PrSu»mer»li»uS - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 «ierteljährig . 2 „ 1» .. Monatlich . . . — 70 Mit der Post Ganzjährig............,2 fl. Halbjährig............ 6 , Vierteljährig......... 3 „ 8ür Zustellung inS Haus diertelj. 25 kr., monall. 9 lr. Einzelne Nummern 6 kr. Laibacher Tagblatl Anonyme Mittheilungen werden niLt berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. 4> Redactio» vahnhofgafse Nr. 13S. Erpedttt««s-LJ» Bureau: Longreßplatz Nr. 81 ( Handlung von I, mayr L Fed. Bamberg — ji Insertiousp reise:'» Für die einspaltige Petitzeile L 4 kr, bei wiederholter Einschaltung L 3 kr. Anzeigen bis S geilen 20 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. m. Montag, 15. Mai 1878. — Morgen : Johann. 9. Jahrgang. Landtagsreminiscenzen. (Schluß.) ^ So war denn die Stimmung selbst der Getreuesten dem Projekte eines Jrrenhausbaues nach den Vorschlägen des Herrn Dr. Bleiweis Mv. nicht günstig und da galt es also, im Landtage dem Unternehmen die Wege zu ebnen. Dies war nun aller' dings nicht leicht. Allein wie einem nun einmal die besten'Gedanken oft im Schlafe kommen, so benützt auch Dr. Bleiweis, als er der Debatte über den Normalschulsonds mit jener Aufmerksamkeit folgte, welche sein Wirken in Schulsachen auch im Landes-schulrathe charakterisiert — diesen so sehr passenden Anlaß zu der Anfrage an dm Finanzausschuß, ob denn die Mittel des Landes wol hinreichen werden, Ackerbauschulen und Irrenhäuser in wünschenswer-them Maße zu bauen und ob er — der Finanz-ausfchuß — nicht etwa der Ansicht fei, daß er — Dr. Bleiweis — eine rechte Unbesonnenheit began-gen, als er die Errichtung der Ackerbauschule ohne ihn — den Finanzausschuß — um die Mittel dazu zq besorgen, im hohen Hause durchsetzte. Mit all-gemeiner Ueberraschung wurden diese nachgeborenen finanziellen Bedenken vernommen, doch das Manöver lag auf der Hand, Dr. Bleiweis warf den Ballast der Ackerbauschule über Bord, um den Ballon des Jrrenhausbaues steigen zu lassen, mit anderen Worten, er anerkannte endlich, daß die Mittel des Landes für zwei so große Unternehmen nicht hinreichen, und ließ nach dem Grundsätze, daß jedem das Hemd näher ist als der Rock, die Acker- bauschulk fallen, um den JrrenhauSbau durchzubringen. Seit Jahren wurde drr Landtag mit den Verhandlungen über die Errichtung drr Ackerbauschulr in Athen, gehalten, alle verkauf-lustigen Grundbesitzer des Lande» in Aufregung gebracht, ja mit einem Herrn Smola der Kauf schon eii äs-tail punktiert, Programme entworfen, die wenigen »och übriflen Landesfondscapilalien zum „Verküm-meln" hergerichtet — und nun plötzlich welche Wendung? In einer Sitzung wurde die Errichtung beschlossen, zwei Tage daraus dieselbe als unmöglich bezeichnet. „Ehe der Hahn zweimal gekräht, hast „du" mich verleugnet" — mag Herr «smola dem Vater der Nation zugerufen haben, welcher sich über diese neue Schlappe wol nur mit dem Bewußtsein: „In mir seht ihr den Bater, Was möglich war, das that er I" getröstet haben mochte. Nachdem Dr. Bleiweis auf diese Weise diesen seinen alten Lieblingswunsch mit schwerem Herzen eingesargt, konnte er nun da- Jrrenhausproject als Phönix aus der Asche steigen lassen. Nachdem wenig Aussicht vorhanden war, da- Projekt nach der Lan-desauSschußvorlage durchzubringen, und der Finanzausschuß einen den Wünschen des Herrn Dr. Blei-weis lange nicht nahe kommenden Antrag — auf einen sehr beschränkten Zubau bei der Anstalt in Studenz — einbrachte, so galt es da in erster Linie, den Eindruck des von Baron Apsaltrern ganz vorzüglich ausgearbeiteten, die Landesausschußanträge verwerfenden Berichtes des Finanzausschusses durch einen Gegenantrag zu paralysieren. Dr. Bleiwei» wagte es angesichts der Stimmung seines Club» nicht, den Bau nach den von dem Landesausschussc vorgelegten Plänen zu befürworten, wol aber ließ er durch seinen Adjutanten Dr. Poklukar rin Mt-noritMsvotum anmelden, dessen Tendenz anscheinend nur auf einen theilweifen Neubau von geringerem Umfange und Kostenaufwande, in Wirklichkeit jedoch dahin gerichtet war, das kostspielige, ohne Bedacht auf die Verhältnisse uns die finanziellen Mittel de» Landes ausgestellte Bauprogramm unvermerkt fuc-cessive zur Ausführung zu bringen. Nichts wurde unversucht gelassen, um diesen Zweck zu erreichen, im SanitätSrathe und bei der Regierung werden Kundgebungen gegen da« ApfaUrern'fche Projekt provociert und die besonnenen, nüchternen Anträge des letzteren an den Pranger der Lächerlichkeit zu stellen versucht. — Ja, Dr. Bleiweis entblößte sich nicht, den um da« Land hochverdienten Abgeordneten Baron Apsaltrern al» Fremdling zu bezeichnen, eine bekannte Phrase, welche der Führer der Nation stets gegen jene gebraucht, die ihm in der Verfol« gung seiner Lieblingsidee unbequem werden und denen er die mürrischen Worte „Mli turbsrs oirou-los W608!