MARBURGERZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES STEIRISCHEN HEIMATBUNDES Nr. 166 — 84. Jahrgang Marburg-Dran, Mittwoch, 14. Juni 1944 Einzelpreis 10 Rpl Nach einer Woche Die Ergebnisse der Schlacht am Kanal - Ein militärischer Überblick Von Hauptmann Werner Stephan Berlin, 13. Juni Eine Woche ist vergangen, eeitdem die britiech-amerikaniechen Fallschirmjäger und Luftlandetruppen zwischen Le Havre und Cherbourg, einige Kilometer von der französischen Küste entfernt, vom Himme| fielen und gleichzeitig Massen von Küstenfahrzeugen, Panzerdivisionen, Artilleriebrigaden und In-fanterieverbände de« Feimle« am Süd-rajid d«s Kanal» auf den Strand setzten. Seit J^ren hatten unsere Feinde diesen Tflg bi« in alle Einzelheiten vorbereitet. Sie hatten die riesigen wirtschaftlichen Kräfte ihrer weltumspamienden Reiche für dieses Ziel eingesetzt. Was die Briten am 4, Juli 1940 bei der Flucht von DünJcirc-hen verloren hatten, das eollte durdh den Einsatz des ganzen See- und Kriegspotentiale Amerikas und Großbritanniens vier Jahre später zurückgewonnen werden. Wie ist heute, sieben Tage nach dem Beginn dieses Unternehmens, die Lage auf jenem etwa 150 Kilometer breiten Küstenßtreifen, der von der Seine-Mündung bi« zur Nordspitze der Halbinsel Cotentin reicht und auf dessen Erstürmung im ersten Anlauf man in London und Washington bestimmt qerechntl hat? Zwischen Le Havre und Orne In der östlichen Hälfte, zwischen Lo Havre und der Orne-Mündung, hat der Feind einen vollständigen Fehlschlag hinnehmen müssen. Die Verbände, die er aus der Luft zu landen versuchte, wurden völlig aufgerieben und vernichtet, und dl^ Truppen, die untar dem Schutz ihrer Schiffgeschütze eich dem Ufar nähern konnten, verbluteten oder ertranken in den Hindernissen und Minensperren de« Atlantikwalls und seiner Voretrftndhindernisse. Aber auch die feindlichen Einheiten, deTien et westlldi dar Ome bis zum Vire-Fluß gelimgen war, festen Boden ru gerwlnnen, mußten, wie die feindliche JPress« Tag für Tag klagend feststellt, mit gewaltigen Verlusten leden Quadratkilometer blutig erkauften Bodens bezahlen. Vergeblich versuchten sie. Caen ednaunehmen und mit dieser Hauptstadt de« Departement» Calvados weniQfltane einen Behelfahafen ein paar Kilometer omeaufwärt« (und damit geschützt Ton der Brandung, besonder« de« Kanal«) In die H^nd zu bekommen. Die heldenhaften deutschen Truppen haben alle Anstürme auf diesen Zentralpunkt de« Invasdonsgebietes abgewiesen und damit die Pläne de« Feindes In weitem Maße durchkreuzt. . Cotentin So toben südwestlich der Stadt Bayeux am Ende der ersten Invasionswoche be-Bondei« heftige Kämpfe, bei denen der Feind vor allem auch seine außerordentlich starken Luftstreitkräfte zur Geltung zu bringen weiß. Die Gegner kommen dabei aus den Häfen jenseits de« Kanals und sind nicht wie die Landetruppen auf den Nachschub an Treibstoff, Mimition und Verpflegung angewiesen, der mit jedem weiteren Tag schwieriger herbeizuschaffen ist. Denn wenn auch die Flotten der Invasionsmächte der unsrigen, die sich bei Kriegsanfang erst am Beginn des Aufbau« befand, auch zahleranäßig ungeheuer überlegen sind, so hat doch der Einsatz unserer Schnell- und Vorposten-boote, wie auch unserer Luftwaffe erhebliche Opfer unter den Einheiten gefordert, die den gegnerischen Landungstruppen Material und Verpflegung zu bringen bestimmt waren. Denn jeder Liter Treibstoff, jede Granate, jeder Zwieback, den der enqlische oder amerikanische Soldat braucht, muß hinüber trans-poitiert werden, ohne daß See- oder Flughäfen für einen geregelten Antransport den Feinden zur Verfügung stehen. Noch wichtiger ist es. daß auf dem rechten Flügel der feindlichen Invasionsfront, also auf dem Nordabschnitt der Halbinsel Cotentin, alle Angriffe de« Gegners sowohl aus der Luft, wie vom Wasser her fehlschlugen. Vom großen atlanlisdien Handelshafen Cherbourg, dessen Besitz den Feind von den Zufälligkeiten des Wetters, der Strömungen und der Gezeiten unabhängig gemacht haben würde, aber sind die Gegner nach acht kampferfüllten Tagen noch immer weit entfernt. Sie sind auf den kleinen Landekopf von St. Mere Eglise beschrankt, den sie im ersten Ansturm bilden konnten. * Versuchter Umweg Als der Feind zwischen Caen und Le Havre scheiterte und gegen Cherbourg nicht weiter durchzudringen vermochte, suchte er auf einem dritten Weg zum Ziel zu kommen. Er bemüht sich, in südwestlicher Richtung vorzudringen und dadurch womöglich die gesamte Halbinsel Cotentin abzuschneiden in der Hoffnung, daß er das Ziel, das er in direktem Anlauf vertehlte, auf einem Wm-weg vielleicht doch gewinnen könnl& Dies also ist das Ergebnis einer kampferfüllten Woclie: Auf etwa 80 Kilometer Breite stehen zahlreiche feindliche Divisionen, dichtgedrängt auf schmalem Küstenstreifen, vielfach unterbrochen durch deutsche Stützpunkte, geschützt in erster Linie durch ihre riesige Armada, die sie durch das Feuer der Schiffsgeschütze davor bewahrt, wieder ins Meer geworfen zu werden. Zwei Weltreiche haben auf knappem Damm durch Anhäufung vom See- und Luftstreitkräften eine größere Anzahl von Landetruppen an die Küste gebracht, ohne daß sie sich zunächst weder Häfen zu sichern vermochten noch ins Innere vorstoßen konnten. Dieses Ergebnis mußte mit einem ungeheuren Blutopfer erkauft werden. Inzwischen führen die Deutschen Ein-greifedivisionen heran, verstärkt sich die deutsche Wehrmacht in den Kampfabschnitten durch Luft- und Panzerstreitkräfte, sodas der Kräfteausgleich mit jedem Tag, der weiter vergeht, näher hergestellt wird. Kein Wunder, daß eine Woche nach Beginn der Invasion — selbst jenseits des Ozeans in Neuyork und Washington — alle Großsprechereien verstummt sind und nicht mehr von fröhlichen Konfettischlachte^i aus Anlaß des Beginns der Kämpfe die Rede ist. Auch in den Vereinigten Staaten macht man sich auf langandauernde erbitterte Kämpfe gefaßt, und die politische Führung dort fragt sich mit Beklemmung, in welchem Geist der amerikanische Geist sie bestehen soll, der ebenso wenig wie der englische weiß, wofür er eigentlich kämpft. Der deutsche Soldat, der nun seit einer Woche zwischen Cden und Cherbourg im Kampfe steht, weiß demgegenüber genau, um was es geht. Er kämpft für die Erhaltung seiner Heimat, für die Bewährung seines Volkes und seiner Familie, vor Vernichtung und Versklavung. Diese seelische Überlegenheit ist es, die unseren Truppen am Kanal vor allem anderen die Siegeszuversicht gibt. Sie beseelt die Männer unserer Kriegsmarine und unserer Luftwaffe zu ihren heroischen Leistungen trotz materieller feindlicher Überlegenheit. So war es bei Carentan Die Invasionsschlacht im Spie'|el feindlicher Berichterstaltung tc Madrid, 13. Juni USA-Armee, der an der Küste der Cn- Der Mangel an auch nur einigermaßen genauen Nachrichten in der englischen und amerikanischen Presse über die Lage an der Invasionsfront verursacht ein ,.allgemeines Dunkel", das die Bevölkerung mit ernsten Mienen der Zukunft entgegensehen läßt. Wie der Vertreter der spanischen Nachrichtenagentur EFE aus Neuyork berichtet, Ist dort der anfängliche Optimismus merklich zurückgegangen. Der Bevölkerung habe sich seit Sonntag und Montag eine gewisse Unruhe bemächtigt, weil die von den Deutschen gemeldeten Schiffsversenkun-gen nicht dementiert worden seien und vor allem auch, weil von englischer und amerikanischer Seite keinerlei Meldungen über die bisher erlittenen Verluste bekanntgegeben worden seien. Der Kriegsberichterstatter Robert Reuben, den die meisten Neuyorket Zeitungen zitieren, sagt über die blutige Schlacht bei Carentan: „Die Hügel rund um die Stadt waren mit Maschinengewehrnestern übersät und derart mit Sümpfen und überfluteten Landstrichen umgeben, daß die Fallschirmtruppen unter dem Feuer deutscher Maschinengewehre und 8.8cm-Ge-schütze nur entlang einer einzigen Straße angreifen konnten. Ein Major der tentin-Halbinsel die Bergung von toten Soldaten leitete, erklärte dem englischen Korrespondenten Jean Wilhelm: „Ich schätze, daß allein an dieser Stelle etwa 750 Tote am Strand geblieben sind. Wahrscheinlich ist mindestens die gleiche Zahl von Toten von der Flut fortgespült worden. Das nordamerikanische Volk müßte »ehen, was es kostet, dieses kleine Strandstück zu nehmen." Mit diesen Worten wies der Major auf die Reihen der Toten hin, die sich mehrere hundert Meter we<*;,fT8lreckten. Der Londoner Korrespondent des ,.Berner Bund" kritisiert den Beginn der Invasion gerade zur Zeit stürmischen Seeganges und schreibt wörtlich: ..Das Epos dieser größten Invasion der Weltgeschichte hat mit dem erbärmlichsten — dies sein eigenes Wort — Massenkotzen aller Zeiten begonnen. Der Landung voran ging bei sozusagen allen Mannschaften das im täglichen Leben glei-chermaßigen scheußliche Erlebnis akuter Seekrankheit. Da» Abwehrfeuer, in das sich auch noch Granaten der Schützenbatterien mischten, machte aus diesem einstmals so friedlichen Küsten •reifen nicht nur für die ersten Sturmtruppen, sondern auch an den folgenden Tagen, eine Hölle. fen im Osten die Geschütze einsatzliereit gehalten und dadurch erheblichen Anteil an den großen Erfolgen «eine« Regiments erworben. Der technische Inspektor Schlegel hat sich in seinem Fach schon vor.f^la-lingrad ausgezeichnet. Er brachte seVen Werkstattzug bei einer neiiaufgestellten Panzerabteilung rasrh auf die Höhe. Ihm ist e« in großem Maße zu danken, daß die Panzerabteilung stets voll einsatz-fdhig war. Erfolgreicher Schnellbootführer Mit dem Eichenlaub augezeichnet dnb Berlin, 13, Juni Der Führer hat dem Führer der Schnellboote, Kapitän zur See Rudolf Petersen als 499. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes für die erfolgreiche Führung des Schnellbootkrie-ges gegen die britisch-amerikanische Invasionsflotte verliehen. Petersen wurde im Jahre 1905 in Atzerballig auf Alsen geboren und steht seit Kriegsbeginn im Schnellbooteinsatz. Als Chef einer Schnellbootflottille hat er eine große Zahl erfolgreichster Unternehmen geführt und wurde im April 1942 zum Führer der Schnellboote ernannt. Bis zur Verleihung des Eichenlaubes haben seine Schnellbootverbände bisher an der Invasionsfront über zwanzig Landungseinheiten mit zusammen 36 250 brt, einen Kreuzer, zwei Zerstörer und ein Artillerieschnellboot versenkt sowie einen Kreuzer, einen Zerstörer und ein Landungsschiff lorpediert, Die Schwerter für Oberstleutnant KÖntq dnb Führerhauptquartier. n, Juni Der Führer verlieh am 9. Juni das Eichenlaub mit Schwertern zum Rittorkreuz des Eisernen Kreuze« an Oberstleutnant d. R, Alfons König. Kommandeur des Grenadierregiments »List«, al« 70. Soldaten der de'iitschen Wehmacht. Oberstleutnant König hat sich in den schweren Kämpfen bis zum Absetzen über den Dnjepr und westlich des Dnjepr immer wieder von neuem hervorragend bewährt, Beim Absetzen über einen Fluß baute König, als die deutschen Sicherungen durchstoßen waren, mit schwachen Kräften eine neue Widerstandslinie auf und schlug in dieser alle sowjetischen Angriffe blutig zurück, bis sämtliche Teile seiner Division die Übergangsstelle passiert hatteni erst dann ging er selber mit den letzten noch am Feind gebliebenen Männern über den Fluß zurück. Oberstleutnant König wurde IR'^0 in München geboren Von Beruf zunächst Bäcker, trat er 1916 in das Heer ein, nahm am ersten Weltkrieg als Schütze teil und blieb nach dem Zusammenbruch als Berufsunteroffizier im IflO flOO-Mann-Hee-r. Nach Ablauf der 12jährigen Dienstzeit und Besuch der Heeresfachschule für Verwaltung und Wirtschaft, war er als Oberwteuerinspektor und Retriebsprüfer beim Finanzamt München-Ost tätig. Auf Grund einer .