Nr. 242. Montag, 22. Oktober 1906. 125. Jahrgang. Mbacher Zeitung Vrännmeratlonspreis: Mit Po st Versen dung: ganzjährig 30 li, halbjährig 15 X. Im «oMor: ganzjährig I Die «Laibachrr Zeitung» erscheint täglich, mil «lusnahme der Eonn- »nd Feirriage. Die Abmluiftrailon besindel 22 X, halbjährig ,1 X. Für die Zustellung in« Hone gnuzjährin 2 X. — Insertionögcbühr: ssür lleinc Inserate ? sich ttongleßplah Nr, 2, die Mrdal«llu Talmalingasse Nr, :<', Lprechstxiiden d.l »iedalüon von » bis 10 Uhr v°r> bis zu 4 Zellen 5« l>, gröszcrc per Zeile 12 Ii; bei östrreü Wiederholungen per Zeile 8 l,. ^ mittags, Unsianliertc Äriesc luerben nicht aiMiwmme,,, Maüüilri,'!,' nichi ^uriiclgestcllt Amtlicher Teil. Den 19. Oktober 1906 winde in der l. l. Hof- und Staats-dructerei das I^IV. Stück der polnischen Ausgabe des Reichsgesetzblattes ausgegeben und versendet. Nach dem Amtsblatts zur «Wiener Zeitung» vom 19. Oktober 1906 (Nr. 240) wurde die Weiterverbreitung folgender Preß. erzeugnisse verboten: Nr. 56 n i»<»l5>ii!l!i« — ob nun mit siecht oder Unrecht — den Einfluß der nwnarchistischen Partei in Frankreich oder die frucht der Tätigkeit gewisser aufgelöster .Kongregationen, insbesondere der Gesellschaft Jesu, erblicken, von der man behauptet, daß sie im Vatikan immer mehr das Übergewicht erhält. Deshalb glanbt man, daß selbst die beruhigendsten Erklärungen und Interpretationen in bezug anf die Respektierung der katholischen Hierarchie, die der Kultusminister von oer Kammertribüne abgeben könnte, die Gesinnungen und Verfügungen des Vatikans nicht ändern würden. Es scheint nicht einmal, daß ein Beschluß des Staatsrates, daß Artikel ^ des Gesetzes mir auf .^ultusvereiue Anwendung finden könne, die nn't den Bischöfen lind dein Papste in Verbindung stehen, im Vatikan als ausreicheude Bürgschaft, wie sie in der letzten Enzyklika ge fordert wurde, befunden wird. Unter solchen Ver-hältuisseu bleibt der Negierung, da Verhandlungen >nit dem Papste unmöglich erscheinen und eine Milderung des Gesetzes dnrch legislativen Beschluß ausgeschlossen ist, nichts übrig, als die Bedingungen in Aussicht zu nehmen, nnter welchen das Gesetz vom nächsten 15. Dezember ab znr Ausführung gelangt. Kllltlisnunister Vriand wird diese Bedin-gnngen der Kammer in der nächsten Woche vor^ legeil. (Obwohl vor Eintritt der Kabinettskrise verfaßt, behält diese Darstellung wohl ihre Richtigkeit, da der für die französische >!irchenpolitik maß gebend gewesene Munster des Innern, El^menceau, dem neuen Kabinette das l^epräge geben zn sollen scheint. > Russische freiwillige Automobilkorps für den Kriegsfall. Ein militärischer Berichterstatter schreibt der „Pol. ,^lorr.": llm Automobile im K riege möglichst umfassend zur Verwendung briugeu zu köuuen, hat die Hauptverwaltung des russischen Generalstabs folgenden Anfruf erlassen. Es soll ein Kontingent von beuten gebildet werden, die imstande sind, bei- den Stäben und Verwaltungen Ordonnanzdienste mit den ihnen gehörigen Maschinen zu leisten. Um einen staunn derartiger Ordonnanzen schon im frieden bereit zu haben, beabsichtigt man nachstehende Maßnahmen: Nach den gültigen Bestim-muugeu siud die Prapor^-iki (Fähnriche, jüngste Offizierscharge) uud die Freiwilligen erster Kategorie des Reservestandes verpflichtet, während ihrer Zugehörigkeit zur Reserve lzwölf Jahre! zweimal Übungen von nicht mehr wie sechswöchentlicher Daner abzuleisten. Man will nnn diejenigen Prapor^iki nnd Freiwilligen, welche sich bereit erklären, bei den Übungen mit ihren eigenen Auto mobilen zn erscheinen, nicht zweimal, sondern dreimal, aber jedesmal nicht länger als vier Wochen, nnd zwar gelegentlich der Sommerübnngen lind Manöver, einziehen. Tabei soll die zweite Übuug nicht als eine obligatorische, sondern als eine freiwillige gelten. Nur diejenigen, welche diese freiwillige Übuug nicht mitmachen, üben das zweite-mal sechs Wochen; die übrigeil, dein Benrlanbten-stande angehörigen, also die ehemaligen aktiven Offiziere, welche den Wnnsch äußern, ihre Dienstpflicht im Kriege mit Automobilen abzuleisten, dürsen an den Friedensübuugen zweimal, jedesmal nicht länger als zwei Wochen, teilnehmen. Tie sich dazu meldenden Persönlichkeiten sind verpflichtet, zu den Übungen mit ihren eigenen, völlig branchbaren Maschinen von miudestens l^ bis Iti Pferdestärken mit oder ohne Ehanffeur zn erscheinen. Bei nicht eigenem Besitz haben sie sill, Maschinen des von der Verwaltung der militärischen Kommuni-l'ationen angegebenen Typs anderweitig zu beschaffen. Diejenigen Wehrpflichtigen, welche die Übungen abgeleistet haben, werden, wenn sie ihre Anto-mobile mitbringen, im Kriegsfalle den Trnppen-stäben zngeteilt. Vei den Fru'densübnngen sollen Feuilleton. Der kleine Freiwcrber. Eine Nachsommer-Geschichte. Von G. O. H). Ll«5t>g<,'n. (Nachdruck vrrbllleii) Tie letzten Badegäste hatten das kleine Fischerdorf am Ostseestrande schon seil geraumer Zeit verlasseil. Nur im Hause der Kapilänswitwe Brühn, das ein wenig abseits vom Strande, nnter rau-fcheudeu Pappeln versteckt, lag, hielten sich noch ein Paar Fremde auf: eine Dame, ein Kind lind ein Dielistmädchen. Als Badegäste konnte man die aber nicht ansehen, sie waren nur durch besondere Umstände gezwuugeu worden, ihren Aufenthalt in dem kleinen Badeorte bis in den Herbst hinein aus-zudehueu. Die eben angedenteten „besonderen Umstände" waren nicht gerade erfreulicher Natur ge-weseu, sie hatten in ^'incr Erkrankung des Kindes bestanden. Fred Karsteil, so hieß der kleine, braunlockige Vengel, war für leine fünf Jahre ein nngewöhnlich mifgelvecktesKind. Am3trande hatte er bereits vom ^age, seines Eintreffens an eine „markante Erscheinung" gebildet. Keiner der anderen Inugen trug seinen breiten Hnt mit solcher Grandezza und so keck auf die Seite gedrückt, wie Fred', keiuer ver-staiid feiue Tandburg so hübsch mit Tüueuhafer liild Stranddisteln auszupichen, wie er, und keiner der Kleinen war, wenn sie von den „Großen" einmal einer Anrede gewürdigt wurdeu, so schlagfertig ili seinen Antworten — ohue dabei aber vorlaut zu seill wie Fred Karsten. Auch im Hause der „Mudiug" Brühn, wo Dr. Karsten mit seinem Söhnchen nnd der treueu Ida, die Fred voll seinem ersten Schrei an kannte, die rechte Hälfte der Parterrewohnung inne hatte — auch dort war Fred der ^iebling aller, nicht zum wenigsten anch der Frau Martha Eiseuer, die die linke Hälfte des Erdgeschosses bewohnte. Ihre Bekanntschaft hatte Puck, der allzeit zu tollen Streichen aufgelegte Terrierhnnd der Dame, vermittelt. Auf einem gemeinsamen Streifzng dnrch Mudding Brnhns Vorratskammer hatten Pnck nnd Fred Frenndschaft geschlossen, oder vielmehr Fred hatte sich die Freundschaft des kleinen zutraulichen vierbeinigen Gefährten dadnrch erkauft, daß er diesem ein verlockend aussehendes Kotelett, das zufällig gerade sehr bequem zur Hand lag, spendete. Daß er das getan, ohne die rechtmäßige Eigentümerin vorher um Erlaubnis zu fragen, berührte Pnck nicht weiter unangenehm, ja, erhöhte vielleicht noch in den Augen des Hundes den Wert der Gabe, nnd so schloß siel) der Terrier in dankbarer Erinnerung an den gehabten Ertragenuß dem Spender iii treuer, unzertrennlicher Freuudschast an. lind das Bündnis berlihte ans Gegenseitigkeit. Hatte vorher, bei der Streife durch Muddiug Bruhns Vorratskammer, Fred deu Führer gemacht, lief Plick jetzt voraus, als die Forschungs- uud Entdeckungsreise sich alif das Reich seiner Herrin er streckte, nnd Fred ließ sich nicht ungern führen, denn bei einem Vlick, den, er von einer anf dem Hofe stehenden 5tistc aus in das Schlafzimmer der Dame geworfen, hatte er anf der Waschtoilette eine Anzahl kleiner Büchsen und Flaschen bemerkt, die seine Wißbegier mächtig erregt hatten. Gern hätte er alle die Behälter' auf ihren Inhalt hin geprüft, allein wie hätte er es wageu dürfen, eine fremde Wohuuug zu betreten! Jetzt, da ihn Pnck führte, war das etwas ganz anderes, denn Puck gehörte ja da hiucin, hatte sonnt doch wohl die Berech tiguug, Gäste einznführen. Und Fred machte von seinem Gastrecht ziemlich ausgiebigen Gebranch', er durchforschte nicht nur die verschiedenen Büchsen nnd Flaschen, sondern verwendete anch den Inhalt, wo er es für an- gebracht hielt, nnd zwar ließ er, a!s uneigennütziger Freund, Puck an all den Herrlichkeiten partizipie-ren. Znnächst verslichte er, nachdem er seine beiden roten Pausbacken mit Hilfe der weichen Puderquaste tüchtig eingestänbt, den schwarzen Fleck, der. sich über dem rechten Auge seines vierbeinigen Frenndes hinzog, hinwegznpndern, dann, als der Versuch uur mäßig gelungen, griff