Juli. Sechster Jahrgang. 1909. (Seite 1033 bis 1064.) Blätter für den Abteilungsunterricht. tTlonatschrift zur Förderung des österr. Schulwesens. (Herausgeber: Rud. E. Peerz.) o o o o o o Inhalt: Seite 1. Ferienarbeit..........................................1033 2. Schulhumor .................... 1034, 1037, 1043, 1050 3. Welche Forderungen stellt die moderne Hygiene an die Schule.........................................1035 4. Der lebendige Quell...................................1037 5. Lehrstoffverteilung für die einklassige Volksschule Baierdorf................................................1038 6. Warum, wie und was sollen wir Lehrer lesen? 1040 7. Ratschläge für die Vorbereitung zur Bürgerschullehrerprüfung ...........................................1044 8. Lebensbilder......................................... 1048 9. Diensttausch auf Zeit.................................1049 10. Gedanken über den Aufsatzunterricht .... 1051 11. Der Lehrer als Bienenzüchter.........................1052 12. Die Wechselrede......................................1054 13. Randbemerkungen zur Folge 59 1060 14. Der kranke Lehrer und das kranke Kind . . . 1060 15. Briefkasten..........................................1062 16. An der Reichsgrenze von Schule zu Schule . . 1063 Verlag der Blätter für den Abteilungsunterricht in Laibach. — Druck von J. Pavlicek in Qottschee. Jährlicher Bezugspreis 6 K (5 Mk, 7 Frk.). freie Schulzcitung. Organ des Deutschen Landeslehrervereines in Böhmen. Schriftleiter F.-L. Josef Siegl. Verwalter: O.-L. Josef Ölkrug. Erscheint jeden Samstag und kostet für das Jahr 8 K, für das Halbjahr 4 K, für das Vierteljahr 2 K. Man verlange eine Nummer zur Ansicht. Bestellungen sind an die Verwaltung (J. Ölkrug) Reichenberg zu richten. Lehrmittel - Handlung Paul Solors Nachfolger Reichenberg, Böhmen empfiehlt sich zur prompten Lieferung aller Arten Lehrmittel aus allen Unterrichtszweigen in zweckmäßiger, solider Ausführung zu billigsten Preisen. -------- Kataloge zu Diensten. -------- ©SIT Was sollen unsere Knaöen und Mädchen lesen? "BUg ddllKfh? llldetld 24- Jahrgang <907, ist die anerkannt beste und am meisten gelesene ^------ Jugendzeitschrift (Oesterreichs, herausgegeben vom Deutschen Lanoes- lehrervereine in Böhmen, geleitet vom Bürgerschuldirektor F. Rudolf. Monatlich erscheint ein Heft, 26 bis 30 Seiten stark, mit einem Farbenbilde und zahlreichen Schwarzbildern, preis des Jahrg. 4 K so h. probenummern umsonst. In prachteinbanddecken gebundene Jahrgänge kosten 6 K so h. Reichhaltige, mit einem Farbenbilde und zahlreichen Schwarzbildern gezierte Jugend- “ schrift, geleitet vom Biirgerschuldirektor F. Rudolf. Bisher sind erschienen Band I und II zum preise von je < K. TÜr VhiiforhÜfhtrriMt empfehlen wir besonders im preise tief herabgesetzte Halbjahrgänge „(Oester- 1 ... reichs deutsche Jugend" gebunden zu je < K so h. vorrätig sind: 2 Halbj. <898, <899, 1900, <90<, <902, <903. Bestellungen sind zu richten an die Verwaltung „Österreichs deutscher Äugend", Kcichcnbrrg, ßöljmcn. Die Wirtschaftsaöteikung des Peulschen Landeskehrervereines in Wöstmen, Weichenverg, besorgt wie bisher: <. Den Einkauf von Herrenstoffen. 2. Den Einkauf von Damcnkleiderstoffcn. 3. Den Einkauf von Leinen-, Baumwoll- und Schafwollstoffen sowie Herren- und Damenwäsche. 4. Den Einkauf von neuen und überspielten Flügeln und pianinos. 3. Den Einkauf von Nähmaschinen für Hausbedarf und für Schulen. Bei Bestellung von Mustern für Pamenkkeider ist anzuführen, ob der Stoff glatt oder gemustert, hell oder dunkel sein soll, ob ein praktisches oder elegantes Modekleid gewünscht wird. Bei lvaschstoffen teile man mit, ob sie für Kleider oder Blusen gebraucht werden, ob lvollmousselin, Battist, Altlas-Satin, Sephir, lvaschkörper oder nur Ivaschkotton gewünscht wird. Bei allen Bestellungen empfiehlt es sich auch, den aus den Mustersendungen zu entnehmenden preis anzugeben. Die freie Zusendung der Postpakete ist bei diesen preisen nicht möglich, dagegen trägt die lv.-A. die Auslagen für Mustersendungen und Rechnungsstempel. Man wende sich mit Karte an die lvirt-schastsabteilnng des D. k £. v. in Reichenberg 1 Paul Sollors Nachfolger Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung, Lesezirkel, Antiquariat Reichenberg, Böhm. Prompte Lieferungjvon Werken aus allen Gebieten der Literatur sowie Einrichtung und Ergänzung von Schüler-, Volks- und Fachbibliotheken. Großes Lager neuer und alter Musikalien. Nach auswärts Zcltschrlften-Lesezlrkel Im Nachabonnement! Bücher- und Preisverzeichnisse gerne umsonst ===== und postfrei. ----------- Günstigste Zahlungsbedingungen. \ Blätter für den Jlbteilungsunterricbt Laiöach, im Auti 1909. bcn Anzeigeteil werden nur Ankündigungen ausgenommen, die die Güte der Ware erwiesen haben. Es m daher vor der Insertion entweder den Gegenstand selbst einzusenden oder ein vertrauenswürdiges Zeugnis. Es wird ersucht, Beschwerden unmittelbar an den Herausgeber zu richten.) AnKündigungsöogen. (Zur Folg- 67.) 148.) Zur Geschichte des Mfeisiistes. Darüber findet sich in einem Prospekte der Firma Hardtmuth e»ie Darstellung, die als Stoffqnellc für eine Nnterrichtslcktion sicherlich erwünscht sein wird. Es heißt u.a.: „Dem klassischen Aitertume und seiner Kunst war der Bleistift oder ein ähnliches Instrument völlig unbekannt und erst im Mittelalter taucht eine Art von Bleistiften auf, längliche Stückchen Blei oder Silber, mit welchen die Zeichnungen eigentlich mehr eingeritzt als gezeichnet wurden. Im '5. Jahrhundert wurde in Italien eine Mischung von Blei und Zinn hergestellt, die es ermöglichte, Zeichnungen, ähnlich den heutigen, auszuführen. Die Stifte, die aus dieser Mischung erzeugt wurden, hatten eine charakteristische Eigenschaft des Bleistiftes: ihre Spur auf dem Papiere konnte nämlich Verwischt werden. Wenn wir also wollen, so können wir in ihnen die Entstehung oder das erste Bntwicklungsstadium des heutigen Bleistiftes entdecken, und vielleicht berechtigt uns dazu schon die Tatsache, daß das Instrument, dessen wir uns jetzt bedienen, obgleich es kein Blei mehr enthält, seinen Namen immer noch von jenen Bleistiften oder Bleifedern herleitet. Allerdings dürfte dieser fein geschichtliche Zusammenhang nur wenigen von den Tausenden und Abertausenden, denen der Gebrauch des Bleistiftes zur alltäglichen Gewohnheit geworden ist, heute noch zum Bewußtsein gelangen. Übrigens erlangten diese Stifte bald eine ziemlich ausgebreitete Verwendung. Die von Petrarca in seinen herrlichen Sonetten gefeierte Laura wurde von einem Zeitgenossen vermittels eines solchen Stiftes porträtiert und zur Zeit des Michel Angelo war diese Manier noch ■linier im Gebrauche. Daß man ihr aber die Kreide und den Rotstift, mit welchem ganz Vorzügliches in der Zeichen-kunst geleistet wurde, vorzog, ist leicht begreiflich, denn das ganze Verfahren war primitiv und mit Mängeln behaftet, die es von der heutigen Manier noch sehr weit entfernt erscheinen lassen. Eigentliche Bleistifte kamen denn auch erst im 17. Jahrhunderte auf. Um das Jahr 1658 wurden die Graphitgruben von Borrowdale in England entdeckt und damit wurde ein Material gewonnen, das zur Fabrikation eines Zeichenstiftes führte, welcher unserem Bleistifte ganz nahe kommt. Der Graphit dieser Grube war von bester Qualität; er wurde in Blöcken gefördert, die in kleine Stäbchen zersägt und in Holz gefaßt wurden. Die Herstellung solcher Bleistifte Wurde von den Künstlern aller Länder freudigst begrüßt. Sie wurden als wahre Kostbarkeit aufgenommen und mit horrenden Preisen bezahlt; deshalb war auch die Grube häufig den räuberischen Angriffen der Bergbewohner ausgesetzt. Ein Kilogramm Graphit kam damals auf mehr als 190 fl.; U|n das kostbare Lager möglichst zu schonen, wurde die Grube später nur durch sechs Wochen Jährlich in Betrieb gehalten und auf die Ausfuhr des unverarbeiteten Materiales sogar die Todesstrafe gesetzt. Trotzdem belief sich der Wert der Ausbeute auf ungefähr 40.000 Pfund Sterling im Jahre. Infolge der fortgesetzten Ausbeutung nahm aber die Ergiebigkeit der Grube stetig ab, bis sie endlich vollends versiegte und nur noch Abfall lieferte. Um diesen zu verwerten, versuchte man ihn durch Beim, Hauscnblase, Tragant und andere Klebemittel zu binden und in eine feste Masse zu verwandeln, bezw. auch durch Zusammenschmelzen mit Schwefel oder Spießglanz zu verbessern oder zur Verwertung zuzurichten. Alle Bemühungen aber, Zeichenstifte in gleicher Qualität, wie dies früher der Ball war, herzustellen, blieben vergeblich, und die Sache wurde nicht besser, als der vorerwähnte Abfall auch aufgebraucht war und man sich dem böhmischen Graphit zuwenden mußte. Da trat im Jahre 1790 die Bleistiftfabrikation abermals in eine neue Ära. Es gelang nämlich Josef Hardtmuth in Wien gleichzeitig mit Conte in Paris, ein Mittel zu finden, das imstande war, öen Borrowdalegraphitstift nicht nur zu ersetzen, sondern sogar zu übertreffen. Damit war der Bleistifterzeugung ein neues und weites Feld geöffnet. Die Erfinder vermengten geschlämmten, fein-gcpulverten Graphit mit verschiedenen Mengen Ton und erlangten dadurch Massen von verschiedener Bärte. Während man bei der Verwendung des natürlichen Graphits wesentlich von der Beschaffenheit öes niemals ganz gleichmäßigen Materiales abhängig war, konnte man der neuen Masse je nach öen Mischungsverhältnissen jeden gewünschten Härtegrad erteilen. Außerdem stellte sich die Er-Zcugung jetzt wesentlich billiger als vorher, da man an Stelle der kostspieligen Graphitstäbe auch al|e Abfälle verwenden konnte. (Fortsetzung im Beurteilungsbogen.) Mitteilungen der Verwaltung. Das Ersuchen um die Begleichung der Rückstände hat mancherorts Mißstimmung erzeugt. Man möge gerecht sein und uns nicht grollen, daß wir die Einzahlungen auch auf 1909 ausgedehnt haben; wir wollen uns und den g. Lesern eine zweifache Arbeit ersparen. Übrigens ist es allgemein üblich, daß Zeitschriften im voraus bezahlt werden. Die „Blätter für den Abteilungsunterricht“ sind im Verhältnisse zu ihrer Ausstattung die billigste Fachzeitschrift Österreichs. Da trotzdem zahlreiche Freistücke abgegeben und Ermäßigungen gewährt werden, so heißt es haushalten und das Unternehmen vor Schulden bewahren. Da uns nun nur die prompte Begleichung der Bezugsgebühr eine sichere Grundlage für ein Kalkül bieten kann, so bitten wir neuerdings um Ebnung. Ist einmal der feste Stamm der Abnehmer geschaffen, so werden wir nicht mehr lästig werden. — Institut in Z.: Sie entschuldigen sich ob der verspäteten Zahlung. Das entschädigt uns für einzelne Karten, die Vorwürfe enthielten. — Schilt. L. N. in St., Post D.: Warum beziehen sie die „Blätter“ nicht direkt von uns? Der Weg durch die Buchhandlung erschwert Versendung und Evidenz. — L. O. in R. (Salzburg): Wir haben mit der genannten Verlagsanstalt jedwegen Verkehr abgebrochen, weil sie zu Gunsten der Lehrerschaft an Landschulen kein Entgegenkommen zeigte. — Schuldirektor W. R. in V.: Es ist alles beglichen. — V. M. in R., Post Gr. P: Bis 1. Jänner 1909 ist alles bezahlt. — R. 8. in Schw.: Jahrgang 1906 wird in 3. Auflage demnächst versendet werden. — K. G. in L., Post W.: Sie haben recht. — A. K., Lehrer in Bl. (Böhmen): Ja. — Die Leser werden gebeten, neue Abnehmer zu werben, damit sich die Zeitschrift auf der Höhe halten kann. Wir bitten, uns behufs Zusendung von Probenummern Adressen zukonmien zu lassen. Zum Wiederverkauf unserer Schriften senden wir eine beliebige Anzahl portofrei zu. Abrechnung im Juni und Dezember. Nichtverkauftes nehmen wir zurück. Die kleine Mühe der Vermittlung erspart uns den Verkehr mit Buchhändlern und bringt überdies dem Südheim 10% Gewinn. Durch die Verwaltung der „Blätter für den Abteilungsunterricht“ zu beziehen: 1.) 230 praktische Rechenaufgaben, wie sie das Leben bietet und das Leben braucht. Von Dengg-Peerz. — a) Ausgabe für Lehrer, gebunden, 1 K 20 h. (Porto 10 h.) — b) Ausgabe für Lehrer, geheftet, 1 K. (Porto 10 h.) — c) Ausgabe für Schüler (Oberstufe) 20 h. In der „Freien Deutschen Schule“ ist folgendes Urteil enthalten: „Die zeitgemäße Umgestaltung des Unterrichtes in unseren Volksschulen wird immer dringender. Unsere Schüler vermögen wohl mit drei- und mehrstelligen Zahlen vervielfachen und messen, sie können auch eine Unzahl von Zahlen zu- und wegzählen, aber über die einfachsten Dinge des täglichen Lebens stolpern sie gewöhnlich. Das bringt, wie der Oberlehrer Dengg in seinem Vorworte zu seinem Büchlein sehr richtig sagt, den ganzen Rechenunterricht beim Volke in Mißkredit. Was ist schuld daran? Unsere Lehrpläne und unsere Rechenbücher beachten im Gegensätze zur Aufgabe der Volksschule die Forderungen und Bedürfnisse des Lebens viel zu wenig oder gar nicht. Man hält sich immer das Gespenst „Mittelschule“ vor Augen, als ob die Volksschule nur für die Mittelschule da wäre. Darin sollte man doch endlich unterscheiden lernen. Oberlehrer Dengg will nun mit vorliegender Sammlung „einen bescheidenen Baustein zur dringenden Reform des Volksschulrechenunterrichtes beitragen“. Die Beispiele sind wirklich aus dem Leben gegriffen. Sie führen den Schüler, immer der Auffassungskraft der jeweiligen Altersstufe angemessen, zur Milchfrau, zum Fleischhauer, zum Kaufmann usw., sie machen ihn mit Dingen der Haushaltung und der Wirtschaft vertraut, sie machen den Schüler mit der Krankenhasse und Unfallversicherung bekannt, kurz: eine prächtige Sammlung. Prof. Rud. E. Peerz hat ihr ein treffliches Geleitwort mitgegeben.“ G. 2.) Das Zeichnen nach der Natur in der Landschule. 2. Auflage. 5. Tausend! (Verfasser: Rud. E. Peerz.) — a) Violett gebunden mit weißer Aufschrift 2 K. — b) Geheftet 1 K 50 h. (Porto jedesmal 10 h.) — Inhalt: Psychologische Grundlegung, Methodik, Lehrplan, Lehrstoffverteilung, Stundenbilder. 3.) Lehre sparen! Ein sozialpädagogisches Unterrichtsbeispiel. 2. Auflage. Durch die Einführung der Heimsparkassen zeitgemäß geworden. Preis 40 h, Porto 3 h. (Verfasser: Rud. E. Peerz.) 4.) Der kürzeste und sicherste Weg im Rechenunterrichte. Eine kritische Studie. Preis 1 K; Porto 10 h. Verfasser: Rud. E. Peerz. — Aus einem Lehrerblatte: „Die Ausstellung .Lehrerarbeit' trägt schuld an dieser Besprechung. Niemals noch waren so viele Rechenapparate in einer Ausstellung vereinigt wie in dieser. Diese viele unnütze Lehrerarbeit brachte mich auf die Idee, den Peerz’schen Wegweiser, der schon 1901 erschienen, wieder einmal anzuempfehlen. Wenn ich durch diesen Hinweis auch nur einen Kollegen davon abhalte, einen neuen Rechenapparat zu erfinden, so habe ich meinen Zweck erreicht. Ach, wenn doch nur der Diensteid endlich den Zusatz bekäme: Ich gelobe, keinen Rechenappart zu erfinden!“ 5.) Anleitung zur Ausarbeitung von Prüfungsthemen. Mit Beispielen versehen. Preis 40 h, Porto 3 h. 6.) Kurzgefaßte Anleitung für den Unterricht an Landschulen. (Aufgebaut auf einem Stundenpläne für die ungeteilte einklassige Volksschule.) Preis 1 K, Porto 10 h. — Verfasser: Rud. E. Peerz. (Vom k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht empfohlen.) 7.) Die „Österr. Schulaufsicht“. (Fachblatt für die österr. Bezirksschulinspektoren.) Monatsschrift. Bezugspreis für das Jahr 5 K. — Schriftleiter: E. Peerz. 8.) Ansichtskarte „Unser Gold“. Das gesamte Erträgnis ist dem Südheim gewidmet. 1 Stück 10h. 9.) „ „Das Lehrerheim im Süden“. Reinerträgnis für das Südheim. 1 Stück = 10 h. 10.) „ „Kinder des Frühlings“. „ „ „ „ 1 Stück = 10 h. 11.) „Blätter für den Abteilungsunterricht“. (Monatschrift zur Förderung des österreichischen Schulwesens.) — a) 4. Jahrgang (1907) als Buch in 4. Auflage erschienen (geheftet)............3 K elegant gebunden................................................4 „ b) 5. „ (1908), in Heften zu haben.............................4 „ c) 6. „ (1909)................................................. 