LllitmchelMMtllng. Nr. i»7. Prnnii mrv.i tioilsprcis : Im Comvtoir ganzj. fl. Il, hallj. ft. 5.5iU. stUr die Zustcllilliss in« Hau« halbj. 5U I>. Mil bcr Post ganzj. si. >5, halbj. fl. 7.5.0. Sl,mst»g, 30. 'April Inscltionsgcbilhr bi« >U Zeilen : lmal eo lr., zim. «<» lr., »m. I f!.; sonft pr. Zcile 1m. «ll., üm. 8 lr., !lm. 10 lr. ii. s. >r. Inscrlioneslcmpel jcbcsm. iiUlr. 187«. Mit 1. Mai beginnt ein neues Abonnement anf die „Laibacher Zeitung." Der P rän umcr ati ons-Preis beträgt für bic Zeit vom l. Mai biö Ende Juni l87U: ^tll Comptoir offen.......1 fl. 84 kr. Im Comptoir lmtcr Couucrt .... 2 „ — „ '^iir ^aibach ins Hans zugestellt . . . 2 „ — .. Mit Post uutcr Schleifen.....2 .. 50 „ Amtlicher Theil. 3e. k. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchste Entschließung vom 15. April d. I. den Pfarrcoovcrator von St. Maria Maggimc in Tliest korrnz Viczzoli zum Curatchorhcirn am Collcgiat-lapitrl zn Cill^, nuovu allcrgnädigst zu ernennen geruht. Tschabuschnigg m. ^. Der Leiter des Ministerium» flir Cultus und Unterricht hat ans Vorschlag dcS katholisch-bischöflichen Ordinariates in Caltaro den Pfarrer und Dechant in Pe-lasto Pat-q^il Gucrini zum katholischen Religions-lehren am Realgymnasium in Cattaro ernannt. Der Oberste Rechnungshof für die im Rcichsrathc vertretenen Königicichc u»d ^änd?r hat die bci dcmscl bcn erledigen Rechnnngsrathsstcllen dcn RechnnogS-Officiulcn erster Classe uns dcm Pc^oualstaudc dcr Rcchlnin^s. und Fachrcchnungs-DcpaitcmcntS dcS l. l. MnanzministcrillMS Leopold Schirmhofcr und Johann ^rtmann verlithc». Nichtamtlicher Theil. Politische Uebersicht. Laibach, 29. April. DaS telegraphisch bereits gemeldete Communique der „Wr. Abdpost." lautet: Die kleine ^ügcnchronik, welche ein Theil dcr hiesigen Presse nach dcm Muster bes ..Figaro" adoptirt zu haben scheint, hat neuestcns eine Scric so wcrthvollcr Bereicherungen erfahren, daß wir uns denn doch veranlaßt sehen, das Publicum niic-^tr einmal über den wahren Sachverhalt aufzuklären. < Die Hauptstelle bei diesen Erfindungen nimmt die Erzählung von angeblichen Differenzen zwischen den Ministern Graf Polocli nnd Graf Taasfc ein, die dann wieder einmal zur Abwechslung mit dcr Variante einer Differenz des ersteren mit dein Reichskanzler ausgestattet wird. An allen dicsen Ausstreuungen ist lein wahres Wort; es ist nicht dcr geringste Grund vorhanden, dcr zu solchen Annahmen berechtigen könnte. In dcr That finden dicse Phantasie» blos deshalb bicr Erwähnung, weil damit eine ganz neue Taktik in Verbindung gebracht wird. nämlich derartige Mittheilungen als au« officiöser Quelle stammend zu bezeichnen, um die öffentliche Meinung möglichst sicher und möglichst gründlich zu verwirren. Ein würdiges Scitenstnck zu diesen „Zerwürfnissen" nntcr den Ministern bildet die improvisirtc Con-fcrcnz von einzelnen Ministern, Beamten und Journalisten behufs Gründung eines Kreuzerblattcs, während eine solche Zusammenkunft gar nicht stattgefunden hat. ja einzelne Personen, die man daran Theil nehmen laßt. sich zur Zeit der angeblichen Eonfercnzen gar nicht in Wien befanden. Endlich können wir nicht nnerwähnt lassen, daß die Nolabcln-Velsammlung, dcrcn Aufgeben heute als ein Rückzug deS Ministeriums bezeichnet wird, niemals den Gcdanten oder Absichten dcr Regierung, sondern nur den politischen Conjctturcu der Journale ihre Entstehung verdankte, woraus sich wohl ergibt, daß von den betreffenden Journalisten eine falsche Rechnung gemacht worden, nicht aber in der Hallnng des Ministeriums eine Unsicherheit hervorgetreten ist." Die „Politik" bekämpft heftigst die Anschauung, daß Böhmen dcn ungarischen Ausgleich anerkennen könne. Ungarn müsse auch das böhmische Slaatsrecht anerkennen Daher müsse der Ausgleich in dieser Richtung geändert werden. Die Aeußerungen dcr londoner Tagcspresse über die Ermordung englischer Reisenden durch griechische Brig anten find, bei den bedeutenderen Blattern wenigstens, ziemlich maßvoll gehalten. Die ..Times" bemerkt, die Versuchung, die gric. chische Regierung für die Sachc verantwortlich zu machen, fei in dieser Angelegenheit beinahe unwiderstehlich. Wenn man sich jedoch von derselben hinreißen lasse, so würde man voreilig, wo nicht ungerecht verfahren. Wenn das griechische Ministerium im vorlicgcndcn Falle die Zahlung dcr Löscgclder geslaNct und den Räubern Straflosigkeit zugesichert hätte, so wäre das Nänbcruuwcsen lcgalisirt worden; hätte sich die Regierung unthätig verhalten, so würde dcr Glaube, daß Straßenraub straflos ausgehe, ebenfalls eine Bestätigung gefunden haben. Ueberhauftt wenn man die Verhältnisse auf England selbst anzuwenden suche und sich ein ähnliches Banditen« wesen beispielsweise in Irland denke, sc> müsse man zur Erkenntniß gelangen, daß die griechische Regierung nicht für ihr heutiges Handeln, sondern für ihre Saumseligkeit in vergangenen Tagen Schuld treffe. Das jedoch dürfe England fordern, daß der einmal gefaßte Entschluß auch durchgeführt werde lind mit den Banditen nach dcn Bestimmungen des Gesetzes verfahren werde. „Wir hoffen," heißt cs am Schlüsse, „in wenigen Ltundcn zu hören, daß die Räuber eingebracht worden sind, und wenn sich dabei Schwierigkeiten einstellen sollten wegen dcr Unzulänglichkeit dcr dem Ministerium ^ur Verfügung stehenden Strcitkräfte, so dürfen wir ihm zu diesem Ende unsere Hilfe anbieten und müssen darauf bestehen, daß sie angenommen werde." „Daily News" spricht sich in ähnlichem Sinne aus. Weniger ruhig und leidenschaftslos lauten die Aus» lassungcn deS „Daily Telegraph" und des conservative!! „Standard," die beide bei dieser Gelegenheit alle Wunden und Schwächen der griechischen Regierung zur Sprache bringen und dcm kleinen Königreiche gleich alle Berechtigung zur Existenz absprechen möchten. Die „DcbalS" widmen der Ermordung der Engländer in Griechenland auch einen Arlilcl, in dem dieser Unfall bldaucrt, zugleich aber auch die Mäßigung belobt wiid, mit dcr die englische Presse dies>s Attentat bespricht. England, meinen die „D'bals," diiifle nicht zn streng über Giicchculand urthcilen, nachdem es im eigenen Reiche nicht im Stande ist, den Mord bei hellem Tage an illändischen Grundblsitzern hinlanzu« halten. In Rom geht man unbeirrt auf dem einmal be-schriltcncn Wege fort. Die clericalen Blätter veröffent» lichen mit triumphirender Miene die bereits dogmatifir» ten Säye des Syllabus (welche mit den von uns publi« cirlcn achtzehn Canones übereinstimmen) und verkündigen, daß die Un fehl barlcitSfrage „in kürzester Frist" erledigt werden wird. Am 2A. d. überreichte wieder eine Anzahl Bischöfe dcm Papste ein Postulatum, in welchem sie ihn baten, „ohne Verzug" (8Mt> ulla mora) das Schema von der Unfehlbarkeit dcm Eoncile zur Berathung vmzulcacn. Die Anlonianer - Mönche sind vom Papste czcommnicirt worden u»d ihr Convent soll aufgchodcn werden. Die Mönche haben die französische Gesandtschaft um Uebcrfiedlnng nach