Nr. 39 l. <>., »i< b<,1bj. «. 5'«o, ftiir bit >ju««llung ln« H««« Freitag, 19. Dezember. I»«llt«,»»,«»«»! F»» n»<,» 3,««»,, »<» ,« 4 Heiln, »5 tl., ,r5tz«re pel gc«e « l»., »e< «sln«» Vieberholnn««» pn Z«I« » l«. 1879. Amtlicher Theil. Se. t. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem D plome dem k. k. Ober« finanzralhe und Vorstände des Rechnungsdepartements der Flnanzlandesdirrction in Graz Anton Burg er al« Ritter des Ordens der eisernen Krone dritter Klasse in Gemäßheil der Ordensstatuten den Ritterstand aller-gnädigst zu verleihen geruht. Nichtamtlicher Theil. DaS gemeinsame Budget pro 1880. Das gemeinsame Ministerium hat den Deleqa» tionen den Voranschlag für den gemeinsamen Staats-Haushalt im Jahre 1880, die Gebaruugsrechmmg über die gemeinsamen Ausgaben und Einnahmen im Jahre l8?tt und die Schlussrechnung über den ge» meiusamen Hmshalt der österreichisch-ungarischen Mon« archie im Iatne l8?7 vorgelegt. Der Voranschlag ist von zahlreichen Verlagen begleitet, welche die genauen Details über die Erfordernisse der einzelnen Ressorts und über die Hedecknng derselben enthalten. Nach dem Plälimmare beträgt das Brutto' Erträgnis des Ministeriums des Aeuhern im Ordinarium 4. W8.655 st. und somit um 63,52!» fl. mehr als für 1879. Da die eigene Bedeckung per 63 -t,880 fl. gegen jene des Vorjahres um 126,640 fl. größer lst, so rejullirrt ein ordentliches Netto»Erfl)r-dellils von 3.47b,7?5 fl.,^ das gegen jenes vom vorigen Jahre uin 4Z.l1b fl. geringer ist. Das auherordent-» llche E»sorde>nis beträgt 5)0.8iji> st. und sohin um 83.52ö fl. wrnig'r als 1379. Das gesammte Erfordernis dieses Rcssulls blzifftrt sich nut 3.ü20.ttl0 fl und folglich um »26.64^ fl. uledriger, als iu dei laufenden Verwaltuii^Kpcriutie. Das ordentliche B'UltolHlfordernis des stehenden Heeres lst mit 9M)7b,l9i fl. und somit dem sür das Jahr 1879 vollkommen gleich prülimlniert. Die eigene A^ckung ist zu 2.ttl^.77d fl., um 45,937 st. mäßiger, veranschlagt. Daraus ergibt sich ein ordent> lichcs Nttto-Erjoroernis von 87.456.423 st., das gegen jenes von 1879 um 45,937 fl. größer lst. Das außerordentliche El forderms erscheint per 3.579,333 st., um 1471 fl. höher in Aussicht genommen, als für das jetzige Jahr. Das gesammte Netto'Eifordernis des stehenden Heeres macht also 91.035,756 st. oder 47,408 fl. mehr als das diesjährige. Fin die Marine ist ein ordentliches Brutto« Erfordernis von 7.807,852 fl. (mehr 356,332 fl.) und eine B.dl'ckung von 90,000 fl. (gleich ,879) einaestellt. Als oldlNtliches Netto-Erfordernis erscheinen folglich 7.717.852 ft. (mehr 3)6.332 fi.) und als außerordent. liche« Erfordernis 900.350 fi. (weniger 357.910 fl.),, so dass das gesammte Netto E, ford»ruis der Marine sich mit 8.6,8.202 fl. (weniger ,578 fl.) herausstellt. Das gesammte Netto - Erfordernis des Kriegs, ministelmms beziffert sich also mit 99.653.958 fl. und um 45.830 fl. höher al« für da« Jahr 1879. Da« gemeinsame Finanzministerium hat ein ge-sammtes Vsulto.Erfordernls von i.880.943 fl. (wem-ger 8602 fl.) und eine eigene Bedeckung von I860 st. (weniger 415 fl.) und suhin eine gesammtes Netto. Erfordernis von 1.879.088 fl. (weniger 8187 fl.) Von diesen entfallen auf den Pcnsionselat 1.706.734 fl. (weniger 10.000 fl.) ' DieNechnungscontrole weist ein ordentliches Netto« Erfordernis von 126,185 fl. (mehr 1042 fl.) auf. Das Summarium des Voranschlages für das Jahr 1880 zeigt somit ein gesammtes Brutto-Elfor. derms von 103.529.592 fl. und nach Abschlag der Bedeckungssumme von 3.^43.75, fl. ein gesammtes Netto»Erfordernis von 105.185 341 fl Zur Bedeckung dieses Netto Erfordernisses sind zunächst d,e für das Jahr 1810 prällmiuierlen Zoll-gefallsuberschüsse. welche im Vergleiche mit dem für das Jahr 1879 bewilligten Betrage per 11.841.000 fl. ^?'.,3?'«^!?' ganger veranschlagt si»d, mit 5?^'.^,^bestlmmt. wornach em Erfordernis von 99.243,341 fl. verbleibt. Werden hievon die zu Lasten des ungarischen Httmtsichatzcs vorerst abzuziehenden 2 Procenl per ^.984,866 fl. 82 kr. abgeschlagen, so erübrigt ein dulch Quotenbeltläge zu bedeckendes Erfordernis von 97 Mill. ^58,474 fl. !8 kr., wovon auf die im 9ieichsralhe vlstretenen Königreiche und Länder 70 pEt., das ist 63.08^,93l st. 93 lr., uno auf die Lander der unga» rischen Krone 30 pCt., das ist 23.17?.542 fl. 2b lr.. entfallen. ..i....