(Poitnina plaeana v gotovini.) Erscheint wSch«ntlich zweimal: Tounerstag und eonntaq friih. Gchrifttelwrg »nd vtrwalttuig: Preternova uliea Str. S. Telephon 81. — Stnttnbigütigen werden in der Verwaltung gegen Berechnung billigster Gebühren entgegengenommen. Bezugspreise: Für da» Inland vierteljährig Tin 8S —. halbjährig Din SO-, ganzjähng Din lvO-. Kür das Ausland entsprechende Erhöhung. — Einzelne Nummern Din 1 —. Rummer 211 Donnerstag, den 13. März 1924 | 49. Jahrgang In Erwartung. Die inne, politische Spannung hält alle parla« »eviarischen Parteien im Bann. Aber nicht die Er-llärungev, die in der Nationalversammlung und in der Presse abgegeben werden, spiegeln die in den politischen Zirkeln herrschende Stimmung wider, sondern die hinter verschlossenen Türen geführten Verhandlungen und Aussprachen verraten den wahren Stand der Dinge, der durch die amtlichen verlaut-barungen mehr verschleiert als enthüllt wird. Soweit die Nachrichten verbürgt sind, hegt die Radikale Partei wegen der Radiigesahr keine allzu große Besorgnis. Man rechnet zwar mit der Möglichkeit, daß die Radi! - Abgeordneten Ernst machen »nb nach Ueberwindung aller ihnen entgegenstehenden Schwierigkeiten ins Parlament einzuziehen beabsich-figen. Aber «an scheint ebenso entschlossen, den der Regierung von Radis hingeworfenen Fehdehandschuh aufzunehmen und im Bedarfsfälle dem König die Auflösung deS Parlamentes vorzuschlagen. Daß die Radikale Partei abermals mit der Durchführung der Neuwahlen betraut würde, darüber besteht in Regierungikrelsen kein Zweifel. Man schwankt nur einigermaßen, ob sich die Radikale Partei jtr die Wahlkampagne mit anderen politischen Gruppen verbinden solle oder nicht. Aller Boraussicht nach »äre die Regierungspartei zu schwach, um den Wahl-kämpf allein gegen die Front aller übrigen Gruppen einschließlich der Radiepartei siegreich zu bestehen. Am natürlichsten erscheint deshalb dielen, einem Zu-sa»mengeh«n mit der Pribitev igrvppe, die sich ent» weder selbständig als Partei austun oder sich an die Hine Sage aus dem Sanntate. Bon Zahntechniker Franz Sorschak, Selje. Ruin«», ölte Burgen und alte Schlösser haben Geheimnisse; an s» alte» Gmäuer, die noch Zevgen find ton einstmaligem Leben und einstmaliger Pracht, an die knüpfen sich allerhand Sagen. Auch unser schöne« Saovtal ist voll »on solchen Sagen und Er-»Ihlungen, die aber schon ganz in Vergessenheit ge-rate» fivd, «eil in manchen Gegenden, wo einst stolze Vmgen und schöne Schlöffer gestanden sind, jetzt schlurft grüne Fichten stehen. So mancher Tiller wird den Weg von Weiß, waffer »ach Stönstet» schon gegangen sein und wird sich erinnern könne», bah der Weg durch eine» schöne» Fichtenwald führt; der „Fichtenwald am Kalo" heißt dieser Wald. Dort wo jetzt die hohen Tannen und Fichten stehen, stand einst ein Schloß mit hoch»«' »innlen Türmen in stolzer Herrlichkeit; heme freilich erinnert kein Stein mehr dara»... Aber ein Setatz lieg» dort begraben! Sin großer Bottich voll Sold, Silber, Elfenbein und Edelsteinen l Wer diesen Schatz hebt, der erltft anch zwei Seelen aus Fegefeuer« Qual, und der Schatz gehört natürlich ihm! — Der Sltatz. in seiner gar>zen Pracht kommt all« hundert Jahit^ zur Sonnenwende, in e!»er milden Iuntnacht, au» dem Schoß der Erde, bewacht von einem Drachen urd einem schwartn Ritter. Der Ritter fitzt mit Stwer» und Weh>g,hänge, welches von lauter Dia-manten bl tzt, am Marmsrtisch und schreibt sein Testa wen». Er Ich,ob« stfci tausend Jahre, denn er findet feinen Erben nicht. Radikale Partei anschließen könnte, das Wort zu reden. Diesem vorschlage steht aber entgegen, einmal daß Cvetozar P-ib'ievic mit dem Absall von der Demo-kratischen Partei aus begreiflichen Gründen zögert und weilerS, weil er als Loh» für den Parteiwechsel schwerwiegend« Forderungen stellt, die der Macht-sphäie der Radikalen Partei starken Abbruch tun würden. Eine andere Möglichkeit wäre die Verbindung mit der Slowenischen volkipartei. Aber in einem solchen Falle müßte die Radikale Partei zumindest für Slowenien so gewaltige Zugeständnisse auf staalS-rechtlichem Gebiete machen, daß die radikale Wähler« schuft am bisherigen Programme irre werden und zu and-ren Gruppen abschwenken könnte. Avdererseit« ist auch für die Slowenische BolkSpartei die Ent-scheidung nicht einfach, da die antiserbische Propaganda unler der slowenischen Bevölkerung Früchte gezeitigt hat, die bei einer Koalition mit der Radikalen Partei den erhofften Wahlersolg ernsthaft in Frage stellen müßten. AIS drille Lösung bliebe ncch eine Interessen-gemeinschaft der Radikalen Partei mit den Moha-midanern, den Deutschen und den Magyaren übrig. Dieser Autweg würde aus staalSrechilichem und mach!