3>r. U3. Plllnumel»tlon«Pl«>e: Im Lomptolr ganzj. y. 11, halbl- N. ö üo, yllr die Zustellung in« Hou« halbl,l>01l. Mi« der Post na«zj,5,i!>, halbi-ss,? ^c<. Samstag, 15. März. Insertion«, el,»«: FUr llelne Ins«at? bl« ,n < ZtUln ü5l«., großer« »e, Z«il« « lr., b«« «lt»ren 1884. Aichtalntlicher Theil. ^c,.,,^ Majestät der Kaiser haben, wie das „Präger zu lA latt« meldet, zur inneren Einrichtung der Kirche d^ "'^dorf im Bezirke Tetschen 300 fl. zu spen- Wien, 12. März. (Orig.'Corr.) dessen ^ ^^l'ge Sitzung gehörte dem Finanzminister, Detail/"^h"lbstilt,t,ige Rede durch die Fülle von ihr aua's'ls ^ ^"' Reichthum an Thalsachen, die in dez Mu, ^^ wurden, die übersichtliche Gruppierung lachen V^.ls und durch die Bedeutsamkeit der poll-jemals sm^i'^ zu den hervorragendsten gehört, die Herr »,„ Aterreichischen Parlamente gehalten wurden. fert,a?s m .Dunajewski ist als bedeutender und schlag-Nede ,s. ^""er seit langem bekannt, aber seine heutige ^atorisck^l^ ^ bedeutendste unter seinen bisherigen in denp?^ "'^"ngen. und wer die einleitenden Worte, blök n - Finanzminister verkündete, dass er nicht sft'eck? e,genen, sondern im Namen der Regierung Minis °'i ^'^ c^" hochbedeutsamen Schlussworten des etlenn7n ^^°""s^ zusammenhält, der wird sofort lame .^l^'^ '""" ^ «lit mehr als bloß einer par« U ^^.stung zu thun hat. Die Rede des nren^n"» !°^" Rede im Rahmen eines engbe. N"" ,""lung«arti,!els Gerechtigkeit widerfahren zu Kne 'st mcht leicht. Die Rede Enthält nämlich zwei 3kun7«^ "./ .""^'N '^' »eschickt und höchst XMsvoll Mlt einander verknüpfte, aber nicht noth. wa. Ä ^" ,""°"der qehörende Dinge. Der erste Theil der ^ i! "'"""^" , der zweite Theil den Problemen l'efer, ^ ^'^ gewidmet, in der ersten Hälfte in der zweiten lieferte die Staats« damit !" Argumente. Der Finanzminister begann zu ^' d'e Rede des Herrn Abgeordneten von Plener ^nqen ^"n ""^ deren ziffermäßiae, logische und in heszj« Allen sogar stilistische Mängel mit unbarm» wie« ^v°nd ans Tageslicht zu ziehen. Der Minister »ach h ^ Abgeordneten der Egerer Handelskammer '"'< Vol ? Unczleichartiges, z. A. Rechnungsabschlüsse habe al« ^9^' verglichen, Bruttoziffern behandelt tilrlich ^ "'üren sie Nettozifferi,. daf« er Ziffern will-"bilt1i«b vv'"l' oen Wert der Investitionen un° ^eis«. ,: "Uterschäht habe. In geradezu meisterlicher im Njsf, ?^"b bis ins kleinste Detail und doch nie EinM'.,'labyrimh sich verirrend, stets aus den dec Mi«? di? allgemeinen Principien erweisend, legte dar. Nu« ^ ^'^ ^",^^' des österreichischen Budgets der Minist Ergebnissen der letzten vier Jahre zeigte Ntfübl . /' ^ss. wen» dcl Patriotismus, das Pflicht' bero^l. ""d d,e Opserwilliakeit des Reichsraths sich sehen w'x I"hr 1886 kein Geb^rungsdeficit mehr Da tnan ' Ab" freilich, dazu sixd Opfer nöthig, daz^^, .er der österreichischen Finanzverwaltung ^kisviel 1^'^ bewnnderunqswürdige — italienische jeiysli N ^'gehalten hat, so nahm Herr von Duna-^"dget« 3 ^""N. die Hauptziffern des italienischen der N„,^"^ Abgeordnetenhause vorzutragen. Aus ziffern ^7?.""a bes Ministers, der die Hauptbudget, etwas ^ anführte, ergibt sich, dass Oesterreich u. da, " ." ?00 Millionen Gulden jährlich an Steuern Herr vm, ^'"^- Italien über 500 Millionen. Und "^ind di un°lewski ^^ ^ mit Recht ausrufen: folgen? ^^^kn geneigt, mir auf dieser Bahn zu Valuta re ?' ^'" würden wir in 1'/, Jahren die lvf„n nur !. ""^ ^ Deficit vollkommen ausgleichen, ^Neint jtt ? ^"^ Haus und wenn die Bevölkerung ^tetveU,.' '^^ 2°ch auf sich zu nehmen." Auf diese Carnen u'^" ^ Ministers haben die Herren von Vferd in "3 ^°" plener, die das italienische Stecken, schwiegen. ' ^^kn tummelten. wohlweislich ge- lewsli wll^"^ ^.heil der Rede des Herrn v. Duna. lotion aewiÜ'" b'l ^°" sagten, der politischen Si« "lheil sei.,^?.?^! halte der Finanzminister im ersten !'"d Här s p., "l"»^ «ine Reihe finanzieller Irrlehren ^ gangen hatte, in geistreicher Weise entgegenhielt. Dann kam Dr. Greqr auf das Ministerium zu sprechen, und der heißblütige Redner formulierte eine Anklageacte gegen dasfelbe, eine Auklageacte, die sich zu einem Ehrenzeugnis für das Cabinet gestaltet. Wenn es noch eines Äeweifes bedurft hätte, dass das Ministerium Taaffe in den vier Jahren seiner Existenz bemüht war. nach besten Kräften unparteiisch vorzugehen, keine Nationalität auf Kosten der anderen zu begünstigen, Wind und Sonne allezeit gleichmäßig zu vertheilen, Dr. Grcgr hätte ihn heute erbracht. Pr. Ruß und Dr. Menger klagen über Zurücksetzung der Deutschen, Dr. Grigr klagt über Zurücksetzung der Czechen. Die Splachenvermdnung, die Universität, der „abhanden-gekommene" Landsmann-Minister, alles das sind ihm Enttäuschungen für die Czechen. Die flavischen Mährer sind dem Redner zufolge gar noch schlimmer daran, als ihre StammverwaMeli in Böhmen, sie werden gar arg misshandcll.' Die deutschen Redner aus Vöhmen mit, Mäh^n "F""'. die Deutschen würd?,, „..tt.dn'ick,. die c^ch.schen Redner Laibacher Zeitung Nr. «3 5,8 15. Miirz 1884^ finden wieder, die Czechen würden unterdrückt, da liegt der logische Schluss ziemlich nahe. Mit Fug und Recht kann man sagen: Niemand wird unterdrückt, jedermann erfährt sein gutes Recht, der Staat behandelt alle Na« tionalitäten gleich, die Regierung handhabt die Gesetze völlig unparteiisch. Was sie aber nicht gestatten kann und nicht gestatten