er znm Parfümzerstäuber, um seine kleine Persönlichkeit, sowie die seines ^»efähnen, in möglichst guten Geruch zn setzen. Mitteil ill dieser Beschäftigung wurde er durch das Erscheinen der Wohunugoinhaberin gestört. Fran Martha Eisener stand plötzlich, wie ans der Erde gewachsen, anf der Schwelle des Schlafzimmers lind blickte erstaunt auf das Beginnen des kleinen Iungeu hin. Fred ließ fich aber uicht verblüffen. „Willst du anch was haben?" fragte er die Dame, lind machte Miene, seinen Worten die Tat auf dem Fuße folgeil zu lasseu. Allein Frau Eisener lehnte dankend ab uud nahm dem Jungen das verkannte Spielzeug weg, wobei sie in einem Tone, der streng klingen sollte, was ihr aber nicht so recht gelang, sragte: „Wie kommst dn liier herein, kleiner Mann?" Fred wies anf seinen Freund. „Der hat mich mitgenommen!" „So? Pnck hat dill, mitgenommen?" Sie wandte sich zu ihrem Hunde. „Höre mal, Puck, wenn du mir wieder einmal Besuch bringst, noch dazn Herrenbesuch, daun führst du ihn hübsch ins Wohnzimmer, aber nicht ins ^chlafzimmer!" Plick hörte, da er wohl wnßte, daß die Worte ihm galten, aufmerksam zu, dann aber wälzte er sich auf dem Bettvorleger — da5 Parfüm mochte ihm unangenehm seill, — nnd versnchte, mit beiden Vorderpfoten den dick aufgetragenen Puder abzuwischen. (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 242.___________________________________2266 22. Oktober 1906. sie zn den Stäben in ihren Heimatsbezirken ein^ gezogen werden. Schriftliche Meldungen zu derartigen Dienstleistungen sind bis znm 1. November dieses Jahres an die Verwaltung der militärischen Komnmnikationeu in Petersburg einzureichen. Die Zeitungen luerdell ersucht, diese Aufforderung, von der. man sich zur Unterstützung der bereits von militärfiskalischer Seite organisierten Einrichtungen gleichen, Zwecks große Resultate verspricht, zur allgemeinen Kenntnis zu bringen. Politische llleverstcht. Laib ach, 20. Oktober. Das „Frcmdenblatt" weist in einer Vefprechuug des Konflikts, der sich an die Sicherung der Nah l-treiseinteilung knüpft, nach, das; weder den Deutschen noch den Czechen ans der Annahme des eingebrachten, Vermittluugsautrages irgendwelche befahren erwachsen könnten. Czechen lvie Deutsche sollen in dieser Stunde, da die Bevölkerung die Wahlreform schon geborgen glaubte und ihre Vollendung ungeduldig erwartet, nicht ein kleines Opfer bringen können? Tie Chechen würden ihre Vergangenheit verleugnen, wenn sie unnachgiebig blieben, wenn die hentigen Obstruktionsversuche mehr wären, als eine taktische Episode. Sie bringen ihren Wählern die Erfüllung einer alten programmatischen Forderung und 10k Mandate! Die Verantwortung für die Ve-reitlung solcher Errungenschaften zu tragen, ist keine Partei stark genug. — Die „Zeit" erklärt: Oft und oft seien auf klassischem Voden der nationalen dämpfe, in Böhmen, Ausgleichsbestrelnmgen der Völker durch Intrigen des Adels gestört worden. Die gestrige Nede des ^reih. v. Dobrzensky zeigte, auf was es auch jetzt wieder abgesehen ist, uud wer, wenn der dcutsch-czechische Zwist die Wahlreform zn Fall brächte, der lachende Dritte wäre. Aus Belgrad wird gemeldet: In einem unter dem Vorsitze des Königs stattgefundenen Kriegsrate, welchem der Kriegsminister, der Stellvertreter des Generalstabes, die Commandanten der Donau- und der Kavalleriedivision, sowie die Mitglieder der Spezialkommission für die Lösung der F a h nenfrage teilnahmen, wurde die Ersetzung der bisherigen, noch meist aus den serbisch-türkischen Kriegen stammenden Truppenfahnen und Standarten durch nene beschlossen. Die neuen Fahnen werden die Farben der serbischen Trikolore (rot-blan-weiß) führen, mit dein Bilde des heiligen Andreas, des Hauspatrons des Bönigs Peter, auf der eiuen und dem staatlichen Doppeladler auf der anderen Seite. Das Fahnenband wird das Mono- gramm des Königs uno die Nummer des betreffenden Regiments führen. Die Kuvallcriestandarten sind den Infanteriefahnen gleich, nur etwas kleiuer. Die alten Fahnen werden den: Heeresmuseum übergeben werden. Der als Nachfolger Sarriens vielfach genannt bisherige Minister des Innern Engönc Cl 6 m e n c e a u ist am 28. September 1841 im Departement Vendee geboren; er stndierte in Paris Medizin, wo er sich auch als Arzt niederließ. Nach dem 4. September 1870 wurde er dort Maire des 18. Arrondissements und im Februar 1871 in die Kammer gewählt, wo er gegen die Friedens-Präli-minarien stimmte. 1875 wurde er Präsident des ^emeinderates von Paris. Im Februar 1876 wurde er wieder iu die Kammer gewählt, der er bis 1890 ununterbrochen angehörte und in der er sich der änßersten Linken anschloß, deren Führer er auch wurde. Er befürwortete die allgemeine Amnestie der Communards lind forderte im Jahre 1886 die Revision der Verfassung. Ferner bekämpfte er die Kolonial-Politik Ferrys, zu dessen Sturz er beitrug. Anch das von Frcycinet gebildete Kabinett stürzte er im, Dezember l88(l im Vereine mit der Rechten. Nach der Spaltnng der Partei, von der ein Teil sich der sogenannten Voulange anschloß, während ElÄncnceau mit den übrigen gegen sie auftrat, verlor er an Einfluß. Späterhin machte er sich in den dämpfen, die durch die Affäre Dreyfus heraufbeschworen wurden, bemerkbar, indem er für die Unschuld Dreyfus' eintrat. Bei der Bildung des Kabinetts Sarrien im letzten Frühjahr übernahm er das Ressort des Innern. Von befreundeter Seite erhält die „Pol. Korr." folgende auf Angaben eines hochgestellten Gewährsmannes in Konstantinopel beruhende Mitteilung über das Befinden nnd die gegenwärtige Lebensweise des Sultaus: Von einiger Schwäche und Schonnngsbedürftiglen abgesehen, hat Sultan A bdul Ha m i d die Folgen seiner letzten Erkrankung ziemlich gut überwunden. Er befolgt die ihm von Professor B e r g m a n n erteilten Ratschläge mit geradezu ängstlicher Gewissenhaftigkeit, hält hänfigere Mahlzeiten als früher, trinkt ein Mineralwasser und entwickelt, da Profefsor Bergmann auf Schonung der Kräfte ganz besonderen Nachdruck legte, uicht die aufreibende Tätigkeit von ehedem, indem er nicht mehr Alles persönlicher Entscheidung vorbehält, sondern zwischen Wichtigerem uud minder Wichtigem unterscheidet. Äußerlich ist dem Padischah kaum etwas anzumerken, es wäre denn, daß er ans manche Äußerlichkeiten nicht das gleiche Gewicht legt wie zuvor. Mat hat früher den Snltan, um ein Beispiel anzuführen, bei Audienzempfaugeu uiemals anders als sorgfältig zugeknöpft gesehen; jetzt kommt es vor, daß er dies anßer Acht läßt. Die Bevölkerung in Konstantinopel ist ruhig und gefaßt. Die türkischen Funktionäre bewegen sich freier und treten sicherer auf als ehedem. Die gebildete türkische Welt interessiert sich namentlich für die Thronfolgefrage, die allenthalben erörtert wird, und zwar fast ausschließlich in einer der Nenernngsbestrebungen, welche oer Ilmgeonng des Sultans nachgesagt werden, nicht eben günstigen Weise. Tagesneuigteiten. — (Ein frecher Gaunerstreich,» Anläßlich des in Berlin vorgekommenen Gaunerstreiches wird über ein ähnliches, nicht minder raffiniert ersonnenes, ausgeführtes Gannerstückchen, das sich vor etwa vier Jahren inKöln ereignete, berichtet: Tanials wurde die dortige Pferdebahn für elektrische!! Betrieb unigewandelt. Tie dadurch unnütz gewordenen alten Geleise, viele Tausende von Meter, wurden aus einem der Stadt gehörenden freien Felde in der nahen Voi> stadt Lindental aufgestapelt, mn später versteigert zu werden. Einige Zeit später standen in Kölner und Düsseldorfer Zeitungen Inferate des Inhaltes, daß die Stadt Köln an einem bestimmten Tage durch ihren Beamten öffentlich die alten Pferdebahnschienen versteigern lassen werde. Znr festgesetzten Stunde fanden sich zahlreiche Kauflustige, meist Alteisenhändler alls Köln, anf dem Vertaufsplatze ein. Ein Herr in Zivil mit einem Beamten in der bekannten städtischen Uniform bot die Schienen aus und wog die verkauften. Da die Preise sehr niedrig gestellt waren, hatte bald der ganze Vorrat Käufer gefunden. In einer benachbarten Wirtschaft stellte der Zivilist die Qnittungcn anf den städtischen Formularen ans, worauf jeder Känfer zahlte und seinen Abfahrschein bekam, letzterer mnßte noch anf dein Rathanse gestempelt werden. Als die über den billigen Kauf sehr erfreuten Alteisenhändler zum Rathaus kamen, wußte niemand etwas voll der Sache. Ganz Köln lachte über den Streich, den geriebenen Spitzbuben sucht man aber bis heute noch vergebens. — (Leute, diemitdeu Augen stehle n.) Aus London wird berichtet: Von den fashionable,! Schneiderfirmen wird lebhafte Klage iiber eine neue Art von Ladendieben