«"^ ^".v°n Sr. Majestät dem Kaiser sanctio. U^.e^ "'°«e« «nz dem Zollg^fälle mit 93 4^2 96 flK S a^^< ^ "7"!. bie ^. Lasten des ungarischen Staa sichat,et vorerst abzuziehende XvCt. 1.868.655 fl. di. >>/^ "°". ^'!"ch' per 91.564.l40 fl. 8 l . u r.r? ^"" des Gnlrn. würde die zweite, llicht minder bedeutsame, vielleicht voH bedeutsamere Eonsequenz in der Wirkung brstehen, welche man mit weit größerem Nechle als die Abdication d«»! Versassung«« u.,,te bezelchnlil tonnte. Dm», das Reich mus« die Stabllisirrnng der Wchrverfassnng erlangen. Gerade oie unsagbar schwierigen Conflicte drs hlurigen I chre« sind eine neue Mahnung hiezu. Auch w»rd lein öster« relchijch^r Staatsmann den Muth finden, den in Ungarn von T sza fo schwer errungenen Sieg irgend einer Opposition preiszugeben. Der Kampf wird vanu Feuilleton. Was die Liebe vermag. "an. frei n«,H dem Englischen bearbeitet von Ed. V « gner (Verfasser der .Aleia").. (Fortseßunss.) ^. Diese Worte waren unbefangen, in leichtem, luhlqem Tone gesprochen, wie man von einem Todten 3u sprechen pflegt, den man nicht gekannt hat. Clifford war erstaunt. War diese Dame Emmy. ?.?nn stand eg scsl^ dass der Name ihres ersten Gatten !"r sie nuch ein versieg^lles Geheimnis war. Wie aber Ute sie in diesem Falle erfahren können, das« sie "iltlve sei? Wie halte sie es wagen können, wieder «" yciralrn — und noch dazu den stolzen Lord Ro . Nrin. es war nicht möglich, dass die Lady mit . r. verlorenen Emmy identisch war. Er halle sich von an>b vollständig zufälligen Ähnlichkeiten zu einen, di, N"' Irrthum verleiten lasfcn. Dennoch wollte er anst^ ^ Gew.ssheit haben und die stälkste Probe Zweii?'« '"" ""' s^ selbst zu beruhigen und selnc "'"für lmmer zu verbannen, stork "^''" ^lite er. ..Lord St. Berry« einziger Sohn blieb ,"^l Jahren- seiue Ehe mit Lady Georgine " kinderlos. Lord Oscar war mein Freund." ^l jah, wie Lady Romonbale von neuem erbedte. l... "^ ^?"^ "" bewegtes Llben." fuhr Clifford U '„H"^ '"^ 3h?ll)eiten brachen beinahe se.m's ^ " WH- Nach ftiner Heirat mit der Lady Ge- ?u. ^« «^«^"l l?" '^ ^jlick auf das Antlitz des K^i^^'^^' "s sie einen kurzen, leisen Schi« auist.eh. welcher aus tiefster, von plötzliche Schmerz dmchdrungener Seele lam. Eine Ohnmacht schien chre Sinne zu umnachten und lraftlo« sank fie zusammen. Clifford fprang rasch hinzu und fieng sie in seinen Armen auf. worauf er sie auf einen Dwan niederließ. In der Nahe weilende Gäste rilten b, iorgt herbei und fragten, was der Lady gtscheh^ sei. Nach taum eiucr Mmute schlug dlchlbe die Augen wieder auf und blickte fragend um sich. während ein heftige« Zittern thrc Gestalt ourcuflog. ' ° <» ^Verzeihen Sle." sagte sie mit schwacher Stimme. ..Em Nerveufall übermannte mich. Ich bin wieder ganz wohl." Die Umstehenden glaubten, dass sie nur von über-großer Anstrengung ohnmächtig geworden war und zerstreuten sich wieder. Nach Verlauf weniger Minuten hatte sich die Lady soweit erholt, dass sie es über sich gewinnen tonnt?, sich mit scheinbarer Nuhe lächelnd zu erheben. «Mr. Clifford, ich will Ihre Begleitung an. nrhmen, und wenn ich wieder ganz wohl bin, «eine« Gatten aussuchen." Clifford verbeugte sich und bot der Dame seinen Arm an, welche sich leicht auf denselben lehnte, wo« rauf beide langsam in der Gallerie auf« »md abgirnzen. Clifford war scharfsichtig genug, zu bemerken, dass sie eine gewisse Abneigung von dem Augenblick an, als er ihr an diesem Abend zuerst begegnet wa^. gegen ihn empfunden hatte. Sie hatte sich bestrebt, sich s» viel wie möglich von ihm fernzuhalten. Jetzt halte sich ihr Wesen gänzlich ve,ändert. An die Stelle ihrer Kälte und Gemlssenheit war eine anhallende Aufregung getreten, die sie vergebens zu unterdrmten suchte, und ihr Begleiter wuiiderle sich durchau« nicht, al« sie von neuem vor dem Pornät Lord Oscar» stehen blieb. ! „Er war des Grafen einziger Sohn. sagten Sie?" fragte sie, indem sie sich bemühte, ihrer Summe einm gleichgilligen Klang zu geben. „Wie war sein Name?" «Lord Oscar Rocester," lautete die scharf betonte Antwort. ! E« folgte eine kurze Pause. Clifford sah. wie ihre blauen Augen auf be« Antlitz de« Vilde« «it dem Vllck eines anklagenden «514 unvermeidlich." und die Rechte wird naturgemäß berufen sein. ihn durchzufcchten. Was wird der Lohn ihrer Bemühungen sein? Mit dem Wehrgesetz allein würde sie sich schwerlich zufriedenstellen. Denn das wäre ja der Erfolg, welcher für das Reich errungen wurde, und würde noch nicht den Kreis für die Partei umfassen. Der Lohn für die Combattanten gegen die Verfassungipartei müsste offenbar in Concessionen be« stehen, welche bei einer friedlichen Constellation der Parteioerhältnisse nicht zu erreichen sind. Man ruft zwar der Verfassungspartei stets zu, sie solle nur nicht in Angst sich versetzen lassen. Solche Rathschläge sind entweder naiv oder thöricht. Wer im öffentlichen Leben nicht stets auf den Gegner bedacht ist, der macht keine Politik, welche ja im wesentlichen in dem At> wägen der Kräfte und der Ziele des Nebenbuhlers und seines Einflusses im Staate besteht. Deshalb kann man getrost sagen, dass die Verfassungspartei durch die systematische Vereitelung der Wehivorlage nur das travMer paur la äraite auf sich nehmen wurde. „Es scheint, dass diese Erwägungen, ungeachtet aller Mahnungen, nur ja nicht der Stimme der Klugheit zu folgen und das Geschick der Partei dem Ungestüm anzuvertrauen, endlich ihre Wirkungen auszuüben beginnen. Dazu gesellt sich der von Herrn o. Schmerling in so überzeugender Weise erbrachte Beweis, dass der Kampf der Verfassungspartei des Abgeordnetenhauses gegen den § 2 der Wehrgesehvorlage keinen praktischen Wert hat. Der Sieg der Opposition steht in diesem Punkte mit