Schriftleitung, Verwaltung und ßuchdruckcrei Telephon 25-67, 25-68, 25-09 Marburg a. d. Drau, ßadgasse Nr. 6 • Anzeigen und Abonnenients-lAnnahme in der Verwaltung ♦ Bei Anfragen Rückporto beilegen ElniQlwwkmuUpfel»: wochentags 10 Apf Samstag-Sonntag 19 ffpf Hrsclieint w ö t Ii e n 11 i ch sechsmal als A\ürj;eii/citun|i; (mit Ausnahme der Feiertage). — Bezugspreis: Abholen monatlich RAI 2.—, hei Zustellung RM 2.10. — I Jnverlanßte Zuschriften werden nicht zurückgesandt 3lr. 128'129 TItar&urg a. 6. ®rQu eamdtag/eonnlag, 7.'S. 3uni i94i 81.3af)rgang I Beschleunigte Hucht der britischen Kolonie aus Ägyptens wichtigster Hafenstadt — Gesteigerte Nervosität der englischen Militärbehörden Gegen Englands Versorgimgsschiflalirll Das Bekenntnis des Unterlandes DREI HANDELSSCHIFFE AUS STARK GESICHERTEN GELEITZÜOEN HERAUSGESCHOSSEN, VIER WEITERE SCHWER BESCHÄDIGT Voltkommefiheit unübertroffen Berlin, 6. Juni Das Oberkömmando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe führte den Kampf gegen die britische Versorgungssch'iffahrt mit gutem Erfolg weiter. In der letzten Nacht versenkten Kampfflugzeuge vor der schottischen Ostküste aus stark gesicherten feindlichen Qeleitztigen heraus drei Handelsschiffe mit zusammen 15.800 brt. und beschädigten vier weitere große Schiffe schwer. . Im Mittelmeerraum führten Verbände der de^teeban Luftv/affe in der Nacht zu in 5. Juni einen besonders erfolgreichen Angriff gegen den britischen Flottenstütz, punkt Alexandria durch. Bombentreffer in der Nähe der britischen öllager lösten einen grol5en Brand aus, der von den Besatzungen noch lange Zeit nach dem Abflug beobachtet werden konnte. In Nordafrika bekämpfte die deutsch, italienische Artillerie britische Batterie-1 Stellungen, Munitionslager und Wasser- j Versorgungsanlagen bei Tobruk mit gu-; ter Wirkung. | Kampfhandlungen des Feindes über dem Re'chsgebiet fanden weder bei Tag noch bei Nacht statt. Alexandria nach dem Bombenangriff Damaskus, 6. Juni. Der folgenschwere Angriff deutscher Kampfflieger auf Alexandria hat die Nervosität der britischen Militürbehörden außerordentlich gesteigert. So wird die Evakuierung der britischen Kolonie seit dem Angriff mit einer Hast tHJtrieben, daß hier schon von einer wahren Flucht gesprochen werden könne. Nur mit dem Notwendigsten versehen, mußten die Angehörigen der britischen Kolonie die Häuser verlassen und wurden ins Innere von Ägypten abtransportiert. Dynamik der deutschen Luftwaffe Rritischc Sachverständige üt)er Deutschlands Sieg auf Kreta S t 0 c k h o 1 m, fi. Juni. Welchen Eindruck der deutsche Sieg und der völlig unerwartete Einsatz der l-iiftwaffc auf Kreta gerade auf enRlischc Miiitärsachverständige gemacht haben, ^;chl .uis einem Londoner riigenbcricht von »Darens Nyheter« hervor, der einen Artikel dep hiftmilitärischen Sachverständigen der Vorkshirc Post« wiedergibt. Iii diesem Artikel wird auf die »über-rn^^chende Dynamik in der Ausnutzunjjj der hiiftwafie« hingewiesen. Es heißt dann weiter, die Knglflnder wären un-Ver/eililich dumm, wenn sie sich diese T tlsnehe iiiclit zu Herzen nähmen. Pr.s sei ein außerordentlich ernstes / n, denn die Phantasie und d e Be-. 'aicTung hhlten offenbar in Deutschland einen viel größeren Spielraum als in ^'"»iP'id. Die Tntspche des Kreta-I c'• ' ;cs bev.'clse eine phüntrxsievolle tttid Iv chklarsige Planung auf selten der Deutsclien, deren Art und Welse und technische sei. Es müsse einmal offen ausgesprochen werden, daß das britische Kriegsministe-rium unverzeihlich spät die Bedeutung der Fallschirm- und Luftlandetruppen eingesehen habe. Bisher deute nichts darauf hin« daß die englische Kriegführung d!e Bedrohung solcher Luftlandeangriffe verstanden habe, die unmittelbar nach schweren Sturzbombenangriffen einsetzten. Diese Art von Angriffen gegen Flugplätze sei eine neue Idee, der man auch mit einer neuen Idee betjrgn'^ii müsse. Ein paar Mascliiiiertgewehre um einen Flugplatz herumgruppiert genügten n'cht, um ihn zu verteidigen. Flugzeugs müßten mit Flugzeugen abgewehrt werden. Die in England wiederholt aufgetauchte llehauptiing, daß Flugplätze ?e-gen Fallschirmtruppen leicht verte;e resigniert, die neuen Ulccn und ihre Erfinder bisher durch die Hürokratien der Ministerien und die Vorurteile der nlten Beamten festfahren müssen. Eine schwache Arbeit in den Stäben müsse bestraft werden. Mehr Phantasie, Energie und Dynamik seien erforderlich. Von Dr. Helmut Carstanjen Mit der Anmeldung zum Steirischen Heimatbund ist die Volksabstimmung, die unserem Lande 1919 verweigert wurde, nun im Jahre 1941 nachgeholt worden. In wunderbarer Einmütigkeit hat die bodenständige Bevölkerung der Untersteiermark ihr nationales Bekenntnis zum Ausdruck gebracht. 05 v. H. haben sich zu Führer und Reich bej ilirui alten Bindungen /.u l()scn. Wie schwer hatten sie sich getäuscht. Wie wenig waren sie imslaiule, die wali-ren Zusaninienhänge zu erkennen. Die Untcrsteirer konnten niemals ein pt^sitives Verhältnis zu Belgrad finden und fühlten sich auch mit der Laibacher Führung keineswegs verbunden. Wie gering ükc Anteilnalime an dem öffeiitliLlien Geschehen im jugoslawischen Staate war, zci^jt unter anderem die Beteiligung an den Dr. Pavetic beim Führer AUSSPRACHE IM GEISTE HERZLICHER FREUNDSCHAFT Der Empfang in Salzburg Salzburg, 6. Juni Auf EinladuüK der Reichsregicrung traf heute vormlttaK der kroatische Staatsführcr Dr. Ante Pavellc zu einem Besuch in SalzbufR ein. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbcntrop begrüßte Dr. Ante PavclIc auf dem Bahnsteig und geleitete Ihn nach dem Abschreiten der angetretenen Ehren-Kompanie Ins Hotel. in Begleltuu«: cic:s kroatisclieu Staats-iührers befinden sich der Innenminister Dr. Andrjja Artiikcivic. der Staats.^ckre-tär des Äußern Dr. Mladcii Lorkovic, der Staatssekretär im Wirlschaftsmini-stcrium Vladimir Kozak. der Vorsitzende des Amtes für innere KoloulsieruiiK Mato .kiRatic. der l^UrKCrmeister von Affrani Ivo Werner, der Chef der politischen Abteilunj: des Aulienauites Vje-koslav t'rancic und der Presscrcicrent des Außenanites Hrnst Bauer. Zum Empfange des kroatischen Staatsführers uiid seitier Begleitung waren die führenden Persönlichkeiten von Staat. Partei und Wehrnmcht des (laues Salzhurj: sowie Funktionäre des AuswärtiKcn Amtes auf dem Bahnsteig erschienen. Der deutsche Gesandte In Agram. Kasche. begleitete den Staatsführcr auf somcr Reise. Dei kroatische Ge .aiidte in Berlin Dr Ben zon war zur BccrriH,lun;^' des Staatsiüli-rcrs gleichfalls in Salzburg erschienen. Heute Mittag hatte ReichsauUcnmini-ster von Ribbentroo mit Dr. Ante Pave-lic im Landhaus Fnschl eine herzliche Aussprache. . Der Besprechung folgte ein gemeinsames Mittagessen, an dem die Herren der Begleitung des kroatischen Staats-fülirers und Mitarbeiter des Reiclisau-Ijenministers tcilnalinien. Im Berghof Ü b e r s a 1 z b e r g, Ii Juni. Der Führer empfing Freitag nachmittag im Berghof in Gegenwart des Reichs-marschails Hermann Göring und des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop den kroatischen Staatsführer Dr. Ante Pavelic. Die Aussprache mit dem Staatsführer des jungen kroatischen Staates verlief im Geiste der herzlichen Freundschaft, d« das deutsehe und das kroatische Volk miteinander verbindet. Im Anschluß an die Aussprache üt>er-reichte Dr. Pavellc dem Führer eine Fri-dericianische Fahne mis dem Sleben|äh-' ?en Krieg. Danach stellte der kroatische Staatsführcr dem Führer die Herren seiner Be* ""leittinT vor. Bei der Ankunft und Abfahrt erwies in Fhrcnzug der Waffen-SS dem kroatischen Staatsführer die militärischen Ehrenbezeugungen. verschiedenen Parlamentswahien. Obwohl diese zum Teil öffentlich waren, beteiligten sich zeitweilig nicht einmal 50 v. H. der Stimmberechtigten an ihnen. Die Zeiten, in denen das Land unter deutscher Führung stand, blieben stets unvergessen. Damit verband sich seit der Machtergreifung des Nationalsozialismus im Reich und vor allem nach dem Anschluß der Ostmark die Hoffnung auf Befreiung, und immer häufiger wurde die Frage; »Wann wini Hitler auch zu uns kommen?« Das Bekenntnis, das die Unter>teier-niark in iliesen Ta^^en nb^elcut hat, il.irf aber nielit nur als der AusJrurk iiber-scluiuinender Freude iil)er dio Befreiung angesehen werden. l-!s ist von i.;ritßliM' ^jrundsät/.licher Bi'ileul'Mi':^: Mit der Mel-dinig /um Heiinatbund wurde d'-r unte -steirisehen Bevölkerung unabhängit.^ von dem Irüijieriselien Erseheiinni,i.5bild cle-heutigen Spraeligebr.nieiies er^!n!;di|j; Gi'-legenlieit geboten, selb>' ihre Volkrz'ig"-^lirigkeit klar fesIzulc.'Ten. Die Slowenen haben in ilen letzten '2[\ Jahren in ihrem Kampf um die Gewin-nuiifr der heiinattreuen Steirer versueh'. die Tatsachen auf den Kopf zu ^teilen. Sie hnben behauptet, es gebe in der Un-tersteicrmark keine Deutschen imd habe hier niemals wclehe ;;egeben. Dieienigen. die sieh als Deutsche ausgäben, seien ei-'Tcntlich nichts anderes als germanisierte Slowenen. Wir haben demgegenüber stets gewußt, (laß die Bevölkerung der Untersteiermark bis auf kleine eingewanderte oder verhetzte Grüppchen nicht slowenisch ist. sondern ihrem Blute und ihrem Wollen nach zum deutschen Volke gelvirt. Die Lhitersteirer haben nun den landfremden Hetzern die richtige Antwort ge-fi;cben. Sie wollen nichts gemein haben mit den Jugoslawen, aber auch nicht mit den Slowenen. Sie bekennen sich als Ste,-rer zum deutschen Volke und wollen mit diesem leben, arbeiten und ihre Heimat gegen jeden neuerlichen fremden Zugrif; für alle Zeiten verteidigen. Die .Anmeldung zum Steirischen Hci-nialbnnil ist kein bloßes Lippenbekenntnis. Daß es den Untorsteirern mit ihrem Wollen bitter ernst ist, liavon kann man sich auf allen flebieten des Lebens überzeugen. Überall wird mit größter Begeisterung an die Arbeit gegangen, überal' ist man bestrebt, auch die letzten Si:hran ivOn, die die Untcrsteirer auf sprachlichen' (jcbicte noch von den deutselisprachi-Tci' Volksgenossen trennen, nieilcrzureißoM Es ist eine wahre Freuile. /u sehen, nv' welchem F.ifer d'c Kinder in den Schuld dem Unterricht fob^^en und in welche' Zahl sich die llrwachsenen zu den r)eutschkur'hne icdorli ihre Iiistorisehe und symbolische Bedeutung gänzlich einzubüßen. Die Witwe des Kr)nigs Zvonimir war die Schwester des Ungarkönigs i^adislaus, den sie bei den eingetretenen iirbfolgestreitigkeiten zur Wahrung ihrer Witwenrochte zu Hilfe rief. Die ungarischen Quellen weichen von den zahlreicheren und verläßlicheren kroatischen insoweit ab, daß jene von einer Eroberung Kroatiens durch Waffengewalt sprechen, während kroatische Dokumente klar beweisen, daß Ladislaus auf Einladung der zwölf kroatischen Stämme in friedlicher Absicht über die Drau kam, dieser Zeit an die kroatische Krone nimmer erwähnt wird, ist anzunehmen, daß sie der Anjou mit sich genommen hat, wohl in der Hoffnung, mit dem Besitz der Krone erneuerte Ansprüche auf Kroatien begründen zu können. Aber diese Hoffnung wurde nicht mehr erfüllt. Die Abwehrkämpfe gegen die Türken hatte Kroatien unabhängig von Ungarn, wohl aber mit bedeutender materieller Unterstützung _ der steiermärkischen Landstände geführt, und sich in diesen d\i''ch^ drei Jahrhunderte währenden Kämpfen den Elireniiainen >\'orniauer der Christenheit • verdient. Als der größte Teil Ungarns unter der Hochflut der Osmanen versank, der letzte Jagi'llone auf Ungarns Thron in der Schlaclil hei Moluks .i;:'iallcn N\ar, konnte Kra der Serbenkönig iPeter I. niemals durch eine Konstituante, durch vorangegangenes Befragen des kroatischen Volkes, dessen Herrscher wurde, sind es nun 414 Jahre her, daß Kroatien sich selbständig einen T^ührer erwählte. Jetzt ist das historische Staatsrecht der Kroaten der Korni nach wieder zur vollsten (ieltung gekommen. Angriff aus der Luft FALLSCHIRM-REGIMENT SPRINGT GEGEN ÖEN FEIND (PK. i?