6 12.) ln Kommission, also direkt durch uns zu beziehen: Die Skizze im naturgeschichtlichen Unterrichte von Prof. Burger. Preis 2 K. WE" Ganz umsonst "HW erhalten Sie ein gutes Stereoskop beim Abonnement auf eine unserer Stereoskop-Reisen zu K 25. 100 prachtvolle Bilder, elegante Kassette, hervorragende Begutachtungen aus Lehrerkreisen. Verlanget Prospekt! Außerdem für Stereoskop-Besitzer mehr als zehntausend Ansichten aus aller Welt zu billigsten Preisen gegen monatliche Raten. Versandstelle: Die Welt im Stereoskop, Reichenberg in Böhmen. 111 Beispielloser Erfolg einer österreichischen pädagogischen Schrift !!! An einigen Monaten 1. Anfrage (2500 St.) vergriffen. In zweiter Auflage ist erschienen: Wrof. 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Wien (Nur phys.) 1: 30.000,190: 190 cm „ 32 Deutsches Reich 1 : 800.000, 180 : 200 cm . . . „ 26 Europa 1 : 3 Millionen, 170 : 195 cm............„22 Asien 1 : 6 Millionen 190 : 205 cm...............22 Afrika 1 : 6 Millionen. 170 : 200 cm............„22 Nordamerika 1 : 6 Millionen, 170 : 200 cm . . „22 Südamerika 1 : 6 Millionen, 185 : 170 cm . . . „22 Australien 1 : 6 Millionen, 170 : 200 cm ... „22 östliche Erdhälfte I : 14 Millionen, 200: 180 cm . „ 18 Westliche Erdhälfte 1:14 Millionen, 200:180 cm . „ 18 Beide Planlgloben auf einmal genommen cm . „34 Palästina (Nur phys.) 1 : 250.000, 170 : 115 cm . „14 Prof. Cicalek L Rothaug, Kolonial- u. Weltverkehrskarte (Nur pol.) Acqu.-Maßst. 1 : 25 Mill. In Merkators Projektion IM : 210 cm ... . „27 Jede Karte, bei der nicht anders angegeben, ist politisch sowie physisch zu haben; wir bitten daher bei Bestellung um genaue Bezeichnung der Ausgabe und Ausstattung. Die Karten der Atlasse sind getreue Abbildungen der Wandkarten und umgekehrt. Alle Lehrmitteln liefert die Geograph. Lehrmittel-Anstalt G. Freytag S g e - E = «Ep ts ^CQ c ^ g Zc/5 c o>c3£ — .3 Z ^ •-^r o) j- D 25, 2 -goli T. 5*,« E aijMcn E°-a 0> O 1- 0)0) > J= u / U •" CU UJ cd cn V) oT 86 t— __ x: -3 ^8= o -O N! :3 :. 3 S't . 3 .5* ^ =£ 13 UJ bß t: •- 5 o tuo e L n 5 Q c™~.E "5 $ c c ä £ N .5 c ' " ■ e • •'•Q eC^ N *3 2 E C CQ 3 u tu ‘ 1 £3 tu — c ^ 2g §£ cd *y ^ ►. u bß (f) bC cjCj c c/j N CD bß^ co in cm •a C C fl 3 C « h - cd 3 e t; Ä »p i= >u 3 P ct: j= 3 = 2« V) 5 5 L- = jö s I ffL^ZZ cd o —> < £ E ■o ti SPo c ■o^j ui ,«J 3 »s . bC "’S L 8 CA) co o M d-S-g-5 i-T ■ 3 ca) 2 ^ = n c 3 3 M ÖßrO 2 N o> bß •ö ^ in £’a " ’pfflo iS "F ±j ^ i s " S>.« 6fl . > C jo rr o s 3 s " ^igo ü- M F ” > -£ . flO 06 ro aj h* oj a) rv. bfl-2 bflV. «>S.S“ Q tu (U OUU (/] '— tu 03 a;ilDiq3S98 9)ipiqDS9Q U9S9T 3UBS90 9pun>|p4g 9jq9|jn)BN U9J9U0UI9W 9 q 9* B j d s Jaqoej u9qdsi ) s i [b9\ 9in ™10,2 ~ — c «.SN ca 33 CQ c •c _ > oo OB CU s2 < CQ •“ b «3 °\e h? », ■ "S M “JC* cn’g »y cu • . -*—• gc -a 2 i ” B-S = < “3?> = ä ■“ c td «c •— tu ^•g .0#= •= 5«a2Ä E CQ iS m J« CQ hV, J3 Ä .ÄflSO o dLL E73 •>*: et . e gp-a « beeii^u c N s* bJjCU cjj Nrf 3 g MJ jg 3 S « «C ojoH5'5 ® c"> SO . oOr 4> C/3 W Ofl ‘ tu ^ CQ 3=^ «s ts ? 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Nicht nur der, dem die einklassige Schule in die Hand gegeben ist, auch der Mehrklassige, ja sogar der „glückliche" Städtlehrer, der den Abteilungsunterricht nicht zu beachten hat, obwohl die kluge Einsicht ihn manchmal auch bei ihm heischt, wird nur dann im Stoffe zielsicher und „ruhig" fortschreiten können, wenn er sich für denselben einen Plan zurechtgelegt hat. Zunächst gilt es den Plan für das ganze Jahr, der sich am besten zwischen die großen Feste: Weihnachten, Ostern, Pfingsten oder in die Quartale drängt, fürs zweite den Arbeitsplan für die Woche, fürs dritte die tägliche Stoffverteilung. Herr Schuen bietet uns eine Stoffübersicht für den Sommer. Da bei ihm der Unterricht mit Oster» anfing, so erscheint die Zeit als zweites Quartal. Die Zusammenstellung zeigt eine ökonomische Konzentration und die Anpassung an die Jahreszeit. Der „Zeitbegriff" tritt eben deutlich hervor, da das Wachsen des Tages begrüßt wird. In der ersten Konzentrationseinheit schlägt der Staatsgedanke aus der Schlacht bei Mohacz von der Oberstufe auf die Mittelstufe zurück. Daraus ergeben sich die Stufen für die Heimatkunde Haus (Oberstufe), Gemeinde (Mittelstufe), Kronland (Oberstufe). — In dem Abschnitte „Naturgeschichte" bricht naturgemäß die Jahreszeit durch. In jede Abteilung streut sic etwas Zeit- und Ortsgemäßes hinein. Es laben sich alle am ganzen Stoff, soweit er in gemeinsamen Stunden durchgenommen wird, gelegentlich der ersten Vorführung. Eine Trennung ergibt sich bloß mit Rücksicht auf die genauere Behandlung. Dasselbe betrifft die Naturlehre. — Zur Befriedigung des Interesses wird jedes neue Lesestück zunächst allen Abteilungen geboten; ist es als Ganzes „zur Kenntnis genommen worden", so verankert es sich sodann in der ihm zukommenden Abteilung. „Rechtschreiben, Sprache, Stil" klammern sich an den Stoff, aus dem sie Nährkraft saugen, an die Realien. Darob wird der „Grammatik" nicht vergessen. In der Lehrstoffverteilung des Herrn Schuen liegt ein reicher Schatz wertvoller Gedanken, die ganze Methode des Abteilungsunterrichtes. Wer sich in den Konzentrationsgedanken vertiefen will, lese den einschlägigen Aussatz im Jahrgange 1906! Niemand versäume es, nach dem hier gebotenen Muster über die Ferien einen Arbeitsplan zu entwerfen; viel Aufregung, viel Sorge wird erspart und hundertfach lohnt der Erfolg den Aufwand an Zeit und Kraft. Die Schriftleitung. Warum, wie und was sollen wir Lehrer lesen? Wer so jung ein so schweres Amt übernimmt wie wir Lehrer, muß allfort darauf bedacht sein, sein Wissen und Können zu heben. Am wirksamsten geschähe dies durch den Verkehr mit Künstlern und Gelehrten; an einem solchen Verkehre gebricht es jedoch, zumal in der Dorfeinsamkeit. Nur in guten Büchern können wir für lebendigen Meinungsaustausch Ersatz finden. Gute Bücher sind unsere besten Freunde, dies schon darum, weil sie uns ungleich mehr geben als nehmen. Wir Lehrer müssen schon aus dem Grunde viel lesen, um unser Gemütsleben zu vertiefen, um unseren Charakter zu festigen, um nach der Schulzeit wieder zum Ausruhen zu kommen. Die Kleinlichkeiten des Alltagslebens vergessen wir am leichtesten über einem guten Buche. Wenn ein mißliches Vorkommnis unser ganzes Innere in Aufruhr bringt, Unzufriedenheit und Empörung sich einnisten wollen, — beim Lesen glätten sich die hochgehenden Wogen. Ins unbegrenzte Land der Sehnsucht und der Phantasie muß unsere Seele ihren Flug nehmen, damit wir immer wieder geben und geben können. Lesen, um damit zu prunken, das liegt dem Lehrer ferne; oft genug aber liest er nur zum Zeitvertreibe, insonderheit der Anfänger im Berufe, der sich doppelt einsam und verlassen fühlt, war er es doch sonst gewohnt, von seinen Lieben umgeben zu sein. Zur Zeit, da wir uns für den künftigen schweren Beruf vorbereiteten, durften wir an allen Quellen nippen, nirgends jedoch konnten wir einen herzhaften Trunk tun, da es an Zeit gebrach. So kommt es, daß wir nie zum selbständigen Überlegen kamen1, am wenigsten über die Erzeugnisse der Feder. Wir müssen also zunächst bestrebt sein, zu lesen, um uns ein eigenes Urteil bilden zu können; wir müssen an guten Büchern unsern Geschmack läutern. Unser Körper verlangt nach Nahrung und Bewegung; unser Geist braucht ebenso kräftige Kost, soll er nicht ermatten. Das Lesen bildet das wichtigste Mittel, um einen Ausgleich zwischen Kräfteverbrauch und Kräftevorrat herzustellen. Was wir lernten und lasen, da wir noch die Schulbank drückten, verfliegt schnell; anregender Verkehr 1 Die Literaturgeschichte wurde zum Dogma; was dort stand, mußte eingelehrt werden, weil es haargenau geprüft wurde. D. Sch. fehlt uns. Wie sehr blieben wir hinter unserer raschlebigen Zeit zurück, wie sehr schadeten wir dadurch dem Ansehen unseres Standes, bildeten wir unseren Geist nicht fort! Wie sollen wir Lehrer lesen ? Als Backfisch1 verschlang ich als Lesestoff alles, was mir in die Hände fiel — nur Kochbücher nicht; ich überschlug Blätter, um nur rasch zu erfahren, „ob sie sich wohl kriegten“. Wer da meinte, dies oder jenes würde ich doch nicht verstehen, kam bei mir schlecht an. Ganz entrüstet fragte ich, ob man denn glaube, ich verstünde nicht deutsch. Der lesende Backfich ist zufrieden, versteht er die Worte; der lesende Lehrer erwägt den Sinn; er liest mit Ruhe und Bedacht, mit Verständnis; er liest unklare Stellen wiederholt, fragt andere um ihre Meinung darüber, er streicht die sinnigsten Stellen an, damit er sich noch oft daran erquicke. Um den Wert eines guten Buches ganz würdigen zu können, muß man es oft lesen, da man beim ersten Lesen gewöhnlich flüchtig vorgeht, die bedeutendsten Stellen zu rasch durcheilt. Das Herausschreiben von Zitaten hebt den Wert, den wir aus dem Gelesenen ziehen; noch mehr Nutzen bringt uns das Lesen, wenn wir den Inhalt des Buches auszugsweise anmerken, den Gang der Handlung andeutend, die Wesensart der Helden erwägend. Solche Auszüge bilden ein Nachschlagewerk, fördern jedoch auch den Stil des Lesers und sein persönliches Urteil. „Frage den Leser, was er liest, und ich will Dir sagen, wer er ist,“ so möchte ich den bekannten Spruch ummodeln. Es genügt ja nicht, daß wir lesen, die Hauptsache bleibt doch, was wir lesen. Ein Buch, das uns nicht anregt, es wieder und wieder zu lesen, ist des Lesens nicht wert; es ist nicht würdig, daß der Lehrer dafür seine mühsam erworbenen Groschen auslegt. Ja, was soll nun der Lehrer lesen? Soll er ewig Fachsimpelei betreiben? Wenn man dies forderte, gäbe niemand das Lesen schneller auf wie die Schreiberin dieser Zeilen.2 Im Buche der Natur soll der Lehrer lesen, er soll lesen in den Herzen der Kinder, in den Augen seiner Schutzbefohlenen; Zeitungen soll der Lehrer lesen und gute Bücher. Das Lesen im Buche der Natur bringt dem Lehrer Erholung, es erweitert sein Wissen, bildet sein Gemüt, denn die Natur ist immer schön, auch dann, wenn sie uns grausam scheint; ihre ganze Pracht kann auch der phantasievollste Dichter nie ganz schildern. ln den Augen der Kinder lesen wir Freude und Angst, Glück und Leid, in ihren Herzen lesen wir Dankbarkeit und Mitgefühl, Bosheit und Undank; das Herz des Kindes kann genau so freudig pochen wie unser eigenes, es kann so jammervoll zucken wie das Herz des Erwachsenen; zu lindern und zu teilen, das liegt in des Lehrers Hand. Eine der beachtenswertesten Errungenschaften der Neuzeit ist das Zeitungswesen. Die Zeitung bringt alles, was wissenswert ist; sie bietet dem Politiker Stoff zum Nachdenken, dem Handelsmanne, dem Pädagogen, jedem, der mit der Zeit fortschreiten will, ist sie willkommen, ja, kein Gebildeter kann ohne die Zeitung aus-kommen. Wir Lehrer können sogar noch ein Übriges tun, wir teilen dies oder jenes, was wir in der Zeitung fanden, den Schülern mit, erwecken in ihnen das Verständnis für die Vorgänge in der Welt.3 ln erster Linie beachtet der Lehrer Fachzeitschriften, bringen diese doch Nachricht von den Fortschritten auf dem Gebiete der Pädagogik, jener Wissenschaft, die sich immer blühender entfaltet. Der niedrige Preis der Fachblätter ermöglicht deren Erwerb; der gegenseitige Austausch von Fachzeitschriften zwischen Lehrern eines Kreises hebt den Nutzen für alle Leser. Wahre Fundgruben für den strebsamen Lehrer sind die pädagogischen Klassiker. Wenn wir vielleicht auch meinen, die Ansichten dieser Geistesheroen seien veraltet, längst schon von der Zeit überholt, so sollen wir dennoch die Mühe nicht scheuen, die Klassiker zu studieren, wir werden manches Goldkörnlein heben. Wer das aber nicht über sich bringt, wende sich den Modernen zu, jenen Pädagogen, die noch heute 1 Aha, eine Kollegin! D. Sch. 2 Und sie hätte Recht! Man sott eben nicht nur „Lehrer" sein sondern auch Mensch. Die uns die Bezirkslehrerbüchereien mit nichts anderem füllen als mit trockener Pädagogik, tragen Schuld daran, wenn der Zuspruch viel zu wünschen übrig läßt. D. Sch. 3 Wenn wir dabei nicht an Parteipolitik denken, — ein beachtenswerter Gedanke! D. Sch. rüstig schaffen, jenen, die so anregend schreiben, daß das Lesen von Fachwerken ein wahrer Genuß ist. Der pädagogische Büchermarkt trotzt von Werken, die so schön lehren, so spielend lehren, daß man es sich nur innig wünscht, alle diese Bücher zu besitzen, daß man sich sogar sehnt, nochmals die Schulbank zu drücken, um so lernen zu können mit voller Hingabe. Allen voran stelle ich Otto Ernst. Diesen Mann möchte ich kennen, ihm möchte ich einmal die Hand drücken zum Danke für die genußreichen Stunden, die mir seine Werke verschaffen. Otto Ernst ist Lehrer, er ist jedoch auch Vater, seine Kinder sind ihm alles; darum gibt es wohl kaum eine Seelenregung des Kindes, die er nicht erforscht hätte. Man lese doch die reizenden Appelschnutgeschichten1, die einzig sind. Der Vater schildert nicht nur die guten Seiten seiner Kinder, sondern auch die schlechten. Asmus Sempers Jugendland2 und Semper der Jüngling erschließen uns so recht das Verständnis für Otto Ernst’s Persönlichkeit. In diesen Schilderungen atmet und lebt alles, eine sonnige Jugendzeit zieht an unserem Auge vorüber, lebendiges Streben; wir hegen nur den einen Wunsch, anderen solche Tage bereiten zu können. Was Ernst’s Schreibweise so eigenen Reiz verleiht, ist der Humor, der alles durchwebt, insbesondere „Ein frohes Farbenspiel“ und „Vom geruhigen Leben.