Constantinopel gcbcten. Der Papst lehnte eS definitiv ab, die franzosische Note dem Concil mitzutheilen. Die französischen Vi. schöfe ermächtigten ihren CleruS, sich an dll Botirung dcs Plebiscits zu bclheiligcn. .sl'Mlsl'KM. La D a l m n t i n a. Novellcltc von Amant» v, Tchlveister. III. Ungefähr eine Stunde nach diesem Ereignisse — ^Mochte ein Uhr gewesen sein — schritt cin junger s^- ". ^"liscun die Slraßc gegen Gravosa hinan. Er lhlen in Gedanken versunken, denn cr fand nur mühsam vcn Weg zwischen den Häuserreihen Pillcs und oft hielt un, um die Situation zu prüfen, in welcher er sich ^" befand. Die Nacht war mild und dics verleitete ^' auf jenem Punltc dcr Straße zu halten, wo sie ^9c» das Meer frei wird und cincn Blick auf die weile ^"dunkle Fläche gestaltet. Er lehnte au dcr steinernen ^'ust>»'g und sah hinab in die tiefe Schlucht, die ebcn . / Hm lag, st? war so lief, daß cr granendurchfrösielt o s? ^',lk '" sie versenkte, sie glich in dicscm Augenblicke tief ' ^'""" Herzen, dcm Herzen, in welchen, abgrnnd-! la? b'e Schmerzen eines ihm unerklärlichen Gefühles, Mn. ^ß cr sich am liebsten mit ihr vermalt hätte, urde lhn nicht dcr Gedanke an Alvina besänftigt haben.! ^ Wh das schimmernde Dach dcs ^andhäuSchenS, dic , .nder Altane schienen ihn wie bekannte Freuudc bll'll?^ "°" b" Zinne der Gartenmauer winkten 'nendc Illocn „„^ blüthenschwcre Olcandcrzwcige — ein "">> "li'hlingsgruß zog es wieder in seine Seele ll)i',r " ^"^ raslt) gegen das Gitter der Garten-ein?, mi' ^" l''"s 'h" cme Ucberraschung. Er glaubte "c" -Mann m dcr Tracht dcr Brcncscn gesehen zn haben, der eben im Begriffe war einzutreten, als Paolo ^ so hieß dcr junge Mann — um die Ecke dcr Mauer lenkte. Er blicb regungslos stehen, abcr dcr Fremde mochte ihn bemerkt haben, denn unbekümmert um die Gitterlhürc, durch die cr ohne Zweifel gelauscht hatte, schritt cr die Straße herab, hart an seinem Bclauschcr vorüber. Es war eine verwitterte, hagere Gestalt, dcn rothen Turbau nachlässig aufgcbnndcn, zwischen dessen Falten einzelne lange Haaibiischc zerzaust niederstoßen, das Gesicht trug den Typus cincS dalmatinischen Fels» nomadcn, vielfach entstellt durch tiefe Hicbncnbcn von scharfen Handjar'S und düsler beschattet von seiner ma» lerischcn orientalischen Kopfbedeckung, Paolo bebte un willkürlich ;>isammcn, als dicsc Elscheinnng, die über» dies bis an die Zähne in Waffen steckte, während dcs Vorül'crgchcns ihn cincs gcradc nicht sehr freundlichen Blickes würdigte. Er kannte zu gut die Verhallnisse dcö Bandes um zu glauben, von cincm dicscr österreichischen Tscherlesscn direct etwas befürchten zu miisscn, abcr geheuer fchicn cs ihm dennoch nicht. Als der Brcncsc verschwunden war. schritt cr mit doppelter Eile gegcn das Gitter. Es war nicht verschlossen; nur angelehnt, gab cs dcm lindem Drucke seiner Hand nach und öffnctc sich, unmcrllich in dcn Angeln knarrend. Oft schon war er in dicscS Heiligthum eingetreten, niemals abcr fühlte cr cin so gramnliaft süßcs Bangen wic heute. Behutsam schlich cr auf dcn weißen Kieswegen vorwärts, im° mer lauschend vorwärts zwischen dcn blühenden Gcbü» schcn nnd duftenden Bliimcnbcctcn, bis ihn ein unvergleichlicher Anblick festbannte. Unlcr zwei jungen Pal-, inen, dic wenig Fuß nur über dic Maucr rcichlcn, mild^ beschattet von den Zweigen mchrerer dunnslämmiger l Granatbäumc, zwischen welchcu sich der eben aufgegan« gcnc Mond mit tausend wonnigen Silberfäden stahl, lag im Schlummer — Alvina. Es war ein Anblick, würdig eines hellenischen Gottes, der eine irdische Schönheit fand, sein Herz an ihr zu weiden und zu erwärmen. — Das weiße Obergewand schloß sich spannend um den reizenden ^cib, cs schien, als ob jeder Athem» zug durch den Körper vibrirle: halb sitzend, halb liegend, an dcn dünnen Palmstammen das göttliche Gesicht gclchnt, glaubte man die herrlichsten i-inicn Ti» tians oder Giulio Romano's vor sich verkörpert zu sehen, es war ein rührender Traum von der Gottheit dcr Liebe geträumt, cin Märchen auS dcr Phanlasie-wcll unserer Dichter und dennoch wahiea warmes Ve-bcn mit halbgeöffneten, vor Veilangen heimlich zitternden ^iupcn, mit Himmclsaugen voll ewigem, fraaenden Feuer, welches das zarte Vid schelmisch verbarg. Der milde Schimmer der Nacht senkte sich wie ein überirdischer Knft auf ihr bleiches Gesicht; über dcn wogenden Busen nnd die cntl'lößlcn Arme boaen sich die lüslci-ncn Zweige dcr Granatt'ämnc mit ihien feurrrothcn Blüthen. — Paolo erschrack vor der Fülle all' dieser Herrlichkeit, er bebte wie cin Knabe, dcr beim Anblicke einer schvnen statue ^um csfleninalc cin geheimes Perlaligen in seiner Seele fluchen fühlt und mit süßem Grauen vor dlm Trugbilde flichen möchte, um seine Scham und seine ^iebe in dcn warmcn Kisscn zu verbergen; Paolo sah sie so reizend, wic noch nic. cr sah nie den unwiderstehlichen Zauber der weiblichen Schönheit so göttlich ideal ausgeprägt in den jugendlichen Formen Alnina'e ^ ."°^ ^"°< überirdische Engelslächeln, das stumme Gcbet der Scele auf e.n einziges Angesicht ausgegosfen, um m d,cscm Augenblicke, wo er, nur Entzücken, ,or 700 Die Droschürc des Cardinals Rauscher über >ie Unfehlbarkeit. po!i. t^po«r. 8i>-e>^« 1870. 87 3. in 8",) Etwa zehn Capitel sind der Widerlegung jener Argumente für die Infallibilitiit, welche aus der Kirchen-gcschichte entnommen zu werden pflegen, gewidmet. Mit geschichtlichen Thatsachen sucht Rauscher die Forderungen der Gegner als unbegründet, unberechtigt, ja gefährlich zurückzuweisen und bewährt sich dabei nicht allein als schlagfertiger Kenner der Thatsachen schlechtweg, sondern zeichnet sich im allgemeinen auch durch kritischen Sinn in der Feststellung der Dinge und durch freiere Auffassung derselben aus. Nicht blos die Constantinische Schenkung Italiens an Papst Sylvester gibt er als Fabel preis, sondern auch die groben Fälschungen deckt er auf. mit denen sich der große Canonist Oratian täuschen lnß und die Nachwelt täuschte, und auf deren Grundlage dcr größte Theolog des Miltclaltcis, Thomas von Aquino, eben jenen Theil seines Lehrsystems aufbaute, auf den sich die Iufallibilisten berufen. Gesondert Sorgfalt ist auf den Nachweis verwendet, daß in allen Jahrhunderten Concile, Päpste und andere Autoritäten in unzweideutiger Weise die Möglichkeit zugegeben haben, daß ein Papst auch in Glaubens-sachcn irren könne. Von der grüßten Wirkung ist, daß in dem einen kurzen Capitel zusammengestellt ist, wie die Päpste besonders im 8. und 9., aber auch noch bis in das 16. Jahrhundert hinein die Frage, ob das Sacrament der Priesterweihe unter allen Umständen giltig sei, bald so, bald so beantwortet und mit ihren sich wieder^ sprechenden Entscheidungen allerlei Aergerniß hervorgerufen haben. Indem dcr Verfasser so auf das Schlagendste darthut, daß die Päpste für ihre Person vielfach geirrt haben, will er allerdings zugleich beweisen, daß die Kirche in der Gesammtheit ihrer Organe doch alle Verirruna.cn