wird, dass eine Nationalität, sei es welche immer, Gleichberechtigung mit Herrschaft ver-wechsle. Auf gleiches Recht haben alle Stämme des Reiches Anspruch, auf Herrschaft keine. Dass die Regierung leine zur Herrschaft lässt, das bildet eben den Veschwerdegrund für die Intransigenten auf beiden Seiten, für Herrn v. Plener hüben, für Dr. Gregr drüben. Den dritten und letzten Theil seiner Rede widmete Dr. Gregr, nach einer kurzen Abschweifung auf das Gebiet der auswärtigen Politik, einer Polemik gegen die Linke; an den jetzt unserem Parlamentarismus imie« wohnenden Schwächen trage sie die Schuld, sie habe die Verfassung geschaffen wie sie sei, und sie habe den Reichsrath zu dem gemacht, was er ist, Behauptungen, die zwar nicht neu sind, deren Richtigkeit aber wohl unbestritten ist. Zum Schluss schlug Dr. Gregr übrigens, nachdem er noch den Gedanken einer Abstinenz der Deutschen vom Reichsrathe als ein Schreckgespenst bezeichnet hatte, das niemand fürchte, einen versöhnlichen Ton an, und forderte die Minorität zur gemeinsamen Arbeit auf, im Sinne und auf Basis der Gleichberechtigung. Dr. Herbst, der, nachdem mittlerweile Schluss der Debatte votiert worden war, dem jungczechischen Spre« cher als Generalredner fill die Linke folgte, brachte eine Reihe von Specialbeanständungen zum Budget vor, bellagle das Deficit, die Nichtregulierung der Valuta u. f. w. Die Wahlen des mährischen Großgrundbesitzes dienten ihm als Uebergang zum parteipolitischen Thema, dem der Redner eben, so geistvoll er manches im einzelnen behandelte, doch leine neue Seite abzugewinnen vermochte. Bezüglich der Frage der „Thei-lung" Böhmens äußerte sich der greise Redner ungleich maßvoller und bedächtiger, als frühere Sprecher der Linken. Und nimmt das nicht wunder? Dr. Herbst ist eben kein bloßer parlamentarischer Phraseur, er war Minister, er hat geholfen, den Staat zu regieren und er hat daher einen Begriff von dem, was in der Wirklichkeit möglich und denkbar ist. In seinem Mund und in seiner Darstellung nahm die „Theilung" sehr bescheidene Dimensionen an, Schaffung zweier sprachlich gesonderter Oberlandesgerichte, verbesserte Eintheilung der Gerichtsbezirte u. s. w. Von der Abstinenz sprechend, meinte der Redner, sie sei bloß eine Frage der Taktik. Wir wollen diesen Sah nicht zu sehr auf seine innere Richtigkeit prüfen, es genügt die Thatsache. dass die deutschen Abgeordneten sich nicht in den Schmollwinkel setzen, sich nicht aus dem Nbgeord-netcnhause zurückziehen, weil sie wissen, dass sie von ihren Wählern in solchem Falle ri» eclatantes Desavou erfahren würden, wir nehmen weiter mit Befriedigung davon Act, dass die Rede Dr. Herbst's zeigt, dass e r in der Zukunft wahrscheinlich ebenso wie bisher das Schwergewicht seines Cinsiusses gegen jeden Abstinenz« gedanken in die Wagschale werfen wird. Die Rede Dr. Herbst's fand bei seinen Parteigenossen lebhaften Beifall, auch die Gallerien erlaubten sich wieder, mit demonstrativem Applaus ihre Tendenz kundzugeben, der Präsident begnügte sich mit einer platonischen Verwahrung; es wäre da vielleicht größere Strenge am Platze, den Scandal, dass die Gallerie zischt und klatscht, sollte man nicht in das Gewohnheitsrecht unseres Parlamentes übergehen lassen. Sodann wies Dr. Matt us, der Generalredner der Rechten, aus den Vudgetziffern die effective Besserung unserer Staatsfinanzen nach und betonte, welche gewaltige moralische und materielle Anerkennung der Geldmarkt der derzeitigen Politik und dem Staate selbst zolle, indem er die österreichische Rente zu einem Preise bewerte, die sie früher noch nie gesehen habe. Zuletzt sprach der Redner selbstverständlich auch noch von der Sprachenfrage und dem böhmischen Staats-recht, allein, wie wir mit Vergnügen constatieren, in versöhnlichem, entgegenkommendem Sinne. Er schloss unter lebhaftem Beifall mit einem warmen Appell zur Vereinigung und Verständigung. Auch heute habe der Redner der Rechten zur Ver» söhnlichkeit gemahnt, der Redner der Linken hat eine Verschärfung der Gegensätze constatieren wollen und mit dem pathetischen Rufe geschlossen: „Was soll, was wird aus unserem Oesterreich noch werden?!" Von der Rechten wird der Friede gepredigt, die Linke hat bis jetzt in leiner Weise gezeigt, dass sie in die ausgestreckte Hand einschlagen will. Reichsrath. 342. Vitzung des Abgeordnetenhauses. (Schluss.) Wien, 12. März. Abg. Dr. Matt us erklärt, das« er in die De« tails der finanziellen Ausführungen de« Vorredners nicht eingehen werde, da es fast unmöglich wäre. die einzelnen Msührungen zu widerlegen und zu corri- gieren, und er müsse dies dem General'Venchlerstatter überlassen. Dr. Herbst habe seine Rede mit der Versicherung begonnen, dass er gegen die früheren Reden nicht polemisieren wolle, weil ja dies ein steriler Boden sei, und trotzdem war die größere Hälfte sciner Rede nichts anderes als eine heftige Polemil nicht bloß gegen einzelne Redner, fondern gegen die Majorität. Er warf uns vor, dass wir die Opposition desp^ti^r« lich behandeln. Was das Präsidium anbelangt, ist es allgemein bekannte Thatsache, dass den Deutschen ein Sitz im Präsidium angeboten, von ihnen aber refusiert wurde. Und was den Vorwurf betrifft, dass den Deutschen nicht die ihnen gebürende Anzahl Plätze in den einzelnen Ausschüssen eingeräumt werde, muss doch darauf hingewiesen