^uswahUibiing 1fl,?7 zum Leutnant d. R. befördert, wurde er 1940 zum Oberleojtnant, 1943 zum Major und Oberstleutnant d. R. befördert. Der Mann aus Texa: Rietter von 5000 Verwundeten Das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern dnb Berlin, 13. Juni Der Führer verlieh am 4. Juni das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuze« mit Schwertern an Generalstabsarzt Professor Dr, Walter Kittel, Heeresgruppenarzt, Oberleutnant d. R. Wolfgang Römer, Regimentsingenieur In einem Pan-zerjäqerregiment, und technischen Inspektor Hans Schlegel in einer Panzerabteilung. Generalstabsarzt Dr. W. Kittel, eeit 1. März 1943 auch Träger de« Deutschen Kreuzes in Silber, hat sich als leitender Sanitätsoffizier einer Heeresgruppe im Süden der Ostfront, insbesondere während der schwierigen Absetzbewegungen und Rückzugskämpfe. hervorragende Verdienste um die Versorgung und Ab- transport der Verwundeten und die Zu-rückführung der Feldlazarette und sonstigen Sanitätseinrichtungen erworben. Seinen energischen Maßnahmen ist es zu danken, daß unter schwierigen Wit-terungsbedingungen au« dem Einschlie-ßungsring westlich Tscherkaesy 5000 Verwundete durch Flugzeug herausgeschafft und in ärztliche Behandlung gebracht werden konnten. Er ist im Jahre 1887 zu Metz als Sohn eine« Rechnungsrates geboren. Oberleutnant R ö m e r führt als Re-gjmentßingenieur sämtliche Reparaturs-einrichtungen eine« Panzerjägerregiment«, das mit neuartigen Geschützen ausgerüstet ist. In unermüdlicher, selbstloser Arbeit hat er in schweren Kämp- Dwight D. Eisenhower, Von Walte Der britische Feldherr Wellington pflegte zu sagen ,daß das Hauptproblem des Krieges darin liege, herauszubekommen, was auf der anderen Seite de« Hügels vor siich gehe. Lange genug hat General Eisenhower, der die Konferenz ^on Teheran als Oberbefehlshaber der Alliierten Invasionsarmee für Europa verließ, gezögert, dieser Weitheit die Tat folgen zu lassen. Nun ist e« so weit. Die Schlacht an der Nornjannenküste 'ist in voller Wucht entbrannt und Eisen-1 owers Soldaten haben ihren ersten schweren Blutzoll entrichten müssen. Im feindlichen Lager wurden zu Beginn schon Stimmen laut, die behaupten, daß iie Invasion dann gescheitert »e*!, wenn ie «ich innerhalb der ersten zehn bi» Wölf Tage nicht eine« ausgebauten Ha-en» bemächtigen könnte. Da« sehen wir Is Übertreibung an. Man fühlt bereits, iVoher der Wind weht. AI« Eisenhower ein Hauptquartier in London aufgeschlagen hatte, verkündete er gelassen, daß er zwar keine goldenen Berge, wohl aber zu handeln versprechen könne. Seine Soldaten würden keineswegs dort Wurzeln schlagen, wo man sie ausgeladen. Was noch z\i beweisen wärel Wir können warten, weil wir wissen, daß Geschichte nicht im Stoppuhrtempo ge-nacht wird. Wer ist nun Dwight D. Eisenhower, dessen Namen und Vorfahren deutscher Herkunft «ind? Vor etwa dreihundert I .Jahren mußten die Bitenhauer aus religiösen Gründen In die Schweiz flüchten und zogen von dort als Siedler nach Texas, dem größten Staat der USA am Golf von Mexiko, dem Lande de« Colo-ado und Red River. Der Geist dieser inerschrockenen Ahnen, so schrieb »die -ondoner Presse, blieb auch in seinem Enkel wach. Er sei ein rechter »Texan« mit durchfurchtem Gesicht und rauher Stimme. Seine größte Befähigung soll in der Eigenschaft begründet liegen, für eine reibungslose Zusammenarbeit zwi- Der_dc^sche Wehrmachtbericht Brückenköpfe nicht erweitert 76 feindliche Flugzeuge über dem Invasionsraum abgeschossen — Zerschlagene Feindangriffe in Italien — 21 Terrorbomber abgeschossen dnb Führerhauptquartier, 13. Juni Dds Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:^ In der Normandie veieuchte der Feind gestern unter sehr starkem und anhaltendem Einsatz der LuftwciJle an zahlreichen Stellen seinen Brückenkopf nach Süden und Südwesten zu ei weitem. Besonders heftig waren die Kämpfe dabei im Raum westlich Caen und südlich Bayeux. Bei der erfolgreichen Abwehr der feindlichen Angriffe wurden zahlreiche Panzer abgeschossen. Der Feind erlitt schwere blutige Verluste. Kampfflugzeuge erzielten bei der Bekämpfung der feindlichen Landunqsflotte Bombenvolltreffer auf zwei größeren Frdchtschilfen. über der Invasionsfront und den besetzten Wostqebieten wurden 76 feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht. Der Kommdndierende General eines Armeekorp«, Geneial der Artllleri® Mareks, der tapfere Verteidiger der Halbinsel Cherbourg, fand bei den schweren Kämpfen in vorderster Linie den Heldentod. Die Küstenartillerie des Heeres und der Kriegsmarine hat sich bei der Bekämpfung der feindlichen Landung hervorragend geschlagen. Besonders bewährt haben sich die Heeres-Kü-, stenarüllerieabteilungen 1254, 1255 und 1261 sowie die Marineküstenbatterlen Marcouf, La Pernelle und Longi^os. An der italienischen Front griff der Feind gestern mit zusammengefaßten starken Infanterie- und Panzerkräften von der Küste de« Thyrrenischen Meeres bis zum Tiber an. Während er westlich des Bolsena-Sees einige infwischen abgeriegelte Einbrüche erzielen konnte, wurden östlich des See« die fünfmal wiederholten Armriflo nach erbittertem Ringen zerschlagen. Im Zentral-.'^pennin und in den Abruzzen folgt der Feind unseren Absetzbewegungen auch weiterhin nur zögernd. Im Osten scheiterten nordwestlich Jassy und im Karpatenvorland mehrere Vorstöße der Sowjets. In den harten Angriffs- und Abwehrkämpfen der letzten Tage im Raum von Jassy hat sich die hessisch-iiassauische 79. Infanteriedivision unter Führung des Generalmajors Weinknecht hervorragend bewährt. Süd-wetlich Narwa griffen die Bolschewisten an mehreren Stellen gleichzeitig an. Sie wurden uberall unter hohen blutigen Verlusten abgewiesen. Britische Bomberverbände warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf mehrere Orte im rheinisch-westfälischen Gebiet. Besonders in Recklinghausen und Essen entstanden Gebäudoschädcn und Personenvcrhisto. Durch Nacht jägei wurden 21 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Deutsche KampHluqzeune griffen in der letzten Nacht Einzelziele in Sudost-england an. der Chef der Invasion r Schlösser I sehen den Angehörigen der veischiede-nen beteiligten Nationen zu «orgen. Wenn er das Wort ergreife und bald ruhig, bald gereizt nach Sätzen suche, schweige alles ringsum und sei angetan I von diesem Mann«, mit dem sich nicht gut Kirschen essen lasse. In den letzten amerikanischen Vorkriegsausgaben des Nachschlagewerke« ] »Who« how« wird der heute 53jährigo j »Mann aus Texas« noch nicht genannt. Damals saß er im Kriegsministerium in I Washington als Sachverständiger der I Panzerwaffe, große Pläne für den kommenden mechanisierten Krieg schmiedend. Seine Erfahrungen auf diesem waffentechnischen Gebiet sammelte €*r ^ im «raten Weltkrieg, an dem er in einem I neu geschaffenen Panzerkorps der us.-I amerikanischen ExpedlUonsarmee teilnahm, wobei er es bis zum Oberstleut-I nant brachte. Das wai am 26. Juni 1917, als or mit den ersten USA.-Truppen 1 französischen Boden betrat, und wieder ' war es der gleiche Junitag des Jahres I 1942, da man ihn zum »General der Zweiten Front« bestellte und ihm den Oberbefehl über die amenkanische Truppen an allen europäischen Fronten anvertraute. Nomen est omen, dachte Roosevelt, der aus einem Eisenhauer einen »eisenharten Pershing« machen will, und der heutige Invasionschef ist ehrgeizig genug, das Sternenbanner schon am Rhein zu sehen, dort, wo es Pershing vor 25 Jahren hissen Heß, Als der »Texan« fl«ine Zelt« an der Themse aufschlug, meinten verärgert« britische Generale — weil man ihnen nicht den Oberbefehl über die Invasions-tnippen gegeben hatte —, daß man au« Kutschern keine Chauffeure und aus den Generalen der guten alten Zeit keine Heerführer des Tankzeitalters formen könne. Was nützt uns ein Tanksach-^^erständiger, wenn er auf einer Insel 'itzt und nicht genügend Schiffe hat? Und was nützen Schiffe, wenn sie unterwegs versinken?« Eisenhower entgegnete, man dürfe nicht an heute oder morgen, man müsse an die letzte Schlacht denken. Während die Polen im Herbst 1M9 die letzt© Schlacht verloren, beugten «ich Eisenhower, inzwischen Generalmajor geworden, und sein damaliger Chef Mac Arthur über den Kartentisch in Manila, um die Philippinen gegen jeden Angriff »uneinnehmbar abzuriegeln«. Aber noch ehe die Japaner die Breitseiten ihrer Schlachtschiffe gegen die philippinische Küste gerichtet hatten, war der kühle Berechner nach Washington abgedampft, tauchte dort als stellvertretende! Stabschef in der Pazifischen Abetiung des Kriegsdeparte-nionts unter, wo er auch Mac Arthurs Niederlage aul den Philippinen zu Protokoll nehmen mußte. In jenen Tagen lief Roosevelt hinter dem Krieg in Euiopa her, der zum Vollstrecker seiner Raubabsichten Eisenhower duserkor und diesen schlcwuiigsl nach England entsandte. Die europäische ölfentlichkeit befcißte sich erst jetzt näher mit dem Maun aus Texas, da die Amerikaner im November 1942 Fran-zösisch-Nordalrika überfielen, wo er auf Drängen Staluis eine »Ersatz-Zweit©-Front« zu errichten halle. Die Verraterclique um Bddoglio erleichterte ihm die Landung auf Sizilien und t^pdte^ in Surl-ilalien. Dann ging er nach London zu- Seite 2 * Nr. 166 * Mittwoch, 14. Juni 1944 MARBURGER ZEITUNG Tück, um rtfl« größte Kricgsdhenleuer vorzuberpiten, des6en erst« Runde in d«r Nacht iura 6. Juni begonnen hat. Wir zUieften obon Wellington, der •Ich «init von Spanien «u« gegen Napoleon wtoidte.' Dia »Timee« vereuchen •Inm Vergleich zwischen Risenhower vnd dem Mitfi'eger von Waterloo anzu-itallen: »AI# Wellington den langsamen Krieg begann, der mit der Vereinigung der Verbündeten in Paris und der Abdankung Napoleons enden eollte, hatte er wenigsten« den Vortoil, daß er wider-etandslo« landen konnte. General Eisen-hower muR negen Befestlgungswerke anrennen, jür dcien Bau die ganze Geschicklichkeit und die jahrelange Arbeit von Millionen Menschen eingesetzt wurden Das Blatt billigt den Deutechen den Vorteil der inneren Linie zu und verweist auf riie Stärke der deulschen «tratcqisfhcn Reserven, die schnell In jedei hchebigerj Richtung zu den Gelah-Tenpunkten dttiqierl werden können, Eisenhower hat alle« aui eine Karte ge-set/tu und steht noch immer vor dein Mugel. dessen Aufstieg ihm der deutsche Soldat verwehren wird In KanscHi-City war der Texas-boy Dwight bekannt als MMIelstürmer der FuÖball-Elf, rhe Ihm spater das Schiedsrichteramt übertrug Soeben hat Eisen-hower sein i oßles Spiel angepfiffen, bei dem e« nicht um Tore, sondern um da« Leben der Söhng von Texas und der tibhgen 47 Slanten von Nordameiika geht. An der Nachschubstrasse Tausend Laternen leuchtcn über dem Weg — Im Schnellboot zwischen den Meßfahrzeugen des Feindes und unter den Salven der größten Schlachtschiffe der Welt Von Marinekriegsberichter Max Karl Felden PK. An Bord, 13. Juni »Vor der Invasionsfront nehmen die nächtlichen Kample leichter deutscher Seestreitkratte mit vielfach überlegenem Feind an Härte zu.