Nr. 283. Montag, 10. December 1888. 107. Jahrgang. ^^UH^V^H^!V^ ^^^T^H^A^^T> 5"»»»«»l,°n«pr«,«: «llt Voftvtljcndung: «»»jlähli« st«, halbjährig sl. 7,5°. Im «°mpt°il! ^ <«jj' '> ^ - >>«< «e Tabalfabrikate Sache des Finanzministeriums, beziehungsweise der General-Direction für Tabakregie ist; aucli die letztere Behörde hat nämlich nach ihrem Wirkungskreise seit jeher die Ermächtigung, für n/wisse Fabrikatsorten die Verschleißprcise zu bestimmen. Im Einklänge damit verfügte das Gesetz vom 10. Juni 1869 «über die Kundmachung von Gesetzen und Verordnnngen durch das Ncichsgesetzblatt» in § 4. M. d. wörtlich wie folgt: «Von der Knndmachung durch das Reichögrsctzblatt sind allsgeschlossen: die Mi-nislerial'Velfügnngen, welche sich nur auf den Wirt' schaftsbetrieb vom Staatseigenthume oder von in Staats-reg,.: stehenden Anstalten nnd Unternehmungen beziehen. Hiehcr gehören z. B. Preiitarife ärarischcr Fabrikate. Veränderungen in dem Ausmaße von Post- nnd Telegraphen-Stationen sowie der Post'Rittgelder u. dgl». Im Gegenhalte zum § 1 desselben Gesetzes, wonach die unter Mitwirkung des Reichsrathes zustande gekomme. nen Gesetze ausnahmslos durch das Rcichsgesetzblatt kundzumachen sind, ergibt sich also. dass es auch bei der Verfassung dieses Gesetzes als selbstverständlich galt. es könne die Regelung der Preistarife ärarischer Fabrikate den Gesetzen nicht beigezählt werden. An dieser Anschauung hat, wie erwähnt, nicht nur die Regierung seit jeher, sowohl vor als nach der Erlassung des früher bezogenen Staatsgrundgesetze« vom Jahre 1867. sondern auch das hohe Abgeordnetenhaus selbst festgehalten. So wurde in der Sitzung des hohen Abge» ordnclenhausrs vom 7. Mai 1880 qelegeutlich der Berathungen über das Budget pro 1880 zum Capitel «Tabak» eine Resolution folgenden Inhaltes angenommen: «Die Regierung wird anfgefordert, eine ange« messene Preissteigerung aller jener Tabakprodncte. deren Entstehungswert oder gesteigerter Absatz hiezu berechtigen, eintreten zu lassen.» Aus der Faffung dieser Resolution und bei Ver-gleichung derselben mit solchen Resolutionen, durch welche die Regierung zur Stellung von Anträgen oder zur Einbringung von Vorlagen über die der Gem him« gnng der Legislative unterliegenden Gegenstände aufgefordert worden ist, glaube ich den Schluss ziehm zu können, dass auch das hohe Haus die Regelung dcr Tabakpreise als Vrrwaltunasmaßregcl, nicht aber als line der Genehmigung der Legislative bedürftige Verfügung dachte. Als dann in der Sitzung des hc'hrn Hanfes vom 31. Mai 1881 einer der Herren Abge-ordneten dieser Resolution gedachte, sprach er dle Ansicht ans: «Man müsse der Finanzverwaltung Dank wiss.n. dass sie diese Resolution bisher in so beschelde-nrr Weise berücksichtigt hat nnd dass sie nn>>ndllch vor- sichtig vorgegangen ist in der Erhöhung der Preise, da es ihr vollkommen freigestellt gewesen wäre. die vorgeschlagene Erhöhung eintreten zu lassen, nachdem dieselbe nicht der parlamentarischen Zustimmung, sondern lediglich der Zustimmung von Ungarn, die in diesem Falle vielleicht zu erzielen gewesen wäre, bedarf.» In der That bietet die Betrachtung des Ver> haltnissrs zu Ungarn — wo bekanntlich zufolge des bestehenden Zoll- und Handelsbündniffes das Tabakmonopol nach denselben Grundsätzen zu handhaben ist wie bei uns — weitere Argumente für die Richtigkeit der Anschauung, dass die Bestimmung der Tabakpreise nach dem gegenwärtigen Stande der Gesetze in den Bereich der Monopolsverwaltung gehört. In der Vereinbarung vom Jahre 1837 zwischen den beiderseitigen Ministerien, die Verwaltung des Tabalmonopols betreffend, heißt es, dass Verschleiß» tarife und Proceduren, dann deren Aenderungen im Einverständnisse beider Regien festgesetzt und deren Ein» Haltung gegenseitig überwacht werden sollen. Eine legis-lative Anordnung über die Bestimmung der Tabak« preise wurde bei diesen Vereinbarungen mit Ungarn als erforderlich erachtet, ohne dass in dieser Beziehung von irgend einer Seite constitutionelle Bedenken erhoben worden wären. In Ungarn ist das Tabakmonopol thatsächlich ganz conform den Grundsätzen der österreichischen ZoN- und Monopols^Ordnung geregelt worden, nnd auch dort sind s^it jeher diese Grundsätze, was die behandelte Frage anbelangt, ebenso aufgefasst worden wie bei uns; denn auch dort wird die Feststellung der Tabakverschleihpreisr von der Executive vorgenommen. So wurde denn insbesondere die jetzt in Frage stehende Tabalpr«iserhöhung im Einvernehmen mit der tön. ungarischen Regierung ins Werk gesetzt und auch in Ungarn im administrativen Wege zur Durchführung gebracht. Aus dieser Erörterung ergibt sich, dass die Regierung, indem sie jene Verordnung vom 31. Mai 1888 crlirß, womit neue Tabakverschleisstarife eingeführt wurden, sbensoweniq die über dic Verwaltung durch die Gesetzgebung gezogenen Grenzen hinausgegangen ist wie die früheren Regierungen, so oft fie die Regelung des in Rede stehenden Gegenstandes im administrativen Wege verfügten. Ein fehr beachtenswerter Grund für die bisher allgemein angenommene Rrchtsanschauung, wonach die Regelung der Tabakpreise in den Bereich der Administrative gehört, ist darin zu erblicken, dass die Feststellung der Tabakoerschleihtarife im Wcge der Gesetzgebung mit kaum überwindlichen praktischen Jemlleton. Goethe's Werther in Frankreich." l°»il!^ geistvolle und liebenswürdige Wiener Feuil» »^" Ferdinand Groß, drssen Perlen der amüsanten 9»h2,Mrich durch die Gründlichkeit und Tiefe des ^""L über den ephemeren Wert erhabenen Plaudereien serez ^ "nd jedes auch die freundlichen Leser un-sich >" "^ kennen und hochschätzen, ist anch. wie er lchie.,'' "' semem neuesten, nntcr obigem Titel er-literal" ^rke darstellt, ein tüchtiger Forscher auf Mwrischrm Gebiete. ete vn. ' se'nen vielseitigen Studien auf diesem Ge-^Nher c - anheimelnden Thema der durch Goethes ^lNlin '"""zeit '" Frankreich hervorgerufenen Nach-Ml i°? besonders angezogen gefühlt. Sagt er doch ^>tlern " Emleitung zn der uns vorliegenden Sl»dle: l Ueb^ben vaterländischen Dichter im Gewände ^^bung zu begegnen, das hat beiläufig dcn- ^ ^H°lhe's Werther in Frankreich». Eine Studie '°"d Groß. Leipzig, «erlag von Wilh. Fncdr,ch. felben Reiz. wie wenn wir in der Fremde einen Lands-mann antreffen. Mag dieser in einer anderen als der Muttersprache sich ausdrücken, wir fühlen uns von dem Athem der Heimat angeweht, wir träumen nns zurück an den hänslichen Herd. in dessen Wiederscheine die Mutter uns gewiegt hat. . .. Mit dem Hinweise auf das «Soll und Haben» amenscitigen litcrarischrn Einflusses der großen Nachbarvölker' und ehrlich deu Einfluss der Franzosen aus Schiller. Lessing, Goethe anerkennend, ist der Verfass.r dabei freilich wohl bemüssigt. die chauvinistische Ueber, treibung des besten französisch, n Fanst-Ueberschers. Gerard