Vereinigte Laibacher Zeitung Gedruckt mit Edlen von Kleinmayer'schen Schriften. Dienstag Ven /,. Iuly i8i5. Armee Bericht. Hauptquartier den 23. Iuny. ^«m i5. dieses hatte der Feind längs der Gränze Montmeillan bis Genf eine allgemeine Vorrückung unternommen. In Savoyen drängte er die picmon-tesischen Posten einerseits über die Fse-re zurück, passirte anderseits die Aroe, schloß Genf von dieser Seite ein, und schien die wichtigen Posten von Mcillerie und St. Mann« gewinnen zu wollen, um der, dnrch das Walliser Land herab kommenden Armee den Ausgana zn versperren. Auf diese Nachricht beschleunigte Herr Feldmarschall-Lieutenant Radivojevich dev-gcstal t den Marsch seiner unterstehenden Truppen über dcn Scmplon, daß die Avantgarde unter Commando des FcldmarschaU-Lieutenants Graf Crenville, obgleich in ausserordentlicher Anstrengung, und bey äusserst schlechter Witterung drey Tage Vorsprunq gcwaun, St. Maurice besetzte, und sogleich «ach Monthey vorpoussirte. Am 21. passirtc der Feind die Brücke der Drauze bey Effrcur zu eben der Zeit, als General Bogdan der die Vorposten des Feldmarschall- Lieutenants GrafCrenville kommen- dirte, gegen Vauvier im Vorrücken begrtf-V fen war. Es war General Desair; der, nach dem er ^onc) Mann bey Evian sieben gelassen hatte, nlit 2000 Mann in drey Co-lonnen, theils auf der Hauptstrasse, theils über dcw Gebirge gegen Meillerie und St. Gingolf herankam. General Vogdan, die Absicht des Feindes gcwabr werdend, bedachte sich feinen Augenblick, und rückte, obgleich er Anfangs dem feindlichen Geschütz nichts entgegen zu setzen.hatte, mit seiner schwachen Avantgarde von 2 Jäger-Compagnien, 2 Compagnien des Wall. IUyrischen Regiments, und einen Flügel Hussaren dem Feinde entgegen, besetzte in Eile den Pa,ß Meillerie, und stellte sich selbst zwischen Meillerie und Gingolf auf. Um 4 Uhr Nachmittags begannen die feindlichen Colonnen den Angriff, und dieser war besonders heftig auf Meillcrie durch ein viel wirkendes Canonenfeuer unterstützt. Die Bravour unserer Truppen, die einsichtsvolle Anführung der Officiere, wobey sich besonders nach dem Zeugniß des General Vogdan der Commandant des 7. Jäger Bataillons Major Saintinois auszeichnete, vereitelte alle Anstrengungen des Feindes. Er wurde gänzlich zurück geschlagen, bis Evian verfolgt, und Mcillcrie erhalten. Unser Verlust besteht aus ?3 Mann an » Tobten und Blessirtsn, HaufttmannSchluibt und Ober-Lieutenant Mandl von den Jägern wurden leicht verwundet. Der Feind hinterließ an Todten 2 Capi-tans, und eine nicht unbeträchtliche Zahl Soldaten. Nach Aussage der Bauern soll er viele Verwundete binwegqefnsirt haben. Den zweckmäßigen und angestrengten Bemühungen des Herrn Feldmarscball-Lieutenants Radivojevich , und der bereits erwähnten ibn untergeordneten Generale, verdankt die Armee die Erhaltung eines Passes, der ibr zu ibreu wcitsrn Operationen unumgänglich nöthig war. Auswärtige Blatter melden noch zu den aus Brüssel vom 19 Iuny cingetroffenen Nachrichten, daß nach Aussaqe der Kriegsgefangenen, General Vandamme todt geblieben, Napoleons Adjutanten Dumolin und Cambaecrcs aber gefangen genommen seyn seyn sollen; desgleichen daß H. M. Blücher den 19. um 9 