80. lahrgang Nr. 121 Freitag, den 51. Mai 1940 Erscheint wöchentlich sechsmal Inseraten- und Abonnements-Annahme in der Verwaltung. Bezugspreis: (mit Ausnahme der Feiertage). Abholen oder durch die Post monatlich Din 23.—, bei Zustellung Din 24.—, für Schriftleitung, Verwaltung und das Ausland monatlich Din 35.—. Einzelnummer Din 1.50 und Dm 2.—. Ma- Buchdruckerei Tel. 25-67, 25-68, W S K3 § §§ nuskripte werden nicht retourniert. Bei Anfragen Rü ckp-orto bei 1 e gem. 25-69, Maribor, Kopaliäka ob 6. PMla ^ Inriborrr Mtunn Flandern-Schlacht vor dem Abtchluß Nascher Fortgang der KnegSoperattonen in Flandern und im Artois / Nach Berichten der Alliierten leisten die ein-gejchlossenen französischen und englischen Truppen nach wie vor heftigen Widerstand / Neuter meldet den Beginn der Einschiffung der britischen Truppen / Der gestrige Berliner Heeresbericht: Das Schicksal der eingeschlossenen Truppen der Alliierten besiegelt / Lille, Ostende, Brügge und Äpern besetzt / Truppen der Alliierten in Narvik eingedrungen / Nom hält die Lage der umzingelten alliierten Truppen für äußerst kritisch London, 30. Mai. Reuter berichtet mit Datum vom 29. d.: Die englischen Truppen ziehen sich im Verlaufe erbitterter Kämpfe zurück. Nach den bisherigen Berichten sind starke Abteilungen des britischen Expeditionskorps bis an die Meeresküste herangekommen und haben *ich dortselbst eingeschifft Der Rückzug wurde mit großer Tapferkeit und geschickten Deckungsmanövern durchgeführt. Die Moral der Truppen ist unerschüttert. Das Oberkommando gab den englischen Truppen den Befehl, das Ma terial, welches in Belgien zurückgelassen Werden mußte, durch Sprengungen zu vernichten, um es nicht in die Hände des Feindes gelangen zu lassen. London, 30. Mai. Reuter meldet: Die Admiralität und das Kriegsministerium haben gestern folgenden Bericht erlassen: Wir erhielten in den Morgen stunden den Bericht über die Einnahme vor. Narvik durch unsere Truppen. Fra-geres und Forsneset sind in unseren Händen. Paris, 30. Mai. (Avala.) H a v a s meldet: Die Deutschen haben die Lage, die nach der Entscheidung König Leopolds in der allgemeinen Stimmung der Alliierten entstanden war, ausgenützt. Die Deutschen dringen weiter vor und sind jetzt überall schwierige Kämpfe zwischen deutschen Truppen und alliierten Deckungsverbänden im Gange. Die Umgruppierungen der alliierten Truppen waren zwecks Sicherung nach der belgischen Kapitulation vonnöten. Die französischbritischen Truppen haben die Lage mit allem Ernst und aller Entschlossenheit zur Kenntnis genommen. Die belgische Kapitulation hat noch lange keine Beunruhigung und Kleimnut gesät, wohl aber die Entschlossenheit der verbündeten Truppen gestärkt. Die deutschen Verluste sind nach Ansicht aller Beobachter überaus groß. Die Luftwaffe der Alliierten bombardierte in Massen Straßen und Kommunikationsknotenpunkte, Marschkolonnen, Kraftwagenkolonnen und Panzerabteilungen der Deutschen. In Deutschland Wurden militärische Ziele in Bremen und Hamburg mit Bomben belegt Ebenso bombardierte die deutsche Luft-Waffe die Etappe der Alliierten. Sehr Schwer wurden die Hafenanlagen in Dün kirchen bombardiert, hingegen ist die Stadt nicht unmittelbar bedroht In Calais vermochten sich die französischen Truppen gestern abends noch zu halten. Berlin, 30. Mai. (Avala) DNB berichtet: Aus dem Führerhauptquartier wird vom 29. d. berichtet: Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: »Das Schicksal der französischen Armeen in Flandern ist besiegelt Ihr Widerstand im Raum südlich Lille ist zusammengebrochen. Die englische Armee, die im Raum Dixmuiden, Armentiers, Bailleul Bergues, westlich Dünkirchen zusammen-ged ängt ist, geht durch unseren konzentrischen Angriff ebenfalls ihrer Vernichtung entgegen. Durch raschen Durchstoß in Nordflan-devn v/u'de Briigge durchschritten, Osten;)? genommen, Dixmuiden erreicht. An der Yser und am Yserkanal nördlich • lei et der Feind noch verzweifelten ' Mer -fand Deber dem Mahnmal der deutschen Jugend bei Langemarck, dem Schauplatz ihres heldenmütigen Kämpfens 1914, weht die Reichskriegsflagge. Lflle ist im Angriff vom Osten und We-,sten erreicht; die Stadt genommen. Im Vorgehen von Westen her ist Armentiers besetzt Bei Bailleul wird noch gekämpft. Ostwärts Cassel wurde die befestigte fran zöslsche GrenzsteBung, die der Gegner mit verkehrter Front verteidigte, durchbrochen und die belgische Grenze erreicht. Bei Wormhoudt sind noch Kämpfe im Gange. Dünkirchen liegt unter dem Feuer unserer schweren Artillerie. Die deutsche .Luftwaffe bekämpfte am 28. Mai zurückflutende Kolonnen aller Art, Truppenansammlungen und Panzerwagen. Bei der bewaffneten Aufklärung vor der belgisch-französischen Küste und im Kanal wurden drei Zerstörer, zwei Transporter und zwei Frachtschiffe mit Bomben angegriffen und schwer beschädigt, ln der mittleren Nordsee durch Bombentreffer ein feindliches U-Boot versenkt. Die Vernichtung eines weiteren U-Bootes ist wahrscheinlich. Deutschen Schnellbooten gelang es, trotz ungünstiger Wetterlage vor dem belgischen Kanalhafen Nieuport wiederum einen nach England flüchtenden großen feindlichen Zerstörer durch Torpedoschuß zu versenken. An der Südfront wurden einzelne Vorstöße feindlicher Infanterie mit Panzerkampfwagen abgewiesen. Die Verluste des Gegners in der Luft betrugen am 28. Mai insgesamt 24 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf 16, durch Flak 8 abgeschossen. 3 deutsche Flugzeuge werden vermißt Hauptmann Mölders errang seinen 20. Luftsieg. Die Abschüsse durch Flakartillerie haben sich nach genaueren Feststellungen in der Zeit vom 1-6. bis 25. Mai von 100 bisher bekanntgegebenen auf 265 erhöht. Die Gesamtzahl der seit dem 10. Mai durch die Flakartillerie erzielten Abschüsse beträgt damit 607. Außerdem vernichtete die Flakartillerie in dem gleichen Zeit raum 101 feindliche Panzerwagen. In Norwegen ist der Feind gestern, von zahlreichen Kriegsschiffen unterstützt, an der Erzbahn gelandet und vom Norden her in Narvik eingedrungen. Deutsche Kampfverbände griffen die dort liegenden feindlichen Seestreitkräfte an. Ein größeres Kriegsschiff erhielt einen schwerer. Treffer mittschiffs und stellte unter starker Rauchtentwicklung das Feuer ein. Drei Kreuzer und ein Zerstörer sowie ein Frachter erhielten schwere Bombentreffer. Truppenausladungen bei Ankenes wurden mit zahlreichen Bomben belegt.« Berlin, 30. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gab gestern bekannt: In fortschreitendem Angriff zur Vernichtung der englischen Armee stürmten unsere Truppen Ypern und Kemmel. Paris, 30. Mai. Die Agenze Havas berichtet mit Datum vom 29. d. M.: Der Hollands Verwaltung Haag, 30. Mai. (Avala.) Das DNB meldet: Im historischen Schloß Graven-haage erfolgte heute vormittags die feierliche Einführung General Christian s e n s als des militärischen Oberbefehlshabers und des Reichsministers Dr. Seyß-Inquart als des zivilen Reichs kommissärs in Holland. Den feierlichen Akt nahm Q'er Oberbefehlshaber für Holland und Belgien General von Falkenhausen vor. Die holländische Bevölkerung zeigte lebhaftes Interesse für diesen geschichtlichen Vorgang. Der Feier wohnten zahlreiche deutsche, holländische und ausländische Journalisten bei. Vor dem Eingang zum Schloß waren Ehrenkompagnien des Heeres, der deutschen Polizei und’ der Schützen zur Aufstellung gebracht worden. Der feierliche Akt wurde im herrlich geschmückten Schloßsaale vorgenommen. Nach der Ansprache des Generfals von Falkenhausen hielt Reichskommissar Dr. Seiß-Inquart eine Rede, in der er die Gründe darlegte, die den Führer bei der Aufteilung der beiden Arbeitsdomänen in Holland bewogen haben NuAand lehnt Gonderver-handlungen mit England ab DIE ENGLISCHE ABORDNUNG UNTEF DER FÜHRUNG VON SIR STAFFORD CRIPS MUSSTE WIEDER HEIMKEHREN. Moskau, 30. Mai. (Avala.) Wie gemeldet wurde, befand sich eine britische Wirtschaftsmission unter der Führung von Sir Stafford Grips bereits auf dem Wege nach Moskau, um die seinerzeit abgebrochenen russisch-englischen Wirtschaftsverhandlungen fortzusetzen. Diese Absicht der englischen Regierung fand jedoch jetzt, wie das DeutscheNach richtenbüro meldet, ein jähes Ende. Wie die offizielle sowjetrussische Nachrichtenagentur TASS in den gestrigen Abendstunden mitteilte, hat Außenkom- gegeben, in der festgestellt wird, daß die Sowjetregierung nicht geneigt sei, Herrn Grips und auch keine andere britische Sondermission zu empfangen. Wenn Eng land den Wunsch habe, der russischen Regierung gewisse Mitteilungen zu machen, so genüge hiezu die britische Botschaft in Moskau. Auf Grund dieser amtlichen Erklärung des Chefs der Sowjetregierung und Leiters der Außenpolitik mußte die britische Sondermission, die auf ihrer Reise nach Moskau bereits in Athen eingetroffen war, unverrichteter Din amtliche Bericht vom 29. d. M. morgens lautet: Unsere Truppen lösten im Norden mit bewunderungswürdiger Tapferkeit dem Feinde Widerstand. Nach zaver lässigen Berichten körnten wir jedoch behaupten, daß die Verluste, die die Deutschen bei den gestrigen und heutigen Zusammenstößen eilitten, noch ganz besonders groß sind. An der Maas und an der Aisne wurden örtliche Kämpfe erfolgreich ausgefochten. Südwestlich von Chateau Forien wurde ein feindlicher Angriff abgewiesen. Oestlich der Aisne waren in der Nacht keine bedeutsameren Ereignisse zu verzeichnen. Köln, 30. Mai. (Avala.) Di« Agenzia Stefani berichtet: Obwohl aus London und Paris beruhigende Nachrichten aus. gegeben werden, ist die Lage an der Nord front für die Alliierten mehr als kritisch. Wie man erfähert, sind 20 britische u. 20 französische Divisionen hauptsächlich zwischen Dünkirchen und Nieuport ein-geschlossen. Die Deutschen haben in den eroberten Kanalhäfen bereits ihre schwe. re Artillerie in Stellung gebracht. Der Sonderberichterstatter der Agenzia Stefani ist der Ansicht, daß die Lage der AM, ierten auf dem genannten Gebiet mehr als kritisch ist. Paris, 30. Mai. (Avala.) Havas meldet: In hiesigen amtlichen Kreisen wird die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, daß trotz der ernsten Lage im Norden noch nicht alles verloren sei und daß sie sich einigermassen verbessern lasse durch die Maßnahmen, die die alliierten Truppen in diesem schweren Augenblick getroffen haben. Sicher ist, daß die deutschen Truppen schwere Verluste erlitten haben und daß sie vollkommen erschöpft sind. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, hat die deutsche Luftwaffe bis jetzt 2000 Flugzeuge verloren, das ist die Hälfte der gesamten Effektiven, die zu Beginn des Krieges zum Einsatz gebracht wurden. Von 6000 Panzern, die die Deutschen eingesetzt hatten, seien 2000 vernichtet worden. Trotz der kritischen Situation, in der sich die französischen und britischen Truppen unter dem Kommando des Generals Blanchard befinden, könne man zuverlässig sagen, daß sie tapfer kämpfen und alles getan haben, um sich aus dieser Situation zu retten. Paris, 30. Mai. Die Agence Havas berichtet mit Datum vom 29. d. M.: Die Lage im Norden ist unklar. Erbitterte Kämpfe mit mörderischen Versuchen der unter einander gemischten Abteilungen. Gestern abends hielten die französischen Truppen noch immer Calais und Dünkir. chen in ihren Händen. Kronrat in England London, 30. Mai. (Avala.) Gestern abends fand im Buckingham-Palast ein Kronrat statt, dem die Mitglieder der Regierung unter dem Vorsitz des Königs teilnahmen. missar Molotow eine Erklärung ab- ge wieder nach England zurückkehren. Zürich, 30. Mai. (Devisen.) Beograd 10, Paris 8.075, London 14.25, Newyork 446, Mailand 22.50, Berlin 178.25, Stockholm 106.25, Budapest 79.30, Athen 3,* Bukarest 2.25, Helsinki 8.50, Buenos Aires 101. Die Kriegslage Im Lichte der Weltkritik Neutrale Stimmen Wer öle Entwicklung der Kriegsoperationen in Flandern und im Westen überhaupt / Das allgemeine Llrteil geht dahin, daß die Schlacht in Belgien ihrem baldigen Ende zuneigt Rom, 30. Mai. Der italienische Miilitärfacbschrift-Stetier General Cabiati kommentiert die Kriegslage im Westen wie folgt: Die Lage, die durch die Kapitulation Belgiens geschaffen wurde, gestaltete sich nun derart, daß die drei eitige-gchlossenen französischen Armeen und' eine englische Exipedifionsarmee nur mehr einen engen Gang besassen der jedoch von den Deutschen in zwei Teile zerschnitten wurde: einen Teil bei Lille, den anderen bei Dünkirchen. Diese Armeen sind nach zweiwöchigen Kämpfen bereits vollkommen erschöpft. Es mangelt ihnen auch schon an Proviant u. and. Bedarf, den sie nur mehr über Dünkirchen beziehen konnten. Auf Dünkirchen schleuderten die Deutschen jedoch in der Nacht vom 28. zum 29. Mai Tausende von Bomben. Dünkirchen steht jetzt in Flammen. In Flandern kreisen 3000 deutsche Flugzeuge über dem Feind, um ihn so bald wie möglich zur Kapitulation zu zwingen. In der genannten Nacht verloren