“3 Der Lehrer, der es doch allfort mit werdenden Menschen zu tun hat, mit ihren Unvollkommenheiten ebenso schwer kämpft wie, mit seiner eigenen Schwäche, der sollte ein Bruder des Vereines vom geruhigen Leben werden, einer, der auch der schlimmsten Erfahrung noch Humor abgewinnt. Flachsmann als Erzieher, Der süße Willy4 liefern den Beweis, daß es Ernst an Einsicht keinesfalls gebricht, daß er dem Lehrerleben ganz auf den Grund gesehen hat, desgleichen dem Familienleben. Einer aus unserer Mitte, gleich Ernst noch rüstig schaffend, ist Heinrich Scharrelmann. Das ist ein idealer Lehrer, ein Lehrer, dessen Streben in Wort und Tat dahin geht, den Unterricht von allem geisttötenden Mechanismus zu befreien. Es sind prächtige Gedanken die er hegt und in seinen Büchern Weg zur Kraft,5 Herzhafter Unterricht/ Im Rahmen des Alltags7 und Goldene Heimat8 zum Ausdrucke bringt. Alles ist bei den herrschenden Verhältnissen nicht durchführbar, nicht jeder Lehrer ist ein Scharrelmann; vieles jedoch ist jedem Lehrer möglich, vielleicht ist ihm dies und das schon längst durch Sinn und Seele gezogen. Lernt man im Umgange mit Menschen, so lernt man auch aus der Schilderung seines Lebenslaufes. Ein ideales Lehrerleben — Kampf und Not, Glück und Leid, friedliches Ausklingen — spielt sich vor dem Leser der Brosamen11 von Schulrat Friedrich Polack ab. Dem Naturforscher unter uns Lehrern ist es sicherlich willkommen, daß es Bücher gibt, die das Naturstudium zum Hochgenüsse machen. Was sollte uns Menschen begeistern, wenn nicht Mutter Natur, die Allherrliche, die Ewigschöne? Trockene Naturbeschreibungen erfüllen diesen Zweck nicht, begeistern können wir uns für die Natur nur durch eigenes Forschen, die Kinder können wir für die Natur nur begeistern, unterrichten wir an der Hand von Büchern, wie Otto Schmeil,10 Friedrich Junge11 und Odo Twiehausen12 sie bieten. Der geographische Unterricht, wie wir ihn einst genossen haben, war mehr oder weniger nur Wortgeklingel, ein Ablesen von Namen, ein Aufzählen solcher. Julius Tischendorf18 hat den Beweis geliefert, daß die tote Landkarte belebt werden kann, daß es dem Schüler möglich ist, selbständige Schlüsse zu ziehen aus der Lage eines Ortes auf dessen Kultur usw. Nach Tischendorfs Vorbild hat Eduard 1 Verlag Staackmann, Leipzig, 6 M. 2 Verlag Staackmann, Leipzig, 5 K 40 h, 6 K. 3 Verlag Staackmann, Leipzig, 4 K 20 h. 1 Derselbe Verlag, 1 K 20 h. 5 Verlag Janssen, Hamburg, 4 M 50 Pf. 6 Verlag Janssen, Hamburg, 3 M. 7 Verlag Janssen, Hamburg, I M 50 Pf. 8 Verlag janssen, Hamburg, 2 M. 8 Verlag Herros6, Wittenberg, 4 Bände, ein Band zu 3 M. 10 Verlag Nägele, Leipzig, Botanik 6 K, Zoologie 6 K. 11 Verlag Lipsius und Fischer, Leipzig, 3 M 60 Pf. 12 Verlag Wunderlich, Leipzig, 5 Teile, ein Teil zu 3 M. 13 Verlag Wunderlich, Leipzig, 5 Teile, ein Teil zu 3 M. Maierl1 seine Bücher über das Vaterland, die österreichisch-ungarische Monarchie, und das Heimatland, Steiermark, verfaßt. Kein Unterrichtszweig begegnet so vielfachen Reformvorschlägen wie der Sprachunterricht. Trocken und uninteressant war dieser Unterricht bislang, Rudolf Hildebrand2 weist uns den Weg, wie man die Sprache lebendig erfassen kann. Hans Trunk,3 Max Schießl4 und unzählige andere haben dieselben Bestrebungen. Auch für den Aufsatzunterricht im besonderen gibt es der Reformer eine Legion, so Franz Frisch,'5 Dr. Friedrich Sachse;3 so temperamentvoll wie Otto Anthes geht jedoch keiner vor. Der papierne Drache7 ist ein Markstein auf dem Reformgebiete für den Sprachunterricht. Von jenen Pädagogen, die alle Gebiete des Volksschulwesens berühren, möchte ich dem lesenden Lehrer vor allem Dr. Lauckhard und Franz Mohaupt empfehlen; des ersteren Pädagogische Studien und Pädagogische Bausteine8 bieten nicht weniger Anregung wie die humorvollen Hobelspäne aus der Werkstatt11 des letzteren. Försters Jugendlehre10 gehört zu dem eisernen Bestände einer Lehrer- bezw. Schulbücherei. Wenn der Lehrer einmal zweifelt und zagt, wird ihm kein Buch besserer Trost und bessere Stütze sein wie Die Geschichte meines Lebens11 von Helene Keller, der Amerikanerin, die man eines der Weltwunder nennt. Taub, blind und stumm war das Kind, dessen Erziehung Fräulein Sullivan übernahm. Heute ist das Kind eine junge Dame, die schon drei Bücher geschrieben hat und drei Sprachen spricht. Wen man mehr bewundern soll, weiß man oft nicht, liest man Helen Kellers Lebensgeschichte, soll man die Lehrerin bewundern, deren Geduld nie erlahmte, oder die Schülerin, dpren Eifer rastlos alle Schwierigkeiten überwand. Wir Lehrer haben es in der Regel mit vollsinnigen Kindern zu tun, und trotzdem dünkt es uns oft, die Bürde sei gar zu schwer. — Der Lehrerschaft ist es großenteils leider nicht möglich, die weite schöne Welt mit eigenem Auge zu schauen; gute Länder- und Völkerschilderungen bieten Ersatz für Reisen. Nansens In Nacht und Eis,12 Sven Hedin’s und Dr. Wißmann’s Reiseschilderungen, Dr. Klein’s Durch Nordamerika und Ostasien13 ziehen uns ungemein an, nicht minder jedoch Werke wie Österreich-Ungarn in Wort und Bild, die Alpenschilderungen von Berlepsch und Schweiger von Lerchenfeld. Im Geiste reisen wir, aller Reiseunannehmlichkeiten sind wir enthoben, die Freude und der Genuß an dem farbenprächtigen Bilde allein bleibt. Prachtvolle Naturschilderungen finden wir auch in manchen Romanen, so in Mügge’s Afraja, in den Schriften eines Rudolf St ratz, eines Richard Voß, eines Pierre Loti. (Schluß folgt.) Schulhumor. 19. Der undankbare Ortsschulrat. Sprach ein Bauer zum anderen, der in den Ortsschulrat gewählt wurde: „Ös Sakra, zu was hab’n wir denn enk einigwählt in’n Ortsschulrat, wann ma grad so Schulstraf zahln mtiss’n wie bei die Herrischen?!“ 20. Ableitung. Lehrer: „Woraus ist dein Rock gemacht?“ Schüler: „Aus Tuch.“ L.: „Woraus wird das Tuch gemacht?“ Sch.: „Aus Wolle.“ L.: „Woher kommt die Wolle?“ Sch.: „Vom Schafe." L.: „Von welchem Tiere hast Du also Deinen Rock?“ Sch.: „Von meinem Vater.“ E. Buxbaum. 1 Verlag Enserer, Leoben. 2 Verlag Teubner, Leipzig, 6 M. 3 Verlag Leuschner und Lubensky, Graz. 4 Verlag Kellerer, München, 3 M 30 Pf. 5 Verlag Pichler, Wien. 11 Verlag Hahn, Leipzig, 90 h. 7 Verlag Voigtländer, Leipzig, 2 M 40 Pf. 8 Verlag Müller, München. 3 Verlag Künstner, Böhm.-Leipa. 10 Verlag Reimer, Berlin, 6 M. 11 Verlag Lutz, Stuttgart, 7 K 80 h. 12 Verlag Brockhaus, Leipzig. 13 Verlag Hiersemann, Leipzig. Ratschläge für die Vorbereitung zur Rurgerschuttehrerprüsuny. 28. a) Pädagogik: Von dem System Pestalozzis schreite man sogleich zu jenem Hcrbarts. Es gilt nämlich, die Berührungspunkte und Verschiedenheiten herauszuhebcn. Das ist nur möglich, wenn man die beiden Männer vhncweiters nebeneinanderstellt. Auch bei Herbart wird man, wie dies in Folge 65 für P. empfohlen wurde, den Stufengang: Lehrbuch — Charakterbilder von Friedrich v. Werder — Lektüre enthalten müssen. Die Universalbibliothek von Reclam bietet uns in den Bändchen 4339 und 4340 die „Allgemeine Pädagogik", in den Bändchen 2753 und 2754 den „Umriß pädagogischer Vorlesungen" Hcrbarts. Auf letzteres Büchlein ist insbesondere Gewicht zu legen. Da indes die Sprache in den Herbartschcn Schriften ziemlich dtmkel ist und dadurch das Verständnis beeinträchtigt, so wird vor der grundlegenden Aufstellung des Systems noch das preisgekrönte Buch Dr. Fröhlichs „Die wissenschaftliche Pädagogik Herbart-Ziller-Stvys (Verlag Pichlers Witwe und Sohn in Wien, V. Margnretenplatz 2, Preis 3 K 30 h) zurate gezogen werden müssen. Hat man es durchgearbeitet, so bringe man das ganze System Herbarts nach dein Aufbau im Lehrbnche in eine schematische Zusammenstellung, ingleichen jenes von Pestalozzi und vergleiche schließlich die beiden Gerippe. — 51. Thema: Der Aufbau der Herbartschcn Pädagogik. — 52. Thema: Worin äußert sich die Wirkung der Herbartschen Pädagogik im Unlerrichtsbetriebe unserer Zeit? — 53. Thema: Wie begründet Herbart den „erziehenden Unterricht"? — b) Deutsche Sprache: „Die romantische Schule" soll aus ihrer Zeit, aus der Wirkung der politischen Ereignisse heraus entwickelt werden. Wir müssen alles, was mit den beiden Olympiern lebte und auf dem deutschen Parnaß schuf, rasch abtun, weil wir uns der neueren und neuesten Zeit mit Muße widmen wollen. Wer sich im voraus etwas Passendes kaufen will, lasse sich die „Geschichte der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts und der Gegenwart" von Eduard Engel, Verlag Tempsky in Wien, IV. Joh. Straußgasse 6, kommen. 51. Thema: Worin wurzelt die romantische Schule, worin äußert sie sich? — 52. Thema: Die Bedeutung Uhlands für das deutsche Volkstum. — 63. Thema: Welche Wirkung übte Shakespeare auf Deutschland aus? — c) Geschichte: In der Zeit bis zur französischen Revolution tritt die Geschichte der nichtdeutschen Staaten immer merklicher hervor. Es wird daher unsere synchronistische Tafel eine wesentliche Bereicherung erfahren müssen. Von besonderer Bedeutung ist auch das Vordringen der Türken, der Streit um die Erbfolge und das Auftreten Ludwigs XIV. Die Verwicklungen mahnen an ein langsames Fortschreiten und übersichtliches Anordnen der Ergebnisse, weil sonst eine endlose Verwirrung Eintritt. Man kann sagen: In dieser Zeit liegt der tote Punkt für den Studierenden. So mancher ist bis hieher glücklich gekommen und dann fetg ausgekniffen, weil es ihm im Kopfe zu summen begann. Wer dem Geschick entgehen will, nehme den obigen Rat ernst und entwickle den Parallelismus auf einem großen Bogen Papier. — 45. Thema: Österreich, eine Schntzwehr für die europäische Kultur. — 46. Thema: Die österreichische Diplomatie im Ländererwcrb. — 47. Thema: Die Weltlage zur Zeit Ludwigs XIV. — d) Geographie : Der in Folge 65 angegebene Stoff wird mit Bezug auf die Kronländer der Mvn-narchie wohl nicht aufgearbeitet sein; es bleibt daher beim alten. — e) Aaturgeschichte: Wie in Folge 651 — f) Dasselbe gilt für die Landwirlschaftskehre. — g) Physik: Lösungen der Aufgaben in Folge 65: 1.) Gleichförmig beschleunigte Bewegung; gegeben t — 36 Sekunden, s — 162 m. Nach den Gesetzen der gleichförmig beschleunigten Bewegung ist s = A . t2; daraus kann die Beschleunigung a berechnet werden: a = Ai = 324 m = 0-25 m a = 0’25 m t2 1296 -------- : Die Endgeschwindigkeit v ergibt sich aus der Formel: v = a . t v — 025 . 36 m y — 9 m 2.) Die Bewegung setzt sich zusammen aus einer gleichförmigen und einer gleichförmig beschleunigten. Würde sich der Körper gleichförmig mit der Geschwindigkeit c = 4 m bewegen, so wäre der Weg si in 15Minuten (— 900 Sekunden) gleich c . t = 4.900 m — 3600 m. Würde sich der Körper aus der Ruhelage gleichförmig beschleunigt mit der Beschleunigung a = 3 cm bewegen, so wäre sein Weg s., gegeben durch: s„ JL . t* = — . 810.000 cm sz = 12.150 m. 2 2 2 Der wirkliche Weg s besteht nun aus der Summe der Einzelwege s, und s2; also s = st -f- s2 s = 3600 m + 12.150 m - 15 i>/‘ km- 3.) Gegeben: P — 30 kg, ^ = 20° x In dem rechtwinkeligen Kräfteparallelogramm stellen das Gewicht P und die zu suchende Kraft x die beiden Seitenkräfte dar; die Mittelkraft wird durch den Widerstand des Aufhängepunktes aufgehoben, ln dem rechtwinkeligen Dreiecke sind gegeben P und «; zu suchen ist die Kathete x; x — P . tang a == 30 . tang 20° x = 30 . 0 36397 kg x = 109191 kg. Durch einen Versuch kann man sich leicht von der Richtigkeit überzeugen. Wird « größer, so wächst auch x; immer ist x der Tangente von « proportional; für a — 90° müßte x unendlich sein. Aufgaben: 4.) Auf einen Punkt wirken 2 Kräfte Pi = 3 kg, Pr — 4 kg, deren Richtungen einen rechten Winkel bilden. Die beiden Kräfte sollen durch eine Mittelkraft ersetzt werden, a) Wie groß ist diese, b) welche Winkel bilden ihre Richtung mit den Richtungen der beiden Seitenkräfte? 5.) Ein Körper wird mit der Geschwindigkeit c — 100 m senkrecht in die Höhe geworfen; nach wieviel Sekunden erreicht er die Höhe h = 400 m? 6.) Eine Kraft P von 10 kg soll in zwei Seitenkräfte Pi und Ps zerlegt werden, von denen die eine mit der ändern Seitenkraft einen Winkel von 60° und mit der Mittelkraft einen Winkel von 30° bildet. Wie groß sind die Seitenkräfte? h) Mathematik: 1.) Lösungen der Aufgaben in Folge 65: 6.) x — Zehnkronenstücke, y — Fünfkronenstücke, z = Einkronenstücke. lOx -f" 5y + z = 89 . . . I.) x -f- 6 = y -f- z . . . II.) z = x + 6 — y. Dies in I. eingesetzt: lOx + 5y + x + 6 — y = 89 11 x + 4y = 83 . . . . III.) Diese unbestimmte Gleichung gestattet viele Lösungen. Es kommen jedoch nur ganze und positive Werte von x und y in Betracht. _ 83 — llx y 4 y = 20 — 2x + 3 ~ 3x 4 3 — 3x = 4 u 3x — 3 — 4u u = 3v x — I — 4v y = 18 + 11 v Für v kann nur der Wert — 1 der Aufgabe genügen. Es ist also: x y — 7 Diese Werte für x und y [oder besser die entsprechenden Werte (1 — 4v) und (18 11 v) in die Gleichung II.] eingesetzt, gibt z — 4 3________________________________ 3______________________________ 7-) V (x — 4)3 = 5 V x _ 4 _ 6, 3 Setze: V x 4 = y y 2 = 5y — 6. y = 4" ± |X 25 _ 24 4 4 yi = 3 ya _ 2 Diese Werte für y eingesetzt: 3 3 x — 4 = 27 x — 4 = 8 x, =31 x 2 = 12 8.) sin 22° 30' ist die Hälfte einer Seite des dem Kreise vom Halbmesser 1 eingeschriebenen regelmäßigen Achteckes. Aus der Quadratseite (gleich V~2~ beim Einheitsradius) folgt die Achteckseite nach der Formel: 88 = K 2r(r - 1/ r- = «4--) 4 In dieser Formel ist r = 1, s4 = V2T 8a= 1/ 2 -V \/~2~ ss = ^ 2 — V 2 3s = V 058579 = 076537 Folglich sin 22° 30' = 0 38268. Trigonometrische Lösung: Nach der Formel: sin a — 2sin cos ~ . . . V 2 sin a = sin 45° = —— also bekannt. 2 Man quadriere obige Formel: a 2 a « sin <* = 4 sin y cos2 y r.,, 2 Ä i « . 2 Ot Für cos -— setze man: 1 — sin —-2 2 • 2 , . 2 « z, .2 « x sin « = 4 sm — (1 — sin -—) 2 v 2 sin2 a = 4 sin3 — 4 sin4 2 2 Man dividiere durch 4 und ordne: sin4 — — sin2 — — — sin2 « 2 2 4 Die Gleichung ist nach sin2 aufzulösen. . 2 a 1 i l /—i • 2 sin = + I/ — sm « 2 2 — r 4--------------j— sin2 —™ — -L -(-^1 — sin2 a 2 2 2 sin2 JL = > + cos « 2 2 Nun ist cos a = sin « = ^ 2 2 Folglich: sin2 ^ V 2 2 4 Von dem doppelten Vorzeichen gilt das untere: sin — = — 1/ 2 — V 2 2 2 r sin -5_ = 0-38268 9.) a + b = 21 .... I.). h = 7-2 . . . . 11.) Nach dem pythagoräischen Lehrsätze ist: a2 + b2 = c2 Die Fläche des ganzen Dreieckes ist a ^ oder —; daraus 2 2 folgt: a b = ch. Man quadriere Gleichung I.: a2 4- 2ab 4- b2 = 441 oder: (a2 4- b2) 4- 2ab = 441; setze für (a2 4- b2) das Hypotenusenquadrat und für ab den Wert ch, so ist: c2 4- 2ch =441. Diese quadratische Gleichung kann nach c aufgelöst werden. Die Lösung kann sich auch so gestalten: Man addiere zur obigen Gleichung einerseits h2 , anderseits den Wert hiefür: 7 22 = 51 84. Also: c2 4- 2ch 4- h2 = 441 4- 51-84 (c 4- h)2 = 492-84 c 4- h = 22-2 c = 15 cm. Zur Berechnung von a und b hat man: a + b = 21 oder (a — b)2 = 9 a b = 108 a — b =-- 3 a -f- b = 21 a — 12 cm a2 + 2ab + b2 = 441 — 4 ab = — 432 a2 — 2ab 4" b2 = 9 b = 9 cm In der Trigonometrie sei die Durcharbeitung sämtlicher Aufgaben des Ltibsenschen Buches bis zum schiefwinkeligen Dreiecke empfohlen. Man verweile besonders beim rechtwinkeligen Dreiecke; denn wer hier alle diesbezüglichen Aufgaben lösen kann, dem ist die ganze übrige Trigonometrie nur mehr ein Spiel. Alle späteren Ableitungen fußen auf dem rechtwinkeligen Dreiecke. Physik. Die Formel für die Schwingungszahl einer gespannten Saite wird erst dann recht zum Bewußtsein kommen, wenn man einige diesbezügliche Aufgaben zu lösen imstande ist. Man versäume daher nicht, die Aufgaben des Rosenbergschen Buches durchzuarbeiten. Prüfungsfrage: „Die Gesetze der tönenden Pfeifen.“ — Für die Lippenpfeifen merke man sich, daß die offene Lippenpfeife am unteren Ende einen Schwingungsbauch, die gedeckte dagegen einen Schwingungsknoten hat. Eine gründliche Wiederholung der Wellenlehre und der Akustik ist hier am Platze. Nächstens folgt die Optik. 12.) In einem geraden Kegel, dessen Höhe 9 dm beträgt, verhält sich die Grund fläche zur Mantelfläche wie 4:5; man berechne den Halbmesser der Grundfläche! „Nach einjährigem Studium an der k. k. Lehrerbildungsanstalt zu . . . mußte ich wegen triftiger Gründe mein Weiterstudium aufgeben. Ich befaßte mich in der Folge mit Lebensversicherungsabschlüssen, verdiente ein hübsches Geld und heiratete schließlich. Die Jahre verflogen, es ging uns leidlich gut. Da kam nun die Zeit, wo meine ehemaligen Mitschüler maturierten. Aus war’s mit mir. Es kam die Reue, der Beruf des Lehrers schien mir nun als der erhabenste. Allein als Familienvater konnte ich mich nicht mehr neben die Zöglinge setzen und so ließ ich mich denn als ,Aushilfslehrer‘ an eine systemmäßige Schule schicken. Jetzt bin ich das dritte Jahr bei dem mir liebgewordenen, unentbehrlichen Berufe auf dem zweiten Posten — hoch droben an einer Hochschule mit 60, zum Teil sehr intelligenten Kindern. Trotz des früheren guten Verdienstes, des sorglosen Lebens und der Annehmlichkeiten der Stadt, trotz der bei dem Gehalte von monatlich 60 Kronen oft bitteren Not und Entsagung freut mich der Lehrberuf. Auch die Frau ist zufrieden. Nun interessierten mich Ihre „Blätter“. Ich benützte sie zu Vorträgen bei Konferenzen. Viel Nützliches konnte ich bringen. Wieviele Winke, nicht nur für den Schulmann sondern auchfür den Laien! In einer Folge kam auch der Hinweis auf die Lehrbefähigungsprüfung für Volksschulen. Er wirkte bestimmend auf mich. Reifeprüfung und Lehrbefähigung durch Selbstunterricht zu erreichen, wäre mein höchstes Ziel. Ich setzte mich hinsichtlich der Anleitungen mit einem Verlage in Verbindung, ging einen Vertrag 1 Für diesen Abschnitt werden Beiträge sehr erwünscht. Lebensbilder sind Beispiele — und Bei- spiele wirken bekanntlich am besten. D. Sch. Aufgaben: 10.) 