Mr. 69. Donnerstag, den 26. .August 1880. V. Jahrgang. Pränumerations-Bedingungen. Mit P»st-versendung: Für tkilli: 'V'vr» ltch . . . —.55 eitmiiäkria.. i.w ?.„t-i,s»..s «•»tokng ... Halbjahr,, . . . 6.— (Bansjal]ua iiNttm ^«ftea»G I Einzelne Nummern 7 , I.Afl 3.*l> . «.40 kr. Erscheint zeden Doniiti stn«; und Sonnlag Morgens. Insorsto vvrtlvn angsnommsn in fcri Ss»«dili«« I« ..«tDIcr .Hfiluit#", t*r-rtHMl'e »it. » (»iitibtutftrii Zoll»»» •UtuKt.i. aulBÜrl« Mtaua 3»(«t«ie lit Kt ,.»iOi«t „H'iiuag" an! *. «»n« t» Il»d »ll-» dcdeui«»»«» ettfktt« d> » J»|. *t«n- r«ich >» >». c«P«M uu6 Sollt. k da». Die Zustände in Krain. Hätt habt, welch bittere Konsequenzen ihr Vorgehen nach sich ziehen würde, sie hätten wohl gescheut ihre Gedanken laut werden zu lassen. Doch das „Seltsame" ist bereit« geschehen und an den Gescheh-nissen der jüngsten Vergangenheit vermag keine vssiciöse Mau« etwa» wegzunagen. Die Zustünde inKrain, die bisher ein wenn auch durchsichtiger Schleier verhüllte, werden nun rücksichtslos aufgedeckt und was bisher da« „Laibacher Tagblatt" schonend verschwieg/ das veröffentlichen nunmehr die deutsch« liberalen Blätter Wien«. Wuchtige Keulenschläge sind es, die da aus die „Aera Winkler" in Krain niederregntn. Was in der „Wiener Allg. Ztg." über den Landespräsidenten jtrains gebracht wurde, hat nitt verfehlt in den weiteste» Kreisen staunende Erbitterung zu erregen. Neuerdings wird dem genannten Blatte wieder aus Laidach geschrieben: „Von einem Landesches können die „Re-gierten" wohl mit Rech, virlanzen, laß er unparteiisch alle Nationalitäten im Lande gleich behandle und daß er in seinem Auftreten seiner hohen, dem Kaiscr und dem Reiche verantwortlichen Stellung sich bewußt zeige. Von diesem ersten Gebote scheint unser Landespräsident nicht« zu ahnen. Er lebt in dieser Beziehung in einer glücklichen Unwissenheit, daß er auch im zweiten Punkte hinter den aller« bescheidensten Erwartungen zurückbleibt ist nicht Feuilleton. Wie Gouvernante. Roman von S. Melnec. (17. Fortsetzung.» — Versuche Deine Pflicht zu thun, und Du weißt gleich, wa« an Di: ist . . . Du weißt dann, was Du leisten kannst, wie groß oder klein Deine geistige oder körperliche Kraft ist . . . aber zeige mir. wie Du Deine Pflicht thust, ob frei und freidig. ob aus Liebe zur Pflicht, oder gezwungen und kl>t imüthig. der „Forderung de« Tage»" grol« Und. und ich will Dir sogen, wer Du bist. Die einsacht Pflichtersüllung allein gibt uns noch nicht da« nothwendige erhebende Bewußtsein eine« in« neren Werthe«. Erst wenn wir un« so weit von un« selbst befreit, daß wir im Stande sind, die Forderung, die da« Schicksal an uns stellt, frei» willig, froh und liebreich zu erfüllen; wenn uns die „schwerste Pflicht zugleich die allerheiligste" geworden . . . erst dann krönt sie den treuen, unerschrockenen Kämpfer mit der Erkennung seine« eigenen Werthe«, mit dem Bewußtsein, daß er nicht umsonst gelebt, daß er aus eigener Kraft die höchste Freiheit, die un« erreichbar ist, er» rungen hat. schwer nachzuweisen. Oder glaubt Herr Winkler, daß sein Benehmen im krainischen Landtage, sein compromitirende« Scdweigen, al« S v e t e c und Voschnjak den bekannten Skandal gegen den Landeshauptmann inscenirten, oder al« Bleiweis den ganzen derzeitigen SlaalSorganiSmu« als den schlechtesten schilderte und in«besondere die Vcr« wallung in Krain herabsetzte, die Bezirkshaupt-Mannschaften Paschalik« nannte, dadurch auSzu-gleichen vermag, daß er bei dem jüngste» Jubel-feste des katholi chen GefellenvereineS sich vor-drängte, oder daß er bei Pisitirung einer Haupt-städtischen Schule da« Schulgebet den Kindern vor-betete und sich bei anderen Gelegenheiten gebildeten Leuten gegenüber damit brüstete, daß er noch heute die Prüfung au« dem Katechismus vorzüglich bestehen würde? Oder hält e« Winkler wahrhaft für tactvoll, daß ein Landespräsident von Kram, wenn er von der floveni'chen Spracht spricht, die-selbe ostentativ stet» „unsere" Sprache nennt. Die peinliche Scene gelegentlich der feier-lichen Instalation de« Laibacher Bürgermeister«, mit welcher Wink.'er sich als Landespräsident introducirte, bewies bereits, daß derselbe nicht die geringste RepräsentationSgabe besitze. Die Außen-welt erfuhr nichts davon, wie lächerlich sich Winkler i» jenem feierlichen Momente machte, weil die Dcutsch-Ürainer persönliche Mängel nicht an den Pranger stellen wollen. Leider blieb diese Taktlosigkeit nicht verein-zelt. Ein unschicklicher Act folgte dem Andern, und es schien, al« wolle der Landespräsident durch sein Benehmen den Beweis liefern, daß er die einfachsten Regeln des gesellschaftlichen