der Einzelnen vom rechten Glauben bald wieder gut und die ihr verheißene Unfehlbarkeit zur Wahrheit gemacht habe. Er lehrt, daß in der Vereinigung des Papstes mit den Bischöfen, mögen sie zum Concil versammelt wor< den sein oder nicht, von jeher die Bürgschaft lag, daß der rechte Glaube erkannt und' gewahrt werde, und auch für die Zukunft siegen wird. Jede auf diesem Wege getroffene Entscheidung müsse auch schwerer wiegen, als der Ausspruch des Papstes allein. Das habe sich auch in den letzten Jahrhunderten bewährt. Der Iansenismus z. B. sei theils durch die schon vorliegenden Beschlüsse des Concils von Trient, theils durch das einträchtige Zusammenwirken der Päpste und der Bischöfe glücklich überwunden worden. Uebcrhaupt sei die Kirche ja gediehen und gedeihe fort und fort, so daß dem apostolischen Stuhle heutzutage in weiteren Kreisen und in höherem Grade denn je seit dem 13. Jahrhundert Gehorsam gezollt werde, und zwar ohne daß daS Dogma der persönlichen Unfehlbarkeit aufgestellt worden wäre: ein wah-ter Fingerzeig Gottes! Es gelte nur, die Mittel, die Reinheit des Glaubens zu wahren, jeder Zeit anzupassen und so auch dem Charakter der Gegenwart Rechnung zu tragen. Wie jetzt die Secten nicht mehr mit Gewalt Propaganda machen wollen, seien sie auch nicht mehr mit Gewalt zu belehren, sondern die abweichenden Ueberzeugungen lediglich durch Ueberzeugung zu überwinden. In sehr milder Weise spricht sich dcr Cardinal hier über die leichteren Abirrungen vom katholischen Glauben aus, übcr die Irrthümer Dcrcr, welche doch noch an Gott, derOffenbarung und dem göttlichen Urspruuge dcr Kirche festhalten; sie würden in der Regel der Christenheit keine sonderliche Gefahr bereiten und leicht widerlegt werden können. Eigentliche offenkundige Iirlehren aber habe, damit sie nicht um sich greifeu, zunächst dcr Bischof zurückzuweisen. Für die Glaubensnorm könne übcrdicS das Provinzial-Concil Zeugniß ablegen. Tauche», aber schwierigere Fragen auf, wclchc Aergerniß bereiten und Gefahren heraufbeschwören, und glaubt dcr Papst, sie in feierlicherer Weise verdammen zu müssen, ohnc daß es doch a.crathcn erscheint, ein allgemeines Concil einzuberufen, so könne cr mit Leichtigkeit die schriftlichen Sentenzen der Ai schöfe einholen. Auf dicse Weise werde dcr uralte und ul'.ocrruckte Grundsatz gewahrt, daß der Consens der sämmtlichen Kirchen das echte Kriterium der katholischen Wahrheit bilde, und es werde dadurch weder daS Recht noch daS Ansehen des Nachfolgers Petri geschädigt, welchem doch selbst um Herzen liegen müsse, daß die den ökumenischen Concilen zu jeder Zcit beigelegte Autorität unerschüttcrt dlcibc, Werde dagegen dic persönliche Unfehlbarkeit oeS Papstes proclamirt, so würde alle Autorität dcr Concile untergraben: nicht für die Zukunft allein würdcn sie überflüssig erscheinen, sondern auch die vergangenen und selbst das Concil von Nicäa. Damit würde aber dcm rechten Geiste der alten Kirche der Krieg erklärt, damit würde der Knchc für aUc Folgezeit das Heilmittel entzogen, welches sich noch zu Trient inmitten der größten Gefahren bewährt, damit winde dcr apostolische Stuhl dcr Hilfe beraubt, welche ihm damals die versammelte» Bljchöfe geboten. Höchst interessant ist das Glaubcnsbetenntniß dcs Cardinals in Bezug auf jeue Sätze des Syllabus, die, als auf das politische Gebiet übergreifend, die öffent-liche Meinung am meisten in Aufregung gesetzt haben. Hier wird die Superiorität des Papstthums über das Königthum, wie sie Gregor VII., Innoccnz III. und IV., Bouifaz VIII. ausgeübt oder wenigstens beansprucht haben, als das dargestellt, was sie in Wirklichkeit war, als das Ergebniß einer klar vor unseren Augen liegenden historischen Entwicklung, als hervorgegangen uud entwickelt aus den Zuständen und Tendenzen gewisser Jahrhunderte und als wieder rückwärts- und dahingegangen vor dem Geiste der nachfolgenden Zeiten. Diese politische Gewalt, die da in dem Rechte gipfeln soll, die weltlichen Herrscher zu richten und abzusetzen, stammt nun und nimmer von Christus. Nie würde Constantin, wenn dergleichen zu seiner Zeit gelehrt worden wäre, sich zum Christenthum bekannt haben. Und Hütte Jemand gewagt, solche Lehrc sogar als Glaubensartikel zu verkünden, so würden ihn alle römischen Kaiser und auch Karl der Großc des Majesläts-Pcrbrcchens geziehen, so würden sich alle Christen der älteren Zcit, die Päpste nicht ausgenommen, entsetzt haben. Auch haben ja die Päpste solche weltliche Gewalt nicht länger als 200 Iahrc besessen, und so gut die Kirche ein Jahrtausend ohne sie bestanden, wird sie auch fortan ohne dieselbe denehen. Beschränkt sich somit die berechtigte Ciufluß nähme des Oberhaupts der Kirche auf die Hcr'scher, auf das Gcwissensgcbiet, so kommt ihm auch gegenüber dem Staate nur die Wahrung der Grundsätze des Glaubens und der Moral zu. und nicht ein Eingreifen in den Wirkungskreis des Staates. Insbesondere seit dem 17. Jahrhundert, in dem alles Gemeinwesen eine neue Gestalt angenommen hat, haben die Päpste denn auch erkannt, daß sie die einsti- gen Rechte nicht mehr auszuüben in der Vage sind. Und so wird zumal jetzt der Kirche am besten damit gedient, daß, was hinfällig geworden ist, als solches auch offen anerkannt wird, und daß in den Beziehungen zwischen Kirche und Staat nur noch diejenigen Grundsätze befolgt werden, mit denen sich die alte Kirche begnügt hat. Uebcrdies, da selbst in Sachen des Glaubens nicht unbedingter und ausnahmsloser Gehorsam gegen Rom gefordert werden kau», so noch weniger in weltlichen Dingen. Denn es kann geschehen, daß dcr Paust in dcr Beurtheilung dieser Dinge irre uud für möglich halte, was unter den obwaltenden Umständen uuaussührbar sein, uud daS Uebel ehcr mehren als mindern wi'udc. In dergleichen ist also daS weltliche Regiment nicht gc-halten, seine Ansicht dcr dcs Papstes oder dcr Bischöfe unterznoronen. Allerdings laufen in dcr Gegenwart gerade diejenigen Völker, welche sich der Fortschritte in dcr Civilisation rühmen, großc Gefahr, wenn nicht auch in den bürgerlichen Institutionen das christliche Princip wieder zur Geltung kommt. Dcuuoch bedarf cS, »m den Staat zu cinem wahrhaft christlichen zu machen, so wenig als in den Iahrhundcrlcn vor Gregor VII. eiim' richterlichen Gewalt der Päpste übcr die Könige, i^s thut auch dcm Namen und Charakter des katholischen Staats keinen Abbruch, wenn derselbe den Akalholilen die bürgerlichen Rechte zuerkennt; noch leidet die Kirche dadurch Schaden, wie die Kirche Frankreichs gezeigt hat, dic in dcm Jahrhundert, da das Edict von Nantes Geltung hatte, mächtiger und stattlicher dastand, denn vor oder nach dieser Zeit. Insbesondere aber ist in der Gegenwart der Kirche cine weit wichtigere Aufgabe gestellt, die, die kleine aber mächtige Partei zu bekämpfen, welche die Fundamenlalgesetzc dcS christlichen Glaubens all Gott, die Offenbarung uud das ewige Lebeu best»citet, und das Heil des Staates darin