3 x2 — lOx + 25 = 81 11.) Man bestimme x aus folgender Gleichung: 7 15 sin2 x — 4 sin x = — 4 Lebensbilder.1 4. auf monatliche Ratenzahlung von 3 Kronen ein; nun sehe ich zu meinem Schrecken, daß nahe an 300 ausgiebige Unterrichtshefte Zusammenkommen. Bin nicht begriff-stützig, aber soviele Zahlen merken usw. Dabei eine sechsköpfige Familie! Mein Nebenerwerb ist Photographieren. Habe es auch erst gelernt. Also mit dem kleinen Gehalte, voll Sorgen, keine andere Stütze als meinen unverwüstlichen Humor und meine Gesundheit soll ich mich nun an diese ungeheuere Aufgabe heranwagen und dies im Alter von 30 Jahren. Meiner Familie bin ich es wohl schuldig, ihre Lage zu sichern. Mein Leben lang so zu fretten und vielleicht alles in Not und Elend verlassen müssen, das geht auch nicht. Was soll ich tun? Antwort: Vorerst machen Sie sich vom großen Bücherankauf los! Lassen Sie die bereits geleisteten Kronen fahren, senden Sie alles zurück und sagen Sie, es sei Ihnen gänzlich unmöglich, die Zahlungen zu leisten. Geht die Firma darauf nicht ein, so schreiben Sie mir. — Fürs zweite beschaffen Sie sich die Bücher, die an der nächsten Lehrerbildungsanstalt eingeführt sind I Doch halt, das fällt Ihnen auch schwer. Darum machen wir es so: Ihr lieben Leser der „Blätter", die Ihr nicht mehr zum Prüfungstisch zu wallen braucht, — wollt Ihr dem Ringenden helfen, d. H. wollt Ihr ihm die nötigen Bücher leihen? Wer dazu bereit ist, möge sich mit einer Karte melden. Ja nicht gleich die Bücher senden, denn sonst wird meine Arbeitsstube zum Magazin 1 — Sv, lieber Freund, die Bücher bekommen wir sicherlich. Sobald die Ferien beginnen, entwerfen Sie einen Stundenplan, werden Sie Ihr Schüler und Ihr Lehrer, ein gestrenger, konsequenter Lehrer — und über Jahr und Tag sind Sie zur Lehr-befähigungsprttfnng gerüstet. Das Zeugnis der Reife streben Sie nicht an, enthebt Sie buch noch dreijähriger Dienstleistung eine Ministerialverordnnng dieses Scheines. Ich misse ihn sonst schwer; aber in Ihrem Falle darf man nicht zu langwierig experimentieren. P. Diensttausch auf Zeit. Von Leo Grünauer, Schulleiter in Stetten, Niederösterreich. Im Verhältnis zur großen Anzahl der Lehrer ist der Diensttausch unter denselben ein seltenes und meist auch nicht gewünschtes Ereignis. Häufig durch Behörden oder örtliche Verhältnisse gezwungen, verläßt der Tauschende schmerzlich den Ort seines langjährigen Wirkens und ergreift mißmutig Besitz von seinem neuen Posten, nach welchem er sich gar nicht gesehnt hat; er fühlt keine Freude mehr an seinem Berufe, seine Pflicht wird ihm zur Last; er sieht einer leeren Zukunft entgegen und dünkt sich alt: er ist zum Taglöhner geworden und das zum Nachteile der Schule! Und doch könnte in manchen Fällen durch Diensttausch ein hoher Gewinn für Schule und Lehrer erwachsen. Was dem bisherigen Diensttausche die Gestalt eines warnenden Schreckgespenstes verlieh, war einzig und allein der Umstand, daß eine Rückkehr auf den innegehabten Posten ausgeschlossen war. Dieses Schreckgespenst wird sofort zur holden Lichtgestalt, die uns mit verführerischem Winken einladet, sobald wir wissen, daß der Schritt ins Ungewisse, ins Neue, eine Rückkehr gestattet. Wie sehr auch mancher Junggeselle den Schritt in die Ehe fürchtet, er würde sofort zugreifen, wenn es ein Zurück gäbe, wenn er eine „Heirat auf Probe“ eingehen könnte. Genau so liegen die Verhältnisse beim Diensttausche.1 Wir wollen uns zwei Lehrer gleicher oder auch nicht gleicher Kategorie, demselben Kronlande angehörend oder auch nicht, denken, welche ohne Änderung ihres bisherigen Einkommens mit Bewilligung ihrer Vorgesetzten Behörden ihren Dienstort auf eine bestimmte Zeit, etwa ein bis zwei Jahre, wechseln und nach Ablauf derselben auf ihren ehemaligen Posten zurückkehren. Diese Zeit sollte auf Wunsch der Tauschenden auch verlängert oder verkürzt werden können. Nennen wir diesen Wechsel des Dienstortes „Diensttausch auf Zeit“. Die Beweggründe zum Diensttausche könnten sein: Krankheit des Lehrers, deren Behebung eine Luftveränderung erheischt; Gefahr der Versumpfung; Gegensätze zwischen Lehrer, Gemeinde oder anderen Faktoren;2 Familienverhältnisse und alles, was bisher Grund zum Tausche war. Doch würden auch manche Lehrer einen Diensttausch auf Zeit erstrebenswert erachten, welche sich für ein Fach besonders interessieren und in demselben Besseres zu leisten beabsichtigen, denen 1 Ob sich aber einer fände, der ins Ehejoch zurückkehrte? D. Sch. 2 Manche Disziplinaruntersnchung könnte im Sande verlaufen. D. Sch. jedoch ihr Dienstort zur Erreichung dieses Zweckes wenig förderlich ist. Man muß ja nicht gerade die Hochschule absolviert haben, um auf irgend einem Wissensgebiete Tüchtiges zu leisten.1 Es gibt zum Beispiel Lehrer, die in der Botanik sich durch Privatfleiß ein ganz außerordentliches Wissen erworben haben, dann aber zum Stillstände gekommen sind, weil ihnen teils die Zeit, teils die Mittel mangelten, um ihr Interesse in einer anderen Flora befriedigen zu können. Gäbe man einem solchen durch „Diensttausch auf Zeit“ Gelegenheit, seine angefangenen Studien zu erweitern, zu vertiefen, zu ergänzen, man würde nicht nur ein verdienstliches Streben unterstützt, sondern auch einen Menschen glücklich gemacht haben. Wir wissen auch, daß der geographische Unterricht meist von Lehrern vorgetragen wird, welchen die Geographie selbst nur aus Vortrag, Bild und Buch bekannt ist. Es liegt auf der Hand, daß ein solcher Lehrer nur trockene Worte zu bieten vermag, die nie den Schüler zu entflammen vermögen. Durch „Diensttausch auf Zeit“ könnte die Zahl dieser trockenen Lehrer reduziert werden. Wer möchte auch nicht seine Umgebung auf ein oder zwei Jahre verändern, um mit reicher Erfahrung wieder heimzukehren? Und sollte man nicht von einem Lehrer verlangen können, daß er sein Heimatland und sein Vaterland durch persönlichen Augenschein kenne, auf daß er in der Lage sei, begeisterten edlen Patriotismus in die jungen Herzen zu pflanzen? So manch einfacher Handwerker, der in seiner Jugend den Wanderstab geschwungen, besitzt geographische Anschauungen, die unserer Buchgelehrsamkeit weit überlegen sind. Und der Großglockner auf dem Bilde gleicht der künstlichen Pille, welche denselben Nährwert hat, wie ein Stück Fleisch; wer würde nicht das Fleisch vorziehen? Wie Botanik und Geographie, so können auch die übrigen Zweige des Wissens ein solches Interesse bei manchem Lehrer gefunden haben, daß er, um dasselbe zu befriedigen, mit Lust und Freude das Opfer eines „Diensttausches auf Zeit“ brächte. Der Lehrer im Alpdorfe möchte gern die Residenzstadt und ihre Schätze kennen lernen; er wird dem Lehrer in oder nahe bei Wien mit einem „Diensttausch auf Zeit“ ein großes Gefallen erweisen. Weiter wird der an einer hochorganisierten Schule angestellte Lehrer Gelegenheit nehmen können, den Unterricht an der Einklassigen zu verkosten. Damit wäre auch die Möglichkeit geboten, daß die Schulinspektoren, die nach wie vor aus der Stadtlehrerschaft hervorgehen werden, auf dem harten Boden der Einklassigen selbst Haue und Spaten gemeistert haben, wo sie bisher nur zu kritisieren vermochten.2 Wenn sich die Idee des „Diensttausches auf Zeit“ einmal verwirklichen sollte, so ist vorauszusehen, daß dadurch die praktische und geistige Fach- und Berufsbildung der Lehrerschaft bedeutend gehoben werden würde, daß sich der Staat auf kostenlose Weise ein Lehrermaterial erzöge, wie es die vollkommensten Anstalten von heute zu erzeugen nicht in der Lage sind. Mit der Tüchtigkeit der Lehrerschaft wächst aber auch der Erfolg in der Schule; daher möge der Satz gelten: Diensttausch auf Zeit ist Gewinn für die Schule und die Lehrer. Nicht der alte Lehrer wird tauschen, wohl aber der junge, der ledige, der kinderlose. Und von diesen werden es wieder nur die strebsamsten und fleißigsten tun. Es wird sich wohl keiner versetzen lassen, um zu einer anderen Tarokpartie, an einen anderen Stammtisch zu kommen. Zur Vorsorge mögen die Inspektoren die Tauschenden besonders im Auge behalten. Ich bin am Schlüsse meiner Ausführungen angelangt. Wer der neuen Idee zustimmen kann, wer sie bedenklich findet: von allen erwarte ich eine Meinungsäußerung. Aus der Anzahl und dem Inhalte derselben wird man ersehen, ob sie wert ist, ihrer Verwirklichung zuzustreben. Der Verfasser ist zum Tausche bereit. Wer noch? Der schreibe, damit einleitende Schritte unternommen werden können. Schulhumor. 21. Gut summiert. Mutter: „Karl, warum machst du denn das Fenster auf, es hat ja so 16" im Zimmer?“ Karl: „Ja, draußen hat es 4° und die lasse ich herein, damit es 20" werden.“ Mitgeteilt vom Lehramtszöglinge Scheiblbrandner. 22. Für die Zukunft. Liebe Freundin! Weil ich krank bin und nicht selbst in die Schule kommen kann, aber gern ein Geschichtsbuch haben möchte, so sei so gut und bringe mir zur Unterhaltung „Österreichs deutsche Jungen“ mit. Gustav Porsche, Kunnersdorf. 1 Oft wirkt das Gegenteil, denn das nengelernte Wissen erstickt die freie Regung. D. Sch. 2 Großenteils ist es bereits der Iall. D. Sch. Gedanken über den Aufsatzunterricht. Von Rudolf Nestler in Friedrichswald, Böhmen. (Schluß.) Auf der Oberstufe werden die Kinder schrittweise immer selbständiger gemacht und mehr und mehr sich selbst überlassen. Wenn sich der Lehrer Mühe gibt und die empfohlenen Anordnungsübungen geschickt leitet, so werden ihm die Schüler am Schlüsse ihrer Schulzeit nicht nur freie und verschiedene Aufgaben in Bezug auf Ausdruck, sondern auch gute verschiedene Arbeiten bezüglich der Stoffanordnung liefern. Wie man verschiedene Stoffanordnung erzielen kann, will ich wieder an einem Beispiele zeigen. Es ist die Aufgabe „der Fuchs“ zu arbeiten. Wir wollen den Stoff, der uns aus der Naturgeschichte bekannt ist, erst gliedern. „Wie soll der erste Punkt lauten ?“ Viele melden sich. Gewiß wollen nicht alle dasselbe sagen. „Was meinst du?“ „l. Der Aufenthalt des Fuchses.“ „Wir wollen dabei bleiben. Wer noch einen anderen ersten Punkt weiß, der möge sich denselben bis später merken!“ „Wovon werden wir dann schreiben? Von der Nahrung.“ „Nenne mir den zweiten Punkt!“ 2. .Die Nahrung des Fuchses.' „Wie muß also der nächste Punkt lauten?“ 3. .Seine Sinneswerkzeuge und Körpereigenschaften, was er nun kann.' (Usw.) Die Punkte werden untereinander an die Tafel geschrieben, dann ein senkrechter Strich und weiter: „Wie könnten wir auch anders anfangen? Wer kann mir einen anderen ersten Punkt sagen?“ ,1. Was der Fuchs ist.' „Wer kann diesen Abschnitt schöner bezeichnen?“ ,1. Der Fuchs als Wilddieb.' „Was folgt aus seinen Diebereien?“ ,Er richtet Schaden an.' „Nenne also den zweiten Punkt!“ ,2. Schaden des Fuchses.' „ Wovon können wir in diesem Abschnitte auch gleich schreiben?“ ,Daß der Fuchs verfolgt wird.' „Verbessert nun Punkt zwei 1“ ,2. Schädlichkeit und Feinde des Fuchses.' usw. Auch diese zweite Gliederung wird nach und nach an die Tafel geschrieben. Auf dieselbe Weise entwickele ich meist noch eine dritte, manchmal gar eine vierte und fünfte Disposition. Diese Übungen kosten anfänglich viel Zeit, später gehen sie schneller vonstatten und sind von großem Werte. Das Verfahren wird nun immer einfacher gestaltet. Ich lasse mir später nur verschiedene Anfänge nennen und zuletzt müssen die Schüler ganz frei arbeiten. Durch die stilistische Massenkorrektur wird auch auf dieser Stufe noch auf manchen Fehler aufmerksam gemacht. Ich will nun das Vorhergesagte zusammenfassen und zu einem Plane einer Methodik des Aufsatzunterrichtes ergänzen. 1. Stufe: 2. und 3. Schuljahr. Erstes Halbjahr als Vorbereitung intensiver Anschauungs- und Sprechunterricht. Zweites Halbjahr: Beginn des eigentlichen Aufsatzunterrichtes. Ziel: möglichst vielseitiger, gewandter Ausdruck. Durcharbeiten der Aufgaben nach Fragesätzen. (Sieh Herrn Brandais’ Ausführungen Folge 56!) Satzweises Niederschreiben. Rechtschreibliche und stilistische Massenkorrektur. Nacherzählungen, Beschreibungen (Schulzimmer, Wohnhaus, Garten, In der Schmiede, Der Wald, Das Feld, Das Pferd, Die Gans u. a.) Schilderungen (Die Jahreszeiten, Das Weihnachtsfest, Ostern, Am Abend, Der Morgen.) Leichte Briefe. Im Leseunterricht fleißiges Nacherzählen, Wecken der kindlichen Phantasie und des Sinnes für schöne poetische Erzeugnisse (Märchen und Sage). 2. Stufe: 4. und 5. Schuljahr. Ziel: Vielseitiger Ausdruck und selbständiges Anordnen des Stoffes. Durcharbeiten der Aufgabe nach natürlichen Abschnitten. Abschnittweises Niederschreiben. Mehr stilistische Massenkorrektur. Nacherzählungen, Beschreibungen, Schilderungen, leichte Vergleiche (Dorf und Stadt, Feld und Wald, Pferd und Esel, Huhn und Gans). Briefe verschiedenen Inhaltes. Im Leseunterricht fleißiges Nacherzählen und Gliedern der Lesestücke. 3. Stufe: 6. 7. und 8. Schuljahr. Fortgesetztes Üben im schönen, gewandten Ausdruck und selbständigen Anordnen des Stoffes. Ziel: Verschiedene, freie Stoffanordnung, ganz freies Darstellen eines bekannten Stoffes. Niederschrift der ganzen Aufgabe auf einmal nach den vorhergegangenen kurzen Erläuterungen. Die drei Hauptabschnitte des Aufsatzes: Einleitung, Darstellung, Schlußwort. Reicher Wechsel verschiedener Aufsatzarten. Viele Briefe, Geschäftsaufsätze, Berücksichtigung der späteren Erfordernisse. Im Leseunterricht fleißiges Nacherzählen, Gliedern der Lesestücke, Herausheben des Grundgedankens, Angeben des Gedankenganges. Lose Gedanken über den Aufsatzunterricht. Das Mißlingen einer Aufgabe ist auch ein Gewinn; man muß nur über die Ursachen des Mißerfolges nachdenken. — Sei gewissenhaft und ehrlich und denke weniger an den Inspektor. — Wer eine Schülerarbeit lächerlich macht, säet Haß und erstickt fruchtbare Triebe. — Ein gutes Beispiel wirkt besser als gute Lehren; wer viel hat, kann viel geben. Suchet also zu erwerben! — Man pflege die Phantasie der Kinder, beschneide aber unbarmherzig ihre Auswüchse! — Raubet dem Aufsatzunterrichte möglichst wenig Zeit für sachliche, grammatische und rechtschreibliche Erklärungen! — Eine peinlich genaue Vorbereitung ist gerade beim Stilunterrichte am notwendigsten. Nun noch einige Worte zu der Erwiderung des Kollegen M. Brandais in Folge 56. Eine Methode, die sich vielleicht an einer Ausnahmsschule, wie ich die Schule an der Sprachgrenze nennen will, als gut erweist, muß als solche gekennzeichnet und darf nicht für die Allgemeinheit empfohlen werden. Die heutige Parole des Aufsatzunterrichtes ist: Möglichst frei arbeiten lassen! Die Schüler brauchen wohl anfangs die Stütze; sie müssen aber laufen lernen und nach und nach frei vom Gängelbande des Lehrers werden. Damit habe ich gleichzeitig mein Urteil über Ihre neuerdings skizzierte Methode abgegeben. Sie gefällt mir ganz gut, aber nur dann, wenn sie auf der Unterstufe angewendet wird. Auf der Oberstufe macht sie die Schüler nicht genug reif für das Leben. Meinen Aufsatz haben Sie etwas ungenau durchgelesen. Ich schrieb wohl, daß ich anfangs vier Stunden zu einer Aufgabe brauche, aber doch nicht, daß ich immer soviel benötige. Ich meine, daß im Anfänge, wo sich die Kinder an eine schöne Form und an eine gefällige Schrift gewöhnen sollen, eine ganze Stunde nicht zu viel zum Einträgen der Aufgabe ist. Ich benütze eben keine realistischen Stunden zum Fertigstellen, denn jene sind mir ebenso teuer wie die Aufsatzstunden. Weil ich nun wie Sie eine ganze Stunde der individuellen Korrektur, welche sich ja meist auf Rechtschreibfehler erstreckt, widme, so sehe ich nicht ein, warum ich auch noch vor dem Einträgen rechtschreibliche Erörterungen vornehmen soll. Die Stilaufgaben sind ja keine Rechtschreibprüfungen. Ferner habe ich nicht geschrieben, daß ich die Kinder während der Reinschrift fragen lasse, sondern, daß ich das während der Ausarbeitung pflege. Man könnte ja auch das handliche Wörterverzeichnis benützen lassen. Ich bestreite durchaus nicht, daß solche Fragen einige Störung verursachen. Doch wieviel mehr muß das laute Lesen realistischer Lesestücke die schwächeren Schüler, welche noch mit dem Einträgen der Aufgabe beschäftigt sind, stören! (Vgl. Sie Folge 51, Seite 585, Absatz 3 in Ihren Ausführungen!) Der Lehrer als Bienenzüchter. Von Hans Pechaczek, Lehrer in Euratsfeld, N.