die englische und die französische Armee zwei Drittel ihres Bestandes an Toten und Verwundeten. In Ar dres, Bezirk Calais, wurde ein englische Bataillon bis auf den letzten Mann vernichtet. Schon dies beweist die übermenschliche Tapferkeit der eingeschlossenen Armeen. Die allgemeine Auffassung geht dahin, daß die englische und die französische Heeresleitung dem Oberbefehlshaber in Flandern General B 1 a n-chard den Auftrag zur Kapitulation erteilen wercfon. In diesem Zusammenhänge ist die Kapitulation König Leopolds sowohl den Engländern als auch den Franzosen willkommen gewesen, da sie sich darauf berufen können, wenn ihre Armeen den Beschluß der Übergabe fassen werden, Genf, 30. Mai. Das hiesige »J o u r-nal de Qeneve« befaßt sich in einem Leitartikel mit der Kriegslage im Westen und insbesondere mit den Gründen der deutschen Erfolge. Eine der Ursachen der deutschen Erfolge sei darin zu suchen, daß man in England und Frankreich den Nationalsozialismus Adolf Hitlers allzusehr von der leichten Seite und oberflächlich genommen habe, ohne sich um die seelische Umwälzung des deutschen Volkes zu kümmern. Ein zweiter Fehler sei es gewesen, das Regime Adolf Hitlers durch die Brillen der aus Deutschland geflohenen Em-igranten zu betrachten. Die unmöglichsten Dinge seien erzählt, geschrieben und auch geglaubt worden. Inzwischen habe Hitler eine Armee geschaffen, die sich als Forderung seiner Politik ergab. Hitler wußte, daß seine Politik gewagt war, und daß er früher oder später auf internationale Schwierigkeiten stoßen werde. Man müsse jedoch sagen, daß er bis jetzt mit den Mitteln, die er geschaffen, immer Erfolg hatte. Andrerseits hätten die militärischen Mitarbeiter Hitlers die Lehren des Weltkrieges besser ausgenützt als die Alliierten. Hitler — so schreibt »Journal de Gencve« — hat bereits in »Mein Kampf« bedauert, daß der deutsche Generalštab im Weltkriege die Operationsbasis nicht schon damals gegen England erweitert habe. Die Alliierten wären sicherlich nicht so überrascht geworden, wenn sie sich nur einigermaßen Um die militärischen Publikationen der Deutschen in den letzten zehn Jahren gekümmert hätten. In diesen Schriften ist die jetzige Kampfesweise genau geschildert worden. Hitler hat in einer Rede im Jahre 1935 erklärt: »Wenn ich den Gegner angreifen will, so werde ich nicht monatelang mit ihm umherstreiten und debattieren, sondern ich werde so handeln, wie schon immer in meinem Leben: ich werde mich plötzlich und unerwartet auf ihn werfen.« General' Müller schrieb ein Buch über die motorisierten Truppen, General v. Metzsch analysierte bis ins kleinste Detail den Charakter des modernen Krieges. Der Geneml der Panzerwaffe Lutz schrieb in seinem Buch: »Die selb -, ständigen Panzerkolonnen müssen rasch ins Feindesland eindringen, durch ihre Geschwindigkeit überraschen, alles zerstören und alle Nachrichtenanlagen vernichten. Das ist die m odene Kavallerie«. Man muß also sagen, daß die Alliierten der deutschen organisatorischen Entwicklung weder im Politischen, noch im Militärischen gefolgt sind. Der von den Deutschen aufgezwungene totale Krieg forderte von vomeherein andere Maßnahmen als lediglich die Verteidigung einer befestigten Linie. Die deutschen Erfolge können, zusammengefaßt, auf folgende Umstände zurückgeführt werden: auf die neue Auffassung des Krieges, auf die Häu fung der erforderlichen Mittel und auf die gewissenhafte Vorbereitung jeder Aktion. Moskau, 30. Mai. Die »Pravda« bringt einen Aufsatz aus der Feder des Generals Ivanov, der die militärische Lage in Flandern erörterte. In dem Aufsatz heißt es u. a.: »Seit gestern sind bedeutsame Veränderungen eingetreten. Das belgische Heer hat kapituliert. Den Deutschen steht also der Weg nach Dünkirchen offen. Ein Rückzug der Alliierten stößt auf überaus große Hindernisse. Es ist wenig wahrscheinlich, daß sie sich durch die deutschen Linien werden durchschlagen können. Eine volle Einkreisung mit allen sich daraus ergebenden Folgen wird das Ende der Operationen sein. Andererseits ist die Unterstützung von der Somme nicht stark genug. Sie wird keinen Einfluß auf die Lage der Eingeschlossenen üben, weil sie sicherlich zu spät kommen wird. Wie die große Schlacht in Flandern ausgehen wird, ist ziemlich klar. Was dann auf die Schlacht folgen wird, das wird uns schon die nächste Zukunft lehren.« Paris, 30. Mai. Havas meldet: Alle Blätter kommentieren die Kapitulation des Königs von Belgien und heben mit besonderer Befriedigung hervor, daß sich die verfassungsmäßige belgische Regierung mit dieser Kapitulation nicht einver- standen erklärt habe und die Regierung Pierlot entschlossen sei, den Kampf an der Seite der Verbündeten fortzusetzen. Der Chefredakteur des »Petit P a r i-s i e n« befaßt sich in seinem Leitartikel ebenfalls mit der Kapitulation des belgischen Königs und erwähnt hiebei, wie dieser im Jahre 1930 die Kündigung des Locarnopaktes seitens Deutschland und die Passivität Frankreichs gelegentlich der Wiederbesetzung des Rheinlandes ausgenützt habe, um sich von allen Bünd nispflichten England und Frankreich gegenüber zu befreien. Charles Maurice befaßt sich im gleichen Blatt mit der militärischen Lage und bemerkt, daß durch die Kapitulation König Leopolds III. mitten im Kampfe, die Situation an der Nordfront vollkommen verändert worden sei. Durch die Ueberga be der belgischen Truppen, die die Front Ostende-Menin zu halten gehabt hätten, seien die französischen und englischen Einheiten, die übrigens überall in schwere Kämpfe verwickelt gewesen seien, entblößt worden. Leon Blum meint im »P o p u 1 a i r e« Frankreich habe vor einigen Tagen schwere Prüfungen auszuhalten gehabt, deren schwerste die belgische Kapitulation gewesen sei, weil sich gegen diese auch Herz und Verstand auflehnten. »Ohne unsere treue Pflichterfüllung gegenüber Belgien«, meint der ehemalige französische Ministerpräsident, »hätten wir Mittel gefunden, den Feind zu blockieren. Ohne unsere Treue gegenüber Belgien hätten wir auf unseren Linien immer noch englische und französische Divisionen, die jetzt auf belgischem Boden kämpfen müs sen.« Washington, 30. Mai. Der »Sun« schreibt nach der Kapitulation des belgischen Heeres: »Dieser Zusammenbruch bedeutet für die Alliierten einen erschütternden, aber keinen tödlichen Schlag. Die bitteren Vorwürfe Pierlots sind leicht zu begreifen. Jedenfalls stehe fest, daß Deutschland in Frankreich einen großen Sieg über die Alliierten errungen habe.« Die »Newyork Tim es« schreibt, daß ein derartiger Vorgang in den Annalen Belgiens noch nicht verzeichnet sei. Man frage sich nun, wie lange Deutschland dieses Tempo aushalten werde. Deutschland habe offenbar entschieden, »alles zu erreichen«. Ueber die Lage der Alliierten spricht sich das Blatt in pessimistischem Sinne aus und sagt, daß ihnen jetzt nicht einmal mehr der Rückzug nach England möglich sei, da alle in Frage kommenden Häfen von deutschen Bomben in Brand gesetzt worden seien. Die Lage in Calais, insoferne sich dieser Hafen noch in alliierten Händen befände, sei auf jeden Fall äußerst kritisch. Rach der Gefangennahme des Generals Glraud Unser Bild zeigt den Kommandeur der IX. französischen Armee General Giraud, der bekanntlich bei seinem Eintreffen an der Front südlich von Sedan mit seinem ganzen Stab in deutsche Gefangenschaft geriet. Das Bild zeigt den General bei der Ankunft in einem deutschen Flughafen Moskau, 30. Mai. Die Nachrichtenagentur Tass berichtet: Der Militärfach mann der offiziösen »I z v e s t i j a« bringt eine Darstellung der Kriegslage im Westen und meint, daß die Deutschen so rasch die Kanalküste erreicht haben, sei vor allem eine Folge der deutschen Überlegenheit in der Luft sowie der engen Zusammenarbeit zwischen der Luftwaffe u. dem Landheer. Die Deutschen hätten außerdem alle ihre verfügbaren Reserven in den Kampf geworfen. Die außerordent lieh große Anzahl motorisierter Verbände, Panzer und schwerer Bomber habe eine derart rasche Entwicklung im Kampfe ausgelöst, wie sie bisher nicht bekannt war. Die Heeresleitung der Alliierten vermochte sich nicht so rasch der moderne# Kampfweise der Deutschen anzupassen, so daß das Millionenheer der Alliierten trotz tapferen Widerstandes in die Gefahr gekommen sei, vernichtet zu werden. Der 28. Mai brachte den Alliierten einen der schwersten Schläge. 500.000 Mann der belgischen Armee, die den Hauptstoß der deutschen Offensive auffing und außerdem den Rückzug und die Umgruppierung der englisch - französischen Divisionen zu decken hatte, streck ten die Waffen. Die belgische Armee war vollkommen erschöpft, außerdem verschoß sie fast ihre gesamte Munition. Durch die Kapitulation der Belgier wurden die Verbündeten im Norden in eine äußerst gefährliche Lage gebracht. Durch die Einnahme von Lille und Dünkirchen können die Deutschen dieser Armee in den Rücken fallen, was ihr definitives Ende wäre. Deutsche motorisierte Truppen, die die Kanalküste erreichten, sind in breiter Front zum Angriff gegen die englischen Abteilungen übergegangen, denen sie den Rückzug zum Meere abgeriegelt haben. Deutsche Schnellboote sind in die Aktion eingesetzt worden, um die Rückverschiffungen der englischen Truppen zu vereilteln. Unter diesen Umständen ist es schwer verständlich, warum die Alliierten noch immer mit ihrer Gegenoffensive zögern, die geeignet wäre, die Truppen im Norden einigermaßen zu entlasten. Berlin, 30. Mai. Das Deutsche Nachrichtenbüro kommentiert die Lage in Flandern wie folgt: Die englische Armee in vermutlicher Stärke von 5 Divisionen ist auf einem Raum eingeschlossen, der 20 Quadratkilometer mißt. Einige Einheiten, die die Lage noch nicht kennen, kämpfen noch immer, da sie an eine Änderung glauben. Diese Armee ist verloren. Obwohl schlechtes Flugwetter herrscht, wird sie keine Zeit mehr haben, sich über den Kanal zu retten. Dünkirchen wird beschossen. Über der Küste kreisen deutsche Flugzeuge, um Einschiffungen zu verhindern. Die französische Armee ist vollkommen in den Sack bei Lille eingenäht. Auch dieser Armee droht die vollständige Vernichtung, wenn sie sich nicht rechtzeitig ergibt. Die Flucht ist vollkommen ausgeschlossen, weil Lille inzwischen ein genom men wurde. Die Liquidierung dieser Front ist nicht mehr eine Frage von Tagen, sondern von Stunden, obzwar die Kämpfe an manchen Abschnitten noch weitergehen. Die Franzosen wissen noch nicht, daß sie von allen Seiten umzingelt sind. Die Franzosen vermochten nicht den Durchbruch ihrer Linien zu verhindern, sie können auch keine Offensive vom Süden her organisieren. Die Kapitulation des belgischen Heeres hat in keinerlei Weise die Lage beeinflußt, in der sich die Franzosen im Norden befinden . Ottawa, 29. Mai. (Aval.) Havas meldet: Ministerpräsident Mackenzie King brachte im kanadischen Parlament eine Erklärung Churchills Uber die Kapitulation König Leopolds von Belgien zur Verlesung und betonte hiezu, daß er die Erklärung des britischen Premierministers annehme. Mackenzie King kommentierte die Erklärung Churchills mit keinemWort »Ottawa Journal« schreibt, daß nach der Kapitulation des belgischen Heeres die britische und die französ'sche Armee von allen Seiten eingeschlossen sei. Rußland für die Aufrechterhaltung des Friedens im Süd osten Militärische Vorsichtsmaßnahmen der Sowjetunion am Schwarzen Meere Moskau, 30. Mai. Die Sowjetpresse zeigt immer größeres Interesse für alle europäischen Fragen. Vor allem erörtert sie das Dardanellenproblem und die Frage Südosteuropas. Besondere Aufmerksamkeit wendet die russische Presse jenen Gebieten zu, die in der heutigen Entwicklung der Dinge entscheidende Bedeu tung gewinnen könnten und welche die Sowjetdiplomatie als wesentlichen Teil der russischen Interessensphäre bezeichnet. Aus den Kreisen der ausländischen diplomatischen Beobachter in Moskau erfährt man, daß starke Truppenkontingente in das Schwarzmeergebiet entsandt worden sind. Besonders viele Truppen sind bei Odessa zusammengezogen. Sehr bedeutsam ist, daß dort nicht nur die Landtruppen, sondern auch die See- und Luftstreitkräfte verstärkt worden sind, was bisher nicht der Fall war. Die Trup-penzusammenziehung im Schwarzenmeer gebiet hat nach Erklärung maßgebender Moskauer Kreise als Sicherheitsmaßnahme zu gelten. Sowjetrußland habe, erklärt man, nicht die Absicht, in den Krieg einzutreten, denn es liege im Interesse Rußlands, daß in diesem Teil Europas unter allen Umständen der Frieden erhalten bleibe. Die militärischen Maßnahmen seien für den Fall ergriffen worden, daß eine fremde Großmacht das gegenwärtige Gleichgewicht auf dem Balkan zu stören beabsichtige. Zürich, 30. Mai. Die »Neue Zürcher Zeitung« berichtet aus Budapest: In ungarischen politischen Kreisen weiß man nichts davon, daß die Sowjet-regierung die Respektierung der ungarischen Neutralität in einer Sondererklärung zum Ausdruck gebracht hätte, wie dies in einem Teil der Auslandpresse vermerkt worden sei. In maßgebenden ungarischen Kreisen wird hiezu erklärt, daß die Sowjeteigierang hiezu auch keinen Grund habe, da zwischen Moskau und Budapest normale und korrekte Beziehun gen herrschen. Die »N. Z. Z.