geführt, die keine körperlich greisbare Beute mache, sondern sich mit dem Raube voli Toilettenideen begnügeil. Eine Anzahl solcher Diebe inacht jetzt die führenden Mode- uno Putz-warenhänser zum Schanplatz ihrer Tätigkeit. Der „Ideenränber" erscheint als Abgesandter einer fremden Tarne von Rang im Salon eines vornehmen Dienst zweier Herren. Roman von U. L. Lind« er. (41. Fortsetzung.) (Nachdruck verbolm.) Leise sehte sie sich auf einen Hocker neben oem Bett, kiißte das winzige Händchen, das geballt anf dein gestrickten Jäckchen ruhte, und zog dann die Vorhänge wieder zu. Aber sobald das kleine Wesen ihren Blickeil entzogen lvar, nahm ihr Gesicht den alten, nervös gereizten Ausdruck an, nnd ihre Lippen schlosseil sich herbe aufeinander. Was ihr durch den Sinn ging, mochte von den gewöhnlichen Träumereien junger Mütter verschieden genug sein. Schon seit Wochen führten Trotz nnd Auf° lehnung einen harten Kmnpf in ihr. Das Kind vermochte anscheinend nicht die drohende Entfremdung zwischen ihr und ihrem Gatten zu verhüten, vielmehr schien es, a>ls ob sein Dasein die Spannung nur verschärfte. Sie hatte ihren Willen gegen den seinen setzeil, die Rückkehr zu ihren» Beruf ei-kämpsen wollen, sei es selbst auf Kosten eines Bruches, und sie hatte auch die eigensinnige Kraft dazu in sich gefühlt. Da war ihr, in all ihre ehrgeizigen und rebellischen Pläne jäh hinein, die Ei-kenntnis gewordeil, daß des Weibes Los sich an ihr erfüllen sollte. Wie hatte sie dagegen aufbegehrt, o Gott, wie sehr! Mit solcher Möglichkeit hatte sie seltsamerweise gar nicht gerechnet. Sie wollte kein Kind! Vor einem Jahr, ill Zernitow, als Roland den Mittelpunkt ihres Denkens bildete, als ihr ganzes Wesen weiche' träumerische Hingebung lvar. und sie sich spielerisch in ihrer jungen Franenrolle gcsiel — da hätte es sie l>eglücken können, aber jetzt? Jetzt, in diesem Zeitpunkt beginnender Entfremdung, wollte sie ihre Kunst, wollte sie Freiheit, aber nur kein Kind, das sie an Hand nnd Fust fesselte, das Entbehrungen bedeutete, Zurückgezogenheit, Krankheit, vielleicht gar Siechtum — lver konnte es Nüssen - ? Im besten Fall eine lange, empfindliche Unterbrechung all ihrer Bestrebungen l Sie war zu ehrlich, um Gefühle zu heuck)eln, die sie nicht empfand. Mochte ihre Auffassung unnatürlich sein, sie war einmal so und ließ sich nicht ändern. Daß seine Frau dem Kommenden mit so geringer Teil» nähme und Wärme entgegensah, verletzte den Mann, der sich so unendlich daranf freute. Ihr Verhalten während dieser Zmt enttänschte ihn in jeder Hinsicht. Er begriff das Interesse nicht, das Ilse nach wie vor allem entgegenbrachte, das mit ihrer früheren Künstlerinnenlanfbahn zusammenhing. Was iu aller Welt konnte es einer Frau in ihrer Lage verschlagen, ob diese oder jene Sängerin gefiel oder uicht, ob ein Konzert Erfolg hatte oder nicht, oder ob irgend ein Komponist, dessen Namen für Roland ein leerer Hall war, ein neues Werk veröffentlicht hatte? Das mußte doch, gegenüber dem Großen, das im Begriff stand in ihr Leben zu treten, in völlige Wertlosigkeit versinten. EZ verursachte ihm förmlichen Schmerz, daß er an Ilse einen ganz ungeahnten Hang zur Oberflächlichkeit, etwas Unweibliches gar, zu entdecken meinte. Er konnte es kaum verwinden, sie in dieser wichtigsten Zeit ihres Lebens anders zn finden, als er erwartet hatte. Im übrigen umgab er sie mit einer Sorgfalt, die an sich hätte rührend wirken können, aber er gehörte nun einmal zu den Menschen, die nicht lieben können, ohne zu tyrannisieren, und so verfehlte sie ihren Zweck. Seine steten Mahnungen zur Schonung, zur Vorsicht reizten Ilse geradezu. Sie hatte bisweilen das Gefühl, als ob sie selbst ihm jetzt zurückträte. „Das gilt ja alles nur der Mutter seines Kindes, gar nicht mir M-sönlich," dachte sie ärgerlich, wenn seine aufrichtige Sorge fich immer wieder in Hof. meslerei äußerte, wenn seine oft mit vielem Eifer vorgetragenen Znkunftspläne sich scheinbar nur mit dem Kinde beschäftigten. Gegen Ende des Winters wnrde das Kind geboren, ein gesundes, kräftiges Mädchen, nnd mm schien es tatfächlich, als ob der starte Einfluß der Er- eignifse die bösen Geister des Mißvel-stehens und der Entfremdung zwischen den Gatten beseitigen solle. — Brekenfeld fühlte fehr stark-, Tränen kamen ihm in die Angen, als er zum erstenmal sein kleines Mäd» cheil in den Armen hielt. Er war rührend in seiner Dankbarkeit, die alle Schroffheiten seines Wesens zur Liebenswürdigkeit verklärte, und Ilse hatte endlich wieder das rnhevolle Gefühl der Zusammengehörigkeit, das ihr während des letzten Jahres allzn sehr abhanden gekommen war. Auch konnte sie nicht umhin, sich ihres Kindes zu freuen; es war mit so viel Un° beanemlichleit doch nicht zu teuer erkauft, so allerliebst war es in seiner Kleinheit und Hilflosigkeit, Nicht ein unharmonischer Laut drang iu, ihr Krankenzimmer. Ausschließlich nnf Roland angcwie« sen, verlebte sie oiu paar kurze Wochen wie auf einer stillen Insel, die merkwürdig an die Zernikower Zeit erinnerte, aber sie erholte sich sehr schnell und mit ihrer Genesung machten fich auch sofort wieder die mancherlei störenden Stimmen aus der Außennieli bemerkbar. Sie nahm die Studien und Übungen wieder auf, aber sie hatte jetzt dabei ein fatales Gefühl von Zweck, losigleit. Die kleine Einbuße, die ihre Technil durch die lange Pause erlitten, war längst gut geinacht, die Stimme strahlte in altem Glanz, es gab schlechter» dings nichts mehr zu tun. Was mm? Die alte, heiße Ungeduld, die nur vorübergehend geschwiegen hatte, drallste wieder auf. Ein bohrendes Verlangen hinaus in die öffeut« lichleit ergriff sie und mail muß ihr die Gerechtigkeit erweiseil, zn sagen, daß kleinliche Eitelkeit dabei nicht im Spiel war. Sie nahn» es sehr ernst. Eine Inter-pretin der großeil Tondichter zu sein, erfreuend nnd erhebend auf die Menschen einzuwirken, war das nicht etwas Großes? Wozu denn war es nötig, daß das Kind sie iu so sklavischer Weise ans Haus band? Die Mütter-lichkeit ill allen Ehren, aber war »licht auch die Kunst etwas Edles, Göttliches, das ebenso wohl Ansprüä>e auf Berücksichtigung hatte? (Fortsetzung folgt.) Laibachcr Zeitung Nr. 242. 22tt7 22. Oktober 1906. Schneiders und bestellt die ncuoftcn Modelle, die sofort an eine angegebene Adresse nach Wien, Petersburg oder Noin versendet werden sollen. Er selbst gibt an, von der Sache nichte zll versteheii, so daß es unnüh sei, ib»i die Modelle zu zeigen. Tocl) läßt er die gallze Zeit seine Augen wie ein Luchs herumschweifen und prägt die verschiedenen Forinen nnd Farben begierig seinem Gedächtnis ein. Die Danle don Rang aber entpuppt sich gewöhnlich als Miner Schneidermeister, wenn die Adresse nicht überhaupt fingiert ist. Dadurch Wird es den strebsamsten nn- ' möglich geinacht, dnrchcins original zn sein. Auch die Frauen beteiligen sich lebhaft an diesem Kampf gegen die „Urheberrechte" der Schneider nnd snchen die vor-nehmsten Etablissements ab, nm die vollendetsten Schöpfungen der Mode nachzuahmen. Häufig lassen sie sich von einein kleinen Schneider oder von Pntz-macherinnen begleiten, die fich die schönsten Stücke merken nnd dann, soweit ihr können reicht, die Modelle nachahmen, wobei sie die seltsamsten Travestien hervorbringen, aber doch soviel bewirten, daß sie den geschäftlichen Wett ihres Vorbilde» herabsetzen. — („Zuverlässige" Leute.) Eine amü» sante „Bonlevard^esckichte" erzählt der „Figaro". Ihre Helden sind zwei (Geschäftsleute. Der eine übergibt dem anderen vor dessen Angestellten zehntausend Franken zur Aufbewahrung. „Heb mir das Geld anf, bis ich zurückkomme, aü'o zwei Monate." — „Ein-verstanden", sagt der lindere. Nach zwei Monaten erscheint der Frennd, u<ü seine zehntausend Franken wieder zu holen. „Welche zehntausend Franken?" fragt der andere verwundert. „Nun die, die. ich dir vor meiner Abreise zur Aufbewahrung gab." — „Tn irrst dich wohl, ich weiß von nichts!" — „Was soll das heißen? Deine Angestelltm sind Zeuges!" - -„Schon, lassen wir sie komme.n, wenn dn willst." Die Angestellten werden zusammengerufen nnd ihr Chef fragt sie ans: „Erinnern Sie sich daran, daß der Herr mir vor znx'i Monaten in Ihrer Gegenwart zehntausend Franken übergeben hat?" Ein« nach dem anderen sagt „Nein!" Keiner will sich erinnern. Ihr Chef läßt sie abtreten nnd wendet sich dann befriedigt zu feinem verdutzten Freunde: „Da hast dn deine zehn-tansenü Franken, ich wollte nur mal sehen, od ich mich anf nieine Leute verlassen kann." — (Fröhliche Ehescheidungen.) Die besondere Anffassnng, die viele Amerikaner von der Ehe haben und