Laibacher Zeituna. .^ K«P8. Samstag am R4. Mai R8K3. Die „L^h.ichcr 3eiw„>," erscheint, mit ?l»>1,mlnm dcr Imn» „iw ^„rt.i>,t, t.iq,,ch, ,»,!> kostn ,^n,„t ,c„ Äs„,,,,e^, „» ?o,,>l'io,r ,,>„,,,„ r ,„ !! 1,, !> >i, ^j >i,, r, <, 5 ss, .W fr ,»i! Kreuil'cind im ssmm'toir qanzjäl» ri q !2 ss, , l,a ! l'jä l,ri„ !! ii, ifnr i»s 3>,l!ell„nq „> j H.'ns ,!„!> l, >i i !,, .1 , ,, ^ ^,» ^, „„,„, ,„ ,„^,cht,„, M i t bf r >l<° ,! 1, °r !i>: irci >,a,!is>ri>> nnter ,stre,i>!'0,>!> »nt> >iedr,icktcr Ni»css. !.'> f!,, s, a, b i >i hr^z, < «, 30 tr, - ^n ,cr» l, °»s>, e !>,, , r „n rn>, 3v»,!,no>>' l">kr r,s» R>i,»» i,,,,,,,,,,, ,-„,. „„, '»^liqt (linschc,!tn„g'» tr„ für ,w.„,m,i.,e ^ fr„ ,„r !,reim>,!i.,e 5. !r, ll, M, Inserate b,6 ,-> 3,,,.» foüen ! ,1, m, ., M>1>, 50 fr, f,„ 2 M», „>w ^0 sr, s,,r ! Vla! n>,,,„ch°,!s„ 3" diesen Gebichrcn ist nach dem provisorische» Gcsrhc «on, <>, Novrml'cr <85<> ,„r .u,nrt,o,»?ss,i„,vc!" »och >N kr, ,„r eine ,ed>s,„a,,sss !z,„schalt,„u, i,n,zn z„ rechne,,. AmtliesDer Tbeii. Telcgrnphische Depesche ^r. Encllenz des Herrn Ministers des Innern an den k. k. Statthalter in Krain. ^?»r Linderung des Nothstandes in dem bezirke Ts6»ernen,bl werde» («-»er BZohl-Neburen in Folge a. h. Entschließung vom 'lentissvn Tage die z» militärische» Zwecken ""aesa,n,,,<>lten »5N4 Rentner Zwieback in Laibach «nd «N«<> Rentner Reis in <5nrl-stndt z„r Verfüg«»«, gestellt. Das Kriegs- llnift^li,,,,, wird gleichzeitig ersucht, die "üthigen Weisungen an die Militär-(5um-'"nndanten in Laibach und Agram ebenfalls ^lN'ophisch zu erlassen. Die Zufuhr wollen 7"'er Wohlgebore« auf Kosten des Landes- '""des veranlassen. ^«ien, am ,3. Vtai «853. feff " a»f seiner Dlirchrcise hier a»wesc»d< Pro^ V« . C. M. luit« Ei»em seiner menschenfreundliche» Bestimnnirig zugeführt wird. Die getrocknete Throne des Nochleidendei, birgt ^M ihren schönste» Loh» i» dem eigene» Vew»ßt- ^" des Retters; allein sie entbindet doch nicht jenes ^"ukes, welcher Herr» L. Keller n»d Alle», die '^ i» je,,« ertragreichen Vorstellung in odcr außer ^ Biihiie>,rai,me zn betheiligen geneigt waren, hie« '^ >n, Namen der Ärmnth öffentlich gezollt wird. > Laibach, am 13. Mai 1833. Vom Prasidio der k. k. Statthalter«!. St ' ^ts pa p iergeld-Umla u f Ende April Hick ^'^' Mer Betrag, welchen laut Kimdmachnng vom I.'i. ^a> 1832 das sämmtliche im Umlaufe befmdliche ^atspapiergeld nicht übersteigen fl. ^"fte..........173,000.000 ^^" Folge des Staatsanlehens uom 4. ^^°'"ber 1832 si„d getilgt worden: Kundmachung vom N. April a^°'^ .... . 13.300.000 ss. "- Avril 1833 . . 2.300.000 „ H^ zusammen . . 16.000.000 , "' Betrag, welche» das sämmtliche Umi^,,^ befindliche Slaatspapier-gegenwärtig nicht übersteigen darf 139,000.000 Steu». "^^^'' Betrag des im Umlaufe, dann in den l"ssei! ' ""d Gefallöcasse», ^ ,^^ i„ ^z^„ Ansgabs- ^ Staates befindliche» Staatspapiergcldes: Ende Apiil Ende z>> 3 ^. 1883 März 1833 Casf«?" verzinsliche Gulden, zi, g ^""Weisungen . 8.<)60 10.780 Neichss^/"z>"°l'che Uüver-i ' "bschei»e . . 7.092.000 7.270.300 sche!'.7' Neichssch^h- , ' - - . . 123,713.988 12^,811,380 Fi»tiag'?130,81ti.043 132,092,460 E»de April E»de > 1833 März 1833 Gulden. Ueberlrag . 130,816.043 132.092,460 Anweisungen auf die Lan- deSeinkinifte U»gar„S . 3,834,262 6.7/,8.8N0 Verloöbare Münzscheine . 1,982,4»!? 2,103 362 U»re>losba!eMnnzsche!ne 7.233.393 7.317,968 Znsamme» . 143,886.367 148,462,390 Bei Vergleichting der Ergebnisse beider Monate ergibt sich eine A b n a h me: der z» 3 pßt. verzinolichen <5asse-?lnn'ei: st, sungeu »m......... 2.720 der zn 3 pCt. verzinslichen Ncichsschal)- scheine um......... 178.3N0 der uiwerzinoliche» Neichsschayscheiue um . 1,093.393 der ungarischen Anweisungen um . . . 894.338 der verloorarc» Münzscheine nm . . . 120.893 der unverloöbareu Münzscheme um . . 284.373 im Ganze» daher eine Abnahme um . . 2,376.223 An lombardlsch-venetiaiusche» SchM)schei»en waren Ende Aplil 1833 „och im Umlanfe 1,100,770 ^ire. Vom k. k. Finanzministerium. Wie», am 11. Mai <8.':3. Im Nachhange zu dem Erlasse rom 1«. April 1833 („Wiener Zeitung" vom 12. April 1833. Nr. 87) wird dckannt gemacht, daß in Folge Z, 2 der Anlehenobestimmungen vom 4. September 1832 am 17. Mai 1883 abermals die Vertilgung eines Betrages ron 3,000.000 fl. »nd zwar 2,000,000 fl. in verzinsliche» NcichsschcMschei»e» nnd 1,000,000 st. in Anweisungen anf die Landeöemkünfte Ungarns, mit Zuziehung eines Mitgliedes der Direction der dster> reichischen Nalionalbank, in dem Verbremchauje am Glacis vorgenommen werdcn wird. Mit Hinznrechnuüg der auS dem gleiche» Anlasse vorgenommenen früheren Tilgung von 16,009.000 fl. ergibt sich ein Gesammlbetrag von 19 Millionen Gulden, desse» Tilgung ans den, auf das Aüleheu vom Jahre 1832 cingeflosseneu Gelder» bewnkt worden ist. Vom k. k- Finanzministerium. Wien, am 11. Ma> 1833. Im Nachhange z» dem in der „Wiener Zeitung" vom 12. April 1833, Nr. 87. veröffentlichten Erlasse wird bekannt gemacht, daß an Mnnzscheinen am 20. Mai d. I. ein Betrag von'400.000 fl. iu dem Ver-. brennhause am Glacis vertilgt werden wird. Mit Hinznrechnnna. der früheren Tilgungen an Münz. scheine» von 8.330.000 fl., dcm„ deS bereits getilgten beträgt die Gesammtsnmme der bisherige» Tilgung an Staatspapiergc.ld 33,930.000 fl., welche durch Verwendung eines Theiles der Eiuzabluuge» auf das An-lche» vom Jahre 1831 bewirkt worden ist. Vom k. k. Finanzministerium. Wien, am 11. Mai 1833. Nichtamtlicher Theil. Oesterreich. Wien, 12. Mai. Gestern Nachmittag 3 Uhr .sind Ee, Majestät der König der B-lgier und Se. k. Hoheit der Herzog von Biabauc hier eingetroffen »nd anf dem Nordl'ahnhofe vo» Sr. k. k. apostol. Majestät nud den hier anwesenden Herren Erzherzoge» k. k. Hoheiten empfangen worden. Die mit dem 2 Bataillon zu Trrppau statiouine 2, Grenadienom-' pagnie des E. H. Ernst 48. Liuien-Inf.