Sonntag, den 20. Juni 1880. V. Jahrgang. irr Zeitung. Pränumerations-Bedingungen. R-ür Killi: Mit Post- Koni*« ...—m Versendung: Bft.'-' i- «Rv.-.S I tuniK A»stell»>ng Einzelne Nummern 7 kr. Erscheint jeden Donnerstag »»>> Sonntag Morgens. Insorato vsräsn angenommen m der Skvt»iti«i> »» „autn Ht,. Nr. « («uch»r,i»irei »»» I-Han» «»k»Ich>. Xul»ärtl «tut» z,,er»,r rat »>- „«tBsrt .Vi«n«|" «. M»qe in «>-». mit all. n , trttuie*6t« Ctnm t. » Jof. »,f». ! «c>ch >» 4. C«>» Sloltt. & itm'j. M üDiin. A. ff(13c:. Zeltonj» - «gcxiur i« ti >t »ch. Politische Rundscha». Lilli. IS. Juni. Die Elericalen, welche in den Reichsraths-»«Handlungen der abgelaufenen Saison eine zum Theil sekundäre Rolle gespielt hatte», suchen nun da» versäumte nachzuholen und ihre Trümpfe der Reihe nach in den Landtagen auszuspielen. Eine« der beliebtesten Steckenpferde, die con-fcsfionslofe Schule, wird wieder gesattelt um e« nach Gefallen conrbettiren zu lassen. Wie verlautet wird im Tiroler Landta>t von den Bischöfen demnächst in der Schulfrage eine Eollectiv-Kundgebung erfolgen. Die Bischöfe aur.it» die Abänderungen des Landcsschulgesetzes und die Wiederherstellung der confessionellen Schule für Tirol, ferner die Abschaffung der achtjährigen Schulpflicht, des Turnen? als obligatorischen Nach der letzthin abgegebene» Erklärung, die doch immerhin ernst genommen werden muß, denn hoye Sirchenfürsten pflegen doch »icht so leicht zu scherze», kann dieser neue Wunschzettel nicht sonderlich befremden. Die Einführung der coo> fessionellcn Schule in einem Lande dessen schönste Perle seine GlaudenSeinheit ist, wird da wenig Schwierigkeiten begegnen und die achtjährige Schulpflicht kaum die ausgiebige Zahl von Verthei-digern finde». Lehrgegenstand. das Einspruchsrecht der geistlichen Behörde gegen gewiße Lehrbücher ic. verlangen. In der Donne'.Stagsitzung deS steierm. Land-tageS wurde dcr Beschluß gefaßt, dermalen auf die Regulirung deS Drauflusse« in der Strecke von Pettau bis Puchdorf nicht einzugehen. — In den Eisenbahnausschuß wurden gewählt die Herren Abgeordneten: Dr. D u ch a t s ch, Dr. Necket« mann, Baron Washington, v. Knaffel, Falke, von F o r ch e r, Sprung, B ä r n f e i n d und P l a tz e r. Bezüglich dcr Verwaltung dcS Lehrer-PensionSsondeS wurde nach dem Antrage deS Unterrichtö-Ausfchusscs beschlossen, eine Petition an die hohe Regierung und die beiden Hänser des ReichSratheS zu richten und um Abänderung des § 57 des Reichsvolksschul-Gesetzes zu bitten. Ferner wurde einGesetzcntwurf bezüglich derKostenbestreitung für die BezirkSlehrcr - Bibliotheken uvd Lehrer« conferenzen angenommen. Der Salzdurger Landtags Eonflict ist vor« läufig zu einem Abschlüsse gediehen. An Stelle de« Grasen L a m b e r g ist Dr. Carl Graf Chori » « ky zum Landeshauptmann und der Domkapitular Dr. Mathias Lienbacher zu dessen Stellvtrtreter ernannt worden. Beide ge-höre» der clericalcn Partei an. In dcr Agramer LandtagSconferenz kam es zu so heftige» Erörterungen, daß sich dcr Banus veranlaßt sah die Vertrauensfrage zu stelle». Den Anlaß bot die Perordnung, betreffend die Einführe unz eines ungarische» SprachencursuS bei dcr Finanzlandesdirection. Mehrere Abgeordnete hatten diese Lorlage als ungesetzlich bezeichnet und deren Zurückziehung verlangt. Die VertrauenSfragc selbst wurde in zufriedenstellender Weise gelöst. Von 57 Anwesenden nahmen 43 die Antwort deS BanuS zur Kenntniß, zwölf enthielten sich dcr Abstimmung und nur zwei erklärten sich gegen den Bonus. Der zur Vorberathung der Wahlreformvorlage vom böhmischen Landtage niedergesetzte Ausschuß hat mit 13 gegen 7 Stimmen dcn Uebergang zur Tagesordnung beschlossen. Die Minorität de» Ausschusses meldete ein S-paratvotum an. Die Iungczechen haben auf ihre zudringliche Adresse an Gladstone eine in allgemeinen HöflichkcitSauSdrückcn verfaßte Antwort erhalten. Wenn es den reclamesüchtiqen Iungczechen über-Haupt nur darum zu thun war, von dem englischen Premier ein Autograph zu besitzen, so haben sie nunmehr ihr Ziel erreicht; wenn sie aber geglaubt habe», Gladstonc werde auf ihre Intentionen ein-gehen, so haben sie sich gründlich getäuscht. Die Antwort Gladstones ist ein Muster intcrnationalcr Höfli-tkeit, und wenn man will, kann man auch etwas von der Phrase „bleibt mir künftig hübsch vom Leibe" herauslesen. Der Wortlaut ist folgender : „Meine Herren! Ich bitte, meinen war-men Dank für ih e sehr hübsche Adresse entgegen-zunehmen, mit welcher mich Iljre geehrte Gesell-schast geehrt hat. Ich gebe Ihnen die Versicherung, daß ich die BeglückwünschuiigSbezeugungen und Ausdrücke der Zuneigung setzt, zu höheren Aemtern zu gelangen. Angesichts dieser Thatsachen müssen wir die Wünsche jener Abgeordneten im ReichSrathc, welche sich ungedührlicherweise Führcr oder Ver-treter der Slovencn nennen, al« einen Angriff auf die Gleichberechtigung, als eine Schädigung tee Interessen de« siovenis.ben Volkes erklären. Nicht das slovenische Volk verlangt die Ver-drängung der deutschen Sprache aus Amt und Schule, sondern der stet« »ach rückwärt» strebende Klerus und die durch feine maßlosen Agitationen gewählten und ergebenen Abgtordnttt». Auf da» Volum dieser Abgeordneten ist kein Gewicht zu legen, da kein verständiger und sein Volk