Prik»»«er»tt«uS»Greift: Für Laidach: Ganzjährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 w «terteljShrig . 2 „ 10 „ Monatlich » 70 » M«t der Post Gauzjihrig . .... 12 fl. HaldtShrig........... 6 „ «erleljilhrig.........3 . Laibacher Für Zustellung in« Hau« bitrtelj. 26 k., »onall. 9 kr. Einzelne Hummern 6 kr. TJ Nr. 188. ungblntt. Anonyme Mittbeilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. «edactt-n: vahnhosgaffe Nr. 16. vrprdttto«»- * Jnferate«-vureau: «ongreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. Äfdn-wahr b Fed. Bamberg.) 3nf«rtt»iiftftreift: Kür die einspaltige Petit,eile i 4 kr , bei wiederholter Einschaltung ä 3 kr. Anzeigen bi« 6 geilen SO Bei grStzeren Inseraten Isterer Einschaltung em chender Rabatt. Für complieierten Satz dere Vergütung. Freitag, 17. August 1877. — Morgen: Helene. 10. Jahrgang. Vom Tage. Die österreichische Regierung verweigert ihre Zustimmung zur Abhaltung von Volks» Versammlungen, in welchen den Sympathien für da» Waffenglück Rußlands oder dcr Türkei öffentlich Ausdruck gegeben werden möchte, unter Hinweisung auf das richtige Abweisungsmotiv, um Aufregung und Demonstrationen hintanzuhalten. In Tirol werden Ende September l. I. die infolge Mandatsniederlegungen nvthwendig gewordenen Retchsrathswahlen vorgenommen werden. Wie das liberale „Jnnsbr. Tagblatt" berichtet, bestehen in Südtirol drei Parteien: Eine ultramontane, die theilweise nationalen Tendenzen huldigt und nur in einem Punkte mit fich vollkommen im Klaren ist, — tm UltramonlaniSmuS; eine österreichische, mit starken klerikalen Fäden durchzogen, mit hier und dort ausblitzendem liberalem Heiligenschein um-geben, im allgemeinen jedoch ohne genau formulierbare Eigenthümlichkeit, außer derjenigen, daß fie mit jeder Regierung durch Dick und Dünn zu gehen als ihr höchstes Glück betrachtet; endlich eine national, liberale, deren erste und einzige Devise dir Rationalitüt ist, seit fie durch ihre Mandatare mittelst der oft erwähnten MandatSniederlegung das Merkmal der Verfassungstreue abgeworfen hat. In Tirol verspricht man fich von den für Südtirol bevorstehenden Reichsraths - Ergänzungs-wählen nichts weniger als günstige Resultate, nur der Großgrundbesitz dürfte den Verfassung», »„d liberalen Prinzipien treu bleiben. In den Land» gemeinden herrscht Insel und Stab, Rauchfaß und Aspergil; in den Gauen deS flachen Landes dürfte den Klerikalen der Wahlsieg nicht entrissen werden können; auch von der österreichischen und nationalliberalen Partei hofft man auf keine allzu erfreulichen Ergebnisse, wenn nicht in zwölfter Stunde ein regeres Leben sich kundgeben sollte. Bleibt d'e sogenannte „österreichische" und .national-liberale" Partei un> thätig, so werden die Ultramontanen jubeln, denn die Mandate würden in ihre Hände gelangen. Ein solches Resultat wäre, nachdem wir in Oesterreich vorwärts kommen sollten, ein sehr bedauerlicher Rück« schlag. Nicht der Mangel an srischen Elementen ist es, welcher in Oesterreich fühlbar ist, sondern der Mangel an Muth, ohne tausend Zweifel und Bedenken auf der Bahn der Freiheit fortwärtS zu schreiten. Tirol kann Nachweise liefern, daß Männer, in der elften Stunde vom Liberalismus durchdrungen, in der zwölften Stunde, knieend vor ihrem Beichtvater, Reue und Leid über ihre Sünden — ihre liberale (?) Gesinnung — ablegten. Die liberale Partei wird alle Anstrengungen machten müssen, um den Wahlsieg zu erringen; die Ultramontanen in Tirol sind ein Factor, mit dem gerechnet werben muß. Die Niederlagen, welche Rußland im Kriege mit der Türkei bis heute zu registrieren hat, erregen das Erstaunen Europa'«, ja da» Erstaunen der Bevölkerung sämmtlicher Welttheile. Rußlands Heeresmacht stand als eine immense, als eine gefürchtete da; der Verlauf dieses Krieges hat diesen Ruhm in Schotten gestellt. Die Folgen dieser Niederlagen sind heute noch nicht zu ermessen. Die Kriegskunst der Russen hat unter dem despotischen Regierung«-sistem, unter den gütigen des Aars, der keine Freiheit kennt, der Millionen und Millionen Menschen knechtet und fie alle dem Willen eine» einzigen Men. schen unterwirft, der mit unumschränkter Gewalt die Knute des tyrannischen Absolutismus schwingt, keine Fortschritte zu verzeichnen. Ein Reich wie Rußland könnte mit Rücksicht auf feinen Flächeninhalt und feine BevölkerungSzahl unüberwindlich dastehen, wenn in diesem Reiche Menschenrechte An-erkennung finden würden, wenn in diesem Reiche die Sonne der Freiheit und Aufklärung ihre goldenen Strahlen aus spenden, wenn in dieses Reich da» Wort „Constitution" oder „Verfassung" Eingang finden dürfte. Jnsolange Rußland der Freiheit, der Aufklärung , der konstitutionellen Regierungsform dir Thore verschließt, wird dieses gigantische Reich auf keinem wie immer Namen habenden Gebiete einen Fortschritt zu verbuchen haben. Die Alleinherrschaft trug Rußland bisher schlechte Früchte ein; auf den Brettern des Kriegstheaters muß nicht nur Pulver und Blei, sondern in vorderster Reihe Geist die erste Rolle spielen. Rußland kündigte ein pomphaftes Programm an, in aufeinander folgenden „lebenden" Bildern sollten wir die „letzte Stunde de» kranken Manne»", den „untergehenden Halbmond", den „letzten Sultan" vor un« sehen, und siehe da, wir stehen heute vor den Gläser« eine» Panorama», das dem Beschauer „den Sturz des großen Zarenreiches", „die gebrochene Knute", „die blutigen Tage von Moskau" zeigt. Rußland wird alle seine Kräfte zusammenzuraffen haben, um Imilleton. Die