung der jüngst von; Freiherrn von Horst veröffentlichten, in unserem Blatte in einem besonderen Artikel besprochenen Schrist: „Die Aufgaben der Bevölkerung in Beziehung auf daS Sanitätswesen im Kriege und das KrankenzerstreuungSsystem" gekennzeichnet. Dieselbe fand nicht nur im engeren Heimatlande (5000 Exemplare), sondern auch außerhalb desselben, in Oesterreich, Mähren und Galizien (bis jetzt 7500 Exemplare) weiteste Verbreitung. Die angesprochene Zustimmung zur Uebersetzung in slavtsche Sprachen wurde ertheilt. Zweck der genannten Schrift ist inSbesonder» die Bevölkerung zu veranlassen, für den Kriegsfall sich zur Uebernahme Verwundeter oder leicht kranker Officiere oder Soldaten zn erklären, in welcher Beziehung insbesondere an die Besitzer größerer Gebäude auf dem Lande gedacht wird. Der Delegierte des Zweigvereines Marburg, Hauptmann v. Beckh-Widnianstetter besprach die Ergebnisse dieser Bestrebungen im engeren Brzirke Marburg und meinte, dasS ein Hindernis größerer Erfolge, die Besorgnisse im Publicum abzugeben scheinen, eS könnten den Uebernehmern von Pfleglingen größere Plackereien durch Berichterstattungen u. dgl. erwachsen. Die Bevölkerung werde im Falle der Noth gewiss gerne weit mehr leisten als jetzt angeboten wird, aber Schreibereien wolle sie sich nicht unterziehen. Der Redner gibt Aufklärnngen, dasS die gestellten Anforderungen nur auf das Uuvermeioliche beschränkt seien, dass die Umstände während eincS Krieges eher die Verminderung als die Vermehrung von Berichterstattungen herbeiführen werden und wendet sich an die Presie, damit diese aufklärend au^f die Bevölkerung wirle. Minister Freih. v. Horst ergänzte diese Ausführungen durch Nachweise ails seiner Schrift und sonnuliert einen Antrag, gemäß welchem von der Versanunlnng die anwesenden Vertreter der heiinatlichen Presse ersucht wurden, die ledi^slich humane Tendenz des an die Bevokerung gerichteten Aufrufes in volksthümlicher Weise zu kennzeichnen und allfällige Besorgnisse von unnöthigen Belästigungen zu zerstreuen. Indem wir dicskn Beschlnss zur Kenntnis bringen, erfüllen wir ihn zugleich und einpfehlen insbesonders den Gemeiiiden die Ein-ivirkung in gleicher Richtung. Dein Zweigvereinc Marburg sind seit der letzten Mit-tbeilnng folgende Erklärungen zur Ucbernabme von Verwundeten oder Recom'alescenten zugegangen: Fran von Roß-manit, Besitzerin des Gutes Rothivein 2 Officiere sanilnt Dienein und 6 Soldaten, Herr Arthur Ritter Bitterl von Tessenderg, k. u. k. Hauptlnann i. R. in Gams 1 Officier salnmt Diener, die Gemeinden Roßbach und Gams je 3, die Gelneinde Tresternitz 2 Reconvalescenten. Der praktische Arzt Herr Felix Ferk in Marl'llrq erlläite sich bereit, in Marburger Privathätlsern untergebrachte verivnndcte Soldaten in ärztliche Behandlung zu nehmen. Der Ausschuss des Zwcigverciiies Marburg und Um-gebung hat sich nach den Wahlen vom 14. December 1!