werden, wie die Opposition, und zwar ihre Mitglieder aus Böhmen, sich vor zwei Jahren verhielten, als es sich damals um ein Com-promiss hinsichtlich der Wchl in die Delegation handelte (sehr richtig! rechts), wo unsere Minorität nur um eine oder zwei Stimmen geringer war und nicht ein Delegierter uns concediert würde. (Beifall rechts.) Und was foll man dem Einwände gegenüber sagen, dass man armen deutschen Gemeinden, wo Schulen der „Matice skolskä" errichtet wurden, diese Schulen gewaltsam aufhalsen wolle, armen Gemeinden, wo die Kinder, welche dic Schulen der „Matice ökolka" besuchen, nur Kinder von Arbeitern seien, an denen ja der Gemeinde nichts liege. (Hört! rechts.) Ist das eine liberale Auffassung? (Sehr gut! rechls.) Weil das Kinder von Arbeitern sind, soll die betreffende Gemeinde von einer solchen Last entbunden werden, obzwar das Gesetz ihr eine solche auferlegt. Ja, wenn es sich um böhmische Gemeinden handelt, welche deutsche Schulen zu übernehmen haben, da ist die Sache gleich eine andere, und ich könnte eine ganze Reihe von Schulen nennen, die von böhmischen Gemeinden fast über Nacht übernommen werden mussten. (So ist es! rechls.) Die Ziffern des Budgetberichtes in ihrer ungekiin« sielten Zusammenstellung thun überzeugend dar, in-wiefern der heurige Staatsvoranschlag einen Fortschritt in der Besserung der finanziellen Lage erkennen lasse. Deutliche Symptome lassen diese Besserung erkennen, und damit steht auch der constante hohe Cours der Rente im Zusammenhange. U»d gerade daran hängt man sich seitens der Opposition mit einer Nervosität, als ob es sich um die Rechtfertigung einer schlechte» Handlung handeln würde. Wäre der Cours niedrig, würde man ihn gewiss mit dem Systeme in Zusammenhang bringen und es der Regierung und Majorität zur Last legen. Den Anklagen von der Gegenseite über die wirtschaftliche Unfruchtbarkeit der Thätigkeit der Majorität hält der Redner ihr eigenes ablehnendes Verhalten bei den wichtigsten wirtschaftlichen Vorlagen, bei den Steuergesetzrn, Eisenbahnvorlagen entgegen, Vorlagen, welche, wie die über die galizische und die böhmisch.mährische Transversalbahn, von drr Bevölkerung ohne Unterschied der Nationalität auss wärmste begrüßt und als in ihrem Interesse gelegen anerkannt worden seien und welche der Regierung die Mittel an die Hand geben werden, den Verkehr von den Fesseln monopolistischer Tarife und Cartelloerträgc zu befreien. Der Redner weist sodann auf den autonomen Zolltarif hin, welcher, wie er den pessimisti« schen Darstellungeu gegenüber mit handelspolitischen Daten nachzuweisen sucht, der Production wie dem Handelsverlehre deS Reiches außerordentlich zustatten-gekommen sei. Redner geht nun auf die Nationalitäten- und Sprachensrage ein. Ueber den Wurmbrand'schen Antrag, nach welchem, wie der Abg. Dr. von Plener bemerkte, die Majorität mit beiden Händen hätte greifen sollen, sagt er. eS hätte durch denselben in einer Zeit, in welcher jedes Volk seine Sprache als das Palladium seiner nationalen Existenz betrachte, ein Damm gegen die sprachliche Gleichberechtigung aufgeworfen werden sollen, und nur diese Gleichberechtigung hätten auch die Czechen für ihre Sprache verlangt und werden sie auch stets verlangen, ««eingeschüchtert durch Drohungen und durch Schreckschüsse, wie sie von der Gegenseite so oft losgelassen werden, ohne dass dieselbe bedenke, wie es wäre, wenn von der Rechten mit ähnlichen Projection zurückgeschossen würde. Redner bespricht sodann den Eintritt der Czechen in das Haus und die Tendenz ihrer damaligen Rechtsverwahrung. Das jetzt so vielgenannte böhmische Staatsrecht sei in der geltenden Verfassung, die ja der Inbegriff der früher bestandenen Einzelverfassungen sei, aufgegangen, nur fei die Durchführung derselben eine centralistische gewesen, und deshalb fei jene Rechtsverwahrung ausgesprochen worden. Die Frage der Gleichberechtigung schließe die Einführung einer ausschließlichen Staats» spräche aus. Die ganze Sprachendebatte habe überhaupt gezeigt, wie verschieden die Gleichberechtigung auf den verschiedenen Seiten des Hauses aufgefasst und gedeutet werde. Die Majorität könne sich der Anschauung nicht anschließen, dass in der Sprachenfrage eine admi« nistrative Theilung zum Ziele führen werde; diesfalls haben die Aufklärungen des Abg. Dr. Ruß die Ma-jorität angenehm berührt. Wer ein festes und mächti-ges Oesterreich schaffen wolle, der müsse on« Sprachen« streit, den Nationalitäten-Hader schlichte«, was nicht du'ch Trennung, sondern durch Vereinig»"«, und N söhnung geschehen lönne. (Lebhafter Beifall rech »-) Der Präsident bricht hierauf die Debatte av, Se. Excellenz der Herr Minister für Cultus «" Unterricht Dr. Freiherr von Conrad - Eybesse^ übermittelt einen Gefetzentwurf, betreffend die V^ol gung des Religions-Unterrichte« m ^ öffentlichen Volls- und Mittelschulen sowie ln oen Lehrrr»Blldungsanstalten. Der Präsident beraumt die nächste S'M für morgen vormittags 11 Uhr an mit folgend" Tagesordnung: ^ 1.) Erste Lefung der Regierungsvorlage, better fend die Regulierung des Glan-Flusses. 