Anstande« nicht kenne. Mr». Boxton that auch ihre Pflicht, hatte sie vielleicht immer gethan, aber die Erfüllung derselben war ihr nie von Herzen gekommen, halte ihr deshalb onch nie Freudigkeit gegeben, noch ver-möcht, sie mit dem Geschick auszusöhnen, da« ihr kein große« Unglück auferlegt, aber sie beständig mit jenen zahllosen Widerwärtigkeiten verfolgt hatte, die so leicht eine kleinliche Natur verbittern und verknöchern. In MrS. Boxton war Alle« erstorben und versteinert; nur nicht der unange-nehme Hochmuth, mit welchem sie ihre eigenen, allerdings recht gründlichen Kenntnisse überschätzte und al« Mittel benutzte, wo nur immer möglich. Andere ihre Unwissenheit fühlen zu lassen, und der Trieb, Anderen zu schaden, ihnen die Freude zu vergällen, die sie auch nicht genießen konnte, ihnen da« Gut zu verleiden, daß sie auch nicht besaß. Mr«. Boxton hatte höchst selten einen Gewinn, wenn sie mit heimtückischer Hand da« Glück, den Frohsinn eine« Menschen untergrub, sondern folgte nur einem angeborenen ZerstörungStriebe; sie konnte keine glücklichen frohen Menschen sehen, konnte nicht ertrage», daß eine« Andern Verdienst lobend anerkannt wurde ... sie selbst war nicht glücklich, nicht froh; sie selbst wurde nicht anerkannt und geliebt, da sollten e« Andere auch nicht sein. ES war natürlich, daß eine Frau nicht mit Kindern umzugehen, nicht ihre Herzen zu gewinnen verstand, wenn sie auch ihren Schülerinnen da« Denkt Herr Winkler vielleicht durch Gewalt« acte auf politischem Felde die Aufmerksamkeit von seiner Person abzulenken? Gerne würden alle Deutsch-Krämer von seiner sonstigen Nichteignung für eine so h.rvorragende Stelle absehen, wenn er gleiche« Recht für Alle gelten lassen und sich in»-besondere vor Allem an« der polypenartigen Um« klammerung eine» Dr. Voschnjak losreißen wollte; damit würde er bald auf einen Weg gelangen, auf dem er die Deutsch -Krainer weniger häufig und ostentativ vor den Kopf stoßen wird als bisher. Wenn Winkler auch Hunderte von bestellten Ehrenbürgerernennungen durch die Landkapläne er-hält — Jedermann im Lande weiß, wie diese Auszeichnungen zu Stande kommen — so sinkt doch von Tag zu T«g sein Ansehen bei dem recht-lich denkenden gebildeten, an dem alten Krain treu festhaltenden Theile der Bevölkerung, so lange er sich so weil vergißt mit Voschnjak gemeinsame Sache zu machen." Nun werden Lraststellen nationaler Journa-listik citirt, so z. B. eine de« Slovenec: „U n« serKampf darf nicht eher enden, bt« nicht entweder wir zuGrunde gehen oder die Verräther: die Deutsch-Krainer". Blälter, die dergleichen Exporation» brachten wurden nicht consiscirt, wohl aber da« „Laibacher Tagblatt", wenn e« objective Darle-gungen der Wirksamkeit des Landespräsidenten anderen Blättern nachdruckte. Am Schlüsse der CorreSpondenz. die von schweren Anklagen überfließt, wird die Frage auf-geworfen: „Scheut die Regierung da« wiederer-staedene Gespenst der „Slovenia" par nicht? Und wenn sie dieses nicht scheut, hat ihr Herr Landespräsident Winkler nicht berichtet, daß in Lernen verhältnißmäßig leicht machte, durch eine sehr klare, kurze, scharf präcisirte Ausdrucksweise und anschauliche Darstellung. Bianca folgte mit steigender Verwunderung dem Unterrichte; zugleich aber zog eine Bangig« keit in ihre Brust ein. der sie sich nicht zu wehren vermochte. M'S. Boxton examinirte erst in eng-lifcher. dann in römischer Geschichte. Daisy fing mit König Alfred an und hörte erst mit der Kö« nigin Victoria auf, irrte sich weder im Namen noch in den Zahlen der Regierungsjahre fämmt« licher Beherrscher und Beherrscherinnen England'«; sie beantwortete alle Fragen über die ersten Be« wohner Britannien'S, die Invasion der Römer unter IuliuS Caesar, die Besitznahme des Lande« durch di« Angelsachsen ebenso sicher, wie sie olle Ortsnamen, welche durch Schlachten berühmt ge« worden, ohne lange« Besinnen auf der Karte fand. Eben so bewandert zeigte sie sich in der Geschichte Rom'«, erzählte auf Befragen von der Gründung der Stadt durch Romulu«, von dem Raube der Sabinerinnen, von der Herrschaft der Könige und so fort. Und man hörte, daß die» nicht nur ein mechanische» Auswendiglernen von Namen und Zahlen, sondern durch klare und leicht faßliche Darstellung lebhaft in da» Gedächtniß de» Kinde» eingeprägt war. Ebenso überraschend waren die Leistungen der Kleinen auf dem Gebiete der Geo» graphie. Sie wußte am Archipelagus so gut Be- hrn geheimen Conventikeln der südslavischrn Freund« derzeit bereits die Frage ventilirt wird, ob nicht der Begriff „Slovenia" al« zu enge fallen gelassen und an dessen Stelle da« Endziel: „Süd-slavia" gesetzt werden