Freytag den ä. März 1825. P r e i s g e d i ch t") zur F e y e r. d e s ^ allerhöchsten G e b u r t s f e st e s S r. Majestät des Kaisers von Oesterreich Franz I. am »2. Februar 1625. I^iotus iutersis s>o^u1o! //c>,.it. 6> <^^ie Morgenstrahlen künden unsern Vllclen- Des Tages Hoffnung, die wir lang gehegt; Es pocht das Herz in trunkenem Entzücken Vcym Fest, dem es schon langst entgegen schlägt^ Und ob noch Schnee bedeckt der Hügel Rücken, Auf todter Flur kcin May die Schwingeil, regt^ Der Frühling lacht im glücklichen Gemüthe, In unserm Herzen treibt er seine Blüthe. Ost ist uns solch ein Tag schon aufgegangen, Wir fcyertcn schon oft mit treuer Brust; Doch war das Herz nicht immer unbefangen, Nicht ungetrübter Freude sich bewußt. Die Zeit bisweilen mischte dumpfes Vangcn In unsre reine, tiefgefühlte Lust: Es ließ sich zwischen zweifelhaftem Streiten Der Freude kein erlesener Thron bereiten. 's Außerordentliche Beylage zur allgmteinenTheatc?-Zei-tung und Unterhaltungsblatt sin- Freunde der Kunst, Literatur und deü geselligen Lebens. - Dieses, jede:: Patrioten ansprechende Gedicht, welchem dervon der Nedactionder allgcm. Theater-Zeitung ausgesetzte Preis zuerkannt wurde, wird unsern verehrten Lesern eine um so willkommenere Erscheinung seyn, als es die Gefühle der- österreichischen Umcrtha-ncn für ihren gelirbtcn Herrscher ausdrückt, und dessen weise und segcnbringrnde Negierung so treu schildert. Die Redaction der allgem.'Theater-Zeitung :c. ist mm gesonnen, die für das allerhöchste Gedurtöfest Sr. Majestät des Kaisers bestimmten Gedichte, in einem eigenen Vändchcn gesammelt, zur Vefördceung cineS wohlthätigen Zweckes heraus zu geben, und ersucht demnach die sämmtlichen Herren Prciswcrber sowohl ->!ö di.' Herren Verfasser der übrigen bey dieser feycrlichen Veranlassung erschienenen Dichtungen, solche zu diese'.:» Zwecke benutzen zu dürfen, bittet aber auch alle ::bli» gen vaterländischen Dichter, hieran Theil zn nehme-:, ' indem dieses Wcrkchcn den Titel: „V l u m c n d e»!-scher Sanger, zur Huldiguna, der all e >--höchsten Geburt s fe y er S r. Majestät deS Kaisers uon Osterreich am l^l. Fcb,r. lkl'^' erhalten soll. ^ Wohl u»s, dieß Alles ist ml« weggeschwund«:«» Und manche Jahre zogen d'rüber hin! Es brachten uns die frohen Wechfelstundeu Zurück d,cn heitern, unbefang'ncn Sintt. Wir haben uns so treu vereint gefunden, ll»d Einheit bringt erfreulichen Gewinn: Jetzt ist u»5 de»n bey ungestörtem Frieden Die süße ^!ust der Sichecheit bcschieden. Heil Ihm, d.r uns dleß hohe Gut errungen» Qcr nie ermüdete im schwere« Strnt, Der ilumer nach dem Wahren nur gedrungen Im Widerspruch der vielbewegtcn Zeit! .Heil Ihm, das Reltungswerk, es ist gelungen,' Wir freu'n uns an des Glückes Stetigkeit i Gott, der die Guten prüft, die Bösen richtet. Hat Ihm und uns zum Heil dcn sampf geschlichtet. So zieht der Friede jetzt durch heit're Staaten. Und schlingt »m fremde Zungen den Verein. Gin Fürst beschützt der Länderwohlfahrt Saaten; Gie reifen schnell im herrlichen Gedeih«, Und gerne mag, nach den vereinten Thaten, Der Italer des Ungars Bruder seyn; Es streben froh die fremden Volker, Masse» Sich tveu in Einem Herrscher zu umfassen. Doch sagt. wer will nicht glücilichcr sich dünken, Lebt er im alten, frommen Österreich? Ob die, die aus verschied'ncn Flüssen trinken, Wir gerne Brüder nennen unserm Reich; Ob aus der Fern' uns gold'ne Auen winken, Ob fremden Landes