-^cegimentS war nach Oc-erbng Porters, nm daselbst Se. Majestät den König Leopold bei Allerhöchstdessen Betretung des kaiserl. österr. Gebietes mit den vorgeschriebenen militärischen Ehren zu empfangen. Se. k. k. apostol. Majestät hatten den Feldmarschall-^ientenant Graf Lein in gen, den Obersten Grafen Wrbna und die Majore Graf Mensdorff und Graf Pimo-d a n dorthin zur Begrüßung AUerhöchstihrer durchlauchtigste» Gäste zn entsende» geruht, welche Offiziere Sr. Maj. dem König und dem Herzoge von Brabant, k- Hoheit, auch während Ihres Aufenthaltes in Wien zugetheilt bleibe». Se. Maj. der König Leopold haben Ihre Wohnung bei dem konigl. belgischen Ge: sandle» hierselbst genommen »nd sich dahin vom Bahn-Hofe begebe». Bald darauf staltete» Se. k. k. apostol. Majestät Ihrem königliche» Gaste einen Besuch ab nnd kehrten i» Begleitung Sr. Majestät deS Kö»igS nach der Hofburg ziuück, — Se. k. k. apost. Majestät haben mit aUerb. Entschließung vom 21. April 1833 zur Liquibirung aller Ansprüche, welche Privatperson«, auf das dem Sequester iinterzrgene Vermöge» der politischen Flüchtlinge des lombardisch - venet'anischen Königreiches zu stellen haben, die Errichtung besonderer Liqnidirungs-Commissionen iu Mailand »ud Venedig anznbefehlen geruht. Dem weitere» allerhöchste» Befehle gemäß sind alle Eingaben an die Liquidiruugs-Commissione», so wie die Vorrespoudenz dieser Liquidirnngs-Vommissio-en mit öffentliche» Behörde», Gemeinden nnd dei, betheiligten Privatpersonen bci der Anf- und Abgabe portofrei zn behandeln, doch müssen die Sendungen jederzeit auf der Adresse mit der Bezeichnung: „die Liquidirung der im lombardisch.reuetiauischen König-reiche seqmstrirten Güter betreffend" versehen, und im Falle der Aufgabe von Seite der Commissionen, Behörde» oder Gemeinden mit dem AmtS- oder Gemeindesiegel geschlossen sei». — Die Vorarbeiten für den Ban dcr Eisenbahn vo» Salzbnrg »ach Brück sind nun beendet, und es dürfte in Kürze zur Herstellung der Bahn selbst geschritten werdcn. Diese Bahnstrecke geht von Brück dnrch das Plattemhal, Liesiugthal über Nolteuma»» >» das Eunoihal. Von da zwischen Nadstadt und Hintan gegen die Salza, über Werfen nach dem Passe Lueg, über Golliug, Hallein nach Salzburg. Der Bau dieser Bahnstrecke gehört im Ganzen zn de» schwierigsten i» Europa. Beim Lueg.-r Passe ist dcr Van eiinS 3000 Fnß lauge» TnuuelS erforderlich. Im EnnSthale ist der Boden so sumpfig, daß man selbst beim Gehen bis über die Knöchel in'S Wasser sinkt. Schon bei Brück beginnt die Steigung mit 1143 Fuß bis zur Wasserscheide der Flußgebiete Mur nud Enus. — Uutcr den glänzenden Festlichkeiten, welche zur Verherrlichung der erwarteten königlichen Gäste in Wien vorbereitet werden, sind anch eine Jagd in einem dcr kaiserl. Lustschlösser und ein Gar«»fest im Kaisergatten des Praters. — DaS f. k. Finanzministerium hat angeordnet, daß bei her FiiianzchandeSdirttlio!, zu TemeSvar ei« 432 besonderes Forstdepartement für die Angelegenheiten des Forstwesens errichtet werde, an dessen Spitze ein Forstrath stehen »vird. — Die Verordnung in Betreff der Verhinderung der verkürzten Ellenmaße bei Leinenwaren dürfte binnen Kurzem veröffentlicht werden. Auf jedem Stück soll das Meisterzeiche», und an beiden Stückenden die Elleumaß-Marke mit unverwischbarer Farbe deutlich aufgedrückt werden. Zugleich wird das Wiener Ellenmaß für das ganze Reichsgebiet angenommen. — Die vielfach aufgetauchte Nachricht von einer bevorstehende» Vauführnng für die k- k. Sternwarte in Verbindung mit der meteorologischen Reichsanstalt ist unbegründet. Letztere bleibt auf eine weitere Reihe von Jahren in ihrem gegenwärtigen Locale (Favori-tenstraße) eingemiethet, nur werden die ihr zugewiesenen Räumlichkeiten zweckentsprechend erweitert, und es wird zum Behufe der Anstellung von Beobachtungen über dem gegenwärtigen Stiegeichause ein nach allen Seiten hin frei stehendes Observatorium hergestellt. — Freitag den 13. Mai, um 6 Uhr Abends, wurde» die Vorberathungen zur Gründung eines Al-terthums-Vereins, und zwar, wie bisher, in dem Nit« tersale des landstandischeu Hauses fortgesetzt. — Am 7, d, M. starb in Eitlitz ein Mann, Namens Joseph Heller, der, wie der „Pr. Ztg." mitgetheilt wird, das hohe Alter von 12 l Jahre» erreicht haben soll. — Auf Befehl des Polizeipräsidiums müssen i» Berlin vom l. Inli an sämmtliche Droschkenkutscher uniformirt seiu. " Es ist die Erfindung gemacht worden, die Getreide- uud Hopfenwürze (Bierwürze) durch ein chemisches Verfahre» zu einem feste» Stoffe, unter der Benenunug „Getreidestei»" (Xlnlilnnlul) zu verdichten , aus welchem, im Wasser aufgelöst und in Gähruug versetzt, ein Bier, selbst edlerer Gatiuug, erzeugt werden kann. Zur Begegnung von Zweifeln aller Art ist verfügt worden, daß auch das, aus diesem Stoffe (Getreidestein) erzeugte oder bereitete Getränke (Bier) der Entrichtung der allgemeinen