Priim»n«uioi>»-Prtisr: Fitr Laibach: *«>«W»ri, . . . 1 . «> . ^«chthri«. . . , . i« . ^>»mq . . . - . r,. Laibacher Mit der Post: duitähri, . . .»» fl. W» 8ast«ll»»- in« Hau» »irrte». Mri, » kr», «o»»Uich » kr. *Vl»k It»««er» « tr. Tagblatt. Anoniwe Mitteilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Xr>«k.tir>»: Vahnhosgasse «r. lü». «»»rhitis- ULt Zusrrale,-Sorrau: «»»Sitzplatz Nr. «1 (Buchhandln», «°nI. >>.Klc,n»avrtF. Bamber,). Znscrtion-vreise: Kür die einspaltige Belitzeile 3 kr. Sei zweimaliger Einschaltung L 5 kr dreimal L 7 kr. Jusertion«stemvel jedesmal M kr. Bei gröberen Inseraten und »flere» Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 4v. Montag, 19. Februar 1872. — Morgen: Eleutherius. 5. Jahrgang. Wie die römische Kirche ihre Kiiltm-illission ersüllt hat. Tagtäglich kann man in der ultramontanen Presse, wie von der Rednerbühne und Kanzel mit Einfase die Lehre verkünden hören, die Kirche habe vorzugsweise die Völker erzogen und gebildet, Priester und Mönche hätten die reichen Schätze klafft, cher Studien von dem drohenden Untergange gerettet, sie hätten die Schulen eingeführt, die Grnndprin-ripien der Wissenschaft und ihre dauernde Grundlage geschaffen, Geistlichkeit und Mönchthum aller Zeiten und Nationen haben für den Fortschritt der Wissenschaft mehr gethan, als all die jetzige hohle «nd hinfällige Aftergelehrsamkeit. Ja Geistlichkeit und Jesuitenthum hätten alle ihre geistigen und materiellen Kräfte der Wissenschaft gewidmet und widmen sie ihr noch immer. So stand es auch unlängst im Leibblatte unserer Römlinge zu lesen, und daalles wollen die fromnren Herren in den Jahrbüchern der Geschichte gefunden und daraus die volle Ueber zeugung geschöpft haben, daß dem so sei. Ja frommen Schleichern, unwissenden Meß nern und Pfarrerköchinnen gegenüber, vor der ganzen von ihnen verdummten, in die ehernen Fesseln des Fanatismus und der Unduldung geschmiedeten Masse mögen die Herren mit solchem Lug- und Trugwerk ihre Wirkung üben, aber gerade an der Hand der von ihnen so warm empfohlenen historischen Wissenschaft lassen sich obige Sätze recht hübsch beleuchten; und da man mit solcher Anmaßung und solchem Dünkel austritt, so erfordert es schon unsere Achtung vor der ungefälschten Wahrheit und der unausgesetzte Kampf gegen die Lüge und Entstellung, in welcher Gestalt sie immer austreten mögen, den wir un« zur Aufgabe gemacht, daß wir versuchen die obigen Behauptungen richtig zu stellen. Und damit man uns ja nicht vorwerfe, wir seien bei der heutigen „verderbten, jeden Tag sich ändernden Lügenwissenschaft" in die Schule gegangen, so wollen wir uns ausschließlich an solche Qnellen halten, deren Lauterkeit selbst von unseren erbittertsten Gegnern keinerlei Anfechtung zu erdulden hat. Wir machen eben Partei, Partei für die Wahrheit in Geschichte und Leben, Partei gegen religiösen Fanatismus, gegen die Heuchelei, gegen die Jahrhunderte alten Laster und Verbrechen eines unduldsamen Bonzenthums, dessen Religion sich zur reinen Christuslehre verhält, wie eine schale Arodie zum klassischen Meisterwerke. Die Waffe unserer nationalen und ultramontanen Schwarzkünstler also, ihr Gesetzbuch und Be-weismaterial sind, wie sie selbst bekennen, geschichtliche Erinnerungen, Berufungen auf vergangene Zustände, die erstens für die Anforderungen der Neuzeit nicht paffen, zweitens aber auch für ihr eigenes Zeitalter nichts taugten, indem sie alle Menschenrechte verhöhnten uud nur durch unglaubliche Verdummung der Geister, durch sklavische Furcht vor der Gewaltherrschaft im Diesseits und vor den Schrecken der Hölle und der Teufel im Jenseits aufrecht erhalten werden konnten. Heben wir uns also aus dem Schatzkästlein ultramontaner GeisteSunterdrücknng einige funkelnde Steine heraus und lassen wir in ihrem düstern Glanze die sittliche Verworfenheit, die Schrecken des Aberglaubens und die heiligen Greuel, wie sie die angeblichen Erzieher und Bildner der Völker gepflegt, sich spiegeln. Gleich ein Jahrhundert, nachdem die christliche Priesterschaft durch Erhebung des Christenthums zur Staatsreligion im römischen Reiche zu Macht und Ansehen gelangt war, schrieb der Priester Salvianus aus Mafsilia, die Verworfenheit der Christen sei schlimmer als die Barbarei der Heiden, und wer nicht selbst ein Bösewicht, der könne nicht sicher unter denselben leben. So lange es nur noch wenige Christen gab und dieselben von der Mehrheit der Heiden beherrscht und oft verfolgt wurden, erprobte sich der! echt christliche Glaube und Wandel dieser wenigen^ In dem Maß aber, wie die Verfolgungen aufhörten und die römischen Kaiser selbst, durch die sisisch und moralisch unverdorbenen Germanen bedrängt, den Religionskampf im Innern am leichtesten zu beenden glaubten, wenn sie selber Christen würden und das Christenthum zur Staatsreligion machten, tra ten Millionen Heiden äußerlich, aus Politik und wci! es die Herrscher so befahlen, ohne inneren Antrieb zum Christenthume über und pflegten, wenn sie auch getauft waren und sich bekreuzten, fort und fort die alten Laster. Die alte Unzucht hörte in den romanischen Landen keinen Augenblick auf. In Rom wie in Konstantinopel und allen großen Städten des Reiches dauerten