.1^ 3«. Donnerstag am V. Februar «82« ^>c Laibachcr ^eitnna" erscheint mit ÄnSnahme der Sonn- und ssciertagc, täglich, und kostet sammt den Acila^cn im Comptoir gan,jährg 1l ss., halbjährig 5ft. ^l'kr., >»>t Kreu^b^nd im ^omptm'v qan^iäl,ri^ 12 si., halbjäüri^ ^ ft. Fur oie Zustellung in'i Haul stnv h al b i ä I, ci ^w lr. mehr zu entrichten. Mit der Post Porto» ttei aanliäl'ria unter Krcn,ba»o und gedruckter ?lor.sse l', fl., halbjährig 7 st. 30 lr. — In sera tion^ebi, l, r snr eine Zpalte!!,>'ilc D!>cr den Naiun derselben, ,ur eiu-maliqc Himchaltuua' It lr snr zwci.xaliqe 4 kr.. für dreimalige ., fr. C. M. Inserate bis ,2 Zeilen kosten l ft. snr 3 Mal . .',<) lr. flir 2 Mal ,»>d ^0 kr. fnr < Mal e!nzu,chalte». Z» diesen Gebiihr.» ist nach drm „vrovis'orischcn Gesetze von, «. November <«5N für Inserationsstäülvel" noch <<> kr. für eine jedesmalige Einschaltung lu»;u ,u rechnen. ginllicher Theil. s^e. f. k. Apostolische Majestät haben mit Aller-höchst unterzeichnetem Diplome den k. k. Landes-"^iernngs. Präsidenten in der Vnkowina, Franz schmuck, als Riltcr dcö kaiserlich österreichischen Or-bcns dcr eisernen Krone II. Klasse, den Statuten "scs Ordens gemäß, in den Frcihcrrustand des öster» "lchischcn Kaiserreichs allcrgnädigst zu erheben geruht. ^l. k. k. Apostolische Majestät haben dem Lcga» tw!i6. Sekretär der kaiserlich österreichischen Gesandt» schaft in Paris, Hugo Grafen v. Abcuspcrg-^rann, die k. k. Kämmcrcrswürdc allergilädigst zu verleihen geruht. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller« höchster Entschlk-ßuug vom 13. Jänner l. I. dem in den bleibenden Ruhestand tretenden Sekretär erster Klasse der Finanz-Intcndcnz zn Padua, Giovanni Vattista Castoldi, in Anerkennung seiner fünfzigjährigen Dienstleistung dgs goldene Vcrdicnstkreuz mit dcr Krone allcrgnädigst zu verleihen geruht. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller» höchster Entschließung vom 1. Februar d. I. den Landcsgcrichtsrath bei dem Preisgerichte in Tarnow, Franz Xaver Schön, znm Obcrlandesgerichlsralh in Krakau allcrgnädigst zu ernennen geruht. Das Ministerium des Acußcrn hat im Einver. nehmen mit jenem des Handels die bei der kaiserl. Agcntic und Gcurralkonsulalc in Iassy erledigte Vize» kanzlerstelle dem Gerichtsadjnnkten bei dem Kreisge» richte zu Decs in Siebenbürgen, Johann Haus-wcnzl, zu verlciheu befunden. Das k. k. Finanzministerium hat den Adjunkten dtr galizischen Fiuallzprokuratur, Dr. Jakob v. K u l< ^N)cki, znm Finanzrathc bei der genannten Fiuauz° ploluratur ernannt. Das k. l. Finanzministerium hat die bei der k. k. ^"dcshduptlasse in Weinberg erledigte Zahlmeisters' ^kllc dem dortigen Kontrollor Karl Kollarzowöki "crlirheu. Der Minister fnr Knltns nnd Unterricht hat den ^upplciUcu an dem evangelischen Gymnasium zu Tc-^en, Emil Wiener, zum wirklichen Lehrer au der» '^bei, Lehranstalt ernannt, Das Handelsministerium hat die Wiederwahl des < Lambert Karl Luck m a n n znin Prä'nocnlen imd t des Anton Samassa znm Vizepräsidenten der s Handels» und Gcwerbekammcr in Laibach bestätigt, c --------------------------- „___ ' z Der Vizepiäfidcut der Olinühcr Handelskammer, dessen Wahl vom k. k. Handelsministerium bestätigt ^ wurde, ist in Nr. 2!) dieser Zcitnng irrig I. Kolb ^ slalt I. I. Kl ob genannt, was lmmit berichtigt ^ wird. '' _______________________________________. z' Nichlalnllicher Theil. Oesterreich. Wien. ü. Februar. Die l. „Wiener Ztg." enthält folgendes Protokoll. Anwesend -. Die Repräsentanten uon Oesterreich, Frankreich, Großbritanu i c n, Nustland und der Türkei. Die Unterzeichneten sind in Folge der Sei-tens ihrer rcspeltiucn Höfe erfolgten Annahme der fnnf Propositionen, welche in dem unter dcm Titel Präliminarien-Entwurf hier bcigcschlossc« neu Dokument enthalte» sind, nachdem sie dasselbe gemäß der zu diesem Zweck erhaltenen Ennächtignug paraphirt habm. übereingekommen, daß Icdc ihrer Regierungen Bevollmächtigte ernennen wird. mit den nöthigen Vollmachten versehen, um zur Unterzeich. nuug der formellen Friedenspräliminarien zu schrei, ten, und einen Waffenstillstand und einen defini» tivcn Fricdcnsvertrag abzuschließen. Die besagten Bevollmächtigten haben binnen drei Wochen, vom hcn-tigcn Tage an, oder auch früher, wenn cö sein kann, in Paris zusammenzutreten. Geschehen zn Wien in fünffacher Expedition, am 1. Februar l886. (Unterzeichnet:) Vuol.Schaucnsteill. Vonra. ncne y. G. H. Seymour. Gortschakof f. Ihsam. Wien, 4. Februar. Der kaiserlich französische Gesandte Herr Varon v. Vourqucuey hatte gestern die Ehre, von Sr. Majestät dem Kaiser in einer be» sonderen Audienz empfange», zu werden; derselbe wird im Lauft dieser Woche die Ncisc nach Paris antrc< ten uud in einigen Monaten sammt Gemalin wieder in Wien ciutrcffcn. Die Lcituug der Gesandlschafts' gcschäfte übernimmt inzwischen