(MbmherMZ eitunW ^—^ ^(^)^ ^—— z Dienstag ven 26. November l83^. VM i e n. <^m ,5. November Vormittags um i» Uhr, legte der neu «rnannn k. l. Erste Obelsthofmi» ster, Rudolph Fürst zu Collorcdo . Manns« feld, in dicscr Eigenschaft den Eid in die Hände Sr. k. t. Apostol. Majestät ab. Unmittelbar ear» auf ging dessen feierliche Vorstellung in dieser Eigenschaft nach bew, für das k. k. Erste Obersthof-amt dastehenden Üeremsniel bei Hofe vor sich. D«r k. k. Oberstkämmercr, Graf 6ze«nin, ver« fügte sich nähmlich zur Rechten des Fürsten Collo« redo, Ui.:er Vortritt der k. k. Minister, geheimen Räthe, Kämmerer und des äußern Hofst»ates> fer» ner der drei Leibgarde«HaupUeute und oer Hofdien» sie, au) den inneren Gemächern des Allerhöchsten Appartement in den großen Ecremoniensaal, wo. selbst sich die k.k. SlaatK- und Honferenzläthe dann B'. »Präsidenten,Hofräth^ und subalterne Beamte nmintlichcr HofsteNcn, die Beamten der vier Obersten Hofämter, die Chargen und Abgeordneten der drei Leibgarden und der Hafdurgwachc, derge» summte übrige Obersthofmeisterstab^dann Beamte, n'ie auä) höhere und mindere Hofdiener der drei an-dercn Hofstabe in großer Anzahl versammelt hat-te:i. Im Saale traten G>raf Gzernin und Fürst (5olloredo nebst den anwesenden k. k. Ministern, Hofkanzlern und Präsidenten der k. k. HofMen, auf die Stufe unter dcm Baldachin, und Ersterer stellte nunmehr den Fürsten 6oNoredo mit einer Rede, unter Ueberreichung dcö bis dahin auf einem Kissen gelegenen großen Stabes, alö t. k. Ersten Odersibofmeister vor, welche Ncle v.'!l oem Letzte-rm mit einer Gegenretc erti'icden wurde. Hierauf empsing Fürst (Zollorcdo die Glück« rrünsche der k. k. Minister, und übrigen hohen Ehargen, und begab sich sodann mit dcm Stäbe in der Hand zur Rechten des k. k. Obclsttämmercrs, in der vorigen Begleitung wieder nach den inneren Gemächc:» des Allerhöchsten Appartement zurüF, Se. k. k. Apostel. Majestät haben Sich laut eines unterm 6. d. M. an Höä'stlhren Ersten Oberst, Hofmeister. Fürsten zu 6olloredo«Mannsfcld, erlas« senen Allerhöchsten Handschreibens bewogen gefunden, tas Münz, und Bergwesen von der allgemeinen Hofkammer zu trennen, dessen Verwaltung einer sclbfiständigcn, Allerhöchstihren übrigen Hof» stellen gleichgestellten Bchör?e, nnter der Benen. üung: »Hofkammer in Münz. und Bergwesen« zu unterordnen, und den bisherigen Hofkanzler der vereinigten Hoflanzlei August Fürsten van Loblo, lrlcj, zum Präsidenten dieser Hofstelle zu ernennen^ Fürst Lodkcwicz hat in dieser seiner neuen Ei« genschaft gestern, den i7tcn d., Vormittags ken vorschriftsmäßigen Diensteid in 5ie Hände Sr. f. f. Majestät abgelegt, und rvui^c unmittelbar hierauf von dem k. k. Ersin Obcrsthofmeistcr, Fürsten zu 6elIaredo 374 Gtasen von SaNs, aNergnädigst zum Obcrsthofmei< sier bei Sr. kaiserl. Hoheit dem Erzherzoge Franz <§arl zu ernennen geruhet. Am »9. November lcgtcn der ncu ernannte f. k. OberststaNmeister, Eugen Graf von Wrbna, und der neu ernannte erzhcrzogliche Obcrsihsfiuei« sier, Feldmarschall »Licutcnannt Nudolph Graf v. Sails, den Eid als k^ k. wirtl. gehrimeRäthe in die Hände Sr. k. k. Majestät ab. (I^den so ging bei Alle>höchstdcnselben die Ei« desadlegung des Graf»"i Moriz v. Diclrichstein, al5 Odersthofmcister bei Ihrer Majestät der jüngeren Königinn von Ungarn; dann des Feldmarschall« Lieutenants