Laibacher W o ch e n b l a t t z u m Nutzen und Vergnügen. I^ro. 5l. ^ Freytag den 22. Decembei'. i8lH. Das I o a n n e u m ") in Grätz. 33as der Rsgentenstamm der alten Habsburger seit einem langen haym Jahrtausend für Oesterreichs Volker geleiM, liegt vor den Augen der danrbaren Welt; dl.'Geschicht?har es in die Felsentajeln ihrer Ewigkeit angezeichnet, und vergessen werden die Thaten dieser väterlichen Fürsten mcht, so lauge aufder Erdo weiten Gauen dieser Göttin nur ein Altar noch brennt. Am Sternenhimmel unserer Zeit glänzt Franz, der Retter Emopens, der im *) Da sich dieses herrliche Institut, em ehrwürdiges Denkmahl wahrer Fnrsten-größc, nickt nur in der Hauptstadt unsers Nachbarlandes besmdet, sondern da es von seinem durchlauchtigsten Stifter für ganz Inneröstreich berechnet ist, so dürste gegenwärtiger Aussatz für die innländi-schen Leser dieses Blattes ein zweifaches InKresse haben. langen schweren Kampfe gegen die Feinde seines Hauses, und in dem noch schwerern mit dem eigenen Vaterherzen glorreich bestand. Hohe^Gaben, seltene Verdienste, stechten nm die Schläfe seiner durchlauchtigsten Brüder die Kronen unsterblichen Ruhmes. Wo ist ein Pailast, wo aus Alpentristen eine Hirtenhütte, wo in Bergwerken ein Schacht, worinn nicht Herzsn voll Achtung und Liebe glühten , wenn der Nahme Sr. kaiserlichen Hoheit des Erzherzogs Johann genannt wird? Dieser erhabene Prinz ist es, der Inneröster-reichs hohe Alv'nrücken erklettert, und m ihre schauerlichen Tiefen hinunter stieg, der mit dem muntern Bergmann in seini' Schachten fuhr, und so die Natur in ihrem Erschaffen und Zerstören schaute. Er durchsuchte mühsam alte Denkmahle, Ruinen und Archive, und sammelte Mes, was einheimische Landescultur begründn und fordern mag. Diese reichs Ausbeute Höchsteigener Forschungen und Mühen, theils der Vernichtung entrissen, theils der Natnr abgetrotzt, the:ls mit große« Opfern erworben, geruhte der Erhabne zur Aufstellung in einem Museum, zum Behufe praktischer Studien gemeinnütziger Wissenschaften und zur Bildung der Jugend den Herren Ständen der Steyer« mark huldreichst anzubiethen. Die Harren Stände von Dankbarkeit gerührt erkauften das Graf Lesl e'schs Haus in d.r Räuber--gasse, nachdem es zuvor Ss. Majestät der Kaiser selbst in allerhöchsten Augenschein nahmen, und den Kauf desselben genehmigten. Schnell empfing dieses schöne Gebäude an und in sich den Charakter seines künftigen Berufes. Der Garten erhielt die Bestimmung einer praktisch botanischen Schule mit einsm Treidhanse zur Bewahrung exotischer Pflanzen. Die Zeich-nungs? Akademie war in das Museum verlegt, und im November i8li den öft fentlichen Besuchen aufgeschlossen. Als am 26. November dess'lben Jahres die Herren Stande auf dem Landtage versammelt wäre', überreichte ihnen im Nahmen Sr kaiserlichen Hoheit höchst-dtzsselben General - Adjutant Freyherr von Pley die feyerlichi Schenkungsurkunde. Im §. 2. sagt der durchlauchtigste Suftcr: „Nach memcm Tcde bleibt dieses Mu-„säum, so wie es sich gegenwärtig besin-„det, und in der Zukunft noch von mir „vermehrt und enmirert wird, mit all sei-„nen Bestandtheilen ein unwiderrufliches ^Eigenthum der ^Herren Stände Gtsyev-„marks, jedoch mit der Verpflichtung, „es inlmer zn jenem gemeinnützigen Zwecke „zu verwenden." Dieser Zweck wird nnt den herrlichen Worten angeg ben: „Geistesbildung in dem Vaterlande zu verbreiten , und dem Staate brauchbare Diener zu erziehen." Zugleich räumten Se. kaiserliche Hoheit den Herren Granden das Ernennungsrecht zweyer Curcttorm dieses Instituts ein. Sogleich übersandten die Herren Stände ein Danksagungsschreiben, in welchem sich Dankbarkeit, Ehrfurcht und Liebs für den erlauchten Für- sten gleich lallt aussprach. Zum Beweise nur folgendes herzerheöendes Bruchstück aus demselben: „Ew-g - großmüthiger „Prinz —^ ewig werden sie für Sie nicht „erkalten diese Herzen, und Ihr gcse,;-„nens Andenken wird nimmer aus nnse '., „Gefilden schwinden; denn Sis haben „sich in der Steyermark em Monument er-„richtet, das kein Blutbefleckt, kein Fluch „belüftet, bey dem der Genius der Mousch-„häit eine Freudenthrcms weint. Unzn-„ftöcbar, wie unsers Vaterlandes 3Np)n-„gebirge soll es bestehen, dieses hehre Mo-„nument, geschmückt mit dem Nahmen sei--z,nss erhabenen Grunders. Möge stets ein „schützender Engel über Steyermarks Io-„anneum schweben! Möge nie eine ver« „wegcne Räuberhand es encweiyel»! Möge „noch der Sohn serner Generationen nach „einem halben Jahrtausend seine sriedli-„chen Hallen besuchen, bey den G ätzen, „die fle enthalten , Geistesbildung sinden, „und stgnen den großmüthigen Stifter, „der in diesem wohlthätigen Institute sei-,,nen Nahmen und das Gedächtniß sei^r „Verdienste um die Menschheit verengte. ^^ Das Recht, zwey Curatoren des MuL siums aus ihrer Mitte zu erwählen gaben die Herren Stande in die H^de Sr' kaiserlichen Hoheit zurück. Noch am nemüch-ni Tage erwiederten Ge. kaiserliche Hotzoit deu versammelten Hencn Standen: „Die Herren Stände haben Mir d'l5 „Wa^l der zwey von ihnen zu ernennen „kommenden Curato^n Übertrags«; äus-„serst geschmcichelt urch dieseu Bnveis „ihres Vert.au^ns, q!aube i >- nach meiner „innigsten Usberze^guNZ -olgende benennen „zumutn: „Zu meinem Vertreter und Kurator „den würdigen und durch lange Gescbäs s-„fuhrung erfahrnen Landeshauptmann Gras „fen von Attoms, als dem Vorsteher dss „ständischen Körpers, als den angesehen- „sien ^aus dem Hsrrenstanbe, ^sr mein vollkommenstes Vertramu besitzt" „Die Schenkungsurkunde spricht nur „von eimmKurator aus dem Herrenstands; „da ich bereits aus demftlbcn den angeft-„hensten zu Meinem Vertrstter ernannte, „so glaube Ich mit Billigkeit nun einen „aus dem geistlichen Stands benennen zu „können, allein ohne Fclge für die Zukunft, „scndern nur für den jetzigen Fall" da oh-„neoieß uach Meinem Tode der erst? Platz „aufzuhören, und dann blos ein Kurator ,,ausdem Herren- und einer aus dem Nit-„terstande zu bleiben hat." „^u diesem Platze den Äbten zu Ad-«,mont, als einen ssiner ausgebreiteten „wissenschaftlichen und Landeskenntniß, „und seines persönlichen Charakters allge-,,mein geachteten Mann." „Hum Kurawr aus dem Ritterstande „den Herrn Johann von Kalchbevg, bekannt 5>ourch seinen lu?rarischcn Ruf, durch seine „Landesknnwißund sems Denkart" Hierauf ertheilten Se. kais. Hoheit Ihrer neuen Stiftung die Statuten Di^em zu Folgs soll sich dieft vaterländische Anstalt auf folgende Gegenstände erstrecken : !. Geschichte. Zu dieser Rubrik gehören alle auf irgend ein erhebliches Landest«? tereffe Bezug habenden «) Urkunden ans allen Archivcn des Landes, entweder im Original oder doch in diplomatisch genauen, beglaubigten Abschriften, b) Alle im Lande voifindigen Denkmähler der Vorzeit, c) Die inländischen Münzen von allen Metallgattungen. c<) Zu den Sammlungen aus dem Gebiethe der Genealogie gehören Beyträge zu einer möglicdst dollsta'ldigen Wappen-und Siegrl-sammlung. e) Histytische Manu. fcripte. l) Gedruckte Werke, welche die Geschichte, und Statistik Innerösters 1 reichs und seinsr Nachbarlands lm Gau--zcn od:r Einzelnen betreffen. F) Dis Portraitsreihe dsr Landssfurst'« und biographische Züge der auf irgend eine Weiss um Inneröstsrreich verdienten, oder aus seinem Gchooss entsprungeren, im öffentlichen Geschäfts- oder im wis-senschaftlichsn Leben ausgezeichneter Männer. ü. Statistik mit allen ihren Vubdivi-sionen. !!l. Physik und Mathematik. :v. Naturgeschichte. Die Produkte Innerösterreichs werden nach Kreisen, Bezirken und Gegenden gereiht, vollständig zn überblicken fsyn. V. Das Laboratorium der Chemie. VI. Für praktische LandwlNhschaft sinden sich sämmtliche