Nr. 270. Donnerstag, 25. November 1886. 1U5. Jahrgang. Milmcher Zeitung. «r»!,nmtsa»,on,p«»«: Mit Pofiversendung: ganzjährig fi, II, balblährig fl. ?.ü°. Im «omptoii: I . lvle ^bachn Zeltuna« «'«eint täglich mil «u,n»hme der «°nn- nnb »e,nt»«t. «""» «Vria fi, ii, halbjährl« 5.50. Für die Zustellung in, Hau, «anMnn st, l, - I,ltrtlo«««»»r: ssi!r < Die «»»«»«»r»«« befindet sich »ahnhosstraße 13. bie «eb«ttl«, «d,«ner<, iar noch „icht zu Ende. nichtsdestoweniger kann der Erlauf derselben schon hente ein filr jedes patriotische Gemüth wahrhaft erhebender genannt werden. Seit das "Nstitut der Delegationen besteht, hatte man noch niemals mit so lebhafter nnd berechtigter Spannung den ^erhandlungen dieser Körperschaften entgegengesehen wie heuer. Wusste man doch. dass die bulgarische Frage k'Ne acute Gestalt angenommen habe und dass infolge ^sen weder die nngarische noch die österreichische Delation sich die Gelegenheit entgehen lassen werde, zu "eser die Interessen unserer Monarchie so nahe beruhenden Angelegenheit Stellung zu nehmen. Ueberdies Raubte man auf wichtige und entscheidende Erklärun-^ über die Richtung und die Ziele unserer Orient-Mltik sowohl in der Ansprache des Monarchen beim ^ftfange der Delegationen als in dem zu erwartenden ^lpo^ des Ministers des Aeußern Rechnung machen! ^ dürfen. Schließlich stand die Frage der Neubewaff-^8 unserer Armee mit Repetiergewehren auf der sWsordnnng. bei welchem Anlasse iutercssante Auf. I^lsseüber' die technische und finanzielle Seite dieser für die Schlagfertigkeit unseres Heeres so hochwichtigen Angelegenheit zn gewärtigen waren. All dies wirkte zusammen, um der diesjährigen Delegationssession ein besonderes Gepräge zn verleihen und die Aufmerksamkeit aller politischen Kreise sowohl im Inlande als im Auslande auf dieselbe zu lenken. Nun ist die größere Halste der Session vorüber, die Wortführer der einzelnen Parteien sind zum Worte gekommen, di? erwarteten Aufschlüsse sind gegeben worden, nnd dao Endergebnis ist ein solches, wie es vom österreichisch-patriotischen Standpunkte nicht erfreulicher gedacht werden kann. Als hervorragendstes Resultat des bisherigen Ses-sionsverlaufes darf wohl die in ihrer Einmiithigkeit wahrhaft großartige Kundgebung beider Delegationen , für den Reichsgrdanken hingestellt werden. Sowohl im, ungarischen als im österreichische» Delegationsausschusse gaben gelegentlich der Debatte über die auswärtige Lage die tonangebenden Führer aller Parteien die Erklärung ab. dass sie für die Ehre und die Machtstellung der Monarchie zu allen Opfern bereit seien, dass sie zwar den Frieden wünschen, aber kein vitales Interesse des Reiches preisgeben wollen, im Gegentheile, wenn die Nothwendigkeit es erfordern sollte, mit Gut und Blut für dasselbe einstehen wollen. Gleichzeitig ! wurde von denselben Wortführern die Erklärung abgegeben, dass sie die bisherige ebenso maßvolle und besonnene als friedliebende Tendenz unserer auswärtigen Politik billigen nnd dem Leiter derselben ihr volles Vertrauen aussprechcn. Die Bedeutung dieser Manifestation äußeite sich alsbald in der gesammten öffentlichen Meinung Europas, welche neuerlich die Ueberzeugung gewann, dass in dem altehrwürdigen Reiche der Habsburger alle nationalen und politischen Verschiedenheiten, alle Parteigegen sähe sofort in den Hintergrund treten, wenn es gilt, für das Ansehen und die Machtstellung des gemeinsamen Vaterlandes einzutreten. Mit Bewunderung nahm man von fieser imponierenden Knndqcbuug patriotischen Geistes Kenntnis und mit Genugthuung ersah man, dass sich dieselbe als eine neue wichtiae Bürgschaft des Friedens erweist. « Um den patriotischen Worten sofort anch dnrch positive Beschlüsse den entsprechenden Nachdruck zu leihen, wurden in beiden Delegationen, beziehungsweise Delegationsansschüsscn sämmtliche bisher zur Berathung gelangten Budgetposten einhellig und ohne Abstrich votiert. Auch die Forderung für Repetiergewehre wurde im ungarischen Heeresausschusse ohne Widerspruch genehmigt, und es kann wohl kein Zweifel bestehen, dass gleiches anch im Plenum der beiden Delegationen der F^ll sein werde, zumal die lichtvollen und überzeugenden Darlegungen des Herrn Reichs - Kriegsministers über die Nothwendigkeit und den Wert der neuen Waffe geeignet waren, die letzten etwa noch vorhandenen Bedenken zu zerstreuen. So darf denn schon heute die diesjährige Delegationssession als ein Markstein in der Geschichte unserer inneren Entwicklnng. als ein neues goldenes Blatt in den an Kundgebungen dynastischer und patriotischer Gesinnung so reichen Jahrbüchern des glorreichen österreichischen Kaiserstaates verzeichnet werden. Handels- und Gewerbelammer für Kram. I. Die Handels- nnd Gewerbekammrr in Laibach hielt am 5. Oktober eine ordentliche Sitzung ab unter dem ! Vorsitze des Herrn Kammerpräsidenten Josef Ku schar und in Anwesenheit folgender Herren Kammermitglieder: Johann Vaumgartner. Oroslav Dolenec, Franz Hren, Alois Ienko. Max Krenner. Karl Luckmann. Michael Paku. Johann Perdan. Vaso Petricii, Josef Ribic, ! Franz Xaver Souvan und Barthelmä Hitnil. Der Herr Präsident constatiert die Anwesen« heit der zur Beschlussfähigkeit erforderlichen Anzahl von Kammermitgliedern, erklärt die Sitzung für er» öffnet