Mriftkitmg: >ttha»«gasse Nr. 5 W»weriac» $»»«). Brttra »>«> tuumlolt fip-ktrtfMAtigt. lilitlliaait i MH.MO. Ztr. 83. Zlomschek und Gxstintschar. Seit dem Ehrentage Goftintschars, deS wegen ärnhcns deS Mordes in Untersuchung gezogenen «lvermanneS, hat Sachsenfeld kem so großartiges | gesehen, wie die Slomschekfeier am letzten Sonn-l Eo, glaubte» wir, würden die windischen Fest-nhte beginnen. Man kann sich täuschen. Die Slomschekfeier ist hinter der Huldigung vor i Revolver weit, weit zurückgeblieben. „Trepalcna" ch davon nicht viel mehr zu berichten als: „Die |lB)t Veranstaltung — mit Aus-nhmedes Umzuges durch den Markt -vollzogfich zu großer Zufrieden-stilder Anwesenden." Dieser Satz athmet B das Gegentheil von überschwänglicher Begeiste-Ein vernünftiger Sachsenfelder liefert uns lit'tehenden wahrheitsgetreuen Bericht von der 3*1* : .Die drei „Herren" von Scchsenseld hatten eS sich h In Lepf gesetzt, Sachsenfeld müsse auch seine tk^schekfeier haben. Warum? Da» wussten weder % osch wir. Die Sache ist aber auch darnach aus-»»! «m Tage der „Feier* hatte unser hübscher Ivit sein gewöhnliche« sonntägliches Ausseben. Nur l» Aizahl ländlicher Besucher deS nachmittägigen lXUtinisteö belebte die Straße etwa« länger als bfi, in der Hoffnung, dass eS etwa» zu sehen geben take. Sie hatte» stch aber arg getäuscht: Mehrere »moehrmänner unter Vorantritt d«r „berühmten ovcki, xoäbs" und mit dem bekannten Ministerial-tmlni als Flügelmann marschierten zum „Hodnik". dt dem frühzeitigen Aufbruche deS Dritteldutzend'S »msmdcr Mitglieder der „oberen Zehntausend" deS kmthille« zu schließen, muss eS ein ungewöhnlich feiet Zauber gewesen sein. Außer einigen trunkenen Milden Juchzern hörte man von der Geschichte nichts. $A Geschrei und wenig Wolle!" Das scheinen die bjen Eachsenfclder Gastwirte schon iveg zu haben. Ban hatte ihnen an'S Herz gelegt, sich für die Be-»mmiz von 2000 Menschen vorzusehen — sie strichen Stt Sund der zehntausend Hoffnungen. Ls den Erinnerungen eines anglo-chinesischen Geheim-Polizisten. Echo» mehrmal« war ich von der Regierung a Piims, mit geheimen politischen Missionen be-l!»l worden. Ich bin von Geburt Engländer, r« abec schon als Kind nach China gekommen md Ivrach das Chinesische wie ein Eingeborener. Eine» Tages empfieng ich eine wichtige Bot» tan vom Ministerium. Man theilte mir mit, ufl 6e. kaiserliche Majestät, der Sohn des Him-wlf, «einer Dienste bedürfe. Demüthig, wie es mm Sterblichen, den die Götter ehren, geziemt, I-ischle ich in der Audienz den Worten des ersten lioiikltt». .Wir haben erfahren*, sagte er, „dass »kuiking eine geheime Gesellschaft besteht, die sich dn„vund der zehntausend Hoffnungen" nennt. $tl wissen wir, aber weiter konnten wir nichts KraMelommea. Der Gouverneur von Nanking »am zwar, dass seine Feinde die Angelegenheit tut »deririeben hätten. Aber wie ich aus anderer Liille töte, ist die geheime Gesellschaft ziemlich Ehrlich. Sind Sie nun bereit, die Zwecke und Zick be« Bundes zu erforschen? „(Seine." ,6te begeben sich unverzüglich nach Nanking ad sprechen bei dem Gouverneur Chung-Ki vor. ®e »erden ihm diesen Brief überreichen und dann haavtzusinden suchen, in welcher Weise Sie am «llsamsten zusammen arbeiten." Ich war entlassen. Nun begann ich zu überlegen. Ich wusste, HiM, Donnerstag, 18. Hctoßer 1900. ruhig zwei Nullen weg und kamen so ziemlich auf ihre Rechnung! Wie lange werden sich wohl die besseren Leute ron Sachsenfeld von einem herge—kommenen Triumvirat territoristeren und narren lassen? Ein wegen Revolver« Handels fortgejagter Lehrer, ein Vereins- und Genossen-fchaftSmeier, der das leichtgläubige Bolk mit feiner „ministeriellen Thätigkeit" anschwefelt und der Secretär eine» geldlofen Geldinsttute»: Das find die Herren von Sachsenfeld l Oestitamo 1" Man steht, dass die Ehrung GostintscharS viel glänzender war, als die Slomschekfeier. Das Pikante dabei war aber nicht der Verlauf, sondern der Um-stand, dass die politische Behörde die Slomsekfeier als politische Demonstration ursprünglich verboten hat, welches Verbot, wie die „Trepalena" meldet, wider« rufen wurde. Ob dieses Verbot der liberalen oder der clericalen slovenischen Bewegung zugute kommt, werden die „Gewissen" schon wissen, jedenfalls ist es jedoch seitens der slovenischen Presse recht lächer-lich, die Sache so zu deuten, als ob der Wahlwerber Dccko für so wichtig gehalten würde, dass die Re-gierung gegen feine Wahl beizeiten einzuschreiten für gut findet, und dass desshalb die Ftier untersagt worden ist. Wenn der kleine Wahlwerber auch noch so wenig echte Sympathien und Respect besitzt, so brauchen die Sachsenfelder doch nicht erst eineSlomschek-feier, um den füdsteirischen Adonis wählen zu gehen, obschon der Gute mit und ohn? Il/ie Stimmen durchfallen wird. Am weisesten, wie immer in den aller-wichtigsten Fällen, benimmt sich in der äußerst groß-artigen Angelegenheit das slovenische Orakel von Trieft, die „Edinost", welche den Sachsenfeldern klar macht, sie wären die fürchterlichsten Verräther an ihrem Blute, wollten sie P o m m e r wählen! Die Anhänger HausenbichlerS und die Ge-bürgermeisterten Schürzers, die Wähler Berks' wer-den sich das sehr zu Herzen nehmen! Da gibt es keinen Spass. Kri ni voda! Indessen ist man der dass die Provinz mit geheimen Gesellschaften übersät war. Die Mehrzahl strebte darnach, die Mandschu-Dynastie zu stürzen. Nach zwei Stunden hatte ich Peking bereits verlassen, besand mich aus dem Wege nach Tientsin, wo ich einen Dampfer nach Shanghai bestieg. Als Chinese betrat ich daS Schiff, als Engländer ver-ließ ich eS. E« war mir leicht, als ein Chinese zu gelten. Der Schnitt meines Gesichte« ist etwas orientalisch. Ich besitze nicht allein dunkle Augen, sondern sogar hervorspringende Backenknochen. Ohne diese Eigenthümlichkeit wäre meine Nationalität schwerlich zu verbergen gewesen. Selbst da« Haar ließ ich nach chinesischer Manier wachsen. Al« Europäer trug ich eine Perrücke. In Nanking besuchte ich sogleich den Gou-verneur Chung-Ki. Er war ein Mann von mitt-lerer Größe, sehr mager und hatte ein Gesicht, von dem man die Verschmitztheit ablesen konnte. Dem Manne entgieng sicherlich nicht«, nicht da« Geringste meiner Kleidung, noch meines Gesichtes oder meines Auftreten«. «Ich habe eS nicht erwartet, Sie wie einen Europäer gekleidet zu sehen", begann er meine Person musternd. „Ich kleide mich gewöhnlich, wie man e« am wenigsten erwartet", war meine Antwort. „Verzeihung, mein Herr", fuhr er fort, „Sie sprechen zwar äußerst fließend chinesisch, haben aber dennoch einen fremden Accent." »Diese Bemerkung wird mir heute zum ersten-male gemacht, Excellenz." „Seltsam", murmelte er. PerwaNung. RatkbauSgasi- iftr.S <£BaratcTl«e»: Dir» »t« t)«|t »«,»,«»: ... I. 1-4» Salbnlitiq ... ff. 5 JO «mUttil ... II. 6'40 BU» i illt ntt All»«»,», In I Haut: Dtonatitit . S • . H. —"96 »Urteil««» ... I. 1-5« . . . . II. .V— »»Ntzjädil« ! . . (L «*— Mtt'l «-«>«»» tttOtUii-> ,» die (»anti »{Tstatan$#-UW 111; tu •tagrtritne >d»nile»ei>I« tcltcn bi« tut KtticdcDuna. 25. Zayrgang. Meinung, das die Sachsenfelder Importierten den zahlreichen Dummheiten, die man ihnen zum Nach« theil des Marktes aufS Kerbholz schneiden kann, eine neue hinzufügen und dem kleinen Herrn von Livadia ihre Stimmen geben werden, trotzdem gerade er mit den Interessen des Marktes mit der größtmöglichen Leichtfertigkeit gespielt hat. Wir meinen die G y m-nasiumsgefchichte. Den Sachsenfelder Herren Schullenten und sonstigen über Trojana hereinge-wanderten Politikern ist es freilich Wurst, ob der Markt früher oder später vollständig „auf der Tacken" liegt, nicht so aber — bei einigem Nachdenken — den dauernd Ansässigen. Die slavophilen Cillier Taschenpolitiker haben es hauptsächlich am Gewissen, dass der Markt vor der schrecklichen Plage eines slovenischen Untergymnasiums bewahrt worden ist. Eine Stätte slovenischer Cultur mit intelligenten Pro-fessoren, hundert Schülern und was drum und dran hängt und lebt: der Bäcker und der Fleischer und der Schuster und der Schneider: der Bau eineS An-staltgebäudes, die sonstigen nöthigen Neubauten, die alle anderen Gewerbsleute in Anspruch nehmen, die höheren Zinserträgnisse u. s. w.: davon blieb der „national ganz einzig tüchtige Ort" befreit, eine prachtvolle Geschichte, die der kleine lebhafte Wahl» Werber mit dem bis zur Lächerlichkeit zum „Slo-Venen* geschmeichelten Hausenbichler und ein Paar anderen „national" „reifen" „Politikern" den Sachsenfelder angestellt hat. Dass stch Cilli gegen die dort wirtschaftlich nicht fühlbare natio-nale Impertinenz in einer national höchst produc-tiven Weife wehrte, ist begreiflich, wie aber Sachsen-feld, dieser „slovenische" Ort par exceUence, dazu kommt, den Bau einer slovenischen Bildungsanftalt verbunden mit so viel wirtschaftlichen Vortheilen, ab-weisen zu müssen, ist manchem ein Räthsel, aber nicht nur unter den Deutschen, sondern auch unter den Slovenen; dem Dr. Z p a v i c in St. Georgen Ich hatte nämlich einen etwa« sremven Accent beim Sprechen au« ganz bestimmten Gründen an-genommen. „Wahrscheinlich ist Euer Excellenz Intelligenz größer al« die anderer Leute", fugte ich höflich. Er lächelte kühl. „In dem Briefe hier", sagte er, „werde ich ersucht, alle«, was ich über den „Bund der zehn-tausend Hoffnungen" in Erfahrung gebracht habe, Ihnen mitzutheilen." „Nach den Meldungen, die Sie gemacht haben", bemerkte ich, „wissen Sie wenig zu berichten. Ex-cellenz müssen jedoch nicht glauben, das» wir an« nehmen, Sie wussten nicht genau, was um Sie her vorgienge. Hot die Gesellschaft politische Zwecke?" „Unbedingt." „Halten Sie den Bund nicht für gefährlich?" „Nein. Gar nicht. ES sind nur einige KuliS, die sich von Geistern inspiriert glauben." Ich konnte nichtS Vernünftiges über den Bund auS dem Gouverneur herausbringen und gieng. Nach meiner Gewohnheit, auf der Straße alles, wa« um mich vorgieng. zu beobachten, bemerkte ich plötzlich, das« auch ich beobachtet wurde. Ich sah einen Kuli in einer grauen Blouse. Er schien in großer Eile zu sein und etwas Wichtiges vorzu-haben. Al» er ungefähr dreißig Meter von mir entfernt war, blieb er stehen, suchte etwas unter seiner Blouse, und da er nichts fand, gieng er den Damm und verschwand in einer Allee. Ich wandte mich und erhäschte mit dem Blick einen anderen Kuli in einer grauen Blouse, der in «in HauS schlüpfte. 