Ar. ivtt. Z)omerstag dm 15. Aecember I8S2. XXXI. Jahrgang. Marbura er Z kituG Der Preis deS Blattes beträgt für Marburg: ganzjährig 6 fl., halb-^hrtg 3 fl., vierteljährig 1 fl. bO fr., monatlich k>() kr. Bei Zustellung m» Haus monatlich 10 kr. mehr. Mit Postversendung: ganzjährig? fl., > halbjährig .? fl. SO kr. und vierteljährig 1 fl. 75 kr. Die Einzelnummer kostet 7 kr. Gine wichtige Irage. Viele der gechtten Leser werden überrascht sein, zu vernehmen, tass eine wichtige Fraqe, welche bisher die Presse sowohl in der Reichshauptstatt Wien, als auch in den verschiedenen Provinzen nur wenig beschäftigte, die aber trotzdem für viele Tanscnde unserer Mitbürger ein vitales Interesse besitzt, in diesen letzten Togen in s^luss gerathen ist. Es handelt sich nämlich um die Frage der Altersversorgung der Privatbeamten, beziehungsweise jener Anzahl derselben, die nach einer jahrzehntelangen, oft sebr mühevollen Thätigkeit keine andere Aussicht vor sich haben, als Elend und Noth; — demnach eine trostlose Zukunft! Diese freundlicher zu gestalten, bat sich schon vor Jahren ein Häuflein wackerer Männer in Wien, — die L^ocalgruppe des allgemeinen Veamtenvereines — zusammengethan und unablässig gearbeitet, um einflussreiche Persönlichkeiten für ihre Idee, nämlich die Gründung eines allgemeinen, staatlicherseitS unterstützten, großartigen Pensions-Jnstitutes für Privatbeamte zu gewinnen und sie können sich heute mit einiger Genug-thuung sagen, dass ihre Thätigkeit zu einkm ersten Erfolge geführt hat! Werfen »vir einen kurzen Rückblick auf die letzt« vergangenen Jahr^^ehnte. Bor etwa zwanzig Jahren noch, da gab eS in ganz Oesterreich eine große Anzahl von Privatbeamten, welche vermizge ihrer ansehnlichen Bezüge selbst von den einmal einen Ruhegehalt erwartenden, jedoch nur mit kärglichen Einkünften bedachten Staatsbeamten ob ihrer günstigen Lage beneidet wurden. Ein großer Theil der Privatbediensteten war damals so gut bezahlt, dass es ihnen möglich war, bei bescheidener Lebensweise von ihrem Gehalte sogar einen Spar-pftnnig für die Tage des Alters und der Arbeitsunfähigkeit zurückzulegen. Tarin bestand die Hcffnung gar Vieler aus diesem Stande, leider aber gieng sie niemals in Erfüllung. Es kam der allen alteren Veutcn noch in furchtbarer Erinnerung schwebende große Krach, der nahezu alle Unternehmungen der damaligen Epoche, festbegründete und schwankende, in ihrer Basis erschütterte, oder zu Boden streckte. Fast zur selben Zeit aber erlebten die Staatsbeamten die Regulierung ihrer Gehalte, so dass der Unterschied zwischen diesen und den Privatbeamten ein umso größerer wurde, als die letzteren dmm eine Reihe von mageren Jahren durchzulcben hatten, in welchen Handel und Industrie verkümmerten. Bor nicht gar langer Zeit nun machte die obcrwäbnte Privatbeamtew','ocalgruppe die ersten Anstrengungen, um ihre Idee, die Gründung eines großen Pensions-Jnstituts zur Geltung zubringen; allein sowohl die großen Unternehmungen und Gesellschaften, als die bedeutenderen Firmen zeigten sich keineswegs zur Unterstützung dieses Wunsches der Beamten bereit und es schien, als ob letzttrer niemals zur Befriedigung gelangen sollte. Da endlich wurde vonseite der ^ blieb sie zögernd stehen. Ein Blick sorglosen Behagens bot das bec^nem eingerichtete, von einer Hängelampe traulich erhellte Gemach und seine Bewohuer dar. Am großen Tisch spielte Willy mit Dore Domino um ein Stück Kuchen. Rich hatte seinen Schaukelstuhl näher herangerückt uud las; Rieg lag drüben am Sopha, neben ihm ans einem Stuhl brannte eine Kerze, denn das Licht der Hängelampe schien ihm zu seiner Lectüre nicht zu genügen. Eckart hatte sich kunstvoll drei Stühle aneinander geschoben, noch kunstvoller widmete er sich dem „clcilee 5ar nivntk" und einer feinen Cigarette. Wie ein Stich gieng es durch Giselas Herz; sie sollte in diesen glücklichen Kreis die Scbrcckenskuude schlendern: Papa ist falliert, lvir sind arm! — Am liebsten wäre sie davongelaufen, aber schon bei dem ersten Opfer, das ihr auferlegt war, sollte sie zögern, die traurigen Aufklarungeu dem Vater überlassen? — „Nein Gisel, Kopf oben!" sagte sie zu sich, und im nächsten Äcoment saß sie auf dem Tische. —> „Guten Abend, Kinder, ich hak?e Euch heute etwas zu sagen!" „Wird etwas Geschcidt's sei:t!" brummte Eckart gähnend in seiller gewohnten Galanterie. „Ja!" sagte Gisela und der tiefe Ernst ihrer Stimme machte die Brüder erstaunen. „Es ist etwas Gescheidtes nnd leider etwaS sehr Trallriges. Legt die Bücher weg und Du Rieg, lösche die Kerze aus!" Etile 2 Abg. Baron Dipault verwahrte sich gegen den Borgang des Vereines zur Abwehr deS Antisemitismus, welcher dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Smolka, eine Bittschrift überreichte, um antisemitische Ausschreitungen im Parlamente energisch hintanzuhalten. In k-inem Parlammte der Welt werde man sich einen derartigen Druck außerparlamentarischer Elemente aus die discretionäre Gewalt des Präsidenten ge-fallen lassen. Dies ist gewiss nicht das Mittel, um den Antisemitismus zurückzudrängen. Redner bezweifelte die Richtigkeit der angeblichen Antwort Smoltas an die Deputation. Bei Uebergang zur Tagesordnung besprach Abg. Ludwig die Thätigkeit des vcrsicherungstechnischen Departements des Ministeriums des Innern. Abg. Zacek protestierte gegen den Abg. Groß und sagte, die Deutschen Mährens verlangen Schut;, «eil sich die dortige slavische Bevölkerung nicht germcinisieren lasse. Alles Geld der liberalen Partei werde jedoch nichts nützen, um die mähri» schen Slaven zu unterdrücken. Abg. KozlowSki besprach das Sanitätswesen in Galizien. Abg. Pernerftorfer besprach die Einrichtung in den Wiener Krankenanstalten. Graf Taaffe habe kürzlich Echimpf-worte gegen den Redner gebraucht, er fühle sich zu hoch, als dass derartige Schimpfereien an ihn heranreichen würden. Abg. Pernerftorfer besprach hierauf das Vorgehen der Behörden gegen Arbeiteroersammlungen, verlas einen Erlass des Bezirkshauptmanncs von Reichenberg, womit eine Arbeiterversammlung in Neundorf mit der Begründung nicht gestattet wurde, weil deren Tagesordnung bereits in mehreren Volksversammlungen besprochen wurde und eine weitere Noth-wendigkeit hiezu nicht vorliege. (Heiterkeit.) Der Bezirkshauptmann sei nicht dazu da, um Leute zu frozzcln. Dazu werden die Bezirkshauptmänner nicht aus den Steuergeldern des Volkes bezahlt. (Rufe: Sehr richtig!) Ein Gleiches geschah in Tetschen. Wenn man interpelliert, antwortet Graf Taaffe mit größtem Ernste, es liege kein Recurs vor, demnach habe er keinen Anlass zum Einschreiten. In Teplitz wurde eine Versammlung geschlossen, weil man applaudierte und zwar mit der Begründung, dass dies im Parlamente mit den Galerien gleichfalls gesch:he, wenn dort applaudiert wird. (Heiterkeit.) In Krakau wurde nachts ein Arbeiter verhaftet. Tags darauf kam dessen Mutter und fand ihren Sohn in einer Blutlache bewusstlos auf der Pritsche vor. Man überführte ihn ins Spital, wo er starb. Die Gehirnschale war zersprungen, das Gesicht blutunterlaufen. Man konnte den Schuldigen nicht zur Verantwortung ziehen. An diesen Zuständen sei bloss der Ministerpräsident schuld, dem der sittliche Ernst fehle. Die Verhandlung wurde hierauf abgebrochen. Der Finanzminister verlangte mittelst einer Gesetzvorlage das Budgetprovisorium bis Ende März 1893. Abg. Hauck interpellierte wegen der Untersagung der Bildung eines deutschnationalen Lesevereins in KönigSwart. Abg. Kaunic fragte um den Stand der Berathung der Resolution wegen Aufnahme nichtdeutscher Reden ins steno-grapliische Protokoll an. Abg. von Plener, als Obmann deS Budgetausschusses, erwiderte, er werde das Referat von Meznik urgieren. Abg. Geßmann beantragte, ükier die Beantwortung der Interpellation betreffs deS ,.Oestcrrcichischen Phönix", die von dem Grafen Taaffe erflossen, die Debatte zu eröffnen. Der Antrag wurde von der Vereinigten Linken, den Anti-semiten, den Deutschnationalen und den Jungtschechen unterstützt und angenommen. In der Sitzung am 13. d. wurde die Jnterpellations-beantwortung des Ministerpräsidenten bezüglich des österreichischen VersichernngSinstiwtes „Phönix" besprochen. Abg. Dr. Geßmann sagte, er müsse jeiner Verwunderung über die Art und Weise der Beantwortung der Interpellation Ausdruck geben. Er habe eine ganze Reihe bestimmter Daten angegeben. In der Erwiderung auf die Interpellation sei jedoch in allgemeinen Ausdrücken über alle diese Daten hinweggegangen worden. Der Ministerpräsident habe nur die stet« correcte und unparteiische, der schwierigen Aufgabe vollkommen entsprechende Thätigkeit des MinisterialratheS Kaan anerkennend „Zu Befehl. Fräulein Dictator!" lachte Rudolf. „Nun, was giedt's also?" Die Briider saßen im Halbkreise um den Tisch und sahen erwartungsvoll auf die Schwester. Diese blickte stumm zu Boden und suchte vergebens nach mildernden einleitenden Worten. — Endlich fasste sie sich und sagte mit etwas gedämpfter Stimme: „Papa hat falliert und sein ganzes Vermögen verloren!" Da war es nun heraus ohne Umschweift, die einfache und nackte Wahrheit. Die Briider sahen Gisela lächelnd an und Eckart gab sehr bezeichnend den Gedanken aller Ausdruck. Er tippte mit den Fingern auf die Stirne und fragte: „Spuckt's Dir da drinn'?" „Nein!" antwortete Gisela ruhig, „glaubt Ihr, ich könnte so furchtbar scherzen?" Nun dämmerte doch eine Ahnung der Wahrheit in den Köpfen der Brüder, wie auch in Dore auf. „Aber Gisel, ist's denn wirklich wahr, woher weißt Du es dmn?" fragte letztere. „Ja, es ist leider wirklich wahr, und ich weiß es vom Papa selbst!" ,.Vom Papa selbst':'" rief Eckart ausspringend, „ja dann ist kein ijweifel! Wo ist er?" „In seinem »Limmer, aber bleibt hier, er ist müde und muss rul)en. Ich will Euch alles erzählen; Papa sagt, wir werden unS jetzt sehr einschränken müssen", schloss sie ihren Bericht, „aber ich denke, Iungens, wir behalten den Kops oben