PoStntaa plafui w tiilnwM lakf^Mg Bncbeinl wöcbenUich tkccliüiuai (mit AnfnaliiiM d«r Feiertage). Sclirilt* leltuim, VerwaJtong mid Bocfadruckerel Tel 3&-67, 2^ und 25^. M«rU>or» Kopalttka uliei & Manutkripte ward« nicht ral Anfrifen Rftckporlo beUageo. Nr« SU MMwechi dM 12. Okl«b«r 19M faüMfn* ood Abonaements-AnnaJune in Maribor, Kopaliilui ulica 6 (VemalluiigX Bezugspreise: Abholen monaUicb 23 Din, lusleUea MOin. nach foti monatUeh S Din, Kkr dai Ausland monätlieli K Ma. EintakMBmMr t JO ond S Din. ßrmi» Dkl rSO »liiruiortr Mtun t)ein @ang p Den Utnen Beograd, 11. Okt Wie aus dem Kommuniquee Qbar den gestrigen Ministerrat zu ersehen ist, wird das jugoslawische Volk am 11. Dezemt>er, d. 1. genau in zwei Monaten, zu den Wahlurnen schreiten, um die neue Volksveitre-tnng zu wählen. Die bisherige Skupschtl-na wurde bekanntlich am 5. Mal 1035 ao! Grund eines Wahlgesetzes gewählt, welches die öffentliche Stimmabgabe ver-fOgt. FOr die Wahl vom 5. Mlrz sind im Sinne des Staatslistensystems vier Parteien bzw. Gruppen mit Ihren Listen in den Wahlkampf getreten. UstenfOhrer wären damals der Minlsterprlaldent und Außenminister Bogoljub Jevtl^ (Jugoslawische Nationalpartei), Dr. Vladimir Ma-2ek ffOr die Vereinigte OpposHIoii, Dlml-trije LJotiö fttr die Volkri>ewegung »ZborU und der ehemalige Minister Boia Maksl-moviö. Nicht zugelassen bzw. verworfen wurden die Liste Dr. Svetlilav Hodlera (Jugoslawische Volkspartei) und Dr. 2iv-io Topalovl6 (Sozialdemokrat). Nach amtlichen Daten erhielt die Liste levtiö 1,746.082 Stimmen. Auf der Liste Dr. MaCeks entfielen 1,076345 Stimmen. Dimitrlje LJotlö erhielt 24X)88 und Bo2a Makslmovlö 33.540 Stimmen. Da die Listen Ljotid und Maksimovld beim Wahlgang den im Wahlgesetz vorgeachriebenen Quo tient von 50.000 nicht erreichten, gingen sie ohne Mandat aus. In Jugoslawien wählten von 3,908.313 eingeschriebenen wahlern 2,880.964 Wähler, d. I. 73.72 Prozent. Auf der Liste Jevtlö wurden 303, auf der Liste Dr. MaSeks 67 Abgeordnete gewählt, zusammen also 370 Abgeordnete. Im Draubanat war die Wahlbeteiligung die geringste Im ganzen Stsat. Sie betrug lediglicii 46.96%. In Slowenien entfielen 125.180 Stimmen auf die Jevtiö-Llste, 22.220 auf die Liste Dr. MaSeks, während auf Dimitrlje Ljotld 2530 und auf Maksi-movid 47 Stimmen entfielen. Die erwähnten Ziffern sind selbstverständlich amtlich ausgewiesen worden. So erhielt Jev-tid in Slowenien 27 und Dr. MaCek 2 Mandate. Die am 5. Mal gewählte Skupschtl-na trat am 3. Juni 1935 zum ersten Male zusammen. Sie »hätte am 19. d. zusammen treten und sich konstituieren sollen, um am 20. Oktober Im Sinne der Verfassungsbestimmungen in die neue Session des Parlaments einzutreten. Das Auflösungsdekret hat nunmehr diesen Vorgang tiberflüssig gemacht. Die neue Skupschtina, die am II. Dezember gewählt wird, tritt am 16. Jänner zu ihrer ersten Sitzung der kommenden außerordentlichen Session zusammen. Die höchste Instanz für die Durch-fUhrung der Neuwahlen ist der Stuats-wahlausschuB, der sich aus folgenden Funktionären zusammensetzt: dem Präsidenten und den Vizepräsidenten des Senats, dem Präsidenten und den Vizepräsidenten der Skupschtina, dem Prii«iden-ten und Vizepräsidenten des Maatsrules, dem