tnr Kunst, Literatur, Theater u. geselliges Leben. -~>V>G^ NNNNGÄ^W ^N NNOVGNW» NGNNNZGW, ^ HO. Montag am November Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich zwei Nummern, jedes Mol ein halber Nogen. Der Preis des Blattes ist in Laibach ganzjähria ü, halbiahrig 3 fl. Durch die f. f. Post unter <2nuvert mit portofreier Zusendung aanzjiihria u, halbjäbrig 4 ss. C. M., und wird halbjährig voraus­ bezahlt. Alle t. l. Postämter nehmen Pränumeration an. In Laiback pränumerirt man beim Verleger am Rann, Nr. «yo, im ersten Stocke Herbstmelancholie. (Di n talter Todessckauer Weht bin durch die Natur, Die Näuine steh'n »oll Trauer, Voll Trauer steht die Flur. Wie ist's auf allen Wegen Nu öde und so fahl! Kein Nlümchen lacht entgegen Dem frost'gen Sonnenstrahl. Ist Alles hingeschwunden, Nur Astern steh'n allein, Als wollten sie gewunden Zu Todtentränzen sei)». D'rum möcht' das Herz ich scharren Tief in das dürre Laub; Dort sollt' es ruh'n und harren, Vis neu ergriint der Staub. Vis wieder mild hernieder Das Aug' der Liebe lacht, Vielleicht, daß ihm dann wieder Ein neuer Lenz erwacht. Ioh. Nep. Vogl. Der Möllthaler. Vaterländische Novelle von Dr. Rudolph Puff. (Beschluß.) Da meldete ein Soldat, er habe im aufsteigenden Monde Tritte im frischen Schnee gesehen, die nach dem Heuschlage hinter dem Hofe führten, die Sache komme ihm verdächtig vor. Der Unteroffizier warf einen mißtrauischen Blick auf Schenk und seine Tochter, die sich des Zitterns nicht erwehren konnten. Sieben Mann werden mit ihren Bajonetten das Heu aufräumen! befahl der Sergeant, die übrigen laden scharf und bleiben im Hause. Gott, nur ein Wort, einen Blick laß' mich dem armen Erhart geben, betete Aennchen leise und wollte gegen die Thüre, aber die gekreuzten Bajonette verwehrten ihr den Ausgang. Die Patrouille zog ab, einige Minuten vergingen, plötzlich»wurde es laut im Heuschlage, ein dumpfer Lärm wogte näher- Wir haben ihn, wir haben ihn! schollen freudige Stimmen, indeß Aennchen die Knie brachen, und sie sich nur müh­sam an den zitternden Vater hing. Ein unartikulirter Freudenschrei entrang sich unwillkührlich ihrer Brust, als sie Michel gebunden in. die Stube brachten. Was soll das? fragte Schenk, sich wieder sammelnd, im ernsten Mo­mente froh, daß es nicht Erhar t war, im nächsten aber auch erschüttert durch die unabwendbare Gefahr, die sei­nem Sohne drohte. Ja, was es soll? meinte Michel, das weiß ich selbst nicht; ich — ich stieg Abends auf das Heu, um auszurasten, und schlief recht fest ein, da kam es mir vor, es schnarche noch wer neben mir, ich fragte, aber es kroch ganz sachte ein Kater oder so was über das Dach hinaus und hinunter. Gleich darauf stiegen Soldaten hin­auf, machten einen höllischen Lärm und stießen mit den Bajonetten ins Heu, als wenn sie dreschen wollten, dann rißen sie mich heraus, banden mich und jubelten über mich, als wenn sie weiß Gott was an mir hätten. Still Bur­sche! rief der Sergeant. Aber es ist ja mein Sohn, fle­hete der alte Schenk. Mag seyn, desto schlimmer für euch, versetzte der Unteroffizier. Kennt ihr den Menschen? fragte er die Tiroler. Ja riefen sie fest und entschloßen, er ist der flüchtige Anführer vom Möllchale. Gott möge es uns ver­zeihen, daß wir es sagen. Ich kenne euch nicht, meinte Michel mit dummem Staunen. Stelle dich nicht so dumm, rief ein Franzose und stieß ihn mit dem Kolben. Nu, das ist arg, dem Schulmeister war ich nie gescheid genug, und die wollen mich noch vernünftiger prügeln, als ich bin, seufzte Michel. Die drei Gefangenen wurden strenge be­wacht, und noch in der Nacht die Sache dem Major ge­meldet. I n der Frühe traf ihr Todesurcheil ein. Jetzt ergriffMicheln eine unnennbare Angst; nur nicht sterben, klagte er — es ist für das Vaterland, trösteten ihn die Ti­roler, die sich wenig daraus machten, weil nur ihr kühner Gefährte durch das Opfer erlauft war. Der Vater war in Verzweiflung; er bat, er beschwor die Soldaten, ihn zum Major zu führen, um die Sache aufzuklären, aber sie blieben ungerührt und entschuldigten sich mit der eiser­ 334 nen Pflicht, niemanden aus dem Hause zu lassen, bis nicht am Morgen das Erekutions-Commando versammelt sey. Wie ein rettender Engel erschien Merveur , aber leider war er gerade beordert worden, die Fusilirung voll­ziehen zu lassen. Erhart's