öder, Scherl, M.) Eiiti^tzbesprechung mit Generaloberst Lohr (rechts) und General der Flieger Jeschonek (Mitte) hei den auf dem F^eloponnes stationierten Luftwaffenverbänden. PK. »Meldung beim Fallschirm-Regiment!« lautete der Befehl an drei Kriegsberichter der Fallschirmtruppe. In Griechenland auf dem Isthmus abseits der großen Straße hat das Regiment Biwak bezogen, in der Nähe eines Flugplatzes, auf dem bereits die Staffeln unserer Ju's für die Fallschirmjäger bereitstehen. In einem ausgedehnten Olivenhain sind große Zelte aufgebaut. Gelber Sand, mattgrünes Laub der Olivenbäume und glühende Sonne — das sind die ersten Eindrücke in dieser Gegend. Etwas abseits das blaue Meer und auf der anderen Seite kahle, schroffe Bergrücken. Aber der Geist, der in diesem Lager herrscht, ist derselbe: frisch, fröhlich und voll Zuversicht, wie wir ihn an unseren Fallschirmjägern gewohnt sind. Wir melden uns beim Regimentskommandeur, der wie jeder seiner Soldaten hier im Zelt lebt. Der alte Haudegen erklärt auf unsere Frage in unverfälschtem schwäbischen Dialekt: »Ja, freili, i muaß a hu'pfe.« Wie seine Soldaten sehen wir ihn hier im Lager auch nur mit der Badehose herumlaufen, höchstens zum Schutz gegen die Sonne einen einfachen Drillichrock übergezogen. Als ich einmal früh am Morgen aus dem Zelt trete, kommt eben der Kommandeur vorbei, in der Badehose, einen kleinen Klappstuhl unter dem Arm und eine Ledertasche am Riemen umgehängt. In seiner herzlichen launigen Art begrüßt er mich, macht die Tasche auf und holt einein Skizzenblock heraus, auf dem er mit Wasserfarben eine Landschaftsskizze festgehalten hat. »Das hab' i von dem Berg ausg'macht«, erklärt er, »wissen's die Farbe glei in der Früh' wenn die Sonne aufgange ist, g'falle mir scIk) lang.« In mir ist wimderung für den Mann und Führer eines der wichtigsten Regimenter, der zwei Tage vor dem entscheidenden Kreta - Einsatz seines Regiments noch Zeit findet, bei Sonnenaufgang auf den Berg zu steigen und ein Aquarell zu malen. Das sind die Führer, unter denen die deutschen Soldaten Sieg um Sieg erringen ! Wie der Kommandeur, so sind aber auch seine Offiziere. Wir treffen lauter beltannte Namen, Ritterkreuzträger und sind stolz, mit diesen Männern zusam-menzusitzen und sogar an ihrer Seite unter ihrer Führung in dem erwarteten Einsatz stehen zu dürfen. Sie alle bren- nen auf äten ncnen Ehisaia und so wipern eines vereinzelten Fußgängers, dann ist es auch hier in Dalakvam für heute nacht endlich still, nur der Flnß rauscht gleichmäßig zwischen den schnittreifen Wiesen außerhalb der wenigen Häuser, überglänzt von drei, N-ier großen sommerlichen Sternen. Weiter talaufwärts sind heute nur der Fluß und die Landstraße und sonst niemand. Der Fluß murmelt und lacht zuweilen, die Straße ist still Nein, da auf einmal wird sde lebendig, ein Pferdefuhrwerk — scharf kommt es an. Sabb ga-lopT>iert, trotz des Einspruchs der Straße, sein schwarzer Schatten verschmilzt mit dem gT'iuen Morgen. Sabb geht jetzt schärfer, als er es gern hat, or fürtMitet sich. Der Morgenwind rührt gleichsam den Kleeduft auf, fächelt ihn hier auseinander und läßt ihn anderswo sich ballen. Und auch der Mensch bekommt die frühe Brise zu fühlen. Viv holt die ersten Atemzüge frischer Luft; sie lindern, was einen nachts bedrückt hat, findet Viv; sie steht im Hof und nimmt den Tag mit offenen Armen auf. Auch Kjell, der Fliegentöter, ist schon auf den Beinen, macht sich in Vivs Nähe zu schaffen. Aus dem Schlafzimmer schreit Mabb nach der Mutter. Mutter und Inger in der Küche lassen sie ruhig schreien, es tut zu wohl. Leiv ist im Stall, der Vater ist in Dalakvam. Es ist heiler, früher Morgen, überall wa'rme, waclje Sonne. »Was machst du denn da, Kjeli?« Er steht muxstill neben ihr. Er wird rot auf ihre Frage, was soll er antworten; auch er hat sich die Hemdärmel aufgekrempeit bis ganz zu den Achseln, nur um ebenso nackte Arme zu haben wie sie. »Jetzt weiß icli, was wir tun werden. Kjel'l; wir werden weit. weit, weit wegreisen, über alle Berge, dn und ich —.« Es ist gar zu arg, mit Kjell solche Scherze zu machen. •>Ja«, sagt er nur und sieht sie an. ^Und dann kaufen wir uns einen Stall voller wilder Pferde, solche, die noch nie einen Sattel getragen haben.« »Ja!« sagt KjeH und ist wie verzaubert. »Und dann wird gefahren, Kjell! Und dann wird geritten, Well!« Sie jagt Kjell herum und hält ilm fest, hebt ihn in die Luft unid läßt ihn Purzelbäume schlagen. Sanft imd leise zitternd kommt er wieder auf die Füße, mit einer Miene, die sagt, ich werde — ja, ich werde sogar der Wärme nachlaufen, wenn du es willst! Mit dem Munde sagt er nichts. »Nein, mi werden wohl blerben nrüssen, wo mi sind, mi zwei, meinst du nacht?« KjeH klapfpt nur mit den Lidern trod schlucki, er hält es kaum aus, weil — weil es weh tut, oder weil es wohltut. »Jetzt will ich angezogen werdeul« schreit Maibb, daß es schrillt. Leiv kommt aius dem Stall, es ist heute seine Tour. Er bleibt stehen and horcht. Viv sieht es und horcht auch. Und Kjell. Alle hören dasselbe: Wagen-lärni und rasende Hufschläge. Viv sagt: »Wer in aller Welt ikainn das sein, so früh?« Um diese Zeit ipflegi die Straße stets Stil! zu sein. »Da ist etwas los!« ruft Leiv Viv zu. Noch sehen sie niemand, die Straße zieht sich nur nach Nomes schnurgerade hin. nach der andern Richtung windet und krümmt sie sich. >Vas da kam, näherte sich eilends, in der dünnen Morgeulult klappeai die Hufsdiläge scharf, klapp, klapp, dann Leivs entsetzte Stimme: »Das ist Vater!« Viv und Kjell fahren zusammen. Ja, es ist Vater. Er sitzit unheimlich steif auf dem Sitz, hält die Zügel straff angesrvannt und scheint auch die Peitsche gebraucht zu haben — denn Sabb ist scheu und aufgeregt und dampft vom Schweiß, er zittert, als der Wagen im Hof häH. Viv ruft: »Was ist deim, Vater!« Und Leiv rüttelt ihn: »Ist etwas passiert?« Kjell aiber läuft erschrocken hinein zur MuttCT. »Mutter, Mutter!« Leiw nimmt die Zügel; da beginnt Ambros zu schwanken, weil sie ihn nicht mehr halten. Die beiden Geschwister fragen nicht mehr, was lios ist »Wo ist sie?« fragt Ambros mit 'dicker Zimge und stairrt Viv an. Sie schaudert »Komm, ich führe dich hinein, damit du d^ch niederlegst«, sagt sie, so ruhig sie kann. »Wo ist sie?« sch'rert Anrhros. Er sitzt noch immer im Wagen, trotzdem Leiv den zuschanden gefahrenen Sabb längst in den Stall gebracht hat. Viv nimmt ihren Vater beim Arm und will ihm vom Sitz herunterhelfen. »Da bin ich«, sagt sie, »komm jetzt, dii brauchst Schlaf, wenn du die ganze Nacht durchgefahren bist« Aber er weiß, was er sagt. »•Ich frage, wo sde ist?« .uimncf 128/tÄ 7.V8. Tmf tMl Reffe 5. AUS STADT UND LAND ftNiHifliiiifliiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiuimimiHniiHiuuunuliiiHiiiiiiiiiiiiilffliiiiiiffliHiilOHnuiuuffliiiiiHiiMtHiiiiiiiniuiiinniniiiiiiiiiiiiiiiiüiiuiiiiiimiiiinmtiiiiniiiimiittiiiiitiiiiiim Gauleiter Bohle in Marburg Obcrtiahtne der AiitgrUeder dor AtiStandsorgBiiiftation io dm Gau Steiermark Gauleiter Bohle besuchte Freitag, den 6. Juni, das steirische Unterland, wo er in Marburg und Cilli an der Übernahme der bisnerigen Mitglieder der Auslandsorganisation der NSDAR in dem Oau Steiermark teilnahm, Vollzählig waren die bisherigen Mar. burger Mi'tglieder der Auslandsorganisa-ti^on zur Ü.bernahmsfeier versammelt, als Gauleiter Bohle gemeinsam mit Gau. lejter und Reichsstatthalter Dr. Uibefrei t h e r im festlich geschmückten Kasinosaal erschien. Die Feier wurde durch die »Feierliche Musik«, aus der Musica Vcsperfina von Johann Pczel, eines Zeit, genossen Bachs, vorgetragen vom Quin, tctt der Musikschule für Jugend und Volk Marburg, eröffnet. Nach der Begrüßung durch Parteigenossen Spiegelhauer ergriff Gauleiter Bohle das Wort. Gauleiter Bohle gedachte des oft schweren Schicksals der Auslandsdeutschen, würdigte ihren unerhörten Fanatismus und den Eifer, der den Aufbau der über die ganze Welt verbreiteten Auslandsorganisation der NSDÄP erst er. möglichie. Die Ausländsdeutschen haben gerade im Krieg unter Beweis stellen können, daß die Idee sie vollständig ergriffen hat. Und das Auslandsdeutschtum hat seine Probe bestanden und hat bewiesen, daß sie Nationalsrzialisten und treue Gefolgsleute Adolf Hitlers sind. Keinen schöneren und freudigeren Anlaß zur Auflösung einer Ortsgruppe kann CS geben, als die Rückkehr ins Reich, in das Großdeutschland Adolf Hitlers. Hier aber sind die Mitglieder der Auslandsorganisation eigen'tlich niemals richtige Auslandsdeutsche gewesen, hier im Un. terland haben sie stets unter deutschen Menschen in einem deutschen Land gelebt. In seinen weiteren Ausführungen erwähnte Gauieifter Bohle die letzte Tagung der Auslandsorganisation in Graz, die bisher die schönste und kameradschafL lichste gewesen ist, der man immer wie. der anmerkte, daß die Begeisterung und Hingabe vom Herzen kam und zum Herzen ging. Abschließend dankte der Gauleiter für die geleistete Arbeit und sprach seine Zuversicht atis, daß die Parteigenossen auch in Zukunft ihre Pflicht erfüllen werden, um in treyer Kameradschaft mit den Volksdeutschen dieses alte deutsche Gebiet restlos zu einer nationalsoziaHsti. sehen Hochburg zu machen. Darauf nahm Reicbsstatthalter und Gauleiter Dr. Uiberreither die bisherigen Mitglieder der Auslandsorganisation in die NSDAP Oau Steiermark auf, wo »ie in der Ortsgruppe Untersteiermark direkt dem Oauleiter unterstellt werden. Gauleiter Uibcrrcithcf hob die fruchtbare Mitarbeit der Parteigenossen im StejTiscIjen HeimatbinKl hervor, in dem eine große Anzahl von Männern in wichtigen Fflhrerstelhingen anzutreffen sind. , >Es ist Ihnen bekannt«, fuhr der Gauleiter Uiberreither fort, »daß wir von Kameradschaft nicht viel sprechen, sie aber dafür geben und nehmen. Sie wissen, daß das Schönste, wzis ein Mensch auf der Welt erleben kann, echte Kameradschaft ist. Diese Kameradschaft besteht im wesentlichen darin, daß man ein großes Ziel anstrebt und in gemeinsamem Kampf die ganze Kraft des Körpers, des Gei^ites und der Seele der Erreichung dieses Zieles zur Verfügung stellt. Diese Kameradschaft wird sich auch bei uns herausbilden und hat sich zum Teil schon herausgebildet, sie ist die echteste und dauerndste. Wenn wir diesen riesenhaften Prozeß nach ein paar Jahren beendet haben werden, dann wird auch hier die NSDAP als solche aufgerichtet werden. Die große Aufgabe, die Deutschland jetzt zu lösen hat, ist erstmalig und einmalig. Wir alle müssen mit allen unseren Kräften danach trachten, die Erfüllung des Befehls des Föfirers „Machen Sie mir dieses Land deutsch, so deutsch wie die übrige Steiermark", zu erreichen. Dieses gewaltige Programm isit wert, daß wir manches andere gelegent. lieh zurückstellen und uns mit dem ganzen Fanatismus, der uns zur VerWgung steht, auf die Bewältigung dieser Aufgabe stürzen. lö diesem Sinne nehme Ich Sie auf und danke Ihnen für das bisher Geleistete im Namen des Unterlandes.