Redaction u«d Expedition: Babnhofgaffe Nr. 15. Tliiiblntt. Nr. 262. Donnerstag, 14.November 1878.—Morgen: Leopold. 11. Jahrg. Htit der Post: Gavzjäbr. fl. 13. ' reigen bis 5 Zeilen rv kr. Snsertionspreise: Ein- Vom Tage. Die Antwort des Kaisers auf die Ansprachen der beiden Delegationspräsidenten überragte den bisher von der Krone eingehaltenen Rahmen, sie überschritt diesmal die Grenzen der gewöhnlichen Conrtoisie, sie rollte diesmal ein Bild über die politische und finanzielle Lage auf, sie trug diesmal das Gepräge einer Thronrede, die sich über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in ausführlicher Weise aussprach. Der Monarch consiatierte, daß die Occnpation im Interesse der Erhaltung des europäische« Friedens und im Interesse der Sicherstellung des Kaiser-staates eine dringende Nothwendigkeit war, daß der votierte Kredit Früchte tragen werde. Der Monarch sprach den Völkern Oesterreich-Ungarns seinen kaiserlichen Dank für den hochgradigen Patriotismus aus, mit welchem die großen Opfer an Gnt und Blut gebracht wurden. Der Kaiser betonte, daß er an den Stipulationen des Berliner Vertrages festhalten und der Wiederkehr von die Ruhe Europa's störenden Ereigniffen die Spitze bieten wolle. Aus der Antwort des Kaisers ersehen wir, daß Oesterreich-Ungarns auswärtige Politik mit jener Englands harmoniert. Der Kaiser appelliert neuerlich an die Volksvertretung mit der Aufforderung, jene finanziellen Mittel zu votieren, welche Oesterreich-Ungarn in die Lage setzen, hinter der Größe des geschichtlichen Momentes nicht zurückzubleiben. Der Eindruck der kaiserlichen Antwort war, wie die in- und ausländische Presse berichtet, ein mächtiger, ein günstiger, ein erhebender, geeignet, die düsteren Tage zu erheitern und die trübe Stimmung in eine freundliche umzugestalten. Ganz Oesterreich blickt mit ungeteilter Spannung und Aufmerksamkeit auf die Vorgänge in Budapest, dort liegt, wie Bismarck bereits vor Jahren profezeite, der Schwerpunkt der Monarchie. Graf Andraffy versteht cs, die Delegationen und seine Landsleute als Waffe gegen die in beiden Parlamenten aufgetretene Opposition zn benützen; er versteht es, durch Conces-sionen in der Occupationsfrage die Magyaren für feine Politik empfänglich zu machen; er will den oceupierten Ländern den muhamedanifchen Charakter belassen, er vermeint, auch ohne Philippo-vich und ohne kroatisches Beamtenthum in Bosnien und in der Herzegowina fertig zu werden; er verstand es, zu veranlassen, daß muhamedanische Deputationen Oesterreich-Ungarn nm die Annexion Bosniens und der Herzegowina bitten. Auf Grund der Präponderanz, welche Ungarn durch den Dualismus errungen hat, will Bosnien und die Herzegowina zu emem ungarischen Kronland umgestaltet werden. Graf Andraffy verstand es, dafür zu sorgen, daß die kroatischen Bäume nicht in den Himmel wachsen. Andraffy gibt sich der sicheren Hoffnung hin, daß ihm die Delegationen alles das bewilligen werden, was ihm die Parlamente verweigerten. Die in den Parlamentshäusern auf der Tagesordnung gestandene Antipathie dürfte sich in den Delegations-bureaux in ungetheilte, einstimmige Sympathie umwandeln, obgleich nicht zu zweifeln ist, daß der Träger der auswärtigen Politik Oesterreich-Un-garns einige bittere Pillen wird einnehmen müssen. Es verlautet: Graf Andraffy wird vor den Delegationen ein umfassendes politisches Glaubensbekenntnis ablegen. Nur kein — Blaubuch! Die Volksvertreter Oesterreich-Ungarns verzichten darauf, daß man sie blau anlaufen läßt. Es ist endlich hohe Zeit, den Völkern in Bezug auf die Orientpolitik Oesterreich-Ungarns reinen Wein aufzutischen! Der St. Nikolaustag naht, die „Krampusse" sind fertig, mit welchen man die bösen Kinder zu schrecken beliebt. Auch für die bösen großen Kinder, welche der Regierung nicht blindlings folgen, ist der 6. Dezember nicht mehr ferne, die offiziösen Journale treten nämlich als „Krampusse" mit feuriger Zunge und die Zuchtruthe schwingend auf, mit der Drohung, falls die Reichs-Parlamente und Delegationen den Forderungen der Regierung nicht nachkommen wollten, der Föderalismus und Absolutismus die Erbschaft der Verfassung antreten würden. Zum Glück zählt die Volksvertretung in beiden Reichshälften Männer, deren Ohr für derartige läppische Drohungen nicht empfänglich ist. Der Dualismus, die dualistische Staatssorm, welche im Jahre 1867 vom gekrönten Könige in Ungarn feierlich beschworen wurde, bürgt uns dafür, daß Föderalismus und Absolutismus in Oesterreich-Ungarn nicht so bald zur Herrschaft gelangen werden. Weitere Bürgschaft, daß Föderalismus und Absolutismus ihren Einzug in Oesterreich nicht so bald halten werden, leistet uns die Thatsache, daß die Gegner der Verfassung insgesammt einig sind in der Opposition gegen die Regierung, daß jedoch die einzelnen Fraktionen der Verfassungsgegner in