Präsidenten des BeOf-^rader Kassa-tionsgerichtshofes, dem Prä^idTit'in der Septemviraitafel in Zagreb, dem Präsi- 6ofla in (Srregung Wcglw M pVpröanfMaoes auf ftfu ö« <9eneralfla6es nodi fmnRr nienition unterzogen worden. Sehl Zustand verschlechterte sich jedoch von Stunde zu Stunde, in Laufe der Nacht ist Oberst Stojanow aeinen Verletzungen erfegen. Sofia, II. Okt (Avala.) Die Agence Havas berichtet: in ehier amtlichen JMHt-teihng, die die Regierung hn Zusammenhange mit dem Mordanschlag auf dea .Chef dea bulgarlachen Qenerilatabes publizierte, werden lediglidi die trockenen Einzelheiten dea Attentats ohne jede weitere Erwigung dargelegt In amtlichen Kreisen wird über die möglichen Oründe dea Anaehhigea nichts gesagt men be-achribikt skh lediglich auf die Pestatel* hfflg, daß die Unterauchang auf gntir Plhrte sei. In dleeen Kreisen wird ledig* ttch darauf hhigewlesen, daß man anf den ersten Bück nnd Im Zusarnmenhange mit den Ihnstinden glauben könnte, ea sd eta politisches Attentat Gegen dieaa Auffassung spreche jedoch die Tataathe^ daß sich General Pajew nie mit famerpo« litischen Dhigen bdaßt habe. Es wbd afi nicht ausgeschlossen erktirt, daß der Mordplan persönlichen Rachemotiven eni* Sprüngen sdn dürfte. Dniiige icnaannnennoiie awncnea wnia nnd Poliid in Kairo. K a 1 r o, 11. Okt hi Kairo kam es gestern zu blutig. Zusammenstößen zwischen Anhängern der Wafd-Partei und der Polizei, u. zw. anläßlich der Rückkehr des WafdlstenlQhrers Nahas Pascha aus Europa. Im Verlaufe der Zusammenstöße wurden auch Nahas Pascha und der ehemalige Plnanzminister seines Kabinetts Makram Ebeid Pascha verletzt. Verletzt wurden femer Polizeichef Rusell Pascha, acht Oberwachleute und 60 Polizisten. Die Behörden erklären, daß es sidi bei diesen Zusammenstößen um planmäßige Erhebungen in verschiedenen Stadtteilen zu gleicher Zeit handle. Gegen Nahas Pascha wurde von der Staats anwaHschaft ein Verfahren eingeleitet Neuer Bürgermeister in SpHt S p 1 1 t, 11. Okt Zum neuen Bürgermeister von Spllt ist der hiesige Rechtsanwalt Dr. Vladimir M a t o S 1 ^ ernannt worden. Das genehiaame Zid: die Vernichtung des Bolschewisnus. T 0 k I 0, 11. Okt. Der japanische Kriegsminister General I t a g a k i erhielt vom Reichskanzler Hitler eine Depesche, in der er der japanischen Armee für die Glückwünsche anläßlich der Rückgliederung des Sudetengebietes ins Reich herzlichst dankt Hitler spricht in der Depesche die Hoffnung aus, daß die japanische Armee weiter siegreich sein werde bei weiterem Ausbau der Freund- schaft der Armeen Deutsthlands nnd Japans, deren Ziel, die Verniditung des Bol AOlMM'llBMft-'lCi* * * Tiso g^en den Kommunismus. P re ß b u r g, IL Okt Ini Zusammenhange mit der Auflösung der kommunistischen Partei hat die neue slowakische Re gierung Tiso allen kommunistischen Blättern das Erschetnungsrecht und das Post-deblt entzogen. uer ntrmcne ACKeroeuni uiisier oeenent Deutschland. Berlin, 11. Okt (Avala.) Wie aus Ankara berichtet wird, hat Reichswirtschaftsminister Walter Funk den türkischen Ackerbauminister K o s e b i r zu einem Besuch nach Deutschland eingeladen. Minister Kosebir hat die Einladung angenommn. geordneten, die der Volkstag der Freien Stadt Danzig