« Dictie Worte des Wehrmachtberichtß vom Sonntag übernehmen ein Kapitel Seekriegsgeschichte, wie CS noch nicht geschrieben wurde, es übertrillt an Dramatik und Dynamik des Cieschehens dlles, was es bisher in den Auseinandenictzungen der Völker auf den Meeren gegeben hat. Vor uns steht die Masse einer gewaltigen Flotte, flankierend Schlachtschiffe, Kreuzer und Zerstörer — die Nachschub-stralJe des Feindes von der Insel zum europdisthen Festland. Leichte deutsche Serstreitkralte, Toipedoboote, Schnellboote und Sicherungsfdhrzeuge lauern am Rande dieser auf See und in der Luft dicht abgeschirmten Route größter Nach-schubgeleite, um sie Nacht für Nacht erneut anzufallen. So ist auch die Lage am Beginn der zweiten Invasionswoche. Die Nacht zum Sonnlag war eine der dramatischsten. W r standen wieder draußen, wie in all den vergangenen Nächten, hatten uns Deutsche Jäger am Kanal Oberleutnant Prillcr schoß den 98. Feind ab — Über dem LandeUopf 15 Laslcnscjflcr vernichtet Von Kriegsbericht PK, 13. Juni Auf Einern Flnsal/iialen, Der Boden ist •iifgeti^sen. Monibentrichter gähnen. Ah-• tellbaxen der Flugzeufie sind euige-drüikt. Hier haben feindliche Kampf verbände ddrübenjehügelt, Trotzdem leht der F,infitilzb('trieb weiter. Schnolligk«i;t in der Bf«ieiliqung wesentlich«;r Scluidcn und Jmprovis.illon haben das eraiogliclit, Leutnant S. ist vor wenigen Tagen be-fordeit worden. Kommt aus dem Mann-lii haltsstand. Ein alter erfahrener ilaude-gen mit Abschußsen. Auf die Fra(|e, wie es stehe, kommt die Antwoit: »Womis bf'sser ginge, wars gar nicht mehr auszuhallen. Meute Iriih habe iih nur zwei genehmitit. eine »Mustang f und einen »Thunderbolt«. Bei dif"sor bin kh bis auf Rdininnälie herangekommen, habe nur ganz kurz Knöpfchen (jediuckt, weg war sle.t Oberstleutnant Friller hat seinen Sitz In e'ner noch unversehrten Baracke aufgeschlagen. Ein kahler Raum. Zwei Ti-^^he, zwei Stühle .ein 'felefon, an der Wand eine Karte. Ein Provisorium. De: Kommodore telefoniert, er ist alles In e ner Person: Relehlsemplänger, Be-frhlserteilender, Telefonist. Schreiber, Flugzeugführer und Führrr seines Ge-frhwuderp. In diesem Element fühll er p rh wohl. Vor kur/.ern auf eigenen Wiinsch von einer fühiungsnicißigen Auf-fl.ibp rnthunden, lliegt er nach halbjah-riqer Pause wieder seine ersteri Einsal/e. l'rul fir!r Frfolg diese« Taries war: Der 28|tiht.ge Eichenlaubträger srholl den 07. und 'W, Anglo-Amerlkaner ab. Um 23 l'hr traf er in seiner IJnteikunft ein. Das Abfiidessen bestand aus emern Sliirk Schokolade, einigen Keksen und Mine-ralwafser. Zwischendurch giiuien noch i'inifje 'I elefongespräche hin und her. Es ■war kurz vor Mitternacht. Der Kommodore q.ng schlafen. Seine letzte Anwol-simg war: il.'rn halb 5 Uhr werde i<.h gpwf't.k', Der Ftegen bat narhgelds«iHn. Schlieft-llfh dirsos glei< hmaliine Rieseln, Die Wolken sind grstiegen. Ab und 7U s'haut snfjcu ein wenig Himmelsblcui durch dir giaiiwinf^f' Decke. Es ist Flieger weifet! Dil' (lesichter der Flugzeiig-fiihrei sind wicrlrr frisch, tbrr» Angon blank. I m I'i'U1 Uhr Ist Einsatz. Nach l.aval bei Marschall Petaln. Der frnn-knapn •'wei Stiitwlcn sind sie zurück — | yösische Regierungschef Laval hatte am vollzählig | Montag einp längere Unterredung über In (Icr Luft ciab rs keinp Feindberüb- | die allgemeine Lage mit dem Staalschef nin(|. Auf der Iiisd jenseits des Kanals ■ Petain aul dessen in der Nahe von Vichy muffte noch Sc lilrchtwetter sein. Unsere ' gelegenem Besitz. er (Serhard Kirsch Jäger hatten sich in Staub und Brand-wolketi gehiillt. Einige Panzer standen am Rande der Stadl. Nach Westen 7u dehnte sit h ein weiter, scheinbar toter Raum. Der Gegner hatte sich in die Erdü verkrochen, hatte sich geschickt getarnt. Auch irn Waser lag eine Anzahl schwerer und mittlerer Kriegsschiffe. Ihre Artillerie feuerte Breitseiten ab, im Rücken waren die Einschläge zu erkennen, Indesen fehlten die vielen Landungsboote, die an den Vortagen zu sehen waren. Das alles wurde buchstäblich im Flug wahrgenommen. Von dem einen dies, vom anderen das. Das Hauptaugenmerk galt dem Luftraum, aus dem zu jeder Sekunde der Gegner auftauchen konnte. Als sich indessen nichts regte, kam der Befehl zum Tiefangriff, Ein Lastkraftwagen war das erste Opfer der Bordwaffen, Ein Haus, zu dem mehrere Telefonleitungen hinführten — oflenbar ein CJefechtsstdiid — wurde in Brand geschossen. Waldstücke, Büsche und (lesträuch, die den Briten als Tarnung dienten, wurden bestrichen Perlenschnure leichter Flackgeschosse stellten In die i lohe. Es ging noch einmal gut. In wilder Fahrt jagten sie über den Brückenkopf. Kurz vor Sonnenuntergring ist der zweite Einsät/, geliogen. Da abermals keine feindlichen Flugzeuge den Weg unserer ,läger kreuzten, betätigen sie sich wiederum im TiefangriH, Diesmal war der Erfolg einwandfrei festzustellen. Insgesamt vernichtete der Kommodore mit zehn weiteren eingesetzten Flugzeugen 15 Lastensegler, die zum größten Teil in Brand geschossen wurden. Matten nicht vor Wochen die Anglo-Amerikaner in die Welt hinausposaunt, daß die deutsche .Tagdlliegerwaffe niedergekämpft sei? In dem Landekopf in der Seine-Bucht haben sie sie abermals zu spüren bekommen. Nicht nur indem sif! sich dem Ansturm der Masse Ihrer Bomber, .lagdbomber und Jäcier entge-genwaifen, sondern auch wirksam nüt in den Eidkampf eingreifen. herangeschlichen bis an den Äufiersten Rand de« eigenen Küitenvorfelde«. Weit über diese« brummten die Salven der Zwillingstürme der größten Schlachtschiffe der Welt. Was bedeutet schon die Nacht, die bergende Dunkelheit: Die Zeiten sind vorbei, in denen sie den Kämpfern zur See noch Schutz gewährte. Wir wußten, das vor uns zahlreich© Meßfahrzeuge, die schwimmenden Kundschafter do« Feinde«, nach uns suchten und unsichtbare Strahlen wie tausend Finger nach uns griffen, zurückzuckten und Lichtzeichen auslösten auf den Meßtischen des Feindes. Nacht und Dunkelheit, Nebel und verbergende Kimm — mit ihnen rechnete einmal Strategie und Taktik zur See; sie waren die Floffnungen, an die eich die vorübergehend Schwächeren klammerten. Wir standen, als die erste Stunde der neuen'^Woche beqann, auf dem Punkt, den die Schnellboote vor 15 Minuten in hoher Fahrt überlaufen hatten, dem Feind in die Flanke zu brechen. Wir starrten seewärt« mit geröteten Augen, bis sie vor dem aufflammenden Schein sich sekundenlang schlössen. Es waren Hunderte von geheimnisvollen Laterneti, die sich langsam und magisch entzündeten in endloser Ketle. »Endlich wieder eine beleuchtet« Straße« — sagte einer neben uns auf der Brücke mit humorvoller Stimme. Es war die Nachschubstraße des Feindes, der Weg der endlosen Geleite. Jetzt standen sie drüben ebenfalls auf den Brücken der sichernden Zerstörer und starrten mit suchenden Augen die Randgebiete der na«icn Straße entlang, unsere lauernden Boot© zu entdecken. Jetzt standen auf den Transportern und Frachtern, di« vor fünf oder sechs Tagen bereits aus den Häfen der engli-schep Nordküste ousqelaufen waren, die zivilen Besatzungen und dichtgedrängt die Landetruppen in b'inalicher Erwartung des anlaufenden Verderben«. Wir lagen auf dem Sprung. Von Mitternacht bis in die Morgenstunden hinein verlöschten die Lichter an pendelnden Schirmen nicht mehr, brannten die Lampen der längsten Straßenbeleuchtung der Welt mit rotgelbem Schein. Aber die Schnellboote liefen doch an, mochten die Kommandanten und Männer an den Torpedorohren auch den enthüllenden gleißenden Schein verwünschen. Und sie schössen alle in die Leiber der feindlichen Schiffe! es zogen Nebelwände längs dem Rand der feindlichen Nach-schubstraße und tauchten zurück In' die Nachtdunkelheit, die sie zwar nicht den hochempfindlichen Meßgeräten, aber den Visieren der vielen Geschütze verbargen. Mit ihnen liefen wir zurück, wenn die Laternen sich näher dem eigenen Standort entzündeten. Erneut brachen sie ein, entfachten herrlichere Drände, als die blendenden Ln hivasllonslages zunächst Busschliefilich aul diese deulschen Nachrichten angewu >ifn, die cieradezu Mono-polstelliinq einnahmen und die großen Agenturen de*; Feindes — in erster f.i-nie Rpiiter in England, United Press und Associated Press in US.A — aus dem Felde schlucien. Deutschland kabelt Die klaren, sachlichen und schnellen deutschen Invasionsrneldungen waren plso absolut führend, so daß 1ransocean-Europaptess am 7, Juni aus Lissabon kabelte: »Die große Nachrichtenschlar ht um die Invas'on Europas Ist b'shor weitgehend von den deutschen Agenturen gewonnen worden,« Aus Basel wurde am 7. .Iiinl berichtet: »Bis zur Stunde liegen weit mehr Meldungen aus deutscher Quelle vor als von alliierter Seite, Mehrere Seiten sind vom Deulschen Nachrichtenbüro cjeschrieben worden, um dem deutschen Leser eine möglichst um-fangieic he eigene Darstellung zu geben.