Präumnkranous-Prcisc: Für Laibach: »auziährig . . . 8 fl. 40 kr. H<übjährig . . . 4 „ Lv . «j.-rleljährig. . . L , 1V, Si-aaiüch . . . — » 70 „ Ä! i l der Post: Sa'.:;jähriI . . . II fl. — kr. H-Ubjähriz . . . 5 , 5V, ^ür'sljährig. . . L „ 75 , Laibacher Lcdaktiorr Babn^-ofgasse Nr. L3- stä: Zustellung ir.S HauS viertel» -^-riz L5 tr., monatlich 9 kr. 8rrlne Nummern 6 kr. Grvtdllion NN- Änscratrv Snrcan: Kongretzplatz 5!r. 81 (Bnchbandl,:i-j von 9. v.KleinmayrL F. Damberz). Juscrtionsprcisc: Für die einspaltige Petit^cile 3 kr bei zweimaliger Einschalrung s. k, kr dreimal L 7 kr. Bei größeren Inseraten n^.d öslerei Einschaltung entsprechender Rabatt. Anonime Mittheilungcn werden nicht berücksichtigt; Manuskripte niM zurückgesendet. Nr. 58. Montag, 11. März 1872. — Morgen: Gregor St. 5. Jahrgang. Schulgesetz-Debatte im preußischen Herrenhause. (Bismarck' s Rede.) Die große Entscheidungsschlacht im preußischen Herrenhanse ist geschlagen, der Sieg blieb der Regierung; das Gesetz über die Schulaufsicht wurde in der vom Abgeordnetenhaus beschlossenen Fassung mit 125 gegen 76 Stimmen angenommen. Ohne Pairsfchub, ohne außerordentliche Maßnahmen hat die Regierung den glänzendste» Sieg über die Polen, die ihnen verbündeten Ultramontanen, und das feudale Junkerthum errungen. Diese eklatante Majorität über die Reichsfeinde ist wohl zumeist der Rede Bismarks zu verdanken, einer Rede, wie sie selten oder nie aus dem Munde eines Staatsmannes gegossen, so unumwunden und offen legt sie die ge-sammte Tradition des Staates, das innerste Ge-heimniß der preußischen Staatsgeschichte dar, und gibt zugleich die Losung für die Zukunft von Generationen aus. Unbarmherzig geht der Fürst ins Gericht mit der reichsfeindlichen Pricsterpartci, furchtbar nimmt er die Rechte des Herrenhauses, noch vor kurzem seine Gesinnungsgenossen, mit, und zermalmt sie förmlich mit Spott und Hohn. Die Bestürzung im Lager der Konservativen ist aber auch groß, so daß viele beschlossen haben, sich für immer in den wohlverdienten Ruhestand zu begeben, und sich nicht mehr auf den Bänken des Herrenhauses blicken zu lassen. Wir lassen nun die Rede selbst, die einen Markstein in der Geschichte bilden wird, folgen: Nachdem Graf Bninski eine Philippika für den polnischen Adel gehalten hatte, kam die Kata-ftrofe des Tages mit der Rede BiSmarck's. An Bninöki's Worte anknüpfend, sagt er: „Es kann nicht meine Absicht sein, bei diesem Gesetz den oft und in diesen wie in anderen Räumen geführten Streit über die Stellung des polnischen Elementes im preußischen Staate, in allen Spezialitäten von neuem aufzunehmen. Die Akten darüber liegen offen vor; der Prozeß ist noch in der Schwebe uud durch Reden wird er nicht geschlichtet werden; er wird geschlichtet werden auf dem Wege der Gesetzgebung und Aufklärung. Um Letzteres zn erreichen, ist es für die Regierung vor Allem Bedürsniß, daß die Erlernung der deutschen Sprache in deu polnischen Gebieten ans breiterer und sicherer Grundlage bc trieben werde, nicht nur in Posen, sondern auch in Oberschlesien und Westpreußen. Die jetzt bestehenden Gesetze geben eine Zwiespältigkeit des Schulaufsehers; die Hierarchie nach Oben gabelt sich auseinander. Dem Gesetze jetzt zu genügen, ist sehr leicht; schon jetzt überzeugen sich die Inspektoren, die ihre Aufgabe ernst nehmen, daß die polnische» Kinder in den höheren Lehranstalten nur Auswendiggelerutes vor-lesen, und daß sie die Bedeutung der wenigsten Worte, die sie vorlesen, wirklich kennen; die Worte sind ihnen eben doc der Prüfung beigebracht. Diesen Schwierigkeiten zu begegnen, haben wir uns jetzt zu einem Gesetze entschlossen. Wir haben 2l Jahre, glaube ich, mit dem Schulgesetze gewartet; wir haben unö aber auch jetzt noch nicht zu einem vollkommenen Organisations-Gesetz entschlossen. Des> halb ist die Regierung der Ueberzeugung gewesen, daß es passend märe, zur Abstellung der dringenden Nothstände dieses Gesetz einzubringen, bei welchem nicht die Uebcreinstimmuug der drei Faktoren für so umfassende Bestimmungen nothwendig ist; sie hat also geglaubt, deu Umständen durch ein, wenn Sie es so nennen wollen, Nothstandsgesetz Rechnung tragen zn müssen. Graf Bninski hat, wie auch schon frühere Redner in diesem und im anderen Hause, um den Eindruck und die Stimmung zu schildern, welche die Einbringung dieses Gesetzes im Lande hervorgerufen haben, wiederum erheblichen Akzent auf die eingelaufenen Petitionen gelegt. Meine Herren! Bei der Macht der katholischen Geistlichen in allen katholischen Bezirken ist es sehr leicht, Petitionen zu Stande zu bringen, besonders in den polnischen Bezirken, wo die Leute gut disziplinirt sind. Es ist das so leicht, daß sogar neuerdings nachgewiesen ist, daß zur Zeit des Reich tages die Petitionen für Se. Heiligkeit den Papst von deutschen Mitgliedern des Zentrums nach Bedürsniß bestellt und abbestellt worden sind. (Heiterkeit.) So sind z. B. neuerdings bei der polizeilichen Beschlagnahme von Papieren, Briefe ans Licht gekommen, von welchen die Polizei für nothwendig fand, sie den höch sten Behörden zur Keuutniß