Herrin von Kirby. Roman von Ed. Wagner. (Fortsetzung.) Lady Olla zögerte; das Benehmen des Frem-den berührte sie unangenehm, feine Worte erweckten Mißtrauen in ihr. Aber sie war in ihrem eigenen Hanse, umgeben von einet zahlreichen Dienerschaft die auf das geringste Zeichen im Falle der Roth zu ihrem Beistand herbeieilen würde. Sie gab daher ihre Bereitwilligkeit, den Fremden anzuhören, durch eine leichte Verbeugung zu erkennen. „Ich wünsche nur die Gegenwart meiner Stiefschwester, der Lady Helene Chevrrton," sagte fie und zog die Klingel. Der Fremde machte keine Einwendung. Ein Diener erschien und Lady Olla sagte: «Bitte Lady Helene, zu mir zu kommen, John." ' „Lady Helene ist ausgegangen, Mylady," er. widerte der Diener. „Sie beauftragte mich, Ihnen zu sagen, wenn Sie nach ihr fragen sollten, daß sie vor einer Stunde nicht zurück fein würde." „Gut," sagte das Mädchen, und der Diener zog fich zurück. Sie nöthigte den Fremden durch eine Hand, bewegung, Platz zu nehmen, und setzte sich selbst in einiger Entfernung ihm gegenüber, erklärend, daß sie bereit sei, seine Mittheilungen entgegenzunehmen. „Dies ist ein herrliches atterthümlichrs Schloß," bemerkte der Fremde mit einem flüchtigen Blick durch das Zimmer. «Ohne Zweifel lieben sie dasselbe eben so sehr, wie Ihr Leben, Mylady?" Lady Olla war verwundert übet diese Frage, und etwas stolz ihr Haupt erhebend, sagte fie: „Das ist eine sonderbare Frage, Sir. Gewiß liebe ich Kirby. Es ist die Besitzung meinet Vorfahren, der Ort meiner Geburt, und hier verlebte ich meine Kindheit. Alle Traditionen unserer Familie knüpfen sich an dieses Schloß und diese Insel. Die alten irischen Könige, mit denen meine Vorfahren in eiig-ster Verwandtschaft standen, hatten hier ihren feste, sten Platz. ES ist aus all' diesen Gründen leicht er. klärlich, daß Schloß Kirby mir der theuerste und heiligste Platz ist. Was aber," fügte fie, in ihrer Begeisterung sich selbst unterbrechend, hinzu, »haben meine Ansichten inbetreff meines EigenthumS mit Ihnen zu schaffen, Sir?" Der Fremde warf dem Mädchen einen bedeutungsvollen Blick zu und feine Lippeu oetzogen sich zu einem geheimnisvollen Lächeln. „Viel — sehr viel!" erwiderte er. „Der Zweck meines Hierseins ist nämlich, Ihnen zu sagen, daß Ihr Besitz dieses von Ihnen so sehr geliebten Platze« bedroht ist." „Bedroht?" „Ja, Mylady! Es hat sich nämlich ein jemand gefunden, welcher Anspruch auf den Besitz de» Schlosses Kirby erhebt." „Unmöglich!" rief Lady Olla verwundert. „Durchaus nicht, Mylady," erwiderte der Fremde mit einem Lächeln, welches verrieth, daß er seiner Sache gewiß war; „der neu aufgetauchte Erbe wird feine Ansprüche mit allen Rechtsmitteln geltend zn machen suchen." „Sie find getäuscht worden," sagte Lady Olla ruhig. „Ich bin das einzige Kind und folglich die Erbin des verstorbenen Grafen von Kirby." Wieder zeigte fich jenes triumphierende Lächeln auf den Lippen des Fremden, durch welches da« Mädchen fich nicht nur gekränkt fühlte, sondern da» auch Mißtrauen in ihr erweckte. im Kampfe mit dem Halbmond nicht zu unterliegen. Noch einige Niederlagen, und Rußland wird von seiner Höhe hcrabsteigen und in die Reihe der modernen Staaten eintreten, Rußland wird die Tage des Despotismus und der Willkürherrschaft, die Tage unumschränkter Gewalt und geistiger Knechtschaft zu den abgelaufenen zählen müssen. Auch in Rußland macht sich eine nicht zu untetschätzende freiheitliche Gährung sehr bemerkbar; schon regt sich eine Partei, die das Willkürregiment satt hat, die Rechte und Freiheiten verlangt, wie solche bereit» im übrigen Europa zu Fleisch und Blut geworden find. Auch in Rußland wird aus der Asche des Despotismus, der WiUkürherrfchaft und Gewalt, der Knechtschaft des Körpers und des Geistes der Phönix der konstitutionellen Freiheit sich himmelwärts emporschwingen. Vom Kriegsschauplätze. Montag fand ein Kampf bei T o p k a n i statt, in welchem dieRuffen geschlagen wurden und fünf Kanonen verloren. Osman Pascha nähert sich Tirnowa. Achmed Ejub griff dir von den Russen bei Sadina, südwestlich von RaSgrad, genommene Position an. Nach mehrstündigem Kampfe ging die türkische Infanterie mit dem Bajonette zum Angriff vor und nahm, von den Tscherkessen kräftig unterstützt, die mit bedeutend überlegenen Kräften besetzte feindliche Position. Die Russen ließen 60 Todtt, worunter 4 Offiziere, auf dem Kampfplatze. Der Tfcherkesien-Bey Mehmed blieb tobt. «Sabina ist) von den Türken besetzt. Am 14. d. abends beschcssen die russischen Batterien von Slobozia au» RustschuI, wodurch daselbst ein Brand entstand, der bis Mitternacht andauerte. Am 15. d. um 5 Uhr morgens begannen dir Türken Giurgewo zu beschießen, und dauert die Beschießung fort. Die Muffen erwidern das Feuer nicht. Die Russen räumten Jeni Saghra, ffieti Saghra, Kasanlik und die übrigen Ortschaften diesseits de» Balkans. Dir Brigade Rasim Pascha griff die verschanzte Position der Rufst« bei Kaloser an und zwang den Feind nach zweistündigem mörderischen Kampfe, nach dem Balkan zu flüchten. Die Russen verloren 500 Todte. Die Türken rückten bis Koir vor, welcher Ort ohne Kampf besetzt wurde. Türkische RecognoScierungStruppen fanden Küstendsche unbesetzt und drangen gegen Norden und Westen unbehelligt vor. Die Russen schlugen eine Brücke beiPyrgo». Bon ihren Popen geführt, drangen Bulgaren „Der Ansprucherhebende hat höhere Rechte al» Sie — höhere Rechte selbst, al» Ihr verstorbener Vater sie hatte!" erklärte der Fremde mit dem Ausdruck der