umfaßt 70 der nationalso« zialistischen Partei angehören. Zu diesem Umbruch im Leben Danzigs sei der legale Weg gewählt worden. Der Einfluß des Judentums sei in Danzig auf ailea Gebieten ausgeschaltet worden. Danzig schloß Forster — sei ein deutscher Staat dessen Schicksal einzig und allein von der nationalsozialistisch gesinnten Bevölke-« rung bestimmt werde. Eine italieniscbe Spende fSr das British Museum. L o n d 0 n, 11. Okt S. M. der König von Italien und Kaiser von Aethiopien hat dem British Museum in London ein Exem plar des 17. Bandes der Monumentalausgabe »Corpus Numorum Italicorumc gespendet In diesem Werk sind die vatika nischen Münzen dargstellt, die in der Zeit von 1800 bis 1870 in Rom ausgeprägt wurden. Gauleiter Forster über Danzig. Danzig, 11. Okt Gauleiter Forster erklärte gestern den Kreisleitern der NSDAP für Danzig, daß von den 72 Ab- In den französischen Basses Alpes entsteht in der Nähe des Ortes Forcalquief das bedeutendste Observatorium Europas das mit einem Riesenteleskop von 2,50 ni Linsendurchmesser ausgerüstet werden wird. Das Observatorium wird auf den 600 m hohen Berge Saint Michael errichtet. 3»rft Zärich, den 11. Okt. — Devisen: Beograd 10, Paris 11.69, London 20.03 ein Halb, Newyork 440, Brüssel 74.35^ Mailand 23.15, Amsterdam 238.75, Berlin 176, Stockholm 107.85, Oslo 105.20, Kopenhagen 93,45, Prag 15.07 ein Halb, War schau 82.75, Budapest 87.30, Bukarest 3.25, Athen 3.95, Istanbul 3.50, Helsinki 9.23, Buenos Aires 110 drei Viertel. S>QB ^Setter Wettervorhersage ffir Mittwoch: Trüb, leichte Niederschläge, dann wieder Aufheiterung und Schönwetter. denten des Verwaltungsgcriciites in Sarajevo und dem Präsidenten des Obergerichtes in Fodgorica bzw. deren Vizepräsidenten, wenn die Erstgenannten ver hindert sind. Spätestens am vierten Tage nach der amtlichen Verlautbarung des Wahldekretes tritt der Staats Wahlausschuß zusammen, um die Vorbereitungen für die Volksbefragung in seine Hände zu nehmen. Die Wahlen am U. Dezember werden nach den bisherigen Wahlbestimmungen durchgeführt werden. Nach den bezügli- chen Gesetzen ist der Staat auf mehrere Wahlkreise aufgeteilt. Das Draubanat setzt sich aus zwei, das Savebanat aus sieben, das Vrbas-Banat aus zwei, das Küstenland-Banat aus zwei, das Drina-Banat aus zwei, das Zeta Banat aus vier, das Donau-Banat aus sechs, das Mora-va-Banat aus vier und das Vardar-Banat ebenfalls aus vier Wahlkreisen zusammen. Die Stadt Beograd mit Zemun und Panöevo ist ein Wahlkreis und wählt fünf Abgeordnete. Es wählen: das Draubanat 29, das Savebanat 75, das Vrbas- Banat 25, das Küstenland-Banat 24, das Drina-Banat 39, das Zeta-Banat 33, das Donau-Banat 52, das Morava-Banat 41 und das Vardar-Banat 45 Mitglieder der Skupschtina. Auf jeden Verwaltungsbezirk entfällt je ein Abgeordneter, nur die Bezirke Maribor, linkes Drauufer, Osijek, Bjelovar, Split und Mostar je zwei Abgeordnete. Jede Banatshauptstadt wählt außerdem einen Abgeordneten, ebenso jede andere Stadt die mehr als 100.000 Einwohner ausweist obwohl sie nicht Sitz einer Banatsverwaltung ist. »Alariboref Ntnnmer 231. 