und bestimmt zu Veriftcatoren des Sihnngs« Protokolls die Herren Alois Ienko und Max Kremier. Weilers theilt er mit. dass er anlässlich des Allerhöchsten Namcnsfestes Sr. t. und k. Apostolischen Ma< jestät des Kaisers den Herrn k. l. Landespräsidenten Baron Winller ersucht habe. die Glückwünsche der Kammer zur Kenntnis uuseres allergnädigsten Kaisers zu bringen. — Die Kammer nahm diese Mittheilung stehend znr Kenntnis. I. Das Protokoll der letzten Sitzung wird genehmigt. II. Herr Kammerrath Franz Xav. Souvan berichtet namens der Section über den im Wege der k. k. Landesregierung an die Kammer gelangten Erlass des hohen k. l. Handelsministeriums über die an hoch- Jeuilleton. Die letzte Illusion. Aranz: Woher kommst du. mein Sohn Felix? Mix (schwermiithig) i Aus dem November! Atto: Er redet immer so verständlich! 6clix (düster): Kellner. Thee ohne Rum! slelnd 's"' "" anzudeuten, dass ihm der Ehrgeiz I^elix: Diesen Witz kenne ich schon seit vielen ich v5^o: Du kannst von mir nicht verlangen, dass Puff" steten meines Geistes nutzlos an dich ver- "erlich^- AH' '"eine Freunde, das Leben ist jäm< Aanz- Dn bist verstimmt? K'^ Sehr! s'ch dar ^ "U"'nt jeht englische üectionen und halt A"" für verpflichtet, den Spleen zu haben. A/'l: Verleumdung! . V'c?°ls du den Spleen hast? "re ist ^'^""' dass ich englisch leme... Das an- ^" pausb^^ ^elancholie schlägt dir vortrefflich an. ^ ^eli^ ?" Träumer! ^ ^ändM ^ Kleide dich. Otto! Es fehlt dir an ,.. Otto- c!ü.l s"""e Gemüthsbewegungen. !"arrh ^' ^ wUe nicht in Abrede, dass ein Magen-"" die ,//? em größerer Schicksalsschlag erscheint. Wan Wichste Liebe. a "tto. du warst auch nicht immer so. E« gab eine Zeit. in der du ebenfalls Illusionen hattest, wie unser Freund Felix. Otto: Ich bin geradezu sprachlos ob dieser Be-schuldigung. Felix: Man weiß. wa« von deinem Hohn zu halteu ist. lieber Otto! Ich „lochte darauf schwören, dass du eiue Illusion noch hast. von der sogar ich schon Abschied genommen. Otto: Du spannst mich auf die Folter, wie wenn du ein Feililleton-Roman in Fortsetzungen wärest! Felix: Und zwar ist das gerade meine letzte Illusion gewesen, die allerletzte! . .. Soll ich euch den Hergang erzählen? ,,. ,, Otto: So überfällt er uns immer meuchlings! Franz: Ruhig! Felix: Ich werde freilich etwas weiter ausholen müssen.. . Otto: Als es nns lieb ist. .^ <.-c Felix: Ich weiß nicht mehr. Kinder, wo'ch d,ese. rührenden Worte einst gelesen habe: Vertheidigung des entlegenen Gebietes zu "galM" , ist das russische Cabinet bestrebt, mögliche Vern"^ gen im vorhinein zu beschwören. Der Marinen" .^ Hestakov hat anlässlich seines letzten Aufenthalt § Vladivostok sämmtlichen Behörden des äußersten^ ,„ dtt> Weisung ertheilt, im Verkehre mit den ^)'' .^ sich der vorsichtigsten Haltung zu befleißen u>" aller Intriguen und Demonstrationen zu enthalt^ in die ungetrübteste Heiterkeit versetzen — so lange sie anderen widerfahren. Man sammelt fehlgeschlagene Versuche. Man holt sich Demüthigungen. Wie im Dunkeln tappt man herum, schlägt sich Beulen an der Dummheit der Menschen, stolpert über manchen Treubrnch, bleibt an Kameradcrien hängen und stürzt über Gönnerschaften zu Boden. Man rafft sich wieder auf, um ein paar Illusionen ärmer. Dem Verdienste seine Kronen? Wer glaubt noch an diesen lächerlichen Schwindel? Irgend ein komischer Don Quixote, der vor unseren Augen tragisch verdirbt, dient uns als warnendes Exempel. Wer nicht die Einfalt und Größe des Windmühlenbetämpfers hat, der paktiert, macht Cuucessioueii, schließt Frieden. Geld, Geltung, Achtung erwirbt man nur so. Verstanden wird man nur, wenn man sich erniedrigt. Otto: Du enthüllst mir das Geheimnis der populären Vortrage. Felix: Barfuß muss man über die spitzen Kiesel und durch den Schmutz des Weges schreiten, dem ErOtto: Kühnes Bild! ^ ^°"n' .???5l, erst thun einem die Kiesel sehr """ PH daran, empfindet Felix: Dn sagst es, Franz; man empfindet nichts mehr. Dahm ist man nicht bloß durch die Arbeit sondern auch durch den Genuss — was saae ich? — durch die Genüsse gebracht worden... Aber ich will von diesen allgemeinen Bemerkungen zu mir zurück« lehren. Otto: Er kommt zu sich. Felix: Jahre, Jahre, Jahre vergiengen seit jenem Frühliugstraum. Ich war — um in Otto's Ton zu reden — etwas geworden i nämlich dreißig Jahre alt. Hatte mir die Hörner abgestoßen, wie man sagt. Ueber alle Jugendlichkeiten lächelte ich wegwerfend, ganz wie du, Otto! Ich glaubte, mit sämmtlichen Illusionen fertig zu sein. Nein, es wuchs mir noch eine; ich darf sagen: die letzte! H>euer im Sommer sind vier Jahre voll geworden, seit lch zum anderenmale liebte. Otto: ev ^, ich das erst recht. Wilde Sachen, meine «"we - ^, den Revers meiner Frackllaftpc hat mich "'. "sl^ blondes, braunes und ruthhaarigrs Köpfchen "^9,^ ;,, einem mit Poudre de Riz geweihten Arm M ^' den anderen. Ich bin nur mehr traurig an ^ag ^st der heutige, wenn draußen der Nebel liegt und o ^„ mich befällt, dass ich morgen keine neue Flaw« werde. ^ „fe des Frauz: Ich verstehe dich. Auf dem Su'Nf^ sie Daseins flackern Irrlichter auf. Der Iiwgwlg " P» für den Märchenschimmcr des Glückes. Anders .