MARBURGERZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES Verlag and Schiiftleitung Marburg a 4. Dran. Badgatt« Nr. |. Pemralt N. 35-67, 3S-M, 29-W. Ab II Diu (ttglich auBer Samstag) lit dl« Scbrifticttang Dur auf Pensnit Nr 28-67 «nclchbar Unvarlangte Zutchrtfta« Warden nicht rückgasandl Bei Mmtltcben Antrageo Iii dai RQrkporto baixulegaa Pottschadtkonto Wlan Nr. 54 MM. Gafrbaftiitellao 1r Ctl'l Marktplatz Nr 12. Pamnil Nt 7, und In Pattau Un^artorgaiu Nr 2, P«m?at Nr 19. STEIRISCHEN HEIMATBUNDES ««rktigllfb ati Morgenzeitung Bazugspreli (Im voraus lahlbar) nnonatlicb RM 2,10 ainacttUeBltcfe 19,8 Rpf PoatTeilunqigebühn bei Lieferung Im Slielfbaod tuiüglich Portoi bei Abbolen In der GearMftacttfl* c 2'—«Jufcb P"« monatllcb RM 2,10 (eingchl 19.8 Rp Poftieitung»gebübr) uad 36 Rpl Zustalt-gebühr EinxelnunmerD werden nur gegen Voreinsendung de* Elnzelpra »et und dei Portoauslagen fugesmdet Nr. 115 — 84. Jahrgang Marburg-Drau, Montag, 24. April 1944 Einzelpreis 10 Rpf Englands Hauptexportartikel Der lächerliche Streit um den Antlantikwall, den man nicht hat dnb Genf, 23. April Die mannigfachen Pläne, die man in England ausbrüte, gehörten heute zum Hauptexportdftdkel Englands, helBt es in der englischen Wochenschrift »New Leader«. »Wir sind Jetzt alle zu PlSne-machem geworden. Jener Kult, dewen Schutzheiliger SLr William Beveddge ist, hat wahrhaft gigantische Proportionen angenommen. Wir planen für den Frieden und wir planen für den Kriegt ■wir planen für die Volksgesund-helt und wir planen für die Seuchen) wir planen edne bessere Erziehung, damit mehr Leute in Eng]anrf |Sch) Griechenlund ten erfahrt eine slünd go Veistarkung on. — Neu eingetroffene Sturmge-Gaieriusbngcn n Saloniki iitenoffeRssYe und I Von Marinc-Kriegsbcrichtcr Dr. Hanns H. Reinhardt nyasion Brillanten für Generaloberst Hube dnb Berlin, 23. April Der Führer verlieh am 20. April 1944 das Eichenlaub mit Schwertern und Bril^ lanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generaloberst Hans Hube. Oberbefehlshaber einer Armee. • Generaloberst Hube, der als Frontoffizier im ersten Weltkrieg einen Arm verloren hatte, aber trotzdem im jetzigen Krieg seine Truppen mit hervorragender Tapferkeit und größler, auch unter den schwierigsten Kampfbedingungen nie ermüdender Energie führte, is' dem gesamten deutschen Heer seit langem ein Begriff. Am 21. Dezember 1942 verlieh ihm der Führer als 22. Soldaten der deutschen Wehrmacht die Schwerter. Dreimal ist Generaloberst Hube seitdr-m Im VVehrmachtbericht genannt worden. Im Sommer 1943 leisteten unter seiner meisterhaften Führung deutsche Kräfle in Slzlllpn dem zahlenmäßig weit überlegenen Feind fünf Wochen lang heldenhaften Widerstand »Führung und Truppe haben eine Leistung vollbracht, die in die Kriegsgeschichte ebenso einne hon wird wie eine siegreirhe Ang''i'fs-schlarht.o So schloß dpr Wehrmachtbericht vom 17. August 1943. Am 31, Januar 1944 meldete der Wehrmachtbericht die Zerschlagung von mehr als zehn sowjetischen Schützendivisionen' und mehreren Pan/erkorps im Raum südlich Poqrebischtsche durch Truppen des Heeres und der Waffen-unter Führung dea Generals der Panzertruppen Hube. Der letzte große Schlag gegen den Feind gelang ihm. als er in den ersten Apriltagen dieses Jahres in heldenhaftem Kampf die Einsrhließungsversuche mehrerer sowjetischer Armeen und zahlreicher Panzerkorps vereitelte und die feindlichen Verbände, die sich «einen Divisionen entgegenstellten, überrannte Heldentod eines Eichenlaubträgers dnb Berlin, 23. April Oberleutnant Joset Zwernemann, Träger des Eichenlaubs /um Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader und Sieger in 126 Luftkämpfen. starb im Angriff auf feindliche Bomber den Heldentod. Der tapfere Flieger, der gerade sein 28 Lebensjahr vollendet hatte, stammle aus Kirchworbis, Kreis Worbis, wo er als Sohn eines Schuhmachers geboren wurde Ira Küstenvorfeld der besetzten Wcst gebiete ist e nc erhöh'e Aktivität des feindlichen Minenkrieges bemorkliar Ubeieinstiramend melden d e Sicherungsverbände und Minensuch-Flottillen von Kanal und Biskaya eine erhebliche Steigerung, vielfach sogar eine Verdreifachung der Räumcfolge vor allem seit den ersten Woche:i de'> Monats März. Dieses Ansie gen der Z ihl der von unseren Minrnsurhve'händen unsrhädlirh gemachten Feindminen läßt darauf schließen, daß der Gegner in diesem Stadium des Knmpfes das man als Vorphase entscheidungssfhwerer Operationen be trachten kann, alles daran sel7t, die Bp-wegungsfreihoit der deutschen Kriegsschiffs- und Heleitverbände entlang dpn Küsten dpT Riskaya und des Kanals zu heeinträchtigen. . Will man einen Verg^eirh zwischen der .\hs cht dieser Vo-feldoperationen und dem Luftkrieg gegen Landziele ziehen, so könnte man eine Zefsrhlagunq feindlichor Eispnhahnknotenpunkte und Versch'ebebahrhöfe und eine Dezimierung des -nllenden Materials als tnkti sehe Parallele ansehen denn beide Operationen dienen dem Zweck, den Feind bei der Verschiebunn von nperfitiven Reserven, Kampfmitteln und Kampfkraft zu behindern und ihn damit außerstande zu setzen, anrollenden Angriffshewegnn-gen hinreichend schnell einen einenen Schwerpunkt entgegenzustellen Wenn sich aber der Feind von der Intensiv'erung seines Minenk'-'enes eine nachhaltige Beeinträchtinunn der der deutschen Bewegungen in Küsten Vorfeld versprochen ha^ so kann man schon jeizt feststellen, daf^ unsere Mi-nensuchverbände bisher keinen Annenblick aufnehörf haben die Situation zu beherrschen Mit anderen Worten' frs ist dem 'rienner nicht nfbimen, d e Schiffsbewenunnen im Vorfeld der französischen Küste zu lähmen. Nach wie Der deutsche U'ehrmachlbericht Wieder 115 Terrorbomber vernichtet EinzelzieU in Ostengland mit gutem Erfolg angegriffen dnb Führerhauptquartier, 23. April Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ira Raum von Sewastopol, am unteren Dnjestr und in der Bukowina kam es gestern nur zu örtlichen Kämpfen. über der Krim veruichleten deutsche Jagd- und Schlachtflugzeuqe bei nur einem eigenen Verlust 20 feindliche Flugzeuge. Zwischen den Karpathen und dem oberen Dnjestr warfen deutsche und ungarische Truppen die Sowjet« in harten Angriffskämpfen welter zurück. Feindliche Gegenangriffe wurden abgewiesen. Im Südab«chnitt der Ostfront hat sich in den letzten Wochen da« brandenburgische 176. Füsilierbataillon unter Führung von Hauptmann Wrona besonders bewährt. Südwestlich Narwa machten unsere Angriffe Im versumpften Gelände gegen zähen feindlichen Widerstand weitere Fortschritte. In Italien fanden keine Kampfhandlungen von Bcdeutunq statt Nordamer'kanlsche Bomber griffen *n den Abendstunden de« 22 April mehrere Orte in Westdeutschland an. Besonders In den Wohnvierteln der Städte Hamm und Koblenz entstanden Schäden und Personenverluste. In schweren Luft-känipfen und durch Flakartillerie wurden 37 nordamerikanische Flugzeuge, In der Mehrzahl viermotorige Bomber, vernichtet. • Britische Bomber führten in der vergangenen Nacht Terrorangriffe qegen it>ehrpre Städte in West- und Mitteldeutschland. Besonder« in den Wohnge- oieten von Düsseldorf und Braunschweig entstanden Schäden und Verluste unter der Bevölkerung. Luftverteidigunqskräfte vernichteten bei diesen Angriffen sowie über den besetzten Westgebieten 'B britische Bomber. Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht mit qutem Erfolq Einzelziele in Ostenqland an. Weitere Bodengewinne im Osten örtliche Sowjetangriffe im Raum von Sewastopol gescheitert dnb Führerhauptquartier, 22. April Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt, Im Raum von Sewastopol und am unteren Dnjestr wurden örtliche Angriffe dflr Sowjets abgewiesen und erneute Bereitstellungen durch zusammenqefaßtes Artillerlefeuer zerschlagen. In der östlichen Bukowina, zwischen den Karpaten und dem oberen Dnjestr, gewannen die eigenen Angriffe in hartnäckigen Kämpfen weiter Boden. Starke Verbände deutscher Kampfflugzeuge griffen In der vergangenen Nacht die Bahnanlagen von Weliklje Luki mit guter Wirkung an Südwestlich Narwa scheiterten wiederholte Angriffe der Bolschewisten ge- gen unsere neugewonnenen Stellungen. Im Landekopf von Nettuno wurden mehrere örtliche Angriffe südlich Apri-lia verlustreich für den Geqner abqewie-sen An der Südfront sprenqten Stoßtrupps an der adriatisc.hen Küste drei feindliche Panzer mit ihren Besatzungen Nordamerikanische Bomber griffen am 21 April ohne Erdsicht mehrere Städte ' Südosteuropas, vor allem Bukarest, an. Es entstanden Schäden und Persononver-i luste. Durch deutsche und rumänische Luftverteidigujiqskräfte wurden 19 feindliche Fluqzeuqe, in der Mehrzahl viermotorige Bomber, abgeschossen Einige britische Flugzeuge warfen In der letzten Nacht Bomben im Raum von 1 Köln, vor fahren unter dem Schutz der bewahrten Sicherungsverhiände unsere Geleite durch die Dover Enge obwohl der Gegner nicht nur durch die immer neuen Verminungen, sondern auch durch den Einsatz seiner Schnellboote und Fem-kn erlfluht die Form und Konstniktion ' der Vline auch ein Ausklinken in grö-I ßeren Höhen ohne daß die komnllzier-I ten GerSte und Apparate in ih-em Innern i Srhaden nehmen. Dabei vermaq jede I ^la^chine je nach Größe vier bis sechs der etwa bis lOOD Kilo schweren 1 Vtinen mitzunehmen. Das Ziel der britischen Minenoflen-sive. in deren Zeichen beute da« Küstenvorfeld im Westen steht, konnte nach Lage dei Dinge nur in zwei Richtungen liegen: Erstens in der Lähmung oder doch Behinderung des deutschen Schiffs-veikehrs im Kanal und in der Biskaya im rung der jüdischen Geschäfte angeordnet worden. Dadurch sei et auch gelungen, dem Wucher, der für alle von Nachteil war, mit einem Schlage ein Ende zu bereiten. Der Reichsverweser hat mit einer vom Samstag datierten Entschließung eine allgemeine politische Amnestie gewährt. Danach sind alle vor der Veröffentlichung dieses Amneslieerlasses begangenen politischen Straftaten, die Im Zusammenhang mit einer nationalen Richtung oder nationalen Bestrebung begangen wurden, amnestiert, ausgenommen Hoch- und Landesverrat sowie Sprengstoffverbrechen. Die Kämpfe im Osten Fortschritte unserer Angriffe b«i Stanislau, Luzk und Narwa dnb Berlin, 23. April Im äußersten Süden der Ostfront nutzte untere Luftwaffe am 22. April das sich aufhellende Wetter zu erfolg-redcheih Angriffen g«gen sowjetische Truppenbewegungen aus. Auf der Krim, wo der Feind immer noch mit der Umgruppierung »einer Kräfte beschäftigt ist, nahmen »ich Schlachtflieger vor allem Granatwerferstellungen, anrückende Reserven und neuangelegte Feldflugplätze vor. Feindlich« Staffeln versuchten verge^blich, die Angriffe zu verhindermi sie wurden zeir-•prengL « Am unteren Dnjettr im. 7n den Lasten kämen in stelgen-doiii Versuche dr-s Feindes hinzu, durch A()iialion dr's Volkes Widerstands-Isuiit /um Lrlahinrn zu l)iingpn, um damit das zu erreichen, was weder Waffengewalt noch Bombenterror herbeizuführen vermochten. In dieser Zeit sei die Einigkeit, die in den düsteren Tagen des Wintrrkriegs das finnische Volk be-soell habe, seine wertvollste Kraft. Das vaterländische Zusammengehörigkeitsbe- wußtsein der finnischen Waffenbrüder sei damit zu einer tragenden Säule unerschütterlicher Garantie der Einigkeit des ganzen finnischen Volkes geworden, die größte Bedeutung in den ernsten Tagen des Krieges habe und damit wesentlich für lange Zeiten das Schicksal der künftigen Entwicklung des Staates bestimme. Jeder Krieg sei hart. Der Krieg, der heute ausgeforhten