2 Mittwoch, den 12, Oktober 1938, 6fupf(DtinatD0]5l am ii 'SHytmbn 3>ir jrftigr 6Vitpf<|Mino oufoelöll / ie neue efuDfer. (Avala.) Unter dem Vonttz des Ministerpritidra-ten und Außenministers Dr. Milan S t o-j a d i n o V i ^ fand gestern in der Zdt von 17 t>is 18 Uhr ein Ministerrat statt Neben anderen Ressortangeles^enheiten be schloß der Ministerrat auf Vorschlag des Innenministers, dem kgL Regentschaftsrat die Auflösung der Skup-s c h t i n*a und Neuwahlen für den 11. Dezemtier 1938 vorzuschlafen. Der Sitzung des Ministerrates wohnten auch die netten Minister Svetislav H o d- 2 e r a und Ante Maitrovld bei. Die Wahlen werden nach den Bestimmun gen des Gesetzes über die Wahl der Skupschthiaabgeordneten stattfinden. Die am 11. Dezemtier 1938 gewählte Skup-schtina tritt am 16. JAnner 1939 zu einer außerordentlichen Sesskm zosammen. B c o g r a d, 11. Okt. (Avala.) Im Na men S. M. des Königs wurden auf Grund eines Dekretes des Regentschaftsrates ernannt: zum Minister ohne Portefeuille der Rechtsanwalt und ehemalige Skupschti-naabgeordnete Svetislav H o d 2 e r a und zum Minister für phjr^sche Erziehung der ehemalige Skupschtinaabgeord-nete Ante Maitrovid. Die beklen Minister legten gestern nachmittags den Eid auf die Verfassung in die HAnde des Ministerpräsidenten Dr. Milan Stojsdinoviä ab. ^ Beograd, 11. Okt. Auf Grund eines Regierungsdekrets ist die Session des Senats» die am 20. Oktober d. J. hätte beginnen sollen, abgeschlossen worden. Der Senat wird am 16. Jänner 1939 zusammentreten. Srinsrmmt isaul toieoer in 3rOo K r a n j, 11. Oktober. (Avala.) Gestern um 9 Uhr ist S. K. H. Prinzregent Paul in Kranj eingetroffen und hat sich auf Schloß Brdo begeben. ;i>nilAldlaii& und Mr nrae S^fÄt^TlOtDOM Berlin verfolgt den Aufbau des neuen Staates mit Sympathien. B e r 1 i n, 11. Okt. (Avala.) Das DNB berichtet: Die »D e u t s c h e A 1 1 g e-meine Zeitung« stimmt dem Standpunkt der Präger Regierung voll bei. Es sei sehr sympathisch, daß Prag mit innerer Disziplin und Konsequenz an den Aufbau des neuen Staates schreitet. »Die schlechten Zeiten für die Sudeten-deutschen«, schreibt das Blatt, »sind vor über. Wir können daher die Anstrengungen der Tschechen, sich eine neue Zukunft zu schaffen, mit der ganzen Hochachtung verfolgen, die eine solche Anstrengung in schworen Zeiten verdient. Prag hat sich mit den Polen, Ungarn, Slowaken und Karpathorussen auf verschiedene Art auseinandergesetzt. Das alles zeigt, daß das tschechische Volk vollen Sinn für Wirklichkeiten besitzt.« Französisch-beigische Polemik. Brüssel, II, Oktober. Die belgische Presse polemisiert mit einigen führenden französischen Blättern über die Frage der künftigen belgischen Außenpolitik. Die französischen Blätter hätten von Belgien verlangt, dieselbe Außenpolitik zu verfolgen wie Frankreich. Demgegenüber hebt die bclgrsche Presse hervor, Belgien werde sich In seiner Politik der politischen Unabhängigkeit von niemandem beirren lassen und seine eigenen Wege gehen. Reorganisation des englischen Landheeres. London, 11. Oktober. Der englische Kriegsminister sprach gestern im Rundfunk über die Maßnahmen, die die britische Armee in den letzten Wochen vornehmen mußte. Der Minister hob die Auf gaben der Armee hervor und kündigte eine völlige Reorganisation der Territorialarmee an. Der Mährisch-Ostraner Rundfunksender an Deutschland übergeben. Mäh r.