2 „Vevtsche Wacht" 1900 bei Reichenegg zum Beispiel, einem Mann, der nicht nur als Politiker herumgehetzt, sondern für sein Volk auch Bleibendes geleistet hat, und dessen geistige Begabung und nationales Gefühl doch etwas höher zu taxieren sind, als daS der Cillicr slovenischen natio-nalen Schmaro^er, die die nationale Bewegung nur befördern, weil es dabei für sie viel Geld zu ver-dienen gibt. Za, ja. das Sparherdfeucr der nationalen Begeisterung der Detschko, Vretfchko. Wasch. Sernec hat die Sachsenfelder zu den bedeutendsten Politikern der alten Welt herausgebacken und eine Einfalt reifen gemacht, die ihresgleichen sucht. Die ersten Familien sind dabei auf die Trommel und den Hund gekommen; und mit dem ehemaligen Wohlstand gieng in Sachsenfeld auch die traute Gemüthlichkeit flöten, es herrscht Langeweile in Sachsenseld. während sich die politischen Beherrscher dieses gesellschaftlich siechen Ortes in Cilli mit Saus und Braus in den auf Kosten der geldbedürftigsten „slovenischen Brüder' mit Prunk und Flitter gezierten Vergnügungsräume» über alle Bethörten in- und außerhalb Sachsenfelds lustig machen. Menschen von der Qualität der politischen Größen Sachsenseld? brauchen keine Slomschekseier mehr, um für den vom pensionierten Pfarrer Legula in einem Anfalle von prächtiger Laune zum Retter Oesterreichs erkiefenen slovenischen Bismarck Stimmen zu sammeln. „Nur die allergrößten Kälber wähle» ihre Metzger selber," heißt eS bei den Clericalen anderswo, aber nicht in Sachsenseld, dort wird daS anders gemacht: die ernennen die Mersliza zum slovenischen Gletscher uub bauen ihren allergrößten Metzgern Keuschen darauf. Da kommt, barfuß, freundlich lächelnd, der bäurische VolkSwitz herbei, nimmt kölnische Kreide in die Hand und schreibt ihnen auss Thor: ,LI«? za ialsko oslc !* So geschehen anno 1900. Auf zur Wahlurne! Sannthal, am 15. October 1900. Savintschan. Winke für die Weichsrathsw aklen. Im Jänner k. I. werden die Wähler Oester-reich« wieder zur Wahlurne beschießen, um ihre Vertreter in den Reich »rath zu entsenden. Der Wahlkamps dürste ein harter werden und deshalb muss da» deutsche Volk von jedem seiner Söhne verlangen, das» er seine Pflicht thue. Jeder Deutjche ist verpflichtet, sich genau über die Einzeln, heilen der Wahl zu belehren, damit keine Stimme verloren gehe oder durch irgend einen Formfehler ungiltig werde. Zur Aufklärung der deutschen Wähler wollen wir im nachstehenden einen kurzen Uederblick über alle die»bezügltchen Vorschriften und beachten»werien Umstände geben. Jetz« wurve die Sache mlereffan», wa» sollte die Verfolgung bedeuten? Nachdem ich etwa zwei Stunden, immer g«-folgt von einem Kuli, umhergelaufen war, fuchte ich da« Wirl»hau» auf, wo ich ein Zimmer ge-nommen hatte. Al» ich eintreten wollte, sah ich den ersten Graublousig«» am Eingang der Straße gehen. Ich hatte dem Gouverneur meine Adresse nicht angegeben, folglich war mir der Kuli nur auf seinen Besehl nachgegangen. Auf einem schmalen Gang, zu dem ein« schmutzige Treppe führte, lag mein Zimmer. Ich zündete mir eine Pfeife an und begann, mir die Situation klar zu machen. Dabei blickte ich zum Fenster hinau» auf schmutzig« Hinterhöfe und schrägt Dächer. An eine Flucht war nicht zu denken. Ich holte au» dem Koffer mein chinesische» Gewand, und dank dem orientalischen Schnitt meiue» Gesichte», hatte ich mich unerkennbar in einen Chi-nesen verwandelt. Um die Täuschung vollständig zu machen, setzte ich eine große Hornbrille aus und gieng nun hinunter in da» Gastzimmer. Drei oder vier Leute tranken Thee und plauderten. Ich ließ mir gleichfalls eine Tasse Thee bringen unv fetzte mich nieder. .Sie haben «inen Fremden hier? fragte ich ben Wirt. „Ja Excellenz.' „Wa» wissen Sie von ihm?' .Nicht» Excellenz. Euer« Excellenz ist wohl auch hinter ihm her?" „Auch? Wa» soll da» heißen?' Die Wahl in den Reichsrath erfolgt bekannt« lich nach Curien. und zwar bildet der Großgrund-besitz die erste, die H mdelskammern die zweite, die Städte die drille, die Landgemeinden die vierte und die allgemeine Wählecclasse die fünfte Curie. Hier wollen wir uns lediglich mit den letzten drei Curien befassen. Wahlberechtigt iu der dritten und vierte« gttrie, d. i. in den Stadt- und Landgemeinden, ist nach § 9 der ReichSrath»iva!>lordnung jeder, der „eine JahreSschuldigkeit an lande»fürstlichen directen Steuern von mindesten» vier Gulden zu ent-richten' hu. Direcie Steuern sind die Erwerb»-und die Einkommensteuern; bei Gewerbetreibenden genügt ein Suuerschein von fl. 3.15, da mit den verschiedenen Zuschlägen sich dieser Betrag auf fl. 4 steigert. E» ist nicht nöthig, das» der Wählrr diese Steuer für da» Jahr 1900 bereits entrichtet habe, es genügt, das» ihm für diese« Jahr die Steuer von fl. 4 vorge-schrieben ist. Wahlberechtigt in der fünfte« Kurie ist jeder österreichisch« Staatsbürger, der da« 24. L«b«nSjahr erreicht hat, mindesten» sechs Monate ortsansässig ist und der nicht infolge eines Verbrechens oder Vergeh?»» de« Wahlrechte» verlustig wurde. Nicht wahlberechtigt sind jene, welche in Wohlthätigkeit»anstallen oder vom Armen-sond erhallen werden, ebenso, wer in dauerndem Militärdienste steht oder zur Waff-nüvung einge-rückt ist. Die Einrückung zum Militär unter-bricht jedoch die Ses»hasligkeit nicht, d. h. wähl-berechtigt ist man auch dann, wenn der Aufenthalt in einer Gemeinde vor Einrückung und nach Ein-rückung zusammen wenigstens sechs Monate beträgt. In dieser Curie sind also ivahlberechrigt alle, di« weniger al« fl. 4 oder gar kein« direct« Steuer zahlen, Gewerbegehilsen, Arbeiter, Dienstboten, großjährige. nicht selbständige Söhne von Unternehmern u. s. w., Taglözner, Auszügler u. s. w. Z>irccte und iudiwte Wahl. Die Wahl erfolgt entweder direct, d.h. der Wähler gibt bei der Wahlcommission unmittelbar seinen Stimmzettel ab; oder in direct, d. h. die Wähler wählen zunächst sogenannte Wahlmänner, welch letzter« dann erst di« eigentliche Wahl de» Abgeordneten vornehmen. Direct wird die Wahl in d«n Städten vor-genommen. In den Landgemeinden und in der fünften Curie (mit Ausnahme der Provinzen Nieder-österrrich und Krain) besteht noch immer die in-directe 4Ba!yI: Je 500 Wahlberechtigt« (Urwähler) wählen einen W a h I ui a n n; die in jedem Bezirke aus der ursprünglichen Wahl hervorgegangenen Wahlmänner haben dann erst in weiterer Wahl ihre Stimmen sür ihren Bewerber abzugeb«n. Wählerverzeichnisse. In jedem Wahlorte müssen die Verzeichnisse der Wahlberechtigten ausliegen und sür jeden »Möcht?« Euere Excellenz nicht lieber da drüben ihre Freunde darum befragen?" Fünf Minuten lang saß ich ganz still, schlürfte meinen Thee und wagte nicht auszuschauen. Meine Gedanken arbeiteten blitzartig. Dann stand ich auf und gieng langsam, verfolgt von f«ch» Augen, hin-au» aus die Straße und schlug di« Richtung «in, wo ich zulegt den großen Kuli gesehen hatt«. Wirtlich stand er noch an derselben Ecke, vor demselben Hause. Ich gieng an ihn vorbei, nahm den Ausdruck eine» grübelnden Philosophen an und guckte verstohlen dann und wann über die Schulter. Plötzlich sah ich ihn nicht mehr, er war sort. Noch wanderte ich eine zeitlang, bis es dunkel ward, dann kehrte ich zu meinem Gasthau» zurück, um meinen Koffer zu holen, und sogleich mein Quatier zu wechseln. In dem Gastzimmer saßen nur zwei Leute, al» ich eintrat. Der ein« Mann schlief friedlich in einer Ecke. Der andere, ein alter mit einem Pack auf dem Rücken, schien ein Hausier zu sein. Auch er weilte scheinbar in dem Lande der Träume. Ich nahm Platz und bestellte zunächst etwa» zu essen. Kaum hatte ich den letzten Bissen meine» Mahle» hinuntergewürgt, so begann sich der Hau-sierer zu regen; dann fragte «r mich, w«lch« Zeit e» wäre. Ich antwortete, und nun wurde der Alte redselig. Er sei Hausierer und handle mit allerlei Dingen. Da ich ihm nicht» abkaufen wollte, sprach er von einem ganz geheimnisvollen Armband au» Jet mit Goldverzierungen, da» einzig in seiner Art zugänglich sein. ES ist wichtig für ied« Wahlberechtigten, sich zu überzeugen, ob ski» Name in der Wählerliste eingetragen ist. da «»! die im Wählerverzeichnisse Enthaltene» zur Wsjl zugelassen werden. Sollt« «in Wahlberechtigter i« der Äihl» liste nicht verzeichnet fein, so