und erschweren dem Papa sein hartes Schicksal nicht durch Klagen. Der arme Papa — er ist jetzt auf einmal ganz weiß geworden!" „Armer Papa!" rief Eckart mit erstickter Stimme und umarmte die Schwester. Auch die Zwillinge waren aufge- Mardurger Zetwng hervorgehoben. Der Abgeordnete erinnerte daran, dass vor ihm bereits mehrere Volksvertreter, so der Abg. Dr. Steinwender, in der Angelegenheit des „Phönix" Interpellationen an die Regierung richteten. Der Redner verlangte von der Regierung eine bestimmte Antwort darüber, ob bei der Fusion der „Azienda assicuratrice" mit der vaterländischen VersieherungS-bank, sowie bei derUebernahme der ^Patria" durch die öfter» reichisch-französische „Azienda" und bei der Verschmelzung der „Azienda" mit dem „Phönix" die Vorschriften deS Z 32 deS Regulativs Beachtung gesunden halten; nack diesen Bestimmungen dürfe keinerlei TranSaction zweier Versicherungsanstalten untereinander ohne die ausdrückliche Zustimmung der Versicherten erfolgen. Einer der Directoren des „Phönix", ein gewiffer Heim, früher Hei mann, habe seine Stelle einem gewissen Louis BoSkowitz um ZbOOiX) Gulden verkauft. (Hört! hört!) Der Abgeordnete theilte im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen mit, dass nach Einbringung der Interpellation eine Abordnung von Oberbeamten des „Phönix" bei ihm erschienen sei und ihn wiederholt gebeten habe, von der weiteren Ber« folgung der Angelegenheit abzustehen, da die Beamten darunter zu leiden hätten. Wenn jemand, fuhr der Abgeordnete sort, eine Conccssion für ein Wirtshaus oder eine Brantweinschänke haben wolle, so werde sein Privatleben erforscht, in der ver» sicherungstechnischen Vergangenheit Klangs, deS DirectorS de» „Phönix", habe man keinen Anstand erblickt. Dies erkläre sich aus dein persönlichen Verhältnis des MinisterialratheS Kaan mit Klang, die Dutzfreunde seien. Ihm (dem Redner) sei es nicht um einen Scandal zu thun; aber wo irgend eine Corruption sei, benütze die infame, niederträchtige Presse . . . Vice-Präsident Freiherr v. Chlumecky: Ich rufe Sie zur Ordnung. In dieser Weise kann hier nicht gesprochen werden. Abg. R. v. Troll: Ist denn die Presse geheiligt? Abg. Dr. Gei?mann: Ich frage, giebt es eine infame Presse oder nicht? Ich erlaube mir, diese Frage an Seine Excellenz zu stellen? Abg. Schlesinger: Eine infame Presse nimmt man nicht in Schutz. Abg. Geßmann erklärte, dass er kein persönliches Moment in die Debatte hineinziehen wollte. Er hätte sonst darauf hinweisen können, dass die ganze Geschichte mit dem Ministerial-rathe Kaan höchst eigenthümlich sei. Regierungsvertreter SectionSchef Freiherr v. Plappart gab die Erklärung ab, daß daS oberste leitende Princip bei dem AufsicktSrathe über VersicherungS-Gesellschaften für die Regierung sein miiffe, dem Jnteresie und den Rechten der Versicherten Schutz zu leihen. Gerade von diesem Standpunkte habe die Regierung die Verschmelzungen unterstützt, weil sonst die betreffenden Assekuranz-Gesellschaften ganz zu Grunde gegangen wären. Die Realitäten und Wertpapiere deS „Phönix" stammten zum Theile allerdings aus früheren Zeiten und entsprächen daher nicht ganz dem Regulativ. Dem werde aber mit der Zeit abgeholfen werden. Zur Sanierung gehöre überhaupt eine gewisse Frist; doch könne festgestellt werden, dass die Prätnienres^rven intakt seien und die Geschäfte sich gebessert hätten. Der Stand deS „Phönix" sei kein so ungünstiger und hoffentlich werde die Sanierung zu einem gedeihlichen Ende gebracht werden. Abg. Dr. Groß sagte, dasS der schwerste Vorwurf, den er seinerzeit gegen den „Phönix" glaubte erheben zu müssen, der war, dass von der Gesellschaft der Rückkau f v o n Polizzen und zwar in etner höchst unsoliden Weise betrieben wurde, indem den Polizzen-Jnhabem alle möglichen Vorstellungen gemacht und die Polizzen ihnen um einen Pappenstiel abgedrückt wurden. Dem soll nun seit einem Jahre Einhalt gethan sein, trotzdem seien bei der Anstalt noch bedenkliche Verhältnisse zu finden. Regierungsvertreter SectionSchef Freiherr von Call führte aus, dass das Versicherungsregulativ zu Gunsten der Versicherten erlassen sei und erörterte die Stellung der landes» sürstlichen Commissäre. Abg. Dr. Vaschaty besünvortete die Zwangsversicherung durch den Staat. sprungen, aber sie musSten sich begnügen, Giselas Hände zu drücken, denn Eckart ließ sie nicht frei. Wo alles liebt, kann Karl allein nicht hassen — Willy kletterte von seinem Stuhl, doch die Früchte hiengen zu hoch — nur Giselas Fiiße waren ihm erreichbar. Zärtlich hieng er an ihrem Schuh und — klatsch, saß der kleine Mann am Boden. „Gisel, Dein Fuß!" rief er erschrocken. Vergessen war der Ernst deS Augenblicks, die innig vereinigte Gruppe brach in Helles Lachen aus, da» freilich sofort verstummte, als man deS Vaters ansichtig wurde, der ob der unerwarteten Scene höchst erstaunt war. „Papa, wir wissen Alles!" rief Eckart, „den Reichthum mag der Kuckuck holen; aber Deine weißen Haare —!" Er barg den Kopf an deS Vaters Brust, um die Thränen zu verbergen. „Egoist!" schalten die Zwillinge, „wir möchten auch etwas von Papa haben." Als Eckart gehorsamst Platz machte, siel Werdens Blick auf die schluchzende Dore. — ..Weinen Sie nicht, Dore, Ihrem Köter soll nichts abgehen!" Man hatte noch viel zu besprechen, und erst spät trennte sich Werden von seinen Kindern. — „Gute Nacht, meine braven Jungen! Bergesst nickt zu beten. — Gute Nacht, Gisel, mein kleiner Schutzgeist!" Vor der Thüre ihres Zimmers blieb Gisela stehen. — „Komm mit. Ecke, ich habe Dir noch etwas zu sagen." Schweigend folgte der Bruder, und stutnm sahen die Geschwister lange hinaus in den mondbeleuchteten Garten, und aucl) als Gisela dann sprach, l)örte man eS kaum, so leise waren die Worte geflüstert, dafür aber klang EckartS Aufschrei doppelt vernel)mlich: „Um Gotteswillen, Gisel!" Wieder wurde eS still, nur leises Schluchzen tönte durch den Raum. Nr. 100. 15. December189Z Abg. Dr. Lueger sagte, die Wiener Zeitungen haben nichts mit der deutschen Nation zu thun, aber auch die Actien-gesellschaften nicht. Insonderheit vie Versicherungsgesellschaften seien in den Händen des Großcapitals, das heißt also der Juden. Wenn man in den Verwaltungskörpern einen Christen sinde, so sei daS nur die alte Erfahrung: Der Jude liebe eS, sich der Christen quasi als Schirm zu bedienen. Ihm (dem Redner) komme das so vor, wie die sogenannten Hofjuden, die es in alten Zeiten gegeben hat, damit die betreffenden Machthaber sich ausweisen konnten, das» eS doch noch einen Juden gebe, dem sie wohlwollend gesinnt seien. „So halten sich die jetzigen Machthaber sogenannte Hofchristen, entweder Redactionschristen, oder Verwaltungsrathschristen, damit sie sich nach außen hin drapieren können und damit nicht überall gleich die lange Nase durchsieht. (Heiterkeit.) Als es sich um die Frage der Auflösung der Reichen-berger Stadtvertretung handelte, habe in der Debatte kein einziger RegierungSvertreter das Wort ergriffen. In dieser Debatte hätten aber bereits zwei gesprochen und worum handle es sich? Den „Phönix" reinzuwaschen. „Sie sehen, der „Phönix" ist in Oesterreich viel wichtiger, als die Reichenberger Stadtvertretung. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen wandte sich der Redner gegen die Erklärung deS SectionSchefS Freiherrn v. Plappart, dasS die Fusion des „Phönix" mit einer anderen Gesellschaft im Jahre 1889 bewilligt werden mufste, weil beide Gesellschaften dem Zusammenbruche nahe waren. „Ich habe schon gehört", sagte Abg. Dr. Lueger, „dass jemand mit zwei Krücken geht, dasS aber jemand, wenn er einen kranken Fuß hat und sich einen kranken Fuß beigesellt, dann gehen kann, habe ich noch nicht gehört." Wie auS zwei schlechten Sachen etwas Gutes werden könne, das vermöge nur ein tzofrath herauszubringen. Der Redner unterzog sodann die Geschäftsgebarung beim „Phönix" einer scharfen Kritik und schloss mit den Worten: „So werden die öffentlichen Angelegenheiten nicht verwaltet, und ich sage Ihnen: Der heutige Tag ist vielleicht für Oesterreich viel wichtiger, als hundert Oppositionsdebatten, MajoritätSdeb^tten, Minoritätsdebatten, MisStrauenSvoten n. s. w. Heute geben wir ein MisStrauenSvotum jener verderblichen Wirtschaft, die die Völker Oesterreichs in empsindlicher Weise schädigt, und geben zugleich der Hoffnung Ausdruck, dass endlich vom Ministerium der Muth gefunden werde, mit diesen Hyänen der menschlichen Gesellschaft gründlich aufzuräumen und sie zu beseitigen." Berein der Deutschnationalen in Steiermark. (Eigenbericht der „Marburger Zeitung" ) Da die Statthalterei die Bewilligung der Satzungen des genannten Vereines wider Erwarten rasch ertheilt hat, wird dieser seine Thätigkeit wahrscheinlich noch vor Weihnachten aufnehmen. Schon heute hat sich eine stattliche Anzahl deutschnationaler Genossen zum Eintritt gemeldet. Möge das Wirten des jungen Vereines auch außerhalb der Landeshauptstadt Beachtung finden und auf diese Weise ihm und der guten Sache neue Freunde und Anhänger gewonnen werden. Ein nener dent'cher^ Parteiminifter. Während sich über die Lösung der jüngsten Krise und über das Aussehen der künftigen Mehrheit in unserem Abgeordnetenhause verständige und — zufällige Politiker die Köpfe zerbrachen, scheint ohne Mitwissen der liberalen Führer eine neue Sacblage geschaffen worden zu sein, die Herrn v. Plener und Genossen recht fatal anmuthen dürfte. Das „Grazer Tag« blatl" veröffentlichte nämlich in den jüngsten Tagen eine Meldung seines Wiener Berichterstatters, der zufolge Graf Wurmbrand vom Ministerpräsidenten ausersehen sein soll, in das Cabinet einzutreten, allerdings nicht als deutscher Landsmannminister, sondern zur Beruhigung erregter Gemüther als Ackerbauminister an Stelle des Grafen Faltenhayn. Graf Wurmbrand hätte dann im Ministerium beiläufig dieselbe Aufgabe, wie der Pole Graf ZaleSti, er wäre der Repräsentant der Deutschen. — Wie groß die Wahrscheinlichkeit einer derartigen Lösung der heutigen Verworrenheit ist, geht aus der That-sache hervor, dasS der Kaiser den Grafen Wurmbrand am 12. d. in Audienz empfieng. „So, nun geh'Ecke, Du Getreuer; wir sind beide müde, und nicht wahr, Kopf oben!" Der Bruder schlug ein in die dargebotene Hand. „Ja, Kopf oben!" sprach er feierlich. „Und nun gute Nacht, liebes Schwesterlein!" Gisela war allein; stumm sank sie neben dem Fenster in die Knie, und hatte ihr der vergangene Tag auch großes Leid gebracht, in dem Blicke, mit dem sie zum Himmel emporsah, lag nur Dankbarkeit — eS hätte ja noch viel ärger sein können. Sie schauderte zusammen; wenn Werner sie nicht so dringend gebeten, wenn sie ihm nicht gefolgt hätte, — o eS ließ sich gar nicht ausdenken das Furchtbare und Schreckliche! So war nun doch alles zu einem guten Ende gekommen, sie wollte ja gerne entbehren, alles entbehren — nur den Vater nicht und der blieb ihr auch erhalten. — „Ich habe Dich so lieb. Du guter Gott!" flüsterte sie mit gefalteten Händen.