Böhmen, Mähren, Steiermark, Kärnten, Krain, Istrien, Tirol und Vorarlberg tatsächlich nicht so einig sind, um ein gleichlautendes Programm aufzustellen. Jeuilleton. Eine Erzählung ohne Titel. Von Jean Baptiste. (Fortsetzung.) „Und?" versetzte Wallner, beide Ohren in heftiger Angst zuhaltend. „Flecken vor den Augen prosezeiten mir den schwarzen Staar —" „Schwarzen Staar?" schrie Wallner entsetzt — den bekomme ich auch, ich sehe diese Flecken oft vor den Augen — weh mir! wo sind Sie denn — mir schwimmen lauter graue Wolken im Wagen herum!" „Nichts als dickes Blut. Mir wurden sie bald wieder vertrieben." „Vertrieben?" lallte Wallner, sich von seiner Todesangst erholend, „Sie müssen einen vortrefflichen Arzt gehabt haben. Was gab er Ihnen denn ein?" „Nichts!" „Schon wieder nichts? — nichts gegen den Herzpolypen, gegen den Nervenschlag, Blutschlag und schwarzen Staar?" »Gar nichts. Er schickte mich spazieren, und ich genas." „Eurios!" „Oft verließ mich mein Gedächtnis —" „Das geschieht mir auch." „So, daß ich mich nicht auf meinen Namen besinnen konnte. Zu einer ändern Zeit fielen mir während der ernsthaftesten Geschäfte, selbst im Gebete, die lächerlichste« Dinge ein, und ich brach in ein konvulsivisches Gelächter aus." „Das ist mir noch nie begegnet, es muß aber sehr unheimlich sein." „Manchmal überfiel mich plötzlich eine Angst, daß ich aufspringen mußte und nirgends Ruhe fand." „Das ist mein tägliches Leiden, und oft, wenn ich mich ganz wohl befinde, fühle ich einen Trieb zu den widersinnigsten Handlungen, den ich kaum bezwingen kann." „Davon lassen Sie mich reden. Ich brachte in meinen Studienjahren einmal die Ferien auf dem Gute eines meiner Schulcollegen zu — da befiel mich um Mitternacht der Drang, den Vater meines Freundes umzubringen —" „Sie thaten es aber nicht?" fiel Wallner entsetzt ein. „Ich mußte noch vor Tage heimlich aus dem Schlosse entweichen, sonst hätte ich vielleicht im achtzehnten Jahre mein Leben auf dem Blutgerüste geendet, oder die Reue über meine Missethat hätte mich dem Wahnsinne zum Raube hingegeben." „Wahnsinn!" entsetzte sich Wallner, „ach, vor dem fürchte ich mich auch oft." „Eine Fußreise von mehreren Tagen heilte mich von diesem und manchem ändern Anfalle meines Uebels, mit deren Aufzählung ich Ihre Geduld nicht länger prüfen will." „Sie sind aber letzt wieder krank, Ihr Arzt hat Sie also mit all' seinen Spaziergängen und Fußreisen doch nicht radikal kuriert." „Sie kennen den Grund meines Uebels, das wol unheilbar ist, wenn ich nicht durch die Bekanntschaft mit Ihnen genese, denn ich versichere Sie, unsere freundschaftlichen Mitteilungen, die Herzenserleichterung, die ich in Ihrer Nähe fühle, äußerten die glücklichsten Wirkungen auf mich." „Auf mich auch", jubelte Wallner. „Sie müssen bemerkt haben, daß meine Schwer-muth sehr abgenommen hat." „Ja, ja, aber meine auch." „Und ich hoffe, wenn Sie mich in Karlsbad nicht aus Ihrer Gesellschaft verbannen, doch vielleicht zu genesen." „Wir sind inseparabel!" rief Wallner, den Doktor umarmend, und ein Händedruck Leopol-dinens im Rücken des Onkels versicherte den Doktor, daß sie ihn wohl verstanden habe. (Fortsetzung folgt.) Österreichische Delegation. Der Budgetausschuß der österreichischen Delegation erledigte am 12. d. das Ordinariuin für das stehende Heer, sowie den Voranschlag für die Marine. Eine besonders lebhafte Debatte fand wegen der Forderung von 300,000 fl. als erste Rate für ein neues Casemattschiff im Gesammt-Kostenbetrage von 5 bis 0 Millionen Gulden statt. Die Forderung wnrde schon iin vorigen Jahre gestellt, jedoch damals abgelehnt. Der Ausschuß beschloß abermals, die Rate nicht einzu-steüen. Hiemit, sowie infolge kleinerer Abstriche wurden beim Marinebudget im ganzen 366,958 Gulden gestrichen, so daß blos ein Erfordernis von 7.487,012 fl. bewilligt erscheint. Beust's Abschiedsrede. Gelegenheitlich des am 10. d. in London gestierten Lordmayvrs-Festes hielt der bisherige österreichische Botschafter Graf Beust eine längere Abschiedsrede, deren Schlnßstelle lautet, wie folgt: „Ich verlasse England mit dem Gefühle der tiefsten Dankbarkeit für die Liebenswürdigkeit, die ich überall uud immer erfahren habe. Ich verlasse es mit dem Gefühl der höchsten Bewunderung und der wärmsten Sympathie; ich verlasse es mit dem Bewnßtsein, nichts vernachlässigt zu haben, was dazu hätte beitragen können, die guten Beziehungen zu festigen, welche zwischen diesem großen Lande uud dem Reiche, das zu vertreten ich die Ehre habe, glücklicherweise bestehen. Eines tröstet mich in meinem Abschiedsschmerze, nämlich daß mein Aufenthalt in England mir dort, wo ich erwartet werde, ein gutes Willkommen sichert. Man wird wissen, daß ich eine gute Schule verließ, denn niemand kann eine Stellung wie diejenige , welche ich sieben Jahre lang besaß, innegehabt haben, ohne dadurch die zwei großen Bürgschaften der