^ weißt, dass das fauler Zauber ist. Aber du N^„ichts nach. um dich zu belustigen, oder weil du gcra" ^bst Besseres vorhast. Du willst dich betäuben, aber o» » uicht mehr daran. , <„.,bell^ Felix: Grundfalsch, was du da sagst. M"".^ >ii't> wie vor an jedes Irrlicht. Bin ich ihm naM^ ^ zerrinnt ?s. so jage ich einem anderen nach, sten oder dem fernsten. . , ..,ls !A Otto: Du. Franz, dieser Mensch foppt" ^ ciner halben Stunde in der empörendsten " ^sio»' versprach uns die Geschichte seiner ^chten ^.^,-uud lieferte nur eine gedrängte Uebersicht ,e». schaften. , „-«er ^ Felix: Ich habe euch die Geschichte me"e Illusion erzählt. . ^st "A Franz: Nein. Otto ist im Recht. Du U h ge dass du nach deiner zweiten Hauptl'ebe " > ^..' uommen hättest von jeder fernereu IlUM"»- ,^r' Felix: Dass ich das glaubte, Kinder, ou ^l. eben meine letzte Illusion! ^aibachei Zeitung Nr. 270 2^25 ______________________________ 25. November 1«««. . (Der Nachfolger Verts) ist endlich qe-Mdl'il wmden und seine Erncnnilnq steht nnmittelbar vevor. Eü ist h^K j)^. ehenialiq,' Director der departe-wi'Ialeli Axqeleqellhciten im Ministerinm des Innern, ^'rr Aihuurd, der kürzlich zum Generalresidenten in >")e sich veranlasst. Herrn Bihmird zn versehen, weil °"s islamitische Bekenntnis des Residenten nnter der "^'lmännischen Bevölkernnq des afrikanischen Protec-! ^atslandes starke Bedenken hervorc,crnfen hätte. Tagesueuigteiten. Se. Mazestät der Kaiser haben der Gemeinde^ !"luthmannsdorf im politischen Bezirke Wiener Neustadt, '" Niedevösterreich z»r Bestreitung der Schnlbankosten! "«e llnterstüdunli von 200 fl. ans der Allerhöchsten ^watcasse allergnädigst z»l bewilligen gernht. ^- (Zum Jubiläum der Grazer Uni-„^sität.) In aller Stille wird heute das dreihuudert->Misse Iubilällm der Karl-Franzcns-Univcrsität in Graz von den Professoren und Doeeutcu dieser Hochschule bc-> ^ngen. Die Studentenschaft wird sich aus Gründen, die! ^er mierörtert bleiben sollen, au dieser akadcmischcu Feier dllrch eigene Veranstaltungen uicht bcthciligen. Eigentlich ^lte die Säcularfeier bereits im Frühjahr abgehalten ^ werden sollen, denn die feierliche Eroffunng der Hochschule ^ ^ im April 1586 stattgefunden. Ihre Lehrthätigkeit! ^gann jedoch die l'^rol» I^linci^l^l^ erst im Späthcrbste ^ ^s^Gründnngsjahres, zu welcher Zeit auch die Installation ^ ersten Rectors und die Immatriculatiou vorgenommn wurde. Die ^Imn, mütol- Ui^u^ii^l^ ist eine! ^chöftfnng des Erzherzogs Karl und ans einem Iesuiten-^^egium hervorgegangen. Die Grüudnugsurkunde, welche! "°Nl 1. Jänner 1585 datiert ist, stellt den confefsionellen. ^ gegenresormatorischen Zweck der Hochschnle voran — ^ sollte in erster Linie den Zielen der l>o I^iü niüit:»»^ ^enen und hat dieser ihrer den Absichten des genannten ^ndesfürstcn, des Kaisers und des Papstes entsprechenden ^ .^estimmung bis gegeu Ende des vorigeu Jahrhunderts^ ^ vollem Maße geuugegeleislet. Nach mauchcrlei Wand-! ^ngen wurde die Universität 1849 mehrfachen Reformen U'ltertoorfen. In letzterem Jahre erfolgte die Gründung einer' philosophischen Facultät im modernen Sinne des Wortes. Zu Beginn der sechziger Jahre beschäftigte sich die Unterrichtsvcrwaltuug ernstlich mit dem Plane, die gesammte Hochschule aufzulassen und an ihre Stelle eine Hechtsakademie zu scheu. Landes- uud Stadtvertretuug Katen indessen mit aller Entschiedenheit für die Erhaltung und Vervollständigung der Hochschule ein, n»d schon das Jahr 18U3 brachte die endliche Erfüllung dieses sehnlichen Wunsches. Durch die kaiserliche Entschließung vom I Nen Jänner 1868 wnrde die Universität durch eine medi-"nische Facultät ergänzt. Seither ist die <^ralo l^lwi^u j zu hoher Blüte gelangt. Gelehrte ersten Ranges haben. °u ihr gewirkt und widmen dcrsclbeu uoch heute ihre ^ Mtigkeit. Die Zahl der Docenten und Hörer ist stetig i Miea.cn, uud gerade im laufeuden Studienjahre wurde ^ °'e höchste Frequeuzziffer erreicht. Rector der Karl-Fran-^ns-Nniversität ist gegenwärtig der Professor der Staats-; -"zncikunde, Rcgierungsrath Dr. Adolf Schaucusteiu, dcsseu Etliche Inauguration heute gleichzeitig mit dein in der, ^ zu ueraustallendeu Jubiläums Festacte statlsiudcu luird. ^ — (Auszeichnungen in der Generalität.) Se. Majestät der Kaiser verlieh den Feldmarschall-Licutenants Christoph Graf von Degcnfeld - Schon -bürg, Commandanten des 7, Corps zu Tcmcsvar, Lud wig Prinzen zu Wind ischgr ätz, Commandanten des I.Corps zu Kratau, und Gustav Freihcrru V.König, Commandanten des 9. Corps zu Ioscfstadt, in Anerkennung ihrer vorzüglichen Dienstleistung taxfrei den Orden der cifcrncn Kroue dritter Classe, und zwar den beiden Letztgenannten mit der Kriegsdccoration der dritten Classe. — (Iourualisti'sches aus Wien.) Wie man uns aus Wicu meldet, hat der Vcrwaltuugsrath der Actieugescllschaft «Elbemühl», der bekanntlich das «Fremdenblatt' gehört, beschlossen, den Herren Rcgierungsrath Dr. Marcel! Frydmaun «nd Isidor Pollak von Klnrwill, die bisher Mitarbeiter des .Fremdenblatt» waren, die Chefredaetiou genannten Blattes zu übertragen. Barou Gustau Heine, der älteste Sohn des verstorbenen Chefs des «Frcmdenblatt», der durch viele Jahre der Redactiou des «Fremdenblatt» angehört hat, ist aus dem Verbaude dieses Blattes geschiedeu. Es verlautet, dass Barou Heine ein neues Journal gründen will. — (Der Fastenvirtuos