die sich in der zunehmenden Zahl der Ehescheidungen änßert, zeigt sich nnn auch darin, daß „Scheidungsgesellschaften" immer mehr in Mode kommen. E5 scheint in den Vereinigten Staaten faft ein Ehrentitel zn werden, ein geschiedener Mann oder eine geschiedene Fran zu sein; denn sonst würden die Geschiedenen sich nicht so ungezwungen ins Licht der Öffentlichkeit stellen. Die Scheidnugsgesellschaftesi, werden gewöhnlich in einem vornehmen Restaurant veranstaltet, nnd am nächsten Morgen bringen die Blauer tn'e Liste der Gäste, die daran teilgenommen haben. Am letzten Sau,stag hat wieder eine solche Veranftaltnng von besonderem Umfang stattgefunden, an der nur Gefchiedene als Gäste teilnahmen. Eine reiche Dame ans Pittsbnrg war die Wirtin, die ihre „Befreiung aus Ehebanden" feierte. Das Hans ihres Vaters, in dein sie ihre Gäste empfing, war herrlich mit Vlnmeu ansgeschmückt. „Gewöhnliche" Geschiedene waren nicht eingeladen, nur solche, deren Prozeß eine Besonderheit gehabt nnd daher die allgemeine Am'merksamkeit erregt hatte. Da waren Leute, die ihre Scheidung in einein Staate erkämpft hatten, in dem es ihnen nicht leicht gemacht wurde, neben an>-deren, die nnr eine „Dakota-SäMdung" auszuweisen hallen - Dakota ist hente der Zufluchtsort aller Ehemüden, da dort die Scheidung eine Klemigkeit ist »nd in der kürzesten Frist erledigt wird. Auch einige der „best'betannten Mitglieder der Newyorker Ali° menten-Kolonie" waren zugeg<"n, wie, denn anch dem-nächst ein „Alimentenklub" gegründet werden soll. Alle Gäste waren ganz bei der Sache und wünschten ihrer hübschen Wirtin, „daß fie den Tag noch recht oft glücklich erlebe» möchte". Das fröhliche Fest dauerte die ganze Nacht, uu,d am nächsten Morgen brachten die Blätter ganze Spalten voll Schilderungen. < D e n k m a l s e n t h ü Ilnn g mit Lnftballo n) ist die neueste Abart im Denkmal-enthnllnng5wefen. Natürlich hat auch hierin Amerika wieder bahnbrechend gewirkt. In Newyort' geschah die neuartige Enthüllung, und zwar bei Gelegenheit der Einweihung des Verdi-Denkmals von Cioletti. Nachdem der Festi-edner die Tribüne betreten, befestigten die Angestellten die Hülle, die da» Tont mal bis dalnn barg, an eineil Fesselballon nnd im selben Augenblick flog auch schon der Ballon mitsamt der >5ülle iu die Wolken. Die Wirkung soll grandios gewesen ieiu. Lolal- und Provinzial-Nachrichten. - (O r densverlci h u n g.) Wie die gestrige „Wiener Zeitung" meldet, hat Seine Majestät der Kaiser dem Propste des Kollegiattapitcls in Nu-dolfswert, Herrn Dr. Sebastian Elbert, das Komturkreuz de5 Franz Ioscfsoroens verliehen. — (Sitzung do 5 k. k. Lan desfchul -rates für Kraiu vom 11. Oktober.) Er-nannt wurden zu definitiven Lehrerinnen die provisorischen Lehrerinnen Angela Petriö m Grafenbrunn nnd Ottilie Jug in Oblak, zum Oberlehrer der definitive Lehrer und Schulleiter in Kalteilfeld Michael Mexan, nnd zwar alle auf ihrem der-maligen Tieustpofteu. Die Lehrerinnen Amalie Sedlak w Neudegg und Paula Kobler-Flesch in Rcifuitz wurden in den zeitlichen Ruhe-stand versetzt. — Die Erweiterung der vierklassigen Voll (-schulen iu Haselbach, in St. Veit ob Laibach und in Mannsburg auf je fuuftlasstge wurde be? ivilligl. ^' Beschlüsse wurdeu gefaßt, betreffend den Antrag wegen Befetznng der Tirettorftelle am Staats-gyninasium in Rlldolfswert, über die Reorganisierung des Unterrichtes in der slovenischen Sprache am Staatsgymuafium in Gottschee, betreffend die Vermehrung der Physikstundcn in der VII. Gymnasial' klaffe an den Ttaatsgymnasien iii Krain, nnd betref-fend das Gesnch einer Privatistin nm Zulassung als Hospitaiitin au einer Mittelfchnle. — Schließlich wurde die Erweiterung der Privatvolksschulc in Tava auf vier Klassen zur Kenntnis gOnommen,. - (S y ste m i s ier u n g voll drei Feld-snperioren st el len erster Klasse.) Seine" Viajestät der Kaiser hat mit einer jüngst erschienenen Zirtularverordnung die Teilung des gegenwärtia. Mstemisierten Standes der Feldfnperioren in drck Feldsnperioren erster illasse, bei Einreihnng in die >'il. Railgllasse, nnd l:i Feldsnperioren zweiter Atlasse, bei Velassnng ill der V'^III. Rangklasse, sowie ilachstehendc Ändernngen uiid Ergänznngen der Organischen Bestimmlingeu für die Militärfeclforge uud der Dienstvorschrift für die Militärgeistlichkeit genehmigt: Die Beförderung der Militärgeistlichen erfolgt grundsätzlich nur in die nächsthöhere Eharge und ist zum Feldsnperior erster Klasse nicht an die Rangtour gebunoen: sonst aber und im allgemeinen findet sie in der Raugtour statt. Zn Feldsnperioren erster Klasse können uur jene Feldsuperioreu zweiter Klasse be fördert werden, welche sich durch hervorragende Geistes- und Vharattereigenschafteii, eifriges und erfolgreiches Wirten und eine würdevolle dienstliche und außerdienstliche Haltung auszeichnen. - (Erledigte Militär-Stift n n g s ° Plätze.) Aus der Major A i el i n ° Stiftung zlvci Plätze zn 1ttk K mit eiliinaliger Veteilnng für Waifen, deren Väter als Offiziere, Trnppenrechnungsführer oder Militärbeainte vom Hauptmanu, beziv. den gleichgestelllen Ehargen abivärls bis zur l l. Rangs-tlasse dem Staate gedient haben, und zwar anch solche, deren, Väter erst im RnhestandsverhältuiZ ge^ heiratet haben. ,ttrüppelhafte, kränkliche oder minderjährige Waisen geiiieße,i den Vorzug, wogegeu jene ausgeschlossen sind, welche vom Staate eine systemmäßige Versorgung genießen. — Aus der Josef K l a r n e r - Stiftung, Anzahl der erledigten Plätze nnbestimmt, Betrag des Stifwngsgeuusses im gaiizen !8<1 K, einmalige Beteilnng. Aiispruchsberechtigt sind n n r vor deni Feinde venvl>n>>ete nnd dadurch erwerbsunfähig gewordene Soldaten vom Feldwebel abwärts. — Alis der H artl von M i n enberg ° Stiftung vier Plätze zu 2K0 X, bis zur Vollendung des 2l>. Lebensjahres oder Erlangnng eilier friiheren Versorguiig für adelige, minderjährige, elternlofe Offizierswaifen, deren Väter im Iufanterieregwieut )1l'r. ^ gedient habeii, »iit Vevorzngilng jener Waisen, deren Väter während ihrer aktiven Dienstleistung bei diesem Regiment gestorben oder nnmittelbar alls die-sein Regiment in den Rnhestand getreten sind. Iu Ermanglnng solä>er, uuter gleicheil Ve>di,ngnllgen, nach Offizieren der Nr. !', 51, ^l, !U nnd !)!). < E r il e n il il n g.) Der Statthalterei Rech-nuugsprattikaut Herr <'lin., i>ud deii provisorischen ^teueramtoadjuntten Wilhelm Pra- protnit', dell Feldlvebel des k. und k. Infanterie regiments Graf von Khevenhüller 3^r. 7 in Klageil fürt Johann Drobiuni g sowie den provisorischen Stmeramtsaojnnkten Johann Scholl m a y e r zn Zteueramtsadjlinkten iii der l>. Rangsklasse eruannl. (R e ichsv e rband d e r A r beit s v e r -m i t tl u n g s a >l sta l te»l Österreichs.) Wie man uns mitteilt, fcmd am Ilx d. M. ill Wien in den Räumen des aibeitsstalisnschen Amtes die gründende Versammlung des Reichsverbandes der Allgemeinen Arbeitsveriliittluugsanstalten ill Österreich statt. Daran beteiligten sich die Vertreter der nachfolgenden Körperschaften, welche znm größten Teile bereits Mitglieder find: Die Städte Wien und Brunn, der Landesausschuß von Böhmen, die Handelskammern von Wien und Rovereto, der Landesverband für Wohltätigkeit in Steiermark, die Vereine für Arbeitsvermittlung iu Schlesien und für unentgeltlichen Arbeitsnachweis ill Wien uud der Wiener Zentralverein zur Unterbringung von Lehrling.,,. Anch lagen eine Neihe von schriftlichen Beitrittserklärungen von den Städten Iglan, Innsbruck, L a i b a ch , Wiener Neustadt nnd von der Prager Arbeitsbörse vor. Die Ver« fammlnng, welclM auch Sektiouschef Dr. Mata ja und Tektionsrat v. Gasteig er beiwohnten, wählte ill oen Voi-stand Professor Mischler (Graz) als Vorsitzenden, Dr. v. F ü r er (Troppan) als Vorsitzenden-Stellvertreter, Dr. Feith (Brunn), Dr. Gürtler (Graz), Direktor Nisfek (Wien) und Pedro lli (Novereto) als Mitglieder. Mit der Behandlung fachlicher Angelegenheiten wurde ein be-soliderer Ansschuß betraut. Ans der reicheu Tagesordnung seien nachstehende Puukte hervorgehoben: Erwirkung von Fahrpreisermäßignngen für Arbeit suchende auf Eisenbahnen nno Portobegünstignng»,!! für die Anstalten, Herausgabe eines wöchentlichen Zentralanzeigers der offenen Stellen nnd der Ar-beitsgefnche. Außerdem wnrde beschlossen, sämtlichen größeren Städten und Industrieorton die Schaffung von paritätisch geleiteten Arbeitsvermittlnngen nahe. znlegen und ihnen die nötigeil Behelfe für eine zweck mäßige Einrichtung znr Verfügung zu stellen. In Ansficht genommen wurde die baldige Abhaltung eines Arbeitsvermittlungstagcs, auf dem wichtige