internationalen Ruhe zu verstehen: den hingebenden Sinn für die Freiheit und strenge Achtung vor dem Gesetz. Möge der Segen der Vorsehung walten über Altenglands Größe, Wohlfahrt und über seiner gnädigsten Herrscherin!" Zur Mission Schuwaloffs. Graf Schuwaloff conferierte in Budapest mit dem Grafen Andrassy. In unterrichteten Kreisen bezweifelt man, daß Graf Schuwaloff eine besondere Mission für Wien und London habe, um die Kabinette daselbst zu einer neuerlichen Konferenz zu bestimmen, welche die Abänderung des Berliner Vertrages zum Zwecke haben soll. Selbst wenn Graf Schuwaloff ursprünglich mit einer derartigen Absicht seine Reise von Livadia angetreten hätte, so hätte er dieselbe angesichts der in London und Wien gleichzeitig uud im demselben Sinne erfolgten Ennnciationen aufgeben müssen. In den Kreisen, welche dem Grafen Andrassy nahestehen, wird behauptet, daß jede Mission, welche die Abänderung des Berliner Vertrages bezweckt, von vornherein scheitern müsse. Die Ansprache des Kaisers an die Delegationen und die Rede Lord Beaconsfields beim Lord-Mayors-Bankett Hütten mit nicht mißznverstehen-der Deutlichkeit erkennen lassen, daß das österreichische Kabinett auf der stritten Einhaltung Aes Berliner Vertrages bestehe. Es liegen bereits Anzeichen vor, daß man in Petersburg diesen Wink gewürdigt habe. Wenigstens wird von offiziöser Seite behauptet, daß die Abäuderungswün-sche Rußlands heute lange nicht mehr so bestimmt lauten, wie noch vor wenigen Tagen. Aus alledem wird geschlossen, Graf Schuwaloff werde in Pest kein Gehör finden und auf die emgegan-genen Verpflichtungen Rußlands verwiesen wirden. Mit größerer Bestimmtheit verlautet, Graf Schw tvaloff werde auch diesmal noch nicht seine Ab bernfung in London überreichen, sondern dort als accreditierter Botschafter erscheinen. Man bestreitet eben alle Bieldungen von seiner Berufung ins auswärtige Amt von Petersburg. „Stiller Kulturkampf." Unter diesem Stichworte empfängt das feudalklerikale „Vaterland" folgende Mitlheilung: „An mehrere Ordinariate ist im Wege der betreffenden Landesregierungen eine Mittheilnug ergangen, daß „auf Grund allerhöchster Entschließung vom löten September d. I. die successive Einziehung der den Mendicanten - und Nonnenklöstern aus dem Religionssonde gewährten Subventionen, so weit letztere nicht auf einem stistnngsmäßigen Rechtstitel beruhen, in der Weise in Aussicht genommen ist, daß diese Subventionen bei Wegfall einzelner Mitglieder der subventionierten Eonvente entsprechend zu reducieren nnd bei dein Wegfalle aller derzeit vorhandenen ganz einzustellen sind." (Erlaß des Cultusministers vom 26. September d. I., Z. l5,108.) Es wird also auf Ersparungen des Religionsfondes hingezielt, die doch bei der bekannten Ziffer der Kopfdotation per 210 fl. der Mendicanten, wobei Stiftungen, Lokaleinkünfte rc. in Abrechnung kommen, und bei dem schwachen Personalstand der Klöster im Laufe der Jahre felbst höchst unbedeutend sein können. Nur mit den Ursnlinerinnen hat Herr Stremahr die gnädige Absicht, „bis zu einer vollständigem (?) Organisierung des staatlichen Unterrichtes für die weibliche Jugend, insbesondere bis zur Einführung eines höhern (!) als des Volks- und Bürger-schnlunterrichtes für solche, die Convente derselben (der ,Ursulinerinnen), welche sich insbesondere Verdienste um diesen Unterricht erwerben (wie gnädig!) und öffentliche Anstalten für denselben entbehrlich machen, von der Maßregel (sie!) freizulassen." Ueber alles das sollen nun die Ordinariate ihre „Wohlmeinung" abgeben, zumal gleich angekündigt wird, daß „bis zur endgiltigen Verfügung in der Sache keine neuen Kopfdotationen anzuweisen, sondern die derzeit bestehenoen mit dem Wegfalle der gegenwärtigen Mitglieder der Convente einzustellen sind." Tagesneuigkeiten. — Zur AffaireAnersperg und „T a -gespost." Herr I. Syz, Präsident des Verwal-tnngsrathes der Actiengesellschaft „Leykam-Jofefs-thal" sagt in der Grazer „Tagespost": „Was die „Tagespost" über die Aussagen des Fürsten Auersperg mitgetheilt, entspricht vollständig dein wirklichen Sachverhalte, und wer das Gegentheil behauptet, spottet der Wahrheit. Auch in Bezng auf die Stim-mengewinnung im Abgeordnetenhaus beim Ausgleiche gab ich dem Herrn Präsidenten des Abgeordnetenhauses Ansklärungen, welche ihn nicht zu der Schlußfolgerung von der Unmöglichkeit einer Be-stechung berechtigt hatten. So viel zur Steuer der Wahrheit, zur Beleuchtung verschiedener übereifriger Dementierungen von — Thatfachen. Im übrigen will ich die vom Abgeordnetenhause ohnehin erledigte Angelegenheit auf sich beruhen lassen, es sei denn, daß man mich provocieren sollte, andere mit dieser Affairezusammenhängende Dingeöffentlichznr Sprache zu bringen." — Untersagter Fackelzug. Zu Ehren des muthigen Volksvertreters Hausner wollten dessen Freunde und Verehrer einen Fackelzng arrangieren, jedoch aus politischen und polizeilichen Beweggründen wurde die Inszenierung desselben verboten. — Interessante Memoiren. Aus einem Briefe des Grafen Benst entnimmt das „Berliner Mont.