-ö. Juli-August. Die Honigernte Viele Bienenzüchter verlegen die Honigernte auf den August, auf die Zeit, wo vollständiger Trachtschluß ist, und begründen dies damit, daß zu dieser Zeit der ganze Honig reif ist und die meisten Waben bereits verdeckelte Zellen aufweisen, auch sei der Beutansatz geringer und wären die Bienen viel sanfter, also nicht so viele Stiche zu fürchten wie zur Zeit der Tracht. Es ist aber dieses Vorgehen für die Größe der Ernte nicht vorteilhaft. Denn wenn das Bienenvolk alle Zellen mit Honig gefüllt hat, so läßt es in seinem Sammeleifer trotz guter Tracht bedeutend nach. Daher ist es vorteilhaft, öfter die Stöcke abzuernten. Sobald ich auf der letzten Wabe im Honigraume Honig glänzen sehe, ist es Zeit zu schleudern. Allerdings fällt es mir da gar nicht ein, eine Wabe, die gleich rückwärts zu finden ist und die vielleicht Honig von heute enthält, zu schleudern, denn es ist unreifer, sehr wasserhaltiger Honig darinnen, der leicht in Gährung übergehen könnte. Doch nach vorn finde ich immerhin eine Anzahl von Waben, die vollständig oder doch bis zur Hälfte verdeckelt sind und somit reifen Honig enthalten, und wenn ich jedem Stock nur 3 bis 4 solche Waben entnehme, so genügt es bei 5 bis 10 Völkern um das Honigschleudern zu beginnen. Hänge ich dann die ausgeschleuderten Honigwaben wieder in den Stock zurück, da sind sie nicht nur in kürzester Zeit von dem anhaftenden Honig gereinigt, sondern, wenn Tracht ist, bald wieder gefüllt. Der Eifer, den nach solcher Ernte die Bienen entwickeln, um nur ja in kurzer Zeit die Vorräte auf dieselbe Höhe zu bringen, ist staunenswert. Schon nach drei Wochen kann ich bei nur halbwegs günstiger 1 rächt wieder schleudern und auf diese Art gewiß eine dreimalige Honigernte halten, wenn gute Witterung bleibt. Bei der Honigentnahme gehe ich so vor: Ich nehme während der schärfsten Flugzeit, in den Nachmittagsstunden alle Rähmchen aus dem Honigraume und hänge sic auf den Wabenbock samt den darauf sitzenden Bienen; dabei sortiere ich gleich, indem ich die Waben, welche ausgeschleudert werden sollen, separat hänge. Ist der ganze Honigraum geleert, so hänge ich jene Rähmchen, die noch nicht zum Ausschleudern taugen, weil sie viel unreifen Honig enthalten, zurück und fülle den übrigen Raum mit leeren ausgebauten Waben wieder an. Nun lege ich einen Pappendeckel oder ein Blech so auf den Boden des Honigraumes, daß ein großes Stück davon hervorragt. Es gibt auch eigens zu diesem Zwecke eingerichtete Abkehrbleche. Die Honigwabe, die von vielen Bienen belagert wird, fasse ich an einer Ecke fest mit der linken Hand, halte sie über das Abkehrblech und mit der Faust der Rechten führe ich einen kräftigen Schlag gegen meine linke Hand aus. Durch diesen Ruck erschreckt, purzeln die meisten Bienen auf das Blech und rennen unter Brausen in das Dunkle des Honigraumes, was noch auf dem Rähmchen an Bienen zurückgeblieben, kehre ich mit einer Feder ab. Sind alle Waben so abgeschüttelt und abgekehrt, so schließe ich den Honigraum und schleudere die Honigwaben aus. Beim Nachbarvolke mache ich es ebenso, nur hänge ich diesem die ausgeschleuderten Rähmchen des ersten Stockes zu und so geht es fort, bis alle Stöcke neuen Platz zur Honigablage haben. Dabei gibt es fast gar keine Stiche. Beim Ausschleudern der Waben bediene ich mich zum Abdeckeln der Zellen der Entdeckelungsgabel; mit ihr kann man rasch und schön arbeiten. Die Waben kommen, nachdem sie auf beiden Seiten abgedeckelt wurden, so in die Schleuder gestellt, daß die obere Tragleiste nach unten gekehrt ist, das Rähmchen wird also auf den Kopf gestellt. Da fließt der Honig leicht heraus. Beim Drehen der Schleuder vorerst langsam öfter das Rähmchen wenden, besonders wenn man zähen Coniferenhonig auszuschleudern hat, und erst dann, wenn ein großer Teil Honig bereits ausgeschleudert ist, kann man die Schleuder surren lassen, zum Schlüsse einigemale nach entgegengesetzter Richtung drehen, damit die Zellen vollständig entleert werden. Der Honig fließt aus der Schleuder in einen untergestellten Topf. Dieser Topf wird hierauf in ein Schaff mit heißem Wasser gestellt; nach einigen Stunden sammeln sich alle Wachsteilchen und Blütenstaubteilchen als Schaum an der Oberfläche. Dieser Schaum wird nun abgeschöpft und der darunter befindliche reine Honig zur Vorsicht noch durch ein feines Haarsieb gegossen, damit alle festen Körper zurück bleiben. Das geht schnell, da ja das Sieb nicht so bald mit Wachsteilchen verlegt ist, wie es geschehen würde, wenn ich das Haarsieb gleich an der Ausflußstelle der Schleuder befestigt hätte. Der geschleuderte Honig wird gut verschlossen in Blech oder Glasgefäßen auf einem trockenen Orte aufbewahrt. Das Gefäß muß eine weite Öffnung haben, damit man den Honig, wenn er kandiert ist, leicht ausstechen kann., An die Kunden soll man nur flüssigen Honig verkaufen, da Honig in diesem Zustande ein schönes Aussehen hat und sparsamer verteilt werden kann. Man fülle deshalb nicht gleich seinen ganzen Vorrat in Verkaufsgläser, weil das Auflösen in solchen Gläsern leicht das Zerspringen derselben herbeiführt. Nachbemerkung: Dem Verfasser des Abschnittes kam eine Ansichtskarte mit folgenden Zeilen zu: „In den Blättern für den Abteilungsunterricht vom Mai las ich über den „Kunstschwarm“. Am 3. Juni machte ich nach Ihrer Methode einen Flugüng, welchen ich heute den 7. Juni kontrollierte und beide Stöcke als ausgezeichnet betrachten kann. Besten Dank für die Anregung. Hans Meier, Schulleiter.“ Die tüechselrede. Zur 11. Krage. (Soll die Schiefertafel aus der Schule verbannt werden oder nicht?) 36. Urteil. Schulleiter Ratzenböck Karl in Riedbach, P. Oberwang (Oberösterreich)' Bisher haben nur wir Lehrer immer geurteilt, ob wir über die Schiefertafel den Stab brechen sollen oder nicht. Hören wir nun einmal, wie die Schüler selbst über diese Frage entscheiden. Fragte ich da neulich meine zwölf ABC-Schützen, ob sie nicht auch schon gleich den ändern im Heft schreiben möchten. Diesen Antrag lehnten die Kleinen mit zehn, gegen zwei Stimmen ab. Und nun meine Ansicht: 1.) In Klassen mit Abteilungsunterricht kann das 1. Schuljahr die Schiefertafel nicht entbehren. 2.) Wird das I. Schuljahr allein von einer Lehrkraft unterrichtet, so scheint es mir angezeigt, die Schiefertafel fallen zu lassen. 3.) Die übrigen Schuljahre (2.-8.) brauchen die Schiefertafel nicht. 4.) Darum hinaus mit der Schiefertafel aus der Schule, ausgenommen das erste Schuljahr, falls selbes auch mittelbaren Unterricht erhält! Zum Schlüsse möchte ich noch erwähnen, daß es nicht wenige Schulen gibt, in welchen selbst die höheren Schuljahre die Schiefertafel noch als regelmäßiges Schreiblernmittel verwenden. (Mit diesem Urteil wird die Frage abgeschlossen. D. Sch.) Zur 12. Krage. (Notensingen in der Landschule oder nicht?) 11. Urteil. Oberlehrer A. Schrien in Hrastnigg (Steiermark). Würden wir so manches aus dem Leben in die Schule übertragen, welch riesige Summe von Zeit bliebe erspart! Sehen wir uns einmal im Volke um, wie es singen lernt. 1.) Keine Gesangsstunde, der eine Memorierstunde vorausging, sondern aufmerksames Zuhören, öfteres Versuchen des Lernenden. Im Volke werden Text und Melodie zugleich geboten. Halten wir es auch in der Schule so! 2.) Kein Notenlemen. Warum? „Treffer“ wird keiner und das „Bohnenklauben“ (richtig Notenlesen) wird und ist den Leuten zu fade, wie mir ein Mitglied unseres Arbeitergesangvereines mitteilte. Darum: Kein Notensingen in der Volksschule! Benützen wir die Zeit lieber zum Einlernen unserer herrlichen Volkslieder! 12. Urteil. Lehrer A. Brugger in Nußdorf (Tirol). Als diese Frage angeschnitten wurde, glaubte ich, es sei selbstverständlich, daß sie mit „nein“ beantwortet wird und selbst mit Bezug auf solche Orte, wo der Lehrer den Organistendienst versieht. In diesem Falle wird er sich die fähigsten seiner Schüler aussuchen und im Privatunterricht heranbilden, denn sonst muß der Großteil wegen dieser Bevorzugten Schaden leiden. — Und doch bin ich für das „Notensingen“ in der Landschule; denn ein Lied nach „Noten“ ist schneller eingelernt als sonst. Um dies Rätsel zu lösen, will ich gleich sagen, wie ich das mache. Den Text des neu einzulernenden Liedes schreibe ich unter die Notenlinien an die Schultafel und die Noten mit den etwa zufälligen Zeichen Kreuz und b dazu. Nun singe oder spiele ich das Lied ein oder zweimal vor und mache die Kinder aufmerksam, wie der Ton je nach dem Fallen oder Steigen der „Punkte“ sinkt oder steigt — das Kreuz hebt den Ton etwas — das b erniedrigt ihn etwas — fertig. So bilden die „Noten“ gewisse Anhaltspunkte und sind ein ganz gutes Mittel zum Zwecke. Zur 13. Krage. (Soll den Eltern zeitweise der Zutritt zum Unterrichte gestattet werden oder nicht?) 12. Urteil. Oberlehrer Micko in Haselberg (Böhmen). Eine Ursache der oft geringen Schätzung der Arbeit des Lehrers ist die Unkenntnis derselben. Die Erinnerungen an die acht Jahre Schulbesuch sind immer subjektiv; zudem liegt dem Menschen nichts ferner als die eigene Kindheit. Wie ganz anders würde das Volk zum Lehrer empor blicken, könnte es sehen, wie er mit allem Fleiße und Eifer sein ganzes Wissen und Können anwendet, um dem Kinde die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten beizubringen. Ich bin also ganz dafür, daß man die Eltern an bestimmten Tagen dem Unterrichte beiwohnen lasse und sehe daher die Besuche des Ortsschulinspektors sehr gerne. Die kleine Störung wird durch den erhöhten Eifer der Kinder aufgewogen. Der Lehrer hat Gelegenheit, der Schule warme Anhänger zu gewinnen, da es doch in seiner Macht liegt, aus jedem Kinde eine die anwesenden Eltern erfreuende Antwort zu erlangen. Unwahre Behauptungen der Schulternde über den inneren Schulbetrieb würden öfter widerlegt werden. 13. Urteil. H. Neumann in Mastig. Wenn die Eltern hie und da dem Unterrichte zuhörten, so würde sich der Lehrer immer gründlich vorbereiten, damit er durch sein Können Achtung bei den Eltern erringe; dieselben würden sehen: „Der versteht das UnterrichtenI“ Manche Eltern würden erkennen, wie ungeschickt oder wie unruhig ihre Kinder sind und könnten den Lehrer in der Bestrafung der Kinder oder überhaupt in der Schulzucht unterstützen. Andere Eltern würden ihren Kindern beim Lernen zu Hause nachhelfen. Die Schüler müßten sich vor den Eltern zusammennehmen (Furcht oder Scham vor ihnen). 14. Urteil. Lehrer Karl Heißig in Wien, 11. Zirkusgasse 5. Hiezu etwas aus meiner Privatchronik. Am 5. Juli 1906 wohnte ich einer Schlußprüfung an einer Volksschule bei. Ich schrieb damals folgendes nieder: 23 Schüler saßen in schmalen Bänken an der Fensterseite. Rechts neben der Bankreihe standen Sessel für das Publikum. Vorne war ein Tisch mit grüner Decke zu sehen, darauf Tintenfaß und Klassenkatalog. Ganz für eine Prüfungskommission! An diesem Tische saß ein dicker Herr, der Klassenlehrer stand vor den Schülern und reinigte und richtete seinen Zwicker. Laut „Prüfungsordnung“ sollte zuerst 1.) Aufsatz sein. Ich war schon begierig, den regen, geistigen Verkehr zwischen Lehrer und Schüler, den mündlichen freien Vortrag des durchgearbeiteten Stoffes von Seiten der Schüler bewundern zu können. Und nun? Der Lehrer diktierte den Kindern in die Feder: „Ich soll jetzt in schöner Schrift, grammatisch und orthographisch richtig, folgenden Aufsatz zu Papier bringen.“ Es wurde die Wiedergabe eines Lesestückes verlangt. Ich zog ein Heft aus der Schultasche eines Knaben, der in meiner Nähe saß, und vertrieb mir die Langweile. Das schien den Herrn Lehrer unangenehm berührt zu haben; denn während der Klausurarbeit ging er mehrmals aus und ein und sah dabei jedesmal mit eigentümlichen Blicken auf mich und auf das Heft. — 2.) Rechnen: 8 Vs kg = 36 K 25 h; l kg — ? Diese Aufgabe wurde mittelst vieler, geschickt gestellter Fragen, auch Entscheidungsfragen, in reger Tätigkeit von Lehrer und Schülern so schnell gelöst, daß noch eine zweite, ja sogar eine dritte Aufgabe entwickelt (denke dir den Rechenunterricht als Kindl) werden konnte! Wo bleibt da die Selbständigkeit.1 Wo ist die Bürgschaft dafür, daß die Kinder die Aufgabe verstehen? Zum Glück hatte ich Augengläser, sonst wäre mir wohl viel Sand in die Augen geflogen! Daß einige Schüler das kleine Einmaleins nicht inne hatten, daß mehrere selbst auf die Frage hin den richtigen Schluß nicht fanden, daß der Herr Lehrer einen Zettel mit Aufgaben in der Hand hatte, daß er sagte: „Jetzt werden wir Kopfrechnungen auflösen, nehmt die Hefte heraus!“ hat mich bei weitem nicht so überrascht wie seine brillante Schlußrede. — 3.) Lesen: Es entspann sich jetzt ein Wettstreit zwischen einem Herrn „am grünen Tische“ und dem bejahrten Klassenlehrer. Jeder der beiden Herren wollte nämlich bestimmen, wann der folgende Schüler zu lesen habe. Damit nun der Klassenlehrer dem Herrn am grünen Tische nicht zuvorkomme, so rief dieser den „Folgenden“ mitten im Satze. Der Lehrer aber sagte: „Lies den Satz fertig!“ Der Herr am grünen Tisch war ein findiger Kopf! Bis jetzt hatte er immer gerufen: „Der Folgende!“ Er sagte: „Jetzt lesen die Schüler nach dem Alphabet.“ Er hatte ja den Katalog vor sich! Kaum hatte er einen Namen gerufen, so hallte es wieder aus dem Munde des Lehrers. Diese Sache hat mich angeekelt. Herr Johann Demut (so will ich den Herrn am grünen Tische nennen) erhob sich nun und sagte feierlich: „Jetzt kommt der wichtigste Gegenstand an die Reihe, nämlich Sprachlehre!“ Er sprach das große Wort gelassen aus und setzte sich. Ich dachte mir: Wenn ich mit dem Herrn jetzt allein sprechen könnte, so würde ich ihm sagen: „Wie können Sie denn mit so einem Unsinn herausplatzen?“ Hierauf redete der Lehrer und fragte oft, aber nicht viel. O, du lieber Himmel, wie es einem da in den Ohren krabbelte 1 Deutsche Sprachlehre mit erborgten, lateinischen Ausdrücken! Es hat sich unglaublich lächerlich angehört, wie die Schüler der vierten Klasse lateinische Brocken herauswürgten und kühn durcheinanderwarfen.2 Dabei sahen sie dummstolz auf ihre Mütter, die Väter hatten keine Zeit oder kein Interesse zu kommen. Die glücklichen Mütter staunten 1 Der Lehrer schaufelte mit Riesenkraft an seinem Sandhaufen 1 Solcher Unterricht bildet armselige Wortkrämer, die nicht viel zu verkaufen haben. O Hildebrand, wie wäre es dir zumute gewesen, wenn du hättest zuhören sollen! Es ist nur schade, daß Adam im Paradiese nicht schon eine Sprachlehre verfaßt hat! — 4.) Gedächtnisübungen: Vom pädagogischen Standpunkte aus waren wohl die meisten der aufgesagten Gedichte schlecht gewählt. Die Bürgschaft. Der Graf von Habsburg. Die Befreiung Wiens. Kürzere Gedichte hätten halt nicht so imponiert! Als aber kein einziger Schüler und auch der Herr Lehrer bei dem dritten langen Gedichte nicht mehr weiter konnten, so hüllten sich alle in vornehmes Schweigen; das hat erst imponiert! — 5.) Heimatkunde: Es wurden viele Namen von Flüssen aufgezählt und dabei blaue Linien an der Tafel gezeigt. Herr Demut sagte die Antwort vor, ohne den Kindern Zeit zum Atemholen zu lassen. „Das muß ein gescheiter Herr sein!