« zuzurufen pflegt. Und doch haben in diesem Falle allr Jntri» guen nicht verfangen: der VermittlungSantrag Dr.Poklukars wurde ebenso, wie das unreife Projekt de« Primarius Dr. Bleiweis MH., abgelehnt, !dem LandesauSschusse die Einleitung neuer Erhebungen aufgetragen und so das Land vor einer Ausgabe bewahrt, welche den finanziellen Ruin deS- Jemileton. Ueber einseitige Rücküratsverkümmung. In einem Artikel der „Laibacher Schulzeitung" über das Turnen der Mädchen wird die jetzt so häufig auflrelende Skoliosis besprochen. Wir erlauben uns, auf diesen Aufsatz um deshalb des näheren einzugehen, weil den Eltern das Wesen der Krankheit in der Regel unbekannt ist, fir die Krankheit im Anfang zu gering achten und sie erst später die bedauerlichen Folgen auslreten sehen, wenn eine Heilung entweder gar nicht oder nur unvollständig zu erreichen ist. Denn die Schiefheit, sagt der Verfasser, nimmt «fahrungsmäßig zu, solange das WachSthum dauert, etwa bis zum 18., 20. Jahre. In seinen wesentlichen Punkten lautet der Artikel nach Hin-"kglassung der anatomischen Vorbemerkungen: Kleine - werden oft dadurch schief, daß sie fortwährend falsch (einseitig an einem Arme oder einem ,r. °"^faßt werden, daß man sie beständig auf demselben Arme trägt und stets an der nemlichen Hand führt, daß sie zu lange stehen und stillsitzen müssen (wobei das Kind zusammensinkt und sich nach seitwärts krümmt) und daß sie jahrelang Zimmer-thüren mit hoch angebrachten Klinken mit derselben Hand öffnen. Ferner tragen noch zum Schiefwerden bei: einseitige Gewohnheiten, Schiefstehen, Schiefsitzen, vorzugsweise beim Schreiben, wenn der ganze rechte Vorderarm auf den Tisch fest aufgelegt wird, während der linke Arm bis zur Hand vom Tische heruntergezogen und an die linke Seite des Rumpfes fest angepreßt ist; das Arbeiten am Stickrahmen, wenn es unter denselben Voraussetzungen geschieht, wie da» oben beschriebene Schreiben, und namentlich ungenügende und ungleichmäßige MuSkel-thätigkeit auf der einen Seite de« Rückens. Nach neuerlichen Beobachtungen eines wiener Arztes tritt nach bestimmten Krankheiten, insbesondere nach der Rippenfellentzündung, gleichfalls eine seitliche Verkrümmung des Rückgrates ein. Auch beim leichtesten Anfänge muß die Skoliose sogleich beachtet und als ein schwer zu heilendes Uebel energisch und konsequent behandelt werden. In der Regel fällt das erste Stadium in die Behandlung der Mutter. Es wird mit Heftigkeit gegen die schlechte Haltung geeifert, die oft schon wirklich vorhandene Verkrümmung für ein nachlässiges Sich-gehenlassen gehalten und der Arzt in vielen Fällen leider zu spät zu Rathe gezogen. Die ersten Spuren der Skoliose zeigen sich gewöhnlich am unteren Winkel des (rechten) Schulterblattes, welcher etwas mehr hervorragt. Allmälig tritt das Schulterblatt mehr und mehr hervor, der Brustkasten auf der rechten Seite hebt und wölbt sich, während er auf der linken Seite einsinkt, wodurch eine ungleiche Betätigung der äußeren Athmung-mu-keln rintritt. Die Ungleichheit bildet sich immer mehr au», bi» schließlich die Wirbelsäule einen deutlichen 8-förmigen Bogen bildet, dessen concave Seite nach der Schwäche, die convexe dagegen nach der Stärke der Deformität zu liegt. Die oben beschriebenen Zwischenknorpel sind dabei nach der einen Seite hin stark zusammengepreßt, uach drr entgegengesetzten dagegen stark gedehnt und haben so ziemlich ihre Elasticität verloren. Da» Gleichgewicht im Muskelzuge, der Antagonismus, ist selbstverständlich verloren gegangen. In diesem Stadium hat der mit Einseitigkeit Behaftete kein Urtheil darüber, welches die richtige Rückenhaltung ist. Er weiß nicht, ob er sich gerade oder krumm hält, die eindringlichsten Ermahnungen selben beschleunigt hätte. Und die- war in kurzer Zeit die dritte «chlappe, welche die chauvinistische Finanzpolitik des Abgeordneten Dr. Bleiweis erfahren hat. In allen angeführten Fällen war cs die verfassungstreue Landlagsminorität, welche einmüthig hrn Grundsatz der Sparsamkeit, Nüchternheit und Besonnenheit vertreten und welche auch schließlich ' mit., ihren Ansichten in allen drei Fällen Recht behalten hat. Und wo es sich um wichtige finanzielle Fragen handelte — wir erinnern beispielsweise an die Verhandlungen wegen des Vergleiches über die Jncamerierung des Landesfonde«, an die Regelung der Verhältnisse de« krainischen Grundentlastung«-fonde« und aus der jüngsten Periode an das gediegene Operat des Barons Apsaltrern über die Ent-lastung des Landes von gewissen SanitätSkosten — waren es immer und ausschließlich Mitglieder der Minorität, welche die bezüglichen schwierigen Arbeiten in den Ausschüssen pflichteifrig und unverdrossen zustande brachten, während dir Gegner im Hause das hohe Roß staatsrechtlicher Declamationen tummelten und die Session mit leerer Phrasendrescherei aus füllten. Wir hoffen, es werde die Zeit nicht fern sein, wo die Bevölkerung erkennen wird, auf welcher Seite die wahre Vaterlandsliebe, der Ernst der Arbeit und der Eifer, wirklich nützlich und zum Besten des Ganzen zu wirken, zu finden fei; und sobald diese Erkenntnis einmal Gemeingut geworden, dann ist es uns auch nicht bange, daß die Landesvertretung jene nicht nur unfruchtbare, sondern geradezu schäd liche Finanzwirthschast nicht mehr fortsetzen wird, welche zum großen Nachtheile des Landes das cha-rakterifche Merkmal der Präponderanz der National Klerikalen gewesen ist. Politische Rundschau. Laibach, 15. Mai. Inland. Heute, den 15., treten die Delegationen in Pest zusammen. Der offizielle Em-pfang beim Kaiser wird erst am 18. d. M. stattfinden, nachdem die Ankunft des bei dieser Gelegenheit intervenierenden Grafen Andrassy in Pest nicht vor diesem Tage zu erwarten ist. Bei dem Empfange dürfte die österreichische Regierung durch den Minister des Innern, Freiherr« v. Lasser, in Stellvertretung des beurlaubten Ministerpräsidenten, vertreten sein. Der bisherigen Uebung entsprechend dürfte, wie die „Presse" erfährt, in diesem Jahre, nachdem im Vorjahre Ritter v. Schmerling als Präsident der österreichischen Delegation fungierte, diese Würde wol zweifellos Herrn