Merlatti) wurde am 19. d. M, in Paris, an seinem fünfundzwauzigsten Fasttage, von den Aerzten dringend aufgefordert, vou seinen, Vorhaben, 5« Tage oder auch nur 86, wie schon audcremalc, abzustcheu, aber vergeblich. Er erklärte, die Symptome, welche die Mäuner der Wissenschaft beunruhigte», wären ihm schou bekaunt und flössteu ihm nicht die gcrmgste Bangigkeit ein. Um eines aber bitte er, dass seine Wuhnuug immer sorgfältig geheizt werde, weil die Kälte ihm äußerst empfindlich wäre und tödlich werden könnte. Der junge Italiener magert zufehends ab, ist aber dabcl immer Ul)ch heiter und gesprächig. Diejenigen, welche ihn seit drei Tagen nicht gesehen hatten, fanden ihn Freitags sehr verändert, aber kein Zureden vermag seinen Entschluss zu erschüttern. — (Lügen gestraft.) Besuch: «Ach, wie brav uud artig Ihre Kiudercheu doch sind, Frau Majorin!» (Zu deu Kleiueu): «Was thut ihr denn, meine lieben Kleinen?» — Hans: «Wir zählen die Haare, die wir uns vorhin beim Raufen ansgcrisscu haben!» Local- und Provinzial-Nachrichtcn. Laibacher Gemeinderath. (Fortsetzung und Schluss.) In der Debatte bezüglich des Referates der Personal- und Nechtsscction über das wegen Zinsverheimlichung im Bürgcrspitale zn zahlende Pünale pr. 5789 fl. 22 kr. ergriff zuuächst Herr Vicebilrgermeister Vaso Petricic das Wort, um seinem Bedauern darüber Ausdruck zu gcbeu, dass man nun zahlreichen verarmten Bürgern werde die Unterstützung nicht angedeihcn lassen können, um das Pönale und die Steuer zu bezahlen. Redner beantragte daher, es möge an das k. k. Fittanzärar die Bitte gerichtet werden in Anbetracht des wohlthätigen Zweckes, welchen: das Bürgerspitalsgebäudc dient, nämlich zur Unterstühuug verarmter Laibachcr Bürger, möge das k. k. Fiuauzärar gestatten, dass das Pönalc uud die vorgeschriebene Steuer in zwauz'g Raten ohne Verzinsung bezahlt werden GN. Dr. Tavcar hält es für seine Pflicht, zu constaticren, dass alle d.cse fur die verarmten Bürger so schmerzlichen Consequenzen aus jener Zeit datieren, wo die gegnerische Partei die alleinige Herrschaft in Conuuuualangelcgenheiten ausübte. Das Vorgehen der früheren Gemeindevertretung in dieser Angelegenheit verdiene den herbsten Tadel und gebe der Partei kein Recht, der jetzigen Gemeindevertretung vorzuwerfen, dieselbe verstehe es nicht, mit dem Gemeindevermögen zn gebaren. GR. Hribar bemerkt, es werde nicht möglich sein, beim k. k. Finanzärar eine zinsenfreie Ratenzahlung zu erwirkeu, sondern nur gegeu eine Verzinsung mit sechs Proceut. GR. Gogola befürwortet den neuerlichen Weg der Bitte an die k. l. Finanzdirection. Auf bittlichcm Wege werde sich zngunsten des humanen Fondes für verarmte Bürger sicherlich etwas erreichen lassen, dass die Strafe vielleicht ganz oder doch zum Theile erlassen wird. Der Berichterstalter GR. Dr. Mosch? bemerkt, dass laut der Montag eingelangten Zuschrift der k. k. Fiuanzdirection der Bürgerspitalsfond wegen Zahlung des Pünales bereits mit der Execution bedroht werde. Es könnte daher höchstens für eine Frist im Wege der Bitte erwirkt werden, wenn das Capital mit sechs Procent verzinst wird, für das Pönale aber gebe es keine Frist, denn dasselbe fällt dem Anzeiger zu. — Bei der Abstimmung wurden die Anträge des Vicebürgermeisters Pecricic (Zahlung des Püuales uud der Steuer in zwanzig unverzinslichen Jahresraten) und des GR. G o -gola (neuerliche Bitte um ganze oder wenigstens theil-wcise Erlassung des Pönales) einstimmig angenommen. GR. Dr. Dolenec referiert namens der Personal-und Rcchtssection über das Gesuch der steirischen Escompte-baul bezüglich des Durchhauses im Gebäude der Banl (ehemals Aicholzer'sches Haus) auf dem Rathhausplatze Nr. 17. Im Jahre 1822 hat der Besitzer Aicholzer das früher freiherrlich Erwerth'sche Haus angekauft und da ihm der Stadtmagistrat mehrfache Adaptierungen gestattete, musste Aicholzer sich verpflichten, einen eigenen Hausmeister zu halten, welcher die Hausthore zu öffnen hat. Die Thore müssen des Tags stets offen sein: des Abends im Winter bis 9 Uhr, im Sommer bis 10 Uhr; dem Publicum ist stets der freie Durchgang gestattet. Bei einer etwaigen Feuersbrnnst sind die beiden Thore des Gebäudes bei Nachtzeit sofort zu öffnen, und sind zur größeren Sicherheit je ein Schlüssel bei der Polizei und beim Stadtmagistrate zu deponiere». Die steirische Escompte-bauk bemerkt nun in ihrem Gesuche, dass durch den Ausbau des Franzensquais uud die Entfernung der Treppe zum Laibachfwsse dieses Servitut, welches auf dem Hause intabuliert ist, keinen Zweck mehr habe, da die Passage hinter dem Hause eine freie ist, die Hausthore aber bei einer eventncllen Fcuersbruust sofort geöffnet werden würdcu wie bisher. Das bisherige Servitut sei eine schwere, unnüthige Last auf dem Gebäude. Der Referent betont, die Stadtgemeinde könne auf so wichtige Rechte, wie solche auf dem Hause der steirischen Escomptebant iniabulicrt sind, keinesfalls verzichten, indem die Annullierung derselben dem öffentlichen Verkehre hinderlich, bei ! einer Feuersgefahr aber für die Nachbaru gefährlich werden könnte. Der Referent beantragt daher, das Gesuch der stcirischen Escomptcbant abzulehnen und hievon ihren Vertreter zu verständigen. Vicebürgermcister Petricic begrüßt den gestellten Autrag mit Freude», da gerade jetzt nach dem Ausbaue des Franzensquais viele Communicationen nöthig seien. Nur wäre im Interesse des Verkehrs zu wünschen, dass ! stets beide Flügel der hinteren Hansthüre geöffnet bleiben, Das Schwlmeulicd. Novellette von George vhnet. (3. Fortsehuna.) . Mit Ehren beladen, reich an Ruhm und Geld. <3" " in sein dreißigstes Jahr getreten, ohne dass je! 3°lge oder Schmerz 'ihm die Stirn verdüstert hätten. 