hat er diese» f ofDtt zu fordern. Auch deshalb möze nun d» Wählerverzeichnisse besichtigen, um Einspruch zi >.:• heben, falls jemand, der nicht wahlberecht^t, >» vielleicht schon todt ist, in denselben enthalte« il Jedem Wähler mus» in die Wählerliste EiiM zu nehmen gestaltet sein. Gegen alle Eintragungen in den Wähle»» zeichnissen steht die Aeclamation beim Gemeinde- oder Bürgermeisteramte offen. D* näheren Bestimuungen über die Reclamatio» nupn in der Kundmachung betreff» der Auslegung ttt Wählerverzeichnisse enthalten fein. Diese Neclam-tionen sind stempelfrei und können auch w mehreren Wählern gemnnsam «ingebracht werd». Jeder Wähler hat amtlich Legitimation und Waßhettel zu erhalt««. Die L«gitimation, welche den 5U«a de» Wahlberechtigten, sowi« die Zeit der Wahl »-hält und die zur Abgabe de» Wahlzettel» berich-tigt, ist bei der Wahl der betreffensen Commii« vorzuweisen; der Wahlzettel ist mit dem Ä a«e». dem Stande und dem Wohnorte dessen Q« man seine Stimm« gibt, auszufüllen und zwar au« diese» ordnungsgemäß und leserlich gt* schehe», damit der Wahlzettel nicht für ungiltig er» klärt werden kann. Bei Wahlmännerwahle» I« aus den Wahlzttttl di« Namen so vi«l«r Si#-männer anzugeben, al» aus die zuständige «Semeiiue (aus 500 Wähler «in Wahlmann) entfalle». Verdorben« Wahlzetttl körnte» zqa neue ausgetauscht werden. Jene Personen, die schon in der StäZte- wa Landgemeindecuri« auf Grund der direct«» staa» leistung wahlberechtigt sind, wählen auch »»< a der allgemeinen Wählerclasse, also zwei««^ Da» Wahlrecht kann in d«r Regel nur per* sonlich ausgeübt werden. Zum W a h l m a n n (bei indirecten SBjHIoi kann jeder in di«s«r Curie Wah lb«r«chtigtt gewählt werden. Wühlerversammlange« können nach Ausschreibung der Wahl oo« jtte-mann eind«ruf«n werden unv unterliegen nicht de Anzeige bei irgend welchem Amte. tzine Kundgeöung für Ar. Tomoia. Dem „Centralverein der Hilf«bea»te» da k. k. Ministerien und Behörden', Centrale ll. Währingerstraße 26, sind in der letzten Zeit reiche ^Zuschriften au« allen Kronländer» ]»p> kommen. Au» allen diesen Zuschriften spricht tat lebhafte Interesse, Nähere» über die Regeluaz da wäre, da« ich fehen müsste, aber welche» et ich wagte öffentlich zu zeigen. Ich forderte ihn auf, mich in ein M» zimmer zu begleiten. Al« wtr beide allein m 5« Stube waren packie er zitternd feine Ware» aul Plötzlich griff er mit der Hand unter die OCocie. zog ein Messer herau« und, ohne ein Won st sprechen gieng er auf mich lo«. Ich aber ihn mit größter Geschwindigkeit beim Ha»l>geln.'> und klirrend fiel da« Messer zu Boden. Mit einem Satz sprang er zur Thür, ixt ich fa{«te ihn beim Zopf. Da hielt ich ein« Pa> rück« in d«n Händtn, und nun sah ich. das« i «in junger Mann war, mit de« ich e« zu thu hatte. Mit einer schnellen Bewegung griff ich von hinten an, und sausend flog er mit de» Joi gegen die Thür mit solcher Gewalt, das» er s»s« niederfiel und regnung»lo» liegen blieb. Nun hl mir ein kühner Einfall. Ich entkleidete den Siecto den und schleppte ihn unter da» Bett. D» schlüpfte ich in mein Zimmer, legte fein seine Perrücke an, stand bald ganz wie er al» Hu-sierer gekleidet da und gieng hinau» auf die Stcaje. Da drängte sich in der Dunkelheit eine Sijtäü dicht an mich heran. .Nun?" flüsterte mein Begleiter. „E» ist alle» gut,' antwortete ich uad ahstt di« Stimme de« Hausierer» nach. „Schläft er?' .F«st." »Gut. Komme mit un». Da hast Dein- !Me bestanden. So sterben alle Feinde der guten 1900 Mung und der Bezüge der HilsSbeamten zu er-ßhren. Die VereinSleitung theilt nun mit. das« die Uaexzeit dem Vereine übermittelten Unterschriften k den Dr. Pommer'schen Antrag mit einem >»orandum in daS Abgeordnetenhaus am 7. Juni 13. von einer Abordnung de» VereinSauSschussc« > Lbgeordoetenhaufe dem Re>ch«ratbSabgeordneten tr>P 0 mmer üdergeden wurden. Hierüber berichtet ^stenographische Protocoll de« Abgeordnetenhause« te 58. Sitzung der XVI. Session vom 8. Juni 13., Seite 3675/76, Folgende«: „Dringlichkeit«antrag de« Abgeordneten Dr. Z. Pommer und Genossen auf Erlassung eine« ksetze», durch welche« die Stellung und die Be-jfy der nichtactiven StaaiSbediensteten (Diurnisten «d Calculanten) geregelt werden. In der Sitzung M hoben Abgeordnetenhauses vom 21. November IM haben die Abgeordneten Dr. I. Pommer, Ifelt, Franz Hosmann. Heeger, Dobernig. Dr. himann 0. Wellenhof und Genossen einen Gesetz-msr.f al« Antrag eingebracht, durch welchen die tbüunß und Bezüge der nichtactiven Staat«de-»»fielen (Diurnisten und Calculanten) geregelt «den. Ueber Antrag de« Reich«rath«abgeordneten ^ I. Pommer wurde dieser Gesetzentwurf am t December 1809 mit Umgehung der ersten Lesung Im Budgetau«schusse zugewiesen, wo er sich auch liue roch befindet, ohne bisher in Berathung ge» pgm worden zu sein. Dem Centra lvereine der HilsSbeamten der tl Ministerien und k. k. Behörden in Wien sind Pchnslen auS allen Kronländern mit zahlreichen werschriften von im Staatsdienste stehenden HilfS» tauten zugekommen, welche die dringliche BeHand-tut dieses wahrhaften NothstandSgesetzeS mit allen »der Geschäftsordnung vorgesehenen und zulässigen Mrjungen fordern. Im ganzen sind 3350 Unterschriften für Dr. Z. Pommer« Gesetzentwurf eingelaufen, und zwar iri Talizien 2100, Böhmen 1696, Ntederösterreich 1»06, Mähren 600, Steiermark 408, Tirol 385, tan jküstenlande 380, Dalmalien 256, Oberöster» i«h 235, Krain 202, Schlesien 190, Bukowina 14t!, Hörnten 142, Salzburg 70, Vorarlberg 34. Die sämmlichen dieSbezüalichen Zuschriften fcgm diesem Antrage bei. I» Erwägung deS Um-fcobtl, dass bereit« all« Kategorien der Slaaisde« faiiteitn eine Besserung ihrer materiellen Lage «fahren haben mit einziger Ausnahme der Bedürf-«im, der nichlacliven Staat«bedu »steten (Diur-iTiitn and Calculanten); in Erwägung, das« eS unter den lausenden ton HilsSbeamten zahlreich« Familienväter mit vchm Kindersegen gibt, welchen die herrschende lhmtrung oft nicht einmal daS zum Leben Unent-Khtlichsle sich anzuschaffen gestattet; m Erwägung, das« die Diurnisten und Calcu-inlen vielfach dieselben Arbeiten wie active Staat«-tarnt leisten und trotzdem im Gehalte tief unter ihm glücklicheren Amt«gcnossen stehen, stellen die luerziichneten den Dringlichkeilsantrag: Da» hohe wolle beschließen: ..Der Budgetau«schus« Wir gelangten in eine Straße, die den Namen der Guten" trug. Vor einer Thüre blieben »tt stehen. Mein Begleiter kratzte an die Thüre, mt Spalte öffnete sich und eine Stimme fragte «ch unserem Begehr. „TeS Drache»« Blut," sagte mein Führer. Was« zu den zehntaufend Hoffnungen." Nach vielen Umständlichkeiten kamen wir in ein langes, niedrige« Gemach. Vierundzwanzig Mernde Männer faßen an den Wänden entlang. I« der Mitte des ZimmerS stand ein Tisch, katanf brannte eine Lampe mit «inem grünen W)ir». Meine Augen gierigen rastlo« hin und her. Plötzlich kam Bewegung in die Gesellschaft. ?n Mann mit einer weißen Ma«ke trat ein. ktmm verbeugten sich Alle. Der weiße Mann «widerte ernst den Gruß. Dann nahm er feinen Hijfidentenplatz ein. „Sind wir alle hier?" „Ja, Bruder Präsident." „Sonst noch wer?" .Noch einer." .Wa« will er?" ,Er hat etwas zu erzählen'" „Ist er ein Fremder?" „Ja, ein Fremder, Bruder Präsident." Der Präsident sah mich scharf an. „So wollen smie Geschichte hören, bevor wir zu wichtigen Geschäften überheben." Ich trat einige Schritte vor, sah der weißen Matte ins Gesicht. „Lange lebe der Bund der zehntausend Hoff« ungen," sagte ich. „Ein srommer Wunsch, mein Sohn. Die Tage „De«tsch- W«cht" wird aufgefordert, den ihm am 6. December 1899, also bereit» vor einem halben Jahre, zur dring« lichen Behandlung zugewiesenen Gesetzentwurf der Abgeordneten Dr. Pommer und Genossen fofort in Verhandlung zu ziehen und mit thunlichster Be-schleunigung, jedenfalls aber noch vor Ablauf deS gegenwärtigen SessionSabschnitle« über denselben im hohen Hause Bericht zu erstatten." In formaler Hinsicht wird beantragt, den vorliegenden Antrag mit allen im § 42 A, B, C, D und £ der Geschäftsordnung vorgesehenen Ab-kürzungen in Verhandlung zu ziehen." Äne Folge dieses Dringlichkeitsantrages war die Antwort, welche einigen Hilfsbeamten, die als Deputation beim Ministerpräsidenten erschienen, zu-theil wurde. Se. Excellenz sagte ungesähr Folgen-deS: Die Regierung hat ber.'it« eine Vorlage au«-gearbeitet, und werde dieselbe dem Abgeordneter-Hause — bei Wiedereröffnung desselben — zugehen; die Angelegenheit müsse parlamentarisch behandelt werden. Durch die am 7. September l. I. erfolgte Auflösung de« Abgeordnetenhauses ist die Hilf«-beamten-GehaliSregulierung zwar aufgeschoben, aber nicht aufgehoben worden. Ob da« Parlament nach den Neuwahlen in derselben Gestalt wiederkehrt, ist einerlei. (?) End-lich und schließlich müssen parlamentarisch geord-nete Verhältnisse wiederkehren und schließlich mus« auch wirtschaftliche Arbeit im Parlamente geleistet werden. HilfSbeamtel Soweit Ihr Wähler seid, unterstützt bei den Wahlen die Förderer unserer Forderungen, Dr. Pommer gehör« der Deutschen Volks» partei an. Der Cenlralverein wird sosort beim Wiederzusammeniritte seine Forderungen, welche im Dr. Pommtl'jchen Antrage enthalten sind — erneuern, auch haue Dr. Pommer seinerzeit bei Schließung der XVI. Session di« werklhäiigste Unterstützung zugtsagt und wird b«i eventueller