* Ein deutscher Nachrlchteniekord wurd« davon erfuhr rnationalen Nachrichlenpolitik auch in Ostasien erzielt. Mit zwei Stunden Vorsprung vor den anderen großen Weltagenturen bestritt das Deutsche Nachrichtenbüro am 7. Juril nachmittags in Schanghai und Nankincj ausschließlich allein die Invasionsmeldungen. Die erste Meldunci lief In Nanking in den friihen Nachmittagsstunden des fi. Juni iibor DNB-Schanghai ein und drängte alle anderen Kriegsereignisse in den Hintergrund. Neuyork iiherrasctit Zunächst halte man In einigen Hauptstädten geglaubt, die deutsche Ur-sprunnsincldunq über den Invasionsauftakt sei ein Blull. So erklärte zum Beispiel der britische Presseattasche In Stockholm, daß man den ersten Telegrammen über die Invision recht skeptisch gegenübergestanden und an einen deutschen Trick geglaubt habe. Ähnlich war es in Neuyork, wo die Nachricht von der Landung völlig überraschend eintraf. — Zahlreiche Mensrhen nahmen die ersten, au« deutscher Quelle stammenden Berichte mit Mißtrauen auf. — Nach Verölfentlichung d'eser ersten Meldungen mußte die amerikanische Öffentlichkeit drei Stunden lang warten — ein beispielloser Vorgang in der Geschichte der amerikanischen Journalistik —, bis das erste Kommuniqu6 aus London bekanntgegeben wurde. In Neuyork, wo die erste NacJiricht über die Invasion um 1,30 Uhr eintraf, als London meldete, daß der deutsche Rundfunk soeben einen ersten Bericht über die Soe- und l.uftoperalionen an der normannischen Küste ge<)eben hat- te, faßte das Publikum die mit allem Vorbehalt über die amerikanischen Sender weitergegebene Mitteilung gleichfalls zuerst als »deutsche Propaganda« auf. Erst später in der Nacht entschlossen sich die offiziellen Stellen in Washington zuzugeben, daß der große Kampf begonnen hdbe, und es wurde dann um 3.32 Uhr ein Kommumqu6 gefunkt, zu einer Stunde also, !n der auch der passionierteste Rundfunkhörer fichlafengegaiigen war. Für einen Teil der Morgenauflage der amerikanischen Blätter kam dicfee Mitteilung allerdings noch rechtzeitig. r.)ie Neuyorker Morgenausgaben brachten Extrablätter mit dei deulschen In-Vdsionsmeldung heraus. »New York Times« schrieb unter rie«iger Aufmachung: »Die Deulschen melden, daß die Invasion Im Gange ist, daß die Alliierten In Le Havre landen und im Kanal eine Seeschlacht tobt.« Diese Meldungen wurden sensationell aufgenommen. England ohne Ahnung In England, der Startbahn zur Invasion, vollzog «ich die Angelegenheit noch verwickelter. Der größte Teil des briti-«chen Volke« hatte zu der Zeit, in der am 6. Juni in den Büros und Fabriken die Arbeit aufgenonunen wurde, noch keine Ahnung von dem, was sich seit wenigen Stunden nur einige hundert Kilometer entfernt ari der französischen KÜÄte abspielte. Nachdem die ersten Nachrichten schon längst durch den deutschen Rundfunk bekannt geworden waren, gab man in London schließlich erst gegen 10 Uhr morgens das erste amtliche Kommunique an die Zeitungen BUfl, die ledoch ermahnt wurden, keine Extrablätter zu veröffentlichen. Um 6.38 Uhr Berliner Zeil hatte Reuter folflenda Sondermekluiigen gebracht: »Wie die deutsche Überseeischl! Nachrichtenagentur meldet, hat die Invasion begonnen.« — »l.e Havre wird beschossen.« — »Die Agentur behauptet, daß deutsche Mari-nestreitkräJte mit alliierten Landungs-fahrzeucien im Kampfe stehen.« Bis 9.3Ü Uhr hatte der englische Reuterdienst noch keine eitjene Meldung über die Lancliingsoperatlonen gebracht, vielmehr beschränkte sich Reuter immer noch uru d ese ZcMt auf die Wiedergabe der deutschen Melduricjcn. Um n.32 Uhr verlas dann der Direktor der Nachrichtenabteilung im britischen Inlorma-tlon^rninisferiuiii, Jack Brebner, persönlich dos Komrminigue zum Beginn der Invasion. Als sich die Mitcilieder des britischen Unterhiuises am Morgen des Invasions-lacies versaninielten, hatten viele von ihnen noch nichts über den Beginn der Invcision gehört. Kurz darauf verbreitete sich'aber dU^e Wellsens.ilion wie ein Lauffeuer durch die Säle und Korridore des Parlaments. Als Churchill dann über die Invasion zu sprechen begann, herrschte atemloses Schwelgen. Der Premier hatte sich praktisch eine Art Monopol für die Bekanntgabe der ersten Frontnachrichten vorbehalten. Seine Mitteilungen im Unterhaus in der Dienstag-Sitzung und am Nachmittag desselben Tages waren außer dem erwähnten offiziellen Londoner Kommunique die einzigen Quellen, au« denen man in London etwas über den Fortgang der Kämpfe entnehmen konnte. Kriegskoriespondenten Bis 7 Uhr abends de« R, Juni hatte jedoch die englische Mllilärzensur noch keinen einzigen der sicherlich inzwischen fleschrlebenen Bericht© der Krleflskor- respondenten bei der Landuncisflotte freigegeben. Nach den ersten Abschwä-chungsversuchen sah man sich in London aber schließlich doch genötigt, diese Zurückhaltunci aufzugeben und das Publikum mit Nachrichten zu versehen, die freilich zunächst ebenso verschwommen wie allgemein gehalten waren. Den Kriegsberichterstattern auf britischer Seite war zudem das Mitfahren auf den Landungsschiflen untersac|i worden, wo hingegen die amerikanischen Schiltsein-helten mehrere Journalisten an Bord hatten, die sich allerdituis auch darauf beschränkten, ledic[llch die Größe der Landunqsflotte zu beschreitten. Auch die sowjetische Bevölke-lung wußte nach einer Associaled-Press-Meldurig um 12 Uhr mittags dos ersten Invasionstaqes noch nichts von der Invasion In Westeuropa. Die Moskauer Zeltungen brachten vielmehr noch breite Schilderungen über Rom. Weder Presse noch Rundfunk in der Sowjetunion hatten bis zu diesem Zeilpunkt etwa« über den Überfall im Westen de« Kontinents veröffentlicht, Eine Gruppo von Journalisten kam bei diesem Wettkompf um dio besten und schnellsten Invasionsnachricliten völlig ins Hintertreffen: dl* in London ansässigen Zeltungskorrespondenten aus Hen neutralen Ländern, Die englische Recnerunq hatte sie buchstäblich von den offiziellen militärischen Pressekonleren-zpn aufigesperrt, die nur die akkreditierten alliierten Journalisten besuchen durften. Lakonisch kabelte daher der Londoner Vertreter der Schweizer Zeltung »Tat« seinem Blatte: »Da wir neutralen Berichterstatter von jeder Konferenz ferngehalten werden, kann ich über die Invasion nichts melden,« Dr. Heinrich Goilsch MaK&UKvjLK ZlLliUNG Mittwoch, 14, Juni 1944 * Nr. 166 * Seite 3 HemaUitite Ututdstluui Unser Dank Dag Kriegsgeschehen ist in diesen Tagen In neue Dahnen geleitet und mit doppeltem Interesse verfolgen wir den schweren Waffengang, den unsere Väter und Söhne an den Fronten zu führen haben und wissen, daß dieser Kampf für uns ausgetragen, daß diese Opfer der Besten unseres Volkes für uns gebracht werden. Und mehr denn je drängt sich in uns die Pflicht und der Wunsch auf, unseren verwundeten Kameraden zu helfen. Oftmals aber fehlt uns, von Kleinigkeiten abgesehen, die Möglichkeit dazu. Und dennoch wollen wir n'rht abseits stehen. Wir haben das Glück, daß uns unsere Gesundheit erhalten wurde. IFn-seren Kameraden aber können wir, wenn auch nicht persönlich, so doch eine wert Die rollende Zahnstafion Unsere Eisenbahner sind auch zahnärztlich treu umsorgt Unter den sozialen Einrichtungen der Deutschen Reichsbdhn nimmt die Ge-eundheitsführung einen breiten Raum e'ln. Was nur getan werden kann, wird getan, um die Gefolgschaft gesund und leistungsfähig zu erhalten. Von der ärztlichen Untersuchung und Behandlung über sportliche Betätigung bis hin zur Betreuung der Kriegsversehrten, für die auch alle ertorderlichen Arbeitsgeräte angeschafft werden, um sie als vollwertige Kräfte wieder in den Schaffensprozeß einreihen zu können, reichen die Maßnahmen auf dem Gebiete der Gesundheitsführung. Zahlreiche Heil- und Kuranstalten dienen der Kräftigung und Erholung der Eisenbahner Die Angehörigen der Reichsbahn tun volle I^ilfe zukommen lassen, wenn wir heute überall ihren verantwortungsvollen das Deutsche Rote Kreuz bei seiner Fürsorge für die Verwundeten und Verletzten unterstützen. Wen sich darum am 17. und IR, .Tuni die stets einsatzbereiten Frauen imd Dienst. Jeder Eisenbahner, der draußen im Einsatz steht, wird, ehe er hinausgeht, nicht nur ärztlich .untersucht, sondern auch zahnärztlich behandelt. Um ■ihm Gelegenheit zu geben, auch draußen Männer unseres Volkes mit der Sammel- 1 nicht auf zahnärztliche Versorgung ver- büchse an euch wenden, dann denkt daran, daß eure Spende der Pflege und Betreuung iinserer Verwundeten zukommt. Und denkt weiter daran, daß es deshalb mehr sein soll, als lediglich eine »Spende«. Seid bereit Im Geiste derer zu spenden, die mehr qeopfert haben als der ziehten zu müssen, richtete die Reichsbahn stationäre Anlagen ein. Man kam auf den Gedanken, für die im besonderen Einsatz stehenden Berafskameraden fahrbare Zcihnstationen einzurichten. Eine dieser vorbildlich eingerichteten Wagen stand in diesen Tagen, kurz bevor er draußen seiner Zweckbestimmung größte Geldbetrag wettmachen könnte, i zugeführt wird, zur Besichtigung auf Und vergeßt nicht, daß ihr das Wertvollste, eure Gesundheit, immer noch besitzt! Laßt euch dann auch nicht be-»ctiÄmon von den Kahieraden im feldgrauen Rock, dl« wie Immer, auch dann an der SpltTB marschieren, wenn es gilt, die Sammelbflchsen ni föllen, vor allem, wenn «le erat einmal Im Lazarett gelegen haben, wenn sie sich mit eigenen Augen von dem segensreichen Wirken des Deutsrhen Roten Kreuzes überzeugen konnten. Gedenken an Richard Strauß Feierstunde der Marburger Volksbll-dungsstcitte Donnerstag, 15. Juni um 20 Uhr veranstaltet die Marburger Volksbildungsstätte im Kasinosaai des Stadttheaters (1. Sock) zum 80. Geburtstag des Komponisten eine Richard Strauß-Stunde. Lehrkräfte der Staatslehrerbildungsanstalt bringen au« dem reichen Werk des Symphonikers und Musikdramatikers Sätze aus einer Cellosonate, einer Violinsonate, einem Klavierquarlett und Lieder als Beispiele seines Schaffens zu Gehör. Einleitende Erklärungen zu den Musikspielen und eine kurze Lebensbeschreibung des Meisters ergänzen den Abend. Musik im Hugo Wolf-Haus Vorsplelstundo In Windischgraz Für Sonntag, 11. Juni, hatte die Leiterin der Musikschule, Frau Hauptschul-lehrerin Ilse Wresounig, zu einer Vorspielstunde eingeladen. Nach deV Begrüßung der im Konzertsaal des Hugo-Wolf-Hauses versammelten Eltern und Freunde gab sie einen kurzen Überblick über Sinn und Zweck dieser Veranstaltung. Dann traten die kleinen und größeren Schüler und Schülerinnen an und sie boten In einer mehr als zweistündigen Vortragsfolge In Gesang und auf den mannigfaltigsten Instrumenten Ihr Bestes. Reicher Beifall lohnte ihre Bemühungen. Die Eltern konnten die Gewißheit gewinnen, daß die musikalischen Anlagen ihrer Kinder gewissenhafte Pfege fanden; dies zeigt sich auch in dem Umstand, daß zwei Schüler die Aufnahmsprüfung an die Musikschule des Gebietes, bzw. des Gaues, bestanden haben, ♦ Gewinne der 11. Deutschen Reichslotterie. In der 3, Klasse der 11. Deutschen Reichslottcrie fielen drei Gewinne von jo 100 000 RM auf die Nummer 45 575, drei Gewinn^» von je 50 000 RM auf die Nummer 312 293 und drei Gewinne von jo 25 000 RM auf die Nummer 95 096. dem Gelände eines Reichsbahnausbes-serungswerkes bereit. Der Außenstehende kann kaum ermessen, welche Unsumme von Mühe und Arbeit, von Kopfzerbrechen und Uberlegimgen dahinter steckt. Die Jetzige Reichsbahnzahnärztin Dr. Waßmann machte eich, von der Idee angefeuert, daran, aus Erfahrun- gen und Erkenntnissen der Praxis heraus, den In Frage kommenden Stellen alle Pläne und Wünsche an die Hand zu geben. So entstanjd nach zahlreichen