Laibllchcr Zeitung Nr. 138. Piänumclal!onsplei5: Im Vomytoi? ganzl» ss. li, !)!ilt>I. <1. 5.5». Für die Zustellung ins Hau« halli. 5>!> ll. Mil bc^ 'l«?st ,>.i„,u. fl. 15, ^',ill>j. ss. 7.5N, Montag, z7.Iuui ^'nstl lion» geb« br bi« lu ZvillN : ,ma!60I, ÜM.«!lr., »lü. I ss.l son!!,,!. .^,i!s 1m.«ll., »m. !,s> i ^72. Ailltlicher Theil. n oltomanischcn Reiche vom Jahre 1802 ist nach cr-folgter vertragsmäßiger Kündigung durch eine zur Prüfung der Schätznngswerthc der. Waren eingesetzte Special-commission rcvidirl und beidcrstits genehmigt worden. Der rcoidirlc türkische Einsuhrzolltarif tritt am ^ 5. Juni d. I. in Kraft und ist vorläufig bis l5. (3.) Juni 1877 gillig. Seine Wirksamkeit erstreckt sich auf alle jene Bänder dcs türkischen RcichcS, wo der bisherige Mauthtarif in Geltung gestanden ist. Die in dem letzteren für die linkischen Export« arlilcl enthaltenen Schätzun.jswerlhc wurde,, der Revision nicht unterzogen, ,md habcil dahcr auch während der ob-gedachten Gilligleitsdauer dcS rcvidill>„ Einfulnzoll^ tarifcs die Grundlagen für die Bemessung dcs cinper-ccnligen Nnl'fnhizollcs^ zu bilden. Für die Drucklegunc, des rcvidirteu Tarife« zum Gebrauche der Behörden und des Handclsstandcs ist vor-llcsorgt worden. * Wien. am 13. Juni 1872. Banhans m. p. , * Abd>i!clü dcs isviduteil Eiüsuhrplltnrifl'S filr den üsi^r-^>ch!sch.,nic,ar!schc!l Handel im oXoUüNiischfll Strichs i» üalicili-!chlr, dr„ts^sv, unssarischcv nud lüvllscher Sprnche sind im Vn-chlrisilocair dcr l, l. Slaal^dxütsVsi, solvi«' bri der l. l,»d l. l^e lalldlschafl in Koiislanlinopel imd bei dru Eolisulnlämlcl,, nnd nildrrcu Pllltzcil dc<< «inlischr» Reiche?, südlich auch noch bei d?r '. Srfbchördc i» Trieft zu deziehell. Mchtamtlicher Theil. Zur Lage in Dohmn wird der „Presse" aus Prag vom 1l. d. M.'geschrieben: ".^ie empörten Fluten sind allmälig zurückgetreten, und gleich strecken sich hunderttauscndc Hände aus, die unchlliaren Spuren, die sie hinterlassen, zu verwischen. ^U>näliqcr als die über Nacht gekommene Sturzflut. "," doch deutlich sichtbar besänftigen sich auch die hoch- «chclidcn Wogen der Iahrzehcnle lang künstlich geschulten ""wnalen Erbiltlrnng. Die jünastcn Ereignisse in "ohincn zeigen dentlich. daß Vevöllcrnng und Partei Kieswegs sich deckende Begriffe sind und daß auf den ""u des czcchischcn Kolkes immer noch Hoffnungen gc. ^ut werden dürfen. Die herz- und gewissenlose'Hetze "er bekannten Coleric auch im gegenwärtigen, zu po» lschc,,, Kampfe wahrhastig nicht accignclcn Augenblicke wnsl sich dem GroS der Bevölkerung gegenüber bc- '^ Machtlos; der solide Aufbau dcS verwüsteten Hansel 's Staatsmitteln widerlegt die ^ügen in den 'Inur- 2?lsPaltcn doch gar zu drastifH, nnd die aufopfernde AMglcit der Regiernngsorganc, die unaufhörlichen "Undreiskn dcS Statthalters nnd der deutschen Landes« usschüsse stehen doch in einem gar zu schreienden Con» /Me zn der Haltung der nationalen Agitationen. Wie '^ man dem politisch ungeschnltcn Volke auch vor^ ^"leln konnte - das mußte es jetzt doch mit bloßen! ^"Uden greifen, wcr ihm in seiner Noth ein offen Herz b„, .t'"c gleich offene Hand entgegenbrachte. Die Danl-l "l'50.000 fl. festgesltzt. Die damals angenomnunc Boraubsetzung, daß für die den allerhöchsten Hosstaat bestimmte Dotation den nothwendigen Ansprüchen genügn würde, hat sich nicht bc« wäh'.t. Waren nämlich damals schon die Zifferansätze, welche der Bestimmung der obigen Summe zur Unlcr, läge dienten, auf daS knappste bemessen, so zeigt sich jetzt bei den allenthalben gcsticgci.cn Prclsverhüllnisscn, daß dcr Allerhöchste Hofhaushalt trotz aller Sparsamkeit mit dcr ausgeworfenen Summe entschieden nicht mchr bestrilten werden kann. Das Obcrsthosmriswamt wcist nack, daß znr Vermeidung eincs Deficits im Hoshc-ns-halte die Erhöhung der Hofstaatsoolalion unumgänglich nothwendig sei." Die öffentlichen Blätter der Reside»^ haben bereits 5n. laß genommen, die No th >;'en d igkc it dcr beanspruch, ten DolatioliScihöhuna inil Rücksicht ai,f die ullizcuici,, herrschenden TlicuerungSl'ciylillnisse und gcftti'.eltcl, z!lus. lagen nach Gebühr zu beleuchten. . Das „Nene Wr. Tagdl... schreibt: „Die staatliche Gesetzgebung hat auf dem ihr zugänglichen Gebiete den Umstand der steigenden Ttiluerunc, auch ancrlamit, in^em sie den Slaatebcamlc» eine Ausbessernng ih'.cr Gehalle im Äclanf von füüf Millionrn. den Clcr,kern eine Äuf-besscrnnss der Congrua im Belauf von ciocr halben Millicn zukommen ließ Mai, gma. dabci von dem ganz correct?» Grundsatz aus, daß dcr Arbeiter seincs Lol)nce< wcrlh sei. und daß. wer seine Zeit dcm öffentlichen Dienste widme, den Anspruch habt, dafür auch gebührend cntlohüt zu werd»,», üis wäre der Höhepunkt der Ungerechtigkeit, wenn man dcn Monarchen, der sein ganzes Vebcn den, Staat: weiht, schlechter behandeln wollte, als die Allacstclltcn des Staates. Friedrich der Große und Josef 1l. nahmen für sich stets dcn Ruhm, der erste Beamte ihreS Reiches zu sein, in Anspruch, und Kaiser Franz pflegte von sich zu sagen, er sein sein erster Hof-rath, Vm, dem jctzl rcsicm'dcn Kaiser ist cc< bekannt, > daß er angestrengter zn arbeiten Pflegt, als irgend ein ^ staatlicher Functional. Das allein, glanben wir, wäre ! ein Grund, dcr genügen müßte, um das Abgeordneten« ! haus in seiner Entscheidung über den Regierungsantrag ! betreffs Erhöhung dcr Eivillistc zu bestimmen." Aus der Acnßciuns, de« ,.N. Fremdrnbl." rcpro« duciren wir hier folgende Stcllcn: ,Ms j,n Jahre 1802 im Rcichsralhc über das erste verfassungsmäßige Budget verhandelt wurde, konnte der damalige Referent Abgeordneter Baron Tinti nach einer umfassenden Vcr» gleichuna, mit dcn Civillisten anderer curopäisänr Stauten dcn Satz aufstillcn: daS Gcsammtelfolderi'.iö für den österreichen Hofstaat erscheine „im Vergleiche mit anderen Staaten gleichen Ranges als rin überaus mäßiges, im Vergleiche mit Staaten nntcrgcordnctcn Ranges der Würde, dem Ansehen und der Großmachlsttllung Oesterreichs vollkommcn enlsprcchlnd," und was speciell das Pcn'cnlualvclhultnis z» dcu ordentlichen Ausgaben be. treffe, so-nchmc der österr. ichische Hofstaat die zweit-^ g ü nstigstc Stelle in qanz Europa ein. Im Allge-mcincn kann mn, die Kosten dcs österreichischen Hof» staatcS alS relativ sehr mäßig bezeichnen, „no dies'um so mehr, als im österreichischen Hofstaalsbudael eine Reihe von Posien crscheincn, welche in anderen Ländern in den Eivillisten nicht fi^nriren, sondern aus den allgemeinen Staatsmitteln bcflriltcn werden, wie