Luft sey mild und weich; Uns ist da5 schönste, höchste Glück erkoren, Der heut'ge Ta^ hat uns, den Herrn geboren! Wir sind beseligt unter Seinen Augen, Und wer verargt, was Hochgefühl Ihm Hollt? <^m Land. deß Fluren milde Strahlen saugen, Bereichert durch der Neben Blut und Gold; -"m Land, wo Frucht und Mensch zusammcntaugen. Dieß Land ist jedem uns'rer Wüusche hold; D'rum fcyern w«'s im laut'sten Saitenschlage, Das Glück des ganzen Neichs an diesem Tage. Der Himmel spendet keinen höhern Segen. Als wenn im großen Staate Friede thront; Die Menschen kreuhen sich auf tausend Wegen Im sichern Muth, weil redlich Streben lohnt. Und jedem Tage schau'n sie froh entgegen. Und trau'n 5em Glück, daß unter ihnen wohnt: Da sieht man, im behaglichen Gewähren, Den Lohn der Arbeit täglich sich vermehren. Der Vauer freut sich d« vertrauten Schollen; ^ Aus ihrer Viege fördert er die Frucht. Dem Handelsmann muß seine Göttinn zollen, Das Schaff ihm segnen an der fremden Bucht; Der Büraer auch unit seinem kleinern Wollen, Er hat deS Handwerks Griffe klug versucht: So strebt «n Jeder im aetrennkn Walten Die eigne Kraft belebend zu entfallt«. Ein Jeder mag ln semem Kreise nützen; Ei» Jeder kennt und schätzt dc« fremden Dcrch, Der kleinste, den Dcrtrau'n und Nuhe schützen. Fühlt sich im Nnhm des Ganzen selbst geehrt. Doch nicht gedingt es Allen: zu besitzen; Ein eigner Herd ward Jedem nicht beschert: Es wärmt sich manche Hand an Nachbars Gluthen, Und manches SegF treibt auf fremden Fluthcn. Doch in dem weiten, ungeheuren Kreise Hat seinen Blick der Herrscher rings versandt. V r prüft und wägt und schätzt und schlichet weife. Und findet Jeglichem den rechten Stand; Sin Jeder wandelt in dem eignen Gleise; Der Herr bedenkt und lenkt das ganze 2and: Dtrwundert seh'n die ungewohnten Augen D«». «irren Theil zur ganzen Ordnung taugen. Und an der Spitze steht die weise Leitung; Di« wirkct still, und richtet ernst und klar. Erst in der Kräfte sinnigen Verbreitung Stellt sich ein großes Werk a^uch edel dar. D.as Ganze gibt dem Theil' erst die Bedeutung, Und wichtig wird, was sonst verachtet war: Denn in dem Kreis der ungeheuren Welten Will auch das Vöglein und die Blüthe gelten» Und wi< Natur in allen ihren Theilen Harmonisch dem Betrachtenden erscheint, Cö mag der Blick gern auf dem Staate »eilen» Wo sich daS Wünschenswerteste vereint. Ordnung und Maß, —dieß sind des Staates Gäulen ' Sie sichern seine Macht vor jedem Feind; ^ Dcch Kräfte, die hier Land und Volk entfalten. Kann weis« Führung nur zusammenhalten. Und die zum herrlichen Geschäfte haben Klug auszuführen das Geboth des Herrn, Cic frcu'n sich doppelt ihrer höhcrn Gaben, Und bilden auch den Ungeübten gern; , Denn leine Kraft sey unbcuützt begraben, .,:,, Der Nachtwurm glänzt nur minder als der Sieln; Aus tausend Blättern trinkt das Mark im Stamme. Und aus der Funken Zahl entspringt die Flamme. Und wie der Staatsmann wirkt mit schwerem Ringen. Und zögernd prüfet der Gesetzt Wahl, So wird sich rasch des Kriegers Fahne schwingen. Erschallt der Ruf, droht äuß'rer Feinde Stahl. Es führt der Trommel', der Trompete Klingen Zum heißen Kampf» wie zum Siegcsmahl, Und stolz mag ihn das Vaterland betrachten. Im Frieden selbst des FricdenS Schützer achten! Und würdig spricht der Priester Segeniworte, Und macht des Heiles sichre Pfade kund. Der Tempel öffnet seine Gna'denpforte, Und manche Herzenswunde wird gesund. Hier an dem feyerlichtn