-O s t r a u, 11. Okt. (Avala.) Der tschechoslowakische Rundfunksender Mährisch-Ostran emittierte gestern zum letzten Male in tschechischer Sprache. Der Sender, der in Svinov Hegt, mußte gestern den deutschen Behörden übergeben werden. Ebenso fuhr gestern zum letzten Male die Tramway aus Mährisch-Ostrau über Svinov nach Hlikoviö. Deutsches Winterhilfswerk beginnt ■Berlin, 10. Oktober. Das Winterhilfswerk 1938-39 setzte gestern in ganz Deutschland ein. Ueberall hielt man sich zugunsten des Winterhilfswerkes an das Eintopfgericht. Auch Reichskanzler Hitler nahm mit seinem Sonderzug in Westdeutschland mittags das Eintopfgericht ein. Englands Budget-Fehlbetrag. L 0 n d 0 n, 10. Oktober. Nach amtlichen Mitteilungen beziffert sich der Fehl-belra« im englischen Staatshaushalt der leisten sechs Monate auf 116 Millionen Pfimd Sterlin«. Ungarn fordert iSiIe&töatt in der eiotnafri und in ftarpatDo- ru^onö MODIFIZIERUNG DER UNGARISCHEN FORDERUNGEN AUF DEÜTSCH-ITA-LIENISCHEN DRUCK — DER INHALT DER URSPRÜNGLICHEN, IN KOMAROM OBERREICHTEN UNOARISCHEN DENKSCHRIFT Preßburg, 11. Okt. Im Zusammenhange mit den ungarisch-tschechoslo wakischen Verhandlungen im Rathaus zu Komarom sind nun die ursprünglichen Forderungen Ungarns bekannt geworden, die in der Form einer Denkschrift den tschechoslowakischen Delegationsmitgliedern überreicht wurden. Die ungarische Denkschrift enthielt die nachstehenden Forderungen: 1. Die ungarische Regierung fordert die sofortige Uebergabe des Gebietes der südlichen Slowakei, die von Ungarn bewohnt ist. 2. Die ungarische Regierung fordert die Abtretung Karpathorußlands ohne Volksbefragung. 3. Eine Volksbefragung ist im östlichen Teile der Slowakei durchzuführen, insoweit derselbe an Karpathorußland grenzt 4. Die tschechoslowakische Regierung verfügt sofort die Freilassung aller politischen Häftlinge ungarischer Nationalität. 5. Alle ungarischen Offiziere und Soldaten der tschechoslowakischen Armee sind sofort aus der Armee zu entlassen. 6. Ungarn fordert die Bildung einer gemischten ungarisch-tschechoslowakischen Kommission, die in der Südslowakei an Ort und Stell den durch die tschechoslowakischen Truppen in Fabriken und öffentlichen Betrieben gemachten Sachschaden festzustellen hat, ebenso die Schäden in den Forsten. Die ungarische Denkschrift fordert die Uebergabe des genannten Gebietes in Etappen, die sich zeitlich auf zehn Tage erstrecken würden. In diesem Zeitraum werden die geforderten Gebiete im Sinne der Denkschrift durch ungarische Truppen besetzt. Wie gestern veriautet, wurde die ungarische Denkschrift auf deutschen und italienischen Druck hin in den zwei wichtigen Punkten abgeändert. Die ungarische Forderung lautet nunmehr: 1. In der gesamten Slowakei und Karpathorußland wird eine Volksbefragung durchgeführt, 2, Ohne Volksbefragung wird an Ungarn das Gebiet ausgefolgt, in dem sich die Städte Preßburg, Neutra, Lufenec u. Kaschau befinden. Der erste Eindruck, den die tschechoslowakische Delegation bei der Entgegennahme der ungarischen Forderungen hatte, war frappierend. Die Tschechoslowakei hätte nämlich nicht erwartet, daß Ungarn mit Forderungen kommen werde, die den