erblickt, daß cr von aller Religiou absehe. Wie müßten diese Feinde dcr Religion triumphiren, wenn wir lehren sollten, daß dic cininal von den Päpsten ausgeübte weltliche Gewalt von Christus stamme! Auch bessere Menschen würdcn dann leicht überredet werden können, daß es unmöglich sei, im staatlichen Leben die Gebote Christi zur Richtschnur zu nehmen. So lautet daS politische Glaubensbekenntnis;, daS der Cardinal in seiner neuesten Schrift niedcigelegt hat. Die griechische Naubcr-Affaire wird der ..N. Fr. Pr." auS Florenz in nachstehender Weise berichtet: Eine Gesellschaft angesehener Reisender machte von Äthcn aus einen Ausflug nach dem fünf Stunden entfernten Marathon. Sie nahmen als Escorte uicr Gen-darmcn zu Pfcrde und einen Führer ans dcm Hotel mit, uud fuhren in zwei Wagen. Bei ihrer Rückkehr wurden sie von einer Bande von achtundzwanzig Räubern angefallen. An Widerstand war nicht zu denken, doch schössen die Gendarmen, worauf fünfundzwauzig Schüsse dcr Räuber antworteten; zwci dcr Gendarmen wurden todt« lich verwundet und die anderen beiden zu Gefangenen gemacht. Die Räuber hießen hierauf dic Reisenden au« den Wagen steigen; es waren sieben Personen: Lord und Lady Muncaster. der Advocat Lloyd mit Frau und Tochter, der englische GesandtschaftS-Secretär Herr Hc» bert und der italienische Gesandt>chafts - Secrelär Graf u. Voyl. Sie mußten den Räubern alle Schmucksachen, Uhren u. s. w., die sie bei sich trugen, überliefern, und dann ließen dic Räuber den Damen durch den Führer seinem Abaotte stand. — Es währte nicht lange, und an Alvina's Busen lag Paolo. Die Bewegung erweckte sie aus ihrem Schlummer. Vor süßem Schrecken erbebend, wußte das liebenswürdige Geschöpf anfangs nicht, was zu unte, nehmen, aber bald besann sie sich und siel ihrem Geliebten um den Hals mit einer Leidenschaft, die ihn erschrocken machte. Es war ein rührender Moment, das harmonische Zusammenklingen zweier edler Seelen auf vier Lippen und zwei Herzen, ein feuriges Umarmen, entzündet durch die Wonnen der unsterblichen Liebe, die in diesem Augenblicke wie ein Glutenstrom durch ihre Adern stammte. Sprachlos lagen sie sich, wie trunkene Bacchanten, an der bebenden Brust, und dennoch wogte eine heilige Glückseligkeit in den Tiefen ihrer edlen Herzen, sie liebten und beteten zugleich und die Blüthenbüume, die rings herniederrauschten auf den schönsten Traum des Lebens, waren gleichzeitig die Friedenszweige eines reinen Empfindens, sowie die Glutkelche, aus denen sie die berauschenden Düfte ihrer Leidenschaft sogen. — Alvina ließ zuerst von der Liebkosung ab; sie war ermattet durch den ersten Sturm des Wiedersehens und bot nunmehr da« liebliche Bild einer Zerstörung durch Liebe. Ihr Haar hing verworren übcr den noch stürmenden Busen, die Nuaen waren halb geschlossen, die Lippen geöffnet, die kühle Nachtluft cinsaugend, aber mit einer Hand hielt sie die Paolo's krampfhaft fest, um ihn nicht zu ver-U«r«n. Alvma, beruhige Dich — begann Paolo mit matter Stumm — kühle Deine Leidenschaft, denn sie könnte ^Olr schaden Du bist „och so jung und bedarfst der Schonung, denn Empfindungen todten rascher, als die Krankheiten des Wbes. ^ ' Geliebter! flüsterte sie. vergieb dem Mädchen, das Dich als sein Alles begreift, das nur an Deiner Brust lebt und athmet. O, ich hatte einen Traum — sehte Paolo fort — einen Traum, der so schön war. daß ein Erwachen mir elender dünkte, als alle Schmerzen der Welt in ein Jammerthal zusammengcpeilscht, dieser Tranm beginnt mälig zu verschwimmen und das Erwachen ist nicht mehr ferne. Weil Du es heraufbeschwörst, weil Dir der Scor< pionstich des Zweifels mehr Leben schenkt, als der Athem der Liebe, der Liebe eines schwachen Wesens, das auch start sein kann, wenn es sein muß und die Nothwendig« tcit ihre Opfer verlangt. Sie wird Opfer verlangen, ohne zu siegen. Paolo, glühender, liebedcglückter Paolo, was soll ich beginnen, um Dir zu genügen ? Setze einen letzten Wunsch, und hinge er am glühenden Herzen der Sonne, ich will Dir ihn gewähren. Von dem Mädchen bin ich überzeugt, allein es gibt Andere, die anders handeln werden. Mein Vater nicht, sagte Alvina rasch. Und wenn es dennoch Dein Vater wäre, er ist ein Slave — Er liebte ein Kind Italiens, fiel Alvina mit matter Stimme ein, cr liebte meine Mutter---------------Alvina liebt deren Stammverwandten. — Sie hatte die letzen Worte noch nicht ganz ausgesprochen, als er sie erneut umarmte, um nochmals den Bund zu besiegeln, den sie schon so oft an diesem Platze geschlossen. Es verging eine lange Pause, während welcher manche Thräne die brennendcn Wangen niederglitt, manch glühender Kuß die Worte erstickte, die die innigste Zärtlichkeit hervorzustammeln vielleicht gewillt war. Ein leiser Wind hatte sich unterdeß erhoben, dcl die Blülhenzweige in linde Bewegung setzte. Er ta>» vom Meere her, übcr welchem nunmehr der halbe Mo"d stand und die schlummernde Flut mit cincm feenhafte" Schimmer übergoß. Die beiden Liebenden schmicatcn l'i" inniger aneinander, denn Alvina schien die feuchte Sc<^ luft zu verspüren ; Herz ruhte auf Herz, Wange an Wa"^ und lein Laut unterbrach ihr vereintes Athmen. ^ Wind wurde clwaS stärker — die Gartenthüre lrcisa^ in ihren Angeln. Unwilllührlich fuhr Paolo znsam"'" und blickte nach ihr — der Luftzug mochte sic bewc^ haben. — Die erst kürzlich durchkosten Minute» l«' men ihm so rüthselhaft vor, daß allerlei verrückte ^ danken durch seinen Kopf schössen; er dachte an Aloinc» Vater, an die Möglichkeit einer Uebcrraschung, den en ' setzlichen Folgen, dcnrn er sich und noch weit mehr se"^ Geliebte aussetzte. Genossene Freuden und düster a>M ' malles Elend wechselten wie der Wellenschlag der <^ in seinem aufgeregten Herzen. Da kreischte das ^^ thor zum zweiten male. Alvina schien halb zu schlug mern, aber Paolo wollte das Blut in den Adern Mt" ren. als er eine hohe männliche Gestalt an bewußt Stelle lauschcu sah In seiner überreizten Phantasie hn er sie anfänglich für Alviuens Vater, aber, bcgüniM durch die Beleuchtuug dcs Mondes, erkannte cr -^ ^ Brenefen, dcm cr vor cincr Stunde erst begegnet, hielt den Athem au und drückte unwillkürlich das schU» ' merndc Mädchen an sich. — Nach einigen Secuno», war die Gestalt verschwunden. 