“ mochte sich mancher Zuhörer gedacht haben. — 6.) Nun erschien ein nett gekleideter und gut gekämmter junger Lehrer, die Violin unter dem Arme. Die Reihenfolge der Lieder schien mir gut gewählt, es wurde ziemlich flott und ohne Begleitung gesungen. Bravo! — 7.) Einiges aus der Schlußrede:___________Ihr 1 Leider ist diese Methode auch ohne Schauprüfungen noch immer stark verbreitet. D. Sch. 2 Und 's hat doch so mancher hohe Herr seine Freude dran! D. Sch. habt gerechnet, in ganzen Zahlen, mit Dezimalzahlen und gemeinen Brüchen. Man hat gesehen, dag ihr mit Verständnis rechnet, und das ist die Hauptsache. Ohne Verständnis ist alles Rechnen reiner Mechanismus. Im Aufsatz habt ihr bewiesen, daß ihr euch nicht nur gewandt ausdrücken, sondern daß ihr auch orthographisch richtig, mit genauer Beachtung der Satzzeichen, in schöner, gefälliger Form schreiben könnt. . . Während der langen Lobrede dachte ich mir: Über das Deklamieren wird er doch schweigen, um jene peinliche Verlegenheit nicht ins Gedächtnis zurückzurufen. Ich traute indes meinen Ohren kaum, als der Redner fortfuhr: „Was ich ganz besonders hervorheben will, ist die musterhafte, ja vollendete Form, mit der ihr die Gedichte aufgesagt habt. Wie sinngemäß habt ihr betont, wie geradezu musterhaft habt ihr gesprochen! Wenn ich bedenke, wie unbeholfen und ungeschickt ihr zu Anfang des Schuljahres wäret, wie viele von euch im Winter wegen Krankheit den Unterricht versäumten, — wer eine Ahnung hat, wie sehr durch langwierige Krankheiten der Unterricht 'geschädigt wird, versteht mich — und wenn trotzdem so glänzende Resultate erreicht wurden ... .“ Die gute Sache lobt sich selbst. Statt daß der Lehrer alle Kinder z. B. gut hätte rechnen lassen, verkündete er in seiner langen Rede, daß sie es könnten. Er hielt es für nötig nachzuhelfen. Und er hatte recht. Diese wortgetreue Abschrift aus meinen Schreibereien vom Jahre 1906 möge als Beitrag zur 13. Frage der Wechselrede gelten. Vielleicht ist sic geeignet, bei irgend einem Leser der „Blätter“ Interesse zu wecken. Durch besonders günstige Umstände war es mir ermöglicht, der Schlußprüfung beizuwohnen, da man dieselbe für eine Zeit ansetzte, in welcher die Lehrerschaft Wiens Unterricht zu halten hatte. Besonders hat mich ein Wort des Briefkastens veranlaßt, „vom Leder zu ziehen“, S. 783. „Wie muß ich mitleidig lächeln, wenn sich Kollegen nicht einmal zu einem Urteil für die „Wechselrede“ aufschwingen können.“ Stoße ich bei meinem ersten Flugversuche an, so werde ich das Fliegen deswegen nicht lassen. (Recht so, Zeppelin Hat ja auch nicht verzweifelt! — Der vorstehende Bericht erweist, daß die beste Sache, schlecht angepackt, zur Karrikatur werden kann. Es hängt eben viel, sehr viel von der Persönlichkeit des Lehrers ab. D. Sch.) Zur 14. Arage. (Förderklassen an Stadtschulen oder nicht?) 2. Urteil. Lehrer Otto KoZeluch in Wien, X., Alxingergasse 82. Wieder, wie schon oft in unsrer reformfreundlichen Zeit, hält eine Frage die Gemüter gefangen und hat einen lebhaften Streit der Meinungen entfacht: die Frage der Errichtung von Förderklassen an Stadtschulen. Die Förderklassen sollen den Zweck verfolgen, den hohen Prozentsatz jener Schüler, die im Unterrichte zurückgeblieben und so der Gefahr ausgesetzt sind, das Ziel der Volksschule nie zu erreichen, möglichst tief herabzudrücken, durch Vermittlung der notwendigsten Kenntnisse und eines bloß praktischen Wissens. Die Notwendigkeit von Förderklassen ist im innersten Wesen, im Aufbau der Stadtschule begründet. Die sozialen Verhältnisse der Großstadt zeitigen eben ein Schülergeschlecht, das von vorherein die Möglichkeit eines einigermaßen zufriedenstellenden Erfolges für die Allgemeinheit ausschließt; so habe ich denn meiner Betrachtung Verhältnisse zu Grunde gelegt, wie sie an Peripherieschulen Wiens tatsächlich, besonders in Arbeiterbezirken, herrschen, in denen neben Sonntagszufriedenheit das Proletariat, der Hilfsarbeiter und der kleine Geschäftsmann, aber auch entsetzlichste Not der Großstadt sich finden. Begleiten wir eine Klasse neu eintretender Schüler auf ihrem Gange durch die Volksschule! Von den 60 ABC-Schützen eines Jahrganges, die gemeinsam den Weg durch die Volksschule antreten, erreicht kaum der dritte Teil die Oberklasse, die übrigen zwei Dritteile gehen verloren. Der weitaus größte Teil des Restes verliert sich als Repetenten, ein nicht zu hoher Prozentsatz schreibt sich auf Rechnung von Übersiedlungen und eine verschwindend kleine Anzahl von Opfern fordert der Tod. Die Ursachen des Zurückbleibens lassen sich leicht finden und zergliedern. In den meisten Fällen sind es schlechte Anlagen des Geistes, Talentlosigkeit, die den schwächlichen Knaben des städtischen Arbeiters mehr in der Auffassung als das frische Kind des Bauern behindern. Sie finden ihre Begründung vielfach auch in der grauenhaften Verwahrlosung, in welcher das Arbeiterkind, das Kind des kleinen Handwerkers und Geschäftsmannes, von der zartesten Jugend an aufwächst. Und es ist in vielen Fällen nicht tatsächlicher Mangel der Anlage, sondern das Kind hat nie gelernt, seine Geistesgaben zu gebrauchen, es hat zwar reden, aber nicht sprechen gelernt. Freilich ist es dann oft zu spät, wenn des Lehrers Tätigkeit eingreift; das Kind kann nicht in wenigen Wochen und Monaten emporgehoben werden auf jene Höhe der Auffassung und des Verständnisses, welche die bedeutendsten und vornehmsten Förderer eines gedeihlichen Unterrichtes bilden; und wenn es bei dem einen oder ändern Kinde mit vieler Mühe und eifriger Sorgfalt trotzdem gelingt, die langschlummernden Geisteskräfte wach zu rufen, Lücken bleiben auf jeden Fall zurück und fordern früher oder später ein Jahr als Opfer. Lange und gefährliche Krankheiten des Kindes- alters, die durch das innige Zusammenleben in engen, schlecht gelüfteten Wohnungen und durch die vergiftete Luft der Großstadt eine verderbliche Förderung erfahren, halten ihren Einzug in die Schulstube und suchen ihr Opfer; mit dem Schwinden des traurigen Gastes nach wenigen Wochen sind die schweren Schäden aber noch nicht beseitigt. Ist doch der Schulunterricht unaufhaltsam vorwärts geschritten, das geschwächte Kind vermag das Versäumte nicht nachzuholen und verzichtet, erliegend unter der Last des Versäumten, auf das Vorwärtskommen. Die weiteren Ursachen des Zurückbleibens sind nicht mehr rein natürliche, sondern haben ihre Wurzeln in den sozialen Verhältnissen der Großstädte. Diese erzeugen, und dies vor allem wieder in Arbeiterbezirken, eine besondere Art von Schulversäumnissen: Vater und Mutter gehen tagsüber ihrem schweren Berufe hach und entziehen, oft wirklich schweren Herzens, ihr Kind freiwillig dem Unterrichte. Wieviele arme Kinder müssen im zartesten Alter, wo sie selbst noch der elterlichen Führung und Leitung so sehr bedürfen, den jüngeren Geschwistern Vater und Mutter zu ersetzen suchen und sie betreuen, was beiden Teilen gewiß nicht zum Vorteile gereichen kann, oder müssen dem kleinen, armseligen Haushalte in einer Weise vorstehen, die ihre körperliche Kraft und Leistungsfähigkeit bei weitem übersteigt; ja, ich habe in meiner fünften Klasse einen Schüler, der durch seiner Hände Arbeit und Fleiß sich den Mittagtisch selbst verdienen muß. Alle Achtung vor diesen Stiefkindern des Glückes! Sie vermögen fast nie, erscheinen sie nach längerer Pause wieder in der Schule, dem Unterrichte zu folgen, geschweige das Versäumte nachzuholen; der zartfühlende Lehrer kann gewiß dem geschwächten, erholungsbedürftigen Körper des kleinen Arbeiters die Ruhe nicht versagen, die er in der Schule sucht und nur hier findet. Die Armut erzeugt ferner nur zu oft ein schwächliches, an Leib und Seele erbarmungswürdiges Schülergeschlecht, dem die wenige Kraft des Geistes und Willens fehlt, der es bedarf, von selbst durch häusliche Wiederholung für die Befestigung des in der Schule vermittelten Stoffes zu sorgen; bei der entschuldbaren Gleichgültigkeit des erschöpften Elternpaares gegen Mißerfolge ihrer Kinder in der Schule wird diese Schwachheit bald zur beleidigenden Faulheit, zur abstoßenden Trägheit, denen gleichfalls manches Jahr zum Opfer fällt. Übersiedlungen der Eltern wiederholen sich in den ärmeren Schichten der Bevölkerung mehrmals des Jahres und, wo die Existenzfrage in den Vordergrund tritt, kann naturgemäß das geistige Fortkommen des schulpflichtigen Kindes nicht berücksichtigt werden. Der Knabe, das Mädchen wird aus dem vertrauten Kreise der Mitschüler herausgerissen zu einer Zeit, wo der Unterricht eben ein Ganzes aufbaut, und muß in eine Klasse eintreten, in deren Geist es sich erst wieder langsam einleben muß; und diese ist selten gleich weit vorgeschritten. Die schweren Schäden des Wechsels stellen sich nur zu bald ein: das Kind hört entweder bereits Bekanntes, ermüdet und verliert bald seine Freude und Aufmerksamkeit, oder es blieb zurück und kann nur selten das Fehlende nachholen. Die Wirkung ist aber in beiden Fällen eine empfindliche Schädigung des Erfolges, die sich früher oder später durch den Verlust eines oder mehrerer Jahre rächt. Tiefer noch ins innerste Wesen der Schule greifen in einzelnen Schulsprcngeln Wiens die geradezu trostlosen sittlichen Verhältnisse der Schuljugend ein, die ihre Quelle in der traurigen wirtschaftlichen Lage der Eltern suchen. Das Kind des Arbeiters, der, vom frühen Morgengrauen bis in die sinkende Nacht hinein in der Werkstätte oder in der Fabrik schwer schaffend, sich und den Seinen kärglichen Lebensunterhalt erkämpft, findet im Elternhause keine sorgliche Mutter, die es liebend in ihren Schutz nimmt, um es traulich zu bewahren vor den schädlichen Einflüssen der Großstadt, denn auch die Mutter muß zu den Kosten des Haushaltes beitragen und nur zu oft außer dem Hause kargen Verdienst suchen. Abends aber sind des Kindes berufensten Hüter zu müde und abgespannt, um sich dessen Erziehung mehr als oberflächlich zu widmen. Und darin liegt der Grund, daß es wie der wilde Strauch des Waldes emporwächst, ungehegt und ungepflegt: im Spiele auf der Straße erblickt es ein Eldorado uneingeschränktester Freiheit, wildester Ungezwungenheit; hier kann seine junge, sprühende Kraft austoben und seine Geschicklichkeit und Findigkeit herrliche Triumphe feiern. Von der Straße holt das Kind aber auch jenen Geist der Zügellosigkeit und Unordnung, der im steten Kampfe mit der Schulordnung steht; hier empfängt es den Keim zur Todeskrankheit seiner Sittsamkeit und seines Anstandes, worin wir die Vorbedingungen des unterrichtlichen Erfolges sehen. Es fühlt schwer die Fesseln der Schulordnung, an die es fortwährend stößt, sein gesamtes Fühlen und Denken ist nach außen gerichtet; der Unterricht hat für den Gassenbuben keinen Wert, und glücklich ist der Lehrer noch zu preisen, wenn der unbotmäßige Schüler hinter die Schule geht und so wenigstens für sich allein nur den Unterrichtserfolg in Frage stellt. Und diese Art von Schülern herrscht unter den Repetenten in den reisten Fällen vor. Betrachten wir nun den schädlichen Einfluß der Repetenten etwas näher! Dem Schüler, der zurückgeblieben ist, erwachsen Nachteile zunächst dadurch, daß er überhaupt die Lust am Lernen verliert, und es ist eine unbestrittene Tatsache, daß Repetenten, mit geringer Ausnahme vielleicht jener Schüler, die krankheitshalber wiederholen, selten das zweite Jahr zu einem günstigen Abschluß bringen. Der faule Schüler wird im Gegenteile noch träger und nachlässiger, der sittenlose fühlt die Schwingen wachsen und seine Unbotmäßigkeit gefährdet fortgesetzt den Erfolg des Unterrichtes, bis sie endlich die hemmenden Schranken im gewaltsamen Auftritte durchbricht, so die Autorität des Lehrers schwer verwundend, indem sie den staunenden Mitschülern den Beweis liefert, daß die drückenden Fesseln der Schule auch gebrochen werden können. Zur sittlichen Gefährdung der Mitschüler durch die Repetenten kommt noch der Nachteil, der ihnen in geistiger Beziehung erwächst. Wie bleierne Gewichte hemmen die zurückgebliebenen Kinder den fortschreitenden Unterricht und stellen die Erreichung des Lehrzieles überhaupt in Frage oder sind die Ursache, daß gegen Schluß des Schuljahres der Stoff durchgepeitscht werden muß, um den Anforderungen des Gesetzes zu entsprechen. In beiden Fällen aber bleibt das Wissen der Schüler lückenhaft, woraus ihnen für spätere Zeit Nachteile erwachsen. Zur 15. Arage. (Was ist an der bestehenden Lehrerbildung zu ändern?) 3. Urteil. Schulleiter Ludwig Demal in Winklarn, Niederösterreich. (Schluß.) Die Probeauftritte könnten zu Ende des 3. Jahrganges zuerst von den Geschickteren gehalten werden, nie aber, ohne daß die ersten Auftritte unter Anleitung des Lehrers mit dem ganzen Jahrgange vorbereitet wurden. Meiner Meinung nach sind die Hospitierstunden viel wichtiger als die Probelektionen. Wenn der junge Lehrer viele gute Beispiele gesehen hat, so darf uns um seine spätere Tüchtigkeit nicht bange sein. Damit die Zöglinge den Abteilungsunterricht genau kennen lernen, müssen, da die Übungsschule unzureichend ist, die umliegenden Dorfschulen oft besucht werden, aber nicht nur für eine Stunde, sondern mindestens für halbe Tage, wodurch sich auch die auf den Weg aufgewandte Zeit besser ausnützen ließe. Hiebei könnten die Zöglinge aus mehrfachen Gründen in Gruppen von je zehn geteilt werden. Unter Führung ihres Lehrers ließe sich der Hin- und Rückweg für sie als Unterricht im Freien ausnützen. Zur Lektüre und Besprechung im Jahrgange sollten die „Blätter für den Abteilungsunterricht“ in jeder Anstalt vom dritten Jahrgange an in einigen Stücken gehalten werden, denn sie ersetzen viele Hospitierstunden und führen die verschiedensten Verhältnisse vor; sie bieten wie echtes Grahambrot nicht bloß Kost für Verweichlichte, sondern Erfahrungen vieler Köpfe aller Schulkategorien und bringen das Beste mit: das echte Schulleben. Die Durchführung dieser Vorschläge wird in der Praxis viel Zeit erfordern; diese muß aber für die Ausbildung der künftigen Lehrer zur Verfügung stehen; sie läßt sich ganz gut anderen Fächern abringen, besonders dem Landwirtschafts- und Musikunterrichte. — Nachdem der Pädagogik so viel Raum gewidmet wurde, mögen einige andere Fächer nur kurz behandelt werden. Im Literaturunterrichte sollte viel weniger Wert auf die Biographien mancher Dichter gelegt, dagegen die Bedeutung einzelner Größen mehr gewürdigt werden. Einige literarische Hauptwerke müssen in der Schule unter Anleitung des Professors gelesen werden; denn gleichwie man ein Gemälde anschauen lernen muß, so findet ein Uneingeweihter auch an einem Musterwerke der Sprache nicht alle Schönheiten von selbst. Eine fremde, lebende Sprache müßte an der Anstalt gelehrt werden, schon mit Rücksicht auf den Gewinn für die Muttersprache. Während jeder Mittelschüler mit zwei fremden Sprachen bedacht wird und an manchen Bürgerschulen Französisch gelehrt wird, verschließt man dem Lehramtszögling das Sprachenstudium ganz. Freilich müßte die Studiendauer eine längere sein, Der erdkundliche Unterricht gewänne sehr durch Vorführung vieler Charakterbilder. (Skioptikon.) Was wird der künftige Lehrer seinen Kindern Interessantes bieten können, wenn er selbst sein Wissen nur aus Büchern geschöpft hat! (Reisen, Fahrpreisermäßigung!) Viel mehr Anschaulichkeit erfordert ebenso der Geschichtsunterricht; daher größere Betonung der Kulturgeschichte und vor allem tieferes Eindringen in die allerneueste Geschichte. Das Jahr 1848 und was darnach kommt, wird meist am Ende des Jahres durchgejagt oder ganz weggelassen. Besonderes Augenmerk