^91 aus folgenden Herren und Frauen gebildet: Präsident: Eduard Edler v. Rziha, k. u. k. Oberst i. R.; Bicepräsidentin: Ida Reiser, geb. Puchelt, k. k. Notarsgattin; Geschäftsführer: Leopold v. Beckh Widmanstetter, k. n. k. .Hauptmaim i. N.; Cajsier: Dr. Johann Schmiderer, Vicebürgernleister nno Gutsbesitzer; Ausschüsse oline besondere Function: die Frauen Antonia Frühauf-Reiser und Franziska Schmiderer-Delago, Dr. Arthur Mally, Alexander Nagv, Bürgenneister, Otto Ritter v. Dieskau, k. u. k. Oberst i. R. Vrieftasten der Schriftleitung. Fräul. G. H. in K. Ihrer Bitte können wir diesmal sofort entsprechen; Sie zählen mithin auch noch fernerhin zu unseren eisrigsten Leserinnen. Nicht wahr? E'ngeiendet. Für Form und Inhalt übernimmt die Schristleitung nur die Press« gesetzliche Verantwortung. Mit Bem^ auf t'as lej;te Eingesendet wegen Befahrens der Fr^ihauS^asse erlaube mir vorzuschlagen: So lange Marburg keine den Lastenwagen Verkehr abziehende wirkliche Lastcnstiaße besi^t, ist tas Befahren der Herrengasse für Wagen aller «rt, also auch für Kiaker ,c., nur in der Richtung von Nord nach Süd, da« Befahren der Freihausgasse nur von West nach Ost gestcittet. Das Befahren der übrigen Seitengassen der Herrengasse ergiebt sich hieraus von selbst. Franz Quandest. In der Notiz der „Marb. Zeitung" vom 25. Februar l. I. sind die Uebelstände beleuchtet, welche den Berkchr in der Freihausgasse durch das nun dahin dirigirte schwere Fuhrwerk sehr erschweren, unter Umständen sogar lebenS^ gefährlich machen. Ich Endesgefertigter will nicht behaupten, dass der löbliche Stadtrath als Ortspolizeibehörde wartet, bis ein UNttlück geschieht und dann erst den K 21 des StraßengesetzcS vom Jänner 1870 (L.-G.-Bl. Nr. 20) in Ausführung bringt; denn ich kann mit gutem Gewissen behaupten, dass der Verkehr in der FreihauSgasse täglich mehrmals lebensgefährlich ist. Jeder Laie, der diese lNasse begeht, wird an den abgtschundenen Mauern der Häuser ohneweiters sehen müssen, dass diese Gasse für den Verkehr mit schweren Wägen viel zu schmal ist. Ein ordentlich bcladener Heuwagen kann diese Darmgasse gar nicht passteren. Es ist kaum glaublich, dass man so ein Gasserl für den Verkehr des schweren Fuhrwerkes bestimmen kann. Von meinem Hause wurden durch einen regelmäßig geladenen Heuwagen die Jalousien weg» gerissen. Das gleiche Schicksal erlitten meine Firmatafeln. Die Frauen, sowie die Schuibesuchenden, welche diese Gasse passieren müssen, um auf den Hauptplatz zu gelangen, tonnen, wenn mehrere Wägen diese als Ersatz der Reichsstraße für den öffentlichen Verkehr absolut ungeeignete Gasse befahren, dieselbe kaum mit Lebensgefahr passieren, eS ist ein reines Glück, dass neben dem Pissoir eine Ausweichstelle besteht. Ich wollte mein HauS durch zwei Wehrsteinelschützen, jedoch von technischer Seite wurde dies als unzulässig befunden. Ob alle Techniker unfehlbar sind, will ich nicht behaupten. Die Stteifsteine hätten weder dem Verkehr noch der Wassermulde vor meinem Hause ein Hindernis bereitet, jedoch mein Haus geschützt. Karl Jartschitsch, Hausbesitzer. Mittheilung a»s dem Publicum. Der heutigen Gesammt-Auflage liegt ein Prospect der Firma „I. Karecker, Uhren-Exporthaus in Linz, Ober-Öesterreich^ bei. Eine gute «nd billige Wiener Zeitung. Als solche kann das