Dr. Rechbauer zufallen Nachdem sich der Druck des Braunbuches verzögert hat, so werden die in demselben enthaltenen Handels-politischen Aktenstücke nicht am Beginn, sondern erst im Verlaufe der Delegationssesston vorgelegt werden. Zu den Gerüchten über den Rücktritt des Kriegsministers Baron von Koller bemerkt ein wiener Correspondenl des „P LI.": „Baron Kollers Unnachgiebigkcit bei dem Posten von zwei Millionen für Aufbesserung der Mannschaft-kost, deren Nothwendigkeit man anerkannte, wofür man aber Abstriche bei anderen Titeln vornahm, habe die Zusammenstellung eines Budgets verursacht, dessen Vertretung vor den Delegationen wie vor der Armee zu übernehmen Baron Koller keine Lust zeigl. Doch ei es voreilig, von seinem Rücktritte bestimmt zu reden; er habe die Kunst des Gehorchen« gut er-lernt, wenn der Allerhöchste Kriegsherr es wünscht." Der ungarische Ministerpräsident überreichte dem Reichstage den schweizer Po stver-trag zur Kundmachung. Ueber die Verhandlung«-zeit des Ausgleich« ist man noch nicht schlüssig, die Vertagung bis zum Herbst ist in keinem Falle räthlich. Ausland. Der berliner Conserenz wurde vonseite Rußlands folgendes Projekt vorgelegl: Andrassy'S Reformnote proponierte die Bildung gemischter Commissionen behufs Durchführung der Reformen. Die Insurgenten verlangen hingegen europäische Commissionen. Bozidarovic Wesseliisky, der gegenwärtig in Berlin ist, wieS nach, daß den aus der Bevölkerung gewählten christlichen Commissären alle Autorität fehle. Rußland proponiert also die Entsendung europäischer Delegierter seiten« der Mächte, welche unter Wahrung der Souveränität de« Sultans von ihm ernannt würden, während die Mächte ihm die designierten Persönlichkeiten zu präsentieren hätten. Andrassy soll diesem Vorschläge geneigt sein. Daran schlöffe sich die Bildung autonomer Communaloerbände, mit der die Aenderung der Agrarverhältnisse in den verheerten Distrikten durch Neuvertheilung de« Grundbesitzes und Wieder-ausbau der zerstörten Wohnstätten Hand in Hand zu gehen hätten. Betont wird» daß auch Rußland eine bewaffnete Intervention oder Okkupation durch eine direct betheiligte Macht perhorresciert. — Als Ergebnis der bisherigen Verhandlungen der drei Minister verlautet aus kompetentester Quelle, daß die Einigung der drei Mächte stärker und vollstän diger ist als je. Basi« derselben ist der Wunsch, die Pacification angesichts der neuen Lage im Orient energisch durchzuführen und andererseits die fremden Unterthanen in der Türkei zu schütze«. Alle Nach richten von einer Intervention, Occupatio» und ähnlichen Maßregeln radikaler Natur seien vollstän dig unbegründet. Der Ministerwechsel in der Türkei erzeugte in Berlin einen bedeutenden Umschwung. Derselbe wird als Provokation den drei Kaiser-mächlen gegenüber angesehen. Die Folge hievon dürfte unvermeidlich ein energischeres Auftreten gegenüber' der Türkei sein. OsficiöserseitS wird verlautbart, daß, trotzdem der Wunsch auf Erhaltung des Frieden« bestehe, militärische Vorsichtsmaßregeln ergriffen werden müssen, um einer eventuellen Ausbreitung der Unruh n in den türkischen Provinzen, welcher die Türkei Herr zu werden außer Stand sei, vorzubeugen. Als erster Schritt hiezu wird die Entsendung von Kriegsschiffen bezeichnet. Diesem dürfte die Aufstellung eines größern Observations-Corps folgen. Das „Journal des D6batS" spricht die Hoffnung aus, daß die drei Nordmächle bei der Schlichtung der orientalischen Wirren „die allgemeinen Interessen Europa'«" nicht aus dem Auge verlieren werden. Der Auflösungsprozeß in der Türkei habe seinen Gipfel erreicht; mit platonischen Mitteln, wie sie >ne Diplomatie bisher anwendete, sei nichts geholfen; man müsse gründlich zu Werke gehen oder lieber gar nichts thun. Das montenegrinische Amtsblatt „GlaS Ernogorca" schließt einen Leitartikel mit den Worten: ..Wir könnten keinen Argwohn gegen die berliner Conserenzen hegen, im Gegemheile, wir erwarten Gutes davon." Das englische Unterhaus lehnte den Antrag James' ab, der Regierung wegen der Form der Proclamierung des Titels einer Kaiserin ein MiS-lrauenSvotum zu ertheilen. Zur Tagesgeschichte. — Bemeindevorstandswahlen. Der Ge-meinderath in Lilli hat Herrn Dr. Neckermann zum Bürgermeister und Herrn Dr. Higersperger zum Stellvertreter desselben gewählt. — EinFamiliendrama, Zu Deutsch-Landsberg in Steiermark hat sich am 13. d. M der Kaufmann Laka » tha nach erfolgter Loncursanmeldung sammt seiner Frau und zwei Kindern vergiftet. — Die «rach, eit fteht in höchster »litte. — null» ckiss sins lins», — kein Tag vergeht, an welchem nicht einige Dutzend Loncurse eröffnet werden. Bisher erfaßte der unersättliche Moloch in erster Reihe die Firmen in Hauptstädten, aber in neuester Zeit fallen dem unbarmherzigen »Krach" auch Handels-, Bewerbs- und Fabritsfirmen auf dem flachen Lande zum Opfer. — Wölfe. In der Legend von Ebriach, Kanker, Seeland, Lrögern und Bellqch in Kärnten treiben sich Wölfe herum, welche die Bevölkerung sehr beunruhigen. — Abschied von Rom. Der Präsident der Republik Venezuela stellte im Landescongreffe den Antrag auf LoSlösung der Landeskirche vom Batican und auf Wählbarkeit der Bischöfe und Pfarrer durch den Longreß. In sind fruchtlos, — es muß vor allen Dingen das richtige Muskelgefühl erst wieder eingrübt und eingeschult werden. Da dir Einseitigkeit in der Regel einr rechtsseitige ist, und von dieser sprechen wir hier nur, so drücke man mit dem Daumen der rechten Hand, indem man dir vier Fingrr