soll?" Politische Rundschau. CiUi. SS. August. Die Nachricht, daß von russischer Seite eine Zusammenkunft mit Kaiser Franz Josef und dem Ezar gelegentlich der Manöver in Galizien in Anregung gebracht worden sei. taucht wieder auf. Die Berliner „Nat. Ztg." erinnert au« diesem Anlasse an die russische Denkschrift vom Jahre 1864, welche die „Deutsche Rundschau" veröffent-licht hatte, und sie findet, es liege etwas Unauf-geklärtes zwischen den beiden Großstaaten, so lange von russischer Seite nichts geschehe, um der Oeffenilichkeit gegenüber jene« außerordentliche Actenstück mindesten« zu erläutern. Der Abgeordnete Graf Wurmbrand er» statte am 23. d. in der Grazer Handelskammer Bericht über seine Thätigkeit im RcichSrathe. Graf Wurmbrand polemisirte sehr heftig gegen die Rede PlenerS in der Egerer Handelskammer. Er nannte diefell.« eine unverantwortliche Ueber-Hebung gegenüber der Fortschrittspartei. Dr. Rech-bauer habe gesagt, „man solle dem Schwachen die Hand reichen/ aber man sehe die geforderte Hand nicht al« Freundeshand an, sondern al« einen Steigbügel, um sich damit wieder in den Sattel und auf da« hohe Roß zu schwingen. In ähnlicher Weise sprach sich der Redner auch gegen den Ab-geordnete« Sueß au«. Auch die übrigen liberalen Ministerien wurden von ihm scharf getadelt, sie hätten wenig Eonsequenz bewiesen; ihr Wille sei stark da« Fleisch aber schwach gewesen. Er glaubt jetzt fei der Moment gekommen, in welchem man sagen müsse, die liberale Partei habe keiner? Fehler mehr zu begehen. Redner erörterte auch seinen Sprachengksetzantrag und nannte denselben den einzigen AuSwez, um aus dem Wirrsal der-auszukommen. Er schloß mit den Worten: Wir wollen ehrlich di« Einheit der deutsch-liberalen Partei, aber nicht al« Landeknechte im Sinne de« Abgeordneten von Eger, um dann wieder mit leeren Häuden vor den Wählern z>: erscheinen. D>« Commission, welch« d«r Unterricht«-minister E o n r a d anläßlich der Resolution des Abgeordnetenhauses über die böhmischen Mittel-schulen zur Prü'ung der Frage eingesetzt hatte, welche von diesen Anstalten in die StaatSregle zu übernehmen ofer welch« zu subventioniren sind, hat ihr« Arbeiten beendet. Der Bericht der Eom-Mission soll zur Grundlage für eine GesetzeSvor-lag? dienen. Die sämmtlichen 32 Petitionen d«r böhmischen Stadtgemeindcn um Uebernahme oder Subventionirung ihrer Schulen wurden genau geprüft und befunden, daß, wenn der Staat allen scheid, wie in England. Dann kam die Bibel an die Reihe, und den Schluß machte da« Rechnen . . . doch nun siel Bianca das arme geängstigte Herz vor die Füße. Daisy rechnet«, daß ihr Hör«» und Sehen verging, au« dem Kopfe sowohl wie auf der Tasel; sie subtrahirte, addirte, mul-tiplicirte lange Exempel, welche Bianca geradezu u»lö«lich erschiene», mit einer Leichtigkeit, al« lese sie die Zahlen von der Decke ab. Di« Stunden war«n beende«. Daisy hatte vitl« neu« Ausgaben für den nächsten Tag er-halten, wobei Mr«. Borton mit stechendem Blicke Bianca'« verstörte« Antlitz streifend, hämisch be-merkte: — Miß Orlandi wird Dir dabei helfen, Kind, wenn e« Dir schwer werden sollte. Die böse Frau war fort, ihren gewöhnlichen Rundgang von einer Famili« zur ondrrn fort-setzend, überall Abneigung und Widerwillen ern-tend, wohin sie kam. Daisy war zu ihrer Mama geeilt, um ihr zu sagen, Mr«. Boxton sei heute sehr zufrieden gewesen. Bianca aber saß noch regungSlo« vor dem Kamin, verzweiflungsvoll in di« Flammen starrend. Wohin war das sicher« Vertrauen auf ihre Fähigkeiten? Wie hatte sie die Kühnheit haben kinnen, vor sich selbst und Anderen zu behaupten: sie könne die Stellung einer Erzieherin mit Ehren ausfüllen; wie hatte sie eine solche übernehmen Gesuchen willfahren sollte er eine ganze Reihe dieser Mittelschulen auflassen müßte, weil in ihrer regionalen Anlage kein System vorliegt, indem bei ihrer Entstehung nur dir Jnter«ss«n der Ge-meinde zu Rathe gezogen wurden, so daß oft mehrrr« Mittelschulen ganz nebeneinander existiren, welche die Staatsverwaltung nicht bestehen lassen könnte, wenn der Staatsschatz für ihre Erhaltung eintreten müßt«. Ferner wurde an dem Grund« satze festgehalten, die bereit« länger bestehenden Anstalten zu erhalten oder zu stützen. Roch diesen Direcliven wurden die eingelangten Anträge ge< siltet und werden nur einige Subventionen be-antragt. Die czechifchen Führer beschäftigen sich in der letzten Zeit eifrig mit hochtrabenden Finanz-Plänen. Um auf die österreichisch-ungarische Bank einen gewissen Einfluß zu gewinnen, wurde an« geregt, daß czechische Borschußkassen für ibre Reservefonds Actien der Bank anschaffen sollen. — Der „Pokrok" kündigt