Sonntagsdlatt der wegen ihres reichen, interessanten und gediegenen Inhaltes sehr beliebten und verbreiteten „Oesterr. Volks-Zeitung" bezeichnet werden. Jede Nummer enthält eine Fülle unterhaltenden, belehrenden llnd anregenden VesestoffeS über Politik, alle interessanten Tagesereignisse, Gesundheitspflege, Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft, Humor. Erzählungen, Küchen- und HauSrecepte, Preis-Räthscl mit wertvollen Gratis-Prämien ic. und kostet vierteljährlich mit Franco«Zusendung blos W kr. Probenummern sendet überall hin gratis und franco die Verwaltung: Wien, I., Schulerstraße 16. Für Aaußfrauen. Sparsame und vorllrtheilsfreie Hausfrauen seien hiemit auf Kathreiner's Kneipp-Malzkaffee aufmerksam gemacht, welcher gegenüber allen anderen Kaffee-Surrogaten den Vorzug besitzt, dass cr neben den nährenden Eigenschaften deS Malzes ein Aroma des Bohnenkaffees hak, weshalb er als ebenso nahrhafter, wie vorzüglich schmeckender und billiger Kaffeezusatz bestens empfohlen wird. Milchwirtschaft. Jeder Landwirt hat die Erfahrung gemacht, dass im Winter infolge der Stallfütterung bei Kühen sowohl die Güte der Milch als auch die Milchergiebig« keit vermindert wird. Wir können daher nicht unterlassen die Herren Oekonotnen auf das seit 40 Jahren mit dem besten Erfolge angewendete KwizdaS Korneuburger Viehnährpulver von Franz Joh. Kwizda, k. u. t. österr. und könig. rllmän. Hoflieferant für Veterinär-Präparate, Korneilbnrg bei Wien — aufmerksam zu machen, welches als Futterzusatz bei constanter Verabfolgung bei Kühen sowohl die Giite der Milch verbessert, als auch die Mjlchxrgicbigkeit vermehrt. Der Postdampfer „Noordland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 2. März wohlbehalten in New-Aork angekommen. Für NeconvalesztUte und Slutarme empfehlen wir als stärkendes, die Verdauung, den Appetit nnd die Ernährung beförderndes Mittel Kwizdas Eisencognac von F. Joh. Kwizda, Kreisapotheker in Korneublirg. Wir machen auf die im Jnseratentheile befilidliche Annonce der Spanischen Weingroßhandlung „Vinado r", Wien, l.. Am Hof 5 aufmerksam. Die direct importierten Ausländer-Weine und französischen Cogltacs dieser Firma genießen ob ihrer Echtheit und Vorzüglichkeit einen gerechtfertigten Weltruf. Eingesendet. Madeiner Sauerörunn besonders empfohlen gegen Jnflnenza. 2125 M/^S Mittel sind heute schon überall zu bekoimnen, aber größten-theils in einer Qualität, welche das Billigste nur allzu theuer macht. Billig ist nur was Preiswerth ist nnd in dieser Be-szehung empfiehlt sich das in so kurzer Zeit in Folge der einsationellen Heilberichte weltberühmt gewordene Apotheker Meikner'sche Hühneraugen-Pflaster, (Ausgezeichnet mit der gold. Ansstellungs Medaille Diplom für Wcltexport» fäbigkeit, 20.000 Anerkennungen innerhalb eines Jahres). — Die Vorzüge dieses Mittels sind, daß es bei einfachster Anwendung, rascher sicherer Wirkung, ohne Entzündung zn verursachen sofort schmerzstillend wirkt, und selbst veraltete Hühneraugen, Warzen uild harte Haut an der Sohle oder Ferse, in 3—6 Tagen verschwinden macht. — Preis per Karton 60 kr. Doppelkarton 1 fl. per Post 15 kr. mehr. Zu haben in Apotheken. Falls irgendwo nicht vorräthig, so wende man sich an das Haupt-Depot A. W. 