zu bringen, um so Leitfäden und Anknüpfungspunkte auf anderen Gebieten zu geben. Es fand sich ein Brief eines hervorragenden Mitgliedes der Zentrumspartei an einen hochgestellten und letzthin vielgenannten Kanonikus in Posen, in dem gesagt wurde: „Schickt uns jetzt keine Petitionen mehr au den ReichSrath." Derselbe Wunsch wird von einem oftgenannken deutschen Bischof in französischer Sprache ausgesprochen; er sagt: „Höre» Sic mit den Petitionen auf; im Reichstage hilft es doch nichts und führt nur Hu unangenehmen Diskussionen." „Aber setzen Sie." so fährt der erste Briefschreiber fort, „demnächst die Sammlung von Petitionen in regelmäßigen Zwischenräumen fort und richte» Sie sie direkt an die Fürsten, da macht es mehr Eindruck. Denn wenn wir auch vou deu deutschen Fürsten nichts zu erreichen hoffen, so steht doch früher oder später mit Sicherheit in Aussicht, daß die katholischen Mächte zu Gunsten Sr. Heiligkeit des Papstes einschreiten werden, und dann werden die deutschen Fürsten JemlI'eton. Theater. - (Drei Novitätm der verflossenen Woche. — Benefiz: „Spielt nicht mit dem Feuer" von G P», ^ Das schönste Mächen von Laibach? — „Geld,Ne,r> Geld^' von Fr. Kaiser. — „Morilla" von Hopp, Benefiz des Herrn G. Löcs.) Wenn die Direktion, in Anerkennung erworbener Verdienste, sich irgend einem Mitgliede unserer Bühne gegenüber zu dem freiwilligen Zugeständnisse einer über das Maß kontraktlicher Verpflichtung hinausgehenden zweiten Benefize-Vorstellung moralisch verpflichtet halten durste, so konnte sie daö sicher in erster Linie bei unserem jugendlichen Liebhaber, Herrn Traut thun, dessen im Laufe der Saison bewiesene, wahrhaft unermüdliche Thätigkeit, eine derartige materielle Begünstigung in jeder Hinsicht gerechtfertigt erscheinen ließ. Seine angestrengte Beschäftigung, die ihn während der verflossenen Monate fast in jeder Vorstellung ans den Brettern erscheinen, in vielen derselben sogar zu ihrem bedeutendsten Träger werden ließ, sowie seine tüchtige Begabung und Verwendbarkeit, die er, gepaart mit erwähntem Fleiße, in allen Leistungen an deu Tag zu legeu wußte, sind jedem Theaterbesucher zu bekannt, als daß wir auf dieselben noch ausführlicher hin-zuweiseu brauchten. Die verdiente Anerkennung, die die Direktion Hrn. Traut durch oen genannten Akt augedeihen ließ, kann uns daher nur freuen, uud wir fügen derselben Angesichts des nahe bevorstehenden Saisonschlnsscö mit Vergnügen auch unsererseits das ehreude Zeugniß bei, das in unseren obigen Worten liegt, uud daö eben so sehr dem künstlerischen Streben des Darst ellers, wie nicht minder dem pflichteifrigen Verhalten des Bühne n-mitgliedes gilt. Hrn. Traut's Benefiz brachte unö eine Novität von Putlitz, daö dreiaktige Lustspiel: „Spielt-nicht mit dem Feuer." Gustav zu Putlitz hat sich in der neueren deutschen Literatur durch die Rührigkeit uud Mannigfaltigkeit feines Schaffens viel genannt, durch die Zarthnt und Formschönheit seiner Dichtungen auch bald beliebt gemacht. Wer kennt nicht sein liebliches: „Was sich der Wald erzählt," ein Poem, das bald nach seinem Erscheinen zu einer vielgelesenen Zierde deutscher Salons wurde, und in dem sich Putlitz als sinniger Naturdichtcr, als Miniaturpoet möchten wir sagen, in anmnthi- ger Weise einführte. Mit Vorliebe wandte sich Putlitz auch der dramatischen Dichtung zu, und gibt von seiner Begabung auf diesem Gebiete außer einer stattlichen Reihe beliebter Lustspiele, iusbeson-ders sein bekanntes größeres Schauspiel: „Das Testament des großen Kurfürsten" Zeugniß, mit welchem er seinerzeit durch die geschickte Behandlung eines echt nationalen Stoffes ungewöhnliche Erfolge errang. Putlitz hat durch seine zahlreiche», zumeist der heiteren Muse dienenden Stücke, das deutsche Bühnenrepertoire ansehnlich vermehrt, und zeichnen sich auch nicht alle durch besonderen stofflichen Werth aus, so wußten sich doch die meisten derselben durch einen ihnen innewohnenden gesunden Hnmor, wie durch Feinheit und Eleganzder Form gerne gesehen zu machen. Das jüugst gesehene Lustspiel: „Spielt nicht mit dem Feuer" möchten wir jedoch zu den schwächeren Arbeiten Putlitz' zählen. Der Hanptmangel desselben, der uus zu diesem Urtheile bewegt, ist eine gewisse Stoffarmuth, an der uns das Stück zu leiden scheint. Die demselben zu Grunde liegende Noth-lüge „Dr. Weller's," sammt ihren resultireuden Konsequenzen, ist in stofflicher Hinsicht denn doch ungenügend, üin allein auf ihrer Basis ein dreiaktiges Lustspiel aufzubauen. Zwei Akte hätten hiezu über und über genügt. nicht wagen, das Einschreiten zu hindern, wenn sie durch die Petitionen den Eindruck bekommen, daß die Katholiken damit sehr unzufrieden sein würden." Das ist vielleicht der Versuch einer Anlehnung an fremde Machte, die, wenn die kriegerischen oder politischen Interessen derselben andere sein möchten, als die Deutschlands, durch Petitionen unterstützt werden sollten, und die bei weiterer Entwicklung der Sache und bei einer mißirauischereu oder prozeßsüchtigeren Regierung, als die gegenwärtige ist, mit dem Richter in Berührung bringen würden. Ich