—Und die Sterne lächelten nieder auf das gläubige muthige Menschenkind und auf die kahle dunkle Erde, welche noch in tiefeln Schlafe lag, die aber bald erwachen sollte zu einem wonnigen, tausendfältigen Leben. >«i Mehrere Wochen waren vergangen. — Die Geschwister hatten eine traurige Zeit hinter sich und der heutige Tag sollte das Bitterste bringen — den Abschied vorn Elternhaus. Wie es beschlosien worden, wurde die Villa verkauft, ebenso wie die überflüssigen Möbel, und mit dem Rest wurde ein kleines .Häuschen, welches das einzige Erbtheil von Werdens erster Frau gewesen, eingerichtet. — Wenn die jetzigen Verhältnisse auch manches Opfer heischten, so hatten sie sich doch viel besser gestaltet, als Werden in der Erregung des ersten Augenblicks angenornmen hatte. (Fottschung solgt.) Nr. IVO, Ib. December 1892 Higm-Gerichte. > Graz, N. December. (Deutscher Leseverein.) Am 9. d. um 6 Uhr abents fand in den neuen Räumlich» keilen des Vereines (Jstlhof, Kaiserfeldgasse) sotzungsgemäß die Vollversammlung statt, an der zahlreiche Mitzlieter des Vereines, darunter auch Seine Magnificenz der Herr Rcctor Dr. Marcellinus Schlager, der ja stets und allenthalben sein lebhaftes Jntcrksse für die Bestrebungen deS BercineS zti erkennen gibt, theilnahmen. — Nach Vcrlesung des ProtokolltS der letzten Bollversammlung erstattete der '^^ercinHobmann, Herr csvä well. Hermann Krauß, den Bericht, dcm wir Folgendes entnehmen: Der Verein zahlt 226 Mitglieder, darunter 199 ordentliche, außerordentliche unv N unterstützende. Wiewohl diese Zahl sich etwas höher stellt, als die Mitgliederzahl des verflossenen Jahres, so ist sie dennoch in Anbetracht dcr großen Wohlthalcn, die der Verein seinen Mitgliedern bietet, zu gering zu bezeichnen. Mit Riicksicht darauf, dass nicht nur gegenwärtige und ehemalige deutsche Hörer einer Hochsckule a'.s ordentliche, sondern auch Personen deutscher Nationalität überhaupt als außerordentliche Mitglieder aufgenommen werden, und alS solche dieselben VercinS-wohlthaten genießen, wie die ordentlichen, und mit Rücksicht auf die geringe Höhe deS Beitrages, l)en der Verein von seinen Mitgliedern cinhebt, ist es zu bedauern, dass nicht auch weitere Kreise diesem scgcnbringenden, für die deutsche Studenten» schaft unentbehrlichen Verein da« ihm gebürende Interesse entgegenbringen. Unter den Wohlthätern des Vereines, die dcmsclben zum Theil namhafte Unterstützungen zukommen ließen, sind hervorzuheben der hohe LandeSausschuss von Steiermark, die Stadtgemeinden von Gra^;, Marburg, Cilli, Klagenfurt und Fürftenfeld, die steierm. Sparcasse, die krainische Sparcasse und der Zweigverein Marburg des deutschen Sprachvereines. Allen den genannten Wohlthätern ist der Verein zu wärmstem Danke verpflichtet. Außerdem gebürt der Dank des Vereines der Direclion des steier-märkischen KunstvereineS, sowie den Inhabern von Theater-und Concertagenturen Herren Tendler, Wagner und Wild für die den Mitgliedern gewährten s^reikarten, bez«. Ermäßigungen zu ihren Veranstaltungen. — Am I.August d.I. übersiedelte der Verein auS seiner Wohnung in der Bürgcrgasse in die neuen Räumlichkeiten deS durch seine schöne Lage ausgezeichneten Jstlhofs. In der Octobersitzung des Ausschusses erklärte der bisherige Obmann, Herr Dr. pkil. Goltsch, dass er aus triftigem, außerhalb des Vereines zu suchendem Grunde nicht mehr in der Lage sei, die Leitung des Vereines fortzuführen. Herrn Goltsch, welcher durch zrvei Jahre an der Spit;e des Vereines stand, wurde für sein verdienstvolles und erfolgreiches Wirken als Obmann der Dank des Vereines zum Ausdruck gebracht. Im November erlitt der Verein einen schmerzlichen Verlust durch den Tod des Ehrenmitglied-s Herrn Universitätsbuchhändlers Theodor Lubensky, eines langjährigen Gönners und WohlthäterS deS Vereines. Der Ausschuss des Vereines beschäftigte sich durch längere Zeit mit den Vorarbeiten zur Aenderung und Neuauflage der Statuten, welche aus inehr-fachen Griinden vorgenommen werden musSten. — Nach dem Berichte des SackelwarteS Herrn Hans Föderl stellen sich die Einnahmen auf 1531 fl. 41 kr., darunter an Subventionen 452 fl., an Mitgliederbeiträgen 1029 fl. Die Ausgal?en beliefen sieh auf 1332 fl. 92 kr., so dass sich ein Ueberschuss von 198 fl. 49 kr. ergibt. Der Oberbüchereiverweser Herr Fritz Schöppel berichtete, dass die nahezu 3000 Bände umfassende Bücherei sehr in Anspruch genommen werde. Die Zahl der entlehnten Bände betrug im verflossenen Vereinsjahr 3335. Die Bücherei wurde um 118 neuangeschaffte Werke vermehrt. An Zeitungen und Zeitschriften lagen im abgelaufenen VereinSjalzr 2Ä auf, von denen 26 täglich zweimal und 19 täglich einmal erscheinen. Im Nachbezuge sind 29 Blätter vergeben, wofür eine Gebür von 1li5 fl. 15 kr. erzielt wurde, ein Betrag, der zur Deckung eines Tl)ciles der Bezugskosten verwendet wurde. Schriftstücke sind dein Vereine 71 zugegangen, 101 wurden abgeschickt. Der Ausschuss hielt neun ordentliche und eine außerordentliche Sitzung ab. Der Verein stand mit dem Prager Leseverein „Germania" in Die Schmetterlillgssammlukg des österrtilhislhe« Herrn Aalltsainvalts/) Bon Karl Pröll. Ein liebenswürdiger und launiger Mann war der Herr Staatsanwalt, den ich im tadellosen Gebirgsanzuge kennen lernte, als ich im österreichischen Salzkannnergute herurnstreifte und die Hochpunkte unserer deutschen Alpen aufsuchte. Ich wurde nach und nach so vertraut mit ihm, dass er meine Ge-daliken hätte consiscieren können — wenn sie gedruckt gewesen wären. Und da auch er an mir Gefallen fand, lud er mich mit freundlichen Worten, denen nur ein etwas harter, tschechischer Accent anhaftete, zum Besuche in der Kreisgerichtsstadt R., seinem Amtssitze, ein. Er müsste sich schon früher dahin begeben, da die Tolpatschcreien der deutschnationalen Prooinz-presie — so sanft drückte er sich aus — ihrn viele Sorge und Mühe bereiteten. Ich streifte noch einige Wochen im Gebirge herum und entdeckte, dass über deinselden und über dein politischen Leben der Deutscböstcrreichcr viele Nebeltage hin-weggezogkN. Dann, als ich hiedurch völlig cntmrithigt worden, folgte ich der verführerischen Einladung nach R. und suchte meinen lieben Staatsaiuvalt in seinem Amtslocal auf. Es unterschied sich nicht besonders von anderen Räumen, die mit Acten und Schreibtischen vollgepropft sind; höchstens siel rrrir der elegante Drehsessel rneineS Freundes auf. Bei ineinem Hinrveis arrf dieses W^öbelstück schmunzelte er wohlgefällig und bemerkte : „Ja, man mnss sich nach den verschiedenen Systemen hinwenden können, die sich bei uns oft über Nacht ablösen." >») Aus der eben erschienenen, jedem Deutschen auf daS Wärmste anzuempfehlenden Sammlung ..Deutschnationale Märchen" von Karl Pröll. Verlag der „Dresdner Wochenblätter." Marburger Zeitung schriftlichem Verkehr. — Nach den nun folgenden Neuwahlen wurde der Antrag auf Aenderung der Statuten und auf Verkauf der im Besitze dts Vc. eines sich befindlichen Wertpapiere (Notenrenten) und Anlegung deS Erlöses in einer Sparcasse einstimmig angenommen. Das Ergebnis der Neu» wählen und der in darauffolgender AuSschusSsitzung statt» getiabtcn Aemtervertheilung ist folgendes: Obmann: Herr NotariatS-Candidat Dr. Josef PÜnk, Obmann.Stellvertreter: Herr cavä. me6. Hermann Kraus. Erster Säckelwart: Herr 8tuc!. etiew. Hans Föderl, zweiter Sackclwart: Herr ktu<1. meä. Karl Lederer. Erster Schriftwart: Herr sw6. me6. Karl Schadelbauer, zweiter Schriftniart: Herr csnlj. iur. Gustav Lichner. Oberbüchereiverweser: Herr Dr. pdil. Fritz Schöppel. Vier Büchereiverweser: die Herren can6. iur. .Hans Janesch, ct»i,6 meci. Rüpschl, stud. msä. Karl Meindl und stuä. meä. I. Reinhardt. Erster Zeitungsverrveser: Herr 8t.uä. i»e6. Wilhelm R. v. Buchta, zweiter Zeitungsverrveser: Herr stud.weä. Fritz Fehleisen. Hauswart: Herr meä. Hans Hundegger. Ot)ne Amt: die Herren esnd. iur. Oscar Orosel und c»v6. msä. Adolf Schmid. Zu Rechnurrgs-prüfern wurden die Herren Josef Purgleitner, Dr. Anton Oberranzmeyer und Albert Wolff, als Schiedsrichter Seine Magnificenz Herr Rector Dr. Marcellinus Schlager und Dr. Arthur Panholzcr durch Zuruf wiedergewählt. Mögen die edlen Bestrebungen des Vereines, die im wechselnden Rahlnen äußerer Verhältnisse durch nun fast ein Viertel-jahrhundert sich stets treu blieben, sowohl von seinen Mitgliedern als auch von seinen Gönnern und Freunden auch fernerhin gefördert werden, möge der Verein unberührt von kleinlichem akademischen Zwiespalt auch fernerhin eine Rüst-karnmer zu nationaler Arbeit, ein geistiger Hort der deutschen Studentenschaft sein! Graz, 11. December. (Ein Volks thümli ches Bühnenwerk.) Das Schauspiel „Die Spinnerin am Kreuz" vom Dichter Franz Keim, der sich durch seine Dramen „Sulamith" und „Der Königsrichtcr'^, durch seine Dichtung „Stefan Fadinger", sorvie durch mehrere treffliche Bühnen-rverke längst