der Erleichterung der Militärlastcn, nachdem einmal die KnecMärte votiert ist, in keinerlei Wechselwirkung. Es ist Zeit, darüber die vollste Klarheit zu verbreiten, damit kein Zweifel über die Gründe obwalte, aus denen das Reich den schwersteil lnneien Erschütterungen zugetrieben werden soll. Leider scheint diese Einsicht, scheinen die Worte der Führer der Versassungspartei oes Herrenhauses noch «inen namhaften Theil der liberalen Opposition betehrt zu haben. Freilich wird angenommen, dass, wenn einmal Nie beiden Commissionen aus beiden Häusern zusammentreten, um die Differenz zwischen den beiden Häusern zu schlichten, die erforderliche Zweidritlel-Majorität sich finden wird. Diese Taktik hat indessen ihre Nachtheile. Es ist gewiss unbestreitbar, dass. je spontaner die VerfassungHpartei oder doch die Liberalen dem Wehrgesehe beipflichten, desto gewichtiger lhr Votum, desto aünstiger ihre Stellung nach Erledigung dieser Streitfrage wird. Sie weichen ja mcht mehr vor der Regie' rung zurück. Diese steht jetzt außer dem Bereiche der parlamentarischen Action. Der Conflict bewegt sich zwischen den Verfassungsparlenn des Herreuhauses und des Abgeordnetenhauses. Die Fortdauer desselben kann den Gegensatz verschärfen uud dem Votum der Liberalen den Charakter eines freiwilligen Beitrittes zur Ausicht ihrer Gesinnungsgenossen aus der Pairs-lammer entziehen, dasselbe zu einem Producte der Zwangslage stempeln. Vor allem aber darf die Vrsassilngsparlei nicht vergessen, dass nicht mehr das Wehvgcsetz allein, dass vielmehr ihre ganze Stellung in Gefahr schwebt. Sie würde es nicht verantworte» können, wenn sie durch ihre Haltung eine Krise unabwendbar machen sollte, die, über den Rahmen des Wehrgesetz?s hinausstürmeud, Verhältnisse gefährden müjste, welche der Bevölkerung weit mehr am Herzen liegen, als der § 2 in der Fassung des Abgeordneten Tomaszczuk." In derselben Angelegenheit äußert sich die „Presse": »Diesmal ist es das Herrenhaus, dem sich die rwlks- thümlichen und gleicherweise die Sympathie« der Krone' zuwenden, das gewählte Volkshaus aber, oder richtiger' gesagt, die das Vollshaus beherrschende Minorität., wird nachgeben müssen, da sie in der schwebenden Frage weder nach oben oder nach unten, weder im Volks- noch im Staatsleben für ihre Auffassung die Stütze findet. Wenn wir uns auf den Standpunkt der Opposition, der Linken des Unterhauses, stellten, so will uns auch von diesem aus scheinen, dass die Nach< giebigkeit, und zwar die sofortige, das Angemessenere und Würdigere wäre. Der Hauptgrund dafür ist der, dass dieser Act der Nachgiebigkeit ja doch so wie so erfolgen wird. Jedermann ist davon überzeugt, die Minorität selbst nlcht zum letzten und geringsten. Wie fest sie davon überzeugt ist, wie sehr sie das innerlich selbst fühlt, geht ja am besten daraus hervor, dass der Club der Liberalen nicht mehr unternommen hat, das Festhalten an der Negation iu der Wehrfrage zu einer Club« oder Parteisache zu erklären, sondern es thatsächlich zu einer „offenen" Frage macht. „Ist es unter diesen Verhältnissen der Opposition und des Hauses nicht viel würdiger, einen unliebsamen Schritt, dessen Nothwendigkeit man erkannt hat, bald zu thun und so zu thuu, dass er freiwillig ge» than erscheint, als zu warten, bis der unerbittliche Zwang ein weiteres Warten ausschließt und die Noth« wendigkeit und Unfreiwilligkeit jedem Auge klar wird? Wir würden den Kampf um ein großes finanzielles Princip begriffen haben. Auch einen Kampf um das volle Recht deS Parlaments, jedes Jahr über das Heer verfügen zu können, hätten wir begriffen. Aber um solche Dinge handelt es sich nicht mehr für «Sr. Majestät alleraetreueste Opposition". Nicht die Ordnung der Staatsfinanzen ist es mehr, für die sie alles aufs Spiel sehen will. und nicht die Idee eines Parlaments-Heeres. Sie führt einen arithmetischen Krieg; 3, 5, 7, 10 Jahre, das sind die Probleme, die sie beschäftigen. Kann man solchen Widerstand ernsthaft nehmen? Wir begreifen, wie gesagt, den Kampf um ein Princip; was wir aber nicht begreife»!, ist der Kampf um ein Compromiss. Sobald mau entschlossen ist zum Com-» promiss, bereit ist zum Compromise, selbst den Compromiss ersehnt, Hal der Kampf um die Ziffer keine Berechtigung mehr. Und darum glauben wir, das Abgeordnetenhaus werde die zehn Jahre votieren. Fraglich ist nur, ob am Mittwoch oder ob ein paar Tage später, wenn der gemeinsame Ausschuss gesprochen haben wird." Oesterreichischer Neichsrath. 11. Sitzung des Herrenhauses. Wien, 17. Dezember. Nach Erledigung des Cinlaufes wird das Gesetz, betreffend die Abwehr und Tilgung der Rmoerpest. dem Antrage dei Commission gemäß in der vom Ab« qeordnetenhause beschlossenen Fassung nach kurzer Debatte in zweiter und dritter Lesung angenommen. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl von 15 Mit. gliedern in die volkswirtschaftliche Com mis« jion erscheinen gewählt: Graf Rudolf Chotek, Baron Engerlh, Graf Goluchowsti. Dr. Habirtinek, Baron Härdtl. Ritter v. Hasnrr, Abt Helfe, slorfer. v. Latour, Moser, Graf Nostiz. v. Plencr. Fürst Salm, Fürst Johann Ad. Schwarzellberg. Graf Leo Thun, Baron Winterstein. Ueber Antrag des Grafen Rechberq werden die Regierungsvol lagen, betreffend die Vcllängerung der Handelsverträge M't Frankreich und Deutschland, Engels hafteten, während ihr Busen in heftigster Erregung auf« und niederwogte. Er konnte nicht mehr daran zweifeln, dass Lady Romoudale diejenige sei, welche er einst so namenlos unglücklich gemacht, weil er sie glühend liebte und für sich zu gewinnen gehofft hatte. Er beugte sich noch tiefer zu ihr nieder uud sagte mit sanfter, aber ausdrucksvoller Stimme. .Emmy!" Lady Romondale zog ihren Arm schnell aus dem leinigen, trat einen Schritt zurück und sah ihn mit scheinbarem Erstaunen an. „Sir!" rief sie stolz, «sprechen Sie zu mir?" »Zu Ihnen, Ladn Romondale, einst Emmy Rey« nold!" antwortete Clifford fest. .Sie haben sich selbst verrathen. Sie erkannten mich sogleich, als Sie mich heute Abend sahen, aber ich war von Ihrer Identität nicht eher überzeugt, bis Sie vor dem Bilde Lord Oscars eine Ohnmacht überfiel. Er war Ihr Gatte, Emmy. Aber welches Geschick verwandelte Sie in Mlss.Fulgor?" Auf Lady Romondales Antlitz zeigte sich ein eisiger Ausdruck. „Sle müssen sich irren, Mr. Clifford." sac,te sie ruhig und lonlos. „Für wen halten Sie mich?" „Für Emmy Reynold, die von ihrem Gatten betrogen —" ,Halten Sie ein!" rief die Lady „Sie wissen nicht, mit wem Sie reden. Wenn Sie meine Herkunft bezmelseln, steht cs Ihnen frei, Erkundigungen über dieselbe einzuziehen. Sie müssen sich irren, und ich bitte Sie, mich mit Anmaßungen zu verschonen; sonst wird mein Gemahl meine Rechte zu vertreten wissen." In diesem Augenblick trat Lord Romondale in die Gallerie und eilte seiner Gattin entgegen. .Meine Alice," rief er, „ich hörte, dass dich eine Ohnmacht überwältigt hätte." „Leider war es so." erwiderte die Lady, seinen Arm nehmeud. „Die beständige Aufregung in der lehnen Zeit ist zu viel für mich gewesen. Wenn du geneigt bist, mit mir nach Hause zurückzukehren, so siehst du mich dazu bereit." Sie verbeugte sich stolz gegen Clifford und schritt am Arm ihres Gatten die Gallerie entlaug nach dem Salon. „Sie führt ihre Sache mit fester Hand!" sprach Clifford zu sick selbst, ihr mit finsterem Blick nachsehend. .Aber dennoch glaub? ich, dass sie Emmy Reynold ist Ich möchte nur wissen, wie sie den Namen Fulc^or erhielt, und was sie ferner in den Stand sehte, cinen der stolzesten Männer Englands zu heiraten? Ä>iss Lord Oscar ihr Gemahl war, wusste sie bis hmte Ab>nd nicht. Ihr Eischrecken sprach am besten für oic Richtigkeit meiuer Muthmaßung, aber wenn ich au ihle letzten Worte, die sie zu mir sprach, und an den dieselben begleilendm Blick beul«', dann möchte ich doch bezweifeln, oass sie wirklich Emmy Reynold ist. Und dennoch! Ich muss das Geheimnis erforschen. Ich will ihren Stolz beugen uud. weun sie es ist, sie fühlen wssen, dass ich lhr Herr bin!" «Fortschunl, iolgt.) in dringliche Behandlung genommen und sodann der Gesetzentwurf, betreffend die Verlängerung des Han-oelsvertrages nm Deutschland in zweiter und dritter Lesung angenommen und der Verlängerung des Handelsvertrages mit Frankreich die verfassungsmäßige Genehmigung ertheilt. Der Präsident theilt bei Schluss der Sitzung mit, dass er voraussichtlich da« Haus im schriftlichen Wege zu einer Sitzung für morgen nachmittags "»-laden werde. 31. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien. 17. Dezember. Präsident Graf Coronini eröffnet die Sitzung ui" 11 Uhr. Am Ministertische: Stremuyr, Horst. Vor Beginn der Tagesordnung werden die Au" träge des Budgetausschnsses. betreffend den Nothstand, nach kurzer Debatte angenommen. Gegenstand der Tagesordnung ist der neuerliche Bericht des Wehrau «'schuf ses über die Beschlüsse des Herrenhauses. Abg. Zeit Hammer beantragt den Beitritt zu diesen Beschlüssen. Abg. Schönerer ergreift das Wort, um über 1 die Berufung des Abg. Dr. Werber zum Kaiser z« sprechen, worin er einen uncoustitutionellcn Vorgang erblickt. (Lebhafte Unruhe uud Ohorufe.) Der Präsident ersucht den Redner, zur Sache zu sprechen, und entzieht ihm. da Abg. Echo »er er immer wieder darauf zu spreche» kommt, schließlich dab Wort. (Beifall im ganzen Hause.) Abg. Schöffel verzichtet angesichts der Erklärungen des Landesvertheldigungsministels, dass der* selbe im Laufe des Winters" eine Vorlage, betreffs Aenderungen des Wehrgesetzes, einbringen werde, ^ das Wort. Abg. Tomaszczuk begründet nochmals seivell Antrag auf Verlängerung des Wehrgesetzes für diel Jahre. Durch die Annahme dieses Antrages werde seiner Ueberzeugung nach die Machtstellung des Reiche» nicht erschüttert, durch die Ablehnung aber lvillde qewiss das Ansehen des Parlaments für immer verloren sein. Minister Freiherr v.Horst erklärt, die Neg't' rung müsse auch heute den Antrag Tomaszczul a^ lehnen, und bittet das Haus. den MajorilätsantraS auzuuehmeu. Bei der namentlichen Abstimmung, an welch" sich 3 l 3 Abgeordnete betheillgen. stimmen 180 l^ oeu tz 2 des Wehrgrsetzrs, 1 3 A Aba/oidnets dages,A Da Mach die Zweidrittel.Mäjorit'ät für den § 2 ^ vorhanden ist. so erscheint H 2 abgelehnt. Hierauf«^" i auch der Antrag Tomaszczut abgelehnt. > Schluss der Sitzung um 1 Uhr. Nächste SitzlM morgen abends. Die Vorgänge in Spanien. Der Ministerklisc in Spanien ist mit der Vild"^ des CaliiurtK Canovas del Castillo eine pulitischt^ der ernstesten Art gefolgt. Die Cortes in ^"^ waren ill den letzten Tagen der vorigen Woche ^, Schauplatz der hesligslm Scenen, an denen das?