wahr» hast liebender Slovene sich mit denselbc» «invcr-standen erklären kann. Selbst der ältere, im iojcfinischcn Geiste erzogene und daher volköf^eund-liche Theil dcS KleruS ist in dieser Beziehung mit unS cinvcrstandcn; allein diese würdigen älteren Männer sind zum Schweigen vcrurthcilt, wollen sie nicht, daß ihnen von dcn fanatisirten Kaplüncn das Leben auf die raffininestt Weise verbittet wird. Der größere Theil des flovenischen Volkc« ist — wie besinnt— in dcr Schulbildung zurück ; er kann sich in politische» Dinge» kein eigene» Urtheil bilde» und wird daher vom Klerus für seine Zwecke auSgcbcutct. Jene Abgeordneten für Untcrstcicrmait, wclchc für die fragliche Resolution stimmten, haben ihre Wahl lediglich diesem Theile der Bevölkerung und dem Klerus zu verkanten und finden in dem sich in der Minorität befind-lichen intelligenteren Theile ihre entschiedenen Gegner. Diese Abgeordneten vertreten nicht ihre Wähler, weil viest von ihrem Thun nicht« wissen und nichts verstthen; sie vertreten nicht den ver-ständi, ei: Theil des Volte«, weil dieser ihre Grundsätze stetS negirtc. Es bleibt ihnen daher nicht« übrig, als ihr HelferShelftr, dtr Klerus, welchem sie ihre Dankvarkeit dadurch beweisen, daß sie denselben uuter dem Deckmantel der Vollsbeglückung bei dem Werke der geistigen Reaction kräftigst unterstützen/ viele Neugierige heranlockte», welche sich einander drängend und stoßend, versuchten, einen Blick in di« teppichbeleztt, glänzend erleuchtete Vorhalle zu werfen, wo die Diener in der reiche» Livr6e des Hauses Lossow die Gäste empfingen, um sie die mit Blumen besetzte Treppe hinauf zu geleiten. Wir wollen unS zwei Damen, einer ältcrcn und einer jüngeren, an'chließen, welche soeben die Trcpp.' emporstcigcn und tu cin zeltartig auSgc-stattete« Gemach eintreten, daö mit hellblauem AtlaS ausgeschlagen und mit hohen Waudspicgel» geschmückt ist. Letztere vervielfältige» de» Schein der Wachekerzen, sowie die zierlichen Tische, auf welchen Schmucksachen, Fächer Blumen, Schleifen und Bänder i» alle» Farben, Hiud-schuhe und AtlaSschiiht in schönster Ordnung aus-gebreitet liegen. Die beiden Kammerfrauen em> pfangen die Damen an der Schwelle dieser reizen-den Garderobe, nehmen ihnen die warme» Hüllen von den Schulter» und ziehen und zupfen und tupfcn hier eine Falte, dort eine Puffe ober eine Falbel und schließlich die Schleppe zurecht, mit einer Sorgfalt und Wichtigkeit, als hinge von dem tadellosen Erscheinen der Gäste nicht nur ihre eigene Ehre, sondern auch die des Hause« Lossow ab. Endlich ist der schwere biaune Seidenstoff, der die hohe Gestalt dtr älteren Dame umschließt, in den gehörigen, stolzen Faltenwurf gebracht, imd die Vergißmeinuichtzweige aus dem himmelblaue» Seidenkleide der Jünger» graziös geordnet . . . noch cincn lächelnde» Blick wirft dic hübsche Blondine auf ihr strahlend«« Spiegelbild, und dann öffnet der Kammerdiener die Thüre des Salons. Au» serner mit lauter Stimme ge-gebenen, feierlichen Anmeldung vernehme» wir, daß die Beiden Mutter und Tochter sind: Gräfin Rheinsberg und Eomteß Julie. Der Saal, an welchen sich m.hrcrc kleinere und größcrc Ge niächer rcihcn, alle mit dcr gleichen, verschwen. dcrischei, Pracht ausgestattet, ist bereit» gefüllt mit dc» ersten Vertretern dcr Aristokratie und Diplo-matic; glänzende Uniforme» wechseln ab mit dem ordcngcschmttcktcn Frack; dic prachtvollen Toiletten dcr Damen lassen uns im crstcn Augenblick glauben, daß nur Schöiihriten hier vertreten sind, wozu das mild« ruhige Licht der Wachs-kürzen nicht wenig beiträgt, und doch treten die vielen schönen und hübschen Damen bei näherem Beschauen alle zurück hinter einer Mädchengestalt von vollendeter, class scher Schö heit, die soeben die tiefe Verbeugung dc» ritterlichen, von allen F-aue» angebetenen Prinzen G. erwidert und ihm ihre Tanzlarte reicht, auf welcher er seinen Name» zum „Cotillon" einträgt, und sich dann lebhisl mit dcm schönen Mädchen unterhält, an dessen herrlicher Gestalt sein Auge, wie da» der ganze» Gesellschaft, mit Bewunderung hängt. Es ist Bianca, die Adoptivtochter des Frci- Ätt die Pewohner von EilN. Es gehört zu den crsrculichstcn Erschcinunzen unserer Zeit, daß die Jugenderziehung mit immer regerem Interesse verfolgt wird und daß man fort und fort nach Mitteln sinnt und sucht, die Keime alle« Edlen und Guten möglichst frühzeitig in die Herzen der lieben Ingen?' zu pflanzen. Der Be-weis dieses hohen Interesses liegt wohl nirgends schöner ausgesprochen, al« in der Schöpfung un-serer Neuschul«, dieser schönen Frucht der zunehmenden Humanität. Allein selbst die trefflich eingerichtete Volksschule der Neuzeit kann ihren Zweck nicht vollkommen erreichen, wenn sie nicht durch tiut geeignete Vorschule unterstützt wird. Diese Vorschule sollte nun ihren Sitz am hau«-liche» Herde, im Kreise der Familie haben. Doch die Lebensverhältnisse der verschiedenen Stände sind für die sorgsame Erziehung der Kleinen nicht immer günstig. So wird die ä r-mere städtische Bevölkerung vom Er-werb de« täglich?» Bio>e« im Taglohn und in dcu Fabriken in Anspruch genommen. In nicht wcnigc» Familien ist da»» dic Aussicht und die Sorge für dic Kleinen nicht immer die «wünschte; sie werte» entweder gar nicht leansstchtigt, oder