-Bl." die Thatfache, daß der vielgenannte Diplomat und Staatsmann fortlaufend die Denk-Würdigkeiten seines wechselvollen Lebens ausgezeichnet hat und es für seine „Pflicht" erachtet, der Nachwelt dieses „Vermächtnis" nicht vorzuenthalten. Seine Memoiren seien reich an „interessantem" Stoff, welcher dem künftigen Geschichtsforscher wichtige Aufschlüsse geben würde. — Polizeiliche Kundmachungen. Die Polizeidirection in Serajewo veröffentlicht folgende Knndmachnng: „Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß jeder, welcher im Bereiche der Stadt Serajewo ein Gasthaus, Kaffeehaus. Weinschank, Garküche, Handlung mit irgend welcher Art von Waren zu eröffnen oder irgend ein Gewerbe zu betreiben beabsichtigt, eine Gewerbebewilligung bei der k. k. Polizeidirection als Gewerbebehörde I. Instanz (Z 7 des provisorischen Gesetzes) einznholen hat. Gewerbetreibende, welche nach dem Einmärsche der k. k. Truppen Gasthäuser, Handlungen rc. eröffneten, haben nachträglich die Bewilligung binnen acht Tagen nachznsnchen. Übertretungen werden mit einer Geldstrafe von l bis 50 fl. oder Arrest von 1 bis 8 Tagen bestraft!" — Anßerdem veröffentlicht die Polizeidirection eine nene Gast- nno Kaffeehaus-Ordnung. wonach die Gastwirthe und Cafetiers für gute, gcsnndheitsunschädliche Speisen nnd Getränke zu angemessenen Preisen zn sorgen haben; gedruckte Speisetarife, behördlich genehmigt, müssen in den Lokalen asfichiert und aufgelegt werden; für genügendes Dienstpersonal, welches artig und höflich zu sein hat, muß gesorgt werden. — Sperrstunde ist 10 Uhr abends. — Gegen die Internationalisten. Die politische Obrigkeit in Mailand hat Maßregeln ergriffen, um zu verhindern, daß die aus Deutschland answandernden Internationalisten diese Stadt zum Centrnm ihrer Propaganda machen, wie dies von ihnen beabsichtigt zn sein scheint. Vorläufig wurden zwei deutsche, eiu sranzösischer und zwei österreichische Socialisten ausgewieseu. — TaselliedeinerGeschwornenbank. Bei einer in Berlin stattgefundenen gemeinschaftlichen Mahlzeit der Gcschwornen kam folgendes Lied zum Vortrag: „Heilig ist die Bürgerpflicht. Rechte hat der Bürger nicht! Aber viele große Qualen — Nummer Eins: das Steuerzahlen. Nummer Zwei: die ew'gen Wahlen, Nummer Drci: die städtische Pflicht, Nummer Vier: das Schwurgericht! Dieser letzte schwere Fall, Schrecken bringt er überall. — AraloS sitzt mau heim bei Müttern, Denkt nichts Böses und will süttern, Plötzlich regt die Klingel sich. Und ein Schreiben sürchterlich Wird von dorten rcingebracht. Gutes bringt es sicher nicht: Denn es kommt vom Stadtgericht. Punkt halb zehn an jedem Morgen Muß er das Geschäst besorgen, Denn man ladet ihn nnn ein, Ein Geschworener zu sein. Wenig Hoffnung, sich zu drücken, Oder gar ganz auszurucken; Demi durch des Gesetzes Kraft Wird er fürchterlich bestrast: Gleich dreihundert Rciches-Mark, Meine Herren — das ,st starr. Lokal- und Proviimal-Angelegenheiten. (Der Herr Landespräsiden t)ist mit dem heutigen Triester Schnellzuge nach Wien abgerefft ^ ^ x ^ xennnng.) Der Herr Minister für Landesvertheidigung hat den Franenverelnen zu Adelsberg, Wippach, Feistriz. Oberlaibach, Stein, Zirkniz. Tschernembl und Möttling, welche eS stch zur Aufgabe gemacht haben, den Laibacher Frauenverein in der Hilfeleistung für verwundete und kranke Krieger zu unterstützen, sowie der Frau ^o- lestine Ekel, k. k. Bezirkshauptmanns-Gattm m ^tu- dolfswerth, für ihre im Sinne wahren Patriotismus und echter Hnmanität ^faltete Thatigkeit seinen wärmsten Dank und seme vollste A^ nung im Wege des k. k. Landesprasidiums bekanntgeben lassen. — (Patriotische Spenden.) Für die unterstützungsbedürftigen Reservistenfamilien in Krain sind bis vorgestern 9739 fl. 21 kr. eingegangen. — (Ernennung.) Herr GM. Franz R. v. Latte rer wurde zum Kommandanten der 2ten Gebirgsbrigade bei der 7. Jnfanterie-Trnppendivi-sion in Livno, zu welcher auch das Jnf.-Reg. Freiherr v. Knhn gehört, ernannt. — (Jubiläum.) Der hiesige pensionierte Stadt- und k. k. Gerichtswundarzt Herr Grego -ritsch feiert am 12. k. M. sein üOjährigcs Jubiläum als Arzt. — (Erstes Konzert der philharmonischen Gesellschaft.) Die artistische Leitung ersetzt Heuer den Abgang eines geeigneten und wohlbesetzten Orchesters durch Vorführung Namen habender Gäste. Beim gestrigen Konzerte lernten die Musikfreunde Laibachs zwei juuge Damen kennen, die sich auf dem von der Damenwelt bisher gepflegten Gebiete der ausübenden Tonkunst emanci-pierten und zur Violine und zum Cello griffen. Fräulein Eugenie Epstein (Violine) und Fräulein Rndolsine Epstein (Cello) behandeln ihre Instrumente mit Sicherheit, beide Damen, unterstützt von unserem