und aktuelle Fragen wie Arbeitslofenfürsorge nnd die landwirtschaftliche Tienstboteufrage zur Diskussion gelangen sollen. - (D erLaib a ch e r G e nl e i n d e r a t) hält morgen um 5 Uhr nachmittags eiue außerordeutliche Titzilng ab. Die Tagesordnung werden wir morgen veröffentlichen. — (Abschiedsfeierfest.) Man schreibt nns aus Gottschee: Das Absäiiedsfest des in den Ruhestand getretenen Landesregiernngsrates Herrn Tottor M. G stet ten hofer, der Gottschee am 20. d. verließ, l«m feiiie,: Aufenthalt in Laibach zu nehmen, zeugte deutlich von der Hochachtung, deren sich der scheidende Herr Laudesregierungsrat in unserer Stadt erfreute. Zahlreiche Vertreter aller Schichten der Bevölkerung hatten sich eingefnnden, um feine Verdienste durch berufene Redner anzuerkennen und ihm ein herzliches Lebewohl zn sagen. Es sprachen die .Herren: Bürgermeister Loy, Landesregiernngs l'onzipist I. v. R n ber, Dechant E r ker, Voltt'schu^ leiter Fr. 2 che schart und andere, die alle darin übereinstimmten, daß sich der Herr Laudesregierungs-rat auf allen Gebieten der politischen Verwaltung durch entschiedenes, unparteiisches, erfolgreiches Eingreifen hervorgelan und beliebt gemacht hatte. Dot-tor Gstettenhofer, vor feiner Pensionierung durch die Verleihung des Eisernen Kronenordens dritter Klasse ausgezeichnet, erwiderte ebenso treffend wie schlagfertig, erging sich in Erinnerungen an seine Wechsel-volle vierzigjährige Dienstzeit, betonte seine Zuneigung für die ihm zuletzt anvertraut gewesene Be-zirkslMlPtmmmschaft und gab die Versicherung, jederzeit, wenn es ihm nnr möglich sein sollte, für das Wohl von Stadt und Land Gotlschee, das er schält!!, nnd lieben gelernt habe, nach Kräften eintreten zu wolle». Dem schönen Abschiedsfeste wohnte anch der neilernannte Bezirkshanptmann für Gottfchee, Freiherr E. v. S ch ö n b e r g er . bei, der sich dnick eine launige Rede anfs glücklichste einführte und die Sym palhien der Anwesenden gewann, < T I) e a t e r i n G o t t s ch e e.» ^lii Saale des Gaslhofes „Znr Post" hat das „Wiener Novitäten-Ensemble" nnter Leitung des Direktors Herrn Leopold Hu son ein Gastspiel eröffnet, das für eine Reihe von Wochen in Ausficht genommen ist und gerade zu rechter Zeit kommt, um die beginnenden, langeil Abende angenehm zn verkürzen. Die Lei' stungen der einzelnen Mitglieder sind sehr anerkennenswert nnd verdienen den regen Besuch, der ihnen bisher zuteil wurde, in vollem Maße. Es werden seit dem 1:5. d. M. vier Vorstelluugen wöchentlich ge- Laibacher Zeitung Nr. 242. 2268 22. Oktober 1906. geben, die sich weit über das sollst in Landslädle,n Gebotene erheben und Stücke enthalten wie „Der Kilometerfresser", „Bruder Martin". „Im weihen Rössel", „Das grobe Hemd", „Am Tage des Ge^ richws", „Alt Heidelberg" u. a. Die Regie ist sorgfältig, die Ausstattung lobenswert uno macht den Leiter, Herrn Zuson, selbst einem gewiegten, verständigen Säiauspieler, alle Ehre. Auch Herr Th. Frank, don Gottscheerin von früheren Gastspielen wohl bekannt, gehört der Gesellschaft an und erfreut sich großer Beliebtheit. Von den Damen seien Frau Direktor Znson, Iran A. P auop h und Fränlein V. H u b e r hervorgehoben. — (Aus Natschach bei Stein brück) wird Mio geschrieben: Nur selten höi-t uian ettvas vo» unseren! Markte- doch rührt er sich im stille» und schreitet zeitgemäß vor. Nebst der elektrischen! Bo» leuchtnng wwd eine Wasserleitung geplant, die den Markt mit kristallhellen, Wasser versehen soll. Der Mullergraben ist mitten im Markte übenvölbt: au dieser Stelle soll eine kleine Parkanlage errichte! werden. -"- Demnächst soll weiters au der hiesigen Volksschule ein Gewerbekurs für Lehrlinge zur Eröffnung gelangen. — Seit 1. d. M. wird ein Stickkurs, ver-bunddn mit einer Aufstellung von Kunststickereien, abgehalten, den Herr Josef Dirnplatz als Ge-schäftsleiter dck Rudolfswerter Depots der Firma Singer K Ko. veranstaltete und an dem unter Leitung der Sticklehrerin Fräulein Mizzi Bern it' gegen. 20 Damen teilnehlnen. — (Die E he g a tt i n e rst och e n.) Am 17. d. gegen 1 Uhr nachmittags entstand zwischen dem l)3jährigeu Auszügler Michael Kr? und seiner (^jährigen Ehegattiil Margaretha aus Vir, Genleiude Podrelje, Gerichtsbezirk Egg, ein Streit, wobei der Ehegatte in derartigen Zorn geriet, daß er ein auf den: Tische liegendes Brotmesser ergriff und damit seiner Frau eineil Stich in den Unterleib versetzte. Sie starb tagsdarauf. Der Vorfall wurde dem k. k. Bezirksgerichte Egg angezeigt, worauf sich noch am selben Tage cinie Gerichtstomniission an Ort und Stelle einfand. Krö, welcher- dem Bezirksgerichte Egg eingeliefert wurde, hatte ei-st vor kurzem seinen Besitz auf feinen Sohn umschreiben lassen. Seit dieser Zeit zeigte er Trübsinn und ergab sich dem Trnnke. Außerdem soll er auf feine bejahrte Frau ^- eifersüchtig gewesen sein und die Tat aus diesem Gruude verübt habeil. —b. — (Ko u k u rre n z verh a n 5lu n g.) Wegen Sicherung der Gewölbepfeiler und der EntwnssernngT' des Terrains bei der Pfarrkirche in Sagor findet am s». November um halb 9 Uhr vormittags die begiigliche Konknrrenzverhandlung an Ort und Stelle statt. —ik. — (Ein e Ri esen spren gun g.) Aus Trieft. 18. d., wird geuieldet: In Anweseilheit Ihrer k. und k. Hol^eit Frau Erzherzogin Maria Iosefa und ihrer Söhne, des Statthalters Prinzen Hohenlohe nnd zahlreicher anderer hervorragender Persönlichkeiteil fand gestern nachmittag iu den Steinbrüchen von Si-stiana die größte Sprengullg statt, die jemals iu Österreich vorgenommen wurde uud welche die bekannte, vor einigen Jahren bei Höfleiu an der Donau vorgenommene große Gesteinsspreugung bei weitem übertraf. Die Adriatische Gesellschaft für Hafenbauten hatte, um Material Zu gewinnen, in einem großen Steinbruch zwei Minen anlegen lassen, die 89 Meter voneinander entfernt waren. Die eine Mine war mit 16.(XX). die andere mit 8M0 Kilogramm Dynamit geladen. Beide wurden gleichzeitig zur Entladung gebracht. Der Niedergang der kolossalen Gesteins-massen, d<>r von einem dumpfen, erobebenartigen Donner begleitet war, bot einen prachtvolleil Anblick. Die Sprengung, die voll Ingenieur Schreiber geleitet wurde, gelang vorzüglich: sie lieferte insgesamt 250.NM Tounen Steinmaterial. — (Diebsta hl.) Man schreibt uus aus Gott-schee: Der Schuhmacher und Üederhänoler Herr Karl Pcteln kam in der Nacht anf den 19. d. M. länger betriebenen Diebstählen ill seinem Geschäfte auf die Spur nnd erstattete gegen die Täter, zwei Gesellen nnd zwei Lehrjungen, die Anzeige, worauf die Gen^ darmerie deren Verhaftung vornahm. Der Wert oer gestohlenen Gegenstände, bestehend in Bargeld, Rohleder, Halbfabrikaten und Werkzeugen, die teilweise bei einer Hausdurchsuchung vorgefunden wurden, beläuft sich auf ungefähr lM> lv. — (Ein verunglückter Radfahrer.) Am 18. d. M. nachmittags fuhr der Knecht Johann Vencel anf einem mit Weizen beladenen Wirtschafte wagen alls der NeichSstraße von Rateö gegen Ru-öolfswert zu. Bei Groß Slateneck kam dem Gespann der Besitzer Johann Longar aus Podlog. Gemeinde Cerklje, auf oinem Rade von Nudolfswert entgegen. Die Pferde wurden fchen und spraugeu zugleich in der Richtung gogen Longar, wobei dieser, da er nicht aus» weichen l'omite, in den Straßengraben stürzte nnd sich hiebei den linken Unterschenkel brach. Der verletzte Radfahrer wurde von einem gerabe vorbeipatrouillie-renden Gendarmen zur Not verbunden und sodann durch einen Besitzer ins Spital nach Kandia gebracht. (Erdbebe n.) Ill Gurkfeld wurde am 2«. d. M. um -i Uhr 19 Mill, nachnlittags ein heftiges Erdbeben verspürt. —^— — (Der neue Bahnhof in K I a g e u . f li r t.) Die für den l. d. M. in Aussicht geilomilieile Übergabe des ueueu Zeutralbahnhofes in ^llagenfnrt in dell Betrieb der Staatseiseubalm-Verwaltung. welche nach den urspriinglichen Intentionen glcich« zeitig luit der Eröffnung der 5larawankenbahn hätte erfolgen sollen, hat eine Verzögerung erfahren. Nnn-mehr sind die Schwierigkeiten, welcl>e dieser Übergabe entgegenstanden, behoben und die Übergabe des neuen Bahnhofes? iil den Staatsbetrieb wird mit dem 1'. N»> vember vor sich gehen. ' (Scheues Pferd.) Als Samstag vormit-tago der Besitzer Franz Slebanje aus Beri^-evo einen Wageil Krautköpfe auf den Kaiser Iosefsplatz brachte, kam ihm ein mit Häuten beladener Wagen nach gefahren. Das Pferd des Tlabanje luurüe hiedurch scheu, nlachte einen Seitensprnng nnd streifte dabei lliit dem Wagen das eingespannte Pferd des Besitzers Franz bandar aus Stude. Infolgedessell scheute auch dieses Pferd, sprang un't dem Wagen über oas Ge leise der elektrischen