ältere Geschwister „hüten" sie, spielen mit ihnen oder auch nicht. Dcr Vater und die Mutter müsse» arbeiten und werten so durch die Arbeit selbst bei bestem Willen gehindert, sich mit ihren Kindern abzugeben. Wenn dann der kindliche Geist seine Empfänglichkeit und Regsamkeit lange nicht cuf eine erfreuliche Weife entfaltet. w.nn er wie in Dämmerung, Schlummer und Verschlossenheit zu-rückbleibt, so ist die« leicht erklärlich. Ader fcluft Eltern auSdenmittlerrnunvhöheren Ständen haben nicht immer Gelegenheit, sich der nöthigen weifen, treue» und rechten Kinder-erzichung zu widmen uud sind gcnöthiget diese Erziehung Dienstmädchen oder Bonnen anzuver-trauen. Und welchen OH.chtet, an Leib uud Seele sind die Kicincn in diesem Zustande der Verlassenheit ausgesetzt. Schlechte Beispiele und ver-kehrte Behandlung mache» da dic traurigstc» Ein-drücke auf das jugendliche Gcmüth. — Dic kör-pcrlichc und geistige, besonder« die moralische Behütung und Bildung dcr Kinder in den ersten LcbcnSpcriodcn ist für da« ganze Lebcn von Wich-tigkcit. Unbeschreiblich sind dic Nachtheile, di« au« ciner früh vcriiachiässigtc.i Erzichung dcr Kinder für ci» ganze» Geschlecht erwachsen, vergeblich kämpft auch die Schulc dann gegen die döse, frühzeitig gestreute Saal: denn die Eindrück«, welche da« Kind gerade in den sechs eisten Leben«-jähren «npsangcn hat, bleiben in scincm Herzen, in feiner Seele tief eingegraben. Die hohe Wichtigkeit diese» Erzichungsab-schoitteS erkennend hat der S t a d t f ch u t r a t h SC Fortsetzung im Einlageblatt. ~9G Herrn von Lossow, welcher erst im vorgerückten MaiineSaltcr sich mit ihrer Muitcr, einer junge» schönen Witwe vermählt, und nach deren früh-zeitigem Tode feine ganze Liede auf ihr Kind übertragen hat, t.aS er ganz wie fein eigenes be-trachtet. Man sieht auf dcn ersten Blick, daß sie kein« Deutsche, fondtrn nur eine Italienerin fein kann. Das zarl«, römisch« Profil, dir bleich« GcsichtSsarbt, die dunklen glutvollen Augen und das blausch/oarz«, reich« Haar, taS von der nied» ri.lt« Jtirn« zurückgestrichen, in langen, schweren Locken im Nacken herabfällt, findet man in solcher Vollkommenheit und Schönheit nur bei den Kindern Italien«. Der schimmerde Atlo« vom zartesten röthlichcn Gelb der Theeroseufarb«, welcher ihre hohe, stolze Gestalt in schwere» Falte» umschließt, und die Theerosen in dem schwarzen Haar heben ihre südliche Schönheit »och mehr hervor; das lebhafte Miene,«spiel ihre« Ge-sichte« verräth de» regen Geist, der in dieser wunderbar schönen Hülle wohnt. Nur i» ihren Bcw.'gungti, ist sie nicht Ilalicncrin, dcnn dit-sc den sind, wenn auch voll Grazie, so doch von einer gemessene», stolze» Ruhe, wie überhaupt der Stolz am meisten in ihrer Erscheinung ausgeprägt ist, wenn er auch durchaus rdci und fast »»bewußt erscheint. Jetzt hat sie die Gräfin »nd deren Tochter erblickt, entläßt den Prinzen huldvoll, wie «ine Beilage zur Nr. 50 der „Cillier Zeitung/ in Cilli da» gefertigte Comite mit dcr Aufgabt betraut, nach Mitteln zu forschen, welche geeignet mären die mnngelhafte und ungünstige häu«lilt>e Erziehung in den ersten Kinderjahren zu ersetzen, weicht oder auch geeignet wären, eine ersprießliche Abwechselung auch in die bessere Familienerziehung zu dringen und sie io dieser Richtung zu vervollkommnen. Da» Comite muß al» da» beste Mittel dieErrichtung eines öffentlichen unter Aussicht der Stadtschuldehörde stehenden Sin» vergärten» bezeichnen. Ein solcher Sinter-garten soll siir Kinder aller Familienkreise eine berechtigte Stelle haben. Ein solcher Kindergarten bietet den Eltern seine Mitwirkung an, wenn diese nicht im Stande sind, ihren Kindern eine geeignete Erziehung in den ersten Jahren zu geben, oder da, wo die Familien durch diese Anstalt ihrer ErziehungSweise überhaupt nachhelfen wollen. Der Zweck diese» Kindergarten» ist, die Kinder naturgemäß körperlich und geistig zu entwickeln und sie leidlich und geistig zn dewahrcn. Der Kii vergärten ist eine Anstalt, worin die Jugend von 3 — 6 Jahren du ch Anschauungsübungen, Bewegungsspiele, Beschäftigung mit allerlei Spiel-gaben und leichten Arbeiten, durch Sprechen und Singen sich kindlich angemessen und frei bethätigen, ihre Glieder, Sinne und Kräfte üben und stärken soll. Der Kindergarten hat nicht den Charakter ciaer Schule, d. i. einer &hi« und Unterricht»-Anstalt mit ihrer Stundeneintheilung und ihren methodischen Abwicklungen. Die Kinder lernen hier nur ausschauen, anschauen, aufmerken, denkend und angenehm spielen; sie hören erzähle» und lernen erzählen; sie betrachten die Bilder, und die Kindelgärtnerin spricht darüber mit ihnen; sie werden an die Ordnung gewöhnt, sie springen, hüpfen und schauckeln mit inniger Lust, sie scherzen und lachen mit ihre» Gleichen; sie lernen etliche Lieder singen und einige ganz kurze Sprüchlein hersage», sie arbeiten in ihrer Art; ruhen un» schlafen mit Genossen ihre» Alter»; sie gewinnen dieses Thun und Treiben lieb, und in ihren Bor» stellungskreise» sprosscn immer dichter allerlei GeisteSpflänzchen hervor: sie werden auf diese Art in der zweckmäßigsten Weise für die eigentliche Schule vorbereitet. Dic Errichtung dieser Anstalt ist freilich mit Opfern verbunden, die jedoch gering anzuschlagen