de Nerval, zurückzuweisen, nach welchem Goethe semen klaren Stil dem AnfenthaUe in Straßburg und der dauernden Beschäftigung mit dem französtschen Schrift« thum zu verdanken gehabt hätte! Mit dem ganzen ihm eigenen Reiz der Darstel-luna schildert sodann Groß die berühmte Scene der «»wmmentunft Goethe's mit Napoleon I. "Erfurt l2 October 1608). wo der «Weltcrobercr» den Schöpfer des «Faust, zu sich beschieden, dessen Gmms er aber mcrst durch die Lecture des «Werther» nahe gekommen Mlcher zu drs Corsen Lieblingsbüchern zählte za den' rr selbst auf dem Zuge nach Egyptcn mit stch ^ Damit ist der Verfasste dem Hanptiuhalte seiner .Studie» schon ganz nahe gerückt, und nachdem ei noch eine ganz kurze Umschan anf die sichtbaren und bleibenden Aenhernngen der auf die Werthcr-Uebersetzuugen außerhalb Frankreich, in Italien. Dänemark n. s. w. (zu geschwelgt, der zahlreichen Wcrther-Nachahmungen in Deutschland) ge« halten, kommt er. die Uebertragungrn ins Französische selbst nun ins Auge fassend, zu dem Satze: «Die Fran« zoseu hätten keine Menschen sein müssen, um sich dem Zauber einer Dichtnng zu entziehen, in der alles Sehnen eines edlen, nnglücklichen Herzens sich in bezwingender Weije aussprach.» Zum Beweise, wie tief Werther auch seine französischen Bewunderer erfasst hat. citiert uns Groß eine Uebersetzung des lapidaren, ein jedes füh» lende Menschenherz mächtig aufrührenden Schlusses: «Handwerker trugen ihn. Kein Geistlicher hat ihn be-gleitet.» das in den französischen Worteli: «1)65 ^oui'-naÜLr» 1e poMrsnt; aucun 6ec:i68ia8ti^u6 N6 l' aconm-l>^n»>» nicht minder ergreifend klingt, als im deutschen Originale selbst. Freilich gehört, wie der Verfasser treffend pointiert, der Werther eben zu jenen Werken Goethe's, welche sich dem Geiste der französischen Sprache durch die Geschicklichkeit eines bcrnfenen Uebersttzers anpassen lassen, während sich andere Dichtungen Goethe's sozusagen mit unthümlicher Kraft dagegen stemmen, in ein anderes Gewand gesteckt zu werden. Scheinbar abschweifend nnd doch streng zur Sache streut Groß zum Beleg hiesür die Parallele der Aufangsstrophe des «Erlkönig» deutsch und französisch ein. «die in der besten Ucbersetzilng die Farbe und das warme Leben des Originals nicht einmal ahnen lässt.» Man höre: Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind; Er hat den Knaben wohl in dem Arm, Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm. Laitmcher Zeitung Nl. ^8.^. 2418 1U. December 1M. Schwierigkeiten verknüpft wäre. Es genügt nämlich nicht. Namen und Preise der Fabrikate festzusetzen; die Gesetzgebung könnte sich also nicht darauf beschränken, zu bestimmen, dass Cigarren, Cigarretten u. dgl. zu diesen und jenen Preissätzen zu verschleißen sind, sondern es würde sich darum handeln, die Qualität der Verschleißartikel gesetzlich zu fixieren. Dies würde dahin führen, dass ein umfangreicher Codex über Wahl und Composition der Stoffe, über Fabrications-Vorgänge u. dgl. bezüglich eines jeden Verschleißartikels (deren es gegenwärtig an 300 gibt) dem Gesetze beigefügt werden müsste. Und mit all solcher mühsamen, bis ins kleinste Detail eines weit verzweigten Geschäftes ein» dringenden Arbeit wäre doch nur ein Eintagswert geschaffen; denn der zu regelnde Gegenstand ändert sich mit jedem Tage, je nach dem Bedürfnisse und der Marllconjunctur, welche auszunützen nur eine geschäfts« mäßig organisierte Fachverwaltung in der Lage ist. Die Folge einer parlamentarischen Ingerenz auf diesem Gebiete wäre einerseits eine Ueberbürdung der gesehgebenden Körper durch immer wiederkehrende Nachtragsgesetze und andererseits die völlige Lahmlegung der Verwaltung, welche keinen Schritt ohne vorangehende gesetzliche Vollmacht unternehmen könnte. Nachdem die Herren Interpellanten, wenn auch nur nebenher, die Art und das Maß der Prciserhöhun' gen des neuen Tabakoerschleihtarifes einer Kritik unterzogen haben, fo erlaube ich mir noch einige Worte über die Gesichtspunkte anzuführen, von welchen die Finanzverwaltung bei dieser Preisregulierung ausgegangen ist. Der Verschleiß der RegieCigarren, d.i. der in Staatsfabri-len erzeugten Cigarren, ist, von 931 Millionen Stück im Jahre 1878 auf 1351 Millionen Stück im Jahre 1887. der Verkauf der Cigarretten von 47 Millionen Stück im Jahre 1878 auf 532 Millionen Stück im Jahre 1887 gestiegen. Auf der anderen Seite haben aber auch die Erzeugungskosten in erheblicher Weise zugenommen. In dieser Beziehung mag erwähnt wer. den, dass die Kosten für ausländisches Tabakmateriale im Jahre 1878 nur 64 Millionen betrugen und für das Jahr 1887 mit nahezu 13 Millionen Gulden veranschlagt wurden; ebenso weisen die Fabricationstosten mit 6 3 Millionen Gulden im Jahre 1887 gegen 4 5 Millionen Gulden des Jahres 1878 eine erheb-liche Steigerung auf, welche nicht allein auf Kosten der vermehrten Erzeugung gesetzt werden kann. Ein belangreicher Theil dieser Mehrauslagen fällt auf die Vertheuerung der Productiunsmittel. Bei dem Rohstoffe ist es nicht nur da« Anwachsen des Bedarfes, sondern auch die Steigerung der Ansprüche in Bezug anf die Qualität, welche das Niveau der Preise fortwährend steigen lässt; selbstUtrständlich kann sich auch die Ta> batregie den Anforderung»'!!, welche an die Beschaffenheit dcs Fabrikates gestellt werden, nicht entziehen, sie muss namentlich bei den Cigarren durch eine befriedigende Anfertigung und insbejondere durch eine strengere Auswahl des D.ck'toffrs darauf bedacht sein, den gesteigerten Anforderungen des Consums zu genügen, wenn sie nicht Gefahr laufeu will, durch Ausliieten un» genügender Ware das bereits gewonnene Tenain wieder zu verlieren. Bezüglich eines anderen wichtigeren Factors der Erzeugungskosten, nämlich der Arbeitslöhne, welche namentlich bei den Cigarren und Cigarretten eine große Rolle spielen, ist es notorisch, dass dieselben (infolge der vermehrten Lebensbedürfnisse) in stetiger Zunahme begriffen sind. Aus den statistischen Nachweisungen ergibt sich, dass die durchschnittlichen Kosten der Aus- länderstoffe, welche im Jahre 1879 angekauft wurden. 