3 geschah es, dass er dem Andrängen des berühmten ""Nagers Bnrnstett weichend, sich zn einer Kunst-t, ""c dnrch Amerika entschluss. Vor seiner Abre.se D?" brachte er jedoch einige Wochen in England, sei, ^?"z "on Wales, ein leidenschaftlicher Verchrer lan? ^"ies. hatte ihn zn den Hochjagden m Schott-k«,, .""geladen; vorher wollte aber der Prinz der qel,?"'/ die Haraßti noch nie ssehört. Gelegenheit Gen ''^ "" der unerreichten Kunst desselben zn er- Hi,.^ Concert fand im königlichen Schlosse zn Mli^ s^t- Die Einladungen waren in äußerst, brita?? A«M)l rrslussen. nnd die Ersten des ssroß-lluu" "'lch"' Reiches machten die größten Anstreng lverd. ' !."" "uter die Geladenen angenommen zu Eaal. 3.6 schart), seine Geige in der Hand, ,m '"tt <^Z"n. unterbrach ein sanftes Geflüster daö, l'"c>8 ,. Schwein es kam von den Damen her. dle^ eib'ch "'" die Königin saßen, nnd machte den Künstle^ ^ne k' «5 schelte, um sich selbst zn bezwingen, nnd, laicht is .'^'n zn erheben, strich er mit dem Bogen ^ ^'a .? ^ Saiten hin: ein Zeichen für den Accom , lftiele,, ' dass er bereit sei. Und er hub an zu^ NlelH? rr spielte, das war eine Muerie. in deren' "lachen Rhythmen die Klagen eincr leidenden Seele, bereit, der Erde zu entschweben, schluchzten. Der Künstler hatte sein Wert «Das Schwancnlled. betitelt. Ails den Saiten herans klanacn in schmelzenden Harmonien die Erinnerungen einer seligen Vergangenheit, das Gedenken an frohe nnd schöne Tage. dann wieder die zerreißende Wehmnth einer düsteren Gegenwart. Cs war nicht mehr die Geige, die da fang ^, das zum Tode verwnndele Herz selbst athmete m tne^en Weisen seine letzten Seufzer ans. M't gesenkten Lidern, selbstvergessen nnd versunken in die Klänge, spielte ^ti-^ chard den letzten Abschnitt seines Liedes, emc Melodie, so leicht und rein. wie der Hanch eines Engels der in den Himmel zurückschwebt, als Plötzlich em Ue es Schluchzen, das andächtiqe Schweigen der enlMten Zuhörer unterbrechend, ihn ans den eigenen ^ran- Er'erhob die Ana.cn und mit einem Blicke über-floa er den von Lichtern. Edelsteinen und Vlnmen schimmernden Saal. Zwei Schritte vor !"'"",Mte iil der ersten Reihe gewahrte er ein inuges Madchen in dessen Antlitz sich eine tiefe Bewegung spiegelte und dem ein Strom von Thränen über die gerötheten Wan-qcn rann. Sie saß da, die Hände wie zum Gebet gefallet. Sie war der Erde entschwunden. Mf den Schwingen diefer Musik war sie dieser Welt entschwebt, »nd nun wandelte ihr verklärter Geist m den heiligm! Sphären ewiger Poesie. Himmlische Tone cntMen, ihre Ohren, unendliche Sanstmuth M 'hr ^ ^ d'^ Seele und all ihr Sehne., vereinte sich m dcm Wnnsche dass es immer so bleiben, dass dieses himmlische Con-^ ce t nie cm Ende nehmen möchte. Da plötz.ch ver-, wnmten die Klänge, ranschender Applaus erhob sich. d nm das Mge Mädchen her entstand eme gerausch. volle Bewegung: die ganze Zuhörerschaft, der Etikette des Hofes spottend, drängte sich au Richard heran, den Künstler zu beglückwünschen. Da fühlte sich das Mädchen von einer Hand berührt nnd hörte eine sanfte Stimme flüstern: — Maud! So hör' doch! Maud! Die Wimpern zitterten ihr, als wäre sie soeben erwacht; sie stieß einen Seufzer alls, dann sprach sie lächelnd zu ihrer Schwester, die sich besorgt zn ihr hingeneigt hatte: — Ah! Daisy, ich war so weit, fo weit! . . . Sie erblickte jetzt den Mnsiker, wie er, umringt von Herzoginnen, die Complimcnte mit discrrtem Ernst entgegennahm. Dann sah sie ihn einu.e Worte mit dem Prinzen von Wales wechseln, welcher seinen Arm nahm und ihn hicher zn ihr führte. — Richard ver-! neigte sich vor ihr, während sein königlicher Gönner ihn vorstellte: — Miss Mellwan — Herr Haraßti, mein Frennd, der sich nach der Ehre sehnt. Ihnen vorgestellt zil werden. Mand stammelte verlegen einige Worte; es schien ihr, als müMe 'hr die Geduld, die sie in ihrem Busen empfand, das Herz versengen. Als sie ihr kaltes Blut wieder erlangte, da hatte der Prinz sich schon entferni. und der Musiker schickte sich eben an, ein neues Stück anzufangen. Und bei den zauberhaften Klängen, die sich wieder erhoben, a/ricth Mand abermals in Verzückung — der Abend war für sie eine Quelle des remsten Geniehens. (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zettung 3K. 270 2226 25. November 1886. was jetzt nicht der Fall sei. — Bei der Abstimmung wurde der Sectionsantrag auf Ablehnung des Gesuches der steierischen Escomptebant einstimmig angenommen. GR. Murnik referiert namens der Bausection über den von der Stadt zu leistenden Beitrag für die Legung der Gasröhren von der Knafflgasse bis zur Reitschule. Die Kosten hiefür betrugen 700 fl. Die Hälfte davon trägt die Gasgesellschaft selbst, ein Viertel der Kosten solle die Stadtgcmeinde übernehmen, um sich die Venützung des Gasröhrennetzes bei Aufstellung von