beispielsweise die Auslagen sür die Hoslheater, Museen, Garden und Anderes mehr. ' In Preußen betrng die Krondotation sammt d:>, Apanagen nach dem SlaatshauShallS-Etat für das Jahr 1871 im Totale 4,503.418 Thaler oder 0,750,000 fl. in Silver; in Baicrn, wo unter Max I. die Eivill,stc auf ewigc Zeiten fixirt wurde, stellt sich dieselbe auj 3,140 082 fl. süddcutscle Währung; in Frankreich bczog Napoleon im letzten Ia^irc dcs KaljellhumS cine E'vil-liste von 25 Milliomn Francs, außcrdrm halle cr sich dcn Genuß der Krongütcr angeeignet, die ungesäyr 12 Millionen ergaben; in Großbritannien, wo oer löniil-liüc Huf auch in seinem Haushalte nur die erste Vür-gnflllmlie des Staates repräsentirt, betrug im Jahre 1809 dic Civilliste i>cr Königin 405.030 Pfuro Stcr-ling, außerdem beziehen alle Prinzen und Prinzessinen Apanagen, selbst die außer Lautes verhcirathetcn. So clhäll beispielsweise die Kronprinzessin von Preußen jährlich 8000 Pfund Sterling als Dotation ihres Heimat-landcö. Relativ sehr bedeutend ist die Cioilliste in Ita« lien. Sie tosUlc sammt dcn Apanagen im Jahre 1870: 20 Millionen Lac, u.igesähr 9 Millionen Gulden; außcrdlM bcträgt die dem heiligcn Stuhle gesetzlich zugewiesene Dotation 3-225 Millionen Lire. In Rußland clfordcrt dcr Hof eincn jährlichen Aufwand von 11 Millionen Thalern, in der Tintci cincn Aufwand von 0.7 Millionen Thalern. Uutcr dcn größcrcn eu-ropäischcn Mächtcn nahm also Ocstcircich bezüglich der Cioillislc dcn fünften Rang ein; Rußland, Frankreich, Italien und die Türkei standen darüber, England blieb' darunter und Pnußcu hielt mit ihm gleichen Schritt. Erscheinen die Ansprüche für den östcrrcichischcn Hofstaat im Vergleiche mit dcn übrigen europäischen Staaten gleichen Ranges nicht allzu bedeutend, so clscheincn sie es noch weniger mit Rücksicht auf die uiclcu durch dcnsclbcn zu beslreilenden Auslagen. Der Hofstaat hat zu besorgen: zunächst die Dotation der a. h. Privaltaffe, sämmtliche Dotationen, Apanagen, Wilweugchalle, Spcnnadclgciber cinz.lncr Mitglieder dcr Kaiscrfamilic. fciner den eigentlichen HoshauShalt, wo^u allc Hofämtcr, die "iusla^cn bei Ocsuchtn hnher Güsts, die Gaidcn, die Hofmusilcapelle und dic Hofrcisen gchösen, und endlich dic Ölten, die Hoftheater, die Hofbililiothik, dic Sammllü'gcn nnd Galerien. Durch dic Vcllobuna dcr Erzherzog in Mscla, wie durch die im nächsten Jahre ftallfindcndc Wcltc,usstcllnng werden die Auslagen drs Hosslaalcs sicherlich eine nicht unbeträchtliche Vcrmchiuliu erlangen. Die best coiistitutioncllen Staaten crlcnnsn es als ihre Pflicht an, der Krone von ihrem Ansehen nicht blos Nichts zu nehmen, sondern vielmehr ihre Majestät zu sckützen, ihren Glanz zu erhöhen. Der östcncichischc Rclchsralh hat scine couslilutioncllc Ans» gabc incmals in andcrcm Sinne verstanden; er wird auch dicömal dem Kaiser gcb:n, was dcS Kaisers ist, auf daß der Kaiser dem Volle gebe, was dsS Volles ist." Nlichsralh. Ach. Sitzunss des Abgevrdnstenhauses. Wien. 13, Jul.i. Präsident N. u. Hopfen eröffnet die Sitzung um I I Uhr 30 Min. Auf der Mmistcrbanl: Sc. Durchlaucht der Herr Ministclpräsioeol Fürst Adolf AnerSperg. Ihre Ex» cellcnzcn die Hcrlcn Minister Freiherr o. Lasser. Freih. dc Prctis, R. v. Chlumecly, Dr. Glaser, Dr. Unger. Das Prolololl der letzten Sitzung wird verlesen und genehmigt. Die Reyittungsvorlagcn, betreffend dcn Donau-Ooer» SchisfawlScanal, und die eingelaufenen Petitionen, wc:oen den dctrefftndcn Ausschüssen überwiesen. Hiernach «elangl dcr Gesetzentwurf, betreffend die Erwerbs- und Wirlhschaft^genosftnschaflcn, zur Debatte, an welchcr die Mg. Dr. Pickcrl, R. o. Schalschmid, Fnz' nnd Dr. Tomasc^ul sich betheiligen. Die Debatte wird in dcr nächsten Sitzung fortgesetzt werden. Bei Berathung des Glfttzentwnifes zur Herstellung einer Eisenbahn von Klostcrgrab an die böhmisch-lächsi« schc Grenze wnrdc auch noch eine vom Ansschusse bt^ antragte 9lesolulion dahin gehend angenommen: ^Die k. l. Regierung wird aufgefordert, die durch die bevorstehende Verhandlung mit dem Königreiche Sachsen «e. botcnc Gelegenheit zu benutzen, damit ehestens die Er. richtnng cineS gemcinschafllichcn Zollanitc« in Tclsckei, zugestanden weide." 980 Parlamentarisches. ' In der am 12. d. stattgefundenen Sitzung desLan d-wehrauöschusseS wurde zu § 10 der Landwehr» Vorlage cm Minoritätsvotum angemeldet; die Minori-tät conformirt sich mit der Majorität. Der Pferdcconscriptions.Ausschuß hielt am 13. morgens cine Sitzung ab, in welcher Abg.^ Scidl dcn nach den früheren Beschlüssen redigirten Oe>! sltzcntwurf vorlegte. Derselbe wurde genehmigt und hierauf der genannte Abgeordnete auch zum Beuchter» flatter für das Haus gewählt. In der slbendsitzung des V er fassu n g« a us« schusses vom 13, d. M. gibt der Berichterstatter über die galizische Resolution Dr. ron Demel einen Abriß der Geschichte der galizischen Resolution und führt aus, daß dem VerfassunMuSschusse dnrch die Allerhöchste Thronrede und Adresse die Ärt der Behandlung des Antrages in Betreff der galizischeu Resolution, so wie das Maß und die Garantie der dem Lande Galizien zu gewährenden Zugeständnisse vorgczeichnet war. Im Berichte wird weiter erwähnt, daß der Ausschuß von der Ansicht ausging, daß die Frage in Betreff der galizischen Resolution nur gleichzeitig oder doch im geschäftlichen Connex mit der Wahlrcform, mit welcher dieselbe innerlich zusammenhänge, zu lösen sei. Aus . diesem Grunde habe der Verfassungsausschuß die Erle« digung des ersten Alinea der galizischen Resolution der gleichzeitigen Behandlung mit der Wahlreform vorbe» halten. Was das Maß und die Grenzen der Concessio« nen betrifft, so sei der Ausschuß von der Ansicht auS-gegangen, daß die ganze Resolution nicht gewährt werden lönne, weil namentlich die Forderung einer eigenen Landesregierung, welche nur dem Landtage verant» wortlich sein solle, einen Staat im Staate begründet hätte. Was die einzelnen Zugeständnisse anbelangte, so habe die Majorität deS Ausschusses nur daS concedirt, was ihrer Ansicht nach ohne Gefährdung der Macht und Einheit des Reiches zulässig war, ohne jedoch die Nothwendigkeit und Zweckmäßigkeit dieser Concessionen damit anerkannt haben zu wollen. Die Majorität habe daher nur mit Widerstreben und nur in Nnhoffnung der gänzlichen Befriedigung deS Landes und der Herstellung des inneren Friedens sich zur Gewährung der im Gesetz» entwürfe vorgeschlagenen Concessionen herbeigelassen und immer in erster Linie die Wahrung der Machtstellung und Einheit deS