Straßenbahn uud rannte mit solcher Wucht iu5 Vorhaus des Mahrschen Instituten, daß die Stange gebrochen und das Geschirr zerrissen wnroe. Dao scheue Pferd rannte fodann ohlle Wageil dnrch die Poljanastraße, wo eo von Arbeitern der Straßenbahn aufgefangen wnrde. Es hatte solche Verletzungen erlitten, daß man es sofort znm Tierärzte abführte. * (E i n g e hei in ,l i sv o l l er F u n d.) Sams° tag vormittags spielte sich auf der Inbiläumsbrücke eine heitere Szene ab. Eine hundertköpfige Meilschen-nlenge blickte in den Laibachfluß auf ein gegen den Petersdamm fchwimmendes Paket, aus welchem man Schuhe hervorragen sah. Man hörte Frauen von einer 5iinde5leiche sprechen; einige stießen fnrchtbare Drohungen gegen die Mörderin ans. Da lein Sicherheitswachmann in der Nähe war, begab fich ein vorübergehender Soldat zum Ufer und zog die vermeintliche Kindesleichc aus dem Wasser. Alles strömte auf den Petersdnnim und umringte den Soldaten, der das Paket auseinanoernahm nnd darin — ein Paar alte Schuhe, ciuige Fetzen und zerrissene Franen-kleider vorfand. Mail ging fehr enttäuscht auseinander. * (Schwer verletzt.) Hente gegen Mitter, llacht gerieten auf der Poljanastraße mehrere Burschen in eineil Wol-twechsel, der schließlich in eine Prügelei ausartete. Hiebei wurde der 20jährige Fleischhaueir-gehilfe Micl)ael Ier»in von dem 2ljährigen .Unecht Iofef Texan aus Zabutovje bei Rann durch eineil Messerstich unter dem rechten Auge schwer verletzt. Der Täter wurde verhaftet und wird dem Landesgerichte eingeliefert lverden. * (Eine unredliche Finderin.) Die Taglöhnerin Ursula Gafperöiö aus Selo fand in der Zeit des Katholikentages in Laibach anf dein Kaiser Iosefsplatze eine silberne Damenuhr mit mehreren Anhängseln, ohne hievon der Polizei die Anzeige erstattet zu haben. Diesertage wurde sie ausgeforscht und ihr die Uhr abgenommen. Die Verlustträgerm wolle sich ehestens beim Polizeidepartement des Stadt-inagistrates melden. Die nilredliche Finderin, wurde dem Bezirksgerichte angezeigt. * (W i e d er e i u F a h r r a d c n twen det.) Samstag nachmittag wurde dem Maurer Josef Fält dessen im Hose des Haufes Nr. Ä» an der Römer straße stehen gelassenem Fahrrad Styria mit gelber Satteldecke im Werte von 80 T entführt, * (Desertiert) ist diesertage der oer Regi-mentsmnsik zugeteilte Infanterist Rudolf Lampert des 27. Infanterieregiments. * (Sclbstg e stell t) hat sich diesertage bei der Militärbehörde Virovitica in Kroatien der am 12. Mai l. I. von dem 27. Landwehr-Iilfanteriereginiente desertierte! Infanterist Alexander Viöiö. Er wurde durch zwei Dragoner anher instradiert. * (Z w ei zugelauf e u e H u n d e.) Bei del Besitzerin Gertrud LiX'nikar in Havptmanoa Nr. 8 befinden sich seit 15 Tagen zwei zugelaufene Hunde, und zwar ein kleiner weißgefleckter uud ein großer, braungefleckter Jagdhund, in Verwahrung. Theater, Kunst und Literatur. ** (D e utsch e B ü h n e.) Uilter Robert Schu> manus Aphorismen befindet fich der sinnige Ausspruch: „In jedem Kinde liegt eine wuuderbare Tiefe". In diese Tiefe einzndringen, sich in die kind"-liche Psyche zu versenken, llachzlnveisen welche wichtige Rolle für das junge Leben eine veruünftige Ei> ziehung fpielt, lvelche verhängnisvollen Folgen hingegen Versäumnisse und Mißgriffe zeitigen, wie durch Unverstand lind Bequemlichkeit das blühende, kräftige Lebeil der Iugeud erstickt, wie oft eine Zukuuft vernichtet wird, die glänzeud hätte werden können utld unter glücklicheren Verhältnissen anch hätte werden müssen i bildete den Vorwnrf von zahlreichen dichterischen epischeil und üranialischen Versuchen, die nun durch die vorgestern zum erstenmal aufgeführte Echülertragödie „Die Sittennote" von Ad. Schwayer eine glückliche Bereicherung fauden. Das Stück ist trotz mancher Übertreibungeu gesund, weil lebend wahr, denn die Gestalten, die uns der Dichter vorführt, siud lebensvoll iu fäM-fen wenn auch häufig zu grellen Umrissen charakterisiert, die Haudlnug wächst au5 einein einheitlichen, sorgsam bebauten Boden hercor, kündet dichterische Schöpfungskrnft und die Ekmente des Dramas sind mit richtigem theatralischen Scharfblick in Übereiustimmung gebracht. Mit theatralischen!, Geschick schob der Verfasser Szeneiu aus dem Schulleben in den Vordergrund, was ihm von mancher Seite mit Unrecht zum Vorwurf gemacht wurde, denu die Konferenz gehört zu den wirksamsten Bühnenvorgängeu, einzelue in Hr auftretende Lehrer sind treffsicher dem Leben nachgeahnt und schließlich schwächen die mit herzhafter Ungezwungen^ heit gegen gewifse ill brüchige Falteil veralteten Herkommens bequem gebettete Schäden, uuter denen die Jugend leidet und die mamchaften Worte voll Mit? gefühl uud Bitterkeit, mit welchen für fie Partei ergriffen wird, nicht die Tendenz de5 Stückes, die fich doch hauptsächlich gegen die verfehlte, lieblose Erziehung im Elternhnuse richtet. Die geschickte Be>-haudluug von wichtigen Tagesfragen, der Mut, mit dem der Verfasser häßliche Erscheinungen an den Mittelschulen geißelt, sichern dem Stücke trotz mancher Schwächen den Erfolg, der ihm anch in Laibach znteil ward, wozu die treffliche Aufführung viel beitrug. Die Vorstellung war gewissenhaft vorbereitet, die Regie ging verständnisvoll auf die Absichten des Dichters ein, dem anch die Tarsteller liebevoll entgegenkamen. Dein Hanpterfordernw des modernen Dramas, Leid und Freud des Menschen lebenswahr darzustellen, entsprachen sie in überraschender Weise und es gelang ihnen dnrch Streben nach Natürlichkeit und Verinnerlichung das Interesse für die dichterischen Gestalten bis zum Schlüsse zu fesseln. Herr Kurt W eng er verkörperte in glaubhafter Weise schon dul-ch seiu jugendliches Äußer<> den l 7jährigen Quintaner. Die Seelentämpfe, die dieses voll HanS und Schnle gequälte Menschenkind durchzukämpfen hat, wnßte Herr Wenger, wenn auch nicht erschöpfend, doch mit erschütternder Wirkung zum Ausdruck zu bringen. Seine Tarstellung zeugte vou schauspielert scher Intelligenz nnd Begabung. Für die an einen rohen, ungeliebten Mann gefefselte Gattin und Mlltter, deren Liebe zum Sohne, der nach ihr iil Sehnsucht vergeht, zu spät erwacht, fand Fräuleiu Ranscher einoruckovolle Töne des Schmerzen und der Leidenschaft, die in den Höhepunkten packten und mitrissen. Dem brutalen, egoistischen Gatten und Vater verlieh Herr M a h r die richtige Physiognomie mit robnster Natürlichkeit. Den prächtigen, gesiw nungstüchtigen Supplenten, der so herzhaft gegen das Unrecht loozieht, sprach .<ßerr N e n r i ch >n:t dem warmen, herzhaften Tone der Überzeugung und erzielte fogar in der Konfereuzszeue einen demon« strativen Beifall. Fräulein Voecker gab die brave Tante ganz brav aber uninterefsant nnd zu weinerlich. Fräulein Rivrel erzielte »lit der liebenowurdigen nnd launigen Zeichnung der Rolle einer plandel"' haften, gemütlichen Wienerin einen separaten Hervor-rnf: Fräulein Hold gab einen Backfisch recht lieb. Nebenrollen spielten die Herren Weiß m üIle r uud B a st a r s sowie Fränlein Ernotti verdienstvoll, Herr Mollik karikierte unpassend operettenhaft einen Tchuldwuer. Es gab reichen, rauschenden Beifall nach jedem Aktschlüsse, auch wahrend der Szene, nnd die Träger der Hanptrollen wnrden durch viele Hervorrufe geehrt. — Die gestrige Aufführuug der Wiener Operette „Das Wäschermädel" trug die Phy» siognomie aller Sonntagsvorstellnugen: ein volles Hans, fröhliche Stimmung und Veifallslust, die auch dem Minderwertigen zugute kam. Als Wäscherniäoel entwickelte Fräulein Pola übermütige Laune, natürliche Vettx'glichkcit lind naive Uugezwnngenheit, wobei sie auch dem gesanglichen Teile gerecht wnrde, was man von den anderen Mitwirkenden, wenn anch ihren braven Leistungen Anerkennung gezollt werden muß, gerade mcht behaupten kann. Besonders schiem Fräulein Ziehrer indisponiert. Fesch nnd pikant gab Frl, Rivrell einen flotten Debarder und holte sich einen separate» Applano. ''?- '* (Philhar »n onisch (! GcselIschaf t.) Pictäwoll ^öffnete die Philharinonische Gesellschaft ihre .'»lonzertsaison mit riner don Mn,n«n Vrnck-n r rc' li«ix'ihton Gedächtnisfeier, indem die Vortrags-ordnling dos gostern veranstalwwn 1. Mitglieder-Konzertes die Traueriuusik auf den Too des Meisters von Otto Kitzler und die 1871 entstandene zweite Sinfonie m Omoli don Bruckner enthielt. Beide Werte iibten tiefon Eindruck auf dcis zahlreiche Pu-blitiim. dao ihrer trefflichen Wiedergabe reichen Beifall Zollte. — Ein ausführlicher Bericht folgt. 