Gaslaternen zu sichern. Die Direction der Gasanstalt hat auf die Anfrage des Stadtmagistrates erwidert, dass die gelegten Röhren zur Benützung für die auf der Triester-straße seinerzeit einzuführende Gasbeleuchtung in der Dimension vollkommen entsprechend seien, daher der Referent beantragt, die Hälfte des von den Consumenten zu leistenden Beitrages pr. 175 fl. aus der Stadtcasse zu votieren. — Der Antrag wurde angenommen. GR, Valentiucic referiert namens der Polizei-section über die Petition der Bewohner der Gradischa-Vorstadt um Verlegung des Getreidemarktes vom Polana-platz auf den Deutschen Platz. Die Petenten betonen, dass dieser Stadttheil von allem Verkehre ausgeschlossen sei, während sich auf der Peters- und Polana-Vorstadt der Viehmarktplatz, die Schlachthalle, die Kaserne :c. befinden. Die Bewohner der St. Peters- und Polana-Vorstadt haben eine Gegenpctition um Nelassuug des Getreidemarttes auf dem Polanaplatz eingereicht. Auch der Referent ist der Ansicht, dass der Polanaplatz sich zum Getreidemarlt am besten eigne, da er sich in nächster Nähe des Viehmarktes befiudet und die Landleute gewöhnlich auf beiden Märkten Geschäfte abzuwickeln haben, daher er die Belassung des Getreidemarktes auf dem Polanaplatze und die Abweisung der Petition der Bewohner der Gradischa-Vorstadt beantragt. GR. Nicman tritt für die Gradischa-Vorstadt ein, während GR. Velkoverh auf die Vortheile hinweist, welche die Placierung des städtisch-drlegierten Bezirksgerichtes im Deutschen Hause der Gradischa-Vorstadt bietet, da ja täglich zahlreiche Parteien vom Lande und aus der Stadt dorthin kommen. Redner ist für die Belastung des Ge-tveidemarltes auf dem Polanaftlatze, welchem Antrage der Gcmeinderath mit großer Majorität zustimmt. GR. Dr. Ritter von Bleiweis-Trsten is ki referiert über die Medicamentenrechnung für die städtischen Armen pro 1885, Es wurden im ganzen 2743 Armen-rcceptc verschrieben mit einem Kostenaufwande pr. 1125 fl. 35 kr., welche sich durch die Ueberprüfung der Recepte auf 1100 st. 50 kr. reducierten. Die städtischen Aerzte haben sich nunmehr zumeist an die für Armenrecepte giltige Norm gehalten, daher der Referent die Genehmigung des Betrages für die Medicamente und die Bewilligung einer Remuneration per 22 fl. für den Ueberftrüfer der Recepte, Magistratsbeamten Herrn F. Bradaska, beantragt. — Beide Anträge wurden angenommen und hierauf die öffentliche Sitzung geschlossen. — (Allerhöchste Spende.) Ihre Majestät die Kaiserin hat gelegentlich Allerhöchstihres Namens-festes als oberste Schutzfrau des hiesigen Elisabeth-Kindcr-sftitales dieser Anstalt den Betrag von 100 st. zu spenden geruht. — (Ernennuugen.) Beim Rechnungsdeftartement der k. k. Landesregierung sind durch Avancement einige Veränderungen eingetreten. Der Rechnungsofftcial Herr Victor (^olloretto wurde zum Rechnungsrevidenten ernannt. Ferner avancierten.' Rechnungsassistent Herr Josef Modic zum Rechnungsofficial und Rechnungspratticant Herr Paul von Del Negro zum Rechuungsassistenten. — (Ueber den Stand der Cholera) in Krain erhalten wir folgende Mittheilung: Im hiesigen Zwangsarbeitshanse ist seit dem 11. November kein Erkrankungs- nnd seit dem 16. November kein Todesfall mehr vorgekommen. Insgesammt sind seit dem 25sten Oktober 18 Zwänglinge erkrankt; von diesen sind 11 gestorben und 7 genesen. Es befindet sich somit lein Zwängling mehr in Behandlung. In Nrunndorf ist seit dem 8. November kein Erlrankungs- und seit dem 9. November kein Todesfall mehr vorgekommen, und bleiben 2 Zwänglinge in Behandlung. In der Gemeinde Ober-laibach (Ortschaften: Großligojna, Zazar und Ober» laibach) ist 1 Erkrankungsfall in Großligojna vorgekommen, und sind 7 von den früher Ertränkten genesen. Die Ertrcmkungsziffer hat gegen die Vorwoche um 3, die Sterbtichkeitsziffer um 1 abgenommen, die Zahl der Genesenen um 6 zugenommen. InGleiniz bei Laibach ist seit dem 10. November, an welchem Tage ein vereinzelter Cholerafall bei einem Drahtstiften-Fabrilsarbeiter vorgekommen ist, kein weiterer Erkrankungsfall eingetreten. In Podsmrek, Gemeinde Dobrova, ist am 20sten November ein chuleraverdächtiger Todesfall vorgekommen, über welchen das Resultat der eingeleiteten bacteriologi-schen Untersuchung noch nicht bekannt ist. — (Der Einzug des Winters.) Die Wetter-Prognose vom Montag hat durch die Ereignisse eine rasche Bestätigung gefunden — die Vorboten des Winters haben sich emMcllt. Schon Samstag abends traten sowohl in den Alpen wie in den Gebirgsgegenden Mährens, Schlesiens und Böhmens Zchneefä'lle ein, die sich in den folgenden Tagen wiederholten. Der feuchte Nebel, der Samstag geherrscht hatte, verschwand, die Luft wurde ganz rein und klar, das Thermometer sank aber und fiel auch bei uns bereits unter den Nullpunkt, und ein eisiger Wind weht durch die Straßen. Auf dem stachen Lande sind morgens die stehenden Gewässer bereits mit Eisschichten bedeckt. Infolge des raschen Wechsels zwischen dem schönen Spätherbste und dem Winterwetter folgen Blüten und Schnee unmittelbar aufeinander. — (Förderung der Forstcultur in Krain.) Aus dem Culturbetriebe der k. t. Centralsaatschule in Rosenbach nächst Laibach sind wir in der Lage mitzutheilen, dass zur Wiederauzucht des Waldes die