. Mutzen will VerPiÜDen. ---— 8 —----- Freptag den 20. Februar 1824. Lied c>m landerfreüenden Geburtsfest« Sr. kais. Hoheit Rudol-ph Ivhauns,^ lön» Printen-von Ungarn und Böhmen, Erzherzogs von-Ostcrrreich, der heil. Nör.i. Kirche Cardinal ErzbischofS - ,von Olmütz, des k. St. Stephan-Ordens Großkreuz feyerlich gesungen den 8° Jänner »824. a) snüncla cin^alur llorenti!iu5 aru coraniä: .^,(1 tin2 ZV'«!«/« ^uinnaru /7l«,?nuH ncio»^! VVchön ist der Lenz tag, wenn am Hügcl In zartem Schmucke Veilchen blühn; ij - Und von des Zephyrs weichem Flügel Sanft-angefachte Rosen glüh,,. Schön ist der Sommertag, wenn Ceres« Das Fc!d mit goldnen Saaten deckt,. Die eil'^er Stahl des Schnitterheeres In volle Garben niederstreckt». Schön ist der Herbsttag, wenn die Traube-An mildrer Sonne blau sich schminkt; Vekrän^,, auf falbem Rebenlaube Der freundliche Lyäus winkt. Des Lenze«, Sommers, Herbstes Tage Sind lange schon im frohen Lied; Schon klingt es gleich gemeiner Sage, Wenn man sich die zu singen müht.. Doch schöner, als selbst Mozarts Kehle Es auffingen nicht vermag, Ist unsrer tiefgcrührten Seele Der heut'ge, heut' ge Wintertag. Er gibt nicht Blumen, gibt nicht Früchte, Er gab uns einst unendlich mehr; Umstrahlt vom reinsten Himmelslichte, Gab, Theurer Nudolph! Dich »ms er: Dich, den bcy'm Gintritt in das Leben Ererbter Königsglanz umfloß; An ihre Vrust, sie Dir zu geben . Veeilt, die holdste Chans schloß: Dich, der Du, weise in der Jugend, Schon scheidend, was vergänglich ist, Früh hoher Lehrer hoher Tugend Mii Thaten mehr als Worien bist: Dich, dessen Aug mit frommer Milde Auf Volksbcscligung nur zielt; Vey dem, hin durch ein weit Gefilde, Bedrängten- Trost und Hülfe quillt: Dich, der Du alle Herzen raubest, Sey's Mann, sey's Greis, sey's Jüngling, Kind; Und dann nur selbst D i ch glücklich glaubest, Wenn es durch Dich auch Andre sind: D i ch, dessen Hirtenstab die Heerde Stets mit entzücktem Sinn erblickt; Den, selbst auf dieser deutschen Erde. Datz ferne 3t«m mit Purpur schmückt:. Dich, dem von Äther her mit Wonne Sich Habsburgs großer Rudolph neigt; Als würd'gem Enkel eine Krone Von hellerm Sternenglanze zeigt. Or zeigt sie Dir; aus höhern Sphären Hohlst Du die milden Strahlen ein, Die, sanftdurchgluhend, uns auch lehren DeS Menschenranges werth zu seyn. Auf Triften, die Dein Fuß bewandelt, Schwindt schon der Nohheit letzte Spur; Schon prangt, nicht schändlich mehr mißhandelt, Um Dich her edler die Natur. Ner ficht nicht, wis vor Dlr fich's leget, Der Leidenschaften niedrig Spill; Wie sich in jedem Busen reget Eil« überirdisches Gefühl! In diesem Hochgefühle messe, Erschwungen über Staub und Gram, Der Geist heut des Geschenkes Größe, Aas uns in D i r von oben kam: Versußer seines Erdenlcbenk Bist einem zanzen Volke Du; Und lenkst es, sichtbar nicht vergebens, Auch jenseits einem bessern zu. Ergießen Deines Herzens triebe W In Guld sich und Wohlthätigkeit, So hebet Deine Menschenliebe Zugleich sich über Raum und Zeit. Vorzüge, Hirt! die Deinen gleichen, Sieht selten nur die gla'nb'ge Veit: Wohl uns.' ,daß Dir in Franzens Reicht,» Vor andern dicsc Flur gefaUr. Laß also Preis und Dank Dir tönen D Prinz^ durchs treue Quadenland; Und Tausende, die heut Dich nennen, Geschütz' und schirme Deine Hand. Laß Heil, und Dank, und Preis Dir tönen O Hirt! durchs gute Quadenland; Und Tausende, die für Dich brennen, /»/ Beglück' und segne Deine Hand,: .»