einen klangvollen Namen erworben hat, errang in unserer Stadt bei seiner am 8. Deceinber l. I. stattgefundenen Erstaufführung einen durchschlagenden glänzenden Erfolg. Die Bcifallstürme steigerten sich von Aufzug zu Aufzug und erreichten ihren Höhepunkt, als der verdienstvolle Regisseur Herr Dominik Klang im Namen des abwesenden Dichters für die machtvolle Kundgebung dankte. Das Stück ist ohne Zrveifel eines der besten volksthümlichen Werke, füe das ivir jetzt nach dem Heimgänge eines Ludwig Anzengruber besonderen Dank wissen müssen. Win disch-Feistritz, 14.December. (W ei hnach t s-feier des Turnvereines.) Unser rvackerer deutscher Turnverein veranstaltet auch Heuer eine Weihnachtsfeier, verbunden init turnerischen Vorführungen, Liedervorträgen des hiesigen Männergesangvereines, Ehristbaum und Glücksbafen. Die Musik wird von der St. Mareiner Streichkapette besorgt. Diese Feier wird am 18. d. M. irn Gasthause des .Herrn Neuhold stattfinden und wird das Reinerträgnis znr Anschaffung von Turngeräthen verwendet. Tagesneuigkeiten. (Eine sonderbare Heilige.) Aus Rössel in Ostpreußen schreibt man: Seit Jabr und Tag wohnt hier ein Mädchen, welches angeblich jeden Freitag in Ekstase verfällt und aus der linken Seite Blut schwitzt; es erfreut sich irn garrzeu Kreise einer großen Anhängerschaar, die ihr ein stattliches Haus gekauft hat und sie reichlich init allen Leibesund Nahrungsbedürfrrissen versiebt. Man muss anerkennen, dass die katholische Geistlichkeit mit allen Mitteln gegen die „blutschwitzende Jungfrau" aufgetreten ist, dies hat aber die Aufregung nicht gemindert, sondern nur noch erl^oht. Schon seit Monaten reiste eine Deputation reicher Männer nach Rom zum Papste, um auf ihn einzuwirken. dasS er die Ecbt-heit der „Visionen" des W!ädchenS prüfen lasse, nachdein das der Bischof von Ermeland abgelehnt hatte. Die Leute kehrten unverrichteter Sache heim. Das Mädchen trieb sein Ulnvesen Auf einmal entdeckte ich links neben seinem Schreibtisch einen großen Schaukasten, der in die Wand gefügt und sehr säuberlich gehalten war. Hinter den Schutzgläsern der statt-lichen Ordnung sah ich Reihen von seltsamen, rnir völlig unbekannten Schmetterlingen, welche mit Nadeln aufgespießt waren und durch einen schwachen Spiritusduft den wohl-thuenden Beweis ihrer Leblosigkeit erbrachten. „Ach, Sie sind Samrnler", bemerkte ich neugierig. „Aber, obwohl ich mich auf diese Fluggeister auch etwas verstehe, kann ich die Exemplare, die Sie hier in dcm Kesten haben, nicht classificieren. Die haben Sie rriohl in den Thalgrmldcn der Alpen sich erjagt. Der gute Staatsanwalt lachte herzlich über meine Un-rvisstnheit, räusperte sich etwas und errviderte: „Ja, Sie sehen hier die Ergebnisse einer bescheidenen, aber nicht fruchtlosen Thätigkeit. Diese Schmetterlinge stammen von der heirnischen Flur ineines Böhrnerlandes und sind eigentlich kleine unvorsichtige Zeituirgen, die ich „objectiviert" habe. Ich gebrauche ein Einschrrmrpfungs-Vcrfabren, bei dem sie völlig die Gestalt von in Spiritus präparierten Schmetterlingen gewinnen. Ist das nicht eine artige Erfindung ?" Mir wurde etwas schwül zu Muthe, da ich hinsichtlich des Urnganges mit Zeitungen auch kein ganz reines Gewissen zu haben rneinte. Ich heuchelte Unbefangenheit und suchte mich näher über die eigenartige Sammlung zu unterrichten. Wkeine Fragen beantwortete der Staatsanwalt mit größter Zuvorkommenheit, ja er plauderte noch inehr aus, als ich wissen rvollte. „Sehen Sie", sagte er, „von diesem Schmetter-ling eines rveitverbreitetcn deutschen Localblattes, daS aus den giftigen Kelchen des DeutschnationaliSnruS zu saugen pflegt, habe ich im verflossenen Jahre allein zweihundert Exemplare eingefangen. Die dritte Reihe sieht dadurch etwas eintönig aus, aber der Forscher erfreut sich doch der rer- ___Seite A weiter und wurde dafür nunmehr von der Kirchengemeinschaft ausgeschlossen. Mit hartm Kirchenstrafen wurden auch ihre Anhänger dedroht, alles vergeblich, der „Eki'taseglaube" dauerte unter deu Leuten sort und steigerte sich, als der Pfarrer Hohmanu, welcher die Jungfrau seinerzeit von der Ertheilnng der Communion ausgeschlossen hatte, vor einigen Wochen plötzlich schwachsinnig wurde. Dies sollte, so verbreiteten die Anhänger der neuen Louise Lateau, die göttliche Strafe für den Unglauben des Pfarrers sein. Ebenso sei der vor ei.iigen Tagen plötzlich erfols^te Tod des Erzpriesters Fahl dem Unglauben au die Erscheinungen deS Mädchens zuzuschreiben. (Wegen einer Eigarre!) Der Kaufmann David Knrzfeld aus Chrzanow hatte sich am Samstag bei dem Bezirksgerichte Alsergrund (Wien» zu verantworten, rveil er in der Tabaktrafik im „Hotel Metropole" Cubacigarreu gekauft und bezahlt, eine dritte jedocv unbemerkt einzustecken versucht hatte, ohne sie zu bezahlen. Die Verkäuferin hielt ihn deshalb an, und trotzdem er eine rnit Banknoten gefüllte Brieftasche vorzeigte, um zu berv.isen, dass er „nicht zu stehlen brauche", ließ sie ihn verhaften. Er wurde trotz seiner Unschuld-betheuerungeu zu achtundvierzig Stunden Arrest verurtheilt. (Der erste weiblich eA m ts a rzt in Oest errei ch.) Wie aus Sarajevo gemeldet wird, hat der Landeschef der okkupierten Provinzen Frau Dr. me6. BohuSlava Keck zur provisorischen bosnisch-herzegowinischen Amtsärztin mit dem Sitze in Mostar ernannt. (Zum Capitel der drolligen Titulaturen) liefert ein Leser der „Tgl. Rdsch." folgende amüsante Beiträge: Die in Bar)crn durchwegs übliche, in der „Königl. Hoftheater-farbenreibergehilferrSgattin" schon gekennzeichnete Form, nach dem Zunamen des Mannes der Bezeichnung als Gattin detl ganzen Titel des Mannes mit allem, rvas daran bimmelt und bammelt, hinzuzusetzen, zeitigt, so schreibt der betreffende Herr, auf Adressen oft wunderliche Blüten unfreirviUigeri Humors. So liegen mir, aus Bayern stammend, folgende drei classische Adressen vor: „An Frau v. E . . außeretats-mäßige Majors-Gattin". — „An Frau v. B . . . ki?n. Postdirectors-Gattin außer Dienst". — ..An Frau v. W . . ., kön. Generals'Gattin zur Disposition". (Wie man zu einem Pelz körn mt.) In dem Vorzimmer des kaiserlichen Palastes in Petersburg standen an einem Winterabend die Lakaien, ihrer Herrschaft rvartend, mit Mänteln und Pelzen über dem Arrne. Als die Cour beendet rvar, die Herrschasten erschienen mrd der Fürst G. ... in den ihln hingehaltenen Pelz fuhr, bemerkte er, dass der Aufschlag des rechten Aermels abgeschnitten war. Das muss ein Dieb gethan haben, mrd so roenig er auch gcstohlen, so h^tte er sich doch auf seinen Vortheil verstanden, denn der Pelz war von schwarzem Zobel, dem allertheuersten Rauhrverk, und der gestohlene Aufschlag rvenigstens tausend Rubel wcrth. Den Schaden auszubessern, rvnrde der Pel^ am nächsten Morgen sogleich zu des Fürsten Schneider geschickt; noch batte dieser aber das fehlende Stück schwarzen Zobel in ganz Petersburg nicht auffinden können, als ein ^>!akai in der Livree des Fürsten G . . . erschien, den abgeschnittenen Aermel brachte und mit Triumph erzählte, dass die Polizei den Dieb entdeckt hatte, und dann sagte, dass er gleich auf das Annähen des Aermels warten wolle, da der Fürst den Pclz noch denselben ^vormittag anziehen rnüsse. — Der Schneider oerrichtete die Art?eit und übergab dem Lakai den Pelz. Wie erstaunte er aber, als gegen Mittag der Kammerdiener deS Fürsten G. . . . selbst erschien, um den Pelz zu holen, urrd es sich nun zeigte, dass der Dieb den gestohlenen Aermelaufschlag benutzt baite, um den ganzen Pelz zu bekommen. Dieser war rrnd blieb für ilnmer verschwunden. (Das neue Geld.) Die rriederholten Conferenzi^n, die der ungarische und österreichische Finanzininister dieser Tage hatten, galten der Fortsülirung der Münzreform, Sinne der zwischen den beiden Il.^!inistcrn getroffenen i>?ereln-barungen rverden am 15. d. in Oesterreicb und Un.,arir wichtige, auf die Kronenwährung bezügliche Ministerialerlasse publiciert werden, die zugleich der Ocsterreicdisch-Ungariscben Bank, den Böisekammern, den Handels- und Gewerbekarn-mern u. s. w. amtlich mitgetheilt rr?erden. Die wichtigste!!>cr- schiedenen kleinen Nuancen. Und dann macht eS auch Spass, rrenn man sie an Stecknadeln zappeln sieht, bis sie schmerzlos „objectiviert" werden. „Ja", frug ich zögernd weiter, nachdem sich die Gänsehaut verlaufen, die über meinen Rücken zog, „was heißt das eigentlich „objectivieren?" „O, Sie Schäcker", gab der Staatsanwalt zurück, „das rvissen Sie nicht. „Objectivieren" bedeutet, die Flügel lähmen, ohne dem Schmetterliugsleibe rvehe zu thun. Er kann dann nur nicht hinausfliegen. Freilich, wenn das öfter wiederholt wird, rirrrss auch der Schmetterling verhungern, da er keine Nahrrrng mehr suchen kann. Äber dieses Veren-den erfolgt ganz schmerzlos. Wir sind humane 'v^eute in Oesterreich. Der Zeitungs^Schmetterling wird einfach conns-ciert, seine Verbreitung oerboten, aber dem geistigen Urheber des uns unpassend dünkenden Artikels tlmn wir r.ichts zu Leide." „Aber da kann doch gar keine öffentliche Meinung auf-komnren", flüsterte ich schüchtern. Der brave Staatsanrvalt läebelte k)old und entgegnete: „Wir lassen nrir jener öffentlichen Meinung Spielraum, die n)ir brauchen können." „Sehr schön", sprach ich befangen, „Allein, consiscieren Sie auch tschechische Schmetterlinge?" „Sehr selten", antwortete er leicht, „die passen jetzt vortrefflich in unser System hinein." Ich schüttelte leise den Kopf, wagte aber nichts mehr zu erwidern. Er nahm mich jedoch bei der Hand und führte mich in ein Neberrzirnmer, wo in einem ähnlichen, aber schmäleren Schaukastcn lebende Schrnetterlinge hinter einem seinen Drahtgitter fröhlich herrnnflatterten und den bineinge-setzten Blütenbüscheln Honigthau entnahmen. Den Faltern Seite 4 Marburger Zeitung Rr. 100, 15. December 1982. ordnung bezieht sich auf die Modalitäten dcr Mimzprä^^un' ' gen aus Gold für Pnvate. Ein weiterer Erlass an die Staatscassen