die alten grausamen Zirkusspiel«, daß ganz wahnsinnige Treiben eines nur an Schauspiele und sinnliche Genüsse gewohnten Volkes fort. Als die Angriffe der Germanen auf das römische Gallien die Anwesenheit eines Nebenkaisers daselbst nothwendig machten und die damals große römische Stadt Treviri (Trier) Residenz dieses Kaisers wurde, gab sich auch dort die zahlreiche gallisch-römische Bevölkerung, trotz ihres Christenthums und ihrer Priester der grünlichsten Unzucht hin. Bischof Salvianus entwirft eine entsetzliche Schilderung der damaligen Trierer. Jedes Alter und Geschlecht wetteiferte in jeder Art von Unkeuschheit und Blutschande. Niemand hatte Sinn für etwas anders als für Befriedigung der Sinnenlust und Jeuilleton. Schnee. SpariergangSgkdanken eines »ordböhmischen Landstädters. „I stell den Antrag, daß wir bei der Regierung draufdringen, daß dafür g'forgt wird, daß nimmer gar so stark schneibt!" So steht's geschrieben im Wiener „Floh" vom 14. Jänner 1872, Nr. 3, und sein ehrsamer Zunftgenosse „Kikeriki" meldet einige Tage später, daß ein Konsortium die Absicht hat, aus dem Josefstädter Glacis ein Bernhardiner-Kloster zu bauen und dasselbe mit Men-schenrettungshundeu zu versehen, um den im Schnee Verunglückten Hilfe zu bringen. Selbst die „Presse" dringt mit ernster Stirne die unglaubliche, halb erschütternde, halb rührende Kunde, daß 400, schreibe vierhundert Bränergesellen aus dem Heerlager Gam-brinuS desertirt und von ihrem distinguirten Berufe hinweg unter die sozial-demokratische Fahne der Echneeschaufler übergelaufen sind, um dort — den magistratlichen Anordnungen gemäß — den Schnee von der Straße auf das Trottoir zu schaufeln, während gleichzeitig die Hausmeister — ebenfalls in Folge magistratlicher Anordnung — den Schnee von dem Trottoir auf die Straße schaufeln. Ein Berliner Ingenieur soll auch bereits einen Ruf nach Wien erhalten haben, um über diese merkwürdige Hinüber- und Herüberschaufelei Studien zu machen. Wenn man nun selbst in der Reichshaupt- und Residenzstadt so viel über den Schnee spricht, schreibt und studirt, so wird es wohl auch mir armen, gelangweilten Landbewohner erlaubt sein, denselben wässerigen Gegenstand unter das Kaleidoskop meiner Gedanken zu bringen. Solche interessante Studien, wie sie voraussichtlich jener Ingenieur aus Spree-Athen über den Schnee in Neu-Antiochien machen wird, kann ich leider in einem Provinzstädtchen fünfter Größe, wo eö weder Schneeschaufler noch Hausmeister gibt, nicht anstellen; ich will aber auch gar nicht über den Schnee in den Straßen der Stadt schreiben, zumal derselbe bereits eine chemische Zersetzung erfahren hat, die höchstens für den Oekono-men interessant sein könnte, obzwar auch über dieses Amalgam erst unlängst eine erschöpfende, im elegan-ten Kaffeehausstyle geschriebene Abhandlung im Feuilleton eines Blattes erschienen ist. Ich will den Schnee nur in seiner Gesammtheit, d. H. den Schnee auf dem Lande, betrachten, und wurde ich hiezu unwillkürlich angeregt, als mich vor einigen Tagen einer meiner zahlreichen einsamen Spazier- gänge an dem neuangelegten Friedhof unserer Stadt vorbeiführte. ES wird wohl auch ändern Menschen zuweilen passiren, daß sie beim Anblicke eines Friedhofes nachdenklich werden. Es waren aber nicht gerade die obligaten Friedhofsgedanken, die mir beim Anblicke desselben im Kopfe herumkrabbelten, meine Gedanken waren etwas wunderlicher Art. Es ist aber auch ein wunderlicher Friedhof. Er ist nämlich nicht, wie es bisher in gesetzlicher Uebung war, von den Konkurrenzbeiträgen der zum Kirchsprengel gehörigen und an dem Kirchhofe partizipirenden Gemeinden, sondern er ist von lauter Wein- und Bier-kreuzeru erbaut, und trägt somit diese ewige Ruhestätte ein schreiendes Merkmal der materialistischen Richtung unserer Zeit an sich. Wahrscheinlich zum Gedächtniß an den lustigen Ursprung dieses Friedhofes hat man denselben auch hart am Fuße von reizenden Wein- und Hopfengärten, mitten in dem lachendsten Fleckchen Erde, das rings um die Stadt nicht schöner gefunden werden konnte, angelegt. Nun, ich habe, obgleich erst vor wenigen Jahren vom Schicksale hieher verschlagen,trotz einer gewissen schwindsüchtigen Wahlverwandtschaft zwischen Lunge und Börse, mein bestes gethan, um diesen Friedhof ankaufen zu helfen, und unschuldiger Stolz schwellte meine Brust bei dem Gedanken, daß ich durch die Theater. Dreimal wurde Trier von den Franken erobert und jedesmal wurde ein Theil der Stadt zerstört und ein Thetl der römischen Einwohner kam um. Die aber übrig blieben, dachten trotz alles Elends und Jammers an nichts, als an Wiederaufrichtung ihrer Theater und Lustorte, an denen ihre ganze Seele hing. Wie schon Tacitus vier Jahrhunderte früher gethan hatte, so stellt Salvianus, dieser ehrwürdige und einsichtsvolle Priester des 5. Jahrhunderts, den Römern die Deutschen als Muster hin, die, obgleich Heiden, ein weit edleres und tugendhafteres Geschlecht seien, als die Römer, welche sich zwar Christen zu sein berühmen, aber ärger als die Heiden leben. Wo die Deutschen als Eroberer hinkämen, brächten sie eine so gute sittliche Auch: mit, daß selbst die Römer keuscher würden. Ja obgleich die Römer in Gallien katholisch und die Burgunder, Gothen und Vandalen Arianer waren, gesteht doch der katholische Bischof von Marseille gerne ein, jene Deutschen seien, obgleich unschuldigerweise einer Irrlehre verfallen, doch viel bessere Christen, als die katholischen, von allen Lastern trunkenen Romanen, „unter denen schon derjenige für einen Heiligen erachtet würde, der nur etwas weniger lasterhaft sei als die ändern." _____________ (Fortsetzung folgt.)