Sühnungsorte Fleht auch für euer Wohl des Kaiser« Mund. Mit Andacht seht ihr an denselben Stufen Zum Herrn der Wett den theuern Herrscher rufen. Der Bildung Trieb wird, allen Classen eigen, Ein goldner Faden auf der Lebensbahn. Die Wissenschaft kann ihren Thron besteigen,-Um ihn verschwindet jeder Nebelwahn. Dem Zweifler werden, sich zu überzeugen, Der Forschung Gründ' und Quellen ^aufgethan. Ss bleibt, selbst wenn des Kriegeö Donner schallen» Die Wissenschaft geschützt in ihren Hallen. Und ihre Tempel darf die Kunst errichten.; , Auch ihrem Spiel lauscht ein geneigtes Ohr, ES naht mit Klängen, Farben und Geschichten'/^ ^^-' Sin sorglos heit'rer, eng verbund'ner Chor. Er will ein süß Geheimniß treu berichten. Ein hohes Aug' winkt feundlich ihn hervor: Um Bangigkeit und Freude zu vermählen, Beginnt er kühn, und kichner zu erzählen. Die Lust bekräftigt seine hohe Sendung, Die Lust, die jedem Hörer sich gesellt. Das Lied ertönt mit immer neuer Wendung, Ein Wechsel ist's, der jedem Ohr gefällt. <5s ist der Kunst harmonische Vollendung, .Die gleichen Schritt, mit allem Großen hält. Zum Höchsten strebt die Kunst nur an den Thront», D'cum darf sie auch anihren Stufen wohnen. ViglückteS Land, du darfst mit edlem Streben Nur sinnen zu verschönen dein Gebieth! Zur Anmuth sollen deine Kräfte schweben; ' Du willst dich freu'n des Reichthums, der dir blüht. Im Reitz der Hauptstadt willst du dich erheben. Den Ring ihr schmücken: der sie stolz umzieht. Den Edelstein, das Fundament im Staate "), Trägt ja dein Kaiser selbst in jedem Rathe. Mein Österreich, aus deinen kleinen Fluren^ Was bildete sich für ein mächtig 3ant>! Ich schau' zurück in erster Zeiten Spuren, Und suche, was die Theile knüpft, das Vand; Was zeugtest du für herrliche Naturen, Wi» manch fromm' Herz, wie manche tapfr« Hand! Gewaltig sind wohl auch Barbaren «Horden, Doch Du bist nur im Rechte g^oß geworden. Und wie Du Dich zum Ruhm empor geschwungen. Wie Allmacht Deinen Ländcrgürtcl wob. Wie Deinem Wort gehorchten fremde Zungen, Und nfie sich rings verkündigte Dein Lob: Das höchste Glück, es ist Dir jetzt errungen, Ein Glück, was über Vorzeit Dich erhob; Denn alle Gaben, die von Habsburg stammen, Siehst Du in Deinem Kaiser jetzt beysammen. Dieß Hochgefühl soll unsre Vrust erheben, 6s drängt dle Lust geschwätzig auf den Mu»ch, An diesem Tage fühlt das frohe Leben Sich doppelt froh, und gibt sich reiner kund, ,4lnd alle Lippen öffnet ein Bestreben, Es auszusprechen laut im Völkerbund: Wohl uns, wohl uns, daß wir Ihm angehören, Den alle Fürsten lieben und verehren? Doch wohl auch uns, daß Er wie wir empfinden. Die Freude theilen will, sie gern entdeckt: Daß Ihn dasselbe Vand vermag zu binden. Das Vürgersinn zum vollen Leben weckt I Wir schau'n zu Ihm nicht wie aus fernen Gründen, Das Auc,' wird nicht von seinem Glanz erschreckt; Sieht man den Herrscher unter seinen Kindern, Wird sich der Glanz zum mildern Lichte nündern. Die edle Frau cks Wittelsbachs Gebiethe, ' Mit Zuversicht naht die verschämte Bitte; Sie trocknet Thränen, die die Armuth wc'mt. Und heiter wandeln Sie iir unsrer Mitte/ Die sich zu uns'rcr Aller üust vereint. Es ist die Anmuth mit der milden Sitte. Die an des jungen Gatttn Arm erscheint. Das schöne Schauspiel mag uns nie entgehen,. Den Dater in der Kinder Kreis zu sehen! D'rum Heil, mein Oft er reich, in diese»? Tagen Enipfandest Du des Glückes Fülle ganz! Von allen Kränzen, welche. Häupter tragen. Ist doch der lieblichstem der Friedcnäkranz; Der möge stetö auf Deinem Haupte ragen, Und Gott erhalte unsern K ai fer Fran^I Daö Vild der Eintracht ist durch Sie erschienen, ^ D'rum Gott erhalte Franz und,Car olinen! L. Norbert. ---------- >^>.