« verweist in ihren Berich ten aus Beograd, Sofia, Bukarest und Budapest auch darauf, daß die Beziehungen zwischen Moskau und den Staaten des Donaubeckens sowie des Balkans, eine zunehmende Verbesserung erfahren hätten. Der Berner »B u n d« erklärt in seinem Leitartikel, daß Italien ein Eingreifen Sowjetrußlands in die Angelegenheiten des Balkans nach Möglichkeit vermeiden wolle. Andererseits trachte Italien, es zu verhindern, daß die kleinen Staaten in den Krieg der Großmächte gezerrt werden. In römischen Kreisen sei man der Meinung, daß Jugoslawien auf dem Balkan die vorsichtige Rolle Schwedens spie le. Von der Türkei allein hänge es ab, ob sie in den Krieg,hineingezogen werde .oder nicht. Lebhafte diplomatische Tätigkeit in Nom DIE ERSTE BESPRECHUNG DES FRANZÖSISCHEN PIERRE LAVAL MIT CIANO. SONDERDELEGIERTEN Rom, 30. Mai. Aus ganz verläßlicher Quelle erfährt man, daß der frühere französische Ministerpräsident Pierre L a-v a 1 Dienstag abend in Rom eintraf. Vom Bahnhof begab er sich sofort in den Palazzo Chigi, wo er von Außenminister Graf C i a n o empfangen wurde. Laval überbrachte der italienischen Regierung den Vorschlag der französischen Regierung, bezüglich der von Italien aufgestell ten Forderungen, soweit sie Frankreich angehen, in Verhandlungen einzutreten. Aus derselben Quelle verlautet, das Frank reich bereits Vorschläge gemacht habe, die für Italien sehr günstig seien. Die Vor Schläge beträfen jene Punkte, über die sich Italien und Frankreich unmittelbar einigen könnten. Interessant ist, daß heute auch der diplomatische Vertreter Amerikas in Deutschland in Rom eingetroffen ist und daß der deutsche Botschafter in Rom von Mackensen Unterredungen mit hohen Beamten des Außenministeriums hatte. Der diplomatische Vertreter Amerikas in Berlin hatte eine Unterredüng mit dem amerikanischen Vertreter beim Vatikan und stattete darnach dem Grafen Ciano einen Besuch ab. Europa-Krieg und Amerika AUS EINER REDE DES AMERIKANISCH EN GROSSINDUSTRIELLEN WENDEL: «FRANKREICH UND GROSSBRITANNIEN DIE ERSTE VERTEIDIGUNGSLINIE DER VEREINIGTEN STAATEN N e w y o r k, 30. Mai. (Avala.) Der be kannte amerikanische Großindustrielle Wendel Wilkie, von dem behauptet wird, daß er auf der republikanischen Liste für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten kandidieren wird, hielt in Akron (Ohio) eine Rede, in der er dem amerikanischen Außenminister Cordeil Hull vcscnlug, an die Verbündeten di? »offiziell ' und vollkommen offene Anfrage im Namen des amerikanischen Volkes zu richten, welche Hi’fe außer einer ak- tiven Truppenbeistellung die Vereinigten Staaten zur Wetterführung des Krieges leisten könnten.« Wendel erklärte seinen Vorschlag mit der schweren Kriegslag?, in der sich Frankreich und Großbritannien befinden und betont hartnäckig, daß Frankreich und Großbritannien die erste Verteidigungslinie der Vereinigten Staaten bildeten. Wendel setzte seinen Wählern auf verschiedene Weise auseinander, daß die Vereinigten Staaten, falls sie jetzt den Moment zur Befestigung ihrer .ersten Verteidigungslinien in Europa ver isäumten, später der gleichen Lage ausgesetzt wären, wie jetzt Großbritannien, nämlich, daß sie den Krieg vor den Toren Amerikas hätten. Die künftigen Bläue Deutschlands Immer deutlichere Orientierung gegen Frankreich. B er 1 i n, 30. Mai. Die gegen Frankreich gerichtete deutsche Orientierung wird im mer klarer zum Ausdruck gebracht. Besonders auffallend ist die Tatsache, daß der deutsche Rundfunk das Kampflied »Ueber die Schelde und den Rhein marschieren wir siegreich nach Frankreich hinein!« emittiert, während die Belgier gleichzeitig als Opfer Englands 'hingestellt werden. Man spricht jetzt nichts über die weiteren Pläne der deutschen Heeresleitung, doch werden Gerüchte ausgestreut, denen zufolge jetzt England an die Reihe gekommen sei. Aus der Erfahrung heraus kann jedoch die Schlußfolgerung gezogen werden, daß Hitler immer mit Ueberraschungsmomenten operierte. Er unternimmt nie Dinge, von denen gesprochen wird oder die erwartet werden. Neutrale Beobachter sind der Auffassung, daß etwas ganz anderes kommen werde. Sie Prophezeien ferner, daß der Krieg am 1. Juli 1940 beendigt sein werde. Dritte Session des Obersten Sowjetrates. Moskau, 29. Mai. (Avala.) Tass berichtet: Im Kreml wurde gestern die dritte Session des Obersten Sowjetrates eröffnet. Der Eröffnungssitzung wohnten alle Mitglieder des Sowjetrates, des diplomatischen Korps, der Institute für Kunst und Wissenschaft sowie der Armee bei. Das Erscheinen Josef Stalins, Molo-tows, Woroschilows und der übrigen Volkskomissäre wurde wärmstens be-Volkskommissäre wurde wärmstens be-sidenten des Obersten Sowjetrates Žda-now eröffnet. Alle Punkte der Tagesordnung wurden einstimmig angenommen. Der Volkskommissär für Finanzen Schaf-ranoiw teilte dem Obersten Rat mit, daß der Rat der Volkskommissäre der dritten Session den Staatshaushaltsplan in Höhe von 25.326 Millionen Rubel unterbreitet habe. Belgiens Gold befindet sieh in London. Rom, 30. Mai. Wie die italienischen Blätter aus Washington berichten, hat die belgische Regierung schon früher Gold und Devisen im Betrage von 370 Millionen Pfund Sterling nach London überbringen lassen. Deutschlands Haltung Luftkrieg Von unserem Dr. Fa.-Mitarbeiter. B-c r 1 i n, 24. Mai. Der starke Einsatz der deutschen Luftwaffe im Westen, der 'insbesondere auch auf gegnerische Flugplätze gerichtet war, gibt den Nachrichtenagenturen der Westmä-cbte Anlaß zu ider Behauptung, Deutschland habe offene Städte und andere nichtmilitärische Ziele angegriffen. In den Meldungen von Reuter ;und Havas finden sich Angaben über die .Beschädigungen von Wohnhäusern, Fabriken und über die Verluste von Men-tschenleben, mit denen die obige Behauptung glaubwürdig gemacht werden soll. 'Aus alldem wird die Folgerung gezogen, daß Deutschland zum totalen Luftkrieg 'übergegangen sei. An deutscher zuständiger Stelle werden diese Behauptungen mit größter Entschiedenheit zurückgewiesen. Man sieht in ihnen nur eine Wiederholung der aus dem Weltkrieg bekannten Propagandamethoden, mit denen die deutsche Armee barbarischer Kriegsmethoden beschuldigt u. dadurch ins Unrecht gesetzt werden sollte. Wie wenig die von Havas und Reuter 'verbreiteten Nachrichten zutreffen, beweist nach deutscher Ansicht der offizielle Kriegsbericht der Gegenseite, in dem bisher nicht der geringste Hinweis auf eine Bombardierung offener Städte und nichtmilitärischer Ziele durch die deutsche Luftwaffe zu finden sei. Man erwähnt in diesem Zusammenhänge auch die amtlichen Feststellungen französischer Behörden, daß bei dem Luftalarm der letzten Tage durch Sprengstücke der eigenen Flalk zahlreiche Franzosen zu Schaden gekommen und sogar getötet worden seien. In Berlin besteht der Eindruck, daß die von der französischen Flak angerichteten Schäden in tendenziöser Weise den deutschen Flugzeugen zugeschoben wurden. Von deutscher Seite wird, wie wir bereits früher mitzuteilen in der Lage waren, au's diesem Anlaß erneut festgestellt, daß die deutsche Luftwaffe -nach wie vor den Befehl hat, ihre Angriffe auf militärische Ziele zu beschränken. Von einem totalen Luftkriege in dem Sinne, wie er jetzt von der französischen Propaganda Deutschland unterstellt wurde, könne also keine Btuj als NWeumftadt Tätigkeitsbericht des museumVereines in ptuj für das jahr 1939. Im Laufe der vorigen Woche fand im hiesigen städtischen Ferk-Museum die alljährliche ordentliche Vollversammlung des Museumvereines statt. Da Obmann Dr. J. Komljanec krankheitshalber abwesend war, leitete und eröffnete die Vollversammlung Dr. I. F e r m e v c mit eitler kurzen Ansprache in der er der verstorbenen Vereinsmitglieder gedachte, um gleich darauf auf die Tagesordnung überzugehen. Das vorjährige Sitzungsprotokoll wurde einstimmig angenommen. Schriftführer A. S m o d i č erstattete seinen Bericht über die Tätigkeit des Ausschusses im verflossenen Vereinsjahr, aus welchen wir folgende Einzelheiten entnehmen. Beim Abreissen des alten Hauses beim jetzigen Weinbaumuseum fand man in den Grundmauern einen großen römischen Marmorblock mit der Inschrift M. MAI, weicher nachträglich in den Sockel des Wejnhsumuseums eingemauert wurde. — Ebendort wurde noch ein zweiter Stein mit einem gotischen Inschriftsband, auf welchem die Buchstaben SCH und die Jahrzahl 1527 eipgemeißelt sind, eingemauert. Ursprünglich befand sich jener am Erker eines alten Büfgerhäuses, welches an Stelle des neuen Rathauses am Florjanski trg stand-. Im Vorjahre entdeckte man am. Slovenski trg einen altchristlichen Pilasterstein mit einfacher Ramenornamentik, welcher zweifellos von der vielgesuchten Basilika stammt. Ferner wurden dort zwei Gräber mit Skeletten ohne jegliche Beigaben und Spuren einer römischen Straße aufgedeckt. Beim Ausheben des Erdreiches für die Grundmauern der Villa des Pfarrers Alt stieß man am Fusse des Panoramaberges auf römische Mauerzüge, Fußböden und zahlreiche keramische Reste. Auch am gegenüberliegenden herrschaftlichen Grund fand man nebst vielen Gefäßscherben einen roten Ringstein mit eingekerbter sit- zender Frauengestalt. Besonders zahlreich waren hier römische und andere Münz-fun-de aus allen Jahrhunderten. In der Schottergrube in Zg. Hajdina, welche sich tief in ein römisches Gräberfeld erstreckt, grub man nebst gut erhaltenen Krügen, Urnen und anderen Gefäßen auch sehr schöne bronzene Schnallen, Schließen und Fibeln aus. In den benachbarten Grundstücken versuchte Univ. Prof. Dr. B. Saria. seine im Vorjahre aufgedeckte römische Wasserleitung zu verfolgen und irgendwelche Reste des römischen Lagers aufzudecken, doch verliefen diese Forschungen bisher erfolglos. In den Feldern nordwestlich von Skor-ba stieß man beim-Pflügen wiederholt auf römische Mauerreste und Gefäßscherben, diesmal aber auch auf eine Münze des Kaisers Numerianus. Es .scheint, daß sich hier eine bisher unbekannte römische Ansiedlung befand. In unmittelbarer Nähe des III. Mithrä-ums in Zg. Breg fand man ein römisches Urnengrab. Die schwarze Urne war bis zum Rande mit Knochenasche ungefüllt u. mit einem Deckel zugedeckt. Auch ein Füßchen einer römischen Marmorskulp- tur, wahrscheinlich von einem Mithrasre-lief stammend, wurde aufgelesen. Schließlich sei noch hier der Unterteil eines glatten römischen Sarkophags zu erwähnen. Weit besser erhalten war der Unterteil eines anderen römischen Sarkophages mit netten Säulchen, doch war von einer Inschrift nichts mehr zu erkennen. Man fand ihn auf den Feldern bei Sv. Vid und brach te ihn auf die Herrschaft Turnišče bei Ptuj, wo er sich jetzt befindet. Beim Mithräum in Sp. Hajdina wäre das Wächterhäuschen einer größeren Ausbesserung bedürftig, ebenso müßte ein neuer Zaun errichtet werden. Das dritte Mithräum in Zg. Breg zeigte einige größere Sprünge und schon lange entspricht die Dachkonstruktion nicht mehr seinem Zwecke, da sie zu schwer ist. Sehr angebracht wäre auch eine bessere Konservierung des berühmten Orphe-usdenkmafs, eines der schönsten Sehenswürdigkeiten unserer Stadt aus der Römerzeit. In den letzten Jahren leidet es zunehmend an Witterungseinflüssen. Im übrigen erstreckte sich fast die ganze Tätigkeit des Museumsv-ereines in den Maribor. Donnerstag, den 30. Mai Intensive Tätigkeit der Voiksuniversität WEITERE FORTSCHRITTE AUF DEM GEBIETE DER VOLKSAUFKLÄRUNG. Rede sein. Die deutsche Luftwaffe werde jedoch jeden gegnerischen Angriff auf offene Städte vielfach vergelten. Zu dem französischen Angriff auf die offene Stadt \ Freiburg, der bekanntlich zur Ankündigung deutscher Vergeltungsmaßnahmen für jeden einzelnen Fall solcher Art Anlaß gab, wird übrigens bekannt, daß sich unter den Opfern dieses Angriffs 13 Kinder im Alter von 5—12 Jahren befinden, die sich innerhalb der Stadt auf einem Kinderspielplatz aufhielten. Der Krieg in Europa und die Newyorker Börse. N e w y o r k, 30. Mai. Die United Preß berichtet: Auf die Nachricht hin, daß Bel gien kapituliert hat, sanken die Kurse an der Newyorker Börse um 7 Points. Belgische Papiere sanken um 150 Dollars. Die deutschen Papiere erzielten die hoch sten Kurse im heurigen Jahre. Die italienischen Obligationen verzeichneten eben falls eine gewisse Befestigung. Das englische Pfund sank um 7 Cents, ebenso erlitt der französische Franken eine Abschwächung. Hollands Königin und Regierung bleiben bei ihrer Haltung. London, 30. Mai. Reuter berichtet: Ein Vertreter der holländischen Regiernug erklärte in London, daß die Kapitulation des belgischen Königs die Haltung der holländischen Regierung in keinerlei Wei se beeinflussen könne. Königin und Regierung seien fest entschlossen den Kampf bis zum Endsiege fortzusetzen. ... niMimiiiHi ui !!