der erste Legations-sekrctär Vicouttc dc Scrrc. — Sc. Erlaucht der Herr Oberst'Hofmarschall Landgraf Friedrich Egon zu Fnrstcuberg in der Vaar und zu Sichliugcn ist heute (dcu ^. Febrnar) um halb :; Uhr Fnih verschieden. Der hohe Verstorbene war geboren den 26. Jänner 1774; er vermalte sich am 14. Oktober 1780 mit der Prinzessin Theresia, einer Tochter des Fürsten Joh. v. Schwarzcnberg. — In den Salons Sr. Erzcllcuz des Herrn Ministers Grafen v. Vuol fand gestern ein Vanketl Statt, an welchem die sämmtlichen Herren Minister. oa»u uom diplomatischen Korps der kais. russische Gc> andtc Fürst v. Gortschakoff, Graf Stackelberg. der 'nglische Gesandte Sir Hainiltou Seymonr. der fra». Msche Gesandte Varon v. Vonrqneney. der türkische Mchäftsträgcr Istan Vey n. m. A. thciluahmcn. — ^cute war bei Sr. Durchlaucht dem regierenden Für. lcn v. Schwarzcnberg großes Diner. an dem auch zürst GoNschakoff thcilnahm. — Morgen gibt der k. spa» bische Gesandte Herr Tropcz dc Ayllon ein Vaukclt. C u dem Fürst Gortschakoff geladen ist, der sich über. 2 Haupt in den höheren Kreisen besonderer Auszeich' nung erfreut. — Nachdem die Wiener Handelskammer in ihrer lchtcu Sitzung die Grundzügc des neuen Ge« wcrbgcsehes berathen hatte, wurde die Kommission mm beauftragt, anf das die Grundzügc betreffende Gut> achten gcstüht, in die einzelnen Vcstimmnngen des Gesetzentwurfes einzngcbcn und ihre dicsifälligen Anträge mit Vcschlcnnigung vorzulegen. — Die zwei neuen Schrauben »Kriegsdampfer, durch welche die k. k. Marine demnächst vcrmclnt wird, erhalten die Namen: „Prinz Engen" und »Erzherzog Friedrich." — Es verlautet, daß Kriegsschiffe eine Uebnugs« reise uach Brasilien antreten, uud an derselben « Kriegsschiffe, 2 Segelfregalten nnd 4 Dampfer Theil nehmen werden. In den betreffenden Kreisen in Trieft heißt es. daß diese Schiffe vielleicht schon im Frühjahr in See stechen werden. — Im Laufe des Monats Februar wird in Wien zur Regelung des für Italien projeklirteu Eisenbahnnetzes ein Eiseubahn'Kougrcß abgehalten wer» den, bei welchem die sämmtlichen betheiligten Regie« rilngcu dnrch Bevollmächtigte vertreten sein sollen. Von Seite Toöcana's wird der Staalsrath Graf Cautauo Zuchiui dabei iutcrvcuiren. — Se. Eminenz der Herr Kardinal Fürst»Erz» bischof von Wien, Olhmar Ritter v. Rauscher, hat be» schlössen, ein Haus für die katholischen Pilger ans Oesterreich zu Jerusalem ans den Mitteln jenes Fon» des zu bauen, dessen Protektor er ist. Durch die k. k. Intcrnuntiatur wurde die Bewilligung der Pforte znm Ankauf der nöthigen Grundstücke in Jerusalem erwirkt und Herr Anton Enolichcr, Beamter des k. k. Handelsministeriums, der auch den Ballplan eut» werfen wird, begleitet von zwei Werkmeistern uud ausgerüstet mit den nöthigen Mitteln, schon in wcni' gen Tagen seine Ncisc nach Jerusalem antreten, um ocu Bau, der biuncu Jahresfrist vollendet sein soll, zu leiten. — Am Abend des 30. Sept. l791 wiederholte das Theater im «Freihaus" an der Wien von dem ersten Jubel der Begeisterung über Mozart's ,,Zau» bcrftötc." Die Kuudc von diesem unerhöttcu Erfolg traf unseren großen Meister bereits auf dcm Siech» bett, von welchem er sich nicht mehr erheben sollte. Fünfundsechzig Tage darauf starb Mozart, eben so viele Jahre spätcr Mozart's erste „Pamiua." Hentc Morgens um 7 Uhr ist nämlich Fräulein Gottlieb, welche bei der ersten Aufführung der «Zauberflöte" die Parihic der „Pamina" sang, hier gestorben. Frau» kin Gottlieb hatte ein Altcr von 93 Jahren erreicht. — In Graz wird sich uächstens ein „Frauen» Gesangsuercin« bilden, der sich die Ausbildung wcib» licher Gcsangstalcnte zur Aufgabe gestellt hat. — In Prag hat dieser Tage die Unvorsichtig-'cit wicdcr ein Opfer gefordert. Eine alte Fran kam „it dcm Ofeufcner in so nahe Berührung, daß die üeioer derselben entzündet wurdcu; obzwar die Flam-ncn bald gelöscht wurden und die Verbrennung keine 'deutende ""'. so wirkte doch der Schrecken so bc» ^alttgend auf die alt? Frau. daß dic Unglückliche 6 bunden nach dem Vorfall dcu Gcist aufgab. -^ Auf der südöstlichen Eiscubahn hat auf der drecke von Pcsch nach Neuhäusel vom 1. auf den . d M. und bis zum Morgen des 3. ein starker «2S Schncefall mit Sturmwind stattgefllnden. An ucun Stellen war die Vahn ganz verweht, st' daß drci Lastzüge trotz aller Anstrcilgllngen. die mit Hilfsma-schiucu, Schnecpftngen :c. :c., uittcr Anzichullg star» fcr Arbeitskräfte geiuacht wurden, nicht freigemacht werden konnten. Der Abcndzug von Pcsth nllißte ain Freitag von Ealotla nach Pcsth zlirückkchrcn und am Samstag wurde die Vahn so weit frei gemacht, daß der Abcndzug von Pesth abgehen konnte, welcher anch Sonntag Früh lim ^0 Uhr ^ü Minuten in Wien anlangte. Die Hilfsmaschiueu sind mit dem Schnecpftuge auf deu verschneiten Lastzug anfgestoßen und bicbei sind die Wagen etwas beschädigt