an, daß noch weitere Man-datS-Niederltgungen erfolgen werden und hofft, die Regierung werde dahin wirken, daß statt PretiS, Siremayr, Horst. Ofenheim und Duchatsch „Auionomisten" in den Reichsrath gewählt werde». Die Feier de« HimmelfahrtStage« im Norden von Irland hat zu argen Ruhestörungen Anlaß gegeben, die in vitlrn Fällen mit Verlust von Menschenleben und sehr ernsten Gewältthätiz-leiten verk >üpft waren. In Dungannon war die Polizei genötdigt, von ihrer Schußwaffe Gebrauch zu machen, wobei etwa zwanzig Theilnthmer einer kirchlichen Procession lebensgefährlich i>er« wundet wurden und einer todt auf dem Platze blieb. In Belfast, Lurgin, Portadown und Downpatrik kam es ebenfalls zu einem blutigen Handgemenge zwischen der bewaffneten Macht und dem Pöbel. Auch werden wieder mthrrr« agrrrische Gewaltthätigkeiten gemeldet. Eapitän W rren ein Gutsherr im Süden Irland«, wurde von einer Anzahl seiner Pächter überfallen und gröblich mißhandelt. Dennoch gab laut Nachrichten an« London vom 20. August die britische Regierung im Oderhause die 'Erklärung ab. daß sie die Agitation in Irland al« den Frieden daselbst zwar gefährdend erachte, daß si: aber keine Au»-nahmSinaßregeln beabsichtige. Sie glaubt, daß die bestehenden Gesetze hinreichen, und sei entschlossen. Leben, Eigenthum, Gerechtigkeit und Gesetz mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu schützen. Gestern lief die drriwöchentlich« Frist ab. welch« der Pforte für die Räumung von Dulcigno zugestanden wurde. Für eine sofortige Flotten-Demonstration scheinen besonder« zwei Mächt« zu schwärmen: Rußland, wrlcht« die Orient Conflicte nach Möglichkeit zu verschärfen sucht und di« — Türkei, welche die schwach« Einigkeit der Mächte auf die Prob« stellen will. können, ohne auch nur den geringsten Begriff von Pflichten derselben zu haben? Da« schöne . . . hohe Gebäude von „geistiger Arbeit" und strenger Pflichterfüllung, da» ihre Phantasie so stolz ans-gebaut, an daß sie sich so sicher, so voll Selbst-vertrauen gelehnt, stürzte, von dem ersten Wind-stoß der Wirklichkeit, der praktischen Ausführung berührt, wie ein Kartenhaus, von Kinderhand ajif-gebaut, zusammen. Wie die Flammen vor ihr Scheit aus Scheit verzehrten, nicht« übrig lassend, al» die glühende Asche, so sank Hoffnung. Zuver-ficht und Selbstvertrauen in da« Alle« verzehrende Feuer der Angst ihre« Herzen«, nicht« übrig lassend, al« da« Bewußtsein: Etwa« Übernommen zu haben, wa« sie nicht vollbringen konnte. Sie hörte Werner'« höhnische« Lachen vor ihrem Ohr, hörte ihn spöttisch ausrufen: „Arbeit! Du willst arbeiten, und kennst gar nicht den Begriff des Worte»!" . . . Wie Recht hatt« er gehabt! Wi« schämte sie sich ihr«r stolzen Red«n übe? „Unabhängigkeit" und „Freiheit" ! ?i« konnte ni« unab-hängig. nie frei werden, denn ihre Hände, der Geist selbst war ja gebunden mit der schmerzend-sten aller Fesseln: Unfähigkeit. Ein Leid, wie groß es auch sei, das un« schuldlos von der Hand de« Schicksal« trifft, hebt un« zugleich über un« selbst empor, auch dann, wenn uns unser eigentlichstes LebenSglück zerstört, wir beugen un« vor einem höheren Willen und Die griechische« Rüstungen werden von de« türkischen Journalen mit Hohnartikeln kritisirt. So schreibt der „Baku": „Da« hellenische Gou-vernement hat erklärt, seine Armee auf 60.000 Mann zu bringen ; nach unseren Informationen be-steht bisher die ganze Armee nur au« 4000 Mann. Weiter erklärt die griechische Regierung, daß si« die Truppen an di« Grenz« s«no«n nnd daß si« Deserteure au« den abzutretenden Pro« vinzen ausnehmen und au« denselben Banden zur Infurgirung dieser Gebiete bilden werde. E» wäre nun nicht schlkcht, wenn die Albanesen sich auch an die Grenze ziehen und in Griechenland Berwir-rung hervorbringen würden. Sie würden wohl früher in Athen sein, al« den Griechen lieb wäre, und wa« geschähe dann mit diesem König« reich?" — Wie man sieht, nehmen die Türken die griechischen Kriegsrüstungen gar nicht ernst, was übrigens nicht hindert, daß zum Schutze des Epirus und Thessalien« alle Lorkehrungen ge-troffen werden. Kleine Chronik. CJilli. 