wird anordnen, dass vom 1. Jänncr 1893 die österreichischen und ungarischen Zwanzigkroncnmünzcn in Zahlnn.1 für zehn Gulden anzunehmen sind. Bisher haben nämlich AmlScassen die neuenGoldmilnzen nicht inZahlung angenommen. Dem österreichischen Neichsrathe lvirt» lemnächst nn Gesetzentwurf über die Einziehung der Zmeiaulden- und Vicrtrl-guldcnstiicke zugehen; die ungarische Regierung hat diesbe-ziiglich dlos im Wege der Verordnung zu verfügen. Die Mnanzminister sind übereingekommen, zur Einlösung dieser Silbermünzcn, deren größter Theil bei der Oesterreichisch-Ungarischen Bank erliegt, ausschließlich Banknoten, die den Cassabcständen entnommen werden sollen, zu verwinden, ferner haben die Minister beschlossen, die 80 Millionen Stück Silberkronen, die im ^^aufe des nächsten Jahres ausgeprägt werden, zur Einziehung von 40 Millionen Einsernoten und die 12 Millionen Gulden betragenden Nickelmünzen, die im nächsten Jahre in Berkehr gesetzt werden, zur Einziehung der Zwanzigkreuzerstücke zu verwenden. Die Zehnkreuzerstücke bleiben noch bis Ende des nächsten Jahres im Umlauf. Bei allen diesen Umtauschmanipulationen ist der ungarische Staatsschatz mit 30 Procent betheiligt. Marburger Hlachrichtm. (Auszeichnung eines heimischen Fabricates.) Auf der Ausstellung in Brüssel wurden die von dcr k. k. Hof-Tnchhandlung Vincenz O^lack in Graz ausgestellten steirischen Lodenstoffe von der Jury mit dem ersten Preise, der großen goldenen Medaille mit dem Diplome, ausgezeichnet. Der Prä-sid'nt der Ausstellung, M. Schmidt, hat in einem sehr schmeichelhaften Schreiben, in welchem er unter anderem mit-theilte, dass die steirischen Loden auf der Ausstellung lebhaftes Interesse und allgemeine Anerkennung gefunden haben, Herrn Bincenz Odlack von der ihm zuthcil gewordenen Auszeichnung in Kenntnis gesetzt, ihn zu dem schönen Erfolge des steirischen Erzeugnisses beglückwünscht, und am Schlüsse seines Schreibens noch besonders betont, dass der steirische Loden gewiss auch auf anderen ausländischen Ausstellungen die gebürende Würdigung finden und großen Erfolg erzielen würde. Die Firma Bincenz Odlack versendet den steirischen Loden bereits nach Rußland, Holland, England, (dort u. a. an den Grafen von Paris in Stow-House), nach der Türkei und Griechenland, und ist derselbe bereits in ganz Deutschland aufs vortheil-hafteste bekannt. (Familien abend.) Der rührige Erste Marburger Zitherverein veranstaltet wieder einen Familienabend, welcher am nächsten Sonntag im Saale des Hotels „Erzherzog Johann" stattfindet. Nichtmitglieder haben gegen ein Eintrittsgeld von 20 kr. Zutritt. (ErsteMitglieder-LiedertafeldesMänner-gesang-Bereines.) Der Männergesang-Verein setzte am verflossenen Samstag sein ganzes Können ein, um in gewohnter Weise den Anforderungen der für die erste Mitglieder-Liedertafel zusammengestellten Bortragsordnung zu entsprechen. Die ^x.'iedertafel selbst, bei welcher die Südbahn-Werkstätten-Kapelle unter der Leitung des Kapellmeisters Herrn Emil Füllekruß sich ihrer Aufgabe in bester Weise entledigte und die zahlreich erschienenen Znhöier durch den Vortrag von Musikstücken ernster und fröhlicher Art erfreute, fand in den Casino Räumlichkeiten statt, woselbst bei nächster Gelegenheit wohl Sorge getroffen werden soll, dass in den Oefen rechtzeitig eine „feuerliche" Thätigkeit sich entwickelt. Im übrigen wäre, um es gleich zu sagen, auch mehr Ruhe wünschenswert gewesen, da dadurch die Arbeit sowohl dem Chorleiter, als auch den Sängern erleichtert und die Aufmerksamkeit der Lauschenden nicht gestört wird. — Schmölzers Chor ,.O Stiria" stand an der Spitze der Vortragsordnung; dieser, viele einschmeichelnde Weisen enthaltende Vollgesang, — zu welchem unser verstorbener Dichter Hilarius (Baron Rast) die Worte lieferte — wurde recht wirkungsvoll gebracht und wäre sicherlich noch viel mehr zur Geltung gekommen, wenn das darin enthaltene Tenorsolo nicht als Baritonsolo schien es recht behaglich zu sein. „Was ist das für eine Schmetterliiigsart?" befrug ich den diensteifrigen Freund. „Das sind unsere Officiösen. die wir recht sorglich behüten und pflegen, denn sie verbreiten später diejenige Meinung, die uns angenehm ist. Und die Blütenbüschel werden ihnen von dem „Wiener Preßbureau" geliesert, sodass sie die überflüssige Arbeit ersparen, sich erst nach den richtigen Nahrungsquellen für Meinungsbildung umzuschauen." Mein Erstaunen hatte den höchsten Grad erreicht und ich dürfte ein sehr dummes Gesicht gemacht haben. Der gefällige Staatsanwalt nahm mich, als er diesen Ausdruck meiner Züge entdeckte, sanft bei der Hand, führte mich zur Thüre und sagte „Zu viel Wissen macht Kopfweh, mein Freund, besonders von solchen osfeukundigen Staatsgeheimnissen. Gehen Sie etwas spazieren, sehen sich dic „Bcseda" — das tschechische Clubhaus — an. Und Mittags speisen wir d'dote in guter Gesellschaft beim „Böhmischen Löwen!'' (Eines nach dem Andern.) Tante: „Liebe Cilli, Du wirst Dich toch ohne Zweifel für die brennende Angelegenheit unseres Geschlechts, für die Frauenfrage interessieren ?" — „Verzeih' liebe Tante, für den Augenblick be^-schäftigt mich noch die Männerfrage!" (Deutlich.) Wirt: „Mein Wein scheint Ihnen nicht zu munden; war vielleicht die Flasche nicht luftdicht verschlossen?" -- Gast: „Das schon; aber nicht wasserdicht!" (Eine niedliche Ente) ist wieder ausgebrütet worden — selbstverständlich in Amerika, dem Lande der Entenzucht. Wir finden in der „Chicago-Tribüne" die tele-graphische Meldung aus Washington vor einer dort lebenden Kuh, die mit Hopfen gefüttert wird, und die jeden Tag zweimal je einen Eimer (Milcheimer) kräftiges braunes Bier durch die Euter verzapft. — infolge Erkrankung des Tenoristen, Herrn Ketz — vorgetragen worden wäre. Wäre es nicht möglich gewesen, dieses leichte und kurze Solo einem anderen Tenoristen anzuvertrauen ? Wohl bemerkte man schon bei dieser Nummer, dass nicht nur Tenoristen, sondern auch die Bassisten an empfindlicher Heiserkeit litten, infolge dessen der Vortrag mancher Chöre Einbuße erlitt. Herr Rudolf Wagner stellte sich aber-nials als gewandter Meister in der Kunst des Vertonens mit einer neuen Nummer auf der Vottragsordnung ein, welche „Herbst" betitelt ist und eine schöne, tiefempfundene Dichtung Heinrich Seidels zum Wortlaut hat. Die Compo-sition kann sehr gelungen genannt werden, die bedeutende Anforderungen an die Sängerschar stellt und recht nett wiedergegeben wurde. Die von den Tenoristen gesungenen ersten Melodien in jeder der zwei Strophen erinnerten uns ein wenig an das herrliche Lied „Azera." Rheinbergers in Marburg nicht oft gehörter Chor „Walter's von der Vogelweide Begräbnis" wurde in feinsillniger Art zum Vortrage gebracht. Ebenso der äußerst schwierige Chor von F. Abt „Vineta", der in Bezug auf Vortrags» weise als vorzüglich gesungenes Lied an diesem Abende bezeichnet werten kann, ein Urtheil, das sich auf die beiden vorletzten Nummern „B eim F en ste rln" von Th. Koschat und F. Orendts „Und wieder 's Diandl" ausdehnen lässt. Im Orendtschen Liede sang der altbekannte Baritonist des Vereines, Herr F. Sachs d. ä. das liebliche Baritonsolo in dermaßen schöner Art, dass dasselbe zur Wiederholung gelangen musste. Die Wiedergabe deS Debois'schen Ct?ores ..Wilde Ros' und erste Liebe" war eine achtenswerte Leistung des Vereines, der nebst dem kraft- und weihevoll vorgetragenen, mächtigen Wegschaiderschen Chor „Stehe fest mein Vaterland^^ noch den ansprechenden und schöne Melodien enthaltenden Walzer „Erinnerungen" von Kremser in die Vortragsordnung aufgenommen hatte und dafür reichlichen Beifall erntete. Bei den zwei letztgenannten Nummern führte Herr O. Billerbeck die viel Aufmerksamkeit erheischende Clavierdegleitung in tadelloser Weise aus. Wir wünschen dem Vereine, der in letzterer Zeit durch eine große Anzahl jüngerer Sangcskräfte verstärkt wurde, dasS diese Verstärkung zunehme und dass der auch im Kunstgesange Vortreffliches leistende Verein auf der eingeschlagenen Bahn fortschreite, in welchem Falle er stets der Freundschaft seiner Mitglieder und Gönner versichert sein kann. (Familienabend des Casinovereines.) Der letzte, am vergangenen Montag stattgehabte Familienabend des Casinovereines erfreute sich eines ziemlich zahlreichen Besuches. Das Officiercorps der Garnison war gleichfalls schon vertreten. Nach der üblichen Tombola wurde Terpsichoren in vergnügtester Stimmung bis in die ersten Morgenstunden gehuldigt. (Weihnachtsfeier des Turnv ereines.'j Durch die Liebenswürdigkeit deS dem Tm nvereine stets treu zur Seite stehenden Männergesangvereines und deS Philharmonischen Vereines, sowie bedeutender Kunstkräfte unserer Stadt, die in freundlicher Weise ihre Mitwirkung am Weihnachtsfeste unseres Turnvereines, das am SamStag. den 17. d. in den Casino-KaffeehanS-Rävmen stattfindet, zusagten, wurde es ermöglicht, für diese nationale Feier eine sehr reichhaltige und gediegene Vortragsordnung zusannnenzustellen, die schon im vorhinein einen würdigen Verlauf dieser Feier sichert. Außer den Vorträgen beider genannten Vereine wird die Damenriege im Vereine mit den Turnern reizende lebende Bilder zur Schau bringen. Das Programm enthält ferner: Ringerftellungen, ausgeführt von Mitgliedern des Turnvereines; Festgedicht; Liedervorträge des Herrn Hans Gruber; Cello-Vortrag von Herrn Em. Füllekruß; Claviervorträge dcr Herren Materna und Füllekruß; Liedervorträge eines Quartetts, bestehend aus den Herren Koß, Waidacher, Füllekruß und Roschger. — Sollten Familien auS Versehen keine Einladung erhalten haben, so mögen die Adressen in der Papierhandlung des Herrn Gaisur, Burgplatz, abgegeben werden. (Verein vom „rothen Kreuz".) Der Zweigverein Marburg dieses Vereines hält Freitag, den 16. d. abends halb 5 Uhr in der Amtsstube des Herrn Bürgermeisters auf dem Rathhause seine Generalversammlung für das lauferi^e Jahr ab. Auf der Tagesordnnng stehen folgende