« Die Führerehrung und die Hymnen der Nation beendeten die Überfülirungsfeier. « AnschHeßend versammelten sich die Angehörigen der bisherigen Auslandsor-ffanisation zu einem kameradschaftlichen Beisammensein im Garten der Gambriniis. Gaststätte, an dem auch Gauleiter Bohle und Gauleiter Uiberreither, sowie Bundesführer S t e i n d 1 teilnahmen. Am Abend verließ Gauleiter Bohle die alte deutsche Draustadt, um auch in Cilli der Überführung der Auslandsorganisation der NSDAP in den Gau Steiermark beizuwohnen. Fahrt frei...! Cisenbahnpioniere stellen eine gesprengte Eisenbahnbrücke wieder her Die drei über die hohen Ufer der Drau führte zum SchluB, daß eine neue Brücke, sich wölbendeti Brückenbogen bildeten ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt Marburg. Das in wilder Hast zurückflutende serbische Heer sprengte sie in der Antnahme, daß das Vorwärtsstürmen der deutschen Truippen wenn nicht aufgehalten, so doch gehemmt werden kann. Auch dieses Hindernis wurde schnell überrannt und bald darauf schritt man an die Wiederherstellung der Eisenbahnbrücke, über die die Hauptverkehrsader zwischen dem Reich und der Adria sowie dem Ägäischen Meer läuft. Tag und Nacht arbeiteten unermüdlich döe Eisenbahnpioniere am gespremgten Pfeiler imd den tief zum Wasser hängenden Eisenkonstruktionen der Marboir-geir Elsenbahnbrücke, denn es war ihnen wahrl.ioh keine geringe Aufgabe anvertraut worden. Klar und eimkutig wii» jeder Befehl lautete er auch in diesem Fall: »Der Eisenbahnverkehr muß in kürzester Zei-t wieder aufgenommen werden.« Für die Ausführung derartiger Bauten besteht kein Schema F, keine festgelegte Regel, denn jeder derartige Auftrag ist einmateg, seine Ausführung abhängig vom Gelände, von der Lage der Brücke, der Wasserhöhe uikI den zur Verfügung s>tehenden Baumitteln. Die Schwierigkeiten beim Brückerjbau ergeben sich besonders aus der bes-tehenden Höhe imd nicht aus der zur Ausführung notwendigen Länge. Hier lag das Eiscn-bahngeleise übermäßig hoch über dem normalen Wasserstand. Gründliche Überlegung, aufgebaut auf den letzten Errungenschaften der Briidkenbautechnik, auf zwei neue Pfeiler gestützt, in der für einen Nichtfachmann unfaßbar kurzen Zeit von vier Wochen errichtet werden kann, um sie gebrauchsfähig der Eisenbahnverwaltung zu übergeben. Aius den Bachernwäldern und dem Drautale wurde das notwendige Bauholz beschafft, aus der Untersteiermark sämtliches Kleineisenniaterial besorgt. Das Hochwasser konnte die Bauarbeiiten nicht hemtnen; genau nach dem vorgesehenen Plane wurde die Arbeit durchgeführt. Das Geheimnis der Schnelligkeit liegt in der untrennbaren Verbundenheit von Or-ganisatpon und Arbeit. Eine Behelfsbrücke wurde auf den Resten der gesprengten Brücke errichtet und von dieser die neue aufgebaut. Gleichzeitig wurde der gesprengte Pfeiler sowie die beiden neuen gegen Unterspülung und Hochwasser geschützt. Als dann das Hochwasser kam, war die Rammgefahr bereits beseitigt. Schwere Arbeit mußte dabei geteistet werden. Kein Wunder, daß tn den Eisen-bahmpionierregimentern nur die kräftigsten Männer und fast ausschließlich (jua-fifrzieTte Arbeiter und Handwerker zu finden sind. Der Haufptunterschied zwischen einer Straßen- und Eisenbahn-brüoke Hegt ja in der Belastungsfähig-kert, die bei Eisenbahnbn'icken oft mehr als das Zehnfache einer Straßenbrücke ausmachen muß. imi die Möglichkeit emer reiblosen VcrkelirsabwickUmg zu gewährleisten. Wenn auch die derzeitige Brücke mir eilte Zwisclienlösiing darstellt, so ist sie doch eme Leistimg, die gar nicht lK>ch ge^g gewertet werden kann. Unter der Leitung ihres Kiommandeurs wurde die Aufnahme des Eisenbahnverkehrs zwischen dem Reicli und dem Südosten wieder ermöglicht. Nur dem in der deutschen Wehrmacht wohnenden Geist und Ailjeitsfreuidigkeit war es möglich, diesen von vielen Hindernissen begleiteten Bau in der kurzen Zeit herzustellen. Die Kürze der Zeit sowie die Güte des Werkes legen das beste Zeugnis für die Eisenbahn pioniere afc. Theater in Marburg Heute, Samstag, den 7. d. um 19.30 gebt Goethes »Iphigenie auf Tauris« als Gastspiel des Steirischen Landestheaters in Szene. Daß diie Darstellung sich des Werkes würdig erweisen wird, ist aus dem bedeuteniden künstlerischen Enoitc m schließen, den das Ensemble des Steirischen Landestheaters mit seinen bislic-rigen Gastspielabenden zu verzeichnen hatte. Dem Marburger iPublikimi biete i sich demnach der seltene Genuß eines einzigartigen Klassrkerabends. Sonntag abend um die gleiche Stunde wird Dario Nlccodemis Lustspiel »Scam-'Polo« über die Bühne gehen. Ein prächtiges Unterhaitungsstück, das bei Hmg und alt fröhlichste Stimmung auslöst. Unter dem Spi'tznamen »Scampolo« zieht ein lustiges Gassenmädel mit südlichem Tempo und Temperament durch Nicco-demis farbenfreudige Komödie. Der Kartenvorverkauf für die beidein Voirstelhm-gen findet täglich an der Tageskasse des Stadttheaters von 10 bis 12.30 und 15 bis 17 Uhr statt. Die ersten Arbeitsmaiden besuclien das Unterland Vierzig Arbeitsmaiden aus dem Lager Arnfels besuchen in diesen Tagen die Städte Majrburg, Pettau, Luttenberg und Friedau und bringen ernste und heitere Ausschnitte aus ihrem Leben im Reichsarbeitsdienst der weiblichen Jugend. Der fröhlkihe Abend in Marburg findet am 10. Juni im Götzsaal mit dem Beginn um 20 Uhr statt, dem ein Spielnachmittag mit der Mairburger Jugend auf der Fel-berinsel vorangehen soll. Eine Morgenfeier am 8. Jtnri in Pettau, fröhliche Abende am 7. in Friedau, am 8. in Pettau und am 9. Juni in Luttenberg. dazwischen Dormachmittage, sollen die erste Verbindung der Unterleiber mit den Arbeitsmaiden bringen, der bald die tatkräftige Hilfe aus den neuen unterstcirischen RADwJ-Lagern folgen soll. Besondere BinläHuiDgen werden nrcht ausgegeben, aM<* Gäste sind herzlich will-komme'n. Die KapuzinerbrQcke in Cilli hp. Cilli, 5, .hmi. in der CilHer Stadtgeschichte von Andreas Girbo heißt es: »Am 22. August 185) begann der Zimmermeister Franz-Schmidt den Bau der neuen Holzbrficke über die Sann an Stelle der alten; sie kostete 9080 Gulden und w*urde am November dem Verkehr übergehen. Zum Danke für die glückliche Vollendung- tik ycH /fffffrtitffr Von Dra^a Nitsofae-Hesedusic. Juge-nd und Wochenende — was gibt CS Schöneres! Zumal, wenn man sechs Tage der Woche im Büro sitzen muß und die Sonne nur als dünner Streifen über die Schreibmaschine fällt. Der Bürovorstand, mit dem Gesicht eines alten Nußknackers, hat ein schmales Lächeln in den Mundwinkeln, als er sagt: »Nun kömiten wir kommenden Sonntag cigeintlteh imsem Ausfhig machen.« »Ach, ja, das wäre schon Zeit!« ruft die kleine Miia vorlaut. Sie ist iK)ch sehr jutig und das entsohuldigit sie. Fräulein Haugsdorf wHt ibr auch nur einen kurzen, strafenden Blidc zu und mehit sachlich: »Auf den Zwittg>berg zu I*uß, dort Mittagessen im Barggasthof und mit der Bahn nach Hause.« Sie ist schon gegen die Vierzäg und das entschuldigt wieder sie. Etenn so einen richtigen Ausflug muß man mit Rticksacik, bdegtcn Broten xmd einer Laute machen. Aber diesmal soll es eben etwas ganz Großes werden, man hat schon durch Wochen darauf gespart. Der Nußknacker nickt aaieirkeMiend. denn besonders das Mittaresscn in dem bekannt guten Burggasthof vcrtäeft sedn Schmunzeln wie auch seine Sympathie für Fräulein Haugsdorf, die man nur .schie rechte Hand bezekshnet. EWe beiden jungen Redmirngsbcamiten bekom- men blanke Augen und rücken an ihren Kravatten. Iris saigt gar nichts. Ihr dunkler BKck fliegt rasch ziu Roland, dem jungen Ko'l-legen, der ihr am großen Schreibtisch gegenüber sitzt. Tag und Nacht zerquält sie sich mit den Gedanken: mag er mich, oder mag er mich nicht? Er ist immer höflich und zurücklialtend, aber manchmal steht doch ein lieimliclies Werben in seinem offenen Gesicht. Daran kam man dann denken von abend bis morgen. Iris ist 22 Jahre alt und kein sorgloses Kind mehr. Ski hat nrcht die Absicht, ewi'g im Büro zu sitzen wie Fräulein Haugsdorf. Ste will eines geliebten Mannes Fraai werdeti. Eine Zweizimmerwohnung mit viel Sonne imd Blumen am Fenster... Ein gireMes Läuten neben ihr reißt sie aus ihren VorsteHungen. Sic erschrickt so, daß sie zusanmienfährt. Roland hebt den Telefonhörer für sie ab. »Gewiß, Herr Direktor, ja — die Abrechnung ist fertig — wir schk^ken sie glcich hinunter...« und er reicht ihr mit einem guten Blick die Papiere. Und daim ist das Wochenende da. Ein Tag, wk: frLsch aus der ^hachtel und die Sonne auf Hochglan-z geputzt. Etwas heiß aWerdhigs, und sie gehen schon über zwei Stamden. teilweise auf der staubigen Landstraße. Der Nußknacker mit seiner ^xrechten Hand«, die heute ein gcblünites Kleid trägt, Mita und die l>ciden Rechinings-jflngliwge und Roland mit Irh^ natürlich. Alle scheinen es ja schon zu wissen, daß er sie gerne mag, nur er selbst hat es ihr noch nie gesagt. Er geht so überaus korreikt an ihrer ^ite und sie bemühen sich, so zu tun, als ob sie sich glänjfend tuiterhiehen. Als sie an den Vorstadthäuschen vorbeikommen, geht Iris nahe an die grünen Staketenzäime und schaut neugierig in die kleinen Fenster. Ein Bhi-mejistrauß auf dem Tisch — eine junge Frau macht die Betten — eine Katze blinzelt schläfrig auf dem weißen Fen-sterpolstcr — ein Kind blickt einen Augenblick groß und erschrocken auf. In der Feme zeigt sich schon der Wald, die weißen Mauern des Hotels leuchten in der Sonne. »Endlich!« seufzt Iris. »Icli habe euien unbeschreiblichen Durst!« Sie kommen an verstreute Gehötie, die wie ausgestorben scliehien. Manchnral bellt ein Hund. Weite Kornfelder stehen in mattem Gelb und der leiseste Lufthauch setzt sich in zitternden Wellen endlos durch sie fort. Das nnlhsani aufrechterhaltene (le-spräcli droht langsam einzuschlafen. In Iris ist ein totes Gefühl. Etwas, das nach der großen Freude auf den heutigen Tag plöt/Jich gekonnncii ist wie ein A\ü-dcseui an sich selbst, Ihre Schritte werden matt und langsam «Der schreckliche Durst! klagt sie. Und dann hält sie wie (.Tstarrt an. Unter einem niuuu. so groll. dal{ er wie eine Weit für sich scheint, eine griincj rauschende Welt, steht ein Korb voll Kirschen! Unwahrscheinlich rot und prall lachen sie auch aus dem Gras rundum. In Iris Augen muß wohl ein grolk^ Verlangen stehen, denn Roland züger: nicht, sofort über den StraLlengrahon setzen. Er klopft artig ati die liatistür -es rührt sich nichts. Er versucht es an den kleinen Fensterläden — es kommen keine Schritte, alles scheint verlassen. Die Leute weilen wohl irgendwo bei de." Feldarbeit. Roland drückt nun ver/^wei-lelt auf die Klinke, sie ist natürlich abgesperrt. Aber trotzdem scheint er v<..i der Einsicht dirrchdrungen, dal! Iris di^ Kirschen haben müsse, nenn er koiiuiii auf die Straße zurück und holt das chen über den Graben. Und dann 'as>e i sie sich auf der schattigen Insel im (n\r. nieder. Nie im Lehen luiben Kirsclieii hcssn-geschmeckt! Sic sind fest und kiihi. un 1 während Iris sie inii wahrer (ü^^r sj,;, hineinstopft, sieht Roland diMn Fr-.