25. August. (Veränderungen im Cillier Kreis-gerichtSfPrengel.) Der Iustizminister bat die Bezirk»gerlchtS - Ädjnnclen Diony« Maier und Dr. August Nemaniö über ihr Ansuchen, Er-steren von Luttenberg nach Rann. Letzteren von Gonobitz nach Marburg linke« Drau-Ufer, ver-setzt nnd die Auskultanten Anton Pntr^ und Dr. Ludwig V.pauc zu BezirkSgerichtS-A^juncten, Ersteren für Gonoditz, Letzteren für Luttenberg, ernannt. Tüchern, den 24. August. (Orig. Corresp ) Der 50. GedurtSlag Sr. Majestät des Kaiser« wurde in unserer Gemeinde nach Kräften gefeiert. Schon am Vorabende den 17. d. verfammell« sich am Annabcrg« die Gemeindevertretung sowie eine bedeutend« Menschenmenge. Unter Musikklängen wurde ein hübsche« Feuerwerk abgebrannt. Die Kirche zierte in blaurocher Flamwenschrift ein weithin sichtbare« Transparent in slowenischer Sprache. Am Morgen de« 18. versammelt« sich vor dem mit Blumenguirlande« bekränzten Schul-resp. Gemeindehaus? der GemeindeauSschuß. Der-selb« zog nun mit der Schuljugend unter klingen-dem Spiele auf den Annaberg, woselbst der Herr Pfarrer ein Hochamt celrbrirte, dem auch die Herren Beamten von Storö and andere Honoratioren bei-wohnten. Nach dem Hochamte wurden die an-wesenden Gemeindearmen durch den Gemeindevor-steher Valentin Kovaö nicht unbeträchtlich detheilt. Nun producirie sich die Schuljugend unter Leitung ihrer Lehrer. Hierauf wurden die Kinder mit Er-frischungen bedacht. Der Gemeindeausschuß und d:r Lehrkörper zogen sodann unter klingendem Spiele nach Storö, wo sie ein Festmahl erwartete, bei welchem der Gemeindevorsteher u.id andere fühlen un« dennoch ihm näher gerückt, fühlen un« gleichsam größer durch die Größe unsere« Unglücks. Ein selbstverschuldete« Unglück aber, da« wir mit verblendetem Sinn und eitler Selbstbethörung ahnungslos entgegenlaufen; das wir nicht eher er-kennen, al« bi« e» zu spät ist zur Umkehr, zu spät, ihm Einhalt zu thun! dessen Größe und Schwere wir erst dann vollständig empfinden, wen« wir unter der erdrückenden Last machtlos zu Boden sinken ... ein solche» führt keine «röße mit sich, an der wir uns aufrichten können, keinen Trost, der uns Erleichterung verschafft. Wie traurig und wie schmerzvoll auch alle« Vorhergegangene gewesen sein mochte . . . diese Stunde, in der Bianca die Erkenntniß ihrer völli-gen Unfähigkeit, die übernommenen Pflichten zu erfüllen, zum Bewußtsein kam, war schwerer . . . sie fühlte e« mit nnfäglicher Bitterkeit. Wie stolz war st« auf ihr „Wissen" gewesen, weil sie in den Kreisen der Residenz sich stet« ihren Freundinnen weit überlegen gefüllt und geglaubt hatte, febr viel gelernt zu haben. Und Hute sie denn nicht auch eine ausgezeichnete Erziehung genossen, gründlicher, vielseitiger al« alle Damen, die sie kannte? Aller-ding»; aber sie hatte sich peinlich geirrt, al« sie meinte, man brauche nur viel gelernt zu haben, um auch zugleich Lehrerin zu sein. Si« sah, daß sie da« Gebiet, auf welchem der methodische Un-terrickt eine« Kinde« beginnt, bereit« so lang« nicht Persönlichkeiten auf St. Majestät und die kaifer« licht Familie toastirten. Sin recht vergnügtes Tanz-tränzchen schloß die schöne Feier, an dnr sich Deutsche und Slovenen betheiligten und bei der nicht der leiseste Hauch eines au» Nationalität»« Hader entspringenden MißtoneS empfunden wurde. Gewiß ein sprechender Bewei«, daß beide Ratio» nalitäten in der Lied« zu ihrem erhabenen Monarchen ein Herz und eine Seele sind. (Aus der Bezirtsvertretung.) In der letzten Sitzung der hiesigen Bezirksvertretung wurde vom Bürgermeister Dr. Neckermann nach-stehender Antrag eingebracht: „Der Bezirksausschuß werde angewiesen im Hinblick, daß der vor« geschlagene Grundsteuertarif de« Landes Steier-mark sowohl absolut, al» auch gegenüber den anderer Ländtr und gegenüber den Ergebnissen de» stabilen Katister» relativ zu hoch gegriffen sei, bei der hohen Regierung dahin zu wirken, daß mit der Einführung de» Grundsteuer» gesetzt» nicht eher begonnen werde, bis nicht bei Feststellung de« ClassisicationStarifeS da« de» stehende Mißoerständniß berücksichtigt worden sei." Der Antrag wurde einstimmig ohne Debatte an« genommen. Da die betreffende Eommiffion bereit« in der ersten Hülste de» Monat« September zusammentritt, so wäre e« sehr wünschenwerth, wenn auch andere BezirkSvertretunge» Steier-mark» sich ehedaltigst dieser Petition anschlössen. Weiter» bewilligte dit Bezirksvertretung zur Hebung der Pferdezucht einen Betrog von 50 st. für Au«slellung«zwecke. Für Besucher de« sech»> wöchentlichen Husdeschlagcurse» in Graz wurden 3 Stipendien & 20 st. bewilliget. Den Feuerwehren St. Peter, Sochsenseld und Hochenegg wurde eine Unterstützung von je 50 fl. zur Anschaffung von Ftutrldschrtqulsittn gewährt. Schließ« lich s.i noch erwähnt, daß die BlzirkSvertrttung dem Gewerdeverein in Graz als unterstützende» Mitglied btilrot. (Musikverein.) Da« am vtrflosfcnln Sonntage in den Casinolocalilültn abgehaltene Mit-gliederconccrl de» Cillier Musikoerein« überrascht« ntuerding» durch eine Reihe von Tonschöpfungen, deren musterhafter künstlerischer Lorlrag stürmischen Btisall fand. Mit hohtr Btsrietigung können wir wiedtr einen genußreichen