81 fl, p^r metrischen Centner betrugen, während die Anschaffung des Jahres 1887 den Betrag von 111 fl. 69 kr. erforderte, dass somit die durchschnittlichen An-schaffungskosten um 30 fl. 69 kr., d. i. um 38 pCt.. gestiegen sind. Weiter ergibt der Vergleich der Aus» gaben an Fabricationskosten und Arbeitslöhnen linen diesbezüglichen Aufwand von 15 fl. 5 kr. im Jahre 1879 und von 21 fl. 7 kr. im Jahre 1887 per Meter« centner erzeugter Fabrikate; es ist somit in diesen, Zeit» raunie eine Steigerung von 6 fl. 2 kr., d. i. 40 pCt.. eingetreten. Unter dem Einflusfe dieser Verhältnisse ist die k. k. Regieruug mit der königl. ungarischen Regierung in Verhandlungen getreten, welche zu dem Ergebnisse geführt haben, die Preise einzelner Tabakfabiikate in einem dem heutigen Stande der Productiouslostcn entsprechenden Maße zu erhöhen. Es wurden von dieser Maßnahme zunächst die meisten Cigarrensorten und einige Sorten türtischen Tabaks, bei welchen die fortwährend steigende Nachfrage anderer Regien und Unter ruhmer die Preise des Rohstoffes außerordrutlich ver-theuert hat, betroffen. Alle ordinären Rauchtabake blieben von der Preiserhöhung ausgenommen; ebenso die billigste Cigarrensorte, die sogenannte Inländer-Cigarre zum Preissatze von 1'/« kr.; neueingefühlt wurde eine Sorte zu 2 kr. Diese beiden Cigarrengattungen um-fasseu dermalen einen jährlichen Absatz von 300 bis 400 Millionen Stück, während im Jahre 1887 an ordinären Rauchtabaken 204 341 metrische Centner abgesetzt wurden. Rechnet mau hiezu noch die Cigarretten um einen halben Kreuzer, wovon dermalen über 500 Millionen Stück jährlich verkauft werden, so muss man angesichts dieser enormen Umsatzmenge, welche von jeder Preiserhöhung uubcrührt geblieben sind, wohl zugeben, dass auf di? mindest bemittelten Consumenten bei deu letzten Preiserhöhungen entsprechende Rücksicht genommen wurde. Abgesehen von dem Tiroler Küurl-tabak. welcher um 50 kr. p>r Kilogramm vorkaust wird, kostet der ordinäre Landtabak fortan nur 114 kr. per Kilogramm, während der geringste Rauchtabak in Frankreich auf 12'/2 Francs, in Italien auf 8 Francs zu stehen kommt; die geringste Cigarre tostet in diesen Ländern 5 Centimes, d. i. ungefähr 2'/2 tr., während sie iü Oesterreich um 1'/.^ kr. zu haben ist. Aus dem Gesagten geht hervor, dass bei den vor-genmmnl'nen Aenderungen der Tabakuerschleißpreise große Gebiete des Tabatconsums von einer Preissteigerung nicht getroffen worden sind uud dass dort, wo eine solche vorgenommen wurde, dieselbe zum Theile die vermehrten Fabrications-Bedürsmsse zu decken be< stimmt ist. Wollte man übrigens den durch die Er« hohuug des Preises beabsichtigteu Zw ck erst bei den feineu Regie-Cigarren und den Hauana-Cigarren, welche zusammen nur emeu Iahresablatz von 80 bis 90 Mil» lionen Stück repräsentieren, erzielen, so hätte man den Preis dieser Sorten um beiläufig 730 Kreuzer per 100 Stück, d. i. um 7-3 kr. per 1 Stück, vertheuern müssen, was wohl den gänzlichen Verfall txs Verschleißes der meisten dieser Sorten zur Folge gehabt hätte. Zur Beleuchtung der Verhältnisse, welche bei Er« höhung der Preise der davon betroffenen Cigarrensorten maßgebend waren, mögen schließlich folgende Daten dienen, welche sich auf die ehemalige 2 kr.- und 4 lr.-Cigarre als die gangbarsten Sorten beziehen: Die Absahmengen betrugen bei der 2 kr.-Cigarre 1868: 349.842,000 Stück. 1887: 524.417.000 Stück; bei der 4 kr.-Cigarre 1868: 48.149.000 Stück. 1887: 244.122.000 Stück. Die Gestehungskosten stnd !" dem Jahre 1868 gestiegen b"i der 2 koCigarre lim 72 pCt., bei der 4 kr.-Cigarre um 89 pCt.; dagegen beträgt die Preiserhöhung der beiden Cigarrelisomn 25 pCt. ' .» Es sind demnach auch bei der jüngsten P"'»' erhöhung die Voraussetzungen, welche iu der Resol"""" des hohen Hauses vom 7. Mai 1880 als Epos" '^ die Preissteigerung hingestellt wurden, nämlich eryM Gestehungswert uud gesteigerter Absatz der betrefsmow Fabrikatjurten, seitens der Monopols Verwaltung '"» Auge behalten worden. ^, Die Abgeordneten von Zallinger. Taujye, Dr. Kathre'in. Dr.August Werber. Siegmuno, Lienbacher und Matsch eko urgieren die Ben^ erswttuuq über die Anträge, betreffend die Steuerge,ry gclmng. Es wurde beschlosseu. den Ansschuss z" v^ tragen, dass er binnen fünf Wochen nach WiederMn mentritt des Reichsrathes Bericht erstatte. Das Y"" schritt sodann zur Tagesordnnng uud nahm dieM!ev' betreffend dasAudgetProvisorium für das ersteQua^ 1889, ferner betreffend den Nachtragscredit für enn Ne.ibau der Hof. nnd Staalsdrnckerei iu Wien mW °' treffend die bänerlicheu Erbtheiluugsuorschriften,m ormr Lcsnng an. . «,», Abg. Ritter von Meznik reftrierte über We M ssierungsvorlage, betreffend die Vermehrung des ,5 ^, Parkes' der Staatsüahuen. Abg. Schwab sp"^^ gegen das vorliegende Gesetz aus im Interesse e richtigen Budgetierung. Man möge die Angeles bis zur Verhandlung des Budgets verschieben. AMv neter Siegmnnd empfahl einen beschleunigteren kehr der Lastzüge und stellte den Antrag, da»" zeichnis der Kohlenladungen und der beigestellten Gia° liahuwagquus von Zeit zu Zeit zu veröffentlichen. «^ a/ordnetcr Szczepanowski machte auf d»e züglichen Verkehrseintheilungen in Amerika a"M"1 ' Er begrüßt das Gesetz als einen Beweis für die 0 nähme des Verkehres, und stellt das Ersuchen a„" Minister, für die Waggons einzuführen. Handelsminister H^,-"" "die Bacquehem betonte die Schwierigkeit, welche su Bahnen darin liege, bei außerordentlichen AlMo/ ^ gen dru Verkehr zu bewältigen, hofft, dass dnrcy V'rlage den driqeudsten Bedürfnissen abgeholfen 1",^ erklärte, dass die Reqiernng dah,n wirken werde, ^ cmch bei den Prioatbahnen "-schliduug unpassender Bücher aus deu Schmer .„ theken. Die Abgeordneten Wrabetz und w" .^ interpellieren den Minister drs Innern, ob er u .^ se<. für Böhmen zwei Unfallversichernngsani «" ^^ errichten. Abg. P e r nerÜ 0 rfe r und Genome» ^ pellten den Ministerpräsidenten und den ^ ,^r> mimster. ob sie geneigt sind. sich über den^'w) ^l'-streit in Wien und das Vorgehen des Wlcner ,^ strates gegen die streikenden Setzer Bericht "'"^rats-lassen uud eventuell gegen den betreffenden ^ , ^ bcamtm strafweise vorzugehen. Die Mgeoronr ^ Zallingrr uud Genossen stellten em.n «'"^uar Reform des Gebäudesteuer-Gesetzes vom "> " 1882. — Nächste Sitzung morgen. «Hm voyage «i tarä par la nuit 6t 16 v6nl.? d'est I? pers st son lilg, Mit 6nlant, qu' ii »erre 6an» 868 bra» pour 16 garantir 66 I'kumiäil.6 6t. Is t6nir di6N ckauci6M6nt.» Anschließend bringt er auch aus der französischen «Faust»-Uebersetzung ähnliche Parallelen, wobei man den Organismus der Sprache dem Uebersetzer nicht selten unangenehme, ja den Humor herausfordernde Streiche fpielen sieht. z. B.: «Das also war des Pudels Kern. eiu fahrender Scholast?» in der Uebersetzung: «6'6t2!l. äone 15 w lmr-l0t.l,6» rin-gerällmt hat. Die «Wertherie». eine Vrrweiblichung des Werther, fasst man nach Groß am richtigsten auf. «wenn man sie als eine Mischung von Ernst und Scherz be° trachtet, als eine Nachahmuug. welche durch die Beimengung eines parodistischen Zuges einen Reiz mehr erhalten sollte.» Eine der wunderlichsten Curiositäten in der dem Verfasser vorgelegenen Sainmlung sind jedoch die zwei Bande: «I^6t,t,r6» 6c (^arloU« ü l^rullli6 son amis, s)6n6anl. 86« !iai8Ull8 KV6C Wtirtksr ^ra-6uit, 60 I'ailßlai^ (?) (1797). — eine Art von Werther für die höheren Töchterschulen! Wie geläufig — sagt Groß — muss «Werther» den Franzosen gewesen sein, wenn ein Pariser Verleger "sich darauf ""'WeN> anglisierte