>v.; tapfer zu, ohne mit der \\'imner zu /nk-Ins ehie der kusili-liui I rüchtc in den widcrstri-benden steckt — und dann noch eine Ob Kirschen berauschen kömicn? essen jetzt beide nnd ihre lliinde heriili ren sich absichtlich im Korb. Und daiui lassen sie jedes eine der roten K'u,;;eln. die auf einem nop-pel-ts^iig'-l >it.7^ n, m : dem iMnnde. wobei sie sieii m dip Vi-oii *^ehen müssen, liine magiselie Spaiiiniii '' laßt sie plöt;'iich den Ati^n anii.tKiii. S€ite 6. »Marburger Zeltung« 7./8. Juni 1941 >himnier 128/129 ließ Schmidt m der Mitte der Brücke ein Kreuz aufstellen. Der Lastenverkehr über die iieue Brücke wurde bis auf 20 Zentner beschränkt,« Achtziii Jahre hat diese Brücke allen Unbilden Stand gehalten, bis sie im September 19.^? ehieni Hochwasser zum Opfer fiel. Darüber schrieb damals' die »Marburger Zeitunj;«: »Mittag ist vorbei. Es wird zwei Uhr, es wird drei. Da geschieht es, worauf man schon gewartet: die Kapuzinerbrücke kommt plötzlich ins Wanken, legt sich schief, brrst auseinander.« Wenige Tage später wurde »einstweilig'« eine Notbrücke gebaut, doch die Notbrücke blieb, blieb bis heute. Nichts wurde an ihr geändert, allehi die Brücke änderte sich, wurde immer schwächer und morscher und wackliger, bis sie in der Nacht zum 11. April d. J. »aus strategischen Gründen« gesprengt werden sollte. Bürger der Stadt verhinderten es. Was acht Jahre slowenischer Gemeindeverwaltung nicht vermochten, nun geschieht es: aus der Notbrücke des Jahres 19,33 wird eine stattliche Brücke gemacht und das nach kaum fünf Wochen deutscher Zivilverwaitung. ni. Todesfall. Im Marburger Qaukran-kenhaus verschied am 5. d. die Arhei-tersgaltin Johanna Kocbek im Alter von 39 Jahren. m. Monta« vormittaj^s kein Autobus-verkehr! Auf sämtlichen Linien des Marburger Autobusunternehmens findet am Montag, den 9. Juni bis 14 Uhr nachmittag kein Verkehr statt. m. Haben Sie Ihren Frageboig^i schon abKegeben? Diese Frage bildete in den letzten Tagen immer wieder den An-knüpfungspun'kt für angeregte Gespräche, in denen das lebhafte Interesse der Bevölkerung am Steirischen Heimatbund zum Ausdruck kam. Alle heimat-treuen Steirer des Unterlandes haben ja aas aufrichtige Bestreben, in den Steirischen Heimatbund aufgenommen z^u werden und in ihm an dem Wiederaufbau des Unterlandes mitzuarbeiten. Das Ausfüllen der Fragebogen hat bei manchen emige Schwierigkeiten verursacht, da sie sich erst die Personaldaten ihrer Eltern und Oroßeitern verschaffen mußten, Fragen, um die sich gar viele Wsher leider nicht gekümmert hatten. Das Wissen um die Voirfahren. das eigentlich jedermann naheliegen sollte, ohne dazu erst gezwungen m werden, hat dadurch nun im Unterland plötzlich an Wert und Interesse gewonnen. m. Aufnahmspiüfun^^ aus der deut-i'chen Sprache. Vom 10. bis 13. Juni finden an der Staatlichen Obstschule für Jungem in Marburg die Aufnahmsprüfungen aus der deutschen Sprache statt. Für Schüler aus Pettau und Cilli, die diese Schule besuchen wollen, werden die Prüfungen am 14. Juni abgehalten, und zwar an den Schulen, an denen die Einschreibungen vorgenommen wurden. Nähere Angaben im Anzeigenteil des Blattes. ni. Das VerordnujiKS. und Amtsblatt des Chefs der Zivilverwaltung in der Untersleiermark, Folge 18, bringt eine Reihe von Verordnungen, die den wirt-schaftspolitisclien Aufbau des Unterlan- des, betreffen. Es sind dies besonders die Verordnung über die Aufhebung vo-n jugoslawischen Monopolen imd Verbrauchssteuern, ferner die Verordnung über die Einführung der Reichsmark-währung und die Außerkurssetzung des Dinars und der Reichskreditkassen-scheine. die Verordnungen über die Regelung des Devisenrechtes usw. Für die LandwiTtschaft ist die Verordnung über die Erfassung der vom Milcherzeuger hergestellten Butter sowie die Verordnung über d'e Einführung von Schlachtscheinen von Wichtigkeit. m »Stelrerland, Soldatenzeitung des Gaues Ste'ermark«. Die soeben erschienene Juni-Folge dieser bcliebfen Soldaten- zeitung zeichnet sich wieder durch reichen Inhalt und schönes Bildmaterial aus. Di<; Bilder zeigen diesmal ausgezeichnete Aufnahmen von Graz und Szenen aus dir Betreuungsaktion der NSV im befreiten Unterland. Das für die Steiermark bedeutungsvolle Geschehen wird auch textlich mehrfach gewürdigt. Neben den vielen Nachrichten aus den Kreisen des Gaues Steiermark, die bei unseren Landslsuten an der Front stets reges Interesse finden, enthält die Nummer wieder eine reiche Menge gediegenen Unterhaltungsstoffes. Buchbesprechungen, eine Kurzschrift-Ecke und allerlei Rätsel machen den Schluß der Zeitung, die nunmehr in ihrer 21. Folge erschienen i^st. Und dann berühren sich ihre Lippen in seliger Erkenntnis. Es ist ein Kuß, der nicht enden will... Aber schon naht der rächende Engel! Es poltert den Berg herab, ein zaundürres Weiblein, das die Anne mit tragischer Gebärde in die Luft schleudert: »Die Kirschen! Bestellt sind sie — ausgewählte Ware, die morgen zur Stadt soll — abgewogen schon ...« Das Weiblein jammert, daß Iris vor so viel Not ein bißchen aus dem Gleichgewicht kommt. Aber Roland läßt sich auf keine Erklärungen ehi. Er zieht gelassen seine Geldbörse und zahlt, was gefordert wird und legt noch etwas zu. Mit dem Essen auf dem Berg und der Bahnfahrt nach Hause ist es endgültig aus. Man hat ja auch die Kanieradcu ganz und gar verloren. So bleibt nichts anderes übrig, als die stau'Wge Landstraße wieder z»u-rück zu wandern. Aber ist skj noch die gleiche? Sie öffnet sich zu einer unglaubhaften \Veite von sonnigem Glück. Und cngamoinander, im ^ federnden Rliytlimiis des gleichen Schrittes zeichnet sich die Srwr der jungen Füße hi den Staub. Vielleicht sind Adam uiid Eva so ge-sciiritten, arm und ausgcstoHen, aber dennoch wie Beschenkte, in deren son-noiiglän/endcii Augen das Wissen um ihre Liebe steht. Der Dienst desRraitfahrkorps im Unterlinde 400 NSKK-Männer im Sondereinsatz »Südost« — Freiwilliges Opfer der Urlaubstage Seit 2, April stehen die Männer clor NSKK-Motorstandarte 86 und teilweise auch die Kameraden aus den Standarten 188 und 89 im Einsatz. Vor Beginn des Krieges gegen Jugoslawien stand Steiermark mit der Gauhauptstadt Graz im Zeichen des Aufmarsches unserer Wehrmacht. Die reibungslose Abwicklung des Auf- und Durchmarsches in verkehrstechnischer Hinsicht war mit ein Verdienst der NSKK-Männer. Bei Taj7 und Nacht, bei Regen und Sonnenschein haben sie In vorbildlicher Zusammenarbeit mit _ der Gendarmerie und der Polizei ihren Dienst versehen. Mit der Eingliederung der Untersteler-mark in das Reichsgebiet kamen an 400 Männer der drei genannten Motorstandarten sowie für eine Teil der Salzburger Motorstandarte 91 der Befehl zum Sondereinsatz. Mit der Durchführung des NSKK-Einsatzes »Südost« in der Untersteiermark wurde der stellvertretende Führer der NSKK-Motorstandarte^ 88 in Graz, Hauptsturmführcr Karl G e i s 1 e r, betraut. An allen Straßenkreuzungen, bei Bahndurchlässen, auf Brücken und an wichtigen Verkehrspunkten standen Tag und Nacht bei jeder Witterung die NSKK-Männer und versahen in selbstloser Welse ihren schwierigen Dienst, ohne nach Lohn zu fragen. Darüber hinaus hatten sie die Aufgabe, mit den Kameraden der Gendarmerie und der Polizei den Sicherheits- dienst auszuüben. Dazu gehörten Streifen durch das Gelände, Sicherstellen von Vorräten, besonders von Kraftfahrzeugen, Wiederfahrbarmachung von Kraftfahrzeugen jeder Art, die Indienstnahme von improvisierten Kraftfahrzeuigwerkstätten und viele andere SonderaufgajbdJi. Im Rahmen des NSKK-Sonderelnisatzes »Südost« mußte u. a. unter Leitung des Verkehrs»-referenien der Motorstandarte 88 auch die Erfassung und Sicherstellung sämtlicher Treibstoffvorräte durchgeführt werden. Die Beaufsichtigung der kommissarisch .eingesetzten Tankwarte war ebenfallb dem Verkehrsreferenten übertragen worden. Daneben hatten die Männer des NSKK sichere und zuverlässige Fahrer für den Sicherheitsdienst, die Organisation Todt und den motorisierten Kurierdienst für zahlreiche Behörden und Ämter zu stellen. Es sei in diesem Zusammenhang an die beispiellos schlechten und vernachlässigten Straß\!n erinnert, auf denen die Männer täglich bei jedem Wetter Dienst machen mußten. Um den .Aufgabenbereich des Einsatzes voll würdigen zu können, muß festgestellt werden, daß der Dienst all dieser Männer, die im Beruf stehen, freiwillig war. Geschäftsleute, Angestellte und Arbeiter haben ihre Urlaubstage geopfert, um an der Erfüllung des Befehle mitzuhelfen. VencMnerang des Marbnrger Stadlliildes Erfreuliche Verfügungen des Politischen Kommissars der Stadt Der Politische Kommissar der Stadt Marburg hat vor einigen Tagen eine Verordnung erlassen, die für das künftige Stadtbild von weittragender Bedeutung sein wird. Nacli dieser Verordnurig ist für alle Neubauten, baulichen Veränderungen aller Art, sowie für die Anbrhi-guug, Änderung oder Erneuerung von R&klamezeichen die behördliche Genehmigung einzuholen. Als Reklamezelchen gelten Firmenschilder, Geschäfts tafeln, Aufschriften, Schaukästen und Lichtreklamen. Daß Neu- und Umbauten einer behörd-liclien Genehmigung bedürfen, ist in einem geordneten Gemeinwesen eine selbstverständliche Forderung. Weniger selbstverständlich ist es, daß eine Gemeindeverwaltung bei der Ausübung dieses baulichen Kontrollrechtes sich an einen klaren, wohldurchdachten Plan hält, daß sie sich also von vorneherein selbst genaue Richtlinien dafür vorlegt, was sie erlauben oder verbieten will. Besonders in der Nachkriegszeit, als die furchtbare Wohnungsnot zu allen möglichen baulichen Provisiorien drängte und man daher froh war, wenn überhaupt nur irgendeine Unterkunft für Menschen geschaffen wurde, ließ man die Zügel schleifen. So entstanden in vielen Städten völlig willkürlich gebaute, ungeordnete Siedlungen, jeder Isaute, wie er gerade wollte tmd konnte, ohne Rücksicht auf den Nachbar und ohne jeden Bedacht auf den Gesamteindruck. Für das oft erschreckende Gesamtbild dieser aus dem Boden geschossenen Siedlungen kam dann der bezeichnende Name »Hütte!