701 sagen, sic löimten nach Athen zurückkehren. Diese er-llärten, sie wollten sich. nicht uon den Herren trennen, aber die Räuber bestanden darmis, weil die Damen von dort die Loskaufssummc für die Gefangenen besorgen sollten; sie vellanglcn 5>0.000 Pfund Sterling in Gold. Da war denn lcinc Zögcrung möglich. Verzweifelt und angstvoll langte,, die Damen mit den beiden verwundeten Gendarmen nm neun Uhr Abends wieder in Athen a» nnd theilten die Schrcckenslunde mit. Die Negierung sendete sogleich Truppen zur Verfolgung der Räuber ab. Dicr polnischen Vrenjc ^>d dcr „Alla, Z." unterm 23. April gcschlicbcu: Die Bewohner des Königreiches Polen wüidcn nndcnikbar ^", wenn sie, im Hinblick auf die übriacn polnischen ^"dcsthcile des russischen Reiches, mit dcr Bcrwaltnng ^cs O^ifen Berg nicht durchaus zufrieden wärcn. Dic ^ujsisicuu,,^ macht sich zwar anch hier noch immer gel» eud, doch nur in dcr Verwaltung und in dcr Schule; ^" Nanz audcrö aber schreitet man in Podolicn, Vol-lylnen lmd Litthaucn vor, wo jctzt auf dem Gcbictc der ^"chc rücksichtslos, ja fast gewaltsam, vorgegangen wird. ">c Regierung hat cinc Ucbclsetzung dcr polnischen Ge-'anye und Gclictc der katholischen Kirche cmfcrliqcu lassen, "b zwingt jctzt die Einwohner, i» inssischcr Spiache zu " "" und zu singe,,. Die katholische Geistlichkeit wci ^ sich zwar thcilwcisc, znr Einfnhlnng dcr lussischcu "'etc behilflich zu sein, wcil sie in dcr erwähotcu """sltzung Fälschungen entdeckt habcn will, die d.nanf "zttlcn, Ginndsätzc dcr lalholischcn Kiiche durch gric. "»!«)-orthodoxe zu clschcn, sie weiden abc> sofort für ne «pposiliou durch Einspcrnma odcr sclbst Dcporta ^°" bestraft. Ist doch sogar ein Priester, Nomens Pc ^ wxsch, deshnlb »ach Sibirien abkühlt worden. ^ ^°'> der ultra russischcu Pavlci w!,d die panslauistischc ^^pagauda, trotz aller Opposition dcr St. Petersburger Hofpartei, mit wachsendem Eifer fortgesetzt nnd nimmt > immer größere Verhältnisse an. In Galizien haben ihre Apostel bereits ^ule Geschäfte gemacht, und auch im Königreich haben sich ihr zahlreiche Aühänaer, besonders aus dem Adel, zugewandt, die sich mit der Hoffnung «ragen, daß die Polen, als die gebildetsten Slaven, im ftanslauislischen Großstaat die Hauptrolle spielen werden. Die slavischen Blatter, welche der Förderung des Panslavismus das Wort reden, werden reichlich unterstützt, und bei dcn nilhcnischen ist es ihnen sogar bereits gelungen, duß sie sich stalt dcS lateinischen jctzt dcs russische» Alphabets bedienen. Die von dem Krakauer Aovocaten Machalski öffentlich gegen den Pan« slavismus gehaltene, von den polnischen Zeitungen mitgetheilte, vortreffliche Rede hat freilich vielen Polen die Augen geöffnet uud sie vor jedem Bündniß mit Russen, Czcchcn, Dalmatinern und ankeren halbbarbarischeu Völ kerschaftcn gewarnt, sie vielmehr zum Anschluß au Ocslcr-rcich und Deutschland ermahnt, dem freilich ihre Mehr-hcit noch immer widerstrebt. Hagesueuigkeiten. Wien, 25. April. Das Reichskricsministcrium stellt für die activen Militärärzte zur Erlauguug dcr von Stern-bcrg'sche» Stiftung sechs Preisfragen auf. Dieselben lauten: I. Welche Erfahrungen wurden bisher bei dem Transporte Verwundeter auf dcr Eisenbahn gemacht? Wie soll derselbe überhaupt beschaffen sein und welche Normen wärcn hiefür im allgemeinen festzustellen? II. Wie viel Last an Armatur und Gepäck darf dem Mann aufgcbiirdet werden, wie foll sic gelragen und befestigt werden, welche Gesundheitsstörungen sind dabei nachweisbar ? Was sind die Folgen von unzweckmäßigem Ge-bahren in dieser Beziehung? III. Wie wäre ein vollständig genügendes und cut-sprecheuoes Reglement für dm Militärspilaldienst festzustellen ? IV. Welches sind die Ursachen und Vorbeugungsmit-tel des Scorbuts? V. Welche Erfahrungen hat man aus dcr Krauken-zerstreuung im Jahre 1800 gesammelt? VI. Entwurf einer deu wissenschaftlichen Ansorderuu-geu cutsprechenden Diätordnung und Krankenausspeisung fUr die Militärheilanstalten. Der Preis besteht für die 1., 2. und 3. Frage aus je zwei, fiir die übrigen drei Fragen in je einer goldenen Medaille im Werthe von 40 Gulden. Um denselben können alle k. l. activen Militärärzte der Armee concurriren, mit Ausnahme der Generalstabsärzte und derjenigen, welche Mitglieder dcs l. k. Militär« SauitälscvmitlVö siud. Die Arbeiten sind culweder von dcn Prcisbcwerbcru zu unterfertigen oder mit ciucm Motto zu verscheu, uud cs habcu dicsclbeu bis 1. Iäuucr 1871 bei dem Militär-Sanilälscomil6 in Wien portofrei einzulaufen. (Tgpst.) — (Personaluachricht.) Se. Excellenz der Herr Reichskanzler Ferdinand Friedrich Graf v. Neust ist dem unter dem höchsten Protectorate Sr. kaiserlichen Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs-Kronprinzen Rudolf stehenden Vereine zur Erbauung dcs ersten Bcamtcufami-licuhauscs „Rudolfs-Hof" als Gründer bcigelrelcn, — (Die Herren „Abendpost" und „Dom-chor.") Ein von dem Pariser „Parlament" veröffentlichtes PrivcMclegramm aus Wieu beginnt wörtlich: „In einem Artikel, welchen die „Freie Presse" veröffentlicht, sagt Herr „Abendpost," indem er den Grafen Beust gegeu die böswilligen Unterstellungen dcr Parteien vertheidigt u. s. w." Tiefer „Monsieur Äbendpost" ist ein würdiges Ecitenstück zu dem berühmter „Monsieur Domchor" des alten „Mo-niteur." — (Ein Opfer dcr Nächstenliebe.) In dcr Nacht vom 20. auf den 27. d. M. brach in der Scheuer des Grundbesitzers Grasser in Lichtencgg (in Stciermart) Feuer aus, und zwar an jener Stelle, wo zwei vom Besitzer zur Nachtherbcrge aufgenommene Bettler geschlafen haben. Es wird vermuthet, daß dieselben beim Tabakrauchen einschliefen und daß dadurch Feuer entstanden. Beide Bettler fanden in dcn Flammen ihren Tod. Dcr cinc war bei 80 Jahre alt und ist total verkohlt. Der zweite, bei 00 Jahre alt, wclchcr sich während des Feuers aus der Scheuer rette» wollte, wurde aus dieser im halbvcrbraunlcu Zuslaude von den Hilsclcistcnde» hcrauögczogeu. Dc» vcruuglücllcu Besitzer, welchem nebst dem Wohn- uud Nirlhschaslsgcbäudc sämmtliches Vieh, Getreide- und Fullcrvorrälhc verdrauut siud, trifft das Unglück um so empfindlicher, da cr nicht assccurirt war. — (Grabschändung.) Ein schauerlicher Vorfall wird von dcr „Arader Ztg." aus dem Hatßcgcr Thalc (Siebenbürgen) berichtet. Als vor ciuigcn Wochen in dem rumäuischen Dorfe Szull'ls uuweit HcUßcg dic Viehseuche heftig ausgebrochcn war, redeten sich die Baucru eiu, daß dieselbe aus dcn Fricohöfcu entstehe. Sie faßte» iu Folge dessen dcu Entschluß, sämmtliche Leichen cmszugrabc», die Köpfe derselben abzuschneiden uud diese mit dcu, Gesicht dcr Erde zugekehrt wieder zurückzulegen. Dieser Entschluß wurde ailsgc'fi'ihrt, uud c>lö sich eines EountcigS ciuc uuwcit des gcuauntcu Dorfes wohucude achtbare Familie in dcu Fried'hof begab, um das Grab des unlängst verstorbene» Gatten und Vaters mit Vlumcn zu schmücken, waren die abergläubischen Bauern ebeu damit beschäftigt, den Kopf von dem Numpfe des Verewigten zu trennen. Die Über diese grauenvolle That empörte Familie erstattete sofort der Behörde Bericht über das Gesehene, worauf die erforderlichen Schritte eingeleitet nnd die Thäter ins Verhör genommen wurden. Vei dieser Gelegenheit stellte es sich heraus, daß selbst der rumänische Geistliche und auf Andringen des Pöbels auch der Ortsrichter sich au diesem finsteren Treiben betheiligten. — (Ueber einen Vergiftungsfall) durch grlln gefärbte Drcchtgaze, die häufig gerade zum Schutze von Nahrungsmitteln verwendet wird, berichtet die „N. Pr. Ztg." : Eine Berliner Hausfrau hielt es für nöthig, einen in ihrem Besitz befindlichen, mit erwähnter Gaze bespannten