Uyr früh in Cbarleroy eingezogen ist, und die Neste der französischen Armee sich über die Sambre zurückziehen. Italien Pesarodcn 2.Iuny. Die Erscheinung der Barbareskcn auf unfern Gewässern hat unsere Stadt in grosse Bestürzung .geletzt. Schlimmer ging es in Sinigaglia, wo sic5o Gefangene zu Sclaven machten. Zum Glück erschienen zwey Englische Fregatten, welche heute mit den Barbareskcn parlamcntirten, uud sie um die Ursache ihrer'Erscheinung in diesem Meere befragten. Um die Franzosen und Neapolitaner zu bekriegen, antworteten sie und setzten hinzu, daß sie nun, da alles vorüber sey , nach Hause kehren wollen. Indessen unterhandelt man wegen Auslieferung dcr Gefangenen und ihrer Habscligkciten. (G. 3.) Der König Karl IV. von Spamcn, die Königin,,, und der Infant Don Antonio, welcki? seit einiger Zeit in Venedig wohnten, haben am '2. Iunius die nahe gelegene Villa di Stra bezogen. Die Prinzessinn von Wallis hat am 2'. Ilmilis Venedig verlassen, und den Weg nach Hm'ara und Bologna eingeschlagen. (W. Z.) Neapel Joseph Furia, Hatlplmann einer zahlreichen gefährl-chen Bande, hat sich am 6 Juni selbst vor dem F M. L GrafNeip. perg, Gouverneur von Neapel, gestellt. Diese Selbststellung fo wie jene des P.n'lsi von Adel-ltüo,' und dte Verkaftnehmung der Bande, genannt^ Antimo, sichern dleNuhe der Provinzen, wovon die Vewokmer sreywillig die Waffen an die k. k, österreichischen Truppen.'übergebe» ha, ben. (G. Z.) L i v 0 r n 0, den >o. Iuily. Ein Schreiben emcs f an;. Offiziers aus Mon« treuil versichert, daß eine englische Errc^fioii mit einem zahlreichen Korps Noyalistcn in Ver, einigling m-t mehreren spanlfchen Schissen, aufd:nen sich l2ooo Mann spanische Truppen befanden, am 20. May am Ausfluß der Som, me gelandet habe. . Gleich darauf habe der dabey befindliche Adjutant Ludwigs XVIll., Gen. Louis, eine Proklamation an die Franzosen er» lassen, weiche zur Folge hatte, daß das 2. und 89 Negime-tt, die sich zu Abbcville besolden zu den qelandetenTruppen übergieugen und Mont, reuil besetzt wurde. Als diese Landung zu Etap. le bekannt wurde, vertauschte man daselbst die Adler mit den Lilien, welchem Beyspiel auch die Städte ölbbeville, St. Requir, Fecam :c. folgten. 14 bis 15,000 Mann verließen bei die. ser Gelegenheit die Sache Vpnapartes. Zie Kommunikation zwischen Lill? und Boulogne ist unterbrochen, und die Picardie und Nor^an« d,e werden bald mit Gent in Kommunikation stehen. (V. v. T.) S ch w e l tz. Nach Berichten aus Basel vom 18. Iun5 hatte mau daselbst in der vorhergegangenen Nacht wenigstens 200 Kanonenschüsse gehöret. Der Kommandant von Hüningen ließ nach Basel sagen, die Stad« habe aufjedcnVall,, selbst wenn die verbündeten Truppen >1bee die Baseler Brücke gingen, nichts zu besorgen; man werde die Schweitzer immer schonend bebandeln. Unter dem 20. Iuny schrieb man aus Va-, sel: „Künftige Nacht erwartet man zablrci-. che Truppen - Uebcrgange oberhalb unserer Stadt, beionders bey Rheinftlden. In un-. srcr Nähe stehen kaum 8 bis 9000 Franzosen; aber bey Beford sind sie ziemlich stark." Nach Briefen aus Genf sollen die Franzosen am 17. Iuny Carouge besetzt Habens Die Thore von Genf waren gesperrt. (W.Z.) Aus Basel vom 