-politischem Gebiete der Regierung keinerlei Opfer auferlegen, sondern bloß die Abgabe von gewissen Bürgschaften in sprachlicher, kultureller und allgemein recht! cher Hinsicht bedingen. Diese Sicherungen, die sich strenge im Rahmen der bestehenden Gesetze halten und gegenüber slawischen Parteien ohneweilerS zu-gestanden würde», bereiten aber der Radikalen Partei ziemliche Sorgen, da sie fürchtet, daß diese Bundes- Darüber erzählte Urnrgroßmütterlein: Einst haust« auf dem Schlcßc, wie sagen ich gehört, Die Witwe mit zwei Söhnen des Ritter« Kunibert; Der war als frommer Kämpe mit Kaiser Friedrich« Heer In« heil'ge Land gtzogen und kehrt« nimmer mehr. Der Söhne Erstgeborne, der Witwe Sti«fsohn war, Ei» Jüngling fromm und bieder, doch der, den fie gebar, E>» Bube böj' und tückisch, von Sitten wild und rauh, Ein Schoßkind doch und Liebling der gleichgestnnten Frau. Im Tiefgeschoß de» S-blosse« ein Schah geborgen leg, von Gold und Edelsteine«, helleuchtend wie der Tag, D«r Mutter Lust und Freude, der Söhne Siolz und Macht Nun hat «r Neid und Zwietracht und Haß und Fluch gebracht. Der Söhn« erster wollte nun Herr im Schloß« sein, Und «ine edle Jungfrau al« hold« Gattin frein; Die Muttkr, dir ihn haßte, die Wendung sehr verdroß, Im Bunde mit d«m jün^ern st? feinen Tod beschloß. Dem gab st« schlaue Winke und sprach: Nun fei ei» Mann, Ein edle« Wild »u schießen, durchpürsche heut den Tann; Dort an der Lituk-Quelle erprobe deinen Speer, E« kommt «in Hirsch zu trinke», du ««ißt, ich sag' nicht« mehr. Zum Stt«fs«hn aber sprach st« jammeind: Mir ist so heiß, so beiß! Mir sitzt der Tod im Herzen, ich sterbe wohl ich weiß l Acb, hält' ich einen Truvk nur vom heiligen Bitu«. Quell Rur einen einzigen Tropfen genesen, würd ich schnell I — Ter Jüngling, gut und mild«, in Eil' den Krug ergriff, Den Labetrunk zu holen, zum BituS-Quell «r lief, Doch wi« er da zum Schöpfe» stch zu dem Borne bog, Ein Speer au« dem Gebüsche ihm durch den Rücken flog, Er sank gebrochen nieder, ein Strom von «armem Blut Schoß au« der Wunde, rötend de« Quell'« kristall'ne Flut, Da« Haupt zurückgewendet, noch ch' sein Aug« brach genosfeaschast ihr von einem Teil der eigenen Wähler-fchaft verübelt werden könnte. ES ist begreiflich, daß diese Schwankungen und Sirömungen iu der Radikalen Partei die allgemeine innerpolitische Lag« sehr unklar und schwierig ge-stalten. Abgeordnete und Wähler sind daher in voller Erwartung und Spannung, wie sich der parlamen-tausche Kröten lösen wird. Die Krise und die nationalen Minderheiten. Unter dem Titil „SlaatS'.reu und volkSireu' bringt das in deutscher Sprache erscheinende „Zagreber Tagblati" folgenden bemerkenswerten Artikel: Wir leben in der Zeit, wo der neuerwachle Nationalismus, zum Teil als Folge deS Kiieges, der unter nationalen Schlagworten geführt wurde, zum Teil als Reaktion auf die sozialen RevolutionS-bestrebungen überall zu Uebertreibungen neigt. So tt es auf der ganzen Welt, in allen Staaten, Uüd fs ist es auch bei un», obwohl man billiger Weise z,geben muß, daß den Jugoslawen die uationale Unduldsamkeit nicht gerade im B.ule lieg«. Infolge dieser Umstände ist die Lage der nationalen Minder-heit u in jedem Staaie äußerst delikater Natur. Hal en sie sich den isfenilichen Angelegenheiten ferne, so kommen sie leicht «n den verdacht „SiaaiSfemde" zu fein. Mengen sie sich dagegen in diese Angelegen-hiten ein, so werden sie al« .Fremde" behandelt, die daS alles nichlS angehe und »eren Einmengung man sich höfl>chit verbleie. ES gehört daher viel Klugheit und viel Takt, um al« Führer nationaler Minderheiten nicht rechiS oder links anzustoßen, und genau und unentwegt den^t richtigen Mittelweg zu verfolgen, den die Devise „StaatStreu und volkStreu" vorschreibe. Er sterbend noch die Worte zum bösen Bruder sprach: O Bruder, du mein Bruder! da« ist dein TodeSspeer — Wa« tat ich dir zu Leid«, daß du mich haßt so sehr? Daß du mich kommst zu morden am herligen BituS»Born ? Da» mög' dir Galt vergelten im allgerechten Zorn l Du willst den Schatz besitzen und Herr im Schloff« sei» Wohl «in« edle Jungfrau al« hold« Gattin freien? Doch merke, nie ein Sprosse soll deinem Stamm erblühen ! Für drin verruchte« Herze nie «in« Maid erglühen l Ja Trümmer soll zerfallen da» morsch« Ahneuschloß Im Sturz den Schatz begraben tief in der Erde Schoß; Du aber sollst ihn hüten und ste, die dich gebar. St« Drache, du ihr Anwalt, wohl manch einhundert Jahr l Zur Juni Sonnenwende, all hundert Jahr einmal Sollt ihr dem Schutt entsteigen mit samt der goldnen Oual. Die Mutier mit dem Schah«, du mit dem Pergamtnl Erwartend so d«n Eiben für eurr Testament. Wenn einst verirrt im Walde ein schuldlos Mägdlein naht Und eueb mit Tau besprengend erlöst von Fluch d«r Tat, Dann ist gesühnt der Frevel, ihr kehrt zum Frieden ein. Der Schatz soll doch dem Mägdlein als Lohn zu eigen fei». So sprach der Jüngling sterbend, der Himmel hat« gehört. Die Erd«, rot vom Blute, erbebt darob empört, Die Sonne birgt ihr Antlitz, im Slurm erbraust der Wald, Und grollend durch» Gewöike de» Donner« Stimme schallt, Den Buben faßt ein Grausen, der Reu« Ratterwurm Umrtngelt seine Seele, und peitscht ihn durch den Sluim, Wie Kain, der Brudermörder, flieht «r durch Busch und Dorn, D?ch auf de« Winde« Flügeln folgt ihm r«» Himmel« Zorn, Er floh entsetzt zum Schlo-le, da« stand im hellen Brand Vergeltung hat den Blitzstrahl in« morsch« Dach g«sandt. Zu rett«» Schatz und Matter, stürzt er stch in di« Glut Da brach der Bau zusammen, ei« qualmend Grat von Schutt — S«it« 2 (Hüte Ae'tuvg fhmrnrr 21 Denn bal ist b«t einzig« Weg, ixn rationale Minderheiten in nationalen Staaten gehen