sind, wenn man den reichen Segen, der durch sie für die ganze Bevölkerung der Statt erwächst, in Betracht zieht. Da« gefertigte Comitä ist der innigsten Ueberzeugung, daß die Bewohnerschaft von Cilli bei ihrer trefflichen DenkungSart die hohe Wichtigkeit und den großen Nutzen einer solchen Anstalt erfassen und da» Comite in feinem Streben, einen öffentlichen Kindergarten zu er- richten, durch die altbewährte OpfeiWilligkeit auf da» Kräftigste unterstützen wird. Da» Comite. Kleine Chronik. SiM. 19. Juni. (Personalnachricht.) Der Ge. richt»hof-Adjunct von Fladung wurde wäh-rend der Beurlaubung de» BezirkSrichter« Walter mit der Leitung de» Bezirksgerichte» Rohitfch betraut. (Spende.) Ein ungenannt sein wollender hochherziger Freund der hiesigen freiwilligen Feuer-wehr spendete derselben einen Bettag von 24(1 fl. Wir werden von Seite de» Feuerwehr-Ausschüsse» ersucht dem edlen Gönner den besten h:rzlichsien Dank auSzusprecheu. (Deutscher Schulverein.) Der vor-bereitende Ausschuß schreibt hiemit im Sinne der bereit» genehmigten Statuten die konstituirende Vollversammlung de» deutschen SchuloercineS für Donnerstag, den l. Juli l. I. aus. Aeit und Ort der Versammlung werden später bekanntgegeben. Bei der großen Sympathie, deren sich der Verein in allen Kreisen der Bevölkerung bisher erfreut, ist die Erwartung wohl gerechtfertigt, daß die Theilnahme an der konst'tuirenden Versammlung auch von Seite der Provinz eine recht lebhafte fein werde. (Eisenbahn Grobelno « Sauer brunn-Marein.) Die Tracirung der ge-nannten Strecke wird nächster Tage begonnen werden. (Ein frommer Wunsch.) Fromme Wünsche nennt zwar der gewöhnliche Sprachgebrauch in der Regel diejenigen, welche nur sehr geringe Hoffnung aus Verwirklichung haben. Wenn trotz-dem an der Spitze dieser Zeilen dcr erwähnte ominöse Ausdruck voranfchreiiet, so zeigt dieß von einer großen Zuversicht, daß e» in Cilli nicht zu den Unmöglichkeiten oder Unwahrscheinlichkeiten gehört, auch fromme Wünsche in Erfüllung gehen zu sehen. Wer in der freundliche» Sannstadt ein.' Zeit lang gelebt hat, wird, wenn es sich um ein öffentliches Interesse hantelt, kaum anstehen können, diese Zuversicht zu theilen. Ob der hier zum Aus-drucke kommende fromme Mansch Aussicht aus Verwirklichung hat, over ob Schieiber dieser Zeilen sich in seiner Zuversicht getäuscht hat, mögen die geehrten Leser entscheiden. Dem in unserem herrlichen Stattparke Lustwandelnden wird e» gewiß nicht entgangen sein, welch' schreienden Miß-lon der Anblick der Kehrseite einiger auf der vor-maligen Stadtmauer ausgeführten Häuser hervor-bringt, welche inmitten de» lachenden Grün» und der übrigen wohlgefälligen Umgebung den Eindruck de» Ruinei'haflcn machen, weil sie sich darin ge-fallen, ihr Alterthum etwas zu ostensibel zur Schau zu tragen, und von den modernen Mauer-verputz nicht« wissen wollen. Denke Dir, freund-licher Leser, die fragliche Häusergruppe an der dem Parke zugekehrten Front gleich dcn anstoßenden Gebäuden anständig vcrputzl, oder denke sie Dir mit einem Rankengewächsc, sagen wir mit wilden Reben überspannen, welch prächtige» Bild da» geben, oder vielmehr, wie der günstige Eindruck auf die im Parke lustwandelnden Natur- und SchönheitSsreundc sich steigern müßte! Und ist e» nicht erklärlich, wenn der fromme Wunsch, daß e» so werden möchte, rückhaltslosen Ausdruck heischt? Ob diese» Blatt dcn Besitzern der er-wähnten Häusern zv Gesichte, un» damit der eben ausgesprochene fromme Wunsch zu ihrer Kenntniß kommt, vermöchte wohl der Herausgeber zu sagen, wie dem aber auch fei, ergeht hiemit an alle Jene, die zu diesen Hausbesitzern in irgend einem gutem Verhältnisse stehen, oder sich eine» Ein-flusse» erfreuen, der freundliche Appell, diesen Ein-fluß geltend zu machen, um zur Erhöhung der Reize unsere» öffentlichen Parke», dem auSge-sprochenen frommen Wunsche in der einen oder anderen Richtung zur Verwirklichung zu verhelfen. (Für den HeereSbedars.) Am 24. Juni werden in der Kanzlei de« VerpflegSi»agaz>n« zu Marburg die Verhandlungen stattfinden, betreff« der Lieferung von Holz und Sttiukohlcn für dic Stationen: Marburg, Straß, Winoisch-Feistritz, RadkerSburg, Pcltau und Cilli für die Zeit vom 1. Oktober 1880 bi« Ende September 1881. (Der Juristenverein) unternimmt morgen den 20. d. eine Vergnügungsfahrt üder Saizkloster nach Gonobitz. (Schwurgericht.) Die vierte diesjährige Schwurgerichtssession des hiesigen Kreisgerichte« beginnt am 26. Juli. Ein vcrhängnißvolle» Mißverständnis.) Die „Politik" meldet vom 17. d. Der OrtSgeistliche von Klaono beabsichtigte vor-gestern eine Reise anzutreten, und um die Wohn-ung in seiner Abwesenheit bewacht zu haben, ver-sländigte er hicvon den Gcmeindewachmann. Die Abreise verschob sich aber zufälliger veife, ohne daß der Wachmann davon verständigt wurde. Derselbe kam nun vorgestern Rächt« zum Pfarrgebäude und da er ein Fenster offen sah, war er fest über« zeugt, daß verwegene Diebe die Abwesenheit de« Geistlichen bereit« ausnützen wollen und sich in« Innere eingeschlichen haben. Er näherte sich in dem Dunkel der Nacht vorsichtig dem Gebäude, da kracht plötzlich ein Schuß aus dem Fenster und der Wachmann sinkt lödllich in die Brust getroffen zu Bo?en. Der Seelsorger halte die heranfchle!