aus die Schulterhöhe legt, die rechte untere Schulterblattecke fest hinein. Es muß dies Zurückdrücken natürlich sehr oft geschehen. — Man pflegt auch rinrn Stab oder ein kleines, für diesen Zweck besonders gearbeitete« Brett derart durch die Arme zu stecken, daß dasselbe quer über dir Mittr des Rückgrats zu liegen kommt. Mit diesen Mitteln wird aber nur da« Symptom der Krankheit behandelt, dir Krankheit selbst inde« noch nicht angegriffen. Dir Hauptsache drr Heilung besteht: 1. In der Beseitigung der allgemeinen und drr Rückenmuskelschwäche. - Die Schwäche der Rückenmuskeln wird insbesondere bekämpft durch Schonung de« Rückens, indem man allzugroße Ermüdung desselben durch andauernde« Gradesitzen verbietet. Darunter ist bri vorgeschrittrnrr Skoliosr auch drr Wegfall der Strick- und Elavirrstundrn zu vrrstehrn. Andererseits stärkt man die RückrnmuSkeln dadurch, daß man da« Kind sich drr Länge nach auf den Rücken legen läßt und es veranlaßt, bei geringer Unterstützung, etwa durch Darreichen eines Zingers, langsam sich aufzurichten und wieder nieder-zulaffen; ferner durch Vornahme bestimmter Turnübungen, wie z. B. durch das Rumpfbeugen (das Vor- und Rückbeugen des Rumpfes), indem man mit den Händen Hang behält, auch durch Stabübungen, bei denen der linke Arm nach oben und hinten zu strrckrn ist. Sollte hiezu rin Kind zu schwach sein? 2. In der WiederauSdrhnuug der verkürzten Wrichtheilr, d. H. der an der concavrn Biegung der Wirbelsäule liegenden Muskeln, Sehnen, Bänder, Knorpel und Bindegrwrbe. Das wird erzirlt durch Dauerhaltungrn, d. H. längere Zeit einzuhaltende Stellungen, bei denen die verkürzten Weichtheile gedehnt werden. Von activen Bewegungen gehören hierher namentlich solche Hangübungen, welche eine vorwiegende Betätigung des linken Armes veranlassen, auch einige Barrenübungen und Freiübungen mit Belastung des linken ArmeS. Ferner sehe man darauf, daß die Kinder möglichst alle- mit der linken Hand ergreifen und tragen, in die linke Hand ein Gewicht nehmen und, indem sie sich links beugen, dasselbe niedersetzen und wieder ausheben u. a. m. Ich wieder hole, daß sich all' diese Mittel auf die rechtsseitige Skoliose beziehen. Wo es sich, wie bei der Einseitigkeit, um eine krankhafte Verkürzung oder Erweiterung der Muskeln handelt, kann von der Anwendung mechanischer Hilfsmittel auf die Dauer nicht gut die Rede sein. Hierzu gehören auch Eorsel«, Geradehalter und sonstige Bandagen, vor deren Benützung entschieden gewarnt werden muß. Sie bewirken keine Stärkung, sondern eine Schwächung der Mu-culatur; durch sie wird ein nachtheiliger Einfluß auf die Entwickelung de« Brustkorbes geübt und dadurch häufig der Grund zu unheilbaren Lungenleiden gelegt. Es handelt sich bei der Skoliosis vor allen Dingen um eine Stärkung der linksseitigen MuScu-latur. Unthätigkeit eine« Muskel« bewirkt Schwund desselben. Wenn wir einen Arm längere Zeit gar nicht benutzen und in einer Binde tragen würden, so müßte die Kraft allmälig verloren gehen. Gerade so dürfte es kommen, wenn wir die Rückenmuskeln auf die Dauer in eine Bandage einzwängen. Nnn hört man vielseitig von besorglen Müttern au-sprrchen: „Da« Kind ist zu schwach zum Turnen." Wir müssen auf Grund von Beobachtungen und Erfahrungen sagen, daß niemand zur Vornahme den Motiven heißt es: „Wir wollen nicht unsere Sache zerstört sehen durch Feinde, die sich als Bertheidiger der Religion maskieren. Man müsse zu der ursprünglichen Organisation der Kirche, wie sie Christus gewollt, zurückkehren." — Sterbesall. Am 12. d. M. starb in Paris der französische Minister des Innern, Ricard, insolge einer Herzkrankheit. Lokal- und Provinzial-Augelegeuheitm. — (Personalnach richten.) Fürstbischof Po-gaiar wurde am 13. d. M. vom Kaiser in Audienz empfangen. — Gerichtsauscultant Dr. Petritsch ver-mält sich h^te abends mit Fräulein Olga Ianeschitz, Tochter des hiesigen Sparkasse-Kanzleidirectors und k. k. Rathes Richard Janeschitz. — Gerichtsauscultant Genscher begibt sich heute in seinen nenen Bestimmungsort Lilli. Laibachs Gesellschaflskreise werden den Abgang dieses reich-talentierten jungen Mannes vermissen. - lKunststücke der „Novice.") Seitdem der Bater der Nation nicht mehr der factische Bischos von Laibach >p, als welcher Dr. Bleiweis sen. vom gewesenen Fürst-bischos Widmer in vertrauten Kreisen öfters bezeichnet wurde, betreibt sein Leibjournal „Novice" die Verdächtigung des nunmehr an der Spitze der Diöcese stehenden Oberhirten in einer wirklich virtuosen Weise. Als ergrauter Journalist weiß es Dr. Bleiweis, Laß man irgend eine Persönlichkeit bei der seiner Führerschaft blind ergebenen, eines selbstän-digenUrtheils unsähigen Masse durch nichts so sehr in MiS-credit bringen kann, als durch den Borwurf des Unglaubens oder der Antipathie gegen die slovenische Sprache. In Tagen der Gesahr, wo der Dr. Bleiweis'sche Nimbus völlig zu schwin-den droht, werden aus der Rüstkammer der „Novice" die Beschütze vers, und sloveoskl hervorgeholt. Nun ist «S allerdings schwer, einen Bischof des Unglaubens zu zeihen, allein sollen denn Pharisäer, die nach dem Zeugnisse der heil. Schrift den Heiland verdächtigten, weil er bei Leuten, die in den Augen der Frommen in üblem Rufe standen, 4«rne gesehen wurde, nicht auch heute ihre Nachahmer finden? Nach diesem Borbilde berichtet „Novice" mit der frömmsten Miene von der Welt ihren Lesern, es müsse doch mit dem Bischofsitze in Laibach sonderbar bestellt sein, da der dermalige Oberhirt von den „Liberalen" gelobt wird, ja sogar die Protection des gotteslästerischen „Tagblatt" genieße. Bei der bekannten Affaire des Domkaplans Kljun brachte man in der harmlosen Weise eines Erzählers, dem zufällig auch etwas vom Stadtgespräch zu Ohren gekommen sei, die Notiz, daß es in Laibach allgemein heiße, es habe in dieser Angelegenheit der laibacher Bürgermeister seine Schritte in den Bischoshos gemacht, oder das Landespräsidium habe dies-falls seine Wünsche vorgebracht, ja schon viele Tage vor der erfolgten Beförderung KljunS wußten die argen NemSkutars von allem, was gegen diesen würdigen Priester geplant wurde. Mit dieser Ouverture wurde die Kanonade des Glau-bensgeschützes eingeleitet. Eben so schwierig war es dem jetzigen Bischof, mit dem Beschütze der slovenischen Sprache dkstimmlrr Leibesübungen zu schwach sei. Es giebt Krankheitsformen, die entweder ein für alle mal vom Turnen ausschließen oder eine besondere Berücksichtigung verdienen. Die Einseitigkeit gehört nicht zur ersten Gattung, selbst dann nicht, wenn, wie die« im bestimmten Mer bei den Mädchen zu geschehen psiegt, noch Blutarmm zu derselben tritt. Die Aerzte sind lange darüber einig, daß selbst für Blutarme Uliißige und doch möglichst vielseitige Bewegung ein sehr gutes Remedium ist, und die neuere Gymnastik hat aus Grundlage der schwedischen Turnart die Mittel gefunden, sogar für dir schwächlichsten Kinder passenden Uebungen anwenden zu können. Es wird unter bestimmten Voraussetzungen — jvenn nemlich die Krankheit erst im Entstehen und n!!. ^^osts somit nur eine muskuläre ist — mög-' "^ständige Heilung herbeizuführen. Dazu ^ das kranke Kind jeden Tag speziell vor» ^bene Uebungen ausführt. Jedoch kann nur ""*h gewissenhafter Untersuchung den Sitz k-n! ""d ^ dagegen zu ergreifenden Mittel l. bei welchen auch die Körperconstitution berücksichtigt werden muß. zu Leibe zu rücken, da ja derselbe sich stets als Freund und Förderer literarischer nationaler Bestrebungen bewiesen hat. Allein auch in dieser Beziehung ist der Oberseuerwerker der „Novice" nicht verlegen, einen geeigneten Anlaß zur offenen Kriegserklärung aus dem Boden zu stampfen. Bekanntlich hat der »erstorbene Fürstbischof Wols als ein großer Mäcen der slovenischen Literatur über Befürwortung des Dr. Bleiweis die Drucklegung des dmtsch.slovenischen und slovenisch-deutschen Theiles des Vodnik'schen Wörterbuches auf eigene Kosten übernommen und diese Verpflichtung auch seinem Erben, dem Aloysianum. auserlegt. Der krainische Landtag hat, nachdem der slovenisch-deutsche Theil erschienen war, über Antrag Dr. Tomans die Ueberwachung der weitern Druck-legung des Wörterbuches aus «osten. des Wolf'schen Verlasses dem Landesausschusse übertragen. Einige male wurde die Angelegenheit im Landtage zur Sprache gebracht, aber alle diessälligen Erkundigungen constatierten die Thatsache, daß ein drucksertiges slovenisct-deutsches Manuskript gar nicht existiert, sondern nur ein wüste« Materiale von ge-sammelten Wörtern, das noch der Bearbeitung und Sichtung durch einen tüchtigen Lexikographen entgegensieht. Der dermalige Fürstbischof hatte siw noch als Domprobst alle Mühe gegeben, hiefür eine geeignete Arbeitskraft zu gewinnen, allein es konnte das gewünschte Manufcript nicht zustande gebracht werden. Die Ueberzeugung von der dermaligen Unmöglichkeit des Zustandekommens eineö solchen Werkes hatte auch zur Folge, daß man im Landtage in den letzten Jahren darüber schwieg, und selbst Dr. Bleiweis sand es schließlich nicht mehr der Mühe werth, darüber ein Wort zu verlieren. Plötzlich erscheint nach der Demissionierung «ljuns in der „Novice" ein von Wien (?!) datierter Schmerzens-rus über die entsetzliche Verschleppung dieses Gegenstandes; dies geschehe geflissentlich, die Angelegenheit sei in Unglück-liche Hände gelegt, das bischöfliche Ordinariat gehe dem ganzen Lande in der Durchführung einer letztwilligen Anordnung mit schlechtem Beispiel voran. Es wird sogar der Wortlaut der bezüglichen testamentarischen Versügung teilweise angeführt und hiebei passiert der „Novice" das Malheur, daß sie eben jene Stelle, welche über die eigentliche Tendenz des Erblassers Aufschluß gibt, wornach er die Druckkosten aus sich nehmen zu wollen erklärte, damit in derDruck-legung des Werkes keine Verzögerung eintrete, mit fetten Lettern abdruckt. Fürstbischof Wolf hatte somit em schon fertiges Manuskript vor Augen, von dem ihm Dr. Bleiweis erzählt haben mochte. Weil demnach der dermalige Bischos ein Werk, das gar nicht existiert, nicht in Druck legen kann, wird ihm der Vorwurf gemacht, er gebe seiner Diöcese ein schlechtes Beispiel. Hingegen bezeichnete vor kurzem die nemliche „Novice" den seinem Bischöfe den Gehorsam verweigernden Domkaplan Kljun „als den Mann ganz nach Gottes Wille n." Solche Manöver sind wol da» Höchste, was bisher in der Spiegelfechterei von der slovenischen Journalistik geleistet worden ist. — (Der bekannte Dom-, recte Hetz-Kaplan P. Kljun) richtete nnterm 10. d. M. an die Redaction der „Tagespost" in Graz folgendes Schreiben: „In der .Tagespost" vom 9. Mai d. I. wird behauptet, daß ich im Bereine mit dreißig anderen Priestern beim päpstlichen Stuhle eine Art Protest gegen Dr. PogaLar überreicht habe. Ich weiß bestimmt, daß auch der Herr Landes-präsident R. v. Widmann dem hocbwürdigen Herrn Fürst-bischose Dr. Pogaiar die nemliche Mittheilung machte und daß gerade dies als ein Hauptgrund für das jetzt gegen mich lxobachteie Verjähren angegeben