festesten Ueberzeugung. .Erlauben Sie mir, Ihnen zu erzählen—" Das Mädchen unterbrach ihn durch eine Hand-bewegung. „Ich bin nicht geneigt, Ihre Erzählung anzuhören," sagte sie stolz. „Wenn dieselbe auf Wahrheit beruht, so habt« Sie sich am die Unrechte Person gewendet. Ich verweise Sie mit Ihrer Sensationsnachricht an meinen Vormund, Sir Arthur Coghlan, welcher in der Nähe London» wohnt. Er wird mit seinem Rechtsanwalt bald herausfinde«, was- an der Sache Wahres ist und welche Schritte rtwa nothwendig sein werden." Sie hatte sich während ihrer Rede erhoben und wandte sich jetzt zum Fortgehen um. „Bleiben Sie!" rief der Fremde hastig und in gebietendem Tone. „Ich bin gekommen, um die Geschichte zu erzählen, ehe sie im ganzen Königreiche bekannt wird. Sie können doch wenigsten» hören, »ae ich zu sagen habe- Wenn die Brweis-fützrnng unzmceichmb ist, werden Sie das so gut etftnnen, wir ®it Arthur Coghlan; wenn aber Sie von der Wahrheit tttr Sache überzeugt werden, auS Czochzo w in Ocal-Punar ein, ließen 35 Mo» hamedaner grausam prügeln und ertränkten sie sodann, indem sie dieselben paarweise mit ihren Kindern zusammenbanden. Die letzten Operationen der türkischen Armee im Süden des Balkan» haben den Russen einen Verlust von mehr als 12,000 Todten und Verwun. beten zugefügt unb hatten zum Resultat, baß ber Feinb aus Jeni unb Eski Saghra, au» Kasanlik, sowie aus allen ändern jenseits bes Balkans gelegenen Ortschaften verdrängt wurde. S ule im ans Vorhut rückte auf der Straße nach Elena ohne Widerstand bis Ferdiskiöi, am Eingänge de« gleichnamigen Defil6». Die auf den Anhöhen von Sabina stehende russische Abteilung, über deren Stärke die Angaben zwischen einer Division und zwei Bataillonen nebst einem [Reiter-Regiment schwanken, wurde am 13. d. von den Türken angegriffen und vertrieben.__________________ Politische Rundschau. Laibach, 17. August. Julavd. Am 14. d. fand in Agram eine Versammlung von Delegierten aus dem Grenz-lande statt. Es wurde ein Comit6 gewählt, welche» aus achtzehn Mitgliedern, nämlich au» je zwei Vertretern der Grenzdistrikte, der Grenzstadt-Kom-munen und der Vermögensgemeinden besteht und zum Präsidenten Dr. BrliL und zum Schriftführer Liebald Ljubojevik gewählt hat. Die Aufgabe dieses Evmitös besteht darin, eine Petition an den Kaiser auszuarbeiten und eine Proklamation an die Grenz» Bevölkerung zu richten, in welcher derselben die behufs Wahrung der Rechte des Grenzlandes feiten» der Greajdelegation gemachten Schritte kundgemacht werden sollen. In einer zweiten Sitzung wurden die Entwürfe der Petition und der Proklamation durch« berathen, und viele der zugereisten Delegierten verließen hierauf Agram. E» wurde beschlossen, noch einmal anzufragen, ob der Kaiser die Deputation empfangen wolle. Wenn die» nicht der Fall sein sollte, was wahrscheinlich ist, dann wird Baron Mollinary die Adresse selbst überreichen. Ausland. Die „Provinzial-Korrespondenz" schreibt: „Kaiser Wilhelm hat am 8. August im Beisammensein mit .den österreichisch-ungarischen Majestäten in Ischl einen festlich schönen Tag verlebt. Die an Herzlichkeit im Laufe der Zeit immer noch zunehmenden Beziehungen inniger Freundschaft zwischen den hohen Herrschaften sind auch bei diesem Besuch« unsere» Kaiser» zur Freude de» deutschen Volke» und unter dem lebhaften Jubel der in Ischl anwesenden Bewohner Oesterreich-Ungarn» sichtbar an den Tag getreten." so wäre es möglich, daß Sie und Ihr Rival sich zu einem Vergleich verständigten, oder die Angelegenheit mag Ihrem Vormund und den Advokaten überwiesen werden. In Ihrem eigenen Interesse bitte ich Sie, mich anzuhören. Wenn Sie sich aber weigern, werden Sie alle», was ich Ihnen zu sagen habe, nach einigen Tagen in der „Belfaster Zeitung" lesen." Diese letzte Drohung war von Erfolg. Lady Olla nahm ihren Platz wieder ein und sagte: „Ich weiß, daß dieser neue Bewerbet um die Grafschaft ein falscher ist, wenn ein solcher überhaupt existiert; doch will ich hören, was Sie zu sagen haben. Fassen Sie sich aber kurz." „Das soll geschehen," sagte der Fremde, indem ec sich gleichfalls wieder fetzte. ,,E» ist nothwendig, mit einem kurzen Rückblick zu beginnen. Ihr Groß. Wer, der fünfzehnte Graf von Kirby, starb vor etwa fünf Jahren in einem hohen Alter, und sein Sohn, Ihr Vater, Mylady, welcher damals in seinen besten Jahren war, erbte seine: Titel und Güter. Diese» beruht doch auf Wahrheit?" „Da» ganze Königreich weiß, daß die» wahr ist," versetzte« da» Mädchen kalt. ..Da» ganze Königreich weiß auch," fuhr de« Fremde fort, „baß Ihr Vater, ber letzte Graf, die Da« „Journal de» D6batS" fordert die französische Regierung auf, die Staatsstreichgerüchte zu dementieren. Schweigen sei Feigheit oder Berechnung. Die Londoner Blätter fassen die königliche Botschaft in einem der Erhaltung des Frieden» günstigen Sinne auf. Zugleich wird derselben die Bedeutung beigelegt, daß sie Earl of BeaconSsieldS Politik der bedingten Neutralität adoptiere. Der „Standard" meint, ber emphatische Ton ber Botschaft lasse auf eine große Einigkeit im Kabinette schließen. Der „Russische Invalide" bezeichnet die Nachrichten ausländischer Zeitungen über die Mobilmachung ber gesummten russischen Armee für vollständig unbegründet. Mit Ausnahme eines Theile» ber Garbe unb ber Armee, beten Mobilisierung früher in Aussicht genommen war, wirb bit übrige Armee nicht mobilisiert unb hat sogar keine einzige Kompagnie ihre Dislocation veränbert. In allen größeren StädtenRumäniens würben