Wiederwahl inS Parlament sofort neuerding» seinen DringlichkeiiSanlrag einbringen. Bezüglich der Ten-denz de« Vereine« theilt die VereinSleitung mit, dass in einer am 20. September l. I. vom Volks-wahlverein für den 111., 1?., X. und XI. Bezirk abgehaltenen, von ca. 120 Diurnisten besuchten Versammlung die Forderung ausgestellt wurde, einen Fachverein — aus christlichsocialer Basis — zu gründen. Der Centraiverein verwirst eine solche Forderung, die nur eine Zersplitterung herbeiführen würd». Eine rein wirtschaftliche Organisation ohne irgendwelche Tendenz von nur im Staatsdienste stehenden Hilfsbeamten kann einen Erfolg haben. Uns sind alle Parteien willkommen, welche unsere gerechten, seit Jahren erhobenen Forderungen ver-treten. Der Zankapfel der Politik kann nur eine Zersplitterung der Kräfte — eine Desorganisation zur Folge haben. Wir haben seinerzeit bei allen Abgeordnelen vorgesprochen und ist un« überall die kräftigste Unterstützung unserer Forderungen zuge- der Usurpatoren sind gezählt. Starb diese Creaiur. die weder Engländer noch Chinese war? Wie starb er?" „Wie Alle, verzweifelnd tämpfend Excellenz," „Excellenz!" wiederholte er. „Du brauchst ein seltsame« Wort. Du gehörst nicht zu un«!" „Eure würdigt Haltung. Bruder Präsident, gab mir dies«« Wort ein." Schweigen trat ein. DaS war wohl die ver-hängniivollste Situation, in der ich mich je im Leben befunden hatte. „Wer brachte diesen Mann hieher?" „Ich." sagte mein Führer. „WaS weißt Du von ihm?" „Er hat uns oft und treu gedient. Im ward die Ehre zutheil. den „Bund der zehntausend Hoff-nungen" von dem gefährlichsten Feind zu befreien." „Kannst Du für ihn bürgen?" „Ja, Bruder Präsident. Als Hausierer ver-kleidet, gieng er in das Wirtthau«, wo der Eng-länder in chinesischer Tracht wohnte." „Wie heißt Du?" wandte sich die weiße MaSke an mich. „Ist es nicht gegen die Regel deS Bunde«, die Privatnamen zu besprechen?" „Wenn die Nothwendigkeit e« erfordert, so sind die Regeln ungiltig." Ich war starr vor Schrecken. Da fiel mir ei», das« der Hausierer mir feinen Name« genannt hatte. „Ich bin Kong-li, der Sohn von Hi, de« ehrenwertesten Sargtischler« von China." Der Präsident sah meinen Führer an. Dieser nickte. „Wo wohnst Du?" 3 sagt worden, ohne dass uns jemand nach unserer politischen Meinung gefragt hätte. Die Hauptforderungen im Antrage Dr.Pommers wurden vorher in einer von über 600 im Staat«« dienste stehenden Hils«beamten besuchten Verfamm« lung einstimmig angenommen. Dies« Forderungen bilden sozusagen da« Verein«programm und werdm immer wieder erhoben werden, bi« sie Gesetz werdm. Die VereinSleitung ist stet« bereit, Auskünfte zu ertheilen und sind alle Zuschriften an die Cm» trale, IX. Bezirk, Währingerstraße Nr. 26, zu richten. Wien. October 1900. Der Centraiverein der HilsSbeamten. Der südafrikanische Krieg nähert sich seinem Ende. Da« wackere Volk der Buren, da« mit echt germanischem Heldenmuthe seit nahezu tintm Jahre einen Verzweiflungstampf um feine Freiheit und Unabhängigkeit gegen daS übermächtige England führt, wurde geradezu niedergetreten. Mehr als 200.000 Mann musste Großbritannien aufbieten, um die beiden Freistaaten zu bezwingen, deren ge>ammle niederdeutsche Bevölkerung — einschließlich Kinder, Frauen und Greise — kaum 220.000 Seelen zählt. Wenn sich die auf weitem Gebiete vertheilten Streitkräfte der Buren, die nicht mehr al« 40.000 Mann betragen haben können, ohne ausreichende Cavallerie und technische Waffen, von ungeübten und nicht krieg«wissenschastlich aus-gebildeten Officieren geführt, nicht nur so lange zu behaupten vermochten, sondern auch wiederholt der Zahl nach weit überlegene englische HeereSabtheilungen schlugen, so gibt die« ein glänzendes Zeugni« für die Tüchtigkeit und Entwicklungsfähigkeit des Herr« lichen Volke«. Die Niederlagen, welche die Buren den Generalen White, Methuen, (am 11. December 1899 bei MagerSfonlain), Galacre (am 10. December v. I. bei einem nächllichen Angriffe auf Stormberg), Buller (am 15. December 1899 bei Colenso und am 24. Jänner 1900 am SpiouSkop) bereiteten, sind RuhmeSthatm, auf die jedes europäische Heer stolz sein könnte. Es fehlten leider den Buren die festere Gliederung und die nothwendigen Special« waffen, um die errungenen Erfolge auszudeuten und die geschlagenen englischen Armeen ganz zu vernichten. Wäre ihnen daS gelungen, so würde sicherlich ein großer Theil der holländischen Be« völkerung in Natal und in Capland sich gegen die englische Herrschast erhoben haben. Und auch nach, dem England die größte Landmacht, die eS je auf« geboten hat, nach Südafrika gebracht hatte, fegten die Buren den gänzlich aussichtslos gewordenen Kampf fort und brachien den Engländern noch manche Schlappe bei. Diese sind »och bei weitem nicht die Herren deS ganzen Landes und kühne Freischarensührer, wie Boiha und de Wet, der selbst die Bewunderung seiner Feinde erregt, werden ihnen noch viel zu schaffen machen. Wiederum erschrack ich. Ader schnell antwortete ich: »In der Straße de« „Zweiklauigen Drachen«." „Nein, Bruder Präsiden»", rief mein Führer. „Er wohnt mit Weib und Kind in der Straße zum „Großen Tempel." Diese Perrücke und dieser Bart ist nur ein Theil der Verkleidung, die er annahm." „Ein Spion ist in unserer Mitte", schrie e« um mich her. Alle sprangen von ihren Sitzen auf, und ein Dutzend blanker Messer wurden auf mich gezückt. Da ergriff ich die Lampe und warf sie auf meine Feinde. Dunkelheit füllte sofort da« Gemach. Ich hatte mir genau die Thür gemerkt, zu welcher der Präsident hereingekommen war. Dahin tastete ich mich und ries: „Feuer, Feuer!" Nun ward da« Gedränge und die Aufregung groß. Von einem Menschenknäuel getragen, gelangte ich aus den Hos. Da hörte ich die Stimme de« Präsidenten: „Lasst niemand hinaus." Ich sah den Mann mit der weißen Ma«ke neben dem Pförtner an einem Thore stehen. Schnell versetzte ich diesem einen Schlag unter da« Kinn. Er taumelte, stürzte zu Boden, und ich brach durch die Thür und gewann da« Freie. Man verfolgte mich. Ich lief in da« Tele« graphen-Bureau und fetzte nachstehende Depesche nach Peking aus: „Der Bund der zehntausend Hoffnungen" tagt in der Straße zu dem Lohn der Guten. Sein Präsident der Gouverneur Chung«Ki." ..Deutsche Macht- E« ist übst alle Maßen schmerzlich, das« England seine Schandthat in Südafrika ungestört vollenden konnte. Niemals ist ein größerer Rechtsbruch begangen worden als durch die Unterwerfung und Angli«-derung der beiden sü»asrikanifchen Republiken an daS britische Colonialreich. Der Oranje-Freistaat wurde von England durch einen förmlichen Vertrag vom 23. Februar 1854 als unabhängiger Freistaat anerkannt, wogegen das Gebiet von Kimberley mit feinen Diamantenfeldern an dieses abgetreten wurde, und bezüglich Transvaal verzichtete England in der zu London gefertigten Convention vom 27. Februar 1884 auf die HoheitSrechte, die ihm in einem zu Pretoria am 3. August 1881 geschlossenen Vertrage zuerkannt worden waren. Im Artikel 4 dieser Con-vention wurde nur TranSoaal die Verpflichtung auferlegt, keinen Vertrag mit einem anderen Staate, außer dem Oranje-Freistaat, noch mit einem einge» borenen Stamme ohne Genehmigung Englands zu schließen. Aus dieser Vertragsbestimmung, sowie daraus, dass in der Einleitung des Vertrages vom Jahre 1884 gesagt wurde, eS werde dem Tran«» vaalstaate die vollständige Selbstregierung unter der Souveränität der Königin von England zugestanden, und dass in der Convention von 1884 diese Ein-leitung nicht ausdrücklich aufgehoben, sondern nur bemerkt wurde, die folgenden Artikel treten an Stelle jener vom Jahre 1884, wird der faoen-scheinige RechtStitel sür die Oberherrschaft England» über TranSoaal abgeleitet. Diese englische ÄuS-legung vermag aber einer ernsten, rechtSwissen-schastlichen Kritik nicht standzuhalten, denn au» der Convention von Jahre 1884 ergibt sich sonnenklar, dass TranSoaal ein vollständig freier und selbst-ständiger Staat war. Den Engländern ist bereits eine böse Saat aus ihrer Raub- und Gewaltpolitik aufgegangen, und diese wird sür sie noch weitere schlimme Folgen haben. Bor aller Welt zeigte sich die vollständige Unzulänglichkeit ihres militärischen Systems, und die Unfähigkeit ihrer Generale und Osficiere, für die das sehr zutreffende Spottwort: „Fußballsoldaten" gemünzt wurde, da sie aus dem Gebiete de» Sport« weit mehr als auf dem Gebiete der Krieg»-Wissenschaft zu Hause sind. Die Engländer hatten ganz unverhältnismäßig -große Verluste. Die Gesammtzahl ihrer Opfer deS -Kriege* dürfte die Gesammtziffer der Buren über-Zeigen. England al» Landmacht hat sich al» «inderwärtig erwiesen, und sein Ansehen im Rathe der Völker erlitt eine beträchtliche Einbuße. Ueber-die» hat e» sich die Abneigung und MisSachtung der ganzen gebildeten Welt zugezogen. Die Politik der Freiheit war eS, mit dereinst da» englische Volk den Namen England» geachtet und gesurchiet machte. Ein Hort der Gesittung und der Freiheit war e«, der constitutionelle Muster-staat. ein Vorbild sür alle übrigen Länder Europa«. Heute ist e» dem Imperialismus verfallen, treibt eine reine Krämerpvlitik. und in feinen Herr-schenden Kreisen ist die größte Corruption einge-rissen. Da« schmutzige Geldinteresse von Geburt«-und Geld-Aristokratie. die Gier nach den Gold» seldern Transvaal« und da« heiße Verlangen nach den weiten au«beutung«fähigen Gebieten der beiden Freistaaten trieben zu diesem Raubkriege. Die ganze Welt weiß aber nun, wa« e« von England zu erwarten hat und sieht sich vor. Die Marinen aller Staaten werden verstärkt, und insbesondere da» Deutsche Reich wird in wenigen Jahren über eine mächtige Schlachtflotte gebieten. Der Fäulni«zustand, der in den herrschenden Kreisen England» besteht, ist Gegenstand der ösfent-lichen Erörterung in ganz Europa geworden. Namentlich Chamberlain, dem leitenden Staat»-mann« im conservativen Ministerium SaliSbury werden nette Dinge nachgesagt. Da« viel gelesene Londoner Blatt „Morning Leader" erzählt über ihn in seiner Nummrr vom 18. September sol-gende»: Die Actien der Birminghamer Firma Hoikin« and Son«, die sich selbst al« Marine-lieseranten bezeichnen, befinden sich fast auöschließ» lich in den Händen der nächsten Verwandten de« Minister» und Colonialsecretärs Chamberlain. Nach der veröffentlichten Liste gehören von den 7286 Lstrl. 