■■■■ iii iwiiHMHiiimuiiMii111 Freitag 31. Mai. L j u >b 1 j a n a, 7 Morgengruß. — 7.15 Morgenmusi'k. — 11 Schulstunde. — 12 Kämtnerlreder (Schaltpl.). — 13.02 Mi-t-tagskonzert des Radioorchesters. — 18 Frauenstunde. — 18.20 Zither. — 18.40 Französisch. — 19.20 Nationale Stunde. (Vortrag über Fran Levstik als Schriftsteller und Journalist). — 19.50 Maiandacht. — 20 Kompositionen von Jeniko, Parma und Vidosič. — 22.15 Strauß-Walzer. — Beograd, 19.40 Russische Zigeunerromanzen. — 20.10 Symphoniekonzert des großen Radioorchesters (Beethoven, Mozart, Mendelssohn). — Sofia, 19 Klavierkonzert. — 19.50 »Zauberflöte«. — Prag, 18.30 Opernübertragung. — 21.30 Kammermusik. — L o n d o n, 22 Kammermusik. — R o m I, 21.15 »Revisor«, Komödie von Gogolj. — Budapest, 17.15 Zigeunerorchester. — 20.10 Konzert des großen Orchesters. — Wien, 17.15 Chor. — 19.30 Hörspiel mit Musik. — 21.15 Leichte Musik. — Berlin, 20 Kleines Orchester. »Kannst du dieses Rätsel raten? Es hat vier Beine, einen Schwanz und sagt Wau wau — was ist es?« »Du kennst das Rätsel also schon?« * Wally: »Du machst ja heute einen glücklichen Eindruck?« Hilde: »ich habe auch allen Grund dazu. Ueberall spricht man schon von meiner heimlichen Verlobung;« Eine der hervorragendsten, jedenfalls aber der wichtigsten Kulturinstitutionen von Maribor ist unbestritten unser Volks bildungsverein, die Volksuniversität, die bald nach Kriegsende von Baurat Ing. Janko Kukovec unter Mitwirkung aufopferungsvoller Kulturarbeiter ins Leben gerufen worden ist. Ing. Kukovec steht von allem Anfang an an der Spitze dieser eminent wichtigen Kulturinstitution und ist nach wie vor mit ihr aufs engste verbunden, obwohl er schon seit Monaten nicht mehr in Maribor tätig ist. Die unermüdliche Tätigkeit der Volksuniversität kam auch in der gestern abends stattgefundenen Jahreshauptversammlung zum Ausdruck, in der der Prä ses Ing. Kukovec den Vorsitz führte. Während der Abwesenheit des Obman nes leitete der agile Schriftführer Professor S t u p a n die Volksuniversität im Sin ne der Intentionen des Baurates Ing. Kukovec. Im abgelaufenen Tätigkeitsjahr gab es insgesamt 41 Veranstaltungen, da von 37 Vorträge, ein Violinkonzert und drei Vorführungen von Kulturfilmen mit entsprechenden Erläuterungen. Die Vorträge umfaßten in der Hauptsache zwei Zyklen, einen medizinisch-hygienisch und einen geographisch-politischen. Besondere Bedeutung kommt gegenwärtig dem letzt genannten Zyklus zu, da in den Vorträgen Gegenden und Staaten behandelt wurden, denen im gegenwärtigen Kriege besondere Aktualität zukommt. Außerhalb der beiden Zyklen wurden 17 Vorträge gehalten, die technische, wirschaft-liche, geschichtliche, literarische, Musik-und soziale Fragen sowie Theater, Naturgeschichte und Flugwesen behandelten. In 21 Fällen wurden die Ausführungen von Lichbildern begleitet, während drei Vortragende Diapositive in Naturfarben vorführten. Von den Vorträgen wurden 25 in slowenischer, 11 in serbokroatischer und einer in englischer Sprache gehalten. Über die Vermögenslage berichtete der still, aber unverdrossen wirkende Kassier Ivan Matelič. Seinen Ausführungen ist zu entnehmen, daß, wie alle unsere Kul-Jturmstitutionen, auch die Volksuniversität ,mit Schwierigkeiten finanziellen Charakters zu kämpfen hat. Es ist unbedingt notwendig, daß die maßgebenden Kreise und ‘die Öffentlichkeit sich der Wichtigkeit der Volksaufklärung in größerem Maße bewußt werden und der Volksuniversität mit ausgiebigeren Zuwendungen zur Seite springen. Der Besuch war im vergangenen Geschäftsjahr zufriedenstellend und belief sich auf 5562 Zuhörer, durchschnittlich auf 135 Personen pro Veranstaltung. Der Vorsitzende unterstrich im weiteren Verlaufe der Tagung die besondevn Verdienste, die sich der Schriftführer Prof. S t u p a n und der Kassier Matelič um die Entwicklung der Volksuniversität erworben haben, da sie ja während der Abwesenheit des Obmannes fast ausschließlich allein diese wichtige Kulturinstitution leiteten. Bei der Wahl der neuen Leitung wurde der langjährige Präses Ing. Kukovec wieder an die Spitze des Ausschusses gestellt, um die Kontinuität in der gegenwärtigen politischen Hochspannung in Europa nicht zu beeinträchtigen. In den Ausschuß traten Rechtsanwalt Dr. Max šnuderl und der Arzt Dr. Jakob Aleksič, während im übrigen der Vorstand unverändert geblieben ist. Sodann wurden Richtlinien für die Tätigkeit der Voiksuniversität in der nach sten, im Herbst beginnenden Sa'son festge legt. Vor allem wird die Leitung ein Programm ausarbeiten, daß in erster Linie den breitesten Volksschichten gewidmet sein wird, weshalb die Vorträge so populär als möglich gehalten werden sollen. m. Regimentsfeuer. Das Mariborer Artillerieregiment begeht am 6. Juni aus An laß der 21. Wiederkehr des Tages, an dem die Batterien des Regiments zum ersten Mal auf das Zollfeld (Kärnten) vorgestoßen waren, seine traditionelle Regimentsfeier. m. Neuer Facharzt. Der Arzt des Mariborer Allgemeinen Krankenhauses Doktor Franz Cun drč legte in Beograd die Spezialistenprüfung für Ohren-, Nasen-und Halskrankheiten mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Wir gratulieren! m. Festakademie im Theater. Im Laufe der gegenwärtigen Kinderschutzwoche veranstaltet die Mariborer Ortsgruppe der jugoslawischen Union für Kinderschutz morgen, Freitag, den 31. d. um 20 Uhr im Theater eine Festakademie. Am Programm, das Rezitationen und Gesang Vorführungen umfaßt, wirken die Mitglie der des hiesigen Theaterensembles Frl. Elvira Kralj, Anatol Manoševski und Frau Jelka Iglič-Cimerman, das Mariborer Trio und die Schülerinnen der Lehranstalten der S c h u !-Schwestern mit. Als Schlußveranstal tung ist S o n tag, den 2. Juni um 11 Uhr im Stadtpark ein Konzert ge kleine schadhafte Wasserstandtafel vom Drauturme überführt und aufbewahrt. , Besonders viel Zeit und Mittel wurde der Museumsbibliothek gewidmet, welche im ständigen Anwachsen begriffen ist. — Nebst den üblichen Ankäufen und Neuerwerbungen, wären besonders reiche Bücherspenden der Herren Dr. Komljanec, Dr. Kovačič M., Univ. Prof. Saria, Dr. Alföldi, Frau M* Skraber und anderer zu erwähnen. Zahlreiche Werke wurden gebunden. Mit Wahrung des Eigentumsrechtes kamen in das Museumsarchiv über 200 Urbaren mit sämtlichen dazugehörigen Urkunden aus der hiesigen Umgebung. Dazu erwarb man noch Katasterkarten, welche obige Urkunden vervollständigen. Erwähnenswert wäre noch ein alter Plan des ehemaligen Kapuzinerklosters in Ptuj aus dem Jahre 1810 mit Beschreibung. Es gelang ferner mit Wahrung des Eigentumsrechtes die Innungsladen der Faßbinder und Schuster mit sämtlichen noch erhalte-| nen Rechten und Urkunden zu erwerben. Ferner beteiligte sich das Museum an | der Weinausstellung am 10. und 11. März Id. J. mit einer kleinen Ausstellung ver- dacht, das die kleinen Harmonikaspieler sowie der Chor der beiden Knabenbürgerschulen bestreiten. m. Aus dem Postdienst. Zu Postinspek toren wurden ernannt die Postbeamten Wilhelm Pupis und Vaclav Kunst beim Postamt Mariborl, Franz Volavšek und Martin Sotine beim Postamt Maribor 2, Maria Debeljak, Cyrilla Novak, Albin Lajtgeb und Michael Horvat in Celje, Josef Dvorak in Ptuj, Franz Mlinarič in Sre dišče, Franz Žniderik in Pragersko, Josef Stegenšek in Sv. Jurij bei Celje, Josef Krivec in Slov. Bistrica, Anton Pevec in Ormož, Maria Posti in Beltinci, Ivan Jam nik in Meža und Franz Brumec in Gornja Radgona. m. Hochschulnachricht. An der König Alexander-Universität in Ljubljana haben das juristische Diplom erworben Ivan Zver aus Nedelice in Prekmurje, Vinzenz Butala aus Stari trg sowie Josef V 11 h, Aleš 2 o r g a, Matjanko Dolenc und Franz G r i m š i č aus Ljubljana. m. In Cirkovce am Draufelde ist der bekannte Gastwirt, Kaufmann und Realitätenbesitzer Ivan K o r ž e gestorben. Der Verstorbene wird am Freitag um 10 Uhr beigesetzt. Friede seiner Asche! m. Die Ljubljanaer Mustermesse vertagt. Im Sinne eines Erlasses des Handelsministeriums wurde die für den 1. bis 10. Juni anberaumte Ljubljanaer Mustermesse abgesagt und auf unbestimmte Zeit vertagt. m. Die Pädagogenzentrale in Maribor hält am Sonntag, den 2. Juni um 10 Uhr im Festsaal der Lehrerbildungsanstalt ihre Jahreshauptversammlung ab, in deren Rahmen Prof. Gustav šilih einen Vortrag über den slowenischen Schulmann und Erzieher H. Schreiner anläßlich dessen 20. Todestages halten wird. m. Der Hutter-Wohnhausblock wird ge baut. Falls die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und -nehmern im Baugewer be zu einem Erfolg führen sollten, wird im Laufe der nächsten Woche mit dem Bau des großen Wohnhausblocks gegenüber der Bezirkshauptmannschaft des Mariborer Großindustriellen Jos. Hutter begonnen werden. Die Arbeiten haben die hiesigen Baufirmen Ing. Arch. Jclenec und Ing. Šlajmer, U. Nassimbeni und F. Kiffmann übernommen. Der Kostenvoranschlag beläuft sich bekanntlich auf etwa 25 Millionen Dinar. m. Drei neue Vertrags-Postämter werden Samstag, den 1. Juni in Nordslowenien ihre Tätigkeit aufnehmen, und zwar, wie teilweise bereits berichtet, in H a i-d i n a bei Ptuj, in Sv. Lenart bei V e-lika Nedelja am Draufelde und in Sv. Rupert in den Slovenske gorice. Es erschien bereits eine Mitteilung über den Wirkungskreis der neuen Postämter. schiedener Gegenstände, welche später im Weinmuseum untergebracht werden sollen. Der Museumverein ist in steter Verbindung mit dem Denkmalamt und anderen wissenschaftlichen Institutionen des In- u. Auslandes und beteiligte sich durch seine Vertreter auch an mehreren wissenschaftlichen Zusammenkünften. Den Ausführungen des Kasslers J. G o -r u p ist zu entnehmen, daß sich der Verein, wie schon vorher erwähnt, in einer ziemlich schwierigen Finanzlage befindet. Der ganze Geldumlauf wurde durch die Revisoren Bürgermeister Dr. Al. R e m e c und Direktor Fr. A 1 i č überprüft, welche alle Rechnungen in Ordnung fanden und dem Kassier das Absolutorium erteilten. Der Mitgliedsbeitrag blieb unverändert auf 12 Dinar. An Stelle des verstorbenen Konservators Notar V. Skrabars wurde Direktor Fr. A 1 i č gewählt. Da sich niemand mehr zum Worte meldete, wurde die Vollversammlung nach erschöpfter Tagesordnung um 18 Uhr geschlossen. Renovierungsarbeiten des alten Befesti-ggmsturmes an der Drau für das neue Weinbaumuseum. Derselbe wurde schon im Laufe des vorigen Jahres fast vollkommen renoviert, so daß er wieder seine ursprüngliche Gestalt erhielt. Vom Parke aus wurde ein neuer Eingang mit zwei Säulen Und einem kleinen Schutzdach errichtet. Darüber wurde das alte Stadtwappen, das Georgskreuz im Schilde mit der Jahrzahl 1551 eingemauert. Einst zierte es das Ungartor bei dem Postgebäude. Auch der Dachstuhl mit einer mächtigen hölzernen Zimmerdecke wurde neue errichtet. Die Stadt gemein de verschönerte die Parkanlagen beim Weinbaumuseum mft hübschen Blumenbeeten, so daß der alte Befestigungsturm eine Zierde unserer Stadt wurde. Im allgemeinen sind die Renovierungsarbeiten vollendet und es fehlt heute nur mehr im Keller das Stiegengeländer und das Legen des Fußbodens im großen Aus-Stellungssaale. Da man wegen des ständigen Anwachsens der Preise mit den Renovierungsarbeiten ziemlich eilen mußte, so wurde der ursprüngliche Kostenvoranschlag, welcher für mehrere Jahre gedacht war,, etwas überschritten,, sodaß der Ver- ein in eine schwere Finanzlage geriet. Dennoch gelang es dank der zuvorkommendsten Hilfe der hiesigen Stadtgemeinde, der kgl. Banalverwaltung und anderer Wohltäter, daß man wenigstens die größten Arbeiten vollenden konnte. Eine besondere Sammelaktion, welche bereits eingeleitet ist, versucht, die nötigen Mittel aufzutreiben, welche die Eröffnung des Weinbaumuseums noch im laufenden Jahre ermöglichen würde. ' Ferner erwähnte Schriftführer Smodič, daß sich der Bau des alten Dominikaner-.klosters, in dem das hiesige städtische Mu ;seum untergebracht ist, in einem sehr «schlechten Zustande befindet. Besonders leidet die schöne Fassade der ehemaligen Klosterkirche und auch hier müßte man •ernstlich auf die Erhaltung dieses einzlg-’dastehenden Kunstbaues denken, damit noch nicht größere Schäden entstehen. Für die Gemäldegalerie wurden dem Museum von der Stadtgemeinde bereitwilligst vier neue Räume angewiesen. Ueber 200 prähistorische und römische Gefäße wurden geklebt und konserviert. Ins Lapidarium wurde eine Inschrifttafel von der Mariensäule am Minoritski trg und eine Zwei weitere Vertrags-Postämter nehmen Samstag in Krain ihre Tätigkeit auf, v. zw. in Prežganje bei LPija und n Šmihel bei Novo mesto. Unlängst ist auch davon die Rede gew.