Besprechungen und Planungen der Grundriß diese« D-Zugwagene, der Arbeits- fait verwendet wurde, Beate Raumaus-nutzung und größten Nutzeffekt auf einen Nenner zu bringen, war da» A und O der ganzen Anlage. Der verfügbare Raum wurde aufs äußerste ausgenutzt und für Unterbnngungsmöglirhkeitef Aufndhnion: Hoffmonn Auch fOr den Sofortelnsat* tn den Luft notgebieten hat der Zühnürztliche Ge-eundheitsdienst der deutschen Polizei bewegliche Stationen eingerichtet, die auf Anforderung nach Terrorangriffen zur Sicherung der zahnärztlichen Versorgung eingesetzt werden. — Links: Die Außen ansieht der rollenden Zahnklinik, — Rechts: Blick in den Behandlungsraum, Die fahrbare Zahnstation der Deutsrhen Reichsbahn räume für den Arzt, Helfer und Techniker, außerdem Wohnräume für sie und auch den Wagerunei-eter bietet. Mittelpunkt des Wagens ist der 5.30 X 2.75 Meter große Operationsraum, der alle für größere und kleinere Eingriffe notwendigen Instrumente und Ein-fichtungsgegenstände enthält. Ein moderner Operationsstuhl mit einer großen Siemens-Einheit, ein Röntgen-Apparat und eine Bestrahlunqs-lampe zeigen, daß bei der Planung die allergrößte Sorg- herangezogen, um auch für lange Fahrten und große Entfernungen den Aktionsradius des Wagens mö(|lichst weit spannen zu können. — Auch in dem anschließenden zahnärztlichen Laboratorium ist alles vorhanden, was der Techniker benötigt. Jeder der kleinen Wohnräume hat einen eigenen Rundtimk, und die Küche, in der auch ein Kühlsrhrark nicht fehlt, ist so eingerichtet und außerdem mit so ausreichenden Voireiten versehen, daß die Verpfleguncj von ürl-lichen Verpflegungsstätten unablitiucjicj ist Das schwierige Problem, nämlich die Versorgung des Wagens mit Strom und Wasser, ist von Oberreichs])n/ genau wiesen?? — Dann lesen Sie mit uns unseren neuen spannenden und auch heiteren Roman »Vorhang r u n t e r I« d'^n der bekannte Film- und Bühnenautor Hans Schweikart (unter dem Decknamen ^ Olo Sletani) geschrieben hat tmd mit I dessen Abdiurk wir heute beginnen! Wer erhält die 3 Reichsmark Das Zehrtjeid ftli den Bereitschaftsdienit Da über die Zahlung des erhöhten Zehrgeldes von 3 RM immer noch Unklarheiten bestehen, werden in Übereinstimmung mit dem Reichsluftfahrtmini-Gterium in der »Sirene« einige Hinweise gegeben. Das erhöhte Zehrgeld für den Cereitschaftsdienst ist u. a, nicht nur für die Nacht vom Samstag zum Sonntag, sondern auch für jede Nacht zu zahlen, die einem gesetzlichen Feiertaq vorausgeht. Dabei ist es gleichgültig, ob diese Niirht auf das Wochenende fällt oder ircht Auch für den Bereitschaftsdienst von einem Sonn- oder Feiertaq zum fol-gcad.->n Werktag ist das erhöhte Zehr-gtMd zu zahlen, wenn die Dienstleistung} vor ^4 Uhr beginnt. V/> nn der Werk- oder Betriebsluftschutzleiter als vorsorgliche Maßnahme arbeitsfreie Gefolgschaftsmitglieder bei riieqi'raldrm zur Verstärkung des Be-reitschaflsdienstes in den Betrieb beordert, fli':! Gefolgschaft';mitglierier aber nicht zum Einsatz bei der Schadensbe-k impfung gelangen und der Aufenthalt im Betrieb nur kurzfristig ist, die Arbeitszeit nicht um mindestens drei Siunden überschritten wird, wird keine Entschädigung nezahlt * SA-GnipDPnführer Nihbe im Kreis Oberwarl. Kürzlich bcsu"hte der Führer der Gruppe Südmark, S.\-Grunpenführer Nibbe, in Begleitung des Führe-'s der ' '"''■iaade GJ Brigadefnhrer Reimann den Kreis Oberwart .■Xm Vormittag ^ f-telHe der Führer der Standarte Ober-stu-mbannführer Hnber, im Rathaussaa! in Oberwart die kommissarischen Führer der Stürme fiowie die Anqf'hftrigpn de« Stabes der Standarte dem Gnmneriführer , vor Abends besichtigte Gruppenführer Nilibe in Benleitunn de« Kreisl^ite's den Wochenanriell in Grnß-Peterfidorf Der Gruppenführer hatte hie' Gelegenheit, sich von dem Au«lvldunni^sfrinri der SA-Wr-hrniannschatt zu überzeugen, Frriclifiing von RAD-fn«nekf'i)nen. Der Reirhsarbeitfiführer h,it mit Wirkunq vom 1. .Tuli 1^4 4 liir den Roichsa'-be't'^diensf fM-n->net] tiinf R.AD-lnspektio'^en im Reicbsnf'biet aufriefitellt Zu Tnspnkteuren wurden ernannt' Gnee"? Ia'"beit'=;tiihrer ( k für die R A n-Tn«nektinn I l\(>rrlo-;t) Genr>T-,ilriilipi|«fiif'rp,r ^n*- T n\'e für f'ie R NO-fnsnekt'nn II (No'-dMfRtl, Gr^ernlav'be'tsführer S'mnn für die R AD-Tr^peV'ion III lM''te), Geno'-al.irb^if'ifiJh-rer Srh-ruK klp für dif' R An.Tn«pektion IV f^ürlwest) und Gene'-alarbe'',\' liii'.-,, dl- in ni.Miiis( hidiul am Ziihl-roichst. ;i im Ueii.htcfefj'Hii'ner LiinrI iiiiil dem .I,in SDiitlMlei vuitretoii itil. hdt Ii'iilcr in di.'n let/tfii Jfihrzrhntt^i unter dri Cit nisroule «trcckonwoise tuhtb-lich i[ol tli II Dil sich dn du« Brunst Mitte i Novembt'r li.s Aiifimr heint li'iprhniipt di" Lipblini|6P Reschuldiqunq der Frau i vors.'it/Iirh unter Ausnutzunr] der aiifler- j qpwohnlichen Kriegsverhältnissp in br- ! FiindoiPin Maße mit vprbrochprisrhpr Tiit- 1 ki.ift und Verwerflichkeit den Rechts- ' fiioden der Volksqeineir.srhf'ft nostört 711 hflhfin. Vnr dem Einrelrirhtpr bpim T.iMiclaerirht Wien hekannte sirh d e Anqeklngte nls Verfaeserin des Briefesi *1i> habe aus Eifc?rsnrhl qohancldlt und kt'^nne der beleidigten absolut nlrh*« vorwerfen. Der Rtrnfr'chter vcnirtellte *lo wpqen Verbrpchens nach dpr Volk*!-^rh^dl nftsvprnrdniinq in Vprbindunq mit rti'C'ibpipidiniinq zur Strdfp von rinem J.ilu 7u< litli-itis. SlraHc durch den Sl. Gotthardt l'ni f'pii If.indnkvPikeh? nnt Ittilirn .» ,'nti,tni'ti, [iMnt nidii in der Schivpi/ r' 1 Hfiii oiiipr Ulitoriifii^ii'lipn A'ilf)strri!'ii' niiich den Sl. (inllh.iirll-Pdfi. i^ic eni- ■^)i lPi|i> S' ntdlhrlldlbclhll. «läiie für einen '\2 km Inncieii rn lue'.'rn .AutnmobÜ'unncl aiiscie-i'' beürt, ile- nur zwei m über den U'sen-iMlm'unne! durch den Bern qf'führ' wer- ' den soll. Im Innef^'n des Tunnels der j Priu von (■'irfiqen Hen/instationnii iin '■Idiidiri" rbeiniscihe Kontrolle de"* I nfi fl'-. Tniinets ermöqlichPii. M im hl I'I d,is Uie-^enpinjek! iiincr-h-'h vnn 'J .l.diien ausluhieii /u kou- , iM'n. I Rchie m Heim EiciiiiofsQöiiii !ifi Leüen äüi Ueo Prelsüosüsno. quiui der .•»prinqlubfiidKien jungen Tiere /.u fii in. Im ciritti'ii Jithr ihies qefahrvol-Icn Ddseiiih h.;uJ d-inn die Gemskitze riuwiev. dc h-spn und bcMiinnen ihreiseit« tdr N(irhkomnuiiit>chiilt /.u sorqen. Juriq pinnef.inqenp Tiere Id-^sen sieh mit Zieqenmilrh erndhren und werden sohr idhm, ja schreiten unter der Obhut des Mf^nschen bisweilen «nqar zur Fort-nflanzunq. Förster imd Jiiqdpachter wissen rüh.ende Gosrhichltui über die An-hänqlic-hkpit dieser als »Hdustiere« qe-lialteneri Gemsen 7U erzählen, die ihrem Herrn auf Schritt und Tritt folnon und namentlich Kindern sehr zuqetan sind. So qdb efl am Kciniqssee bei Ber.chtesqa-den einmal ein besonder« zahmee Kitz, drifi sich ddrdn qewnhnt hatte, die Jünq-htf* der Familie, von der es betreut wur- de, reqelmäßiq zum Schulbesuch an einem auswärlicien Ort zum Bahnhof zu begleiten und dort wieder abzuholen. Manchmal soll ps auch vorkommen, daß Gamfibörke während der Brunst auf »Ab-weqe« qeraten und sich zu »Soitensprün-qpn« mit Berqzieqen verleiten taesen. Die aus derartinen Verbindunqen hervorqe-henden Bastarde können ihr väterliches Erbqut nicht verleuqnen und sind meist schwer aufzuziehen. Setzt man eie aber Im Hochqebirqe In Freiheit, so verwildern sie rafich und mischen sich unter die Gamsrudel. Wie schnell weht der Wind? Daß die Windstärke mit genauen Meßapparaten festgestellt werden kann, weiß jecier, auch daß man je nach der Heftigkeit des Windes von Windstärke 1, 2, 3 usw. spricht. Aber welche Geschwindigkeit hat nun eigentlich der Wind? Windstärke 0 bedeutet die vollkommene Windatille. Als stärkeren Wind, der bere'its die größeren Zweige der Bäume bewegt und den man bereits als unangenehm empfindet, ist Windstärke 5. Ein solcher Wind besitzt eine Geschwindigkeit von 7,3 bis 9,B Metern in der Sekunde. Starke Stürme haben natürlich ganz andere Geschwinciigkeiten. Ein schwerer Sturm, Windstärke 11, bewirkt schon schwere Zerstörungen, im Walde werden nicht nur einzelne Bäume entwurzelt, sondern ganze Windbrüche geschlagen. Bei «chwerem Sturm werden Luftgeschwindigkeiten bis zu 29 m in der Sekunde gemessen. Noch höher liegt die Windgeschwindigkeit beim Orkan. Die höchsten bisher festgestellten Windgeschwindigkeiten wurden bei den Hurrikanen gemessen, die sich in Amerika des öfteren austoben. Dobel wurden Windgeschwindigkeiten von fast 59 Meter in der Sekunde beobachtet, wa« für die Minute 3H Kilometer oder 211 Kilometer Stundengeschwindigkeit bedeutet. WIRTSCHAFT UND SOZIALPOIITISC Soziale Angst gegen Sozialismus Wider die plutokratisch-bolschewistische Reaktion In der Schlacht an der Invasionslront wird ulier unser .iIUm Schicksal entschieden. Ls eiithih^idet sich in diesen Kcimp-len fiiK h, uh wir und f|diiÄ Europa nach eiqcMien AuschaiiuiH)en und Werten kii ifl q leiiPii fluilen. Es wird auch jetzt nu llt nur (idrum qckiimplt, ob Deutsch-Idiicl kuiill'.q noch Pitu? Mdschincminclu-Hlrio, dis Sc.hiiis5>e!indiistrie lür jeden lec hingehen Fortsclirilt, habori ddri. Es wird um die Polin der europäischen Wirtschdil schlochlhin gekümplt. In den konimeriden Monden Wird es sich eiilsc heideii, ob die Völker EuropdS im Zekhen des junqen, let)enskrä|liqen So-/:dlic>miis ihie VVirt~chlvei--iiitu|l. Nun IdiHii. hüte wirklich niil der Cle,>( hic liip .Iii! "Ja I srigip Peler — wipder voll-kommen cinisle-^dbwesend, Seine, blon-dpii Jlfidit! ^IriiiiUtpii sich rechts und links von eleu Brill(>nslec|en, Ei h- ■ Es blüht!'< Peter liinzle vor cU'rn Kdkteenbrett am Fenster herum »Seht her — es setzt schon nnl — Astrophy-tum !)Iüht! Da bricht was auf — könnt ihr sehen? — Ich wußte es doch — l>ei nur blüht es!,., Professor Schdde h.it bpslrillen, ddß Astinphytiiin im Ziininer bliik!« • Potcr — Siigle die schöne Fuiu ver-/.weitelt. -Fs ist wnklich großartig —■ dlicir lidsl du Siefdiii heule eingeladen, well rill ihm dein Astrophytum zeigen wollli'sty«; )>;\bpr - ■Orior w<»il flu ihm veisprorhen hrtt-lesl, ihm heul cnnin.il die <|dn/,e Geschic hte von Riidolt zu ei/.dilejt?i »Nfilürlich (lesliiilii! S(i(|le Peler Wils lu^ttchriint. Sein Hei/. wdr schwer, dls er sich vom Fenstpr trennte, und er kdin /.öijernd wieder zum Tisch. »Also hört zu, Mensrhenskind. — P-s war der HuircgcMidste Thedterdliond, den man je-fndls —« er lingerte auf dem lisch herum. l.df\ meine Tcis,«(. sieben!- rief ich — cjeiddo no( Ii /ur rech'en Zeit. >1 Veizeihuiifi — jemals in Mitteleurc)-p,i .. pr versank wieder in (iedanken und sidrrtc mit unglücklichem Gesicbts-nuhdruck zum I"erister hinüber. »Ich gliinhe, ir h werde anfangen müssen!' sdf)le die schone Frau lachend. "Sonst kommen Sie niemals zu Ihrer Geschichte!