> vlicuiu auf den Tlibüneu sich lcdhaft belheiligte- ^ der Kammer hat da« Benehmen Canouas z»l 3"^ gehabt, dass die oppositionellen Deputierten so ^"^ von drn S tzuugen serubleiben wollen, bis ih^ ., Ministerpräsident Satisfaction gegeben hat. Im ^ena^ wo es wohl minder laut hergicng, aber die "^ .z schaften ebenfalls aufeinanderplatzten, erregte ^"^ dadurch, dass er die Gllligleit dcs Con»"'" °_ gajon bestritt und dasselbe als eine Capttuia" bezeichnete, lebhaften Unwillen. Die aufstaxd''" Cubaner nannte er ganz clnfach Verrälher, nut o ^ die Regierung den Kampf aufnehmen werde ^ z ^s, Gencralsoenilssionen hat inibesulidere jene Ouel ^ des Befehlshabers der Armee von Navarra ""° ^ bastijchen Provinzeil, der Perle der Caballeros, ^ der General in Maorid genannt wird, großes AMI ?» gemacht. Man befürchtet in Madrid, dass dle u»MH Politik Canovas den Nusbruch der Injurrec ion Cuba, de» Martinez Campos vermeiden w°Ae. > Fulge haben wird. Watz die Vorgänge m ^"^e-anbelangt, so ist man fast ausschließlich aus oic ^ richte der französischen Journale beschrankt, ou Negierung des Herrn Canovas del Castillo die ^ schen an auswärtige Zeitungen einer strengen " ^ unterzieht. Dic französischen Correspondenten l, ,^ sich in dieser Zwangslage dadurch, dajs H.^ll Berichte mit de? Post nach der ersten lranzos'^ Telegraphenstation an der spanischen Grenz.. ^, Hend.y?, scuden. von wo sie dann nach Pa" ^ Paphiert we.den. So veröffen licht der .^W re-nachfolgenden Brieftelegramme jemeS Madrider ^ Kam,.,ersitzung herrschte m den po" 'chen ^ qroße Aufr.guug Man nannte d,e N" "" v ^ ^ nerale, welche denwustriert hatten, unter <"" „ost". tm Namen von Modcrados. w.e: Be llo, P" ^ Aalmaseda, welche als t»e Armee bekannt sind, feme. von Quesada «no ^ «15 Eampo«. deren Nolle während de« letzten Earllsten. kriegt man nicht vergessen hat, endllch die lHub^ner Ferreroz. Dabar, Prendergast, Sanchez.Bregula, Cas» sola, Blanco nnd nvanzic, andere. In den mllltanjchen Kreisel herrscht qrohe Erbitterung gegen CanovaK und lebhafte Sympathie für den gestürzten Marschall. „An den Zugängen der Cortes und des Senats herrscht ungewöhnliche Aufregung. D,e neue Negienmg stellte sich zuerst dem Senate vor und begab stch dann i« die Deputiertentammer. Herr Canovasttuq große Uniform nnd gab die Erklärung ab, dass se,n Cablnet die allmähliche Abschaffung der Sklaverei und öwo. mische Reformen m gewissen Grenzen durchzuführen beabsichnae, so dass sie den Interessen des Muttertag des keinen Schaden bringen würde. Jedesmal, wenn er versuchte, scim- persönlichen Beziehungen und d,e Haltuna der Majorität gegenüber dem zurückgetretenen Marschall zu ei klären, nntrrbrachcu die Minorität und die Zuhörer auf der Tribüne seine Wmte Mit nom. schenl Gelächter und stülmischen Rufen. Als er endllch sich weigerte, die Debatte mit der constitutwnellen Partei fortzusetzen, um angeblich in den Senat zurück zukehren entstand eine überaus stürmische Scene, welche lebhaft an die Zcil der Föderalistenr evolution uom Jahre 1373 erinnerte. Die Parteien der Linken prote. Wetten laut gegen die Unterbrechung der Sitzung. Die Damen das diplomatische Corps und die Vertreter der Journale zogen sich eiligst zurück Der Präsident bedeckte sein Haupt, während dle Ma,orltät und dle Minorität die Misten Schimpfworte austauschten. Der allgemeine Lärm und Scandal war ärger als auf der Plaza de Toros. Als der Gouverneur von Madrid durch die Huissiers das Cortesgebäude räumen ließ, also aleich nach Aufhebung der Sitzung, vereinigten sich 70 Deputierte aller Schattierungen der Opposttlon. sowie die Centlallsten und mehrere Generale, Freunde des Marschalls, in dem Abtheilungszimmer der Cortes, um eine Commission, bestehend aus Martos. Sag>,sta. Castelar. Alol,zo Martinez und den Generalen Cassola und Sanz, zn wählen. Dieses Comite sollte sich zu dem Kammerpräsidenten Ay.il., begeben, um demselben zu erklären, dass die Mli,or,tät sich durch das Benehmen des Cabinets, welches sich weigerte, d,e Debatte fort-zus.hen und den Sitzungssaal verließ, beleidigt fühle, und dafs st> sich so lange den Sitzungen fernhalten werde, als ihr nicht der Eonseilöpräsioent volle Genug-thuung gegeben habe. „Im 'Senate fand das Cabinet diefelbe Aufregung, wie in der Kammer. Diplomaten und Staatsmänner füllten die Gallcru'N. um zu hören, welche Erklärungen der MarschoU Mmlinez Campus abgeben werde. Unter sichtbare Äewc^nnq, welche Zeugnis trab von der Anfrichtiqleit