-dOirf« auf. Der Mangel an emein einheditlichen Verbauungsplan zeitigte aber vielfach auch andere Mißerfolge. Wenn mitten in eine Reihe einstöckiger Häuser, an deren Verschwinden aller Voraussicht nach nicht 7« denken ist, ein vielstöckiges Haus aus Eisen und Beton hinehigebaiit wird, so stellt das eine schwere Beeni-trächtigU'ig des Stadtbildes dar, keineswegs aber eine Verschönerung oder Modernisierung der Stadt. Es gibt gerade in Marburg eine Reihe imliebsamer Beispiele derartiger städtebaulicher Sünden aus den letzten Jahrzehnten, durch die der geschlossene Eindruck mancher Straßenzügc peinlich gestört wird. Der Nationalsozialismus hat mit dieser Qe-dan'kenlosigkeit im Städtebau von allem Anfang an gründlidi aufgeräumt. Der Führer, der die Architelctur als umfassende Kunst überaus hoch schätzt, ist selbst ein gewiegter Fachmann auf städtebaulichem Gebiet und viele Städte danken ihm großzügige Verbauungspläne. Seinem Willen und richtunggebenden Beispiel entspricht es, daß nationalsoizia-listische Stadtverwaltungen, das heißt also alle im GroßdeutscJien Retoh, für den Ausbau oder Unnbau der Städte einen einheitlichen Plan schaffen, dem sich jeder private oder öffentliche Bauwille zu unterwerfen hat. Auch für Marburg wird sicher ein solches Generalprojekt geschaffen werden, das jede störende Willkür des einzelnen Bauherrn immöglich machen wird. Von größter Bedeutung ist auch der zweite Teil der erwähnten Verordnung, der eine behördliche Aufsicht über die Reklaniezeichen festlegt. Wenn man durch die Straßen Marburgs geht, so kann man in dieser Hnisicht die unangenehmsten Wahrnehmungen machen. Marburg hat in seinem alten Teil viele Straßenzüge, die einheitlich mit ein-oder zweistöckigen aiten Häusern verbaut sind. Es ist das, jedem Fremden und erst recht jedem Einhelmischen vertraute, liebe Bild des alten Marburg. Da wirkt es nun oft geradezu schmerzlich, zu sehen, wie diese ruhigen Häuserfront ten durch abscheuliche, marktschreierische Reklamen gestört werden. Schilder in den verschiedensten, knalligen Farben suchen einander zu überschreien, oft drei bis vier an einem der kleinen Häuser, alle möglichen Schriftsorten und Größen wirbeln durcheinander, Steokschilder recken sich in den Straßenraum, bemüht, sich gegenseitig wieder durch grelle Farbe imd Fonn zu übertreffen, wobei sich der traurigo Cndeffeikt ergibt, daß man schließlich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Jedes Geschäft baut sich ein Portal ein. wann und wie es ihm l>clicbt, neben einem rot oder grün gestrichenen Portal glänzt ein Schaukasten mit funkelnder Metalleinfassimg. und neben einem schwarzen Fir-menschild mit Cloldschrift kann man überdimensionale Freibuchstaben in Glas oder Metall antreffen. Vieles, was ein- zeln betrachtet sich sehr hübsch und elegant ansieht, wirkt unmöglich und kitschig in der unpiissendcn Nachbarschaft, und manche allzu protzige Reklame paßt auf ein stilles, kleines Haus wie der Gamsbart auf den Zylinderhut. Damit soll kein Wort gegen das Reklamebedürfnis der einzelnen Firmen gesagt sein. Im Gegenteil. Jedes Geschäft muß sich dem Kunden anpreisen und soll es möglichst eindrucksvoll tun. Es wird aber das Gegenteil davon erreicht, wenn eine Reklame die andere erschlägt und wenn sich die Kundschaft in dem Gewirre überhaupt nicht mehr zurechtfinden kann. Wenn nunmehr die Stadtverwaltung 111 dieses geschmacklose und un-zweclcmäßige Durcheinander der Ge-schäftsreklame durch eine sinngemäße und einheitliche Regelung Ordnung bringen will, so wird sie dadurch nicht nur das Stadtbild vor mancher argen Verunstaltung schützen, sondern sie wird auch im augenscheinlichen Interesse der Geschäftswelt handeln, da die Reklame des einen nicht mehr von einer noch schreienderen des Nachbarn wirkungslos gemacht weirden kann. Wer sich überzeugen will, wie vorteilhaft sich eine derartige einheitliche Regelung auswirkt, der sehe sich das im Vorjahr erneuerte Grazer Luegg an. Früher trug jede der Laubensäulen eine andere farbige Umhüllung mit Reklamen, verschiedenartige Schilder störten das Bild des schönen Hauses mit seinen prächtigen Stukkaturen. Die Schilder ujid die Säulenmanschetten sind heute ' verschwunden, gleichartige Aufschriften kennzeichnen die Firmen, die in ihren Schaufenstern reichliche Gelegenheit haben, die Eigenart und Leistungsfähig4ceit ihrer Geschäfte zu zeigen. Marburg soll über der Schikihedt und Eigenart seines Stadtbildes eifersüchtig wachen. Man darf hoffen, daß dwch strikte Einhaltimg der neuen Verfügungen des Politischen Kommissars in Zukunft Verfehlungen gegen die Zweckmäßigkeit und den gnten Geschmack vermieden und alte Fehler wieder gut-« gemacht werden. h. k. m. Blick In (die Marburger Matrikenbücher. Im Sprengel der Stadtpfarre wurden seit 1. April d. J. 96 Geburten verzeichnet, und zwar 40 Knaben und 47 Mädchen. In der gleichen Zeitspanne haben 27 Paare den Bund fürs Leben geschlossen. 17 Männer und 27 Frauen sind in der gleichen Zeii gestorben. — Im Pfarrsprengel der Franziskaner wurden in den Monaten April und Mai 8 Knaben und 7 Mädchen geboren. In derselben Zeit wurden 27 Trauungen vorgenommen. 10 Männer und 10 Frauen sind in dieser Pfarre gestorben. — In der Magdalenen-Pfarre wurden im April und Mai 56 Geburten verzeichnet (27 Knaben und 29 Mädchen). In dieser Pfarre wurden 57 Paare getraut und 89 Sterbefälle ausgewiesen (davon 56 Männer und 33 Frauen). In diesen Zahlen sind auch die Geburten, Trauungen und Steibefälle der aufgelassenen Pfarre Brunndorf inbegriffen., m. Graz wieder an den Lultverkelir angeschlossen. Am 10. Juni wird der Luftverkehr von Graz wieder aufgenommen. Die Stadt wird am Dienstag, Donnerstag und Samstag zweimal angeflogen. Folgender Flugplan wurde aufgestellt: Ab Berlin 10.00, an Prag 11.10, ab Prag 11.25, an Wien 12.35, ab Wien 13.30, an Graz 14.15, ab Graz 14.35, an Agram 15.15, ab Agram 15.40, an Graz 16.20, ab Graz 16.40, an Wien 17.25. ab Wien 17.35, an Berhn 19.45. m. Tagung des NS-AHherrenbundes in Graz. Kürzlich fand im Studentenhaus in Graz eine Arbeitstagung der Altherrenführer und Ortsverbartdsleiter des NS-Altherrenbundes im NSI)-Studentenbund Steiermark statt. Nach eingehenden Leistungsberichten aus dem großen Arbeitsbereich des NSD-Studentenbundes dnrch den Amtsleiter der Gaustudentenführung zeigte der Qaustudentenführer Steiermark, Vertreter im Amt Dr. Franz Höfler, in seiner Rede die besonderen Aufgaben des NS-Altherrenbundes und der Ortsverbandsleiter in der Führung und Betreuung der jungen Studenten und gab abschließend Richtlinien für die kommende Arbeit. m. Aus dem Bauprogramm der Httler-.fugend. Auf der Kulturtagung der HJ, die bekanntlich am Sonntag in Marburg ihren Abschluß findet, hielt Qberbann-führer Wohlschläger einen vielbeachteten Vortrag über die geplanten Bauten der HJ. Ehrliche Gestaltung der Grundrisse, Außen und Innen zusammen entwickelt, verkörperter Ordnungsgedanke: das sind die Zeichen der Bauten der Hitler-.Tugend. die in einem Wettbewerb »Oroßdeutschland baut auft ihre entsprechende Mitarbeit finden wird. Nach dem Krieg soll jeder Bann sein großes BannzentraUieim, in dem das ganze Nunmier 128/129 »Marburger Zeitung« 7./8. Juni ld41 Seite 7. kulturelle L^>en der Nachwuchsgemeinschaft zusammengefaßt wird, eiiialten. In der Oestaltunfr der Feierhalle wird die erzieherische Macht des Raumes seine höchste Vollendung und das B^uvorha« ben der Hitler-Jugend seine Gipfelleistung finden. Der Vortragende zeigte in Lichtbildern Jugendheime. Grundrisse, Innenrättme, Wan-dmalereien uiid gute Handwerkslis 6 Jahre aJten, ^ut genährten Knaiben mit kurz geschnittenem Haar und graublauen Augen. Der Tote ist mit einer Zeugkniehose bekleidet. Der Hosenträger ist aus dem gleichen Stoff angefer* tigt wie die Hose. Die Identität der Leiche konnte bisher noch nicht festgestellt werden. m. Ehem Herzschlage erlegen. Am Mittwoch wurde auf einem Acker in Unter-Rotwein die Leiche eines etwa fünfzigjährigen Mannes aufgefunden. Vom zuständigen Amtsarzt wurde festgestellt, daß der Mann einem Herzschlag erlegen war. Es handelt sich um den am 10. Juli 1887 in Qroßsonntag geborenen Hilfsarbeiter Johann Ternon, der zuletzt bei einem Brückenbau beschäftigt war und in Untor-Rotwedn Nr. 25 wohnte. Angehörige des Toten sind hier unbekannt. m. FriedbofdiebfttiUile In Pobersch. Auf den Poberscher Friedhöfen wurden in der letzten Zeit wiederholt von Gräbern Blumen gestohlen. Wie es scheint, sind es Jugendliche, die sich an den Blumen vergreifen, um das gestohlene Gut zu verkaufen. Die Langfinger scheuen aber auch nicht davor zurück, Salat und Pflanzen in den umliegenden Gärtnereien zu entwenden. Die Qendairmeriebehörde in Pobersch ist von dem Treiben dieser jugendlichen pi^ verständigt, doch müßten auch die Friedhofbesucher gegebenenfalls einschreiten und solche Diebe sofort zur Anzeige bringen. fum Jud SOB Seit gestern hat nun auch Marburg die große Filmseaisation, die »Jud Süß« in ganz Europa und auch i'n mehreren Städten Amerikas ausgelöst hat. Dieser von Veit Harlan gelei-tete Terra-Film trägt die Bezeichnung »staatspolitisch und künstlerisch besoaiders wertvoll« und wird überdies als jugendwert empfohlen. Es bedürfte kaum dieser hohen Prädikate, um den durchschlagenden Erfolg dieses Films zu sichern, der in Anlehnung an ein historisches Geschehen eine der brennemlsten Tagesfragen behandelt: Die fuirchtbare Gefahr des habgierigen, herrschsüchtigen und grausamen Judentums für alle VöHcer, deren Wohlstand ihrer zielbewußten Verschlagenheit die Gewähr eines mühelosen Verdienstes sichert. Der stets geldbedürftige, gemißsücfrtige Großherzog von Württemberg Karl Alexander fand in dem Juden Süß-Opi>«-heimer den willigen Geldgeber für seine verschwenderischen Bedürfnisse. Der geriebene Hausjude verstand es nicht nur. sich selbst zum allmächtigen Finanzrat des Landes emporzuschmeicheln, f sondern auch seinen geschäftsgierigen Volksgenossen den Zutritt in das ihnen bisher verwehrte Gebiet des Landes zu verschaffen, das sie nun wie eine Schar hungriger Ratten überfallen und ausplündern. bis die Wut des ausgebeuteten Volkes das Strafgericht über sie und ihren verworfenen Führer heraufführt. Die Regie und die Einzeldarstellungen des Filmes sind kaum zu übertreffen. Ferdinand Marian hat als Jud Süß eine seiner besten Rollen geschaffen. Der schrankenlose Egoismus, die heuchlerische Unterwürfigkeit, die sich sofort In brutale Gewalt wandelt, die ungehemmte Genußsucht und zum Schluß die erbärmliche Feigheit, die den einst All-niüchtigen in den Schrei ausbrechen läßt: Ich bin ja nur ein armer Jud! — vereinigen sich zu einem Gesamtbild von abschreckender, eindrucksvollster Wirklichkeit. Ps ist fast erschütternd zu sehen, wie er in Augenblicken höchster Gefaiir mit einem listigen Aufleuchten der lialbgcschlosscnen Augen blitzschnell ausreclinct. was eine an ihn gestellte Forderung ihn kosten und ihm auch eintragen l\ann. Eine ebenso realistische tmd überzeugeiKle Darstellung ihidet das verworfene Judentum durch Werner Kraus, der mit seiner künstlerischen Meisterschaft drei Rollen dieses Films gestaltet. Als Privatsckretür und Handlanger seines liorrn und Meisters bei allen Schiechtigkeileii ist er ebenso über- zeugetKl verdorben wie dieser. Ais steinalter Rabbi umgibt er sich mit dem ganzen mystischen Hokuspokus des isracH-tischen Kultus und murmelt seine doppelsinnigen Weissagungen iii seinen eisgrauen Ba)rt. Ganz aus einem Guß ist auch der Großherzog Hehinch Georges: Der selbstherrliche Fürst des 18. Jahrhunderts, der seinem Genußbe-dürfnis keinen Wunsch versagen kann und nach dem Beispiel des französischen »Sonnenkönigs« im Volk nur sein Aus-beutungsobjeikt sieht. Ergreifend spielt Christina Söderbaum die Rolle des deutschen Mädcheits, das in qualvoller Verstrickung der Begieirde des Juden zum Opfer wird und dann freiwillig aus dem Leben scheidet, das all ihr Glück zerbrochen hat. Auch alle anderen Rollen smd ausgezeichnet besetzt, die Massenszenen, so etwa der Einzug der Juden in die Stadt und die mauschelnden Freudengesänge in der Synagoge, sind Meisterleistungen der Regie. mahnenden Worte, die Eng. Klöpfer als unglücklicher Vater des vom Juden vernichteten Mädchens am Schluß des überwältigenden Kunstwerkes ins