2.) Fortsetzung der Budgetdebatte. Schluss der Sitzung 3 Uhr 40 Min. Gerichtssaal. Proceß Hugo Schenk und Genossen. (1. Verhandlmigstag,) Wien, 13. Mi Unter außerordentlichem Andränge und lebhas" Spannung des Publicums, welches seit Wochen >" steigender Aufregung die sich täglich mehrenden ^ hüllungen über die beispiellosen Greuelthattn des «l brrchcr Consortiums Hugo Schenk und Genossen "e nommen hatte, begann heute vor dem AusnaU gerichle die öffentliche Verhandlung gegen die »^ nlieder dieses in seiner Art fast einzig dasteht Verbrecher-Kleeblattes. Lange vor Beginn der Verha"° lunc, war der Gerichtssaal in aNen seinen RäU^ gefüllt, und vor dem Thore des Schwurgerichtes^ staute sich, die Nlserstraße fast absperrend, Kopl °^ Kopf gedrängt eine dichte Menge, welche vergeb gleichfalls Einlass zu erlangen hoffte. . Präcise 9'/< Uhr erschienen die Angeklagten HA Schenk in einem bräunlich-grauen Mentschikoff ^ Kapnze. Karl Schlossarek in einem mittellang" dunklen Wmterrocke, Karl Schenk in einem schwas Sommeranznge im Gerichtssaule. Mit ihmn fast gleA zeitig ihre Vertheidiger Dr. Swoboda, Dr. Liely ten stein und Dr. H. Steg er. gleich darauf """ StA. Dr. von Pels er. . Im nächsten Momente betraten die Mitglied" des Ausnahmsgerichtes den Gerichtssaal. Es si"d ^ L^ndesgerichtK-Vicepräsident Graf Lamezan, " Landesgerichtöräthe Neubauer, Ebner, v. OllU bach und die Genchlsadjuncten Kunz, Pochma" und v. H oll and. h Rechls vor dem Gerichtshofe auf dem Boden ""' auf einem ai, den Gerichlstisch angeschobenen tle!^ Tischchen befinden sich die corpora, delicti, Reifelarte^ Waffen, ferner verschiedene Effecten, wie Handtasche Koffer und fonstige Gepäckstücke. .«, Die Verhandlung begann damit, dass der Pl°! dent den Angeklagten die Generalien abnahm. «^-, folgte der Zengenaufruf. respective die daran sich ^ hende Eideserinnerunq, und hierauf die Verlesung" Nnllagefchrift. Wir entnehmen derselben folgen^" Die k. k. Staatsanwaltschaft in Wien erhebt: . 1.) gegen Hugo Schenk, in Czech in MA geboren, dahin zuständig, 35 Jahre alt. kalho^ verheiratet, beschäftigungslos, zweimal wegen " brechens des Betruges bestraft; . z,, 2.) gegen Karl Schlossarel. in Eisens Böhmen geboren, nach Mährisch-Weißlirchen zust""!U 28 Jahre alt, katholisch, verheiratet, Schlosserge^ derzeit beschäftigungslos, wegen Uebertretung und " brechens des Dirbstahles beschuldig»; ,« 3.) gegen Karl Schenk. in Iabluokau a/bo" nach Teschen zuständig, 33 Jahre alt, katholisch, °«, heiratet, Kanzleidiener der KaiseriN'Elisadelh'ilv' bahn, unbeanstandet, die Anklage .^ 1.) Karl Schlossarek habe am 3. April l^' auf Antrieb des Hugo Schenk im Wratzower 2v" bei Rohatec. Gerichtsbezirk Gaja in Mähren, a ^ den Müllergehilfen Franz Podpera in der M ... denselben zu todten, auch mit Gewaltthätigkeiten ^ seine Person, dem Franz Podpera gehörige. ' ^ fremde bewegliche Sachen an sich zu bringen, ba>" , dass er aus einem scharf geladenen Revolver "'A d' Schüsse auf ihn abfeuerte, durch welche Franz ^? ^ Vera drei schwere, lebensgefährliche Wunden en'^ auf eine solche Art gehandelt, dass daraus der ^ des Franz Podpera erfolge,, konnte; derselbe^, somit eine zur wirtlichen Ausführung eines ^. ^ mordes führende Handlung unternommen, es sel av ^ Vollbringung des Verbrechens nur dadurch, da! ^, Podpera zur Wehre sehte und die Schüsse ke'ne ^, liche Wirkung hatten, also durch Dazwischenlunsl ^. fremden Hindernisfes und durch Zufall unterm' , Derselbe habe hiedurch das Verbrechen des suchten Raubmordes begangen. , -^ i" 2.) Hugo Schenk habe um dieselbe Zett y^ ^ Wien und dem in 1 genannten Oite dadurch, ^ ^hl im Einverstänomsse mit Karl Schlossarek den " ^e, mit Franz Podpera einleitete, den Revolver ^'".^1« den Karl Schlossaret zur Vollsührung ^s Hs^el ihnen geplanten Raubmordes bestellte, den T^ .__Laibacher Zeitung Nr. 63 519 15. M."rz 1884. Aden Thatort begleitete, den Aufpasser machte und «Y mit dem Thäter ilber die nach vollbrachter That M zu leistende Hilfe und Beistand und über den ""hell an Gewinn und Vortheil einverstanden hat, oas Verbrechen der unmittelbaren Mit-Nyuld durch Bestellung und thätige Mit« ""rkung am versuchten Raubmorde begangen. , 3.) Karl Schlossarek und Hugo Schenk Alben am 21. April 1883 nach vorläufig getroffener Verabredung und dadurch erzieltem Einverständnisse 'M Walde beiWeidlina au in Gesellschaft als Raub« Pnosstn den Kutscher Franz Bauer in tückischer ' 'e>sc durch Verabreichung eines mit einem Beläu-vunMnittel (Chloralhydrat) vermischten Schnapses be. laudt und in einen Zustand der Wehr« und Hilflosig. «'t verseht, hiedurch dem Franz Bauer mit thätlicher ^eleldigung Gewalt angethan, um sich beweglicher i?s?en desselben zu bemächtigen, sohin demselben dem ' ^ ^' ^a^chaft wirtlich genommen und sie emnach den mit gewaltsamer Handanlegung unter-"°Mttlenen Raub auch vollbracht haben; dieselben haben ^leourch das Verbrechen des Raubes be- . , 4.) Karl Schlossarek und Hugo Schenk "°°en am 21. Mai 1883 nach vorläufig getroffener be w l ""6 und dadurch erzieltem Einverständnisse be»! , 'Kannten Gevatterloch bei Tövlitz, Gerichts' m^I Weißkirchen in Mähren, gegen das Stuben« zu t^ Iosefine Timal in der Absicht, dieselbe Persn« ""^ ?^ Gewaltthätigleiten gegen ihre beweal^ ^^ Iosesine Timal gehörige, somit fremde ^il^u^ Sachen an sich zu bringen dadurch, dass betä'.^ He"! sie mit einem Narkoticum (Chloralhydrat) dem ^ °^^ '^ '6W einflösste. und dass sie. nach-den /.^.^Hlvssarek einen Stein an den Leib gebun-«,' - Ne ln einen Wassertümpel stürzten, auf eine solche "s'Mandelt, dasil daraus der Tod der Iosefine Timal sN ' °^ lei der Angriff in tückischer Weise ge-N « ?"