Abend registriren, und mit aufrichtiger Bewunderung dn Direktion des Btrtine» gratuliren, die binnen Jahresfrist so glänzende Erfolg« auszuweisen hat. Die musikalische Kunst hat in unserer Stadt eine würdige Pflege-statte gefunden und b-e opferwillige Unterstützung der Dilettanten und sonstigen Kunstfreunde bürgt dosür, daß das bisher gezeigte Interesse nicht er-kalten wird. — Die Genüsse dcS letzten Concertabends wurden durch die Mitwirkung te« Männer-gesongvereins noch erhöht, welcher den Abt'schen Chor „Waldandacht" mit bestrickenden Nuancirungen sang. Wir erinnern un« den gleichen Chor in den schönsten Tagen des Gesangvereines gehört zu haben, doch nie übt« berfelbe eine zündendere Wirkung. Mit inniger Lieblichkeit sang Herr Manisch das Tenorsolo und geradezu virtuos ver-klang das Piaro de« Chöre«. Rauschkader Beifall ehrte den exacten Bortrag. (Eine neue Eandidatur.) Wie di« „Marburger Zeitung" meldet, soll al» Candidat der slooenisch-clericalen Partei der Bezirksrichter Levitschnik in Pettau auftreten. (Skeue Liebenswürdigkeiten.) Auch da» zarte Geschlecht hat bereit» den Groll de« „SlovciiSki Rarod" heraufbeschworen. Die deutschen Mädchen Laibach« haben sich gelegentlich de« Feuerwehrfeste« furchtbar vergangen, sie haben während de« Festzuge« die Liedertafler mit Blumen überschüttet. Narod kann e« nicht begreifen, wie Mädchen, die sonst doch im Allgemeinen für Heldenmuth schwärmen, so weit ausarten können. „Hasenfüße" vom Schlage der Liedertafler, die sich nicht einmal mit dem wegelagcrnden Gesindel von Zwischenwässern balge» wollten, auszuzeichnen. „Narod" gesteht also zum ersten Male da« Buben« stück feiner forschen Jungen zu und hätte viel-leicht nicht« einzuwenden, wen» diesen famosen Burschen ein lorbeerumkränzter Ehrexprügel al« ErinnerungSgeschenk verehrt würde. Da« Epitheton, da« „Narod" den deutschen Mädchen in Laidach verleiht, kann umso weniger verletzen, al« der genannte Cultur-Pionier wohi mit Pfarrersköchinnen aber nicht mit deutschen Mädchen zu verkehren gewohnt ist. Die Würde der Frauen ist ihm wie manches Andere ein verkümmerter Schulbegriff. (Verunglückt.) Samstag den 21. d. 6 Uhr wurde die 15 Jahre alte Tochter des Portiers der Südbahn, Anna Skokan, al« sie auf dem vom Herrn di Ccnta am hiesigen Bahndost ge-nntlhettitLagerplatzc. die durchBezimmern der Baum-stämme sicher gebenden Holzadfälle einsammelt», durch einen umkippenden Stamm am Kopf derart verlezt, daß der Tod in kurzer Zeit eintrat. Da» Begräbniß der Verunglückten fand vorgestern unter zahlreicher Betheiligung statt. (Ein verständiger Bürgermeister.) Der „Wiener Allg. Zeitung" wird au» Krain ein hübscher Bewei» dafür gemeldet, daß da» Landvolk den Deutschenhaß der nationalen Führer nicht theilt. Ein Gemeindevorsteher hatte vor einiger Zeit, für ein ungarisches Spital Armuths-zeugniffe auszufertigen, doch da hiczu nur slove-nische Formulare vorhanien roirtn, bat er einen Beamten, derselbe möge ihm die betreffenden Zeug • nisse in deutscher Sprache verfasstn. damit wie er sagte, auch in Ungarn die Leute wissen sollen, daß ein Gemeinteamt in Krain die deutsche Spracht vollkommen inne hat." (Priestermangel in Deutschland.) Au« Würzbvrz schreibt die „Bavana" : Für das kommende Studienjahr habe» sich in da» hiesige katholische Priesterseniinar nur acht Theologen an- gemeldet. Der Priestermangtl tritt somit immer bedenklicher hervor. Derselbe wird in den meisten Diöcesen Baiern« zur wahren Ealamität werden, wenn erst einmal die preußis tien Geistlichen abgerufen sein werden, wa« über kurz oder lang doch einmal eintreten muß. (Gin Kind gestohlen.) Am 9. d. ist in dtr an der Grenze Steitrmark« und Kärnten» (Bezirk Wolf»berg) aus dem Hause de» Johann Gutschi dessen zweijähriger Knabe Leo spuilo« verschwunden. Da» Kind dürfte, während seine Mutter auf dem Felde war, zwischen 8 und 9 Uhr borgen« au» dem Bette gestohlen worden sein. (Blitz und Brand.) In Tfcherovetz bei Sauerbrunn schlug der Blitz in ein Bauernhau» und zündele. Da» Wohngebäubc, Stall und Tenne sammt Getreide uud Heu wurden «in Raub der Flammen. Bei der einsamen Lage hoch im Gebirge war Nachbarhilfe unmöglich. (Raubmord.) Wie au»?aibach «eltgraphirt wird, wurden im Dorfe Lutfchna bei Bischoflack dit vermöglichen Bauersleute R r a k, Manu und Weib, in ihrem Hause erschlagt« und beraubt. Al» die Raubmörder wurden «in Diener beim Bezirksgerichte Bischoflack, Namen» Galovic, und ein gerichtsbekannte« Juvivisuum, Namen» Piok, von der Gendarmerie eruirt und verhaftet. Man bringt nun die Verhafteten mit dem im vorigen Jahre an dem Bezirksrichter Dr. Krau« in Bifchoflak in den