Gegenstände: 1. Rechenschafls-Bericht des Vereins-Ausschusses und Cassiers, zugleich Prüfmtg der Rechnung dis letzteren; 2. Jahres-Bor-anschlag; 3. Allfällige Anträge der Mitglieder. V (Deuts che Unterrichtsspr a che an derSchule zu Leite rsberg-Kartschovin.) Wir erhalten folgende Mittheilung: Die Gemeinden Leitersberg nnd Kartschovin haben sich an den gleichnamigen Ortsschulrath mir dem Ersuchen gewendet, es möge der Unterricht an der windischen Vorstadtpfarrschule in deutscher Sprache stattfinden, weil dies der Wunsch der eiugeschulten Gemeinden ist. Der Ortsschul-ralh hat sich nun dahin ausgesprochen, dasS dem Wunsche dcr Bevölkerung Rechnung zu tragen ist, soweit dies ohne Schädigung des vorgeschriebenen Lehrzieles bezilglich dcr allgemeinen Ausbildung der Kinder nur möglich ist. Uln dies durchsührcn zu können, beantragt der Ortsschulrath, dass diese Schule zu einer vierclassigen erweitert und der Unterricht in nachstehender Weise ertheilt werde: In der I. "blasse (das I. Schuljahr) Unterrichtssprache blos slovenisch. In der II. Classe (2. und 3. Schuljahr) Unterrichtssprache slovenisch. Deutsch als Lehrgegenstand. Beim Anschauungsunterrichte ist auf die Vermittlung der Kenntnis der deutschen Vocabcln Rücksicht zu nehmen. In der III. Classe (4. und 5. Schuljahr) ist der Unterricht utraquistisch einzurichten. In der IV. Classe (6., 7. und 8. Schuljahr) tritt ausschließlich die deutsche Unterrichtssprache in Kraft. Das Slovenische wird durch zwei Stunden wöchentlich als Lehrgegenstand behandelt. Wir hoffen, dass es nun dem Lehrpersonale an dieser Schule gelingen wird, den Kindern die deutsche Sprache beizubringen, was für die Knaben von besonderer Wichtigkeit ist, da diese die deutsche Sprache beim Militär nothwendig brauchen. So leicht geht es heute freilich mit dem deutschen Unterrichte nicht, denn vor dreißig Jahren waren Lehrer und Geistliche noch bestrebt, den Kindern die deutsche Sprache beizubringen. Die Slovenen sind doch Slovenen geblieben, konnten aber auch deutsch sprechen. Es gab in den Landschulen deutsche Katechismen, jedoch keine Geistlichen, die ein solches Buch, weil es deutsch gedruckt war, unter die Schulbank warfen. Was unsere heutigen Clericalen von den Lehrern denken, haben sie am Katholikentag in Laibach verrathen. Dass die clerikal-nationalen Krainer von Natur aus roh veranlagt sind, bringt der ClericaliSmus mit sich. Ein guter Katholik ist gegen seine Mitmenschen nie roh. (Christbescherung.) Sonntag, den 18. d. 5 Uhr nachmittags findet hier in der evangelischen Kirche eine Cl)rist-bescherung an arme Kinder statt, veranstaltet vom hiesigen WohlthätigkeitSverein von Frauen aller christlichen Confessionen, an welcher Feier theilznnehmen alle Gönner des Vereines und Kindersrennde hiemit höflichst geladen sind. (Evangelischer Gottesdienst.) Sonntag, den 18. December wird hier in der evangelischen Kirche kein Gottesdienst stattfinden. (Vergn ügun gszü g e mit üv^/^iger Fahrpreisermäßigung) arrangiert G. Schroekt's Reisebureau anlässlich der Weihnachtsfeiertage von Marburg nach Wien, Budapest, Tricst, Fiume und Venedig; Giltigkeitsdauer der Tour' und Relourbillets 14 Tage. — Näheres die Plakate. (Steckbrief.) Der hieher zuständige Anton Marxl, Maurer, Maler und Anstreicher, auch Landstreicher, wird im Landespolizeidlatte Nr. 75 wegen des Verbrechens des Diebstahls vcm k. k. Bezirksgerichte Gleisdorf der Ausforschung halber steckbrieflich verfol.jt. (Der Volksbeglücker von Roß wein.) Wir haben in der SonntagSnummer mitgetheilt, dass gegen den Kauf der L. J.'schcn Realität durch den Volksbeglücker in Roßwein Beschwerde erhoben wurde. Laut Bescheides des k. k. Bezirksgerichtes r. D.-U. vom 9. December 1892, Z. 9451 findet die auf den 16. d. anberaumte Anmeldungs- und Liqnidiernngstagsatzung wegen des gegen die Licitation eingebrachten RecurseS nicht statt. Der Volksbeglücker hätte demnach mit seinen für seine Person glückbringenden Manipulationen schon das zweitemal Pech. Im Jahre 1890 hatte Herr Josef Peter öunko (damals war er noch nicht als Volksbeglücker bekannt) die Kometer'sche Realität in Potschgau laut geiicht-licheu Bescheides vom 21. März 1890, Z. 4012 um 700 fl. erstanden und wurde in den Besitz der Realität gerichtlich eingeführt. Die steiermärkischc Sparcasse machte ein Ueb^r-gebot mit 840 fl., welches laut gerichtlichen Bescheides vom 5. April 1890, Z. 4072 angenommen, die erste FeUbietung mit Bescheid vom 23. Mai 1890, Z. 7326 als unwirkscim erklärt und demnach Herr 8unko aus dem Besitze wieder ausgeführt wurde. Bei der am 9. Jnli 1890 erfolgten Feil-bietunq erstand Herr Johann Nekrepp diese Realität um 1625 fl. Man sieht, Herr öunko hätte seine Rechnung gesunden. Vielleicht hätte er von diesem brillanten Gewinne als Volksbeglücker den Armen etwas gegeben, vielleicht auch nicht; wir glauben daS letztere annehmen zu dürfen, da der Volksbeglücker in neuerer Zeit auch Forderungen kauft und dieselben sofort einklagen läsSt, ohne den Gläubiger vorher um Zahlung zu mahnen. (Controle der 5. ohltnverschleißer.) Mit großer Befriedigung wurde wahrgenommen, dass die ambulante Wage zur Controle des Gewichtes bei den Kohlenlieferungen der Kohlenverschleißer wieder im Gange ist. Es sind in letzterer Zeit GewichtSbenachtheiligungen bei diesen Licsernngen bis 18 Procent vorgekommen. Nicht minder nothwendig wären aber auch Controlen der Fleischzuwägungen. In allen Fällen wahrgenommener GewichtSverkürzungen sollten aber die Sthul-digen unnachsichtlich dem Gerichte zur Abstrafung wegen Betruges überliefert und eS sollte die Entziehung der Gewerbeberechtigung verfügt werden. (Den Schlafgenossen bestohlen.) Ein hiesiger Knecht, der seine Schlafstätte mit zwei Kameraden theilt, machte am 10. d. morgens die Wahrnehmung, dass von seiner im Bette versteckten Barschaft eine Fünfguldennote fehle. Da er sogleich in der nächsten SicherheitSwachstnbe die Anzeige davon gemacht hatte, ohne seine Wahrnehmung seinen Schlaf-genossen mitgetheilt zu haben, und da dieselben verdächtig erscheinen mussten, nahln der gerufene Wachmann bei diesen eine Effectendurchsnchung vor, wohei sich die gestohlene Note bei einem der Knechte vorfand. Der Dieb, der sogleich anS dem Dienste entlassen wurde, wurde arretiert. (Zur Feuerwehrfrage.) Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, beschloß der Ausschuß der freiw. Feuerwehr, die Auflösung des Vereines nicht auf die Tagesordnung zu setzen, da die jiingste Subvention im Betrage von 1700 fl. in den Voranschlag der Stadtgemeinde eingestellt wurde und somit nicht zurückgezahlt werden braucht und weil dem Bereine die fernere ausreichende Unterstützung von-seite der Stadtgemeinde in Aussicht gestellt wurde. — Sehr interessant ist die verbürgte Thatsache, dass Herr Martini dieser Tage dein Herrn Bürgermeister ein Schriftstück überreichte, das die Unterschriften von 28 ehemaligen Feuerwehr« leuten trägt, die sich für den Fall der Auflösung dcr freiw. Feuerwehr crbötig machten und verpflichteten, sofort das Erbe derselben anzutreten. (Ein Rosse lenker auf Tod und Leben.) Bekanntlich ist nach den Bestimtnungen der städtischen Straßenverkehrsordnung, mit Rücksicht auf die engen Straßen der inneren Sladt, das Fahren nm die Ecken im „Schritt" vergeschrieben. Dieses sür die Sicherheit der Person so noth-wendige Fahrgebot scheint ein junger Rosselenker am Nach-lnittage des letztvergangenen Dienstags vergessen zu haben, obwohl er ein Einheimischer ist; denn er bog mit seinem Gespann so schnell von der Herrengasse in die Schulgasse ein, dass nur sehr wenig fehlte, dass sein Pferd in ein Verkaufsgewölbe eingetreten wäre. — Die Unvorsichtigkeit glaubte der Kunstfahrer dadurch gutzumachen, dass er wie rasend davon fuhr, wodurch er daS Pferd zu Fall brachte und den Wage« umwarf. Wäre diese Fahrproduction etwas später, zur Zeit der Beendigung des Schulunterrichtes geschehen, so würde jedenfalls eiy Unglück verursacht worden sein. — Der kühne Fahrer wurde von einem Wachmann beanständet und angezeigt. Nr. 100, 15. December :j)tarourger S?:ke S. (Der Wochcnmarkt) am 20. d. mar, wenn auch nicht so grojz^ni,^ wie sein ^^ie Hauptbeute in dcr Schnelligkeit entgangen. (Zlg elaufe ner Hund.) Ein beiläufig acht Monate alter Hud großer Gattung und grauer Körperfarbe mit weißen Fßen ist der Besitzerin Frau Koroschetz in Rothwein Nr. 3 zl^elaufen, woselbst er vom Eigenthümer abgeholt werden kau. (Ei kecker Langfinger.) Am 12. d. riss ein fremder l?ann von der Reichenberg'schen Auslage in der Kärntnerstlße einen mit weißem Pelz gefütterten braunen Lodenrock yerunter und entlief, bevor man ihn festnehmen konnte duch die Seitzerhofgasie der Draubrücke zu; er flüchtete sich jedcmlls über dieselbe in unbckanter Richtung. Der Mann lvr ziemlich groß, an die 40 Jahre alt, hatte kleinen blonden Schnurrbart, unc» war mit abgerissenem braunem Sacco btetdet; er trug die Hose in den Stiefeln und hatte einen Skk. (5^n frech er Einbrecher.) Am Morgen zum 11. d. zwische« !alb 5 und 5 Uhr wurde das in der Schlachthausgasse in ersten Stock gelegene Zimmer eines Fleischerburschcn von uiem Unbekannten mit dem hiezu gehörigen und hinterlegt Schlüssel geöffnet und sodann dessen Koffer erbrochen, ansl^elchem geswhlen wurde : Eine silberne Anker-Remontoir-uh/ die auf dein Zifferblatt den Namen „Ferd. Sollak" trjt, mit silberner Panzcrkette, die einen Thaler als An-h/tgsel hat; ein blauschwarzes Sacco mit geschecktem Futter ^d zwei Knopfreihen; eine schwarzlederne Brieftasche mit ^.fl- Inhalt und ein Paar Stieflettcn. Der unbekannte Thäter, der ein Paar alte ganz zerrissene Militärschuhe zurückließ, gehört, der Fußbekleidung nach zu schließen, dem Stande der Vagabunden an. Den Koffer hatte der Einbrecher mit einem alten Eise:idahnschwcllcnnagel und einem alten Thorkegel gesprengt, Werkzeuge, die edenfall^ am Thatorte zurückblieben. Die sogleich begonnene und