Werbebureaux für griechische Freiwillige errichtet. Das griechische Kabinett beschloß bit Vornahme von Seerüstungen unb genehmigte bm vom Generalsekretär PalaskaS ausgearbeiteten bieSbezüg-lichen Spezialplan. Das Ministerium wirb infolge bessen einen Extrakrebit von 30 Millionen Drachme« verlangen. Der Emir von Kabul in Kandahar (Afghanistan) hat ein Complott entdeckt, woran russische Untertanen betheiligt sein sollen. Der Emir ließ bereits vier mitschuldige Beamte hinrichten. Das türkische Regierungsblatt „Thakvimi Bakaji" veröffentlicht zwei Verordnungen der Regie-rung, erstens betreffs der Formierung der Nationalgarde von Konstantinopel und zweiten» betreffs der vom Parlamente seinerzeit votierten unb nun zur Ausführung gelangenden Zwangsanleihe von 600 Millionen Piaster. An der Anleihe müssen sich alle Ottomanen ohne Unterschied der Eonfesston und des Standes betheiligen. BloS Militärs sind von derselben befreit. Beamte müssen mit einem dem zweimonatlichen Gehalte derselben gleichkommendcn Betrage sich an der Anleihe betheiligen. Besitzer vo» Renten und von Einkommen auf bewegliche wie unbewegliche Güter müssen mit dem zehnten Theile ihres Jahreseinkommens zur Anleihe beitragen. Die AnlehenSdauer wird auf zwölf Jahre festgesetzt. Die Beträge werden in barem Gelbe und bort, wo die Regierung eS als nolhwenbig erachtet, auch in Cerealien geleistet. Die zehnperzentigen Coupons der im November dieses Jahres zu erfolgenden Schul»' verschreibungstitel können bei allen öffentlichen Kasse» Erbschaft antrat infolge de» früher erfolgten Tode» feine» älteren Bruder». Lassen Sie mich nun in Kürze die Ihnen allerdings wohlbekannte Geschichte Ihrer Familie schildern. Lord Kirby, Ihr Groß« vater, hatte zwei Söhne, Edgar und Gilbert ■— Gilbert war Ihr Vater. Edgar war ein wilder, junger Bursche, welcher meistenteils in England lebte, viel Geld verschwendete und überhaupt ein flottes Leben führte. Ec vergeudete sein Geld und seine Gesundheit, so daß er im Alter von dreißig Jahre" starb. — Hätte er eint» legitimen Nachfolger h>'^ terlassen, so würdt dieser das Schloß und die Groff schaft geerbt haben, unter gänzlichem Ausschluß Ihre» Vater»." „Mir ist da» Erbfolgtgtsetz bekannt," bemerkte Lady Olla ebenso kalt, wie vorher. „Sie erkennen also die Wahrheit dieser Tha" sache?" fragte der unangenehme Gast. „Sie geben zu, daß, wenn Lord Edgar einen legitimen Soh» hinterlassen hätte, dieses jetzt Lord Kirby und v* sitzet dieser Güten sein würde?" „Das unterliegt keinem Zweifel." - In de»1 Fremden Augen zuckte c» freudig am, eto Schein de» Triumphs überflog, fein Gesicht- (Fortsetzung felgt.) ®n Aahlungsstatt gegeben werden. Dir AnlehenS« betrüge müssen bi« längsten« Ende Oktober ab» Seführt werden. Zur Tagesgeschichte. — Wieder ein Felssturz In der Nacht zum 14. b, M. fand in der Streck« der Station B r i x e n unter DonnkrgekraL ein FelSabsturz statt. Die Bahn wurde von citca 1600 Kubikmeter Gestein verschüttet. Zur Freimachung Bahnkörpers wurde eine große Anzahl von Arbeitern ausgenommen; wegen der Größe deS niedergegangenen wurden Dynamitsprengungen angewentet. Die Passagiere müssen umsteigen. ^Interessanter Fund. In der Nähe von Kertsch bei Bukarest erhebt sich der bekannte Mithribates-®et8- und am südöstlichen Abhange desselben wurde vor ^rzem ein höchst interessantes Grabmal im harten, lehmigen «»den ausgedeckt. ES hat eine viereckige Form und im 3nntm Jut Ausnahme der Leichname zwei Sänge; die Wände zeigen Stuckatur, sind aber in Quadrate eingetheilt, *n deren Mitte man mannigfaltige Zeichnungen erblickt. Gleich am Eingänge sieht man rechts daS Bild eine- Man-neS *n grünen, links aber bas einer Frau in rothen Geldern. Andere Quadrate enthalten Schlachtenszenen, Insten- Darstellungen von Reitergefechten; auffallend ist *e ganz ausnehmende Länge der Lanzen, deren sich die «eiter bedienen. Menschliche Gebeine wurden viele im Innern bet Grabkammer aufgefunden, aber kein vollstän->geS Ekelet; an Werthgegenständen fand man nur einen 'wzigkn, sehr massiven goldenen Knopf. Archäologen, welche e Fundstätte bisher besuchten, sprechen die Ueberzeugung m> daß man eS da nicht mit einem griechischen, sondern ">t einem skythifchen Grabmale zu thun habe, eine Behaust» Eung, deren Stichhältigkeit wol von erprobten Männern der Wissenschaft näher untersucht werden sollte. — Der ReblauS-Kongreß in Lausanne vereinigt« sich zu folgendem Gutachten: Die Seuche ist weder die Folge der anormalen Entwicklung eines schon früher in Europa vorhandenen, aber in seinen schädlichen Wirkungen noch nickt bemerkbar gewordenen Insekte«, noch kann sie, da oftmals gerade die gesündesten Pflanzen zuerst von ihr ergriffen werden, die Folge der Erschöpfung der Aebpflknzen sein-, und ebensowenig kann sie der Einwirkung einer ändern Krankheit zugeschrieben werden, sondern eS ist mit Gewißheit anzunehmen, daß sie aus Amerika direkt nach dem Sominmt importiert wurde, wo sie, auf dem Wege des Verkehrs an verschiebenen Punkten angelangt, sich über e*ttige Länder strahlenförmig verbreitet und das Werk der Setflbrnng sofort begonnen hat. Hoffnung auf Selbst. Erlöschung der Seuche ist nicht vorhanden; nur ihre tuet* 9*1*« Bekämpfung kann zu ihrer Vertilgung führen; dagegen mit dem Import frischer und getrockneter Weintrauben und der Treber unb Kerne die absolute Gefahr ihrer Ber» drtltnng nicht vrrvunden, uifd" endlich ist auch nicht anzu-"choien, daß bas Insekt seine Nahrung auch an einer onbem rfUnj« als ter