werde, suche seinesgleichen in der Geschichte der Menschheit. Er verlange nicht nur von den Frontkämpfern, sondern auch von dem Volke Zucht und Härte. Nur eherner Wille, kalte Berechnung und geistige Festigkeit könnten vereint mit der Kraft der eigenen Waffen dem Volke Widerstandskraft und dem Staate eine Zukunft nach den Sturmwellen der Gegenwart sichern. Auf indischem Boden Subhas Chandra Bose kündigt Verlegung seiner Regierung an dnb Tokio, 23. April In einer Unterredung mit Kriegsbe-tirhk'rslriUcin kiinrligte Subhas Chandra Iloso dn, dfiR riif? Regierung des Freien Indien brild an einen großen Ort (n Indien verlegt werde. Die Mitglieder der Regienmg seien schon auf dem Wege dorthin. Ein Plan für die Verwaltung der befreiten CJebieto liege bereits vor Die hrilischn Merrcchnft nehme keinerlei Rücksicht auf die breiton indischen VolsKschichicti und kenne nur Vorrechte einer kleinen Indischen Minderheit. Er sehe seine Aufgabe darin, die breiten indischen Volk56chichten zu befreien, nicht nur politisch, sondern auch in sozialem Sinne. Subhas Chandra Rose, ernannte nach einer Domei-Meldunq aus Bangkok den Vorsitzenden der Indischen Unabhängigkeitsliga, Ishar Singh, zum Staatsminister «einer Regierung. Singh. ist 34 Jahre alt. eine prominente Persönlichkeit in Her Geschäftswelt und bekannt durch seinen Einsatz für die indische Unabhängigkeit. Brandbombenstrassen in London Ausgedehnte Flächenbrände im Stadtgebiet Von Kriegsberichter Dr. Wilhelm Müller t^rlwcllc äfutftche Knmpfllugzeuge rjrillr'n in der Nacht zum 20. April die brilischc Hauptstadt an, nach-d''m London in der Nacht zuvor einen stärkeren Angrill schwerer deutscher Kamp/verbände erlebt hatte, dessen Pulgen durch ausgedehnte liombenstralien zu beiden Seilen der Themse und mehrere Cire/Ui'uer eriiichllich wurden. rd April 1944 FS I'i\. Wie tieibrciuner Samt lag die Erde, von der sich um Mitternacht die Siflifelii zum Flug nctch London erhoben. Eine S'crneiilülle, wie man sie sonst In ganz klaren Winternflehten manchmal bewundert — ein Gefunkel brannte am hohen Gewölbe der Nacht — daß es schwier fiel, in der Unzahl der Lichter die sonst 60 vertrauten Sternbilder zu er-keimen. Und ddrunter formierten «ich die Kampttlugzeuqo zum Bombeifitrom, der einer Sturzflut ([leich über die britische Hauptstadt fallen sollte. Merkwürdiq ruhiq war es auf dem llinthiq, verdächtig ruhig, Nachtjäger, die «ich sonst bereits über der See draußen als Reglfilkomniiindo anbiedern, Irlilten. Die Kusienllnk schwieg. Lediglich ein paar Scheinwerfer eiocherten unsicher in d^n Luftraum. Doch was die Briten bis weit ins Land hinein an Abwehr HU-sgeldfisen hatten, dae holten sie übfr dem Zielraum gründlich nach. Da 6chos«en die Scheinwerfer zu hunderten stell aus der Nacht herauf, griffen nach einzelnen Flugzeugen und hielten sie allen Abwühibeweijungen zum Trutz fest, um der »wilden Sau« — den Nacht-Jagdflugzeugen — eine Gelegenheil zu bieten. Da wurde es schwer, auf Kurs zu bleiben und geblendet von der Fülle des Lichtes die eigenen Zielmarkierungen im Auge zu behalten. In dicken Trauben «tanden die Leuchtbomben über der Themse, die sich unter einer dünnen Nebeldecke versteckte, bis die ersten Brandbombenschauer wie ein Hagel niederprasselten, und das St.idtgebiet in wenigen Minuten aufhellten. Lange FeuerstrijÖen führten zum Schwerpunkt de« Angriffe« hin. Grau, wie blindgewordene Spiegel, «thimmer-ten die schmalen Rechtecke der Docks im Scheine heller Explosionen. — Ganz kurz nur, wie wenn ein Blitzlicht abgebrannt wird, aber doch für die Bruchteile von Sekunden ganz deutlich. Die steilen Säulen der Flak säumten das Kampffeld und In all dem Wirbel krepierender Granaten, bläulicher Scheinwerferstrahlen, greller Leuchtbojen — teils von eigenen Flugzeugen, teil« vom Feinde gesetzt, tobten Nacht-Jäger herum wie gereizte Hornieeen. — Wahrhaftig, der Feind hatte sich vorgenommen, die günstige Gelegenheit, die ihm das Wetter bot, auszunutzen. Mancher Flugzeugführer am Knüppel unserer Maschinen mußte «ich in dieser Nacht an Kühnheit bei Stürzen uhd Abechwün-gen selbst Übertreffen. Der Angriff deutscher Geschwader gegen London spricht eindeutig dafür, daß die angeblich »ausgeschalteten deutschen Kampfverbände« offensichtlich Immer noch existieren, Die Brande an den Die Kathedrale von Rouen London: »Zerstörung das Schlagwort der Stunde« rd Berlin, 93. April AI« sich das Frankreich von 1940 nach Wochen tiefster Verwirrung und «chrek-kensvoller Benommenheit wieder in ein geregelte« Let>en zu finden begann, da stand es zunächst verwundert und über« wältigt vor einer unfaßbar scheinenden Tatsache: Der unversehrten Majestät eei-ner Kulturdenkmäler, denen der Panlher-«chrltt des We«tfeldzuge6 trotz des Fu-rioeos alleeumfaecender Schlachten unendlich behutsam auegewichen wer, »Die Kathedralen lebenl« schrieb damals Frankreichs bedeutendste Zeitschrift »Illustration« Über eine Bilderfolge, und die Freude über die geretteten Kostbarkeiten von unersetzlichem Wert echwang In diesen Worten genau eo epürbar mit wie das Staunen vor der unerwarteten Rücksichtnahme der deutschen Wehrmacht. Aber unter den hochaufstrebenden Kathedralen war eine, deren wunderbare Rettung selbst dem verblendetsten französischen Chauvinisten Achtung vor der Haltung des deutschen Soldaten abzwingen mußte: Die Kathedrale von Rouen. Als Flammen und Zerstörung schon nach diesem herrlichen Denkmal der Gotik mit seinem 150 Meter hohen Turm und den 25 koetbaren Kapellen gegriffen hatten, da waren es deutsche Soldaten gewesen, die mitten im Kampf unter Eineat* ihre« Leben« dieses «teineme Zeugnis aue dem 13. Jahrhundert vor der Vernichtung bewahrten. Von den vielverschrlenen deutschen »Barbaren« einst eorgeam verschont, let die Kathedrale von Rouen jetzt ein Opfer britischer Skrupelloslgkelt geworden. Eine Ironie der Geechlchte wollte es, daß der ehemalige Bundesgenosee ausgerechnet diese« Bauwerk vernichtete, an dem Deutschland seine unendliche Achtung vor der Kultur bewiesen hatte. Doch die anqlo-amerikaniechen Fliegerbomben, die nun dieses herrliche Bauwerk verwüsteten, fielen nicht versehentlich oder zufällig. In ihnen dokumentiert eich eine Einstellung zur Kultur dee Abendlande«, die nun echon hundertfach in den düeteren Kapiteln dieses Kriege« wie Caeeino, Florenz, Aachen, Nürnberg usw. sichtbar wurde. Wer an der AbsIchtUchkelt dieses an-glo-amerlkanlechen Zeretörungsrauschee noch Immer zweifelte, dem dürfte eine Stellungnahme der Londoner Abendzeitung »Evenlng Standard« jetzt ein für alle Mal die Augen öffnen. Major Oliver Stewart fordert darin die Regierung auf, durch eine eindeutige Erklärung doch endlich jene letzten Skrupel zu beseitigen, die hier und da noch in England zu einer Krit'k an der Zerstörung von Kulturdenkmälern durch alliierte Bomben führen, Wenn das nicht bild geschieht, so erklärt er empört, dann laufen die nlllierten Invasions-Oberbefehlshaber Gefahr, vielleicht durch »Irgend- eine fetele Rficksichtnahmec die Durchführung des geeamten Plane« zu ctAren. »Zerstörung ist da« Schlagwort der Stunde«, fthit Oliver Stewart fort, »gleichgültig, ob davon Kathedralen, Kaffee«, Tempel oder Tavernen betroffen werden«! An dem Fall von Rouen möge die Welt ermessen, ob wir oder unsere Gegner die berufeneren Kämpfer für die Kultur der Menschheit sind. Bei den Opfern dnb Paris, 23. April Im Gebiet von Groß-Pari« fand axn Samstag in verschiedenen Gemeinden die Beerdigung von Opfern «tatt, die der Torroramjriff anglo-amerikanischer Flug-zeuien italienischen Arbeitsgesetz, das der Mini- Ufern der Themse, die noch lange nach Anbruch de« Tages nicht gelöscht waren und schwarze Qualmwolken durch die Straßen der britischen Hauplstadt sterrat gerade geschaffen ha! und das für alle Italiener zwischen 16 und 60 Jahren die Arbeitspflicht r nführt, war es kein Zufall, daß an diesem Staatstnipr-tag dem Gedanken der Arbeit besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde. Carlo Scorza freigesprochen. Dor ehemalige Sekretär der Faschistischen Partei, Carlo Scorza, der wegen politischem Defaitismus angeklagt war, ist am Donnerstag in Parma vom Sondergericht für den Schutz de« faschisUsch-republikanischen Staates freigesprochen worden. Zugleich wurde auch der milangeklagte Vizesekretär der Partei, Allesandro Tarabin i, freigesprochen. Britische Marine-Basen sollen endgültig in den USA-Besitz übergehen. Das Marine-Komitee des USA-Repräsen-tantenhaiuses empfahl der Regierung, umgehend Schritte zu unternehmen, um die von der USA-Wehrmacht benutzten Operations-Basen in der westlichen Hemisphäre dauernd in nordamerikan1«chen Besitz zu bnngen. Diese ursprünglich in britischem Besitz befindlichen Stützpunkte wurden bekanntlich den USA im Austausch gegen 50 veraltete USA-Zer-störer auf 99 Jahre verpachtet. wälzten, werden von den Untertanen seiner Majestät ohne Zweifel eher als Realität wehrgenommen als die Luftsiege der britischen Lufiwafle. Mein erster Patient Eine R' Ikreuz-Schwesternhelfcrin betreut Rücksiedler Ein schneidend scharfer Wind streicht durch das kleine gesprungene Fenster, unter dem Annemarie neben Minka liegt. Minka ist eine Jener zottigen Steppen-Stuten, dio vor die Leiterwagen des großen Trecks gespannt sind und die ausgefahrenen Straßen schwerfällig heraufziehen. Hunderte von Kilometern weit durch Schlamm und Morast, in dem die Hufe steckenbleiben und die wunden Läufe rote Spuren hinterlassen. »Braves, tapferes Treckpferd«, sagt DRK-Schwesternhelferin Annemarie, und legt ihre eigene Schlafdecke über den vierbeinigen Kameraden. »Du sollst es nachts gut haben, denn ihr armen Geschöpfe habt morgen wieder die schwerste Lastl« In der Ecke vom Pferdestall kauert im warmen Stroh eine der Siedlerfrauen mit ihrem Jungen. Seit »Schwester Annemarie« ihn gerettet hat, weicht sie keinen Schritt von ihrer Seite und hat auch Jetzt den Pferdestall als Schlafstätte gewählt, während die anderen Umsiedler draußen in Ihren Wagen dicht nebeneinander mit angezogenen Knien schlafen, über »20 Seelen« liegen unter jedem der Felldächer, die schützend über die Karren gezogen sind. »E« ist schön, mal die Beine ausstrocken zu können«, meint Annemarie und hat hier auf der Treck-statlon den Stall vorgezogen. »Komm«, ruft sie zu Hannele aus dem Schwabenland hinüber, »wir wollen Tee aufkochen, da wird uns wärmer!« Hannele hat die Heimat ihrer Vorfahren, die vor 150 Jahren nach dem Gebiet zwischen Dnjestr und Don ausge-warfdert sind, zwar nie gesehen, aber sie schwätzt genau so schwäbisch, als sei sie gestern erst aus Bihernch gekommen. »Wenn Ich also denk', wie verlassen wir waren, bevor ihr Schwestern ins Dorf zu uns gekommen seid«, sagt sie später drauPen vor der Tür, wo ein Teil der über 200 Wagen zählenden Kolonne zwischen Lehmhäusern und WaldbÖ-schung abgestellt ist. Die Frauen haben nun einen Kochtopf vorn an die Deichsel eines Wagens gehängt und darunter mit Reisigbündeln ein Feuer entfacht. Jetzt kommen auch die Männer von der Wache herüber und halten ihre erstarrten Hände über die wärmende Glut. »Grad so haben wir damals am Samowar vor der Hütte gesessen, als uns die deutschen Soldaten erzählten, daß drüben im Starosthau« Rotkreuzschwestern eigezogen seien.