Lotte für sein Publicum Übertragung ^^, Und um wie v el populärer noch — fügt,^' Spraahe ob diese Briefe wirklich ursprünglich '" engM^^ ei'» erschienen sind, ins Auge fassend, bei ^ hel Franzose diese anglisierte Lotte erfunden y"'^„! dem französischen Publicum Interesse zu "" ^ber-Nun hätten wir die aufgeführten «We"y^ ^ ge' setzuugcn und -Nachahmungen der Franz"! ^, hel' »annt. Was aber bei der Lecture ""<""'" schloß eigentlichen Genuss bietet, das lässt N°) ^gus-und das wollen wir auch nicht, vorgml"' ^. d> hcbmi die vorzügliche Gruppierung des ^erhall pikanten Uebergänge, und vor allem o'r^llH vollendete Detaillierung des Inhaltes oer ^^^ sten und meist charakteristischen Auch" ""' ^^a. knappem Raume, ein thatsächlich echt kunstttr^d Ch^ gement, das dem Feinsinne, dem G'^^Kschaftl^" des Verfassers auch auf diesem selnem wM ^ zu ge Gange wieder alle Ehre macht — auo, ^ se"' nießeu. müssen wir dem literaturfreunoncu überlasse». . heftre""'"'" hie Wenn wir noch sagen, dass d.e . '^iM ^>it Verlagshaudlung e- reizende, b.souders für G.schenke M ^ „,r ."' von Groß reizend ausgestaltet hat. so ^ ^acht^ Pflicht, die uns dieses Buch so angemy'" -----wiss voll erfüllt. ^aibacher Zeitung Nr. 283.___________________________________2419____________________________ ________ 10. Dcccmw 1888. Politische Uel-erlicht. . (DazIubiläum Sr. Majestät.) Unbeachtet ^Absicht Sr, Majestät des Kaisers, alle feierlichen ^'ückwunsch Kundqcbnngen anlässlich srines Regierunas-"»bllällms zu vermeiden, haben alle befreundeten Höfe "nd Fürstenhänser sich nicht abhalten lassen, ihren uleundschaftsgchihlen bei dieser Gelegenheit Ausdruck ^ geben. So sind außer den von uns bereits bezeichneten «Men unter anderm auch noch vom Kaiser von Russ-l°nd und der kaiserlich russischen Familie, von der Kö-!Vn von England und vom Sultan in sehr warmen "llsdlückln abgefafste Glückwunfch. Telegramme eingelangt. Selbstverständlich haben alle diese Kundgebun-gei, von^Seite iunseres Monarchen die herzlichste Er-Merung gefunden. , (Parlamentarisches.) Der Budgetausschuss "emdigle die Verhandlung des Iustizetats. Der Zoll^ MchusK berieth den Handelsvertrag mit der Schweiz. AUtvich gab dem Wunsche Ausdruck, dass die Inter-IlMten gehört und die Abmachungen mit Deutschland "Wtheilt werden. Minister Marquis Vacquehem sagte "bes zu. Der Ausschuss wählte Sochor zum Refe-enlen. Die Fortsetzung der Debatte findet morgen >latl. ^_ Sämmtliche Mitglieder des Wehransschusses Flossen nach einer Besprechung mit dem Minister "klsersheimb, zu § 14 der Wehr'vorlage einen Zusah d ^"Worten, wonach vor Ablauf des zehnten Jahres >e Negierung eine Vorlage wegen Belassung oder ^'derung des Rrkrutencontingentes rechtzeitig cinzu-"'«gen hat. , (Zur Auflösung der Vezirlsvertre-"ng Cilli.) Wie die «Deutsche Wacht» meldet, erden bis zur Constituierung der neuzuwählrnd'li ^jlrlsvertretung der gewesene Obmauu Herr Stigcr '"d die Mitglieder des bisherigen Bezirksausschüsse l Geschäfte der Bezirlsvertretung weiter führen. ^ (Der Czechenclub) wählte eine fünfgliede-^ Deputation, bestehend aus den Abgeordneten I"«. E^nin. Steidl, Dr. Zucker und Masrk. welche ^" °m Prager Festlichkeiten anlässlich des 70.Oeburls-»ks Niegers thcilnrhuien wird. i.. (Mittelschulen in Schlesien.) Im Schulze 1887/88 bestanden in Schlesien 10 Mittelschulen, ."""ich 5 Obergymuasieu in Bielih. Tcschen. Tr^p ^ ^)> Weidenau, 1 Untergymnasium in Freudeuthal H ° 4 OberrealschullN in Vielitz. Iägerndorf. Dschen, ^ppau. Das Freudenthaler Untergymnasium wird ^ 'fassen. Am Gymnasium zu Teschen wurden laut ^Men Berichtes drei Schüler wegeu Diebstahlls, in <> ^'h einer wegeu unordentlichen Lebenswandels, in HP«« einer ebenfalls wegen Diebstahles aus> h. .(Das ungarische Abgeordnetenhaus) l<»? ^ ^^ Specialdebalte über die Rcgalablösuug ^sf- Nann die Spcialdebatte über die Vorlage be- M des Schankgefällks. h a t i e n.) Der kroatisch-slavonische Landtag ^ Donnerstag seine diesjährige Herbstsession gefchloff, n. ss," wurden neben dem Budget pro 1889 das wichtige ^ uscommuuionsgeseh und einige unbedeutende Vor> >M ^«anzirller Natur erledigt. Die Vrrhandluuglu . ylnrn von Seite der Majorität wie der Opposition ^ sehr ruhigm und sachgemäßen Verlauf. ,,^/Im deutschen Reichstage) begann Don-le.z "9 die erste Lesnng der Vorlage betreffs drr Al. li,,.' .""d Invaliditätsversicherung. Minister Böttichcr , l'vierte in längerer Rede sehr eingehend d,e Vor-lH' wies die gegen dieselbe erhobenen Bedenken zurück ^versprach eine sorgfältige Prüfung etwaiger Ab< ^i?""Nsallträge. «Kaiser Wilhelm I. — sagte der lek/I c ^ versicherte, das Zustandekommen dcs Gc< "rr l/' bie größte Freude seines Lebens.» Der Red« t>rr !?^s mit dem Wunsche, der Re>chswg möge bn bet ?""lh"ng sich vo.l der Devise leiten lassen: «L,e- .^^lus Serbien.) Eine Belgrader Zuschrift der !l>^ 'Wm Korrespondenz» gibt drr sicheren Erwar-^" Ausdruck, dass die große SkuMina. mög,' ihre ger^"""'sch»ng welche immer sem. ihr.r Aufgabe "li ^. ^rden wird. Es fei dies umso eher zu hlisfeu, ^sslii, '^ vorzulegende Entwurf einer neuen Ver-Mr,,i ^°" den hervorragendsten Vertretern aller !>asz? b^iis angenommen ist. Die Befürchtu,,^ ihr ^Skupölina.' falls das radicale Element m vc^ ""herrschen sollte, sich plötzlich in einen Con^ "'cht "?^andeln könnte, wird in Belgrad durchaus «ll/^/utschland und Frankreich.)Die.Nordd. riefe ^' bezeichnet die Anwesenheit deutscher Osfi-^'itli^ ?""kreich als eine Mythe, führt dagegen »a angfl,,7. dreizehn active französische Officiere auf. welche deln G^,Sprachstudien betrieben haben nnd zwischc» ^ie^vtklnber ^^^ November aus Deutschland aus-die s' " wurden. Die «Norddeutsche» bemerkt schließlich. Aite «Mchen Officiere wnrdcn von maßgebendlr ^l,tsHf"'"ertsllm gemacht, dass ihre Anwesenheit m '^"tlich ?"°, "Hl erwünscht sei; sie werden dies Hof-^ ""lftlg mehr reivecliercn als seither. (Italic n.) Eine Interpellation beantwortend, erklärte Ministerpräsident Crispi im italienischen Senate, obgleich die europäische Sachlage ernst sei, halte er einen demnächstigeu Krieg nicht für wahrscheinlich. Dir Be» ziehungru zu Frankreich s.ien jetzt normale und cor« recte. Der Krieg mit Frankreich wäre ein Unglück. Italien muss angesichts der wachsenden Rüstnngeu für seine Interessen, die eingegangenen Verpflichtungen und mögliche Gefahren Vorsorgen und für jede Eventnalilät bereit sein. (Die französische Kammer) nahm den Etat der schönen Künste und einen Theil des Cultns-budgets nach Ablehnung eines Amendements auf Re< dncieruug der Zahl der Bibthümer an. Der Justiz-minister kl klärte, die Regicrnng sei für die Tremning der Kirclie vom Staate, so lange aber das Concordat existiere, müsse mau es ausführen. — Eine große Ma» jorität des Kammercomite's ist gegen den Einkommen-steuer-Enlwulf des Fiuanzministers. (In Belgien) dauern die Dynamitanschläge soit. Die Dynamitcnds u.vsuchleu einen Persunenz»g in der Nähe der Stativ» LuugchampK in die Lust zu spreua/n. Die Regierung wird drn Ausnahmszustand verhängen.