Grundsätzen der Münchener Vier mächtckonfercnz zuwidcHaufen würden. Fürs erste erbat sich die tschechoslowakische Delegation Bedenkzeit zwecks Prüfung der ungarischen Vorschläge. Daraufhin unterbreitete die tschechoslowakische DeJegation eine Denkschrift, in welcher Ungarn an 350.000 Slowaken erinnert wird, die hcft'; ohne Minilerheitoiiscluitz in leben. Die ungarische Delegation beantwortete sofort die tschechoslowakische Denkschrift, wobei erklärt wurde, daß Ungarn von der Existenz dieser Slowaken keine Ahnung haben, da die letzte ungarische Volkszählung keine Slowaken auswies. Prag, 11. Okt Wie der Sonderberichterstatter der »Associated Preß« berichtet, soll die ungarische Delegation in Komarom der, tschechoslowakischen Delegation eine Denkschrift überreicht haben, in der die Unzufriedenheit darüber zum Ausdruck gebracht wird, daß neue tschechoslowakische Truppen in das von Ungarn geforderte Gebiet entsendet wurden. Zwei Regimenter haben die Vorstädte von Komarom besetzt. Die Nachricht über die Plebiszitforderung der Ungarn hat in der tschechoslowakischen Armee Erbitterung ausgelöst. Gruppen von Offizieren und Soldaten forderten die Abrechnung mit Ungarn. Etwa 120 Kilometer südöstlich von Preß bürg kam es zu einem Grenzzwischenfall zwischen ungarischen und tschechoslowakischen Truppen. Im Geplänkel verioren| die Ungarn mehrere Tote, während aufj tschechoslowakischer Seite nur ein Soldat verietzt wurde. Berlin, 11. Okt In deutschen politischen Kreisen ist die Einrichtung einer selbständigen Slowakei und Karpathorußlands im Rahmen des alten Staates begrüßt worden. Man merkt, daß die deutschen Kreise nicht gewillt sind, den pol-nisch-ungarischen Traum von gemeinsamen Grenzen Polens und Ungarns verwirklichen zu lassen. Die »Beriiner Börsenzeitung«, die als Sprachrohr der Wilhelmstraße gilt, schreibt, man müsse die Selbstverwaltungsforderungen der Kärpa-tho-Ukrainer voll würdigen. »Heute« — schreibt das Blatt, »wo Benesch nicht mehr in Prag sitzt, gleicht dieses Karpathorußland keineswegs einer gegen Sowjetrußland hingestreckten Hand.« Wie verlautet, soll Ungarn durch diesen Artikel damit vergrößert werden, daß es lediglich einige mehrheitlich mit Ungarn besiedelte Grenzstreifen erhalten wer de. — Berlin, 11. Oktober. Uie Abteilungen der deutschen Wehrmacht sind gestern in die letzten zur Besetzung zugewiesenen Gebietsteile eingerückt. Damit wurde das gesamte besetzte sudetendeut sehe Gebiet in verwaltungstechnischer Beziehung der Ostmark (Oesterreich) an gegliedert. Besetzt wurde auch der am rechten Donauufer befindliche Zipfel gegenüber Preßburg. Dort veriäuft jetzt die deutsch-tschechoslowakische Grenze in der Mitte der Donau. Berlin, 11. Oktober. Durch die Beendigung der sudetendeutschen Gebietsbesetzung durch deutsche Truppen tritt nun an die Reichsverwaltung die Aufgabe heran, den Aufbau des Gebietes rasch durchzuführen und den Verkehr wieder normal zu gestalten. Demnächst wird eine Verkehrskonferenz abgehalten, um das Bahnnetz in den mit Deutschland vereinigten Gebietsabschnitten an das Netz der Reichsbahnen anzuschließen sowie dieselbe Verkehrsordnung einzuführen. Dr. Leys Appdl an die bulgarischen Bergarbeiter. Sofia, II. Okt. (Avala.) Das