'I. Telegramme its l. l. TtltWMn'wresMüenz-VnttM. Nucktritt des Grafen Goluchowski. Wien, 22. Oktober. Der Minister des Äußern, Graf Golnchowski, hat Seiner Majestät sein Portefeuille zur Disposition gestellt. Seine Majestät hat die Demission im Prinzipe angcuommcn. Rußland. Pctersburg , 2l. Oktober. Die Petersburger Telegraphen-Agentur ist ermächtigt auf daZ bestimmteste zu ert'lliren, daß die umlaufenden Prchgeriichte über angebliche Verhandlungen oer russischen Negierung ztvect5 Abschlusses einer Anleihe im Auslande völlig aus der Lufl gegriffen find. Ebenso entbehren die Prch,n ach rich ten, denen zufolge einzelne Bank-Häuser, insbesondere das Hau6 Notschild, eine ablehnende Haltung eingenommen hätten, jeder Begründung, da weder an dc>5 Hmis Notschild noch an andere BmittMiser Angebote gemocht wordm sind. Petersburg, 21. Oktober. (Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) In einem Interview mit einem Mitarbeiter der „Novoje Vremja" erklärte Ministerpräsident Stolypin kategorisch, der Zusammentritt ocr Ncichsönma nxrde, wie angekündigt, am 4. März 1W? erfolgen. Nach Prüfung des Wahlgesetzes durch den Senat stände kein Hindernis im Wcge, die Wahlen vorzubereiten. Ter Erlah iiber die Gleichberechtigung der Landbevölkerung lverde vorcmssichtlich beruhigend auf die Gesellschaft wirken unö sie davon überzeugen, oah die Negierung da^ bekanntgegebene Programm ansrichtig dnrchfiihren werde. Tie Negiernng luird sich elx'nsuwelng von den, rechtsstehenden „Verbände russischer Leute" wie von einer anderen Partei in da5 Parteigetriebe hin» einziehen lassen. Petersburg, 21. Oktober. Heute fand auf der Werft der Guleereninsel der Itapellauf des Panzerschiffes „Anorej Pervozvanij" statt, des grötz-ten Panzerschiffes, dao Nus;land nun besitzt. Das Schiff hat einen Gehalt von 17.Wl> Tonnen, ist 4tts) Fuß lang, !-><) Fns; breit, seine Fahrgeschwindigkeit beträgt 18 Knoten. Auf dein Schiffe sind sechs Drehtürme errichtet, die mit 12 zwölfzölligen und acht zölligen Geschützen verschen sind. Die Armierung des Pmizerschisfe5 bilden ferner 12 Geschütze zu 120 und 75 Millimeter sowie drei Drcilinien-Maschinen-Gewehre. Schiffsungliick. Vladivostok, 21. Oktober. (Meldnng der Pctertzburger Telegraphen-Agentur.) Der russische Dampfer „Varjagin", der gestern früh den hiesigen Hafen verlies;, geriet anf einen Torpedo und sank sofort. 2l!<1 Passagiere tamen nm^ Leben, einer wurde gereitet. Unwetter. N e w y ork. 20. Oktober. Nach Meldungen au5 Willemstad hat dort l»in Unwetter, das von schweren Regengüssen begleitet war, elf Tage lang angehalten. Seincn Höhepunkt erreichte es in der Zeit vom 11. bis zum l l. d. M. Viele Wohnhäuser, Ställe und Plaw tagen haben stark gelitten. Im Hafen wurde eine Bnrlc völlig zechört. — Von der Insel Bonaire wird gemeldet, dah die gleichnamige Hauptstadt überschwemmt und verschiedene klcine Fahrzeuge auf den Strand geworfen worden seien, von denen drei als verloren zu betrachten sind. Menschen sind hiebei nicht ums Leben gekommen. Newt) ork, 21. Oktober. Bei der Insel Mata. snmbe (?) in der Floridastraße ist durch den Zyklon mit den untergegangenen Naggerschiffen eine größere Anzahl von Personen uüi5 Lebeil gekommen. Man, schätzt die Zahl auf fünfzig. Angekommene Fremde. Hotel Elefant. Am 17. und 13, Oktober. Schreyvogel, Gutsverwalter, Mistelbach. — Herget, Private, Schlalenwerth. — Nrämmer, Thonhauser, Kflte., München. — Brraui, Private, Gagliauo. — Levy, Ksm., Paris. — Wolsegger, l, l. Laudesregierungstonzipist, Völlermarlt. — Petris, Kfm, Vrioni. — Häutemann, Kfm,, Nürnberg. -^ Eger, Prokurist, Eisner«. — Skutetzly, Kfm,, Linz. — Baron Schöuberger, l. l. Vczirlshallftlmann, s. Fran, Stein. — Nudesch, Gutsbesitzersssattin, Reifnitz. — Arigo del Lago, Privat, Feldtircheu. — Venussi, Framalsich. Afolorio, Beamte; Müller, Mangold, Me.; Trieft. — Dr. Wallner, t. u. l. Stabs-arzt; Grüuhut, Kfm.; Reinisch, Obcringenieur; Micko, Müller, Kalb, Vertreter: Veisinger, l. l. Postofftzial, Graz. — Sonnenschein, Hertmllnn, Kflte., Agram. — Fischer, Kfm., Linz, — Muck, Kfm.. Prag. — Horden, Renther. Ingenieure; Fischer, Wallisch, Cheid, Reinhard, Steiger. Högendorfer, Schlosser, Hebesderger, Nlimtschal, Goldberger. Ellbogen. Filipft, Kolb, Vachmann, Freibeiger, Lederer, Pribram, Fleischmann, Weiß, Schulhof, Steinberg, (Nroßmann, Wohrischet, Feldbauer, Engl. Kflte., Wien. — Leuiel. Kfm., Leipzig. — Deutsch, Kfm,, Groß-Kanizsa. - Fodor, Kfm., Budapest. — Löbl, Kfm., Bozen. — Kvede^ Ksn!'' Cilli. — Vozimovii, Kfm., s. Sohn, Knjazevac, Landestheater in Laibach. 13. Vorstellung. Ungerader Tag. Montag, den 22. Gktouer 1906. Das süße Mädel. Operette in drei Akten von Alexander Laudsberg und Leo Stein. Musil von Heinrich Reinhardt. Anfang halb 8 Uhr. Ende 10 Uhr. Lottoziehungen am 2(1. Oktober 1900. Graz: 80 24 15 44 64 Wien: 75 65 64 21 4 Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Seehöhe 306 .i m. Mittl. Luftdruck 736 0 »»». ^ 2 ll.Hi. ! 740 s 15'6, SO. schwach hlllb bewVltt ^" 8 » Nb. ,741-9, 10 2j windstill heiter 7U. F. > 743 1 70 S. lchwach Nebel 21. 8 » N, 7419 14 6 windstill heiter 0 0 9 » Ab. 742 2 l 9 2 » » 22. 7 U.F. 741 9 j 7'2 » > ' Nebel > 0 0 Vas Tagesmittel der Temperatur vom Samstaa. betragt l06°, Normale 9 7°, vom Sonntag 10 3°, Normale 9 b". Verantwortlicher Nedatteuri Anton F u n t e t. ! Danksagung. > Für die allseitig enlgegeilgebrachte herzliche An-» teilnahlne schon während der Krankheit und an- > läßlich des Ablebens meines inuigstgeliebten, guten « Gatten, beziehuilgsweise Vaters, des Herrn ! Karl Binder > Fabrikant ! wie auch für die schönen Kränze und das ehrende > Geleite zur lchten Ruhestätte spreche ich im eigenen > und im Namen meiner Kinder allen den wärmsten > und besten Dank aus. > Laib ach, am 20. Oltobel 1906. ! Marie Binder geb. Michel. Offenes Schreiben an den Theaterdirektor Herrn Verthold Wolf in Laibach. Mit grußem Befremden haben die Besucher der hiesigen Openworstellungen wahrgenommen, daß Herr van Erpekum, der bei seinem einmaligen Auftreten allerdings an arger Heiserkeit litt, im übrigen aber den Eindruck eines tüchtigen und gnten Sängers machte, seither nicht mehr aufgetreten ist, wohl aber zwei andere Sänger, die sich nicht die gleiche Sympathie zu erwerben verstanden, die Herr van Erpetum genießt. Da das einmalige Auftreten des Herrn van Erpekum für das Publikum nicht maßgebend sein tonnte und er jedenfalls den beiden Sängern, die nach ihm aufgetreten sind, weit vorzuziehen ist, so stellen wir an Sie das dringende Ersuchen, Herrn van Erpelum in der nächsten Opernaufführuug nochmals auftreten zu lassen, damit sich die Besucher der Oper ein klares Urteil über diesen Sänger bilden können. Wir geben der sicheren Erwartuug Ausdruck, daß seiteus der hiesigen Theaterdirektiun endlich auch enlmal den Wünschen der Mehrheit der Theaterbesucher Rechnung getragen werde. ^457?) Zahlreiche Logen- und Sitzabonnenten. «^ ^R4^ ^^^ betragen die jährlichen Haupt» ^^ treffer in unserem Inseratenteile angebotenen, auch durch lleine Monatszahlungen zu beziehenden Losgruppen der Wechselstube Otto Spitz, Wien 1., welche Firma alle Losrevisioncn und finanziellen AusMnfte für die P. T. ^cser sorgfältigst und kostenfrei übernimmt. (4574 ») DlllltslMllg. l Mit betrübten! Herzen sprechen wir allen jenen, I welche uns so viele Beweise inniger Teilnahme ! während der Krankheit sowie bei dem Hinscheiden ! unseres inuigstgelicbten, unvergeßlichen Vaters, be» l ziehungsweise Onkels und Schwagers, des Herrn Peter Vwmov8 ! Oberinspektor der k. l. österr. Staatiibahnen i. R. I in su herzlicher Weise ciitgeaeiibrachten, weiters ! für die schönen Kianzsprnden und die zahlreiche Begleitung zur letzten Ruhestätte den tiefstgeflihlten l Dank aus, Laibach, am 20. Oktober 1906. ! Die ticftraucrndcn Hinterbliebenen. ^^l>l«H»H«««'» » D>e rechtzeitige Veröffentlichung der ^lNzUlNlNz. Todesanzeige Namovs ist infolge Versehens der Vruckerei leider unterblieben, obwohl sie von der Vestattungsaustalt Doberlet rechtzeitig bestellt worden war. Für alle Beweise licliruollrr und herzlicher l Auteiluahme, die un? «„läßlich des schmerzlichen ! Verlustes unserer teuren, unvergeßlichen Tochler, l bezw. Mutter, der Frau l Emilie Beuc8 »°b. Urbas Apothekcrswitwe ! zugekommen sind. bitten wir unseren wärmsten. ! tiefempfundenen Dank auf diesem Wege entgegen, l nehmen zu wollen. (4569) Laibach, den 20. Oktober 1906. I Die trauernd Hinterbliebenen. Wer die Strömungen und Bestrebungen unseres %£ A J§ 4^ M& ^ A 0^ modernen Kunst- und Geisteslebens in einem | 1 1 I JLft Ms X| humoristisch-satirischen Zeitspiegel betrachten I H II ^^ 111 #J und verfolgen will, der lese jeden JKontag J 9% WM V Ji 4^# die neueste summer der pnehner VHBifrHHHvMBHB €inzelverkauf und Abonnements bei lg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberff in Laibach, Xongressplatz ]^r. 2 und Südbahnhof (Kiosk) sovie in Steinbrück, Süöbahnhof (Kiosk), w Die Kinder gt-deihen rorzÜKllch dabei «nd leiden nlclit an V»>r(lauiiiiffSHlörunp. Hervorragend bewährt bei Brechdurchfall, Dannkatarrh, Diarrhöe etc. ' Ton TauNcndcn von Aerzten dea !»