Amt«.okalitäten verübten Raub» mord« in Verbindung, dessen Thäter vi«her nicht entdeckt werden konnten. Galovic dürft«, mit den AmtSloca'itäten und den Gewohnheiten de» Dr. Kraus vertraut, den Piok informirt und dieser dtn Raubmord begangen haben. Eingesendet. Danksagung. Der löbliche Turnverein in Cilli hat am 11. August l. I. zum Besten de« zu errichtenden öffentlichen Kindergarten« in Cilli ein Verein«.healer veranstaltet und den hiedei erzielten Reinertrag von 85 fl. 30 kr. dem Kindergarten-Comits zur Verfügung gestellt. Da« gefertigte Comite fühlt sich angenehm verpflichtet, vor Allem dem löblichen Turnrath, der e« verstanden hat, durch treffliche Vorkehrungen dem wohlthätigen Zvecke eine so namhafte Unterstützung zuzuführen, dann aber auch den kunst-freundlichen, bei der Theatervorstellung mitwirken» de» Damen und Herren, die in selbstloser Weise auf jede Rückerstattung der tigtnen Kosten ver» zichtelen, um dadurch nur da« Reinerträgniß zu mehren, — den wärmsten Dank an«zusprechen. Cilli, am 25. August 1880. Da» Comits. wehr b.'treten, daß ihr noch die unklare Vorstellung davon geblieben war: ein Mal da gewesen zu sein, vor langer Zeit die Namen und Zahlen gewußt . . . vielleicht so gut wie da« Kind heute . . . ober dieselben längst, längst über anderen, neueren Dingen vergessen zu haben. Wer sprach denn auch in den Salon« der Residenz von Numa Pompiliu« oder dem i teern-virn? Wer fragte, unter welchem Breitengrade Liverpool liegt? Wer gab Rechenexempel auf, oder conjugirt« unregelmäßig« Zeitwörter? Und hätte e« Einer gethan, er wäre ganz sicher für unzurechnungsfähig erklärt worden. Sie wußte, daß Julius Caesar vor Christi Geburt gelebt, aber ob er sein große» und letzte» Wort: „Auch Du, Brutu»!" im Jahre 44 oder 46 gerufen ... ob die Schlacht bei Pharsalu» 48 oder 49 gewesen, davon holte si« nicht di« geringste Ahnung mehr. Ob Jupiter vier und Saturn acht Mond« hab«, oder umgekehrt, vewechselt« sie beständig. Und nun gar da» Rechnen I Großer Gott, hatte sie denn nie rechnen gelernt, daß die Summen und Auf-gaben, welche sie gehört, ihr so ungeheuerlich, so unfaßlich erschienen? O ja, sie erinnert« sich, nicht nur gut, son-der» sogar sehr gern gerechnet zu haben ... als Kind. Allein das „gelernt haben" hilft gar wenig, wenn man es jahrelang einschlafen läßt und nicht das Gedächtniß durch beständige Uebung rege «r- hält. Stil ihrer Consiirmalion halte Bianca dazu eigentlich nie wieder Gelegenheit gehabt, da die Tante der Haushaltung vorgestanden und der Vater ihr auch nur die geringfügigste Mühe zu-gemuthet hatte. Daß sie dann und wann selbst eineu Einkauf für ihr« Toilette besorgte, bann au» der rothseidenen. mit Goldsüden gestickten Börse ein Goldstück nahm, e» auf den Ladentisch legte, die kleine Münze, welche sie etwa zurückerhielt, noch Art der Vornehmen, ohne sie anzusehen, von dem Verkäufer in die Börse legen ließ . . . konnte man doch unmöglich al« Uebnng im Rechnen ansehen. Seit ihrem fünfzehnten Jahre hatte sich ihr Unterricht lediglich auf Malen und Zeichnen, Musik- und Sprachstunden beschränkt. Da« gehörte zum guten Ton. natürlich. Aber da« Uebrige wußte man ja nun, ließ e« daher in der Schulstude — die man inzwischen mit dem Gesellschaftszimmer und Ballsaal vertauschte — al» etwas ganz Ueber-flüssige«, mit dem man „fertig" ist. da» man „nicht mehr braucht", zurück, und hielt sich für unendlich „gebildet", wenn man in feinem Ge-dächtnisse möglichst schnell Raum mackt für die Kenntnisse, mit denen man im Salon glänzen konnte. Wenn man nur den Gothaischen Kalender gut im Kopf hatte und nicht nur genau wußte, wann Prinzessin A. oder Prinz Z. geboren waren, sondern auch, wie alt der Stammbaum de» Grafen N., oder wie weitreichend die Familienverbindun^ gen de« Freiherr» $... das genügte. Die n«n Geschichte, in der man lebte, mußte studirl werden» wozu hälte die alte genützt? Davon sprach ja kein Mensch, man hätte nicht einmal mit seinen Kennt-nisten Effect machen können, und man lernte doch nur für . . . Andere, nicht für sich selbst. Woher hätte man auch die Zeit dazu nehmen sollen? Die Srholungsstunden. die das gesellige Leben mit seinen unzähligen Anforderungen übrig ließ, waren ja hinreichend durch die Lectüee der neuesten Erscheinungen aus dem Gebiete der Lite-ratur ausgefüllt, auf welchem man natürlich be* wandert fein mußte ... das heißt: in den neu-esten Romanen, denn höher versteigt sich da« Interesse und die Wißbegierde der jungen Damen heutzutage gewöhnlich nicht. Mit welcher Bitterktit dacht« Bianca an die Ergebnisse dieser modernen „Bildung". Wie hatte sie bisher so gedankenlos, so blind solches Schein-leben führen können, ohne auch nur zu wissen, daß da« Beste daran ^der Schein war? Wie hatte man ihren scharfen Verstand, ihren Geist gerühmt... arme Bianca! Der erstere sagte ihr im Augenblick nur schneidig und ehrlich, daß sie — nichtz verstand von dem, wa« mit Recht von ihr gefordert wurde, und der andere? (Fortsetzung folgt.) fiourfe der Wiener Börse vom 24. August 1860. Goldtcntc....... . . . . 