-chende Gestalt wahrgenommen und schoß nach der» selben in dcr Ueberzeugung, daß cS ein diebischer Geselle sei. Der Wachmann, welcher Vater von drei unversorgten Kindern ist, verschied gestern um 4 Uhr Nachmittag» an den Folgen der Verlegung. Fürstin, und geht den Damen entgege», welche bereit« von ihrem Vater und dessen Schwägerin, die seil dem Tode ihrer Mutter die Stelle der Dame vom Hause vertritt, begrüßt worden sind. Während die beiden jungen Mädchen, lebhaft plaudernd, sich unter die anderen Gäste mischen, führt Baron Lossow die Brüstn zu einem Sessel im Tanzsaal, da soeben die „Aufforderung zum Tanz" die jungen Paare alle dahin lockt und die Ellern doch selten dem Verlangen, ihre Lied-linge tanzen zu sehen, widerstehen können. E» war auch ein reizender Anblick, der sich hier darbot, al» die eleganten, schönen Paare die kunstvollen Figuren dcr Polonaisc bildeten und dann nach den langsamen Klängen eine» echt deutschen Walzer« anmuthig über da» glänzende Parquet dahin schwebten. Mit großem Stolze verfolgten Baron Loffow und die Gräfin die schönen Gestalten ihrer Töchter, welche, obgleich ihre Charaktere so verschiedenailig wie ihr Aeußere», auf daS Innigste befreundet waren. Die Gräsin mit dem wenig schönen aber anziehenden Gesicht und den klugen, durchdringen> den grauen Augen wandte sich manchmal forschend zur Seite, um die Baronin Lossow zu beobachten, die in nervöser Unruhe häufig nach der Thüre des Saale« blickte, al« erwarte sie, dort Jemani eintreten zu sehen . . . e« war schwer zu sagen, ob diese Envartung eine gewünschte oder gefürch- tete sei. Die Dame, klein und zart von Gestalt, erschien aus den ersten Blick weit jünger al« sie war durch eine gewisse Aengstlichkeit, die sich in ihrem B.ick, ihren Bewegungen kund gab und ihr da« anziehend Würdevolle der Mairone nahm, ohne jedoch ihr dafür die Frische der Jugend zurückzugeben ... mm hatte da» Gefühl, al« müßte man auch nervös werden, wen» man lange in diese« blonde, gutmüthige, aber nichtssagende Gesicht schaute, da« stets lächelte, ohne Jemand einen Gefallen damit zu thun. Ihre Finger waren in diesem Augenblick krampfhaft beschäftigt, da« Schloß ihre» kostbaren Armbande» zu öffnen und zu schließen, uns endlich konnte die Gräfin ein Lächeln nicht mehr unterdrücken, al» sie scherzend sagte: — Lieber Baron, ich glaube, Ihre Frau Schwägerin hat un» noch eine Uederraschung zu-gedacht, sie sieht gcradc so aus, als könnte sie dieselbe nicht länger für sich beHallen. Der Angeredete, ein Mann von kleiner, gedrungener Statur, wandle sein freundliches Ge-sichi der Schwagerin zu, die. nervös lachend, seinem Worte zuvorkam und sagte: — O, nein! Wie könnte ich eine Ueber-raichung vo.bcrcitcn, ich bin viel zu ungcschickt zu dergleichen Dingen . . . wenn ich e» ein Mal versucht habe, ist e» stet» mißglückt . . . c« ist mir nur heute so . . . ich habe eine Ahnung, al» ob . . . — Al» ob ein Unglück paffirte doch nicht, liebe Susanna? unterbrach Baron Lossow sie ein wenig ungeduldig. Da» könnte mir gerade fehlen, wo wir eben erst wieder anfangen wollen, unser Leben zu gcnicßen; erspare un» wenigsten» heule Abend noch, zu hören, was Du ahnst, bei Tagc«-licht tritt man solchen unsichtbaren Gespenstern weit beherzter entgegen. Man sah dem heiteren, lebenslustigen alten Manne ortcntlich die Angst an. welche er vor dcn Ahnungen seiner abirgläudischen Schwägerin hatte, dic stet« in seine glücklichsten, fröhlichsten Stunden wie der Ruf eine» Uhu« hincinschallten und seine Geduld, wie sein gute« Herz, da« dennoch der Schwägerin sehr zugethan war. schon oft auf eine harte und häufig mißglückte Probe gestellt hatten. — Du scherzest, sagte die kleine Frau, jetzt anstatt mit dem Schloß de« Armbande«, mit den Fransen ihre« weißen, indiichcn Crepe-Shaw!« spielend, ich erzähle Dir schon längst nicht mehr von meinen Ahnungen, da Du sie stei« verlachst, obwohl sie fast immer. . . eintreffen. — Da« wolle Gott gnädig verhüttn! er-wieder» Baron Lossow lächelnd, und fragte dann gutmüthig, seine Hand aus die ihrige legend: — Nun also, wenn e« nicht» Schlimme« ist . .. was ahnst Du? (Ein Salatsreund,) der da» Lied „der Mensch ist kein Äroat, er lebt nicht vom Salat" fast ad absurdum führt hat ia den Beeten eine« Gemüsegarten« der Slavt zu nächtlicher Zeit derart aufgeräumt. baS auch nicht ein Kopf zurück» blieb. Der Werth de« gestohlenen Salat« wird auf G Golden geschützt. (Blitzschlag.) Zu Vierstein bei Rann hat der Blitz in die Winzer« dc« Grundbesitzer« M. Toplischek geschlagen. Dcr Winzer Josef Koflrcinschek wurde getSdlct und da» Hau» brannte sammt allen Fahrnissen ab. (Schwere Beschädigung.) Der Fa. brikSarbtiter ia Storv Jakob Äolosch hat am 19. d. M. seinen Mitarbeiter Josef Zen anläß-lich eine» Wortstreite« während der Arbeit mit einer warmen Eisensiange den Arm durchbohrt. (Ertrunken.) Da« vierjährige Winzer»-töchterchen Helene Gutmann au» Siebeneichen, Bezirk Luttenberg fiel in einem unbewachten Augenblicke in die Hauslache und ertrank. Buntes. (Zweiunddreißig Menschen er-trunken.) Bei einem am 14. d. M. im Kreise Laubau stattgehabten Wolkenbruche sind laut amt-lichen FeststeUuugen 32 Menschen ertrunken. (Bonmot.) Man sprach in Gegenwart eine« geistreichen Manne« von