^ ^"ben sie sich nach dem Tode auch der ^Necten und Habseligkeiten der Iosefine Timal K.^I>"g° Schenk. Karl Schlossarek und abrVd.n. ^^"^. ^" nach vorangegangener Ver. 13 Iul? 1«?, dadurch erzieltem Eüwerständnisse am bäum ,'acb RF' Nachlzett auf der von Krumnuss-""UM nach Pochlarn führenden Straße in der Nähe n d^Msi^" ^ Köchin Katharina Timal W.i7, 7 ' ^ ' ^"^^ zu tobten, auch mit Gewaltthätigkeiten gegen chre Person, der Katharina Timal b inl^' !°?"^^ bewegliche Sachen an sich zu V«' dadurch, dass sie Karl Schenk und Karl ^lvMek zu Boden warfen, dass ihr Hugo Schenk die l, - 6 ^ an die Wirbelsäule durchschnitt, während ve,ben anderen sie au Händen und Füßen hielten, der »"° ^che U^t gehandelt, dass daraus der Tod 'n l?^^^na Timal erfolgte; auch fei der Angriff dem Ä^^ Wche geschehen, und haben sie sich nach Kalb^de der Werleffecten und Habseligleiten der ^l'Na Timal wirklich bemächtigt, der s^ H"gl) Schenk habe am 5. August 1883 in KöHz «Hunten Sternleiten bei Lilienfeld gegen die lödte, ^"esia Kett erl in der Absicht, dieselbe zu der Tb °"^ "^ Gewaltthätigkeiten gegen ihre Person, Sachen -^^^ gehörige, somit fremde bewegliche die Ksf.l?? ^ch zu bringen, durch einen derfelben in gebaN?^ beigebrachten Schuss auf eine solche Art erfolg ' b"ss daraus der Tod der Theresia Ketterl lcheheV auch ft, her Angriff in tückischer Weise ge-effects ""° 3°be er sich nach dem Tode der Wert-lich h"^""d Habseligkeiten der Theresia Ketterl wirk- ^be/'n ^"^ Schenk und Karl Schlossarek trofft /^vorläufiger Verabredung und dadurch ge-abend» - Unverständnisse am 29. Dezember 1833 Münd «) ,^°lfsthal bei Pressburg gegen die Dienstsich" »??'?, Ferenczy, alma Nemeth, in der Ab-gegen? !i ^" ^dten, auch mit Gewaltthätigkeiten fremde bpw^?^"' ^er Rosa Ferenczy gehörige, also dasz sj. .^llche Sachen an sich zu bringen, dadurch, Verses., '^ ?^ einer Hacte Hiebe auf den Kopf «lrt a°s.' ""d sie in die Donau warfen, auf eine solche "nczv ° l r"' dass daraus der Tod der Rosa Fe. Nei e«Hlgte; ^ch sei der Angriff in tückischer Tode der c^"^"' ""^ haben sich die beiden nach dem ^ dieses, ^ ^Weiten derselben wirklich bemächtigt; Karl K^? ?aben hiedurch. und zwar Hugo Schenk, brech?? ^sarek und Karl Schenk, das Ver. Nauh" bes vollbrachten Meuchel- und gange" des °^ unmittelbare Thäter be- Eder^H"^ Schenk habe Ende 1883 die von Ios. willen au« ^ )"k Uebelthat der um ihres Vortheiles Hedwia n m?"' ^^e ihrer gewesenen Dienttgeberin NUtigerfnl^ ^!^?^^ in Hietzing ohne deren Einwilli-Zachen «"..äithung ftemder beweglicher versperrter ^'rsteiss^^^chmuckgegenstände in einem 300 fl. Angeleitet ." ^"te. durch Nnrathen und Unterricht >'lben iik, ""»7 ^rsätzlich veranlasst und sich mit der-^'^rstan^. 1. ^"^eil am Gewinne und Vortheile " Aiit ck. '>. "^be habe hiedurch das Verbrechen "Nuld am Diebstahle begangen. 9.) Karl Schenk habe im Laufe des Jahres hier in Wien a) einen Betrag von 20 oder 30 fl.. von dem er durch Mittheilung des Hugo Schenk wusste, dass sie dem Franz Bauer geraubt worden sind. d) einen grauen Koffer mit Frauenkleidern, Wäsche und drei Paar Schuhen, wovon er wusste, dass sie von dem Raubmorde, rücksichtlich Raube an Rosa Ferenczy herrührten, an sich gebracht und hiedurch das Verbrechen der Theilnehmung am Raube begangen. Gründe. Hugo Schenk, der Sohn eines geachteten, im Jahre 1859 in Teschen verstorben«'» Iustizbeamten. war nach absolvic>ler vierter Gymnasialclasse im Jahre 1863 in die militär.technische Artillerieschule in Olmütz eingetreten, wurde im Jahre 18W als Corporal ausgemustert und dann vom 71. Infanterie-Regiment als Reservefeldwebel beurlaubt. Schon im Alter vom 21 Jahren wurde er vom Kreisgerichte Olmüh mit Urtheil vom 5. Dezember 1870 wegen verschiedener Betrügereien zu einer fünfjährigen schweren Kerkerstrafe verurtheilt, jedoch nach zweijähriger, in der Strafanstalt Mürau abgebüßter Haft begnadigt. Nachdem er sich an verschiedenen Orten als Agent, Geschäftsreifender, Kohlen« und Hadernhändler :c. aufgehalten hatte, ohne bei seiner unsteten, ernster, ausdauernder Arbeit offenbar abgeneigten Natur zu einer fixen Lebensstellung zu gelangen, wendete er sich im Frühjahre 1881 nach Wien, wo er seinem eigenen Geständnisse nach alsbald in eine drückende Nothlage gerieth. Statt eine seinen Fähig« leiten und Kenntnissen entsprechende Arbeit zu suchen, wendete er sich wieder einer verbrecherischen Thätigkeit zu. Obwohl er verheiratet war. ließ er ins „Wiener Tagblalt" eine Annonce einrücken, dass ein Beamter mit 1800 fl. Gehalt sich erbietet, ein anständiges Mädchen zur Frau zu machen. Eine gewisse Therese Aer -ge r trat infolge dieser Annonce mit ihm in Verkehr; Schenk entlockte ihr unter dem listigen Ehevelsprechen ihre Ersparnisse, wurde flüchtig, jedoch in kurzer Zeit über die von der Berger erstattete Strafanzeige eruiert und verhaftet. Der Schwurgerichtshof Wien verurtheilte ihn wegen diefes Betruges an, 30. September 1881 zu einer zweijährigen schweren Kerkerstrafe, zu deren Abbüßung Hugo Schenk in die Strafanstalt Stein überstellt wurde. Dort lernte er den Karl Schlossarek kennen, welcher wegen Diebstahls zu einer achtzehnmonatlichen schweren Kerkerstrafe verurlheilt worden war. Noch in der Strafanstalt fassten die beiden gleichgestimmten Seelen den