^«/^ a) Se. kais. Hoheit, Nudolph Johann, E'irdinal Erzbischof von Qlmütz, sind das Glück und die vorzüglichste Zierde der schönen Prcviuz Mähren; sind der erhabene Gegenstand einer allgemeinen, ungeheu-chelten Verehrung und Liebe Ihres Volkes. Daher wurde das Gedurtsfest dieses vortrefflichen Prinzen am 6. Jänner l.I. nicht bloß mit materieller Pracht, sondern auch (was ungleich mchr ist) mit einer sichtbaren Ergießung aller der warmen Herzensgefüyle gefcyert, welche sich im gegenwärtigen, neu dazu verfaßten Liede aussprechen. Hauptsächlich das Verlangen, den wohlverdienten Ruhm eines so würdigen Sprossen unsers durchlauch- tigsten Kaiserhauses, auch hicr im südlicheren Theile, der Monarchie, um so lauter schallen zu hör, sicherlich kann einem jeden Vel' eine nichts erfreulicher seyn, als wenn er sich auf dem Wege zur Erreichung seines Hauptzweckes mit dem Bewußtseyn erblickt, daß er ihn mit Erfolg zu» rücklege. Es wird daher dem Vereine ein um so größeres Vergnügen gewähret werden, je häusiger wä, chentliche oder tägliche Einzahlungen Statt finden werden, mögen dann die Rückzahlungen viertel- oder halb-, oder ganzjährig verlangt werden. — In dieser Voraussetzung, wie schwer ist es manchem Handwerk ker einen bedeutenden Betrag auf die Wchn/.lüszah« lung zu Georgi und zu Michaeli aufzubrma'n.' Es muß ihm viel leichter seyn, jedes Mahl, wenn ihm ein Conto bezahlt wird, zu dem gesagten Zwecke eini« ge Kreutzer der Sparcasse anzuvertrauen, und am Schlüsse des Halbjahrs hat er sich den Zins, und eine Sorge ersparet, welche auch vielleicht ihn schol, mehr« mahl, gewiß aber denjenigen um diese Zeic sehr be-lmruhiget, welcher in der Zahlungilage nicht ist, aber auch darauf zeitig genug nicht gedacht hac. Man k^nn es ganz sicher amiehme", daß sich m.mche gutdenkende Quartiervermielher sogar mit Freude herbeylasse,, wer. den / die Ep^rcasse-Büchlein selbst für bareä Geld an» zunehme-n,, und einen Miechmann, dessen So,ge für die pünctliche Wohnzinszahlung aus dem Büchlein gar so klar zu ersehen seyn wird, viel milder zu behandeln, als- diejenige Wohnpartey, von welcher man diese Zahlung erst durch lange Zuwartung oder viele Wege einbringen muß, — Der folgende Ausweis zei-get, wie viel täglich oder wöchentlich m die Spar-cafse einzulegen nöthig ist , um einen bestimmten Wohn--zinsbetrag zu erübrigen. Die- bis zur Behebung zu Verfallenden 4. procentigen, Zinse sind übrigens in dieser Berechnung nicht embegviffen; sie werde« dem Einleger besonders ausbezahlt werden, oder die Grundlage zu neuen Ersparungen auf das nähmliche Büchlein bilden. Den Wohnzins von jährlichen 24fi. geben tagl. ^ kr. und wöchentl. > ft 28 kr. 3a, ^ » 5 „ ^ » ° ^ 25 ^ äo.. » « 62^3« » « - >, ^2j3 „ 48 „ » » 6 „ « » . « « 5d „ Zo,. ^ ^ 6»»3 » ,> " ' « 58 lp „ l 60» >, „ io „ >, « ^ >. 