Publikum spricht, haben auch in Marburg ihren tiefen Eindruck nicht verfehlt. (Marburg, Burg-Kino). Hermann Kreuth. Waldrausch Em Film nach einem Roman Gang-hofers wird stets zu einer Wandermig durch die wunderbare bayrische Berg-weit: weißschimmernde Kalkwände über dunkelnden Nadelwäldern und blumigen Matten, wetterzerzauste Föhren an stürzenden Wildbächen und schroffen Schluchten. Ambro« Lutz, der junge Ingenieur. kehrt nach jahrelanger Abwesenheit in die Heimat zurück, wo ihm, als Staatsauftrag, die Schaf^ng einer Wildbach-Talsperre anvertraut wird. Das Wiedersehen mit seiner Jugendgefährtin, der schönen Herzoght Gabriek, die in un-glÜckHcher Ehe lebt, bedeutet eme Gefahr für Ambros als Mensch und als Arbeiter. Die verderbliche Wirkung des »Waldrausches«, vor der ein fast mystisch anmutender Hundertjähriger warnt, erfaßt die Menschen, und in einem jäh ausbrechenden Unwetter wird die beinahe vollendete Arbeit von Vernichtung bedroht. Doch die treue Liebe der jungen Beda, die von Ambros neben der Herzogin vergessen wurde, brmgt Rettung in letzter Minute Rettung für das Werk und seinen Schöpfer! Neben einer Welt der Arbeit, des gemeinsamen Schaffens an einem gemeinnützigen Werk steht eine hohle Welt des Scheins, die uns schon längst versunken dünkt. Eine Welt, in der hohe Frauen nichts anderes zu tun hatten, als an ihrer unglücklichen Liebe zu leiden, und in der sich noch Platz für wirklichkeitsentrückte Hofdamen und aufgeblasene Kammerdiener fand... Dieser Ufa-Film, dessen Drehbuch Karl Peter G i 11 m a n n und Peter Ostermayr schrieben, stand unter der Spielleitung von Paul Ostermayr. Neben den Hauotrollen, die in den Händen von Paul Richter, Hansi Knoteck, Hedwig B1 e i b t r e u . Hans Adalbert Schlettow und .Erika D a n n h o f f lagen, boten Eduard Köck als hundertjähriger »Waldrausch« tmd Martin S c h m i d h o f e r als kleiner Tonerl vorzügliche Leistungen. (Marburg. Esplauade-Kino), Marianne v. Vesteneck FÜR DIE FRAU iiiiiiiiiiiiiiiiMiriiiiiniiiniiiiiiiiitiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiniiiiiNiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiHiiiiiniiifniiiiiiiniiiiHiHiiiiiiiiiiiii^ Das kleidet Vollschlanke (Schert — ZeichnmiK Eva Hatneyer) Wer sich selbst »mollig« nennt, wird be? Auswahl der FrUhjahrsklekhtng besonders viel Sorgfalt und Selbstkritik anwenden, Eine Abwechslung, beinahe ein Ersatz für den Frühjahrsniantel ist die vorteilhafte Form der hüftlangen Jacke aus sportlichem Stoff. Stepplinien betonen üie aufgesetzten großen Höfttaschen. Das sportlich gearbeitete Tageskleid bat lüngs-teilende Faltengruppen, die auf den Hüften gesteppt ©ind. Ein Seidenkreppkleid für den Nachmittag zeigt die schlankmachende Wirkung von schräg zueinander gestellten Diagonalstreifen und miederartig geschnittenem Bahnenrock ohne Gürtel. Haushaltfreuden »Was brummst du denn, Friedl?« »Ärgern tue ich mich, Mutter, mit diesem Kümmel da, den ich feinwiegen will; aber es ist leichter, eine Faust Flöhe zusammenhalten als diese Körner am SchneidbrettU »Dem ist doch leicht abgeholfen, mein Kind, gib auf den Kümmel einen Lrtffel Wasser, che du das Wiegenmesser ansetzt und du wirst sofort sehen, wie zahm der Kümmel ist. Nicht ein einziges Körnchen hüpft dir fort. Übrigens, wozu brauchst du den Kümmel?« »Für ein Kartoffelgulasch ohne Fleisch, das ich folgenderweise bereite; Etwas Fettstoff in einer Rein erhitzen, darin eine Zwiebel braun werden lassen, hernach gewiegten Kümmel und gequetschten Knoblauch beigeben, einige Sektinden auflaufen lassen und hernach erst die Paprika einrühren. Nim kommt nach Bedarf siedendes Salzwasser darauf, in dieses legt man klehigewürfelte Kartoffeln und laßt sie halbweich kochen. Nun sprudelt man etwas Mehl in wenig kaltem Wasser ab, legiert damit die S()ße, läßt sie fertis( kochen, damit das Mehl nicht roh bleibt, und rührt vor dem Anrichten einige Löffel guten, sauren Rahm dazu. Dies als fleischloses Eintopfgericht mit Brot gegessen, ist gut und nahrhaft. Hat man aber ein Stückchen Fleisch zur Verfügung, so kann man dazu pikante, hautlose Würstchen machen, indem man das Fleisch, etwas Zwiebel und Knoblauch durch die Maschine treibt, ein Ei, etwas Milch, Mehl und soviel Brotbröseln beigibt, daß man daraus kleinfingerdickc Würstchen formen kann, diese ins heiße Fett legt und unter fortwährendem Schütteln braun ausbrät. Diese Würstchen zu Sauerkraut, Rüben, Spinat oder Salat, ergeben auch ein schmackhaftes Mittag- oder Abendessen. Kombinieren wir daher die Speisen immer so, daß sie allgemeine Verwendung finden und keine an die andere gebunden ist, damit auch der Vegetarier zu seinem Teil kommt. Für diesen schließen wir noch ein gutes Mischgemüsegericht, welches er mit Spiegeleiern bekommt, an. Wir dünsten in etwas Salzwasser feinblätteriß geschnittene Kohlrüben, Möhren, Kartoffeln, Radieschen, Spargel, Erbsen und etwas Porree gut weich, legieren das Gemüse mit einem Löffel Mehl seimig, lassen es nochmals kurz aufkochen, rühren ein Stück Butter ein und richten es auf einer tieferen Schiissel an. Obenauf kommen die Spiegeleier. — Gut passiert ist dieses Mischgemüse auch eine vorzügliche Kost für das Kleinkind.« »Aber Frledl, eine flinke Mehlspeise soll dazu nicht fehlen: Zu Schnee von einem Eiklar gib den Dotter und einen Löffel Kristallzucker, schlage die Masse nochmals gut ab, dann kommen zwei Löffel Heidenmehl, eine Messerspitze Zimt und ebensoviel Backpulver dazu, mache mit einem Kaffeelöfferl kleine Häufchen in Busserlform auf das eingefettete Backblech, stecke in jedes Busserl eine Rosine und backe es langsam, kühl aus.urtenkurvc, die Jn allen europäischen I.ändern vom JahVe 1921 ab eine mehr oder weniger starke Abwärtsbewegung durchgemacht hat, zeigt zwischen 1933 imd 1935 fast überall einen dcutlichcn Knick, der entweder in einen neuen Aufstieg überging oder mindestens einen Stillstand im Geburtenverfall anankündigte. Die Ursachen für diese Wandliing waren sicher nicht wirtschaftlicher Natur, denn dafür war 1933 noch kein Anlaß; auch beruhten sie nicht auf lirkeiintnissen, die etwa von den großen Demokratien ausgegangen wären, sondern sind ausschließlich dem Deutschen Rciche zuzuschreiben, dessen revolutionär wirkende bevölkerungspolitische Parolen auch auf das Ausland übergriffen. Bis auf Frankreich, dessen Abstieg wohl nicht mehr aufzuhalten war, und merkwürdigerweise auch die sonst so geburtenfreudigen Südoststaaten, haben sich alle anderen Völker vom Reich irgendwie anstecken lassen und mit mehr oder weniger guter Miene seine Geburtenpropa-gnnda mitgemacht. Der Erfolg war natürlich ein unterschiedlicher. Wir können die Entwicklung am besten verfolgen, wenn wir drei Zahlen einander gegenüberstellen, nämlich die Geburtenziffern auf 100 Einwohner gerechnet im Durchschnitt der Jahre 1924/29, zur Zeit des Tiefpunktes um 1933 und im jähre des Kriegsausbruchs 1939. Dadurch erhalten wir einen gewissen Anhaltspunkt über die Lebenskraft der einzelnen europäischen Völker, über ihren Behaup-Uingswilleti in einer sich von Grund auf wandelnden Welt und über ihr Vertrauen y.u der kommenden Entwicklung, die von ihren Kindern einntal getragen werden soll. Die Oeburtefiziffern auf 1000 Eiinwohtier Land 1924/29 1933 1939 .Mtreich 19.3 14.7 203 Protektorat — 16.5 14.9 l-rankreich 18.4 16.2 14.6*) Großbritannien 17.9 14.9 15.5 Irland (Eire) 20.5 19.2 19.3*) Ungarn 26.6 22.0 19.1 Schweiz 17.9 16.4 15.2 Belgien 18.9 16.5 15.3 !>IiederI;iegel« behandelt nach einem Textbuch von A. Descovics die Streiche Till Eulenspiegels. + 250 Jahre Lui^nburg-Btihne. Die Freilichtbühne auf der Luiseiiburg bei Wunsiedel im Fichtclgcbirge bringt ihre im ganzen Reich stets stJirk beachteieii Festspiele auch in diesem Jahre zur Durchführung. Sie beginnen am 21. .lum und dauern bis zum 10. August. Diese wohl bekannteste unter den dcutsclien Freilichtbühnen besteht in diesem Sommer 250 Jahre. + »Hexe von PasSau« auf der tschc-chrachen Bühne. Die Schauspielbühne de*«; tschechischen Nationaltlieaters in Pra:^ wird noch vor Beendigung der Sommerspielzeit Richard Billingers »Die Hexe von Passau« zur Aufführung bringen. USA-KriegShetzer sogen »Sieg im Westen«. Seit mehreren Wochen läuft in Newyorker Lichts,picltheatern der deutsche Doikumentarfilm »Sieg im Westen«. Zum gröliten Verd'rnll der antideutschen Kriegstreiber finden die Vorführungen des Films groL^en Zuspruch beim Publikum. Sogar in groMen. keineswegs deutschfreundlich eingestellten Zeitungen und Zeitschriften wurde der Film lo'beiu! besprochen. Auch vor den Kinos aufgestellte Plakatträger mit Verunglimpfungen Deutschlands imd Warnungen vor dem Besuch des Filmes haben den Zulauf der Filnrhesucher nicht eindämmen können. Die Kriegshetzer haben sich daher entschlossen, »u einem weiteren Schritt auszuliolen. Rine »Antlnazi-Liga-t beantragte unter Vorschiebung formaler (iründe eine gericlitlrchc Verfügung atf Verbot: der Vorführung. Ob sie mit diesem Versuch Krfolg haben wird, stellt noch dahin. Anekdote Kant saß einmal auf einer Gesellschaft neben einer ziemlich dmnnien jungen Dame, die vergefc)lich zu geistreichein versuchte und u. a. auch das Gespräch auf die Philosophie brachte, »Jaja«, meinte sie, »man muß verstehen, sich nicht über etwaige eigene Dummheiten etwa zu ärgern, sondern sich darüber lustig zu machen. Wenn ich einmal etwas Dummes gesagt habe, bin ich die erste, die darüber lacht!« »Soso«, entgegnete Kant, »dann müssen Sie ja aus dem Lachen nicht herauskommen!« ben gegenüber sich stolz ihrer überlegenen Kultur rühmen. So bereiteten die Deutschen selbst ihrem späteren Feinde den Boden . . . Wir greifen nun wieder zum Laibacher »Jutro« vom 28. Mai 1929 zurück und lesen nach, was dieses Tagblatt über die Dankbarkeit der slowenischen Nachwelt gegenüber Valvasor erzählt. Die Stelle lautet: »Eine bescheidene Gedenktafel am Hause seiner Geburt in Laibach hat Valvasor schon lange verdient wie er sie an seinem Sterbehause in Gurkfeld schon im Jahre 1893 bekommen hatte. Daß dies erst heute, 236 Jahre nach seinem Tode, geschieht, liegt vor allem in den national-politischen Kämpfen begründet, die alle Zweige des öffentlichen Lebens der Slowenen erfüllen. Von diesem Alpdruck blieb nicht einmal der zeitlich so weit entfernte Name Valvasors bewahrt. Wir denken da bloß an die traurige Geschichte seines Denkmals vor dem Laibacher Museum (1903) und an das Schicksal der nach ihm benannten Laibacher Gasseii ui'.rl Platze.