einer vielgenannten Schauspielerin, die sich neben anderen Qualitäten ganz besonder» durch ihre außerordentliche Mager, keit au»zeichnet. „Ah, für mich," meint der Be. treffende, „für mich ist Fräulein £. eine» von jenen Brettern, welche die Welt bedeuten. (Billige Kinder.) Im Eriwan'schen Kreise treibt ter große Mangel an Lebensmilteln die Armen zum Diebstahle und zum Verkaufe ihrer Kinder für die geringfügigsten Summen. So hat nach dem „KawSkaS* im Dorfe Duann ein Kurde für 11 Rubel ein achtzehnjährige« Mäkchc» verkauft; in Kamarlu ein Tatar ein Mädchen für sieben Batmao Mehl; in dem Dorfe Jmanscholy wurde ein kleine« Mädchen sogar für fünf Rubel verhandelt. (Gin seltenes Raturspiel) wird der »Tr. Ztg." von Mülheim a. d. R. berichtet: Den Eheleuten AuSbetwiesche wurden in ihrer Ehe fünfzehn Kinder geboren, von denen da« 1., 3., 5., 7., 9., 11. und 13. stockblind auf die Welt kamen. Von diesen sieben blindgebornen Kindern leben noch vier, ein Mädchen und drei Knaben, welche eine staunenSwerthe musikalische Begabung haben und nacheinander in der Blindenanstalt zu Düren zu tüchtigen Musikern ausgebildet worden sind. Die drei älteren Kinder sind in der Lage, sich Sie war schon besänftiget und erwiderte ängstlich: — Ich bilde mir ein, lieber Roderich, Werner wird un« heute noch überrasch.'». — Nun, da» wäre ja sehr angenehm, be« merkte die Gräfin lächelnd. — O ja .. . sehr! antwortete dic Baronin, abermals nach dcr Thüre blickend aber. . . — Aber, unterbrach sie dcr Baron lachend. Du meinst, er wird nickt sehr guler Laune sein, wenn tr kommt... da kannst Du Recht haben; übrigen« dürfcn wir ihm da« nicht üdcl nehme». Werncr hältc der Erste sein sollen, der eingeladen wäre, und ist überhaupt nicht eingeladen, sondern geradezu vergessen, der arme Junge! Nun, ich werde mich au« dem Staubt niachen, wenn cr anfängt, mir Vorwürft zu machen, und verspreche. Dich mitzunehmen... laß ihn da» mit Bianca aussechlrn, denn sie ist die Schuldige. Ich werde ein ein andere» Mal die Einladungskarten selbst schreibt« müssen, w.»v sie . . . mir wieder einen solchen Streich spielt und dir Hauplptrsonen ver-gißt. Die Beiden zanken sich ja so wie so fortwährend, da kommt es auf ein Mal mehr oder weniger nicht an. Uebrigen» ist e» nicht wahr-schtinlich, daß tr sich gerade heute zufällig Urlaub nehmt» sollte. — Zufällig, ... da« ist allerding« unwahr-scheinlich, beoitrklt die Gräfin, allein die Freute selbständig ernähren zu können, während da« jüngste noch an seiner vollständigen Ausbildung arbeitet. Die Geschwister werden unter d« Leitung ihre« Musiklehw« in dicstm Htrl-ste in mthrtren Städlen der Provinz ein Concert gebt», in wtlchtm auch da« al« Sängerin ausgebildete Mädchen einige Stücke singen wird. (Ein Proceß um hundert Küsse.) Vor dem Gerichtshof in New-Bern (Süd-Karo-lina) wird^gtgenwärlig tin Proctß verhandelt, wie er auch nur in Amerika vorkommen kann. Ein Goldschmied, namens Finch, hatte in seinem Aus lagekasten ein Juwel von großem Werthe ausgestellt. Ein hübsches Mädchen, Miß Waters, gehl vorbei, sieht tS und es entschlüpft ihr die Acußc-rung, daß sie dem glückliche» Besitzer gerne hundert Küsse dafür geben würde. Finch erfährt da« und trägt al« echter Amerikaner der Miß an. einen Coniract mit ihm abzuschließen, wonach er ihr da« Juwel gegen die btsagten hundert Küsst, täg-lich einen, abtreten wolle und die schöne Miß Water«. noch mehr Amerikanerin, nimmt den An-trag an. Einen Monat hindurch begibt sich Finch pünktlich, wie eine Uhr. jede» Tag zu seiner schdne» Clientin und küßt sie auf die Lippen. Bei»! dreißigsten Kuß drtht die Schöne dcn Kopf und bietet ihm statt dcr Lippen dic Wangcn dar. Finch weigert sich. Für ihn ist ein Kuß auf die Wange ungiltig. Die Miß ist hartnäckig und weigert sich entschieden ihre Rechnung mit dem Munde zu be-gleichen. Der Goldschmied macht einen Proceß wegen ContractSbruch geltend, und die amerika-nischcn RcchtSgclchrtcn zerbrechen sich jetzt den Kopf, um zu bestimmen, wa« ein „gesetzlicher Kuß" sei. Hourse der Wiener Aörse vom I». Juni 1860. Einheitliche Staatsschuld in Roten . . 73.75» „ „in Silber . 74-20 Goldiente...........89.40 1860er Szaa'.«-Anlehen»lose .... 132.75 Bankaktien........... 828.— Creditactien . .......... 283.70 London............117.10 Rapoleond'or.......... y.321/» f. f. Münzducalen........ 5.55 100 Reichsmark.........57.45 auf diese» eiste» diesjährige» Ball ist unter den jungen Leuten eine so große... gewesen, daß leicht der eine oder andere von Werner'« Freunden desselben in einem Briefe an ihn erwähnt haben könnte, in der festen Voraussetzung, ihn hier an-zutreffen, und wenn das der Fall wäre, so ist allerdings Werner gerade der Mann darnach, mit »ein nächsten Zuge nach R. zu kommen und Rc-chenschaft über diese unerhörte Beleidigung zu fordern, deren Anstifterin er wohl nicht erst zu suchen braucht. — Der junge Herr Baron si-d soeben an-gekommen meldete ein Diener in diesem Augen-blicke, un d fast erschrocken fuhren die Köpfe der jungen Damen herum, während der alte Baron lachend sagte: — Da haben wir'« ! ... Sag' meinem Reffe». Johann, wandte er sich an den Diener, daß wir ihn bereit« erwartet haben und ihn bitten lassen, sich zu beeile» und un« seine Gegenwart zu schenken: Während Johann ging, dcn Auftrag auszurichten, fuhr Baron Lossow fort: — Run, c« freut mich besonder« für Dich, liebe Susanna, daß Du Dir doch ein Mal nicht umsonst die Mühe gegeben hast. Etwa« zu ahnen. Du kannst Deinem Sohne wirklich nicht dankbar genug sein für den Dienst, den» er Dir — ge-wiß gegen seinenWilleo — durch seinKommen erweist. Mit 1. Juli 1880 beginnt ein neue« Abon-nemenl auf die wöchentlich zweimal erscheinende „KiMer Zeitung". Der Abonn.mentSprei» beträgt: Für Eilli mit Zustellung in» Hau»: Monatlich fl. —.55 Vierteljährig „ 1.50 Halbjährig „ 3.