können, ohne Verräter an dem Staate, in dem sie leben, und ohne Verräter an de» eigenen Bolkstu» zu werde«. Dazu gehört vor allem die restlose Versöhnung «it der staatlich po'itiscken Karte Europas, die die FriedtnSverträge geschaffen habe». CN mag ja fein, daß Europa nicht in alle Ewigkeit die ge-^evwärtige staatliche Aufteilung beibehalten werde. Auch die FriebenSverträge sind Mensch«nwerk und nicht für ewige Zeiten geschaffen. ES ist jedoch sicher, daß die heutigen staatlichen Grenzen Earopa» auf lange, lange Zeit unv.nrückbar sind, und wenn sie einmal abgeändert weiden sollien. so können da» nie nationale Minderheiten vollbringen. Und kann man etwa« nicht abändern, so hat eS auch keinen Sinn, daran Arbeitskraft und Energie zu vergeuden, die in anderer Richtung besser verwertet werden können. Damit ist auch die praktische Grundlage für die Versöhnung der nationalen Minderheiten mit der neuen europäischen Karte gegeben. D>e Ausgabe der Fährer nationaler Minderheiten in nationale» Staaten beschränkt sich also naturgemäß auf die Tätigkeit für ihr BolkSliim in wirtschaftlicher und kultureller B ziehunz, dies alles selbstverständlich im Rahmen der Slaatsgesetze, die die Rechte und Pflichten der nationalen Minderheiten regeln. Anderer-seit« aber erfordert es die Gerechtigkeit, daß die na-tionale Mthrheit ioi Staate von der national» Minderheit nicht mehr verlangt als sie geben kann, d>e ihr gewährleisteten Rechte respektiert und ihr ihre Treue zum eigenen BolkStum nicht verübelt. Denn wenn die nationale Mehrheit als Trägerin dir Staaisidee von der Minderheit mit Recht die Staats-»reue verlangt, so muß sie, um gerecht zu sein, der Minderheit die BolkStreue gestatten. Da« heißt u. a. auch, daß e« unsinnig ist. von der nationalen Minderheit zu fordern, sie möge ihre Politik anders orientieren als eS die wlrifchastiichcn und kulturellen Interessen ihres eigenen BolkStnws diktieren. Wir haben in der Skupö.ina zwei Gruppen nationaler Minderheiten: die Deutschen und die Türken (vschemiet). Will man gelecht sein — und das soll man immer sein — so muß anerkannt werden, daß vor allem die Deutsche Partei von ihren derzeitigen Führern mit Klughnt und Takt qesilhrt wird. Die Klugheit geht auch den Führern des Dschemit nicht ab, doch lassen sie e« mitunter an dem erforderlichen Takt fehlen, wie z. B. un-längst, wo sie knapp vor ber Abstimmung in öff-ut» licher Sitzung «ine Fordernna an die Regierung stellten, die ganz den Eindruck einer „Erpressung" machte und daher dem Dscheme? keine Sympathien erwerben konnte. Dageg-n verdient das bisherige taktvolle verhalten der Deutschen Partei anerkannt zu werden. ES war sehr klug und sehr taktvoll, daß sich die Deutschen ,. v. der Abstimmung ülxr daS römische Fiume Abkommen enthielten. Desgleichen ist Wohl manch Jahihundert ft|t< darüber seinen Stab, Z'rtr«t den Trümmerhaufen und ebnete da« Grab; Ei» Wald von schlanken Ftchten nur flüstert noch vom Schloß, Bom Brudermord und Schatze im tiefen Erdgeschoß.-- Ej» Mägdlein, Rinder meidend verlor einst eine «uh Und irrte, fi« »u finden, nacht« durch die Walde«ruh; E« war znr Sonnenwende, ste kam an dielen Platz Und sah den schwar,en Ritter, den Drachen und den Schatz Sie hörte fleh«nd rufen, die Stimme einer Frau: „0 Mägdlein. Hlrtenmägdlein! O spreng:, sprenge Tau!" Da macht ihr furchtbar bange der Drache mit dem Schwan, Entfliehend schlug fie «rru»e mit ihrem Rolenkran, „O mehl" rief der Ritter, ,voibet der Augenblick: O Mägdlein, Hirtenmägdlein ! du fliehst vor deinem Stück, Du konntest un« erlösen au« Fegefeuer« Pein Mi« einem Tropfen Tau nur — und dieser Schatz war dein! Nun ist'« »u spät, doch höre: Eeschreckt von einem Schuß Läßt einst im Fluge fallen ein Vogel eirc Nuß; Die wiid hier Wur»cl fast?«, wird Baum und Wiege dann Für» neugiborne »rtndletn, da« un« erlösen kann. Bis aber die« geschehn,, versunken blrittt der Schatz, Und wir zwei arme Seelen, gebunden an den Platz; Du konntest unö erlö'en, du haft es nicht getan Gott mü,',c e« dir verteihenl* So sprach der schwarze Mann, vom Kirchlein auf dcm „Ärcben" die Morgenglock'erklang Und in den Schoß der Eide der Seisterspuk versank; Da« Mägdlein lief von dannen, lief ohne Rast und Ruh', Doch, sieh' da! ihr entgegen kam die veiloene Kuh Da« Märlein Hiu'i4. jang noch, au« meine« Vater« Mund Ihm selber gab« die Großtant' de» Hirte» mäzdl?in« kund Im Wal»« aber spaltend ein Nußbaum stch «hebt Die Wiege für da? Kindletn, da? einst den Schatz behebt auch ihr« gegenwärtige Hallung. wo es aus allen Seiten kriselt, durchaus einwandfrei. Aber im großen Ganzen kann auch dem Dschemiet ernstlich nichts vor-geworfen werben. E» ist ja natürlich, daß er bie Interessen feiner türkischen Wähler vor Augen hat unb sich in seiner Hallung bavon leiten läßt. Min kann doch gerechter W ise nicht von den Türken v'llangen, baß sie sich national als Jugoslawen fühlen, wo sie doch ganz richtig gehende Türkei» sind! Dach darüber nächstens einmal ausführlicher. H:ute möchten wir nur sagen, daß die Führer der nationalen Minderheiten bei un« bisher — mit Ausnahme des erwähnten „ErpressunqSfalles" des DschtM't — tatsächlich den richtigen Mittelweg