tüchtigen Klavienneister Herrn Zöhrer (Piano), spielten Beethovens O-äur-Trio (Op. 1, Nr. 2) recht nett, es war wieder einmal wohlthuend, klassische Musik, uud noch dazu ein allen Zuhörerkreisen zugängliches, leichtsaßliches Tonwerk zu vernehmen. Fräulein Rudolfine Epstein spielte das Konzert von Goltermann (^-moll) und zwei Salonpiecen, ein Nocturno von Chopin-Servais und eine Mazurka von Popper. Die Ausführung der Gesangstellen muß als eine befriedigende bezeichnet werden, den Passagen jedoch fehlte die männliche Kraft, sie verliefen in matter Färbung und effectlos. In den Salonpiecen trat gefühlvoller Vortrag in den Vordergrund. Fräulein Eugenie spielte den ersten Theil des ersten Satzes aus dem L-äur-Konzerte von Vienxtemps und eine Salonpiece. Das genannte Fräulein entlockt ihrer Geige starken Ton, brilliert eben auch in Gesangstellen, sührt kräftigeren Bogenstrich, als ihre Schwester, ist Meisterin im Flageolet, hatte jedoch mit der üblen Laune der L-Saite zu kämpfen. Beide Damen werden erforderliche Muße finden, um auch der Passagen Herr zu werden. Der gut besuchte Hörsaal spendete beiden Fräuleins Beifall und zeichnete beide mit Hervorrufen ans. Kreutzers Vokalquartett, vorgetragen von den Herren Ra-zinger, Schäsfer, Valenta und Kagnus, fand minder beifällige Aufnahme; dagegen zählte das von den genannten Herren, verstärkt durch Herrn Böhm, reizend schön vorgetragene Vokalquintett „Das Vöglein im Walde", von Dürrner, zu den Glanzpunkten des ersten Konzertabends. Herr Johann Kosler entfaltete in F. Mendelssohns „Herbst-lied", namentlich in der dritten Strophe, seinen schonen Stimmsond und bewährte sich als schätzens-werther Liedersänger, wofür demselben der wohlverdiente Applaus gespendet wurde. Die Damenwelt war gestern im Konzertsaale sehr zahlreich vertreten und folgte sämmtlichen Vorträgen in gespannter Aufmerksamkeit. — (Landschaftliche» Theater.) Der vorgestrigen Wiederholung der Operette „Schön-röschen" wohnte nur ein spärliches Publikum bei. Bessere Anziehungskraft bewährte gestern die ein-actige Operette „Cannebas"; ungeachtet des zur gleichen Zeit stattgefundenen philharmonischen Konzertes waren die Theaterräume mittelgut besetzt, und ergötzten sich die Anwesenden an den lieblichen, anmnthigen Melodien. In dem Schwanke „Eulenspiegel" ließ Herr Friedmann in der Titelrolle die ihm eigene drastische Komik glänzen und setzte die Lachmnskeln des Publikums in große Bewegung. — Der berühmte, bekannte, überall beifällig aufgenommene Tausendkünstler R. v. Bosco wird sich am Samstag und Sonntag abends im hiesigen Theater Producieren. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Am 12. d. ist in Klagenfnrt das Regiment Ma-roicic eingetroffen und wurde vom Bürgermeister festlich empfangen. Derselbe schmückte die Fahne des Regiments mit einem Lorbeerkranz. Ebenso bekränzte der Gesangsverein „Eintracht" die Fahne. Die Feuerwehr, das Offizierscorps, beide Gesangsvereine, der Gemeinderath und Tausende Menschen von Nah und Fern begleiteten die nnter Mnsik Ein-marschierenden. Die Stadt war glänzend geschmückt. Mittags speiste die Mannschaft bei den Familien in der Stadt und in den Gasthäusern an Freitischen. — Trotz der vorgerückten Jahreszeit sind die Weinlesen in den Kolosergebirgen bei Pet tau noch nicht beendet. Mehrere Besitzer von größeren Weingartencomplexen haben noch sehr viel zu lesen, da viele, auf den Eintritt einer constant schonen Witterung hoffend, die Trauben hängen ließen. Der Schncefall und der Frost haben bedeutenden Schaden angerichtet, denn einerseits fallen die Trauben stark herunter nnd liegen unter dem Schnee begraben, andererseits leiden sie sehr durch daS Gefrieren. Der Most hat bis jetzt sozusagen gar keinen Preis; man verspricht 30 bis 40 st. für den Startin. Es ist daher selbstverständlich, daß jedermann, welcher nicht unbedingt Geld haben muß, den Verkauf fistert. Im allgemeinen herrscht gewaltige Geldnoth. Die Bauern können ihre Produkte selbst zu Spottpreisen nicht au Mann bringen, und da gibt es ein großes Jammern und Wehklagen. — Die an-geordnete Einquartierung der heimkehrenden Re-scrvetrnppen in den Häusern der Stadt Graz gab in der Gemcinderathssitzung Anlaß zu einer er-regten Szene. Von mehreren Seiten wurden energische Proteste eingebracht, nachdem die Gefahr einer Jnfieiernng der Stadt vorhanden fei. Nach langen Erörterungen ging aus den Erklärungen des Bürgermeisters hervor, daß in dieser Angelegenheit überhaupt nichts mehr geschehen könne, worauf der Gemeinderath über diese Frage zur Tagesordnung übergehen mußte. — (Vcn der Süd bahn.) Die General-direction der Südbahn erließ nachstehende Kundmachung : „Zum Zwecke unmittelbaren Verkehrs mit der Save-Schiffahrt wurde eine Schleppkahn von Sissek nach Galdovo von uns erbaut und dem Verkehre übergeben. Auf dieser Schleppkahn können nunmehr die in