88.20 Einheitliche Staatsschuld In Noten . . 72.80 . „ in Silber . 73.75 1860er Slaal»-Anlehen«lose .... 132.— vankactien........... 836 — Ereditoctien........... 390.50 ?onk>on............117.80 Rapoleond'or.......... l».36 k f. Miin;d»coten........ 5.58 100 Reichsmark.........57.85 Ankunft und Aßfahrt der Eisen-öaönzüge in Hilli. Richtung W i e n. T r i e st: Slnfunjt Abfahrt Qiljuo...................... 3.29 8.31 SJchW. ...................... 8.43 8-45 Nachm Localjug....................—.— dZN Irüh Pastzu?.....................11.32 11.40 Miltg. Gemischter Zug.............. 5.22 5.32 AbdS Poslzug.....................11.33 11.38 Rchts. Richtung Triest - Wirn : Siljug......................12.16 12.18 Nchts. » ... .................. 1.12 1.14 Mi,lg Posljug..................... 4.— 4.6 FrSd. Gemischter Zug.............. 8.55 9.03 Vorm. Pos'jug ................... 4 34 4.40 Nchm Localjug....................10.3--NchtS Anzeige. Ich beehre mich ergebenst anzuzeigen, da«« wie alljährlich 80 auch heuer vom 1. September an die beliebten Salz- und mürben Bretzen Cebacken werden und von meinen Austrägern in jeder cliebigen Zahl in» Hans gestellt werden. Um g&tigen Zuspruch bittet Hochachtungsvollst Alois Zinanor, 879—2 Grazergaase 78. Ein Haus Rammt Nebengebäude, mit Garten u. Aoker-grnnd in lebhafter Gegend de« Baxlrkaa Drachenbarg an der Beiirksstrasse längst der kroatischen Grenze, wo jetzt der Eisehnbahnbau in Aussicht steht, in welchem da« Greisler- u. Wirthsgeschäft mit gutem Erfolge betrieben wird, ist wegen F&milienverhältnissen preiswärdig zu verkaufen. Auskunft ertheilt die Administration dieses I Blattes. 376—3 9üus Dp. 1 Hoisel bringt hiermit zur Anzeige, dass er kQnstliche Zähne und Gebisse nach amerlk. Systeme in möglichster Vollkommenheit erzeugt, Oberhaupt jede zahntech-nische Arbeit zur «(»gleichen Ausfertigung während der Cursaison in Sauerbrunn und nach dieser in Cilli abernimmt. Zahnoperationen werden mit Looal-anästheaie oder Haroose, für den Patienten ▼ollkommen aohmerxlos, Plomben in allen Sorten von Gold, Amalgam, Cement etc. exact ausgeführt. 179 Im Monate 8eptember trifft derselbe mit , einem der renomlrteaten Wiener Zahntechniker hier ein, wodurch den Bewohnern Cilli's und der Umgebung die wohl nicht leicht wiederkehrende Gelegenheit geboten wird, sich im Bedarfsfalle ganze Gebisse und kleinere künstliche Zahnstücke anfertigen zu lassen, deren Ausführung den höchsten Grad von Vollkommenheit der heutigen Zahntechnik bietet. Hoitknabeii 878—4 werden in gute Verpflegung genommen. Aasknnft ertheilt das oonoe. Realitäten- Verkehrs- a. Aasknnfts-Bureau Plautz Cilli. nnü Gobi Die Freiherr v. Löwenstern'sche ii in Gold oder Vulkanit werden nach der besten amerikanischen Methode ohne die vorhandenen Wurzeln zu entfernen, schmerzlos eingesetzt, hohle Zähne mit Gold und anderen guten Fttllungsmassen dauernd plombirt und alle Zahnoperationen vorgenommen vom 369—2 Zahnarzt A, Paichel aus Laibach. OrdinaKon ?on 9—4 mir lui Hotel „OcliNen". DANKSAGUNG. Fslr die liebevolle Theilnahme während der Kraukheit meines seligen Manne« des Herrn Johann Zisel, k. k. Steueramts-Adjunkten hierselbst, fflr die zahlreiche Begleitung zu seiner letzten Buhestätte, ferner für die dargebrachten Blumenspenden, namentlich aber der hochwsirdigen Geistlichkeit und der verehrten Beamtenschaft sagt den tiefgefühltesten Dank Maria Zisel sammt ihren Kindern. CILLI, den 25. August 1880. S7S—1 in Oberalm bei H&llein hat den Betrieb wieder aufgenommen und empfiehlt ihre Fabrikate als; 377—5 Tafelglas, Schuppen, Streifenglas, Glasdachziegel in deutscher und belgischer Art zur geneigten Abnahme. Die gefertigte Unternehmung beehrt »ich dem P. T. Publicum bekannt zu geben, dass sie den Frisir- u. Rasier-Salon Postgasse Ar. UV vormals Georg Daniel, übernommen hat, nnd stets bemüht «ein wird allen Wünschen der geehrten Kunden vollkommen zu entsprechen. Abonnements werden billigst berechne.. Hochachtungsvoll^ Die Unternehmung. Deutsches fuiiiiliriihldlt vierteljährig MK. 1.60. Zn HrNei, zu 50 ps. = Keuer Boman von L. Lenneck. ^ «s» »«fleUt jeder,ei« In sie» v»ruck und Verlag von Johnnn Kakntvb >o CHli. Verantwortlicher Redacteur Max Besozzi.