der Staats und BolkStreue gingen. Sie ließen sich nicht in den Parteienkampf der nationalen Mehrheit ver-wckeln und haben freie Hänbe erhalten, wie immer die Krise enbeu möge. Politisch? Rundschau. Inland. Aus der Nationalversammlung. Ja ber Sitzung ber Skup'chtina am 7. März beantwortete nach Erledigung der Formalitäten der Minister des Janern eine Anfrage des Abg. Aga-tonovil üb«r Versetzungen von Gemeindefunktionäre« in Südjerbitv. Aus der Tagesordnung stand dai Budget des Justizministeriums. AIS erster Redner sprach der demokratisch: Abg. Dr. Popouit, welcher harte Kritik an der Haltung deS Jastijministers übte. AlS zweit«? Redner spricht der radikale Abg. Mita Dimilrijev'ö, der eine allgemeine Amnestie ver-langt. Er fordert ferner die Sicherung der materiellen und politischen Unabhängigkeit der Richter u,d Beamten. Der slowenisch: Bauernbündler Pjceij bnnängel« die Mißstände im Jastizwesen in Slo-wenien. Hieraus ergriff Justljminister Dr. Riuko Periö da« Wort, ber bie seiteuS der Abgeordneten vorgebrachten Beschuldigungen zurückweist und moderne Reformen im Jastizministerium ankündigt. Bei der Abstimmung wurde das Badgel d:S Außen-Ministeriums angenommen. Die Sitzung wurde hierauf geschlossen. Da» Budget de« Unterrichtsministeriums vor der Nationalversammlung. In der Sitzung der Nationalversammlung am 8. März kam da« Budget deS Unierrich'.Sministeriumz aus bi« Tagesordnung. Der Abgeordnet« R-deljko-vt (Radikal) beschäftigte stch ausführlich mit bet Befreiung und der Tätigkeit der Nationalräte im ahre 1918. Während feiner Rede kam es zu einer omroverse mit dem Abgeordneten Husein Alit (moslim. Organisation). In seinen weiteren Au«, sührungen beschäftigte sich der Abg. Nedeljioviö mit dem Budget de« Unlerricht!»iaisteriuma unb er« klärt» für dasselbe zu stimmen. Der Abg. Ilses Täubel (veutsche Partei) h'elt eine Rede über bi« Bedeutung der BolkSaufklärung für bi« Ration. Er erklärte im Namen feines Klubs gegen ba« Budget zu stimmen. Dann sprach der radikale Abg. Radoniö. Er verlangte in feiner Rebe,daß die Fakultät für Boden« kultur nach Sudotica übertragen wird und plaidirrt« für bie Gründung eine« Zentralen Archivs. Dann wurde bie Sitzung geschlossen. Der oppositionelle Block zustand« gekommen. In den Räumlichkeiten de» mnselmanischen Klubs hielten Davidovit, Spaho, Kocos c und Predavec eine Konserenz ab, in welcher über die Schlußphase des Ueb«reinko«menS verhandelt unb ba» definitive Ueber-einkommen zur Bildung de» oppositionellen Blocks getroffen und festgestellt wurde. Den oppositionellen Block werden nur die Demokraten, die slowenische volkSparlei (Klerikale) und die jugoslawisch-»usel-manische Partei bilden, während die Radiepartei und tz>e Bauernbündler außerhalb de« Bleck» verbleiben, diesen j-doch nach Kräften unterstützen werden. Die Vertreter der oppositionellen Parteien stnd überein« st-kommen, daß Predamc aus tnkilschen Gründen vor« läufig nur 2V Vollmachten dem Skupschtinapräsidenten unterbreite. Za diesem Zwecke vegab sich Herr Pce-dav c sofort taS Skupschtinep:üsidium. Er verblieb kurze Z-it im Gespäche mit dem Präsidenten, bi ihm erklärte: «ES ist mir lieb, daß Ihr kommt. Ich li rb? bereits Ihren Kameraden erk.äri, daß bie Bert« fizierung ihren normalen Verlauf nehmen wcrde^. — WaS die Überreichung der übrigen Vollmachten betrifft, werden diese dann eingebracht werdcn, sobald sich die Notwendigkeit hiezn nach Ansicht der opposi« tionellen Parteien ergeben wird. Die Vertreter ber oppositionellen Parteien waren über di« getroffene» Vereinbarungen den Journalisten gegenüber sehr reserviert und verwiesen daraus, gegenwärtig keinerlei Aeußerungen machen zu können. Di« Vollmacht«« der Radi« Abg«ordn«t«n überreicht. Die Parlamentssitzung am 10. März eröffnete ParlamentSprästdent Ljuba Jovanov't u» halb 10 Uhr vormittag«. Bor dem U-bergange zur Tagesordnung gibt er solgenbe Erklärung ab: ,E« gereicht «ir zu Ehr«, meine H:mn, mitzuteilen, ba& bie Herren Abgeorbneten B k><, Dr. Hohnj-c unb AManoviö in Gemeinschaft mit dem gewählten Ad-geordneten Predavec während der letzten Zusammen-kunst der Skupschtina dem Präsidium die vollmachte« ber gewählten Herren Abgeorbneten Nikola Ovani» und Radi^ sowie 13 Genossen überreicht haben. Diese Vollmach en sind, «eine Herren, dem verifi-kationSauSschuß zugewiesen worden, um gemäg der Geschäftsordnung geprüft zu werden, worüber dann der Ausschuß der Skupschtina zu berichten haben wird.