Elltschluss, ihren Verkehr nach erfolgter Strafvollstreckung fortzusetzen und gemeinsame verbrecherische Unternehmungen behufs Geldbeschaffung zu betreiben. Es ist für die Anklage vollkommen gleichgiltig. wer zu diesem nachmals so verhängnisvollen Verkehre den Anlass gegeben hat — also unentscheidend, ob die Angabe Schenl's. Schlossarel habe sich zu Gewaltthaten erboten, oder die Behauptung des letzteren, Schenk sei als Versucher an ihn herangetreten, wahr sei. Es genügt, zu constatieren. dass Hugo Schenk und Schlossarek bereits im Kerker umsichtige Vorsorge trafen. dass ihr Verkehr nach der Strafentlassung sofort aufgenommen werden könne. Da Aarl Schlossarek die Strafanstalt bereits am 13. November 1882 verließ, während Hugo Schenk erst am 11. März 1883 entlassen werden sollte, so schickte Hugo Schenk den Karl Schlossarek mit einem ihm heimlich zugesteckten Zettel zu seinem Bruder Karl Schenk, damit durch dessen Vermittlung im März 1883 eine sofortige Zusammenkunft des Hugo Schenk und Schlossareks stattfinden könne. Als Hugo Schenk aus Stein ankam, erwarteten ihn Karl Schlossarek und Karl Schenk am Bahnhofe. Schlossarek mochte dieser Ankunft wohl sehnsuchtsvoll entgegengeharrt haben, denn er war er-werblos und begierig, mit seinen Genossen in Action zu treten. Einstweilen wurde das Wiedersehen bei einem Mahle gefeiert, dessen Kosten Hugo Schenk trug, der von seiner Frau einen namhaften Geldbetrag — 300 fl. ö. W. — erhalten hatte, welcher es ihm auch möglich machte, den Schlossarek einstweilen, bis Geld verdient würde, zu unterstützen. Schon bei der ersten Zusammenkunft wurde ganz im allgemeinen der Plan besprochen, durch Annoncen cautionsfähige Männer anzulocken. ihnen Stellungen zu versprechen. sie an einen einsamen Ort zu locken und dort kalt zu machen. Karl Schenk war damals unbetheiligt. Wie ernst Hugo Schenk mit dem Gedanken, sich durch Gewaltthaten Geld zu verschaffen, umgieng, geht daraus hervor, dass er sich, um für alle Fälle vorbereitet zu fein, gleich zu Beginn mit einem wahren Arfenale von Gewalt» und Mordmitteln versah. Von Messer und Revolver nicht zu sprechen, gelang es d?m Hugo Schenk, sich mit Cyankali, Blausäure und Chlorhydrat zu versehen, und er verwertete di? in der Jugend erworbenen Kenntnisse aus der Chemie, um selbst Mischungen zu machen, aus Cyan-Quecksilber ein Betäubungsmittel mit unfehlbarer Wirkung, den fogenannten ..Bändiger", herzustellen, und er nahm keinen Anstand, die Brauchbarkeit dieses Mittels durch Versuche an seiner eigenen Person zu erproben. Die Anklage übcrqeht nun zur Skizzierung der einzelnen Unklagepunkte. Attentat an dem Müllergehilfen Franz Podpera, Der erste, welcher den beiden Angeklagten Hugo Schenk und Karl Schlossarek ins Gehege kam, war der Müllergehilfe Franz Podpera. Dieser war am 28. März nach Wien gekommen, um hier eine Stellung zu finden. Er annoncierte selbst im ..Tagblatt", dass er in einer Mehlhandlung als Verkäufer gegen eine Caution unterzukommen wünsche. Die Annonce erschien im ..Tagblatt" vom 30. März und 1. April 1883. Schenk und Schlossarek, die auch Annoncen für cautionsfähige. stellensuchende Personen inserieren ließen, daher die Zeitungen eifrig lasen, griffen die Annonce Podpera's begierig auf und setzten sich bereits am nächsten Tage durch Schlossarek mit ihm in Verkehr. Nach einem missgliickten Versuche, den Podpera in seiner Wohnung aufzusuchen, kamen Schlossarek und Podpera in einem Gasthause zusammen. Schlossarek erzählte dem Podpera. er sei Maschinist in einer Dampfmühle bei Sternberg in Mähren, und trug ihm einen Posten als Gcschäflsgänger mit einem Monatslohne pr. 50 fl., Wohnung, Licht und Holz an. Die Höhe der von Podpera zu erlegenden Caution wurde mit 500 fl. ö. W. bestimmt. Podpera fragte, ob die Caution in einem Sparcassebuche erlegt werden könne, worauf ihm Schlossarek. um den Anschein zu erwecken, dass es sich um ein reelles Geschäft handle, erwiderte, das wisse er nicht, er müsse erst telegraphisch zu Hause an-fraae». Vis 12V« Uhr nachmittags könne die Antwort da sein. Bei der nachmittägigen Zusammenkunft wurde die Abreise nach Sternberg filr den nächsten Tag. den 3. April, festgesetzt und Podpera von Schlossarek beauftragt, die Caution per 500 fi. p08t.6 roswuto nach Sternberg dirigieren zu lassen. Der zwischen Hugo Schenk und Schlossarek ausgeheckte Plan bestand nun darin, den Podpera auf der Reise in einen einsamen Wald zu locken, dort zu erschießen, ihn liegen zu lassen und die in seinem Besitze befindliche Barschaft zu nehmen, sowie die Caution in Steinberg zu holen. Hugo Schenk gab dem Schlossarek zu diesem Behufe einen Revolver und zwei Flaschen Schnaps mit, deren eine mit einem Betäubungsmittel versetzt war, damitPodpera damit wehrlos gemacht werde. Am 3. April 1883 morgens fuhren Schlossarek und Podpera am Nordbahnhofe ab. Hugo Schenk folgte, dem Müller unbekannt, in einem anderen Conpc. Um den Podpera in den Wald zu bringen, fuhren die Genossen nur bis Rohatec unter dem Vorwande. Schlcssarek habe ein Geschäft bei einem Müller und der Weg nach Bisenz könne zu Fuß zurückgelegt werden. Schlossarek führte den Podpera nach Krcuz. und Querzügen in den Wratzower Wald. wo der geplante Raubmord vollbracht werden sollte. Ungesehen von Podpera folgte in größerer Distanz Hugo Schenk den beiden. Podpera. der wohl so klug