* '»er,, daß staatliche Postämter in Pobrežje, Tezno und Radvanje in der Umgebung von Maribor eröffnet werden sollen, während das Vertrags-Postamt in Studenci verstaatlicht werden soll, doch ist dieser langjährige Wunsch der Bevölkerung noch immer nicht verwirklicht. m. Die Bäckermeisterinnung in Maribor teilt mit, daß die nächsten Gehi'fmprü-füttgen kommenden Mittwoch, den'5. Juni um 16 Uhr in der Kanzlei der Innung in der Aleksandrova cesta 18 abgehalten werden. m. 600 Theaterkarten für arme Kinder. Für die Nachmittagsaufführung des Mär chenspieles »Dornröschen« am morgigen Freitag wurden insgesamt 600 Theaterkarten unter arme Kinder verteilt. m. Kunstausstellung Max von Forma-cher. Wie bereits berichtet, findet im Rahmen der Kunstausstellungen des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes in der Zeit vom 1. bis 10. Iuni in den Räu men des genannten Vereines (Aleksan drova cesta 14, I., eine Ausstellung des bekannten Künstlers Max von Forma eher statt. In der Ausstellung werden Inszenierungsentwürfe, Zeichnungen, Kostümschöpfungen Formachers für das Deutsche Theater in Berlin sowie für eine- Reihe großer Filme gezeigt werden. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Samstag den 1. d. M. um 11 Uhr vormittags statt. m. Noch zwei neue Postämter werden mit 1. Juni eröffnet werden, und zwar in Sv. Rupert (Slov. gor.) und in Sv. Lenart bei Velika Nedelja. m. Unfallschronik. Die 34jährige Webe rin Stefanie U r n a u t glitt derart unglücklich aus, daß sie den rechten Fuß brach. — In Pobrežje fiel der 20jährige Hilfsarbeiter Alois Gorišek vom Fahrrad und brach sich den rechten Arm. — Der 13jährige Mittelschüler Mirko Tret jak kam beim Turnen zum Sturz und trug hiebei einen Bruch des rechten Beines davon. — Die Verletzten wurden ins Krankenhaus überführt. m. Radfahrwildling verursacht schweren Straßenunfall. Auf der Straße hinter den Drei Teichen wurde gestern die Oberstensgattin Frau Paula P a j 11 e r von einem noch unbekannten Radfahrer, der in wilder Fahrt dahergerast kam, mit solcher Wucht zu Boden gestoßen, daß sie mit schweren Kopfverletzungen sowie Verletzungen an beiden Armen und Beinen bewußtlos liegen blieb. Die bedauernswerte Dame wurde ins Sanatorium Dr. Černič überführt. m. Fahrraddieb. Dem Besitzerssohn Josef Krajnc aus št. Jurij (Slov. gor.) kam vor einem Gasthaus in der Aleksandrova cesta ein Steyr-Fahrrad abhanden. m. Wetterbericht vom 30. Mai, 9 Uhr: Temperatur 15.8 Grad, Luftfeuchtigkeit 88%, Barometerstand 728 mm, Windrich tung O-W. Gestrige Maximaltemperatur 23, heutige Minimaltemperatur 12 Grad, Niederschlag 18 mm. * Samstag Eröffnung der Dachterrasse »Orel«. Treffpunkt der Gesellschaft — Staubfrei — Höhenluft — Lift. Sonntag Konzert der Eisenbahnerkapelle. — Künftig jeden Samstag und Sonntag Konzert. Meer- und Süßwasserfische, Küchenspezialitäten, Lasko-Bier, Ljutomerer Sorten weine. Mäßige Preise. Hotel-Cafe-Restau rant »Orel«. 4366 m. Im Teiche ertrunken. In Brezula stürzte sich in plötzlicher Sinnesverwirrung die 42jährige Besitzerin Marie Prangeš in den nahen Teich und ertrank, ehe man ihr Hilfe bringen konnte. Ans Uiui p. Todesfall. Nach längerer Krankheit ist der Gemeindeangestellte Franz Friedl im Alter von 67 Jahren gestorben. R. j. p.l p. Die »Jadranska straža« veranstaltet am Sonntag, den 2. Juni ihren Adriatag, in dessen Rahmen eine öffentliche Sammelaktion durchgeführt wird. Der Gesamt erlös des Verkaufes der Erinnerungsab- Maribors Zugend in Zagreb DOPPELGASTSPIEL DER JUGEND-THEATERGRUPPE DES VEREINES »JA- DRAN-NANOS«. Der letzte Besuch der kroatischen Dich ter in Maribor gab den Auftakt zu einer innigen Fühlungnahme zwischen Zagreb und Maribor. Mit umso größerem Nachdruck sieht man jetzt in Zagreb dem Auf tritt des Jugendtheaters des Vereines »Jadran-Nanos« entgegen, das am kommenden Samstag und Sonntag im kleinen Theater in Zagreb zwei Gastspiele geben wird. Die Mariborer Theatergruppe, die sich aus Schülern und Schülerinnen der Volks-, Bürger- und Mittelschulen zusam mensetzt, wird das Märchenspiel »Im Reiche der Zwerge« zur Aufführung bringen. Das Stück brachte die Gruppe allein in Maribor sechsmal vor ausverkauftem Hause zur Aufführung und erntete auch in Celje einen durchschlagenden Erfolg. Der Gesamterlös der Aufführung ist für die Unterstützung mittelloser Mütter bestimmt, Es ist zu erwarten, daß dem Za-greber Besuch unserer Jugend alsbald weitere gegenseitige Veranstaltungen im Sinne der aufgenommenen lebhaften kulturellen Wechselbeziehungen foWn werden. Verdi: Ein MaSkenbE ERSTAUFFÜHRUNG IM MARIBORER THEATER Eine Opernaufführung ist für das musilk liebende Publikum Maribors, seitdem wir keine selbständige Oper mit regelmäßigen Vorstellungen besitzen, ein großes Ereignis. Das Thetaer ist immer gut besucht; auch über das gestrige ausverkaufte Haus kann sich die Theaterleitung nicht beschweren. Die Stimmung beim Auditorium war ausgezeichnet und man sparte nicht mit Beifall, der den Sängern sogar bei offener Szene zuteil war. Verdis Oper »Ein Maske n b a 11« gehört wie sein »Rigoletto«, »Der Troubadour« und »La Traviuta« zu den Frühschöpfungen des großen italienischne Meisters. In diesen Opern hat die Gesangs melodie, zu höchsten innerlichsten dramatischen Leben gesteigert, die absolute Herrschaft, die Arien und Ensembles sind melodisch klar und deutlich und äußerst wirkungsvoll. Das Orchester, wie es auch farbig und klangvoll ist, übertönt den Sänger nie und bleibt lediglich eine Stütze des Gesanges. Für das Mariborer Publikum ist »Ein Maskenball« schon seit Jahren, als hier noch Herr und Frau Burja wirkten, gut bekannt. Die Theaterleitung hat sich große Mühe gegeben, daß die diesjährige Vorstellung nicht hinter der einstigen Höhe zurückbleibt. Frl. Majdič, die als Gast den Part der Amelia sang, war ihrer Aufgabe gewachsen. Ihre klangvolle Stimme kam immer zur vollen Entfaltung, besonders in der berühmten Arie aus dem zweiten Akt »Hier ist der grauenvolle Ort«. Ihren Partner, den Grafen Richard, sang Manoševski, der sein Bestes gab, um trotz seiner Indisponiertheit auf der Höhe zu bleiben. Die Überraschung des Abends war Kamušči č, der die Rolle des Rene darstellte. Sein Bariton ist von einer ungemein weichen und schönen Klangfarbe. Obwohl er schauspielerisch vielleicht noch etwas unbeholfen ist, wird er mit seiner Stimme sicherlich noch große Erfolge ernten. Die Wahrsagerin Ulri-ca sang Frau Zamejič-Kovič mit ihrem tiefen und feingeschulten Alt, den wir bei dieser Sängerin so schätzen. Frau Iglič-Cimerman sang dien Pagen Oskar mit all der schelmischen Leichtigkeit, die dieser Rolle inne ist. Die Baßpartien, die beiden Verschworenen Samuel und Tom, sowie den Oberrichter sangen P. K o v ič, Gori n š e k und Škrbin-š e k. Obwohl sie zwar nicht Berufssänger sind, ergänzten sie recht gut den Rahmen des Stückes. Den Matrosen Silvan sang V e r d o n i k mit viel Temperament. Am Dirigentenpult stand1 Kapellmeister Herzog. Das Orchester könnte die Sänger stellenweise vielleicht etwas dezenter be gleiten. Die Regie führte Regisseur S krta i nš e k, der dem Spiel einen ausgewählten Inszenierungsrahmen verlieh. Erwähnenswert ist das Spiel des Harfhlsten Luk ež, der manche Steilen besonders wirkungsvoll gestaltete. jm. BöHDsaDBOtsnanEDBOBDacnDacissaH □ □ BOHDBaBDsüBnBijanMaEnannnsana rnents- und blutgetränkten Malgaj-Fahne ein. Hierauf sprach Oberst Liberat D e -far, Kommandant des 39. Infanterieregimentes, kurze Begrüssungsworte, hob die Bedeutung des Tages hervor und gelobte Seiner Majestät König Peter II. sowie dem Herrscherhaus die unverbrüchliche Treue. Die Militärparade, die rund fünfzehn Minuten gedauert hat, wurde vom Oberstleutnant Stefanovič geführt. Sie erweckte bei den Zuschauern große Begeisterung. Ehe der Dienstag zur Rüste ging, hatte die Mehrzahl der Geladenen, die an der vormittägigen Regimentsfeier beteiligt waren, sich in das Stadttheater begeben, wo ihrer eine festliche Vorstellung des Ljubljanaer Nationalltheaters wartete. Der Einladung, die von der Stadt Verwaltung ausgegangen war, hatte man freudig Folge geleistet. Es war das Werk Foersters »Die Oberkrainer Nachtigall« gewählt, eine Oper, die eine vorzügliche Wiedergabe fand. Die Zuhörer dankten am Schluß mit begeistertem Beifall. c. Evangelische Kirchengemeinde. Am Sonntag, den 2. Juni findet der Gemeindegottesdienst um 10 Uhr in der Christus ktrche statt, der Kindergottesdienst vorher um 9 Uhr. c. Krafträder ohne Schalldämpfer. Wieder liegen auf dem Arbeitstisch Ihres Berichterstatters etliche Zuschriften, in denen sich die Einsender über den Lärm be klagen, der ihnen, die Nachtruhe raubt. Am meisten beklagen sich' die Bewohner Celjes über die Rücksichtslosigkeit der Kraftradfahrer, die spätnachts mit offenem Auspuff durch die Straßen donnern. Wäre es nicht möglich, so schlägt ein Ein sender vor, daß man Verkehrskontrollen durchführt und alle Lärmfabrikanten zur Verantwortung zieht? Es ist doch Vorschrift, daß bei den motorisierten Fahrzeugen Schalldämpfer eingebaut sein müssen! Nun glauben aber einige Leute, Zeichen ist für die Entsendung von armen Schulkindern an die Adria bestimmt. Möge daher jeder sein Scherflein für diesen hehren Zweck beitragen! p. Unfälle. Der 18jährige Tischlerlehrling Ignaz Grabar aus Podvinci fand eine Patrone, die er zu Hause zu öffnen versuchte. Plötzlich ging die Patrone los und riß dem unvorsichtigen Burschen mehrere Finger der linken Hand weg. — In Mezgovci wurde der 52jährige Besitzer Michael Janžekovič von einem mit Holz beladenen Wagen begraben, wobei er schwere Innenverletzungen erlitt. — Beide wurden ins Krankenhaus überführt. p. Auf den Schweinemarkt am 29. d. wurden 367 Schweine zugeführt, von denen 122 Stück verkauft wurden. Jungschweine kosteten 70—140 Dinar pro Stück, Fleischschweine 9—10, Mastschweine 11 und Zuchtschweine 8—9.25 Dinar pro Kilogramm Lebendgewicht. p. Kino Dom. Heute, Donnerstag zum letzten Mal »Die schwarze Katze«. — Ab Freitag der französische Spitzenfilm »Die Falle« aus der Pariser Unterwelt. In den Hauptrollen Marie Dea, Pierre Renoir, Erich v. Stroheim und Maurice Chevalier. Aus ttfk c. Regimentsfeier. Die Feier des 39. Infanterie-Regimentes in Celje am Dienstagvormittag auf dem Dečkov trg fand ein sehr lebhaftes Interesse weitester Kreise. Man schätzte die Besucherzahl auf rund 3000. Es war ein buntes Bild, dem da und dort schöne alte Trachten besonderen Reiz verliehen. Die Kundgebung leitete der Aufmarsch des Militärs sowie der Kärtner Abwehrkänypfer mit der Regi- Esplanade-Tonkino. Der größte deutsche Berg- und Sportfilm »Liebesbriefe aus dem Engadin« mit Louis Trenker in der Hauptrolle. — Es folgt der fabelhafte musikalische und lustige Filmschlager »Das fremde Lied« mit Sonja Henie. Herr liehe Tänze, Musik und Gesang. Burg-Tonkino. Shirley Temple bezaubert jung und alt in ihrem neuen Spitzenfilm »Miss Broadway«. Eine unterhaltende, mit köstlichem Humor gewürzte Geschichte, die jeden Zuschauer im Banne hält. — Ab Samstag der große Kriminalfilm »Der Vorhang fällt« nach dem Kriminalstück »Schuß im Rampenlicht«. In der Hauptrolle die junge Mariborer Bühnenkünstlerin Etfie Mayerhofer. Eine tolle Geschichte von einer jungen, bildhübschen und hoffnungsvollen Sängerin, die bei' der Premier auf der Bühne als Zarin Katharina im vollen Rampenlicht durch einen Schuß getötet wind. Union-Tonkino. Der große Sensationsfilm »Die letzten Gangster« mit George Brent in der Hauptrolle. Der Film zeigt uns den Kampf und die Vernichtung der berüchtigsfen Gangsterbande. — Unser nächstes Programm »Marko Polo« mit Garry Cooper. ApoGBmnaGtöim Bis 31. Mai versehen die Mariah i l’f-Apotheke (Mr. Ph. König) in der Aleksandrova c. 1, Tel. 21—79, und die St. An to n iu s-A pot h e k e (Mr. Ph. Albaneže) in der Frankopanova ulica 18, Tel. 27—Ol, den Nachtdienst. Das Wetter Wettervorhersage für Freitag: Anhaltende Bewölkung. Regen nicht ausgeschlossen. daß es besonders »fesch« ist, mit möglichst großem Krawall durch die Straßen und über Land zu fahren. Wer nicht hören will, muß fühlen. Und wenn einige kräftige Strafen verhängt werden, dann werden es sich die rücksichtslosen Lärmmacher überlegen, noch weiterhin ihre Maschinen in einem »mangelhaften« Zustand zu belassen. Vor ungefähr 30 Jahren schon hat man zur Bekämpfung des Straßenlärms den Kutschern das Schnalzen mit der Peitsche in geschlossenen Ortschaften untersagt; was waren das für Waisenknaben gegen die heutigen Verkehrssünder! c. Bestattung. In Vič bei Ljubljana wurde die Oberlehrerswitwe Olga Kokol, geb. Likar, unter zahlreicher Beteiligung der Erde übergeben. Die Verewigte, eine gebürtige Görzerin, hat über 2&Jahre in Celje gelebt, von wo sie vor etwa zehn Jahren nach Ljubljana übersiedelte. c. Die Kammer für Handel, Gewerbe n. Industrie in Ljubljana hält Dienstag, den 4. Juni im Beratungszimmer des Handels gremlums der Stadt Celje (Razlagova ulica 8, Parterre links) einen Amstag für Celje und Umgebung ab. Der Parteienverkehr findet zwischen 8 und' 12 Uhr statt. c. Straferhöhung. Wie gemeldet, wurde am 16. April der Friseurgehilfe Johamt Vrankar in Celje vom hiesigen Kreisgericht auf Grund des Staatsschutzgesetzes zu zwei Jahren und zwei Monaten strengen Arrestes verurteilt. Vrankar legte beim Appellationsgericht in Ljubljana Berufung ein; das Begehren Vrankars wurde abgewiesen und seine Strafe auf vier Jahre Kerker verschärft und erhöht. c. Der Arbeiterausstand in der Keramischen Fabrik in Liboje dauert weiter an. Die Leitung der Fabrik kann mit Rücksicht auf die Verkaufspreise die hohen Forderungen der Arbeiterschaft nicht erfüllen. Während die Firma aus eigenem Antriebe den Taglohn um 6 Dinar erhöhen wollte, fordert die Arbeiterschaft eine Erhöhung um 8 Dinar sowie die Wiedereinstellung dreier entlassener Arbeiter c. Kino Metropol. Donnerstag und Frei tag das neue französische Meisterwerk »Die Melodie des Blutes«, ein Familienschicksal. In den Hauptrollen Raimu und Francoise Rosay. Ausgezeichnete Kräfte selbst in den kleinsten Rollen. Italien und Jugoslawien ZUNEHMENDER GÜTERAUSTAUSCH ZWISCHEN DEN BEIDEN STAATEN IM ERSTEN VIERTELJAHR 1940 NACHBAR- Wie bereits gemeldet, wird am 4. Juni d. J. in Rom die nächste Tagung des jugoslawisch-italienischen Ständigen Wirtschaftsausschusses beginnen. Aus diesem Anlaß erscheint es interessant, Betrachtungen über die Entwicklung dieses Güteraustausches während der ersten drei Monate d. J., verglichen mit der gleichen Zeitspanne des Vorjahres, anzustellen. Das Gesamtvolumen des jugoslawisch-italienischen Güteraustausches bezifferte sich für das erste Vierteljahr i940 auf 494.8 Millionen Dinar und wies somit gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres (261.6 Millionen Dinar) eine Erhöhung um 233.2 Millionen Dinar bzw. 89.5% auf. Die Ausfuhr nach Italien belief sich für die ersten 3 Monate d. J. auf 277.2 Millionen Dinar, d. 1. 