« — — Aul diese eluds umständliche Weise erluhr ich encllich, Wds C's niit Rudolf fiildchc^rs (idstsjjiel in Bärnhurc| auf sich hatte; Wds sich dn jenem Abend ereig-iiete und wie es zu den ungewc)hnlichen Umständen keim, durch clie Ihm seine Arie in der 0|)er »Michael Korofski»« cjleich zu Beginn des zweilen Akte« — «verloren ging-i (wie der Berliner Joiir-Hdlist K. R, «•ich nusgedruckt hat) — wie dds Publikum darauf reagierte und was sich in der l olcfe cldraiis ergab — eine dei inerkwüidicisten Geschichten, die sah IUI deutschen Thedtcrieben je ereig- net haben und die Ich bis dahin nur als unheimlichen Kruninalftill, sensationell aufgeputzt, aus den Zeitungsberichten kannte — ohne eine Ahnung von den inneren Zustminion|iängon und von den viellachen und komplizierten Beziehun-(jen der Beteiligten zueinander. Die Geschichte beginnt mit dem denkwürdigen Aliend, da Rudolf Erlacher sein Gastspiel absolviert — er ruft »Froggyl« und hiermit beginnt das 1. Kapitel Der Kammersänger hatte die Garderobetür aufgerissen und rief ungeduldig in den Gang hinaus. »Froggyl« wiederholte ein kielner diensteifriger Chor: Ankleider, Friseurlehrling und Inspizient. Sie hatten vor der Türe gestanden und geschwatzt. »All right. Sirl« Den Gang herauf watschelte die un-fcivmige Gestalt eines Negers. Ein tadelloser blauer Anzug umspannte den hielten, übermäßig fetten Körper. Die schwarzen Hände balancierten mit behutsamer Geschicklichkeit ein vernickeltes Tablett. Eine sauber In der Mit'e geteilte Orange war darauf — Staubzucker und eine Flasche Sodawasser. r>ic drei Leute im Garderobekorridor betrachteten den Neger schweigend — interessierte Beflissenheit auf den Gesichtern, »Geh her!« sagte Rudolf Erlarher. Er warf sich nervös in den knackenden Stuhl vor dem Spiegel. Froggy schloß mit dem Ellbogen lautlo« die Tür hinter sich und stellte das Tablett auf den Tisch — nichl ohne vorher füe Tiegelchen und Schminkslangnn sorgsam zur Seite ge- schoben zu haben. Er machte sich mit sanften Bewegungen daran, den Oran-gensdft in ein Gla« zu träufeln. Der Kammersänger verfolgte J^n Vorgang im Spiegel, lind als Froggy aufsah, trafen sich ihre Blicke in der glänzenden Fläche. Es mußte wohl ein besonderes Einverständnis zwischen den beiden bestehen: zwischen dem berühmten Sänger und seinem schwarzen Diener, denn Froggy las die Frage im Blick seines Herrn und schüttelte nur leise den dicken Kopf. Erlacher verharrte einen Augenblick in linsterem Schweigen. Dann seufzte er ungeduldig auf und griff nach der Ziga-rettendose. Schon stand Froggy mit dern Streichholz neben ihm. )»Wiederhole, was sie dir heut nachmittag gesagt hat, als du ihr den Brief brachtest!« murmelte der Sänger, die Zigarette zwischen den Zähnen. »Sie hat gelesen und hat gelacht — ein blßchenln sagte der Neger in seiner schwerfälligen Aussprache. Seine großen, runden melancholischen Augen waren besorgt auf seinen Herrn gerichtet. Der Sänger erhob sich mit einem nervösen Ruck und durchmaß den kleinen Raum mit langen Schritten. Froggy stand aufmerksam an der Wand. Rudolf Erlacher blieb vor Spiegel stehen. Er rockte sich zu seiner vollen Höhe. Er sah einen straff gebauten, etwa fünfunddreißigjährigen Mann vor »ich — in einer historischen Russenjacke, mit goldenem Dolch und glänzenden Kniestiefeln, Unter die knochigen, stark gewinkelten Kiefer war ein wirrer Bart gepappt ■— aber die dunklen, strähnigen Haare, die unter der Pelzmütze hervorquollen, waren echt, »Schau ich gut aus?« fragte Erhichcx gewohnheitsmäßig. »Schönl« erwiderte Froggy mechanisch und tonlos, In den dunklen Augen des Sängers lag ein zerstreutes, finsteres Lächeln. Die Frauen waren sehr hinter Ihm herj denn er war ein interessanter Mann, ein großer Sänger — und er hatte eine romantische Vergangenheit. Er kam vrm unten her, war Schlosserlehrllnq gewesen — in einem süddeutschen Nest. Ein Professor aus München hörtn ihn singen und sorgte für seine Ausbildung, Schon sein erstes Auftreten war «in Triumph. Nach zwei Jahren war er bereits In Wien an der Staatsoper. Dann kam Amerika und jetzt war er In Berlin. Es war für eine Provinzstadt nicht leicht, ihn als Gast zu gewinnen — unti wenn er heule abencl hier in Bärnbiirg gastierte, so hatto das verschiedene, zleml'ch ungewöhnliche Gründe, die mit seinem Beruf wenig zu tun hatten. Rudolf Erlachcr sah sich den schönen Mann im Spiegel fast ironisch an: einen berühmten Sänger, der es weit gebracht hatte, viel geliebt, von den Kollegen ob seiner Karriere beneidet: ». ■. wenn dio wüßtenl«sagte er mit einem Seufzer nnd nickte dem Mann im Spiegel zu. Der nickte im Einverständnis, Erlacher wandte sich ab. Er sang eine Tonfolge vor sich hin, unterbrach sich, räusperte und sah zu Froggy hin. »Na und — was wnr weiter?« »Ich sagte schon, Herr Kammersänger. Dio Zofe wird bringen die Antwort — hierher in die Garderobel« MARBURGER ZEITUNO UNTERSTEIRISCHE UCHTSPIELTHEATER MARBURO-DHAU | BURG.LICHTSPIELE 11. 17 m. 10 4S UhT »••rnro» 1119 Drei tolle Mädela Carola Hflka, Lnrl« lagUicli und IIm foa MOlUn-dorit lind das luiUg« M^idel-Trlo, dai im Vertln mit Johaaaei Rlamann, Grathc Wcls«r und «Iner langen Caiha battrr Luitiplal-Ddritcllar iwel Stundan au«' galtiianar lleitarkait vaiichatlt . FBr JuQaDdllrka ant«! 14 Jahraa aichl lUflalaiivBl Rondarvprandatlung: Mittwoch um 12 45 Uhr; Maria HoUl, Willy FrlUrk, Hant Moict und Thao Liagaa la dar vaililmtan Oparatta von Johann Slrau&i Wiener Blut Pflr Jagaadllcba «nier 14 Jaliraa alcht lugalaiianl $0 15. 17.30, 19 45 Uhr Wn 1,1 17 30 1« 45 UM ESPLANADF Mlllwoch, 14. und Donnerita(|, IS. Juni Soldaten Kameraden Rin Siidoit-Film mit R«l|h Arthur Roberti, Herti Kirrhner, Hani Birhter, Vera Hatlegg, Gutll Stark-Gilettenbauer. — Für Jugendliche iugeld»genl Lichtspiele Bninndorf nie Vor»tellungen becilnnan: Montag bl» PraJIfiq 19,15 Uhr, Samataq 17. 19.15 Uhr, Sonntag 14 r>0. 17 n 4'i UhT Mlltwück, 14. und Donnerttag, IS. Juni Menschen vom Varietd POr Jugendllcha nicht xagelattenl Mlllwoch, 14. und Donnarilag, 19. Juni — um 17 Uhr Till EulcrweiJ«! Gin Film «Ir ]ung und alt. Für Jngandllche tugaUueii. Burg-Licbtspiele Cilli Spialialtani Worhantacii um 18 und 20.30 Uhr, Sonn. und Pal<'ttaqi um 15.30, !H und 10 IS Uhr_ Sil Montag, II, Juni Die unheimliche Wandlung des Alex Roscher mit Annellei Relahold, Budoll Prack, Viktoria von kallasko und Otkar Slma. Pflr Jugendllcha nicht lugelaftcnl Metropol-Lichtsoiele CilH Splelielti W 17,30 u. 20 Uhp S 16, 10.30 u. 10.43 Uhr ■It Donnartlag, 32. Juni Gefahrlicher Frühling Ein Ufa-Pllm der Produktion 1043^44 mit Olga Ticha-chowa, Winnie Markui, Sleglrltd Breuer, Paul Dahlka und Prlli Wagnar, — Spielleitung; Hani Deppe. Pflr Jugandlcha anlni 14 Jahren nicht lugelatnanl Lichtspieltheater Gurkfeld Mlllwoch, 14. und Donnarilag. 15. Juni Ein hoffnungsloser Fall mit Jenny Jugo, Karl Ludwig DIehl, Hannai Stelior, Julia Serda, Hani Klrhter ii. a. Für Jugendllcli.j nicht lugalaiienl Leonhard i*d, Büheln Mlllwoch, 14. und Donnartlag, IS. Juni — um 20 Uhr Ich bin Sebastian Ott Ein Film voll Spannum nnd Dramatik mit Willy Pont, Truda Marlen und Paut Hörblgar. POr Jugendllcha Bichl lugelaiienl Lichtspiele Luttenberg Mtltwoch. 14. und Donnarilag, 15. Juni Fräulein Hoffmanns Erzählungen Pin rplrrndp« Luiitüpiel mit Anny Ondra, Ida Wilit and Joial Elchhelm — Für Jugendliche zugelaiiuni Ton-Lichtspiele Stadttheater P e 11 • a Snlülreit- W 17 H> <5 Uhr S 14 10 |7 19 4.S Uhi Mittwoch, 14. und Donnarilag, IS. Juni Albrecht SchAnhils, Sabine Peleri, Hilda von Sloli. Paul Henckril und Theodor l.oui In dem leniationcl-len Geiellschatli- und Zirkuililm Die gläserne Kugel Fltr Jugendliche tugelaiienl TAnlich um 14,30 Uhr Jugendvorttelluncien mit voll-Rtandu)cm Proyramm. Zu allen (ibriyen Vorslellunqt»n tönneii .lugendlitha wegen Platzmnngeli nicht zugo* liisien werden. Fieil«f| wegen T.tealar geichlosnenl Lichtspiele Rann Mittwoch, 14. und Donnartlag, IS. Juni Fräulein Hoffmanns Erzählungen mit Anny Ondra, Ida WUit u. a. Für Jugendllcha lugelaiienl Lichtspiele Sachsenield_ Mittwoch, 14. u. Donnarilag, IS. Juni, um 11) Uhr Stärker als die Liebe mit Ivan Pelrowich, Karin Hardt, Paut Richter und Leny Marenbach. — Für Jugendliche nicht xugelaiienl Lichtspieltheater Trifail_ Mittwoch, 14. und Donnarilag, 15. Juni Wenn Frauen schweifen Bin Ufa-Film mit Ilanil Knolack Johannai Haeiterii Flta BenkhoM und Hilda von Sloli. FQr Jugendliche nicht tugelaiienl Filmtheater Tüffer t®' Splelteltt Wo 17,30, 19.45 Uhr, So 15. 17.30, 19,45 Uhr Mlltworh, 14. und Donnerslag, 15. Juni Symphonie eines Lebens Für Jugondllche unter 14 Jahren nlrht lugelaiüenl STEIRISCHER HEIMATBUND Volksblldung.sHlättb Marburg-Drau — Domplalz Nr. 17 Donnerstag, 15. Juni 1944, um 20 Uhr, im Kasinosaal de« Stadlthealer«, I, St. RICHARD - STRAUSS-STUNDE Ausführende: die Lehrkärfte der Staats-lererbildunqsanslalt: Niklas, Balde, Stangl, Baxa, Drueowitsch. Mit Hörerkarle RM 1.—, ohne Hörerkarte RM 1,50. Preitaq, 16, Juni 1944, um 19.30 Uhr, Ira Saal der Volkebildunqsstälte DER KAMPF UM DIE NEUTRALEN Mit Hörerkarte RM —.70, ohne Hörerkarte RM 1.—. Samstan, den 17. Juni 1944, um 16 Uhr, Treffpunkt »Drei Teiche«: Eine botanische Lehrwandening, mit Stud. Rat Dr. Möschl. — Mit Hörerkarte RM —.50, ohne Hörerkarte RM —.70. Jeder Volksgenosse kann teilnehmen) 2789 STEIRISCHER HEIMATBUND Deulsche Jugend — Bann Marburg-Stadt Sonntag, 18. Juni 1044, um 1S.30 Uhr, auf dem Rapid-Stadion: Bannsportlest Programm: 1. Grun,dqymnn«tlk — RDM 2. Reiterkampf — Pimpfe 3. Singspiele — Junqmädel 4. Körpei«chule — DJ 5. 4X100 m Staffpl — DJ und BDM 6. Drehtanz — BDM 7. Flieqergefolqschdft 8. Mindernisstaffel — Pimpf» 9. Fußball 10. Motorgefolgschafl 11. Stuttgarter Walzer — M4del 12. Siegerehrung Die Bevölkerung vnn Marburg Ut in dieser Veranstaltung der Deutschen Jugend herzlich eingeladen. 2791 Seid immer luh. schutz-bereii! Dar Hiiiiiiniutitii dar »Marburger Zfitung* ist «ine Fuadi2rub« günsti{|er Angebote aller ArtI Es («hlt noch Ihrt Anzall«! Kleiner Anzeiger Jadaf Wori koit»* rat STeliaogemcda • Rpl, dai fattqadmckla Wort U ßpt. für Gßld RedlltSlfnverkahr Br*erwachial and (Ulral 19 Rpl, (tat fettqcrirurkte Wort 40 Rp<, alle Oti Dwnrtyel>Oht bei Abholung dal Angabota S9 Rpf bai Ziisendiinq diirih Pn*t oder Buten TO Rpf Auikunftigabflhi (dt Aotai* qen mit dem Vermerk: Auakiinfl in da VarwaltunQ odaf Qairkl'ti-itaile" 2n Rpi Anteilen AnnnhmetrhiuP An Tag* iror BfiLhalnaa an 16 Ulir Klaine Anteilen vtrerden nur geqao Votalniendung daa Bs* traqei (aurh qOItla« Rrtefmarkeii) aufgaoonimaD MlndailgabOhr fflr aina Kleina Anielüi I RM. Realitäten und Geschäftsverkehr Gutgehendes Gasthaus im Zentrum sofort zu vefiiiieten. Anfragen: Granitz, Herrengasfio 7, Marburg-Drau. 4664-2 Zu verkaufen Achtung! Ca 1000 Stück Kisten, qeeirrnet für Postpakete, Inhalt 10-12 kq. Abzugeben bei Firma Werhiinz & Sorko, Reiserstraße 22, täglich, aui&schUeßlich nur von U-lf] __ _ 4531-3 Zwei Geigen, 500—600 RM, zu verkaufen. Kdrmel, Wildenrai-nergaaselS, Mcirburq-Dr. 4fj6ü-3 Tabakpflanzcn, 1 Glä« Gurkensalat, zu verkdufpu, Bniimdorf, Felix-ndhii-Ctdssü 15, Pdilene, rechts, 41)65-3 Zu kaufen (gesucht Lehrbuch der k-roatlsrhon Sprache (Anfcinqer) zu kaufen qe-«ucht. Adr.: Kokoechineggstra-ße 28, Marburq-Dr,, Tel. 24-06. ______ 4639j;4 Singcr-Nühmaschlne qogen Da-menfahrrad zu tduechen, Adr. i. d M. ______ 46^-4 Landwagen (Einspänner), gut erhalten, Gewicht 300—350 kg, zu kaufen gesucht. Zuschriflen an die M, Z. unter »Laiidwcigen«. 