worden. — In der heute dcu 4. Februar um li Uhr Abends im Vereinslokale stattfindenden Monatversamm-lung des uieder'östcrreichischcn Gewerbcvereilis wird Herr C. Zimmcrmann Naiueus der Abtheilung für Druck und Weberei emeu Antrag zur Ausschreibung von Preisen auf die besten und gelungensten Zeich, uungeu für Voulardtüchcr stellen. — Aus sicherer Quelle wird dem „Pesthcr Lloyd« mitgetheilt, daß die Oedcnburg »Kanischabahn ibrc m',» türliche Ergänzung, d. h. ihre Verlängerung bis au die Donail dnrch die Ausführung der Kauischa'Fünf> kirchner Linie erhalten wiro. Die Donau tritt so, anch in ihrem unlcrcu Theile, in beschleunigte Verbindung mit Wien und Trieft,- ist einmal die Bcl-grad'Konstantinoplcr Bahn hergestellt, so gewinnt dirsc Linie noch mehr an Bedeutung. Jedenfalls erschien die Oedenburg »Kanischaer Strecke ohne diese Ergänzung als ein Fragment, dem die Vollendung abging. AIs Gründer dieses ncueu Untcrncbmcns, wozu der Vcschlnß am 12. Jänner in einer (5oniit»'>> bcralhung zu Ocdeuburg gefaßt wurde, ucnnt man: die Fürsten Esterhazy und Bathyanyi, die Grafen Georg Fcstetics, Alexander Erdödy und Karl Zichi, ferner die Herren M. L. Biedermann und (5omp. in Wien, von Inkcy zn Bcröny, uou Somsich und Tsurl in Oldenburg. (5 iIli, 1. Februar. Ein Aufsah in der «Trieft. Ztg." schildert die Produktiousfähigkcit der Kohlen, werke unserer Nachbarschaft, uud bezeichnet niedrig gestellte Eiscubahnfrachlsätzc für Kohlen als eine ,,Lc-bcnöfrage für Trieft«, indem nur dadurch die Mög> lichkeit geboten wird, die enormen Schätze, welche die Natur in unserer Gegend an mineralischer Kohle anfgchänft hat, dort im Intcresft des Handels, der Industrie und des großeu Publikums zu benutzen. Hier schließt man sich den in jenem Artikel ge» äußerten Ansichten lind Erwarlnngcn in Bctnff der dicßfälligcn Bestimmungen unserer erleuchteten Regie» rung in vollstem Maße an, da es anch für dic hic^ slgc Gegend uon größter Wichtigkeit ist, daß unser junger Bergbaubetrieb durch die möglichst größte Er> Weiterung des Absatzkrciscs in die Lage verseht werde die Erzcuguugökostcu alls jenes Minimum zu bringen, ans das sie bei einem großartigeil Absah rcduzirl werden könnten; denn daß beim Kohlenbergbau sich die Gestehungskosten in dem Grade vermindern, als der Absah, beziehungsweise die Ausbeute, gesteigert wirb, ist wohl selbst dem Laien zur Genüge bekannt, Wohlseilc Kohlen sind aber auch eine Lebens' frage für die Eisenindustrie, und diese beginut in unserer nächsten Nachbarschaft bereits eine nicht un> bedeutende Nolle zu spielen, indem das eine Stunde uon hlcr liegende Walzwerk Stör«', dessen Einrichtungen auf den Stand des neuesten technischen Fortschrittes gebracht sind. und das so eben mit der Einführung des Gasofenbetricbes seine Produktionsfähig' kcit zu mrdopvcln im Begriffe ist, jetzt schon täglich weit über liU0 Menschen beschäftiget. Die Kunde, daß die bisherige Auöwcichschiene des Walzwerkes Stor ügkcit ihres Unternehmens, jedem strebsamen Indu-striellcn des Kaiftrstaatcs aber liefert sie einen neuen Ücwcis, wie unablässig die kais. Negicrung jede solide, die Nationalwohlfahrt fördernde Thätigkeit zu würdigen uud zu uitterstüheu bemüht ist. (Tr-Ztg.) Montenegro. Von der montenegrinischen Grenze wird der »Agr. Ztg." unterm 2A. Jänner geschrieben: Seit 4 Tagen fanden zwischen den Montenegrinern der (5ernica'er Nahie und deu österreichischen Unterthanen in Pastrovic einige Grcnzrcprcssalicn Statt. Uebrigenö waren die Behörden Montenegro's bestrebt, stets das geranbte Vieh zurückzustellen, uud ließen die Ucbclthäter verhaften lind nach Cettinje zur Ab> strafnng abführen; anf diese Art ist die Nuhc wieder hergestellt. — Ein gewisser Vuk Golubov Zuzza, der sich scit 30 Iahrcn bereits als montenegrinischer Flücht« ling in der Türkei aufhält, verlangte vom Fürsten eine Art Schuhwachc, da er nächstens kommen werde, um das im verflossenen Sommer im Thalc uon Nisic gemähte Heu abzuholen; der Fürst jedoch gab diesem Ansuchen nicht nur kein Gchör, sondern vcr» bot absolut dcu Montenegrinern, sich dabei zu bcthci> ligen. Bei solchem Umstände kann die Abreise des Fürsten nach Triest zn Reibungen in jcncm Thale Anlab gcbeu. und Icicht einen traurigen Konflikt herbeiführen, indem der Flüchtling Znzza bei 700 Hir. ten znm Schuhe des bcdrohleu Heues gesammelt ha> ben soll. In Cettinje wird ein die Pfarrer betreffendes Gcseh vorbereitet. Man sagt, daß cinc alls dem Scnatspräsidenten, einem Archimandrite!! und einem Hcgnmcn zusammcnücsctztc Kommission festgesetzt wird, bei welcher sich jeder Pfarrer einer Prüfung wird un< terzieheu müssen; die für unfähig zu ihrem Amte Befundenen müssen die Scelsorgc verlassen und wer« den, wenn sie nicht Vermögen haben, in Klöster gc-gcbeu. Es scheint, daß dieses Gesch Widerstand fin« den wird lind bereits findet, um