Weinrebe finde. Als am meisten von der Euch, bedrohte Länder wurden Württemberg, Niederöster-1*' die Umgebung von Preßburg, Südungarn, Navarra, Agonien, die portugiesische Provinz Douro, Ligurien, Sar-"i'n. Burgund, BordelaiS und Narbonne bezeichnet. ^kal- und Provinzial-Angelegenheiten. ^ (Dem Verdienste seineKronen!) Der hat dem Hosrathe und Landeshauptmanne Dr. Friedrich ' Kaltenegger das Ritterkreuz deZ Leopoldordens verlieh,n. Die Nachricht, daß der gnädigste Monarch die 9t06tn Verdienste eines Mannes, der mit Leib und Seel« *Ut* eine lange Reihe von Jahren dem öffentlichen Dienste M allen Zweigen der Amtierung, den Agenden deS Staates, ,S Landes und der Gemeind« sich mit Erstaunen erregen« Ausdauer, auSgebreiteter Fachkenntnis und selbstloser *»triotisch,r Hingebung widmete; eines ManneS, der in den Leihen der Staatsbeamten und konstitutionellen Staats-4litg« einer der ersten dasteht; eineS Mannes, der bi« 5«hne der Verfassung jederzeit hochgehalten hat und der ''beralen Sach« j«d«rz«it treu ergeben war, — mit dem Iw hervorragende Staats« und Zivildienstleistungen gegründeten höchsten Orden ausgezeichnet hat, wird in allen Bauen M Landes Krain mit voller, freudiger Befriedigung auf« itttommtn werden: Dir iWttele Partei in Kkain feiert heute mit bem ausgezeichneten Ehrenmanne einen Fest., einen Ehrentag ersten Ranges. DaS Füllhorn kaiserlicher Gnabe ergoß sich selten über ein würdigeres Haupt. — (AuS dem nationalen Lager.) Am 12.d. trat unter der Chiffre „®T ein neues Phänomen in der „Mgromer Presse" auf, um feinem Groll und Haß Über daS in Krain feste Wurzel fassende Deutfchthum Luft zu machen. Auch diese neueste, in ber „Agr. Pr." erschienene Original-Korrespondenz aus Laibach enthält eine reiche Fracht von Unflat »nb Abfallstoffen. Eine Stelle in bieser epochemachenden Original-Korrespondenz verdient besondere Beachtung ; dieselbe lautet: „Wir rathen der deutschen Partei, te möge ihrem echten österreichischen patriotischen Geühle (soll wol heißen „Gefühle?") nicht öffentlich und laut Ausdruck geben; es ist nämlich bekannt, daß gerade das, was die beutsche Partei mit aller Sehnsucht betont hat, bei ber lavischen Bevölkerung in Mißkredit gekommen ist, eben weil es von der im Lande verhaßten Partei ausging." Also ber Rusbruck bes echten österreichischen patriotischen Gefühles, der sich in den Kreisen der deutschen Partei knnd gibt, ist eS, der im nationalen Lager so große» AergerniS erregt? Der Ausdruck dieses Gefühles erscheint dem Laibacher Lokalkorrespondenten um so größeres Aerger-nis erregend, weil dieser Ausdruck von der verhaßten deut-chen Partei ausging. Darin liegt deS Pudels Kern l Eben in der Thatsache, daß inmitte der deutschen Partei dem echten österreichischen Gefühle, der Treue und Hingebung für Großösterreich lebhafter, aufrichtiger, patriotischer Ausdruck gegeben wird, liegt die Ursache, warum daS Deutschthnm bem nationalen Lager so verhaßt ist. Die Lehre vom echten patriotischen, österreichischen Gesühle ist in den nationalen Schulbüchern nicht enthalten, aus nationalem Grund und Boden blüht die Rose deS österreichischen Patriotismus nicht. Das Unkraut deS Deutschenhaffes schlug mächtige Wurzel. Wir wollen hoffen, daß dieses den Frieden im Lande arg chädigende Unkraut über kurz ober lang ben Flammen preis-gegeben werben wirb. Der Schreiber der fraglichen Original-Korrespondenz zieht aus dem Umstande, daß wir die in der »Agr. Pr." mitgetheiiten Korrespondenzen au? Laibach einer vorübergehenden Beachtung würdigen, den Schluß, daß die deutsche Partei in diesen Korrespondenzen eine Gefahr für das Deutschthnm selbst erblicken dürste. Diese unflätigen, nnpatriotifchen Korrespondenzen bieten wahrlich nicht Stoff, um der deutschen Partei veforgnlffe einzuflößen um die Sicherheit ihrer Existenz; aber Korrespondenzen, die offen kund geben, daß die „Slovenen Agram als ihre Freistätte betrachten, daß die Slovenen eine Stütze an den Südflaven zu finden hoffen", geben unbestreitbares Zeugnis, wie es mit dem „echten österreichischen" Patriotismus der Slovenen letzt. Die erwähnte Original-Korrespondenz macht den in Krain eingebürgerten Deutschen den Borwurf, daß sie sich in Äraiji das „tägliche Brod" allzuleicht verdienen, daß sie „nach Stellen haschm" und „Ehrenmänner, die mit Wort und That für das Recht der Nation eintraten, mit beiten daS Volk gejauchzt und geweint hat", in fremde Länder verbannen hilft. Die fragliche Korrespondenz bemerkt in boshafter Weise, daß die Regierung das slovenische Volk stiefmütterlich behandelt, während das zum „Schweigen verdammte" Volk nach einer „väterlichen" Regierung verlangt. Die Erfahrung jedoch lehrt, daß dem Deutschen im Lande Krain die „gebratenen Spatzen" nicht in den Mund fliegen und daß die fraglichen offenen „Stellen" jedermann, loenit er die hiezu erforderliche Qualifikation besitzt, zugänglich sind. Die Zeiten, in denen namentlich die bei den verfchie« denen Landesämtern offen gewordenen „Stellen" an un-befähigte Vollblut-Nationale verliehen wurden, sind, Gott fei gedankt, vorüber. Wenn die Regierung Männer, welche das Ehrenwort „kaiserlich königlich" tragen, wegen ver-saffungsseindlicher Agitationen und unloyaler Umtriebe in „fremde Länder" versetzte, so war sie vollkommen im Rechte und übte überbies nahezu Acte unverbienter Humanität. Der Laibacher Korresponbent der „Agr. Pr." bemerkt, die Deutschen in Krain durchziehe ein „angenehme» Gefühl der Sättigung." Aus dieser sarkastischen Bemerkung geht