wird. Ich muß jedoch diese Behauptung als eine böswillige Verleumdung bezeichnen und erklären, daß ich nicht nur keinen Protest, weder an den päpstlichen Stuhl, noch an Hie k. k Regierung, noch sonst wohin gegen die Ernennung des hochwür» digsten Herrn Dr. Pogakar zum Fürstbischöfe von Laibach gerichtet, sondern vielmehr am 2b. Dezember 1873 den ersten Artikel veröffentlicht habe, welcher die allgemeine Aufmerksamkeit auf den Herrn Domprobst Dr. Pogakar zu lenken und die von Einigen gegen ihn gehegten Bedenken zu be-seitigen bestimmt war. Desgleichen kann ich mit ruhigem Gewissen sagen, daß ich auch in der Folge nie das Geringste gegen den hochwürdigsten Herrn Fürstbischof Dr. Pogakar, wol aber fehr viel für ihn und für die Erhaltung und Befestigung des vielfach gefährdeten guten Einvernehmens zwischen ihm und dem krainischen Klerus ge«irkt und ge-schrieben habe, was mir weine geistlichen Amtsbrüder und die Redactionen des „Vaterland" und der slovenischen Blätter bestätigen können. Um das Publikum von der Wahrheit dieser meiner Aussage zu überzeugen und meine und des krainischen Klerus Ehre, dem eine solche Handlungsweise insinuiert wird, zu wahren, fordere ich alle Diejenigen, welche die Behauptung von einem von mir nnd meinen geistlichen Gesinnungsgenossen gegen Dr. Pogaiar überreichten Proteste in Umlauf gesetzt haben, auf. diese Behauptung durch die Veröffentlichung jenes Protestes, von welchem weder ich, noch meine geistlichen Gesinnungsgenoffen etwas wissen, zu beweisen." — (Der neue M u si k »ereinSa u s sch u ß ) hat sich gestern konstituiert. Herr Dr. Alfons Mosche hat die Obmannsstelle bereitwilligst angenommen; Herr Do-beriet wurde zum Obmann-Stellvertreter und Herr Schul« Inspektor i. P. Pichler zum Schristsührer gewählt. — (Die Generalversammlung) der Lredit-inhaber der steiermärkischen Escomptebank fand gestern in Graz statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Rechenschaftsbericht pro 1875. 2. RechnungsrevifionSbericht. 3. Wahl von acht Tensoren. 4. Wahl von fünf RechnungSrevisore«. — (Aus der Rudolfsbahn) wird vom IS. d. M. an eine neue Fahrordnung ins Leben treten, ohne daß die Anschlüffe an die Südbahn nennenswerthe Veränderungen hierdurch erleiden. Bon gleichem Tage an wird bei den Zügen Nr. 1, 2, 3 und 4 zwischen St. Valentin und St. Michael, dann bei den Zügen Nr. 5 und 6 zwischen St. Michael und Laibach alS letzter Waggon ein Allsfichtswagen verkehren, welcher durch seine Lonstruction die freie Fernficht gestattet, — eine Neuerung, welche sich bereits im letzten Sommer vortrefflich bewährt hat. Bei den direkten Zügen Nr. 1 und 2 verkehren überdies noch Schlafwagen mit je 3 Schlafstellen. — (Vergnüg un gSzüge.) In den Pfingstfeier-tagen werden Vergnügungszüge zu ermäßigten Preisen von Laibach nach Wien und Triest abgehen. Am Pfingstmontag wird die adelsberger Grotte mit 10,000 Flammen beleuchtet sein. — (Die Witterung) hat seit einigen Tagen winterlichen Lharakter angenommen, Schneefall in de» Tiefen und Höhen, Flüsse und Bäche find außer Rand und Band gekommen und werden zahllose, traurige Spure« ihrer Verwüstung hinterlaffen; wahrscheinlich dürsten auch epidemische Krankheiten die Folge der Ueberschwemmungen sein. — (Die Telegraphenstatton Reisniz) wird Ende d. I. ausgelassen. — (Saatenstand.) In den Alpenländer« haben die Wintersaaten größtentheils, die ausgelaufene« Sommersaaten, besonders aber Kleeselder und Wiesen, beinahe durchgehendS rin vielversprechendes Aussehen. Bo» Wintersaaten find jedoch, wie sich nun herausstellt, viel mehr th^ils durch den Winter, theils durch den Nachwinter zugrunde gerichtet worden, als eS noch zu Ende März de« Anschein hatte. In Kärnten wird nur die Fläche der umgeackerten Roggenselder auf 30 Perzent der bestellten ge-schätzt. Aus anderen Aeckern hatten die durch den Winter verursachten Schäden einen schütteren Stand deS Roggens zur Folge, namentlich in Krain. Birnen blühten bei Graz bereits am 18. April, bei Bozen am 16. Llles Obst blüht, beziehungsweise blühte reichlich. Die Nachrichten über den Stand der Reben lauten größtentheils günstig. ES stellt sich heraus, daß der Winter denselben im ganzen sehr wenig geschadet hat. In den Karstländern (Küstenland und Dalmatien) stehen Wintersaaten gut, doch war von diesen in Dalmatien zu wenig angebaut worden und muß dasür mehr Mais gebaut werden. Der Anbau machte hier nicht überall die entsprechenden Fortschritte, da er im Küstenlande durch den Regen zum Theil sehr aufgehalten wurde, doch ist er nun beinahe beendet, nur Mais wird noch angebaut Futterflächen versprechen eine sehr gute Ernte. L«. zerne (in Görz) ist beinahe schnittreif. Die Reben habe« viele Trauben angesetzt. — (Der Forstverein für Krain und Küstenland) hält in den Tageu vom 25. bis entschließ, lich 27. d. M in Görz seine Jahresversammlung ab Vei der am 25. d. M. vormittags stattstndenden Sitzung werden solgende Punkte verhandelt «erden. 1. Rechenschaftsbericht über die Thätigkeit des Vereines und über die Geld-gebarung. 2. Antrag auf Aenderung der VereinSstatuten. 8. Aufnahme von Ehrenmitgliedern und eventuell andere Wahlen. 4. Besprechung der Themata: ») Auf welche Art könnte für die nachhaliige Beschaffung und Heranbildung einer tüchtigen Forstschutz, und technischen Hilfspersonale« gesorgt werden? d) Welche künstlichen DüngungSmirtel rönnen in ständigen Saatschulen mit Erfolg angewendet werden? o, Ist die gegenwärtige Einrichtung der Forst-schutzeS in den Gemeinde., Gemeinschafts- und Genossen-schastswaldnngen für deren Erhaltung zureichend oder nicht, und welche Vorkehrungen wären im letzteren Falle noth-wendig? 