5-Actien 2000 der Gemahlin de» Colonialsecretär». Einer seiner Söhne besitzt 4000, der andere 600, eine der Töchter 100 und die andere 200, 400 gehören dem Manager der Firma und 85 ver-schiedenen kleinen Leuten zusammen. Dazu kommt, das» einer der Söhne de« Minister» nicht nur Mitglied de« Parlament«, sondern einer der Civil-Lord« der Admiralität ist, und das« die Verbin-dung der Familie Chamberlain erst seit dem Jahre 1897 her datiert. Dazu bemerkt die „Westminster Gazette", das« e« wirklich schwer sei, die Geschichte zu glauben. ES scheine aber, das» die Thatsachen keinen Zweifel zuließen. Da« Blatt fährt dann fort: „E» ist klar, da« Mr. Austen Chamberlain, der jüngere Sohn de» Ministers, nicht zugleich Secretär der Admiralität fein und zu einer Firma gehören sollte, die für die Admiralität liefert. Dass das doch der Fall ist und das» diese Verbindung noch dazu während seiner Amtszeit begann, zeigt nur zu deutlich, wie lax derartige Sachen von der gegenwärtigen Regierung behandelt werden. Die scharfen Angriffe blieben ohn« Wieder-legung und vor einigen Tagen brachte die Zeitung „Morning Leader" nachstehend« weitere Enthüllungen über die HoSkinS-Ang«l«genheit: Da» gesammte Actiencapital der Firma HoSkinS and SonS bis aus 85 Actien gehört 5 Mitgliedern der Familie Chamberlain und einem Geschäft«-führer. 80 Actien gehören einem Tischler in Belfast und die übrigen 5 Actien vertheilen sich unter 5 Strohmänner, die al» Cassierer und Bureau-schreib«: bezeichnet werden. Die Gesellschaft besteht somit auf dem Papier au« 12 Actionären. Da« ist deshalb nothwendig, weil durch «inen Parlament»-act vom Jahre 1890 einem Mitglied? de« HauseS der Gemeinen bei einer Stras« von 500 Pf. St. täglich verboten ist. sich an Contracten zu bethei-ligen, die von der Regirrung vergeben werden, außer er ist Mitglied einer aus mindesten« 10 Theilhabern bestehenden Actiengesellschast. Gleichzeitig wurde folgende« enthüllt: Chamberlain hatte seinerzeit al« Mitglied der südasrika-nischin Unt«rsuchung«commission den Bericht mit-gefertigt, in dem Cecil Rhode« der Mitbetheiligung am Jamefvn'fchen Einfalle für schuldig erkannt wurde. Unmittelbar darauf aber nannte er ihn im Unterhause einen Ehrenmann. Diesen Widerspruch erklärte ein Wahlbewerber, Namen« Stanhope, in öffentlicher Rede damit, das« ein Parlamentsmitglied den Briefwechsel zwischen HawkSley und Chamberlain in der Tasche halte, und beauftragt war, diesen Briefwechsel vorzulesen, wenn Chamberlain nicht RhodeS eine Ehren«,klä-rung geben sollte. Diese Mittheilung Stanhope'« bezeichnet Chamberlain in einer an eine conservatjve Wahlversammlung gerichteten Depesche für eine „charakteristische Unwahrheit", worauf StanhoZe ein Schreiben an Chamberlain richtete, in dem »r unter Verwahrung gegen die Niedrigkeit der Sprache Chamberlain'« sich bereit erklärt«, vor «in«m Gerichtshöfe jede über Chamberlain gemachte Behaup-tung zu beweisen. Die schlimmste Folge deS Raubkriege« gegen d»e Buren für die Engländer wird aber darin be-stehen, dass ein andere« Wehrsystem eingeführt werden wird, wodurch, wie von Seite der Oppo-sition bereit« geltend gemacht wurde, die inner« Entwicklung d«S Lande« gefährdet und aus Jahre hinau« jede sociale Reform unmöglich gemacht werden wird. Die Engländer werden einen sehr hohen Preis zu bezahlen haben für die Aneignung der Gold-und Diamantenfelder Transvaals. politische Rundschau. Z»ie Z>e«tschradikale« veröffentlichen ihren Wahlaufruf, der ruhig, und streng sachlich gehaltm ist und die Forderungen deS deutschradikalen Programms zusammenfasst. Zur Lage selbst wird gesagt: Mit der Fortsetzung einer Politik, die den Staat den Slaven ausliefert, steht nicht blos die Verfassung, sondern der Staat selbst in Gefahr. Die Fürforge, dass dies nicht geschieht, ist Sache der Regierung. Wir stillen die Pflicht, unser Volk«-thum zu erhalten und dessen geschichtliche Aufgabe in Oesterreich zu erfüllen, voran. Darum bekämpfen wir alle slavischen, klerikalen und feudalen Anschläge. Oesterreich seinem Beruse zu entziehen. Deshalb: „Los von Ungarn", »Lo« von Galizien", .Lo« von Juda und Rom!" Deshalb verlangen wir ein selbständige« VertretungSgebi« aller ehe-mal« zum deutschen Bunde gehörig«» Provinz«» und «in«n über ein Bündnis hinausreichenden An-schlus« an da« Deutsche Reich. Den Wählern wird für die Wahl da« Leitwoct empfohlen: Der Mann und sein« Sach' mus» durch und durch deutsch sein. Z»entsche KolKspartci und Aauernöund, Der gewesene Abgeordnet« Aloi» Po|ch, welcher durch 23 Jahre di« Landgemeinden Brück—Leoben im Reichsrath« vertreten hat, also über genügende Er-sahrung im parlamentarischen Leben verfügt, machte bei seiner Wiederbewerbung folgende, gerade in Anbetracht der zutage tretenden Sonderbündelei sehr beachtenswerte Feststellung: »Bezüglich de« Pro- grammes bestehe zwischen der Deutsche» ZZ un-d dem Bauernbunde lediglich der Unler'chitt. das» jene in ihrem Programme auch die LertreMs der Forderungen deS Gewerbestandes aufgenomm» habe, während diese nur die Wünsche de» stände« vertrete. Ein Programm schließe als» andere nicht auS." In der That haben dieses lichen Forderungen in der „Deutschen Vott»p;raa* immer die wirksamst« Unterstützung gesunden, den 41 Mitgliedern der Partei waren l«>Aqnim und zu diesen zählte auch ver Obmann Kaiser, der fleißigsten Landgemeinden-Vertreter de« gup Abgeordnetenhauses. Z>ie Socialdemokraten haben im un» für die Wahlen au» der allgemeinen Curie Bewerber ausgestellt, und zwar in allen 9tm ländern mit Ausnahme der Bukowina und M mati«n»; auß«rdem treten sie in einem molisl« und in acht galizifchen Bezirken nicht in tat! Wahlkampf ein. In Steiermark stellen s« «chr Resel die Genoffen Bichl (Brück), Drößler (Fttutal und öobal (Cilli) aus. Ihr Bewerber für Stands ist der Schuhmacher Eich in Villach. Dr. Dr. Ellenbogen. Reumann, Schuhnieier und 3fat candiner-nin Wien. Pernerstorfe? ,n Wiener-3teutafc, Stolze Worte, die das Herz jede» Demich!» freudin schlagen lassen, hat Kaiser WilheUn I!. ta der Grundsteinlegung sür da» deutsche Reicht-LimeSmuseum auf dem Plateau de» alte« Sl„er-castell» in Saalburg gesprochen. Der Kaiser qe»»« seine» Vater», de» kaiserliche« Dulver« Zrieimt^ der den Anstoß zur Nmerstehung de» aUen Zio««> castell» gegeben habe, und fuhr dann fort: ,§» weihe ich diesen Stein »iit dem ersten Schlage ta Eriunerung an Kaiser Friedrich III.; mit dem zu»».. Schlage der deutichen Jugend und den h« wachsenden Geschlechtern, di» hier im neuersta römischen Museum lernen mögen, wa« ein reich bedeutet; mit dem dritten Schlage der Zpta|t de» demschen Vaterlandes, dem es deschieden ick möge, in künftigen Zeit» durch «isdeitllch«» > sammenwirken seiner Fürsten und Volker i» ia Ehre und Würde so gewaltig, so sest geeutizt. maßgebend zu werden, wie e» ei»st da» rö«ötz Weltreich war, damit e« in Zukuast heiße« auiqi: .civis germanas sura", „ich bin «in deiuslh» Bürger". Erzherzoginnen beim ?apü. Wie die „äi& Kirchen,ig." meldet, sind Erzherzogin Alice ihren Töchtern, den Erzherzoginnen Anna. Ä» garetha und Germana vom Heiligen Vater « psangen worden. Die Privataudienz dauern sk drei Viertelstunden. Nachdem der Heilige La« fehr lang« über di« katholische Universität in Salti sq gesprochen hatt«, schloss er dies«» Thema mit d» Worten: „Die Universität in Salzburg liegt sehr am Herzen ; gebe Gott, das« ich ihr» ÖiüitJun erlebe unv sie segnen kann." Der Papst Unkte iat Gespräch sodann aus die Zustände Oesterreich« ut bezeichnete die Verhältnisse unsere« Kaisers» al« sehr traurige. Der Papst beklagt« di« iliensch» furcht und Feigheit hochgestellter, einfluss» Persönlichkeiten unsere« Reich«« und brachte ta» selben mit diesen traurigen Zuständen in an» innigen Zusammenhang. Diese Aeußerung de« u«> Haupte« der katholischen Kirche lässt eine v» schieden« Deutung zu. Will der Papst etwa, ta» unter dem Schutze de« Krummstabe« der Süd di« Sünden unfähiger, feudal-klerikaler gn» Minister vom Schlage Taaff«« und Thun« zumache ? Aus Stadt und Land. Kom L k, lleierm, Laudeslchulr-the. der am 30. August 1900 abgehaltene» Zyinzta der k. k. steiermärkische LandeSschulrath unter aiua» die Errichtung einer Volksschule mil deutsch« Unterrichtssprache in Storö, deziehuag«weri \ Uebernahme der daselbst bestehenden