unverblümt hervor, daß die Nationalen nicht» sehnlicher wünschen, als wenn die Deutschen für ihre Arbeit, die sie in Krain leisten, mit nicht^anderem al» mit dem — Hunger-tote belohnt würden. Der Laibacher Korrespondent hnlditzt der Devise: „Selbsteflen macht fett.” Die neueste Korrespondenz richtet sich in erster Linie gegen den echten «ster-reichischen Patriotismus, der si» in «reisen der deutschen Partei seit jeher kundgegeben hat, und predigt in zweiter Linie den Ausdruck deS Haffes, der auS dem nationalen Lager dem Deutschthum in Krain offeriert wird. ES ist immerhin interessant, die Expektorationen der Nationalen von Zeit zu Zeit zur Kenntnis zu nehmen. — (AusdemKasino»Re staurationsgar» ten ) Der gestrige zweite Turner-Festabend verlief im wahren Sinne des Wortes glänzender al» der vorgestrige erste, die splendide Gartenbeleuchtung gewährte überraschenden Anblick. Die Herren P o ck und Eberl theilten sich in den ersten Preis. Möge der an beiden Festabenden wider Erwarten fchwächer ausgefallene Besuch den Eifer de» geehrten TurnvereinS-Lomittt nicht kühlen, das distinguierte Publikum fand sich vollzählig ein und schied mit dem Rufe: „Aus baldige» Wiedersehen!" Herr Kapellmeister C z a n S k y würde zum lebhafteren Besuche der Gartenfeste und Konzerte wesentlich beitragen, wenn er in die nächsten Mustk-programme Novitäten auS Opern. Operetten und dem Gebiete der Strauß'schen Muse aufnehmen möchte. — (Wünsche und Beschwerden.) In mehreren unS heute zugekommenen Korrespondenzen wird übereinstimmend mitgetheilt, daß die vonfeite de» hiesigen Franziskaner Pfarramtes erfolgte Verweigerung der kirchlichen Einsegnung deS infolge Selbstentleibung verstorbenen hiesigen geachteten Feuerwehrmannes und Büchsenmachers Kolonien Poür namentlich in Bürger- und Arbeiterkreisen große» Aergernis erzeugt hat. Poür hat, wie viele Stimmen au» dem Publikum bestätigen, der katholischen Kirche gegenüber sich niemals feindselig betragen, und die Ursache deS Selbstmord?» ist einerseits in einer auf ihn geübten Pression und andererseits in seiner an demselben Tage erfolgten Einberufung zum Militärdienste zu suchen; beide unliebsamen und unerwarteten Erlebnisse wirkten auf den leicht erregbare» Charakter des Poür sinnverwirrend. Die Kirche Christi predigt im Geiste der Humanität „Vergebung" und „Ablaff der Sünden," aber die Funktionäre dieser Kirche kennen — einzelne Fälle, in welchen auch bei Begräbnissen von Selbst. Mördern großer kirchlicher Pomp entfaltet und gut honoriert wird, ausgenommen, — weder den Begriff „Humanität" noch jene Stelle im Vaterunfer, wo es heißt: „vergieb un» unsere Schuld." Im vorliegenden Falle versah ein Mitglied der Feuerwehr in Gegenwart des Bürgermeisters das Amt des Dieners der Kirche. Die zahlreiche Theilnahme an diesem Leichenbegängnisse und die auf den Sarg gelegten Blumenkränze dürften diesmal die kirchliche Einsegnung, als «inen Act des LuxuS, überflüssig erklärt haben. — (AuS den Rachvarprovinzen.) Auch in K l a g e n f u r t wurde das Mitnehmen der Hunde in Gast-nnd Kaffeehäuser und öffentliche Gärten untersagt. — Da» Glocknerhans wurde in der Zeit vom 14. Juli bi» 9. August von 403 Touristen besucht. — Die am 20. September l. I. in K l a g e n f u 11 stattfindende Landesthier-fdhau wird sich zu einem großartigen LandeSsesie gestalten. — In Kappel wird, wie die „Blätter für die Alpen» länder Oesterreichs" erfahren, eine Filiale des österreichischen TouristeuklubS errichtet. * Aus dem Schwurgerichtssaale. Laibach, 16. August. I, Maria Dormij und Michael Masi, beide an» Jggdors! Bezirk Umgebung Laibach, stehen anqrflagt de» Verbrechen» des Betruges vor den Schranken des Gerichtshofes. Den Vorsitz desselben nimmt LGR. Dr. Leitmaier ein, al» Votanten fungieren die LGRR Ribitsch «nb Kvtschevar, als Schriftführer Auskultant S ch w e n t « ner, al» Staatsanwalt StaatSanwaltsubstitiit Mühl-eisen und als Bertheibiger deS Angeklagten Dr. Brolich Maria D v r m i § heiratete nach dem Tode ihre» ersten Ehemannes Johann Dormis dessen Bruder Anton Dormi» und Übergab dem letzteren ihre aus 6000 fl. geschätzt« und von ihrem verstorbenen ersten Manne ererbte Realität sammt funduB instructua mittelst UebergabSvertrage» in das Eigen« thurn. Anton Dormis versäumte es, fich an den grundbücherlichen Besitz dieser Realität schreiben zu lassen. Anton DormiA wurde wegen versuchten Meuchelmorde» zu ein« zehnjährigen schweren Kerkerstrafe oeruttheilt. Im Job« 1876 übergab Maria DormiÜdie bereit» dem Anton Dormij überlassene Realität dem Michael M a s i unter der Bedingung, daß letztgenannter die Tochter der Maria Dormij heirate. Michael Mafi übernahm nach vollzogener Ehe die fragliche Realität und erwirkte auch seine grundbücherliche Besitzanschreibung. Anton Dormis wurde während de- Verlaufes seiner Strafzeit durch die Uebergabe der ihm eigenthümlichen Realität an Michael Mafi arg geschädigt und erstattete dieserwegen die gerichtliche Anzeige. Die zwischen Maria und Anton Dormis 1866 abgeschloffene schriftliche Brrtragsurkunde kann angeblich nicht aufgesundcn werden, und Maria Dormis will von einer derartigen Urkunde nichts wissen. Michael Mafi will eben auch von einem derartigen Vertragsabschlüsse zwischen Maria und Anton Dormis keine Kenntnis haben, habe dieserwegen beim Srundbnche Erkundigungen eingezogen und den Bescheid erhalten, Maria Dormis sei berechtigt gewesen, diese Realität an ihn — Mafi — zu übergeben. Die Zeugen Novak, Gregor Dormis und NotariatS-Toncipient Rogel sagen aus: es sei ein Vertrag zwischen Maria und Anton Dormis abgeschloffen worden. Es liegt auch erwiesen vor, daß Anton Dormis für diese Eigenthums erwerbuug die Perzentualgebüren bezahlt hat. Die Zeugen Berhini und Poiir bestätigten, daß Anton Dormis der Eigenthümer und Hausherr dieser Realität war und alle Ausgaben leistete. L>er Gerichtshof stellte folgende Fragen: 1.) Wird Maria Dormis schuldig erkannt, die fragliche Realität dem Michael Mast ohne Wiffen und Willen des Anton Dormis übergeben zu haben, durch diese betrügerische Handlung das k. k. städt.»delegierte Bezirksgericht irregesührt und dem Anton Dormis einen Schaden von mehr als 300 fl. zugesügt zu haben? 