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Volks-ZeitMg Dasselbe enthält: Ausgezeichnete Leitartikel, interessante Fenillerons, Special-Telegramme von ihren zahlreichen eigenen Korrespondenten, wahrheitsgetreue Berichte über alle Tagest Ereignisse, Handels- und Börsenverkehr, Theater, Literatur und Sport, Gediegene Artikel über Gesundheitspflege, Hauswirtschaft, Land- u. Forstwirtschaft, Erziehung nnd Unterricht. Küchen- und Halls'Rccepte. Humor. Erzählungen, Scherze und Anecdoten, Preisräthsel mit wertvollen Gratis-Prätnien. — Groizer, deutlicher Druck. — Preis des Sonntagsblattes mit wöchentlicher portofreier Zusendung Preis der SonntagS' und Zlonuerstags- Ausgaben nrit wöchentlicher Meimuliger portofreier Zusendung vierteljährig 1 fl. 4^ kr. Preis der täglichen AltSgabe mit täglicher portofreier Zusendung vierteljährig 4 fl. Si» kr. Abonnements können jederzeit beginnen. Probenummern gratis und portofrei. Die Expedition d r Ostcrr. Volf:s-Ieiiung, Wien, I., Schnlerstrahe Kleines möblirteS zu vermieten. Theatergasse 18. Im Haft Iotger ist das Fremdenblatt und die Tagespost zu vergeben. 335 Hreisterei abzulösen auf gutem Posten. Auskunst in der Verw. d. Bl. Slli Gift Sargtischler " wird sofort aufgenommen bei Walheger, Tegetthoffstr. 28. Ktßt« HllMminiKkeittR Mitesser, Finuen, Flechten, Röthe des Ge^ sichts ist die wirksamste Seife 122k wMIl'z MMI allein fabrieirt von ^ vo. i,l Dresden. Berkauf il Stück 25 uud bei 40 kr. Ed. AaNscher, Burggasse. MMe UU Kr Alls 14 lagv eme Aummer. Pri?!»; iiro Quartal Z Lttlöen. »lliv vlvgantv ÜÜoäs' dolieddestv Vloäealilatt in ÜZtvr- röivd-Üvßarn uuä vdöllZv riziedkaltig al^ „llvr Laiklf". §Ot»rirte Staykstlche. Schnittmuster in natürkicher Grösse. I^s»u abvllvirti bei sllsv ?08tan8tnItL» unä öuoI^tiav61uvA0li. vis fiir SisenVahn» und Hkollafpiranten j.htrren und Damen) ertheilt griindlich ein aetiver Beamter. 3:^7 Adresse in der Berw. d. Bl. äse Irl 8vit 3l iakrvn dv8tekvntl, vsLekvint vonnssstag unö Sonntag in jslivr ^ookv. Die vsidroiwtste un<1 ältvkite OrAsu in Hnt6r8l.ejolmarlc unä dlm nvAren- Zieni^ou l'liöjlon unä sivlt clalisr vor^ii^-IlLli 7ur Illsertion. ^bonni^ment^prei» für Vstvri'viek-Ungai'n: VivrtoljÄki-ig t!. 1.75, kalbjiikrig i!. 3.50, gsnzjäkrlg il. 7. InKertittnspreiKv. I)io 5mu1 x?0ki)a1tei>o 6 Icr., Lingv8vnllvt, <^ie Zmkl (larruviict^silg ll) Kr., t'iir jväo fftl^snäs l'.insl.knlt^ung bvltsutsnävi' Iikeklas8. Ichnstlkilimg nnd Utmaltkng der „Wiirbnrgrr Zritnuz" ?ogtxs.»»o 4. VII?^N2.»I7IIVSVS^I7 WM Wer über Kapitals-Anlageu und Bvrsen-WW^^Transaktionen in sicheren Werthen informirt sein will, verlange die a k'öiil3to wöchentlich erscheinende österr.'Ungar. Finanz Jahresabonnement 1 Gulden. Probenummer gratis. . all- Rundschau, die alle dieSbezl^glichen Äuskimfte und Erläuterungen gibt. Administration : Vl»», I. »«»Irle, ^»UQGr»tr»»»v l». 349 isitlisftsn VON Kr. niif^vui'ls ^veräen selmeliLl«.»