verdiente auch die Naturgeschichte und zwar sollte die Heimat noch viel mehr berücksichtigt werden. Die häufigst vorkommenden Pflanzen, besonders viele Dolden- und Korbblütler kennt bloß der Liebhaber der Botanik. In Somatologie muß unbedingt gefordert werden, daß die Zöglinge in die erste Hilfe bei Unglücksfällen tüchtig eingeweiht werden. Arm sind unsere Kenntnisse auch in der Geologie; und doch ist sie eine gar anziehende und grundlegende Wissenschaft. Die fremden Namen der Formationen, die Petrefakten, die vielen Ortsnamen, alte, neue Schichten, obere, untere .... in unsern Köpfen lag das im vollsten Chaos durcheinander wie ehedem die Urstoffe. Welcher Zögling kennt die geologischen Verhältnisse seiner nächsten Umgebung? Darum hinaus in die Natur, dann erst zum Buche! In der Naturlehre wird über manchen unmodernen Schulversuchen manch Wichtiges aus der Gegenwart versäumt, besonders auf dem Gebiete der Elektrizität. Nun kommt ein Lehrfach, welchem viele Zeit genommen werden könnte: die Landwirtschaft. So schön all die Worte vom Lehrer als dem Berater des Volkes klingen; es steht doch fest, daß er es im Punkte der Landwirtschaft nicht allzuoft sein kann, weil er zuwenig tüchtig ist infolge der Zersplitterung seiner Kräfte. Übrigens vermag der Lehrstand den Ruin des Bauernstandes ebensowenig aufzuhalten, als dies durch die Arbeit der schulpflichtigen Kinder möglich ist. Ein winzig Pflästerchen auf eine große Wunde! Es dürfte genügen, wenn der Lehrer ein tüchtiger Obstzüchter ist und die Pflege eines Hausgartens versteht, aber Acker-, Gemüse-, Wald-, Hopfen- und Weinbau, Rindvieh-, Pferde-, Schweine-, Geflügel-, Fisch- und Seidenraupenzucht u. a. an jeder Lehrerbildungsanstalt alle Zöglinge zu lehren — das dürfte ganz verfehlt sein. Geht denn der Bauer zum Lehrer, wenn sein Vieh erkrankt? Was nützen die vielen Kenntnisse aus der Anstalt, da sie meist nur für den Großbetrieb und für einen vollen Beutel berechnet sind? Auch in diesem Fache wird viel zu viel Theorie, jedoch zu wenig Praxis betrieben. Meiner Meinung nach dürfte bei großer Stoffeinschränkung ein halbjähriges Studium genügen. Dafür sollten die Zöglinge alle vier Jahre hindurch gelegentlich in den Versuchsgarten geführt werden, wenn gerade wichtige Arbeiten hiezu einladen; da lernen sie in einigen Augenblicken mehr als auf der Schulbank in vielen Stunden. Wöchentlich zwei Stunden hinauszugehen, um allenfalls ein wenig umzuschaufeln oder Gießkannen zu schleppen — dazu ist die Zeit der Zöglinge wahrlich zu kostbar. Wir dürfen uns nebstdem der Tatsache nicht verschließen, daß der Landwirtschaftsunterricht für recht viele Lehrer, abgesehen von der Erweiterung der naturgeschichtlichen Kenntnisse, nutzlos ist, da bloß wenige später davon Anwendung machen können. Und wenn trotz allem dieser Unterricht in dem jetzigen Stundenausmaße betrieben werden soll, dann muß die Studienzeit verlängert werden. Es herrscht da offenbar ein Mißverhältnis: Für die Landwirtschaft entfallen heute mehr Stunden als für die Psychologie, mehr als für die Hospitierstunden und die Geschichte der Pädagogik! Über der Pflanzen- und Viehzucht vernachlässigt man die Kinderzucht! Der Zeichenunterricht erfordert in auffallendster Weise einen Lehrer, der tüchtiges Können mit größtem Lehr-geschicke vereint, sonst gehen die Leistungen der Lehramtszöglinge nicht über die der Bürgerschüler hinaus. Ebenso wie die Landwirtschaft nimmt auch die Musik an der Anstalt eine eigene Stellung ein. Solange als noch ganz musikunkundige Schüler aufgenommen werden, solange wird die Musik den Löwenteil der Zeit wegnehmen und es wird trotzdem nicht viel erreicht werden können. Übrigens seien wir froh, daß Musik obligat ist; durch diese Kunst unterscheiden wir uns zu unsertn Vorteile von anderen Ständen und mancher dankt ihr in seiner Einöde schöne Stunden. Vieles ist aber bei diesem Lehrgegenstande reiner Ballast, z. B. der größte Teil der Harmonielehre. Der Mehrzahl der Zöglinge bleibt diese Wissenschaft doch ein Buch mit sieben Siegeln. Was sollen die Harmonisierübungen in den Klavier- und Orgelstunden! Komponieren lernt doch keiner dadurch, sowenig man in den Landwirtschaftsstunden ein ordentlicher Obstzüchter wird. Bei genügender musikalischer Vorbildung würde ich für die zwei ersten Jahre wöchentlich eine Sing-, eine Geigen- und eine Klavierstunde vorschlagen. Im dritten und vierten Jahre werden nur mehr Chorgesang und Orchesterübungen gepflegt. Das Orgelspiel sei unobligat! Die besseren Schüler mögen alle Jahre hindurch im Chorgesange, auf dem Kirchenchore und im Hausorchester tätig sein, die anderen Musikstunden schenke man ihnen ganz. Eine weitere Erleichterung ergäbe sich, wenn auch das Klavierspiel nicht obligat wäre. Die Anstalt wird genug erreicht haben, wenn den jungen Leuten die Liebe zur edlen Tonkunst erhalten und durch gute Kost genährt wird. Im Turnen würde es eine große Erleichterung für das Studium der Zöglinge sein, wenn vom ersten Jahre an bei den praktischen Übungen immer auch methodische Bemerkungen eingestreut würden. — Schluß: Die jetzige Lehrerbildungsanstalt ist aus vielen Gründen vielleicht die reformbedürftigste Schule; sie ist infolge ihres noch jungen Bestandes mehr als ein Versuch denn ein Muster auszusehen. Alte Ideen und neue Ansichten schufen diesen Wechselbalg, der ebenso wie der Lehrstand erst in der Zukunft Besserung zu erwarten hat. Jeder Studierte wird nach seinen Studien eingeschätzt und — entlohnt. Fast in jedem Berufe kann man den stolzen Doktortitel erwerben, nur für den Geburtshelfer des Geistes, für den Techniker des Gehirnes, für den Anwalt des Kindes, den Hirten seiner Seele ist die Hochschule verschlossen. Es müßte ja nicht gerade die Universität sein, aber eine Hochschule für Pädagogik sollte jeder Lehrer besuchen können, nachdem er in der Übungsschule schon die Praxis kennen gelernt hat. Ein großer Vorteil neben dem Studium wäre auch der längere Aufenthalt in einer größeren Stadt. Museen, Oper, Theater, Konzerte usw. würden auf die meisten recht fördernd einwirken und Erinnerungen und Anregungen zurücklassen, welche später dem einsamen Pionier der Kultur zum Nutzen und zur Freude gereichten. Randbemerkung zur Folge 59. Manche Stellen aus den „Blättern“ werden in mein Notizbuch vermerkt, um sie öfter zu studieren. Es prangen auch die Worte des Herrn Buxbaum (Folge 59) darin: „Das Ausfüllen der Blankette ist Tagdieberei!“ Jedesmal, wenn ich das Büchlein zur Hand nehme, führen die Buchstaben einen Indianertanz auf: „Du bist auch so eine Tagdiebin,“ gröhlt es von allen Seiten. Ich selbst habe mich nie zum „Röslein im Reif“, auch nicht zur „Feuerlilie“ gesellt, wohl aber der behäbigen „Pfingstrose“, welche bestrebt ist, in dem weiten Garten eine tüchtige Lücke auszufüllen, gern das Wort geredet. Und so habe ich denn mit bestem Wissen und Gewissen fast jede Woche eine Stunde vergeudet und meine Mädchen des 7. und 8. Schuljahres (zweiklassigen Volksschule) irgend etwas in Briefform schreiben lassen. Stoff gab es immer, und die Mädchen, selbst die geistig minder begabten, schreiben so gern, daß ich bestimmte Zeiten angeben müßte, wann sie ihren Angehörigen schreiben dürfen. Ich unterrichte nämlich an einer Anstaltsschule für verwahrloste Mädchen, habe also ziemlich viel „Durchschnittsmenschen“ vor mir. Die Briefe werden von den Schülerinnen vollständig ohne mein Zutun geschrieben; ich lasse mir nur die fertigen Konzepte vorlesen und verbessere die Fehler. — Was mich zu dieser „Zeitvergeudung“ förmlich zwang? Infolge meiner Stellung kommen mir eine Menge Elternbriefe in die Hände, wahre Erbarmungsblätter. Der orthographischen Fehler gar nicht zu gedenken, aber die äußere Form, Herrgott, die Form! Herr Buxbaum würde große Augen machen! wollte er die Rätsel in Briefform lösen. Ich bin gern bereit, ein solches Wunderstück möglichst genau abzumalen und dem Herrn Buxbaum zur Ansicht zu übersenden. Und nun stelle ich meine Fragen, deren Beantwortung ich mir in den „Blättern“ erbitte: Mache ich mich wirklich einer Tagdieberei schuldig, wenn ich wöchentlich einen Brief, eine Karte, eine Postbegleitadresse usw. schreiben lasse? (Unter den geschilderten Verhältnissen nach meiner Ansicht — nicht. P.) Auf welche Weise könnte man den Kindern die äußere Form der Briefe und Karten, das Ausfüllen der Blankette beibringen, wenn nicht durch Übung? (Ans keine andere! Gehen Sie noch weiter: Errichten Sie in Mußestunden zwei Postämter (zwei Klassen!) und leiten Sie den Verkehr sinngemäß ein, wie ihn Rudolf Knilling für das Kaufmannsspiel empfiehlt! P.) Ich selbst habe schon öfter erwachsenen Leuten beim Ausfüllen der Postanweisung behilflich sein müssen und doch waren es gerade nicht die Dümmsten, die ratlos dastanden. Selbstverständlich huldige ich dem Fortschritte, bin nicht bockbeinig, sondern guten Ratschlägen sehr zugänglich. Doch finde ich in den acht Zeitschriften, die ich lese, soviel des Neuen, daß man vorsichtig wird zumal es doch heißt: Wenn uns Gewohntes hold und lieb geworden, So ängstigt uns, so schmerzt uns fast das Neue. Der kranke Lehrer und das kranke Kind. 9. (Schluß.) b) Abendarbeit und Nachtruhe. Die geistige Arbeit in den späten Abendstunden wirkt auf doppelte Weise schädigend auf den Schlaf. Erstens regt sie auf und verscheucht damit die Ruhe, zweitens wirkt auch die Übermüdung direkt nachteilig auf den Schlaf. Außer der Arbeit soll man aber nach dem Abendessen auch aufregende Gespräche oder Lektüre vermeiden, deren Gedankenverbindungen sich in den Schlaf fortsetzen würden. Auch körperliche Anstrengungen wirken ungünstig. Obwohl sie die Ermüdung steigern, bringen sie das Blut so sehr in Wallung, daß die zum Schlaf nötige Ruhe längere Zeit fehlen kann. Man sieht, wie verkehrt es ist, wenn hier und da als Mittel gegen Schlaflosigkeit Zimmergymnastik empfohlen wird. Dornblüth schreibt darüber in seiner „Hygiene der geistigen Arbeit“: „Sie kann wirklich höchstens dann unschädlich sein, wenn sie in sehr schonender Weise vorgenommen wird, und sie kann nur dann eine gewisse Wirkung ausüben, wenn der Schlaf in der vorhin angedeuteten Art infolge einer störenden Suggestion ausbleiben würde. Da kann die entgegengesetzte Suggestion, daß nämlich die Gymnastik Schlaf bewirke, jene andere ausgleichen Es leuchtet ein, daß es besser ist, sich von Suggestionen und Gegensuggestionen frei zu halten und den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen.“ Dagegen wirkt es tatsächlich gut auf den Schlaf, wenn am Nachmittag, nach Beendigung der eigentlichen geistigen Arbeit des Tages, hinreichende körperliche Ausarbeitung stattgefunden hatte. Zu beachten ist aber, daß bei Empfindlichen und Nervösen körperliche Überanstrengung den Schlaf verscheucht. c) Laß die Sonne ins Haus. Viele Menschen haben eine verkehrte Scheu vor der Sonne, die doch der beste Freund unserer Gesundheit und die Quelle alles Lebens ist. Hat man Möbel im Zimmer, die das Sonnenlicht nicht vertragen, so muß man sie zeitweise wegstellen oder bedecken; besser ist es noch, man verzichtet auf so empfindliche Sachen, wenigstens in den regelmäßig bewohnten Räumen. Nur in der heißen Zeit muß man die Wohnung vor dem Übermaß der Sonnenwärme schützen. Zwar ist es auch bei der größten Vorsicht nicht möglich, die Zimmerwärme den ganzen Sommer hindurch auf der gesundheitsgemäßesten Wärme von 18—19° C. zu halten, aber viel wärmer braucht es in unserem Klima nicht zu werden. Die Regel dafür lautet, daß man in der heißen Zeit nachts die Fenster offen läßt, sie aber schließt, sobald die Außenwärme auf 19° C. gestiegen ist. Oft ist die „eingeschlossene Luft“ des heißen Sommers nicht angenehm, das ist sicher, aber die beim Öffnen der Fenster eintretende heiße Luft bringt nur scheinbar und vorübergehend Erleichterung. Da muß man sich schon gedulden, bis der Abend oder ein Gewitter Abkühlung bringt. Außerdem ist es nötig, während der ganzen heißen Tageszeit — gewöhnlich schon von 9 Uhr ab — die Zimmer auch gegen Lichteinfall zu schützen, ausgenommen die nur nach Norden gelegenen. Am meisten Schutz gewähren Läden, Jalousien oder Markisen, die außen vor den Fenstern angebracht sind, in zweiter Linie stehen Holzläden innerhalb der Fenster, am wenigsten nützen innere Vorhänge; hiervon sind dunkle besser als helle. Die Fürsorge gegen zu große Wärme ist besonders wichtig, wo kleine Kinder sind, und zumal in Mansardenwohnungen, die leicht allzu heiß werden. d) Zimmerluftbäder für Kinder. Eine unschädliche Abhärtung erfährt die Haut der Kinder außer durch das tägliche Bad durch Waschungen mit Wasser im Winter von 25 Grad Celsius, im Sommer von 20 Grad Celsius, und ganz besonders durch Luftbäder im Zimmer; Dornblüth empfiehlt in seinem Werk „Hygiene der geistigen Arbeit“ (Kapitel Erziehung zur geistigen Gesundheit im Kindesalter), das Kind täglich ein oder mehrmals einige Minuten bis zu einer viertel Stunde nackt im Zimmer von 17—19° C. herumlaufen oder spielen zu lassen; in der warmen Jahreszeit kann man die Zeit verlängern und allmählich auch das Luftbad bei geringerer Wärme nehmen lassen. Die Grenze bleibt immer da, wo eine merklichere Abkühlung der Haut eintritt; das soll vermieden werden. Es ist sicher kein besonderer Vorteil für ein Kind, wenn es mit bloßen Beinen umherläuft, die blaugefroren sind. Die Häufigkeit unserer Mahlzeiten. (Aus den Blättern für Volksgesundheitspflege.) Es wird vielfach darüber gestritten, welche Stunde die beste für die Mittags- und Abendmahlzeit sei, indem man diese beiden Mahlzeiten als Hauptmahlzeiten des Tages betrachtet und neben ihnen noch drei kleinere, das erste und zweite Frühstück sowie das Vesper, für notwendig hält. Mit fünf Mahlzeiten rechnet also durchschnittlich der Laie, und es dünkt ihm eine Benachteiligung, wenn eine dieser Mahlzeiten ausfällt. In Wirklichkeit liegen aber die Verhältnisse ganz anders, und fünf Mahlzeiten zu genießen, von denen zwei als Hauptmahlzeiten, d. h., besonders reichliche Mahlzeiten gelten sollen, ist vom Standpunkt des Arztes und Gesundheitspflegers unter allen Umständen als unnötiger Überfluß, wenn nicht Unmäßigkeit zu bezeichnen. Es hat viel für sich, wenn man das Nahrungsbedürfnis des Körpers auf mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt, um so dem Magen seine Arbeit möglichst zu erleichtern, da vielleicht eine nur einmalige zu große Nahrungsaufnahme am Tage das Verdauungsgeschäft erschweren würde. Bei einer solchen Verteilung über den Tag dürfen aber die einzelnen Mahlzeiten nur klein sein, und vor allem müssen wir uns von der Ansicht frei machen, daß nach einer genügenden Mittagsmahlzeit der Körper des abends noch einmal einer besonders reichlichen Abendmahlzeit bedarf. Es ist darum für den beschäftigten Mann, welcher nicht die Zeit hat, durch fünf Mahlzeiten seine berufliche Pflicht zu unterbrechen, durchaus genügend, wenn er vor Beginn seiner Tätigkeit ein nicht zu kleines Frühstück einnimmt, und dann gegen Abend zwischen 5 und 6 Uhr durch eine Hauptmahlzeit seinem Hungerbedürfnis genügt. Häufiger essen, ist vollkommen überflüssig, und es ist allein die Gewohnheit, durch welche das Bedürfnis nach so vielen Mahlzeiten entstanden ist. Zu vieles Essen schädigt aber den Körper in schwerer Weise, und ohne daß wir für alkoholische Getränke eintreten wollen, muß doch gesagt werden, daß im allgemeinen durch Essen noch mehr Krankheiten als durch Trinken entstehen. Gewiß soll nicht hungern, wem seine Mittel Sättigung gestatten; aber über das physiologische Bedürfnis zu essen, den Körper ohne Grund mit Nährstoffen zu überladen, hat körperliche und geistige Trägheit zur Folge und führt unweigerlich mit der Zeit zu den so gefürchteten Stoffwechselkrankheiten, von denen sich besonders die Fettsucht auch äußerlich in so häßlicher Weise zeigt. Briefkasten. Noch eine Ferienarbeit: Unsere „Blätter" begleiten die sich fortentwickelnde Pädagogik mit aufmerksamem Blick und ziehen alles ans Licht, was reif geworden ist, was sich zur praktischen Ausnützung eignet. Der große Markt häuft dickleibige Bände ans, entfacht den Streit; dadurch wird er einerseits kostspielig, anderseits wirkt er zerstreuend, verwirrend. Daher entnehmen mir ihm nur die köstlichsten Stücke und selbst die in der knappsten Fassung, weil die schnellebige Zeit Größeres nicht mag und weil breite Ausführungen die Übersicht erschweren. Diese Erwägungen haben zur eklektischen Aufgabe der „Blätter" geführt; die Ausführung ivar hauptsächlich der Grund, daß einzelne Jahrgänge nun bereits zum brittenmale aufgelegt werden mußten. Der junge Amtsbruder sollte daran nicht achtlos vorübergehen. Da ein neues Schuljahr in Sicht ist, da eine neue Zeit eine neue Pädagogik gebar, möge er aus dem laufenden Jahrgange und aus den früheren Bünden das herausklauben, was ihm für „seine" Verhältnisse wertvoll erscheint, ivas ohne-weiters angebaut werden könnte. Hiesür genügt ein Blatt Papier, das die Schlagwörter mit der dazugehörigen Seitenzahl enthält. Die „Blätter" sind nicht eine Zeitschrift, die man durchstiegt und dann beiseite legt; sie wollen den Leser ohne viel Opfer an Zeit und Geld in der pädagogischen Schwebe halten. — Schltt. A. R. in K.: Wo ich in den Ferien weile? Daheim, im lieben Daheim, wo ich als Kind geträumt. Das Dörflein heißt Obermösel; es liegt im Herzogtum Gottschee, nicht weit von der kroatischen Grenze. Wo einst der Knabe gebaut und an seinem Wägelchen gezimmert hat, da sitzt nun der Mann hinter hochauf-getürmten Pandekten; wo vormals ein stilles Summen durch das Gezweig drang, klappert heute die Schreibmaschine. Tempora mutantur! — Lehrer A. W. in W.: Das Bild von Ihrem Schulvolk bedeutet eine sinnige Feriengabe. Schönen Dank dafür! — „Wndlverg": 1.) Über den Aufsatzunterricht finden Sie alles Zeitgemäße in den „Blättern". 