Ver-zehrnngssteucr unterliegt, nud daß weiter auch auf diese Art der Vielerzeugung das Verzehrungssteuer-geseh vom 2». Mai 1829, und die sich hierauf beziehende» nachträglichen Vorschriften uud insbesondere jene, rücksichllich der Erzeugung deS Uuterzeugbieres in Anwendung zn kommen haben, in so weit deren Anwendung nicht schon durch das einfachere Verfahren bei dieser im kalten Wege erfolgenden Vierer-zengung ausgeschlossen ist. — In Udine fand heuer ei» erheblicher'Pflanzenhandel Statt. Namentlich wurden sehr viele Maulbeer- und Akazienseylinge verkauft. Man rechnet, daß in der Provinz 80.000 von den ersteren und 800.000 vo» den letzteren verkauft worden sind. Auch Samen medicimfcher Kräuter und des Klees veranlaßten ansehnliche Geschäfte. Ans Mailand, 9. Mai, wird der „Tr. Ztg." geschrieben: Der gestrige Tag und die allgemein in der Physiognomie der hiesigen Bevölkerung aus» geprägte Furcht und Besorgniß waren uns ein neuer, ei» schlagender Beweis dafür, daß die unverbesserliche Umsturzpanei nie müde wird, mit den verwerflichsten Mittel» die Gemüiher Derer zu ängstigen, die alle» Glauben an ei»e mic dem Dolche zu erringende Freiheit verloren und endlich begriffen haben, daß das längere Zehren a» eitlen Utopie» ei» Zehren am eigenen Wohlstaude, uud ei» ferneres Sich-Spreihen mit der uuuannlichen „rezislün^s pl>««ivl>" ei» Verbrechen gege» das wahre Gedeihen des Vaterlandes ist. Mazziiii. seine Wühler uud deren Helfershelfer führte» entweder wirklich ein neues Raub« und Mord-Attentat nach dem Vorbilde des 6. Februar im Schile«, oder wandten abermals ein erprobtes Theorem ihrer »euen Welibeglückuugslehre in Mailand a«, indem sie dort die Nachricht von einer auf Sonntag. "^ 8. d. M, angesetzten Revolution aussprenge» wßen. D» Eonmng rem 6. Februar hat unserer ^adt b z ^,^^ Beweisstück geliefert. I "^ ^""ett "«d Verworfenheit de Mazzun'schen Messerhelden reiche. «,d dabei Allen für ihre» Unglauben eine zu bim« Lehre gegeben. als daß man den gestrige» Tag hätte ohne drückende Unruhe von Seiten der Stadtbewohner und ohne die in solchen Fälle» angeralhenen Sch»tz- und Sicher» heitsmaßregeln von Seiten der kais. Militärbehörde können anbrechen sehe». Dcr drohende Sturm wnrde zwar abgewendet, die bange» Sorgen und die Anfre-guug der Gemüther aber vermochte selbst die verdoppelte Wachsamkeit u»d die überall lu imposanter Starke a»ftrete»de Militärmacht uicht gänzlich zn beschwichtige». Trieft, 12, Mai. In der verflossenen Nacht ist der hiesige Großhändler, Herr Aron Isak Ritter v. Pareute, von einem Schlagflusse getroffen, plötzlich gestorben. Der Tod dieses würdige» Mannes erregt allgemeine Theilnahme. Wegen seiner vielfachen Verdienste, beso»ders um die österreichische Schifffahrt, hatte Se. M. ih» früher i» Atelsstaud erhoben, uud chm später den Franz-Josephs-Orden verliehen. Er hinterläßt den Ruf eiueS echt patriarchalische» Biedermannes. D e u t s ch l n n d. Dessau, 7. Mai. Am 3. d. Morgens fanden hier umfassende Haussuchungen imd Verhaftungen Statt. Das vorgefundene Material soll gegen Einzelne der Verhafteten (aber nach wenigen Stunde» wieder E»t-lassene») eine Anklage anfHochverratl) vollständig rechtfertige». Verhaftet aber sofort wieder entlasse» waren: der frühere Ministerialrach Koppe, der Literat Koppe, der Rentier Schreiber, der Uittersuchnugsrichcer Pannier, NegierungS-Assessor Kitzinger und der Buchdruckereibesitzer Neuburger, bei welchem Letzteren das Manuscript zu dem nichlswürdigen sogenannten „Se« feloge-Lied" aufgefunden wurde; Pauuier uudKipiugcr si»d auf Befehl Sr. Hoheit des Herzogs vom Amte susvendirt worden. — Aus Memel wird gemeldet: I» der Nacht oom 3N. zum 11. April faud bei dem russische» Flek-ke» Mcdia»y scirca 12 Meile» vo» Garsden e»t-ferut) ein Schmuggler - Gefecht Statt. Sechzeh,, Schmuggler zu Pferde, cn,S den preußische» Ortschaften Paaschkeu und Pocßeiteu, in Begleitung mehrerer szameitischcn Bauern, wollten — wahrscheinlich auf der Rückkehr — eine Brücke bei genannter Ortschaft passire», fanden dieselbe aber von den Russen besetzt n»d verrammelt. Es e»tspain> sich ei» lebhaftes Gefecht, i» Folge desse» die Schmuggler durchdrängen uud die preußische Gränze erreichten. Von Seite der Russe» si»d 2 Soldaten n»d 6 Militär» pferde verwundet; den Schmugglern wnrde» 8 Pferde abgenommen, 8 szameitische Bauern ergriffen, uud 3 Schmuggler selbst tödtlich verwundet, welche letztere später iu das dortige Kreiclazareth gebracht und daselbst gestorben sind. Frankreich. Paris, 6. Mai. Dem Staatsratbe liegt gegenwärtig ein Entwurf zur Bildung einer ne»e» Gesellschaft vor, an deren Spitze dii Herre» Isaac und Emil Pereire stehe», uud die den Titel: „Ackerbau-Credit" annehmen wird. Dieses neue Unternehme» wiid die Gesellschaften des landwirthschaftliche» uud Mobiliarcredits vervollständigen. Das „Pays" nimmt Frankreich gege» die Beschuldigung iu Schutz, daß es für seinen Zustand gleichgiltig geworden, und deßhalb seinem Verfalle nahe sei. DaS „Pays" erklärt, Frankreich sei keineswegs gleichgiltig gegen Alles; es habe bloß kein Interesse mehr für die alten Parteien und deren Opposition. „Ja," sagt es in dem betreffenden Artikel, „das Land ist gleichgiltig gegen oie Kämpfe der Tribune, welche die Regierung ohne den geringsten Nn-tzen für irgend Jemand sch>vächen; ja, eS begeistert sich nicht mehr für die heftigen uud