4663-4 Buchen, Eschen oder sonstiges Hartholz waggonweise z\i kaufen gesucht. Unter »Dringend« an die M. Z. 2785-4 Verschiedenes DekermtfontillwBJi, fehlerfrei -Pendeluhr und Spiegel geqen KltTl^rbinnoniks oder Damen-fahrrtd zu tauechen gesucht. -Anfr. ab Mittag; Nagv^trafle IB - Parterre. Unk«, Marburg-Dr. 4G35-14 Super-Dollna-Kleinblldkamera, 2,9, mit eingebautem Entfer-nungimeeser und Zubehör, gegen Rolleifiex oder Spiegelre-Mexkamera, mindeatens 3,5, zu tauschen, Angeb. unter »Marli« an die M. Z. Marburg-Drau. 4497-14 Eiserne«, zerlegbare« Bett mit Matratze, für Herren- oder Da-menfahrrad, in gutem Zu^^lantle, EU tauschen gesucht. Werlausgleich. Cyrill Bratechun, Lan-gergasce 21/1, Marburg-Drnu. 4673-14 Klivlerreparateur und Stimmer empfiehlt «ich. Aufträge an die Verwaltung des Blatte« erbeten unter »gewesener Klavier-bauer«. _2782-14 2 PS-Dynamo gegen Rundfunk-•mpiänger und Aufzahlung zu tauschen. Koitz, Brunndorf, Rot-welnerstraße 48. 4672-14 Abwechslungsreiche ßeschähigung bietet dl« üarburger Zeiiung für Dame oder Herrn. Vf>rflufispfzung; Allgpmelnwifi««n, m'n-de'itens 120, möglichst 200 Silben Kurzschrift, «icheres Maschinenschreiben untl ZuverldeisiqkPit. Arbeitszeit zwischwi 15.30 und 19 30, Der Ponten ist flufibaulahiq und kann in eine volle Steile umgewandelt werden, rbni.vo aber auch bei Er-fülUmq der ttahnischen und meti^chlichen Voraussetzungen, von Piner aulwcirtsstrebondefi jüngeren Kialt in Nebenarbeit oder zu6äl/)icher Arbeit versehen weirlen. Fiir aiifi dem Beruf Ausgeschiedene bietet pr eine Gelegenheit (icfi Eiri&al/er Luflwnffi^ veranst.iltpn am und 17, Juni 1044 Ml der 7Git von 14.W bis 16,30 im Raum^ von Unter-Hiauhurci Mahnlinie narh Trnfin—Schrott 51R Rimik -Pa riOS€ndl3^nOS0? h. Bahnlinie nach Utiterdiauimtg Jowohl, nicht Augendiognoso — tondam Hotendiagnosef Hosen-diognose hilft die Haltbarkeit an I Anzügen verlängern I Hose und Jockt vom Arbeltsanzug werden olle vierzehn Tage nachgesehen. Geplatzte Nähte sofort ausbessern, lockere Knöpfe annähen, dünne Stellen unterlegen. Beim Waschen wird nicht stark gerieben und gebürstet, sondern n>it IM!eingeweicht und gekocht. So hält der Anzug > viel längerl I • • i Guter Rat von IMI ^ptuaf Dr. Walter Doicach PRAKTISCHER ARZT ordlnieit weiterhin In der KärntnerstralJe 10, täglich von 7—11 Uhr. 4671 In tielstem Schmerze geben wir die traurige Nflchricht, daB unser einziger Sohn Anton Gatschnik Gelrelter Im Alter von 21 Jahren, am 23. April 1944, an der Ostfront fiel. Uneer Anlon wird in unseren Herzen immer welter leben. Egidl 1. d. B., Marburg'Drau, Frauenberg und Lembach, den 12. Juni 1944. In tiefer Trauer: Amalla Ferenz, Mutter, Konrad Ferenz, Stiefvater, Familien; Skala, Gatschnik, Luft, Schunko und alle übrige^n Verwandten. 465?» EIN' rnUNCSSCHIESSEN •ius Ifiierslollunq {Icr Ipiclitpn Flak mit ftl5cii(l die TtiliqkPif der Fhik Pinst Bevftl-keniiiq im nnqeqfbenen Raimie Hecliunq zu suchen, damit s'e liegen Splüterqelahr geschlitzt i<^t. Der k -Landrat: '27K7 In Vertretung: gez. KN'Al'S. HER OnERBrRflCRMElSTER DER ST ADT M ARBl'Rt; DR \H Referat für Reiclisverteldigung Achtung Bombenbeschädigte I Es hat fiich ergeben daß noch immer nicjit alle um T. Januar 1044 im Clobiete der Stadt Marburg Drau entstandenen BombentiLliäden zur .\nmeldunq gebracht worden sir ihre Srh.id^'Tis-meldunq bi>hi'r noch nii ht eingebrachi haben, aulgelordert, di« erliticneii Srliaden ^otort, spätestens atjer bifi 7uin '0, Juni 1044 ho ni (Ibeil)iir(iermeister der Stadt Marburg, Kernstockgdh-'e 6 1,, oder hei den zuständigen Beziiksdiens*-stellen zu meiden, Rereits eriolgle Anmeldungen brauchen nirlii wiedprhnlt zu werden 2700 Marburg, ilen 13, Juni 1944. Im .Aiifiraye; 7nls. Bekanntmachung Aus gegebenem Anlaß nidche ich f-ämtliche Hundehe-sitzer, insbesondere die Landwirte und Wmzer, aufmerksam, ihre Hunde unter ständiger .^uf^icht, bzw. angehängt zu halten, widrigonfalls dieselben rücksichtslos vertilgt werden. Marburg-Drau, den 13. Juni 1944. Der Kretsjügermelster für den landkreis Marburg-Drau I. U. "788 gez. HANS L'LM. Der AmtshÜrgermeisler In Weltensleln BekanntmachunjJ Alle jene Personen, wekhe in der Marktqemeinde Weitenstein auf dem CJeineindefr:edhof Angehörige bestattet haben und die Belegzeit des Grabes tjercils abgelaulen i»«t werden hirmit aulgcfordert, bei etwaigem Interesse dasselbe als Familiengrab kiviflii h zu erwerben, «ich nn das Gemeindeamt der Marktgeineinde \S'eitenstein peisdnlich oder si hrift-lieh zu wenden. Die Frist zwecks irgend einer Einsprache erslre<'kt sich luf zwei Monate, und zwar vom 1. Juni bis 1. August 1944. Nach Ablauf dieser Frist werden die Gräber nach Bedaif durch die Gemeindeverwaltung weitergegeben. 2745 D«r Bürgermeister: Ernsi Tlschlet, e. h. Seile 6 * Nr. 166 * Mittwoch, 14. Juni 1944 MARBURGER ZEITUNO Dies Land bleibt deutsch« Das war das Leitwort der Morgenfeier. die im Arkddenliof düS Kreishruises den dritten Taq des kiilturolien Wettstreits der Deutschen Ju-qend in Pottdu einleitete. Schon eine Stunde vorher wcuen die Fdnfdrenzüge und Singscharen durch die Gassen der Stadt t|ozogen, hallen von allen Platzen aus die iiiilruttehulen Klange ihrer Instrumente und ihre fristhen Stimmen zum „Großi-n Wecken" erschallen lassen. Nun standen sie, feierlich aufgestellt, im großen VicreLk des schönen Hofes und harrten ciul das Erscheinen des Gebiets-luiircrs, den ein schmetternder Fanfarenruf diiküiuligte. Ein Spruch leitete die festliche Handlung ein. Wie ein Gebet erklang das Lied „Wir tragen das Va-terltinci in unseren Herzen", und das in knmpfbeschwerten Stunden der Vcrgan-gonhoit so oft gesungene „Wenn alle untreu werden" gab den Auftakt zur Rede des Gcbietsfiilirers, die der Morgenfeier die Weihe verlieh. Sie war ein Bekenntnis zum Kampf um dieses deutsche Land, der sich lief in die Herzen unserer Jungen und Mädel einprägen soll, damit er eine Flamme werde, die nie verlöscht. Die Kraft dos Glaubens und die Liebe zum Führer w.ir nie grnßer als heute, dn auch die Heimat zum Schlachtfeld wurde. Auftrag der .fugend ist es nun, alle Kräfte Wrtchzurufcn, die das deutsche Herz lebendig und stark machen. Und dies auch ist der Sinn dieses Kulturwettstreites in Prttdu. Er snll kundtun, daß wir Im Kampfe bis zur letzten Stunde aushalten wollen, im Glauben an Deutschland und in der Liebe zur Heimat. So werden wir endlich den Sieg erringen, der auch ,,dieses Land für ewig deutsch" machen wird, — Weihevoll sangen am Ende der Rede die Lsspgger Kameraden den Canon ,,Deutschland muß leben, auch, wenn wir slerben". Die Tiefe und Schlichtheit der Morgenfeier hatte alle ergriffen. Die Worte des Gcbicisluhrors woren ganz aus den Hrrzcri der Jugendliclien gesprochen, die orneut ihre glühende Bereitschaft ompFcindf n, für dieses Land zu arbeiten, zu kcimiifcn und sogar zu sterben. Noch zwei Wettbewerbe wiHron für den Vormittag des letzten Tages aufgespart worden: die Wettstreite der Mddel- und gemischten Sing-S'haren und der Volkstanzgruppen. Zu-(nlge der groHen Anzahl der gemeldeten Einheilen konnten diese Veranstaltungen nicht, wie ursprünglich gefildnt, gemein-s^tn durchgefiihrt werden. Deshalb traten die Singacharen im Arkadenhof des Kreibhauscs an. Das große Geviert unter den Säulen war restlos von ihnen ausgefüllt. Nachdem bereits am Vortrag die JungmSdelsingscharen mit ihren frischen Stimmen entzückt hatten, brachten die Mädelsingscharen und gemischten Singscharen ebenfalls einen künstlerisch hochwertigen und im Schwierig-koilsgrad sogar noch höheren Vortrag. Mehen vielstimmigen Sätzen und Feier-liedern war en vor allem auch hier da« Volkslied, und dazu gehört natürlich das Steirerlied, das von den Jungen und Mddeln gesungen wurde. Wieder hiel-li-n die Pettaucr und Luttenberger Mädel die Spitze. Bei den gemischten Sing-scliaron errang der Bann Marburg-Stadt den Sing. Ein herzlicher Sonderbeifall wnrde der gemischten Singschar Königsbrunn zuteil, die sich aus fünf Pimpfen und sieben Jungmädeln zusammensetzt. Diese kleine Gemeinschaft aus dem entlegenen Ort Königsbrunn an der kroati-srhrn Grenze sang mit solcher Hingabe und PO sauber Ihre Lieder, Kanons und Jodler, riall die Gäste und angetretenen Singscheien spontan in jubelnden Bci-fdll eubbrdchen. Zum Abschluß mußte nrich einmal die Pettauer Jungmädel-sinqsclidr ihre schönsten Lieder singen. Der strahlenden Singscharführerin sprach der Gebictsführer persönlich si;iiic Anerkennung aus. Die Volkstanzgruppen, (Mo i'igfiitüch im Stadtpdrk ihre Kunst hdilcMi zr.iijfti wollen, wurden durch das unfrouiulüthtrweise einsetzende Regen-wcttnr in ricn Saal des Deutschen Hauses verjagt, wohin die aus den Fenstern klingende volkstümliche Musik eine grijf'ie Anzahl Schaulustiger lockte, so-(Idß der Raum bald bis auf das letzte Pliitzohen besetzt war. Ausgezeichnet VtUido dieser Wettbewerb durch die An-wcseiiiieit des Regierungspräsidenten Dr. Nlülipr-Haccius, der den Vorgängen auf der Bühne mit lebhaftester Anteil-ndlime folgte, Ein Musikzug sorgte durch flotte Märsche für die nötige Stimmung, und als der Reifentanz mit einem lustigen Spruch eingeleitet wurde. wollte elas Reifallklatschen kein Ende nehmen. Gtnvandt und sicher führten die Jungen und MÜdel diesen figuren- Abschluss des kulturellen Wettbewerbs der Jugend Der letzte Tag und die Ergebnisse reichen Tanz vor, der mit einem lustigen Liedel abschloß und sogleich den eigentlichen Wettbewerb beginnen ließ. Als erste kam die Volkstanzgruppe aus Windischfeistritz auf die Bühne. Sie wurde viel bejubelt und beklatscht. Vollendetes Können zeigte die Lehrerbildungsanstalt Marburg, besonders im sie die Wettbewerbe auf allen Gebieten gezeigt haben? — Der Bundesführer entbot sodann den besonderen Gruß des Gauleiters und ermahnte die Jugend, die nun zu Ende gehenden Tage vor allem auch deshalb in bleibender Erinnerung zu bewahren, well sie zur großen geschichtlichen Zeit der Schicksalswende Siegerehrung auf dem Adolf-Hitler-Platz— in der Mitte der BimdesfUhrer schwierigen, figurenreichen Untersteirl-sehen