Sissek per Bahn anlangendcn nnd zur Verschiffung auf der Save bestimmten, ebenso die in Galdovo per Save ankommendcn und zur Weiterbeförderung per Bahn bestimmten Zivil-Frachtgüter und Militärtransporte jeder Art befördert werden. Für die Benützung der Schleppbahn gelangen besondere Ueberfnhrsgebüren zur Berechnung, und zwar rücksichtlich der !y Zivil-Frachtgüter: 1.) für Einzelsendungen unter Hinzurechnung der jeweiligen Agiozuschlages 7 kr. ö. W. per 100 Kilogramm inclusive Manipnlationsgebür uud ungarischer Transportsteuer; 2.) für Sendungen in Wagenladungen, dann für Thiere, Wagen und Fnhrwerke ohne Rücksicht auf die Stückzahl unter Hinzurechnung des jeweiligen Agiozuschlages 6 fl. ö. W. sür jeden beigestellten oder verwendeten Waggon inclusive Manipulatiousgebür und ungarischer Transportstener; b) Militärtransporte jeder Art: die nach dem „Gebürentarise für Militärtransporte auf den österreichisch-ungarischen Eisenbahnen, giltig vom 1. Januar 1878, auf Grundlage einer Distanz von 20 Kilometer entfallenden Gcbüren." Aus dem nationalen Lager. Unsere Nationalen entladen ihren Schmerzensschrei nicht nur in heimatlichen slovenischen Blättern, sie machen ihrem Herzen nicht nur in ihrer Muttersprache Luft, sondern greifen sogar zn der denselben verhaßten deutschen Sprache und geben in der „Kroatischen Post" ihren nachbarlichen Brüdern kund und zu wissen: es sei nicht leicht ein Volk zu finden, das so elend und so verlassen wäre, so mutterseelenallein kämpfen würde für seine Existenz, als das kleine, anderthalb Millionen zäh« lende Slovenenvolk. Der nationale Jeremias klagt in deutscher Sprache, daß das slovenische Volk von drei Seiten vom Germanenthum in eisernen Armen gehalten werde, daß e» aus seinen tausendjährigen Sitzen, anS seiner schönen Heimat, aus seinen Bergen, von seinen Seen, aus seinen Wäldern, Weingärten, Tristen und Auen vertrieben werde. Der nationale Jeremias klagt weiter: die Volksschulen des slovenischen Volkes seien der Tummelplatz pädagogischer Tölpelei, das Renegaten-thnm lasse seine Halme schießen, die ehrliche Hei-matsliebe werde vervehmt. Wir stellen diesen Ex-pectorationen gegenüber folgende Fragen: Ruhen diese Klagen auf tatsächlichem Boden? Worin besteht das Elend, die Verlassenheit, die des slovenischen Volkes sich bemächtiget haben soll? Wer hat die Slovenen aus ihrem Besitz vertrieben? Wer hat die Heimatsliebe der Slovenen als vervehmt erklärt? Klagen, die jeder Basis entbehren, die in so gehässiger Form ohne Beibringung von Beweisen nnd Thatsachen hinausgeschleudert werden in die Oeffentlichkeit, erzeugen in beiden Lagern Aergernis und nähren den Parteihaß. Besteht in dieser Form das Mittel zum projektierten Ausgleich zwischen Deutsch- und Slovenenthnm? „Slov. Narod" versucht es, gegenüber dem von uns gebrachten Passus: „daß wir jenen Nationalen, die mit Rußland fraternisieren und an der Pilgerfahrt nach Moskau theilgonommen haben, die Krone der Loyalität und echt österreichischen Gesinnung nicht zuerkennen", eine Lanze zu brechen; er bringt bei seiner Erwiderung die Krone ins Spiel und will durch dieses unziemliche Manöver die unloyale, anti-österreichische Gesinnung einiger nationaler Parteiführer beschönigen. Dieser Passus mag den slovenischen Moniteur arg gejuckt haben, denn er krazte ganz jämmerlich! Dieser PassuS scheint den Nagel auf den Kops getroffen zu haben l Ein Reich, welches die gewaltsame Umwälzung bestehender Staaten auf sein Programm gestellt hat, welches auf dem Kriegsschauplätze so scheußliche Verbrechen gegen die Menschheit begehen, Greise, Väter, Mütter und Kinder grausam hinschlachten und schänden, welches Hunderte von Ortschaften in Flammen aufgehen ließ, welches an Stelle der signalisierten Kultur Mord und Brand brachte, kann und darf niemals Anspruch erheben, mit ihm zu fraternisieren. Formen der Courtoisie und vandalische Thatsachen sind ganz verschiedene Dinge. Der aufrichtige Anschluß an Gesammtösterreich und an das österreichische Deutschthum trägt zweifellos schönere Früchte, als das Fraternisieren mit dem nordischen, die Knute schwingenden Kolosse! „Narod" sagt: „Wir bleiben bei unseren slavischen Sympathien. Wir wissen, daß für alle Slaven der Bestand des mächtigen Rußland eine große moralische Unterstützung ist. Wir beharren nur noch fester bei unseren warmen Sympathien zu jenem großen Volke unserer Stammesbrüder, welches im vorjährigen Kriege als daS ide a'lste(?) aller Völker sich gezeigt hat!" Wir betonen nochmals, derlei Hetzartikel sind nicht geeignet, einer versöhnlichen, friedlichen Action die Bahn zu öffnen. Vermeinen die in Oesterreich domicilierenden Slaven, besondere Rechte (oder Vorrechte) anstreben zu können, so mögen sie dieselben im Reichsrathe geltend machen. Hie lilioäus, die salta!