Speise oder Flicgenschranl zu säubern. Um nun auch die Gaze völlig staubfrei zu bekommen, rieb sie dieselbe mit einer Bürste ab, bei welcher Procedur sich von der Farbe kleine Splitterchen ablösten. An dieser Arbeit betheiligle sich auch die Tochter des Hauses. TagS darauf ertrautte die Frau, indem sich Schinerzen und große Schwäche in allen Gliedern einstellten, dic sie das Bett zu suchen nöthigten; auch schwoll das Gesicht, und zwar bis zur Unkenntlichkeit. Dieselben Symptome zeigten sich lei der minder belheiligt geweseuen Tochter um etwa acht Tage später. Der herbeigerufene Arzt sprach die Ansicht aus, daß eine Bergiflung vorliege» müsse, wofür mau freilich nicht gleich den genügende» Anhalt zu finde» wußte; doch durch einiges Nachdenke» wurde man eudlich darauf geführt, daß die Gaze die Ursache sei» könnte. Eine durch den Arzt veranlaßte Untersuchung derselbe» ergab deuu auch einen starken Arsenil-gchalt. Bei dcr Tochter hatte die frischere Natur und die angeweudelen Mittel d^s Gift in etwa drei Wochen völlig überwundeu. Die Mutter hingegen hatte ein sechswöchentliches schweres Leiden zu bestehen, und es wurden nach Hebung dcs Uebels die stärkste» Mittel nöthig, um ihre auf das Aeußerste gesunieuen Kräfte von Neuem zu beleben. Nach so traurigen Erfahrungen glaubt der Einsender, daß das Publicum, dcn grünen Farben gege»über nicht genug zur Vorsicht gemahnt werden kann. — (Der FrUhling in Sicilien.) Aus Palermo wird unterm 17. d. M. gemeldet, daß, nachdem durch zwei Tage schönes Frlihlingswetter geherrscht hatte, plötzlich Schnee und Regen fiel und empfindliche Kälte eintrat. — (Die nördlichen Provinzen Brasiliens) sind von einer fürchterlichen Hungersnoth in Folge von lauger Dürre heimgesucht. Es sind dem Hunger bereits viele Tausende zum Opfer gefallen. Dazu hat sich auch das gelbe Fieber gesellt. Alle Kolonien mit Ausnahme vön Rio Grande do Sul befinden sich in einem entsetzlichen Zustande. Locales. — (Vertagte Maifcihrl.) Die Maifahrt der filharm. Gesellschaft ist des ungiinftigcn Wetters wegen auf den 8. Mai vertagt worden. — Die nächste Chorprobe findet am kommenden Montage statt. — (M ilitär Veränderungen.) Der absolvirte Zögling der mediciuisch - chirurgischen Iosefsalademie Dr. Heinrich Würth wurde zum Oberärzte mit der Einthei-lu»g beim Gcinnsousspitale zu Laibach ernannt. — (Dic Ausstellung kirchlicher Gewänder und Parameute) sür arme Kirchen, welche durch die Bruderschaft vom allerheiligsteu Allarbsacrament veranstaltet wird, beginnt morgen und dauert bis 8. d. M. im großen Parlalorium der E. E. F. F. Ursuliuerinnen, täglich von 9 Uhr Vormittag bis 6 Uhr Nachmittags. Dabei werden zugleich Beiträge für arme Kirchen angenommen. — (Der Erzbischof von Görz) ist am 27.d. M. hier angclommcu, zum Besuche unseres hvchwürdigsten Ober-l)irteu,und ist vorgcster» nach Görz zurückgelehrt in Begleitung seines Eccvclmö Msgr. Globocuik. — Nachdem die hochw. Bischöse vo» .lNagcufurt und Marburg sich bereits nach Rom begebe» habe», wird der Vischof vo» Parenz.' ihnen nächste Woche »achsolge». Bekanntlich wird zuxächst die Unfehlbar-lcilsfrage auf dem Coucil zur Vcrhaudlung kommen. — (Iu der gestrigen Musealversammlung) sprach Herr Bergrath Trinker über die Magnet, abweichunge» und die hierüber im lrainischcu Bergbau (Idria: 184A, Sagor 1847) bego»»c»e» Beobachtungen, deren praktische Wichtigkeit sür die Zwecke deS Bergbaues darlegend und die darauf bezügliche», Instrumente vorzei. gcud und dcmonstrirc»d. Schließlich lheille er mit. daß durch dic Uulcrstichimg deS Hcrru CustoS Deschmann dem» nächst eine Mcigucllim'e in Laibach wcrde ermöglicht werden. — Dcr Herr Postbeamte I. Stussin er gab interessante Mitlhcilu»gen cms dem Gebiete dcr Entomologie, über lrai-uische Psrlciphiden, iudcm er eine Geschichte dieser bisher zu weuig beachiclcu Thicrgallung mit Anführung der ein-schlcigigcu Forscher uud mit bcsoudcrer Rücksicht auf Nk-«'lüli'jsvö 8j»(!llwu«, einen Bewohner uuserer heimischen Grottcu, gab u»d hiebei hübsche Präparate dieser Käfer-galluugcu'circulirc» ließ. — Herr CustoS Deschn, aun wies ei» prächligcs, pröparirtcs Exemplar des höchst seltenen, al'cr in Krcnu bereits in sechs Exemplaren in den Ge, birgen vou Freudenthal und dcs Krimm erlegten Schlangenadlers vor. Der Vogel ist durch Vereiuigung der Charaktere verschiedener Species i» seinem Aeußern und seme Säucie-lhicre uud Vögel völlig ausschließende Nahruna —' arvtzle,^ theils Schlange», aber auch Kröten, Frösche u dql — merkwürdig. Iu dem vorgewiesenen Exemplare sand'sich ein Ei. an dem sich bereits die Kaltschale gebildet hatte Weilers 702 erging sich der Vortragende in einem sehr anregenden und lehrreichen Vortrage Über mehrere Pflanzengattungen, worunter besonders die katasitos- (Pestwurzel-) Species durch den bei einer in der Ischzaschlucht wachsenden, entdeckten, fein aromatischen Geruch Interesse erregten. Schließlich wies Herr Deschrnann Antiquitäten vor, welche das Landesmuseum aus den Schweizer Pfahlbauten in Robeuhausen bei Messikomer in Zlirich angekauft. Es find dies Hämmer, Meißel, Koruquetscher (Steinkugel, die einfachste Hcmdmilhle) Lanzenspitzen n. dgl. Der Versammlung folgte um 8 Uhr Abends eine gesellige Zusammenkunft von Vereinsmitgliedern ini Clubzimmer der Easino-restauration, welche unter anregendem Gespräche im freien Meinungsaustausche angenehm verfloß. — (Concert.) Frl. Clementine Eberhart, deren Gesangsleistungen schon in den Concerten unserer philharmonischen Gesellschaft viel Beifall fanden, und welche gegenwärtig ein sehr beliebtes Mitglied der Oper in Linz ist, ist hier angekommen und beabsichtigt, in den ersten Tagen der nächsten Woche ein Concert zu veranstalten, in welchem auch Frl. Cäcilie Eberhart, Schwester der Concert-geberin, mitwirken wird. Wir zweifeln nicht, daß das Auftreten der Concertgeberin, deren Gesang uns schon in den Concerten der philharmonischen Gesellschaft entzückte, hier allgemein Interesse erregen wird, da wir nun Gelegenheit haben werden, die vollkommen ausgebildete dramatische Sängerin zu hören. — (Flir die hiesige Bllhne) hat sich bisher dem Vernehmen nach kein annehmbarer Bewerber gefunden, und es steht uns eine Wintersaison ohne Theater bevor, wenn nicht von Seite der Logenbesitzer, deren Interesse hiedurch zunächst berührt wird, einmal ernstliche Schritte zur dauern» den Regelung unserer Theatermisere geschehen. — (Dioc esan ver änderungen.) Die Pfarre Sostru wurde am 16. d. M. ausgeschrieben. Der hochw. Herr Iovan Germ, Administrator der Localie in Unter« lagg, erhielt die Pfarre Dragatusch und die Localie Unter-lagg ist am 20. d. M. ausgeschrieben worden. Der hochw. Herr Joseph Zelenc, Pfarrer in Dole, tritt in den Ruhestand und Dole ist ausgeschrieben seit 26. d. M. — Die Domherrnstelle in Rudolfswerth wurde am 21. d. M. ausgeschrieben. Wie findet die Annonce ihren rechten Mann? Die Beantwortung dieser Frage scheint sehr leicht und