____________ _____________ TlMsnciligleiten. Se.Majcstät der Kaiser haben, wie das ungarische Amtsblatt meldet, für die Schule in Tüth-Keresztul, rölnisch'kalholische Schule in Visnyü, griechisch-katholische Kirche in Käny, Palägy u»d Vasas'Szentiväny. endlich für die griechisch-orthodoxe rumänische Kirche in Darvas je 100 fl. zu spenden geruht. — (Jung- und Altczechen.) Als sich am vergangenen Dienstag die ersten Redner für die Generaldebatte über das Wkhrgesetz beim Präsidenten Doctor Smolka vormerken ließen, erschien auch Dr. Rieger in Begleitung seines Clubgenossen, dcs Abgeordneten Max Hajel im Zimmer des Präsidenten; fast gleichzeitig traten Dr. Gre'gr und Vasaty an den Präsidenten heran, verlangten aber, vor Dr. Nieger in die Rednerliste eingetragen zu werden. Dr. Smolla, friedliebend wie immer, rieth zu dem beliebten Ausknnftsmittel: der Lotterie. Die vier Herren mussten um den Vorrang auf der Rednerliste losen. Der Erste griff Dr. Ricger in die Urne, die Glücksgöttin war ihm günstig, er zog seinen eigenen Namen aus der Urne; nach ihm wurde Dr. Gre'grs Name ausgelost, und dann erst der Name Dr. Vasatu's. — (Südbahn.) Mit Genehmigung der General« Inspection der österreichischen Eisenbahnen wird die Süd« bllhngesellschaft in dieser Winterperiode zur leichteren Beseitigung von Schneehindernissen auf den beiden den Schneeverwehungen zumeist ausgesetzten Strecken Laibach. Trieft und Marburg-Franzensfeste nebst den gewöhnlichen, anf eigenen Rädern lausenden Schneepflügen und ben son« stigen Schncebcseitiglmgs-Vonichtungen Locomotiv-Schnee. pflüge zur Anwendung bringen, welche an der Vorder» brüst der die Zilge führenden Locomotive« mit Schrauben zu befestigen sind. — (Schlafsucht.) Nach neunzehntägigrm un-unterbrochenen Schlafe erwachte am 28. v. M. der Franzose Chausfat im Alexandra-Palast zu London aus seiner Starrsucht. Er konnte sofort sprechen und erklärte, dass er sich bedeutend kräftiger suhle, als nach seinem letzten Anfalle, welcher einen Schlaf von nahezu vierzehn Tagen zur Folge gehabt hatte. Das Brftnocn Chauffats ist völlig gut, er nahm alsbald nach dem Erwachen etwas Brot und Milch zu sich. — (Frau Marie Gei stinger), welche schon längere Zeit an einem bedenllichen Augenübel litt, ist dicserlage von ihrem nahcn Gute Rastenscld nach Kla-grnfurt gekommen, um sich dort einer Operation zu unterziehen. Diese Operation geschah am Augenlidc, wo sich ein gefährliches Geschwür gebildet hatte, und wurde von Dr. Purtscher sehr geschickt vorgenommen; der momentane Erfolg kann als ein günstiger bezeichnet werden. Doch war der chirurgische Eingriff ein so scharfer, dass die Künstlerin während der Operation narkotisiert werden musste. Vorläufig muss sich Frau Geistinger noch die aröftte Schonung auferlegen und wird wohl für lange, wenn nicht sür immer, ihrer künstlerischen Thätigkeit ent-saaen müssen. — (Knochen fund.) Beim Abteufen des Haupt-földereoSchachtes nächst Wöllan in Steiermark fand man i„ «0 Mrter Tiefe in den die Kohle überlagernden Te. gelschichten thierische Reste, welche man für Bruchtheile des Skelettes eines Tapiers hält. eine Thicrart, die aus den ältesten Tertiärschichten bis in die Gegenwart reicht. .- (Ein Miniatur-Hausherr.) Wer um ein Billiges Hausbesitzer werden will. der beachte die sulaende Verlautbarung: «Von dem Bezirksgerichte Manteru wird zur Vornahme der öffentlichen Feilbietung des auf 150 st. ö. W. geschätzten ""/.-,^7'M Anlhnles au der Realität: Haus-Nr. 8 und Nr. 74 zu Rossatz, der 11. December 1888 sur den zweiten Termin br- stimmt.» — (Gattenmord am Hochzeitstage,) In Fürth wurde ein Mann verhastet, der seine Frau am Hochzeitstage erschossen hatte. — (Unerhört.) Unteroffizier: Einjähriger, Sie haben so viel Ahnung vom Comvagnie-Excrcieren, wie eine saure Gurke vom Tarokspielen. Und dabei erlaubt sich der Mensch sogar eine Brille zu tragen!» Local- und Provinzml Nachrichten. (Aus dem Reichsrathe.) Ueber die Freitag-Sitzung des Abgeordnetenhauses berichtet man uns aus Wien: In der heute stattgfundencn Sitzung des Abgeordnetenhauses legte die Regierung ein Gesetz vor, betreffend die staatlichen Begünstigungen für mchvere in neu? Landesschuld im Höchstbetrage von zwölf Millionen umzuwandelnde Schulden des Herzogthums Steiermark, Das Haus beschloss, dem Ausschuss-Antrage entsprechend, die gerichtliche Verfolgung des Abg. Vergant nicht zu gestatten. Die Wahl des Abg. Kowalski wurde agnosciert. Hierauf begann die Wehrgesetz-Debatte. In derselben erklärte Abg. Plener: Die Linke werde trotz des Widerspruches in der inneren und äußeren Politik für das Wehrgeseh stimmen, nm eine Zweidritlel-Majorität zu ermöglichen. Sie bewillige das Gesetz aber nicht diesem Ministerium, sondern nur der Armee und der Machtstellung des Reiches. Abg, Dr. Rieger erklärte, die Völker werden den Monarchen bei der loyalen Einlösung des deutschen Bündnis-Vertrages möglichst unterstützen. Das Bündnis mit Deutschland sei aus den Interessen der beiden Reiche hervorgegangen; die Gleichberechtigung beider Theile müsse man festhalten und jeden Gedanken an ein staatsrechtliches Verhältnis aber ablehnen. Ein Panslavismus bei den Westslaven sei nicht vorhanden, und das böhmische Volt wolle weder russisch noch deutsch werden und trete darum mit allen Kräften sür Oesterreich und dessen Dynastie ein. (Beifall rechts.) Minister Graf Welsersheimb bemerkte dem Abg. Plener gegenüber: Nach dem Willen des obersten Kriegsherrn solle die deutsche Sprache das Mittel zur Verständigung in der Armee, nicht das Mittel zur Parteiung sein. Für die Armee existiere leine Sprachenfrage. Die Regierung gche nicht vom einseitig nationalen, sondern vom allgemeinen öster» reichischen Standpunkte aus. Die Vorlage entspreche nicht dem einzelnen nationalen Interesse, sondern dem gebieterischen Interesse des Gesammtvaterlandes, (Beifall,) Abg. Dr. Grcgr (Iungczeche): Das böhmische Volk hege kein Vertrauen in die Zukunft; was nütze der Friede, der schließlich den Concurs der Staaten und den Ruin der Völker herbeiführen muss. Die Böhmen werden aber für jedes Bündnis sein, das den Frieden, die Unabhängig» leit und die Größe Oesterreichs sichert und sie bewilligen daher das Wehrgeseh, aber nur dem Kaiser von Oesterreich, dem Könige von Böhmen und dem österreichischen Staate, sonst aber niemandem. Der Schluss der Generaldebatte wurde mit I<)3 gegen 97 Stimmen angenommen. Die nächste Sitzung findet Dienstag statt. — (Slavischer Gesangverein in Wien.) Man schreibt uns aus Wien: Das am Kaiser-Iubi-läumsfesttage vom hiesigen slavischen Gesangvereine