________________ Politische Rundschau. Laibach, 19. Februar. Inland. Die wichtigste Vorlage, die bisher dem Reichsrathe gemacht wurde, ist unstreitig die um 16. d. eingebrachte Strafprozeßordnung und der Gesetzentwurf über zeitweilige Einstellung der Wirksamkeit der Schwurgerichte. Eine neue Reform der Strafprozeßordnung, wie überhaupt die Reform unserer ganzen Zivil- und Strafgesetzgebung ist einer der sehnlichsten Wünsche nicht blos der liberalen Partei, sondern aller Freunde einer aufgeklärten Rechtspflege, denn wir leben noch immer in Betreff unseres gesammten Rechtszustandes unter Normen, deren Ursprung zum Theile in die Tage der Kaiserin Maria Theresia und Josef II. zurückgreift. Was auch spätere Zeiten und insbesondere das erste Lustrum der fünfziger Jahre an ihnen geändert und reformirt hat, es war mehr eine reformatio in xsM, eine der Freiheit abträgliche; denn in dieser Zeit hatte die Reaktion ihre höchste Blüte erreicht. Gesetzeserneuerungen schienen nothwendig, nicht um die Rechte der Staatsbürger gegenüber dem Staate und im Staate festzustellen, sondern um Fangarme für die despotischen Gelüste der Machthaber zu schaffen. Das gilt insbesondere von dem Strasrechte, dem materiellen wie dem formellen. Daher die furchtbar elastische Fassung aller Begrisfsbestimmun- von mir geleistete Bierkreuzerquote einmal ein Ruhe-plätzchen in demselben ansprechen dürfe, das nicht nur für meine unscheinbare Person, sondern selbst für einen kleinen Wallfisch groß genug sein könnte. Allein, ich soll nun einmal keine Freude auf der Welt haben. Ein Ukas des StadtratheS gebietet nämlich, daß ohne Rücksicht auf alle Wein-, und Bierkreuzer, jedes Plätzchen auf diesem Friedhofe noch extra von dem Perzipienten bezahlt werden muß. Das ist entsetzlich! Warum diese harte Vorschrift? Damit unsere Nachkommen in 500 Jahren sich wieder einen neuen Friedhof kaufen können? Ich meine, die Sorge für die Nachkommen geht hier etwas zu weit. Hätte ich eine Ahnung von dieser Bestimmung gehabt, kein Tropfen dieser dem Friedhofe geweihten Getränke wäre innerhalb des Stadtbannes über meine Lippen gekommen! Man entschuldige diesen „Einen Schritt vom Wege-," ich mußte ihn aber deshalb machen, weil sich eben erst vom Kirchhofe hinweg meine Gedanken auf den Schnee lenkten. Eine Schneelandschaft gilt ja bekanntlich ebenfalls als ein Sinnbild der Ruhe, des Schlafes, des TodeS. Mir ist das selbst auch einstmal so vorgekommen. Das ist aber schon lange her. Heute sehe ich in so einer Schneelandschaft — natürlich nicht gen, die in dem Strafgesetze von 1852 Vorkommen; daher auch die kaum verdeckte Wiedereinführung des JnquifitionSverfahrenS, welches in dem Strafprozeß das von der gesammten zivilisirten Welt anerkannte Anklageprinzip, sowie jenes der Oefsentlichkeit und Mündlichkeit auf die formelle Schlußverhandluug beschränkte. Mit konstitutionellen Zuständen ist dies Verfahren ganz und gar unverträglich. Minister Glaser hat nun endlich den größtentheils seiner Feder entstammenden Entwurf einer nenen Strafprozeß-ordnnng vorgelegr, und die Vergangenheit des Mannes, der die Vorlage gemacht, der wissenschaftliche Ruf, dessen er genießt, seine Mitwirkung bei den früheren Arbeiten, lassen uns schließen, daß wir es mit einem Gesetzentwürfe zu thun haben werden, der den Anforderungen der modernen Wissenschaft ebenso, wie jenem der österreichischen Zustände entspricht, insbesondere, daß er, auf dem Prinzip der Anklage, der Oefsentlichkeit und Mündlichkeit gegründet, die Schwurgerichte nicht blos ausnahmsweise, sondern für alle Verbrechen und politische Vergehen fordert. Der zweite Gesetzentwurf begehrt vom Reichsrathe eine Ermächtigung für die Regierung, die Schwurgerichte zeitweilig dort einzustellen, wo die Geschwornen sich nicht von Recht und Gewissen, sondern von politischer Leidenschaft bei Fällung ihres UrtheileS leiten lassen. Wer die Zustände in Böhmen kennt, wer weiß, daß dort alle freiheitlichen Einrichtungen und so auch die Wohlthat der Geschwor-nengerichte von der Bande der Deklaranten nur dazu mißbraucht werden, um die Verfassung zu unterwühlen, der wird dem entschlossenen Willen der Regierung, Freiheit und Verfassung zu schützen und der Verhöhnung derselben zu steuern, seine Anerkennung nicht versagen, so sehr auch AuSnahmSzustände zu beklagen sind. Anstand. In Berlin glaubt man aus allerlei Anzeichen schließen zu dürfen, daß das Herrenhaus denn doch nicht die Sachen anf die Spitze treiben, sondern mit der Ablehnung des SchnlaufsichtSgesetzeS sich vorsehen werde. Es steht außer Frage, daß Bismarck vor Windthorst nicht weichen wird, wie denn das meiste, was in diesem Sinne umhergetragen wurde, leeres Gerede war. Besonnene haben von vornherein auf die Minister-krisisgerüchte, die in diesen Tagen