so mehr, da es sich um so einflußreiche Personcu handelt, als cs die Geistlichen sind. Der Senatspräsidcnt Georg Petro« vic befindet sich seit einigen Tagen in Catlaro in ärztlicher Behandlung. Deutschland. -j- Anf verschiedenen Gütern des (5arthanser und des Bereuter Kreises (Preußen) hatte sich, in Folge des Druckes der nahrungsloseu theueren Zeit, »ntcr der kassnbischen Bevölkerung schon seit länge» rer Zeit eine dnmpfc Gährnng bcmerklich gemacht, welche sich in jüngster Zrit bis zur Drohung von Mord und Brand gegen dic (meist Deutschen) Guts« Herrschaften steigerte. Der bei den, rohen, jähzorni« gen nnd rachsüchtigen Charakter des ländlichen Pro« lctariats in jenen Gegenden nur zn sehr zu fürchten« den Verwirklichung dieser Drobnngcn zuvorzukommen, schien die Sendung von Militär nothwendig, lind ist demnach kürzlich uach jedem der beiden Kreise je eine Kompagnie abgegangen. Italien. Die «Gazz. di Gcnova" bringt cincn längeren, das ueuc piemontrsische Anlehen betreffenden Artikel, von dem man mit Bestimmtheit glaubt, daß er vom Graseu Cavour selbst herrührt. In demselben wird auseinandergesetzt, daß das Anlchcn im Betrage uon W Millionen Franks trotz des Fricdcnöschlnsses ?on-trahirt werden muffe, da die Ncgierung Vcrpsiich« tungcn eingegangen sei, von deucu der Friede sie nicht entbinde. Weiter wird in dem Artikel uachge« wiesen, wie cs für dcu Staat weit vorthcilhafter sei, wenn das Anlcheu im Inlande und nicht in, Aus» lande konttahitt werde; cs liege dahcr im Interesse der piemontcsischen Finanziers, diestfäUlgc Anerbieten zur Uebernahme der Anleihe zu machen, deren Vcr« ausgabung, fall« Friede werde, mit 90 pEt., falls der Krieg fortdauere, mit 80 M. ungefähr statlfin' den solle. Großbritannien. Die englische Thronrede. Die feierliche Eröffünng des Parlaments fand am 3l. Jänner unter Beobachtnng der hcrkömmli» chen Zeremonien, bci größerem Mcnschcudrauge als voriges Jahr, Statt. AIs die Königin auf dcm Throne Platz genommen, sprach sie folgende Thron« rede: «Mylords und Gentlemen! Seit dem Schlüsse der letzten Parlamentsscssion haben die Waffen dcr Alliirtcn einen glänzenden und wichtigen Erfolg cr> rnngen. Scbastopol, die große Feste Nußlands im schwarzen Meere, ist der beharrlichen Ausdauer und kühnen Tapferkeit dcr verbündeten Heere unterlegen. Die Flotten» und Hecresrüstungen für das kommcudc Jahr habeu uothwendigerwcise meine ernste Anfmcrk« samkeit iu Ansprlich genommen; aber während ich entschlossen war. keine Anstrengung zu unterlasseu. welche den Kriegsoperationcn Nachdruck verlcihcu könnte, erachte ich cs für meine Pfiicht, kcincrlci Er« öffnllngen abznkhncn, die vernünftiger Weise alls ei» nen sicheren lind ehrenvollen Frieden Allssicht bieten konnten. Als demnach der Kaiser von Oesterreich mir lind meinem erlauchten Alliirtcn, dcm Kaiser dcr Franzofcn. vor Knrzcm das Anerbieten machte, seine gute Dicustc (gucxl oll'i«?^) beim Kaiser von Nuß» land geltend zu machen, mit der Absicht, dahiu zu trachtcu, cinc freundliche Beilegung dcr zwischen dcu kämpftnden Mächten schwcbcndcn Streitpunkte zu erzielen, willigte ich in Gemeinschaft mit meinen Vcr« bündcten ein. die dergestalt gemachten Anerbietimgen anznnchmcu. und ich habc dic Befriedigung, Ihnen mitzuthcilcn, baß gewisse Bedingungen festgestellt wor° deil sind, die, wie ich hoffe, die Grundlage cincö all» gcmeincn Friedcnötraktats bildcu dürften. Unterhandlungen bcblifs eines solchen Traktales werden binnen Kurzem in Paris eröffnet werden. Bei dcr Führuug dieser Unterhandlungen werde ich.sorgfältig darauf achtcu, die Zwecke, um dercut» willen dcr Krieg unternommen wnrdc, nicht ails dcu Aligen zu verlieren; lind ich werde cs für Necht Hal« ten. in meinen Rüstungen zur See und zu Lande um keinen Grad nachzulassen, bis ein befriedigender Friedenstraktat abgeschlossen sein wird. Obwohl dcr Krieg, in dcm ich begriffen bin, durch Ereignisse im Süden Europa's herbeigeführt worden ist, habc ich doch meine Aufmerksamkeit uicht von dcu Verhältnissen im Norden abgezogen, und habc, in Gemcinschaft mit dcm Kaiser dcr Franzosen, mit dem Könige von Schweden und Norwegen einen Traktat abgeschlossen, welcher defensive, auf seine Staatcn bezügliche Engagements enthält, uud anf die Erhallung dcs politischen Gleichgewichts in jrnrm Thcilc Enropa's abzielt. Mit dcr Nepublik Ehili habe ich ebenfalls eiuen Freundschafts-, Handels« und Schifffahrtsvcrlrag ab« geschlosscu, und habc dic Weisung ertheilt, daß diesc Traktate Ihnen vorgelegt wcrdcn. Gentlemen vom Hausc dcr Grmcincn! Dic Voranschläge für's kommende Jahr wcrdcn Ihnen vorgelegt werden. Sie werden dieselben in einer Weise entworfen finden, daß sie für die Bedürfuissc dcs Krieges Fürsorge treffeu. für den Fall. daß uu> glücklicher Weise kein Frieden abgeschlossen werden sollte. Mylords und Gcutlemcu! Es