15%' des Wertes der Gesamtausfuhr, gegenüber 107.4 Millionen Dinar (9.93% des Wertes der Gesamt ausfuhr für die gleiche Periode des Vorjahres. Die jugoslawische Ausfuhr hat steh also heuer gegenüber der entsprechenden Zeitspanne des Vorjahres um 169.8 Millionen Dinar bzw. 147.8% erhöht. Jugoslawien hat nach Italien hauptsächlich Weizen, Rinder, Holz, Kohlen, Karbid und einige andere Erzeugnisse aus geführt. Von der gesamten Weizenausfuhr der ersten 3 Monate d. J. entfielen auf Italien 51.1 Millionen Dinar bzw. 90.92%, von der gesamten Rinderausfuhr 18.8 Millionen bzw. 36.71% und von der gesamten Bauholzausfuhr 108.9 Millionen Dinar bzw. 36.7%. Die jugoslawische Einfuhr aus Italien bezifferte sich für die ersten 3 Monate d. J. auf 217.6 Millionen Dinar und Wie aus diesen Angaben ersichtlich wird, ist der Güteraustausch zwischen Jugoslawien und Italien trotz aller sich aus der augenblicklichen internationalen Lage ergebenden Schwierigkeiten in ständigem Aufschwung begriffen. X Zwecks Aufnahme des Güteraustausches mit Rußland trifft in den nächsten Tagen eine russische Handelsdelegation in Beograd ein. Gleichzeitig wird eine ständige jugoslawische Handelsdelegation nach Moskau abreisen. Die Mitglieder die ser Delegation dürften noch in dieser Wo che ernannt werden. X Der Tarifausschuß tritt in den näch sten Tagen wieder zu einer Tagung zusammen. Am 5. Juni tritt der engere Aus schuß zusammen, um den definitiven Antrag über die Neuklassifizierung der Güter auszuarbeiten, während der Plenar-ausschuß für den 12. Juni einberufen ist. Die Erhöhung der Gütertarife wird für den 15. Juni erwartet. X Bestätigter Ausgleich: Slavan Ribarič, Kaufmann in Maribor. X Der Holzabsatz Sloweniens machte im Vorjahre infolge der Kriegsereignisse gute Fortschritte. Nach Mitteilungen der Effekten- und Warenbörse in Ljubljana Spori Jugoslawisches Traberdeebg Maribor wird heuer wiederum der Schauplatz des größten inländischen Pferderennens sein und zwar gelangt am 4. August das mit 10.000 Dinar dotierte Jugoslawische Derby zur Austragung. In diesem Jahre stehen 31 Pferde im Rennkalender, die für diese große Traberprüfung in Frage kommen. Als Hauptkandidaten werden schon heute angesehen »Senor« (Karl Weitzl, Maribor), »Li- dija« (Jakob Vavpotič, Lokavci), »Lada« (Gestüt Bijenik, Zagreb), »L e gr o« (Alois Nivak, Banovci), »Vilma« (Ivan Lipej, Bizeljsko) u. a. Außer der Haupt prämie von 10.000 Dinar ist noch ein Züchterpreis im Betrage von 2000 Dinar ausgesetzt. Die Meldungen, denen zufol ge das Traberderby nach Zagreb vergeben worden sein soll, entsprechen daher nicht den Tatsachen. wurden auf der Börse im Vorjahr 468 Waggon Holz im Werte von 5.5 Millionen Dinar verkauft gegenüber 365 Waggons (5.2 Millioneh) und 253 Waggön (2.8 Millionen Dinar) in den Jahren 1638 und 1937. Aus aäet WeU Die Entdeckung eines wundervollen Tempels bei den Ausgrabungen in Paestum Rom (Informundus). Eine neue, sehr wichtige Entdeckung ist in dem Ausgrabe gelände von Paestum gemacht worden. In der Nähe des Ortes Torre des Cacciatore di Capaccio wurde ein aus dem IV. Jahrhundert vor Christi stammender Tempel aufgefunden, von dem schon in den Werken des Plinius und Strabonius die Rede war. Dieser Tempel war nach den Berichten der obengenannten römischen Geschichtsschreiber der Hera Argiva geweiht und von Jason gegründet worden. Außerdem haben auch der deutsche Geschichtsreibreiber des Mittelalters Cluve-rius und der italienische Geschichtsschreiber Antonini von diesem Tempel der Hera gesprochen. Mit dieser Auffindung sind sämtliche Dekorationen zum Vorschein gekommen: 36 Friesverzierungen, alle in alt-griechischem Stile und von großem künstlerischen sowie materiellen Werte (ihr Wert ist auf über 20,000.000 Lire geschätzt worden). Die Friesverzierungen, die sehr umfangreich sind und eine Dicke von ungefähr 90 cm besitzen, stellen Szenen aus dem Herkules-Mythus dar. Das freigelegte Material wird in dem Museum von Paestum untergebracht werden. Außerdem wurden einige Tausend Votiv-Terrakotten auf dem Grunde der zwischen dem Tempel und dem kleinen Forum liegenden Brunnen aufgefunden. Ein 17 Jahrhunderte alter Sportplatz wird wieder in Betrieb gesetzt. Rom, Mai. (Agit) Die Arbeiten für die Wiederherstellung des einstigen Betrie-wies somit gegenüber der gleichen Pe-|bes ^es »Massenzio-Zirkus«, dessen Rui- riode des Jahres 1939 eine Erhöhung um|nen sjch noci, vor den Toren Roms in der 63:4 Millionen Dinar bzw. 41.1% auf. Die wichtigsten Positionen der Einfuhr aus Italien stellten folgende Artikel dar: Baumwollgarne (56.3 Millionen Dinar), Baumwollgewebe (22.4), Wollwaren (13:3), Seidengarne und Seidengewebe (d5.6), Erzeugnisse aus verschiedenen Pflanzenfasern (4:5), Reis (21.6), Südfrüchte (15.7), Rohnaphtha (7:1) sowie Gummi und Gummiwaren (11.4 Millionen Dinar). Der Anteil Italiens an der ju goslawischen Gesamteinfuhr betrug bei den Baumwollgarnen 73.4%, bei den Bäumwollgeweben ungf. 40%, bei den Wollgarnen 47%, bei Reis 100%, bei Roh n^phtha ungf. 15%, bei Gummi und-Gum miwaren ungf. 40%. Unsere Handelsbilanz war gegenüber Italien für die ersten 3 Monate d. J. mit 59(6 Millionen Dinar akt-i v, während sie für die gleiche Periode des Vorjahres einen Passivsaldo von 46;8 Millionen Di nar aufgewiesen hatte. tiym'b’Mj'-a n-a, 29. d". D»e*v*e«em: Eon tion 139.28—142.48 (im freien Verkehr 1*72:33—175.53), Paris 78.48—80.78 (97116—99.46), Newyonk 4425—4485 (5480—5520), Zürich 993-.81_1003.81 (1228.10—1238.10); deutsche Clearing-Schecks 14.70—14:90. Zagreb, 29. d. Stiai-atswerte: 214%! Kriegsschaden 396—400, 4% Agrar 48— 50, 4% Nordagrar 50—51.50, 6% Begluk G—64, 6% dalm. Agrar 53—55, 6% Forstobligationen 0—58, 7% Stabilisatkmsan-ieihe 0—96, 7% Investitionsanleihe 94—96 7% Blair 0—85, 8% Blair 0—94; Priv. Agrarbank 0—175. X Der Einfuhrbedarf kn HI. Vierteljahr. Der Importaussc-huß der Nationalbank fordert die jugoslawischen Importeure auf, die Anmeldungen für den Einfuhrbe- därf im dritten Vierteljahr .1940, demnach schöne Ehrenpreise ausgesetzt. für die Zeit vom 1. Jaii bis 30. September, für eine Anzahl von Waren, vornehm lieh Rohstoffen, bis spätestens r5. Juni auf vorgeschriebenen Formularen vorzunehmen. Nähe der Via Appia erheben, sind in Vorbereitung. Der Zirkus hat eine sehr ausgedehnte Arena von 485X84 m und seine Aufnahmefähigkeit, als er auf Befehl des Kaisers Massenzio im Jahre 309 nach Christus erbaut wurde, bestand in 23.000 Plätzen. Die »Agit« teilt mit, daß man mit den Restaurierungsarbeiten die Wiederherstellung der wesentlichen Linienführungen dieses großartigen Baues versuchen wird. Bei den Ruinen des Zirkus erscheint die »spina« noch heute klar sichtbar, an derem äußersten Ende die Basis jenes Obelisk liegt, der im XVI. Jahrhundert auf den Navona-Platz in Rom gebracht wurde, wo er sich jetzt auf dem Bernini-Brunnen befindet. Die Ausgrabungen, an die man dieser Tage Hand anlegen wind, werden vor allem bedeutende archäologische Hinweise auf eine» interessante Periode der antiken, römischen Bautechnik bilden. : FußbaHgäste aos Hrastnik In Maribor ■Sonntag vormittags um 10.30 Uhr absolviert der Sportklub »Hrastnik« ein Gastspiel ln Maribor, und zwar wird den Gästen der SK. Rapid als Gegner gegenüberstehen. Leichtathletisches Propagandameeting in Murska Sobota. Der Sportklub »Mura« bringt am 2. Juni in Murska Sobota ein leichtathletisches Propagandameetmg zur Durchführung. Vorgesehen sind folgende Disziplinen: 100 Meter Junioren B und C sowie Senioren, Hochsprung Senioren und Junioren, Diskus Senioren und Junioren, Kugel Senioren und Junioren, Staffel 800 x 400 x 200 x 100 Meter Senioren, 1000 Meter Junioren C, Weitsprung Senioren und Junioren sowie Staffel 4x100 Meter Senioren. Die Anmeldungen sind bis zum 1. Juni an Prof. Tine Benedičič, Murska Sobota, zu richten. Nenngebühr wird ikeine-eingehoben. Für die Sieger wurden : Ein Mittelschüler - Tischtennisturnier wurde dieser Tage vom Sportausschuß der Jugendorganisation der »Jadranska straža« am 1. Realgymnasium in Maribor ^bestritten,. In der, AttstaUme.isteESchaft sieg te Moran (6b) vor Veble (7b) und Klad nik (7b). Anschließend wurde ein Zweikampf mit der Handelsakademie ausgetragen, in dem Vrečič (Handelsakademie) am besten abschnitt. Ihm folgen Moran (Realgymnasium), Veble (R.) und Fatur (H.). Im Gesamtresultat siegte das Realgymnasium mit 8:7. : Varaždiner »Siavija« nach Murska So bota. In Murska Sobota gastiert am Sonn tag, den 2. Juni das Ligateam der heuer wiederholt erfolgreich hervorgetretenen »Siavija« aus Varaždin. : »Čakovec« und »Gradjanski«, die beiden Cakovecer Sportklubs, wurden jetzt formell in die Mitgliedschaft des Kroatischen Fußballverbandes aufgenom men und in die Gruppe Varaždin eingeteilt. : Die jugoslawische Fußballmeisterschaft wird' am Sonntag mit drei Spielen weitergeführt, und zwar spielen in Zagreb »Hajduk«-HASK, in Beograd »Grad janski«—BSK und in Sarajevo »Jugoslavija«—»Slavij a«. : Die Zagreber Boxmeisterschaft kommt am 31. d. und am 1. Juni zur Entscheidung. : Slowakische Sportspiele werden alljährlich in Bratislava veranstaltet werden. Die ersten Spiele finden am 21. und 22. September statt. 