revolutionäre» Fragen, welche die Iuteresseu erschrecken; eS bekümmert sich nicht mehr um den parlamentarischen Ehrgeiz einiger Männer von Talent und Geist, die sich die Portefeuilles mit der ganzen Hitz« politischer Faustkämpfer streitig machen. Es ist aber nicht gleichgiltig gegen die wahre» Interessen des gemeinschaftlichen Vaterlandes; eS verfolgt mit ei»er lebhaften Sorgfalt die E»twickelu»ge» der Industrie, des öffentliche» Credits, die Fortschritte des Handels, die ! ernsten Verhandlungen der Diplomatie zur Aufrecht' erhaltuug des Friedens; eS sieht in der Regierung den natürlichen Hort aller Rechte, aller Interesse»; eS folgt ihr in seiner allgemeinen Sorge, um die ^schwierigen Aufgaben der modernen Cioilisatio» zu lösen; cs weiß, daß die Regierung die Fragen der Zukunft prüft und studirt- Frankreich ist uicht gleichgiltig, es ist vertrauensvoll!" Paris, 7. Mai. Dem Vernehme» nach dürfte die Session des gesetzgebenden Körpers um 10 bis 14 Tage verlängert werde», indem es unmöglich ist, daß in den füuf Sitzungen, welche der gesetzgebende Körper vor dem verfassungsmäßige» Schluß der Session noch halten da>f, derselbe, abgesehen von dem Budget, »och alle die ihm vorgelegten Gesetzentwürfe, welche vo» »»bestreitbarer Dringlichkeit siud, gründlich prüfen köuue. Die Regierung hat zwar eingewilligt, einige dieser Gesetze»twürfe a»f die künftige Session zn verjagen , indessen leidet so mancher dieser Entwürfe keinen Aufschub, welche aber unmöglich votirt werden könnten, wen» die Session nicht durch kaiserl. Decret verlängert würde. Der gesetzgebende Körper hat i» der hentigeu Sitzung den die Jury betreffenden Gesetzentwurf angenommen, In den Vureaur des gesetzgebenden Körpers wurde auch die Commission zur Prüfung des die Lyo»-Ge»fer Eiseübah» betreffende» Gesetzentwurfes erna»>>ll die Majorität der Gewählten ist dem Project« feindselig. — Der „Mo»iteur" veröffentlicht Betrachtung"' über die theils schon in Augriff genommeuen, tbei^ beschlossenen ungeheuren Banten i» Paris, um die Vortheile aller Art nachzuweisen, die aus diesen mas' seuhaften Umgestalinngen entspringen müssen, und gleichzeitig ängstliche Gemüther über die Fiuauzver« haltmsse zu beruhigen. Die Anlage der neue» N>» volistraße uud die in ihrer Nachbarschaft auSzufnh-renden Baute» u„d Veränderungen kommen anf 99 Millionen 980,000 Fr, zustehe», wovon 37,300.000 Fr. für die qrofie» Central-Halle» allein. Aber davon werde» 13 u, eiue halbe Million vom Staate und 18 n, eine halbe Million durch den Verkauf der Bauplätze und deS Schuttes vou den abgetragene» H<5»< sern gedeckt, so daß die Stadt nnr für 68 M'Uw-ueu zu sorge» hat. Davon sind »nn bereits über ^ Million«» durch eine bis zum Jahre 1870 zu >^' geude Anleihe vo» 80 Millio»e» beigebracht, und d^ Uebrige wird von dem im Wachsthum begriffe»^ Eumahme-Ueberschnß erwartet, der, dem „Monitor" z» Folge, die Ausgabe» über 47 Millionen vera"' schlagt, im laufenden Jahre voraussichtlich 4—8 M>l' lionen betragen wird. Unter den übrigen noch »"' ternommenen Bauten und Aulage»: Verschönenws des Bouloguer Wäldchens, Verbesserung der Sei»«' Quai'S, Aulage der großen Straßburger Straße Verbindung des Louvre mit den Tuilerien durch p"' lastariiqe Caserne»- und Ministerialgebäude, hebt t>el „Mouiteur" insbesondere die Vollendung des Lolwc< hervor. Sodann »och einen Blick auf die allgemein Bedeutung dieser gigantischen Bau-Unteruehnuws^ werfend, uud ihre wohlthätige» Folgen für die offent' liche Gesundheit, die Belebung der Industrie und ^ architectouische Schöuheit der Hauptstadt preist"^ schließt der „Mouiteur" mit den Worten: „F""' reich hat eine Bahn betrete», es hat de» Erbe» ^ sen, der unr große Dinge für es wollte, a» ^' Spitze gestellt. Regierung, Verwaltung, K>"^ . MeS muß wetteifern, auf daß die Werke l»w Zeitalters hiuter deuen der berühmteste» Iahrhu«^ nicht zurückstehe». ^ _, Die Eipedition »ach Kabylien wird am 2!>. " ^ 30. d. M. begiuueu und vou dem Geueral-Golive neur selbst befehligt werde». GrMnwmnicn und Irland ^ Londo», 7, Mai. Das Unterbans hat^ Nmendement, wonach Irland von der ^"^" ,en steuer befreit bleiben soll. mit 286 gegeu 61 ^ ^. verworfen. Ein anderes Äme»dement: s"""' e«» knufte uud Gewerbe iu Irland vou der ^>»c steuer auszunehmen, wnrde zurückgezogen. Osmmnschcs Ncicy. <5°nsta«tiuopel, 2, Mai. Die Verha^ lungeu m Betreff des h. Grabes siud fur 0' H33 Mal sicherlich geschlossen worden. Ich kam, aber heute nichts Bestimmteres darüber sage», ob diese Angelegenheit für oder gegen Frankreich entschieden, ob sie abgebrochen oder beendigt worden sei. Nenlich verlautete es als zuverlässig, daß dieselbe z» Gunsten Rußlands definitiv abgemacht wurde; heute hören wir, daß diese Angelegenheit nur aufgeschoben wäre. Folgendes dürfte dem wahren Sachoerhalte am nächsten kommen. Nach der Ankunft deS Herr» Delacour wurde b>e Frage der h. Stätten mit allem Ernste anfge> nomine», und Separatconferenze» zwischen dem französisch«» Gesandte» und dem türkischeu Ministerium, 1» wie zwischen diesem letzteren und dem russische» ^"lschafter gepflogen. Nnßland soll dabei um Pri-^g!>>„ ff,,- sei,ie Kirche sich beworben, der französi->"'l' Minister, um seiue Meiüling befragt, aber ge-"»tniortet haben, die Pforte möge thun waö sie wolle, ü^r „ichs vergessen, daß für jede Schmälerung der Katholiken, dieselbe vor dem Kaiser Napoleon ver-""'wörtlich sein werde. Daianf habe, heißt es, der ^'c>ß»?zier »ach längerer Berathung erklart, daß für 'l Türkei im Grunde genommen, beider Mächte ^"teressen gleiches Gewicht habe»; ob Nnßland oder «'>'"!