>!? in l»l2vxtrs.I^t - Svsuvälivitsdivr, lilkIiez^vsuQAIieits - lZI»oIco1a.äv unä Lru»t-I>lalLdoQdoQs viviQv Z^vdvQsrsttunx. (Selbstausgesprochene Worte des Genesenen.) Erfinder und einzige»'Erzeuger dcr nach stincin Namen-bc-A^rI-T-ßz nannten Johann Hoss'schen Malz Heilnahrnnt^s-Fadrikatc, Besitzer 76 hoher Auszeichnungen und Ernennungen, Nittcr hohcr Orden und k. u. k. Hoflicferontcn der meisten Souveräne Europas, w Berlin und Wien, Stadt, Grabt«, Krii««trAraßt 8. Eier Witzlßebore«! Seit litinallt ZVti Aahren teibe ich an ti»em schwere» Kr»ft' n«d MageN' iitet »»d sch»ebte sogar in Zebeasaefahr, »e»« mir »icht S>er Wohtgetore» dirch die Zoha«« Lsf'schen Mahpriiperate, «iinlich barch da<» Malieitrakt, die Ml»lz-ehokl»lade au» Walchoaboa«, welche wirklich alle Auerl»e»«»«s verdie«e», geHolsen hötle». jeider Iii» ich, von de« ranhe« Jahreswechsel iiiierrascht, recidiv und bitte daher >« Znsendnng vo» 28 wasche» Walkektrakt'Gesvudheitabier ß. 14 6V, V,. Kilo Malzgesundheits-eholtolade Nr I » si. 2 40 nnd S Kentel Malz Aruß Konbons. ?. Zt. Sartl»erg. ZohaunZoreu,. Se. Majestät der Kaiser Franz Josef l. von Oesterreich dekorirte nnter Berleihnng des gold. Berdiensttrenzes mit der Krone aUerhSchsteigenl^»Andig dem Malzextrakt-Fabrikanten Johann Hoss mit den Worten: „Ich freue mich, einen Mann wie Sie auszeichnen zu können." Ae. MaMt KSnig Karl l. ?» jlnmiinien begleitete die Verleihung des Hoflieferantenwapplns mit den hohen Worten: „Ihre Ehrbarkeit und achtbare Stellung berlicksichtigend, und der gute Ruf Ihrer ausgezeichneten Malzpräparate . . . ." Se. Ma>eßilt König Seorg »on Gricchenland begründete die Ertheilung des Hoflieserantentitels „Als Anerkennung Ihres vorziiglichen Malzextraktes." Huldvolles Schreiben Seiner königlichen Hoheit deS hochseligen Fürsten Karl Avtou v. Kohen Killern bei Höchstgnädiger Verleihung der Verdienstmedaille öevs mvreut»: „Aus Niemand pas^t die Jnschrist stvvo mpreuti (dem Woblverdienten) mehr als auf Sie." Se. Hoheit der FiirA »oa Vettinge» Wallerßein schrieb: „Es ist Menschenpflicht, den 'v'cidendeu ein so vorzügliches Mittel (Johann Hoff'sches Mal^xtrat) zugänglich zu machen. ^Var^riuiH» l^»DV. ILövix, Kl. kioktvr st'i nt'r dei lisuscder, (?. Lros, ^vsvk ü/lartiriz-. Lo^tvr I^öäieiniseliör nach Analyse der k. k. Versuchsstation sür Weine in Klosterntubnrg ein als hervorragendes Stärkungsmittel für Schwiichliche, .kranke, Reconvalesceute, .'Sinder zc., gegen Blutarmnth und MagenslliVijche von vor^^üglichster Wirkung. In '/, und Origincil Flaschen und unler gesetzlich deponirter Schutzmarke der »»mburx zn Original-Preisen ü. 2.»0 nnd I.S0. Medicinischer Malaga, »veiß Flasche a. 2.-, Flasche I.K0. Ferner ^VO?»« >»ooZ»t«taO in Original-Flaschen und zu Origiualpreisen, in I>l»rdurs: bei Herrn Lti. »»u»ol»»r, Troguerie und Dou». Delicatessenhandlung. 