Reiches und in zweiter Linie die Nothwendigkeit und Zweckmäßigkeit der zu gewährenden Con« cessionen ins Auge gefaßt. Die Inarticulirung habe der Ausschuß als eine nothwendige Gedingung erkannt, weil dieselbe ein Unter» pfand der Befriedigung des Landes, ein Mittel zur Herbeiführung des definitiven Abschlusses und eine Schutzwehr für die durch die beantragten Concessionen sich in ihren Rechten gefährdet fehenden anderen in Galizien lebenden Nationalitäten bilde. Der Gericht schließt mit dem Antrage, das Abge» ordnetenhaus wolle: 1. dem angeschlossenen Gesehentwurfe die Zustimmung ertheilen; 2. die Petition deS Vereins Rada RuSka. sowie 3. die anderen Petitionen der Regierung mit der aus der letzten Sitzung deS Verfassungsausschusses be< kannten Aufforderung mittheilen. Hierauf wird zur Erledigung der Petitionen über die direclm Wahlen geschritten. Abg. Dr. Dinstl, als Berichterstatter, stellt den Antrag: „Das hohe HauS wolle in Erwägung der Nothwendigkeit der LoSlösung deS Reichsrathes von den Landtagen zur Kräftigung der Centralvertretung die Pe« litioncn um Einführung der directen Wahlen der Regierung unter dem Vorbehalte der Ergreifung der Initiative für daS Abgeordnetenhaus mit der Aufforderung! zustellen, daß, nachdem die in Aussicht gestellten Vorlagen bthufs Einführung von directen Wahlen für daS Abge< ordnetenhaus noch nicht eingebracht sind, dieselben beim Wieder^usammentritte des ReichsratheS einzubringen." Dieser Antrag wird ohne Debatte angenommen. Die Mernationalc gibt den öffentlichen Blättern Stoss zu verschiedenartigen Erörterungen. Ueber die Gerathungen bezüglich der Internationale schreibt „Pcsli Naplo" unter Anderem: „Wenn wir von der Persönlichkeit, welche die ungarische Regierung nach Berlin entsendet, auf die Ziele der Conferenz folgern können, so wird es ausschließlich die rechtliche Seite der Frage sein, die behandelt werden wird. Der Vertreter Ungarns bei dieser Conferenz ist eines der hervorragendsten Mitglieder unseres Richter-standes, und seine Aufgabe kann daher leine wirthschaft-liche, sondern eine rein rechtliche sei», und in der That ist es auch nur die Regelung der Rechtsfrage, welche gegenüber der Internationale als ein gemeinsames Interesse sämmtlicher Staaten betrachtet werden kann. Die Mittel zur Beseitigung d-,r eigentlichen Gefahr ausfindig zu machen, das ist eine häusliche Angelegenheit jeder einzelnen Regierung. Und waS uns Ungarn betrifft, so ist unsere Aufgabe auf diesem Gebiete klar vorgezeichnet; nickt die Internationale, sondern die sociale Misere ist es, gegen welche wir unsere Thätigkeit zu richten haben, und diese Aufgabe l^nn nicht durch internationale Verträge gelöst werden." Aus der großen Republik. DaS Programm der republikanischen Convention, durch .welches dieselbe einstimmig die Candidalur des gegenwärtigen Präsidenten Grant für die Präsident« I schaft und des Senators Horaz Wilson für die Vice-Präsidentschaft der großen Republik proclamirt, zählt die Errungenschaften der republicanischen Partei auf. Insbesondere erwähnt es die Emancipation der Sklaven, die Niederwerfung der Rebellion, die Herstellung gleicher Rechte, die feste und großmülhige Weise, in der sie die auS der Rebellion entstandenen Unordnungen behandelte, die Annahme einer weisen Politik mit Bezu>, auf die Indianer, die Entwicklung der Pacific-EifenbahN und die Ermunterung der Einwanderung. DaS Programm fügt auch hinzu, daß der Nationalcrcdit befestigt und die Schuld wesentlich vermindert wurde, während drohende auswärtige Schwierigkeiten in ehrenvoller Weise ausgc« glichen wurden. Es mahnt die Bevölkerung, ihr Vertrauen in die Partei, welche tiese Vortheile sicherte, fort> zusetzen. DaS Programm begünstigt die Inkraftsetzung der constitutionellen Amcndeinents und die Erhaltung eines ehrenvollen Friedens u it fremden Nationen. Es befürwortet ferner die Reform deS Staatsdienstes und das Aufhören von Bewilligungen öffentlicher Ländereien an Corporations und empfiehlt, daß die Staatseinkünfte hinreichend hoch sein mö^en. um eine müßige Bilanz für die Verminderung der öffentlichen Schuld zu liefern. Die Zolleinlünfle sollten, ausgenommen mit Bezug auf Spirituosen und Tabak, von Importzöllen bezogen und so geregelt werden, daß sie zur Hebung der heimischen Industrie beitragen. Das Programm unterstützt auch vollständige Freiheit in bürgerlichen, politischen und religiösen Sachen ohne Rücksicht auf Race, Glaubensbekenntnis oder Farbe, und verlangt die Abschaffung deS Fran-catur'PrivilcgiumS, die Herabsetzung des Postporto'S, die schleunige Wiederlehr zu Barzahlungen und eine sorgfältige Aufrechthaltung des öffentlichen Credits. Mit Bezug auf die Frage des weiblichen Stimmrechts empfiehlt es, dieselbe achtungsvoll in Erwägung zu ziehen. DaS von der Regierung gegen den Süden befolgte Verfahren wird gebilligt, und zum Schluß drückt das Pro« gramm Vertrauen in den bescheidenen Patriot^i!^. das gesunde Urlheil und die praktische Weisheit des Präsidenten Grant auS. Politische Uebersicht. «aibach, 16. Juni. Die Wahlen in Ungarn sind mit einem be» deutungsvollen Sieg der Deal-Partei eröffnet worden. Die Deal-Partei hat nicht nur behauptet, waS sie besessen, sie hat mit dem Wahlresullat faclisch einen Schritt vorwärts gemacht, ein Umstand, der, so geringfügig er an und für sich ist, doch von ihren Anhängern als gu-teS Omen gedeutet werden und sie zu weiteren Anstrengungen ermuntern wird. Auch in Siebenbürgen scheinen sich die Dinge günstig gestalten zu wollen. Der enthusiastische Empfang, welcher nach Telegrammen in Pester Blättern dem Grafen Lcmyay bei seinem Eintreffen in Klausenburg zu Theil geworden, darf zu den glückverheißenden Vorzeichen gezählt werden. Die „Provinzial-Correspondenz" meldet, daß Kaiser Wilhelm mit Rücksicht auf den voraussichtlichen Schluß des Reichstages am 22. Juni nach Ems abreisen werde. Der Kaiser gedenke später Gastein zu besuchen und anfangs September nach Berlin zurückzu-lehren, um den Herbstmanöverii beizuwohnen, zn welchen ein hoher fürstlicher Besuch in Aussicht stehe. — DaS Jesu iten-Gesetz beschäftigt die meisten deutschen Blätter. Nicht alle äußern sich günstig." So schreibt ein süddeutsches Blatt: „Allan will die polizeilichen Maßregeln, die sonst gegen Handwerlsburschen im Schwünge waren, jetzt gegen die Jesuiten anwenden. Wie es mit dcn Jesuiten, die bereits einen festen Un-terftützungs'Wohnsitz haben, gehallen werden soll, davon hört man noch nichts. Die Sache erscheint so roh noch und