— Ganzjährig „ ö.—• Mit PostVersendung (Jnlaio): Vierteljährig fl. 1.60 Halbjährig „ 3.20 Ganzjährig „ 6.40 Jene P. T. Aöotuunun, deren Abonnement mit 30. Juli d. I. zu Ende geht, ersuchen wir um sofortige Erneuerung, damit in der Zusendung keine Unterbrechung eintrete. Administration der „Cillier Zeitung." Ankunft nnd Mfavrt der Eilen-öaönzüge in Gissi. Richtung Wien -Trieft: Ankunft Abfahrt Eiljug...................... 3.29 3.31 Nchts. „ 3.43 345 3!ad)rn L«alzug....................—.— 5.30 Friih- Postzug.....................11.32 11.40 Mittg. Gemischter Zug.............. 5.22 5.32 Sbds. Poft»ug.....................u.33 11.39 Rchts. Richtung Triest > Wien : Eilzug......................12.16 12.18 Sicht«. ....................... 1.12 1.14 MiUg Postjug..................... 4.— 4.6 An»». Gemischter Zug.............. 8.55 9.03 Bor«. Postjug...................4 3t 4.40 Localzug....................10.3 —.— NchtS Msayrt der Folien. von Cilli nach: Eichseiisell», St. Petee, St. Paul, Fraaz, Mötttiz. Troja»«, Lukuwctz, Äir, Laitach um 5 Uhr früh. ZraSla«, PraSberz. Laufe», Odeebnrg um 5 Uhr Früh. Wöllan, -chiuslei», Misling, Windischgraz um 5 Uhr Früh. Neubau« um 7 Uhr Zrüh und >2 Uhr Mittagj. Hohencgg, Weite»stei» um 12 Uhr Mittags, «adjfeujelb, et. Peter, et. Paul, Krau; um l Uhr 15 M. Nachm. Der nervösen kleinen Frau blieb keine Zeit, zu antworten, denn der Angemeldete erschien be-reit» in der Thüre. Die Baronin erhob sich, ihm entgegen zu gehen. — Mein lieber Sohn, begann sie. ängstlich lächelnd, ihm die Hand reichend, welcher glückliche Zufall sührt Dich gerade heute zu un»? Wir sprachen soeben davon, wie sehr wir bedauerten ... — Mit nicht eingeladen zu haben? Da« ist nicht wahrscheinlich, sonst würdet Ihr e» nicht vc.säumt haben, warf er leichten Tone« hin, seine Ha»» flücht g in die der Mutler legend. Uedrigee» mache ich mir nicht« daraus; es gibt ja noch Freuade in ter Welt, die in der naiven Voraus-sctzung, daß der R:ffe und zukünftige Erbe seine« Onkels zum Mindeste» benachrichtigt sein mußte von dem. was in dessen Hause geschieht oder nicht geschieht, in ihren Briefen von Eueren Festlich, keilen im Voraus schwärme» und mir dadurch Gelegcnhcit verschaffen, auch ohne Aufforderung mich zu denselben einzustellen. Wie geht e» Dir, Mama? fuhr er kort, einen Augenblick seineu suchend umherirrenden Blick aus die Mutter rick-tend, tyrannisircn Dich Deine Rcrvcn immer noch? Ich bedauere Dich aufrichtig, e« muß eine Qual sein, fortwährend unter der Herrschaft solcher nichtsnutziger Dinge zu stehen. (Fortsetzung folgt.) Danksagung. I>a« gefertigte Gemeindeamt fühlt sich ver-j.Ei. htc-t, der Löbl. Bozirksvertretung 01111, »«•Ich« für den Betrag von IKK) fl. Kukurutz unter dic vom H ^ol betroffenen Bewohner der Gemeinde Stern-«tein vertheilte. den hosten Dank abzusprechen. Gemeindeamt Sternateiu. 17. Juni 1880. 27t—l Der Gemeinde -Vorstand. Schöne Wohnung mit prachtvoller Fernsicht, bestehend aus 4 Zimmern, einem Sal> n mit Balkon, Küche, Speise, Holzlage und separatem Keller. Boden-Ä»theil etc., ist sogleich zu beziehen. Näheres bei f'rnn t liuteAri', Badfasse. Fischereiliebhaber welche in der Vogleina oder Kötting tischen wollen, haben sich mit < itier Karte zu versehen ura nicht in Unannehmlichkeiten zu kommen. 270—2 Josef Lewitschnig. Pächter. Eiu gut gestimmtes 277—1 Wiener Piano ist bei R. Jud in Cilli, zum vermiethen. Zahnarzt Dr. Tanzer Docent an der Universität in ßraz ordinirt vom 27. d. M. Murgens, hier im Hotel zum „weisseil Ochsen" Grasrrgnssc, in der 2—1 Zainitieilkaiide uud ZatotechniL Haus - Verkauf. I'ux Conti e zur Erbauung einer I.andwehrkasrruc in Cilli beabsichtigt daa zu der ehemals La»snig'e>chcn Lederfabrik gehörige 1 S ock hohe Gebäude zu verkaufen. Anfraget! un 1 Anbote Werden bis zum 30. d. 11. an deu Obuiunn Herrn Anton Ferjen, Handelsmann in Cilli erbeten. 