13. Iuur^ schreibt dk Mg. Zeit.: ,,Viel< Einwohner der hiesigen Stadtvicrtbeile St. Johann und St. Peter bringen ihre Habseligkeitcn in Sicherheit und bedecken die Dächer ibrer Haußcr mit Dünger. Dasselbe geschieht auf Befehl zu Klein - Hüningen, um ganz Basel stehen die schönen Landhäuser diesen Sommer unbewohnt. Man versichert, daß die benachbarten Einwohner des Elsasses Befehl haben, auf den Fall des Einrückens eines deutschen Heeres ibreWohnungen zu verbrennen, und sich in die Walder zn flüchten. Schwerlich wird dieser Vesclü ohne änßerstcn Zwang befolgt werden. Ein eben aus Frankreich angekommener Reisender versichert, in den Ü^ogesen würden alle Passe unterminirt, um sie im Nothfall in die Luft sprengen zu können; man schaffe selbst Pnlvcr in die Keller der an dem Heerstraßen liegenden Ortschaften; kurz man schiene gesonnen alle, auch völkcrrechtswidri-ae Mittel gegen das Vorrücken der Alliirten sn Anwendung zu bringen. Der Klub zu Di-jon habe eine Belohnung von 200 Louisd'or, und auch anderwärts habe man große Prämien für die Erfinder wirksamer Zcrstörungs-mittel ansgcsttzt. — Dieser Reisende verließ Marseille vor is Tagen. Damals waren nur 1200 Mann Linientruppen in der Stadt, die der Kommandant aber, weil sie zn sehr gehaßt waren, nicht in die Bürgerhäuser m Kurzem mit der Prinzessinn von Anhalt-Hcrnburg - Schauenburg vermahlen. Der Kronprinz von Preußen und der Prinz Fricdnch von Preußen sind bereits am 10. und 11. d. durch wpzlg zur Armee gereißt. Nach Berichten aus Heidelberg bom i.z. Iun. fiel schon am 12. ein Patrouillcngcsccht bey dem königl. baierischen Vorposten an der Saar vor, worin die Franzosen loer angreifende Theil waren; sie hatten 2 Verwundete, bairischer Seits ward ein Chevaurleger in den Arm geschossen. /. Iuny. Ein schreckliches Schicksal hat Langensafz« am !o. d. betroffen. Wolkenörüche, die gege>» Nachts u,N9Nhr fielen, setzten die Stadt und Vorstädte zu emer^Höb? ron 6 Ellen unttr Wasser. Alle Wohnungen in de» Ei dgeschosse« wa^en überscl>wcmml; aus allen Snlllen wlo'dc das Vieh fongerrieben, und ertrank. Mehre« re Häuser stül'zten ei«/ und begruben ihre Bewohl>er. Die ganze Stadt ist in ihie Glund-seste erschüttert; Zoo Häuser sind ihrem Einstürze nahe; alle Gärten verwüstet, und übel.' looo Accker, Wiesen vcrschleimnt. An den nothwendigsten ^cbensbcdiirsnlssen herrscht Mau» gel, und die Noth ist gränzenlos. (3i. Z.) Folgendes ist der Ausschluß üb^r Verti>!ers Tod: Sckon seit drey Tagen hat man an Ber-th«er sine Veränderung bemerkt. Der General Sacken^ welcher am Zi. May bey seinem Schwje, gervater dem Herzog von Bayern, mit ihm speisle, sagte ihm, daß er erfreut sey, ihn unter den wenigen Personen zu sehen, welche nickt lo treulos gewesen seyen, ihren Kö«ig zu verlassen. Diese Worte brachten ihn so sehr ausser Fasung, daß er inchls zu antworten vermochte. 