« Wir Deiiischen in Lhitersteiermark un.l Krain sind stolz auf Johann Weikhard Freiherr von Valvasor, der vor Jnlirhiin-dert geschildert hat. was die Deutschen zur r.hre und zum Wohle unserer Gren/-landheimat geleistet haben. Helfrled Patz. Verlanget Überall dl« „MARBURGEk ZEITUNG' Mummer 128/129 Zdäingc 7V8. Jonf T941 Seite 9. WtRTSCHAFT iiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiititiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiifliamHimHiiiflRiiHrnmmnimiiiiimiiinfnimiiniiiiiifii Ernährungswirtschaft im Kriege iü deutsche Lebensmittelkarte ist das sicherste Panier der Welt n Rehmen der von der Verwaltungs- lungsfreiheit nicht mehr durch den Hun- ak.ideinie Berlin in der Universität vcran-staltiMen kriegs- und wehrwirtschaftlichen Vortnißsreihe sprach Ministerialdirigent im Rcichsniinisterium für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Glau Ben, über die Ernähriingswirtschaft im Kriege. In seinem Vortrage gab er einen aufschlußreichen überblick über das Funktionieren der heutigen Kriegsernährungswirtschaft und beantwortete ferner die Frage, weshalb die Kriegsernährungswirtschaft im Weltkriege versagt und Deutschland den Weltkrieg auf dem Ernährungssektor verloren hat. Vor dem Weltkriege hat das liberali-stische Prinzip einer zu weit getriebenen Wellarbeitsteilung zu einer Entwicklung in der Struktur unserer Landwirtschaft gefiihr, die mit Beginn der englischen Blockade verhängnisvoll werden mußte. Zu Beginn des Weltkrieges fehltd auf dem Gebiete der Ernährungswirtschalt jede Planung für die Erzeugung, für ihre Erfassung und für die Verteilung der Lebensmittel, es fehlte ferner eine Führungsspitze und jeglicher organische Unterbau, so daß man lediglich Improvisierte, bis im weiteren Verlaufe des Krieges eine Bewirtschaftungsstelle nach der anderen entstand und erst im Jahre 1916 im Kriegsernährungsamt eintf ernährungswirtschaftliche Zentralstelle. geschaffen wurde. Man rationierte immer erst dann, wenn bereits ein Mangel vorhanden war. Die deutsche Armee sei im Weltkrieg unbesiegbar gewesen, v/äh-rend die innere Front durch die Fehler auf dem Gebiete der Ernährungspolitik zerbrochen sei. Erst die nationalsozialistische Revolution habe unter die liberalistischc Ag rarpolitik den Schlußstrich gezogen und aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Ministerialdirigent Dr. Claußen schilderte im einzelnen die Maßnahmen der nationalsozialistischen Agrarpolitik, der es gelungen ist, auf der Grundlage des Reichserbhofgesetzes und des Reichsnährstandsgesetzes mit der Marktordnung die Abhängigkeit Deutschlands von ausländischen Einfuhren durch die Erfolge der Erzeiigungsschlachten soweit zu verringert!, (laß unsere nuRenpolitischc Hand- ger gefährdet werden kann. Besonderes Augenmerk habe man darauf gerichtet, unsere Viehwirtschaft auf inländischen Futtermittelgrundlagen aufzubauen. Dr. Claußen gab dann einen überblick über die Organisation der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft vor und in diesem Kriege. Um einen straff durchorganisierten Verwaltungsapparat unter einheitlicher Führung des Reichsministeriums für Ernährung unfl Landwirtschaft zur Verfügung zu haben, wurden die Dienststellen des Reichsnährstandes für die Dauer des Krieges mit den Staatsbehörden vereinigt. So blieb die friedensmäßige Aufgabe des Reichsnährstandes, die Ware vom Erzeuger über den Be- und Verarbeiter bis zum Kleinverteiler zu lenken, auch im Kriege in der Hand der gleichen Dienststellen und Männer. Dank der praktischen Erfahrungen der Marktordnung brauchte im Prinzip nichts grundlegend Neues geschaffen werden. So war nur noch die Beziehung vom Verbraucher zum Kleinverteiler durch die Lebensmittelkarte herzustellen. Das Geheimnis des Funktionierens unserer Rationierung liegt im Zusammenspiel von Kartensystem und Marktordnung. Dr. Claußen zeigte, wie bei der Festsetzung der Rationssätze in engster Zusammenarbeit mit der Reichsgesundheitsführung auf die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse der verschiedenen Verbrauchergruppen Rücksicht genommen wurde. Zum Schluß gab Ministerialdirigent Dr. Claußen einen überblick über die gegenwärtige Versorgungslage und betonte, daß Englands Blockadeabsichten zum Scheitern verurteilt seien. Das Entscheidende sei, daß die deutschen Rationen, im Gegensatz zu der Regelung in anderen Ländern, nicht Höchstsätze, sondern Festsätze sind, deren regelmäßige Lieferung in der nach der Versorgungslage bestimmten Höhe tats.lchlich prewährleistet ist. Der deutschen Hausfrau könnte man ohne Übertreibung sagen: »Die deutsche Lebensmittelkarte Ist von allen Wertpapieren das sicherr>te Papier der Welt!« Ein gutes Obstjahr Güdstfge Prognosen in ganz Europa Die letzljährige Obsternte war aus zwei Gründen schlecht: einmal wegen der durch den Frost verminderten Zahl der Obstbäume und dann wegen des ungünstigen Wetters, besonders i0i späten Frühjahr. Mit umso größeren Erwartungen wurde die diesjährige Obstbaumblüte verfolgt. Nun reifen, wie die Erfahrung beweist, bei weitem nicht alle Blütenträume. Aber einige günstige Umstände sprechen doch dafür, daß wir auf ein gutes Obstjahr rechnen dürfen. Die Blüte liegt einige Wochen später als sonst, in weiten Gebieten hat sie erst nach den »gestrengen Herren« eingesetzt. Die Gefahr verderblicher Nachtfröste ist infolgedessen geringer, Des weiteren ist mit großen Schädlingsverlusten nicht zu rechnen, weil Winter und Frühjahr kalt waren und die Entwicklung der Schädlinge hemmten. Nachteiiiir hat sich bisher nur bemerkbar gemacht, daß der Bienenflug bis vor kurzem schwach war. Das hat sich aber rn-zwischen sehr gehindert. Wenn das Wetter im Sommer einigermaßen normal verläuft, d. h. einen durchschnittlichen Wechs«! von Sonnenschein und Regen, Wärme und Kühle bringt, sollten wir jedenfalls auf eine gute Obsternte rechnen dürfen. Ob sie so gut werden wird wie 1934, wo im Durchschnitt der Apfelbaum rund 30 kg, der Birnbaum 35 kg, der Kirschbaum über 22 kg, der Pfirsichbaum rund 20 kg und der Pflaumenbaum über 15 kg trug, ist damit natürlich nicht gesagt. Zudem bleibt bestehen, daß die Oesamternte wegen der vielen 1939/40 erfrorenen Räume in jedem Fall geringer sein muß. Weder haben alle erfrorenen Bäume inzwischen durch neue ersetzt werden können, noch tragen die jungen Bäume bereits Früchte. Allerdings macht sich jetzt jährlich mehr vorteilhaft bemerkbar, daß auf Rofrcibcn des Reichsnährstandes allein In den jähren 1035 bis 1938 rund 12 Mill. Olis'h/iunio neu gesetzt wurden. Sie wachem iot/t ?nhr für Tahr stärker in die volle Eri''>'T'sF,ihin:kelt hinein. AnRordem sind dem Reich einige gute n^nfrvohieto ztigewachsen. so neuerdings dif nntersteiermark und Krain und Im vorigen fahr das Elsaß. Die Unters+efer- niark bringt 3 Mill. Obstbäume zu den 10 Mill., die die Steiermark bereits hat. Aus der Untersteiermark sind in normalen Jahren 30.000 t Obst exportiert worden, im vorigen schlechten" Jahr 12.000 t. In Oberkrain wird der Obstbaumbestand auf 600.000 Stück geschätzt. Der Gauleiter der Steiermark hat im März 2u einer großen Obstschlacht aufgerufen. Man hofft, die Obsternte der Steiermark, dieser Obstkammer Deutschlands, bei einigermaßen gutem Wetter zu verdoppeln. Auch im Donauland mit seinen 28 Mill. i reicht worden Obstbäumen sind große Anstrengungen gemacht worden, um den Obstanbau auszuweiten und den Ertrag durch Schädlingsbekämpfung, bessere Pflege usw., besonders auch der Straßenobstbäume, zu verbessern. Im übrigen Europa wird auch mit einer guten Obsternte gerechnet, wenn die Frühobstsorten im Südosten auch nicht ohne Schäden davongekommen sind. Neue deutsche Metallpreise Die Reichsstelle für Metalle hat eine neue Höchstpreisliste für Metalle "herausgegeben. Sie trat ab 1. Juni 1941 an die Stelle der Höchstpreisliste vom 1. Februar 1941. Die wichtigste Änderung gegenüber der alten Höchstpreisliste betrifft das Aluminium. Hier wurde der Preis für 100 kg Huttenaluminium um 6 RM gesenkt. Diese schon bekanntgemachte Preissenkung setzt sich vom Hüttenaluminium aus auf alle anderen Aluminiumgruippen, Aluminiumlegierungen und auf die Aluminiumabfälle fort. Bei den Gruppen Leitaluminium für elektrische Zwecke und Um-schmelzaluminium beträgt die Preissenkung e-benfalls 6— RM je 100 kg, bei Aluminiumblechabfällen nur 5.— R.M, bei Aluminium-Umschmelzlegierungen dagegen 8.25 RM je 100 kg. Für Aluminium-'schrott, z. B. alte Motorengehäuse ist der Preis um 4.— RM für 100 kg gesenkt worden. Im Gegensatz zum Aluminiuni-preis haben sich die Preise für die anderen Metalle Blei, Cadmium, Kobalt, Kupfer, Zink, Zinn usw. nicht verftndert. Neu in die Liste aufgenommen sind Zinkspäne. fReichsanzeiger Nr. 125). Gehversuche mit Sohlen Die neuen Lederfaserwerkstoffe werden auf ihre Haltbarkeit nicht nur im Laboratorium der deutschen Versuchsanstalt für Lederindustrie geprüft, sondern auch auf einer Gehstrecke systematisch auf ihre praktische Haltbarkeit erprobt. Um allen Anforderungen der Praxis gerecht zu werden, müssen die Schuhe auf einer Bahn laufen, die zu 58 v. H. aus Beton, ,10 V, H. Schlackenweg, 12 v. H. Sandgrube, 8. v. H. Lehmweg, je 4 v. H. Splittstrecke, Schotterstrecke und quadratischem Pflaster besteht. Alle 10 km werden die Sohlen überprüft. Ledersohlen weisen dabei cino Tragd.nuer von durchschnittlich 1100 km bei 2—3maliger Erneuerung der Spitzen auf. Einige Leder-faserwerkstoffe erreichten 80_I00 v. H. dieser Hnithnrkeit der l.edersohlen, ein unzweifelhafter Beweis für ihre Bewährung. Viele andere Erzeugnisse haben freilich diese Prüfung mit sehr viel geringeren Noten bestanden und müssen daher noch verbessert werden. Für die höhere Haltbarkeit der Faserwerkstoffe scheint es unerläßlich zu sein, daß eine gewisse Mindostmenge von Chronileder-abfällen — statt lohgaren Lederabfällen bei der Herstellung mit verwandt wird. Sämtliche Hersteller von Lederfn-scrwerkstoffen werden über diese Gemeinschaftsprüfungen ihrer Erzeugnisse auf dem Laufenden gehalten. Dabei haben sich die Noten als .Ansporn zur verbesserten Leistung bewährt. Denn in einer eben abgeschlossenen zweiten Gemeinschafts-prütung sind bereits bessere Resultate er- In tropischen Gebieten bedrohen den Menschen vielfach schwere Seuchen. •Arzneimittel schützen Ihn. Sie sind für die Sicherung der Gesundheit in den Kolonien vielfach unentbehrlich. Das Öl im Orient GRAN Ä6YPTE RABIEN 4 ABESSINIEN WÜHfSS i 4/^itena^^Schfcfttf O ölriffinerittt ^ . O/'Uitungifl k Bohrtürmf Aufnahme: Archiv Die iUngston Ere^nisse im MUtelmeer haben Enirfands Erdölzuhihren aus dem Noliea Osten emsUicfa in Frace gesAelH VOR DEM RICHTER Volksschfidlinge hingerichtet Am 5. Juni sind der am 4. April 1917 in Uckerath geborene Edmund Metternich und der am 5. November 1912 in .Aachen geborene Wilhelm Schlemmer hingerichtet worden, die das Sondergericht Köln al« Volksschädlinge zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt hatte. Die Verurteilten haben unter Ausnutzung der Verdunkvjlung zahlreiche schwere Geschäftseinbmche verübt und hierbei viele Lebensmittel und Textilien gesifo'hlc'n. Ferner ist am 5. d. der am 21. Januar 1902 in Köln geborene Richard Bühring hingerichtet worden, den das Sond'erge-richt in Köln als Volksschädling zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt hatte. Bühring war ein mehrfach vorbestrafter Gewohnheitsbetrüger. Nunmvhr hat er erneut in zahlreichen Fällen, und zwar unter .Au^sflutzung der Kriegsverhältnisse Betrügereien begangen. Seine Opfer waren minderbemittelte ältere Volksgenossen. Zahnl)ehandltiiiK mit VersewaHigiuiK Auf ebenso raffinierte wie brutale Weise ging ein .34 Jahre alter Marm in Neuhaus am Inn gegen seine Patientinnen vor. Junge Mädchen, die bei ihm in Zahnbehandlung waren, wurden von ihm im Sprechzimmer vergewaltigt. Der AngeklaRte \\-urde zu zwei Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Kind ifli WutanlatI erschoAüien Hinige .hmgen der Ortsdiaft Wietzen-bi'ucii hei Celle hatten ein Wochenendhaus mit Steinen bombardiert. In einem Wutanfall griff der Hausinhaber zu einen Tesching und feuerte auf die Straße. Einer der Scliü^ise traf einen Jungen am Kopf, sodaß er auf der Stelle tot zusammenbrach. Der Täter wurde zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Ein Auiofalienräuber Am 5, Juni ist Robert Koßmaim aus Freienoh hingerichtet worden, den das ^dergericlit in Dortmmid als Autofallenräuber zum Tode verurteilt hat. Koßinann hat einen Kraftwagenver-niieter in einen Hinterhalt gelockt und Um dort erschossen, um sich des Wagens zu bemächtigen Pobiischer Verbrecher Am 5. Juni ist der -Mjährige Stefan Ja-kubowski hingerichtet worden, den das Sondergericlit in Dortmund ani Mai 1941 als (jcwaitverbrecher zum Tode verurteilt hat. Jakubowski, ein polnischer Landarbeiter, der in Deutschland Arbeit gefunden hatte, hat hier ein deutsches Mädchen, däs noch nicht 16 Jcihrc alt ist^ zu vcr^ «ewaltinen versucht und dabei lebens-gefährlich mifihandeit. Dod Amtsblatt des Chef*! der Zivil*Verwfil-tung j'n der Untersteiermarlc von Nr. ] bis 18 sowie auch PreisKsten fUr GAST-UND KAFFEEHAEUSER sind erhältlich im Verlage der Marbarger Orockerei Marburg a. d. Drau, Badgassc 6 Deutsche« Haus, Zimmer 5 |N PETTAU tH?t Herrn Georci Pichler Aufnahme ständiger Bezieher bei beiden ob-angeführten Vertretungen und bei der Dnik- kerej in Marburg Bezu^prels: Abholen RM 0.05 = Uin l.