267—3 Zahnärztliche Anzeige. Beehre mich hiermit »nzeigen, dass ich meine zahnärztliche Praxis hierorts noch bis Donnerstag den 24. d. M. ausgedehnt habe. Ordination von 9 Uhr Früh bis 2 Uhr Nachmit. A. Paichel, 275—1 Zahnarzt aus Laibach. Wilhelm"* römisches, altbewährtes, rdiirc II-. Will-, Brand-, Frost-, Cuim'Mif- Heil- und Fluss-Pflaster. TiejeS Pflaster wurde von Sr röm taisert. Majestät prioilegiit. Die »traft und Wirkung di feS Pflasters ist besonders günstig b.i ttkfcn, zerrissene« Hied' und Stichwunde», bösartigen Geschwüre» aller Art. auch alte», Periodisch aufbrccheudcn beschwüre» i« den Füyku. hartnäckigen Triise»geschw»rcit, bet den schwer,liaslc« !suruitkcln, beim zingerwurm, wunden und ri«;Äadktcit Priiste», Brandwunde», Hühaeraugrii, Quetschungen, rrfrorcurti Glieder», Hihtstüffen und ähnliche» Leide». <5tne Schachtel lostet 40 tr. ö. SB. Weniger als iwei schachteln werden nicht versendet und losten samml Stempel und Verpackung l ft. ö. Dieses Master ist echt zu 'bekommen nur allein in der Apotheke zu "Jicunfirdicii bei Wien des Franz Wilhelm. Auch zu haben in tfilli, Vaumbach'sche Apotheke, „ bei Ios. Äupserscymid, Apotheker. llp. 1. Hoisel bringt hiermit zur Anzeige, dass er künstliche Zähne und Gebisse nach amerik. Systeme in möglichster Vollkommenheit erzeugt, Oberhaupt jede zahntech-nisclie Arbeit zur Begleichen Ausfertigung wahrend der Cursaison in Sauerbrunu und nach dieser in Cilli übernimmt. Zahnoperationen werden mit Local-anästhesle oder Narooa«, für den Patienten vollkommen achmercloa, l'loiuben in allen Sorten von Gold, Amalgam, Cement etc. exact ausgeführt. 179 Im Monate September trifft derselbe mit einem der renomirtesten Wiener Zahntechniker hier ein, wodurch den Bewohnern Cilli'« nnd der Umgebung die wohl nicht leicht wiederkehrende Gelegenheit geboten wird, sich im Bedarfsfälle ganze Gebisse und kleiner-» künstliche Zahnst Ticke anfertigen zu lassen, deren Ausführung den höchsten Grad von Vollkommenheit der heutigen Zahntechnik bietet. 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Lenneck. ^ M«» t>rflcIIc irderzeil ia sllni Vnditanititsscs uns P«ftli»lcrs. 500 Gulden 228-10 zahle ich dein, der beim Gebrauch von RöslerV Zisltii-Vliiiultt n»Nrr ä Flasche 36 kr. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt, oder aus dem Munde riecht. Willi. Kusiler, Wien, I. Wippliugersti". 19. Nur echt in Cilli bei J. Kupferaohmid, Apotheker. Bergmans'i 126 Sommersprossen-Seife zur vollständigen Entfernung der Sommersprossen ä Stück 4-"> kr. zu haben in der Apotheke zum scüwarz. Adler Bausch'! Erben A. Maret. Die 203 FAMILIEN-CHOCOLADE ■f/O/f// tff/ VÄot. PM V&L* ist nur baun echt.BjÄJ'^^SjBffiunin irbcä^ngM mit unserer Unter ^^^i^schrift imb dieser Schutzmarke^^^^^^versehen ist. Preis der nuten Sorte in gell'. Papier, pr. Paq. —.5 »tr „ „ seinen „ „ Rosa „ „ „ —.70.. „ feinsten „ „ grünem „ „ „ —.80, „ „ alierseins'. „ „ weißem „ „ „ 1.— „ Ei» Paq uet enthält 6 oder 8 Portionen, Bepüt« rUr Cilli bei Herren: Traun & Stiger, Wal land & Pelle. 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Bei Beginn de« strengen Winters von eilleer heftigen Husten, Brustschmerzen uud hartnäckiges Verschleimung heimgesucht, habe ich und meine Frau auf mehrseitiges Anrathen Ihren „Tiroler Brust-Syrup" angewendet und sind wir Beide schon nach einigen Tagen des Gebrauches Von diesem Leiden vollkommen befreit worden. Es freut mich Ihnen die so glücklich« Wirkung Ihres Alpenkräut«r - Extractte mit unserem wärmsten Danke mittheilen zu können. Innsbruck, November 1879. Otto Prechtler, jubil. k. k. Reichsarchiv-Director u. Schriftsteller Preis per Orig.-Flasche 1 fl. ö. W. Central-Depot beim Erzener Apotii. 0. KLEMENT Innsbruck. In Cilli zu haben bei Apoth. Mareck. NB. Heim Ankaufe achte man genau auf den Namen des Erzeugers und dessen Schutzmarke : Edelwelssstern mit Monogramm um schwairem Grunde. 39 25. Brust- uub LungtnkranlHeiten welcher ?lrt dieselben auch sein mögen. werden mit-ielst de» nach ärztlicher Borschrist bereiteten in Oesterreich-Ungarn, Deutschland, Frankreich, England, Spante», Rumänien, Holland und Portugal geschiltz'en mit* et ttt'M Sehneebergs Kräuter-Allop von Franz Wilhelm, Apotheker in Neunkirchen, am sicheisten beseitigt. Dieser Saft hat sich aus eine außerordentlich günstige Ameise gegen HalS- und Brust-schmerze», Grippe, Heiserkeit, Husten und Tchnnpfen bewähil. Viele Abnehmer bestätigen, nur diesem Sast hatten sie angenehmen Schlaf zu verdanke». Vorzüglich bemerkenswerth ist dieser Last als Präservativ bei Nebel« und rauher Witterung. 2u Folge seine» äußerst angenehmen Geschmackes indein nützlich, ein BedNrjniß aber hingen-kranken Menschen: Sängern und Rednern gegen um-störte Stimmen oder gar Heiserkeit ein nothwendiges Mittel. Di»ei*l>. s. w.. bei welchen bisher jede Behandlung ohne Erfolg geblieben ist, werden durch den Gebrauch de- Blut- und Säfterelnlgnagsmittels BRESLAUER UNIVERSUM für Immer beseitigt. Das Brcslaner Universum ist per Flasche zu 2 fl., zum Gebrauche auf 6 Wochen ausreichend, zu haben: in Cilli bei J. k ii|»s4*r*<-liinl<1. Apotheker. Jielhotte 'iOuxsaittf - l.4ini/ernti-heiiU. »T, r . , »^JXUSSlSCll.*# 0 , * Italienisch.;««»«.««««"!! Spanisch. | * Unterrichts Briefe r * «#**«*#«*«#«***»*»*««» - N t ii <1 i n in * «»«»»»»»»»»»»«»»»»»»«» i" 111* <1 ;i s selbst bearbeitet v«n Prof. Iwan Wafjemonoff, Prof. Giamb. Buonaventura, Prof. Gil Zniiarates, Dr. Theophil Helmhorst uud Dr. Albert Schmidt. Die iMirtMittclien Unterrichts - Briefe sind complett in 2 Cursen a 18 Briefe. Preis des ersten Briefes: 50 Pf.; aller folgenden: 1 Mk. — Die it iill<-(:{. verbesserte Auftage) und die I'ntvrrichIs-Briefc sind complett in - Cursen a 20 Brief . Preis eines Briefes: «0 Pfennige. — Coniplete Exemplare der italienischen l'nterriehts-Briefe (soweit noch d-r geringe Vorrath reicht) sammt 2 Enveloppen: 21 Mk. Leipzig. Verlag des Hausfreundes. l'iuck nnd Verlüg von Johann liakusvh in Cilli. Verantwortlicher Redacteur Max Benozzi.