Menge von 4 600 000 verschiedenartiger Väumchen, und zwar 3 927 000 Nadel- und «73 000 Laubhölzer theils unentgeltlich, theils um den geringen Betrag von zwei Gulden per Mille abgegeben wurden. Davon entfielen 1 143 000 Bäumchen auf die entgeltliche und 3 457 000 Bäumchen auf die unentgeltliche Abgabe, welch letztere Menge 1204 000 Bäumchen für die Wiederbewaldung des Karstes in sich schließt. Aus dem mit 2286 fl. berechneten Werte der entgeltlich abgegebenen Väumchen, worunter nur Fichten und Lärchen einbezogen wurden, sind die Erhaltungs- und Beaufsichtigungstosten der k. k. Centralsaatschule in der Höhe von 1800 st. gedeckt worden, und erhellt nach so besorgter Begleichung der Regien ein barer Reinertrag der Anstalt mit 486 fl. 44 kr. Anlangend die Aufforstuug des Karstes, wird bemerkt, dass im politischen Bezirke Adelsberg die Fläche von 110 da neu bestellt und 60 Ka mit den vorausgewiesenen Näumchen unter der unmittelbaren Oberaufsicht und Leitung der staatlichen Forstorgane nachgebessert wurden. Gegenwärtig sind in der t. k. Ceutral- aatschule 16 196 000 Bäumchen vorhanden, wovon im nächsten Frühjahre vermöge des erreichten Alters und Stärkeverhältnisses 8 787 000 Bäumchen, und zwar 8 133 000 Nadelholz- und 654 000 Laubholzbäumchen zur Abgabe gelangen. Endlich muss noch beigefügt werden, dass die Karstculturen, trotz den abnormen Wittcrungs-verhältnissen, zu Anfang des Frühjahres ein recht zufriedenstellendes Gedeihen zeigten, und dass die herangezogenen Bäumchen in der Centralsaatschule ob der bedeutenden Hitze gerade im verflossenen Sommer ein gutes Aussehen bekundeten. — (Vereinsnachricht.) Der «Verein der Frauen der christlichen Liebe» hält heute um 4 Uhr nachmittags in der Lichtenthurn'schen Mädcheu-Waisenanstalt auf der Polana seine diesjährige General-Versammlung ab. — (Landwirtschaftlicher Wandervor-trag.) Der Secretär der k. k. Landwirtschafts-Gesellschaft, Herr Gustav Pirc, wird Sonntag den 28. d. M. nachmittags nach dem Gottesdienste in St. Georgen bei Krainburg einen landwirtschaftlichen Wandervortrag abhalten. — (Neue Cigarren sorte.) In der nächsten Zeit wird eine neue Cigarrensorte unter der Bezeichnung «Regalitas Favoritas» in den Verschleiß gebracht werden. Die neue Sorte wird etwas länger als die «Vritannica» sein und in ihrer Form die Neuheit bringen, dass sie auch vorne nahezu ganz spitz ausläuft. Der Einzelpreis der «Favoritas», mit welchem Namen die Cigarre wohl bald populär benannt werden wirb, ist auf neun Kreuzer festgesetzt._______________ _______________________________ — (Landschaftliches Theater.) Was wir über die erste Aufführung des Troubadour berichtet haben, gilt — die Azucena.Rolle des Fräuleins Reil vom Stadtthratcr in Augsburg ausgenommen — vollinhaltlich auch für die zweite. Frl. Reil besitzt eine markige, in allen Registern ausgeglichene Stimme, welche sowohl in der Tiefe als in der Höhe angenehm und ungewohnt sonor klingt. Mag die Sängerin nun seitens der Direction auf einige Gastspielabende berufen worden oder es auf ein Engagement abgesehen worden sein, so müssen wir bei dem frei gehandhabten, dramatisch ausdrucksvollen Spiele des Partes Ichon heute gestehen, dass wir uns zu ciner solchen Acquisition nur gratulieren könnten. Im «Kerterliede> war die Genannte mit Herrn Negro als Manrico namentlich hinreißend. Einige unebene Stellen abgerechnet, hat der Darsteller des Manrico in gesanglicher Hinsicht einen sehr guten Abend gehabt. Fräulein Kornitzer ist seit dem ersten Auftreten im «Troubadour» wesentlich gewachsen. lc. Neueste Post. Original-Telegramme der Laib. Zeitung. Prag, 24. November. Bei den Gemeinderaths-Er-gänzungtzwahlen siegten durchgeheuds die Candidaten des böhmischen Wahlcomite's. Budapest, 24. November. Im Budgetausschuss hielt heute der Kriegsminister Bylandt-Rheidt ein mehrstündiges Expose' über das Repetiergewehr, System Männlicher. Die vom Ausschüsse an 6 Gewehren vorgenom« menen Experimente fielen sehr befriedigend aus. Der Schluss der Delegations-Session erfolgt am 2. oder 3. Dezember. Budapest, 24. November. Wie die «Budapester Korrespondenz» meldet, wird die russische Regierung mit der officit'llen Candidatur des Fürsten von Min-grelien zum Fürsten von Bulgarien kaum hervortreten, da sich dieselbe überzeugt habe, dass eine Bestätigung der eventuellen Wahl dieses Fürsten seitens aller Signatarmächte nicht zu erwarten sei. Vclssrad, 24. November. Der König lind der W' msterpräsident Garasanin sind hellte wieder hier ein' getroffen. ,., Odessa, 24. November. Der Klipper «Zabiaka"'l mit dem russischen Consul, Nabokov, Zalevski lind stem" bulgarischen Emigranten aus Bürgas hier cmqetroM. ' Bucnos-Ayrcs, 24. November. Montaq si"? V'" 22 neue Cholera-Fälle vorgekommen. Die Ev'dcime wurde weiter constatiert in Ensenada, Cordova mio St.'Nicolas. ^ Volkswirtschaftliches. Lllibach, 24. November. Auf dem heutigen Markte snü» erschienen: 12 Wagen mit Getreide. 6 Wagen mit Heu und V"^' 4 Schiffe mit Holz (30 Cubilmeter). DurchschnittS-Preise. __^ Weizen pr. Hektolit. 6 50 7!58 Nutter pr. Kilo . - ^t,^ Korn . 4 55 6 3<> Eier pr. Stiicl . . — 3'" Gerste . 4 « 4,85 Milch pr. Liter . . — s -^ Hafer . 2,60 3,10 Rindfleisch pr. Kilo ^ 64 - ^ halbfrucht .