>freich mehr Privilegien erlange, daran läge il)r '"cht viel, »ud es sei das Beste, wenn die betreffe»-^> Gesandten sich unter einander verständigten nnd ^'en Act aufnähmen , den die Pforte Mi! fertige» würde. H>„ Delaconr soll vor Allem Auftechibal-»üg der Lavalette'sche» Convention, dann Aufschub allgemeine» bis anf eine» günstigeren Zeischikc>ff drang anf die erneueite Gelieud- "ii t>er durch die Laualette'sche Convention über-' Zellen allen P>-K'ilcc,ie>,, und eikl.irte, das: be,m ^61! die l,yza» scheint eS, daß derselbe hernach ein mündliches, ^', Aschen Forderungen günstiges Versprechen er-Ve// ^^- Dieß gab auch Veraulassung, daß man ^l,i!^^' ^ a"l,ze Angelegenheit sei z» Gunsten ^. ^^'bs entschieden worden. Dieser Auslegung zu fes.^ ^b^e zur Beendigung nichts mehr als die AuS-f 2»»g des Documents, über dessen ÄuSstelluugS- "achträgüch berathen werden sollte. Rt> ^«wältig verlautet, daß Herr Delaconr der sllb« ^ ^'" schriftliches Verspreche» gegeben habe, die-te« ' ^"" s>e die Lavalette'sche Conveutio» einhal->,»>!« lp^'' nöthigenfallö anch mit den Waffen zn jetzt'"^". Dieses soll bewirkt haben, daß die Pforte ^"fte^ ^°" zurückzieht, und dem russische» Bot-llchikoff^'" 3i'geständniß machen will. Fürst Men-teis« " bereife sich in Folge dieser Erklärung zur Äb-^ge» ,^' "'^lhe sogleich nach den griechischen Feier-sl>»„, ^"tt h,,ben werde, — Man sagt, daß er ^"» »! ^esandtschaftspersouale mit sich »immt. "° dos?' """ 'll' s" ttägt sich, soll diese Abreise "ls ^ "bbrechen diplomatischer Verbindungen oder 2eseh^, ^ 5olge der Beeudignng der Sendung an-'»erde» ? lche» h^'l"ls'g ist es, daß die, Pforte über das zwi-^^losse" l""zösischen >,„h russische» Botschafter ab-"»d c>l,ßf^, , ^hereinkommen eine» Act anfnehmen 3l» sj^ '^2en soll. Die meiste» Stimmen vercini- "'e„s eine"^'"' ^"^' ^"' 2»halt dieses Uebereiukom-^e E^^. " ^lnfsch^ z„ h^, ^^ Grabesfrage, d. i. !"b°lt a»?^ ^" ^'"^ 1"" ausspncht. Man wie- A„^,^,'' ^"l; beide Gesandten mit der Beendigung Hu'sn?"" ^'^ ^^' ^abcs znfriede » sind. ^"t!'lege>? ^" ''^"'"' d"l! Fmst Mentschikoff u N)eit des griechischen Patriarchats und der freien Ausübnna, des griechischen Lultus in nähere Besprechung zu nehmen den Wnnsch geäußert habe, wird daö Gerücht von eiuem entschiedenen Nein Seitens der Pforte abermals wiederholt- Dieselbe soll darauf hingewiesen haben, daß der Tanzimat hinlängliche Garantien nicht nur für jede Art Toleranz, sonder» was mehr ist, für unbeschränkte Aneübnng des Cultus nnd der freien Entwicklung aller Verhältnisse jedes türkischen Stadtbewohners gebe nud enthalte, weßhalb das Aukniipfen diplomatischer Veihandlnugen in Betreff dieses Gegenstandes als überflüssig, und dem Ansehen der türk. Regierung nahe tretend angesehen werden müsse. Dem Emir Add el Kader hat der Sultan eine schöne Wohnung geschenkt, »ud ihm uebstbei eine monatliche Zulage von bN.NUU Piaster verliehe!'. Der Emir befindet sich wohl, nnd hat, wie man sagt, die Tracht eines linkischen ImanS angezogen. Einige versichern, daß derselbe gegenwärtig strruger als im Anfange beobachtet wird. Die ganze, in Bessarabien befindliche russische Armee ist, sichere» Nachrichten zu Folge, a»f 108M0 Mann mit 224 Kanonen geschätzt. Das Coni,ngc,!t der Flotte ist tarin uicht eiubegriffen. Gestern Nachis ist die Muiler des Sullaus ge-stdrben. Dieses Ereiguiß hat politische Wichligkeu; denn die Dame hat große» Emflnß anf die Staals-geschäfte, weil tie alcmrkische Partei ourch ihre Ver-mitilnüg Vieles durchsetzte. Dieses Jahr ist es als entschieden anzusehen, daß uns der Himmel den Frost von Außen abgewandt l)stauti,>opel kein so milder Wiuter, nur ein Mal sa>,k der Thermometer unter Null, jedoch nur auf einige Stunden. DaS Jahr schcint feucht werden zn wollen, denn rer Negen ist fthr häufig. Aus Brussa, am Fuße des mysischen Olymps, aus den Dardanellen laufe» jedoch iu Veireff der Witteruug »»günstige Berichre ein, besonders sollen die Manlbeerbänme in Brnssa durch eiueu starke» Frost i» der Nacht vom l7. auf den 18. berenlend gelitte» haben. Das „Ioiirxal te Constantinople" vom 29te» April enchalc .ine» l.itc„d«>, Artikel über die i>, der turküche» Mauld eingeführte., Vell>css^u„ge„, i>, welchem der großen Verdienste Erwähnung geschieht, welche sich der k, k. österr. Ministerialrath und Ge-neral-Cousnl Nitter von Mihanovich auch in dieser Hinsicht erworben hat- Seine strenge Rechtlichkeit, sein offener loyaler Charakter, der warme Schutz, den er den Oesterreicher» angcdeihen läßi, wenn sie im Rechte sind, so wie sein cousequentes Verfahren im entgegengesetzten Falle zwingen selbst den Gegnern die größte Achtung für diesen ausgezeichneten Beamte» ab. (Triest. Zig,) Griechenland. Smyrna, 4. Mai. Für die griechischen Oster-feiertage, welche am 1. d. M. begonnen haben, und die gauze Woche hindurch dauern, war die große Revolution angesagt worden. Die Griechen können sich noch immer nicht von dem Gedanken trennen, daß die alte Prophezeiung, welcher zu Folge Stam-bnl mit dem I. 18ll3 wieder in ihre Hände kommen soll, in Erfüllung gehe, und hatte sich, im Zusammenhange mit der Seuduüg des Fürsten Meutschi-koff, das Gerücht