5. Allsällige andere Themata, welche von ein» zelnen Mitgliedern zur Besprechung gebracht werden. Solche Anträge müffen jedoch bis längstens 14. Mai l. I. beim Bereinsobmann angemeldet werden, widrigen-fie nicht berücksichtiget werden könnten.) 6. Festsetzung des Ortes und Zeitpunktes der nächsten Hauptversammlung. -Nachmittag wirb die Central-Saatschulebesucht, am 26s!en Mai rin AuSflug in den ternovaner und am 27. ein solcher in den panovicer Forst unternommen; den Beschluß macht «in Fest-Scheibenschießen am görzer Schießstand. — (Landschaftliches Theater.) Unser Publikum ist, wie bekannt, kein intimer Freund von Vvlksüücken oder sogenannten Bauernkomödien, jedoch die großen Erfolge, welche das geschätzte Künstlertrifolium Htll, Pohler und Banini ln unserem Schauspielhause bisher errungcn, füllten die Räume desselben bei der vorgestrigen Aufführung des Anzengruber'schen Volksstückes „Der Psarrer von Airchfeld". Dieses aus dem Gebirgsleben gegriffene, mit den naturgetreuesten Lharakteren ausgestattete Bühnenwerk gelangte hier bereits zu wiederholten malen zur Aufführung, jedoch noch nie sahen wir den „Psarrer v. Kirchseld" in edlerer Gestalt, die unschuldsvolle naive Tochter der Berge, die „Anna Birkmairr", kindlicher und gefühlvoller und den versoffenen, moralisch gefallenen, schließlich jedoch auf die «ahn des «echtes reuig zurückkehrenden „Wurzelsepp" le-bendiger und ausdrucksvoller über unsere Bretter schreiten, als vorgestern Die Herren van Hell (der Pfarrer), Poh- I e r (Wurzelsepp) und Fräulein Vanini (Anna Birk-maier) präsentierten sich als Meister in ihren Kächern. Keine einzige Scene lies ohne stürmischen Beifall, kein einziger Actschluß qhne lauie Hervorrufe ab. Hervorheben wollen wir, daß bei der vorgestrigen Aufführung dem Gebirgsdiatecte volle Rechnung getragen wurde. Nicht nur die genannlen Träger der Hauptrollen, auch die übrigen mitwiikenden Bühnenkräfte, namentlich di« Herren Wallhof (Psarrer von St. Jakob), Groß (Michel Berndorfer), Stanzig (Schulmeister v. Lltötting), Hol laus (der Wirth) und Frau Weber (Brigitte) erwarben sich den Beifall des ausverkauften Hauses. Die ganze Aufführung zeigte tüchtige Regie, eisriges Studium und klappendes Zusammenspiel. — Heute beginnt bei höheren Eintrittspreisen ein Cyklus von interessanten Gastspielen der vorzüglichen Schauspielerin Frau Mathes-Räckel: Montag den 15. d.: „Alfons"; Dienstag den 16. d.: „Andrea"; Mittwoch den 17. d.: „Weib des Claudius"._______________________________ Witterung. Laibach. Ib. Mai. Morgens dichter Schneesall bis 9 Uhr anhaltend, dann bis gegen Mittag Regen; schwacher SW. Wärme: morgens 7 Ubr -j- 1 0", nachmittags 2 Uhr -j- 46° 6. (1875 -I- 20 8°; 1874 -j- 16 3° 0.) Barometer im Steigen 73509 nun. DaS vorgestrige Tagesmittel der Wärme -j- 8 2°, das gestrige -i- 2 5» beziehungsweise um 5 4« und II 3° unter dem Normale; der vorgestrige Niederschlag 46-10 ww. Regen, der gestrige 41.70 min Regen und Schnee._____________________________________________________ Augelommene Fremde am 15. Mai. Hotel Stadt Wien. Kainz, Kassier, Oberland, Kfm., und Paßka, Ingenieur, Wien. — Ranzinger und Braun, Goltschee. — Lazonsky, Reichenberg. - Bidic, Villach. — Treu, Lient., Dr. Ritt. v. Gspan und Seniar, Ru-dolfswerth. Hotel Elefant. Vauk, k. k. Major, Radmannsdorf. — Rindfleisch, Geschäftspächter. Poganik. — «aron Lang, k. k. Rittmeister, Klagenfurt Hotel Europa. Smoquina, Agent, und Bruttschueider, Büchsenmacher, Triest. Kaiser von Oesterreich. JernejN, Mavnitz. — Erschen, Triest. - Benedliii, Siffek. Mohren. Armellini, Steinmetzer, Tirol. — Stokera, Ingenieur, Fiume. — Pauiar, Bahnbeamter, und Dolinar, Oberkrain.__________________________________________________ Verstorbene. Den 13. Mai: Jakob Zeleznikar, Commissionär, 47 I., Karlstädtervorstadt Nr. SS. Lungenschwindsucht. — Elotilde Paller, k. k. Statthaltereiraths-Kind, 13 Monate, Kapuzinervorstadt, Klagenfurterstraße Nr. 69, Entkräftung. Den 14. Mai: Johanna Kornik, StrafhäuSauf-fehers-Kind, 4 Man., Elisabeth-Kinderspital, Polanavorstadt Nr. 67. Bronchitis. Lebensmittel-Preise in Laibachs am 13. Mai. Weizen 8 fl. 60 kr., Korn 5 fl. 60 kr., Gerste 4 fl. 20 kr., Hafer 3 fl. 70 kr., Buchweizen 5 fl. 20 kr., Hirse 4 fl. 40 kr., Kukurutz 5 fl. 20 kr. pr. Hektoliter; Erdäpsel 8 fl. 25 kr. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 7 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 1 fl. — kr., Schweinfett 82 kr., Speck, frischer, 70 kr., Speck, geselchter, 75 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 1'/, kr. per Stück; Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 48 kr.. Kalbfleisch 44 kr., Schweinfleisch 58 kr. per Kilogramm; Heu 2 fl. 80 kr, Stroh 2 fl. 65 kr. per 10V Kilogramm; Harles Holz 9 fl. — kr., weiches Holz 6 fl. — kr. pr. vier Q.-Meter; Wein, rother 22 fl. 50 kr., weißer 20 st. pr. 100 Liter. Gedenktafel über die am 18. Mai 1876 statlfindenden Lici-tationen. 