« über dae Geeicht der Schwesternhel-ferin Annemarie huscht ein Lächeln, während sie da« heiße Getränk In die von allen Seiten zugereichten Näpfe und Becher füllt. »Genau eine Woche später kam dann ein gewisses Hannele au« der Nachbargemeinde In unsere Sprechstunde und echrie, daß Ihr Bub am Sterben liege, eine von den beiden Scbwestoin •olla Englands Absetzung als Mittelmeermacht B$ beatthen Beßtrebungen, daß Sizilien von Italien JosgeJOit und zu einem „selbständigen" Staat erklärt wird, teilte der towjelltche Botachafter btlm Algier-kommitee auf einer Tagung führender Sowjetvertreter Jm Mittelmeerraum In Neapel mit. Wie hierzu aus Algler nach Lissabon gelangte Nachrichten besagen, sei diese Erklärung von den anwesenden Sow;e(-vertretern mit großem Beifall aulgenoin-nwn worden. In sowjetischen Kreisen In Neapel und Algier erwarte man von Seiten der Westmächie gegen diesen Plan auch keine besonderen Widerstände. In jedem Fall werde Sizilien ein viel besserer Stützpunkt der Sowjets Im Mlttelmeer sein, wenn es nicht mehr mit dem Italienischen Festland staatlich verbunden sei. Außerdem, so wird in Algier weiter betont, könnten innenpolitische Beslrebungen der Bolschewisten In einem „selbständigen" Sizilien entsprechend reibungsloser durchgeführt werden. Sollte die Absetzung Siziliens an die Sowjets Tatsache werden, denn das bedeuten letzthin diese Bestrebungen, so lat das nichts weiter, als die Absetzung Englands als Mittelmeermacht. Daß die Briten sich selbst mit dem Gedanken der Einverleibung trugen, Ist bekannt, Sizilien sollte ihnen das größere Malta werden. Sollten Ihnen die Sowjets den Hang abgelaufen haben, dann kennzeichnet das die gesunkene Stellung Britanniens im Mlttelmeer und damit Im Nahosl. Neue Ritterkreniträffer dnb Berlin, 23. April Der Führer verlieh das Ritterkreuz de« Eisernen Kreuzes an: Generalleutnant Otto Drescher, Kom-mandeifr der am 1. März 1944 im Wehrmachtbericht genannten niedersächal-schen 267. Infanteriedivision» Oberstleutnant Max Sperling, Konunandeur eine« Panzergrenadierregiments aus den Do-naugauent Major d. R. Georg Herzog, Ba-taillonskommandeur in einem Oppelner Panzergrenadierregiment t Hauptmann Lothar Hoeth, Bataillon«kommandeur in einem ostpreuBischen Grenadierregimonti Leutnant Friedrich Fischer, Kompanieführer in einem hessi«ch-thüringl«chen Grenadierregimentj Unteroffizier Werner Otto, Gruppenführer in einem thüringischen Grenadierregiment. Hauptmann John Pfeil, Bataillonskom-mcmdeur in einem Koblenzer Grenadierregiment, ist im Osten gefallen. * Hauptmann Detlef Rohwer, Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschwader, erlag einer schweren Verwundung, die er tags zuvor im Luftkampf davonqetra-qen hatte. Der Führer hatte Ihm am 5. Oktober 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Giesler, bayerischer Ministerpräsident Der neue Gauleiter des Traditionsgaues dnb München, 23, April Nach dem Ableben des Staatsministers Gauleiter Adolf Wagner hat der Führer den Gauleiter Paul Giesler zum bayerischen Stnatsmlnister des Innein sowie zum Gauleiter des Gaues Mun-chen-Oberbayern ernannt. Der Führer hat ferner Gauleiter Paul Giesler als Nachfolger des verstorbenen Ministerpräsidenten Ludwig Siebert zum bayerischen Ministerpräsidenten ernannt. Ministerpräsident Giesler bleibt auch weiterhin mit der Führung der Geschäfte des bayerischen Staatsminislers für Unterricht und Kultur, des bayerischen Staatsministers der Finanzen und des bayerischen Staatsministers für Wirtschaft beauftragt. Drurk u Vi-iing Marburqet Vrrlans- u Drucknrrl-Gcs mbH- Vwiagsloituna Cqon B(ium(i,iiiiii'r, Hduptarhrinlollung Anton Gnrscliark, buido in _Marburg a d Drau. Radridsse 6. Z«i Zelt Mli Anzeigen die Preisliste Nr 3 vom 10 April 19« gültig Ausfall d«>i LlPforiing des BUtle» bfti höherer 'Gewalt ndfi Betrlebustürung qibt kclnan Aniprutb auf Rürkinblunq dei Beiuaa. qGidc« doch gleich herüb'erkommen. Ich spannte die Minka vor unsere Kutsche und luhr mit dem Hannele ein paar Kilometer landeinwärts«, erzählt das Mädchen mit der Pelzmütze über den dunklen, lebendigen Augen. Man hätte es fast für einen Jungen halten können, wenn man die schlanke Gestalt in den Schihosen untl der Pelzweste sah, hätte nicht oben am Halsausschnitt die Nadel der Schwe-sternhelferin aufgeblitzt, »Unterwegs gestand mir dann da« Hannele, es hatte dem fünfjährigen Bub jeden T»(g vor dem Essen ein paaj Löffel Alkohol eingegeben. weil das doch die — Appetitlof»ig-keit nehmen soll. Na also, da hatten wirs... Ich fand den Peter auf seinem Lager und glaubte, daß wir schon zu spät gekommen seien . . Eine richliqt» Alkoholvergiftung war daraus entstanden. Ich hob und senkte die kleinen dürren Armchen und kämpfte eine ganze Stunde lang um das Leben dieses Kindes. Es war ein unbeschreibliches schönes Gelilhl, als es dann endlich die Augen ein wenig aulfschlug und verwundert um sich sah. »Wodka...« murmelten seine blassen Lippen — und dan legte sich das wächserne Köpfchen nach der anderen Seile und schlief mit regelmäßigen Atemzügen weiter. Als das Peterle dann mit mit festen Beinchen wieder stehen konnte, war er ein klein wcjnig auch inoiu Kind gewordenl Seitdem haben meine Kameradin Lle-sel und Ich viele Krankheitsfälle da unten kuriert, aber das Peterle war mein erster Patient, dessen Leben von meiner eigenen Entschlußkraft abhängig gewesen war und darum liegt er mir immer noch besonders am Herzen.« H. von Podcwils r HARBUKuKK ^bliUNG Montag, 24. April 1944 0 Nr. 115 0 Seite 3 Erhebendes Bekenntnis steirischer Treue Der Gauleiter sprach bei einer denkwürdigen Kundgebung in Graz Efi wird einmal in der Geschichte der »teirischen Gauhauptetadt und Grenzmark mit Ehren venceichnet werden, daß Ode zuvor ein leidenschaitiidieres Treuebekenntnis zum Führer abgelegt worden Ist al6 jetzt im fünften Kriegsjahr, in härtester Zeit, in der wir nach beispiellosen Siegen auch schwere Rückschläge hinnehmen mußten, in dem Augenblick, In dem, wie der Gauleiter sagte, der Krieg sednen krisenhaiten Höhepunkt erreicht hat, im letzten und ohne Zweifel schwersten Abschnitt des Weges zur großen, schicksalhaften Entscheidung. Im stolzen Bewußtsein ihrer großen Tradition hat die Stadt der Volkserhelwng unseren Feinden ein eisenhartes »Won erst rechtl« zugerufen.^ Sie hat sich zum Geburtstag des Führers aufs festlichste geschmückt, schöner vielleicht noch als in Zeiten des Friedens, in Zeiten des Jubels über den Sieg, der einst bei der Heimkehr ins Reich mit überströmender Begeisterung gefeiert worden ist. Wenn am Beginn der Feiern, mit denen die steiri-sche Gauhauptstadt den Geburtstag des Führers beging, die Vereidigung eines Verbandes der Waffen-ff stand, so wer dies Ausdruck des Willens, diesem Tag das Gepräge jenes unbedingt und kompromißlos dem Führer verschworenen Kämpfertums zu geben, dessen höchste Ehre die Treue ist, Der Gauleiter war selbst gekommen, um als Oberster Hn-heitsträger zur jungen Mannschaft der Freiwilligen zu sprechen und an der Spitze der Ehrengäste at#s Partei, Staat und der durch den Wehrnjachtkomman-danten von Graz, Generalmajor Gebauer, vertretenen Wehrmacht der feierlichen Vereidigung beizuwohnen. Dem Führer verschworen Nach Entgegennahme der Meldung schritt der Gauleiter mit dem Kommandeur der Waffen-und dem Wehrmachtkommandanten die Front der Freiwilligen ab, die nach einer soldatisch kraftvollen Ansprache Ihres Kommandeurs die Worte des Eides nachsprachen. Das ^f-Treuelied bekräftigte den feierlichen Schwur. Der Gauleiter, der sich nun an die jungen Freiwilligen wandte, erinnerte daran, wie einst die schwarzen Fahnen mit den silbernen Sieg-Runen im Wetterleuchten der Sturmzeiten hochgerissen wurden, und verband mit dem Hinwegs auf diese stolze Tradition den Appel!, diese Tradition würdig fortzusetzen, stets bewußt der Verpflichtung, die Männern der Waffen-ff auferlegt ist, aber auch stolz darauf, in ihren Reihen stehen zu dürfen. Als Leistung von historischer Bedeutung würdigte der Gauleiter da« Werk des Reichsführers-ff, Heinrich Himmler, der mit wahrhaft schöpferischer Organisationsgabe die Waffen-ff aus dem Nichts geschaffen und sie dem Führer als entscheidendes Instrument für diesen Krieg zur Verfügung gestellt hat. In hervorragenden Waffen taten hat sich die Waffen-ff, wie der Gauleiter dann hervorhob, auf alien Kriegsschauplätzen unvergänglichen Ruhm erworben und glänzende Beispiele einer Tapferkeit gegeben, die sich Immer wieder gerade dort bewährt hat, wo schwierigste Situationen zu meistern waren. Und es war zugleich ein Aufruf an die Jugend, die dieser packenden militärischen Feier beiwohnte, wenn der Gauleiter hier mit Freude feststellte, daß die Zahl derer, die nicht warten, bis sie zum Einsatz im großen Schicksalskampf gerufen werden, sondern sich freiwillig zum ebenso harten wie ehrenvollen Dienst in dieser Gardetruppe der Nation melden, noch immer wächst. Und dies ist, wie der Gauleiter feststellte, eines der schönsten Geburtstagsgeschenke für den Führer, dem die Freiwilligen in glühender Begeisterung folgen. Der Vereidigung schloß sich der Vorbeimarsch der Vereidigungsparade an. die der Gauleiter mit dem Kommandeur der Waffen-ff und dem Wehrmachlkommandanten vor dem Opernhaus abnahm. Als Ehrengäste httle der Gauleiter zu den Feiern des Führergeburtstages sechzig besonders verdiente Volksgenossen aus allen Kreisen unseres Gaues eingeladen, die einen Ausschnitt aus der großen Schaffens- und Leistungsgemein-schaft darstellten. Vertreter aller Stände und Berufe, Männer und Frauen, die sich über das Maß selbstverständlicher Pflichterfüllung hinaus bewährt haben. Des Gauleiters Dank Zum Höhepunkt der Tage, in denen diese Treuen in der Gauhauptstadt zu Besichtigungen, Theaterbesuch und einem gemeinsamen Kameradschaftsabend, an dem auch der Gauleiter teilnahm, weilten, wurde der Empfang durch den Gauleiter in der Landstube des Landhauses, zu dem auch Schwerverwundete aus Grazer Lazaretten als weitere Ehrengäste des Gauleiters geladen worden waren. In einer herzlichen Ansprache wandte sich der Gauleiter an seine Ehrengäste und wies zunächst darauf hin, daß, wenn man sich die Frage vorlege, wie es möglich sei, daß tiotz des Fehlens der eingerückten Männer die Leistungen im Gau doch aufrechterhalten werden können, man einen Begriff von der Größe der Leistung der in der Heimat Gebliebenen und vor allem der Frauen bekomme, die ihre Männer ersetzen und überdies ihren Aufgaben als Mütter nachkommen. Diese Erkenntnis habe ihn veranlaßt, gleichsam einen AuÄSchnitt atiB dem großen Kreis der stillen Helden des Kriegsalltags: am höchsten Feiertag der Nation, dem Geburtstag des Führers, einzuladen, um sie so feierlich zu empfangen, wie man hohe Gäste des Reiches empfängt, und ihnen zu sagen, daß ihr Kampf, ih"*? Arbeit und Ihre Hingabe nicht unbekannt geblieben sind. Mit Worten höchster Anerkennung würdigte der Gauleiter sodann die Leistungen und die Haltung der Ehrengäste, die. wie er sagte, zu »des Führers heimlichem Heer« gehören, dem Deutschland jene Stärke verdankt, durch die die zahlenmäßige Überlegenheit des Felndfes weütgemacht wird. Darum sei es ihm auch eine besondere Ehre, ihnen den Dank des Führers übermitteln zu können. der um ihre Leistungen wisse und es wohl zu würdigen vermöge, was sie, die einen stoben Ausschnitt aus der kämpfenden, schaffenden und leidenden Gemeinschaft unseres Volkes darstellen, täglich an weit über die normale Pflichterfüllung hinausgehenden Leistungen vollbringen. Am Abend strömten Tausende und aber Tausende zum Freiheitsplatz, um hier den Schwur der Tretie zum Führer schichte den Sinn wiedergebe, den sie verloren hätte, wenn dieses Volk an den furchtbaren zersetzenden