Rudolph Grafen v. Salis, als Oberst. Hofmeister bel Er. kaiferl. Hoheit dem Erzherzoge Franz Earl vor slch. Auch geruhten Se. k. k. Majestät die Eiocsab« legung des ncu ernannten k. k. Odcrsist^llmeistcrs, Eugen Grafen v. Wrbna, in dieser Eigenschaft zu Allerhöchsten Handen zu empfangen, wor^fdersel. be von dem t. k. Ersten Odcrsthofmcister, Fürsien zu Eolloredo-Mannsfcld, dem gcsammten in Wien anwesende» Personale des k. k. OberststaNmeister« swdeä feierlich als Ehcf vorgestellt wuroe. (Wien. Z.) V a I m a t i e n. Die Gazetta di Zara vom »4. November meldet aus Serajewo in Bosnien Folgendes: So eben erhalten wir aus Serajewo die Nachricht, daß daselbst ein türkischer Kommissär. Namens Bujut,Tetrcdschl. Akiff angekommen sei. um die Rückgaben aller Effecten zu bcwerl'stelUgen, welche die Bosniatcn gewaltsamer Weise bei lhrcn Eln> fällen in das österreichische Gebiet geraubt habcn. Zugleich hat cr den Auftrag, die an der Unna woh. nendcn Bosniaken wieder der Herrschaft der hohen Pforte zu unterwerfen. Da abcrinoesscn die noth« wendigen militärischen Hülfsmittel noch nicht anlangten, um seinem Auftrage den gehörigen Nach< druck zu geben, so hat dieser Bevollmächtigte sich e>nst. weilen nach Mo star begeben, um daselbst die wei> ttren Befchle dcr hohen Pforte zu erwarten. Ionische Anseln. Briefe aus Eorfu melden, daß das öster. »eichische Dampfschiff, Erzherzoginn Maria Dorothea, dessen Abfahrt am 1. Nov. Mo^r» gens um acht Uhr von Triest erfolgte, in der Nacht vom 4. auf den 5. November zu Eorfu angekommen s«i, und nachoem es bis zum 7.0. M. daselbst verweilte, seine weitere Fayrt n3"AKonstantinoxel angetreten habe. DiescS Dampfschiff würde schon einen Tag früher angekommen seyn, wenn es nicht der Mangcl an Steinkohlen bei S. (5atkari"ö, in:« gcsähr 12 Migli^n von (Zovfu, zu ci„em Aufenl« halt gezwungen hätte, um frische Brtnnmateria» lien einzunehmen. Wäre dieser Umstand nicht ge< nesen, so würde die Erzherzoginn Maria Doro« thea ihre Fahrt von Triest his Corfu in 45 Stun« den zurückgelegt haben. (0. ^.) ^ rankrei ch. Paris, 10. November. D.'s franzosische Ministerium bi.^ete sich heute unter dem Einflüsse des Hrn. Dupin, jedoch ohne daß dieser selbst da?« an Theil nähme. Der Herzog von Bassano ist Präsident des Ministcrraths und Minister des In« ncrn. Hr. v. B re sson, gegenwärtig Gcsanttcr am Hofe zu Berlin, der bekannte frühere Geschäfts« träger in Brüssel, Minister der auswär.tigen Angelegenheiten. Mmister der Marilie Hr. Earl Du« pin (der bekannte Statistiker, Bruder des Präsi« dcntcn der Deputirtcnkainmer). Persil bleidt an seiner Stelle als Minister der Iustlz. Hr. Teste, oaä beredte Mitglied dcr Deputirtenkammcr, Mi» msicr terFiilanzen. General B e r n 2 r 0 , Aojutatit deü Künigö, bekannt durch seinen Auienchalt in Nordamerika, Kricgsininister. Hr. Sauzct (den die öarlisten, weil cr Hrn. v. (Zhantelauze vertheidigt halte, früher zu ihrer Partei zählten, der aber bei den Wahlen ausdrücklich erklärte, daß cr zu keiner Fahne schwöre, und die Basis der jetzigen Rcqicrung anerkenne), Minister des öffentlichen Unterrichts. Der Moniteur vom li. November bringt nun die Ordonnanzen zur Ernennung dcr neuen Minister. Die Ordonnanzen, vom 10. November ausgestellt, sind alle vc>n Hrn. Persil gcgengezeich. nct. Die erste nimmt die gegebenen Entlassungen der H. H. Graf