_________________________ Angekommene Fremde am 13. November. Hotel Stadt Wien. Hoffmann, Kansm., Lahr. — Fürst Windischgrätz, Lieutenant. Haasberg. - Hirschmann und Enslm, .«flte., Wien. — Puff, Kfm., Coburg. — Edler v. Lehmann, Jurist, und R. v. Männer, Privat. Graz. - «tögermayer, Beamter der Rndolsbahn, Lces. — Stern, Kfm., Kanischa. Hotel Elefant. Pickler, Componist, und Löwe, Men. — Lavric, Pfarrer, Nen-Osliz. — Szladeczck, Musiklehrer, Szallay, Brodanovik. Braikovik und Ruß, Vukov^. Kaiser von Oesterreich. Bozar, Berlin.— Kallnir Maria und Fein, Marburg. — Stanislauty Ursula, Stams-lanty Antonio und Petcani, Triest. Mohren. Weber, Oberkrain. Witterung. Laibach, 14. November. Seit nachts starke Regengüsse, Morast überschwemmt, Barometer seit abends 9 Uhr um 13 71 mm. gesallen, wechselnder Wind. Wärme: morgens 7 lldr -s- 5 2", nachmittag» 2 Uhr -j- 84" 6. (1877 15 8"; 1876 3'9° Ü.) Barometer im raschen Fallen, 717 48 mm. DaS gestrige Tagesinittcl der Wärme -i- 4 7°, um 0 6° über dem Normale; der gestrige Niederschlag 42 50 mm. Regen. Verstorbene. Den 13. November. Josefa Schlegl, Private, 69 I., Quergasse Nr. 6, Gehirnödem. Lebensmittel-Preise in Laibach am 13. November. Weizen 6 fl. 50 kr., Korn 4 fl. 55 kr., Gerste 4 fl. 6 kr., Hafer 2 fl. 60 kr., Buchweizen 4 fl. 40 kr., Hirse 4 fl. 55 kr., Kukurutz 5 fl. — kr. per Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 3 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr., Schweinfett 82 kr., Speck, frischer 64 kr., geselchter 74 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 3 kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 66 kr., Schweinflcisch 62 kr., Schöpsenfleisch 30 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 87 kr., Stroh 1 fl. 60 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 8 fl. 50 kr., weiches Holz 5 fl 50 kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. per 100 Liter. Gedenktafel über die am 18. November 1878 stattfindendcn Licitationen. 3. Feilb., Herxel'fche Real., Laibach, LG. Laibach. — 3. Feilb., Prcgcl'sche Real., Uftje, BG. Littai. — 3. Feilb., Vovs'fche Real., Ljubesch, BG. Littai. — 3. Feilb., No-vak'fche Real., Laibach, LG. Laibach. — 2. Feilb., Puhar-sche Real., Krainburg, BG. Kraiuburg. — 2. Feilb., Poz. nik'sche Real., Steinbüchl, BG. Radmannsdors. — 2. Feilb., Zupan'sche Real., Prercnskcnjive, BG. Littai.— 2. Feilb., Etru'elj'sche Real., Strukeldorf, BG. Laas. — 2. Feilb., Erjave'sche Real., Jclenje, BG Littai. — 1. Feilb., Tre-bec'schc Fahrnisse, Ostroschuobcrdu, BG. Adelsberg. — Relic. Konc'scher Real., Grdb. Gut St. ILeoiiardi, BG. Krainburg. — 1. Feilb., Habii'sche Real., Golischberg, BG. Littai. Marktbericht von L. Jacobius L Söhne, Berlin-Hamburg. Hamburg, 9. November 1878. Im Getreide-Effectivgeschäste wurde Weizen für den Confum gefragt und höher bezahlt; auch für Roggen zeigte sich guter Begehr, und waren cs besonders die russischen Sorten, welche bessere Preise erzielten, einheimische Ware bleibt knapp zugesührt; feinste Gerste (Chevalier und Saale) wurden für Exportzwecke stark gekauft und mit hohen Preisen bezahlt; auch von österreichischer Ware wurden die allerbesten Sorten vom Markte genommen. Für Hafer und Mais ist wenig Kauflust. Zugesührt wurden unserm Markte Weizen 12,328 Sack, Roggen 3000 S., Gerste 39,312 S., Hafer 5480 S. Eier: Hamburg: 14 Fässer 3487 Kisten. Weizen: Ruhig, schlesischer Mrk. 185 bis 200, österreichischer, polnischer Mrk. 170 bis 200, Mecklenburger Dirk. 195 bis 200, Nikolajesf Mrk. 165 bis 175. Roggen: Fest, russischer Mrk. 118 bis 125, Mecklenburger Mrk. 136 bis 150. Gerste: Fest, neue österreichische Mrk. 160 bis 170, schlesische, ungarische, böhmische und mährische Mrk. 175 bis 190, seine Mrk. 200 bis 215. Haser: Still, russischer Mrk. 110 bis 135, schlesischer und böhmischer Mrk. 150 bis 170, Mecklenburger Mrk. 130 bis 140. Bohnen: Still, mittel Mrk. 155 bis 160, kleine Mrk. 170 bis 182, kleine weiße Mrk 190 bis 220, große weiße Mrk. 260 bis 320. Erbsen: Still, Futtererbsen Mrk. 160 bis 170, Kocherbsen Mrk. 210 bis 230. „ .Mais: Ruhig, rumänischer Mrk. 118, Cinquantin Mrk. 127 bis 185. Weiß, ruhig, gering Mrk. 40 bis 50, uu'tel Mrk. 50 bis W. fein Mrk. 60 bis 75; dto. roth, still, alt Mrk. 3'- bis 38, neu Mrk. 46 bis 50, neu amerik. Mrk. 41 bis 44 Per 50 Kilo Brutto incl. Sack. ^ Ruhig, Dirk. 65 bis 85 nach Qualität pcr 50 Kilo Brutto incl. Sack. Ti mo thee: Ruhig Mrk. 21 bis 23, amerikan. Mrk. 18 per 50 Kilo Brutto incl. Sack. Spiritus: Reetif. Kartoffelspiritus pr. 100 Liter Mrl. 46 bis 50; rectif. Rübenspiritus L 100 Perz. Mrk. ^ *P s^a umcn: Türkische Mrk. 20 bis 24 per 50Kilo, andere Sorten Mrk. 11 öiö 2^ sc nach Qualität. Kümmel: Ruhig, Mrk. 21, neuer Mrk. 29 per 50 Kilo. Mutterkorn: Mrk. 65 bis 75 pcr 50 Kilo. Kanthariden (spanische Fliegen): Mrk. 462 bis 475 pr. 50 Kilo. Theater. Heute (ungerader Tag): Zum ersten male (ganz neu): Ja, so sind