Krankheiten des jüdischen Bolschewismus und des ebenso jüdischen Kapitalismus zugrunde gegangen wäre. Mit Stolz vernahmen die Zehntausende die Worte des Dankes, die der Gauleiter dem Schaffen der Heimat widmete, dessen Früchte schon in den nächsten Wochen auch der Feind kennenlernen wird. Viel hat die Heimat abgeben müssen an die Front und auch in die Bewegung sind — hier leitete der Gauleiter zur feierlichen Vereidigung der politischen Leiter, Warte und Walter der Partei, ihrer Gliederungen und angeschlossenen Verbände über — manche Lücken gerissen wor- Zehntausende dem Gauleiter zu, als er in mitreißenden Worten erklärte: »Wenn der Feind glaubt, uns jetzt vom Führer trennen zu können, dann weiß er nicht, was deutsche Treue istl« Ergriffen hörten es die Massen, wie der Führer es selbst bekann hat, was für ihn die Treee und die Liebe eines Volkes von 90 Millionen, von Soldaten und Männern, von Frauen und Kindern bedeutet. UAd wenn Graz, so konnte der Gauleiter hier erklären, gerade jetzt das stolzeste und leidenschaülichste Bekenntnis seiner Geschichte abgelegt hat, so wird dieser Tag als stolzer Ehrentag in die Geschichte der Stadt der Volkserifiebung eingehen. Zum Schwur, was auch immer kommen mag, trotzig und unverdrossen den Weg II il Die Feierstunde auf dem Grazer Freiheitsplatz Aufnahme: Stcften-Lichtbild, Grai zu erneuern. Durch die Straßen hallte der feste Marschtritt der Ehreneinheiten der Wehrmacht, der Waffen-ff, der SA und des Reichsarbeitsdienstes. Mit frohen Liedern zog die Jugend zur Stätte der denkwürdigen Kundgebung, die ein hinreißend festliches Bild bot. Es war ein wahrhaft feierlicher Augenblick, als vom Schloßberg das Läuten der »Liesl« anhub, deren Klänge den Einmarsch der Ehreneinheiten begleiteten. Der Gauleiter traf, von hellen Fan-farenklängen begrüßt, ein. Heiße Lieba sprach aus seinen Worten, als er daran erinnerte, wie vor 55 Jahren dem deutschen Volk vom Herrgott der Größte aller Deutschen geschenkt worden ist, damit er die Not wende und der Ge- den, in die nun viele neue Männer und Frauen eingerückt sind. Sie nahm de: Gauleiter hier in Eid und Pllichl, um ihnen dann mit ernster Mahnung einzuprägen, daß dieser Eid, in großer und ernster Stunde geschworen, niemals gebrochen werden darf. Ein heiliges Gelöbnis An alle Männer und Frauen, an die Jungen und Madel, denen diese Bekennt-nisteior zu unvergeßlichem Erlebnis geworden ist, wandte sich dann der Gauleiter, um sie aufzufordern, gemeinsam dem Führer ein Treuegelöbnis al)zule-gen und damit den Feinden zu beweisen, wie töricht Ihre Hoffnungen gewesen sind, Führung und Volk trennen zu können. Aus tiefstem Heizen stimmten die des Führers zu Ende zu gehen, dem heute die Liebe und Treue seines ganzen Volkes gehört, dem spater die Achtung ganz Europas sicher sein und dessen Name einmal weit über unseren Kontinent hin-"aus strahlen wird, wurde der Kampfund Siegesgruß; Adolf Hitler Sieg Heil!, der ein mächtiges Echo an den Mauern des weiten Platzes fand. Feierlich erklängen die Hymnen der Nation, und noch einmal grüßten alle Hände die Fahnen und Standarten. Und wieder wurde das Singen und Klingen übertönt von dem ehernen Glockenton vom Schloßberg herab, der erst verstummte, als sich die Stille der Nacht über den Platz breitete, auf dem zum 55. Geburtstag des Führers die erhebendste Kundgebung steirischer Treue stattgefunden hat. Rund 80 000 Unfersfeirer bei 133 Kundgebungen Der Grenzkreis Trifail steht treu zum Reich Die Treue und'Autgeschlossenheit des Untersteirers hätte nirgends besser zum Ausdruck kommen können, als anläßlich der Großkundgebiuigen.dle in allen Ortsgruppen des IJnterlandes zum dritten Jahrestag der Heimkehr des Unterlandes ins Reich stattfanden. Selbst in Ortsgruppen, die mit den größten Schwierigkelten zu kämpfen haben nahm die Bevölkerung geschlossen an den Kundgebungen teil und bewies damit erneut, daß sie gewillt ist, auch weiterhin den eingeschlagenen Weg weiterzuschreiten und somit in eine schone deutsche Zukunft zu gehen. Bei den 133 Großkundgebungen am 15. und 16. April nahmen so rund 80 000 Untersteirer teil und bezeugten ihre unwandelbare Treue zu Führer und Volk. Die Helmkehrfeier des Unterlandes gestaltete sich in Trifail zu einem eindrucksvollen Bekenntnis — Nach einer Kranzniederlegung im Ehrenhain der im Bandenkampf und an den Fronten gefallenen Männer des Grenzkreises durch den Kreisführer fand im Heimatbund saal eine Großkundgebung statt. Diese war umrahmt von Musik des Trifailer Symphonie-Orchesters in kleiner Streicher-Besetzung und Gesang der Mädelschar der Deutschen Jugend. Im Mittelpunkt stand eine richtungsweisende Rede des Kreisführers Pg. Eberharth, in der dieser gleichzeitig der Bedeutung des Heimkehrtages für den Grenzkreis und des Geburtstages unseres Führers gedachte. Der Kreisführer erinnerte die Männer und Frauen von Trifail an die 23 Friedensjahre der jugoslawischen Fremdherrschaft, die keinerlei Besserung in den sozialen Verhältnissen gebracht hatten und stellte die gewaltigen Leistungen gegenüber, die Großdeutschland In dreijährigem Aufbau mitten im Kriege unter Überwindung oft fast unbesiegbar scheinender Schwierigkeiten vollbrachte. Er rüttelte die Herzen aller Lauen und Schwankenden wach, die zwischen den Fronten pendelnd, immer noch nicht erkannt haben, daß Moskau Untergang und Tod, Deutschland aber Leben und Zukunft für die Untersteiermark wie für ganz Europa bedeutet. Der Kreisführer schloß seinen Appell mit einem Bekenntnis zu unserem Führer, dessen Werdegang als leuchtendes Beispiel eines unerschütterlichen, reinen Willens und heroischer Volksliebe vor unseren Augen steht. Mit den Liedern der Nation bekannten sich die Kundgebungsteilnch-mer zu Führer und Reich und zur großen kulturpolitischen Aufgabe der Untersteiermark, Wie in dei Kreisstadt Trifail selbst, so sind auch in sämtlichen Ortsgruppen des Kreises Heimkehrfeiern veranstaltet worden, welche die Verbundenheit der Untersteirer mit dem Steirischen Heimatbund und durch ihn mit dem Reich zum Ausdruck brachten. So sind in Ratschach, Eichtal, Edlinqen wie auch in den Außenbezirken von Gairach und Laak die Männer und Frauen zahlreich zusammengeströmt und haben mit aufgeschlossenem Herzen die zukunftdeutenden und gleichzeitig Erinnerungen an die jugoslawische Fremdherrschaft wachrufenden Worte der Ortsgruppenführer in sich aufgenommen. Gerade im Grenzkreis Trifail zeugt dieses Pekenntnis dafür, daß der unterstelrische Mensch in dem Gefühl der Zusammengehörigkeit zur deutschen Volksgemeinschaft unbeirrbar ist. Die Ortsgruppe Polstrau gedachte am Sonntag der Heimkehr des Unterlandes. Die Teilnahme der zu einem mehrwöchigen Schulungslehrgang nach Polstrau einberufenen Wehrmänner gaben der Feier ihr besonderes Gepräge. — Diese Kompanie führte am Sonnabend einen Staffellauf durch. Die Feier am Sonntag wurde mit der Einholung der Ortsgrup-penfahne durch die Wehrmannschaftskompanie unter Vorantritt der Musikkapelle Polstrau eingeleitet. Es folgten Musikstücke und Lieder. Darauf erteilte Ortsgruppenführer Pg. Fandler dem Kreisschulungsleiter Pg. Rotbarth, Pet-tau, das Wort. Die Gefallenen der Untersteiermark wurden durch Niederlegung von Kränzen an den Gedenkbrettern im Heldenhain geehrt. In Windischfeistritz, Kreis Marburg-Land, wurde das Gedenken der Heimkehr mit einem Staffellauf über 1500 Meter eingeleitet, an dem sich neun Staffeln, unter anderen die der Wehrmannschaft, Sturm Nieder- und Oberfei-stritz, des Motorsturms, der Deutschen Jugend, der Motor-DJ, der Marburger Hauptschule, der Hauptschule Windisch-ieistrllz, tUe Windischfeistritzer Schüler und der Jungen des KLV-Lagers, befanden. Als Sieger ging die Deutsche Jugend Windischfeistritz hervor. Ihr wurde anschließend im Sprirkassensaal das Gedenkbuch überreicht. Nach der I-lelden-ehrung im Heldenhain kam im Sparkas-sensaal, der bis auf den letzten Platz gefüllt war, die Großkundgebung zur Durchführung, in der Pg. Kern das Wort ergriff. Auch die Orfsgruppe Haslach brachte als Auftakt der Befreiungsfeier am Samstag einen Staffellauf zur Durchführung. Es gingen hervor der Zollgrenzschutz als erster und die Gendarmerie als zweiter Sieger, der Sturm 51 kam an 3 und Sturm 52 an 4. Stelle. Am Sonntag sprach in der Kundgebung auf dem Sportplatz Ortsgruppenführer Siment-schitsch über die Notzeit unter der früheren jugoslawischen Herrschaft. In eindrucksvollen Worten schilderte dann der Sprecher die Befreiung und Rückkehr 1941, woran sich ein stolzer Rechenschaftsbericht über die dreijährige Aufbauarbeit anschloß. In R 0 ß h 0 f sammelte sich am Samstag die Deutsche Jugend, die Wehrmann-Schaft, Weltkriegsteilnehmer sowie die Feuerwehr der Ortsgruppe und marschierten zum Wahrzeichen der Ortsgruppe nach Schloß Obermurerk, das schon im früheren Mittelalter erbaut, den Türken und Kuruzzenstürmen standgehalten, wo die Großkundgebungen an-iäfllich der dreijährigen Wiederkehr der Befreiung der Untersteiermark stattfanden. Hier sprach der Führungsamtsleiter der Bundesführung. Pg. Tutter, über die Befreinng und den Aufbau in der Untersteiermark und schilderte die politische und militärische Lage N^^ch der Führerehrung marschierten die Formationen ge-schlössen nach Mietsdorf, wo zug^eich die Nachbarsortsgruppe Abstal mit sämtlichen Formationen eintraf. Obersturmbannführer Kampl spVach über die Alarm-und Einsatzbereitschaft der Wehrmannschaft Bei diesem Anlaß wurde dem Pg. Peter Senekowitsrh und Anton Wretsch-ko das Kriegsverdienstkreuf T1 Klasse mit Schwerfern für ihr tariferes Verhalten im Einsatz überreicht. Mit einem Vorbeimarsch fand die Feier Ihren Ab Schuß Anschließend fand ein Kamerad schaflsnachmittag der beiden Ort<;qriin pen statt, wobei ein Betran von 6^00 RM zugunsten des Deutschon Roten Kreuzes aulgebracht wurde. TAPFERE UNTERSTEIRER Ale 4. und 5 Tüfferer erhielten Gefreiter Franz Fretze aus St. Leonhard • und Grenadier Egon Kokol das Eisern« Kreuz II. Klasse. Als vierter Angehöriger der Ortsgruppe Jakobstdl, Kreis Marburg-Land, erhielt Gefreiter Alois Pregl das Eiserne Kreuz II. Klasse. Gleichfalls wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet Gefreitet Silvester Bontscha aus der Ortsgruppe Trlfail-Ost. Glückwunsch des Gauleiters Der Bürgermeister der untersteirischen Gemeinde Lorenzen am Bachern, Felix Heinschkc, erhielt anläßlich seines sechzigsten Geburtstages ein herzliches Glückwunschschreiben des Gauleiters Dr Uibcrreither. Der Bundesführer des Steirischen Heimütbundos Steindl stellte sich ebenfalls mit einem Glückwunschschreiben sowie einem Ehrengeschenk ein. — Pg. Herbert Jäger verdolmetschte die Glückwünsche der Beigeordneten, Pg Franz Kramberger die der Heimatbund-Ortsgruppe, Pgn. Franzi Nowak die dei Frauenschdft, Schriftleiter Hans Anbro-schitz die rler fern der Heimat lebenden Lorenzer, Frau Resi Kopp die der Ge-meindeanqrstelltcn. Der Jubilar dankte mit herzlichen Worten für die ihm erwiesenen Aufmerksamkeiten und versicherte, daß er auch in Hinkuntt alle seine Kräfte in den Dienst seiner Heimat-gemeinde zu stellen gewillt sei. Getreu bis in den Tod In Lindeck, Ortsgruppe Hochenegg, fiel im Einsätze gegen landfremde Banditen der Wehrmann Franz Mastnak. Er gehörte dem Sturm Sternstein an, wo er auch bedienstet war und schließlich d«n Heldentod fand. Die Leiche des Gefallenen wurde im großen Saale des Schlosses Sternstein aufgebahrt. Frühlingsblumen und frisches Grün der heimischen Wälder waren als letzter