wie Pilze aus der Erde schossen, kein Gewicht gelegt. Für das Herreuhaus wird die Erinnerung BiSmarck'S an die vorhandenen konstitutionellen Mittel wohl schon genügen; die Anwendung würde jedenfalls, soweit es zu dem auszuübenden Druck nothwendig, nicht auf sich warten lassen. Die Konservativen ergehen sich noch in hohen Worten, aber die Partei ist doch zu sehr auf die Regierung angewiesen, als daß sie gerade am Nordpol — ein ganz entgegengesetztes Bild, ein Bild des warmen, bewegten Lebens der Gesellschaft. „Es gibt anch ein politisches Thau-wetter, wie ein soziales," habe ich unlängst in einem Blatte gelesen; ich darf deshalb wohl das Gleichniß wagen, daß es auch einen politischen und sozialen Schnee gibt, der mit dem natürlichen eine sprechende Ähnlichkeit besitzt. Wie die einzelnen Schneeflocken von verschiedener Form und Größe sind, nur den leichten, lockeren, wässerigen, kühlen, nichtssagenden Charakter gemein haben und doch eine gleichartige Masse bilden, so ist auch der soziale Schnee aus sehr vielen verschieden geformten Theilen zusammengesetzt, die unter sich eine gleiche Charakterverwandtschaft besitzen wie die echten Schneeflocken. Man verlange deshalb auch nicht, daß ich diesem sozialen Schnee einen verständlichen Namen gebe , es geht wirklich nicht. Der Schnee überzieht Berg und Thal, grüne Saaten und öde Steinfelder, bedeckt die tückische Eisdecke des Flusses und füllt den gefährlichsten Abgrund täuschend aus. So überdeckt auch die Höhen und Tiefe» der Gesellschaft, das Kluge und Dumme, das Wahre und Falsche, das Schöne und Häßliche, das Gute und das Böse eine gleichfarbige Hülle. — Es ist gut, daß der Schnee die Saat vor dem es zu einem Bruche treiben sollte. Die Ultramontanen sollen ihrerseits die Lage nichts weniger als rosig ansehen. In Frankreich spitzen sich die parlamentarischen Verhältnisse neuerdings zu einer Krise zu. Die Imperialisten haben durch ihre Kühnheit den Anstoß dazu gegeben. Die Royalisten fürchten, von den Bonapartisten überrumpelt zu werden und wenden alles an, um eine einheitliche Partei zu bilden, auf deren Schultern der Graf von Paris denThron besteigen könnte. Das linke Zentrum hat hingegen die Initiative zu einer republikanischen Bewegung ergriffen, welcher auch Thiers nicht fremd sein soll. Jedenfalls ist die Lage so beschaffen, daß, wenn die republikanischen Fraktionen sich zu einigen und um ein gemäßigtes Programm zu schaaren vermöchten, der Sieg ihnen zufallen müßte. Aus London, 14. Februar, wird geschrieben: „Die Ermordung Lord Mayo'S, des Vizekönigs von Indien, welche für den Augenblick alles andere, selbst die Alabamafrage in den Hintergrund gedrängt hat, gibt heute wiederum zu einer ganzen Reihe von Telegrammen Anlaß. Im folgenden das wesentliche: Kalkutta und Bombay sind in tiefer Trauer. Geschäft ist vollständig suspendirt. Die persönliche Popularität des Ermordeten war unbeschreiblich, und das Volk trauert wie um einen Freund. Die Leiche wird nach Irland gebracht werden. Die indische Regierung hat einen umständlichen Bericht über den traurigen Vorfall veröffentlicht, welcher die bereits gemeldeten hauptsächlichen Fakta durchaus bestätigt. Wie sich herausstellt, erstieg der Vizekönig nebst seinen Freunden an dem unglückseligen 8. den Her-rietiberg, nachdem er zuvor die Gefangenen inspizirt hatte. Als die Gesellschaft die Landungsstelle erreichte, um sich wieder «ach dem Kriegsschiffe „Glasgow" einzuschiffen, war es 7 Uhr und ganz dunkel geworden. Die Einschiffung sollte bei Fackellicht stattfinden, und der Vizekönig war von seinen Freunden, sowie von den Wachen umgeben. General Stewart drehte sich gerade um, um einige Befehle zu erthei-len, als plötzlich ein Mann, der bisher unbemerkt geblieben war, zwischen den Wachen hindurchsprang und dem Vizekönig einen Stich in beide Schultern versetzte. Tödtlich getroffen, sprang der letztere von der Landungsbrücke in das sehr seichte Wasser. Der Mörder, welcher die That mit einem gewöhnlichen Kücheumesser verübt hatte, wurde sofort verhaftet. Lokal- und Provinzial-Angelegenheitea. Original-Korrespondenzen. Littai, 17. Februar. (Schnlpfennig.) Allein erfreuliches Symptom, daß der Sinn für ge- harteu Froste schützt, es ist aber nicht gut, daß er auch die W-'ge bedeckt und gefährliche Stellen unkennbar macht, an die inan leicht gerathen kann. So ist es auch nur zu lobeu, wenn das Gute und Wahre in der Gesellschaft von dieser sozialen Schnee hülle schützend umgebeu wird, da es ohne diese Hülle unter dem Frosthauche des Lebens zu Grunde geheu müßte. Es ist aber wieder sehr zu beklagen, daß auch das NichtSwürdige und Falsche sich geschickt unter dieser HNle zu maökiren weiß, welcher Unkundige sehr häufig zum Opfer fallen. — Auf dem Schnee kommt der plumpste Schlitten sehr leicht fort, während das kunstvoll gebaute Rad ein-fiukt oder ganz stecken bleibt; selbst die gewaltigste Lokomotive ist oft nicht im Stande, eine elende Schneewehe zu durchbrechen. So gehört auch wahrhaftig keine große Kraft- und Kunstentwicklung dazu, um auf der sozialen Schneebahn gut fortzukommen, wenn man nämlich immer hübsch auf der Oberfläche dahin gleitet und sich nicht einsallen läßt, den Schnee durchschneiden zu