führe das nur zur Erläuterung der Bedeutung von Petitionen an. Ich bin überzeugt, wenn die Herren noch mehr brauchen, werden sie noch mehr bestellen, wenn sogar deutsch-katholische Parteigenossen, die in ganz weit entfernten Provinzen wohnen, oder fremde Bischöfe es in ihrer Macht haben, solche Petitionen in der Provinz Posen zu bestellen. Einige von diesen Herren finden das Gesetz nicht nöthig, andere finden cs schädlich. Ich wende mich zuerst an diejenigen, die eö für unnöthig erachten, und möchte die Herren bieten, zu erwägen, daß darüber die Regiermng doch auch ein Urtheil haben muß, was zum'Fortbestehen, zur Verantwortung der Sicherheit des Staates nicht nur jetzt, sondern auch für künftige Generationen und für die Zukunft dieser Generationen selbst als nothwendig zu erachte» ist. Die Herren sind gar nicht in der Lage, das beurtheilen zn können; aber wenn sie es sind, dann können wir ihnen nicht schnell genug unsere Plätze einräumen. Und wenn mein Landsmann aus Pommern Herr v. Waldaw, sein Urtheil hier mit einer Festigkeit und gegen jede rednerische Begabung gepanzerten Unerschütterlichkeit hingestellt hat und mir sagt: es ist nicht nöthig, und acht Minister sind nach genauer Prüfung der Sache anderer Meinung und Se. Majestät der König theiltdiese Ansicht und macht eine Vorlage darüber — so lasse ich das Publikum darüber ganz ruhig urtheilen, wer die Frage besser zu beurtheilen versteht, die Herren Redner oder die vorbezeichnete Regierung. Es ist das eine Art, die ich nur als Ueberhebung bezeichnen und die ich mir überhaupt gar nicht gefalle» lassen kann, daß die Herren Redner so über die Regierung urtheilen. Es ist doch eine geringschätzende Behandlung, welche die Regierung nicht verdient hat. Wenn ein anderer Herr Redner sagt, dieser Beschluß sei ihm so unerklärlich, daß ihm nothwendig ein Hintergedanke zu Grnnde liegen müsse, und die Regierung müsse, wenn sie das Kompromiß nicht annehme, mit der konservativen Partei brechen, so kann ich nur sagen : Keine Regierung will mit der konservativen Partei brechen, aber die Partei besorgt es mitunter selbst. Wir haben von vier- So aber ist die natürliche Folge hievon, daß, während der Zuseher die natürliche Lösung des Konfliktes schon in der ersten Hälfte des Stückes klar Voraussicht, der Dichter dieselbe in uunöthiger Weise breitschlägt und hinauszieht, ohne dabei erheblich neues und überraschendes zu bieten. Daß dabei das Interesse des'Zusehers mehr und mehr erlahmt, ist natürlich. Allerdings hat der Dichter durch formgewandte Durchführung, wie frischen, stellenweise packende» Humor, den er seinen Situationen zu verleihen wußte, alles gelhau, um ersteres so gut als möglich wach zu erhalle», wie überhaupt — abgesehen von dem oben besprochenen inneren Mangel — die Novität immerhin eine ganz schätzenswerthe Arbeit bleibt. Namentlich sind ihr eine feine Diktion und eiu glückliches Fernhalten vo» allen trivialen Essektnutieln nicht abzusprechen. — Gespielt wurde die Novilät allseits recht frisch und launig. Das Hcwptvcrdienst hieran gebührt zunächst dem Benefizianten (Gottfried) selbst, dann Hrn. Nadler (Dr. Wcller) und ,>rl. Krägel (Alice). Frau T r a u t - B e l i z ey, bei welcher wir die Behcr ziguug eiucr ihr von nns schon vor längerer Zeit gcuiachleu Bemerknng mit Vergnügen beuicrken, ist es noch immer nicht ganz gelungen, ihre unangenehm singende Redeweise abzulegen, weshalb anch Jahren ähnliche grundlose, ich will nicht sagen, leichtfertig herbeigeführte Zwistigkeiten gehabt. Man sprach auch damals vorübergehend von einem Drängen der Partei. Wenn wir uns aber wirklich von einer Partei drängen ließen, so hat dies niemand anderer gethan, als die konservative Partei; sie hat in der That dafür gesorgt, daß die Regierung eine Anlehnung nach links suchen mußte. Aber wir lassen uus überhaupt nicht drängen, sondern dem Gesetze liegt die genaue Erwägung der Interessen und des Wohles des Vaterlandes und der Wille des Königs zu Grunde, und da gibt es nur die Alternative, daß die Herren, die uns die Opposition machen, entweder dem Einflüsse, der momentan der stärkere ist, nachgeben uud das Bedürfniß der Regierung unterstützen, oder wenn sie das nicht wollen, daß sie die Sache eben besser verstehen. Dann aber verletzen die Herren eine Pflicht gegen ihr Vaterland, wenn sie nicht die gegenwärtige Regierung offen angreifen, sie stürzen, und sich an ihre Stelle setzen. Das sind sie sich und dem Vaterlande schuldig, wen» sie an der Ansicht festhalten, daß sie die Sache besser wissen. Und das ist in dem Kommissions-Berichte Politische RmwschM. Laibach, 11. März. Inland. Mit vielem Fleiße und auerken-nenswerther Gründlichkeit hat das Abgeordnetenhaus die Budgetberathungen beendet, so daß nun auch das Herrenhaus für seine Berathnngeu noch vor der Unterbrechung der Parlamentssaison am 23. d. M. Zeit gewinnt. Wie bereits telegrafisch gemeldet, schließt auch dieses Finanzjahr, wie das vorige ohne Defizit, ein Ereigniß, das in der österreichischen Finanzgeschichte gewiß zu deu Seltenheiten gehört und allein schon die beredteste