zwei« claffige» Werk«-(Privat-)Volk«ich»! in die öffentlich« Verwaltung beschl-ßa. über eine Anzahl von Gesuchen um Zuertenniinz« TienstaUerizulagen, sowie von Witwenpenjn» und Erziehung«beiträgen entschieden. Äaqeick wurden: Al« Religion«lehrer an der Kiubi Bürgerschule in Marburg der provisorisch« Aloi« Cizek dortselbst; als Oberlehrer an der Voüii schule in Felddorf, Bezirk Drachendurg, der ö^nirai* Lehrer AntonGradiSrnk in St. Veit bei Montpreii ii Lehrer, beziehungsweise Lehrerin an Oet ©olf»ich*k j in Kumpitz, Bezirk Judenburg, der definitive Lei Vincenz J»da in Hohenmauthen und der des» Lehrer und Schulleiter Luka» Petz in St. örcrsj ant Schwarzenbach; an der Volk«schule tu Lorenzen bei Proschin, B«zirk Umgebung Cilli, 1900 definitive Lehrer Johann JzouSek in Osterwitz; >«ii der Volksschule in Hraitnigg, Bezirk Tüffer, de: definitiv« Lehrer Johann Polak in DoU; an der städtischen Mädchenschule III in Marburg, die »rosisorische Lehrerin Marianne von Sauer dort, selbst; an der Volksschule in St. Gertraud, Bezirk Ziffer, die definitive Lehrerin Elisabeth Klemencic « Dobernik in Krain; an der Volksschule in St. Margarethen bei Römerbad, Bezirk Tüffer. die provisorische Lehrerin Anna SteSka dortselbst; an Set Volksschule in St. Egydi W. B., Bezirk Um-Hebung Marburg, oie definitive Lehrerin Maria Tinko in St. Andrä W. B. — Als Arbeits-dhrerinnen wurden bestellt: An der Volksschule in Planchen, Bezirk Umgebung Marburg, die formell teMgte AcbeitSlehrerin und LehrerSgattin Aloifia r. ?ommer wird. wie gemeldet, im Cillier Hewerbtbun de über die Abänderung und Ergänzung der KZ 59 und 60 der G«» «erbeordrung sprechen. Die Versammlung findet SamStag den 20. d. M. abends 3 Uhr im Haale des Hotels zur „goldenen Krone" statt. Am "22. d. M. nachmittag« :5 Uhr hall die G e n o f f e n» fchaft der Gast» und Schankgewerbe tut Generalversammlung ab. in welcher Herr Tr.Pommer über Reformen auf dem Ge« tiele deS Gast- und SchankgewerbeS hrechkn wird. Kamitiennachricht. Herr SteueramtScontrolor Heinrich Mtttelet m Mahrenberg hat sich am li». d. M. mit Fräulein Erna Kuchler in Graz »mn^hlt. Dem allgemein beliebten jungen Ehe-«ume sind zu seinem Ehrentage auS allen Glätten fein?» beruflichen und gefellfchaftlichen Wirkens, na-»änlich aus Cilli, viele herz'iche Glückwünsche zu-^kommen. Heil! Promotion. Herr Theobald Z i r n g a st. ein €o&n be« Herrn Oberlehrers Josef Zirngast in Snienitein, wurde am Montan an der Grazer ilmversität zum Doctor der gefammten Heilkunde Promoviert. Heil! Stadttheater in gift. Wie wir schon gemeldet, «rinnet die Direktion Wolf unser Stadttheater am Sonntag den 21. Octob er mit dem Lustspiele ,Z u g e n d s r«u n d e" von Fulda. Als erste L^ettc folgt dann SamStag den 27. October Boccaccio". Ueber die Aufführung dieser Cfcrtfte in Laibach lesen wir in den „D. St." : „In I «Boccaccio" stellte sich Frau Direktor Wolf dem Hittlicuiii vor und errang in vollem Maße die Eympathien desselben. Bon gewinnender Erscheinung, ßaeinigtc sie gesanglich und schauspielerisch ein Bündel der besten Soubretten-Eigenschaften und wird voraus-scklich als Star der Gesellschaft leuchten. Schöner Erfolge und reichen Beifalles erfreuten sich die Ämm Eckerth, Schultz und Burg, sowie die Herren EchÜcr und Rochell. Chor und Orchester waren ttt« Leitung des Kapellmeisters Herrn Gottlieb fchr tüchtig." — Als weitere Spieltage sind bisher «tarnt: Donnerstag 1. November, Sonntag 4, November. Dienstag 6. November, Samstag 10. November. Die Logenlicitation, welche am ver-«ngmen Sonntag stattfand, ergab ein günstiges Srjiltal : es wurden sämmtliche Logen, soweit die» selben nicht der Theaterunternehmung zum Einzeln» ktfaufc vorbehalten bleiben, vergeben, ein Zeichen, kti die Theaterlust in unserem Publikum eine sehr me ist. Ein theaterfreudiges Publikum und eine Seilschaft, der ein guter Ruf vorausgeht — wir Lrfm der heurigen Spielzeit mit Interesse entgegen-fco. Aahtnachrichten. Der Kampf um den Dechant licfar hat neuerliche Complicationen erfahren. Am k«mtag fand in Luttenberg eine slovenisch« Ver-fiMitlung statt, welche beschloss, für die Canvidatur de« Herrn Dr. Gregore c in den Pettauer Land» gemeinden einzutreten und die Candidatur HribarS u der fünften Curie zu unterstützen. Die Gefahr dielet neuen Standpunktes richtet sich g«g«n Hridar, weil er in der fünften Curie durchfallen wird, falls 5. :iat auf das Mandat derselben angewiesen ist. Die« ist aber zweiselSvhne der Fall, wenn Dr. Aregorec wieder in den Pettauer Landgemeinden «ididieri. Eine Versammlung in Prassberg trat gleichfalls für Hribar ein, nahm die Candidur m. Decko'S mit „Begeisterung" zur Kenntnis und äderte den „persönlich unbekannten" R. v. BerkS, damit er sich wenigsten« feinen alten Wählern vor-ßelle. Dabei dürfte der Vicepräsident de« Laibacher talholikeniage«, der „deutsche" Ritter B e r k«. auch «mge« zu hören bekommen. Deutsche Wacht" Tnkaj. Wegen slooenischer Meldung bei den Controloersammlunqen in Cilli und Laibach wurden mehrere Reservisten zu mehrtägigen Arreststrafen verurtbeilt. Aaksche Machrichte». Von verschiedenen Seiten werden bezüglich der heurigen Weinernte Nachrichten in die Welt gesetzt, die den Thatsachen nicht ent-sprechen und geeignet find, die Weinbauer zu schädigen. E« wird nämlich ausgesprengt, daiS im Unterland« heuer «ine großartig« Weinernte zu erwarten stand während di«i«S in der That leider nicht der Fall ist. Wohl wird der Wein. waS Güte anbelangt, den besten Jahrgängen gleichen, doch die Meng« lässt sehr viel zu wünschen übrig E« haben zwar manche Besitzer, deren amerikanische Anpflanzungen bereits tragfähig sin», eine ziemlich annehmbare Ernte, die Mehrzahl jedoch kann auf Mengen ganz und gar nicht rechnen. Solche, auf falscher Grund-läge fußende Nachrichten sind deshalb dem Wein-bauer schädlich, weil die Käufer aus Grund dieser die Preise zu drücken suchen und dieses bei vielen, die nothwendig Geld benölhigen, auch erreichen. Ein Rundgang durch die Weingärten wird unser« Behauptungen zur Genüge erhärten. Hegen den Zopf auf der Jost. Der Handel«-minister hat an sämmtliche k. k. Post- und Tele-graphen-Directionen einen EclafS gerichtet, durch welchen dies« Behörden angewiesen werden, darauf hinzuwirken, das« die ihnen unterstehenden Aemter den Wünschen und berechtigten Anforderungen de« PublicumS pflichtgemäß tn bereitwilliger und in höflicher Weise entsprechen, und dass sie durch ver» stänvuiSoolle und gleichmäßige Handhabung der bestehenden Borichristen und durch Vermeidung jedes »»nöthigen Formalismus den Parteien und insbesondere der Geschäftswelt die Benützung der Postanstalt nach besten Kräften erleichtern und ver» einfachen. Storv. (Nur H«tzpri«st«r.) Auf einmal tauchte hier das Gerücht auf, dass der hiesige Katechet der deutschen Schule, Kapla» Friedrich V o l (i ( aus Tüchern, übersetzt wird und an seine Stelle ein nationaler Hetzer folgt. Mit gerechter Entrüstung wurde diese Neuigkeil in dem deutschen Orte Storö aufgenommen, denn Herr Kaplan Bolki5 war ein ruhiger, friedliebender Priester und ein äußerst eifriger Katechet, der sich um das nationale Gezänke nicht kümmerte und jedem seine Rechte in nationaler Beziehung ließ. Nach längerem, von seinen Bor-gängern gestifteten Unftieden herrschte wieder Ruhe, und deutsche und slovenische Eltern waren mit ihm alS Katechet und Priester sehr zufrieden. Nun stehen aber drei Momente in der Gemeinde Tüchern vor der Thüre: ReichSrathswahl. Volkszählung und Gemeindewahl. Ein paar slovenische Hetzer in Tüchern in Verbindung mit den Tücherer Ehrenbürgern auS Cilli halten jedoch die slovenische Nationalität in Tüchern sür gefährdet, und da Herr Kaplan Voliii nur als katholischer Priester in Tüchern arbeitet, nicht aber als nationaler Hetzer mitthut und nicht das politische Moment als seinen Hauptberuf erachtet, wie eS diese Herren von seinen Vorgängern gewohnt waren, so wurden von ihnen Schritte unternommen, um ihn als „Neroskutar* zu verschreien, ihn wegen aller möglichen und unmöglichen Dinge bei seinen Vorgesetzten anzuschwärzen und seine Versetzung zu erwirken. Leider gelang ihnen dieses. Ach welche Lust, katholischer Priester im echten Sinne des Wortes zu sein! Muss den bei der geistlichen Behörde auf Ber-langen eines oder zweier frecher Schreier sogleich der ganzen Kirchengemeinde ein Rippenstoß versetzt werden und der betreffende Kaplan sogleich seinen Wirkungsposten verlassen, damit diese Herren sich ihrer „Heldenthat" rühmen und als Herren über „alleS" dünken? ßoncnrs Znsschreivung. Beim k. k. Bezirks» gerichte in Schönste,» wird ein Diurnist, der slo» venischen Sprache mächtig, mit einem Taggelde von 2 K sofort aufgenommen. K. k. Bezirksgericht Schönstein, am 1. Oktober 1900. — Durch da« Amtsblatt wird also ein blos der „ie Warvurger Lehrerbildunzsanllalt a5s slooenischer Kummelplatz. Die M arv. Z. schreibt: E« gehört seit einiger Zett an unserer merkwüdigen StaatSlehranstalt am Stadtparke zum guten Tone, in die Feststimmnnz jeder patriotischen Feier einen WermuthStropsen nationaler Unduldsamkeil zu träufeln. Auch am verflossenen Donnerstage musste sich unsere Jugend anläsSlich der Kiiserfeier solche« gefallen zu lassen. Der großwendische Leiter dieser deutschen Anstalt, Herr Schrei er. überbot wieder seine hitzigen kleinen