unreif, daß man sie mit einem Zmei-Paragraphen-Gesetze unmöglich abmachen kann, am allerwenigsten in den letzten Minuten der Session des Reichstages. Selbst die «Köln. Ztg." meint: „Man kann nicht in Abrede stellen, daß daS Gesetz, das allerdings als ein Nolhge« setz auftritt, auch in liberalen Kreisen hie und da Äe-denlen hervorruft. Auch nicht alle freiconservativen Mitglieder sollen dafür sein. Die Annahme im Reichstage wird indessen nicht bezweifelt." — Die liberale Reichspartei beabsichtigt eine Resolution zum Jesuiten-Gesetze vorschlagen zu lassen, welche folgende Materien berühren soll: 1. Einführung der Civilthe, s. Reform der Civilstands-Register, 3. Ordnung der Rechtsverhältnisse der Dissidenten. Wie die „Frankfurter Zeitung" von Brüssel auS guter Quelle vernimmt, bereiten sich die in Deutsch, land domicilirenkn Jesuiten eine eventuelle Rück-zugSstättc in Belgien vor. Ueber die Verhandlungen in Betreff der Befrei u na des französischen Gebietes von dcn deutschen OccupatlonStruppen nehmen die von verschiedenen Seiten kommenden Nachrichten allmälig eine bestimmtere Form an. Nach dem „Swcle" hätten die eingeleiteten Unterhandlungen eine Unterbrechung erfahren, wären aber darum nicht fallen gelassen worden. — Die Nationalversammlung nahm Art. 19 des Militär-gesetzes bezüglich der Militärdienstbefreiung zum Lehramte bestimmter Jünglinge an. Der UnterrichlSminister erklärte sich unbedingt für Lehrfreiheit und obligator!« schcn Unterricht. — Die Abgeordneten der Rechten er« suchten Thiers, das Ministerium im Sinne dcr Majorität zu ändern. — Die französische Regierung beschloß ein Anlehen von 3000 Millionen aufzunehmen. Infolge der Zurückerstattung der Inlernirungi«« losten für die Ostarmee seitens Frankreichs beschloß der Bundesrath in Gern, die von dem Anlehen von 1858 noch schuldigen 1,250.000 Francs am ltt. Jim-ner zurückzuzahlen. Im englischen Oberhause legte Lord Graiwillc den Vertrag mit Deutschland we^eil Mslieferimg flüchtiger Verbrecher vor und bestätigte auch dic Corrc-fpondenz der britischen Regierung mit Frankreich wegen der Deportation der Eoinmunisten; er drückte daS Vertrauen aus, daß die französische Regierung sich von ihcem gefaßten Enlschluhe nicht entfernen und nach befreundeten Ländern keine Communisten senden werde.— Die anzuhosscnde Vertagung deS Genfer Schiedsgerichtes dittfle wohl als eine Garantie zu betrachten sein, daß dcr die indirectcn Eisatzansprüche aufhe-bcnde Zusavaltilel zum Washingtoner Vertrage und die vom Präsidenten Grant auf Grund dieses Zusatzarlilels in Aussicht gestellte Lösung des Alabama - Conflictes wirtlich zu Stande lommen wird. Madrider Nachrichten bestätigen das Umsichgreifen der Carl ist en bewe gung. Auf Ansuchen von Don Carlos soll Cabrera jetzt thätigen Antheil an der Bewegung nehmen. In Catalonicn hätten sich 8000 Car-listen, und einem anderen Gerücht zufolge im Districte Tarragona die Republicaner erhoben. — Als Mi nist ercandidaten in Spanien nennt man General Cordova für den Krieg und interimistisch für das Präsidium im Ministcrrath, Ruiz Gomez für die Finanzen, Montero RioS für die Justiz, Vccerra für öffentliche Arbeiten und Unterricht, Masquera für die Colomcn, MartoS für das Acußcre, Bcraligcr für die Marine, Zorilla für das Innere und das Präsidium. DaS Parlament von Canada hat infolge deS neuen amerikanischen Tarifs auf ssaffce und Thee, welche auS den Vereigten Staaten importirt werben, einen Disserentialzoll von 10 Percent gelegt. — Agenten der geheimen amerikanischen Polizei hiben in der Stadt London in der Provinz Ontario cilicil Mann verhaftet und nach Amerila gebracht. Die Regierung von Canada verständigte den englischen Gesandten Thornton in Washington und die englische Regierung von diesem Vorfall. Tagesneuigkeiten. — Se. Majestät der Kaiser empfingen in besonderer Audienz den General Sherman und den Oberst Nudenried, die Sr. Majestät durch den amerikanischen Minister Herrn Jay vorgestellt wurden. — Ihre Maje' stät die Kaiserin Karolina Augusta sind am 12. d. in Salzburg und Se. t. Hoheit Herr Erzherzog Albrecht am 12. d. in Teschen angekommen. — (Sammlungen fUr Böhmen.) Aus dei» österreichisch-ungarischen General-Consulate in London fand am 10. d. unter dem Vorsitze deS Grafen Veust eine Besprechung statt, um Geldsammlungen flir die in Vöhmc" durch Wc.ssernolh Verunglückten zu veranstalten. E« win-dcn sofort gegen «00 Pfund Sterling gezeichnet, und soll im Laufe dieses MonatS ein Wohlthätigkeit« - Concert »>" Votschaf lshotcl gegeben werden. — (Eine Ausstellung) von Obst, Weine" und Thieren wird vom 21. lus einschließig 29. September l. I. zu Vozen in Tirol stattfinden. — (Explosion.) Nm 11. d. flog bei Stechowitz eine Pulverwerlstätte in die Luft. Niemand wurde verletzt; die Pulverwerle von Stechowitz gehören dem Graz" Nrmensonde. — (TodeSurtheil.) Das Regiments - Standgericht von Slanislau hat einen Soldaten wegen Bran^ legung in der Kaserne zum Tode verurtheilt. — (Hohe Gagen unter dem zweiten Ka'' ser reiche.) Marschall Vaillant bezog jährlich 2ir die H^niplschille. Dieselbe halle aber nächst der Verpflichtung, den Kinder» Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen, nur noch die deutsche Sprachlehre und eine Anleitung zu schriftlichen ^ Aufsätzen zu lehren, und nur Kindern die an ein Gymna-slum Überzutreten gedachten, sollte auch noch das Lesen und! Dictando < Schreiben lateinischer Worte geläufig Hemacht werden! Welche Aegriffe überhaupt die politische Schulver» j fassung von dem Maße nothwendiger Bildung für das Volk selbst in seinen höheren Schichten halte, zeigt sich darin, daß fllr die Mädchenschulen, welche sic ausdrücklich als fllr Mädchen aus gebildeleren Ständen bestimmt be- ^ zeichnet, nebst den Lehrgegenständen der Trivialschule nur noch die deutsche Sprachlehre als Lehrgegenstand vorschreibt. Kann man da nicht fllglich sagen, daß die Volksschule nach der politischen Schulvcrfafsung nur den Zweck halte, wenigstens die größere Hälfte der Staatsbürger in; der Beschränktheit des UnlerlhanenverstandeS zu erhallen, damit sie nur zahlen, aber ja nicht denlen lernen. Nun betrachten wir noch kurz die gesetzlichen Vestim» mungen über den Stand der VollSschullehrer »ach den allen Schulvorschriften. Nach Absolvirung eines dreimonatlichen Präparanden» curses an einer Hauplschule und nach einer vor dem Be» zirlsvicär mit Erfolg abgelegten Prüfung erhielt der Can« didat das Zeugnis: „Kann als Gehilfe gebraucht werden (§ 117), und trat fomit