Verteidigung des parlamentarischen Systems bildet. Ueber die Fortsetzung der parlamentarischen Verhandlungen haben die Schwierigkeiten, welche die Polen im Nerfassnngs-ausschusse einer Verständigung über die Finanzfrage entgegensetzen, zu einem geänderten Plane den Anlaß gegeben. Der galizische Ausgleich kann deshalb unmöglich mehr vor Ostern an die Reihe komme». Es soll vielmehr zwischen Ostern und Pfingsten eine parlamentarische Pause eiutreteu, während welcher im Versassnngsausschusse die galizischen Aus-gleichsverhaudluugen zu Ende zu bringen wären. Vielleicht dürften in der Zwischenzeit auch Neuwahlen in Böhmen ausgeschrieben werde». Nach Pfingsten soll der Reichsrath aus kurze Zeit zufammentreteu uud seine Thätigkeit ausschließlich der galizischen Frage, der Wahl der Delegationen, und der Straf- ihr; Darstellung, trotz ihrer unverkennbaren Beflissenheit nnd formellen Korrektheit, nicht zur vollen Geltung gelangen kouute. Hr. Otto (Dr. Wiefried) und Fr. Leo (Therese) genügten ihren Aufgaben, auch Fr. Löcs-Weik fand als Backfisch „Min-cheu" reichlich Gelegenheit ihren schönsten Vorralh von Naioiläts-Schuurreu loszulasseu. — Am Schlüsse der Vorstellung versuchte es Hr. Traut in einer „einfachen Szene" — laut Ankündigung „gewidmet den hiesigen Damen" — die Frage zn beantwort,,: Welches »bohl das schönste Mädchen unserer Stadt sei? Man sicht, Hr. Traut muthete sich nicht wenig zu. Eiuc Frage, die schon unter vier Augen zu beantworte» viel des Schweißes kosten würde, so leichthin »nd vor dem Forum der Betheiligten selbst zu erledigen, dazu gehört wahrhaftig der Muth eines — reklamebedürftige» Benefizianten! Wenn wir daher heute diesen Versuch auch uur von dieser Seite nehmen uud eiu weiteres Eingche» auf denselben — wie neulich das Publikum — mit milder Nachsicht übergehen wollen, so dünkt uns, hat Hr. Trant allen Grnnd, dies dankbar anzuerkeuueu, denn vicllcicht nicht iminer dürsten spekulative Re klamcstückchen dieser Art ei» Publikum finden, das, so wie dicsmal, gut gelaunt genügest — „eine» Spaß zu verstehen." (Schluß folgt.) > Prozeßordnung widmen. Der übrige Theil des Sommers bliebe den Delegationen und den Landtagen frei. Der Skandal im ungarischen Unterhause hat in der Nachtsitzung vom 7. auf deu 8. d. M. seinen Höhepunkt erreicht. Was da geschehen, ist unerhört in der Geschichte der Parlamente, und das traurigste ist, daß ein Ende nicht abzusehen. Jahre werden vergehen, ehe es gelingen wird, den Eindruck zu verwischen, den diese Ereignisse auf das gefammte gebildete Europa machen müssen, wenn er überhaupt jemals ganz zu verwischen sein wird. Die um 5 Uhr-Abends begonnene Nachtsitzung fand um halb 2 Uhr-Morgens ein Ende. Die ganze achtstündige Dauer hindurch harrten die Majorität uud das Ministerium vollzählig aus. Die Opposition erschien abwechselnd gruppenweise, so daß sic ihre Taktik unbehindert verfolgen konnte. Die Galerien waren bis zum Schlüsse reich besetzt. Die seit dem berühmten Vorgänge, welchem England die Preßfreiheit verdankt, merkwürdigste Erscheinung des Parlamentarismus kam zum vollkommensten Ausdrucke. Die Minorität besiegle die zehnfache Majorität, das Betyarenthum besiegte den Parlamentarismus. Der Kaiser, der sich in Ofen befindet, war uugemeiu erzürnt und ließ sich während der Sitzung Bericht erstatten. Die Auflösung des Hauses ist, wenn nicht bis heute eine Aenderung eingetreten, unvermeidlich. Andere Hilfe gegen die Taklik der Linke» gibt es nicht. Präsident Somssich hat seinen Freunde» die bestimmte Absicht knndgegebm, zurückzutreteu und sich au dem öffentlichen Leben überhaupt nicht mehr zu betheiligeu, auch kein Richteramt anzunehmen. Ausland. Ueber die Fisiognomie des preußischen Herrenhauses in der Mittwoch-Sitzung schreibt man der „Schles. Zeitung": „Der De- batte merkte man es von vornherein an, daß der Rechten die eigentliche Siegeszuversicht fehlte. Selbst Herr v. Wedell, der sprach, che Bismarck erschien, war fast zahm zu nenne», und als Bismarck da war, so wollte es gar nicht mehr recht gehen. Der Graf Bninski las seine Rede unverdrossen ab, Falck sprach sehr verständlich, aber alles verblaßte gegen die gewaltige Rede des Reichskanzlers. Kleist-Retzow steckte die Nase immer tiefer in das Papier, welches er beschrieb, und seine Freunde Waldaw-Steinhövel und Herr Sensit v. Pilsach hielte» sich möglichst in seiner Nähe. Der Schmerz dieser Drei hätte Steine rühreu köuuen, uud Bismarck war blutdürstig, er zerpflückte die Herren der konservativen Opposition förmlich und wurde dabei allmälig immer besserer Lauue, so daß, als er später dem Grafen Mielczyuski, der für die Polen das Wort nehmen wollte, heimleuchtete, das ganze Haus trotz des Ernstes der Situation in Heiterkeit ausbrach. Um die deutschfeindliche und ultrainontane Agitation in der Provinz Posen mit größter Energie und in möglichst großem Umfange betreiben zu können, ist die Zahl der Jesuiten in letzter Zeit bedeutend vermehrt worden. Während das Mutterhaus in Schrimm früher nur sechs bis acht Insassen beherbergte, hat eö deren jetzt fünf und vierzig, in