emsig betriebene Nachforschung hatte bisher keinen Erfolg. Der Thäti-r muss eine sehr genaue LolalkcnntniS besitzen. (Selbstmordversuch.) In der Nacht des 10. d. um halb 12 Uhr verließ ein Mann, der in cincm Gaslhause in dcr Triesterstraße gut gegessen und getrunken hatte, den Gästeraum und unmittelbar darauf hörte man auf der Straße einen Schuss fallen. Als man Nachschau hielt, fand man den eben weggegangenen Gast mit einem Revolver in dcr Hand auf dem Boden liegen. Nachdem der herbeigerufene Arzt die erste Hilfe geleistet hatte, wurde der noch lebende Mann ins allgemeine Krankenhaus übertragen. Er hatte sich aus dem Revolver einen Schuss in die Herzgegend beigebracht. Der Schwerverletzte ist der 27jährige Commis Joscf v. Sattori aus Graz. Samstag, den 10. d. gieng zum Bortheile des Frl. Rolf das Ohnet'sche Schauspiel „Dcr H ütlenb esi tzer" in Scene. Unser Tt>eaterpuvlicum erschien an diesem Atieuoe zahlreicher als sonst in den Räumen des Hauses und begrüßte die Beuesiclaulin, der die Genugthuung zutheil ward, drei prächtige Blumensträuße in Einpfang nehmen zu können, mit beifälligem Händeklatschen. Die junge Künstlerin verkörperte in dieser Borstellung die adelsstolze Claire und lieferte diesmal den vollgiltigen Beweis, dass sie größere Aufgaben ansprechend zu bewältigen versteht. Gut und wirksam spielte Frl. Rolf insbesondere in der Scene mit Athenais (Frl. Bellmon t), als sie den Eingebungen ihrer zugleich mit der Liebe erwachten Eifersucht in leivenschastlicher Weise Ausdruck gab. Der Samstagabend ließ übrigens, um es gleich an dieser Stelle zu sagen, eine im Ganzen merkliche Wendung zuln Bessern erkennen. Sämmtliche Darsteller hatten ihre Rollen inne und geriethen nicht fort und fort in jene für den Zuschauer peinlichere Bcrlegenheit, die vergeblich nach Worten sucht, jeder kam und gieng zur rechten Zeit und wusste, wann die Reihe ihn traf — kurz, der „Hüttenbesitzer" wurde in der für kleinere Provinzbühnen schicksamen Art gespielt. Herr Dir. Galotzy wußte für seinen Derblay die Sympathien der Hörer zu gewinnen. In der Schlußscene des dlitten Aufzugs stand der Künstler auf der Höhe seiner Aufgabe und wurde durch den lauten Beifall des Hauses für seine Leistung belohnt. Frl. Bellmont wurde als Athenals ihrer Rolle in lobensweitem Spiele gerecht. Die bilhncngewandte, sichere Haltung dcr Kiinstlerin, deren wir wiederholt schon Erwähnung thaten, derührt wohllhueud und bannt alle störenden Besorgnisse. Der Herzog von Bligny des Herrn Rohne ließ sich fährig nach Gebühr an, nur hätte er noch einer kleinen Beimischung aristokratischer Dünkelhaftigkeit bedurft, um, gänzlich misfallcnd, ganz zu gefallen. Die kleineren Rollen — Frl. Nied! als Susanne, Frau Hart ig als Marcjuise von Beaulieu, Herr Wolf als Octave, Herr Svoboda als Baron v. Prefont — wurden ziemlich einwandfrei bewältigt. Eine Montagsvorstellung gehi?rt in unserem Theater zu den Seltenheiten und muss sogar in gewissem Sinne ein Wagnis genannt werden, wenn die Umstände, wie es am letzten Montag der Fall war, so geartet sin^, dass ein gut besuchtes HauS mit Zuversicht nicht erwartet werden darf. Der Erfolg hat unserer Theaterleitung Recht gegeben, der Name des Gastes, der in Bauernfelds Lustspiel „Bürgerlich und romantisch" den Baron Ringclstern spielte, besaß Anziehungskraft genug, um die Räume unseres Schauspielhauses zu filllen. Herr Gustav Starke, ein gewiss vielen Theaterfreunden unserer Stadt wohlbekannter Künstler aus der Zeit, da er an den Grazer Bühnen wirkte, wurde mit freundlichem Händeklatschen bewillkommt. als er die Scene betrat. Dieser Willkommgruß verwandelte sich im Laufe des Abends in rauschenden Beifall, denn der Gast verkörperte in seinem Baron Ringelstern mit bewundernswerter schauspielerischer Kraft eine ganz köstliche Gestalt. Das Spiel des Künstlers verräth durchwegs ein ausgereiftes großes Darstellungsvermögen. Der Dichter kommt durch solchen Mimen zu Ehren. Mit welchem feinen Verständnis hielt Herr Starke den geistreichen Weltmann von dcr gefährlichen Klippe fern, an der des Zuschauers lachende Theilnahme zerschellt, wenn der launige, trotz seiner 42 Jahre noch recht jugendlich ideal fiihlende Frauenkenncr in der Maske eines ungeschickten Darstellers zum gewöhnlichen Schürzenjäger — Roue sagen die Franzosen — herabsinkt. Wie prächtig wusste Herr Starke die vielen ergötzlichen Züge des darzustellenden (Charakters hcrauSzuarbeitcu! Und vollends sein sprechendes stummes Spiel! Die Zuschauer gaben sich denn auch willig dem unwiderstehlichen Eindruck hin und belohnten den Künstler fiir seine bis in die geringste Abtönung einheitliche Musterleistung mit reichlichem Beifall. Die Mitglieder unserer Biihne — Frl. Rolf ^Fräulein von Rosen) Herr Hernfeld, Herr Wolf — fühlten sich durch die Anwesenheit des Gastcs angeregt, ihre künstlerischen Fähigkeiten ganz zur Geltung zu bringen und so verlief dcr Abend auch in dieser Beziehung zur Zufriedenheit. Dienstag, den 13. d. gab Herr Starke in dem Drama „Die Schauspieler des Kaisers" den unglücklichen genialen SanSnom und erzielte mit dieser Leistung einen durchschlagenden Erfolg. Eine eingehende Würdigung dieser Aufführung behalten wir uns vor. -äon. Jur Weltreise des Erzherzogs Franz Ferdinand von Oesterreich-Este, welche derselbe bekanntlich mit dem Rammkreuzer „Kaiserin Elisabeth" heute den 15. Decembcr antreten wird, ist es interessant zu erfahren, dasS zur Ver-proviantierung des Schiffes für die lange Reise auch die Brnnnenvcrscndnng in Gießhübl Puchstein einige Tausend Flaschen des bekannten Gießhübler SauerbrunnS geliefert hat. Der Postdampfer „Noordland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 7. Decembcr wohlbehalten in New-Iork angekommen. Kunst und Schnstthum. Alle in diesen Besprechungen enthaltenen Werke und Zeitschriften sind durch Th. Kaltenbrunner's Buchhandlung zu beziehen. Adrian Balbi'S Allgemeine ^dbeschreibung. (A Hart-leben's Verlag in Wien.) Ein Handbuch des geographischen Wissens für die Bedürfnisse aller Gebildeten. 8 Auflage. Vollkommen neu bearbeitet von Dr. Franz Heiderich. Mit 600 Illustrationen, vielen Textkärtchen und 25 Kartenbeilagen auf 41 Kartenseiten. In b0 Lieferungen s 40 Kr. Die Ausgabe dieses trefflichen, unseren Lesern bereits angezeigten Werke» schreitet rüstig vorwätts. Die Lieferungen 10 bis 14 enthalten den Schluß der Länderkunde Amerikas und den Beginn derjenigen Afrikas. Unter Benützung eines ungeheueren Quellenmaterials und der neuesten Volkszählungs-Ergebnisse entrollt Dr. Heiderich ein völlig neues und fesselndes Bild der physikalischen und wirtschaftlich-socialen Verhältnisse der neuen Welt. Die betreffenden Capitel werden garade jetzt, da die Columbusfeierlichkeiten und die Weltausstellung in Chicago die Blicke Europas mehr als je nach dem Westen lenken, einem erhöhten Interesse begegnen. Die Länderkunde Afrikas wird durch eine Entdeckungsgeschichte eingeleitet, welche in klarer und ausführlicher Weise alle Bestrebungen von den ältesten Zeiten bis in unsere Tage schildert, die zur Erkenntnis des dunklen ErdtlieileS führten und dessen Auflheilung unter die europäischen (5vlottlalmächte zur Folge hatten. Zahlreiche Original Illustrationen !(n,ds.1iaftlichen und ethnographischen Charakter.^, sowie Textkärtchen unterstützen wirksam das Verständis der Leciüre. Die aparten, in mehrfachem Farbendruck ausgeführten Kartenbeilagen sind über alleS Lob erhaben. Deutscher Schulverein. In der Ausschusssitzung am 5. December wurde der Ortsgruppe in B.-Aicha fiir das Erträgnis einer Theatervorstellung, ferner den Herren Lobmeyr und Ed. Figdor in Wien, Eduard Huebner, Fabricant in Pitten, H. Eisner, Fabricant in Berlin, den Stadtgemeinden in B.-Lcipa, Leit» meritz, Braunau in Böhmen, den Sparcassen in B.-Leipa, Korneuburg. Falkenau, der Bezirkssparcasse in Braunau, der Braubürgerschaft in Leitmeritz, den Vereinen Frohsinn in Maria-Kulm, Deutscher Nationaloerein in Tetschen, Gesanzs-verein „Arion" in New-Dork, dem Bolzschützenverein in Marienbad, einer Jagdgesellschaft in Zuscha, verschiedenen Tischgesellschaften in Lobositz, Liboschwan, Gablonz, Sobri-san und endlich den Ortsgruppen in Hirschbe'g und Unterreichenau für dem Bereine aus Anlass seines Aufrufes zugewendete Spenden der Dank ausgesprochen. Der Dank der Gemeinde Littau für eine dem dortigen Kindergarten zugewendete Spende, sowie der Bericht der Ortsgruppe Döbliug über den schönen Verlauf der am 20. v. M. veranstalteten Festakademie wird zur Kenntnis und endlich die Anstalten in Sablas, Swojetin, St. Egidi, Putzlitz, B.'Zchumburg, Lipnik und Wind. «Fei stritz zur WeihnachtSdetheilung in Aussicht genommen. Vriefkaften der Schriftleitung. -t- in Cilli. Der Kanzlist des Bezirksgerichtes Marburg r. D. U. Herr K. Sark ist Schriftführer der hies. freiw. Feuerwehr. Derselbe soll auch ein thätiges Organ der Citalnica sein. Verstorbene in Marburg 3. December: Weber Franziska, LedererStochter, 1 Jahr, Lendgasse, Scrophulosis. — Kray Victor, BeamtenSsohn, 2 Tage, Kärntnerstraße, Lebensschwäche. 4. December: Strohmayer Franz, BahnsraiserSsohn, 15 Tage, Neue Colonie, Darmcatarrh. — Zwirn Johanna, Conducteursgattin, 74 Jahre, Tegetthoffstraße. Wassersucht. 5. December: Schuta Hermine, HandelSangestelltentochter, Monate, Burggasse. Fraisen. 7. December: Gugnikar Christine, Maschinsührersubst.-Tochter, 11 Tage, Neue Colonie, Darmcatarrh. 9. December: Schaller Katharine, GerichtszustellerStochter, 5 Wochen, Mühlgasse. Lebensschwäche. — SchallerRudolf, GerichtSzustellers-sohn, 15 Monate, Mühlgasse, Fraisen. 10. December: Sparovec Caeilie, Armenbetheilte, 68 Jahre, Ufer- straße, Altersschwäche. Eingesendet. I « ^arburg a. D. bei den Herrcn Apothekern ). Lancalari und tv. König. Lotto-Iielilingen am 10. December Tri est: 39, 38, 27, 46, t). Linz: 30, 7^', 33, 25, 37. Se/te 6 Marburger Zeitung. Nr. 1(X), 15. December 1892. Als Weihmlhtsgtsihtllltt empfiehlt Domgasse 3, I.»ud8»geWSfl(ie»«g Vasssttsn, hVirli- u. 1'vil«'tt«-VVai'en »U8 8vkss«foIIo in Mtcr Qualität, wie Kamaselisn, 8ti'llmpfv, 8ooltsn, ^snllLvIiuiis ete. VLvüsrverI^ä.uLvrQ dostvQs ompkolilo». ?S.SSV»KÄ0 NiKnaoKtZ- l^6U^Akl'8-k68vll6ll!