----------- Merkwürdige Bcfteyungvon i5c> (sage einhundert und fünfzig) Vlascnsteinen durch ein inneres Mtttel. Laut der d'lesijührrgell Preßburger lateinischen Zei, tUNg(?08anic:l7305l^^^l;ui3i-llIc:8puIlticc»-5tÄN5ti(:ao) vom ii. Jänner, ist der betagte, seil vielen Jahren von Steinschmerzen fürchterlich geplagte und in augenscheinlicher Todesgefahr schwebende verdienstvolle katholische Pfarrer Anton Tuzsinizky zu Oravka inderAr-ver Gespanschaft in Ungarn, durch ein innerlich ge» brauchte» Mittel von de» Blaftnsteinen und der To« desgefahr befreyt worden, nachdem alle Hülfe der ge« schicktesien Arzte zu seiner Rettung- vergeblich gewesen »uar. Da ihm der ihn besuchende Pfarrer Johann Nä-lepka aus der,Zi^ser Diöcese riech , sich an die Frau Ca, tharina von Pongvacz, geborne von Berla, Gemah. linn des Comitars »Assessors ?lloys von Pongracz, zu Andraschf.üva in der Li'ptauer Gespansc^aft zu wenden, die ein von einem durchreisenden Englander ihr milge« theiltes Mittel gegen den Vlasensieiit besitze, befolgte ker Todtkranke seinen menschenfreundlichen Nach. Die Frau von Pongracz sandte ihm sogleich einige Pulver sammt einer Vorschrift, sie zu gebrauchen. Die Wirkung dieser Pulver war, daß von dem Pfarrer inne» halb rier Wochen i5c> Blasensteine, die theils nur so groß wie Linsen, theils wie die Erbsen, theils wie halbe Vitzbohnen (Phaseolen) waren, abgingen, und derselbe von seinen Steinschmer,;en befreyt und vollkommen wietxr hergestellt lvurde. Da seine Retterinn für die Heilung kein Honorar annehmen wollt« *), dankte er ihr öffentlich durch die Zeitungen. Mittel wider die hautige Braune. Zur Prüfung für Ärzte. (Aus dcm Aufmerksamen). El> glaubwürdiger Mann, welchem zwey-Kinder an dieser Krankheit gestorben waren, erhielt zufällig Kund« von nachstehendem Heilmittel, mir inlchem er in der Folge zwey andere seiner Kinder, wovon das Eine drey Mahl mit diesem Übel befallen wurde, jedes Mahl glücklich gerettet hat. Man thut das Klare ron rinon Ey, mit zwey bis drey Safranblüchen vermischt, in eine Kassehschale, und reibt ein Stuck weißen Alaun so lange darinnen ab, bis sich die M,iss< zu einem weichen Pflaster verdickt, dann streicht man diese gewonnene Salbe auf einen drey Finger breiten und vier Finger langen 3ein« wandsireif, und legt ihn dem Patienten volne ober dem Kehlkopf« um den Hals, und überbindet solchen mit einem Halstuche. Wenn man frühzeitig genug dieses Mittelgebraucht, so soll die Wirkung, m lobis ibMinucen schonerfolgen. Erziehung. Die Zucht wird in unsern Tagen immer edler. In Paris, wie man lieset, pflegt man die Pferde nicht mehr zu spornen, sondern man stellt ihnen die Sache mit guten Worten vor und hat die glänzendsten Erfolge erlebt. Wie das Gerücht geht, will man nächstens auch mit den Menschen die Probe machen. ") Edelmüthig und> menschenfreundlich reicht Frau u. Pongracz auch andern Üei)end>m dieses Heilmittel umsonst. Allein noch verdienter würde sie sich um Tau« sende machen, wenn sie die Bestandtheile und Bereitungsart ihreö Heilmittels nicht geheim hielte, son» dcrn zum Besten der leidenden Menschheit bekannt machtc! — Gedruckt bey Ignaz AlvyöEdlcn von KIeinma >) r.