welcher Zahl die Väter, Kleriker nnd Laienbrüder mit inbegriffen sind. Die dkleriker und iian-didaten des Jesuitenordens rekrntiren sich wie in Galizien vorzugsweise aus dem polnischen Adel, verseil einiger Zeil eine starke Neignng zum Jesuilen-orden zeigt, weil cr glaubt, iu ihm am erfolgreichste» für die polnische Sache wirke» kömicu. Iu deutsche,, Blatter» finde» wir heute zahlreiche Betrachtungen über den in Ronen durchge-führleu Prozcß Jauvicr de la Motte. Ein« stimmig wird dieser Prozcß als ein großartiger Skaudal für das Julaud wic für das Ausland bezeichnet. Das frcisprcchendc Erkcnntniß dcr Ge-schwornc» wird als cin moralisches Armnthszcngniß für Fra »krei ch bezeichnet: als cin »cncr Beweis dafür, daß das Rcchtsbcwußtsciu iu Frankreich von dem der übrige» Welt gewohnheitsmäßig verschiede» ist. „Wäre dieser Prozeß", sagt cin Blatt, „dcm des früheren über die Mörder deutscher Soldaten vvrangegangen, so hätte der Ausgang des letzteren vielleicht weniger überrascht." Die „Kölnische Ztg." bemerkt am Schlüsse, eines längeren Artikels: „Wir haben keine Richter mehr! Mn ks-bomus Miess! rief schmerzlich bewegt Cicero aus und verzweifelte der Möglichkeit, die Republik zu erhalten. Und es wahr ist, was Montesquieu behauptete, daß Tugend die nothwendige Grundlage einer Republik sei, so verspricht die französische keine lange Dauer." Zur Tagcsgeschichte. — Der Stil ist der Mensch. Ist dieses geflügelte Wort wahr, was für ein Mensch ist dann der ehemalige Träger des Ministersporleseuilles der Justiz? Es ist ein höchst sonderbares Gefühl, nachträglich dahinter zu kommen, daß eine Person an der Gewalt gewesen, die nicht einmal die deutsche Sprache ui ihrer Gewalt, daß ein Mann dem Ausgleichsministerium angehört hat, der im tiefsten Zerwürfniß mit der Grammatik liegt, der das Schwert der Gerechtig-'e" geschwungen und nicht einmal die Feder zu führen v"steht. Dr. Habietinek hat an den Bürgermeister von ^enefchan, aus Anlaß seiner Ernennung zum Ehrenbürger ein Schreiben gerichtet, das den plötzlich seiner Sekretäre und Unterbeamten beraubten Staatsmann uns in der ganzen Nacktheit mangelhafter Schul- ildung zeigt, das aber zugleich den Beweis liefert, aß der Weg zu den höchsten Ehreustellen auch über ie reiche der deutschen Sprachlehre führen kann. Hier as interessante Dokument: „Ew. Wohlgeboren! Mit en Gefühlen des aufrichtigsten Dankes empfing ich das Ehrenbürgerdiplom, daß Sie mir zu schicken die Güte hatten. Ich erblicke in demselben einen schätzbaren Beleg, der Zustimmung mit dem Ministerium, dessen Mitglied zu sein ich die Ehre hatte, zur Richtschnur nahm mit dem festen Vorsatz, den Völkern Oesterreichs einen allgemeinen Frieden zurück-zugcben, ihn zu befestigen und der wahren und unverkürzten Gleichberechtigung in denen Ländern, die von mehreren Volksstäinmen bewohnt werden, Bahn zu brechen. Ich bitte Euer Wohlgeboren, diese meine Gefühle der löbliche» Stadtvertretung zu verdolmetschen und dieselbe versichern, daß ich es mir immer zur Ehre anrechnen werde, ein Bürger der Stadt zu sein. Nehmen Euer Wohlgeboren rc. Dr. Habietinek." Dr. Habietinek war nicht nur Justizminister, er war auch Professor am Theresianum und Hofmeister in aristokratischen Häusern. — Erdbeben. Ueber das Erdbeben am 6. d. liegt eine Anzahl von Berichten vor; wir wählen daraus als einen der interesfantesten jenen, welcher der „Bohemia" aus Haid zugeht. Er lautet: Es war ungefähr 10 Minuten nach 4 Uhr Nachmittags; Jeder-Mann ging seiner Beschäftigung nach, und cs herrrfchte allgemein jene Ruhe, wie sie in den kleinen Landstädten in den Nachmittagsstunden fast überall zu finden ist. Da mit einemmale ertönte ein kur.es donner-ähnliches, dumpfes Rollen, in Folge dessen 'die meisten Häuser der Stadt derart erzitterten, daß die Balken des DachwerkS dröhnten, Tische, Kästen und sonstige Einrichtungsstücke in Bewegung kamen und die Petroleumlampen der Gasthäuser zu schaukeln ansingen. Personen, die eben saßen, wurden von ihren Sitzen m die Höhe geschlendert, ja, wie wir erfuhren, fielen logar in einzelnen Häusern in Folge der Erschütterung Lheile des Plafonds zu Bodeu. Selbst im fürstlichen Schlosse, diesem Steinkolosse, wurde der Erdstoß wahr-genommen. Die ganze Erscheinung dauerte nicht ganz e^>>e Minute, reichte aber hin, die Bewohner in Schrecken und Ausregung zu versetzen. Alles Mrzte hinaus aus die Straßen, und des Fragens und Erzählens der überstandenen Angst war kein b, ^ ^"sztg." schreibt: Das Erd- b ben ist nach den vorliegenden Nachrichten in einem große.' Lheüe von Nord- und Miucldeu.schland am Marz Nachmittags, kurz vor 4 Uhr, verspürt wor-°e». Ans dem PoUze.berichte von Berlin entnchn.cn ", daß auch hier eine Erdevschttiiernng wahrgen.»». wurde. Die Bewohner des Hanfes Nr. i in der Hallestraße fürchteten den Einsturz des Hauses und flüchteten theilweise. (Auch in der Alexandrmenstraße, Zimmerstraße, Großbeerenstraße rc. erzitterten viele Häuser.) Die Erde erzitterte in demselben Angenblicke, als Fürst Bismarck im Herrenhaus das zum „Hei-denthum" führende Gesetz gegen die Konservativen und Klerikalen vertheidigle. Welch herrlicher Stoff sür die Sonntagspredigt! — Nach einer Meldung ans Stuttgart wurden auch in Schwäbisch.Hall mehrere Erdstöße beobachlet. — Wie Gerhard Rohlss in der „Nai.