'Am i. brachte er den Morgen am Fenster zu, indem er mit kii-cm Fernrohr die ankommenden russi-scken Truppen betrachtete Er begab sich endlich auf den Zten Stock des Schlosses, in das Zimmer seiner ssmder, schickte den Bediente« hmlmler, und stürzte sich dann aus dem Fenster. Sein klemer Knabe faßte ihm beim Fuße, um ihn zu t^lten, und wäre beinahe nur hinabgestürzt. Der Sturz dou d^,. d>eses hatten wir einen starken Oußregen, und Donnerwetter, Wegen diesem Gewitter wurde aut e»nem K'^'ck th'N'me in einem Dorfe des Preßbu'qer Kom>-. sats, stark geläutet; der Blitz schkig ein, löd-tete den läutenden Schulmeister und schlug d^n onbern Läuter ebenfalls nieder, welcher jedoch nach einer starken Betäubung wieder zu sich kam. Gollten so oft wiederholte Bcysp.ele von derley Unglücksfällcn nicht vermögend seyn, das starke käuten bey einem Gewitter, m ein bloßes Zeichen zum Gebet ;u verwandten ? —- (Pr.Z.) Frankreich. Nmdas Ausrcißcn der franz. Konscribir-ten zu erschweren, bat Napoleon (sagt man) bcfoblen, allen solchen Individuen einen Theil des Haares als Kennzeichen vom Kopfe zu schneiden, damit fie )edcr Einwohner erkennen und einsangen kann. (Auf gleiche Weise wur-H«n d^e SNaven im alten Rom ausgezeichnet.) Z:, Tonlose läßt Bonaparte Kompagnien aus spanischen Offizieren und andern Emigranten, denen die Rückkehr in ihr Vaterland untersagt ist, errichten. (V. v. T.) Im AUgenicinen zeigen die Linien-Sol-dftöm viel Misimutb, weil sie statt der ver-^sscnen i5 Sols nur 3 erbalten, und weil sie an dem Versprechen Bonapartc's, den Krieg miffremdem Boden zu führen, sebr zn Pvciftln Ursache hahen. ,(A. Z.) In^der Sltzung am 3. Iuny schlug Herr Felir ^epclletisr ein Dekret vor, um Bonaparte den Namen eines 'Retters des Vattr-landcs heyz^l?gen; allein Jedermann murrte darüber, und Hr. Dupin und Andre meinten , das Volk habe sie nicht hergeschickt, um Napoleon zu sclimeickeln, und es scye Zeit mit di'si'n Titel zu warten, bis er das Vaterland wirklich werde aerettct haben. Nachritten ans dem Over- Elsaß zufolge laßt in MüblhalN'cn (wo sich bekanntlich die Mam'ellen verschworen hatten, keinen jungen Mann zu heirathen, de^r nicht den Fcldzug gegen die Miirten mitgemacht hätte) die fanatische Wuth für Bonaparte etwas nach. Er bat von den dortigen Wirthen und Weinschenken einen patriotischen Vorschuß von 75000 Franken gefcrdert, welche ihnen an ihrer Schuldigkeit von den I)».(,it8 i'^>.iin6 abgezogen werden wllte. Auf dieses Ausinuen zogen die Winbc i^rc Schilder ein, und schlössen ilire Häuser. (G. Z.) Die erste Motion, welche Hr. Siduct in der Kammer der Nepre^entanten machte, ist dadurch merkwürdig, indem er den Antrag gemacht, daß in den Protokollen keinem ein anderer Titel als der eines Neprcsentanteu gegeben werde ^ daß nur ein Stand bestehe, ünd die Namen, Prinzen, Herzoge, Grafen Ritter zc., wegbleibe, überhaupt daß man leinen andern Adel als jenen der Gefühle anerkenne, und weil die Altadelichen ihre» Titeln entsagen sollen, auch dje Neu - Adeli« cben selbe abschwören müssen. Dieser Vorschlag machte eine lebhafte Sensation, und ganz Frankreich hat demselwn seinen Veifalk gegeben. (G, Z.) N u ß l a n d. Nack Berichten aus Petersburg vom 24. May, sind von dort und aus andern Häfen der Ost - See große Ladungen von Mundvo,-läthen und Fütterung nach Velqlen und Ho.'-land zur Versorgung der Russischen Heere abgegangen Die Versendungen werd?n »och ununterbrochen sortgesetzt. (W. Z.) Wechsel. Cours in Wien. am23. Iuny '8'Z, Augsl.für ,«o fl. cull-. fi.H ^ ^2^ ConventioMu'lnze