in den Lchrerstand ein mit der unmuthigen Aussicht, nach einer Entschließung vom Jahre 1765 als Gehilfe 80 fl. und alS wirtlicher Lehrer 130 fl. Gchalt zu bekommen. Daflir mußte er aber nicht nur fleißigst dem Iu< gtndunterrichte obliegen, sondern sollte auch noch verpflichtet sein, „die zu seinem Berufe nöthigen und nutzlichen Kennt» nisse durch Lesung guter Bücher zu erweitern, außer der Schulzeit den Mcßnerdienst pünktlich und mit Anstand zu verrichten und „seinen Vorgesetzten, dem OrlSseelsorgcr, dem Schuldistrictsaufseher und den obrigkeitlichen Beamten mit geziemender Höflichkeit und Ehrerbietung zu begegnen, ihre gütigen Erinnerungen mit Dank anzunehmen, ihre Befehle mit schuldiger Ehrfurcht anzuhören und genau zu befolgen." — »Hat er aber Zweifel und Bedenken, oder meint er in seinen Rechten gekränkt zu fein, so soll er mit Bescheiden» heit, Anstand und Höflichkeit das Nöthige zu rechter Zeit vorstellen. Findet er sich nicht beruhigt, so kaun er das» selbe bei der unnuttelbar hühcrn Behörde vorbringen, von welcher er die Entscheidung adzuworle» hat. Uebcrhaupt soll er durch sein Benehmen gegen Vorgesetzte und Obrig° leiten der Schuljugend und der ganzen Gemeinde ein nach« ahmungswürdigeS Beispiel der Ehrfurcht und des willigen Gehorsams geben!" — Ist er wirtlicher Lehrer geworden, durste er auch Heirachen, aber für die Wittwen und Waisen eines Trivial, schullchrers wurde nur dadurch gesorgt, daß dieselben „aua dem Armeninstitute eine angemessene Unterstützung aus den Händen de« Ortsseelsorgers erhalten sollten." — Damit aber Niemand in Zweifel sei, was diese angemessene Un» tcrstützung zu bedeuten habe, bestimmt das Hofdecret vom 9. August 1810 : „diese Unterstützung ist nach dem Geiste des im Jahre 1784 eingeführten Armeninstitulcö zu be< messen, da im Verhältnis zu den damaligen Preisen der nothwendigsten Bedürfnisse die ganze tägliche Portion auf 8 Kreuzer, die Vicrlelportio» auf 2 Kreuzer bestimmt wurde." Auf die ganze Portion täglicher 8 Kreuzer hatte die Wittwe dann Anspruch, wenn ihr Gatte wenigstens 10 Jahre sich im Schuldienste befunden halte. So dachte man sich die politische Schulversassung, die Volksschule und oe» Stand Jener, denen wir unsere theuersten Güter, unsere Kinder und deren ganze Zukunft vertrauensvoll in die Hände legen müssen! Muß man sich da nicht eigentlich verwundern, daß die Volksschule unter solchen Vcrhäl'tniss:« noch überhaupt fortzubestehen vermochte, daß sich noch immer Männer fandcn, die sich dem so glänzend bestellten Stande der Vollsschul-lehrer zuwandten. Wahrlich ein Wunder ists, daß unter solchen, Verhältnissen der Vollsuntcrricht nicht ganz aufhörte, und zu unendlichem Danke sind wir jenen Männern ver. pflichtet, welche trotz dieser erbärmlichen Stellung die Jugend nicht verkommen, fonder» zu Männern sich heranbilden ließen, die jetzt im vollsten Verständnisse der Zeit und ihrcr Bedürfnisse mulhig für Freiheit und Fvrt-schrill einstehen, Güter, welche die frühere Volksschule nicht einmal den Namen nach gekannt hat! Kann es nach dieser kurzen Zusammenstellung einiger weniger Bestimmungen unserer frühern Schulgesetzgcbung "och Jemandem zweifelhaft fein, daß man dieselben nicht fortbestehen lassen durfte, daß man sie reformircn mußte, wenn nicht die künftigen Generationen Oesterreichs zu einem Volle herangezogen werden sollten, das unter civilisirlcn Nationen nimmer einen Platz haben konnte? Gewiß, eine Reform der Volksschule war ein unab. Weisbares Bedürfnis geworden sowohl für den Staat selbst, Wie auch für den Einzelnen! Wie für den Einzelnen, fo sind auch für den Staat die Existenzbedingungen bei der fortschreitenden Civilisation knmer ernster, immer drllckender geworden. s In dem „Kampfe um da« Dasein," in dem Kampfe ^ um seine Existenz, um sein Fortkommen ist der Einzelne, wie der Staat selbst nur auf eine einzige Waffe angewie- sen: Die Intelligenz, die Bildung. ! Die Natur hat jedes Geschöpf dieser Erde für diesen Kampf-mit cincr Wosfc ausgerüstet; das Roß hat seinen Huf, der Stier fein Horn, um sich feiner Feinde ;u er< wehren; aber der Mensch Hal nur eine Waffe in diefem Streite: es ist sein Geist, die Wissenschaft. Mit diefer Waffe ausgeiilsict. g-bietct er dem Dampfe und der gedankenschnellen Ekstricität, und Berge und Meere ! vermögen seinen Siegeslauf nicht aufzuhalten. Und in diefem Zeitalter der Eisenbahnen und Telegraphen uud in den Tagen der Überraschendsten Erfindungen und Entdeckungen, da sollte es dem Manne genügen, nolhdürflig bloS lesen, schreiben und rechnen zu können? Die Eisenbahn macht dem Bauern Concurrenz, denn sie schafft Getreide und Vieh auö den fernsten Ländern aus ! den Markt, den er vor 50 Jahren noch allein beherrschte, und da soll 5er Bauer noch immer über die Grenzmark seines Dorfes nicht hinaussehen dürfen? (Fortsetzung folgt) ! — (Correspondenzschwindel.) Der Wan» derer bringt am 15. d. eine Originalcorrespondcnz aus Laibach, wornach der slovenischc Turnverein „Solol" bei der Rückkunft von seinem nach Lillai unternommenen Aus-fluge auf dem Laibacher Bahnhofe von mehr als 5000 Menschen (!) erwartet wurde und die Preußenfreunde wieder Gelegenheit hatten, zu sehen und zu hören, daß Laibach doch eine slavische Stadt ist und bleibt, wcnn sie auch einen preußcufrcundlichcn Gemcinderath hat." Wir nehmen im Interesse der Wahrheit Anlaß, diese auf nebeliger Schwindelhöhe stehende Notiz, dahin richtig zu stellen, daß an dem Empfange nur höchstens 500 größlentheils im Knaben, und Jünglingsalter stehende Individuen lheilge-nommen haben. Das demonstrative Gejohle und Lärmen einiger von überreizten, allzu begeisterten Slovenfllhrern gedungenen und bezahlten Straßenjungen berechtigt noch nicht zur Annahme, daß Laibach eine slavische Stadt ist. Laibach zählt Deutsche uud Slovene« in semen Mauern -beide Zungen sollen eine versöhnliche, ruhige Tendenz ver' folgen, die der Zusammengehörigkeit, die des friedlichen Nebeneinanderlebens! — (Ernennung.) Se. l. t. apostolische Maje-stät geruhte» allergnädigst den absolvirlcn Mililärzögling der mcdicinisch - chirurgischen Ioscphsaladcmie Dr. Johann Schisfrcr zum Oberärzte mit der Einlheilung beim Garnisonsspilale Nr. 8- in Laibach zu ernennen. — ( 3 wülf Post beamte) wurden, wie der „Polio!" erzählt, aus Böhmen nach Kram, Kärnten und Eleiermart versetzt. — (Die Feuerwehr) ruckte gestern zu einer Uebung nach Tivoli in voller Rlistuna. aus. Wir müssen den ruhige» Borgang ganz besonder« betone», nur cinc klüftigere Mannschaft