-Zlg." berichtet, sind in Apolda Oefeu und in Gera und Glauchau Schornsteine eingestürzt. In Buttstädt schlugen die Glocken auf den Thürmen zusammen. Rohlss schließt aus den bisher vorliegenden Berichten, daß das Erdbeben die Richtung von Südost nach Nordwest hatte. Lokal- und Proviuzial-AngelegenheiteR Lokal-Chronik. — (Die Postmeisterversammlnng) am verstoßenen Samstag war ziemlich zahlreich besucht; es hatten sich etwa hundert Mitglieder eingesnnden, nicht wie mau den Wiener Blättern von hier tele-grafirt hat „über Tausend". Die Versammlung wurde durch den Postmeister Herrn Martin Dragan ans Weißenfels im hiesigen Kasino eröffnet. Herr Schmitz aus Wien legte in längerer Rede den Zweck des zu gründenden Postmeistervereins dar, setzte die Gesichtspunkte auseinander, von denen man bei der Gründung desselben anszngehen habe, nämlich von dem Strebe» nach Einigung, nach Beseitigung aller nationalen Eifersüchteleien; er betonte ferner, daß sich der Fortschritt der Kultur und Bildung nicht in der Absonderung und Zersplitterung, sondern in der Einigung der Nationen zur Erreichung de« gemeinsamen Zieles kundgebe. Nach dieser beifällig aufgenommenen Rede ging man an die Berathnng der Vereinsstatuten; die Resolutionen der Postmeisterversammlungen in Prag, Brünn und Wien wurden angenommen, der öffentlichen Preise für die Vertretung der Interessen der Postmeister gedankt, ebenso den Eisenbahndirektionen für die Ermäßigung des Fahrpreises. Schließlich wurde das Journal „österreichlsch-ungarisch- Post" zum Vereinsorgan erklärt, und Herr Postmeister Dragan zum Vereinspräsidenten gewählt. Die Versammlung schloß um 3 Uhr mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser. — (Sc. kais. Hoheit Herr Erzherzog Al brecht) hat, wie die „Graz. Ztg." meldet, die Garnison in Graz inspizirt und soll zu diesem Zwecke auch in Laibach eintreffen, um sodann Über Triest, Görz, Kroatien nach Wien zurückzureisen. — (Dem Dr. Razlag), gewesenen Landeshauptmann in Krain, hat die Gemeindevertretung von Ratschach in Würdigung seines charakter-und ehrenvollen Auftretens in der Frage der Besetzung der Pri-mararztstellen im Zivilspitale, bei welcher der genannte Abgeordnete die Ansprüche der deutschen Aerzte in Schntz nahm, einstimmig das Ehrenbürgerrecht verliehen und das Diplom bereits zugesendet. — (Theatern ach richt.) Morgen beginnt die vortreffliche und sehr beliebte Opereltensängerin des landschaftlichen Theaters m Graz Frl. Stäuber einen Gastrollenziklns; gegeben wird „die Prinzessin von Trapeznnt" zum Benefiz unseres verdienstvollen Kapellmeisters Herrn Pleinin ger. Da der morgige Abend somit in vielfacher Beziehung außerordentliche Anziehungspunkte bietet, so dürfen wir morgen wohl mit Gewißheit einem ansverkansten Hause und einer höchst vergnügten Vorstellung entgegensetze:^ — (Benefizanzeige.) Zum Besten des Frl. Krägel geht heute Abends „Donna Diana" in Szene. Die ausgezeichnete Künstlerin wird nns ohne Zweifel in der Titelrolle dieses reizenden Stückes wieder eine Musterleistung vorführen, und wir hoffen, daß sich das Publikum einem so begabten, verdienstvollen und anßerordcntlich beliebten Mitglieds zu Ehren recht zahlreich einfinden wird. — (Bk aß nndGewicht i n O e st e r r e i ch.) Nach dem Gesetze vom 23. Jnli 1871 kommt am 1. Jänner 1876 das metrische System zur allgemeinen Geltung; es kann jedoch schon von Neujahr 1873 an benützt werden. Ein Meter ist ungefähr 38 Zoll lang; da die Elle 29 '/z Zoll hat, so ist also der Meter um etwas länger als Fünfviertel-Ellen. — Das Kilogramm wiegt genau zwei Zollpfunde, und ein Liter gleicht so ziemlich drei Seideln — oder zwei Krüglein. — (Generalversammlung des Arbeiter - Kra n ke n unter st ü tz nn g s v e re i ns.) Gestern Nachmittags 2 Uhr fand im Deutschen Ritter-OrdenSsaale die Generalversammlung des Arbeiter-Kranken- und Jnvalidenuuterstütznngsvereins statt, bei welcher gegen 80 Mitglieder männlichen und weiblichen Geschlechtes erschienen waren. Herr H a r risch als Berichterstatter des Ausschusses trug den Rechenschaftsbericht über die Gefchäftsgebahrnng des Vereines vor. Demnach betrugen die Einnahmen vom 1. August 1870 bis 4. März 1872: 1173 fl. 18 kr., die Ausgaben 706 fl. 63 kr.,; es verbleibt also ein Kassenrest von 466 fl. 55 kr. Im Ganzen wurden 64 Mitglieder unterstützt, worunter 5 mit Entbindungskosten-Beiträgen L 6 fl. und 2 mit Leichenkostenbeiträgen L 30 fl. Von dem Betrage pr. 466 fl. 55 kr. kommen für den Jnvalidenfond 133 fl. 37 kr. in Abzug, mithin beziffert sich der Rest der Krankenkasse mit 333 fl. 18 kr. Vor dem zweiten Punkie der Tagesordnung, Wahl des Ausschusses, ergreift Arbeiter Kunz das Wort, um den Mitgliedern die Wahl der vom Arbeiter-Bilduugs-vereiue aufgestellten Kandidaten für den Ausschuß zu empfehlen. Journalist Arko spricht in slovenischer Sprache gegen die von Kunz empfohlene Liste. Dieselbe