Schützling Mijcen mit einer temperamentvollen nationalen That. Er versammelte an diesem Tage die deutschen und slowenischen Zöglinge der UebungSschale im Festsaale, hielt an diese eine Ansprache nur in slowenischer Sprache und schloss mit einem dreifachen Aivijo (!!) Wehe den so an die Wand gedrückten deutschen Zög» lingen, wenn der eine oder der andere von ihnen in seiner Beqeisterung seinem Kaiser mi> einem Hoch oder Heil qehuldiqet hätte! Wie uniere Lehrer sich erinnern dürst«», hat sich der an der hiesigen gewerblichen Fortbildungschule. also einer Gemeinde» anstalt immer angestellte Lehrer Vaoroh im vorigen Jahr« au« einem ähnlichen Anlasse national eben» unduldsam erwiesen, wie diesmal sein Vorgesetzter. Wir fragen, wie lange lange kann eS noch so fortgehen in diesem Marburg» Narodni vom Nummer 2! Mantl,Verpachtungen. Im Finanzbezirke Mar» bürg gelangen die Mauthstellen Ätrichovetz. Gonobitz. Hochenegg, Lackendorf und Windisch-Feiftritz zur Ber» Pachtung und findet die mündliche Verhandlung am 29. Oktober 1900, um 10 Uhr vormittags, bei der k. k. Finanz-Bezirrks-Direction in Marburg statt, woselbst auch nähere Auskünfte eingeholt werden können. Hin «euer Katechismus für MMsschnlea. Laut Erlasse« deS La»oeSichulra>heS vom 9. sepiember 1900, Z. 5452, hat da» Seckauer Ordinariat an» gezeigt, das« an den Volksschulen mit deutsch«? Unterrichtssprache in der Seckauer Diöcese vom Beginne deS Wintersemesters 1900—1901 an, der zweit« Th«il des vom Unterrichl«minister>um mit dem Erlasse vom 16. April 1997, Zahl 9466, genehmiglen „Katechismus d«r kaiholischen Religion", „Mittlerer Katechismus", zur Einführung gelangt. Dieser Katechismus erscheint, wie der d«r«uS an den Voll«jchulen «ingtsühri« „Kleine Katechismus" nicht im Schulbücher-, sondern im Selbstverläge deS Seckauer Ordinariats. Den BezirkSschulräthen ist amtlich nicht b«kannt, ob auch, wie bieS mit den im Schulbücher» und im Prioatoerlage er» scheinend«» Schulbücher» der Fall ist. Armen» exemplare sür dürstige Schulkinder gewährt werden, doch wurde in Erfahrung gebracht (l), das« die Katechrten dir Armenexemplare beziehen und diese direct an die armen Schüler vertheilen. Für diesen Fall wird den Schulleitungen (!) empfohlen, sich mit den Katecheten in« Einvernehmen zu setzen, damit diese Bücher den Schülern nicht al« Geschenke übergeben, sondern so wie die übrigen Armenbücher behandelt werden. Hingesendet. Die Wirren in China haben, wie die Import» firma Meßmer infolge mehrfacher Anfragen erklärt, eine Erhöhung der Theepreife bis jetzt nicht zur Folge gehabt, weil die hauptsächlichsten Produkte der 1900« Ernte die chinesischen Häfen bereit» verlasse» haben. MeßmerS Thee neuer Ernte ist wie seither in den be-kannten Verkaufsstellen käuflich. Probepackete, a K 1, 1*25, 1 00 und K (Keil's Fußbodenlack) ist der vorzüglichste Anstrich für weiche Fußböden. Der Anstrich ist außerordentlich dauerhaft und trocknet sofort. Keil'» Fußdodenlack ist bei Traun & Stiger und bei Victor Wogg in Cilli erhältlich. 4315 60.000 Kronen beträgt der Haupttreffer der Jnvalidendank-Lotterie, welcher mit 20"/, Abzug bar ausgezahlt wird. Wir machen unsere geehrten Leser darauf aufmerksam, das« die Ziehung am 10. November 1900 stattfindet. vermischtes. |>U Hrträgniffe des „heilige» Wahres" schlägt der Grobpönitenziar und Äeneralcassterer de» päpit-lichen Stuhle« nach der au» vatikanischen Quelle» schöpfenden „Lvmbardia" auf 600 Millionen Franken. ES hat sich also der Mühe gelohnt, das» Leo XIII. die von vonifaz VIII. »nno 1300 in« Leben gerufene Einrichtung, welch« Leo XII. im Jahre 182-i letztmals gefeiert hat, wieder aufleben ließ. Die Schätzung der Jesuiten, welche eine Reineinnahme von 20<> Millionen Lire erhofften, ist also um» Dreifach- übertroffen. Kine neue Los von Wom Nokkarte, welche auch die schönste aller bi»her erschienenen ist, kann vom deulschvölkischen Verlage „Odin' in München be» zogen werden. Dieselbe ist si-benfäroig mit GolvvruL und trägt auf einem Bande die Inschrift: „Zweite Reformation." Die hinter Bergen aufgehende Sonne mit der goldenen Inschrift: ,Lo» von Rom!"" leuchtet einer in dichten Scharen zur Kirche stch dräagendea 6 „Deutsche Wacht 1900 Volksmenge, über deren Portal die Worte stehen: „Ein' feste Burg ist unser Gott." Recht» im Vordergrunde, umrankt von Eichenlaub und Kornblumen, befinden sich die Bildnisse der Herren Georg Schönerer und St. H. Wolf, der Führer der völkischen UebertritiSbewegung. Diese „Reformationskarte" ist, wie bereits erwähnt, bei dem rührigen deulschvölkischen Verlag „Odin" in München um den Preis von 75 h für 10 Stück, bejw. K 6-50 für 100 Stück erhältlich. „Z>em Ehrenßhamverlai« gewidmet." Ange-fichtS der frechen und trotz der Forldauer des Krieges widerspruchslos gebliebenen „Annexion" der Buren-staalen ist wohl auch dem Ruhigsten die Geduld über die Unverschämtheit der Engländer gerissen. Nachdem der sittliche Tiefstand der europäischen Regierungen die Gewaltthat de» perfiden Albions in Lourenzo-MarqueS Widerspruchslos zulässt, wollen wir Deutsche dem ge< wisienlosen Urheber deS Krieges gegen daS Heldenvolk der Buren wenigstens zeigen, wie wir über ihn und England» Politik denken, und dass sich die Wünsche deS gesammten DeutschvolkeS mit dem Verhalten seiner Regierungen durchaus nicht decken. Der deutschvölkische Verlag „Odin" in München wendet sich an unS mit einem Ausrufe an alle Deutschgesinnten, die von ihm in großer Anzahl hergestellten Karten „Hände weg!"', (darstellend, wie ein burischer Gewehrkolben dem John Bull auf die DiebSklauen niederschmetterte) welche die Aufschrift Ehren-ChamberlainS tragen, überall zu ver-breiten und dafür zu sorgen, dass dieselben dem Adressaten auS allen deutschen Gauen überaus zahlreich nach London hinübergesendet werden. Zehn Stück dieser Karten kosten portofrei 40 h (Selbstkostenpreis); Bestellungen wollen an den Verlag „Odin" in München gerichtet werden. politische (Wahr.) Ansichtskarten zwecks rührigster Verbreitung bei Zusammenkünften, Wähler-Versammlungen und ähnlichen Gelegenheiten vor den bevorstehenden Wahlkämpfen bietet der deutschvölkische Verlag „£dm" in München an. Terselbe hat nach Entwerfen der Herren Kunstmaler Schmidhammer und Rosenberger sieben veischiedtiie, durchwegs lünstlerisch auSgesührte, mehr färbte Karten voll packender Wirkung anfertigen lassen, die sich vortresslich zur Beeinflussung und Aufrüttelung der michelhajt schlafenden deutschen Wähler eignen, da sie, besser alS gesprochene und ge-schrieben» Worte die» vermögen, aus die klaffenden Wunden an unserem Volkskörper hinweisen, begeisternd wirken und den Gegner arg zerzausen. Die ei« dieser Karten (tarstellend einen deutschen Heldenjüngling im Kampfe gegen Clerifei, Tschechen und Polen) trägt die Widmung de» völkisch«,! Dichters Fischart: „Die Tschen, Polen und die Klerisei — erziehen wollen, hieße Zeit verlieren. — Ob sie un» lieben, ist ja einerlei, — nur bitte, süße Bestien: parieren!" Die zweite Karte — alle sieben tragen kernige Widmungen Fischarm'S — besasst sich mit der internationalen Socialdemokratie: ein deutscher Ar beiler wirft von der ParlameutSrampe einen jüdischen Führer der Socialisten herunter und Fiichart'S Wort« biezu lauten: „Eintritt zum Parlament ist eure Bitte? Warum denn nicht? Für euch sogar — zwei Tritte." Die dritte Karte ist den Ehristlichsecialen gewidmet? die vierte (darstellend unseren wackeren Abg. Wolf in WelfSgestalt, wie er in kühnem Sprunge, zum Entsetzen eines feisten Pfaffen, mitten in eine Schafherde springt) den Elericalen; die sünste der deutschen „Gemeinbürgschafl"; die sechste der versprochenen Aushebung der Censur im Sturmjabre 1848 und endlich befasst stch die siebente Karte mit dem Trautenauer Ehren-Rauch, dem Fischart feixenden Vierzeiler widmete: „Herr Bürgermeister von Trautenau — jetzt geht mir ein Licht auf! Jetzt weiß ich genau: — Warum noch immer die Ungarn und Tschecten — zuweilen von deutschen Hunden sprechen." ü0 Stück (gemischt) von dielen Karten kosten K 3*50, 100 Stück — alles portofrei — K 6 50. Deutsche, verbreitet diese aufsehenerregenden, vortrefflichen Karten bei jeder Gelegenheit und sendet Bestellungen an den Verlag „Odin" in München. Politik im Hisenbahncoupe. Ein hübsches Scherzwort erzählt ein Deutscher von seiner Reise zur Pariser Weltausstellung: Wir näherten uns gegen Abend Pari«. Mir gegenüber saß ein gemüthlicher Herr, ein Russe, mit dem ich mich, da er ein ganz passable» Deutsch sprach, recht gut unterhielt. Ein paar Stationen vor Paris stieg ein französischer Kavallerist ein. der neben dem Russen Platz nahn, und in kurzer Zeit sanft entschlief. Sein Haupt ruhte aus der Schulter meines auch bereit» etwa» schläfrig gewordenen Rachbar». Ich schmunzelte vergnügt ob de» Anblick» der Beidtn, worauf der Russe, auf den Schlafenden deutend, lächelnd sagte: „Politik! Frankreich lehnt sich an Russland; Deutsch-land »acht — und lacht!" Kom unvergesstichcn polkskaiser Aosef II. erzählen uns die Protokolle de» Brünner Rathe« au» dem Johre 1783 Nachstehendes: Im genannten Jahie »crbot Josef II. die Errichtung vcn Verkaufsbuden und Ständen bei den Kirchen; er verbot, dass Statuen bei Processionen herumgetragen werden. Dagegen erlaubte der UnvergesSIiche den Landwirten auch an Sonn- u. Feiertagen ihr Vieh auf die Weide zu treiben, wa» bisher ver-boten war. Welchen Wert Josef der Schule beigelegt, mag man aus folgendem ersehen: Am 21. September de» genannten Jahre» erflosS eine kaiserliche Verordnung das» die Eltern nicht nur von der Kanzel au» ver halten werden, ihre Kinder fleißig in die Schulen zu schicken, eS sollen auch während der Predigt die Eltern auf den Nutzen der Schule aufmerksam gemacht und an ihre Pflicht, die Kinder etwas lernen zu lassen, aufmerksam gemocht werden. SchriMyum. Von der Wiener Wochenschrift „Die Zeit" (Herausgeber Prof. Dr. I. Singer, Dr. Max Burckhard, Dr. Heinrich Kenner, Prof. Dr. Richard Muther) ist das 315. Heft erschienen. Abonnements aus diese Wochen schrift, vierlelj. 