zur Bedienung der Leiter an. empfehlen. -. (Der Männerchor) der philharmonischen Gesellschaft rüstet sich zu neuen Concerlabcnden. Anstalt heute, findet die Gesangsprobe Dienstag abends stall. — (Lotterie der philharmonischen Ge« sellschaft.) Das l. l. Finanzministerium hat der phil-harmonischen' Gesellschaft die Bewilligung zur Veranstaltung einer Effeclcn-Lollcrie ertheilt, deren RcinerträglnS für die Erbauung eines zwcckeutsprechinden Vcrcintchauscs mit Eon« ccrtfal bestimmt ist. Die Direction hat die nothwendigen Vorarbeiten für dieses Unternehmen sofort begonnen und die Hauplgrundsätze für die prompte und erfolgreiche Durch' führung desselben bereit« berathen und festgesetzt. Es ist wohl einleuchtend, daß die Kräfte der Direction allein unmöglich ausreichen, um die zahlreichen und mühseligen Arbeiten zu vollbringen, die bei der Iusccncfetzung einer großen Effcctcn-Lotteric unvermeidlich sind; hiczu bedarf es unum» gänglich der Unterstützung weiterer Kreise, und zwar ist die letztere hauptsächlich in zwei Richtungen in Aussicht gcnom-men: für die Einsammlung von Gewinstgegenständcn, und dann für den Vertrieb der Lose. Es soll zu diesem Zwecke ein großes, aus etwa 30 Damen und 40 Herren bestehendes Lotterie-Comite gebildet werden, um der verstärkten Direction der philharmonischen Gesellschaft, welche natürlich die Leitung des ganzen Unternehmens und die massenhaften sonstigen Geschäfte zu besorgen hat, in der angedeuteten Weise hilfreich zur Seile zu stehen. Da es nothwendig ist, daß die ganze Angelegenheit rasch in Fluß gebracht werde, fo ist bereilö für den 26. d. M. eine Zu. sammenberllsung des großen Lotterie-Eomilo'S in Aussicht genommen, bei welcher die nothwendigen Schritte festgesetzt werden sollen, und nach derselben wäre sogleich mit der Sammlung von Gewinnstcn zu beginnen. Wir zweifeln leinen Augenblick, daß die lunstlicbcnden Kreise unserer Stadt in dieser Sache der philharmonischen Gesellschaft mis Freude zur Seile stehen werden. Eö gill ja, ein großes, segensreiches Wer! zu fördern; der herrlichen Kunst der Musik, die ja in Laibach so viele begeisterte Verehrer zählt, soll eine eigene und würdige Stätte bereitet werden, die nach ihrer Vollendung sicher der ganzen Stadt zum Stolze und zur Zierde gereichen wird. Wo es sich aber um einen so edlen, erhabenen Zw'ck handelt, da darf Niemand seine Mitwirkung versagen; unter allgemeiner Theilnahme, unter Mitwirkung der weitesten Kreise soll das schöne Unternehmen begonnen werden, und dann wird es auch zur allge« meinen Freude rasch und glücklich zur Vollendung gelangen.' — (DieStreilfrage zwisckenKrain und Trieft.) Wie die „Tr. Ztg." vernim,i!t, ist die zwischen den Landeeausschüssen der .?»>:,< nte^ Kram und Trieft langschwebeiide Sllciü'iage drr Letzterem schuldigen älteren Cur- und ^erpfle^kostcn fin nach Kram zuständige Individuen infolge bcidt'rseingen Enl^genlommenS unter der Mitwirkung d-5 dazu abordneten ^rtretcrs und Mit« glicdes deS Landcöausschusses in Laibach, .s>er,n Dr. E. H. Costa, zur vollkommenen Befriedigung bei?,,» Theile in der Frcilags-Sihung deS Tricster Landesausjchusses gelöst worden. — (Zur Gem cindesta listi l.) Nach der letzten am 31. December 1869 vorgenommenen Zählung glbt es in den im Reichsrathe vertretenen Königreichen und Ländern 21.835 OilSgemeinden, welche weiter in 55.122 Ortschaften und die letzteren ihrer Benennung nalt) in 738 Städte, 1270 Märkte und 53.114 Dörfer, Weiler, Not. ten, Gebäude-Complere der Gutsgebiete :c. zerfallen. Auf eine Orlsgcmeinde entfallen in Kärnten 13,, in Oester» reich ob der EnnS 11.^, in Kram 9.,, in Dalmatien 7.,, im Küstenlande 5,,, in Salzburg 4,„, in Niederösterreich 2.,, in Steiermarl 2.^, in Tirol und Vorarlberg ebenso» viel, in Böhmen 2.,, in Galizien 1„, in der Bukowina 1.7, in Schlesien I,, und in Mähren I., Ortschaften. Diese Reihe constalirt die Eigenthümlichkeit der Nlpenlän-der, wo die Ortsgemeinden nicht fcllen ganze Thäler mit ihren auf viele Stunden Umfang zerstreuten Bauernhöfen umfassen. Die größten Erlreme zeigen sich in der Bezirks-Hauptmannschaft Ried mit 21, Vraunau und Schärding mit 20, Wels mit 15, Rndolfswerlh mit 25, Gurlfeld mit 24 Ortschaften auf eme Orlsgemeinde. Drissinal-(Korrespondenz. Glcichcllberg, 14. Juni. Die Saifon begann heuer weit früher als gewöhnlich — es waren schon im April Cur-gaste hier — und nähert sich bereit« ihrem Höhepunkte. BiS heule find 5«3 Parteien mit 980 Personen beseht. Ein auffallend zahlreiches Contingent an Curgästen stellten bis jetzt die Ungarn und Polen mit ihren Annexen, dann Wien; außeröstcrreichische Deutfche sind verhällnismäßig wenige da. Wer Gleichenberg von früher her kennt, dem wird der stele Zuwachs an Villen und Wohnhäusern den besten Beweis des fortwährenden Aufschwunges dieses ge» segneten Curorles bieten. Da ist vor allen das neue pläch-ligc CurhauS mit seinen hübschen Lesezimmern, Damenzimmer, sehr elegantem (5af6, Conditorei und großem, sehr schönen, Sal, der gestern daö erste mal — ich glaube wenigstens, es war das erste mal — zu einem Kränzchen benutzt wurde. Sie werden ungläubig der Kops schütteln und fragen: Kränzchen? Ja wahrhaftig, ein ganz regelrechtes Kränzchen nnt Galopp, Walzer und Quadrille ward abgehalten; die tanzlustigen Damen in großer Toilette, das stalle Geschlecht jedoch hatte sich wohlweislich nur im Gesellschaslscmzug ein» gefunden und sich leinen Zwang angethan. Doch zur Steuer der Wahrheit »nuß ich auch berichten, daß als Gesunbheils-ralh die Hcrren Brunncnärzle anwesend waren, und daß die meisten Tänzerinnen sich von ihnen erst die Erlaubnis zu einem Kränzchen einHollen. Es ist überhaupt nicht so schlimm, als sich derjenige, der Gleichcnberg nicht vom eigenen Aufenthalt kenn», sondern eben nur als Curort für Brustkranke — gemeinhin vor» stellt; es herrscht doch auch hier lheilweise ein recht reges, ja fröhliches Treiben. Aber bei aller Sorge um die eigene Gesundheit oder auch umS Vergnügen vergißt man doch auch hier nicht auf Andere, die in Noth und Elend gerathen, sin paar Herren nahmen sich der Sache mil Eifer an, und gestern ward eine große Tombola abgehalten, deren Reinerträgnis — ca. 300 fl. — den durch die Ueberschwcmmung in Böhmen Beschädigten gewidmet war; auch das halbe Erträgnis der gestrigen Theatervorstellung war für denselben Zweck bestimmt. Auo dem Gerichtosnale. (Fortsetzung.) Diese AuslehnungSgeschichlc wurde der Bezirlshaupt-Mannschaft in R.!dmannsdors von der lrainischen