repräsentire in ihren Mitgliedern mehrere Vertreter jener verderblichen Tendenzen, welche heute die ganze gebildete Welt verurtheile. Die Arbeiter mögen Männern ihr Vertrauen schenken, welche wirklich Freunde derselben sind und nicht unerreichbaren Utopien, wie sie heute Gottlob nur bei einigen wenigen Mitgliedern des Arbeiterstandes in Laibach beliebt werden anhängen. Nun entspinnt sich eine lebhafte Debatte,' an welcher sich die Arbeiter K u nz, Wagner, Arko und der Obmann Sark betheiligen. Bei der vorgenommenen Wahl des Ausschusses wurden nachstehende mit eminenter Majorität gewählt: Zum Obmann Journalist Arko, zum ersten Stellvertreter Faktor Rüting, zum zweiten Stellvertreter Schneidermeister Hartmann. Zum Kassier Gastwirth Gertscher zum Rechnungssührer Handschuhmacher Bauer. Zu Ausschüssen die Herren Burjan, Fleischer, Heinze, Hinter! echner, Kautz ky, Kor iary', Kosir, Lasetzky, Mayer, Metz. Nach Kon-statirnng der Wahl erklärt Herr Kunz, daß er nach diesem Resultate der Ausschußwahl auf welche Stellung von Anträgen Namens des Arbeiter-Bildnngsvereins verzichie, worauf die Versammlung geschlossen wurde. — Ein Theil der anwesenden Mitglieder beabsichtiget gegen die angeblich statutenwidrige Wahl einen Protest zu überreichen. — (Zur Unterstützung des niederen Klerus in Krain) soll, wie das „Volksblatt" erfährt, von dem präliminirten Betrage pr. 500.000 fl. ein Teilbetrag von 14.700 fl. angewiesen werden. — (Kronprinz Rudolf-Bahn.) Die beiden neuen Linien der Kronprinz Rudolf-Bahn Liezen-Klein-Reifling und Amstelten-Klein-Reifling werden noch im Laufe dieses Monates dem allgemeinen Personen- und Frachtenverkehre übergeben werden. Durch die Eröffnung dieser beiden neuen Linien wird nuu die ganze Slrecke der Kronprinz Rudolf-Bahn von Bruck an der Mur und von Villach aus, und zwar erstere in Amstetlen und letztere in St. Valentin in die Bahnlinie der Kaiserin Elisabeth - Westbahn einmünden, sonach den südliche Linie mit der westlichen vollständig in Verbindung stehen. Aus der neuen Slrecke Liezen Klein-Reifling befinden sich folgende acht Bahnhof-Stationen, als Liezen, Admont, Gstatter-boden, Hieflau, Landl, Äroß-Reisliug, Altenmarkt und Klein-Reifling; aus jener: Amstctten-Klein-Reifling, bestehen neun Bahnhof.Stationen, und zwar Amstetten, Ulmerfeld, Keniaten, Rosenau, Waidkofen, Oberland, Gaslenz, Weycr und Klein Reifling. Witterung. Laibach, 10,-März. Gestern anhaltend bewölkt, die Alpen wolkenfrei, Nachm. um 4 Uhr etwas Regen. Heute trübe, regnerisch. Wärme: Morgens 6 Uhr > 5.4", Nachmittags 2 Uhr ^ 9.0" 6. (1871 -j- 13.0°; 1870 7.0"). Barometer 735.85 Millimeter. Der gestrige Niederschlag 5.15 Millimeter Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme -j- 7.3°; das gestrige -j- 6.2"; beziehungsweise um 4.5" und 3.4° über dem Normale._________________________________ Verstorbene. Den 9. März. Michael Stopar, Arbeiter, alt 68 Jahre, und Mathias Gaspersic, alt 80 Jahre, beide im Zivilspital an Marasmus. — Dem Herrn Josef Kollmann, Spediteur, seine Frau Amalia, geborene Ranzinger, alt 27 Jahre, in der Kapuzinervorstadt Nr. 61. — Juliana Oblak, Arbeiterin, alt 24 Jahre, und Anna Banorc, Wäebtersgattin, alt 48 Jahre, beide in Zivilspital an der Lungentuberkulose. Den 10. März. Michael Alof, Bettler, alt 47 Jahre, an der Wassersucht.__________________________________________ Gedenktafel über die am 13. März 1872 stattfindenden Lizitationen. Reliz. Becaj'sche Real., HruZkarje, BG. Laas. — 3. Feilb., LovLiu'sche Real.. Weikersdorf, BG. Reisniz. -3. Feilb., Fink'sche Real., Gradische, BG. Laibach. — 3. Feilb., Miklavcic'sche Real., Rogatec, BG. Laibach. Wiener Börse vom 9. März. Lr»»rsronL». j Geld Ware Zperc.Rente, öft.Pav. > 64.80 64.90 dro. dto. öft.in Stld. 71.40 71.50 -ose von 1L74 . . . r3.75 94.50 Tose von 1860, ganze 104.50 104.70 SosL von 1860, Künfl. 126.50 I2i.50 SrLrniensch. L. 1864 . 148.75 149.25 Hterermark 90.— 9i.- -ärnien, Ltram n. Küstenland 5 Lugarn. . zu 5 -roat. u. Slav.5 BieLenbürg. ^ 5 85. -5 81.— 83.- 86. - 81.25 84.- 78.25 Kattonald.rnk . . . 848. 855.— Lnion - Bank . . . 330.25 330.75 Lrediranstalt . . . 346.50 346.70 R. ö. EScompte-Oel. 955. 960. ünglo-österr. Lank . 366.- 366.50 Oefl. Bedencrrd.-Ä. 283.-284. Oeft Hypoth.-Bank . > 98.— 102 Kt-ier. S rcompl.-Bk. 262. 263. Franko - Austria . . 144.25 144.50 frais. Serd.-Nordb. . 2315. 2320 LZtidbahrr^Gesellsch. . 209.80 210. -Kais. Elisabelh-Ba^'. 249.50 249.75 jkarl-Ludwig^Bahn 260.75 261.25 Siebenb. Eisenbayil .189. - 189-50 LtaatSbahn. . . .392. 3^2-50 Lais. Hranz-IoseiSd.. 209.75 210 25 Künsk.-Barcser E.-B. 196. 197. MMd-Fium. «ahir .187.25 187.75 krLuLvrlstv. -Nation, ö.W. verloSb. 90.- ! 90.20 ang. Bod.-Er-Üitanst 89.50 89.7.-. üllg.öft.Bod.-lLredr'.. 104.50 W5. dto. ni >«. rutt». 87.5o^ 88. Geld Oest. Hypoth.-Ban! . 95.— ^^ror7irLr»-0dits. Südb. -Ges. zu 500 Hi. 112.— dto. BonS 6 pC:. L30.-^-rdb. (100 st. CM.) 105.25 Sieb.-B.i200fl.v.W. 93.-Staatsbahn Pr. Stück 134.50 Slaatsb. pr. St. 1867 131. r»tudolfSb.(300fl.ö.W.) ^>4.25 Kranz-Jos. (200 ft.S.) 102.40 Ware 95.50 112.50 232. . 