2.) Die neue Bearbeitung von Maierls Werk, Verlag Enserer, Leoben, genügt. — Turnlehrerstessc: Sie ist mit einem Gehalte von 3200 K verbunden. Turnprüfung fiir Mittelschulen vorausgesetzt. Näheres durch die Schriftleitung. — K. K. in W.: Vom 15. August an sind im Lehrerheim noch mehrere Plätze frei: Also rechtzeitig einreichen! — St. K. in A. (Med.-Hllerr.): Sie schreiben: „Die .Blätter für den Abteilungsunterricht' sind die köstlichsten Perlen ans dem Gebiete der pädagogischen Literatur." Zum Stolze der wackern Mitarbeiter sei Ihr Lob mitgeteilt. — Rezirksschut- irrspektor A. Sch. in W. K.; Ihr Eifer für das Lehrerheim sollte allenthalben Nachahmung finden. Inspektoren und Lehrer würden unzertrennlich znsammenwachsen, wenn sie sich in der Sorge um das ge-ineinsame Wohl ergänzten. — An die Roseggerschute: Herzlichen Dank für das reizende Bildchen, das mir zeigt, wie Sie im Vereine mit den Schülern den Schulgarten anlegen. Senden Sie mir einmal die Schule mit dem Heervolk in einer größeren Darstellung! — 2-achtel)rer I. Z. in K.: Die aufrichtigsten Wünsche zur Allianz auf Lebenszeit! — Reiseroute für den Süden: Wien, Adelsberger Grotte, Lovrana (Lehrerheim, Partie auf den Monte maggiore), mit dem Schiff um Istrien, unterwegs Pola (Kriegshafen), Triest (Schiffswerfte, Hafen, ein großes Schiff besichtigen), mit der Staatsbahn nach Veldes (Fahrt zum Kirchlein auf der Insel, Besichtigung der Riklianstalt, Ausblick vom Schloßberge), Villach (unterwegs rechts Blick auf den Faakersee), mit der Tauernbahn nach Hofgastein, Salzburg (Mozarthaus, Mönchsberg, Berchtesgaden, Königssee), Salzkammergut. Ein Rundreiseheft, ein Sümmchen im Beutel, ein frohes Herz: das genügt. Glückliche Fahrt! Wer's vermag, soll's nicht verträumen. 2Ut der Neichsgreiye von Schule zu Schule. (Eine Schutretsc durch Kärnten, girof, Korarlöerg, die Schweiz, Maden, ZSnrttcmvcrft, die Kohenzossern- kande und Mayer».) 13. Bei einem fierrn Tludribus. Die Zahl meiner Begleiter wuchs, je weiter wir im Talboden oorbrmigcn. Zuerst gesellte fich ein Lehrer zu uns, der seine Werkstätte hinter dein Berge hatte. Es war ihm langweilig geworden; daher war er zum Berge herübergeflüchtct, auf dem die Menschlein krochen wie die Ameisen aus ihrem Bau. Das Äußere unseres Begleiters kennzeichnete sein Wesen. Ein grün Hütlein keck im Nacken, eine glimmende Virginia im Munde, das Hemd ohne Kragen, der Rock flimmernd und schimmernd: Fludribus, Fludribus! so stand es vor mir. Und ich hotte recht. Da ich mit meinem jungen Genoß noch über Pädagogik, über die Rüstung für den Beruf sprechen wollte, fuhr uns der Ankömmling mit dem Ruf in die Worte: „Ach was, die Vorbereitung auf den Unterricht ist in meinen Angen etwas ganz Unnötiges. Ich trct' vor die Schüler hin und hab's." Dabei entpuppte sich der „Meister" als Lehrer an einer Einklassigen. Ich wollte eingreifen; allein da trat schon der Kandidat dazwischen und vermerkte, der Übnngsschnllehrer habe immer wieder gesagt, es sei eine pädagogische Todsünde, unvorbereitet die Schule zu kommen. Unser Contra drückte das Hütlein fester in seinen Lockenkopf und wollte erwidern; doch da gesellte sich ein vornehmer Bauer zu uns, der „Herr Postmeister", der vordem Lehrer gewesen, und mäuschenstill wurde das Männlein, als wäre ein Türchen vor die Redcpfortc geschoben worden. Der „Herr Postmeister" wurde allsogleich gesprächig; er begann von seinen Heldentaten "» bosnischen Feldzuge zu erzählen, von seiner Laufbahn als Lehrer und von seinem dermaligen Einfluß als Oberhaupt der löblichen Post und der hochlöblichen Gemeinde. Dem Pädagogikcr vom Berge schien die Wendung des Gespräches nicht zu behagen; er ging zurück auf sein Schloß. Ich reichte ihm die Hand und gab ihm das Mahnwort zum Geleite: „Bleiben Sie Lehrer im wahrsten Sinne des Wortes, hüten Sie sich vor der pädagogischen TodsündeI" — Und nun waren wir allein, drei erfahrene Schulmänner. Ich wollte ans die „Vorbereitung" zurückkommen und den Amtsbruder zur Linken bekehren. Aber er wich der Rebe aus und schlug sich mit allerlei Bemerkungen in die Büsche. Als der „Herr Post- und Bürgermeister" einen vorübcreilenden Bauer begrüßte, raunte der burschikose Kamerad mir die Worte zu: „Ich bitt' Sie, sagen Sie dem „Herrn Postmeister" nichts, daß ich mich nicht vorbereite; ich fompetiere nämlich um die Oberlehrerstelle in G. und da heißt es fein dastehen." „„Nun, Sie stehen doch am feinsten da, wenn Sie der Vorbereitung gar nicht bedürfen."" „Ja, wenn Sie ihm das sagen würdenI" „„Ich kann es erst tun, bis ich Sie in Ihrem Schaffen gesehen habe."" „Das ist gar nicht nötig; ich sag' Ihnen, es geht alles am Schnürt." „„Mag sein; allein ich lasse mich niemals zu einem Urteile herbei, bevor ich mir nicht vollste persönliche Überzeugung verschafft habe."" Der „Herr Postmeister" rettete mich aus der Verlegenheit, in die mich das Drängen bes Bewerbers gebracht. Es begann wieder der bosnische Feldzug; hernach folgte das Lob der Kaiserstadt. Als wir aus dem Walde in ein massiges Konglomerat einbogen, warf ich die Bemerkung hin: „Das sieht ja aus wie in einer Gasse!" „Grad wie in der Wienerstadt, in unserer schönen, schönen Kaiserstadt, nicht wahr?" schnellte der Kriegsmann herein. „Hei, als wir damals als Sieger einzogen, war das ein Leben! Nur einmal möcht’ ich noch hinaus nach Wien, ins goldene Wien!" Es war ehrliche Begeisterung, die aus den Worten des ehemaligen Infanteristen klang. „Na, es wird halt ein großer Steinhaufen sein, das Wien!" grinste Herr Fludribus. „„Aber ein schöner, ein lieber Steinhaufen, Herr Lehrer! Hätten Sic ihn einmal ge« sihen, Sie könnten sich von ihm nicht trennen."" „Sv ist es", ergänzte ich mit Eifer. „Keine Großstadt des Erdenrunds zeigt Natur und Kunst in so schöner Harmonie wie die Hauptstadt des Österreichers." — Herr R. gab im Geiste seine Kompetenz verloren, denn er wurde mißmutig, wurde wieder schweigsam und schleuderte uns verdrossen zur Seite. In einen Pfarrhof wurde Einkehr gehalten. Wir hatten vom Alten auf der Höhe ein „Salve!" an den „Schüler" zu entbieten. Auch dieser war schon ein Greis. Sein Wesen spiegelte das des Lehrers wieder. Darin zeigte sich der erziehliche Einfluß des alten Pfarrers; darin lag aber auch der Borteil eines innigen Verkehres zwischen Bernfsgenvssen. Unserem Stande mangelt er; darum braucht es lange, bis sich ausgesprochene Lehrerpersönlichkeiten entwickeln. Würde man den Anfänger wenigstens ein Iahr hindurch zu einem erfahrene» Meister in die Stube des täglichen Schaffens weisen und ihm im Schultz ause einen wohnlichen Raum bieten, in die der Schein eines schönen Familienlebens und dasWesen desOberlehres fielen: wie raschkönnte unsere Jungmannschaft den rechten Hebel finden, wie scharf die echte Lehrernatur in ihrem Fühlen und Denken ab grenzen! — Der Pfarrer zu G. war ein gewichtiger Mann im Dorfe. Darum ließ Freund R-das Bächlein seiner Beredsamkeit wieder sprudeln. Es ergoß sich über den alten Kollegen des Ortes, den „verrosteten" Oberlehrer. Die Kritik über ihn wurde zur herzlosen Schmähung; ich stand daher unwillig auf, weil ich anders den Gießbach nicht hätte dämmen können. „Und verdient er es auch", so sagte ich mir, „es darf der Kollege in Gegenwart des Laien niemals abfällig über den Kollegen urteilen. Für den, der sein Standesansehen verletzt, gibt es keine Entschuldigung; er verdient den Tadel, ohne daß man die Sache wägt, schon deshalb, weil er die oberste Rücksicht vergißt: Kvllegentreue, Standeschre. Ich habe noch niemals den Priester über den Priester, noch niemals den Arzt über den Arzt, noch niemals den Offizier über den Offizier, — wohl aber oft, leider sehr oft vor aller Welt den Lehrer über den Lehrer unzarte Kritik üben gehört. Und das hat mir immer weh getan. Was wunder daher, daß ich mich der Fortsetzung dieses Beginnens durch Herrn R. entzog? Indes war es auch Abend geworden und wir mußten an eine Schlaf* stätte denken. Sie lag nicht ferne; nur ein Wiefenpfad trennte uns von ihr. Im Abendsonnenglanz erstrahlte die Wallfahrtskirche, erglänzte der mit Häusern und Häuschen besäte Berg, da wir einzvgcn und in einem überaus zierlichen Bretterhansc unser Heim aufschlugen. Im Erdgeschoß lag die vornehme Gaststube. Sic war mit Ortsinsasscn gefüllt; man wollte den Wanderer aus dem Süden sehen. Ans der Menge stach ich sogleich ein geistvolles Antlitz heraus; der Gemeindearzt stand vor mir. Er stellte sich als Ortsschulinspektor vor und zwar als einer, der sein Amt ernst nahm. Wiederholt hatte er sich in der Schul* stubc eingefunden, um die Fortschritte der Kinder zu sehen und dem Volke davon zll erzählen. Er meinte, es sei ihm nicht nur um die Entwicklung und Gesundung des Leibes, sondern auch um jene des Geistes zu tun. Mit Interesse sehe er den Fortschritt des unterrichtlichen Verfahrens, den Strom der Zeit, wie er mit seinen Wellen selbst in die entfernte Dorfschule schlägt. Gerne hätte ich dem seltsamen Ortsschulinspektor noch gelauscht, allein er mußte heim, es schien, daß ein strenges Hausregiment ihm die Grenze für den Dämnierschvppen zog. Sv blieb ich denn mit meinem Flndribus allein in dem Nebenstübchcn. Er wurde ivieder zutraulich und begann: „Das würd' ich mir schön verbitten, daß mir ein Nichtfachmann auf die Finger schaute I Ich horche ja auch nicht an der Tür seines Ordinationszimmers." „„Aber sein Werk liegt doch offen zutage. Die Welt weiß, wie viele er rettet, wie viele unter seinem Messer aushauchen. Davon hängt sein Ruf ab. Von uns erfährt die Welt nichts, weil wir unsere Arbeit sorgsam verschließen."" „'s ist recht. Ihnen will ich meine Schule zeigen, aber ihm nicht, ihm beileibe nicht. Wenn ich herüberkomme, hat sein Inspizieren ein Ende. Na, zu fürchten brauch' ich mich nicht, 's geht ja alles am Schnürl, exzellent am Schnürl; Sie werden sich ja selbst überzeugen." Und ich kam und ich sah und ich . . . (Fortsetzung folgt.) Herausgeber und uerantwarlttcher Schrlslleller: Kiibulf «. Peer,. — Druck DON goles PavNcek In »ottschee. Heilmittel zuwege. Bis heute ist es jedoch leider nicht der Fall. Wir dürfen daher von unserem Standpunkte nicht abweichen, wenn wir unseren leidenden Amtsgenossen wirklich Helsen wollen. Deshalb, Ihr Feinde, bekehrt Euch und helft uns das Südheim so auszugestalten, daß es alle Leicbterkrankten anfnehmen kann. Solcherart wird es im Laufe der Zeit auch nicht mehr Schmerkranke geben. (Sehr richtig! D. Sch.) Es kommt nur aber gerade so vor, als ob es die Feinde mit unserem Südheime überhaupt nicht ehrlich meinen. Wie kann jemand dieses edle Werk bekämpfen, das auf keinen egoistischen Standpunkt anfgebaut ist, sondern einzig und allein die leidenden Brüder und Schwestern im Amte vom sicheren Tode retten will? Es müßten sehr schlechte Menschen sein, die das ans irgendeinem Grunde verhindern wollen. Wartet nur, Ihr Eiferer und Zweifler, bald werden wir Euch Erfolge des Südheimes auf weifen können und dann .... Kans Megele. « flnkündigungstafel. * 1.) Kchulwandliartcn bei Freytag und Berndl, Wien, VII/i Schottenfeldgasse 62. (Besprechung 11.) — 2.) Zur Vorbereitung aus de» Unterricht — das Vorbereitungsbuch von Pichler. (Besprechung 5.) — 3.) Radiergummi, Karben bei Günther Wagner in Wien. (Besprechung 19.) — 4.) Hinte von Schuster in Wien und Schüller in Amstetten. — 5.) Bleistifte von Hardtmuth in Budweis. (Besprechung 29.) — 6.) Huschen von Anreiter in Wien VI/i. 7.) Als Lesestoff für die Kleinen — „Österreichs deutsche Jugend" in Reichenberg. (Besprechung 21.) — 8.) Arucksorten bei Pavlicck in Gottschee (Kram). — 9.) Lehr-und Lernmittel vom Lehrerhausvereine in Linz a. d. D. — 10.) Mustkinstrumeute von Klier in Stemgrub und Langhammer in Brüx. — 11.) Methodische Wüstung mit Mohanpts Schriften. (Vgl. die Ankündigung in den Folgen 48, 49, 50!) — 12.) Karben bei Dr. Schoenseld in Düsseldorf; Zeichcnutenstlien bei Schmincke in Düsseldorf. — 13.) Reißzeuge bei Müller und Mehner in Wien. — 14.) Schulbänke bei Dr. G. Fischel Söhne in Wien I. — 15.) Radiergummi bei Simon in Wien. — 16.) Kreide bei Hoschkara in Waidhofen a. d. D. Alle anderen Musikinstrumente und Salten unter voller Garantie. 14 Tage zur Probe sende ich an jeden Herrn Lehrer meine in Künstlerkreisen rühmlichst bekannten Spezialitäten: Streichinstrumente, Zithern und Guitarren von unübertroffener Güte und Preiswürdigkeit. Empfehle gute Violinen zu K 5, 6, 8, 10, 12 und höher. Gute Violinen mit starkem Ton, Bogen, gefüttertem Holzetui. Reservesaiten, Stimmpfeife, Dämpfer, Kolophonium und Violinschule franko. K 15 bis 20. reine Orchester-Violinen samt Zugehör, besser, K 25 bis 30. Künstlerviolinen mit starker, edler Tonfülle, nach alten Modellen, mit feinem Ledertuch-Formetui, feinem Bogen und Zugehör K 40. SOLO-Violinen, Violas und Celli K 50 bis 200. 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Bei dem Umstande nun, daß der Schüler hiedurch infoferne bedeutend benachteiligt erscheint, als derselbe solche minderwertige !Vare nicht billiger erhält, sondern denselben preis für diese, wie für unser tadelloses bestes Fabrikat bezahlen muß, so ergibt sich die Notwendigkeit, darauf zu achten, daß die im Gebrauch stehenden Bleistifte auch genau unsere Firma-Aufschrift: & L. Hardtmuth" tragen. Wenn wir uns gegen den erwähnten Mißbrauch die gütige Unterstützung der p. T. Lehrerschaft erbitten, so involviert dieselbe gleichzeitig einen 21ppdl zum Schutze dieses alten österreichischen Industriezweiges. hochachtungsvoll ®e9ril"brt <79°- £. &