zahlreicher Anhang, fürchtete der Major, könne den Aufschub der Erecution gefährlich machen. Als iHm Schenk die Verwechselung aufklärte, und er sich selbst von Michels Unschuld überzeugte, fer­tigte er sogleich den treuen Erdmann an den Major ab, um ihm den gefährlichen Zrrthum in der Person vorstellen zu lassen. Der Major erwiederte kaltblütig: Mitgefangen, nütgehangen! — das Schenk'sche Haus sey bei der Sache so sehr mitverwickelt, daß der Alte froh seyn könne, noch so abzukommen; das einzige, was er gewähren könne, sey ein Aufschub von vier und zwanzig Stunden, während welchem die Gefangenen, streng bewacht, zum warnenden Beispiele auszustellen, am zweiten Morgen aber unnach­sichtlich zu erschießen seyen; nach der Exekution habe sich Merveu r mit seinem Commando an das Bataillon anzu­schließen und mit nach Sachsenburg abzumarschiren. Mi t schwerem Herzen traf der gefühlvolle Adjutant die trauri­gen Anstalten. Vl. Der trübe Tag, voll Wind und Schneegestöber, brachte den zum Tode Ausgesetzten wenig Besuche, und die ver­doppelten Wachen erklärten sich als eine unnöthige Vor­sicht. Die Packpferde der Franzosen standen schon gesat­telt, die Krieger ordneten ihre wenigen Habseligkeiten, in­des; ein französischer Feldkaplan die drei Todeskandidaten vorbereitete. Schenk tröstete den armen Michel, und Merveur das betrübte Aennchen. Außer dem Dorfein der Kneipe saß ein mürrischer fremder Bauer neben einem Elsaßer, der im französischen Bataillon diente. Der junge Franzmann bramarbasirte von seinen Heldenchaten, machte sich lustig über seine Kameraden, denen der rechte Feind entwischt sey; mir, rief er, soll keiner auf der Welt eine Nase drehen. Brav,-Vorsicht ist gut, meinte der Bauer. Laßt uns noch eins trinken. Ja, das kann nicht schaden, jubelte der Franzmann mit rothen Wangen, wird mir heute so noch kalt werden, da muß ich die Nacht bei dem ein­fältigen Kerl zubringen, der morgen statt dem andern fu­silirt wird. Man sperrte sie alle drei auseinander, ver­mutlich, damit sie sich nicht loshelfen mitten unter den Wachen, ha, ha, ha! — Sind noch viele mit euch in der Stube beim Michel? fragte der Bauer. Ich allein, ver­setzte der Elsaßer, denn heraußen steht ohnehin die Wache, und zum Teufel gehen würde der Thor auch ohne mich nicht. Der Bauer schenkte wacker ein, bis sein Gefährte im Rau­sche sich verredete und ihm auch die Parole verrieth. Weiß der Teufel, lallte der Soldat, der Wein ist nicht schlecht, aber gähnen macht er, nun es wird Zeit seyn, daß ich aufbreche; wenn es nur nicht so rabenfinster wäre, und das leidige Dorf so winklicht. Ich will euch ins Dorf führen, erbot sich der Bauer, p-rrole <»' Iwnel»-, sehr galant, erwie­derte der Soldat, hing sich an den Arm des Bauers und wankte mit ihm aus der Kneipe. Sie mochten nicht weit gegangen seyn, als der Bauer den Elsaßer mit Niesen­stärke zu Boden warf, knebelte und ihn seiner Kleider be­raubte, die er sich in Hast überwarf. <<6l NekLoeKin« und <>t! ?ri^i»i bis zu der Pill,,/,» nel '!'ri!,l»,!»>L wegkommen sollen. Zwölf Jahre werden zur Ausführung dieses Planes erfordert. Wenn dies zu Stande kommt, so dürfte Mailand einen der schönsten Plätze der europäi­ schen Städte aufzuweisen haben. Mailand am Z. November 1838. Vorgestern Nachmittags gegen 3 Uhr ist dir kaiserlich­ russische Großfürst-Thronfolger hier eingetroffen. Se. Ex­ cellenz, der lommandirende General Graf Radetzky mit mehren Offizieren hohen Ranges empfing ihn vor der Vili« Veüie, wo er abgestiegen war. Der Erzherzog-Vicekönig erschien bald darauf, Höchstdensclben zu begrüßen, und der Großfürst begab sich darauf in die Hofburg, den Besuch erwiedernd. Gestertt veranstaltete man ihm zu Ehren eine große militärische Kirchenparade auf der großen i'w',,?,» )per»aire Gestalten, wie sie uns der Verfasser in seiner Sa­bine vorführt/ haben der Wirklichkeit gegenüber, immer einen harte» Stand. Solch eine Einfalt, wie sie Sabine im Anfange ausspricht, kommt immer auf Kosten des Verstandes zu stehe», denn sie rührt uon einem Man­gel an Beobachtungsgabe her. Wie verträgt sich nun dieser Verstandes­mangel, bei dem allerdings viel Liebenswürdigkeit des Herzens bestehen sann, mit der Von Sabine später entwickelten List und Verstellunasgobc? daß die Liebe diese Veränderung bewirft, will ich gerne glauben, nur hätte ?