Industrie» Gesellschaft mit dem Beifügen zur Kenntnis gebracht, daß die Insassen von Studors und Althammer nach der Vertreibung des gewerkschaftlichen Forstversonals in den Waldungen Vogar und Voje bedeutende Holzfällunge» vorge-nouunen haben, uud daß zur Hintanhaltung weiterer Verwüstungen, Erhebung deS zugefügten Schadens und Durch» flihrung der getroffenen Provisorien durch Brechung deS Widerstandes die Abordnung einer Commission mil ausgiebiger Assistenz nothwendig sei. Infolge dessen begab sich am 18. Juli 1871 der Bezirkscomunssär Albert von Iavornil mit »ier Gendarmen nach Nllhainmer und beschied den Ortsvorstehcr Johann Oder zu sich, welcher sofort, jedoch nicht allein, fondern in Gefcllfchaft noch zweier Ortsbewohner erschien. Der Ve, zirlscommlssär erklärte ihnen den Zweck seines Erscheinens und den InHall der Provisorial-lirlennlnisse, indem er ihnen die Absicht lundthat, mit dem gewerkschaftlichen Forftper» sonale in den Wald zu gehen. Diefe erklärten jedoch mit Entschiedenheit, daß sie die Provisorial-Lllenntnisse nicht anerkennen und nicht respecliren, der Wald gehöre der Gemeinde, und Luckmann «l« Vertreter der liainischen Indu» strie.Gesellschaft wolle ihnen denselben nehmen. Sie haben ihren eigenen Förster und lassen daS Forstpersonale der Industrie-Gesellschaft unter leiner Bedingung in den Wald. 982 Der Ortsvorsteher Oder bemerlte noch, daß sie dies selbst dann nicht thun lönnten, wenn sie dies persönlich wollten, da in den Ortschaften 130 Männer seien, die es nicht wollen -und die sie todtschlagen wUrden, wenn sie nicht in ihrem Sinne handeln wUrden. Während die« vorging entfernte sich einer der den Ortsvorsteher begleitenden Männer, Franz Toman, auf kurze Zeit, und gleich darauf erschienen gruppenweise von allen Seiten 50 bis 60 Personen, drängten sich an die Commission heran und schrien unter, einander, indem sie drohend mit den Händen agirten, daß der Walt) ihnen gehöre, daß die gewerkschaftlichen Forst, leute in demselben nichts zu thun hätten, daß man sie auf leinen Fall hineinlasse, und wenn sie den Eintritt erzwingen wollten, werde man sie abprugeln. Vor Gendarmen habe man, keine Furcht, die könne man im Salat aufessen. Eben so wenig fUrchlen sie das Militär, dasselbe stamme aus dem Volle. Abgesehen davon, seien ihrer Viele, und sie haben auch Waffen, so möge halt Blut stießen. Bar. telmä Goriinil hörte Einen schreien, daß sie nicht nachgeben werden, wenn auch ihre Häuser verkauft würden. Geschieht dies, so wandern sie nach Amerika aus. Einen Andern wieder hörte er sagen, daß, wenn man sie zu Bettlern machen werde, ihnen die t. l. Bezirkshauptmannschaft Bettelbriefe wird ausstellen mUssen. Nach der Relation des k. t, Bezirkscommissärs von Iavornik schrie B. Gas-perlin, daß es bei ihnen zugehen werde, wie in Paris, es werde Einer Über den Andern Heifallen. Nachdem sich der Bezirlscommissär überzeugt hatte, daß er den Widerstand nicht bezwingen und seinen Zweck nicht erreichen könne, brach er jede weitere BemUhung ab und ging fort. Da aber das Forstpersonal und die Gendarmen noch zurUckblieben, fürchteten sich die Opponenten, überlistet zu werden, und blieben noch bis zur Abfahrt derselben, die ungefähr nach zwei Stunden erfolgte, theilweife in der Nähe des Gewerthaufes, theilweife aber ober der Gewerkschaft auf einem Hügel, wohin sie sich begeben hatten, in der offen erklärten Absicht, um den Abgang der Forst« leute in den Wald zu verhindern. Nach dem entwickelten Sachverhalte begründet auch diefer Vorfall d-n Thatbestand des Verbrechens des Auf. standes nach den §§ 68 und 69 St. G. Die eine Hälfte der Angeklagten gesteht ihre Theilnahme und gewaltthätige Absicht, die übrigen leugnen mehr oder weniger die Absicht, gewaltthätig vorzugehen, auf den Thatort gekommen zu sein, geben jedoch zu, daß sie nach Vernehmung des Zweckes sich der Rotte angeschlossen haben. Nach der Erfolglosigkeit dieses ersten Beschwichtigung«-verfuches begab sich am 27. Juli 1671 der Pezirtshaupt-mann v, Wurzbach von Radmannsdorf selbst nach Althammer, um den Nideistand zu brechen, das gewerkschafl» liche Forstpersonale in den Wald Vogar und Vaje einzu. führen und die geschehenen Holzfällungen commissionell zu erheben. Laut seiner Relation vom 27. Juli 1871 erklärte er vor dem Gewerthause den anstatt des Ortsvorstehers erschienenen Insassen von Studorf und Allhammer in Gegenwart des Bevollmächtigten der krainischen Industrie-Gesellschaft Johann Roth, des WerlverweserS Valentin Gaö-perin und der Forstleute Bartelmä Goricnit, Anton Grm und Jakob Kavalar den Zweck feines Erscheinens und for-derte sie auf, von dem weiteren Widerstände abzulassen. (Fortsetzung folgt.) Ginaesendet. Die Filiale der Steiermiirlischcn Escompte-Vanl Übernimmt Gelder zur Verzinsung in Vanlnoteu «m< Kafiascheine ohne «iinoiguug mit.......4°„. mit wlägiger Kündigung mit , . . . 5°„, „ Mro Einlagen, i» v^l-» behebbar, mit.....5»°,. Ferner eöcomptirt sie Plahwechsel, Tsmiclle und Ri-meften auf iuläudischc und ausländische Plätze. — gewährt Credit gegen Tepst und ertheilt Psrschlifie auf staals- »md Judusiris-Papierc gegen zu uereinbalende billige Vedma.lma.sii, -Ueberläßt Anweisungen auf Wien. Graz, Trieft. Klagenfurt, Vlarburg und überhaupt auf alle inländischen llüd ausländische» Plähe. wo sich Lredit.Instilute bchilden. — Effcctnirt Uufträge und besorgt Incaffl, Übernimmt den commissisnSweiscn An uu> Verlauf U2N allen Gattnnym Effecten gegen billigste Ve, bingungeu. — Uebtru'mint die Aufbewahrung von Effecten ge-gen billigste OelMl.'n, — Löst alle Gattungen verfallener Gon-jwnK grati« ein, nimmt selbe an Zahliingsftatt an uud e«com-ptirt noch nicht fällige. - Auswärtige Tommittentcn werben eine geladen, ihre Eorresponbeuzen unmittelbar an die Filiale selbst zu richten, wo gegen '/,,',, VergMung alle iu's Vanlwesen ein» schlagende Geschäfte birectc besorgt werden. Der selbständige Credit-Verein filr ssraiu (im Verbände der Filiale der Tteiermärlischen Gscompte Vanlj gewährt Escsmpte-Hredite im Sinne dcs § 42 *) der Statuten. Näher, Auskünfte, sowie Programme und Gesuchs Aormulare sind im Bureau der Filiale erhältlich. ») z 4«. Die Lrebit«Theilnahme bei b« Steiermärlifche» E«co«pte< Vanl lann nur infolge tines Ansuchens um dieselbe gcwährt werden, und wird llbtrhaupt nur solchen Personen zugestanden, welche in Eteiermarl, be. zithllngsweise .ssärnten und Krain ansässig sind, ob« daselbst protolollirte Fir» men haben, bezüglich der Lhrenhaftigleit ihres Lharalters leinen» begründe« ten Vedenlen unterliegen, und welche bezüglich ihrer «irwerbsähigleit und Eolvenz von der Gesellschaft al« zuläsiig erachtet worden sind. Durch di« Gewährung eine» «rcdltc« wird man Theil»ch»er der Vanlges. 