Ländler. Die Abstaler mit ihrem uralten, aber immer noch taktfesten Vorspieler ernteten schon bei ihrem Einzug stürmische Anerkennung. Diese bäuerliche Gruppe tanzte mit Gefühl und Hingebung, die erahnen ließen, daß ihre Volkstänze nicht frisch eingelernt, sondern aus der heimatlichen lüfberliefe-rung, von der gemeinsamen Übung im Dorfe her, l&ngst geläufig sind. Tanzgruppe nm Tanzgruppe erschien vor der Rampe, mehr oder weniger begeistert begrüßt und bedankt. Alle haben gezeigt, daß in der Untersteiermark der Volkstanz heute wieder Gemeingut der Jugend geworden ist und zu ihrem un^ ver&uBerlichen kulturellen Besitz gehört. Nachdem alle Wettbewerbe abgeschlossen waren, begann dann gegen Mittag der Aufmarsch zur Siege rverkflndigung auf dem Adolf-Hitler-Platz. Von den Fahnen der Jugend umsäumt, bot dieser schöne Platz der alten Stadt ein prächtiges Bild. Wieder trugen die farbenfrohen Dirndlkleider der Mädel und die Pimpfe und Jungen in Ihren Uniformen den Hauptteil zur festlichen Ausschmük-kung bei. Aber auch die Wehrmannschaft und die übrige Bevölkerung leisteten ihren Beitrag zu einem würdigen Rahmen für die feierliche Abschlußver-anstdUung. Beim Eintreffen des Bundesführers und des Regierungspräsidenten spielte der Schönsteiner Fanfarenzug einen Jubelnden Marsch, der In das Gemein-schaftslied „Lasset im Winde die Fahnen Wehn" überging. Dann trat der Bundet-führer ans Rednerpult. In seiner mitreißenden Art sprach er zu den Jungen und Mädeln über die Gründe, die auch im fünften Kriegsjahr zur Durchführung dieses kulturellen Wettbewerbi bewogen haben, der nicht dem frohen Genießen einzelner, sondern der Erbauung und inneren Erhebung aller habe dienen wollen. Die Jugend sei dazu berufen, Kämpfer für Kunst und Kultur zu sein und in den Herzen die Siegeszuversicht zu festigen So waren auch die kulturellen Festtage in Pettau eine Quelle neuer Kraft für alle, die ihnen beiwohnten, und sie haben darüber hinaus wieder einmal den Beweis erbracht, daß die Untersteirer blutsmäßig zum deutschen Volk gehören. Denn wie wären sonst in so kurzer Zeit derartige Leistungen möglich, wie dei deutschen Volkes itattfanden. Mit dem Wunsche, daß die Einheiten, jede an Ihrem Platz, ihre Arbeit mit dem gleichen Eifer wie bisher vrleder aufnehmen und welterführen und daß sie im Kampfe um die deutsche Untersteiermark immer an erster Stelle stehen möchten, und mit dem Ruf „Heil, Ju-gendl" schloß der Bundesführer seine mit großer Begeisterung aufgenommene Ansprache. Nach einem Weihelied verlas Stabslei-ter Oland die Ergebnisse der Wettbewerbe, die jedesmal stark bejubelt wurden. Der Gruß an den Führer, durch den Stellvertretenden Bundesjugendffthrer Dr. Zetter entboten, beendate die Kundgebung und zugleich den „offiziellen" Teil der großen Gesamtveranstaltung. Als sndgültlg letztes Ereignis ging dann am Nachmittag Der frohe Ausklang in Szene. Obwohl sich der Himmel schon grau Aberzogen hatte und dicke, schwarze Regenwolken drohten, hatten sich doch viele große und kleine Gäste auf der Sportwiese Rann eingefunden, um mit Lied, Tanz und Spiel die festlichen Tage des Kulturellen Wettbewerbs ausklingen zu lassen. Die Lehrerbildungsanstalt Marburg sang Steirerlleder und brachte anschließend Volkstänze. Belm Schustertanz ließen sich die Gäste nicht lange bitten und tanzten fröhlich mit. Während des sehr lustig gespielten Schwenks von der Bauersfrau, die auf alle Fälle mit zum „Klrta" reiten will, fielen schon dicke Tropfen. Doch so schnell ließen sich Spieler und Zuschauer nicht vertreiben. Erst als der Himmel seine Schleusen immer weiter öffnete und gar kein Einsehen haben wollte, verzog sich die ganze Gesellschaft unter die Bäume und von dort in die umliegenden Scheunen und Häuser. Das alles konnte die gute Stimmung nicht stören. Bei Ziehharmonikaklängen wurde in den Scheunen weiter getanzt. „Regen, Wind, wir lachen drüber, wir sind jung, und das ist schönt" klang es flbermütig durch die Sintflut. Dia Tage des kulturellen Wettbewerbs sind vorüber. Noch lange werden sie in den Herzen der Jungen und Mädel als tiefes Erlebnis nachklingen und ihnen Kraft geben, sich auch in härteren Einsätzen, die vielleicht die kommende Zeit von ihnen fordern wird, zu bewähren. Gerade in diesen Tagen hat die Jugend des Unterlandes wieder einmal stärker empfunden, wie sehr sie seelisch und wesensmäßig mit ihrer deutschen Heimat verbunden ist. Sie wird ihre ganze Kraft dafür einsetzen, diese Heimat zu erhalten und auf ihre Welse um sie zu kämpfen. Kasperl auf der Festwiese hat das dankbarste Publikum Die Liste der Sieger Vgm Weltstreit der FaafarenzUge; Die Trommeln setzen ein Schwer war mitunter die Entscheidung für die Wettkampfrichteri denn nicht nur, daß die Leistxuigen im allgemeinen gut waren und die Verantwortlichen vor die nicht leichte Aufgabe eines sorgfältigen Abwägens stellten — auch die Zahl der Teilnehmenden war außerordentlich groß. Deshalb wollen wir uns hier auf die Bekanntgabe der ersten Preisträger beschränken, in der Hoffnung, daß die Erringer der zweiten und dritten Preise im Bewußtsein ihrer Leistung darüber nicht böse sein werden. Im Wettbewerb der Fanfarenzüge fand der Fanfarenzug Schönstein des Bannes Cilli, wie man erwartet hatte, die höchste Anerkennung. Unter den Musikzügen erhielt derjenige der Lehrerbildungsanstalt Marburg die beste Bewertung, während auf dem Gebiet der Splel-mannszüge die Gruppe Wöllan des Bannes Cilli an der Spitze stand. Im Wettstreit der Bannorchester errang die Lehrerbildungsanstalt Marburg den ersten Preis. Auch die Kammermusikgruppe dieser Anstalt fand die beste Anerkennung. Der erste Preis der gemischten Singscharen fiel an Marburg-Stadt, der der Mädelsingscharen für die Anstalten an die Schar 1 der Lehrerinnenbildungsanstalt, Marburg. Unter den Einheiten war die Pettauer Singschar die Beste. Pettau trug auch den ersten Preis für Jungmädelsingscharen davon. Den ersten Preis der Laienspielgruppen erhielt wiederum die Lehrerbildungsanstalt Marburg, den der Volkstanzgruppen die Abstaler Gemeinschaft,' während auf diesem Gebiet in der Bewertung der Heime die Lehrer- und die Lehrerinnenbildungsanstalt Marburg am I erfolgreichsten waren. In der Gruppe Volksmusik kam Pettau an erste Stelle, In der für das Puppenspiel die Mädelgruppe 12 Marburg-Stadt, Bei den Märchenspielern war die Gruppe Gonobitz des Bannes Marburg-Land am erfolgreichsten. Die Einzelwettbewerbe fanden nur auf dem Gebiet der Musik statt. Hier tru^n In der Gruppe Gesang bei den Anfängern Clothilde Rotbart, Bann Pettau, bei den Fortgeschrittenen Nada Pod- logar. Bann Trifail, die ersten Preise davon. Reich war der Wettbewerb der In-strumentalisten beschickt. Bei den Geigern erhielten hier Alfons Schmidt, Bann Marburg-Stadt, bei den Pianisten Josef Bratschko, Lehrerbildungsanstalt Marburg, bei den Cellisten Waldemar Suba-kin. Bann Marburg-Stadt, die ersten Preise. In den Wettbewerben der Blasinstrumente fielen die ersten Preise an die Klarinette Max Plevniks, Bann Trifail, und die Trompete des Alois Wertatsch-nik aus dem gleichen Bann. Zwei „Virtuosen" der Querflöte und der Oboe fanden lobende Anerkennung. Die volkstflmllchen Instrumente waren durch Harmonika — erster Preis Nada Wrtouschek, Bann Cilli —, Zither — erster Preis Johann Huna, Bann Trifail — und Blockflöte — erster Preis Elfriede Kralnz, Bann Pettau — rühmlich vertreten. Der Rosenkavalier Im Grazer Opernhaus Festaufführunq zum achtzigsten Geburtstag von Richard Strauß Man konnte nichts besseres tun, als zum »Achtzlgetenc Ton Richard Strauß in Graz den »Roeenikavalierc anzusetzen, der Ja längst zu einer Lieblingsoper der Graier geworden ist. Seiner Heimstätte eignet heute bereits eine qewiaee Legitimität) denn seilt dem Eistaufflüiningsjahr 1912 blieb das Werk dauernd auf dem Spielplan und erlebte zu Zeitcin glanzvollste Aufführungen — oft auch mit Gästen, vor allem voo der Wiener Staatsoper. Noch gedenken wir eines vollständigen Ensemblegafit&plele« unter der Leitung von Franz Schalk mit dem unvergeßlichen Richard Mayr als Och« von Lerchenau, Diesmal erscheint als stärkste Geetalt der Aufführung Erna Recka, die der Partie der Feldmarsohallin ihren Stimmglanz und die frauliche Würde der im Verzicht groß Werdenden zu geben vermag. Immer wieder bezaubert uns dae Wider-epiel von atrahlender Jugend und entsagendem Alter, diese« Bekenntnis zum Leben schlechthin, das auf so sinnenhaft innige \md tief gemütvolle Art in Erscheinung tritt, daß wir eine ganze Landschaft mit ihren Menschen daraus zu erfühlen und zu erepüren vermögen, wenn wir diese, bisher noch von keinem Werk übertroffene, Straußmusik erleben. Damit aber wurde der Rosenkavnller zur Signatur einer ganzen Epoche, die, vergehend oder nicht, ihre Einmaligkeit behält für all« Zeit. An der Spitze der übrigen Le^etungen dee Abends steht Romanue Hubertus, der Strauß in jugendllchetr Begeisterung dirigiert — mit trunkener Geete zuweilen, bezaubert vom Klangbild diese« Hexenmeisters. Neben Erna Recka behauptet sich voll impetuoser mAnnMch-herber Zeichnung, Maria von Bartech als Okta-vian. Mit geradezu auffallendem Schmelz der Stimme zeichnet Anny Ruechowsky «ine Sophie von süßer Innigkeit. Als Oche hat sich Manfi^d Petri gegenüber seinen großen Vorbildern gleichfalls «chon seinen Platz ersungen. Bei ihm ist der alte Schwerenöter ein wenig feiner profiliert — mehr Genüßlteg als Bauer. Auch WaHer KOntqs Faninal liegt auf, dieser Linie xrad rundet die Vorstellung auf da« Beete ab — gemeinsam mit all den vielen anderen, die zu nennen, uns die Raumknappheit verbietet. Noch erfreut uns das einstige originale Bühnembild mit seiner geradezu vorbildlichen Erfassung des Textbuche«, Und man braucht nur einen Blick von der Bühne weg in den Zuschauerraum zu tun, um dieee Einheit des Weltbildes zu empfinden aus dem beide, Werk und Rahmen, geschöpft sind. Gerade «eine Stilisierung, die Angleirhung an den Genius der Zeit, daß Blumenblüten als Leuchtkörper ihren Dienst tun, und das Hans in einen festlichen Glanz hüllen, die ihm noch eoviel Wachskerzenlüster nicht zu schenken vermöditen, bringt da« Grazer Opernhatis dem Rosenkavalier so nahe. Denn ähnlich ist es ja auch mit der Musik hier bestellt: Meister Strauß hat In der Roeenkavaller-Partitur Kerzenstärken entzündet, die das achtzehnte Jahrhundert abgelehnt haben würde... So ergänzen «ich die beiden Werte, das Werk und sein Rahmen in Graz, auf ideale Weise. Sich zum Ro-eeaikavalier zu bekennen, heißt gleichzeitig auch, eich zu der ihm allein gemäßen Inszenierung zu bekennen: Lebensfreude und Lstjenslustl Optimismus des Daseinsl Kunt Hildebrand Matzak Eine Jungmädelsingschar im Aulnalimeni 2 Hoiyan, Friedsu, 2 Pfeiler jun. Innenhof von Schloß Oberpettau