-------6 75 Kalbfleisch » —^""^. Heiden » 3 57 b— Schweinefleisch » —56-^ Hirse . 4 22 4 9« Schöpsenfleisch » ^^-^ Kukuruz » 5 4 5 3« Händel pr. Stück . — 45 -^ Erdäpfel 100 Kilo 2 94-------Tauben » ^ ^ ^ ^ Linsen pr. Heltolit. 9-----------Heu pr. M. — Hcrrenschwanb, l. l. Oberst, Graz. — Wittchen, l. k."" lieutenant, Trieft. — Guidi, l. k. Telegraphenamts'Aerlv" Zara. — Lanjus, t. t. Marine-Officier, Pola. , ^- Gasthllf Eiidllllhuhllf. Kurrc. Privatier, sammt Frau, """'gida, Kalligülo, Privatier, Marburg. — Schweiger und " ^ Privatiers. Tüffer, — Cad.z Juliana, Private, KrainvUlU' ^. Weber, Bescher, Zalilog. — Godec, Bescher, Seifend"«- ^ Lamuth, Bescher, (Vric. - Rom Maria, Private, Lichten — Schasfhausen, Beamter, sammt Frau, Laibach, ^ehcnc/ «llsthof Sttrnwartt. Cibaöel, Pfarrer, St. Veit. - w" Private, Großlaschiz. — Obermann, Bescher, Neifmi-^^— Verstorbene. .„, Den 22. N 0 vember. Karl Kovacic, Diurnistens-" ^^ N> Mittel anzuwenden, nachdem er sich zu einem «"^l)ält>'" Apotheker R. Brandts Schweizerpillen entschlossen. ^5) 5 Schachtel 70 lr. in den Apotheken. 2227 Course an der Wiener Börse vom 24. November 1886. ^« dem oMellm Eoursbwtte " Otld War, Staatö-Nnlehen. e^° ....... '3.0 «'" ,l>r,^"l....... «48« «5- !»8s,,,. ?> E82 - 13'/ 5.« >««4c> e. Vnnftel lu« „ i»!»?5> 140 l,' l»«4er '°^ - ' '00" >7!'?bl?l!'l5 ^""'»le»!?«!^ . ' bo „ 171-17150 ">enlcn>chelnt . , per St. b? — — - d«°ft^^°lbltnte. steuerf»«! . >,4 65,14 85 ° «otenrente, ftcucrsrei , 10125I0I4V ? 5«°?""te <°/° . . . .104 6^04 7,. I N«"ntt l>°/° ....!'» ?l. !.3'00 s!l,°«».'Nnl. ll0 fl, ö, W. S. lbl! !il, !52 '/5 . K«. .^'^"orilälen . . »l»5«i00- tbeii.w^ln.knl. 5,«o!I, ° «eg.'Vost 4«/„ Il>o sl, . , Il4 80 125 «0 ^""entl.. Obligationen ^«, .,u^ wo st 'il.e- < Geld Ware 5s>/n Tcmcsel Vonal .... l04?k i052?> 5<"o ungalische......l04 70lUb3» Nndeie öffenil. Nnlehen. D°n<»i'z>>c!,..t'o lo« fl. . II» —1I8b0 tlo, «nleihe 18?«. ste»«llcl . '«« — 107 — Nnlebe» t>, ktablgcnn'inbc Wien I04?b 10525 «ülehen t, Etadlgcmcindc Wien <^.ilbc, und Gold) .... llO'bO l»l 50 Plän,ie»»»l»l.d.et>'b!nem,wle!i »»»- Ilb »« Pfandbricfe (.) lt/,°/<> V°ld. 123 ?.«> IL4'5><> tle. i» 50 « » 4>/, °/n lonb« >0l — Nr, w 5« » « 4»/n . »!> Oest,Hypl>thcIc»banl wj.5'/,"/« I0i2s>>0l7s> Ocst,«»ng. Vanl Verl. K°/o . . 100 »n ino 4« bto. « 4'/,°/° - loi euio^ — dte. „ 4>'/n . . 88b« !'8'7K N>,ss, allu. Botenc«dlt»Nctienges. ,» Pcsl n —-_____- 8«lbi»ll»bs(j<»'a^».....^.---------_ /,°/« . 1«0 75101 — Oefttrl. i!iotlwcstbahn . . .10« 8« 108 70 slcl'cübül^ür.......____^__^ Staatsbahn 1, Cmlssson . . 1W «« ' <> 4« kübdahn k 3°/„..... ,b3 - 5U «5> „ <^ 5°>„..... 129 5013« — Nnss.«gal>oi«l> Diverse L«se (per Glus), Lrcditlose 10« N...... l?8'25 >?» 7« «Ialy 4«/« Tonau.Dllmpssch. luo fi. . 117- >1«^ l!ail<,chcr Prc,m. . . . 4« — «7-— PllMy.l'rjc 40 fl..... 41 75 42 25 «olhcn itleuz, ofi. Gej.v. ><>fl. 14 7« 14 l'v Nu^oli^'l'sc il» ft..... ,9 — 19 K<> Ea!l»»^ojc 40 Wilidilchgtäy^'olc w sl. , ._____ 46 — VanlNctien U'« k!Ü. «nglo-Ochcll, Banl i!U0 fl. . ,17 70118 — Banlveltin, wicn«, 10« fl. . 1,0 70 IN «n Bd»cr..«>,ft,.Ocft.i!00fI.S.4l)"/n «4»50i!4^ -«ilbl'VInst. f.Hllnd.U.O. !(!Ujl. <, 0l0l9l> 50 0illllbllNl, Mg, Ung. M0sl. . zu, -!»«' 75 Tcposilenbanl, «llg.20l» sl. , ,8»—1««^ Uil'clu>ptc»wel.sNlel>clö!!.5u !«47 b«»4U'— vcjt!.-ll.'U!,g. Va»l .... '«81—883'— lolioüban: 2ou ><.....zzz-—X2b'b0 Ä>,»l«h,e0a»l. AUg. ,40 ,1, , i5b?5!l5e-50 ^rtien von Trankftort« Unternehmungen. (pn Etilck). «lbrecht.Vahn «00 fl. Silber . —--------— «lsölb stium.-Nahn L0N fl. Eilb. 189 »K 189 75. «uisig.Icpl. Liseiib. «00sl,LM.---------------- Vöhm, Norbbahi, ^5« fl. . ,---------------- „ Weftbahn ^00 sl. . . . »?L — «78 — Buschtiehraber Lisb. 500 fl. LM,---------------- ^IltU) «00 fl. . 207b0 2U8 50 Donau ' Dampffchiffahll» ' Vef. Dessert. 500 st. «M. ...880—383 — DraU'üll. (Äat..Db.«^.)^oofl,S. 181 50IUI75 Duf-Bobenl'acher L,«Ä,«l»0ll,S. — —------ hn 20U fl. 0 205 — ßeid!Nll!ld««i/i0ldb. 1000 sl. 6M. ^90 2^!!5> NraiN'Ioscs < ahn ^0li fl. Silber ^li—22^50 yünsMchcN'll^^set,g-B.^U ll. liM. IS«'»5 19« s.o Gic>»'«öflacher!t'^.^Usl.ö.W.------------'— «ablcnber».«iscnt>ahn 100 fl. .------------— KaschaU'Obllb.Lisenb. iiootl. S, —'------------ Ucmv«g'Lzrlnott>ih»Iasiy «isen» bllhN'Gefelljchajl ^«0 fl. ö. W. !»37'—23? »5 Llovb,öft.'llng., Trieft5W sl, Mub«ls»<,ahn »uo fl. Stto« . !9»'b!»i<<3 — Siebenvürncr uijenv. ^U0 fl. . — —j — — Sl ^,.0 il, ö. W, . «47 80,«48 lo «sell» ware Sübbahn «00 sl. Silber . . , 103 75 »04 >b Süb»3lordb.«erb.» «.«00 fl. »y'Vcs,, lvr. 170 sl. ö. w. li« »5 »15 50 ^ Wr.. neu 100 fl. 10« 75 1 0? »b Traneport'Velellschast '00 fl. . — — — — ll»g,»»aliz. »tiscnb. ilOU fl. Silber 176 — 17Y 75 ll»g, Norbostbahn 200 fl. Silber 17,75 17» ,5 Ung.weftb.(Naab.<»rc!,)z!0Ufl.V. 171 ^5 »71 75 Induftrie'Actieu (per ^tück). Egybi unb ifinbber», Visen« und Stählend, in Men wo fl . —— — — H>!cnbse!l.Illd.,Ocf. »0(! jl, . I»2 — 184' — Galgv'Tari. «tisenraff. 10U sl. . 151 — 15» — Waffenf..«.. Oeft. in W, lUO fl. 199 — 2«, — Irif»il«r »ohlen».-Ges. ?l> fl. . — — — - Devise« Deutsche Pläh«......ui?,.«i u^ Vo»b«n.........u»z«z!»e»ü Pari« .........4»S7,4S7«. Petersburg .......—-------— Valuten. Ducaten........5!»» 5 95 ^0»^r»nc«'Stk