3 Feilb., Radelj'sche Real., KlimkeKmce, BG Sittich. — 3. Feilb., Kafleliz'sche Real., Pristava, BG. Sittich. — 2. Feilb., Petrtt'sche Real., Grdb St. Magareth, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Turk'sche Fahrnisse, Laibach, LG. Laibach. — 2. Feilb., Schlebnik'sche Fahrnisse, Laibach, LG. Laibach. Lottoziehung vom 13. Mai. Wien: 13 89 25 63 62. Graz: 4 86 32 46 6. Telegramme. Berlin, 14. Mai. Der Czar ist gestern abge« reist und heute in Ems angekommen. Der deutsche Kaiser halte denselben auf den Bahnhof begleitet, woselbst beide in herzlichster Weise Abschied nahmen. Der Czar sagle: „Äus Wiedersehen in Ems!" An-drassy, Gortschakoff und Bismarck hatten sich vom Czaren im russischen Palais verabschiedet. Andrassy reist heute abends ab, Gortschakoff morgen. Konstantiuopel, 14. Mai. Außer den bereits bekannten sind keine weiteren Ernennungen erfolgt. Raschid Pascha ist „och Minisier des Aeußern. — Die vorgängige Censur der Journale wurde wieder aufgehoben, die Befürchtungen der christlichen euro» pciischen Bevölkerung sind vollkommen geschwunden. Am Samstag wurden in Salonichi 36 compromiitierle Individuen verhaftet, und sind noch weitere Verhaftungen bevorstehend. Die Ruhe ist dort vollkommen ungestört. Monatliche «iehmärkte. Infolge Bewilligung der hohen k. k. Landes Regierung vom 28. Februar 1876, Nr. 9869, wird in der Stadt Laibach außer den bereits bestehenden fünf Jahr- und Viehmärkten am 8. jeden Monates, oder falls dieser Tag auf einen Sonn- oder Feiertag fällt, am nächstfolgenden Werktage noch ein Viehmarkt abgehalten. Dies wird mit dem Beisatze in die allgemeine Kenntnis gebracht, daß der erste monatlich: Biehmarkt am 8. Juni d. I. am gewöhnlichen Viehmarktplatze in Laibach stattfindet. ZtadtmaMrat Laibach am 8. Mai 1876. (283) 3—1 Wohnnngs-Aenderung. beehrt sich seinen p. t. Zahnpatienten höflichst anzuzeigen, daß er vom 7. Mai an >un Mally'schen Hause I. Siock an der Hradeczkybrücke wohnt, und ordiniert wie bisher von 8 bis 12 vormittags und von 2 bis 5 Ubr nachmittags. (267) 7 Ein Nechllungsfühler, der deutschen und slovenischen Sprache mächtig, findet Auf-nähme beim Bauunternehmer'WtU»«!»» k'rttsol» in Trifail. Gehalt 40 fl. monatlich, freies Quartier und Licht. Ledige pensionierte Beamte haben den Vorzug. Offerte bis 18. Mai. Antritt sosort. (279) 3-3 gegen (249) 40—15 Sommersprossen, Leberflecke, Wimmerln rc. Diese Salbe durch 10 Abende anqewenbet, verdrängt spurlos Sommersprossen, Leberflecke rc. Ein Original-Tiegel sammt Anweisung kostet 70 kr. Echt zu beziehen durch die Landschafts-Apotheke des VVoiKl. l'rnk«'»«!,), Apotheker und Chemiker, Graz, Sackstraße Nr. 4. General-Depot für Krain bei V. » I , Apotheker „zum goldenen Einhorn" in ^aiback, Hauplplatz Nr. 4. Eine schöne Wohnung, im schönsten Theile d« Stadt gelegen, bestehend aus 8 Zimmern, Küche, Keller, Speisekammer, Holzlege und Dachkammer ist von Michaeli ab zu vermiethen. Näheres aus Ge-sälligkeit im Comptoir dieses Blattes. (234) 11 K Allerneueste große NlslN-VkrlMT deren erste Ziehung am 14. und 15. Jmit d. I. st-tlftnbet. In dieser vom Staate garantierten Verlosung werden in wenigen Monate» 7.771,800 Reichsmark gezogen, welche unter die Theilnehmer an der Verlosung ausgezahlt werden. Außer 43 4VY Geldgewinnen ist der größte Treffer' ev. 375,000 Rmk. j Zu dieser besonders soliden Auslosung kann * ein jeder Original-Lose (keine Promeffe«) erhalten und kostet hierzu Ein ganzes Kos 6 M. od. fl. 3 30 ö. W. halbes 3 „ „ „ 1'65 oirrtkl ^ 1 ^ 85 „ Austräge werden gegen Einsendung des Betrages selbst nach Len entferntesten Gegenden prompt und verschwiegen ausgeführt, amtliche Gewinnlisten nnd Gewinngetder sofort nach Entscheidung zugesandt und Prospecte gratis vertheilt, sowie unentgeltliche Auskunft Uber, alle gezogenen Staatslose. (254) 12-5 Ein jedes Hamburger Haus ertheilt Auskunft über unsere Firma. Man wenve sich deshalb vertrauensvoll an die Unterzeichnete weltbekannte Firma, welche mit dem Verkauf dieser so vortheilhaftenLose bekram ist. 6tzbr. lllitziiltzlä, Staatspapieren-Geschäst, Hamburg. ! Wiener Börse vom 13. Mai. Beld War? 5pcrc. Rente, öft.Pap. «ö 20 SS-40 dto. dto. ist. in Eilb. 70 - 7büO «oft von I8S4 .... Ivs-rs II.« 50 ü°Ic von 1880, gan,e 111-—^11-iS Sose von >880, Fünft. 11^-SO II7 50 Prämienlch. v. ItX>4 . ISS-7S IS4 rs 0raa D-positendanl. . . Sscomptr-Anstalt . Franco-Bank . . , Handeliban! . . . > «ationalbanl . . > Oest. Banlgeselll. llnion - Bank . . . r!er!ebr«banl. . . . Msöl!»«abn . . , Sari iiudwigbab» . »ais. Elis.-Babn Kais. Fr, Joses«b > ktaatSbah» . . . Südbahn........... 74-7S 7S-7d 7V-— 77-— «4«0 «180 ISS SV I,« 40 6S0 - «so-— ISS« 1S--«OSO S1 — 8S4 -- 8LS-!4S— 14« -SS 7S S7-7S.SU 80 — LOS — 10«--ISI 7S 19» -14« 7d 147 iS ISI — ISISO i«S S0i»S7 --7Stv 7«'- ksLQllkrtsk«. Allg. oft. Bod.-Eredit. dto. in SS I........ Nation, i. W......... Ung. Bod.-Ereditanft. Kr^nj gosef«-Bah„ . Oeft. Nordwestbahn . Siebenbürger . . . . StaatSbahn........... Si1db.-ISeI.zu SOU Kr. dto. Bon« I-o«v Sredit - Lose........ Nudols« - Lose . . . (3Mon.) «ugrb.ioost. lüdd.W. grants, toc Marl. . Hamburg „ » London io Psd. Sterl. Pari« >00 Franc» . UliuirsL. Kais. Dtünz-Ducaten sv-grancsftüs . . . Preuß. «astenscheine. Silber . . B-ld warv I0S-7S 104-— SS - ,8 iL S7-i!S »7'S» Sb'ö»! t6 — SSÜO 87--- vs rs 148'-10» - Id« -IS - S>!ül, S8 SO ILO 10 47 S^ S-07 SS7 »t,-- ior 80 84 — 87 SV SS 7S 148 SO 108-50 IS7--IS SO S8 «» S8 SL IÜ0 40 47 4S S«8 »'SS SS 10 10» - Telegraphischer Lursderichl am 15. Mai. Papier-Rente 65-85 — Silber-Rente 69 85 — I8K»'r Staats-Anlehen 110-50. — Bankactien 848. — Lredit 136 10 — London II9 S0. — Silber 102-70. — K. k. MNn,-ducaten 5-65. W-Aranc« Stücke 9 55. — 100 Rei mark 59 05. Druck von Jg. v. jileinmavr Ked. Bamberg. Verleger Ottomar Bamberg. Für die «edaction verantwortlich: Franz Spitaler