^ Beim Uebergange zur TagiSo-dnun?, der Spezial-behalte über das Budget des Unterrichtsministerium», Ip-achen ber Radikale Abg. Marksmc und der »emo-kcatilche Abg. Agaionovc. Abg. Markovic verlangte di« R«»uktiou der Zahl der Mittelschulen und Uni-versitilen in unserem Staate. Agaeonoviö hingegen, daß man der Volksbildung größeres Augenmerk widme. Anfechtung der Nadi«-Mandate. Wie man auS dem Präsidium der Nrtional« Versammlung erfährt, find von den 20 überreichte» Vollmachten der R idicparteitern nur 9 unbeanständet, während gegen II Wahlproteste vorliegen. Im Prä. siiium der Skupfchtina ist m m üierhaup: ber Ansicht, daß von der ganzen Zahl der Radi^mandate i» ganzen n»r 20 unbestritten st id. Ja in den Reih«» der Radikalen wird erklärt, daß min auch gege» jene 3 bisher unangefochtenen Mandate Proteste er» heben wird. Der Radikale «lud gewährt PaSlt voll« Aktlonsfreihett. Der Radikale Klub hielt eine Sitzung ab, welch« zu dem Zwecke einberufen würbe, di« inner, palitisch« Lag« zu btfp^echen. Mimsterprasidnrt Pas < fea'j «in« kurze Darstellung über die Lage, i» der er fein« Meinung auseinanderlegte. Diese Meinung g'ht dahin, daß »otz der Anstrengungen der Opp»-si'ion die Lage der Radikalen Partei und der Re-g erung vorläufig nicht bedroht fei. ES müssen aber für alle Fälle alle Abgeordneten der Partei bet. s immenbleiven und einstimmig fein, da nur i» diese« Falle die Radikale Partei stark genug fei» werde, um allen Angriffen der Opposition Wider« stand leisten zu können. An eine «rbeiisregierung der Opposition, auch in de« Falle, daß bie radi-kalt Regierung ilderstimmt würde, sei nicht zu glauben. Nach diesem Berichte sprechen noch zwei oder drei Abgeordnete, welche die Erklärung abgebe», eS solle Pas'l volle Aktionsfreiheit gewährt und ih« das voll« verträum ber Partei ausgeiproche» werden. Diese Entschließung würbe einstimmig mit großem Beifall angenommen. vi« Robot in der Woiwobina aufgehod«». Die Rovisader Zastava bringt die Nachricht, baß die Robot in der Woiwodiaa überhaupt aufgehoben wird. Da man bei den ersten versuchen, die i« vorig» Herbst ge«acht wurden, die Erfahrung macht«, daß die Durchführungsverordnung zu» Robolgefetz weder gerecht noch praktisch sei, wurde fie aufgehoben unb wird durch etne neue ersetzt werden. Das neue Re-gulativ ist bereits fertig, wird aber vor der Ber-öffentlichung noch im Radikalen Klub beraten werden. DaS neue Regulativ kennt keine Reluierung der Rob« in Geld, sondern jen« Personen, welche nicht per-fönlich arbeiten wollen, werden «ine AlbeitSkraft bei-zustellen haben. Mit Rücksicht darauf, daß die Re. paratur unb die Erhaltung der Siraßen in der Woiwodina mit Gesetz vsn 1880 durch Einführung eines Straßenzuschlages geregelt ist, wird in der Woiwodina die Robot überhaupt nicht zur Anwen» dung kommen. _ Was Sie brauchen, da« ist Elfafiuidl Dieses wahr« Hausmittel, welche« Ihre Schmerze» vertreibt! Probesendung 27 Dinar. Apotheker Eug. v. Fellcr, Ztubica Donja, Elsaplatz Nr. 335, Kroatien. *tn»»et 21 Kurze Aachrichten. Die Sofien für die projektierte Tranesahara« Bahn schätz« man auf ein Minimum von 2 Milliarden 200 Millionen Franken; Ihre Länge würde rund ZL00 »ilomeler detragen; die grözten Schwierigkeiten für den Bau und den Beirieb bilden die Ungeheuren Temperaturunterschied« in der Sahara, wo daS Thermometer am Tag bi« zu 45° im Schatten steigt und in der Nacht aus unter Null fällt. — Kanada Hit für eine Einwohnerzahl van etwa! mehr al< 8 Millionen 850.000 Telephone, d. i. einen «pparat aus je 10 Einwohner. — In Moskau find in einem Monat 1025 Sinket et« froren aufgefunden worden, die ohne Obdach und Nahrung in Müllkästen uns Kanälen bei 30 Grad Aält« übernachteten. — Ja Bukarest besteht die Ab-ficht, 13 000 Arbeiter und Ausländer auszuweisen, die an der kommunistischen Bewegung Teil haben. — Füns spanljch« Oifijier« gerieten bei Teneriffa »it einem Fugzeug in einem Bulkankraler; es gr-lang «hnen jedoch da» Flugzeug wieder hochzu-bringen und aus sicherem Platze zu landen. — In der französischen Nationalversammlung kam tf am 29. Februar zwischen den Abgeordneten im verlaufe einer Debatte zu eine» allgemeinen Handgemenge; die Sitzung mußte aufgehoben werden. — In Nikaragua und Castariea sind einige Ecderschütleruogen »erspZrt worden; zahlreiche Gebäude wurden de-fchä»igt, mehrere Menschen getötet. — Im engli» fchen Parlamente wurde eine Vorlage einiebiacht, die die Ab'chaffang der Todesstrafe vorsieht. — Au» Bukarest wird gemeldet, daß mehrere Tausend Jaden aus Südrußland auf rumänisches G.biet gest lichtet sind, um den Metzeleien zu entgeh'n. — I» Hamburg wurden sämtlich« Werften gesperrt, «e>l die Ardeiter die neunstündige Arbeitszeit nicht «nnehmen wollten. — Ein schwedischer Leutnant, vamenS Thoerriblad, hat eine «ene Methode der Echnelltelegraphie erfunden, mit der es ihm möglich sein soll 400 Worte in der Minute zu telegra« phieren. — Die mixikanifchen Ausständischen haben Berocruz verlassen; sie liegen 10 Lokomoiiveu und 70 Eisenbahnwagen zurück. — Ja der Nähe von Hangöe» geriet der auf det Fahrt nach Lübeck befindliche Dampfer »Jbi«' während eines heftigen Sturme« in da» Treibeis; das Schiff sank mit voller Ladung; die Mannschaft konnte sich retten. Aus Stadt und Land. Robert Vrauue 1°. Au« Koi, für welche bereit« allseits regste» Interesse herrscht. Die Einladungen werden dieser Tage ausgegeben. Wir bemerkten schon, daß der Eintritt nur Geladenen gestattet sein wird und Matten übrigen« ihre Einladung an von Herrn Marlinov < -bestimmte BertrauenSpersonen abgeben müssen. Herr Martiriovic bittet uns daher, bekanntzugeben, daß diejenigen seiner geehrten Gäste, welche au« Versehen keine Einladung erhalten haben, ihre Adressen im Hotelbüro abgeben wollen. Um weiier« allem Gerede d»e Spitze abzubrechen, sei auch mitgeteilt, daß der Eintritt nicht, wie gerüchtweise verlautkt, 50 Dinar, sondern Nur normal 15 Dinar