Rigny, Thiers, Duchatel, Guizot, und Humann an. Die zweite ernennt Hrn. Bresson, bevollmächtigten Minister bei Sr. Majestät dem Könige von Preußen zum Minister-Staatvse» crctair der auswärtigen Angelegenheiten) die drit« te den Generallicutenant Baron Bernard zum Mmistcr.Slaatssccretair des Kriegsdepartcments; die vierte den Baron Earl Dupin, Mitglied ter Deputinentammer und des Eonsciis der Admiralität zum Miüister-Staatssccretair bei dem D^ar« temcnt des Seewesens und der Kolonien, an cie Stelle des zu andern Verrichtungen berufenen Bice- lldmnalö Grafen Jacob; die fünfte Hrn. Teste, Mitglied der Deputirtenkammcr, zum Minister-Staatösecretairbei dem Dcxaiiemcnt des Handels; die sechste Hrn. Passy, Mitglied der Dcputirten« kammcr, zum Minister.Sta.uösecl^tair bei dem Departement der Finanzen; i)iesicdc»te den Herzog von Bassan 0 , Pair ron Frankreich, zum Mini» sier » Staatöftcrctciir del dem Departemint dcK Innern und zu>es Conseils; die achte Ordonnanz überträft dein GeneraNieutenant Baron Bernard, Kriegsminister, provisorisch tie Verrich» tungen deS^linistcrs der au^wäitigcn Angelegen« heilen, tie neunte dem Hrn. Teste. Handclsmini« sier, provisorisch Die Verrichtungen des öffentlichen Unterrichts; die zehnte ernennt den GencralNeu-tenant Baron Bernard zum Pair von Frankreich. Die eilftc Ordonnanz entüch verfügt tie Versammlung derPairs - und Dcputirten. tammer, die durch Ordonnanz vom 16. August aufdcn 2<). December prorogirt war, auf Mon« tag de n ,. 2 c ce m b e r. (Ullg. Z.) Spanien. Die Gazette dc France vom 8. Nov. enthält folgende weitere Angaben übcr die letzten Siege, wclcheZumalacarrcguy erfochten hat: „Die Truppen der Königinn, welche am 27. geschlagen und über 1000 Mann an Todten und Verwundeten nebst zwei Kanonen verloren hatten, kehrten am 23. mit ungefähr Hooo Mann zurück, um die Gefangenen zu befreien; wurden aber neuerdings aufs Haupt geschlagen und über die Ebene von Salvoticrra nach Vittoriz hin verfolgt. — Sie sollen an diesen beiden Tagen, ungerechnet derVer« wundctcn, über 200a Mann verloren haben, und ihnen 6 Kanonen, viele Gewehre, Effecten und Munition abgenommen worden seyn. Der feind-lichc General, welcher die Division befehligte, und mehrere Offiziere sind sogleich erschossen worden. Das Gemetzel war fürchterlich und Nodil hat diese unselige Rcvrcssalie so oft gebraucht, 5aß die EhefS sich gezwungen sahen, der unerbittlichen Gerech, tigkeit des Soldaten zu willfahren." — Gin ante« rcs Schreiben von der Gränze vom 3. November, welches die Gazette ebenfalls mittheilt, enthält Folgendes: «Die Resultate der beiden Tage vom 27. und 26. October sind unermesilich. Die Zahl der Kriegsgefangenen wird auf 1800 angegeben." Die Gazette dc France versichert, daß Don (Zarlos nach Biöcaya abgegangen sei, um Bilbao, caß von seinen Truppen bcrcitä cinge^ schloffen sei, anzugreifen. Dreihundert Nrbanos, die von Vitloria nach Bilbao instradirt waren hätten sich, da sie nicht in die Stadt hineinkam« men tonnten, in der Kirche eines nahe gelegenen Dorfes verschanzt, die von den (Harlisten erstürmt worden sei. Die Gazette behauptet, Mina sei bei seinem Eintritt in Spanien übel empfangen irorden. Bei dem ersten Dorfe nach Valcarlos hätten 3a Carlistcn aus einem Hinterhalte auf ihn und sein Gefolge gefeuert, und seinen Adjutanten nebst sieben andern seiner Begleiter