wolleu, um auf solideu Grund zu kommen. Die Geschichte erzählt, daß bei dem letzteren Versuche oft selbst die gewaltigsten Geister schmählich stecken geblieben sind. Auf den Bergen bleibt der Schnee länger liegen, ja auf deu höchsten und allerhöchsten geht er meinnütziges Wirken auch in unserm Vaterlande erwacht, tonnen wir das Zustandekommen des ersten Schulpfcn-nigS in Kcain registrire«. Am 3. d. M. fand unter dem Protektorate des Direktors der Gewerkschaft zu Sagvr, Herrn Friedrich Langer, eines Mannes, der überall am Platze ist, wo es gilt, das allgemeine Wohl fördern, in den Lokalitäten der dortigen Jndustrial-Schule eine in jeder Beziehung höchst gelungene Abendunterhaltung zum besten des Schulpfennigs statt. Das Komitee, das sich diesfalls konstituirt hatte, erließ hiezu in alle Theile unseres engeren und weiteren Vaterlandes seine Einladungen, und beim Beginne d-s Konzertes konnte man in dem geschmackvoll dekorirten Saale ein eben so zahlreiches a's gewähltes Publikum den Harmonien der mit seltener Akkuratesse vorgetragenen Musikpicßen lauschen sehen, welches sodann in dem wie mit einem Zauberschlage zum Tanzsaale umge-wandelten Raume animirt bis zum grauenden Morgen Terpsichoren huldigte. In den Nischen und Ecken des Saales standen Vasen — hübsche Imitationen antiker Terrakotta-Urnen — mit der Aufschrift „Schul-Pfennig" und gemahnten einen an die allenthalben in Kirchen und Kapellen aufgestellten „PeterSpfennig-Büchfen" und — die Millionen die sie verschlingen. Unwillkürlich drängte sich bei diesem Anblick- einem jeden von uns der Wunsch auf, daß die Spenden hier so reichlich fließen mögen, wie sie dort geflossen, damit der Beweis geliefert werde, daß der Fehdehandschuh, den die Klerisei uns in dieser Form vor die Füße geworfen, auch in Krain aufgehoben worden ist. Der Beweis wurde geliefert; dem Peterspfennig zum Trutze, dem Schulpfennig zu Nutze. Ueber 500 fl., die das Komitee dem hiesiegen Bezirksschulrathe zur Verwen-^ng sur arme Schulkinder im Bezirke Littai übersandt hat, waren das Ergebniß des nachahmenSwerthen Unternehmens. Naffenfuß, 13. Februar. (Erdbeben.) Wer die in diesen Blättern mehrfach besprochene merkwürdig- Naturerscheinung durch längere Zeit mit jener Sorgfalt beobachtet hat, die sie verdient, der wird sich nicht weiter besinnen, der Anschauung des gelehrten jungen katholischen Geistlichen Rudolf Falb zuzustimmen, welcher seiner sogenannten Fluththeorie in seiner unterm 23. Dezember v. I. an die „Deutsche Zeitung" gerichteten Zuschrift weiteren Ausdruck verlieh durch Annahme von Spalten in der Erdrinde, in welche die im wässerigen Schmelzflüsse befindliche Masse des Erdinnern eindringt und wo sic einen raschen Abkühlungsprozeß beginnt. In einer Nacht nach dem 2. Dezember v. I., die eben reich an Stößen war, konnte ich jenes unterirdische Grollen, Stöhnen und Aechzen, als wenn die Erde gebären wollte, im Bette nicht mehr ertragen absolut nicht herunter. Auch auf den obern und vberobersten Kämmen der Gesellschaft bleibt der politisch-soziale Schnee am hartnäckigsten liegen. Dort scheint er, wie auf den Alpen, zum „Firn" erstarrt zu sein. Ein Feld, an dem ich vorbei ging, predigte mir laut diese Wahrheit» wenn auch nur in einein relativ kleinen Beispiele. Von diesem Felde hängt das Ausblühen einer Stadt ab. ES sollte dasselbe nämlich zur Stadterweiterung dienen, die einzig nur nach dieser Seite sich als empfehlend herausstellt. Aber das Feld gehört dem Träger eines Namens vom Höchen und ältesten Adel und bildet so ziemlich den lOO.OOOsten Theil seiner Besitzungen. Er will nun aber dieses Feld nicht verkaufen, warum auch sollte er zu einem großen humanen Werke die Hand bieten, wenn es nicht gerade sein muß? Der AuS-spruch eines Denkers: „Wir hätten schon längst keinen Adel mehr, wenn nicht immer eine Anzahl keiner Mitglieder auch edle und humane Zwecke verfolgt hätte" — scheint ihn nicht zu berühren. Von hohen, steilen Abhängen herab, kann ein sehr kleiner Brocken Schnee, so groß wie ihn die Kralle eines Vogels losbrechen kann, sehr, gefährlich werden ; er ballt im jähen Sturze sich zu einer riesigen schweren Masse und begräbt oder zertrümmert alles, was ihm im Wege steht. Man nennt das eine Lawine. Es gibt auch in und verfügte mich ins Freie. Es hatte eben 2 Uhr geschlagen, unser Nachtwächter wandelte seit kurzem in der ewigen Nacht, und so war niemand auf der Straße, der die nächtliche Ruhe stören konnte. Kaum hatte ich das Freie betreten, so machte ein Stoß die Gebäude erzittern. Ich ging horchend durch das schlafende Naffenfuß von einem Ende zum anderen. Die Erde zitterte beständig unter meinen Füßen, ein eigenthümlicher Laut, wie von einer entfernten Lokomotive, erfüllte, aus der Tiefe kommend, die Nachtluft. Das Vibriren der Erde steigerte sich bald zu leichten, kaum wahrnehmbaren, bald zu stärkeren Stößen, die die Gebäude erschütterten, als ob sie mit Sand beschossen würden, dies sind die Stöße, welche die Bewohner gewöhnlich aus dem Schlafe weckten. Wahrend dieser Zeit vernahm ich ein laut hörbares, sonderbares unterirdisches Gezische, das sich in der unteren Thalmulde von Nassensuß aus südöstlicher nach nordwestlicher Richtung in breiter Ausdehnung