zugunsten eines Fondes zur Ausspeisung armer Schulkinder der böhmischen Schule und des Kindergartens des Vereines «Komensky» in Wien im kleinen Musitvereinssaale veranstaltete Wohlthatigtcits-Concert nahm einen in jeder Beziehung äußerst glänzenden Verlauf. Unter den Anwesenden bemerkten wir das Herrenhausmitglied Se. Erlaucht Grafen Johann Harr ach. die Reichsraths-abgeordneten Dr. Rieger, Dr. Trojan, Iahn, Schindler, Dr. Zucker, Dr. Spacel, Dürich u. a,, die Hofräthe Kratochvil, Mathiasch, German, Pauchly, Prof. Albert, Pros. Iagic, die Landes-Schulinspectoren Weber und Prousek und viele andere. Das Concert wurde mit einem neuen Chore Iahoda's: «Hercegovac», unter persönlicher Leitung des Chormeisters Al. Buchtn, würdevoll eingeleitet. Hierauf folgte ein schwungvoller, von Dr. Lenoch eigens aä Iiuc verfasster Festprolog, der zu einer imposanten patriotischen Enunciation des zahlreich versammelten, äußerst distinguierten Publicums den Impuls abgab. Hierauf folgte die neueste, geradezu überwältigende Composition Dvoraks: «Psalm 149», für gemischten Chor, die, mit einer muslergiltigen Präcision und äußerst seinen Nuancierung von Seiten der wackeren Sängerschar vorgebracht, einen frenetischen Applaus hervorrief. Der Vorlrag gab den trefflichsten Beweis von der wunderbaren Schulung und großrn Ausdauer sämmtlicher Mitwirkenden. I>i Herrn V, I. Bo -recky, der Wieniawski's Romanze und Finale aus dem zweiten Concerte für Violine vortrug, lernten wir einen neuen, sehr begabten Violinvirtuosen kennen, dcm man nach diesem seinen ersten Debut ohne Zaudern ein ungemein günstiges Horoskop stellen darf. H?rr Boreclu verfügt über einen großen Ton, sein Spiel ist niohldurch-dacht und tiefempfunden, seine Technil ist eine brillante, die äußere Form durchweg edel und gefällig. Herr Vo< rocky, der lebhaft acclamiert wurde, musste noch eine Piece, Wienimuski's Legende, hinzufügen. Der treffliche Männerchor brachte hierauf unter der bewährtrn Leitung seincs Chormeisters Gerbic' slovemschen Clior: <5,'Ija älovsueiz. na w^om» und Iajc' kroatischen Chor: «Zora» aus der Tragödie «Ariadne» von I. Gun-dulic (Tenorsolo: Herr Ignaz Mlcoch), Besonders war es der letzte Chor, der sowohl durch seine originelle Conception als auch durch die wunderbare In- zjailmchei Zeitung 3ir. 283._________________________________2420__________________ ______________ w. December 1888. terpretierung das lebhafteste Interesse des Publicums er» regte. Fräulein Olga Hueber, eine Claviervirtuosin von bereits wohl accreditiertem Rufe, erfreute sodann durch die mustergiltige Vorführung von Paderewski's Sarabande, Caprice und Menuett. Rauschender Beifall lohnte die Bemühungen der jugendlichen Künstlerin, die neuerdings ein frisches Reis in ihren stattlichen Lorbeerlranz gefügt hatte. Den Abschluss bildete der gemischte Chor Dr. Prohaska's: «2 wdü Llovon^cb» (slovakische Weisen), der ebenfalls ungemein gefiel. Der flavische Gesangverein hat vollen Grund, auf dieses sein jüngstes Concert mit Befriedigung und Stolz zurückzublicken: hatte ja selbes am besten dargethan, dass der Verein auf der seinerseits betretenen Bahn unaufhaltsam wacker fortschreitet. Der materielle Erfolg des Abends dürfte ebenfalls ein vollends befriedigendes Resultat ergeben haben. Dr. Drozda. — (Das Kaiser.Jubiläum in Rudolfs' wert.) Ueber die am 2. und 3. December in Rudolfswert stattgefundenen Acte der öffentlichen Wohlfahrt an« lässlich des 40jährigen Regierungs-Iubiläums Sr. Majestät des Kaisers berichtet man uns von dort: Am 2. d. M. vormittags um 8 Uhr versammelten sich sämmtliche Gewerbeschüler, 62 an der Zahl, in dem hiesigen Gymnasial» Gebäude, und es wurde vom Herrn Gymnasial-Pirector Andreas Senelovic an dieselben eine passende Ansprache in Gegenwart des Lehrkörpers, des Herrn Bezirkscom-missärs Otto Ritter v. Vestenet und des Herrn Gemeindevorstehers Dr. Albin Poznik gehalten, welche mit Zivios auf Se. Majestät schloss. Hierauf wurden sämmtliche Gelverbeschüler mit der Festschrift «6«82l l^ano ^oiok I», welche Festschrift von der hiesigen Gemeindevertretung gespendet wurde, betheilt. Um 11 Uhr vor-» mittags wurden die hiesigen Stadtarmen, 45 an der Zahl, im Rathhaussaale in Gegenwart des Herrn Re» gierungsrathes Ekel und der Herren Gemeinderähte mit Geldspenden im Gesammtbetrage von 186 fl. betheilt. Am 3. d. M., vormittags um 8 Uhr, versammelte sich die gesammte Gymnasial« und Knaben-Volksschuljugend in der hiesigen Franciscanerkirche, wo ein feierlicher Gottesdienst mit schönem Kirchengesange, zum Schlüsse mit einem ?6 vsum Iauä2iuu3 stattfand, welchem Gottesdienste Regierungsrath Ekel, die gesammte Lehrerschaft und zahlreiche andere Andächtige beiwohnten. Nach Beendigung des Gottesdienstes versammelten sich die Schulkinder der hiesigen vierclassigen Knabenvolksschule im Schullocalc. Nachdem die Schulkinder, 208 an der Zahl, mehrere patriotische Lieder gesungen, hielt der Vollsschulleiter hochw. Herr ?. Floren tin eine passende Ansprache an die« selben. Hierauf wurde die Volkshymne gesungen, welche mit einem dreimaligen Zivio auf Se. Majestät schloss. Zum Schlüsse wurden die Schüler theils mit der von der hiesigen Stadtvertretung gespendeten Festschrift «NaZ ee-8«r., theils mit den Bildnissen Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin betheilt. — (Meisterkranlencasse in Laibach.) Die gestern vormittags stattgefundene konstituierende Versammlung dieses neuen Vereines war sehr zahlreich besucht. Der Vorsitzende Herr M. Kunc eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache, worin er betonte, dass das 40jährige Jubiläum Sr. Majestät des Kaisers beim hiesigen Gewerbevereine den Impuls gab, zur Gründung eines so lange vermissten humanen Institutes für den Gewerbestand; er hoffe, dass bei voraussichtlichem Iusam« menwirken aller für das Wohl ihrer Stande8genossen be« sorgten Grwerbsleute aus diesem bescheidenen Anfange ein Institut entstehen werde, welches manchem Gewerbs-manne in Noth und Bedrängnis eine bis jetzt bitter vermisste Zufluchtsstätte werden wird. Herr D. Hribar verlas hierauf die von der l. l. Regierung genehmigten Statuten, worauf die Beitrittserklärungen seitens der Anwesenden entgegegenommen wurden. Nachdem der Vor« sitzende constatiert, dass die Zahl von 50 der statutenmäßig zur Constituierung des Vereines erforderlichen Mitgliedern bereits überschritten ist, wurde zur Wahl des Vorstandes geschritten, welche folgendes Resultat ergab: für den Vorstand die Herren: Karl Binder, Adolf Tön-nie«, Varth. Zitnik, Eduard Schlegl, Ludwig Widmayer, Franz Sturm, Mathias Kunc, Josef Vukovnik, Johann Bonac, Alois Ienko, Leopold Tratnik und Ferdinand Schaffer; als Ersatzmänner die Herren: Vinko Camernik, Anton KoZir, August Numpel, Karl Hinterlechner und Alois Krimer. In den