erschossen. Einem Schreiben aus Madrid vom5». Oct. (in der Gazette de France) zufolge schwebt das dor» tige Ministerium in der größten Gefahr, und man glaubte allgemein, daß die ersten Tage des No« vcmbers ein neues (Zabinctt im Sinn un,d Geist ter Eortes von 1L12 und »620 bringen würden. Briefe aus Bayonne vom 5. November melden: „Zumalacarreguy soll am 5. d. M. mit zwei Bataillonen und3ooKriegsgcfangenen in dem Imozthale angekommen seyn. In Sstcban hatte er 2uc>o Rationen Brot, Wein u. dgl. erpreßt. Er soll zwei Kanonen mit sich führen, womit er das Blockhaus zu Elisondo beschießen rM. Diese Expedition, wenn sie anVrä unternommen wor« den ist, hat sonder Zweifel zwei Zwecke; erstlich geht sie darauf hinauS, das Bastanthal vom Fein. de zu befreien, und zweitens die Aufmerksamkeit der Truppen der Königinn auf verschiedene Puncte zu lenken und dergestalt die in der Verfolgung des Prätendenten begriffenen Corps z« theilen. Vor einigen Tagen kamen zwei Abgeordnete der Eata« lonischcn Earlisten zu dem Prätendenten, um ihn um Subsidien an Geld und Waffen zu bitten, rvo-bei sie sich anheischig machten, alsdann binnen Kurzem 6 bis 10,000 Mann aufzudringen. Es heißt, daß in Kurzem eine beträchtliche Verminderung der Zahl der Klöster, und noch an. dere zahlreiche Reformen mit der Säcularclerisei vorgenommen werden dürften. Diese Maßregeln werden keinen ernstlichen Widerstand finden, und in dem größern Theile der Provinzen mit Beifall aufgenommen werden." Der Moniteur vom 12. d.M. enthalt fol. gende Nachrichten aus Spanien: „Eine Depesche aus Bayonne vom 10. d. M. meldet, daß Mi. na bei seiner Ankunft in Pamplona mit der rice^ königlichen Würde von Pamplona (soll wohl Na« varra heißen) und mit dem Commando der bas« 376 tischen Provinzen bekleidet worden ist. Er ist von der Bevölkerung sehr gut empfangen worden." West. B.) (Moniteur.) Mina übernahm am 4. No« vember das Commando. Gs hatte teil» neues Treffen Statt gefunden.. Elisoi'do war am 4. an« gegriffen worden, aber ohne Erfolg. lZarlistiscbe Banden in ziemlich bedeutender Zahl und mit einigen Artillericstuckcn versuchten am 4. November einen neuen Angriff gegen die Veste Elisondo; die Besatzung machte aber einen Ausfall und warf den Feind mit Verlust zurück. Außer diesem Vorfall von Elisondo gab es in den letzten Tagen kein weiteres Gefecht. Ein Sarlisti. sches Bataillon rückte gegen Oyarzum, cä wird aber nichts ausrichte» können, da die Generale Ls-renzo und Oraa Truppen dahin abgeschickt haben. Ginige Briefe sagen, Mina we,de unverzüglich gegen Zumalacarrcguy ausziehen, und letzterer werde ihm entgegenrücken, so dah ein Zusammen« siohcn nahe bevorstehe. Andere Briefe sagen. Zu. malacarregm) würde keine entscheidende Schlacht wagen, und Mina würde vorziehen, durch Ueber' »edung und nicht sogleich durch die Waffen zu siegen. Sollten die Partei?»» handgemein werden, so dürfte es im Basianthale gcsHehenv Noch ist man nicht einig über dle nähern Um» stände der am 27. und 26. October vor Vittoria Statt gefundenen Treffen. Wie es sich aber aut Musik in fünf Aufzilgen vom l)r. E vnst Raupach. 2?torgen: »itlise und, Claudio." Oxer in zwei Aufjii-gcn, von M «r cad ^n te. Dieser Zeitung ist dle Beilage der eingegangenen Museums-Beitrage Nr. 29, angeschlossen. Redacteur: H-r. Vao. Neiarich. Verleger: Dgnal W. VMer v. NleinmHyr-