mit einer solchen Schnelligkeit vorwärts bewegte, daß auf der Erdoberfläche kein Entrinnen vor demselben möglich gewesen wäre; ich dachte in jenem Augenblicke nicht an den Abkühlungsprozeß der heißen Schmelzmasse, sondern an Dampf und glühende Lava, die in die Gebirgsklüfte eindringt. Während dieses fast zweistündigen Ganges zählte ich fünf Stöße, die auf die Erschütterung der Gebäude von Einfluß waren. Seit den Stößen vom 2. und 18. Dezember gab es zwar keine so furchtbaren mehr, doch werden die Bewohner des Ortes noch fortwährend durch diese Erscheinung beunruhigt, und man vernimmt in einem Umkreise von mehreren Meilen, insbesonders in den Morgenstunden, jenen eigenthümlichen, dem Brausen der Lokomotive ähnlichen Laut, sowohl in den Höhen gegen St. Kantian, bei Johannisthal, wie in jenen hinter St. Ruprecht und in Naffenfuß. Bei der Bauart mancher Häuser haben diese Erschütterungen allerdings ihr Bedenkliches. Die neuerliche Aufstellung der Holzstatue des Johannes von Nepomuk zu Naffenfuß wird freilich den Ver. lauf dieses furchtbaren Naturereignisses ebenso wenig zu hemmen vermögen, als die vom Gemeindeamte durchgeführte Abtragung jener halbverfallenen Kapelle, die den Straßenverkehr hemmte, es herbeizuführen vermochte. Allein: hilf, was helfen kann — und so umkniet allabendlich eine vor Kälte halberstarrte Weiberschaar die obgenannte Holzstatue. Demungcachtet aber grollt und pocht der Urgeist schon wieder stärker unter unseren Füßrn. Lokal-Chronik. — (Konzert der silharm. Gesellschaft.) Das gestern unter der Leitung des Musikdirektors Hrn. der Gesellschaft solche Schneestürze. Es ist daher jedem Menschen, der an einer abhängigen Stelle der Gesellschaft sich befindet, sehr anzurathen, den sozialen Schnee in den Regionen über sich hübsch in Ruhe zu lassen. Ja hier ist cs sogar in der Ebene gefährlich, den Schnee aufzustören. Ein Mensch kann ein ganzes Dutzend Paragraf? des Strafgesetzes übertreten haben, er kann alle im kleinen und großen Katechismus verzeichueteu Sünden in seiner Person vereinen, die Welt wird das verzeihen oder doch wenigstens ignoriren, aber ein zufälliges oder gar absichtliches Attentat auf die soziale Schneedecke wird ihm von den wenigsten verziehen werden. Wer im Winter bei starkem Schneefalle Wanderungen gemacht hat, wird wissen, welch' wichtigen Dienst ihm dabei die Bäume an den Seiten der Wege geleistet haben. Sic sind sehr oft die einzigen und jedenfalls verläßlichsten Wegweiser. Wehe dem Wanderer, dem sie auf seinem Wege fehlen! In eben dieser Erkenntniß hat sogar der viclgeschmähte Minister Bach die Pflanzung von Bäumen längs den Straßen scharf verordnet. Es ist vielleicht das einzige Gute, das man ihm nachfagt. Auch in dem sozialen Schneegestöber — gleichviel ob Glück oder Mißgeschick mit uns geht — kann man sehr leicht verunglücken oder sich verirren, wenn man die ewigen Wahrheiten nicht beachtet, die von den Weisen Lnton Nedved im Redouten-Saale abgehaltcne Konzert der silharm. Gesellschaft verdient zu den besten Leistungen des Vereines gezählt zu werden. Die Vielseitigkeit und das Auserlesene des Vorgeführten, daexakte Jneinaudergreifen der Stimmen, die Verve und Präzision, mit der die Chöre ihre Aufgabe lösten und insbesondere die Einheit in der Exekution, die von Nedveds eminenter Dirigentengabe zeugte, waren cbe« Faktoren, die kein anderes Produkt geben konnten, als allseitige Zufriedenheit und rückhaltslose Anerkennung, die sich in reichem B-ifalle des wie gewöhnlich ungemein zahlreich anwesenden Publikums manisestirte. Wollen wir also den Totaleindruck d-s Konzertes Präzision, so können wir getrost sagen, der Erfolg desselben sei ein in jeder Beziehung befriedigender gewesen. Eine eingehende Besprechung der einzelnen Programmnummern behalten wir für unsere nächste Nummer vor. — (Hundesteuer.) Allen Hundebesitzern der Stadt theilen wir zur Daruachachtnng mit, daß der Termin zur Einzahlung der Hundesteuer pro 1872 per 2 fl. ö. W. für jeden Hund ohne Unterschied innerhalb des Pomöriums der Stadt, laut magi-stratlicher Verlautbarung, vom IS. bis inkl. 29. d. M. festgesetzt wurde, und daher alle nach dieser Zeit unversteuert oder mit den abgelaufenen Marken ange-troffcnen Hunde von dem städt. Wasenmeister cingc-fangen und nur gegen Erlag der doppelten Gebühr wieder fceigegeben werden dürfen. — (Aus dem Vereinsleben.) Morgen, Dienstag den 20. Februar, 8 Uhr Abends findet im Gasthause zur „Sternwarte" eine freie Klci-dermacher-Verfammlung statt. Tagesordnung: 1. Der Strike der Schneider-Stückmeister Wiens und die Beschlußfassung betreffs Unterstützung desselben. 