und Eittjchirdenhrit seiner Ueberzeugung, erzählte dcr Mai schall. dass er sich z>ln, Nlicktritt »rst dann entschlossen halie. als drel seiner Collagen sich im Schoße des Cabinets zu Slimmführcrn der Ma-iorilüt geg'N scilll! Politik gemacht Hütten. Martin^ Campus 'tadelte i„sl)lsmldere Herrn Slloela, dessen slilicknilt ihn verhindert hlibe, die Rcfurmfrage zur C.buu'löfrago zu machen. Martinez Campos sprach auch seme Ucwzengui'g aus. dass d.e Reformen auf Cuba trov des mmn Cabinets durchgeführt werden, da die öffentliche Meiimng sowohl in Spanen als auch in dc'n Ant.llcn dieselben fordrrt. D'e Erklaru'g des Marjchalls wurde von emem Thelle de« Senats mit lebhaftem Ae.f.lle ausgenommen. Canouas de Ca. s illo erwlder.e, .»dem er »euerd.ngs se,nen festen Willen betonte, die Colonialr.formen m zenen Grenzen zur Dnrchführl.ng zu bringen, da s darn.Ner die In-eressen H Muttellandes nicht leiden. Als hn,auj Ge ral Sanz dk> Polmt des Herrn Canovas a,. ^aa e da^ si den W'ederausbruch des Vürgerlrleges in^d n A tillen zur Folge haben werde, erwidere der Conseilspräsident in hochwuchtn. Tone dass d Vierung Cuba nicht besser behandeln wer e als de übnaen Tbeile der Monarchle. und insbesondere. da)s sie ch durch die Drohnng nnt dem Bllraerkriege keme ConcGon n abtrotzen' lassen werde. Der cuban. ch Sena.or Gnell Y Rent^ protestierte gegen dle Wor des Consellsprästdenten, indem er hervorhob, dass d„ Vertreter der Antillen gekommen waren um Ge ech-tigkeit und Reformen zu fordern dass dle Insurre^ tion zurückgedrängt wäre, und dass der Wunsch ° cubanischen Senatoren dahin g.eng. 1«de we'te e Com Plication zn vermeiden, we.l eme Bevölkerung d'e man zur Verzweiflung treibe, sehr wcht Tollhelten ^^Di^HMptursache der in den politischen und °PPositionel"n Kreisen und hauptsächlich unt de Freunden Saaastas herrschenden Aufregung tst die Furcht. Canovas und d.c Conservative« mochten wahrend der ganz,,, noch vieljähriaen Leg'slaturperrodc das Feld bchm'Pten Hiezu tonnnt noäl d.e große Uuzn-Medenheit. welche in militärischen Kreisen und lm t r den Creolen herrscht, welche zu dem Marschall Mar. "nez Cau,p,s großes Vertrauen hegten und dchen Anrz sie de» Intriguen Canovas i'»^"'^ D ese Vnhäl'nissc h.be>. eine überaus gespa'lnte Situation Massen. Ader Canovas we st mit Wner gewohnten, Unerschwckenh.'it jede Concession zurück, und m dem beutiaen Mnr.sterrathe. in dem der Nömg den Vorsitz '"We, soU er di' Erklärung abgegeben haben, dass er sowohl den Entlassungsgesuchen der Generale als j der Haltung der Journale und der Opposition trotz. biete« werde." ______________ ^agesuenlgkeiten. — (Ordensverleihungen.) Se. Majestät der Kll'fer hat dem Chefredakteur des Pariser „F'garo", Herrn Francis Magnard. und dem Redacteur desselben Blattes. Albert Wolff, als Anerkennung für das von dem gedachten Journal organisierte Fch zum Vorthe,le der Ueberschwemmten von Szegedin das Comthulkreuz des Franz-Iosefordens verliehrn. Herr Jacques Nor, m>m5. der iü> das Concert m, Trocadcro cin Gedicht: „An die Ueberschwemmten in Szeged,n" verfasst hatte, wurde mit dem Ritterkreuz desselde» Ordens ausgezrichnet., Ferner erhielten von den aus Anliss der Szegediner Katastrophe nach Ungarn berufenen ausländischen Strom« regulierungsrxvcrten: Varilan ant> Italien das Com« thnrll.euz des Franz. Iosefordens mit dem Sterne, Gros und Iacqnct auS Fiankreich, Waldovf aus den Nlederlanden und Kozlowsty aus Deutschland 0as Ritter» lrenz dee Franz.IosefordenS. — (Professor Stein.) Das Geschick oe« Professors Stein ruft in allen Kreisen die lebhafteste Theilnahme hervor. Stein besaß ein Vermbgen von einer halben Million und hatte fast das ganze Vermögen in Unternehmungen angelegt, die fehlschlugen. Mit Dr. Venedikt. der seither in Irrsinn verfallen ist. gründete er eine öffentliche Gesellschaft unter der Firma: Veuedlkt, Steffens nnd Comp Diese Firma übernahm den Betrieb der ttüflacher Glasfabrik und stand »n OeschäftSverbindnng mit der Salzburger Torfmoorgesellschast und mit der Glasfabrik in BuhrnwrS ve, Salzburg. Die liinrichtuna dieser letzteren Fabrik allein kostete 70(1,000 fl., an welcher Summe Stein mit 230.00^ fl belheiligt war. Weiter hat Herr von Stein das Bad Tüffer nnt großen Kosten (»50,000 ft) gegründet und noch weitere Verluste durch Wucherschulnen eines Procuristen der Firma erlitten, filr welche Dr. Stein nnthaftbar war. Seine ganzes Vermögen und das seiner Kinder gieng auf diese Weise zu» grnnde. Wucherer der schlimmsten Sorte thaten das Ihrige, um Herrn von Steins Lage noch zu verschlimmern Es wurden Pfändungen und Executlonen vorgenommen und heute besitzt der Gelehrte, der sich ein so bedeutendes Vermögen erworben und oer m manchem Jahre durch seine llterarijche und akademische Thätigkeit 30.000 ft. verdiente, kaum genug zum täglichen Leben. Der über Professor Stein verhängte Concurs wird in den nach. st>n Tagen wegen Mangel au Actwcn wieder aufgehoben werden. — (Der österreichische Afrika-Reisende Dr. Holuu) hat sich nach Lundou begeben, um