verbreitet, dieser Gesandte würbe zu Osteru uicht alleiu Constantiurpel in Besitz nehmen, sonder» auch einige Kriegsschiffe hierher beordern, Smyrna beschieße» und es deu Grieche» überliefern. Von Seite» des Gouvernements waren die gehörige» Vorsichlsmasiregel» geiroffen. Zahlreiche Patrouillen durchzogen die Straßen bei Tag und Nacht; konnten sie auch das bei diesem Feste unvermeidliche Schieße» »icht gäüzlich verhindern, so wurde es doch gegen frühere Iahri sehr vermindert; und da der Ostermorge» anbrach, ohne daß man die erwartete russische Flotte sah, so blieben wir vor der Revolution bewahrt. Indessen fanden die aufgeregten Gemüther leider einen ander» Vorwand, ihr Muth-, che» zn kühlen, und zwar an den Juden. Wie au ^manchen Orten i» Europa, so herrscht auch hier der abgeschmackt Wal)», daß die Juden sich an ihrem ! Osterfeste deS Christenblutes bedienen müßten, um > irgend ei» Opfer zu rollbriugen. Man wird sich »rch der Gräuelsceuen in Damascus erinnern; dem ener« gischen Einschreiten unseres Gouverneurs haben wir !zu verdanken, daß nicht ähnliche hier stattgefunden. Sonntags, am 1. Mai, begegnete ein Grieche im Iudeuquartier einem Juden, der einen griechischen Knaben an der Hand führte- Auf die Frage, was er mit dem Knaben machen, und wohin er ihn führen wolle, weigerte sich der Jude, Auskunft z» geben; der Knabe aber sagte, der Jude habe ihm Süßig-keite» zu geben versprochen, wenu er mit ihm gehen wolle. Es entspann sich hierauf ein Streit zwischen dem Griechen uud dem Juden; Letzterem kam.>n mehrere sciuer Glaubensgenossen zu Hilfe, inzwischen traten auch Griechen hinzu, welche die Juden in die Flucht schlügen, uud den Knaben in das alterüche Haus brachte». Hier wurde dem Vater erzählt, daß man daS Kind de» I»den entrisse», welche anf dem Wege gewesen seien, ihm das Blut abzuzapfen. Der Vacer beg>>b sich, Klage führend, zum Gouverneur, welcher aber de» Juden, der daS Kind geführt, trvp aller Nachforschungen, nicht anfznflüden vermochte. Dagegen fand cr zwei von de»e» , die sich an der Schlägerei betheiligt hatte» , und ließ sie , bis auf weiteres, einsperre». Wahrend dieser Zeit haice sich das Gerücht von einem Kindesmord im griechischen Qualtier verbreitet; massenweise zogen die Griechen i» das Iudenqnarcier, und mißhandelte» die ihnen begegnenden Juden. Von der bewaffnete» Macht zurückgetrieben, mußten sie sich daranf beschränken, alle Jude», welche sie in der Stadt fanden, zu mißhandeln, so daß keiner derselben wagt, sei» Quartier anders als n»ter Begleimng einer SicherheitSrrache zn verlasse». Da hier ei» bedeutender Theil der Geschäfte i» deu Haxdeu der Jude» ist, so fühlc mau deren Ablvesenheit sehr, und bis zu diesem Augen-blickc ist das griechische und fränkische Quartier von den Juden uicht betrete» worden. — Die Türken siud »ichc vo» gleichem Vorurlheile gegen die Jude» befangen; allein der Znfall will, daß vor Kurzem ei»er Türki» auf eine uuerklüiliche Weise ihr 7 Jahr altes Ki»d abhanden gekommen, und nicht wieber zu finde» ist. Dieser Fran hat man begreiflich zu mache,! gewußt, daß die Jude,, das Kind zu dem Feste geschlachtet hatte», und somit ist die Währung bei der tiüklsche» Bevölkerung, die mit der Mischen zusam-menwohnt, fast eben so groß, wie bei den Grieche». Hoffentlich wird es der Energie unseres Gouverneurs gelingen, die Ruhe baldigst wieder herzustelleu. (T. Z.) Telegraphische Depesche«. V — Berlin, 11. Mai. Der Maischsteuergesch-eittwiirf ist von der zweite» Kammer mit einem Amendement, daS die Regierung genehmigte, angenommen worden. — Turi», 10. Mai. Die Conslitutionsfeier ist in sämmtlichen Provinzen rnhig begangen worden. Die Depulirte»kammer hat mit 9/^ gege» 28 Stimmen daS Project ei»er Eisenbahn von Nova^a bis z»m l!ago maggiore angenommen. Obeist Rose ist anS Constaiitinopel u»d Malta hier anqelani/, und über Pa,is nach London abgereist. Der berüchtigte Räuber Motlino ist vorgestern von königliche!! Cara-biniers gefangen genommen worden. — 3tom, 9. Mai. Se. Heiligkeit der Papst besuchte den Cardinal Franzoni, der sein Krankenlager bereitS verließ. — Paris, N, Mai, Villault verlas ein De-cret, wornach die Session dcS gesetzgebenden Körpers bis 25, Mai verlängert wird. — Vumbay, 14, April, (Neueste UeberlaudS-post), Capitän Phayre ist vo» Rangu» nach Prome abgereist, »m mit dem Abgeordneten vo» Aoa die FriedenSverhandluuge» zu pflegen. Oberst John Cheape hat die feste Position des VandenführerS Mean Tun genommc», wobei die Engländer 18 Tode nnd 90 Verwiiüdete einbüßten. Am 16. April wird die neue Eisenbahn eröffnet werden. — Hongkona, 28. März. Der Gouverneur von Schanghae ersuchte den englischen Consul ein englisches Schiff »ach Nanking zu senden, um di« chinesischen Handelsschiffe gegen die Insurgenten zu beschütze». In der That verfügte sich Sir Vonham mit einigen Dampfer» „ach Schanghae. wo der Han> del gänzlich ins Stocken gerathen war. « H3Ä Feuilleton. Abschiedsgruß an Veldes. ^cb' wohl du Wiege meiner schönste» Träume, Mein trautes, theures Vcldcs, lebe wohl! U»d wie sich auch mein Sin» erbebend bäume — Ich scheide, weil ich doch einst scheiden soll. Leb' wohl, du Stück vom Himmel hier auf Erden, Für immcr mir „Verlornes P,,radics;" - Kanu je wo anders »»'ine Heimat werde», Ersatz dafür mir bietend, was ich ließ?! Nicht mehr soll ich die classisch-schönen Auen, Von starrenden Giganten