gewesen, seiner Mutter zu schreiben, sie solle die 500 fl. für die Caution bereithalten, jedoch nicht nach Sternberg schicken, der also unbewusst einen Strich durch die Rechnung der Angeklagten gemacht hatte, der aber circa 41 fl. Barschaft bei sich führte, gieng ahnungslos voraus, während ihm Schlossarek folgte. Auf einmal (erzählt Pod« pera). an einer einsamen Stelle des Hochwaldes fühlte er etwas Kühles im Nacken, wendet sich rasch um und sieht, wie Schlossarek aus unmiitelbarer Nähe den Revolver auf ihn anschlägt. Podpera ergreift die Hand Schlossarel's, der erste Schuss geht fehl, und es beginnt nun ein Ringen zwischen Podpera und Schlossarek um den Revolver, um Leben und Tod. Während dieses Ringens erhält Podpera drei Schusswunden in Brust, Schulter und Bauch, Schlossarek Schuss- und Stichwunden. Podpera, obwohl schwer verwundet, geht als Sieger aus dem Kampfe hervor. Blutüberströmt im Gesichte, verwundet, muss Schlossarek, ohne einen Raub vollbracht zu haben, vom Schauplatze gehen. Er trifft Hugo Schenk, der in der Nähe wartet, doch nicht den Muth gefundeu hatte, in den Kampf thätig einzugreifen, und die beiden verlassen den Wald und reisen, ohne ihr Ziel erreicht zu haben, nach Wien, wo Hugo Schenk die Kugel aus der Wunde Schlossarel's zieht und nicht wagt. einen Arzt zu holen, der die Wunde verdächtig finden könnte. Der hier erzählte Sachverhalt, der zweifellos als Raubmordversuch anzusehen, ist durch die Aussage des Franz Podpera und die bezüglichen Geständnisse des Hugo Schenk und Schlossarel's erweisbar, und es ist bei dem Ernste, mit dem das Attentat in Angriff genommen wurde, gewiss nicht glaubwürdig, wein« Hugo Schenk behauptet, er habe absichtlich einen schlechten Nkvolver beigeschafft, damit derselbe im entscheidenden Momente nicht losgehe. Bei diesem Factum erscheint Schlossarek als unmittelbarer Thäter. Hugo Schenk, der den Raubmord bestellt und thätig zur Vollstreckung mitgewirkt hat. als unmittelbarer Mischuldiger. Dieser scheinbare Misserfolg schreckte die Angeklagten "'A ab, veranlasste sie vielmer noch im selben Monate zu einer neuen Gewaltthat. lFortsehuna folgt.) ? Laibacher Zeitung Nr. 63 520 15. März 1884. Tagesnemgkeiten. — (Josef Kundrat f.) Am 13. d. M. starb in Wien nach längerem Krankenlager der Leibkammer« diener Sr. Majestät des Kaisers und Verwalter der kaiserlichen Iagdschlüsjer, Herr Josef Kund rat. im Alter von 73 Jahren. Der Verstorbene, welcher seit 49 Jahren im unmittelbaren Dienste Sr. Majestät des Kaisers gestanden, war mit dem goldenen Verdicnsllreuze und dem goldenen Verdienstkreuzc mit der Krone und von mehreren fremden Souveränen durch Orden ausgezeichnet. Er hinterlässt eine Witwe und fünf Kinder, von denen ein Sohn Regierungsrath in der Labinets-kanzlei Sr. Majestät des Kaisers, der andere Professor der pathologischen Anatomie an der Wiener Unioer< sität ist. — (Oesterreichischer For ft congress in Wien.) Der österreichische Forstcongress begann am 13. d. M, seine diesjährigen Verhandlung». Die Sihnng eröffnete Fürst Josef Eolloredo.Mannsfcld, indem er die erschienene» Delegierten namens des Durchführungscomitüs begrüßte. Ministerialrath Ritter von Ninaldini machte hierauf als Vertreter des Nckerbauministeriums dem Congresse die Mittheilung, dass Se. Excellenz der Herr Ackerbanminister lebhaften Antheil an den Arbeiten des Congresses nehme und auch Gelegenheit nehmen werde, den Verhandlungen nach Maßgabe der ihm zur Versügung stehenden Zeit persönlich anzuwohnen. Hierauf wurde zur Wahl des Bureau geschritten, und wurden mit Acclamation gewählt : zum Präsidenten Fürst Colloredo-Manns« feld, zu Vicepräsidsnten Fürst Karl Schwarzenberg und Franz Graf Fallenhayn, zu Schrift« fiihrern Oberforstrath Salzer und Forstrath Lemberg. Auf Antrag des Vicepräfidenten Fürsten Schwarzenberg sprach sich die Versammlung für die Oeffentlichkeit der Verhandlungen aus. Locales. — (Allerhöchster Gnaden act) Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 12. v. M. dem gewesenen Lehrer in Schischka. Jakob Zebre, die Rechtsfolgen seiner Ver-urtheilung allergnädigst nachzusehen geruht. — (Spenden.) Der Verwaltungsrath der löblichen krainischen Escomptee> rastlos bemüht gewesen, seine Freunde immer welter nach links zu ziehen. Und dafür foll ich die Danl' adresst übermitteln? Die Entfremdung seit dem Iah" 1878 sei wesentlich das Werk Lasker's und sw" Freunde. ..Meine Wünsche für die guten Beziehungen mit Amerika, wie sie seit hundert Jahren besteht bleiben dieselben — sagt Redner. Mein Versah"" war nur durch den MisSbrauch geboten, der mit dlü» Volum des Repväsentanlenhauses getrieben wurde." Rom. 14. März. Der gewesene Minister Sell" ist um 1 Uhr 20 Minuten morgen« gestorben. (Qu>"' tino Sella war 1827 m Piemout geboren. Im Iah" 1862 war er Finanzminister, dann 1804 bis 1^ neuerdings und später 1809 dis 1873 abermals. Se't" dem war cr mit MinglMi das Haupt der Rechten >" der Kammer.)