6 K, nehmen die Post, alle Buchhand-lungen und die Administration, Wien, IX/3, entgegen Einzelnummern 6V h. Probenummer gratis und franko. Das in München erscheinende, auf radieal-natio-nalem Boden stehende Kampfblalt „Hdin" bringt in seiner 41. Nummer folgenden Inhalt: Leitspruch. — Vetter Michel. (Gedicht.) — Schwarzgelbe Randglossen (Von Teut.) — Neue Parteien? — Die deutsche Flagge in Oesterreich. — DaS vierte Gebot. — Roth und völkisch. (Von Teut.) — Und dreimal hoch daS lchwarz-roth gold'ne Band. — Die alldeutsche Be-rvegung. — Die Sühne sür die chinestslden Verbrechen. — AuS dem Kampfe. — Allerlei. — Oesterreichische Beschlagnahmungen aus der „Ostdeutschen Rundschau" vom 30. ScheidingS. (Von Teut.) — Probenummern find jederzeit durch die Geschäftsstelle, München I t», Roman-straße 9, zu beziehen. Der JaHresbezugspreiS beträgt fl. 2*50 bei freier Zusendung. Frauenkleidung. Den Vorwürfen, welche der jetzigen FrauenbeNeidung gemacht werden, liegen int großen und ganzen wohlberechtigte, theils hygieinisch ärztliche, theil» ästthetische, und endlich rein praktische Bedenken zugrunde. Die „Gartenlaube" bringt über dieses Thema au» der Feder des Geheimen Med.-Raths Professor Dr. Eulenburg i r Berlin unter dem Titel „Zur Reform der Frauenkleidung" eine AbHand-lung, die so viel Wichtiges und Wissenswertes enthält, dass sie eS verdient, in den weitesten Kreisen bekannt zu werden. Daran schließen sich illustrierte Artikel über „Rauchbelästigung irrt Hause und deren Beseitigung" sowie über „moderne Wettcrschießapparatc" von Siegm. Schneider an. Viceadmiral a D. Reinhold Werner spricht beherzigenswerte Worte über Gründung von „Seemanns-Heimen", I. C. Heer nimmt uns auf einen seiner interessanten „Spaziergänge durch di« Weltausstellung in Paris" — der, vierten — mit und I. C. Platter beschreibt die neu erbaute „Jgler Bahn bei Innsbruck". Eharakteristische Bilder schmücken die zuletzt erwähnten Aufsätze. Den Freunden einer guten UnterhaltungS-lektüre wird dir Nachricht gewiss Freude bereiten, das» der neueste Roman Jda Boy EdS, „Um Helena", in der Gartenlaube zu erscheinen beginnt. Ein wohlge-trosseneS Bildnis führt unS die sympathischen Gesichts-züge der so beliebten Erzählerin vor. Daneben wird der Hochlandsroman Ludwig GaughoferS „Der Dorf-tipostd" um ein gutes Stück gefördert und erhält den Leser in hochgradiger Spannung. Franc »reiz. Licht- und Schattenbilder auS dem modernen Frauenleben von Amand Freih. v. Schweiger Lerchenfeld. Prachtwerk (Großquart) in 20 Lieferungen zur» Preise von je I< 1'20 mit circa 250 Abbildungen hervorragender Künstler und zahlreichen Zierstücken. A. Hartlcben» Verlag, Wien. Wenn einem Werke, d>:S sich ausschließlich und in weitauSgreisender Weise mit dem „Ewig Weiblichen" beschäftigt, schon der Sache wegen daS Interesse eine» großen Leserkreises gesichert ist, dürfte da» vorliegende den meisten ähnlichen Publicationen einen ganz bedeutenden Porsprung abge-winnen. Zwar die vorliegende erste Lieferung in ihrer glänzenden Ausstattung und pikanten Jllustrierung lässt die Dinge, die zu erwarten sind, nur so obenhin ahnen, Prospekt und Inhaltsangabe aber enthüllen das Kommende. Obenan steht der Satz, „dass daS Weib von gestern in dem Weibe von heute fortlebt." Der Autor, der feine Ausgabe mit seltener Verve, mit viil Temperament und stylistischer Meisterschaft vertritt, ver-wahrt sich also mit obigem AuSspruch gegen den „nivel-lierenden Zeitgeist, der die scharfe Linie, welche die Ge-schlechter trennt, auszutilgen droht" . . . DaS allein jedoch ist eS nicht. Wir haben e» hier mit einem modernen Frauenlob zu thun, der im Weibe den „Oucll de» physischen und seelischen Glückes" erkennt. Schon da» Wenige, wa» in der ersten Lieferung zu lesen ist, wirkt wie ein berauschender Trunk. Alle» ist Stimmung und b«zauben>der Reiz, zuweilen eine Art erotische» Nervenfieber von dem man unwillkürlich angesteckt wird. Der Verfasser fühlt stch alle» Zwange» entledigt na» sagt mehr, al» zu sagen für gewöhnlich erlaubt ist. Aber er umhüllt die Dinge, die seinen erregte» Sliw mungen entsprungen, mit dem flirrende» Äespwch poetischer Gestaltungekunst, die mit Allem versitck. Kein Zweifel also, das» dieser „Nervenrausch ra 20 Lieferungen" — wie wir da» sensationelle Buch »e-zeichnen möchten — durch unzählige Frauenhärrde gehe, wird, offen und geheim; den schönen Leserinnen wich eine Verherrlichung ihre» Geschlechte» vor Augen p> halten, wie sie ihnen schon lange nicht geboten wordm ist. Inhalt der „Wiener Hausfrauen - Zeit»»,' Nr. 40. Einsamkeit. Von W. Meynau. — Der Schmer als Warnungsruf des menschlichen Körper». Boa j. Pudor. — Fragekasten. — Korrespondenz der 3\tiac tion. — Graphologischer Briefkasten. — Eiirges«X — Für HauS und Küche. — Speisezettel für e» bürgerliches HauS. Für unsere Backfischchen. Von M. L. — UnterrichtSan,eigen. — Literatur. — Album hr Poesie: Ein Sterbenswort. Von Hans Kelten. — Meine Mutter. Von Jgnaz Beck. — Räthsel Zeitia^ - — Schachzeitung. Redigiert von Karl Schlechter. — MiScellen. — Sein Ehrenwort. Novell« von Ottilie BibuS. — Feuilleton: Die Legende meines Hutes. Sn Jda Fürst. — Kleine Theaterplaudereien. Von Sa» jamin Schier. — Inserate. — Preis halbjährig K 5.; Gedenket des „Teutschen «tW« Vereines" um» unseres Schuyvereines „südmark" bei Zpielei und Wetten, bei Festlichkeiten u. Teslameita, sowie bei unverhofften Gewinnsten! Von prato, „Süddeutsche J(üche", erschien soeben die dreissigste jftuflage, welche in Cilli in der Buchhandlung frii^ 7{asch zu haben ist$ Xnr MttiNoii. Aloiw "Wul lfiiul, Cilli Kathbawgiuiae empfiehlt srlnxl |>»nteiirlnlt-rlr Siissrahm-Thee-Butter tflfrlicti IVImi-Ii. reinen Tropf-Honig, SanntHaler Käse und alle Mineralwässer. Zur ftui*on. Oeffentliche Erklärung! <1 Die gefertigt« Portr&t-Kunst*nst*lt hat, am unlieb« m KdÜ ms untreu ihrer künstlcrUc-h Torsönliebst fMehsll*n Poftt itmaler enthoben tu s*in und nur, um de-r/Iben writer , be-chäftiren zu kQuaen, für karte Zeit und nur hi« tuf Widerruf bt-aclüossen, eui jcflicbea Nutzen oder («eviaa zu versieht««. Wir liefern für nur 7 fl. 50 kr. :»!« kaum der Hilft» des Wer thes der blo*t*n Herstelln ein Porträt in Lebensorösse (Brustbild) ii pricUnllei, eltgutei, Sekvin-G«li-Bu»ovember 1. J. ürecte an den steiermärkischen Landes-Ausschuss in Graz einzusenden. Die Milch ist per Liter in die Anstalt gestellt, zum festen Preise mbieten. Ebenso sind alle Spezereiartikel zu festen Preisen unter Angabe des Einlasses (Sconto) vom Bechnungsbetrage, anzubieten. Der Preis für Petroleum ist per Liter, für Hülz per Baummeter und fli Kohle per Mvlercentner anzusetzen. In den Angeboten für Wein ist dessen Gattung anzugeben und ntlich anzuführen, ob es stcirischer, tiroler, ungarischer oder italieui— t Wein ist. 6417 Krankenhaus-Verwaltung In Cilli. Kundmachung. Beim k. k. 4./3. Landwehr-Infanterie-Bataillon in Cilli gelingt die FleiHoliIiefer-tiiier für die Manu- echnft pro lOOl zur Vergebung. Die bezüglichen mit 1 Kronen-Stempel versebenen Offerte laben längstens am 2. November 1. J., 10 Uhr vormittags, in &r Landwehr-Kaserne (Zubau, Zimmer Nr. 14), woselbst auch die Contractbedingungen jederzeit eingesehen werden können, anzulangen. Die Offertverhandlung findet am 6. November 1. J., 10 Uhr iittags, im gleichen Locale statt. Cilli, am 1V. October 1900. Henace-Verwaltoni des 4.3. LaiMHifaiteiie-BataiM HS.JÖ0. Kundmachung. Bestellung auf amerikanische Reben aus den vereinten Staatsud Landes-Rebenanlagen für die Pflanzperiode 1900/1901. Vom Lande Steiermark kommen im Spätherbste 1900 und im Frühjahre 1001 l«i «t Fliwol». u. fild »»«stell» daille» ». taufende »»»gSIchreiteil. »»»»-«0 lUuitr. Pr«i»o»talog gratis und franoo. Weinissrüne Fässer 150 Stack Eichen- u. 150 St. Kastanien. Fass, frisch entleert, gesund, stark in Hula und Eisen, mit 600—700 Liter Inhalt, sind staunend billig zu verkaufen und tarnt Eigenthümer. Weinhändler u. Weinprudt-centen von 8—12 Chr vonn. u. tob 3—6 Uhr nachm. zu besieh* igen. Keller tu Indem Frachtonmagazine, StaaUbahnkof in Graz. M2T __Suche einen Hausmeister ▼erheirate', kinderlos, welcher GarteoaiMt unbedingt gut verstehen muss. Hin tritt sofort. Villa Jarmer, Cilli. Ebendaselbst wird auch eine anständige Körhin, die auch alle häuslichen Arbeiten verrichten muss, gegen guten lobt sofort aufgenommen. MIC- r Stenograph, Schreihmaschinensehrek ber, im Comptoirfache versiert, wfiMchk seinen Posten zu ändern. Gefällige Zuschriften erbeten unter Z. R. 20, postlagernd Graz. VtH Zimmer. 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