2.) Wird Michael Mafi schuldig erkannt, die fragliche Realität von Maria Dormis ohne Wissen und Willen des Anton Dormis in dem Bewußtsein, diese Realität von ihr rechtswidrig übernommen, durch diese betrügerische Hand, lung das fiädt.-delegierte Bezirksgericht irregesührt und dadurch dem Anton Dormis einen Schaden über 300 fl zugefügt zu haben? Der Bertheidiger versucht geltend zu machen, daß diese Acte nicht vor den Straf», sondern vor den Zivil lichter gehören. Der Vor flfoende resümiert den ganzen Vertan der Verhandlung, die «eschwornen zogen sich zur Be rathung zurück und bejahten sofort beide citierten Frage» einstimmig. Das gerichtliche Urtheil lautete bei Maria Dormis und Michael Mast aus je ein Jahr schwere Kerkerstrafe und au Nichtigleitserklärung des zwischen Maria Dormis und Michael Mast am 5. Dezember 1875 abgeschlossenen Rea-litalen-UebergabSvertroges. II. RachmittagSsitzung. (Derselbe Gerichtshof, Staatsanwalt OLÄR. P e r s ch e Bertheidiger BAV. Konschegg.) Franz Ieglitsch, 46 Jahre alt, Rothgerbkr auS See bach bei Velde», hat sich über die Anklage wegen Verbre chens der Verleitung zur Anfertigung falscher öffentlicher Kreditspapiere zu verantworten. Franz Jegliijch machte ge Iegentli» einer Reife nach Baiern die Bekanntschaft eines gewissen Josef Pogorelz; es wurden verschiedene Angelegen heilen besprochen und Pogorelz stellte an Jeglitsch die Anfrage, ob er vielleicht einen geübten Plattenstecher, Graveur oder Lithographen aufzutreiben wisse; Pogorelz zeigte eine öfter reichische Geldnöte ä 1 ft. vor und bemerkte, e8 ließe sich mit solchen Geldnöten ein gutes Geschäft machen. Jeglitsch fuhr mit Pogorelz von Salzburg bis Deisenbach, wo sich beide trennten. An einem Markttage kamen Jeglitsch und Pogorelz in Krainburg zusammen, wo letzterer für Baiern Vieheinkäuse besorgte und den Jeglitsch neuerlich aufforderte, für ihn einen Plattenstrcher auszumitteln. Jeglitfch fetzte stch mit Heinrich Deweier, der bei einem Photographen in München in Arbeit stand, in schriftlichen Verkehr und ersuchte den. selben, einen geschickten Plattenstecher aussinoig zu machen Demeier trug die Korrespondenz des Jeglitsch zu dem Gra» »tut und Lithographen Christian Bruch, wo die Angelegenheit näher besprochen wurde. Im Frühjahre 1877 traten Jeglitsch und Pogorelz mit einem sicheren Zamuda in nähere Be kührung. Christian Bruch in München wurde von Jeglitsch aufgefordert, ene gute Platte nach dem Muster der erwähnten Guldennote anzusertigen, wofür ihm von Jeglitsch ein / -onorar von 1000 fl. in Aussicht gestellt wurde. Jeglitfch lud den Bruch ein, zu ihm zu kommen, ihm bei der Arbeit behilflich zu sein, eS wären in zwei Jahren 4000 fl. zu verdienen. Bruch erklärte sich mit diesem Geschäft«* antrage nicht einvei standen, erstattete bei der Münchener Polizei die Anzeige, welche an das hiesige Landesgericht geleitet wurde. Das Landesgericht ließ bei Jegliisd) eine Hausdurchsuchung vornehmen und Jegiiisch verhallen. Franz Jeglitfch gestand, er habe sich von Pogorelz durch , ;ufichetnng einer bedeutenden Geldbelohnung verleiten lassen; er wollte auS der projektierten Geldnotenansertigung viel Gewinn ziehen, um sich ein kleines Häuschen kaufen zu können. Josef Pogorelz war leider nirgends auszufinden. Die Geschrootnen bejahten einstimmig die an sie gestellte Schuldsrage und der Gerichtshof cerurtheilte den Franz Jeglitfch zu einer fünfjährigen, mit Fasten Der* schärften schweren Kerkerstrasr. Angekommene Fremde am 17. August. Hotel Stadt Wien. Lvwensohn, Guschanik, Horowitz und Spitzer, Kstte; v. Dittel, OberstlieutenantSgattin, Wie«. — Danch, Kfm., Dresden. — Settic, Wirthin, St. Oswald. — Pelz, Rtifniz. — Gödern, Forstausseher, Rothen-egg. Premer, Beamtensgattin; Slescooich, Fiume.-v. Garzarolli, Feuerwerker, Senosetsch. — Lellusich, Pro» foß, OEapodisitia. -- Mally, Privat; Raiiharek, Kfm., Reuinarktl. — Fercher f. Frau, Eagliari. — End er, Pr«-soß, Jägerndors. — Hiris, Sornmis, Gottschee. Hotel Vlesant. Weil, Reis., Stutigart. — Dr. Valllsfi, Professor, Görz. — Bidsmayer, Fiume. — Samek, Fabrikant, Wien. — Warto; Watzl, Oderstlt; Weißlei», Asm., Triest. — Thoman, Krainburg. Hotel (gurotio. Prefcher, Tllffer. — Solcher, Profoß, Fiume. - Marn, Ptofoß; V. und Z. Spiait, Agram.