6 Jugoslawiens Automobilisten nach Ungarn eingeladen. Anläßlich des Besuches ungarischer Automobilisten in Beograd lud der Obmann des Ungarischen Autoklubs den Jugoslawischen Autoklub zu einem Gegenbesuch in Budapest ein. : Neue Boxweltmeister. Im Weltmeister schatfskampf im Federgewicht siegte in Baltimore Archibald gegen Jeffre nach Punkten. Im Weltergewicht siegte Armstrong über Zanelli. : Die gründende Vollversammlung des Verbandes der slowenischen Sportverbände findet nicht heute, Donnerstag, sondern erst am 7. Juni in Ljubljana statt. : Das erste Motorrad - Bergrennen Die Venezianischen Sommerveranstaltungen. Venedig. (Agit) Folgendes Verzeich nis der Haupt-Volksveranstaltungen, die wie die »Agit« mitteilt, während der Sommermonate in Venedig stattfinden, wurde jetzt aufgestellt: 6. Juli: Beleuchtungs-Fantasie am Lido in Venedig — Feuerwerk — Landestreffen der Musikkapellen und Chöre — Landesversammlung der Ziehharmonika-Spieler und große Konzerte; 7. Juli: Große Landesruderregatta — Ruder-Meisterschaft, große Gondelregatta mit 4 Rudern; 20. Juli: Tra ditionelle Nacht des Erlösers Feuerwerk — Illuminierung des Giudecca-Ka-nals und der Boote; 28. Juli: Meisterschaft der Fischersegelboote — Fest der 1500 Segel; 11. August: Murano-Regatta mit Gondeln und einem Ruder ; 18. August: III. Boots-Wettrennen; 24. August: Nächtliches Fest auf dem Canal Grande — Illuminierung der Paläste; Gondeln, Vorbeifahrt allegorischer Gondeln usw. 1. September: Historische Königliche Regatta — traditioneller Zug der »Bissone« in dem herrlichen Rahmen des Canalazzo und dem St. Markus-Becken. (Agit) Wunder der Fernbedienungstechnik (RDV) Ein wichtiges Sondergebiet der deutschen Elektrotechnik ist das Fernbedienungswesen, das ein Grenzgebiet zwischen der Starkstrom- und d'er Schwachstromtechnik ist. Fernbedienungseinrichtungen werden z. B. benutzt, um die Betriebsführung ganzer Kraftwerknetze an einer Stelle zusammenzufassen. Wichtig ist auch die Fernsteuerung kleiner Kraftwerke, deren Leistung nicht groß genug ist, um die ständige Anwesenheit von Be dienungspersonal zu rechtfertigen. Gelegentlich handelt es sich auch darum, Kraftwerke fernzusteuern, die in unzugänglichen Gegenden liegen, oder für die kein geeignetes Bedienungspersonal zur Verfügung steht, wie das in den Tropen häufig der Fall ist. Die Technik ist gegen wärtig so weit fortgeschritten, daß man über eine Leitung zahlreiche Fernsteuerbefehle, Meßwerte und Rückmeldungen übertragen kann. Man bedient sich dazu ähnlicher Wählereinrichtungen, wie sie . . , . „ , -auch im Fernsprechverkehr üblich sind, ringt der HMk Zagreb am kommenden? ^Lbfrequente Nachrichtenkanäle, die den Sonntag auf der Straße auf- den Jelenovac| Starkstromleitungen überlagert werden, zur us ragung. Ihaben weitgehende Anwendung gefunden : Maeki abermals Dritter. Finnlands!Die gleichen Hochfrequenzquellen werden Weltrekordmann Taisto Maeki wurde in | auch zum Fernsprechen benutzt, u. auch einem Zweimeilenlauf hinter Mehl und hierbei kann natürlich eine Leitung mehr-Riee nur Dritter- (Mach mit Gesprächen überlagert werden. opitulation König Leopolds Die Agenzia Stefani verteidigt den Schritt des belgischen König« / Nie Auslegung in London und Berlin R o m, 30. Mai. Die Agenzia Stefani veröffentlicht in der italienischen Presse eine Verteidigung des belgischen Königs Leopold III. Die Beschuldigungen der eng üschen und französischen Regierung, denen zufolge der König sein Volk und die Alliierten verraten habe, seien äußerst ungerecht. Die Alliierten wollten die belgische Armee bis zum Ende opfern, damit General Weygand inzwischen eine feste Front an der Somme bilden könnte und die Engländer in der Lage wären, die Insel vor einem deutschen Zugriff zu sichern. Der König habe nicht so lange warten können und dieser Meinung seien auch die belgischen Generale gewesen. Die belgische Armee hätte sich bis zum letzten Mann abschlachten lassen müssen, wenn sie sich den Anweisungen der Engländer und Franzosen gefügt hätte. Die belgische Armee, die nach deutschen Aus sagen heldisch gekämpft hatte, verlor ohnehin schon 250.000 Mann, d. i. ein Drittel der Männer Belgiens zwischen 20 und 30 Jahren. Der König mußte auch 800.000 belgische Zivilflüchtlinge berück sichtigen, die sich in dem von den Deutschen eingeschlossenen Ring befanden. Die Belgier konnten auch nicht verstehen, warum die englische Flotte sich nicht im Kanal sehen ließ und warum keine Verstärkungen aus England eintrafen. Die Engländer waren nur um den Abtransport ihrer Truppen besorgt. London, 30. Mai. Hier sind Einzelheiten im Zusammenhänge mit der Kapi-tulationsenitseheidung des belgischen Königs eingetroffen, der nur sehr geringe Sympathien für demokratische Methoden an den Tag gelegt hatte und aue-i der größte Gegner des alliierten Angebotes war, über die Organisation des Schutzes Belgiens in Verhandlungen zu treten. Nach dem Einbruch der deutschen Truppen in Belgien habe der König es abgelehnt, in die Oberleitung der alliierten Heere eingeschlossen zu werden. Er habe erst dann Nachgiebigkeit gezeigt, als die Franzosen ultimativ erklärten, daß sie Belgien seinem Schicksal überlassen werden, wenn die belgische Heeresleitung nicht in die Heeresleitung der Alliierten eingeschlossen werde. Paris, 30. Mai. Reuter berichtet: Hier wird der Bericht bestätigt, daß König Leopold nach der Kapitulation der belgischen Armee in sein Schloß in Brüssel zurückgekehrt ist. Das Schloß wurde ihm von der deutschen Heeresleitung zur Verfügung gestellt. Vor dem königlichen Palais halten deutsche Soldaten die Ehrenwache. Berlin, 30. Mai. ’(Avala) Die deutschen Blätter verurteilen schärfstens die Unterhausrede C h u c h i 11 s, der versuchte habe, die Schuld für die der englischen Armee drohenden Katastrophe auf Belgien abzuwälzen. Die Blätter vergleichen dieses Verhalten Englands mit dem Verhalten der englischen Staatsmänner im Fall Norwegen. Sowohl die »D e u t -sehe Allgemeine Zeitung« als auch die »Deutsche Diplomatischpolitische Korrespondenz« betonen, daß die Kapitulation des belgischen Heeres eine neue Katastrophe der Alliierten in dem von den Westmächten an Deutschland erklärten Kriege darstelle. Immer größer wird die Zahl der Staaten, die von den beiden Westmächten kompromittiert und in den Krieg verführt wurden, um schließlich den Schlägen des deutschen Heeres zu erliegen. König Leopold hat sein Volk und seinen Staat vor unnotwendigen Opfern und der sicheren Katastrophe bewahrt. Die beiden Westmächte versuchen aber auch noch aus dieser Niederlage ihren Nutzen zu ziehen. Sie nützen den Entschluß des belgischen Königs aus, um die Last der Verantwortung auf andere Schulter zu wälzen. Diejenigen, die in Paris und in London im Sicheren sitzen, wälzen jetzt die Schuld' für den Ausgang der Schlacht auf die am Schlacht feld befindlichen Generale und Soldaten, ohne selbst überhaupt zu ahnen, wie der Krieg geführt wird. Das alles ist ein Zeichen des schlechten Gewissens. Die Schul digen werden ihren Völkern noch manches zu verantworten haben.« Lebensgemeinschaft unter dem Sniereffante (Eriennlniffc von der biologischen NanmemHett des Waldes Wir betreten eine Wiese, sofern das Betreten der Wiese nicht etwa verboten sein sollte, in einen Wald dagegen treten wir ein wie in ein Gebäude. Der Wald löst also im Gegensatz zur Wiese oder auch zu einem Feld eine räumliche Vorstellung aus. Die Blumen blühen auf der Wiese, das Getreide steht auf dem Feld, die Bäume dagegen stehen im Wald, auch die Pilze wachsen im Wald, und alles, was zum Wald gehört, lebt u. webt im Wald. Das Wort Wald bezeichnet ein räumlich geschlossenes Ganzes, und wenn wir heute biologisch den Wald als etwas Ganzes auffassen, so ist das nichts Neues. Denn was der Sprachgebrauch überliefert hat, das muß ursprünglich doch wohl einer ganz bestimmten Vorstellung entsprochen haben. Naturfremd, wie wir geworden sind hat uns erst eigentlich der Umweg über Schäden, die wir selbst verschuldeten, allmählich wieder zu jener Auffassung zurück zuführen vermocht, die nur noch in der Sprache bewahrt geblieben war. Die bessere Einsicht bemüht heute die exakte Wis senschaft, damit sie mithelfe, das Gebäude des Waldes wieder aufzubauen, Verdorbenes wieder gut zu machen u. Neues von vornherein rieht und naturgemäß aufzubauen. Wie eine Hausgemeinschaft. Der Vergleich des Waldes mit einem Ge bäude kommt uns gelegen, und er trifft auch weitgehend zu. Denn es lassen sich im Waldgebäude tatsächlich auch Stockwerke erkennen: In der Erde verborgen, liegen die Keller des Waldes mit den Kabeln und Leitungen, dicht darüber eine Art Zwischengeschoß mit Werkstätten und Laboratorien, über deren wichtige Arbeits leistungen noch zu reden sein wird. Dann folgen übereinander die Geschosse der Moose und Pilze, der Kräuter und Gräser, der Sträucher und Jungbäume u. endlich als oberstes Geschoß und Dach das der Baumkronen. Die Bäume geben dem Wald seinen besonderen Charakter, von ihnen hängt die Lebensgemeinschaft des Waldes ab, der sie selber auf Gedeih und Verderb unlöslich verbunden sind und in der jedes Glied eine andere, auf jeden Fall aber in irgendeiner Weise wichtige, für die Wald-gemeinsehaft wesentliche Aufgabe zu erfüllen hat. Immer wenn der Mensch eines der Glieder der Waldgemeinschaft ausschaltet. sei es, weil es ihn stört, ihm keinen unmittelbaren Nutzen bringt oder ihm belanglos erscheint, wird er über kurz oder lang böse Erfahrungen machen müssen. Denn die Ausschaltung auch nur eines Gliedes der Lebensgemeinschaft — Wald — bedeutet unter normalen Verhältnissen die Störung eines natürlichen Gleichgewichtes. Gestörte Gleichgewichtszustände aber haben stets und überall das Ueberhandnehmen gemeinschaftsfeindli- cher Schädlinge zu Folge, die sich niemals am Wertlosen, sondern stets gerade am Wertvollsten zu vergreifen pflegen. Waldwunder unter der Erde Eine Wanderung durch das ganze weit räumige und vielgliedrige Waldgebäude zu machen, ist iji Kürze nicht gut möglich. Wir wollen uns deshalb nur in den neuerdings erst etwas näher durchforschten geheimnisvollen tiefsten Geschossen des Waldes etwas umsehen. Den Waldboden durchzieht ein Gewirr von Leitungen, Drähten, Kanälen. Es sind zu oberst die Wurzeln der krautigen Pflanzen und Sträucher und, weiter in die Tiefe reichend, die Wurzeln der Bäume sowohl wie die Känale, die die abgestorbenen Baumwurzeln hinterlassen haben. Dazwischen drängen sich die weißlichen Stränge, Kabel und Fäden von Pilzmyzelcn. Besonders fällt auf, daß die Spitzen und feinsten Ausläufer der Baumwurzeln von solchen Pilzfäden umsponnen sind. Der Blick durch einen Kleinseher verrät, daß die Pilzfäden sogar in die Wurzelrinde eindringen. Der Verdacht, daß sie etwa Schmarotzer sind, ist unbegründet. Im Gegenteil werden durch die Pilzfäden den Baumwurzeln Nährstoffe des Bodens zugänglich, ja geradezu mundgerecht gemacht, die sie selbst nicht auifnehmen könnten. Dort, wo die Pilzfäden in das tiefere Zellengewebe der Wurzeln eingedrungen sind, werden sie verdaut. Der Nutzen scheint demnach auf seiten der Baumwurzeln zu liegen. Allein auch das ist nicht richtig; es handelt sich hier vielmehr um eine Symbiose-Erscheinung, von der beide Teile Nutzen haben. Für das nämlich, was der Pilz dem Baum abgibt, bezieht er seinerseits aus den Wurzeln alles, was er sich nicht selbst verschaffen kann, wie Zucker, Stärke usw. Diese Pilz wurzelsymbiose oder, wie der Fachausdruck lautet, Mykorrhiza, scheint außerordentlich weit verbreitet zu sein, sie ist vielleicht sogar allgemein. Tatsächlich ist es jedenfalls so, daß bestimmte Baum- arten stets mit ganz bestimmten Pilzarten Zusammenleben, ohne die sie nicht gut auskommen können. Regenwurm hat viel zu tun Zur Waldgemeinschaft gehören jedoch nicht nur die. Pflanzen, vom Baum bis zu den Spaltpilzen, sondern auch die Tiere, die Vögel, das Wild, die Käfer, die niederen Tiere bis zu den Einzellern. Das für den Wald wichtigste Tier ist zweifellos — der Regenwurm. Man hat ausgerechnet, daß sein Anteil an der Tiermenge im VValdboden gewichstmäßig bis zu vier Fünftel betragen kann und ein Hektar Laubwaldboden von etwa 3 Millionen Regenwürmern bevölkert ist. Man steile sich vor, daß eine solche Menge Regenwürmer immerhin ihre 2000 Kilo wiegt. Abgesehen davon aber fressen, verdauen und verarbeiten diese im Waldboden lebenden Würmer so emsig abgefallenes Laub, das sie in die Erde hineinziehen, so wie andere tote Pflanzenteile und Erde, daß mit der Zeit die ganze Walderde den Weg durch die Därme der Regenwürmer nimmt. Durch ihre Tätigkeit fördern die Regenwürmer weiterhin die unzähligen Scharen der Mikroben, die alles, was im Walde abstirbt, weiter zersetzen, umset-zen und so dem Kreislauf des Lebens wieder zuführen. Durch die Atmung dieser .Lebewesen wird ferner Kohlensäure frei. Dabei dürfte es sich für einen Hektar um vier bis fünf Kilogramm Kohlensäure je Stunde handeln. Für Buchenwald hat ’Lundegard sogar 15 bis 22 Kilogramm je Hektar und Stunde errechnet. Die Kohlen säure wird bekanntlich von den blattgrünen Pflanzen assimiliert. Es ist klar, daß die von den Kleinlebewesen ausgeatmete Kohlensäure das Pflanzenleben im Walde sehr wesentlich beeinflußt. Man versteht, warum die neuzeitliche Forstwirtschaft be müht ist, den Wald durch Heckenumrandung und entsprechenden Aufbau des Bestandes vor dem freien Einbruch des Windes zu schützen und die räumliche Geschlossenheit des Waldes auch aus diesem Grunde zu bewahren. Ein fremder Gast Der Wald ist eben, als Ganzes gesehen, wie ein Organismus, in dem jedes Glied oder Organ auf das andere eingespielt ist und keines ohne Störung aus dem Gesamt Organismus herausgelöst, ebensowenig aber durch ein fremdes ersetzt werden kann. Welchen Schaden ein fremder Gast unter Umständen anrichten kann, dafür Ist die um Mitte des vorigen Jahrhunderts aus dem Kaukasus eingeführte Nord-mannstanne ein Beispiel. Mit ihr wurde sehr wahrscheinlich die Weißtannenlaus (Dreyfus'ia misslini) eingeschleppt, die heute in fast allen unseren Tannengebieten vorkommt. Sie hat sich in ihrer Lebensweise als typischer Schädling den veränderten Verhältnissen angepaßt und sich auf die Weißtanne spezialisiert und gefährdet namentlich unseren Tannenjungwuchs. Fremd im Wald ist aber auch alles, was sonst nicht hineingehört, beispielsweise — Einwickelpapier, weggeworfene Flaschen und sonstiger Nachlaß unerzogener Ausflügler. Wenn dies auch in unsere bio logische Betrachtung nicht gerade hineingehört, so verdient es doch gerade jetzt der Erwähnung, ebenso wie die dringende Warnung, unsere Wälder vor Brandschäden zu bewahren. Dr. E. W. 