Ueberwachungsausschuss wurden gewählt die Herren: Anton Klein, Josef Vidmar und Vincenz Zirnstein als Mitglieder; die Herren Ravnikar, Tomic, Hribar als Ersatzmänner. Bei der sofort stattgefundenen Constituierung des Ausschusses wurde Herr Mathias Kunc zum Obmann, Herr Adolf Tön nies zum Obmannstellvertreter, Herr Leopold Tratnil zum Cassier und Herr Franz Sturm zum Schriftführer gewählt. Zum Obmann des Ueberwachungsausschusses wurde Herr Anton Klein nominiert und sodann die Versamm-lung geschlossen. Wir wünschen dem neuen Vereine eine gedeihliche Entwicklung und allseitige Förderung seiner lobenswerten Bestrebungen zum Besten unseres heimischen Gcwerbestandes. — («atie»8lovyu8llH.) Anlässlich des 40jähr». gen Regierungs.Iubilaums Sr. Majestät des Kaisers machte obgedachler Verein sämmtlichen slovenischen Lehrer« und Schülerbibliotheken 1250 patriotische Verlagsbücher zum Geschenke, — (Aus Sittich) schreibt man uns: Entsprechend dem Wunsche unseres erhabenen Monarchen, den 2 December ohne äußeres Gepränge lediglich durch Acte der Wohlthätigkeit zu feiern, veranstalteten die Bewohner von Sittich am genannten Tage nicht — wie ursprünglich beabsichtigt wurde — ein großes Fest, sondern es 'fand lediglich nach dem sonntäglichen Gottesdienste eine Bewirtung der Schulkinder statt, welchen bei diesem Anlasse der k. l. Bezirlsrichter Herr Alois Jen-cic die Bedeutung des Tages darlegte, die Jugend auffordernd, jederzeit in unwandelbarer Treue Seiner Majestät und dem Allerhöchsten Kaiserhause treu und ergeben zu sein. Abends waren im Gasthause des Herrn Fortuna die meisten Bewohner von Sittich versammelt, welchen sich viele Persönlichkeiten aus St. Veit und der Stadt Weixelburg a geschlossen hatten. Lebhafte Begeisterung rief ein Toast des Herrn Gemeindevorstehers Muli auf Seine Majestät den Kaiser hervor, der in aller Herzen Anklang fand und mit Hoch- und Slava-Rufen auf den vielgeliebten Monarchen endete. Der kaiserlichen Diener, beziehungsweise der l. k. Beamten, gedachte Herr Notar Stanko Pirnat in einer warm empfundenen Rede, wofür Herr Vezirlsrichter Iein'ik dankte und zugleich dem gesunden und loyalen Sinne der Bevölkerung des Sitticher Bezirkes volle Anerkennung zollte. In Aösendorf bei Sittich bewirtete zu gleicher Zeit Frau Helene Edle von Födransperg aus Anlass des Kaisertages ihre zahlreichen Bediensteten, wodurch die ge« nannle Frau ihrer Loyalität ein schönes, ehrendes Zeugnis ausstellte. — (Concert des «Sl av ec».) Das vom Arbeiter-Gesangvereine «Slavec» am vergangenen Samstage im Redoutensaale veranstaltete Concert kann mit Bezug auf das gewählte Programm und die exacte Durchführung desselben zu den gelungensten und besten dieser Saison gezählt werden. Das Concert war gut besucht, und es beehrten dasselbe der Landespräsident Baron Winller, Feldmarschall-Lieutenant Ritter V.Keil, Generalmajor Ritter v. Schilha wsly, kais, Rath Murnil und andere distinssierte Persönlichkeiten durch ihre Gegenwart. Die Militärkapelle excellierte durch den brillanten Vortrag dreier Piücen, von denen insbesondere «^iaä8uli»1» von Schmied, eine rwrzügliche Zusammenstellung böhmischer Opern- und Vollcmelodien u»d die Phantasie von Glinka „Kamai'in-slca^i" gefielen und reichen Beifall errangen. Herr V, Mo-se r trug eine Romanze von Sarasate und eine Mazurka vor; reines Spiel, insbesondere in Doppelgriffen und Flagcoltönen, sowie gefühlvolle Wiedergab»» der Gesangs-stellen erwärmten die Zuhörer zu wohlverdientem Veifalle. Der Chor in der Stärke von 60 Sängern leistete unter der Leitung seines Chormeisters Herrn Ritter v. I a n u-schowsty Vorzügliches. Die Chöre, mit großem Fleiße und Sorgfalt studiert, wurden mit einer Exactheit und bis ins kleinste Detail sich erstreckenden seinen Nuancierung vorgetragen, welche die volle Anerkennung und stürmischen Beifall des Publicums eintrug. Der Chor „V npo-nnn ül. ViNi.ir^" von S. Vilhar, in welchem Herr Neben-sührer mit weichem, wohlklingendem Bariton das Solo sang, ist eine größere, sehr kräftige und für die Sänger daul-bare Composition, in welcher insbesondere das «?o Mvi'u» reizend hervortritt. Sehr schön und correct wurde der schwierige Chor «Slovo» von A. Nedved vorgetragen. Das Tenorsolo sang Herr I. Pavsek. Derselbe hat eine sympathische, helle Stimme und einen recht hübsche» Vortrag. Seine Leistung fand die vollste Anerkennung. Die Chöre «Waldeszauber» von R. Schumann mit Be» gleitung von zwei Hörnern und zwei Posaunen, sowie der Chor aus «ttoi-cm^ki slavöok» von A. Foerster mit Orchesterb?gleitung wurden frisch und feurig executiert. Das Tenorsolo nach letzterem Chor sowie das schwer-müthige Lied «NrtvH I^ub^v» von Vilhar boten dem ausgezeichneten Tenoristen Herrn I. Med 6 n Gelegenheit, durch schönen Vortrag und volle Entfaltung seiner mächtigen Stimmittel die dankbaren Zuhörer zu reichem Veifalle zu begeistern. Das Publicum folgte dem interessanten Programme bis zum Schlüsse mit vollster Aufmerksamkeit. Der strebsame und ausgezeichnete Sängerchor sowie dessen tüchtiger Chormeister können mit voller Genugthuung auf die wohlgelungene Aufführung zurückblicken, und es wird der Verein auch in Zukunft, wenn er, wie jetzt, vorwärts schreitet, sein dankbares, kunstsinniges Publicum finden. — (Erzbischof Dr. Zorn.) Wie das «Eco del Litorale» aus Rom erfährt, wurde der Erzbischof von Görz, Msg. Dr. Alois Zorn, zum päpstlichen Thronassistenten ernannt, mit welcher Würde auch die Erhebung in den römischen Grafenstand verbunden ist. — (Aus Neudegg) schreibt man uns: Aus Anlass des 40jährigen Negierungs - Jubiläums Seiner Majestät des Kaisers wurde in Neudegg am 2. d. M. in der Kirche feierlicher Gottesdienst und am 3. d. M. die Schulmesse mit Segen und «I'o Doum I2uclaln»8> abgehalten. Nach der Messe wurde die Fahnenweihe für die Schule vorgenommen und sodann die Schuljugend bewirtet. — (Todesfall) Wie der hochw. Herr Missio-när I. Solnce aus Amerila der hiesigen «Danica» berichtet, verschied am 16. October in Minneapolis nach langer Krankheit unser Landsmann ?. BartholonmlS Rajgelj aus dem Benedictiner-Orden als Pfarrer der Gemeinde des hl. Bonifacius. Der Verblichene wurde am 21. December 1848 zu Witnach bei Kra in bürg geboren und kam nach Amerika im Jahre 1869. Zum Priester ward er geweiht im Jahre 1873. Die M der slobenischen Missionäre in Amerila wird von I")l zu Jahr kleiner; binnen acht Jahren sind fünf von ihnen gestorben. — (Erdbeben.) Manschreibt uns aus Littai: Heute, den 6. December, um 1 Uhr 15 Minute» «no Sonntag, den 2. December, um 5 Uhr 13 Minuten morgen« wurden hier Erdstöße verspürt, von denen der letztere von dem charakteristischen Brausen begleitet war, während M der heutige durch bedeutende Stärke auszeichnete. B"d Stöße wurden übrigens im Ortsbereiche in verschiedener Intensität