Gruß von den Kameraden des Gefallenen und der Deutschen Jugend gebracht, die den großen Raum in einen Blumenhain verwandelten. Die Beerdigungsfeierlichkeiten wurden in Anwesenheit des Ortsgnippenführers mit seinem Stab, der Wehrmannschaft und Jugend abgehal'en. Auch die Bevölkerung nahm am letzten Gange des allseits beliebten Toten zahlreich teil. Auf dem Weg zum Friedhof in Sternstein spielte der Musikzug der Standarte CilU-Ost Trauerweisen. Am offenen Grabe nahm Führungsamtsleiter Paldasch Im Namen des verhinderten Kreisführers und für die Standarte Cilli-Ost Abschied von Franz Mastnak, Die Ehrensalve und das Lied vom guten Kameraden waren Ausklang der Beerdigung. Die Hände hoben sich zum letzten Gruß, als die Lieder der Nation erklangen. Der Witwe und den drei Kindern de« gefallenen Kameraden Mastnak wurde allgemeine Teilnahme entgegengebracht. Viele Kränze und Blumengewinde sprachen von der allgemeinen Achtung und Kameradschaft, die diesem einfachen untersteirischen Wehrmann von der Be völkerung entgegengebracht wurde. ★ Wiener Besuch Herzliche Aufnahme Im Bann Pettan Kürzlich trafen in Pettau 32 Mädel und Jungen der Wiener HJ. ein. Nach kurzem Vorbereltungslager veranstalteten sie eine Reihe von Kindernachmittagen und bimten Abenden. Freitag kam Studienrat Dr. Göhlert .zu den Wiener Gästen und erzählte ihnen von unserem Land. Ein Besuch im Nfuseum wurde mit viel Interesse von den Jungen und Mädeln aufgenommen. Tronunelwlrbel und Pfeifenspiel durchdrang die schmalen Gäßchen. Ein edler Ritter Ind die Stadt ru einem »Bunten Abend« ein. Der Festsaal der Hauptschule war übervoll und durch den Führer der Spielschar wurden die Gäste begrüßt. Das Orchester und die schönen Chöre fanden großen Beifall und ebenso das Spiel »Die Spitzbuben-Komödie«. In Mörtendorf war die ganz® Jugend der Ortsgruppe versammelt. Auch hier war unser Kaapei mit. Die Jungmädel lernten viele neue Singspiele und Lieder. Am frohen Ab schiußabend nahm die Musikreferentin der Untersteiermark teil. Mit vielen schönen Eindrücken verließ dann die Wiener Spielschar wjcder das gastliche Peltau. Aus Stadt und Land Windischfeistritz. Am Ostersonnta vermählte tich im festlich geschmück ten Trauungssaale der Gemeinde Win dischfeistritz, Obergefreiter der Kriegs marine Reinhold Seriaiu mit Fräulein Eh sdbeth Flohr. Reinhold Serianz ist dei Sohn dos bekannten und beliebten Den listen, Althur Serianz, und Mitbegrün der des ehemaligen Schwäbisch-Deut sehen Kulturbundes in Windischfeistritz Oppendorf. Die am Führerqeburtstage im Heimatbundsaal in Oppendorf, Kreis Clin, veranstaltete Feier der Aufnahme der Zehnjährigen in die DeutscJie Jugend hat sich auf Jung und all mit bestem Eindruck ausgewirkt Nach dem gemein-samen Bcgrüßungsgesang nahm Gruppenführerin Pgn. Denspeth das Gelöbnis der Treue der mit Ausweisen beteilten 45 Aufgenommenen entgegen, worauf Ortsgruppenführer Pg Pertl in einet Ansprache den tiefen und ehrbaren Sinn der Aufnahme und des Gelöbnisses der jugendlichen Mita"'Tei1er und Mitarbeiterinnen unterstrich. Sallenburg In Sallenburg, Kreis Cilli, haben Josefine Neukirchner, Lehrerin in Sailenburg, und Eduard Roinbacher und der Vedt Uschmach mit der Mathilde Werhonschek die Ehe geschlossen. — Gestorben Ist Maria Romich in Baben-bach 21. — An der Kundgebung zur Be-frelungsfeirr nahmen 500 Personen teil, ipidch d«t Orl&qruppenführcr. SeUe4 ♦ N»*. HS ^ Mdntay*, 2'\ April MARBURGER ZEITUNG Gäste be' Verwiin<'.ct''n &>nd*rbetreuunq in Führer» Gehurtstaq An Führers GoburUtjq führte il.o Kim-derqrupps zusammen m l dem Fraiirn der Krelsfuhrunq in Cilli eine Trupper,betreuunq im Laicctt Neu-CilU durch. Kinder-hilffh und Türhern warm aus d 'Vi^m Anliß In N'eu-(':!i; zu Verwundeten im Gau« krankenhau5 und in den Krankenstuben der ^f-Pnlizei Cholri mit t.irjbesqiib"n, 1 Wein und Ziqtuctten, reichlich belreut. | * I Feierstunde Im WlndischfeistriUer Ar- [ beltirmaidenldner. Die FOhrunq des Win- | dischfeie'ritzer RAD-Laq^rs veianstcillote zu Ehren unseres Führers eine we he- ' volle Feier anlaßlich dos Geburtetaqcs | de® Führers im Tanesraum des Larfer«".. ! Maiden brachten in wechselnder Folge j Lieder iiivl Gedichte, Zwei Fühierinnen ; und eine Maid erzählten mil qlanzenden Auqen wie eie den Führer erlebten. Fin Lichtbildcrvortraq aus dem Leben tinsiv res Führers, geleitet von Oberlehrer Pq. Wohnsiedl, erweitert« das vorher (Gebotene. Entsprechend dem etwas be-«fhränkten Räume w.iren eine Anzahl C!a«(p. in freundl'cher Weise cinqeladon, vollznhliq dem Rule rfefolqt. Nach Be-«ndiqunq dieser eindrurksvollon Feier nahmen «ie dankerfüllt von der Laqer-ffihrerin Kliiqc und den Maidt-n Abschied, SPORT UND TÜRMEN Trifails erste Niederlage Rosenthal behält mit 2:1 |1:1| die Oberhand Die qroße überrttttchung der vorletzten Spielrundc der sleirischen Fußballmei-stor*>tha'l wur die Nitderl.iqe des Uerl)slniei'jters der Gruppe Ii, der BSG T.ifail, in Rosetithtil, wo die dortiqen Bjiokiitippjii nach drdmdtischem Endkampf mit 2:1 (l;lj die Oberhand behielten und damit dun Trifailcrn zwei wichtige Punkte entrisäcn. Die Ro«enthaler hatten ihren qroflen Erfolq in erster Limo di'm imcfleicli besseren Spiel ihrer uiieimüdli».hei) Lciufnrieilie zu verdanken, dor es nach qroRcr Mühewaltung rreL-inrj, einqrscits die Anqriffswucht der Trifciiler ab7,uschwächen und anderer-sei^ den Anqrifföaklionen der eiqenen Sfilrmer gröl^lmöqliche Unlerstützunq zu qewähien. Mit diesem Sieq der Ro«en-thdler erlitt nach den Kapfenbergarn nun acht Tage später auch der Spltian-re'ter der Gruppe B seine er«le Niederlage, wenn auch die Trifailer nach wit vor unqefShrdet die Führung in der Rangordnung fest In ihrer Hand haben. Rapid besiegte Reichsbahn 4:1 Der Marburger Punkt«fltreit entschieden Mit qröRter Spannung sah man der Auseintwiderselzunq zwischen Reichs-Bahn Marburg und Rapid Marburg im alebald zum Abschluß kommenden Wettlauf um die «teiriache Fußballmeisterschaft entgegen. Obgleich die Siegesau«-fichten diesmal völliq ausgeglichen schienen, sprach man bald dieser, hald jener Mannschaft den Sieg zu und tatsächlich entflchied erst das wechselvolle tieschehen am grünen Rasen über diese brennende Frage. Rapid Marburg schallte es diesmal ganz eindeutig, denn das Resultat von 4:1 (2;0| spricht für die qroflp Form, in der «ich zur Zeit die Mdrbur(|er Meisterelf befindet. Damit fioll aber die ausgezeichnete Leistung, die diesmal die .Reichsbahner boten, durchaus nicht geschmälert werden, denn die Reichsbahnerelf lieferte vor allem in der eisten Hälfte de« beheql,en Spielablaufes eine glänzende Partie, ob- „Für Au^' und Ohr-' Frohe Stunden im Marburger Heimatbundsaal Unter diesem Titel stellte sich Don-«r*taq Abend das Amt Volkbildung Marburg-Stadt im Heimatbundsaal mit einer Wehrmachlsveranstdltung ein, die ein umfangreiches artl.stisches und musikalisches Programm umfaRte Den Auftakt gab der Exzentrik-Jongleur Yvonne, der mit seinen in komischen Rahmen gefaßten erstaunlichen Leistungen, wie Jonglieren mit der großen Puppe oder Ses-■elbalance, viel Neues zeigte. Neuartig war auch die Musik- und Tanzproduktion Charly Franki und seiner reizenden Partnerin auf Rädern: es erfordert be-deutendrs artistisches Kurnen, auf dem Rinrad solch tfimperamentvollpn f'sardas /,u vollführen oder, auf Rädern halancle-r"nd, Stimmunqsmusik r» machi-n. Ganz frtbethaft und man muß wohl nestelieii, h'^klrmmend qefährlich atissehond. waren die Vorführungen des Duxa-Trios ans dem Wln'prnarten als Fislaufnkrobn-ten, namentlich in der Numm^'r . Wirbelwind" Die hellere Note wuide durch lustige Parterreakrobnten. die ,,3 fJrillons", vertreten — darunter zwei snrinnlebnn-diqp Akrfibatinnen —; mit durrhwe{|s bemerkenswerton Produktionen enttac Ilten sie LarhsMirme, \uch der Tanz nahm in der Vortrags-folqp den ihm gebührenden Platz ein D' • berauberndo Wirkung eines schönen Spienelbildes erweckten die Schwestern Doris in ihrer durch annuitige Schleier-(("Wiinder unti^rslrichenen Tanzphanta-sji', Nicbt minder entzüikend erschienen sie als , SuOe Mäuschen vom Maxim in s'liwarz-rosa Cnnrankostümen Melodien niis d'n rassiqer \tusik begleiteten Tanzen in den glutvollen Süden, Um das abwechslungsvolle Programm noch reicher zu gestalten, schalteten sich auch ein Zauberer, Car-zan und seine hübsche Partnerin ein, mit Tüchern und Schnüren, Karten und Krawatten Immer wieder verblüffende und unenträtselbar scheinende Kunststücke vorführend. Eine freudige Überraschung bildete die trotz ihrer erst 16 Jahre im Wiener, Berliner und Kopenhagener Rundfunk hervorgetretene Geigenkünstlerin Maria ^Jeqlia, Mit einem durch blendende Technik und iMiorhörtPs Temperament ausgezeichnetem CsArdAs, dem eine flüssige Konzertpolka, ein prickelnder Pizzicato-waizrr und der beliebte „Kanarienvogel" folgten, eroberte sie ihr Publikum im Sturm. Als Abschluß gab es noch einen Sketch ,,Das verkaufte Vogelhäuser", durch den Marta Hagen Im Verein mit Walders grollte Heiterkeit erzielte. Mit letzterem Namen schließt sich gleichsam der Kreis: die verbindenden Worte sprechend, bildete Walders das A und Z dos I Programms und unterhielt mit seinf»n witAigen Gescbicb'en und als „Verwand-lunqsgeiqer" auls Beste, Als dller Bekannter fand wieder Wolf-gang von Meinzinger sich am Flügel ein und widmete sich der Regleitung in bewährter, fliskret einfühlender Weise. Die gelungene Veranstaltung fand in allen ihren Teilen den slürmifichen Reifall der zahiroichen Besucher Mariamie von Vesteneck Der .^bend, d"r mil dem qleichen Pro-qr,inmi iUii 17 April Im qioDen Saal d^s Deutlichen Hausfä In CilÜ stattfand, war ebenfalls ein voller Erfolq und die Soldaten dankten herzlich für die erbaulichen Stunden. gleich ihr diesmal der Erfolq nahezu gänzlich vertagt blieb. Rapida Reihen, in denen man den Urlauber Geiachftk begrüßen konnte, waren diesmal voll* kommen ausgeglichen. Bald nach B«qinn erö'lneie VVittek den Treffarreigen. — Trotz vieler Trefferchancen der Kelchsbahner erhöht« Fekter für Rapid auf 2:0 Niich Seitenwechsel landete Werbnlgg den dritten Rapid-Tirffer im gegnerischen Netz, mußt's aber dann gar bald wptjen einer Knieverletrung den Plalx verla-^fien, so daß Rapid nur zehn Mann im Felde hatte. Dessenungeachtet blieb Rapids Sturm weiterhin im Angriff und Gehchek erhöhte sogar auf 4:0, al« dann Ladinek den Ehrentreffer für Reichsbahn sicherstellte. Die Reichsbahner kämpften dann noch verbissen weiter, aber die ausgezeichneten Abwehrlinien der Rapid-Elf hielten allen Attncken tapfer fltand. L<»iter des wechselvollcn Spiele«, d^m etwa 1200 Zu«chauer beiwohnten, war Schled«richler Koren aus Grax. Im Vorspi«! errang Relchsbah^ II über Rapid II im WeUkampf um die unteritel-rischen Meister^chnften mit 8:2 (3:1) die Oberhand. Die steirische FuObaltmeister-schaft Harle Kämpfe in beiden Gnippen In der Gruppe A der steirischen Gauklasse spielten am Sonntag GAK und der LSV Zeltweg. Die Grazer siegten mit 4:1 (2:1). Das Spiel zwischen dem SC Kapfenberg und den Grazer Relchabah-nern wurde beim Stand 4:3 (3:2) In der 17. Minute der zweiten Halbzelt abgebrochen. In der Gruppe B gestaltet sich die Reihung nach dem ersten Mißerfolg der Trifailer und dem großen Sieg von Rapid Marburg wie folgt: ' Trlfail 10 7 2 1 21:8 16:4 Rosenlhal 9 5 3 1 20:11 13:5 Rapid Mbg. 11 4 3 4 21:11 11:11 Cllli 7 3 1 3 17.15 7:7 Reichbahn Mbg. 9 3 0 6 1.1:22 6:12 Loibniti fl 1 3 4 10:18 5:11 Grainr SC 8 2 0 6 10:17 4:12 Die Fußball-Oberklasse In der FufibaU-Oberklasse de« Donau-und Alpenlande« fielen am Sonntag vier wichtige Enticheidungen. Vlena besiegte den FC Wien mit 4:2, Wacker Wien errang über den WAG mit 2:1 einen wichtigen Sieg, der seine Mannschaft einigermaßen aus der drohenden Abstiegsgefahr rettete, dies umso mehr, als der Wiener Sportklub gegen Austria mit 1:2 unterlag. Rapid und Markeradorf trennten »ich 3;3 unentechieden. D^e Tabelle gewinnt nach dem Aus-scheidon der Steyrer Amateure und der letzten vier Spiele folgende« Aussehen: Vionna 15 12 1 2 73:26 25:5 Floridsdorfcr AC 15 8 4 3 41:32 20:10 WAG 16 7 2 7 35:37 16:16 Austria 15 ß 0 7 32:37 16:14 Markersdorf 15 6 3 6 40:41 15:15 FC Wien 15 5 4 6 26:31 14:16 Rapid 15 5 3 ? 