-Sovda, Steuerinspektor, Volosca. Kaiser von Oesterreich. Lindau«, Graz. Mohren. Staljy, Einern. — Maletie, Steyr. — Vroe, Klasnitz. — Sustersii, »tonau. Die Höhe der Gemeinde-Umlagen. (Schluß.) Eine andere Ursache der Erhöhung der Umlagen bildet die Vervollkommnung des Straßennetzes, die Verbesserung der Verkehrswege. Es ist auch in dieser Beziehung in neuerer Zeit Bedeutendes geleistet worden durch Anlegung neuer, durch Verbesserung und zweckmäßige Umlegung bereits bestehender Straßen. Es bedarf wol keines Beweises, von welch' großer Wichtigkeit für Handel und Verkehr ein zweckmäßig angelegtes Straßeusistem ist; es wird dadurch der Absatz der Bodenprodukte sowie der Industrie-Erzeugnisse erleichtert, der Werth namentlich der Erzeugnisse der Landwirthschast erhöht und damit auch der Werth von Grund und Boden selbst beträchtlich gesteigert. Nicht unbeträchtlich ist auch der Aufwand, der den Gemeinden durch ihre Mitwirkung in Verwaltungsangelegenheiten auserlegt wird. Es ist wol richtig, daß die Regierung dieser Mitwirkung nie ganz entbehren kann, allein es dars diese Inanspruchnahme der Gemeinden im übertragenen Wirkungskreise nicht so weit gehen, daß die Gemeinden dadurch überbürdet werden, umso weniger, als trotz dieser Ueberwälzung von Verwaltungssachen auf die Gemeinden das Budget der staatlichen Administration ich nicht verringert, sondern regelmäßig großer wird und daher diese Uebertiagmig von Agenden, die eigentlich den 'lautlichen Organen zustiinden, im Grunde nur eine der-deckte, aber empfindliche Steuererhöhung darstellt. Es sind in dieser Beziehung bereits in einzelnen Landtagen sowie im Reichsrathe Verbesserungen angeregt worden und steht zu erwarten, daß durch geeignete Vereinfachung der Verwaltung auch eine Entlastung der Gemeinden zustande kommen werde. Es sind also keineswegs luxuriöse Gelüste ober eine unbedachlsame Wirtschaft vonseite der Gemeinden, welche die Erhöhung der Gemeinde-Umlagen verursachen; die Ausgaben, zu deren Deckung die Umlagen dienen, stellen sich vielmehr als unvermeidliche Rolhwendigkeit heraus, und besonders die Summen, die für Schulen und Straßen aufgewendet werden, sind ein gut angelegtes Kapital, das reichliche Zinsen trägt. Gedenktafel über die am 23. A uzu st 1877 staltfindenden Lick tationen. 3. Feilb., Pelsche'scht Real., Srdb. ad Gotischer, 8®' Gottschee. — 2. Feilb., Drobnit'sche Real, Lesta, BG. Groß' laschiz. - 2. Feilb., Poose'sche Real., Hrastje, BG. Nasse«' fuß. — 2. Feilb., Jallii'sche Real., Mulaoa, BG. Sitlit- — «taff. 3. Feilb., Modie'sche Real., Bidem, BG. Groß-lafchiz. — 1. Feilb., Znidersii'sche Real., Testa, BG. Groß' laschiz. 1. Feilb., Lindii'sche Real., Slankoerh, BG. Nassen-fuß. — 3. Feilb., Zele'sche Real, Peleline, BG. Adelsberg' — 1. Feilb., Högler'sche Real., Ältlag, BG. Gottschee. Telegramm. Kostanlinopel, 16. August. Ein Jrade des Sultans ordnet die Bildung mobiler sowie seßhafter Nationalgarden aus der männlichen B«' völkerung bis zum vierzigsten Jahre an. — Ein Telegramm Derwisch Pascha's auS Saturn vom 14. August meldet die Einnahme einer russischen Redoute, welche den linken Flügel seiner Armee be-unruhigte. Die Russen verloren 200 Tobte, Depeschen aus der Herzegowina bestätigen, daß dir Insurgenten auf mehreren Punkten geschlagen wurden- Herren-Wäsche, eigenes Erzeugnis, olideste Arbeit, bester Stoff und zu möglichst billigem Preise empfiehlt C. J. Hamann, Hauptplatz Nr. 17. Auch wird Wäsche genau nach Maß und Wunsch an-gefertigt und nur bestpafseude Hemden verabfolgt. (341) Witterung. Laibach, 17. August. Morgen? und vormittags leicht bewölkt, mittags zu-nehmende Bewölkung, um 2 Uhr schweres Bewölke von SW., sehr schwül, schwacher W. Wärme: morgen« 7 Uhr + 177«, nachmittag« 2 Uhr + 291* C. (1876 + 24 7«; 1875 -f- 24 8° C.) Barometer im Fallen, 733 97 mm. DaS gestrige Tagesmittel der Wärme + 20.8«, um 17« über dem Normale. Verstorbene. Den 15. August. Anton Andollek, Förster, 72 I., spital, Urämie. — Apollonia GlaSit, 83 Zivilspital. Zivilspital, allgemeine Wassersucht Bettlerin, 68 I., Zttlinweli 2 jeder und heftigster Art beseitigt dauernd das d» rühmte Pariser lilton, wenn kein anderes Mittel hilft' Flacon ä 50 kr. bei Herrn Apotheker Blreehlt** (390) 6-g. Wiener Börse vom 1V. August. ilaglo-Bank 87-60 88'- IkceditavAalt 181— 181-25 Depofttenbank.... 128 — 189- Lseom-te-Anstalt . . 686*- 690 — Kranco-Bank . . . . Handelsbank Katioualbauk .... 816 — 818'- Oest. Lankgesells. . . Lniov-Bank 60*76 61*- VerkehrSbank 87.— 88— Ülföld-Bahn . . . . 116 — 117- Karl Ludwiababn . . 847 76 848— Kats. Elis.-Baha . . 171- 178— Kais. *b. 3ofcf»B . . 136- - 136-50 Staatsbahn m-~ 868-60 küdbahn 67*86 67 60 •taaUfonde. I weit Sperj. Reute, djHio». 6815 bto. Mo. oft. in 6ilb.! 66 60 io(e eon 1864 .... 107 — Boje eon 1860, ganie HO 16 «ose von 1860, gtinft. 118 — ptämicnfch. v. 1864 . 188-75 Qrandent.-Obl. 6itbenbätg. Ungarn Aotten. 74 14 15 toarel Pfandbriefe. 6S'*Jeng. oft. »0b..«tebit. 66-90, bto. in SS 3....... Station, ö. W....... Ung. 8ob.-6tebitanft. Frioritäta-Obl. ftcan) Josef«.«abr, . Oeft. «orbwestbahn . Siebenbürger . . . . ElaalSbahu.......... eübtahn i 6 Perz. bto. Bo»« Lose. Kredit « t'ofc . , »tubolfl - Lose . 101-60 111 — 118-60 134— 74*50 16-X6 eetb m« 105 86 108$ 97 80 91 — Weoh». (3Mou.) Augsburg 100 Mark Franks. 100 Start . fonbon'io'ljfb. feteti. Pari« 100 Franc« . . Münzen. ftail. Müuj-Ducateu i»-Frauc»ftuck . . . . Deutsche Reichsmark Silber . . . 90-88-16 69 — 88-60 168*6 1386 68 10 110 66 4806 674 9-68 69-96 104-80 61# 9016 89'^ &■'. 16«S® llO'Vi 59-85 106 Telegrafischer Kursbericht am 17. August. ^ Papier-Rente 63 50. — Gilber-Reute 66 60. — ® », Rente 75 — - 1860er Staats-Aulehen 11150. — actieit 823. — Krediiaetien 18125. — London 120 w. Silber 105 —. - K. k. Mllnzdukaten 573. — 20-Fra« Stücke 9-68V,. - 100 Reichsmark 59 30._____________________^ Druck von Jg. v. RleinmaOt & geb. Hamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für dir Redaction verantwortlich: Franz Müller.