gereicht mir zum Vergnügen, zn bemerken, daß ungeachtet dcs Kricgs« druckcs und trotz der Lasten und Opfcr, dic er mei« ncm Volke nothwendig auferlegt hat, die Hilfsquellcu meines Reiches uuucrringcrt geblieben sind. Mit Zn< uersicht baue ich auf den mannhaften Geist und die erleuchtete Vaterlandsliebe meiner getreuen Untcrtha« lien, wrlchc dcu mir bis jetzt in so cdlcr Ncisc gc« währtcn Beistand auch fcrucr bieten werden, und sie können sich versichert halten, daß ich ihnen keine An« streugungen znmnthcn werde, dic uicht durch cinc gc< bührcude Rücksicht für die großen Interessen, dic Ehre und die Würde des Reiches geboten sind. Ich empfehle Ihrer anfmcrksamcu Erwägung mancherlei Gegenstände, die dcu Fortschritt im Iuner" betreffen. R»3 Der Unterschied, der in einigen wichtigen Ein< zelpnnktcn zwischcn den Handelsgesetzen Schottlands und denen der anderen Theile des vereinigten König» reiches besteht, haben einer groben Anzahl meiner handeltreibenden Unterthanen Ungelcgcnhcilcn verur< sacht. Man wird Ihnen Maßregeln vorlegen, um diesem Ucbelstandc abzuhelfen. Man wird Ihnen ferner Maßregeln vorschlagen zur Vereinfachung, nnd daher Verbesserung der Gesetze, die sich auf die Teilhaberschaft im Geschäfte beziehen (i>l>i-ii). um auf diese Weise die geschäftliche Kapimlsverwcndung zu erleichtern. Das System, nach welchem Kauffahrteischiffe Lokal- nnd Passirzöllcn unterworfen sind, hat zn vie> lcn Beschwerden Anlaß gegeben. Man wird Ihnen Maßregeln unterbreiten, um in diesen Angelegenheiten sine Erleichterung herbeizuführen. Andere wichtige Maßregeln znr Verbesserung von ^esch und Recht in Großbritannien u. Irland werden Ihnen vorgelegt werden, und Sie werden ihnen ohne Zweifel Ihre aufmerksame Erwägnng angcdcihcn lassen. Es ist mein heißes Gebet, daß der Segen der Miichcu Vorsehung Sie in der Berathung dieser ""° aller andern Angelegenheiten begleiten, nnd die« '^ M Forderung dessen führen möge, was der ^oße Zwrr meiner unwandelbaren Sorgfalt ist, der Wohlfahrt und des Glückes meines Volkes." Nach Verlesung dieser Rede ging das Parlament Nl'scinandcr. Um :> Uhr versammelte sich das Haus bcr Gemeinen wieder, und die Amwort-Adresse auf die Thonrede ward verlesen. D'Isracli unterstützte dieselbe und erklärte, er werde das Ministerium unterstützen, gleichviel, ob es sich für den Krieg oder den Frieden entscheide. Ueber die mit der Belagerung von Kars zusammenhängenden Ereignisse sprach er sich in mancher Veziehung tadelnd aus. Lord Palmer» slon erklärte, er glaube an den Frieden. Alles bc> rcchtigc zu der Hoffnung, daß cr zu Stande kommen werde. Doch habe man die nöthigen Maßregeln ergriffen, um allen Eventualitäten für den Fall begeg-ncn zu können, daß der Krieg noch ein ganzes Jahr dauere, obgleich Grnnd zu der Annahme vorhanden sei, dab der Friede in drei Monaten erzielt sein werde. Roebuck sprach die Ansicht aus, daß der Krieg fort» dauern müsse, bis dcr Entscheid durch die Waffen herbeigeführt werde. General Sir de Lacy Evans äußerte, England sei mächtig genug, um den Krieg allein fortsetzen zu können. Nachdem noch mehrere Ncdcn gesprochen, ward die Adresse angenommen, und das Haus vertagte sich. Im Obcrhause erklärte Lord Clarendon gclcgent' !ich, daß cr den Krieg mn des Krieges selber willen verwerfe, und daß cr sich bei den Friedenöverhand« lungcn in Paris nach Kräften bestreben werde, den sieden herbeizuführen. Das ganze englische Kabinct , ^tile diese Gcsinnnngcn und das Gleiche sei in Be« l"6 auf den Kaiser Napoleon der Fall. Dcr Waf. ^stillstand müsse kurz und dcr Friede nicht schimpf-^) für Rußland sein, wenn man sich Dauer von blms^wen versprechen wolle. Der Earl von Derby sprach in demselben Sinne wic d'Isracli. Schweden. Ans Stock h olm , 22. Jänner,' berichtet "Deutschland" : „Wic daö gestrige „Aftonblad" mittheilt, bcrci> ^ d"s Konsistorium dcr Stadt Stockholm eine neue ^"lholikcnvcrfolgnng vor. Es hat sich dasselbe näm-^) mit einem Schreiben von, U1. Dezember v. I. "" das Obcrstatthaltcramt gewendet, um durch dessen Vermittlung von dein Pfarrer dcr hiesigen kalholi< scheil Gemeinde Namen und Wohnort derjenigen Pcr> soncn zu erfahren, die, wic dem Konsistorium ange» zeigt worden, vom Protestantismus znr katholischen Religion übergetreten, sowie auch Namen und Wohn> ort der protestantischen Eltern, die nach derselben Anzeige jhrc Kinder znr katholischen Schule schicken (lim deutsch und französisch zn lernen). Am 14. d. M. hat nun das Obcrstatthaltcramt in der erwähnten Angelegenheit an 'den Herrn Pfarrer dcr katholischen Gemeinde ein vom Obcrstatthalter Grafen I. Hamilton unterzeichnetes offizielles Schreiben gerichtet. Rußland. Ans St. Petersburg. 