blträzt, wie auch Herr Martinovii versichert, daß er alle« aufbieten wird, um mit Rüche und Keller seine Gäste zufrieden zu stellen wid keine wie immer geartete „ffijrj«rei* stattfinden wird. Daher tst die geplante Prämierung der drei schönsten MasWn keine wie sonst gepflogene Wurzerei, sondern e« wird ein von Herrn Maitinovtl zusammeriglstellte« Komilee die drei schönsten MaSken bestimmen, woraus die kostenlose Pretßverteilung er-solgt. W!e aus ollem ersichtlich ist, dürste diese Veranstaltung eine dezent gemiUliche und heitere und vielleicht die schönste der henrigen Saiion werden. Nachklänge zum Maskenkränzchen des Gonobiher Männergesangveremes. AuS Kot-jce wird gemeldet: Auf Drängen eine» hiesigen RecyISa,walte» wurde der Bahnardeiter Schmied vulgoZ'egler a>« dem Dienste entlassen, weil dieser die Uilerhallung de« Vereines besucht hibe und angeblich daran beteiligt ton, wie die uneingeladenen Gäste „moralisch entfernt" wurden. €11 lies Zeitung Ziigler möge sich nun, meinte der betteffende Recht»« anwalt, sein Brot bei den N^msiutari suchen. E« ist nun sehr interessant zu ersahren, daß sich unter der Klientel diese« Recht«anwalte» sehr viele Deutsche, besonder» av« Bitanje und Zrrc! b finden. Wie wäre e«, wenn nun diese ihr Gewissen er« forschten und reuig an die Brust klopfend sagen würden: «Herr, ich bin nicht würdig, daß ich eingehe unier dein Dach — denn ich bin auch ein N mskutar". Gin teurer Prozest. W e berei!» berichte,, hat die Gem?«idesparkasse vsn Maribor die Klage gegen den l tzten deutschen Ausschuß zurückgezogen. Wie leichtfertig hier mit dem G lde umgegangen wurde, ersieht man darau«, daß die Rechnung der beiden R cktSvertteter der Sparkasse nicht weniger al» üb.r 81.000 Dinar betrug, ilugerdem v-rpflichtete sich die Sparkaste dir Halden Kosten bei Dr. Janc zu bezahlen, die auch über 15.000 Dinar ausmachen. Wenn die Bürgerschaft sieht, wie ein früher maNer« gültig geleitete» Unternehmen jetz> durch den Ehou» v'ntsmu! zum Handkusse kommt, ,ft e« wahrlich kein Wunder, wenn niemand mehr ia die Sparkasse G.ld einlegt. Die Verschwundene Eingabe des Gou-venieurs Wetfert. Die Eingabe, die Herr Gou-nerneur Georg Weiiert im Namen d«Z Deutschin HiIsSau«schusse« in R-uiatz bei der Regierung ein-gereicht hatte, u» die E.nreisebewilligunz iür die reich«deutsch«n Kinder zu erwiiken, ist im Innen--Ministerinn in Verlust geraten. Auf die wieder-holten Interventionen, die zir Beschleunigon, der Ecledigung in Bcograd von verschiedenen Seiten unternommen wurden, wurde nach langem Hin-halten die Auskunft erteilt, daß die Eingabe nicht ansfiudbar sei. I-, Bevg'.ader politischen Kreisen ist man der Ansichi, daß diese Auskunft nur ein Bor-wand sei, um die Verlegenheit der Regier nag zu verschleiern. Die R gierang trag« Bedenke?, ein Ersuchen de« Herrn Gouvcrieu,« W'isert, dem sie zu großer Rück-tchinahme vtibundcn sei, glattweg abzulehnen, wage es anderer'«!!« aber auch nich«, im Hiabllck auf die gespannte ianei politisch« Lag: und die Möglichkeit von Neuwahlen, die Einreise reich»-deut'cher Kmder im gegenwärtigen Zeiipmkte zu bewilligen. Man ist der Meinung, daß die Eingabe, sobald sich die Lage der Regierung bessert, eine« Tage« im Innenministerium wieder anfiauchcn, im a-deren Falle aber aus unabsehbare Zeit in den Allen „begraben" bleiben werde. Die Bezüge des Ministerpräsidenten. Wie Beograder Blätter ausrechnen, stellen sich nach de» neuen Budget die Bezüge dr« Mintsterprästdenten folgendermaßen : Gehalt 120 000 Dinar jährlich. Dä> tea als Abgeordneter 108.000. Sp-zialzulage 126 000, Teuerungszulage 60.000, für Z'garelten 36 000, für Automobil 100.000, zusammen also 540.000 Dinar jährlich oder 45 000 Dinveonatlich. Außerdem gebührt ihm ein DitposilionSsond von 800 000 Dinar, von dem die Hälfte in franz. F.arc» auszuzahlen ist, ,o daß er eigentlich 2.390.000 Dinar betrag«. Dieser DiSpo stiionSsond unterlieyt keiner Kontrolle. Eine Gräfin von einer Varonw be-stuhlen. Vor einigen Tagen fand bei der in der Grazer Gesellschaft sehr angesehenen MajarSgattin Kourad'Konradsheim, einer geborenen Baronin La-zarini, eine Gesellschaft statt, an der zahlreiche höh: Persönlichkeiten und Aristokraten teilnahmen. Der anwesenden Gräfin Herbe,stein riß an diesem Abend ihre kostbare Perlenkette und die Perlen lagen überall verstreut auf dem Loden herum. Man bemühte sich, die Perlen aufzufinden und bewahrte sie in einer Scha-lulle auf. Die Gräfin Herdeistein mußte j:doch fest-stellen, daß viele Perlen i« Werte von zusammen 45 Millionen ö K fehlten und machte die Anzeige. ES meldete sich darauf bei der Polizei ein I iwelier, welcher erklärte, die Perlen gekauft zu haben, und zwar von einer fehr vornehmen Dame, fodaß ihm »e verurteilt wurde. Nun sollte aber auch daS Urteil dinchgejührt werden. Eine der Mutter gestohlene Wäscheleine wa>d al« brauchbar befunden und an einem in der Türsiilluug angebrachten Haken be-festigt, eine Schlinge gemacht und dem Sv on, einem 12jährigen Jungen, der zuvor hatte einen Sessel besteigen müssen, um den Kops gelegt. Dann zog Crfte 8 einet det Jungen den Stuhl plötzlich weg und i« nächsten Augenblick hing der Spion freischwebead in