10 " 7«^ , ,> II 2/3,. » « ^ 212/3 „ .ou^ ». - ., i62l3„ . » 1 >. 562^3 « i!0„ », ,. l8lj3>. » » 2„ 81^3,, 220^ », ^20 « » » 2 >' 20 ^ „ Häa, >. » 2l2j3» » » 2 „ 3i2>5 ,. ,40. ^ „ 23^3,, ^ >. 2 „ '^lp'„ ,6a. „ „ H6 2l3„ « « 2 ^ 6 2)3 « ^7"» « « 281)3,. ,. , 2 » i6i)3 « H«a» >. ,. 3o ^ ,. ^ 3 ,> 3o « '9°" >. » 3i2j3« ,. ^ 5 ,, 4i2l3 ,> 300,. » ,. 33l)3,. » » 3 .. 53i.!5 >, (Die Fortsetzung fo lgr.) Katzen - Liebhab erey. Ei gibt, und darf geben, in der Welt verschiedene Liebhabereyen <- fslglich auch «ine der Katzen; das «ecsttht sich von sechst. Aber schwieriger möchte es mit dem Zügtständlnß der Rechtfertigung mancher lüebha» berey seyn, u»d die der Katzen dürfte schwerlich ein« Ausnahme da^on machen. Indessen achtet Hr. F. L. Bühllen nicht darauf, und sagt in der Zeitung für die elegante Welt: „Der treue Hund.' Die falsche Katze! — das sind ein Paar der zehntausend Alltagsrede,,j-arten, die von Mund zu Mund gehen / ohne daß es Jemand einfiele, nach ihrem wahren, naturgemäßen Inhalte fragend zu sehen. Ich bin ein Freund der Katzen,, habe schon Hunderte geliebkost,, bin noch von keiner einzigen gebissen', und nur dann und wann, wenn ich den electrischen Kitzel bey ihnen bis zum Schmerz trieb, ein, wenig gekrallr worden. Aber Hündc fürchte ich, uid weiß,wohl warum? So eine bl.^schnell ber« ausfahrende Bestie erschreckt einen ja fast b^is zur Ohnmacht, und ein rechter Schrecken bebt durchs g.ni' z« Leben nach. Mit welchem ZaZen naher »wn, sich nicht dem Bauerhofe, weun so ein Ninhier davor lieger, dessen Grundsätze man nichr kennt? Jeden Augen» blick kann er einem einen Fetzen aus der Wade reißen. Man thut ganz freundlich gegen den Tyrannen, und möchte ihm eine Kugel durch den Kopf jagen. Düs ist Treue! sagt ihr, Treue gegen Herrn und HauS«. Ich möchte fast sagen: Er ist nicht zahm, sondern nur ein gezähmter Wüthrich, der seine Wärter und Ernährer schont. Welche Angst haben nicht schon Hunde den Kindern gemacht, und wie viel Freude die Katzen? Der Hund ijl der Geselle des Mannes, die Katze di« Zofe des Weibes, und die obigen parteyischen Redens» arten kommen sichtbarlich vom Manne. Er hat für sein Znfahren, seinen Jähzorn, sein Poltern ein symbolisches Thier, gefunden, und behängt es nun mit dem Mantel der Treue; das etwas unheimliche Aussehen der Katze benutzt er aber zum Gegensatz seines Schild« halterS, und sagt, an seine Oppositionspartey, die' Frau, denkend, alles mögliche Schlimme nach. Und doch ist »in junges Kätzchen voll von Naivetät, Anmuth/ Grazie,, Humor, und zum Fressen, der tölpelhafte junge Hund dagegen nur fressend. Die alte Katze gleicht dem spinnenden Hausmütterchen, die seelengut im Hause waltend, doch immer lauert, ob sich nirgends etwas Unziemliches rühre, und die es, wo es sich blicken läßt, ohne Umstände wegfängt." Gcdruckt he y Hg „ az Al 0 y s (5 dlln » yn K1 ej n m a y r..