2. Ueber die gegenwärtigen Produktionsverhältnisse im allgemeinen. Es steht sowohl seitens der Gehilfen als der Meister eine zahlreiche Betheiligung in Aussicht. — (Ein HohenwartscheS Memoran-d n m.) Wie aus ganz zuverlässiger Quelle mitgetheilt wird, liegt im Archive des Ministeriums des'Inner« über die Agitationen der Slovenensührer ei» Memorandum, das niemand ändern zum Verfasser hat, alben Grafen Hohenwart. Das Interessante an diesem Memorandum besteht darin, daß cs, obzwar an de» Grafen Belcrcdi gerichtet, dennoch auf das entschiedenste im Sinne der Verfassung gehalten, die hyper-nationalen Agitationen der slovenifchen Aftergrößen vcrunheilt. — (Die nicht ärarischen Postbedienst etc n) in Krain und Küstenland werden am 9. März l. I. in Laibach eine Generalversammlung abhaltcn. aller Zeiten wie hochragende Bäume auf die Bahn des Lebens gepflanzt wurden. Es hat zwar zu allen Zeiten immer auch eine Anzahl sozialer Schneeschaufler gegeben, und besonders heutzutage wollen sehr viele Leute dieses Geschäft betreiben. Allein, eS geht mit dieser Arbeit in der Gesellschaft gerade so, wie mit den Schneeschauflern und Hausmeistern in Wien. Was der eine freimacht, das wirft der andere wieder schön zu. Auch ein Antrag auf minder starken Schneefall in dieser Richtung würde ebenso fruchtlos bleiben, wie der am Eingänge erwähnte. Der soziale Schnee vergeht nie, und darin tiegt seine einzige große Unähnlichkeit mit dem natürlichen Schnee, der doch — wenigstens unter unserem Himmelsstriche — alle Jahr einmal weggeht. Die Gefährlichkeiten des sozialen Schnee'-müssen auch von dem ersten Napoleon erkannt worden sein, da er die Absicht hatte — wenigstens sagt er dies in seinen „Memoiren von St. Helena" — behufs Aufsuchung der in diesem Schnee Verunglückten so eine Art Bernhardiner-Hospitz zn errichten und dasselbe zwar nicht mit McnschenrettungS-hnnden, aber doch mit Agenten zu versehen, die er „Spione der Tugend" nennen wollte, wenn ihm, wie er sagt, die Waffen einmal zn diesem filantro-pischen Feldzuge Zeit gelassen hrtten. Mit einem solchen Gewährsmann an der Seite, halte ich auch Hx« Vernehmen nach soll d«r glänzende Srfolg, auf welchen die Postmeisterverrine in Böhmen, Mähren »ud Schlesien Hinweisen können, Anlaß geben, daß auch dir.Postbeamtentag" in Laibach recht zahlreich besucht «erden wird. — (Gefunden.) Nach dem gestrigen Konzerte ist ein Pelzkragen und ein Fächer gefunden wo» de». Der Verlustträger wolle sich beim Bereinskassier Herrn Cantoni anmelden. — (Staatsstipendien.) Das k. und k. vsterr. Ministerium für Kultur und Unterricht hat zu Staat-flipendien an Volk-fchulen-LehramtSzöglinge im Jahre 1872 für Böhmen 30.000 fl., für Mähren SOOO fl., für Aärnten 5000 fl., für Oberösterreich 4500 fl., für Krain 4000 fl. und für Salzburg 3000 fl bewilligt. — (Au« dem Amtsblatt« der „Laib. Ztg.) Beim hiesigen Lande«gerichte ist eine Hilf«, dienerstelle bi- 1. März zu besetzen. — Kundmachung de- Triester Telegraphen-Jnspektorat- über die Kom petenzsähigkeit der die Wiener Handel-akadcmie verlassenden Kandidaten. — Am 20. d. M. Verkauf von Hadern verschiedener Art im Generalkommando-Gebäude z« Graz. — (Benefiz-Anzeige.) Morgen findet unseres beliebten Komiker- Ehrenfest Benefize statt. Zur Aufführung gelangen: „Hanni weint, Hanni lacht/ Operette von Offenbach. „Er ist fehlbar," Schwank von Berg. „Der Zigeuner," Genrebild von Berla. Der Abend dürfte jedenfalls des Heitern zur Genüge bieten. — (Theater.) Unter den vielen Novitäten, mit denen uns unsere rührige Direktion förmlich überschüttet, sahen wir verflossenen Samstag auch Elmars Charakterbild: „Neues freies Bllrgerthum." Allerdings ist dies eine jener Novitäten, von denen man eben nur sagen kann: Sie kommen — um zu gehen! Wenigstens wollen wir letzteres in diesem Falle hoffen und wünschen. Denn ein Machwerk dieser Sorte, voll Geschmacklosigkeiten und voll der plumpsten „Schlager," wie sie kaum dem grobkörnigsten Geschmacke munden dürsten, kann uns selbst die zu Grunde liegende bessere Tendenz nicht genießbar machen. Gespielt wurde dir Novität allseits recht frisch und machte sich besonders Fr. Paulmann um dieselbe verdient. Luch Frl. Krügel, Hr. Traut, Hr. Löcs, Fr. L e o und Hr. Ehrenfest wurden ihrer Aufgaben mit Geschick gerecht. Frl. Pichon sang — und was sie nicht singen konnte, wußte sie mit kühnen Wendungen geschickt zu — markiren. Das Haus war ziemlich gut besucht, lachte und vor allem — applaudirte pflichtschuldigst den patriotischen Schlagern. Auch gut!_________________________________________ Witterung. Laibach, 19. Februar. Seit gestern Abends dichter Nebel, über Nacht und heute Vormittags anbaltend. Temperatur: Morgens « Uhr -1- 3.0°, NaLm. 2 Ukr -s- 2.0° 6. (1871 -j- 4.6'; 1870 -s- 5.3'). Barometer 742.83 Millimeter. Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme -i- 2.0°, das gestrige ^ 0.4", beziehungsweise um 2.3° und >1.8" über dem Normale. Der gestrige Niederschlag 14.20 Millimeter. meine ,schncereiche Betrachtung für gerechtfertigt. — Der ununterbrochene Anblick weiter Schnee-fiächen erzeugt jenen eigenthümlichm Zustand, der unter dem Namen „Schneeblindheit" bekannt ist. Auch der soziale Schnee mit seinen grellen Achtreflexen bringt nicht selten eine ähnliche Blindheit hervor, nur mit dem Unterschiede, daß, während erstere mit der Zeit wieder schwindet, letztere den davon Betroffenen in der Regel nicht wieder verläßt. Wenn aber endlich auch die soziale wie die natürliche Schneelandschaft bei längerer Betrachtung unendlich öde und trostlos erscheinen kann, so wird dieser Eindruck doch wieder milder gestaltet durch die Kenntniß, daß ja unter dieser kalten, langweiligen Oberfläche auch schönes warmes Leben verborgen ist, das sich oft wunderbar schön offenbart. Und da« mag uns für die Oede des Anblickes