im Noyal'Lolonlalinslilutc eine» Vortrug über „den früheren, gegenwärtigen und künftigen Handel der Tapcolome mit Centrallljrila" zu halten. — (Jagd unglück.) Auf einer großen Jagd. die üm l i. d, auf der ttigvoser Puszta abgehalten wurde, h.itte Graf Pionys sllmasy das Unglück, mit einem Schusse zwei Treiber anzlifchi^ßl». von denen der eine schwer, der andere leicht uerlvundct ist. — (Strenge Winter.) Eine Uebersicht der strengsten Winter, welche Europa im Lauje der Jahr-hlmdelte heimsuchten, mag uns über die schlechte Ve< handllmg. welche wir von Mutter Natur heuer zu er< dulden haben, trvstcn. Im Jahre 680 soll eaS Aoria, tische Meer zugefroren gewesen sei; 1132 war der Po von Cremona bis zum M^ere zugefroren, über d»e Rhone konnte man zu Fuße gehen, und der Wein in de» Kellern hatte sich in Eis verwnndett. Im Jahre i24l) war die Lagune von Venedig ein glattes Eis, Parkett (was ihr diesertage ohne die Umsicht der dortigen Gemeinde ebenfalls passiert wäre), auf welchem sich die Masken unterhielten; 1290 war das ganze Kattegat gefroren j 1305 überschritt man das Bothmjche Meer auf dem Eise von Kopenhagen bis Danzig; 1408 war die Donau in ihrem ganzen Laufe zugefroren und fast alle Brücken von Paris wurden durch den Els-gang fortgerissen; 1420 war eine große Sterblichlctt in. folge der Kälte in Frankreich und Naubthiere fraßen die Leichen in den Straßen von Paris; 1433 schnejte es in Hol< land ununterbrochen durch 40Tage. Am 25. und 26,Dezem« ber 1493 war derHafcn von Genua zugefroren. 1497 und 1507 der Hafen von Marseille; 1544 wurde der ge< frorene Wein in Paris mit der Axt zerhauen und in Stücken pfundweise verkauft; 1594 war das Meer bei Venedig und Marseille gefroren, Im Jahre 16' 7 erfror dat Vieh in den Ställen, in Paris entstand Holznoth; man fuhr in Wagen über die Seine; l6.il und l638 war das Meer bei Venedig und Marfeille zugefroren; l<»48 wurden in Nnssland die Weinrationen für die Soldaten mit der Säge geschnitten; 1665 erreichte die Kälte in Pari» 22'/, Grad. und der Schwedenlölog , Carl XII. überschritt mit Kanonen und dem ganzen i Train den kleinen Belt; 1786 hatte das Eis auf dem großen Kanäle von Versailles 12 IoU Dicke, die Lagune von Venedig war gefroren und auf dem Eise wnrdrn Banlettl veranstaltet; 1795 hatte Paris 25 Grad Kälte; der Frost hielt 42 Tage nacheinander Stand; die hol, ländische Flotte, die eingefroren war. wnrde von fran-Mscher Neiterci genommeu; 1853 froren fast alle Flüsse Europas mehr oder weniger zu; 1871 hatte Paris 22 Grad Kälte, der Frost hielt aber nicht lange an, das Seine'Eis kam nur auf einen lag zum Stehen. Locales. — (Iur Erinnerung.) Der hiesige Handellmann Herr Josef Krisper jun., der im heurlaen Herbste die Ehre hatte. Ihrer k und k. Hoheit der Frau Krön» Prinzessin Victoria von Deutschland und Preußen gelegentlich ihrer Besichtigung der Iosefsthaler Papier-fabrll und einige Tage später während ihres mehrstündigen Ausenthaltes in Laibach als Führer zu dienen, erhielt vorgestern aus Italien, woselbst die hohe Frau m Gesellschaft ihres Gemahls über den Winter Aufenthalt genommen hat. eine kürzlich in Venebig aufgenommene, mit dem Namenszuge der Kronprinzessin versehene große Photographie derselben, nebst einem in sehr verbindlichem Tone gehaltenen Begleitschreiben des Kammerherrn Grafen Seckendort, in welchem Herrn KriZper für seme Freundlichkeit der Dank der Frau Kronprinzessin wiederholt ausgesprochen wird. — (Pfarrer Schack) Wie wir bereit» yesteru mitgetheilt haben, verlässt der evangelische Pfarrer Herr Otto Schack die kleine hiesige Gemeinde, der er durch eine Reihe von Jahren als geistlicher Leiter vorgestan» den ist, um in einen grüßern Verufskreis nach Wien zu überfiedeln. Der schmeichelhafte Nuf. dem Herr Schack hiedurch Folge leistet, spricht für die hohe Achtung und Wertschätzung, die derselbe speciell in der evangelischen Well Oesterreichs genießt, nachdem Herr Schack unter 19 Bewerber» um die erledigte Pfarrerstelle an der evangelifchen Gemeinde H. ei'ti> Freiherr von Abele Nr. 8 zum Commandanten des 7. Iägerbataillons ernannt. — Der Overlikutenaut'Rechnunü,5fnhrer Richard Seiwald des 19. und der HauplmanwHlechnungbführer 1. Klasse Heinrich Knndt des ^4. Jaget balaillous wurden mer dienst« tauglich anrennt und mit 1. d. M. in deu Dienftsland des genannten Regiments eingebracht. — (Größere Briefkasten) Wie un» neuerlich mitgetheilt wird und w>r uns übrigens auch selbst schon wiederholt zu üde>zlugen Gelegenheit hatten, lst der Fassunqsraum der in den Straßen Laibachs aufgestellten öffentlichen Briefkasten viel zu klein, um die namentlich in den frcq »enteren Stadttheilen und zu ge-wlsjcn Jahreszeiten besonders zahlreich zur Aufgabe gelangenden Briefe in jener sicheren und lieqncmen Welse anfznllehmen. die im Interesse des Vriefvtllehrs uner-lässllch nothwendig ist. Die Folge davon ist. dass manche Brieflasten kurze Zeit vor ihrer Entleerung schon derartig m,t Briefen vollgepfropft sind. dass weiter hinzukommende Briefe förmlich mit