Mooslle der bisher bekannten agrarischen und überhaupt ökonomischen Werkzeuge und Maschine», dann die neuesten und bessern Acker-geräthe, nm damit sogleich Versuche im Großen anzustellen; eine ökonomische Gewächs - und Saamcnsammlung wird diesem b^ygcsligt werden. Vii. Technologie. Vlll. Die zu dem Museum gehörige Büchersammlung soll die Hauptwerke , die nothwendigern Hülfsbücher aus diesen Fächern, und die einschlägigen Journale des Im, - und Auslandes , endlich alles Nahmenswerthe, wat über Inneröstcrreich ooer von In-nerösteneichern geschrieben wordm ist, umfassen- Hierauf folgen einige Vorschriften, betreffend die Modalitäten der Benützung des Museums — odsr dessen lei-tung und Verwaltung. Se kais. Hoheit beschlossen die Statuten mit folg-nden Wortm, welche nur aus dem Munde swes wahrhaft großm und edeln Kirsten stießen können -. „Möge „dieses National s Museum, die Frucht „und Freuds so visler Meiner Lebenssiun-„den, mit demselben Sinn empfangen „werden, als es gegeben wird, möge es ,,einem anlagenreichen, biedertreuen Volke „ und deffcn kommenden Geschlechtern so „nützlich werden, als Ich es wünsche, und „so an seiner Stelle mitwirken zum gros-„sen Ganzen, dessen zunehmender Flor „und feste Dauer unser Aller Hoffnung, „Stolz und höchster Endzweck ist !" Sogleich wurde Hand angelegt, um der herrlichen Schöpfung Leben einzuhauchen. — Nur noch einen flüchtigen Blick auf die innere Einrichtung dieses vortrefflichen Institutes. Ein großer Saal enthalt eine bedeutende, dnrch Dolands und Ramsdams Werke interessante Sammlung physikalischer und astronomischer Instrumente. Darunter eine Voltaische Batterie von 3 " Paaren sechszölliger Platten, eine Elek-trisirmaschine mit doppelten Scheiben von Iäzölligem Durchmesser u. s. w. (Die Fortsetzung folg.) Tapferkeit der Preussen und Russen in der Schlacht bey Liebertwolkwitz. ?n der Schlacht bey Lieüertwolkwitz znffen 30 rnss sche und preussische Schwadronen die feindliche Kavallerie an, welche aus 3c» Schwadronen bestand. Zehnmal wurden diese äusserst blutigen Angriffe an diesem Tage wiederholt, ehe es der diesseitigen Kavallerie gelang, dn feindliche zu w'r .n. Endlich gegen Abend gelang esz endl'ch 'der Tapferkeit der v'rbün-detm Truppen ^die französisch: lleber-macht ^überwältign, ihr mehr aU em Drittel ihrer Mannschaft niederzuhauen ^ und sie gänzlich in die Flucht zu schlagen. Bey einem dieser mit großer Bravour ausgeführten zehn AngrW stieß ein preußisches Dragoner-Regiment auf eine feindliche Cavallene- Masse; beyde Theile stürzten wachend aus einander, als auf einmal der feindliche Kommandeur in Pistolen-schußw>ite mit seiner Reiterei Halt mackte. und den preussischen Dragonern d«ß sie Deurscke wären, und überzugehen verlangten. Der diesseitige Regiments-Chesfand sich durch die fremdartige Aus-spräche des feindlichen Kommandeurs veranlaßt, dieser Erklärung keinem äclM» Glauben beyzumessen, und antwortete: „Wenn ihr Deutsche seyd, so werft den Degen m die Scheide, und kommt herüber" Einige wenige genügten dieser Aufforderung; als das feindliche Corps aber näher kam , entdecktt es sich gar bald, daß es lauter National-Franzosen waren, die nichts weZ niger als die Absicht hatten, Wort zu halten , sondein sich dieses Kunstgriffes blos hatten beoicnen wollen, um in unsere Linie desto sicherer einzubrechen. Empört über diesen verratherischen Angriff warfen sich die Dragoner im gerechtesten Ingrimm auf die siindliche Masse, und vernichtetem ße bis auf den ley< en Mann. Anekdote. Als sich der Marquis von Anglcsea nach ver Schlacht bey Waterloo das Bcm abnehmen lassen mußte, bat er, ihm so viel Schenkel zu lassen, als möglich , damit er reiten könne. Wie er nach der Operation sah, daß der Stumpf zu kurz war, sagte er blos: „Jetzt wcden meine Kutsch« pftrde desto mehr hertzalten müHn."