• nnd AuülaiideH eniDfuhlen. Beste Nahrung für gesunde und magenkranke Kinder. I Käuflich in Apotheken u»d Drogerie«. f Fabrik diät. Nährmittel R. KÜfEKE Wien, I. und Bergedors-Hamburg. ^1 ^ %^^^JAvHB S' üailllchei Zeitung 9K, 242__________________________________ 227» 22, Oktober I90S, Kurse an der Wiener Dörft (nach den» offiziellen Kursblatte) vom 20. Oktober 1906. Die notierten Kurse verstehen sich in kronenwährune. Die «^»ie-una, sämtlicher Nltien und bei „Diversen Lose" versteht sich per Stück. Geld Ware Allgemeine Staats« schuld. Einheitliche Rente: lonv. steuerfrei, Kronen .Nlll.Nov.) per Kasse . , 8840 98 6<> drliv (IüN'Iuli) per Kasse 98 2b 98 45 4 2 °/„ b, W. Noten (Febr.Nug.) per Kasse......9S 7« 99 9l> 4 2°/,e, W, Silber («lpril.ON,) per «aste , . . , . . 9« 75 99-95 i860« Gtaatslose 500 sl, 4 »/<, 154 50 156-5» 1««>« „ l«0 fl, 4 »/„ «o«'- Ül8 ' l8«4« ,, l<10 sl, . . L7ä - 275- l8S4tl ,, 50 fl. . . li?8>- li?5'- lom.Pfandbr, a 12« fl, 5°„ 29u- 29150 Staatsschuld d. i. Neichs. rate vertretenen König» reiche und Länder. ^fterr. Golbrente, stft,, Gold per Kasse .... 4«/„ ,16 2« l16'4<^ tfterr. Rente in Kronenw. stfr., Kr, per «asse . . . 4"/„ be 7n 9l,-95 tell« per Ultimo . . 4«V„ 8875 99 l<5 ÖN, Investition«, Rente, fifr,. Kr. per Kasse . 3'/,°'« 8865 88-t>b zistnba>iN'3lllllt«schlld> > vklschreibungln. El Üab'elhbahn in G.. sl.uerfrci, z,l 10.000 fl. . . . 4"/n ,17 — - --Franz Josef «ahn ln Silber (biv, Vt,) , . . b'/4°/c ^orarlbergei Bahn, steuerfrei, 400 Kronen . . . 4°/« 0925,00:5 Zu lzsIKM 5'/<"/„ von 400 Kronen . , . .46,— 464'-detto Linz.Vudweis 200 fl. °, W. C. b'/<°/« ... 4»6 - 440'-bettv Salzburg-Tirol 200 l. 5, «j S. 5"/n . - , -!2b'- 429'- Geld Ware Po« Slant« zur Zahlung «b«. »ommlnl Eisenbahn »Priorität». Dbligaüontn. Äöhm. Wcstbahn, Lm. 1«95, 400 Kronen 4°/„ , . . , 98'l0 S9ö« Vllsabethbahn e«0 und »000 M. 4 ab 10"/,.......116 40 ,1?^js Elisabethbahn 40« und L0«0 M, 4«/„........li? - HU- Franz Josef »Vahn Em. 1884 (div. St.) Vilb. 4°/« . . 9« d« 99 U' Galizische Karl Ludwig ^ Babn lbiv. St,) Silb, 4°/„ . , 9K 60 9N k« Ung.-galiz, Vahn i!0« fl, 3. 5",^ iii-?b 11L?.'' !8orarlberger Bahn Em. 1884 (biv. St.) Silb, 4", . . 9940 100 4<> Staatsschuld der Länder der ungarischen Krvne. 4"/» mig, Golbreittc per Kasse , 112 15 112 «5 4"u detto per Ultimo 112 1» il2 35 4«u ung. Rente in Kroncn- währ. Nsrei per Kas,e . . 9430 9450 4°„ dctto per Ultimo 94 »0 «4 5i> 3'/,"/« drtto per Kasse . 83 85 84 ob Ung, Prämicn»Anl. k ION fl. , L»4'5N 2l!t>'5>! betto k 5U fl, , 20» 65 20i) 4°/<, froat, u, slav, Grnnbentl.^ Oblig........96--- 97 2l> Andere öffentliche Anlehen. Vos». Lanbrs'Nnl, (biv.) 4"/« . 93'«5 946U Vosn. ° Iierceg, ltisenb. -- Lande«. Nnlehen (div.) 4>/,°/i> - > i<9 6'^ 100 e.°> 5°/« DonauReg.Mnleihe 1878 IUÜ'75 IM! 7.°> Wiener Vcrlrhr«Mnleihe 4°/« 98- l»9 -betto 19«« 4"/u 98 90 9Ü-90 «üllchen der Stadt Wien . . 101-65 I0L>5 drtto (T, ob. G.) . . . iLl-40 l^2-4ü detto (1894) , , . . 9«! 25 97 3." betto (1898) . . . , L«-öO 99 e> detto (1900) , . . . 98-50 99 .'s detto Inv.°«l.) 1902 . U8-l0 99'6l> ^örsevau-Änlelien verlosb. 5°/« 9950 100 5<> Vulg, Staat«rlseiib.'Ht!p..Anl, 1889 Gold .... ß«/u 118'45 119-4.°, Vulg, Staats. Hypothelar Anl, 189li......N°/» 118 90 119 9<> Geld Ware Pfandbriefe lc. Vodenlr,,llIlg,öst,i!i5oI^I,4°,u 9850 99-Vöhm, Hyplltheienbanl Verl. 4°/<, 99- 99 75 ZeiitralVod.-kred-Bl,, östrrr,, 45 I, Verl. 4>/,°/» . . - 102— —-Zentral B°°,.Kred,-Bt., österr., 65 I. verl, 4°/o . , . . 99b« 160-50 Nrrd,-I»st,,österr..f.Beri..Unt. u.üsseiU!,Arl!.Kat.^dl,4" „ 98- 99 — Landelo, d, Kön, Ealizlen und Lodom, 5?>/, I. ruckz, 4"/(, !>s— !!8'1<> «lähr, H»poll,elenb. verl. 4"/„ 9850 !!9 k>0 N.österr, ^aude«.Hyp..Nnst.4''/>, 99 L5 100-25 brttu iüll, 2"/l,Pr. verl. 3'/,"/l, 92— 92 i,n detto K.'Schulbsch. verl. 3>/,°/^ 9150 9250 detto verl. 4°/« 99-15 iNOiö Osterr-'ungar. Van! b0 jilhr. verl, 4"/o ü. W.....98-60 99 eo detto 4°/^ kr.....99-45 100-45 Spart. Löst.. 60 I. veil. 4°/« 10NI5 l0l ib Eisenbahn Prioritäts Obligationen. t'ferdinllndi.siordbahn Lm. 1886 99 70 lOO'.u detto Lnl. 1904 100— 10080 Österr. Noidwrstb, i00 fl, S, . in^'75 105-75 Siaatsbahn 50« Fr..... 41? - N6 - Siidbahn 5 3"/o Jänner »Juli 5.00 Yr. « >l?5 S( Diverse Lose per Ztiicl). Perzinüliche fose. 3"/u Vodeulrcdit.^oic Em, IiB,.Änl, Pram,.0blig. 4«o ssr. per Kasse . . . i«i 2« 162-20 detto per M. ... 161-40 i«2-4!> Wiener Komm.llose v, I. 1874 5025« 512 5!? Gew,Schuldv, d.Bobenlr..Anst, Vm. 1889 88- 94-^ Nltien. Hranlpllll.Zlntemtlimmlgln. «nssig.Tepl. Lisenb, 50« sl, . 2420— 24U6-- Völim, Nordbahn >5« sl. . . 378-— »75- Puschtiehrader Visb, 500 fl. KVi. 2985'— 2995-- detto (Ut, ll,) 2UU fl. per Ult. li35— 11^0 Donau . Dampfschiffahrt« > Ges., 1., l, l, priv,, 5N0sI, KM. 1039— 1048 45 Dux.Vodenbacher Eisb. 40« Kr, 550'— 55«-- sscrdina,ldö.Norbb,io00sl.kM, 5660- s)g9u-Lcmb.> Eisenbahn- Gesellschaft, L00 sl. S , 581- 582 — Llot>d,0sterr,,Trieft.,50«fl.KM, 778-— 784-- Österr. Ilurbwestliahn 200 fl. S. 45« — 451 5» dettll(!it,iz,)20«fl,S,P. Ult. 449- 45,- Prag'Duzer Eise» b. 100 fl.abgst. z«u— »Li! 50 Staatseisl». 20« sl 3, per Ultimo 677 35 688 25 Südb. 200 fl, Silber per Ultimo 18125 ,82 2 Sildüorddeutichc Verbindungsb, 200 fl. KM......408'— 41U-- TramwnY'Ges., neue Wiener, Prioritätt-Mtien 10« sl. . —-— — -Ungar, Westbahn (Naab>Graz) 2A> fl, S.......4«?'- 409-- Wr, Lolalb..Mtie».Ees, 20« fl. ,90'—------- Vanlen. Annlo.Österr. Äanl, 120 fl. . . 316 5« 317 50 Äaulveiein, Wiener, per Kasse —— - -— detto per Ultimo . . . 554 50 555 5,, Boden!r,.3lnsl. öfter»,, 2««fl.S, ,0/,5— 1055-- Zcntr,'Bod,.Kredb, öst., 2N« fl. 554- 558-Kreditanstalt für Handel und Gewerbe, 16« fl,, per Kasse —-— —-- betto per Ultimo 671 25 ö?L 25 Medübanl aNg, mig,, 20« fl, . 809 6« 81060 Drplisiteübanl, alia., 200 fl. . 453-— 45K- Eiüompte > Gesellschaft, nieder» üsterr., 40« Kronen . . . 579 — 5805,, Giro» und Kassenverein, Wiener, «0« fl........454— 458 — Hyputhelenl'anl. österreichische, 20« fl, 80"/u E.....296'— 298- Landrrbani, österr,, 200 fl, per Kasse.......—— —- bctto per Ultimo . . . . 444 25 4452i> „Merlur", Wechselst,. Altien» Gcsrlllchllst, iiU0 fl, . . . 681— l>»9-' Geld Ware Österr,.ung. Äanl I4«o Kronen 1759 - l?69 — Unionbaul 20« fl...... 5L6 25 567^5 Nerlehrsbant, allg,, 14« sl. . 337 25 33« 25 Industtil'Internlhmnngl«. Nauges,, allg, »sterr.. i«n fl. . 189— l4i — Vrüxerkohlenbergb,-Ges,loafl. 7N5-- 710 — Elsenbahnw,'Lc!hg,,erste, 100fl. 207— 211 — „Elbemschl", Papiers, u. !8,'G, ,77— i?s — Elcltr..Gcs., nlla..i>sterr.,2oufl. 450— 452 — betto inteniat,, 20«fl. 594— 59b 50 Hirteuberger Patr.», Zündh. u, Met..ssabril 4«0 Kr. . . ,1H<>- . 1128- - Liesiüsser Brauerei 10« sl. , , 29H- 297 — Mo»!aii.Oesellsch,,österr..alpine 597 50 5^850 „Poloi.Hülte", Tiegelgußstahl. F..«,.G. s<>« sl. , , . 53t-- 535 — Vrager Eise».Ind..Ges, Em, ,905, 200 fl...... 2765- 2775 — Nima.Muranu >Ta!gu.Taijaner «iifenw, 10« fl..... 5so 50 581 ü>I SalgU'Tarj. Steinkohlen 100 fl, 6,2— «18 — „Lchlöglmühl", Papiers.,20Sfl, 354— 3««-— ,,Schodnica", A,.G. f. Perrol.. Ind., 5o» Kr..... <>47 — 65?'— ..Stehrermüh!", Papierfabril und !K',.0...... 472— 476'— Trifailer Kohlemo..Ges., österr., in Wien, 1«c> fl........ 5ü!l— i«?'— Waggoii'Leihanstlllt, allgem., in Pest, 4«o Kr..... —-— — — Wr. Bangesellschast IN« fl. . . 159— ls« — Wiciierbergcr Zieaels..?llt..Ges. 793— 808'— Devisen. Kurze Sichten und Zcheck«. Amstcrbllm....... 198 8u 199 10 Deutsche P'ähe...... 117 5b 11775 London........ 34065 840 60 Italienische Nanlplähc . . , 95 SL 95 70 Harls......... 9z 42 9555 gürich und Vasel..... 95 42 sü'53 Valuten. Dnlatcn ....... 11-35 11-40 üo.ssranleliStücte..... 1» ,3 ,9 «5 !i0.Mllri-Stücle...... L3 48 28-I-ä Deutsche Ncichsbanlnole» . . 1l7 55 ,17 ?b Italienische Äantnoten . , . 95 55 95'75 Nudel Noten..... 2 53 25t von Keul«u, I'sHndbriefen, I*riorllttleii A kl leu, Lo*en elc, DevUen und Valuten. 65 Los-Versicherung. B&nk- -ia.3a.cL "^7"ecli.slexg-escl3.&ft I^aibnvti, S|>italpasHe. Privat-Depots (Safe- Deposits) I ¦u.n.t«r •lgrsaa.eiaa. 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