<6 als: echt französischen und stcirischen Champagner sämmtlicher Marken, alle Gattungen Flaschenweine, sran^^ösiscden und ungarischen Eognac der l?edeutendsten Firmen, ferner alle Sorten Liquenre, feinste Bordeaux- und Ananas-Punsch Effenz, feinsten Jamaika Rum, echt russischen Thee, großes Assortiment in allen Gattungen Biseniis und Theebäckerei. Fisch- und Kleischeonserven in Dosen :c. empfiehlt zum billigsten PrelS 2035 Frisch angekommene neue und alte H»»KÜ ^oiss-Vo»i»o Neuer meißer aus Brindisi Neuer schwarzer aus Bari . . 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Fiirstenfeld: «. Schröckenfux. Graz: Nnt. Nedved. Gonobitz: I. Pospisil. Leibnitz : O. Rußheim. Liezen: Gustav Größwang, Ap. Mureck: E. Reichs. Pettau: E. Behrbalk, B. Molitor Radkersburg: Franz Pezolt.Wind.-Feistritz: M.Leyrer. Windisch-Graz: L.Höfle. Wolfsberg:A.Huth. Frelwillige AersteigerMg. Ueber Ansucheu der Erben nach Herrn AndreaK Tschernitschek und der Frau Helene Tschernitfchek findet am lS. Deeember-t892 vormittags von ll^t2 Uhr beim k k. Bezirks-Gerichte Marburg r. D. U. die freiwillige Versteigerung der Realitäten G. E. 226 und 234 der Kat. Gemeinde St. Magdalena statt. 19L<2 Diese Hausrealitäten Consc. Nr. 59 und 61 in der Triefterstraße werdeu um 14463 fl. 80 kr. beziehungsweise um 7000 fl. ausgerufeu, und werden dieselben unter diesen Ausrufswertcn nicht hintangegeben werdeu. Ferners findet über Ansuchen derselben Interessenten am 23. De» eember l8S2 vormittags von lt—12 Uhr beim k. k. Bezirks-Gerichte Malburg l. D. U. die freiwillige Versteigetung der Realität Einl.-Z. 777 der steiermärkischen Landtafel (ehemaliges Serschütz'sches Haus Consc. Nr. !8 Augassc und Nr. 41 Mühlgasse in Marburg) statt. Diese Hausrealität wird in dem Schätzwerte von 9350 fl. ausgerufen und unter demselben nicht hintangegedcn. Zu diesen freiwilligen Feilbietungen werden Kauflustige mit dem Bemerken eingeladen, dass die Acitationsbedingungen und die Schätznngs« Protokolle bei den k. k. Bezirksgerichten Marburg l. u. r. Drauufer oder beim k. k. Notar Dr. Franz Radey eingesehen werden ki)nnen. Ausgewäyltes.Laaer sämmtlicher I» wie Rostnen, Ziweben, Weinbeeren, Mandeln, Feigen, Datteln, Pignoli, Pistazien, Aranzini, Citronat u dgl nebst allen Gattungen Südsriichten sür Mardinetto. ^036 Hochachtungsvoll D. MeniS. /^is ^kidnAvdtsKSsolikicks empfiehlt 195K ^1.01 s »oi«sio Aau- und HalMene-Speiigrerei, Wckliurg^ Lurz^xa.ssv Hr. S alle Arten Emailkochgeschirre, Emailwaschservee zc. :c. 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StUe 7 Wer gllim Kaffee zubereiten will» kaufe ckeu etHten Olz-Kassee« "Ml enthält keine Wimen, keine Mken, keinen Syrup. ZLu I»»doQ i» »Uoi» Lpvoorvi - kssoliättvQ. Als passendes Weihnachts-Geschenk rmpsehle ich dem P. T. Publicum Lv»»s1;«s vvLIÄxvl Kapa«««, PoulardS und Indianer zu billigste» Preisen Vdsoü. voutsod» VsSüxvl- v. Vi1üprotIi»»S1»»x, Z^potdOlrsrU»»»« 7.Z 19.^0 Heizbare ^0Kv1V»a,Iu» ist im Gasthaus zum Dalmatinerk ller noch fiir einige Ävknc'e in drr Woche zu vevgeben. Hochachnu'gsvoll E. Schneider 1880 Lis ii» T gelangen IV0 ?«.»»«>? svl^vvrv tta.1»oi»»svl»o Hriginalweine bvi r). ZUM Voi-Ksufo. Weihnachts-Änssttllung vo« Christbaum-Coasecturen imd Bäckereien eine große Auswahl der neuesten und feinsten Christbaum Behänge, als : Wiild-. MMel-, Vauile- «ild Patimtt-Kiiljterti. fanlisnt-, l.iquvlli'- u. l!kovolsl!seonisvt u. Konlions. 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Vormerkungen zur Lieferung fiir die Saison 1893 nur vis 30. Deccmber 1899. Vor guten, echten st. irischen LVein, per ^^iter zu Lk, 4i> und 4L kl. und die altbekannten Selchwürste ge-nies?en will, bemiihe sich lu Küttners Kalthaus am Kascrnplatz. 1802 Tausende von Fällen gibt eS. wo Gesunde und Kranke rasch nur eiut Portion guter kräftigender Fleischbriihe benöthigen. DaS erfilllt vollkommen »«zieivki Erlaube mir die hi?fliche Anzeige zu machen, dass ich den Baron Lazarini'schen 208 t kiMndauMin!i0 kr. Versandt unter 5)0 Kilo in Körbcn. von 5'»0 Kilo aufwärts lebend in ?iässer auf Gefahr des Empfängers empfiehlt 2078 Josef Uammer^ Sohn Fisch-, Wild- und Geflügel-Handlung Graz, Griesgasse. Nur langjähriger unermildlichcr Ausdauer hat eS Herr Ditrichstein zu verdanken, Gewinnstnummern im vorhinein berechnen zu können, die bestimmt im Lotto gezogen werden. Wer genau nach Ditrichstein'scher Anleitung spielt, oder dessen genau combinierte GlückSzahlen benützt, wv» UGMtu»«». Das Renommee, sowohl im In- wie im Auslande, dessen sich Herr Ditrichstein erfreut, spricht am deutlichsten fi'ir dessen großartige Erfolge auf loltomathematischem Gebiet. V«r IrstQGQ V»r»»»UOMtQ» ist selbst schuld an seinem Unglück, verursacht durch dessen Unachtsamkeit. Wer die vielen Gewinnste, die bei jeder Ziehung erfolgen, beachtet und sich direct an Herrn Ditrichstein um GliickSnummern wendet, der inuss gewinnen. Erst von der letzten Wiener Ziehung am 3. December hat Herr Ditrichstein Jedermann auf Verlangen die Nummern 4 41 gA zugesendet und wurden auf diese Zahlen gleich 63 Terno behoben. Mit ganz kleinem Einsätze von 20—40 kr. und auch oft gleich beim ersten Setzen kann man leicht ein Capital von 12—lSOO Gulden gewinnen, warum sollte da nicht Jeder einen Versuch machen, der ohne Auslagen nur gewinnbringend ist. Für nur 3 Stiick 5 kr. Marken, die jedem Schreiben behufS Postspesen beizulegen sind, erfolgt postwendend Antwort seitens Herrn Ditrichstein, demnach sich Jedermann sofort direct wenden möge nur an Herrn >I»url»to t» Saa»p«»t ohne nähere Adresse. Der bevorstehenden Feiertage wegen sollte sich Jeder beeilen einen Gewinn zu machen. s'Nalen Spc'cerel-u. Deli leatessen-Gefchäften, Dro-gucrien u. Apotheken. k, K.— pro Kilo vornuxl. «czziici! tt Ii:.'! lioti. I^'ritnllsuri «. lv iitil« 6» Kr. klauscli«?!''!? l)i'c)t?uepie, 2057 Ich mache die cr.^ebenste Anzeix^e, dass ich einen KLeinWerschleik in Holz und Trisailer Kohlen in meinem Hause Kärberflasse eröffnet habe und dite um gefälligen Zuspruch. Jakob HSgenwarth. M!k«K»sNK»»»x. Der Geferti^ve erklärt hicmit die von ihm gegen Herrn Dr. Joses d. Wenzl in Cl>renl)ausen ausgesprochenen ehrenrührigen Acuszcrun-gen als vollkommen unbegründet und bedauert, dieselben ausgesprochen zu haben. 2073 Karl Kntschera, Arzt in St. Kunigund. St. Kunigund, am 8. December 1892. Wichtig sür P. T. Jäger, Vahn und Seetionsbeamte, Ingenieure, Reisende und Pferdelenker! Kur die Herren Ossiciere aus Reitschulen unentbehrlich. 2g.1iiig.-Ltiökö1 aus grauem, steirischen Loden, in einem Stück gearbeitet (ohne Naht) mit doppelten, festen Filzsohlen, nur über Lederdeschuhung zu tragen. Als Maßangabe genügt die Länge eines im Gebrauche habenden Lederschuhes Achtungsvollst . 2069 u. I'ÜLvarsQ-I's.dril^ Großes illustriertes PreiSblatt gratis und sraneo. Gebe dem geehrten P. T. Publikum bekannt, dass in meinem Hause, Tegett-hoffstraste hartes und weiches sowie auch Wieser ' nd Trifailer Steinkohle iu jedem Quantum billigst zu haben ist und auch ins HauS zugestellt wird. Daselbst sind auch rukrvvrle« .»u haben. — Um zahlreichen Zuspruch bittet Johauu Nekrepp. verkehren ^^VkrKllÜKUNK82ÜAö mit SV Hkerc. Aahrpreisermässigung von Marburg nach Wien, Budapest, Trieft, Fiume und Venedig. Abfahrt nach Wien am 2^^. December 7 Uhr 42 M. abends, „ „ Budapest am 23. December 7 Uhr L Min. abends. „ Trieft, Fiume und Venedig am L4. Deccmber 8 Uhr 10 Min. früh Aahrpreise tour und retour: Von Marburg nach Wien ll. Classe fl. 10.80, III. Classe st. 7.20 „ „ „ Budapest !I. Classe fl. 10.0!^, III. Clasie fl. L.7l) ...... Triest oder Fiume I!. „ fl. 10 80, III. st. 7.20 ,, ,, ,, Trieft und Venedig II. lZlasse fl. 1Z.?iO und Francs 18.25> IN. fl. 0.- „ N.20 Billet-Giltigleit vierzelin Tage. Näheres die Plakate. 2080 ^chiökl's IvM., Wien, I., Kolowratring 9. Konz. 1. Wiener Reise»Burea u Seite 8 Marburger Zeitung Nr. lOO, 15. December 1892. o Kneipp-«Isk- all xu lZad^S^n. Xur sollt u»!t üieser LoI»ut2lQs.rI^v. Vor Xaoli- virü xsvarnt. »» »^ »» t»l» »4>» ?^»»» »M U.w)cnosst!u ticfcrschültett die Nachricht von dem l'ctriLbcntcu Hiuickcitcn seincS lan.uäliriqcu Mitgliedes DrHKU^pvÄro I. der am leisten Sonntag einer schmerzlosen Verlobung erlag. Der Traucrsalamander nird in Pürkcrs Hofsalon gerieben werden. 2074 l ci u c i t! ?. V. !kis«r -u looo «., I» Drsse, »oo «., l0« l're?«,' -u I00 s, -N,I>><-1> «onenx-vioa.io im Ot.'ssmmtttvtrsK», voll ÄO.VVO tl vis 2iokuox orkoixt UQvlSorrnMo!» »u» 29. vsoamdor 1SS2. Diu 1^03 Icostst 2 Ouldsll. ü. "WA l»is n-ikt.,pn Vs8ti...mun,?en svtlinit cisn 8pislpl»o, vslot.si- mit (Isn I^vssn I)si !c. k. ^btlisilunt? ttll- vtaat8-I^ottv5»sll, Staut, liiomerxsZss 7, II. Atooll, im ^al?odsrkot', «ovvio bsi äsn /.-»klrviolie» ^bkikt? oi-Kkaeu unvntxsltliok tietcommev ist Oetotisl' Ik!^2. Tlvr II. It. ^dtdoiluve äor Staatslottsris. llie KIa8' u. s^ol'eellanklikclenlsgv 2091 IlkMüKiA kif. ii empfieyN -ine gr-fs, Au»«ahr kvü»or Poi'7sllsn.8pki8v, Ksffse-, liigg., voZZort-Zssvivs unll V/ssel^gai'nitui'vn Hlas- Trink-, Wein-, Aier-, Liqueur- und ?^unsch Service ?vr»oUs^i»?»lHU>Ko>», ?vtrvIvHKII» IiiUlAVVIK Uliü auch viele andere Rcnheitt«, io auch orig. japantstfche VtaenftSnde IN »«I»r dUUxv» ?rOl»«». rSÜI!, »VI» UQÜ sowie alle >sorttn eodter Branweine kmpfehlen 2088 /^Ilii'eol^t Ltrot^tisoli Ill»rdurx, Svrrvox»»»«. Ikös-klittös kviustsr kiumösikoliix bei ^an8 l.oi'l)«»' obere Lerrengaffe LI^S^S^I»S,HUS VvrVS.vI»^H»i»L. Das Hakhaus „am See" (nMst ckem Kistaufptahe) ist niit l. JSnncr t»S» ,u verpachten. — «nf a^c bei Herrn Anton Badl i« Marburg. ÄV60 ?u Vein-ö! 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