36:39 13:17 Wiener Sportklub 15 4 1 10 25:43 9:21 Wackei 15 3 2 10 26:48 8:22 Beginn der Handballmeisterschaft D'e deutcche Handballmeistercchaft der Männer begann am Sonntag mit drei Aufischeidunqcßpiolen. Die Sieger LSV Schonqau, LSV Wiesbaden und LSV Pok-kinq hdben die Vorrunde am 30, April erreicht und treten dort wie folgt an: Stiulentenknmpan'e Graz—LSV Pöcking, Eßlinger TSV—LSV Schonqau und SV Waldhof—LSV Wiesbaden. Pöcking schlug den Oberdonau-Meister LSV Hör-fiching mit 7:6 (3:0), Wiesbaden erledigt TuS 1900 Esch mit 13:3 (5:3) und Schon-qau feierte über den LSV Kaufbeuren mit 8:4 (4:1) •k Wiener Ringersieg in PreOburg. Der Rückkampf im Ringen dnr Städteslaffeln von Wim und Pr«ßbutq wurde am Sonntag in Preflburg ausgetragen. Di« Wiener Mannschaft konnte mit 4:3 da« gleiche Ergebnis de« verlorenen Wiener Kampfes für sich verzeichnen Deutsche Boxmeister Nach Tagen erster Au«cheidunqsprü-fungen ging da« 25 Meisterschaftsturnier de« deutschen Amateurboxepoi Is in der Breglauer Jahrhunderthalle am Sonntag-nachmittag mit prächtigen Leistungen zu Ende. Nach einer eindrucltsvollen Ge-denkin nute für unsere Gefallenen dankte ein Vertreter de« Roichsfachdmteö dem GfUiIeiter Hanke, dem Breslauer Oberbürgermeister und den Dienststollen der Stadl für ihre Unterstützung, die unsere Boxer in Niederschle, daß d'r Theaternarr^n eistht am Moiqcn hf niqptaumelt sin ■ Laß sie nur! beruhlqte Mennemnnn, -rlei Mansch muß suh dann und wann aiistobfn. Hört lieber her! Was qsfh eht. vann die Garinsün qnnz aufcma'sch'ei'V Wührend tlas Bataillon lort war, i«» nn \ erschledenen Stellen einqebro( hen wor-Hi*n Da« Wachdetf«chcnunt i« /u klein. S >Itt nii nit versuchen, Biirgertiurde auf-/\Mtellcn, ein nelen».on«kfirp« und Wf-r-S'bftz ein biftl vfiscliaii/en? Krieq 's *'''fg, Mir h -.hen obendrein die (lebirgs-*^•^llrtthpn auf m Buckel,« ■•7u dimim-, ktiurrte Komi um, "mr ihn m, und nachher mit dem S'hultheiß Suetnaver uiul dem Kues.« Sie zerstreuten sich in ihre Weingärten, Noch lag Werachclz ganz im Nebel, und ea dauerte eine Weile, ehe der hohe Turm t'or kalholisrh^^n Kirche auftauchte. Dann enttnrninn sich K.iserne und Vor-vwiltnihaii^, hernach ei'.t verÄchwandeu flie S. hleier «iiifh iius der Ebene. Dort finiben laii()t schütze das Land, du q'oßor Got!' Aber so machfm wirs, ^Vrrscheiz wird bpfestigt! Dorthin /.um Beispiel, an die Einmündung der \Ve^'^k:r( hf^ner Straße, nine Schanze, und UPI den Dorfrand led-^n wir Verhaue, Besse bewiih:' dK bei-lar|t F-- ve:nauk in Betrafhtung. Vor sei-II. M1 g"|';1iffen Ann.' tauchtp Flesrhe um Fle-^fhe, Span'si hc Hei'^i um Spdni'icher Reiter aul. Auch ni'f h dem alten Guckinsland am Berg blick'n er, Bs war ein f'^'-ler KerV der grau«^ Turm |^r hat^e die Tf) kenberrschü'nMd'iui*rt. mehr als anr'prth'ilbhundert Jahre, und die Mos-Ums bal)iMi w'hrh iMici nichts getan, ihn und allf^s Riuwrk überhaupt instand zu halten .Mmt wart e'nmal Henk rin we-n'fi an die aut?us»r>lleiule Wachlruppel Vor «llem dif JaqdgiJsellMchaft natürlich! Der K'^niann der Wahrmut, der Rückert, der Ki i( htioHnei, d.'i Watz, dfr Hreinlch, der Pitz, der Heger, der Dempf. Dann seine Knechte; der Sepp, dei Franz. der Anton und such Raizen. Warum denn nit? Sind tapfere Kerle, der Spaitsch und der Dumanowil«ch. Er riß sich au« denj Gedankenwirrsal. Eer war doch nicht zuhi Sinnleren in den Weingaiten gegangen. Er gab fürder nicht zu, daß ihn was ablenke, und nicht weniger stiamm hielt er da« Gesinde an, (las er herau*>befohlen. Den ganzen Tag wollten sie heut arbeiten. Der Sommer nahte mit Riesenschritten. Obendrein, was gab's denn Schöneres neben der Schmiede als die Bauernarbeil? Schwnch-köpfe raunzen zwar auch In Werschetz, man werke heuer umsonst, vielleicht ernten die Türken, was der Schwabe ge-fät, über wer kann in die Zukunft schauen? Entschlo'Mien zupacken, dessen bedarf es, ob so oder so Die Sonne erklomm ihren Gipfelpunkt, als dl« Mittagessen gebracht wurde vom Gleiche und von der Burgl. »Ich hab' gemeint«, lächelte die Komtease ichel' nvbch. »daß es Ihnen aus meiner Hand besser munden wird, als wenn'« die ansonsten sehr achtbare Nant«chi brächte« »Das ist sehr lieb, Komtesse. Essen Sie nicht mltf« »Dank«. Wir haben schon gefuttert.« Der Tag geht zur Neige. Hoheltsvoll vollendet dl« Sonne Ihre Bahn, Anrh die Wln/er schließen das Werk. Henne-m<«nn ist müde, aber darein mengt sich beglückende Freude am Geschalfsnen. und morgen will er mit dem Major ein Wörtel reden. ★ Im Einkehrhau« wollten Kolleginnen die Hesed« Triqlav wecken, es war nahe bei Mittag, und man sollte für den Abend noch ein weniq proben, aber es rührte sich nichts in der Stube. »Reseda!v< Sie horchten. »Resedal« Eine scherzte: »Dein Cappauner ist da, Reseda!« »Ob da nix qechehn is?« »Ach, wie wird denn gleich . . .?« ('hör: »Re-se-dalc Kein Laut! Ein Bursche lehnte vom Hof hör die Leiter an die Wand und suchte in die Stube zu gucken. »Aufbrechen, auibrechen!« schrie or entsetzt. Man drückte die Tür ein, der Schwärm erqoß sich ins Zimmer. Im Beite Uiq Ke-seda Triglav erwürgti in einer Ecke aber kauerte die Kollcjgin der Ermordeten mit der sich diese so gern zuncien* fertig henimgebalqt hatte. Sie streckte die nackten Arme abwehrend aus, brachte jedoch nur formlose Laute des Grauens aus dem ehedem so beredten Munde, Bald wußte man, daß sie sintms-veiwirrt qeworden und unfähig einer Aussaga. War sie etwa .. .1 Kaum Das zarte Geschöpf mit den feinen (jlieder-chen konnte der kräftigen, «trotzenden Irifilav das nicht ancietan haben. Immerhin ... Herren wie der Graf Tmmenhoff, der Apotheker Miltenberg, der Temesvarer Arzt, der Relcr aus tieien Augenhöhlen. Man lächelte über Bolchen Zustand. Es war klar, daß sein Vcjrciei.elztcr ihn wegen des Abenteuers nac Ii Noten verrüffein würfle, nach Nolcii! Der Mordfall blieb ralselhaft trotz nllrm Forschen und vordüaterte die Ga-muten be«(»n(leis Unheimliches haftete ihm tin, und es tehlte nicht an Tuschle-rinnen, dte dem lichtscheuen und blutigen Vorkommnis schlechte Vorbedeu-tung absihwät/.en wollten für die nächsten Schicksale des ürtes überhaupt. Als Gral Immenhofl seiner Burql und dem HenneriifMin nach Ihrer Heimkehr aus dem Weinqiirten die üble Geschichte erzählte, Hol dem Midrhen die plattgedrückte Nase an der Fen-atersrheibe de» Gretelslübchens ein Sie hatte fraqlos jenem sunücibareu Iviuulwald anqehört. / MARBURG£R ZhiiiUNG Montaii. 24. April 1944 » Nr. 115 » Seite 5 STADTTHEATER MARBURG-Drau Montag, 24 April, 19.30 Uhr:Geschlouene Vorstellunq, Rinq II Amt Volkbildunq, FANNY ELSSLER Operett«. Dienstag, 25. April, 19 30 Uhr; Geichlosiene Vorstell. für die Wehrmacht. OTHELLO. Oper. UNTERSTEtRISCHE LICHTSPIELTHEATER MAKBURÜ-DRAU | BURG-LICHTSPIELE Hputfi ts 17 in, 19 4?) Uhr Pernruf 121'; Cheld Uhlen, Mdrin« v. Dltmar, Erich Ponto, Albert Flordlh In einem historischen Bild aus dem Leben des Malers Adolf v. Menzel: Die beiden Schwestern Für Jugündlirhe uiilei 14 Jahren nlctit tugelastenl SONDIER VERANSTALTUNGEN: Montag, Dienstaq und Mittwoch um 12.45 Uhr: Fracht von Baltimore v Hilde WelRner, AUlla l^lörbigcr und Hans Zeich-Ballot In den schweren Kämpfen der Reeder um den Außenhandel; FUr Jugendüche tngeltrBenl ESPLANADE ' So >}, 17.30, 19 45 Uhr Wo IS, 17.30, H».45 Uti Flucht und Heimkehr Em finnischer Großfilm der Suoml-Filra A.-G. He!-•i"ki nach dwm mit der Goldmcdaiila ausijezeirhnelen Riiindn von Yrjö Karhiimäkl — mit Kiillervo KaUke, IriHd Selkkiila, Alno Lohlkoskl und Paavo Jitnncrs. Für Jugendllchi unter 14 Jahren nlchl lugelatsenl Lichtspiele Brunndorf_ Von Montag bis Donnextag — täglich um IS.I3 Uhr Dos Glück wohnt nebenan mit Maria Andtrflait, Woll Albacb-Retty, Olly Möllmann und Grete Welser F))r .liigendllthe zugolasüonl Purg-Uchtspicle CilH SacbsHDlalflei AtraCe Wo 17 u 1<)..10 Uh. So I4.:i0 17 a. Ifl :iO Uhi Bis Montag, 1. M elnschlieDlirh Donnerstag, 27. April Kollege kommt gleich Em Tobls r-ilin mit Carola Möhn, Alberl Matterslock und Frlti Kempers. — Nach dem glcichnamicjen Lustspiel von Wilhelm Utermann. Für Juc|endllch« unter 1« Jahren nirhl lugelassenl 1 on-Lichtspiele Stadttheater P e 11 a u Spielzeit! W I? 1U.45, Uhr, S 14,30, 17, 19,45 Uhi Montag, 24. April V^'Uly Birgel, Hjltlp Wi-IBner Paul Wegener und Joset Sinbtr in dem Lebensbild eines genialen Erfinders DIESEL F<)r Jiigrndllchp ruguldssonl S.iinsld(| und Montnq, tÄfllirli um 14.10 Uhr, Jugend-viithli'Hung mit vollslilndlficm Prorframm. Zii dllon iihriticn Vorslcllunrien können lugendlicha u itrr .Iiilirtii w«(|G>i l'liiUiutinijol nicht zujelris:iiin V '■idim. Lfciits!)'elth(»??tpr Trifail Mnnlag, 24. April Die unheimliche Wandlung des " Alex Roscher Ein BdVcirla-rilm inil Annelles Relnhold, Rudoll Prack, \'l! Slsliaaqes'itiie fl Rpt das r^ttqedrurkta Wort Rpl ffii Geld Redlltiipnverkeh' B'>fwer!jspl und flairst 13 Rpl Jas (ettqerirurkte Wort 40 "pt. all« Obrlgeo Wnttanielgsn 10 Rpl das fattqedriirk'f Won JO Rpl Dti Wurtpreis qMt bii lu 13 Bnrb' itabßD |e Wort Kt>' nwortgehOhr bei Abbolang dm '^nqpbott 35 Rpt b«) Zusendnng durch Pn«( nd«i Boten 7ü Rpf AuskunftsqphObi ffii Aaxal gen mit d«n' Varmerk Auskunft m da Verwaltung oder Oasrhlfti italle Rpl Aoteigen AanahmesrhIuB Am Tag* *oi Ersrbeinto um Ift Ulli Kleine Antelgeo werden nur gaqen Vorctniandung du Ba •ritapr Motorrad« an die M. Z. 3201-4 Alle Fässer, auch unbrauchba-"e, zu kaufen gesucht. Gell. Antrage unter »Faßbinder« an die Post: Fall._____ Hund, Hündin, jung oder bis 1 fahr alt, zu kaufen gesucht. Gcfl. Anträge an die I'ost Fall imtcr »Hundetreuncl', 3212-4 lin/elstehender Herr, Kunstfreund, sucht zur Ausschmük-kung seines Zimmers einige gute Stücke, wie Perserteppich zwei antike Ölgemälde, ovent. antikes Möbelstück, Gobelins, Messing, oder Zinngefäß. Zur Zeit Nähe Cillis wohnhaft. Genaue Beschreibung und Preisangabe erwünÄcht unter »Kaut« an die M. Z. Marburg-Drau. 2209-4 Angorakaninchen, 1 Paar, dringend zu kaufen gesucht. Adr. in der M. Z. 3110-4 Eiserne Kasse, eiser Geschäfts-rollofi, auch Gitter zu kaufen gesucht. Zusrhr. un die Geschäftsstelle der »M Z.«, Pet-tau. -4 Kaufe gut erhaltenes Herrenfahrrad mit Zubehör. Anschriften an die M, Z, unter »Herrenfahrrad«. 2211-4 Suche prima Melkkuh, auch hochträchtiq, zu kaufen. Pod-lipnik, Thesen 97, Teleton 2316 3191-4 Bücher. Enqlisch für Kaufleule unrl Italienisch für Kaufleute zu kaufen oder qeqen Violine zu tauschen qesucht Zuschrift, an die »M. Z.«, unter »Preisangabe«. 2981-4 Stellenffesuche Ökonom — Verwalter, Unter-steirer, sucht Stelle auf qroßem Besitz. Anqebote unter »Stählern« an die »M. Z.