Vicle werden genelgc sei», in aller Kllrze zu sagen: Der annoncirendc Producent wählt das bedeutendste Blatt desjenigen Ortes, wo seme Lonsilmeittcn wohnen. Damtt wäre die Frage erledigt, wenn dcr Consnmcnt auch immer der richtige Maim drr Annonce wäre. — Es ist das aber nicht iinmer der Fall, wie ein paar Beispiele zeigen werden. Ein Fabrilant liest von der Verbesserung einer Maschine wiederholt m der ihm zutommcndcn grüßen Zeilung. A'ird er daraufhin sogleich bestellen? Nicht immer. Ersttnö kostet die neue Einrichtung einige hnndert Thaler, zweitens muß sich die Verbesserung erst bewähren ; man nimmt sich also vor, gelegentlich darilber zu schreiben und -- es bleibt dabei. Nun liest desselben Fabrikanten Werkmcistcr dieselbe Anzeige in dem Lccalblatlc. Er hat mehr als der Fabrikant den Nachtheil der allen Einrichtung empfunden, er sehnte sich längst nach Verbesserung, crmacht seinen« Ehef die Nothwendigkeit dcö Gebrauchs der neuen Einrichtung klar. So ist also nicht der Leser dcr großen Zeilung. der Fabntaut, sondern der Leser des Localblattcs, der ».'lrbeiter, dcr rechte Maun fur die Annonce. Oder: im Frithjahr werden die Mineralwasscr-Lnren gebraucht; die Anzeigen dcr Prodncentcn gelangen aus den großen Zeitungen zunächst an die Mäunrr. Wie viele von ihnen werden sich entschließen zu dcr Enr, die, mit strenger Diät ucitmipft, sehr unbequem ist? Nun aber liest die Frau von dem Versandt künstlicher Mineralwasser im „Wochenblatt" — und eiugcdent der vielen Klagen des Mannes über allerlei Kürpcrlcidcn, noch mehr aber eingedenk seiner permanenten Verdrießlichkeit, bestellt sie den Brunnen, den er trinken soll und läßt ihm leine Ruhr, bis er die Eur gebraucht. Hier ist also die Frau der rechte Mann für die An« once Die kleine Presse hat sl!r den Gang dcr großen Ereignisse leine Bedeutung, aber sie wird aufmerksamer gelescn als die große. Letztere liest man mit Auswahl, die kleine wird ganz durchslndirl; die Leser der großeu Tagesblättcr sind meistens uiellieschäfiigle Leute und sie nehmen die Zeitungen im Moment der Ankunft, im Dränge der Geschäfte vor, um da« Allernothwendigstc herauszuholen. Da« Wochenblatt wird in dcr Familie mit aller Ruhe gelesen und der Handwerker nnd der Arbeiter liest es nach Feierabend sozusagen „mit dem Finger," Zcile filr Zeile, Da prägt sich dcr Inhalt ganz anders ein und das zwischen zahllosen Annoncen in großen Blättern oft ilbcrslhene Inserat wird zum ersten-mal gelesen, gerade wie die Anekdote — mag sie in den Zeitungen immerhin längst zum „Meidingcr" geworden sein. Es ist der besondere Werth dcr kleinen Presse erst zur Geltung gekommen dnrch die Aiinoncen-Erpcditioncn, namentlich die dcr Herren Haascnstcin 6 Vogler, welche dic Benntzuug der kleinen Blätter so sehr erleichterten, daß man allgemein dazu überging. Seitdem ist dcr InscrlNciühcil dcr llcinm Presse, dcr frlihcr nur aus dem eigenen Orlc nnd dem zweimciligcn Umkreis gespeist wnrdc, verdreifacht worden, nnd dcnnoch hat die große Presse leinen Nachtheil gehabt, denn ihren universellen Wirkungskreis kann ihr dic kleine Presse nicht streitig machen, nnd eö ist aus diesem Grunde uicht möglich, die große Presse zu umgehen. Die Annonce findet also ihrcn rechten Mann, wenn neben der großen Presfc dic kleine in Anspruch genommen wird. Einaesendet. Anzeig e. Wir machcn eincm >>. l. Pndlicmn die hoflichste Anzeige, daß wir am !. Mai !87(> j„ TUirn, vcrlängcrlc Kärntner-straßc Nr. 57, ein ««»k,- «»«> RV« «»»««»^««««»»st croffncn. Dcr Fortbcstand unsercs Geschäftes gleicher Branche in Pest, sowie unsere Verbindungen im In- und Auslande setzen uns in den Sland, allen Anfordcrnugcn zu entsprechen. Wir empfehlen nns dahcr znm (fin- und Verkaufe von Z5taats- und Industrieftapicrcn, Gold- und 2il-bermünze», Valuten lc. lc., sowie zur Besorgung von B ü rse - G e s ch ä ft e n an dcr Wiener, Pester, Frankfurter und Berliner Börsc, Unsere S p i c l g e se l l s ch a f t e n, welche sich ihrer Vortheile halber dcr größten Bclicbthcit erfrencn. werden wlr spälcr dctaillirt anzeigen und dienen bereitwilligst »lit Programmen gratis. Hochachtend Uyitrai k Camp.. Wieu, verlängerte Kärntuerstraße Nr. 57, Pest. Ioscfbplatz Nr. 5. Neueste Post. Aus Fiumc. 28. April wird der „Tr. Ztg." geschrieben : Heute in aller Frühe gca.cn halb 4 Uhr wurde die Äcvöltcruug durch emeu sehr heftigen, aber ganz kurzen Erdstoß auS dem Schlafe geweckt. Um V» "ach 7 Uhr folgte dann noch eine a»dcrc leise Eldcrschüttcrlmg. Auch aus Clana wird der „Tr. Ztg." unterm 29. d. M. gemeldet: Nachdem die Erdcrschüt erlmgell, die am 1. März begonnen, zwar durchaus nicht aufgehört hatten, sondern deien beinahe täglich mehrere, jedoch nur von geringer Stärke in dcr ganzen Umgegend bis (tzaslclnuovo sich bemerkbar machten, hat hcute Morgens um 3 Uhr 1b Minuten eine der großen Elschüttcruug vom 1. März an Slärtc wenig nachgebende die Bewohner von Clana aus dem Schlafe aufgeschreckt und auS den Häusern gescheucht. Die Elschütlerung begann mit einem vertikalen Stoße, dem mehrcie horizontale folgten, die alle an den Wandel« hängende» Gegelistäiidc, sowie die in Kästen stehenden Gläser:c. in lllmuiluarischc Gcwegulig brachten. Die Richtung war Vioroosl-Süd-wesl, die Dauer beiläufig 5 Secunde» Nach 7 Uhr fand eine kurze, sehr leichte und kurz nach 8 Uhr eine etwas stärkere wellcuförmigc von dem gewöhnlichen Dröhnen begleitete statt. Die Witterung trüber, dichtumwülllcr Himmel mit dichtem Regen, Südostwind von mäßiger Stärke. Glücklicherweise fand in Folge dcr häufig angewendeten Stützen kein Einsturz stalt. Im Freien soll nach Angabe eines gerade die Straße uach Clana fahrenden Bauers die Erschütterung von erschreckender Heftig' keit gewesen sein. Prag, 28. April. (Pr.) Sladkovsly legte in der Clubberathung dar, daß der Kaiser „Czcchisches Staats-recht" nimmermehr aucrkenncn werde; man möge nur Erreichbares verlangen. Berlin, 29. April. (Tr. Z.) Bismarck reist im Juni nach Karlsbad. Florenz, 28. April. (Pr.) Im Senate erklärte der Flnallzmiuister, in Beaütworlung einer Frage Cam. bray'Digny'S, daß dcr Staatsschatz in der Lage ist, dcn Coupon für das nächste Halbjahr zu bezahlen und die laufenden Ausgaben deS öffentlichen Dienstes zu bcstrci-le», ohne daß außerordentliche Mittcl in Anspruch gc< uommen wcrdcu müsse». New-York, 27. April. Gestern stürzte im Caftitole zu Richmond (Virssinien) dcr Fußboden dcr Gerichtöhalle iu den Sitzungssaal dcr legislative hiuab. Mau zählt 40 Todte, worunter sich auch Deputirtc befinden, und 15)0 Verwundete. I?lenVllpl)ischr T^ <-'-?,^;c».l,e» 69.60. - 1860er SlnalöuiilehsN 85.50. - Banlaclien 710, - Kredit« Aciicn 248.70, — London 123,65. - Silber 1.'0,85. K l Ducatcn 5««. Verstorbene. Den 23. April, Anton Smlovcc, Taglühner, alt 45 Iatne, im Civilspilal an dcr Anözchriiüg. Dem Mai tin Vrcönit, Taglöhncr. sein Kind Johanna, alt 4 Monalc, in drr Tirnau-uorstadt Nr, 19 an Fraisen. - Mallhäu« KogovHct