'ŠSmBagMOEirmtiBBm. Veccelllo Tizian, der überragende Künstler der venezianischen Schule. Rom (Informundus). Tizian war von Sebastiano Zuccate, Giorgione und Gian Bellini ausgebildet worden. (Nach den Berichten der Zeit-Chroniken soll letzterer ihn von seinem Studium abgebracht haben, weil Tizian nach seiner Ansicht nie mals ein großer Künstler zu werden versprach.) Unter den zahlreichen Malereien dieses unübertrefflichen Meisters der Farbenkunst erinnern wir an das Bild der Madonna di Casa Pesaro, das die venezianische Kirche der Frari verschönt, an das Martyrium des HI. Petrus in der Kirche der Heiligen Johannes und Paulus, welches anläßlich eines Brandes vernichtet worden war, und von dem man die Kopien aufbewahrt. Dann an das Gemälde des der Jungfrau Maria erscheinenden Chri stus in der Kirche Medele; den Märtyrertod des Hl. Lorenz, die Kreuzabnahme u. die Anbetung der Hl, drei Könige in Madrid. Den Gipfel seiner Kunst scheint Tizian jedoch mit der Assunta erreicht zu haben. Die göttliche Begabung Tizians besteht in der Kunst, den Wesen und den Dingen jene Harmonie zu verleihen, die sie tatsächlich besitzen sollten, die jedoch nur verworren und nicht erkennbar in ihnen lebt. + 60 Jahre Frankfurter Opernhaus. In der kommenden Spielzeit wird die Frank furter Oper ihr 60-jähriges Jubiläum feiern. Es werden sämtliche großen Werke von Mozart und eine Uraufführung von Carl Orffs neuer Oper »Die Kluge« vorbereitet. letltHistltes Altedei Druckmessung auf elektrischem Wege (RDV) Für den Laien ist es wie ein Wunder, daß man auch nicht elektrische Meßgrößen auf elektrischem Wege messen kann. So wurden z. B. in Deutschland elektrische Druckmeßdosen für Kräf te von 250 Kilogramm bis 2500 Tonnen gebaut. Bei diesen elektrischen Meßverfahren bereitet es keine Schwierigkeit, den Kraftverlauf mit Oszillographen oder mit Tintenschreibern aufzuzeichnen. Wich tige Anwendungsgebiete sind z. B. der Maschinenbau, wo Drücke an Werkzeug-Kraft-, Arbeits- und Walzwerkmaschinen gemessen werden. Im Schiffs- und Flugzeugbau gilt es, den Propellerschub zu ermitteln; im Hoch- und Tiefbau kann das neue Meßgerät dazu eingesetzt werden, um die bei Staumauern und Straßen decken auftretenden Kräfte zu messen. Auch Drehmomentmessungen lassen sich mit entsprechend abgewandelten Einrich tungen durchführen. (RDV). Miniaturen. Einst sah der kleine Franzi vom Rings-ambauern zu, wie sein Vater um eine Kuh feilschte. Und er fragte: »Hörst, Vater! Warum hast’ denn die Kuh so zwickt?« »Dummer Bua«, antwortete der Alte, »i hab’s net zwickt; i hab’s abtaschelt, daß i seh, wie s’ bei Fleisch is, wann i s’ doch kaafa möcht!« Andertags seufzte der Bub: »Du Vater, i glaub, mir b’haltcn die Mutter nimmer lang; der Postboot’ will s’ kaafa.« »Mariborer Zerftmg« Ntmrmer 121 a reitäg, den 31. Mal 194c 'mkmtkm r --'.uraaymn b. Finansijski Glasnik. Informationszeitschrift für Finanzgesetzgebung. Nr. 5. Die Mainummer enthält Beiträge über die Banatsverzehrungssteuer, Interessengemeinschaft bei der Umsatzsteuer, das Gesetz der, staatlichen Rechnungsführung usw. b. Wilhelm Deutsch: Habsburgs Rückzug aus Italien. Die Verhandlungen von Villafranca und Zürich 1859. Preis 2.50 Reichsmark. Adolf Luser-Verlag, Wien u. Leipzig. An Hand teils noch nicht veröffentlichter Akte (z. B. Berichte des sar-dinischen Gesandten aus dem Staatsarchiv in Turin u. ä.) lies der junge Wiener Historiker ein umfassendes Bild der sturmbewegten Zeit, als Piemont den ersten Schritt zur Einigung Italiens unternahm, vor unseren Augen erstehen. Noch immer versuchte die Kabinettspolitik der europäischen Großmächte die Entwicklung in ihren Händen zu halten. Aber immer breiter klaffte der Riß zwischen der Politik der Diplomaten und dem Drängen des italienischen Volkes zur Ein heit; Napoleon III. Intrigenspiel zerbrach am heimlichen und offenen Widerstand des italienischen Volkes. b. Handbuch der geographischen Wissenschaften. Lieferung 176 und 177. Akademische Verlagsgesellschaft Athe-naion, Potsdam. Im Schlußheft der »Allgemeinen Geographie« lernen wir die Geschichte einer Pionierwissenschaft kennen — denn das ist die Geographie wie sie uns Konrad Kretschmer in fesselnden Ausführungen vermittelt. In Ihr Wesen und ihre Methoden führt uns Hermann Lautensach ein. Die Erde als Ganzes als Weltkörper, die Orientierung auf der Erde, den Erdkörper und die Erdoberfläche — behandelt Max Hannemann von hoher Warte und doch mit seltener Kraft der Anschaulichkeit. Dann folgen die großen Abschnitte: »Allgemeine Klimatologie« von Wilhelm Memar-dus, »Allgemeine Meereskunde« von Bruno Schulz, »Das Wasser des Festlandes« von Fritz Naßbaum und endlich die groß angelegte und durchgeführte »Morphologie der Erdoberfläche« von Walter Behr-mann. Es sind glanzvolle Namen der geo- graphischen Wissenschaft, die uns hier begegnen, und es sind ausgezeichnete Arbeiten, die sich wieder zu einem reichen und schönen Gesamtbild zusammenfügen. Ein weiteres wesentliches Teilgebiet geographischer Wissenschaft liegt in diesem jetzt vollendeten Bande gestaltet und abgeschlossen vor. Wieder überrascht die Fülle der Bilder, wieder sind sie vorbildlich mit dem Text verwoben und bestätigen erneut oft Gesagtes: daß in dem »Handbuch der geographischen Wissenschaft« ein Werk von allgemeinster und umfassendster Bedeutung seiner Vollendung entgegengeht. b. Neues Buch über Polen. Zu den vielen Büchern, die in der letzten Zeit über Polen erschienen sind, zählt auch das Buch »Polen, Volk zwischen Ost und West« von Rolf Wingendorf, das über 200 Seiten stark mit 22 Bildern und einer Karte im Steiniger-Verlag, Berlin SW, erschienen ist. Preis 6.80 RM. — Das Buch gibt Antwort auf die Fragen über die Entstehung des Staates, seine völkische Kultur und seine politische Bedeutung. In flüssiger Form schildert der Verfasser, der selbst ein Sohn des Ostens ist, die schöne Landschaft und deren Menschen. Es ist ein Buch, das in der heutigen Zeit jedem, der sich mit Ostfragen beschäftigt, empfohlen werden kann. (Dr. Fa.) b. Mit Napoleon in Rußland. Denkwürdigkeiten des Generals von Caulaincourt. Verlag von Velhagen & Klasing in Bielefeld. In Ganzleinen gebunden 8.50 RM. 8 Abbildungen und eine Karte. Der Verfasser dieses Werkes war der Großstallmeister des Kaisers, der den ganzen Feldzug Napoleons gegen Rußland mitgemacht hat. Er belauschte Napoleons stillste Pläne, er kämpfte in den ersten Linien und erlebte die Katastrophe der französischen Armee. In schlichten Worten schildert er die Ereignisse des Feldzuges von 1812. — Mit scharfem Kritizismus und unerbitter-’.lieher Offenheit zeigt er die Ursachen der ^Katastrophe. Und es entsteht ein erschütterndes Bild des grenzlosen Elends auf dem Todesweg der Großen Armee. Aber auch der Heroismus der Truppen und ihrer Führer kommt zu seinem Recht. Ein Werk, das einen gerade in den heutigen Zeiten nachdenklich stimmen mag. Möbl. Zimmer mit separ. Em eang zu vermieten. Gosposka 18-11, Bercko. 4384-5 Kleine Antelgen kosten 60 Pera pro Wort. In der Rubrik „Korr» cpondent" I Dinar / Die Inseratenaieuer (3 Dinar bis 40 Worte. 7 SO Dinar für grössere Anzeigen) wird besondere berechnet / Dl« Mindesttaxe fOr eine kleine Anzeige betrügt 10 pinar / FDr die Zu. «endung von chlffr. Briefen Ist eine Oebühr von IO plbar.zu erlegen Anfragen Ist eine Gebfihrvor.3 DlnartnPostmarken belzüschllesser 2 möblierte Zimmer zu vermieten. Wildenrain qfieva m Part, rechts. ______________^60^ Iteesdf&čtofess Rucksäcke in großer Auswahl bietet Ivan Kravos, Aleksandrova c. 13. 4273-1 Für eventuelle Schulden meines Mannes J. Belina übernehme ich keine Zahlungsverpflichtung. F. 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Morgen rufen mich dringende Geschäfte.« »Oh, das tut mir aber leid, das du uns schon verlassen willst, Günther! — Und Sie, Miß Wellington?« wandte sie sich an die Amerikanerin. »Müssen Sie auch heute abends fort?« »Ich? O no! Ich bleiben da! Warum?« »Ich fahre heute abends nach München zurück, Miß Wellingtons« sagte Günther kühl und bestimmt »Oh, warum du fahren nach München? Du haben doch Zeit?« »Leider nicht mehr.« »Oh, das machen nichts! Ich bleiben hier. Du machen deine Geschäfte und kommen mir dann holen k Das war deutlich. Die Gräfin mußte lächeln. An die Art der Amerikanerin muß te man sich wirklich erst gewöhnen. — Trotzdem erwiderte sie verbindlich: »Wir weiden uns sehr freuen, wenn Sie noch lange als unser Gast Mer bleiben, Miß Wellington!« »O gerne!« Auch Günther mußte unwillkürlich über Mabels naive Art lachen. Ernst zu nehmen war wohl diese Sorte von Menschen überhaupt nicht Hemmungen kann ten sie nicht, wenn etwas in den Rahmen ihrer augenblicklichen Laune hineinpaßte. Mabel und Zdenko flirteten so ungeniert miteinander, daß selbst die Gräfin aufmerksam wurde und sich betont an ihren Sohn wandte: »Ich glaube, du könntest dich jetzt etwas um deine Braut kümmern, Zdenko!« Sofort sprang Zdenko auf. »Gewiß, Mama! Soll ich veranlassen, daß man Christi holt?« »Nein, Zdenko? Wir wollen zusammen gehen, sie holen. Unsere lieben Gäste werden uns das sicher nicht übelnehmen und sich ein wenig selbst unterhalten.« Die Gräfin und Zdenko gingen. Mabel und Günther blieben allein. »Warum du sein so kalt zu mir, Günther?« Mabel trat dicht an Günther heran. Das Doppelspiel reizte und unterhielt sie unglaublich. »Ich finde, Mabel, daß du dich wo anders so reichlich wärmst, daß meine Kühle dich wohl kaum noch treffen kann!« Mabel verstand nicht, was Günther sagte, aber sie meinte Eifersucht auf Zdenko herauszuhören. »Oh, du sein eifersüchtig auf Zdenko?« Sie lehnte sich an Günther und! blickte mit gesuchter Unschuld zu ihm auf. Günther schob die Frau ein wenig von sich. »Nein, Mabet! Eifersüchtig bin ich ■nicht! Wo Eifersucht ist, muß Liebe ge- wesen sein. Und das war bei mir ja nicht der Fall.« »Du lieben mir nicht mehr?« »Wir wollen das große Wort Liebe doch zwischen uns vermeiden, Mabel! Das Ganze war doch nur ein Faschingsscherz, den ich nie ernst genommen habe!« »Bei uns in Amerika es geben keinen Faschingsscherz! Du müssen mir heiraten!« »Nach deutschen Gesetzen nicht, Miß Wellington! Und wir leben, soviel ich weiß, in Deutschland.« »Du sein mein Bräutigam!« beharrte Mabel trotzig. »Aus Irrtum kurze Zeit gewesen, Miß Wellington!« Die Amerikanerin wurde zornrot. Sie wollte keinen von den beiden Männern verlieren und war doch gleich nahe daran, beide zu verlieren. Zdenko lief hinter seiner Mutter her, Christi wiederzuholen, und Günther----------- sie sah in sein eisig ablehnendes Gesicht. Hier hatte sie wohl verspielt. Aber sie versuchte es noch einmal: »Du machen eine Spaß, Günther!« »Nie war nur so ernst zumute, wie eben jetzt.« »Oh, du sein eifersüchtig auf Zdenko!« trumpfte sie noch einmal auf, dem Weinen nahe. »O nein! Ich lasse euch euer Glück gern. Ihr braucht meinetwegen nicht einmal mehr in den Wald zu fahren, um euch zu küssen! — Leben Sie wohl, Miß Wellington! Wir zwei haben uns nichts mehr zu sagen. Ich wünsche Ihnen hier weiter noch viel Vergnügen.« Mabel blieb der Mund offenstehen vor Staunen. Günther hatte sie heute früh im Wald belauscht, hatte gesehen, wie Zdenko sie geküßt hat. »Also doch Eifersucht!« Mabel überlegte, was sie tun sollte, mit fahren oder hier bleiben. Zdenko, der seiner Mutter folgte, war erstaunt, als sie ihn nicht nach oben in Christls Zimmer, sondern in ihren eigenen kleinen Salon führte. Sorgfältig schloß sie die Tür. »Weißt du, was geschehen ist, Zdenko? Christi ist fort.« »Fort?« Zdenko verstand nicht ganz. »Nun ja, sie ist fort. Jedenfalls ist sie nirgends zu finden. Ihr Zimmer war heute morgen leer. Was geschehen ist, wohin sie geflohen ist, weiß ich nicht. Aber ich möchte wissen, wer schuld ist an dieser merkwürdigen Flucht. Ist etwas vorgefallen zwischen dir und Christi?« Prüfend blickte die Gräfin in das Gesicht ihres Sohnes. »Nein, Mama! Bestimmt nicht. Wir waren doch sehr verliebt gestern abend!« »Du in Christi? Weil sie ein schönes Kleid anhatte und überraschend gut aussah. Aber an Christi habe ich nichts gemerkt.« Die Gräfin läutete. »Die Lisei!« befahl sie kurz. Lisei kam mit einem vom Weinen ver-schwollenen Gesicht. »Warum hast du geweint, Lisei?« »Weil ich so viel Zahnweh’ hab!« log Lisei tapfer. Sie hatte den Brief noch nicht gefunden. »Wo ist die gnädige Frau? Ich meine, Frau Schramm, unser Gast. Du hast siö bedient.« Lisei hielt sich das Taschentuch vors Gesicht. Sie konnte so schlecht lügen-. Undeutlich murmelte sie: »Sie wird auf ihrem Zimmer sein, Frau Gräfin.« »Nein, sie ist nicht auf ihrem Zimmer; Sie ist überhaupt nicht im Hause.« »Gar net im Hause! Du ausschließlich hast Frau Schramm bedient, Lisei! Dü mußt wissen, wo sie ist.« »I weiß net!« (Fortsetzung folgt.) "Chefredakteur und für die Redaktion verantwortlich: UDO KASPER. - Druck der „Mariborska tiskarna“ in Maribor. - Für den Herausgeber und den Druck uneipeüakteiir una w me ****** verantwortlich Direktor STANKO DETELA. - Beide wohnhaft m Maribor,