~ per l>tück. Bezug im Abonnement per Po*t RM 1.25 - Din 25— monatUrb Seite .10. »Marburper Zeitung« 7./8. Juni 1941 Nummer 128/12^ Kleiner Anzeiger l II ili Wii—ii yetschiedeHes VrRMrKLltNü. VERCHRO-MUiNü jc^ier Art Geüenständc uut und hillit bei »Kuda , Marbiir«, Trstcniakova 5. -M7S-1 Sammelt Abiallc! Altpapier, Hadern. Schiieiderubschnitte. Textiiabfäiie. Alteisen. Metalle, Glasscliorben kauft mid zahlt bestens; Piitzliadern. Putzwolle. Kcwaschen und ticsirifiziert, liefert jede Mcn-Ke billisst: Arbeiter. I.)rau-siasse 15. Telefon (15-1 VerpaclitunR. Sonntaj,', 8. Juni um 0 Ulir vormittag findet in der (jenicindekanzk'i Mrunndorf die Verpachtunpf folgender ürundstücke statt: Wiese neben Josefikirclie zum abmähen. Feld in F^runndorf, (iemeindestraße, bebaut mit Kartoffeln, Uohnen. Feld in Pickern, rechts der Bahn, be-I>ant mit K^rtoffcin,' Mais, I^tincm Interessenten, 'vvclche iiber d. Paclit /u unterhandeln Heabsictitigcn, mögen pünktlich crsclieincn, woraiil an Ort und Stelle besicbtipt wird. ;a)i-i I Lauiteppiche. Bettvorleger j und moderne Yorhäng;^ . zu kaufen Resuclit, Antr. ufrter ^ ^ In Kutcm Zurauolilc'Schrelbnid-schine. Antrrijce unter »So-' «Iticli ^;in tlle Vci'W. 3326-3 Überbrauclite Nähiuaschinc, {jebrauchsfiilii.u, sofort zu kaufen gesuclit Anträce an Sägewerk Schumann, St. Le()iihard bei Marbur.g. 3327-3 Versenkbare »8iMR;er«cN{ih-maschhie und Ciartenmöbel werden gekauft Antr. unter »G.irteMinüheh: an die Vcrw __. _ 3328-3 Kaufe l.as(wa«eii mir Ktiffel-l.'i^er-( iuüMuir.-iderii für 1 Tiiji-iitMi. Anträge unter (int er-l^aHui" an die \'crw. 32hy-3 Personenauto zu kaufeii se-sucht. 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Gehalt nach Vereinbarung-Anträge unter »Dauen>os.ten« 2n die Verw. 3274-8 Stubenmädchen oder Mädchen für alles, das aufräumen, bügeln kann, chrllch und anständig Ist, wird gesucht. Nur mit Jahreszeugnissen zu melden bei Pugel, Sophienplatz Nr. 3. 3312-8 Gärtner mit Gemüse- und Blumenpraxis für Glashausbetrieb wird gesucht. Bedingung: Fachkenntnisse. Anträge mit Gehaltsansprüchen und Lebensbeschreibung sind zu richten an die Kuranstalt Sauerbninn-Radein. 3308-8 Verläßlicher und kautionsfähiger Maun sucht Arbeit, Vertrauenposten oder ähnliches. Adr. Verw. 3375-7 Zabnteclmlker sucht Stelle in Marburg oder eng. Um«e-bungt periekt in Gold-, Metall-, Kautschuk« und Kutist-harzarbeiten. Angebote unter »Tüchtig« an die Verw. 3376-7 Suche Stelle als Kassierin oder Verkäuferin. Fiderscliolv Agnes, Feldgasso 9. 3377-7 Bllanzbucfahaiter, mit lang- iährigcr Praxis in einem Großunternehmen als Hauptbuchhalter, Volksdeutscher, wünscht den Arbeitsplatz zu ändern. Ks kommt nur ein größerer Betrieb in Frage, nach Möglichkeit in Marimrg. Angebote sind zu richten unter »1914« aii die Verw-3378-7 Tüchtitto Frlscurin sucht Stelle. Anträge unter »Rechtes Drauufer« an die Vcrw. ,3.379-7 Köchin für alles, deutscli-sprccliend, sucht Stelle ab 15. Juni. Anträge unter »Nur Dauerpostcn« an die Vcrw. 3380-r Tüchtiger Werkmeister für Bau- u. Möbeltischlerei sucht passende Spelle. Zuschriften an die Verwalt. unt. >Werk-meister«. 3401-7 Volksdeutscher Handelsreisender, spricht deutsch, slowenisch, serbokroatisch, mit Fahrschein, bereiste jahrelang ehemaliges Jugoslawien, sucht unter »Reisender«, an die Vcrw. 3400-< Pferdeknecht, verheiratet» nüchtern, ehrlich und fleißtgi wird sofort gesucht. Hunkar, Gutsverwaltung, Maytum bei Pettau. 3324*8 Nettes MiiUchCM lur alles mit gu en Kochkenntnissen wird auJgtnoinmcn. Rcisers'raße Nr. ,30-1 3,3(11-8 Suche Frau, welche schön Strümpfe stopft. Adresse i. d. Verwaltung. .3404-8 Köchin für alles mit guten Jnhrcfr.i"'",i jjn für Fhepaar ab 15 6. gesucht. Anträge unter >Haua 1941« an die Verwaltung des Blattes. 3403-8 Aushilfs-Kelinerin für Sonntag nachmittag wird sofort aufgenommen. Gasthaus >.|äger-heim« ober den drei Teichen. 3402-8 » hutde - y«ftusU 700 Dinar um halb 7 Uhr gefunden. Abzuholen Luther-gasse 4, Parterre, rechts. ' 3387-9 UouesfuuiäeHaeit Suche nettes, ernsteres Mädchen, welches Freude zu Wandenmgen hat. — Unter »Sonnenwende 1941« an die Verw. .3406-10 Pensionist« rüstig, verheiratet, mit Kenntnissen in Forst, Ökonomie und Kellerei wird gesucht. Hunkar, Gutsvcrwal* tting, Mayturn bei Pettau. 3323-8 Klnderfräulda« das Im Haushalt mithilft, zu Maderl ge-sucht. Zuschriften erbeten unt. »Kinderliebend und verläßlich« an die Verw, 3383-8 Nettes, ehrliches Mädchen für alles, das etwas kochen kann und schon gedient hat, wird pesucht. Adresse Ver-waltung.___3409-8 Jüngerer, braver Hilfsarbeiter wird für Magazinsarbei-ten sofort aufgenommen-Adalbert Gusel» Marburg, Tegettholfstr. .39. .^384-8 Lehrling wird sofort in Ge-mischtwarengcschäft aufgenommen. Job. Florianitsch, Schönstein. Mit 1 Jahr Lehrzeit wird bevorzugt- 3385-8 Hausmeister wird aufgenommen. Adr. Verw. 3386-8 ■■ 0 .. I. I I Handelslehrlunge oder -Mädchen mit guter Schulbildung gesucht. »\Veka«, Tegeltlioff-straße 15. 3.300-8 Stadtinspektor, ledig, 1.7K groß, dunkel, wünscht en^spr-Dekaimtschaft zwecks Heirat. Anträge mit Bild unter »Nr. 20« an Nr. 3317«:. 3317 Verläßlicher, selbständiger Buchhalter mit Praxis auch in der Holzindustrie wird für sofort gesucht- Schriftliche Angebote unter >Snlid 20« an die Verwaltung des Blattes. 3413 gehören in die Ikaeßttis^ ieükH^' Einschreibung für die 7* bis 10-]ährigen VolksschUler und VoUcsschSlerinnen der Stadt Marburg Alk 7- bis 10-]ährig€n Knaben d«r Stadt Marburg (linkes und rcchtes Drauufer), die noch an keiner Schule eingeschrieben sind, haben sich am Donnerstag, den 12. Juni 1941, in der Zeit von 8 bis 12 Uhr oder von 14 bis IS Uhr in der ehe-niali.gen Knabenvolksschule III, Josefstraße 15, in Begleitung ihrer Erziehungsberechtigten zur Einschreibung einzufinden. Für die 7- bis lO-jährigen Mädchen, die noch an keiner Schule eingeschrieben sind, findet die Einschreibung am Freitag, den 13. Juni, in der Zeit von bis 12 Uhr, ebenfalls in der .eheinaliigen Knabenvolksschule III, Josefstraße 15, statt. Mitzubringen sind eine Geburts'urkundi' und das letzte Schulzeugnis. Der Politische Koniniissar iler Stadl Marburg a. d. Drau Der Beauftragte für das Schulwesen; Strobl 3410 der einzigen Tageszeitung des Unlcrlnnties! Nummer 128/129 »MailMiTger Zeitung« 7./8. Juni 1941 Seite Ii. Der Chef der ZivHverw^ltunq In der Untersteiermark Zahl; U/X 0 1/1 Martjtfiig a.d.Dra II II 1, 6« II II Mittwoch, M »I II II 5. ,, „ ,, M M „ „ 4. „ „ Donnerstag, »' »» II I) 3. „ ,, ,, .. » .. » 2.....Freitag, >> »» »» M 1» It It It den 10. 6. 1941 um 8 Uhr 10. 6. 1941 11. 6. 1941 11. 6. 1941 12. 6. 1941 12. 6. 1941 13. 6. 1941 13. 6. 1941 14 8 14 8 14 8 14 In Cilli und Pettau finden die Aufnahmsprüfungen für die Schüler, die die Staatliche Oberschule in Marburg a. d. Drau besuchen wollen, am Samstag, den 14. Juni 1941 um 8 Uhr am den Schulem statt, an denen die Einschreibungen vorgenommen wurden. Schüler, die die deutsche Sipraohe nicht in solch aiusreichendem Maße behtrr-schen, daß sie dem Unterrichte folgen können, werden auf keinen Fall aufgenommen. Diese haben, soweit sie das 14. Lebensjahr nodi nicht überschritt'en haben, den Unterricht an ihrer zuständigen Volksschule zu besuchen. Die Schüler über 14 Jahre können in die Sprachkurse des Amtes Volkbildung im Steirischen Heimat-buHid aufgenommen werdien. 3411 Im Anttrage; Ur ra,gg. Oer Politische Kommlttar dar Stadt Marburg a. d. Drau Bekanntmachuns In der Woche vom 9. biis 14. 6. 1941 haben sich bei meinem landwirtschaftlichen Fachberater, Marburg, C(>ere HerrengaSse 2/III schriftlich zu melden: 1. Alle im Stadtgebiet ansässigen landwirtschaftlichen und gewerblichen Titr-halter unter Angabe der Gesamtzahl ihrer Pferde. Dabei Isi anzugeben, für wie viele der gemeldeten Pferde ein zusätzlicher Futterbedarf, der ni^t aus eigener Erzeugung gedeckt wird, besteht. 2. Sämtliche im Stadtgebiet vorhandenen Oetrride- und Futtermittelverteiler unter Angabe von Art und Menge der verkauften Ware (Jahresdurchschitt!). 3. Sämtliche im Stadtgebiet vorhandenen landwirtschaftlichen Erzeugerbetriebe Diese haben zur Meldung ein in der ot>en bezeichneten Dienststelle zu entnehmendes Formblatt auis^ufüllen. Der Politische Kommissar d^er Stadt Marburg a. d. Drau 3416 Knaus e.h. Der Pofitlache tiommisMmr der If dl Mmrbum m. d. Oreu Betrifft: Entgelt für Beistellung von Quartieren an nnerstag, den 12. Juni 1941 bei der Stadtkasse, Domplatz ll/I. Stock in der Zeit von 8—12 Uhr und von 15—18 Uhr behobt werden. Marburg a.d.Drau, am 7. Juni 1941. 3412 Der Politische Kommisfear der Stadt Marburg a. d. Drau Knaus e.h. lOJLTUßTAGE der steirischen Hitleriusend Schlusstag am 8.3uni 1941 in Marburg folge: 10 Uhr Morgenfeier am Sophlenplalz ★ 15 Uhr Festlicher Sommertag im Stadtpark „Die Steiermark grüsst ihr Unterland" Es singen und spielen Sing- und Spielscharen aus Graz, Leoben, Oberwart und andere. 3415 20 Uhr Festlicher Abschluss .am Sophienplatz Es spielt der Gebietsmusilc- und Fanfarenzug der Hltierjugendl Seite »Marbiirf^er Zeitung« 7./H. Juni 1941 Nummer 128/129 Stadttfteater Marönrg a.tl.Draw fiastsple} desMSfelrischen LandestheafcrsGraz" Samstag, den 7. j«nl 1041 ' 10.30 Uhr ^überwürfe Schauspicl in 5 Aufzügen von Joh. Wolfprang v. Goetti" Sonntatr.^en H. luni 1041 10.:^0 Ulir S€am§»olo l.Mf>tspiel von Dario Niccodetni Osstspiel der „stfldliscliRii BUlmon" eru .Mittwoch, den II. Juni 1941 19.30 Uhr J)et fteisätiUBi .Romantische Oper in 3 Aktcr von Karl Maria v. Weber Bflsfsiiiel des..Sfeirischen Landßstheaters Graz" Samstag, den 14. Juni 1941 19.30 Uhr Lustspiel In 3 Akten von Johst Huth Sonntag, den 15. Juni 1941 19.30 Uhr ieseUm Lustspiel in 3 Akten von Johst hlutli Gastspiel der „Städtischen Bülinen Graz'* Donnersta«, den 19. Juni I