105.50 93.50 135.-132 — 94.50 103.— Kredit 100 fi. ö. W. L)sn.-Dampfsch.-Ges zu 100 fl. CM. . Lciester 100 ft. CM. dto. 50 ft. ö.W. Ofener . 40 st. ö.W. 31.50 Salm . „ 40 Palffy . ^ 40 Llary . ^ 40 St. >SenoiS„ 4v Windischgrätz LO Waldstern . 20 Kegievlch . 10 ISO.- - 190.50 99.50 120.50 58. 29.— ! 36.— ' LS.— ! 24.— ^ 22 50 14. ,-tudolfSstlft. lOö.W , 1^-50 « 100.50 121.50 59. 33 - 30.- 38.- 30. 25.— 23 16. 15 - ^ujSd. lOOst. südd.W Sränks.lOOft. ^ ^ London 10 Pf. Sterr Pari^ 100 Krane? SLkQrr.iL. Kais. MÜn,-Ducalcn itOFrancSstück . . . 6erernSthaler . . . Silber 93.40 93.50 93.60 110 55 43.70 93.50 111.40 43.65 5.29 8.84 1.66 i 109.75^ 5.30 8.85 1.66 110.25 Telegrafischer Kursbericht der Filiale der Steiermark. Eskomptebaiik in Laibach, von der k. k. össeutlichen Börse in Wien am 11. März. Schlüsse der Mittagsbörse. 5perz. Metalliques mit Mai- und November-Zinsen 64 90 — 5perz. Nativnal-Anlehen 7 > .60. — 1860er Staats-Anlehen 103.75. — Bankaktien 847. — Kredit 34>!. -Anglobank 364.50. — Frankobank 143.50. — Lombarden 210.20. — Unionbank 332.—. — Wechslerbank 350. — Baubank 127.—. — Anglobaubank 178.—. — Wechslerbaubank 56.50. - Mäklerbank —. — London II >.35. -Silber 109.50. — K. k. Münz-Dukateu 5.27. — 20-Frank-Stücke 8.83'/,._________________ Klilldlllllchliilg. Donnerstag am 14. d. M. Vormittags nur 10 Uhr wird Hieramts die Lizitation für die Vermietung der städtischen Krambude Nr. 11 in der Elefantengasse abgehalten werden. (iso-i) ZlMinaMrul Laibach am 7. März 1872. Der Bürgermeister: Deschman«. Theater. Heute: Zum Vortheile der Schauspielerin Wilhelmiue Krägel. Zum ersten male: Donna Diana, oder: Stolz uud Liebe. Lustspiel in 4 Akten nach dem Spanischen von West. Lottoziehung vom 9. März. Wien: 18 63 43 55 86. Graz: 49 43 14 51 3. Zahnarzt Mü.(bLW.Dl.Cai>M, Dozent der Zahnheilkunde an der k. k. Universität zu Graz, macht allen x. t. Zahnpatienten höflichst bekannt, daß er mir 17. März l. I. iu Laibach seine zahnärztlichen und zahntechnischen Ordinationen beginnen und sich Lurch eine kürzere Zeit wie bisher dort wird aufhalten können. Worauf alle x. t. Hilfesuchenden aufmerksam gemacht werden; so wie es sehr zu empfehlen ist, um sehr gute Erfolge und die möglichste Schmerzvermeidung zu erzielen, wenn sich die x. t. Patienten gleich Anfangs zur uöthigeu Vorbehandlung melken wollten, wodurch auch dem gegen Vas Cnde des Aufenthaltes zu zahlreichen Andrange vorgebeugt würde. t 131-1) Graz, 8. März 1872- Hochachtungsvoll llorent Div lanren. ISO bis S1»v mMm sowie auch Zuschneiderinnen für Wäsche finden dauernde Beschäftigung gegen entsprechende gute Bezahlung bei Viiiv. (>34-1) Laibach, Haujttplatz 237. 2 oder 3 möblirte Monatszimmer werden vom 1 April an yi mietheu gesucht. Gefällige Adressen bitte man bei der Expedition dieses Blattes abzugeben. (120-3) Uomiiloil Ulbert Iririksr befindet sich in der ÄMlV M H» 1. Stock neben dem Wcater. LM" Aufträge auf Bettflanmen und Federn werden angenommen. (613—22) Angekommene Fremde. Am 10. März. Sr. Durchlaucht Fürst Salm - Reifferscheid, Neu-Cilli. — Ihre Durchlaucht Fürstin Salm-Reifferscheid, Neu-Cilli.-Freiherr v. Roschitz, Besitzer, Böseudorf. - Dolleuz, Postmeister, Prnvald. — Maier, Postm. Wippach. — Fischer, Postm. Gör,.— Dr. Mendel, Jornalist, Wien. — Po-gacniq, Besitzer, Podnard. — Kübler, Lttlai. -- Ruppe, Handelsm., Linz.—Canzio, Maler, Triest. — Weber, Handels-Gätincr, Klagen-furt. —Killer, Ratschach. — Rapvaprot, Berlin. 8tn»It Cainero. N?gro, Brvvedani, Mon-teguauo uud Nroretii^Udine. - Volkl, Kim. Wien. -Hampat, Schöuau. — Hel-scrt, Frcudeuthal. — Weiler, Agram. — Schurz, Kausm, Graz. Masi, Laa«. — Murskh, Berg - Beamte, Prag. — Schnabel, Reisender, Dcssendorf. rocbeu ist erschienen und durch II Buchhandlung iu Laibach zu beziehen: >-> r^. Vollständig in 6 Bänden von je 10 bis 12 Lieseruugeu. Macht-Musgnöe des ^ Dnch der Lrs»ii>migkil, Gewerbe lind *-r Z> *-r Rundschau auf allen Gebiete» der gewerblichen Arbeit. Herausgegebeu von in Berbinduug mit Prof. I»,S«!,»»«, I»,-. Prof ^. Lüttirr-s,. Prof. IL. L,««>!,» ^ " Ski-, I»«'. Prof. ILivI»- «Zi-I. rc. rc. ^ i VI. gänzlich umgearbeirete nnd stark vermehrte Auflage. ^ ^ " ; Mit mehreren 1000 in den Text gedruckten Abbildungen, vielen Tonbildern nach Originlü-Itichimrlgtll von l-uöwig kui-göi-, lli-. Osean MotiIi68. Die Art des Erscheinens macht die Anschaffung auch dem Min-! derbemittelten möglich; jeden Monat werden 2 bis 3 Lieferung gen geliefert und es kostet die mit einem Tonbild geschmücktes Lieferung 30 kr. ö. W. Verlag von Otto 8pamei- « in Preis für jede Lieferung 30 kr. ö. W. (113-2) I-eiprig.. Monatlich bis 3 Lieferungen. INKI»N vik Nslk ÜN orllludt sieli mikutlwilön, dass von Iivuto nd äis in dvrsn LuiöLustuncien von 9 bis 12 Illir Vormitirlgs or5oI§6n unä class äis ^usrablunF äor von 3 bis 4 Vbr ^avbmitt^s rw ävrou Lasse statt- tlnäot. I^g-ibllob, II. 1872. Fililile der Stcierm. Lskmliplcblliik. IIU« MINU»»U««U«NU?I Druck 0»u Jg». v. Kleinmayr » grd. «amberg in Laibach. Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Otto mar Bamberg.