«, Marburq-Drau. 3147-5 Offene Stellen Vor Einslellung von ^rbeit*l!rii(tQn mul^ die Zuslimmunij des zuslandiijen Arbeitsamtes eingeholt werden Kellnerin sucht »Burgkaffee« Marburg-Drau. 3083-6 M Iti tiefem unfaßbarem Schmerz geben wir die traurige Nachricht, daß unser innigstge-liebter, unvergeßlicher und herzensguter Sohn und Bruder Franz Stainko Gefreller, Inhaber des EK II., in einem Cirenadierre-giment und Kduimann im Aller von 24 Jahren, am 6. .April 1944, an der Ostfront gefallen ist. Nun ruht er fern seiner geliebten Heimat, doch in unseren Herzen wird er immer unvergessen bleiben. Heinrichsdorf bei Luttenberg, am 22. .\pril 1944. In tiefster Trauer: Maria Stainko, Mutter sowie alle übrigen Verwandten und Bekannten. 2213 fiflU Danksagung Für die liebevollen Bewedse der Anteilnahme an dem schmerzlichen Verluste unserer über alles geliebten Mutter, Schwiegermutter, Omama und Tante, der Frau Theresie Kruachitz - Golub, geb. Breslna, danken wir auf diesem Wege auf das innigste. Insbesondere danken wir für die vielen Bitumen- und Kranzspenden sowie für die Teilnahme an der Beisetzung. Cilli, den 20. April 1944. Familien Kruschitz-Golub, Rasnoschnik, Speglitsch und Mlcheljak. Der Allmächtige hat unsere inniqstgeliebte Gattin und herzensgute Mutter, Frau Aloisia Koiidelka im Alter von 75 Jahren plötzlich zu sich berufen. Wir werden unsere Teuerste am Montag, den 24. April 1944, um 16 Uhr, am Städtischen Friedhole in Drauweiler zur ewigen Ruhe begleiten. Ihr Leben war nur der Sorge um ihre Lictjcn geweiht. Marburg-Drau, am 22. April 1944. Johann Koudclka, Bezirkssekrotär i. R., Gattei Dipl.-Ing. Rudolf Koudclka, Reichsbahnrat, Sohn. 3205 Die Gutsverwaltunq Negau, im Kreis Oberradkersburq, sucht zu sofortiqem Eintritt einen tüchtigen und nüchternen Okonomteverwalter für die Landwirtschaft und den Weinbau^__1166-6 Küchenmädchen und Zahlserviererin werden aufgenommen Caf^ Viktringhof, Mar-burg/Drau. Viktringhofgass« 30 ______3107-fi 2 Hafner- und Töpfer-Lehrlinge werden aufqenommen bei An ton Reisp, Marburg-Dr., Kern stockgasse 10. 3190-f Zu mieten gesucht Möbliertes Zimmer, Parknäho, von tagsüber beschäftigter Da me dringend zu mieten gf sucht. Unter »3111« an die M Z^___3in-P Suche möbliertes Zimmer od Schlafstelle, womöglich mil Kost. Bin Witwer in mittlerer Jahren, ruhige und ehrlichf Natur im ständigen Dienst. -Zurk Josef, Suppanzgasse 4. 3187-1 Wohnunffstauscb Tausche abgeschlossene Zwei Zimmerwohnung in der Schu bertstraße gegen gleichwertige im Magdalenenviertel. Adresse in der M. Z. 3196-0 Komfortable Wohnung, zwe! Zimmer, Küche, Vorzimmer, Bad und Küchenbalkon, Part,, in Meiling wird gegen gleich große im Gamser Villenviertel oder ParknÄhe getauscht. Gefl Anträge unter »Rein« an die »M. Z.« 3186-9 Fiindc - Verluste Verloren wurde ein Lodenumhang am Morgen des 20. April im Stadtpark—Kokoschinegg-straße. Der ehrhche Finder wird gebeten, denselben in der Weinhaugaese 12 gegen Beloh- nung abzugeben._3200-13 Jener Herr mit achwarier Brille, der ajn 20. April 1944 zwischen 18 und 18.30 Uhr in der Kaiserfeldgasse 22 ein Dimen-fahrrad entwendete, wurde erkannt und wird ersucht, dai Rad binnen 48 Stimden zurückzugeben, ansonst ich die Anzeige erstatte. 3203-13 Ein goldenes Armband am Bahnhof Cilli In Verlust geraten. Gegen Belohnung In der E. V. Süd, Bauabteihung, abzugeben. 1196-13 RecTitev Rehlederhandschuh Freilagvormittag in Marburq verloren. Abzugeben gegen Belohnung bei Emst Petiek, Pettau, Minoritenplatz 2. 3188-13 Verschiedenes lausche tiefen Kinderwagen, behr gut erhalten, für brauchbare Schreibmaschine, event. auch Wertausgleich. Brunn-dort Laudonqasse 22'I. 3204-14 Damenstrohhut wird tür Damenstrümpfe getauscht. Adr. in der M, _____ 3208-14 Damen-Schneeschuhe, tadellos, tausche tür schwarze Schuhe Nr. 38—39. Adr. in der M. Z. ______3207-14 Hohe Damenschuhe Nr, 40 werden für Nr. 38 getauscht, ,\dr, in der M, Z " 3206-14 Kanzleikraft — Vertrauensposten, in der Buchhaltung bewandert, gesucht. Eventuell halbtägig Anfragen: Buic)kfll-fee, Marburg/Drau. 3ÖB4-6 Tausche Hikory Ablahrts- und Torlaufschi, 118 cm. sowie Reisegrammophon gegen Faltboot Zuschriften unter »Cilli 6« an die M. Z.__1165-14 Photoapparat »Leica« und f' Filme werden gegerf Rundfunk apparat 120 W getauscht. Zu Schriften an die 5>Marburgoi Zeitung^, Cilli, unter »Dri'i gend«. 1198-1'! Tausche Volksempfänger qeq quterhalt. Anzuq, Größe 179, — Adr.: Allerheiliqenqasse !4-I., Tür 7, Marburq-Dr. 3174-14 Schreibmasch ne, 4reihiq, lei- System in tadel- Anzeigen losem Zustand,' tausche für 1 nncien durcn tadell, Herren-lahrrnd, 1 qute ^ _ Herren-.Arm- Marburgci banduhr und -m . . Wertausqlelch! ^ C ■ • U n Q Schriftl. Antr. „ i ♦ « „ ♦ _ dn die »M Z.,, V e I t c s t e unter »Schreib-Verhreiflin^t maechine« 3005-141 Werbet für das Dcutsclll ßoic lircDi) Seite 6 ♦ Nr. 115 * MontafJ, 24. April 1944 MARBURGER ZEITUNG Dichter und Denker Weisheit ohne Verweichlichung Das Wort, aus Lauten gebildet, klingt. Dds Gedicht, aus Worten gefügt, ist ein klangliches Kunstwerk. Das Wort ist abßf auch Gedankenträgeri darin liegt eine Gefahr für die Wertung der Dichtkunst: sie wird nämlich dadurch leicht intelleklualisiert, und aus natürlichen Hurorn werden begriffliche Leser. Os kommt darauf an, dt-n Versland auf sei-nf^ii Anteil am Kuns'werk zu beschränken; er schützt die werdende Dichtung vor Vergeudung der Form, er stützt sie im Sinnvollen, er gibt ihr sozusagen R'Jckgrat, er bewahrt die Aufnehmenden vor unfrurl »barem Rausch, ständig ein-y"5pfzt z".-ingt er sie zu Bedarhtsjmkeit und Cindringlichkeit. Das Denkon kann recht wohl dem Dichten dienen. Dds Werk des Denkers, sagt man wohl, schaltet das Dichten aus — aber doch nur für den Fall, daH man unter Dichten ein gcfalliqes Phrasieren. ein den sachlichen Grund und Roden verlassendes Srhwirm«'n versieht. Wer aber das Dichten als ein Grstalten und Aufbauen begreift, ein Wühlen und Ordnen, ein Wä-gnn und Feilen nach Gesichtspunkten f!or Schi nhoit, deren Formen günstige N!itller der Gehalte sein können, der v'ird dem Denker das Dichten nicht versagen. Denken und Dichten — der gleiche Anl'iut der Worte lädt dazu ein, sie zu vrreinirfpn Wenn sie sich dem Wesen nach widcr=:nrächen, dann HePe der gute Geist d-^r Snrache eine Verbindung gar nicht 7\i. NMin sie aber da ist, ist sie be-rochünt, spielt sogar in neue Möglichkeiten hinein und gibt weitere öberle-qunnen auf. Dcif^ der nirhfer dn^ Donken und der DtMiki^r das Dichten b"nüt7t, wird oft und srqppeireirh geschehen! dafl aber ein Dirl'tpr auch ein Denker, ein Piiilorrinh von ausnesprorhenem Beruf und eiqrnartiaer Prideuhing, ist und daß sirli ein D'"nker. ein Philosoph, daneben auch als ein echter und bedeutender BANAT-FILM-AG. Als in den Apriltagen des Jahres 1942 die ßLinat-Film-AG in Betschkerek (Kroatien) ins Lebi-n gerufen wurde, da lag vor ihr filmisches Neuland, das für den rlt'u'r.clien Kultur- und Unterhaltungs-tilin ciT.chlossun werden sollte, um auch in diL'pniii Raum des Südostens kultur-jiolitiHchR Aiboii leisten zu können. Dem Z'jhen Fo^ihdHen an dem einmal ge-s'ncktep Zul ;sl der Erlolg nicht versagt rifblieben. Voraussetzung für ein restloses O'Unqrn der gesiellten Aufgabe ^vdr nehi'n der Kenntnis dos Landes und seiner Menschen die zielbewußte Lenkung d'->5 Einsatzes und die sachgemäße Auswaiil fies l-ilnistoffes. Lin Rür.k!ill( k a.il die vergangenen 7.w<'i Ji^lT-e ncliüortigt in vollem Maße die ijnlf'isti'to Pioniorarbijit, Die tünf Tdnfilmw :r|, n (i. r Bdndt-Film und die l:j (irtsit'sti Ii Srlunallilmtiiealer haben ii; do'i zwei .Ifihron ;iol4 Vorlührung ;n mit 7.1'' ^O.'i licsuc horn durchgeführt. In (lii'hon Zahlen m'uI aurh die .luc|cndfilm-sl"ndcn mu! die vor üinhoitf n der Wohr-niacht und in Kriogshiy.iretton abgehalten« ii Vorstelliingcii entlidilen .141 \Vo-chenichduer, 76 i\iilfurlilme und !>2 Spiol-tiline mi' l.'3(j411 ?iletern liefen bei diesen Aufführungon iibnr die Leinwand. Ober Oll Städ!f>, Dörfer und Siedlungen werden heule von der Banal-Film in rec/.'lmaf^igen Al'S'iir.don, tnondtlich ( Iii- bis zweimal, hespiell. ReaciiU nswerl isl alier auch die Zahl der an SchultMi und Meimkmobesitzer nu!>yf>Iic'ferten 8RI Kopien von Kurzton-filmtu und die im X'erleihwege an Schulen und Organisationen gelieferten J8 Kulturfilme. So ist auch im Banat neben den zu immer si;i:'<;^rer Leistung und Höhe anlaufendem kulturellen EinrichUingen er-tolgr^ieii der deutsche SchmalHIm getro-h n, d->r nicht nur bestes Untv^rhaltungs-gut au die deutsrhen Menschen heran-Iragl, sondern neben dem zeitlichen Ge-si 'i'-ht n der Wochensch.uien einen wert-vt len Einl/ii' k in die Arbeit der Kul-UirMline biet. 1. Urich Otie/fler Dichter erweist, kommt höchst selten vor — ii deutschen Schrifttum etwa bei Lessing, Goethe, Novalis und Nietzsche. Lfnser Sprachempfinden macht einen Unterschied zwischen den Wörteni »Denker« und »Weiser«. Eine« Denkere Gedanken arbeiten bewußt und schul-qe-mäß, er macht einen Beruf aus soN chem Vorgang, seine Arbeiten ergeben ein Lehrgebäude, das abgelöst, abstrakt, imposan,t daeleht. Eines Weisen Gedanken aber wachsen, offenbaren sich, gehen in stille Betrachtungen, Briefe, Gespräche oder — Gedichte ein. In solchem Sinne denkende Dichter haben wir gerade in Deutschland viele. Der deutsche Dichter ist nicht so musikalisch, wenigstens nicht so einseitig musikalisch, wie die meisten romantischen Dichter, er liebt nicht so die Form über Allea, sondern die Gedanken erfassen, treiben, bestimmen ihn. Erkenntnissen öffnet sich der deutsche Dichter, er vermittelt sie in seiner Art des Sinqens und Saqens. Es mag sein, daß in ihm der Weise, ja, der Lehrer vorherrscht. So üherleqte Novalis, ob nicht »Denken und Dichten einerlei« sei. und Goethe zeugte von der naiven Art deutschen Dirh-, ter-Denkens, wenn er zu Eckermann sagte; »Das Schlimmste Ist, daß alles Denken zum Dichten nicht« hilft) man muß von Natur richtig sein, so daß die guten Einfälle immer wie freie Kinder Gottes vor un« dastehen und uns zurufen: da sind wir!« Der Märchendichter Musäus ist wohl der erste gewesen, der vom »Volk der Dichter und Denker« gesprochen hat, und seit dem Ende des 18, Jahrhunderts ist diese Wendung dann, oft variiert, be- nutzt worden. Sind wir Deut«che »das Volk der Dichter un-d Denker«? Au» Bescheidenheit könnten wir diesen Titel zurückweisen. Um ihn sachlich vielleicht aber doch für un« in Anspruch nehmen zu können, müßten wir fragen, wie er eigentlich gemeint l«t. Die Deutschen sind das Volk der Dichter unn gemäß und ihnen zuliebe, von ihnen gehalten ürtd getrieben, 7U leben und sie auszuwirken zum Besten der Menschheit. Johannes Günther Die Ortsnamen der Unfersfeiermark Ein Vortrag von Dr. Helmut Carstanjcn Der nationalpolitische Referent der Bundesführunq des Steirischen Heimatbundes, Dr. Carstanjen, sprach im Saal der Kameradschaft steirischer Künstler und Kunstfreunde zu Graz über die Ortsnamen der Untersteiermark. Der Redner entwickelte in einer kurzen Einleitung die Grundsätze, nach denen die Ausrichtung des Kulturbodens der Untersteiermark im Sinne des deutschen Führunq«-ansprurhs vnrnenommen wurde, und zeigte dann, an Hand einer vornehmlich das obere und untere Pettauerteld als Beispiel B' nijtrnpder Karte, die versrh e-denen Gesirhispunkfe auf, die zur Neuregelung der Ortsnamen Anlaß holen. Dr. Carstanjen erklärte zunächst, daß es sich nur um eine Ergänzung der als Grundstork durch die Jahrhunderte her erhiltencn deutisrhen Ortsnamen handeln konnte, ',ind gab dann einen Einblick 'n die Methode, nach der man bei der end-qiiltigcn Reqehinq vorqlnq So wurde neben den erhalten qehli?