119 AM- Auf die Marke V^QAÜor, sowie gesetzlich dep. Schutzniarke bitten genau zu achten, da nur dann für absolute Echtheit und Güte vollste Garantie geleistet werden kann. 2.W liulli« n in wenn >kst zum Vrei« von SV Pfennig. ?fr«Se-.Hest »ur Z-licht frei tul Hans von jeder «uchhandlung. -S AV0NN»M»NtO --- in allen Bnchhandlunatn. Journal-Vrpedi-tiontn und PostanstaNen. pkdniix-poinsilo ch ärzti. u du'.'ch tiiiisclldc von D^iülschr^ü^.il niikrtannt, dnü oinrigs «xiLtlrontls, rsollv u. un-eNitlN. KOittel, bc« T^iimcn II. sperren ciü'N vollen n. iipplgon ttuar^ucks ni criiclen. t. /^usiallvn d^'r «nsro. wi^' 8ckusipontiil,1ung zu brsnligen: luick» erzrin.U s. '«I'eii t>. gui'^ junji. cin.n kt'iilt. Lolinurk-tiiti't. t^^armluc i. sowie Nn'.^ ?ieIr.. t>. od.'^tnchn. Ur. unv koritn ZVi 12. » linekstut,!. is'/^ul.»>l.i.ck»e^!M vomptoir: Vivi», lV, ksvftritknstf. 2ft. LruQQ »IN kydlrxe empfehlen sich zur Ausführung von klol? - (Ismeiit - VS-odsrn, l<'iittl«^«liun«pn mit »KvItpApp«', Jjolirungen von Mauerwerk gefttn Grundseuchtigkeit mit vllü zur I.i«ks''Uvx ckazu er5orcker1io!ier I>l»toria1lSll. 321 Sälnmtliche erschienenen und neuerscheincnden Mcher und Zeitschristeil in »Iis» Wisscnschastcn und Sprachen liefern wir ol>.»s irgelldwelche Proi'?' erhöhnng auch gegen nionatliche. viertel- oder halbjährige oder gegen Iahresrechnung «lle auch von anderen Buchhandlungen ang>.'botenen Bücher sind bei uns vorräthig und werden auf Wunsch übcralll)in bereitwlUlgst zur Ansicht und Auswahl zugeschickt. I.»xsr- UQÄ. r^olivvrrvtoK^iit»»» über neue und antiquarische Werke stehen jederzeit nncntgettlich und gevurenfrei zn Diensten. Wir bitten von unserem Anerbieten auch in Bekanntenkreisen Mitthei. lung zu machen und unsere Firma als streng reell und zuvorkoinmend zu em-psehlen. und LoliviÄvrQooli, vorm. k'risär. öt-w LiutsiiiZ K k. .ÄofVuchhandruug, I., Tclnfattstralse S. Kundmaehunft '292 Z. 3024 Vom Stadtrathe Marburg wird das Räumen und Verführen der Fökalmassen aus den Senkgruben und Fosselapparaten, sowie das Kehren der Gassen und Plätze nebst Berfiihren des Kehrichts, unter den Hieramts tinzusehenden Bedingungen an den mindcstfordernden Unternehmer auf drei Jahre vergeben. Es werden daher Unternehmungslustige eingcladen, ihre Offerte bis zum 15. März 1892 hicramts zu iiberreichen. Marburg, am 20. Februar 1893. Der Bi'irg ermc istcr: Nagy. Zl. 3413 Knndmaeilung. 324 Der NechnungsabschlusS des GemeindehauShaltes und der Gemeinde-Anstalten für das Jahr 189» wird iin Amtszimmer des gkfertiqten Bürgermeisters am Rathhause zu Jedcnnanns Einsicht vom 1. bis 14. März 1892 öffentlich aufgelegt. Was hiemit zur allgemeinen Kenntnis gebracht wird. Stadtrath Marburg, am 27. Februar 1892. Der Bürgenncistcr: Nagy. Z. 1243 G'dikt 310 Vom k. k. Bezirksgerichte Gonobitz als Abhandlungsinstanz nach dem in Gonobitz verstorbenen Hauptpfarrcr und Dechant Herrn ranz MikuS wird bekannt gemacht, eS sei in die freiwillige gcrict^tliche Veräußerung der in den Verlaß desselben gehörigen Fahrnisse, als: Viehstand, Heu, Stroh, Getreide, Wcinvorräthe, Einrichtungsstücke :c. gewilliget und die Tagsatzung zur Vornahme derselben aus den 7. März 1892 und nöthigenfalls auf die darauf folgenden Tage jedesmal von 9—12 Uhr vor- und von 2—5 Uhr nachmittags im Pfarrhofe anberaumt worden, wobei die Fahrnisse nur um oder über den Schätzwert