____________________________ Verstorbene. Den 14. M a r z. Elisabeth Obrcza, Assessorswitwe, 64 5' Ialobsplah Nr. II. organ, Herzleiden. — Ursula Habiö, H'"' machcrswitwe, 66 I., Floriansgassc 3lr. 24. Im Spitale: Den 13, März, Maria Polovc, Inwohnerin, 56,A Lungentuberculosc. — Josef Ovin, Arbeiter, 52 I,, Meninli'^ Den 14. März. Varbara Smrclar, Inwohnerin, ?5o< Lungenentzündung. ^. Theater. heute (gerader Tag) Gastspiel des Dialekt» und Charaltel' lomilers Herrn Clemens Grün vom Stadttheater in Fr^w' fürt am Main: Der lustige Krieg. Operette iu ^' Acten von F. Zell und N, Genee. Meteorologische Beobachtungen in Laibach^ ?U Mn, 744,86 ^ 8.8 , W. schwach Wnölkt" ' 14, -^ ., N. 744.90 ^-12.5 O. schwach beiuöllt 0,»" 9 „ V!b, 745,12 > 6.2 O. schwach heiter Die schöne Witterung anhaltend. Das Tagesmittcl del Temperatur ->- 9,2°, um 6,4° über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: P. v. Radics. Wt lW ll. ll. kßMMM-kM Maßstab 1: 75.000, Preis per Blatt 50 lr.. in Tuschens""'"! auf Leinwand gespannt 80 lr. Jg. u. Mmmayr H Fell. Kamlm'g8 KuMamllnng in Aaibach. __^. Danksagung. Der löbl. Verwaltungsrath der lrainischen Escomp/^ Gesellschaft hat dem A'menfonde der Stadt Laibach c»" Ärtrag von fünfundzwanzig Gulden ülicrmiNelt. ,^ Die gefertigte Armeninstituts-äonnnissiun beehrt s^^'„l diese großmüthige Spende hicmit öffentlich den wärmsten^ auszudrücken. ^ V Von der Armeninstituts - Commission der Landes Hauptstadt Laibach am l4 März 18^4_____^. Gesunde Liqueure N»!.'U.^ 5«»"» Karl Vtnliiit, Vullak in «rna. Ki?s, s^iiti^g ^„s..,^ U5(401) 3Ü-5________________________________^^ 0!-si!-0Ut NLl «U8t6N, »3>8l<»-3Nl(N0ltSN, «28«"' _______ unli MasLnkatal-rn. MM MU MU M M ^viy uedenLtoliouä W>"> > /»^, llll)! ^ .^Jtoftadjcy Bettung 9lt. 63 521 15. März 1884. Course an der Wieucr Oörse vom 14. Mär) lN84. «««^ 0^^«, ^«^0 «elb war, «0.«., ""^"lehe,. kilbe",^'.......'9''2 1891. '^«i <°'° ^a»««ose - llbü st. 12,-/0 iX4 t5 l«««tr «>/° i""ö° 500 « 13«- l«0'50 l'«««l i5,°<.<.„,«. ^"""" ^ « "4 b0 1« -l««»t. '"'"""«l« . . 100 „ !'/<. - 1?« Lb <"tNln,,«ew< . h«E<, »7— . IN» I»! 102 25. ""«»rut«. ft«uerft« . ^80 «5.5 '7"°'d«n.e^ . , . ,,2.»,!i„45 "^««'Obligationen ?.? "h«> He z.«'"l'>ilchl ' '.....ioe-öo — - V«lb Wo« 5',» lem««vai«Nauat« , . . 100'— icn 50 b'o unganschc ......100 7<^lcl 20 Uudere öffrntl. Nulehe«. Donau««rg.»5!ose !i"/^ l00 N. . !16 11b 60 bto. »Inltihe if:n (SUb« ober Gold) ....------— — PrXunen««lnl,b sstodlgtm.Wltu 1« «0 l»? 7« Pfandbriefe (fürioofi.) »«denn. allg. öft«-l. 4'/,°/, «old IÜ0'75 I»I — bto. in 50 , , 4>/, »/^ »« 80 9l> e« dto, in 5« , , 4«/„ . i»«'4c »l »n dto. Prämicu^schulbverichl.li'/, l»h — «8 00 Oeft. Hhprtbtllnbanl loj. 5>/,°/<> - - ------ Orft.ung. Vanl v«I. 5°/, . . i«i 86 102 — bto. , 4>/,«/„ , . 1«0 2, Lli^belh'Wcübahn 1. Huulft^n 106 »0!l0? 20 sselbl«>i>lb>,'»Nribl^hn ln Gilb. 10^ 2'. 10675 Kran, ^oles'lUahn..... —-— - — ^',i,ilchc »arl. Ludwig. <1, Ü0<> sl. K, «'/,'/« - . ica 7b 101 — OeNüw, «l»fdwc>id»^,l , , , . 1«i4 — 104 bv Gitbendtligcr . , . , , 97 b<< bl>' Ueld Ware Vt»at«babn 1. Tm'iftlM . , . 1,......üi»»5I22?5 Un«.««att,. Vay» . . , , »?g^ >»« 50 Diverse i!«se «kebillose 10<1 N......174—l?l-50 Llach'Lose <0 ff....... 2k —>— 4°/. Donau«Da«Pssch. i<»l> sl, m -. ili 5c. ealtachcr Prämie,,.«nlehenlafi. 2?.'— ,t — Ol«ner Los« 4« ft......40 75 .. P»Issh5<> «othen Kreuz, l^ft. Ges. v, i» si. 1» 50 ,z sn «Uduls'svs« 10 ft......2D 5a zl^ SalM'Lose 40 st...... 5»-— 5., 5c St>Ven2>z^Li!,e 4Ufl..... 475« 4^,^ Walbftein i!i,'jc il!« sl..... 2«2!> «»>- winbUchglliy'Lose ÄN fl. . 37-00 zg — Vaul Nctleu (per Vtü.c- -!«o5 — «ypolyelenb., öst. 2!)0 fi. »5°/^ «, g» 25 «2 — sänderbanl °,^. !i»U s<. V. 5U°/.<5, 111>4'> 111 70 Oesterr, Nng. Va»l.....844 — 84» — Ullion^aill lo^, ff......113 10 113-40 Neltebrsba'is '.lll > »n n, . ,« ^5 14z 75 Nctien von Transport' Unternehmungen (p« Stl!«), ,Ua!,n W0<'..G»Il', i?z— 178 L0 «,l'. »oc'< Donau » Dampfschiffahrt < Ve<, Oeslerr. 500 ff. HM.....»l? — ««» — Drau.l,rnow,>Iafsy Ejs««, bahü-^csill. 200 st. ö. W. . . l7»-?6 174 Ka Noyd, öft.'UNg., Tnest 500fi,HN, 80« — «08 -Oefterr. N-idweftb, 200 st, T'lb. 187 75 18« lib bto. (lit. ly 200 fi. Nill'ct ,!lst» 25 1b» Ü0 Plag-Durer Hiseub. i50«l.S,lb.! 4g— 4» 50 «ubolf < «ahn 200 ft. Silber . I79>l>5 1?S 50 Vi«benbür»cr Hisenb. ^»0 ff. G, i?4>^l» 174 75, Vt^lltseUülibabn »00 n, °, A>, , 517 2ü zi? 50 1 " sfil-si I f A ¦****• Hartmanns uxilimn, boatbowährtos Hoilraittol gogon Harnröhrenfluss boi Herren und f luss bei Damen, S 8Ö«?achBmedicini8chea Vorschrif- "WltS v PrüPrut' heilt ohne Ein- _ S 8chmerzloa, olmo Folgekrank- y£c*B%ix heiten, friscli ontstan- j4E#^Sr^H\ dene, noch so sobr ver- W -W W altete ff^0*11«511 und «jL jrvf O entsprechend schnell. ^f^/ Ausdrücklich vorlango ^/?^3B5&'Ä' raan I>r- Hart mann s ^ZNvSP- Auxilium für Horron ^aS8olbe O(^or fi'ir Damen, und ist Und Oj 8a*amt bolehrondor Broscliüro Anstalt If Zl\ e*ner Consultation in dor S^ndon?? H°rr» Dr. Hartmann boroch-eJceQ u^ar,to in aJlen grösaoron Apo-a üon Prois von fl. 2"80 zu Haunt,! * haben. 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Sämmtliche Operationen finden zu den in den Triester Local-blättern zeitweise angezeigten Bedingungen statt. (.%) 52 -li ™ Ofluftvirtf !l>v«*lififn franco flrciti«. w avMni, III., H»0"V)l- •>" («=m;• -V" ii¦¦). (1049-1) Nr. 875. Bekanntmachung. Vom k. k. Bezirksgerichte Gottschee wird bekannt gemacht, dass für den seit 4 Jahren verschollenen Grundbesitzer Josef Bukouac jm,. von Plöribel Nr. 29 Herr Josef Göstel von dort Nr. I als Curator adueuti« auflu'strllt und mit der VerWallung des Vermögens des Abwesenden betraut wurde. K. k. Bezirksgericht Ovttschee, am 14. Februal 1664.