beobachtet. Zeitdauer derselben circa 5 Secun« den. Witterung mild, starker Nebel im Savethale, he«" Reif in der Waldregion. , — (Verfchwunden.) Der Agramer Notars«^ stitut S chli n dtner wurde Donnerstag abends in Na"» angehalten und nach Agram eingebracht. Schlindtn.er Chef, der Notar Hof mann, deponierte bei Ger'yl 15,000 fl. als Caution. Die gerichtliche ComniM"' welche die Kanzlei visitierte, sand in den Cassen «men Kreuzer. Bisher wurde ein Abgang von circa 40.VUU s -Pupillengelder constatiert. ^ Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.' Graz, 9. December. Der Kaiser wird in den »»Men Taqen zur feierlichen Eröffnung der technische» V°^ schule nach Graz kommen. Nach einem Aufenthalte m> etwa zwei Stunden wird der Kaiser mittelst Hofiepar" zuges die Rückreise nach Wien antreten. .... Neusatz, 9. December. Der Patriarch der serbl^' Kirche German Angjelic, ist gestorben. Rom, 8. December. Der «Osservatore Nomano dementiert formell die Nachricht, dass das Prole" ° stehe, einen Congress sämmtlicher katholischer V" " nach Rom einzuberufen. — Der Papst empfieligIMv , welcher ein Schreiben des Zaren überreichte. ChlNlcroi, 8. December. Mehrere SocialisienMl, darunter Defmsseanx. wurden verhaftet. . .^ Petersburg, !). December. Ein heute publ'""' Befehl des Kmsers schließt die sogenannte Pah""' ^ Commission zur Revision des Iudengesehes. .. >^, Madrid, 9. December. Alle Minister denMomr ten. Saqasta wird die Reconstruierung des .^'"' ohne Mitnmkung der Dissidenten der Majorat suchen. ____- Lottozichiulg vom 5. December. Prag: 79 59 17 46 88.______ AcrMlmlc. Im Spitale: s,<.sihel, D e n 2. December. Lorenz Ruß, Ncalitätenve, v 66 I., (^reinomklo!,!». . 26 3' Den 3. Pecember. Iosesa Grajjar, Arbeiterin, Mcteorolossische Bcobachtunsseu ^n^aibach^. S S^ s"________ 7. 2 . N. 746-8 0 0 O. schwach °ew0 8 . Ab. 747 1 -1-2 O. schwach ^beniMN^^ "7^l7M"747^b -2-6 windstill bewö« ^.^ «. 2.N. 746 9 -2-2 O. schwach bewö'" '<^_A>^746'9 ^1^4 O^schwach___bewol»^^-^ AU 9.90 ii. 2 . N. 743-3-3-8 windstill AU 0 . A. 741 - ii - b - 0 windstill ^v" ^ ^„ Den 7. December trüber Tag, lein Smnm'b "- ^fhe^ December vormittags bewiillt. nach 2 Uhr ""K"2r M", »cnmss. Sonnenschein, abends bcwoilt. DlU 9. ^cc.^^ttl reif. den nanzen Tag Nebel. Das Tagrslmttcl 0» ^HuM au den drei Tagen - 0 6", - 34° und -^ ' ' lc. weife um 0-6«, 31° und Verantwortlicher Redacteur: I. Nassl^—^^ Jür Ganbe. ^eAl'hc"^ Eine sehr interessante, 132 Seiten lange illust",,^,g oh'" lung über Taubheit uud Ohrcngcräusche ""° ^reu-^.^1,0', Verilsssturima. verscudet für 10 lr. franco ^-Hz) 104^^. Wien, IX., Kollmgassc 4.___________________^---------- Eingesendet. Nicd"st<"H Fräulein Maria Zierer hat das °en «,^n "" bereits verfallene Gefchäftsleben in der ^l, ,^ ^r aufgelassenen Aotel^ ^«^?P"'I prompt " h ziigliche Kiiche und guten Geträ.ile billiac Bedienung, durch Veranstaltung "<"' ^sla"l" Vereins-Abenden wieder erweckt, weshalb ^ ^^.che" tion einheimischen und fremden Gästen z Vesuche bestens empfohlen werden ?""" ^. ^gästt' 2421 Course an der Wiener Korse vom 7. December 1888. «»«»«»^«u.« «»u«««.. Staats'AulehtN. 5°/« Temeser Vanat .... I(»4 —IÜ4 50 ^ennntc z<,.gz 8ig^ b°/<> ungarische...... I04 25 105 le 23 °7° stan c ^°° ' '" - '"2° D°na».»te».^se °°/° 10° sl. . 128 - ,2» 5° ,^«ö°/° ssllustel Ion . ,42 7.143 25. ^"- «Inleihe 1878. steuerst« 10« .. 107 - lx«I «taalslose 100 i?o ?« 171 llo Anlcbcn b. Vtabtgemrinbc Wien 105 40 ioo>— "" . . 5o " ,7«?n 171 2!, Nnlcben b. Sladtgemeinde Wien ' °v . I70 70I7, ^. (Silber und Gold) ,...-'- -.. >°/ n ^ PrcimienNnlb.SladtgtM.wien 144 50 145-- d<«A ^ldrente. steuerfrei . 109 80 1l<» 50 «ls<»ni»^vl.l, ""l »lotenrcnte. steuerfrei »7 »o 97 70 'PlaNlll,Ntse ^'«°Ibre«f, ^°/ .o« ^ Vobencr. allg. österr. 4°/« Volb . 123 - 12«'50 ' ««Hiel«,,./A ' ' ' ' ^3? ^ ""> °^ dto. i„ 50 . . 4'/.°/° ,00 20 100 5U ' «Mnb N.fi,^ «'«,«' ."" "2" bt°. in 50 , . 4»/„ . NS-20 N8'7« ' ^Nbahn.'?/^H^ '^ " l"'°" dt°, Plämlen.ychulbverschr.««/« 108 50 I0i - ll^lÜM.U», "°"^l"" "7 5,118- bto. , 4«/„ . . 98 90 100 2s. ^'Weg N^^^^ "8-188 40 bto. « 4°/o . . 99 90 100-!i!> » "°!c 4°/„ 100 ,l, . 1,4.50 «0 - Nng, oll«. Vobencrebit.Nctienges. ^Ndtnn.-Obliaationen '" ^'" ""^ """"' ""° "" "^ Mr 1N0 fl, o« 5« Oefterr, Norbwestbahn . . . ,0« 20 >0c 7U '"«Nbürglscht . . . 104 20 105-- Siebenbürgel ...... -- -- Gclb Ware Gelb Wa« I«^«^«^"'"'^°'' - - '»»^,l»»- Nctisn von Transport- 7"°' t N '. '. ' '. ', ii: ^I> !lU3 Untornchmungel Unss.galiz. Vahn..... 99 75 100 — (per Stück). <5l»,„l. N»l. «lbrecht.Vllhn 200 fl. Gilb« . b» 50 5< - Hlverse i!ose «llsold.ifiumVahn 200 fl. Sllb . 193 25 194 - _ (P«r tzlüll). «usfig.Tepl. Eiscnb. ,00 fl. LVl. -- -- «rebitlose 100 «..... ,«4>75 I85'l5 Vöhm. Norbbahn 100 fl. . . . ,»1 .. ,g» — Llary-Lose 4«, sl..... ^ - 59 — „ Wefibahn 20« fl. . . . «l6 — »17 — t"/s, Donau.Dampfsch, 100 fl. i,<>.- — - »uschtiehrader «tisb. 500 fl. «Vl.------— — Lalbacher Prämien.«lnleh.20fI. 2<— 24 50 „ M. ») 200 fl. . 852'—»Y4 — Diener ^'osc 40 N..... ez - --- Donau ° Dampfschiffahrt« ° Vcs. Palssy.Lose 40 sl, ... z-2ü 57>75 Oefterr. 500 fl, LM 3"«'— 89« — Mothen Kreuz. öst.Ges.v.io sl. 18 4» 12 8« Dlau.Eis,(Bat,.Db..^,)l0oN.S. l»»-75 ,99 »5 Nubolf.Lose 10 fl..... 20— «1»0 Duf.«odenbacher«.,N.200sl.K. 444—447 — EalM'Lose 40 N..... «,— «4 .- «lisabeth.V°hn 200 sl. «Vl --— - — k't..Ven°!«.Lose 4«, st. . . g4 «5 «»2l^ „ ^inz.Vubwei« 200 sl. . —>- — walbstein.Lose 20 ss. . . . 40» "— . Gl»b..I,r,III.ahn»Vesellschaft »00 ft. ö. W. 208 75 209 75 Depofitenbanl, «llg. 200 ss. . ,«i'5ll 182 5n Llohd.öst.ung..Trieft 5oo fl.„«. ««50 »8- bto. (lit. N) 200 fl. Silber . 199 4t> 19» «0 enndcrl,.. öst.200fl, G,50>, , Ocfl«r..!!!,ss. Vanl . . . . 874 — 87« - Rubolf.Bahn 200 fl. Silber . ,94-25 i»4 eo Unionbanl 200 fl..... l0» ^>o 20» 75 Siebenbiirgcr «tisenb, 200 fl, . —>— —- — Verfebrsbanl, «lla., 140 fl. . 15.3.50 154 — ktaatseisenbahn 200 sl. i>, W, . »48 80 »49 — > G,lb Wl7^ Vlldbahn 200 fl. Silber . . . »7 25 97 75 Güb.Norbb.»Verb.,V,200fl-— 181 80 llNss, Nordoflbahn 200 sl, Silber «73 50 174 - Nn8,Westb.si«aab»Vlaz)»0(,fl,S. I?» 75 l80 2b Industrie-Act!« (per Stück). Lgydi unb Klnbbera, Visen, und Stahl.Ind, in Wien 100 fl, , ?2 — ?s> — !«isenbahnw..Lelhg. I. 80ll,40'V<,-------— — ,««lbcmiihl", Papiers, u. »,.G. «— l8 — vtontanoGesellsch,. österr.»alpine 42 50 4« 75 Prag« «iisen« Inb,. Ves, 200 sl. sc»8 5« ?N4 50 Salgo^Tari, «tisenraff, 100 fl. . ,9» - ,99 — Wafienf.-G .Oeft. in w,i00fl. . 821 — »22 — Devisen. Deutsche Pl«hr...... 5» /2, s.9 8» London......... !»l 75 ,22.« Pari«......... 48 ,0 «8 17» Valuten. Ducalen........ »77 »79 ü0»stranc««Stücke..... 9 «i »«b.^ Zilber......... —-— — — Deutsche Ncichsbllnlnoten . . «70 59 77, Italienische «anlnotcn (100Lire) 47«« <7 70 >l,