gegen sogleiche Bezahlung und Hinwegschaffung hintangegcben werden. Am 7. März wird mit der Veräußerung des BiehstandeS, Pferde zc. begonnen werden, in den darauffolgenden Tagen kommen die anderweitigen Fahrnisse zur Veräußerung. K. k. Bezirksgericht Gonobitz, am 28. Februar 1892. Der k. k. Bczirksrichter. Vis seit 6sm ^abrs 1811 bsstvkeväs KainvvIiAiiÄluiiA 2UW sedvarssQ von 277 11snn8 Kkiloi', k'ran? Isseiiver's I^avIikvlKkr empLvkIt sein dsst a8sortirtss l^axor sllsr (Zattunxen vsr-1ä88lieksr best IckimsiLkigsr (Zemiisv', Klumsn-, k'utterriiben-, (iras-, kleo- uoä Vureli beste Ke2u88V. unenkgeltlick. Voriüx!. 8alaml »us ili,li?iii8el>e un^ »»^»liAlie zubereitet empsiehlt 3l)4 JaUvs lZripp», S».1»wik«.drU^ MeUtnghof. Zwei Hewölve slir Spezerei u. Fleischhauerei sind zu vermieten. .Herrengasse Iis!. 205 Circa ..... 297 t«« Wehen Grdäpfel besserer Gattun.^ zu verkaufen. Kaiserstraße 18. Vanksa^unx. Anläßlich des tiesbetrilbellden Hinscheidcns unseres'geliebteu/un-vergesslichen Sohnes, resp. Bruders, Schwagers u. Oukels, deS Herrn Dominik JakesKini k. k. Postassistenten, sind uns von so vielen Verwandte», Freunden und Bekannten herzliche Beileidskundgcbungen zugekommen, dass wir bitten milssen, unseren ausrichtigen, herzlichen Dank an Alle und an jeden Einzelnen auf diesem Wege entgegennehmen zu wollei^ Wir danken den in großer Zayt persönlich bei dem Leichenbegängnisse des Verblichenen Erschienenen, insbesondere aber den geehrten k. ?. Post- und Telegrapheu-Beamten, der Burschenschaft „Germania", der freiw. Feuerwehr und dem 2. Veteranen - Berein, sowie dem geehrten Herrn Dr. Urbaczek für seine aufopfernde Milhe-waltung »vährend seiner langen Krankheit. Ferner danken wir den P. T. Spendern der Kränze auf das Herzlichste uud bitten Alle und jeden Einzelnen, dem uns allezeit unvergesslich bleibenden theueren Todten ein herzliches Andenken bewahren zu wollen. Z>ie trauernd Kinterölievenen. I' 8g.A0rsr Ukiss^g-Ik LZArl Lro», ^ Haus- llnd Relllitiitell-Berkaus. 318 Eine halbe Stunde von der Pfarrrkirche Tt. Jakob, Windisch-Büheln, ist ein Haus, gemauert, mit doppeltem Ziegeldach, schönem gewölbten Keller, bestehend auS 2 Zimmer. 1 Cabinet, Sparhcrdki'iche, Brenn-?essel, schöne Wirtschaftsgebäude, große Presse, eirka « Joch guten Grund-stücken mit Feld, Wald und großem Obstgarten, sogleich preiswiirdig aus freier Hand zu verkaufen. Auskiliiste ertheilt der Eigenthi'lmer Alois Zach iu Obertlappenberg 44, letzte Post Pähnitz. Hochparterre ist zu verkaufen. Auskunft i. d. Vcrw. d. Bl. 323 wird ciil ^v'chrcr der fran'^ösischcn und italienischen Sprache. Briefe er-vttcn unter „V. Ii. 44" an d. Berw. d. Blattes. 326 Gin Schickmädchm wird aufgeuomlnen gegen Bezahlung. Wo, sagt die Verw. d. Bl. 330 Hiilh«jchtige Erfindung gegen SchWiicheznstiindt! kür klänM! lStL.rIe»»s»- Prospekte werden auf Verlangen gratis und franco zugesende,. Verantwortlicher Schriftleiter: HanS !tordon. — Herausgabe, Druck und Verlag von Ed. Janschitz Nsg. lL. Krali?) in Marburg. Das heutige Blatt besteht aus lv Seiten, der Sonntags» und einer Extra-Veilage.