Gewalt hineingezwängt und hicbei natürlich zerknittert werden müssen. Auch ereignet sich nicht selten der Fall. dass bei überfüllten Briefkasten Briefe oder Correspundenzlarten. welche von den Aufgebern nicht fehr sorgfältig hineingepresst werde,', bei der Spalte sichtbar liegen bleibe:,, so dass jeder Passant dieselben durch einen geschickten Fingergriff herausziehen kann. Und Leute gibt es eben immer, dene« schon mit einer bescheidenen, auf fo einfachem Wege a^qnirierten 5 lr>Marle gedient ist oder die andererselts der Neugierde nicht widerstehe» können, derartige Vriefe zu öffne« und zu lesen, um sie später, da Siegel oder Eollvert natürlich verletzt sind. einfach zu vernichten. Wir sind überzeugt, dass es genügt, die,en Uebelsland der löblichen Postverwaltunc, einfach zur Kenntnis zu bringen, um sie zu veranlassen, auf eine möglichst bal-d'ge Abstellung disselben hinzuarbeiten, da wir die Coulcnz derselben allen berechtigten Wünschen des Pu-blicums gegenüber schon wiederholt kennen gelernt haben. Da dieser Uebelstano übrigens nur bei einzelnen, in den belebtesten Sladttheilen angebrachten Vrlesläjte« bor» kommt (so namentlich um NathauSplatze und un der Franzensbrücke, wo sich der commerc»elle Verkehr gewissermaßen concentriert), während die meisten übrige« ihrem Zwecke vollkommen genügen, so wäre es ja hinreichend, wenn bloß diese durch größere Kästen ersetzt i würden. Vorläufig, bis dies möglich ist. könnte dem an. - gedeuteten Wunsche auch dadurch entsprochen werben, ° dais jene Vriritäslen, welche die Post erfahrungsgemäß ? als dle am stüllsten benutzten leant, in den letzten «5ts Iahreswochen. in denen der Vriefverkehr «in ungewühn» Uch starler «st. um ein- bis zweimal öfter, als dies sonft üblich ist. entleert werden. —0er Staats.Unlehen 13 l . - Vanl.«ctlen 850. — Credit« Actien 284 20. — London 116 75. — Silber — —. K. l. Münz«Ducaten 5 54. — 20. Franken «Ttüse 9-3UV«. - 100.Neichsmllrl 57 70. Handel und Wlkswirtschastl'icbcs. Laibach, 17. Dezember. Auf dein heutigen Markte sin^ erschienen: 6 Wagen mit Getreide, 3 Wagen mit heu u»d Stroh. 22 Wagen und 4 Schiffe mit Holz (45 Eubilmcter). ____________D u l, chschnitls . Preise. ----------------------Wt,- Ht«,,.,-----------------------M..M? Weizen pr.heltolit. 1l)j 8 11 ?>! Butter pr Kilo . -i?0 ^!^ Korn „ 5 5!'. t» 6? 6icr pr. Stück . . — 3; ^ " Gerste (neu) ., 4 55 4 9!« Milch pr. Liter . 6 Hafer ., 3! 9 .".67 Rindfleisch pr. Kilo - 58 ^ ' halbsrucht „ ------ 8, 7 Kalbfleisch .. ^48-"-' Heiden „ 5 20 5!67 Schweinefleisch „ —42^"" Hirse „ 5 4 5M Schöpsenfleisch .. !!6-- Kukuruz „ 6— 6 6l!vähndel pr. Stuck —40 " Erdäpfel 100 Kilo 3 5 — Dauben „ - 20 - '" Linsen pr. Heltolit 8-----------wen 100 Nilo . . 178 ^ Erbsen „ 8 50-------Ztroh „ . . 160 ' Fisolen „ 9-------Holz. hart., pr. vier . Nindsfchmalz Kllo - 90 - - , Q'Meter ------?b<> Schweineschmalz „ — 70 - - weiches. , 5 ^ Speck, frisch ., — 44--------Wein. roth. l«»o Lit.-------20 " — geräuchert,, —5 8. Dezembcr. Philomena Krouberger, P^ sessorstochter. I»/, I,. Rain Nr. 20. (^wrlb. voutrum ?usu"^ ui» corä. - Andreas Peröc. Schuhmacher, 3!i I. Florid gassc Nr. 13. Tuberculose. "-'«-' ". u ^ Theater. Wegen Vorbereitung zur Operette Dic letzten Vtoh^" kaner bleibt heute die Bühne geschlossen. Morgen (ger der Tag): Die letzten Mohil"^ ' ______________Operette in 3 Acten von Genie. Meteorologische Beobachtungen in Laibach> 7U.M°, 748 3? —14 8! windstill Nebel '^ ^.«g 18. 2 „ N. 746 71 -112 NNW, schw. heiter """ 9 . Nb. 7t?55^ -»6 2.NO. schwach «heil. Nebel . Morgens Nebel, nachmittags heiter, abends theilweisc 3" ' Das Tanesmittcl der Temperatur 14-1«. um 12b° "" dem Normale. __^^ ' Verantwortlicher Redacteur: Otto,nar Numbers»^ H^»-i>l,5,'l^t ?^e"' ^ Dezember ungarische Nanl 64? »48 — Unionbanl ........ 96 40 36 60 Verlehrsbanl....... lU0 1305,0 Wiener Vansverein..... l3« !>0 138'?5 Aclien »«n !r»n»pU»»tern«h' «nnge» «lsöld.Vahn .......141 - 14150 Donau.Dllmpfschiff.Gesellschaft 59l 593 Elisabeth.Westbabn.....178 25 173 75 V«lk Ware Zerdinands.Nordbahn, . . .23)5-2310 — Franz.Iosevh-Bahn .... 15^! 2ü 15850 Valizische Carl 0 25 100 50 Oesterreichisch. ungarische Bans 10160 1')1 «0 Ung. Buoencredit Ink ^V. V.) 10130 101 «<» Vri«rtt«ts'Dblia«ti«nen. Elisabeth.B. 1. ltm. . . 96 l»62°» Ferd.'Nordb. in Silber . 106 25 106 50 ^ranl.^nseull.Älllin . 958^) 96 — «al. Carl.lludwig-V. l. Em. 102 50 103" Oesterr. Nordwest-Bah« . . ^"" 7475 Ziebenbürger Nahn ... - "'^ ,^g.^ Ltaatsbahn l. «m - - - i6»b0 v» <, Sübbabn^./. - - , - N9-^,0 Devise». Aus deutsche PMe..... "" 57^ London, lurze Ächt - - ,^ f/",l?ls London, lange Sicht - - "«^1 4 > bst. 54 ^.^st.^ . Napoleon»d'oc , 9 . 31 . " - Deutjche Neich«. z? . «" ' Noten . . 5? ^ ?0 . " " ^ . Zllberaulden . . ^ , " ^ jcrainilcheOru>.kentlastu..««'0^atlo"". ««old 96i»U Ha" 97 50. . 12/ ?b ^ «acht««: Um 1 Uhr 15 Minuten üoticren: Papierrente 68 70 bis 63 80 Silberrente 76 40 bis 70 50, <»old«nte 30l»<) bi» 8l - «redit 28120 bis 28140 »»g " Uls- . »kndon 11