wir! Lustspiel in 4 Aufzügen von Julius Rosen. Telegramme. Wien, 13. November. Einem Berichte der „Pol. Korr." aus Petersburg zufolge ist Schn-waloss kaum mit einer formellen Mission betraut, jedoch mit der Instruction, im Meinungsaustausch mit österreichischen maßgebenden politischen Factoren die ernsten Absichten Rußlands zu betonen, den Berliner Bertrag durchzuführen, dem entgegen aber auf das Verhalten der Pforte hin-znwcisen. So lange die Pforte die Bestimmungen des Berliner Vertrags betreffs Montenegros lind Griechenlands nicht durchführt, und auSweicht, die für numiltelbare Verständigung mit Rußland offen gelassenen Punkte zu ordnen, kann Rußland seine Absichten nicht verwirklichen. Die Nachricht, Schn-waloff überbringe ein eigenhändiges Schreiben des Zaren an den Kaiser Franz Josef, bedarf der Bestätigung. Budapest, 13. November. Der Bndget-ansschnß der reichsräthlichen Delegation erledigte das Kriegsbudget im wesentlichen nach der Regierungsvorlage, lehnte die von der Regierung an-gefprochenen Betrüge zur Adaptierung der Werndl-Gewehre für verstärkte Patronen und für Versuche zur Ergänzung der stahlbroncenen Kanonenrohre und zur Beschaffung von 25 Festungsgcfchützeii, zusammen im Betrage von 2.162,000 fl., ab, trotz der eingehenden Befürwortung seitens des Kriegsministers. Madrid, 13. November. Der Attentäter Moucasi wurde zum Tode vemrthcilt. Allen, welche mich während meines Aufenthaltes in Laibach anläßlich meiner Verwundung mit Beweisen gütiger Thcilnahme beehrt haben, sage ich bei der Abreise aus meinen Dienstposten mit wärmstem Danke ein herzliches Lebewohl! .Iruiklvi. (534) Oberst und Kommandant des Ins.-Reg. Baron Weber Nr. 22. Telegrafischer üursbencht am 14. November. Papicr-Renic 6l 45. — Silber-Rente 62 65. — 8old-Rente 71 90. — 1860er Staats-Anlehen 112 40. — Bank-actien 793. — Kreditaerien 23130. — London 11615. — Silber 100'—. — K. k. Münzvukatcn 5 57. — 20-Kranes-Stücke 9'33. —100 Reichsmark 57 65. HoEtorsi Z,. ülrbisck: HrlvIl68-^.18l6t6N, Atril'ONS kuolien, IZrisler t^bliuelwn. (533) 3-1 ^rcxxxxxxixxxxxxx?; Die neu« geheimen enthält der Lotterie-Kalender pro 1879. 15. Jahrgang. Wer nach diesen Methoden spielt, muß sicher gewinnen. Diese Methoden wurden immer von den Verfassern sür große Summen verkauft. — Dieselben, für jedermann verständlich dargestellt, kosten nur 1 fl. ö. W. Aufträge aus der Provinz gegen bar oder Nachnahme nur an den Verleger X. I'iLls,, Wien, Währingerstraße 43. Ferner ist zu haben: Oestcrr.-ungar. Stadt- und Landkalendcr pro 1879, mit vielen Illustrationen, schönen Novellen u. a. m. Preis 35 kr. (529) 6—1 Zpitzwegerich-Zast. 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LI. 80,000, 60,000, 50.000, 40.000, 36.000, 30.000, 25.000, 20.000, 15,000, ISev.L LI. 12,000. 24 6ew. L LI. 10,000, 2 Oe»'. a LI. 31 6ev. a LI. 61 6sv.it LI. 304 6ov. L LI. 502 Omv. L Ll. 621 6ov.:»Ll. 675 6mv.» LI. 22,850 6sv. Z. LI. eie. 8000, 5000, > 4000, 2000. 10M. 5M, > 250, 138 ! etv. Oie Omvinnrieliungen «>nd planmäS8ig amtlieb fo8tgestvllt. (470) 18—9 2ur näolisten ersten 6ovinurioliung div8vr I gro88eu, vom 8taate gitrantierteu 6ol(1vsrlosuux Ico8tsti 1 Ku,nrL8 OriAinLl-1i08 nur Llark 6 oäsr ü. 3 50, 1 liLlbes „ „ „3 „ „ 175, 1 viertel ^ » „ 1'/, ,, »^'90. ^Ilo ^uktriiAv ^veräen snkort Aoxen üliisen-«Iniix, I'u8tei»/!ibln»^ oäer >^el»>!^lin>e «les mit 6er pressten Sor^kalt ansFvkiibrt, ninl ! orliült jederlliLnn von un3 ilie mit vir unsere» Interessenten nnank-Aekorilert »mtlieko Listen. Die ^usuLlilnnß der Omvinne erfolgt 8tot8 ! prompt unter 8t»!ll88»r»nti« und Ic^nn dnreb. direkte 2u8enäun8on oder »nk VerlanAvn der Inter-v8sentan dureli nn8sro Verbindungen LN rillen I grösseren klätren Oo8torreiobs ver^nla88t Yverdon. I/n8sro 6olleato ^var 8tet8 vom Oliielco boZiin- ^ stigt, und bstte 8ieb dis8vlbo unter vielen rinderen bedeuteodeu ^eivinnen ottinrtls der ersten IlitupttreHer üu erfreuen, die den betreffenden! Interessenten direkt LN8berLlilt wurden. VorLU8siebtlieli Kanu bei einem solelien aut der xexrlluäeteu Ilatvr- iielimeu überall auk eine selir rege Letlioiligung mit Lo8timmtlieit goreolinet Yverdon, und bitten vir dslivr, um alle Aufträge Ln8lüliron Lu können, un8 die Lestvllungen baldigst und sedonkg,ll8 vor dom S«. »1.^. rukommon ru lL8son. ^ liaulmamr ^ 8ünvn, Nitnk- »nd vel>8vlxv8od!lst in Il»i»biirx,> Kin- und Verkauk aller ^rten LtaLtsobligationsn, ! Lisenbairnaotien und ^nlolienslosv. I>. 8. Wir kür äLü llll» «sitiisr xescdsntts! Vsrtr^usn, uuä inävrii >vir dei Lsxivv äor L6Q6» Vör-1o8Uv^ rur üstksiliAUllA sialLäsu, ^voräsn vir un» aued ksrllsrdin ^sstrslrsli, äurod stst8 Prompts uaä rsslls vsälSQUv^ 6is vollo Lvkrisäsudsit vQLvrsr xsslirloo ^ Illtorssssutsn ru srlLvssvu. D. O. Truck von Jg. v. Klcinmavr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Siedaction verantwortlich: Franz Müller.