-benen deutschen Ortsnamen in erster Li-n'o auf frilber bezeugte deutsche OT-ts-iind Flii'^bezeichnunnen rnrückqrqriffen, die im Ziiqe de? Uberfremdnnq a'lm-'^h-lirh verloren aeqanqen waren. Teilweise ivihm man auch wörtliche Verdeutschtin-qen vor, oder wo sich eine solche Möq-l'chkeit nicht bot. wurde die maOqebe'v de Rurq oder Gemeinde, etwa d^ren Wtippenbild, als Grundlage für die Na- mensfindung benützt. Auch Tier-, Baumund Pflanzennamen mußten bei Flurbe-zeichnunqen berücksichtigt werden, wenn sie als ehemals gebräuchlich nachweisbar waren, Nur *n ganz weniqen Fällen war es nötig, völlig neue Namen zu erfinden, doch bemühte man sich auch hier, nur solche Präaungen zuzulassen, die dp.m Lande, der ihTi eigenen Kultur und seiner sprachl'chen Eigenart qem>iß Araren Vcnehml ch aber bot d'e Landes- und Ortsge-öchichte das weitaus er-qiebia'Stp Material an brnjchbaren Be-^eirhrunqrn. In diesem Zn5aTnTrrnhann konnte d'^r Redner semen besonderen Dank den beiden Universitätsprofessoren Dr. Pirch-egger und Dr. Snria auwprechen, die dem kleinen .Arb^itASussehuß. dem d'e Auf-nobp nbe'-trnqer ',**nr qorj!q'i''tr' Vo»"-':rh!'''Te ai'*;7uarbe!ten, wertvollst^ U'^-tr'-ftilfzung 7ute*1 v."^'"den li'^l^fn .Aii'h de»- II'nw<^'s auf die P'n eb'.qkeit des stei-ri^eheri i'in 7ab" ir «ehr infovti't'v '^'-hlie'^ilrh um''iR Dr. C'irst-inien die T-^deiit-tiq Hes^r Ovt^-nprnerreqehinn fü' dl" beiachh.irten fremdnation.Tlen Gebiete d^r^n Ab«ren-ziinq dadureh klar und b'^^t'mmi a^trof-frn worden «e' — «imvohl 'iim Sehn'?: des eineren \'o'ks*vmes ninerseit«; .il*; aiirb Achlunq vor dem benachbarten Fremden f-mrM \ Othello und Desdemona Autnahm«) Pfcüer, Marburj Dorothea Siebert und Kammersänger Hans Depser als Träger der Titelpartien in Verdis Oper »Othello«, die am Donnerstag im Marburger Stadltheater erstaufgeführt wurde und morgen, als geschlossene Wehrmachtvorstellung zum zweiten Male wiederholt wird Kammermusikabend in Pettau Das Pcttauer Streichquartett: Erwin Lang, Franz Fuchs, Hans Wamlek, Josef Riehs Der Saal der Musikschule war diesmal bis auf das letzte Plätzchen besetzt und bot mit dem grüngeschmückten, diskret beleuchteten Podium im abgedunkelten Räume die richtige Stimmung für Kammermusik. Mozarts Jagdquartett K. V. 458 B-dur machte den Anfang. Nach dem Allegro vivace assai und dem reizenden Menuett (diese Satzart hat Mozart ja zu höchstem Ausdruck klassischer Tanzform gebracht) folgte das Adagio, der schönste Teil des Werkes, in dessen Melodienführung sich erste Geige und Cello abwechselten. Als Abschluß erklang das beschwingte Allegro assai in reinem vierstimmigen Satz. Nach kurzer Pause hörten wir von Schubert Variationen über „Der Tod und das Mädchen". Das elegische Thema entwickelt sich hier in freien Variationen aus anläqlich Ivrischer Stimmung In ständiger Steigerung zu Variationen voll Energie und Leidenschaft und klingt dann wieder langsam ab, um in Resignation zu enden. Zum Schluß bot die Vortragsfolge Anton Dvofaks Streichquartett op. 96 F-dur. Dieses technisch schwierigste und vielleicht auch am wenigsten bekannte Werk des Abends wirkte ein wenig eigenartig. Dvofak schuf es während seines Aufenthaltes in Amerika und besonders der erste Satz, in dem ein ,,Negerliedchen" und ein amerikanischer Tanz als Thema verarbeitet sind, gibt diese Stimmung deutlich wieder. Im Lento zeigt sich jedoch schon wieder die slawische Elegie des Komponisten, und im Molto vivace und Vivace ma non troppo begegnen wir vollends der ganzen außerordentlichen Wirkung seiner Kammermusik. Die Vortragsfolge war geschmackvoll gewählt, und die Ausführung bewies die I Liebe und den Fleiß, mit der sich unser heimisches Quartett der Kammermusik ergeben hat. Ott schon ausgezeichnet ! und anerkannt, haben die vier Musiker ' auch diesmal bewiesen, daß sie befähigt ! sind, eine musikverständige Zuhörer-i Schaft zu fesseln und zu begeistern. Der Beifall steigerte sich daher auch ständig und mußte am Ende des Konzertes durch i eine Zugabe beschwichtigt werden. Begeistert hörte man die „Air" von J. S, Bach, frei bearbeitet von Aug. Wilhelmi — ein wunderbarer Abschluß, bei dem Erwin Lang als Spiritus rektor des Quarteltes zeigte, daß er auch seine Violine zu gegebener Zeit in weichsten Tönen erklingen lassen kann. Kreisführer und Landrat Pg. Fritz Bauer bewies durch seine Anwesenheit sein reges Interesse für das Pettauer Streichquartett, dem als besonderer Förderer in allen Belangen immer zur Seite steht. Josei Wra/sc/iko Mojstsowicz wieder in Steiermark ' ''r Dl Roderich Mojsisovics, der zuletzt als Kompositionslehrer an c. .M.i;inhcimer Musikhochschule gewirkt hat, ist nach Steiermark zurückgekehrt und hat die interimistische Leitung der Kreismusikschule Bruck-Kapfenberg übernonnmen. Außerdem wird er an der Opernschule der Grazer Landesmusikschule unterrichten. Die Anemonen Von Hans Auer l.'nfer der Eide bca mit der Frühling ^ schon liiiigo vor seiner kolendoriTicißigen ArikuiiM Die Wiir/.e;c lien wis>cn d.iß ! ganz gon'iui denn schon mit dem »Halb-winU^rt'i.^ . w,e der Volk*;mund den 2.') J^innur iifZi^ichnct, hriben sie sich ins-yri-.iin' uuf die rjndcrr; Seite gedreht. Und die Wur/"lrli<'ii der Anemonen. Von dfp'-'ii uh h o erzählen will, wai^en bei diesi't W.'ndtinq sicherlich die aller-f'fslen' .M'l don Anemonen, die ja zur Familie der R.iuimkelaceen oder Hah-renhlßU^r und d.ineben zu den ersten Fiühlinqsblumen zahlen, hatte ich als Kind ein Erlebnis das maßgebend für meine grinze Lebensauffassung geworden ist .Allsonnt'jqlich machte ich damals mit meinem Vr.ler c'nen Ausflug in die Umgebung der Stadt. Je höher die Sonne stieg, desto größer wurde für mich die Freurie an diesen Spazier.]ännen Vater zeigte mir alle die Dinge, die das Leben künden- den ersten sanften Glanz der K istanienknospen. die seidenweichen Palmkät7chen, die erste Primel, die vorwitzig schon im Februar dem harten Boden , entsteigt und den Feuersalamander, der, aus df>m Winte schlaf erwacht, den Kopf aus dem Laubhüqel schiebt. Das Schöiiste für mich aber waren die Anrmonev Oft konnte mfln ihre lichte Schar nicht von dem Schnee unterscheiden, der im Dunkel der Bäume noch lag. Da standen sie nun, eine neben der and.^'en, unsanbar zarte Geschöpfchen, hunderte auf einem Platz Alle Blütfn'^tnrne aber sahen in die gleiche Richtung, keiner von ihnen machte eine Aufnahme: der Sonne zu. Kleine Sonnenanbeter, dünkten sie mich, deien helle Augensterne dem leuchtenden Taqes^iestirn folgten, wie in einem tiefen Glauben. Sie wanderten mit Sonne von Osten nach Westen, zu Mittag öffneten sich voll und ganz ihre Blüten, da strahlten sie. und wenn wir am späten Nachmittag auf dem Heimweg an der Anemonenwiese vorbeikamen, da blickten sie dem scheidenden Gestirn nach, ihre Köpfchen senkten sich voll Demut, und der Blütenkelch schloß sich. »Jetzt gehen sie schlafen, die Anemonen . . « sagte Vater, und ich wünschte ihn^n eine recht gute Nacht. Tags darauf zeichnete ich in der Schule auf die leeren Blätter meines Atlasses versonnen lauter Anemonen, die nach der Sonne sehen. Eines Tages kam ein arger Wettersturz. Der Sturm pfiff, die Äste knackten, und manch erstes, grünes Blatt lag am Boden, Dann prasselte noch dazu der Hagel wie ein höllisches Trommelfeuer herunter und stampfte alles In Grund und Boden Du lieber Gott — meine Anemonen! ' Ein heißer Schreck durchfuhr mich, ich begann zu zittern. Ich müßte ihnen ja hrlfenl An d^iesem Tag schwänzte Ich zum e-^sten Mal die Schule Es hielt mich nicht — ich mußte hinaus zu den Anemonen! Mächtig Herzklopfen hatte ich schon, als ich eing Fahrkarte bei der Stadtbahn nach Hütteldorf verlangte — der Knirps fuhr ja das erste Mal allein auf der El^renhahn. Dann lief ich mit meinen kleinen Bei- Liederabend Jutta Gilbert Die Kameradschaft steirischer Künstler und Kunstfreunde, Zweigstelle Marburg, veranstaltet am kommenden Freitag, den 28. April, im Kasinosaal einen Liederabend, zu dem sie Jutta Gilbert, eine der besten und feinsinnigsten Sängerinnen des hiesigen Stadttheaters verpflichtet hat. Jutta Gilbert, die uns u. a. vortrefflich gesungenen Opempar-tien zuletzt in Mozarts »Figaro« eine ausgezeichnete Susanne bescherte, wird sich mit dem Ende dieser Spielzeit vom Marburqer Publikum verabschieden, um einem ehrenden Rufe als erste lyrische Sängerin nach Oslo Folge zu leisten. Es steht zu erwarten, daß die vielen im Laufe der heurigen Saison gewonnenen musikalischen Freunde der jungen Künstlerin diese Gelegenheit gern wahrnehmen und den Liederabend recht zahlreich besuchen werden. Das Konzert ist für jedermann zugänglich. Auf dem Programm stehen erlesenste Lieder von Brahms, Pfitzner, Wolf und Richard Strauß. Die Klavierbegleitung hat Professor Hermann Frisch übernommen. Eintrittskarten sind ab Montag in der 'Geschäftsstelle des Amtes Volkbildung erhältlich. Neues Cellokonzert von Pfitzner Am 2v1. April wurde in Solingen ein neues Cellokonzert von Hans Pfitzner uraufgeführt. Der Komponist, der zu seinem bevorstehenden 75 Geburtstag mit dem Musikpreis der Stadt Solingen ausgezeichnet worden ist, hat die Uraufführung mit dem Solinger Städtischen Orchester selbst dirigiert. Den Solopart spielte Ludwig Hoelscher. Schuricht in Brüssel Carl Schuricht dirigierte das große Symphonie-Orchester des Senders Brüssel. Auf dem Programm standen die „Unvollendete" von Franz Schubert und die siebente Symphonie von Beethoven. Egon Kornauths »Elegie auf den Tod einee Freuiules«, wurde vom Haager Residenzorchester unter Toon Verhey zum ersten Male in den Niederlanden aufgeführt. nen zu der Anemonenwiese. Sie sah trostlos aue. Hagelhaufen lagen auf ihr, die Sturzwaeiier hatten alles glatt gefegt. Mit den Händen schöpfte ich die schmerzhaft eisigen Hagelkörner weg — darunten lagen meine Anemonen, platt Aufnihme. Steflen-Lichtbild, Graz und reglos. Ach, da nutzte wohl nichts mehr, die Hagelkörner, die ihie schwachen Körper begruben, wpgzuschaffenl Ganz mutlos kam ich zu Hause an und hielt mühsam die Tränen zurück. »Was hat denn der Bub heut?« l(dgte die Mul- ter besorgt, »hast vielleicht einen Fünfer bekommen?« Zwei Tage später machte Ich mit Vater den gewohnten Sonntagsausflug. Ich fürchtete mich geradezu, bei der Anemonenwiese vorbeizukonunen, erwartete ich doch, lauter kleine Blumenleichen vorzufinden. Da waren wir schon angelangt — und ich schrie auf — einige zwar mühsam noch, und ein paar Lücken gab es auch — aber neue drängten schon ihr Köpfchen aus der Erde, der man die Spuren des Wetterschreckens noch ansah. Da standen sie, meine lieben Anemonen und — blickten zur Sonne »Vaterl Die Anemonenl Sie leben noch und wachsen!« »Ja Bub, warum denn nicht?« »Ja, ja —« stotterte ich, »weil doch vorgestern ...« »Was war denn vorgestern?« Ich errötete. »Das — das schreckliche Unwetter, und ich hab mir gedacht, jetzt sind sie alle tot!« Diesmal sah auch Vater länger auf die Anemonenschar, dann ergriff er meine Hand und sagte: »Merk dir, Bub: Wenn dich das Schicksal einmal recht arq beutelt, wenn ganz arge Not über dich kommt und Tod und Teufel, dann denk an die Anemonen. Immer nach dem Licht mußt du schauen!« Damals begriff ich nicht recht, was mein Vater meinte. Später wußte ich es, und ich freue mich bis zum heutigen Tag jedes Jahr aufs Neue, wenn meine lieben Anemonen aus der Erde steigen, zur Sonne sehen — auch wenn sie von Wolken verhangen Ist — und ihre Köpfchen nach ihr wenden. Wie ein Sinnbild de« siegenden Lebens will mir dieser Anblick immer erscheincu.