26. Jänner, schreibt man der „Schlcs. Ztg.": Wie dcr Kausmannsstand über die Fricdcnsaussichtcn denkt, uno wie zuvcrsicht lich cr an eine baldige Beilegung des großen Streites glaubt, davon haben die mitgetheilten Notizen über dic Handclsbcwegung dcr letzten Tage ein schla» gcndes Acispicl gegeben. Dic «Nordische Biene" spricht zuerst über dic an den Frieden geknüpften Hoffnnngcn — „der Regenbogen des Friedens sei dem ziuilisirtcn Europa aufgegangen", nnd knüpft daran die schon oft gegebenen Rathschläge und Er.' mahnungcn, nun ernstlich an den Fortschritt dcr In dnstrie im Innern zn denken. Fabriken und Eisen» bahnen sind die beiden Punkte, um die sich jeder Fortschritt konzcntrirt, die ersteren, um sich dem Em> stuft Englands zn entziehen, die letzteren, um die, dic Kraft des Reiches lähmenden Entfernungen zu vcr< ringcrn. Ein auf den Bericht des Finanzministers Brock crfolgtcs Dekret hat den Kredit einer dcr umfangreichsten und bemitteltsten Aktiengesellschaften erheblich erschüttert. Diese Sozietät, unter dem Namen „Nns> fische Gesellschaft dcr See., Fluß» und Landassclu-ranz", vermittelte bisher die umfassendsten betreffenden Verkehrsgeschäfte mit Erfolg und reichlichem Gewinn. Die Kriegsvcrhältmssc »raren jedoch nicht ohne nach> thciligc Folge auf deren Geschäftsbetrieb geblieben, so daß durch oben erwähntes Dekret es für die Zu« lllnft verboten ist, Aktien dieser Gesellschaft, wic das bisher gesetzlich nicht nur gestattet, sondern gewissermaßen ein Prioileginm der Gesellschaft war, als giltiges Vcrsatzäqnivalcnt an Gcldcsstatt bei Zahluugs. Verpflichtungen an die Staatskasse oder bei Liefernn« gen für die Regierung anzunehmen. Man schreibt aus Odessa vom 2l. Jänner d. I.: Gestern langten ans Wien zwei Depeschen an, welche dort am l7. Jänner anfgegcben wnrdcn und die Hoffnnng auf Frieden verkündigen, der über« all als ein tiefes Bedürfniß empfuudcn wird. Dieß erregte hier die größte Befriedigung; man sah den Leuten aus den Straßen an, daß sie voi Freude erfüllt waren. Die Spekulationen wnrdci anfgcnommen nnd noch gestern wurden einige Gc schäftc in Getreide gemacht. Der Weizen steht we gen Mangel an Zufuhr über 8 Silbcrrubcl im Preise und wenn demnächst die Schifffahrt beginnen sollte, so wird cr noch bedeutend steigen. Am schlechtesten fahren hiebei einige Ausländer, welche in Folge der von der russischen Regierung gemachten Zusichcrung. die Getrciocvorräthe der Unterthaneil neutraler Staa> ten um den Kosttnprcis zn übernehmen, ihr Eigen» thum der Krone übergaben und bis jetzt noch keil Bczahlnng erhalten haben, obwohl von St. PctcrS» bürg ämllichc Versicherungen hcrabgelangt sind, daß die Behörden in Odessa nicht nur den Auftrag, son. dcril auch das Geld zur Auszahlung schon crhal» ten haben. Alis dcr Krim und ans dcm azow'schen Meere nichts Neues. Die türkischen Gefangenen haben, da man sie in kalte Räume gesperrt hatte, dic Jalousien nnd Fcnstcrbalken des Hauses, in welchem sie konsignirt wurden, zertümmert und sodann verbrannt, als sie dann in ein anderes Gebäude gebracht wer> den sollten, in ihrer früheren Behausung Fener an> gelegt. welches jedoch bald gedämpft wurde. Die französischen Gefangenen werden gnt behandelt und gehen in Begleitung bewaffneter rnssischer Soldaten zn zwei. drei Mann in der Stadt hcrnm, um ihre Einkäufe zu machcu. Hicbci trifft es sich manchmal, daß Franzose und Russe in einem Weinkeller cmtre' ten n»d dort so lange zeche», bis sie beide ihre Rollen vergessen; ich sell»'! sah, daß der nüchtern gebliebene Franzose daö Gewehr des trunkenen Russen trug und ihn unter dem Arme haltend nach der Behan Telegraphische Depeschen. Tricst. 3. Fcbrnar. Der F/irst nnd die Fürstin von Montenegro sind hier angelangt. " Venedig. 2. Februar. Der Getreioemarkt hat sich sehr ftau gestaltet. Das Projekt einer Eisenbahn von Crcmona nach Pizzighcttonc ist von der technischen Provinzialbchörde und der Handclskam. mcr von Crcmona günstig ansgenommcn worden. 'Verona, ll. Februar. Allmäligcr Rück» gang dcr Getreide preise; rascher für Reis, in Mailand um 4, hier um 2 —li Lire. "Livorno. 2. Februar. Bestärkte Friedens» Hoffnungen bewirkten merklich». Entwert hung des Getreides und geistiger Getränke; vielc Aufträge sind znrückgcnommcn worden. 