der Lust. Als er aber nach einigen Zuckungen leb-loS dahing, wurde den Spielkameraden ängstlich z» Mute und fie riefen um Hilfe. Der Knabe würd« rasch abgeschnitten und glücklicherweise nach lange» Wi:derbelebungSversuchen wieder zum Bewußtfei» gebracht. Die Nürnberger Meistergräber. Nur wenige Städte können in ihren Friedhösen e'ne so große Zahl von Grabstätten berühmter Stadtkinder ausweisen, wie Nürnberg. Da liegen der Maler «uselm Feuerbach, der Philosoph Rudolf Feuerbach, d-r Humanist Wlllibol» Piikhei«er. der Bildhauer Bett Stoß, der Eezgießer Peter Bischer, der Holz-bildhauer Peter Flötner und Albrecht Dürer. Diese Gräber zu erhalte» ist eine der vornehmsten Aufgabe» der Stadt Nürnberg, die deshalb auch «it der protestantischen Airchmgem inde, der Besitzerin der Alt» Närrb-rger Friedhöfe, ii Verhandlung getreten ist. Diese Verhandlungen haben jetzt dazu geführt, daß die Ei Haltung der Gräber aller berühmten Nürnberger Meister für alle Dauer g'sichert ist. Da« Grab Albrecht Dürer», das sich i» Bcsitze de» Albrecht-Dürer-Bereine« befi'bet, wird ebenfalls in seinem jetzigen Zustand« erhalten bleiben. ES ist nur bedauerlich, daß man die Grabstätte vsn Han« Sach» nicht aufzufinden vermag. Neunjährige Ehefrauen. Die zur R sor» der R?ligion«ge>etze eingesetzte Kommission der Volk«. Vertretung von Angora hat kürzlich »aS neue Ehe« gesetz für die Türkei festeste«,. Darnach wird da« HeiratSalter für die j rngen Männer auf 18 und für die jungen Mädchen auf 17 Zahee ftstgcht; doch steht da« nur auf dem Papier, denn die frühzeitige Entwicklung der Türkin macht e» c,forderlich, daß hier Ausnahmen die Regel b'lden. Da« G.-s'tz bestimmt denn auch, daß mit Zustimmung der Eltern Jünglinge vom 13. J,hr an, junge Mä«chen von 11 Jahren an die Heirat«erlaubni« erhalten können, ja, aus Antrag der Eltern gestattet da« Gesetz sogar die Heirat zwischen eine» Jungen vou zwölf und einem Mädch n von neun Jahren. Ein Massengrab aus alter Zeit. In einer Sandgrube in der Nähe von Aidenbach in Niederbayern wurde ein Massengrab au« der Zeit der Banerr kämpfe «il den OesUrreichern im Jahr« 170v entdeckt. Ja dem Grabe wurden zahlreich- von K-igeln durchbohrte Schädel gefunden, die überdies durch Säbelhiebe gespalten waren, ein Beweis, wie erbittert damal« in den Tälern der Donau und der Vil» qekäwp't wurde. Ans dem Jammertal. Im schönsten Teile de« Harze« liegt da« be.ühmte Jammertal, in de« die nicht weniger berühmten Orte Elend und Sorge ein gewinnreiche« Sommersrischendajela führen. Aber der Kurort Elend ist mit seinem wenig ansprechen» den Namen nicht »ehr zufrieden und hat deshalb ein Prei«au»lchreiben für einen anderen Namen et« lassen. Der Einsender de« besten Borschlage« soll t» diese» Sommer vier Wochen Freigast in Elend sei». Wie man sein Leben um zehn Zahrr verlängert. Einen neuen Beitrag zu den Hau«» Mitteln, wie man am besten sein Leben verlänget» körn«, hat ber Nachlaß dc« vor LO J^ren verstor» denen Komponisten Einest Guirand geliefert, der erst vor einigen Tagen durch Aurelievx Scholl i« Malin veröffentlicht worden ist. Er erzählt darin, wie er zust-indegebrocht hab«, sein Leben um min-desten« zehn Jahr« zu verlängern. Man hat in der Tat nach GuirandS Tode 2000 uneröffaete Briefe gefunden. Uneiöffaet pflegt« er die Brief« in «in Schubsach zu legen, war diese« voll, wanderte sei» Inhalt in eine Kiste, von da karreawris« ia eine K amm«^. Die älteste Findelanstalt der Welt. An» läßlich der Neuorganifatiou »er Madrider Finde!« anstalt wird bekannt, daß sie die älteste Findelanstalt ist. Sie wurde 157:2 von de« Schwesterorden „Nueetre Senora de la Soledad j de las Auguatias* im Armenvienel Madrid« gegründet und enthält h-ut« roch die historisch» „Drehlade", die e« Frauen gr» staltet«, Kinder, ohne selbst gesehen zu werden, im F ndelhan» abzugeben. Mit der E richlung de« F ndelhauses wollte der Schwesterorden dem damal« in Madrid grassierenden Zagrundegehen ausgesetzter Kinder steuern. Eine Katakombenstadt für ftOOO Tote. S ockyolm soll demnächst feinen ersten unterirdischen F-iedhos erhalten. Unter der Gustav Basa Kirche ist cue Anlag« im Bau, die di« Aschen Uuien deij-nige» aufnehmen soll, die sich in der schwedischen Haupt» stadl durch Feuer bestalten lass?». E» wird eine ganze Katakombenstadt entstehen, die für n'cht w:niget al« 6000 Aschen U'nea Raum bietet. Me 4 Cllflcc Aeit»», Wumuet 31 Ruch Siesenbäumr müssen sterben. Wie auS H5fel im Kreist Löwenberg ge»eU>«t wird, ist ein Wahrzeichen der dortigen Segend, die Bettel, fichlk, der Axt zum Opfer gefallen. Der etwa 200 Jahre alte Baum, der »it seinem eigentümlichen, armlwchterartigen Wuchs weithin sichtbar war, war »ipfeldllrr geworden. Mit >h» ist auch ein Zeuge der Kämpfe an der Beber dahingegangen, bei denen Blücher den Franzosen im Jahre 1813 eine schwere Niederlage beibrachte. 