überragt, — Im Dust und Abendgold verglimmend — schaue», — Im Rosenschimmcr glühend — wenn es tagt! Noch einen Nlick, du Lustsitz der Najadcn Krain's, wonncblinkcnd Auge schenke mir; Von deinen anmuth-strahlenden Gestaden — Mit schwerem Herzen reiß' ich mich von dir. Nie oft lauscht' ich begeisterten Aceordcn Aus Frcnndcömnnd von: Freundschaft, Vaterland, Wo Felsen — mondumftimmcrt — dich umburten, Der freie Iubcllaut sein Echo fand. Vom Vergesdufi, von sonnig-heiterm Leben — Der Seele unauslöschlich eingeprägt — Soll mir „Erinnerung" ein Blüthcnsiräußchc» weben, Es fühle mir das Herz — so tiefbewegt! * « * Maria-See, Du Gottgcbcncdeitc! I» Deinen Mutterschutz emvfchl' ich mich; Dein sorgsam-schützend Mutteraug' geleite Dein Kind, das zu Dir flehet inniglich! Und mögen auck des Lebens Wogen stürmm, Verderbt» dräuend meines Lebens Kahn, So wirst mich Du, u Göttliche! beschirmen, — Lebt wohl, ihr Frennde — es ist abgethan! Hoi,nn» Pucher, Reisebericht des l>>'. Schimper aus Abyss»«'»«"- (Zairo, 30. März. Vlachdem der seit ungefähr 20 Jahren in Abys-sinien lebende, sowohl wegen sciner wissenschaftlichen Forschungen als wegen seiner echt deutschen Ausdauer und Unerschrockenheit rühmlich bekannte Reisende, U>'. Wilhelm Schimpcr, seit vielen Monaten seinen hierortigcn Freunden keine Nachricht gegeben, traf von demselben vor einige» Tagen bei dem k. k. Generalconsulate inAegyplcn cin aus Ded«'Eski in Sem«» datirtcs Schreiben ein, in welchem er die Gefahren und Beschwerden treffend schildert, welchen ein im fernen Abyssinie» weilender Frcmder ausgesetzt ist. Wir glauben, schreibt die «Tricster Zeitung,« den Wünschen aller Jener, welche an dem Geschicke unseres interessanten Landsmcinncs Theil nehmen, entgegen zu komme», wenn wir ihn mit seinen eigenen Worten sprechen lassen und einen Theil des oben erwähnten Schreibens mittheilen. Debe-Eski in Sem«» (Abyssinien), 26.Nov, 1852. >,.... Ein Brief ist kein Buch, sondern nur der Ersatz einer mündlichen Conversation, und sollte deßhalb so frei und ungebunden sein, wie lieft. AIs Summarium meiner Entschultigunysgründe kann ich Ihnen heute nur berichten, daß ich wahrend langer Zeit in taglicher Gefahr stand, gehängt, geköpft oder verstümmelt zu werden, und zwar deßhalb, weil ich beim Fürsten Udiü einen Landsmann eingeführt, der sich nachher als gemeiner Netneger erwiesen; derselbe hatte sich auch zum Bau eines Schlosses lür den Fürsten verpflichtet, bei dessen Ausführung er sich aber als gänzlicher Ignorant zeigte. Ohne für dieses abscheuliche Subject auch nur andeutungsweise Bürgschaft »«leistet zu haben, wurde ich, aus dem alleinigen Gllmd« s«mei Einiüdiung durch mich, von Ubiü als ^urge bchcmdm und d«i Todesstrafe verpflichtet, den ^ selbst z, ^Nen. 2^ Drohung lautete: «Ick Unter solchen Umständen hatte ich keine Wahl, als mich der Gewalt zu nigcn ; da aber natürlich Niemand Vertraue» zu mir haben konnte, indem ich nie als Arbeiter irgendwo sigurirt hatte, so blieb während langer Zeit das Schwert des Scharfrichters, an einem schwachen Faden befestigt, ober meinem Kopfc hänge>'. Meine Lage war also einigermaßen beunruhigend, und wenn schon im Allgemeinen meine Thätigkeit dadurch keine Minderung erlitten, so scheute ich mich doch, in dieser erquickungslosen Lage Nach-richten zu geben. Mein Schicksal sollte zuerst auf irgend eine Weise entschieden sein. Vorher war ich hier in Semun nur deßhalb, um im Allgemeinen architectonische und admmistr»« live Aufsicht zu führen. Nun sollte ich selbst eine Arbeit beginnen, in deren Vereich ich mir nie die mindeste Kenntniß erworben, Golt war mir gnädiger, ais die Umstände! — Ich erfand allsogleich eine Bauart, die in Europa längst vergessen ist, und wcltte man dort< seit vielen Jahren, jedoch ohne Erfolg, wieder aufzufinden bemüht ist. Ich muß mit Kalk bauen, den unsere sämmtlichen Arbeiter in Europa als untauglich bezeichnen würde», während ich hier so sest damit baue, daß eine bedeutende Gewall erfordert wird, um an dem Baue etwas wieder cin-zureißen, denn der Mörtel bildet in kurzer Zeit cin sehr festes Steinconglomcrat. Die Kalkatt, mit welcher ich baue, findet sich als freiliegendes, ein bis drei Zoll großes, sehr ver-schiedenförmiges Gestein im uulcamschen Gebiige (Tra chyl), Hal nach Außen an der Peripherie eine bis 2 minien dicke höckerige Kalkkruste, während der innere Gehalt Trachyl, Eisenthon, zuweilen auch reines — fast gediegenes Eisen ist; — oder umgckchrt, jedoch seltener, der Kalk im Innern eingeschlossen, u»d die Kruste, welche die Peripherie darstellt, uo» den ge° nannten vulcanischen Producle» gebildet. Man sielit, d,,ß hier cin überwiegend großer Theil aus nicht zu Kalk gehörenden Gesteine» besteht, und daß also eine Behandlungsart erfordert wird, die verschieden sein muß von jener, welche m>>nin Europa bei dem gewöhnlichen Wasserkalk anwendet. — Die Portugiesen habe» sich seiner Zeit an diesem Kalk versucht, und zwar ganz schön, aber unhaltbar damit gebaut. An ihren Gebäuden konnte ich ersehen, daß sie verschiedenartige Versuche angestellt halte», um aus dem gedachte» Gestein Kilt zu erhalten, ohne ein Resultat zu erlangen, das für mehr als mittel. mäßig gelten könnte, u„d wenn hie und da eine Stelle ihrer Bauten von etwas festerer Art sich zeigt, so findet sich selbe höchst isolirt zuweilen in Mitte der Gebäude, so daß man schließen