'Paris, 3. Februar. Ein im gestrigen „Monitcnr" enthaltener Anfsatz bemerkt in Betreff des am l. d. M. zn Wien gezeichneten Protokolles, die russische Acceptalionsnotc habe die Fertigung ei» ncs Protokolls vorgeschlagen, um die Beistiinmung (mll^i'un) der lontrahirendcn Hofe zu konstatircn und d»c Versammlung dcr Bevollmächtigten binnen drei Wochen, einen Waffenstillstand und die Eröffnung der allgemeinen Unterhandlung festzusetzen ^lulilir). England habe den Wunsch ausgesprochen, daß die Konferenzen zn Paris stattfinden nnd Oesterreich zugestimmt. Die Bevollmächtigten würden sich zn dein Behufe dcr Verhandlungen noch vor dcm 20. d. M. zn Paris versammeln. Paris !i. Febrnar. Dcr heutige „Monitenr" bringt das Vcrzcichniß der Bevollmächtigten, welche ans dem bevorstehenden Kongresse zn Paris znsam« mentrctcn werden : Für Frankreich: Graf u. Walewsky und Baron Bourqucney. für Oesterreich: Graf v. Bnol-Schaucn« stein und Freiherr v. Hübncr, für England: Graf Clarendon nnd Lord Cowley, für Rußland: Graf Orloff und Baron Brnnnow, für Sardinien: Herr von Massimo d'Azeglio, und für die Pforte: Ali Pascha nnd Mchemcd Dzcmil Bey. " Berlin, Dinstag. Der k. sächsische Mini. ster v. Bellst ist gestern Abends nach Dresden zurück, gelehrt. " Stockholm, 29. Jänner. Der königl. Kabinctskammcrherr Björnstierna ist gestern znr Ueber« reichung des SeraphinrnordcnS an den Prinz Albert l nach London abgereist. Gerüchtweise vcrlantct, dcr l derzeitige Pariser Gesandte Graf Löwenhjelm werde durch den lctzigcn kgl. Gesandten am Wiener Hofe, Hreihcrrn v. Mandcrström, ersetzt werden, ' Marseille, Montag. Dcr „Indus" ist aus Konstantinopel mit Nachrichten vom 24. v. M. angelangt. Dic wichtigste derselben besteht darin, daß unter den Vaschi«Bozuks zn Schnmla schwere Un» ordnungen vorgefallen sind. Loluücs. Laibach, an: 7. Februar. Die italienische Sitte dcr Corsofahrt hat sich bei nns bercits cingcbürgcrt, und bildete gestern den Schluß der dicpjährigen äußerst belebten Carncvals« Unterhaltungen. Vom schönsten Frühlingswctter begun» stiget, machten an 70 Equipagen von 3—5 Nachmlt« tags die Nimdc um unsere liebliche Sternallec, den Platz nnd den alten Markt, indeß ein dichter Regen von Confetti als freundlicher Gruß von Wageil zu Wagen nnd in die gedrängten Schaaren dcr Zuschcr hinflog. Es herrschte allgemein Lust und Frohsinn, wic sie bei dcrlci Veranlassungen kaum irgendwo, außer in den italienischen Städten, angetroffen wer«' den. Die Bemerkung dcr „Trieft, ^tg « über den dortigen Corso machen wir anch zu dcr miscrn: «Wenn der National-Oelonom bei diesen theueren Zeiten' die Verschwendung der (wfetti auch bedauern mnß. so der Statistiker zu der Hoffnnng welche Krieg und Seu. iM m dle europäische Bevölkerung gerissen, durch '" zahlreichen Triumphe, die Amor und Hymen im ^uneval femn, wenigstens einigermaßen ausgefüllt l !chcn.« "Druck und Verlag von Ignaz v. Kleinmayr «k F. Vambera. in Laibach. — Börsenbericht tins dcm Abcndblattc dcr östm'. lais. Wicncr Zeitung. Wien ll. Fclmmr. Mitwgs 1 Uhv. ^»iidrigclt c>würti^ i)l<,'tir»nglN, fortqcfthtc Ocwinnstrrlili' sinin^n imd (^lldiuiinqr!,üoch mchr al'.r dic l'k'sl,' Fiilcht vor l<,ilr (^lldtlc»!»!^ nbtm ^iuch hliitc ri»ni riupfiiidllchn, Dnlck ciuf dic Papicn-, dcr sich jcdl'ch g»'g»n Schlus; crlnchlcrtc, d.i sich (Äcld fliissigrr zlisstl-, al»? »»a» cno^vtct hatts. Dir .»tl!l^vavi>iti!,'!un N'^rci, ilbrigfils, wic dic N^iirung zeigt, nicht v^n crhsl'lichs»! Bcl^n^r. W.'chftl und Aalul.il flail ll»d u», '/< pCl. »icdrigcr nl^ glstcr», ('.»l^vdbah» - ?l!!i wan» im ^iirigl» Äörftxl'lrichtc iiicht nut 224 — 230 , ft'iidcru richtig »lit 2^^ OcId u u d Ware zu »otir»!!.) Amstnda», 8« '/,. — ?l,!g»?l'!Mi W6 '/,. -^ ^rnifsult 10."»'/.. — 'Hliml'M'g 77 '/.- -^ !!wl'Nio —. — t!l,'»b^» ltt,2^ '/,. — Mailand !07. — Paris 123'/.. StaatSschüldVcvschrcil'lm^n ,;u 5°/^ 84'/.-«4'/. dctto . „ 4'/,'/« 73 7,-74 detto „ 4"/, « ."'<»'/, d.tto „ H'/."/.. ^l'/.-^l',. dctto „ ! «/« l«'/.—^7 detto 8, 8. „ 5«/« - — NalioimI'Mlchm „ 5«/« 8tt'/.«"8'l V, Vrml'ard. V.'ilct. Älilch,!, „ 5 "/„ «2—i»:l G,'!!»d.At!aft.-Obln;. N. O.-si.l. zn 5°/,. 8^l i^4 dntu alidnrr Kronläüdrr 5 "/<» 77'/, ^^ Gll'g«»!^!, Oblig. »,. N. zn 5°/« l4^i!>'> Otdc»l'iir>,sv dctto drtto „ 5,"/« N2-U2'/, Pcs,h.r tetto dctto ., 4°/« »3-i»:l'/, Mailänder dctto dctto „ 4'/« !»l-ii!'/, i?l)ttcris-A»!chc>! vom '.mhr.> l^4 224 - 22tt d.tto dctto 183!> 137 137'/, detto detto »854 ll>4'/,—10) Aa>,fo-Ol'l!.iat,o!!.!! z,i 2 '/, "/« .^»-«0 V.nil-Alticil' ^'l. Stuck 10:^0-l03i ^stoiüplcl'ans-'.'llticn 97 '/,-!>? '/. «illic» dcr östcrr. Krcdit- Anstalt 2«."> '/.--2«4. «Iti.» der f. f. priv, öftnr. Staats-^ciscübahüqcssllscha't zu 200 st. l'd.r 50« Fr, 3N4-364 '/. viordbah» - Mim 243 -243 '/. A»dwcis.Vi!iz-C>>!!!»!!d»er 254 -2.',<» Prcßbu>^.!lyl». (äiscich. !. Eülijsio!« ^8^20 dctto 2. „ mit Priori» 27,-30 Dampschisf'Vlstie» «52 -.'ttti.'» »»0- <»2 i!loyd Prior. Ol^i^, (in Sill'.,) 5"/.. 8.^—8!» yiordl'ay» d.lto 5"/« 87-^8 Glo^üihcr dctlo 5"/« 74-75 Donmi-Da!!!pfschiff-Ol'l!,i. 5°/, 80 »l (iomo - Rcnlschciüc 12 "/.—l3 (Dcrhi'zy 40 st. Vose ,-70 Wiüd'ischgrä^-^osc 24 '/.-24 V, Wnldstcm'M' ., 24 '/.—24 V. K.g,.vich'schc „ l>',.-N'/. Fürst Salni „ 3!» '/.—40 St. Gcül'is „ 3l>—3i)'/. Palffy ., """''^ ^i. t. vollwichtig, Dulatcn.?l.,io l l /. — ^ /. Teleftlnphischer Kurs^Vericht der Staatspapicrc u»m (i. Februar 1866. Gwatsschulbvevschrtibumic,, . zu 5pCt. st. in V,M. 84 '»^ „ ll»0 ft, 105 ttlticu der l. l. priv. östcrr. StaatScistubahn- acscllschaft zu 200 ft., voll eingezahlt — ft. A, V mit Ratcnzahlll».,...... 