sowohl, wie für so manches andere, was wir an dem sozialen wie natürlichen Schnee auSzusetzen haben, entschädigen! Wenn nur auch der kritische Leser unter der ziemlich seichten Schneedecke dieser „Spaziergangsgedanken" irgend ein Fünkchen Leben fände, das ihm für das kurze Wandeln auf derselben zu entschädigen vermöchte! Richard Kronegger. Verstorbene. Den 17. Februar. Drin Herrn Franz Maly, bür-gerl. Lederermeister uud Hausbesitzer, sein Kind Johann Mathias, alt 11 Wochen, in der St. Petersvorstadt Nr 20 an der Blutzersetzung. — Dem Michael Ozwirk, Fleischhauer, sei« Kind Johann, alt 5 Jahre und zwei Monate, in der Polanavorstadt Nr. 34 an der Rachenbräune. - -Egidins Dovc, Zwängling. alt 42 Jahre, im Zwangsarbeitshause Nr. 47 an dir Lungenlähmung. — Antonia Lun-der, Näherin, alt 34 Jahre, im Zivilspital an der Lungentuberkulose. — Dem Herrn Jakob Kriznar, Beczehrungssteuer-Revidenten, seine Gattin Ursula, alt 22 Jahre, in der Stadt Nr. 139 an der Gehirnlähmung. Den 18. Februar. Anton Adrasto, Arbeiter, Triester Findling, alt 59 Jahre, ist gestern Abends mit gemischtem Zuge nach Laibach gekommen und während dem Abgänge vom Bahnhofe plötzlich gestorben nnd sogleich nach St. Christof übertragen worden.___________________________ Angelommeue Fremde. Am 18. Februar. Rud, Freudenthal. — Moritz, Pfarrer, Kreuz. — Taubeles, Hamburg. — Baronin Bienartb, k. k. Ge-neralsgemalin, Agram. Wl«»>. Scharf, Beamtensfrau. — Pusaviz, Dechant, JelZana. — Fried, Fabrikant, Wien. — Scho-cher, Alterthümerhändler. — Dolliner, Gewerksführer, Cilli. Wiener Börse vom 17. Februar Geld Ware ch«c.Rente, öst.Pa»? KS.40 ez.ro dt», dto. oft.i»Silb. 70.90 71.— von 1854 ... V4.— 94.50 iose «SU 1880, ganze 103.30 103-5» iose von 18«», günst. 124.- 125. vrimiensch. ». 18S4 . ItS. - 148.25 Steiermark znSPSt. SO.— 91.— ILrnttn, Lrain > ». Lüstenland S Ingarn. . ,»5 IroLt.ll.SIa». 5 «iebeobürg. , 5 tiattonairank . Union-Lank . kreditanstalt . «. ö. S»com»te-«-1- ES. >nglo-österr. Ban! . 371. Oest. Bodencrrd.-L.. L8S.— Okft. Hdpoth.-Bank. 98. kteier. ««compt.-Bk. LK2. Franko - »uftria . . I37.7S tais. Ferd.-Nordb. . >L1S. Küdbabn-Gesellsch. . z>L,-»a>l.»lilab-rb-«ahn. 247.5« »arl-Lndwia-Bahv 26-1.25 kiebrnb. Eisenbahn. 193.— ktoatsbahn. . . .403.50 »als. Franz-goscfSb.. 209.75 Fünff.-Barcser tt.-B. 189.50 tMld-gmm. Bayn . 184.25 k>5»u-Idrt»5«. Kation. S.w. verlotb. »9.90 Ing. Bod.-Sreditanst. 88.75 Lllg.öst.Bod.-Lredit. 103.— »»». in »» rit<». 87,25 85.,S ««.-80.— ! 80.50 83.- ! »t — 15.50> 7«. »55.- 857.— 308.25 »08.75 349.50 349.75 1015. 371.50 284.— 102 -2S3.- 138.50 2280. ri,.rc 247.75 2Ü2.S0 193.50 404.50 210 ISO. 184.75 Oeft. Hypokh.-Bant. Geld 95— Südb.-»ei.zn500gr. 112. -dto. «on» « pSt. 230 -Nordb. (100 ft. SM.) 104.25 Sirb.-B.<200fi.ö.W.) »2. »5 Staat»bahn Pr. Stück Staat»b. Pr. Sk. 18S7 131.50 «ndols«b.<300fl.o.w.) 93.75 Sran,-gos.c»OOft.S.) 101.50 r.o»»> Sr-dil 100 f>. ö. W. . 139.5L Don.-LampflS.-Gts. »N IOO ft. SM. . .99.50 Triefter 100 fl. SM. . 120.50 dto. rofl.ö.W. .,58.-! Ofener . 40 fl. ö.W. 31.50 Salm . , 40 . Palst« . . 40 . 29— Slarn . , 4« , 38 — St.Genoi«, 40 , 32— Mndischgrätz 20 . 21.50 waldftein . 20 . 22 50 »eglevich . 10 , 14 — «udolf«»lst. 10 ö.W. 14.50 Ware 95.50 I11.S0 232. 104.75 92.50 135.- 132.— 94.- 101.75 150.50 100.50 121.50 59.-33- 30— 39- 32- 22.50 23 -I«. 15 - Mou.) »Ilg»b. 100 st. südd.w. 95.30 95.5« Krankl. ISO fl. , . »5-50 »5.VV 8-ndon 10 M. Stell. 113.60 113.75 Pari» 100 Franc» . 44.40 44.45 »aN.Münz.Dllcate».! 5.44 ! 20-Franc»ftück. . .! 9.04>! Berein»Ihaler Kilb-r . 1.V9 112.—s' Telegrafischer Wechselkurs vom 19. Februar, üperz. Rente österr. Papier 62.40. — Sperr, «enw isterr. Silber 70.90. — 1860er Staatsanlehen 103 25. — Sankaktien 852. — Kreditaktien 351.50. — London 113 7S - Silber 112 15 — K. k. Münz-Dukaten 5.42. — Na-polevnsd'or 9.03'/,. Gedenktafel über dir am 2 2. Februar 1872 stattfindenden Lizi. tationen. 3. Feilb., Schwinger'sche Real., Voloska, BG. Rudolfswerth. — 3. Feilb., Karc'sche Real., Martinsdors, BG. Naflenfuß. — 3. Feilb., Krasovc'sche Real, Studenz, BS. Laas. — 3. Feilb., Dollenz'sche Real., Weixelburg, BG. Sittich. — 3. Feilb., Pajk'sche Real., Draga, BG. Sittich. Lottoziehung vom 17. Februar. ____________Triest: 63 70 57 55 7. Theater. Heute: Zum dritten male: DaS Schloß Roche. Komische Oper in 3 Akten von L. Halevy. Musik v. Offenbach. 20 Stück Laibacher Gasaktien L 200 S. 85-1) find im ganzen oder einzeln zu verkaufe». Offerte unter M. München, besorgt die Expedition dieses Blatte«. Bei v«i-ou findet ein für das Freithurner Revier in Unterkrain Aufnahme. Be-werber erhalten bis 16. März in dessen Wohnung (Deutscher Platz Nr. 202) hier oder bei der Verwaltung m Krupp näheren Bescheid. (65—3) Nmnpkoir HMrt Irikksr befindet sich in der LM N ÜW 1. Stock neöen dem Theater. LM- Aufträge auf Bettflanmen nnd Federn werden angenommen. (613—17) üis uuübertrvltv»! von 0»8 1-oinslo, dosls, natül-Iivksto unä snsi-ksnnl wil-Icssmsls gogon und gogvn Llci'ofvln, sl»u1su88e!ilLgs, lli'Ü8snIci'anI<- köiton 8ekwäoklivklcsi1 u. 8. >v. ist — «lie klasclle 1 1>. — 6nt>v6erxer8 >Vitve, Ottokar 8e«»enlt, ^Miik-Ksr, nnd , XaufwLnu; Oilli: I'nuix ^>»ne8oli, Kaufmann; ^u