darf, diese einzelnen, und wic gesagt s.hr mittelmäßigen Resultate seien weniger ein Product des Nachdenkens als des Zufalls. Wunderbarer Weise ist mir der Versuch bei der ersten Operation auf das Bestmögliche gelungen. Das Gebäude ragt bereits in die Höhe und beweist, daß es an Festigkeit und Richtigkeit der Form alle Steingebäude in Abyssinien übertrifft,— die Gewölbe, mit der größten mathematische» Genauigkeit ausgeführt, stehen bereits zur Ansicht frei in der Lufl, woraus dan» folgt, daß die Stimmung Sr, schwarzen Majestät eine relaliu sehr gnädige gegen mich geworden ist, auf deren Bestand nalürlich eben so wenig gezählt werden darf, als auf die Schmeicheleien eincr Hyäne, die mit dcr Wiederkehr des Hungers in die angeborene Wildheit zurückfällt, Ubi« ist übrigens der weiseste Fürst unter diesen Barbarenvöllern Ich nenne den eigenthümlichen Kalk, wovon ich hier spreche, „geronnenen Kalk im vulcanischen Gebilg," weil nach meiner Vorst.llung im Augenblick der He. bung des Terrains dieser Kalk durch Feuer weich war, und plötzlich die von unten herausströmende Gashitze empfindend, in kleine Ballen zusammengeran», wobei er andere Gesteintheilchm (Staub und anderes bereits vulcanisch Gebranntes), mit welchen er in Conflict gerathen, einschloß, odcr umgekehrt, stall diese fremden Theile einzuschließen, sie als äußere E»u,lc>ppe erhielt. Natürlich ist der meiste Kalk durch den vulcanischen Prozeß verwandelt worden, und nur relativ Weniges hat sich vo» dieser geronnenen Form erhalten könne», welche isolirt, wcit zerstreut als freiliegendes Gestein auf der obersten, durch Hitze fast zerstörten und zum Theil durch Feuerwirkung in Trachyt ver° wandelte Schichte vorkommt. Indem ich hier, wenn auch nur beziehungsweise, von Trachyt-Schichten rede, werde ich das Erstaunen mancher Geologen hervorrufe», weßhalb ich beifügen will, daß bei der colossale» vulianischen Hebung eines großen Theiles von Afrika das Feuer nicht überall gleichmäßig zur Oberfläche gekommen ist, daß an verschiedene» Orten, auf weite Strccken hin, nur ein sanftes Feuergas die Schichten durchdrungen und deren Gehalt zwar vu!-canisch verwandelt hat, ohne aber deren Foim völlig ^ zu zerstören. Vielleicht bin ich noch so glücklich, hicl im uulcanische» Gebirge Bruchstücke von Versteinerungen zu finden, welche den vulcanischen Vorgal'g mit Erleiden von größerer oder minderer Verwandlung milgcmacht, uno von welchen sich wohl einige fast gut erhalte» haben dürften. Daß ich dieß nichl ohne Grund sage, sondern gestützt auf Wahrnehmungc», versteht sich von selbst. Um wieder auf obige» Kalk zurückzukommen, bemerke ich, daß sich ein ähnlicher auf dem Kaistl' stuhl in Baden finden soll, welchen die Geologe« >.Wasseikalr« nennen; ich bezweifle aber meinerseits wohlbcgründet die Identität, Nur der Vergleich ka»>' und wird Aufklärung gebe». Die besagte Bauarbeit nimmt mich sehr in A>'° spruch, indem ich bei jeder wichtigeren Steinauflage zugegen sein muß; den» hier sind keine Arbeiter von Kenntniß. Erfahrung, Uebung und Auge. Als Maurer l,abe ich drei abyssinische Juden und einen abyssini' schc» (Christen, der durch de» Bau meiner Hülle in Antitscho elwas mehr als Andere seiner Art erlernt l,n>. A>s Handlanger dicnen mir 30 bis 40 meinet eigenen Unterthanen von Aütitscho, die ich alle M"' nalc ablöse, um sowohl den Verdienst, so viel als thunlick, gleichmäßig zu vertheilen, als auch um g>"^ zeitig eine Hauptsache zu erzielen, d. i, stets krä!^ und willige Arbeiter zu haben. Die Abyssinier, schl^ genährt, sind von schwächliche (Konstitution und v»" sehr geringer geistiger Ausdauer, können also bei dies^ Beschaffenheit anstrengende Arbeit von längerer D>>uk^ nicht bestehen. Vo» Antitscho bis hierher sind siebe" Tagreisen. Meine Arbeiter-Earauane findet sich ^" i» fast fortwährender Bewegimg, Es kann nur v°" October bis Juni gearbeitet werden. Von Mitte I"'" bis Anfang October hindert der Regen die Arbeit u>'t> zugleich die Passage über den Fluß Tacaz«, der »'>«' von Tia,r«> u»d Antitscho trennt. Zu Arbeiten / b" meine specielle Aufsicht weniger erfordern , stehen W" etwa 100 Soldaten zu Gebot, So geht, ungeach^ des Mangels an eingeübten Leuten, Alles vortceffl^ gut und ich kann hoffe», bis Mitte Juni 1853 °e" Bau vollendet zu sehen. So glücklich, wic im Bau, war ich auch in me>" naturhistorischen Arbeite» , wozu mir die den ^ hindernde Regenzeit Freiheit gegeben hatte. ^" c ist in nichts ein Attribut meines Gcschck.s, "' ^ der Reise gebore», bin ich scit meiner Geburt >" ^ Beweglichkeit. Vom !,Iuli bis Ende O>tc>bc< ^ ch fortwährend auf der Reise, ohne irgend«" ,^, rend dieser Zeit an einem Orte zwei Tage «e»' zu haben; durchreitend, durchgehend und dur«>> ^ einen bedeutenden Kreis um das Semini-Gebug, Ht ich durch viele Länderlheile, die ich noch "'„^^.Oi!' halte und die mir unerwartet viel Neues !ur , .„^e^ se»schafl geboten. Aber die hierbei z" l"'!"? ^c!, Schwierigkeiten waren von sehr unangench" ^,g indem ich stets im Regen mich bewegen und ^ ' ,^ ohne Obdach in der Nässe schlafen mußte. ^" ^ ^r aus Baumästen in wenigen Mimtten g"ua«^ ' ^^ Minderung der Nässe mit etwas Gras bc^/^n'g meine gewöhnliche Nachtherbcrgc. um ""' " ° yest" behagliche Weise, gleichsam ruhend, den ^u " ^»' kräftiger zu empfinden, der auf dieser ^« , treuester Begleiter war. sSchl»ß folgt.) ^_^» Nruct und Uwlag von "