303 !/2 ft. V. V Aktirn der öftc>r. Kreditanstalt . . . 26^> l/2 fi. i» (5. M (i,)l»ndcntl.-i?l'ligat. anderer Kronländcr 77 >/2 Aank-'>'llticu pr. Sliick......103l ft. >i> E. M i!lltien der Nicdcrösterr. Esco>npte-Gc- scllschast rr. Stiii-l zu 500 ». . . . 48? 1/2 ft. in (5. M Alticn der Kaiser Ferdinands-^ordbahn zu 1000 st. C. M......2475 fl. in C. M Alticn der Blldwei^inz-Glmiudner Bahn zu 250 st. C. M....... 255 fi in C. M klltieu der östcrr, Donau-Dampfschiffsahrt zn500st. CM....... «55 st. in (3. M Mtien des östcrr. Lloyd in Tricst zu 500 st. C. M....... 4«? l/2 st, in (§. M Wcchscl'Kurs voin l'. Februnr 1866. Amsterdam für 100 Holland. Nlhl. Guld., 86 t,» 2 Nona Augslnrg, fur NX' Gulden (§ur. Guld. 107 !/8 Uso. Frans,url a. M. (für <2<» ft. sudd. ^0 Mark Äanco. Gulden 78 l/8 Vf. 2 Monat. London, s»r 1 Psnnd Stcrl»,^, Guldcn 10-2<; Vs. 3 Monat. M,,rs.i!I<>, snr 300 ^ransciiMilde» 123 1,2 2 Monat. 'l!aris. für 305) Fransen . . Gulden !24Af. 2Mo>,a!, Vularess, für 1 Gulden . . . puri» 258 3l T. Sicht, (5onstaiitino>,'el, für 1 Gulden . . i>«rü 468 31 T, Sich). Gold- mid Silbcr-Kursc vom ii. Februar 1866. Geld. Ware. ssais. Miinz-Dufaten Agio .... 111/4 11 >,2 detlo Rand- detto „ .... 1 l 1j 14 0<>!cl >->! ninlcu „ .... 10 <0 Na^oleons'l'or „ .... 8.2! 8,2! SouvrainSd'or „ .... l4,35 14.^5 ssriedrichSd'or „ .... «40 8.^0 Enql. Sovereigns „ .... 10,32 10,32 Nuß, Imperiale „ .... 8.35 8.35 Doppie ,..... — — Silbn-aa,io ......... 7 1/2 8 (5iseubtchtt- uud Post-Fahrordnmlst. Schnellzug l.'«!»>,<n . . Fslil» — — ^ /,5 von Wi"' n^cli ^ail'ach . Al'e,id ^5 von Wien nach l,'ail,'ach . »iachm. 2 ,'iy — — dto dlo . sslill) 2 ^u — — Die ^ass,i wird iu Minulen vor d^r Alf,,l,rt «irschlossen. Brief, Evurier von Laidach nach Tricst . . Abends — — I 39 ,, Tricst « LaU'^ch . Früh 7 Ha ^ — Pcrsouen-Vvurier von Laidach „>>ch 3n>1l . . Al^l'do ^ — ,l) — » TlicN „ z!'>il'>>ch . Frud 2 ^a — — I. Mallepost vo» Lllil'^ch n,,ch Tliest . strul) ^ — ^ , Tliest ,, Lai^'ch . Abends ^ Trieft » Laibach . Friih 8 Z» — — li, 2!2. (2) Oesteneichifchcr Kunstvercilt. Dei, gechne^ l>. '1. TI)ril»et)mrnl zur gsch^inc für !5<5uigt uno ooni Obcrmcdiziüal.-Kollsgilim gcucni s>cp>üit, n'slde» dicss Hllsll'nt^blcllen, ein ailsgczcichl!ctc5 ^inrc rlüuismitt'I gegen die Grippe, Hlistei, , H.ittitcit, ^„gdnlsugkcil, Katarrh lmv Bn,sNc,dct,, die Schach tcl zil 40 kr (5M. i^dst Bericht veil^nft in Dem cinzigeil Dcpüt in Laibacb in dcr Apothlke dc5 Hcirn V. Eggenbcrg, zum „goldrneu Adlss." Z. 217, (2) Fastenbretzeu. Nm dem vil lseiti^ell Wunsche zu eulspreclicn, macht (Gefertigter die ergebenste Anzeige, daß voln tlinf-tisscu D 0 nne r st a g den 7. d. anste sanften, tcigUch M bends frische Vrctz'l« bei ihm zu haben sind. Laiback den 55. Atbruar itzl^tt Mnton KaufMann. Z 22N. (l) Grulldlastclt-^lblösultssslNchcitctt und ie»e in und Vcur-laubunqs-Altgclcgclcheitm werden so wie li) Nlln ndliooli! >eil in der Primat» gtschäftl-k^nzle, des I. ^ried Tertsckek in ^>ii. back. Kapilz!!ie>°Volst,'dt Nr 58, nächst dcr k. k. 'Post. 6. »72. (3) ' Fn einer Tuch-, Schnitt- mid Modewarenh^ndlulig wird ein Praktikant aufgenommen. Das Nähere erfähtt man im Zcumigs-Comptoir. Z. 2>5, ^ " Wohnung zu vermiethen ^l Gcorgl im Hause Nr- W, Kapu-zliie^-Vorstadt, i>n l. Stock 5 Zlm-mcr, 2 Kabinette, Küche, Speis, Kcllcr, Dachkammer, Holzlege. Das Nähere ;u erfragen beim Hallseigenthümer Nr. i)^. bestehend aus ^ Zimmern und ?u-gchör, im Pacliner'schcn Hause Nr. ^15, Hcrrngasse, ist zu vergeben. Auskunft daselbst. :^. !5 5. (2) Brauhaus-Verkauf aus frcicr Haud. Wer mein lm Betriebe stehendes Brauhaus m der Slcrngasse Nr. 107^ zu Graz sammt Braucrs. und Gastwlrthschaftsqercchtsame und allen dazu gehörigen Wohn- und Wirth-schaftsgebäuden, Stallungen, ncu erbautem Salon, Sitz-und" Gemüsegarten !c. um einen sehr billigen Kaufschilllng zu kaufen Willens ist, wovon nur '/4 des Kaufwerthes bei Abschließung des Kaufvertrages erlegt werden darf, beliebe sich persönlich oder in portofreien Brlcfcn an die Gefertigte, als Eia/nthüme-rln, zu wenden, wo auch über den jahrl. Remettrag die Aufklarung gegeben wird. Uebrigens empfehlen sich diese erträglichen Realitäten hinsichtlich ihrer vorcheilhaften Lage und dcr im guten Bauzustande' befindlichen Gebäude zu jeder großartigen Un-ternehmui^g. Gr^z am 1. Februar lttW. Mnna Schott, Braumeisters Witwe. Z. »20. (5) Im Hanse Nc. LZ7 am Hanptplatz, werden zu Michael: 18Z6 mehrere Wohnungen zu vergeben sein, und zwar im 2 Stocke 7 Zimmer, Küche, Speisekammer, Keller, Holz-lege und Dachkammer. Der 3 Stock wird voru und rückwärts auf ä Wohnpätteien theilliar hergestellt, kalUl aber auch nach Wahl zu einer größern Wohnung geeignet abgegeben werden. Bereitwillige Auskunft ertheilt der Hausbesitzer Joses Mchholzer.