41 Seeräuber hingerichtet. Da« Gericht tu Canlon hat 41 Seeräuber zum Tode v«urteilt «nd hinrichte,, lassen. Die Verbrecher waren Mit-QÜcdtr einer Bande, die monatelang die chinesische» Gewässer unsicher »achte und Schiffe geplündert hat. Viele Mordtaten an Reisenden und Matrosen fallen den Hingerichteten zur Last. Im Jänner glückte et den Behörden, das Seeräuberschiff abzufangen «ud die Piraten, darunter zwei Frauen, unschädlich zu machen. Die beide» weiblichen Seeräuber wurden t» lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt, die »änvliche» hingerichtet. Da« Mädchen ohne Kinn. Dr. Coughlin. Professor der Cynmgie an der Universität St. LouiS, machte kürzlich Mitteilung von dem seltenen Fall eine« Mädchen?, daS, kS,perlich sonst wchlg'staltet, kein Kinn hatte. Bei der Geburt war das Kinn, ««an auch in kleiner For», vorhanden. ES schrumpfte aber mehr und mehr ein, und alS daS Madch-n «wachsen war, war von einer Kinnlade nichiS «ihr t« sehen. Dr. Coughlin entschloß sich zu einer Operation, die Erfolg hatte. Er entnahm dem Schienbein einen Knochen, den er an die Stelle der Kmnlade einsetzte. DaS Ergebnis übertraf olle seine Eiwariungen. Der Krochen heilte gut ei» und daS Mädchen konnte foUa» essen und sprechen wie eine normale Person. Wirtschaft und Verkehr Getreidemarkt. Mehl wurde je nach der Qualität und Provinz verlaust zu 640 bis 580 Dinar pro 100 Kilogramm, und zwar wurde eS am billigsten in der Baischka, am teuersten in Slawo-nien verlaust. Der Verkehr war u»dedeutend, etwa« schwarze« Mehl Nr. 7 und Nr. 8 haben die Armee, lteferanten angekauft. Weizen ging im Preise etwa« in die Höhe. Die Mühlen lause» »ur geringe Mengen an, weil sie da« Mehl, welche« sie am Lager haben, noch nicht vertaust haben. Die Getreide-Händler warten mit dem Ankauf von Weizen, weil sie hoffen, daß dessen Preise sollen werden, verkauft wurde er zu 330 bis 335 Dinar pro 100 Kilo gramm. Mai« blieb im Preise sest und ist in der letzten Zeit sogar e> wo« gestiegen. In der Batschla wurde er zu 245 bi« 250, in Slawonie» hingegen zu 250 bi« 255 vinar p-o 100 Kilogramm verkaust. Geiste haben Bierbrauereien zu 320 di« 326 Dinar pto 100 KIlogra»m gekauft. Haser war in der Batschka zu 245 b'S 255, in Slaivouien zu 265 bi« 275 und in Bosnien zu 250 bis 255 Dinar pro 100 K'lwgramm erhältlich. Kleie ve. kaufte man fomt Säcken zu 185 bis 2C0 Dinar pro 100 Kilogramm. Erweiterung des Hopfenanbaues tn Jugoslawien. Infolge der hohen Hopfse ist eine Bewegung unter den Hcpfenproduzenten im Sann- und Drautale und in ber Batschka i» Zuge, welche die Erhöhung der dem Hopfenanbau gewi»-meten Fläche zum Ziele ha». SuS der Bitschka w rd gemeldet, daß die dortigen Pflanzungen auf 800—1000 Joch e»hSi»t werd'« sollen. Au« diesem Anlasse bringen slowenische Zeitungen folgende Ber. haliungSmaßregelu für die Hopsendouer: 1. Man darf nicht auheracht lassen, daß der Hrpsen ein Artikel ist, dessen Preise größten Schwankungen aus- gesetzt find. ?« ist schon »orgekommen, daß der Hopsen derart wertlo« geworden ist, daß er nur al» S-reu verwendet werden konnte. 2. Neue Pflanzungen sind mit sehr großen Spesen verbunden. 3. Die Produktionskosten für ein Kilogram» trcckcne» Hopfen« haben im vergangenen Jahre durchschnittlich 50 biß 52 60 Dinar betragen und dürften im Zahre 1924 »och höher werden. 4. Im ersten Zahre ver-ursacht der Hopsen nur Spesen, während der Gewi»» geringfügig tft. Man kann heute «och nicht wssen. wie sich die Preise ia der nächsten Kampagne ge» stalte« werden. 5. Die neuen Pflanzungen benötige» starke Nnd gesunde Setzlinge. Diese find aber bei un« schwer erhältlich, weil unser Hopse» durch dk» Hopfentäfer verseucht ist. Wer bei den neuen Hopsen-gärten verseuchte Setzlinge verwenden wird, dessen Gewinn wird geringfügig sein. 6. E« ist eine be-kannte Tatsache, daß bei der Hopfenkultur schlechte Jahre mit gute» abwechseln. Deshalb ist es viel besser, neue Hopfengärten während der schlechte» Jahre anz»legen. 7. Oer Umfang der Hopfengärten soll stch »ach der Größe de« Besitze« richten. Für den Hopsen sind nur die beste» Ackel flächen zu verwende». Vom Kunftdüngeemarkte. Da« größte Interesse herrscht sür Svperphosphat. Die Delegano» der Pllduzenten von Ehilr-Salpcter in Beograd hat m>t Dü»gung«versuchen, welche i» ganzen Lande unentgeltlich auSgesührt werden, begonnen, «uf un« screu Märkten »Minen Super pH»! phat 145 bi« 140 Dinar, einschließlich Säete, bruito für netto, franko S'ation de« Besteller«. Kc-lkit ckstvff 300 Dinar f«r 100 Kiloqra»» einschließlich Säcke. 12 bi« 15%' ThoniaS'chlocke ICO bi« 170 Dinar sür 100 Kilo» growm brutto sür netto einschließlich der Säcke, sranko S'aiion de« Besteller«. 40% Kalisalz 16t bi« 165, Chile Salpeter 5 bi« 6 Dinar pro Kilogramm. Korrespondenzgehilfin der slovenischen n. deutschen Sprache in Wort und Schrift mächtig, mit Kenntnissen in der Buchhaltung, perfekt in deutscher Stenographie, gewandte Maschinscbreiberin wird per sofort oder später acceptiert. 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Lebensjahre gottergeben verschieden ist. Das Leichenbegängnis findet am Mittwoch den 12. März um 4 Uhr nachmittags von der Aufbahrungs-halle des städtischen Friedhofes aus statt. Die heilige Seelenmesse wird am Donnerstag den 13. Mär» um 7 Uhr frth in der Pfarrkirche in Celje gelesen. Familie Wilfling. Dnicker. Verleger unb Herautgeber: Lereinsbuchdruckerei .Seleja' in Celje. — Hauptschristleiter: Abg. Iran» Schauer. — »ers-voertl icher Schriftleiter: Hubert «olletnig.