2,W I«Hld^^ ^: it ahr, in Marburg F. Kolletuig, in Klagcufnrt P. Virub ach er, in Graz Gebrüder Oberrauzmayr, iu Innsbruck Diechtl H Frank, in Viuz Haselmayer, iu Pest Töräl, in Prag I. Fürst, iu Brunn F. Eder, >owie iu alleu Stiidlen bei anten Npothelcrn »ud Specereihändler"; allch versendet da« Wiener Haus uach allen Gegendou gegen Pcstaxwcisung oder Nachnahme, Ulnejle Post. (Original Telegramm der „Laibacker Zeitung.") Rudolfswerth, «tt. Juni. DaS Nudolfswerther (sunsortium wurde vum Hau. delöministerium aufssefurdert, einen Vertreter zur militärisch-technischen Begehung der Trace Laibach Karlstadt zu delegireu. Die Reise deS Kaisers nach Berlin wird von der „Wiener Abendpost" indirect bestätigt. Das genannte Älatt conslatirt an der Spitze seines „TageS« bcrichtcS" vom 14. d., daß die von den Berliner Blättern gebrachte Meldung. Se. Majestät dcr Kaiser werdc sich im Hnbsle zum Vcsuche nach Berlin liegeben, von den hule vmliccjendcn Journalen als ein erfreuliches Symptom der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beidcn großen ?iachba»reiche» und als eine neue Bürgschaft des Weltfriedens mit innigster Genug» thuung begrüßt werde. Wien, 17. Juni. Heiite findcl die IU. Sitzung' dcS Herrenhauses stall. , Agram, 15. Juni. Hcute um l! Uhr wurde der Landtag von Sr. Excellenz dem Erzbischofe Joseph Mihalovic im Namen Sr. l. imd k. Apostolischen Majestät in Gegenwart der Magnaten und Obergespänc feierlichst c»öffnet. Agram, 15. Juni. Die AusgleichSnerhanoluugen si»d bereits im Zuge. Heute abends findet eine gemeinsame Confercli; beider Parteien statt. Rom, 15. Juni. Der Papst empfängt zahlreiche italienische und fremde Deputationen ans Anlaß des Jahrestages seiner Thronbesteigung. Morgen wird im Vatican ein großes 1« vsum abgehalten. » telegraphischer Wechselcur« nom 1:'» Juni Paftier-Rente 64.90. - Silber'Rente 72.30. - 1860er s'taats-Nulihsll 104.40. - Vank-Aclien 850. — LredllActie» 345.40.- London 111.70. — Lilb'r 109.40. Kl Mlln,.D>i-cattu 5.36'/, - 3tal,°leon«d'°r 8.91'/. Handel und Ml'kswirtljschastliches. Wochenauswei« de» Nationalbanf. (Nach 5 14 der Statuten vom Jahre 1863, und auf Gnmd der Gesetze vom 5. Mai und 25. August 18«6.> Veriiuderungen !>it dem Wochen-Ausweise vom 5. Inni 1872: Banlnoteu-llinlaus ',____ Hirse „ 4 50 4 50 ^ch^pscnsieisch „ - 1?____ Kulurutz „ 4 30 474 Hilhudel pr. Stilck — I0 - -Erdäpfel „ 3 30-------Tauben „ , ,ü____ linsen „ «------------Heu ,>r Centner 120 — Erbse» .. 6 20j— Stil.!, „ - 85 ._ -Fisolen „ 6 50,-------H°l^.hc>.rt.,pr «lfl. ____ s,>»o Rindsschmalz Psl) 51, — n>eichrl>, 22"____470 Schweineschmalz.. —445-------Wem, r<„t!„ic Ihre geisüqe .siraft in deu rci^ende» Thälern Glcicheiibergs! Stärken Sie Ihlcn Körper durch Wanderungen im Tempel der göttlich schünm Nalnr! Wir werden uns freuen, Sie nach Schluß dcr TriülCnr gesund zu sehe»! Wir werdcu Sie in den dem großen Giüenberg 'geweihlen Halle» freundlich begrüßen! , ^Z ßz tt : 2^ ist " -Z ßZ N ^ 3,3 !W ,. 3"^ !33" ^'^ windstill halbheiter " ,2.' A 73^'« ^24.« windstill halbhciter ! tto» 10 „ Ab. 73^,2 ^-15.» windstill j halbheiter j 6ti Mg, 740.W -^-'i'5,7 windstill halbheiter 3«, ''' .^ ^' l ^"" f^24.« windstill dünn l>ew. Milli' 10 ., ?lb. 741 ,n j l I'..« wiudslill Ream ' m. Drn 15. wlndftill, heiß, wechselnde Vewölluuq, lebhas'^ Wetterleuchten i,i NO. Deu 16, Hijhe,id,ins». schwül, „achmü tags 5. Uhr eiufcrnlcs Gewitter mit lurzm Neaeu. Da« Taaei' n'.ttel der Wärme s ,9-l" und 188", beziehungsweise um <»?' u»d 0-4" Über dem Normale Nedallcnr: Iqna; v. K l e i u m u y r. Narll'Nkl'ri^t 2Me», l4. Juni. Die Börse ist dcr Meiuung. daß die Tage eiucr ueucrlichcil Hausse geto.-nmeu seien, sie fand sich hellte iu dieser Tendenz durch die au« l'oubon äemel-^.Vl»lUVll»U)!. dete neuerliche Ziusfußhcrabschuug bestärkt und ,n deren Verfolgung durch ulcht« gehemmt. Sie hanssirle also die Hanplspeculationspapiere sehr bedeutend bcwilliaie Mr ci-uige sporadisch als Epecnlationsobject dienende Effecten höhere Preise Hind behauptete oder steigerte die Eursausähe dcr Aolagspapiere. ' ^ ' ^. Allgemeine Vtaa»«s<«,nld »llr 100 fl. «lnheltliche Staatsschuld ,u 5 p«t.: in Noten verzinsl.Mai-Novembel 6510 65,15 »„ » Februar-August 6505 6515 » Silber ^ Iiluner-Iuli , 72 40 72.50 „ „ „ Apnl-October, 72 40 72.50 L«se v I I839 .... 332.-333.— « „ 1854 (4 '/,) zn 250 st, 96 75 97 25 , »I860 zu 500 st. . . 104.25 104.50 « «I860 zu 100 ft. . . 125,25 125,75 » „ 1864 zu 100 ft. . . 14550 145,75 staats-Domilnen-Pfandbriese zu 120 fl. »,W. in Silber . . 11875 119.25 X» Grund«»tlastullstH-Odlinatione». stlir 100 fl. Ostt Waarl Böhmen .... zu5p«l« 9550 96. - Ä"llz,en .... „ :- „ 7^75 77,25 Meder-Oesterreich. . „5^ «j4 25 34.75 Ober-Oefterreich . ^ 5 ^ 9975 94 5^ Siebenbürgen ... . 5 ^ g<)^ ^5^ Oteiermark ... ^ 5 ^ 91 __ 92 — Ungarn - ' - " 5 „ 82.- 82.50 t'. Andere öffentliche Anlehen Donaureguliruugslose zn 5 p g. Eisenbahnanlehen zu 120 fl. ö. W. Silber 5"„ pr. Stuck 108 75 109.25 Una Prämieuanlthen zu 100 fl. ii 55,i?5ss. ssiuzabl.j vr. Stück 106H0 106 75 Wiener Tommunalanlehen, rilck: Oeld Wc»,re zahlbar 5 p». Acticu «0« Vi«n?instiint? » «Aeli» W^avt Nuglo-ö!ierr. Vaul . . , , 331—33150 Vanloerein.......332.- 335. V°den-rchln.««sc.',s.!ft«bn . -.— -.- jtr<,n,-Il)levha'?Llf5-«l,hu..... 180 75 181.25 Si'l!enb0 31050 ?. Pfandbriefe (silr 1W si) «s.c,. Äst «lib u.Eicdit Anstalt Geld, Waare vrllosbar zu 5 pllt. nl Silber 103.90 ls'4 W ^^.iu<'i3I.rilck,.zu5pTt.i»00Fr. „I, Vm. 13!,' 131.50 2i!db. O, 3". « 5>sX) Frc. pr. Stllck 115,5)0 l 16 -^ s«db.-G.i200fl.,. 5i".. filrI00si. 95 «ls 96. silbb.-VoilS 6". (l«7<> 74) l 500 Frcs pr. Gtllck . .____ —.-^ lI»N, lDstbahn filr 100 fl . , ^'ys, s<.j, ' ,,. Privatlos, (per Si««,). lrl>dNallftal< f. Handel u.Oew. «Veld W«"" zu 100 fl, il W......i«)n s,o ,9l 5>0 ^»dnlf-tz'lislUttg z,l 10 ft. . . 14.75 15'^ Wkchsel (3 Man ) Geld w°»" Anl,cl!!lrg flir 100 ss llidd. W. 93 5>0 !" "" ^llli.f>url a,M. 100 ft. delta W 05 ^."' Hamburg, fllr 100 Marl Vauco «i! 20 «2 3" Validc:,, silr 10 Psund sterliug Nl.60 N>-7" ^cri«, ft»? ,(x> Franc« . . . 4360 43 »»5 t. Milnz-Ducalll. . 5 ft. 35 tl. 5 ft. 36 lr. /iapole°ll«d'or . . 8 , 92 , 8 ^ l>3 " sttb.r V 109 . 35 « 10» . ."' - »reunscht Vruudentlastuug« - Obll«°ll°utU, Pri-