Inwohner, alt 88 Iahrc, im Eiuilspital an dcr Gchirnhühlcnwasscrsnch!. Dcu 24. April. Dem He'.'rn Gnstau Fischer, Nestanralciir und Flcischselchcr, scin Sohn Karl, Klauicrmachcr. alt 20 Jahre, in dcr Kapnzincruorstadt Nr, 81 am Pnenmalhorar. — Dem Herrn Ernst MalhcS, Francnlleiocrmachcr, seine Gattin Eäcilia, alt 49 Iahrc. in dcr Stadt Nr. 12 an dcr Entlrästung. — Andreas Abbe. Vtttlcr, all 68 Iahrc iu's Cioilsvilal stcrbmd ilbcrbracht. — Elisabeth Icrc. Bctierin. alt 64 Iahrc, im Ciuilspilal an Er-schijpfnng dcr Kräfte. — NilolanS Vrencic, Taglohncr, all 88 Jahre, im Ciuilsvilal an der Gchirnlähmung, Thomas Kristanc, Bettler. a!l 70 Jahre, im Civilspital am izungenüdem. - Maria Suppan, Inwohnerin, alt 78 Jahre, in dcr Polanavorstndt Nr. l6 an dcr allgcmeiüe» Wlissernicht. - Agnes Zombel, Institutsarme, alt W Jahre, im Civilspital an dcr Ochirlilähs-I Jahre, iu der Pulanavorstadt Nr, 2l) an der Herzbeutelwassersncht. — Herr Johann Stefaui. Gastgeber, alt 58 Jahre, iu der itapuzinervorstadt Nr. <;» am Mageu'lrebs, Den 28. April. Dem Herrn Adolf (Yodcr, l. l. Eatastral' beamte, seine Gattin Aurelia, alt 80 Jahre, in der Stadt Nr. 77 au dcr i!ungeutubcrciilose. Angekommene Fremde. Am 28 April. Htadt Wie». Die Herren: Kirchner, von (Mi. — Heller, Handclsreiseuder, vou Graz. — Kanil, Lehrer, von Iauer-burg. Mora, Kaufm., von Wien. — Mllnzbcrq, Privatier, von Wien. - Sartori, Kaufm., von Trieft. - Hager Kauf-mann, von Wicn Frau Jallitsch, Private, von'Marburg. Elefant. Dic Herren: Wcillcr, Kaufm., vou Kanischa. --Trantmaun, Kaufm., vou Graz. — Zupall, Besitzer, von Overtrain. - Seillcr, Wirth, vou Hrasting. - Die Frauen: v. Dcgoue, t, t. Oberstens - Gattin, von'Pest — Milller, Private, von Ungarn. 5?aiscr vo,l Oesterrcick. Die Herren: Sanli, Musiler, von Trieft. — Lurber, Hansbesitzer, von Wolfsbcrg. ^ Rattin, Spielwaarcn Händler, vou llauale. Mohre». TicHcrrcu: Sennig, Kanfm,, vou Sagor. - Woll' witsch, Fleischer, vou Littai. — Perler, Student, von Klagen' fnrt, «U. Mg. 824^4 4- 1.«"O. schwach Reg.u.Sch. <.. . 29.!2„N. 828... ^4,« O. schwach trilbe "," ,10.. Ab. 828,7< > 2.. O. schwach Regen ^" Sett 4 Uhr Morgens in dcr Ebene Rcgen mit Schnee. Die Vcrgc dcr Umgcbung tief herab beschneit. Trüber, regnerischer Tag. Nachmittag und Abend« starle Glisse. Vrdculcndcr R«cl' schlag der Källe. Das TagcSmittel der Wärm- ^-ö6° uw 6 2° unter dem Normale. ^ « " - ____«eranlworilichcr Rcdacteur: Iünäi ul Kleinmäy^ k?äsl»»nl!l»»'»,^t H^ien, 28. April. Die Vorborsc zeigte sich verstimmt und die Cnrsc dcr SpccnlationSpaplcrc wichen beträchtlich, H»N^«.l»Ull»U)l. rrholteu sich nnr big 24l».20. Anglo fielen von 2ij«;.5C bis 294. AantvcreinSaclicn crüffneten zu 28^, um lift, unlcr ihrem Enrjc von gestern Mittaas fielen dann rapid um noch 13 ft. bis 221, und erholten sich bis 2'^, Giidbahn-Acticn. bei wclchen das Leihgclo von 2 fl. biö 2 ft. :>') tr. ein starlcü Fehlen dcr Slücte anzeigt,'noli,ten dessenunacachtct ,wisch^' 19S.80 und 1K5.8^>. um 3 fl. schwächer als gestern. In Tramway-Acticn wnrde 2l0 und 2')8 75, in Franco-Vank 1,4.^5 und 113, in 1860er ^osen 95.80 gemacht. Die Mitlaaöböl-se war clwas günstiger. Ercdit-Acti^,, schwantlcn zwischen 248 80 und 249 ^ Geld. Papierrenlc behauptete sich bei 60.50, Silbcrrcnte bei 69.80. Grundcullllstuugsobligatioueu waren gesucht. Ungewöhnlich acdrlickt war die SU»'-mung für Eifenbahnpapiere, deren «inige laut des unten folgenden Eurstableau starle Verluste erlitten. ° ^ , u ^. AUaemeine Staatsschuld. Filr 100 fl. Oeld Waar^ Eiuhcitliche Staatsschuld zu 5 pCt.: iu Noteu verzins!, Mai-Novcmbcr 60.50 60.60 „ „ „ Fcbruar-Augnst 60.50 60.60 „ Silber „ Iäuner-Iuli . 70.-- 70.10 „ .. „ Npril-Octobcr. 69.80 69 90 Steueraulehen rückzahlbar (N . 98,75 99.- (i) . 97.50 98.-.. Lose v,I. 1839......—.— —- „ „ 1854 (4 "/«) zu 250 s!. 90.- 91.- „ „ 1860 zu 500 fl. . . 95.80 96. - „ „ 1860 zu 100 st. . . 105 50 105.75 „ „ 1864 zu 100 ft. . ,117 80 117.6» StaatslDomänen-Pfandbricfe zu 120 fl. ü W. i,l Silber . . 128.25 128 75 ». Grundentlastunsts-Vbligationrn. Fur 100 ft. ^ . Geld Waarc ^Wl« .... zu5p 9? 50 Ober-Oesterreich . . ^'5^ 95.„ '^ Slebenbllrgen ... ,^ 5 ^ 75 50 76 ^. Slelermlirl ... ,. 5 „ 93,^ 94 _ UllgaNl .... » b « 79.75 80.—s T?. Actien von Bankinstituten. Geld Waare Nuglo-österr. Vanl abgest. . . 295,— 2!»5.50 Anglo-nngar. Baut .... —.— 98.— Banlvercin.......224.— 224.50 Aodcn-Ercdilanstalt . . . .374— 376.— Kreditanstalt f, Handel u. Gew, . 248,70 248,90 Ercdilanstalt, allgem. ungar. . . 85 50 86 50 Escompte-Gcsells'chaft, u, ü. . . 852. 855. -Franco-üsterr. Vanl . . , .111.50 112.50 Gencralbaut.......85.— 86 — Nalionalvant.......712—718 — Niederländische Vanl .... 98.-- 95.- Vercinsbant.......102 - 103.— Verkehrsbant.......110.— 110.50 Wiener Banl......71.-76,- «». Actien von Transportuuterneh- »lungen. Geld Waare Nlfold-Fiumancr Bahn . . . 170.50 171 - Vöhm, Wcstbahn.....237.50 238.— Carl-i'ndwig-Vahn.....229.— 229.50 Douau-Dampsschifff. Gescllsch. . 586.— 588 - Elisabcth-Wcstbllhn.....195.— 195 50 Fcrdinands-Nordbllhu . . . .2227.-2280.— Funfllrcheu-Barcscr-Vahn . . 173.50 174.-Fr°nz«Iolepl,«,Bahn .... 186.— 186.50 I Gel»' Waar?> >3embera-«l!,ern.«Iassyer-Bahu . 204 50 205.— l Lloyd, ciflerr........376.— 378 — j Omnibus........142.- 144, Nndolfs-Vahn......164.50 164.75 Siebenbürgcr Vahn . . . , 166— 167,- Slaalöbahu.......386.— 388.— Sildbahu . ......195.— 195.20 Slld-nordd, Verbind. Bahn . . 172 - 172.50 Theiß-Bahn.......224,- 225.— Tramway........209.50 210,— «. Pfandbriefe (fllr 100 st) Mg. äst. Äodtn-Ciedit-Anstall Geld Waare vcrlllöbar zu 5 pEl. in Silber 107.— 107 50 dto.iu88I.rllckz.zu5pCt.iuij.W. 90,25 90 75 Nalionalb. auf ü. W. verloSb. zu 5 pEt........98.— 98.25 Oest. Hypb. zu 5'/, ftLt. rilckz. 1878 97.80 98.30 Ung. Bod.-Crcd.-Aust. zu 5'/. pCt. 90,75 91.— l'. PrioritätSobli^ationen. z 10) si. ö. W. Geld Waare Elis.-Wcstb. iu S. verz. (I. Emiss.) 98 50 94-FerdinlludS'.Nordb. iu Silb, verz. 106.50 107. -Frali'^IosephS-Bahu .... 95,70 9.'. 90 «.Ellrl-Vut,w,«.i.S.»,elz.I.a°" Sicbenb. Vahn in Silber verz. . 90 80 91^ Staalßb. G. 8°/« ä 5.00Fr. „I. !3m. 142.-- 142 b" Siibb.O.3'/. i.500Frc. „ . .116 50 11^^ Sl!db.-Bonö 6 "/. (1870—74) « 500 Frc«......245.50 246.^ Ung, Ostdahn......«8.70 89.-^ «. Privatlose (Per Stilck.) Ercditaustalt f. Handel u. Gew. Geld Waa" zu 100 fl. ö W......158.25 15«-'" Rudolf-Stiftung zu 10 si. . . 1450 1".n" Wechsel (8 Mon.) Geld W°°" Augsburg fUr 100 si, slldd. W. —- .71'^ Franlsmt a.M.100 ft. delto 102.95 l0^ Hamburg, sllr 100 Marl Banco 9l,85 9^' London, filr 10 Pfund Sterling »23 60 128" Paris, silr 100 Frauc« . . . 49.05 4^." (^ouvs oer Gcldsvrten Geld W°°re K. Müuz-Ducatei . 5 st. k>6 lr. 5si. 8/ ' Napoleousd'or . . 9 .. 8? ., ^ ,. «" " Vereinsthalcr . . . 1 ,, 81Z « ^ " «^ '. Silbcr . . 1^0 ^."5 „ 120 „ «5 ^ «rainische GruudeuUastuugS - Obligallonel,, 'i«l ' vutuotiruu«: 86— Geld, 94 W°»re