DNB berichtet: Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley, der Führer der Deutschen Arbeitsfront, hielt in Pernik nach einleitenden Worten des bulgarischen Wirtschafts ministers Nikiforow an die Bergarbeiter eine Ansprache. Dr. Ley forderte die in Formationen aufgestellten Bergarbeiter auf, in die Front des deutsch-bulgarischen Kampfes gegen den Kommunismus einzutreten. Dr. Ley besichtigte sodann das Bergwerk und die sozialen Einrichtungen. Abends gaben die Arbeiter zu Ehren Dr. Leys ein Essen. nrorMHiil SIO^on Notverordnungen wirtschaftspolitischen Charakters, um der neuen Situation gerecht zu werden. Im Rahmen der Regierung wurde ferner ein eigenes Flüchtlingsfürsorgekomitee gebildet, wcichcs sich mit der Unter» bringung und Verköstigung der Flüchtlinge befassen wird. Bis jetzt sind in Prag 400.000 Flüchtlinge aus allen Grenzgebieten eingetroffen. i!>einife6r 5er ftaHrnifdgen Sreitoinfgen aud 6Danien DIE EINSCHIFFUNO DER ITALIENER EW-'OLOT AM 18. OKTOBER IN CADIZ R c m, 11. Oktober. EÄe »1 n t c r m a-ztone diplomatlca« schreibt: In verantwortlichen römischen Kreisen wird betont, daß der Beschluß über die Zurückziehung einer größeren Anzahl von Italienischen Freiwilligen aus Spanien bereits vor der Münchner Konferenz im Sinne eines Italienlsch-nationalspani-schen Ueberelnkommens beschlossen wor den sei. Es handelt sich um jene Italiener, die seit Jänner oder Feber 1937 in den blutigsten Kämpfen von Malaga bis Santander und Barracasa gekämpft haben und es verdienen, in einem Moment nach Hause geschickt zu werden, in dem der Sieg Francos sicher erscheint. Die Zurückziehung der italienischen Freiwilligen wird der englischen Regierung die Möglichkeit bieten, das gentleman agree-ment vom 16. April in Kraft treten zu lassen. F a r i s, 11. Oktober. Aus Burgos wird berichtet, daß die .Vorbereitungen für den Abtransport der italienischen Frei willigen im vollen Gange sind. Man rech net damit, daß die ersten Einschiffungen der Italiener am 18. d. in Cadiz erfolgen werden. Fünf große Italienische Transportschiffe werden von mehreren Einheiten der italienischen Kriegsflotte begleitet werden. Sittentat in 6Dfia DER CHEF DES BULGARISCHEN OENERALSTABES VON EINEM RESERVEMAJOR AUS UNBEKANNTEN GRÜNDEN ERSCHOSSEN. — DER ATTENTÄTER HAT SICH SELBST GERICHTET. Sofia, II. Oktober. Gestern um 2 Uhr nachmittags wurde vor dem Gebäude des Kriegsministeriums auf den Chef des Generalstabes General P e j e w ein Revolveranschlag verübt. General Pejew wurde auf der Stelle getötet, der ihn begleitende Oberst Stojanov hingegen wurde so schwer verletzt, daß er im Spital mit dem Tode ringt. Der Attentäter flüch tete nach der blttzschneU durchgeführten Tat und jagte sich, als er allmählich von der Polizei umringt wurde, eine Kugel in die Schläfe. Der Zustand des Attentäters ist hoffnungslos. Die Polizei steht vor einem Rätsel, da nicht die geringsten Anhaltspunkte für die Motive der Tat vorliegen. Die Nachricht vom Anschlage verbreitete sich eiligst in der ganzen Hauptstadt. König Boris, der seit einigen Tagen auf seinem Sommerschloß Vrana weilt, kehrte im Sonderzuge nach Sofia zurück. In Oppositionskreisen glaubt man annehmen zu dürfen, daß der Anschlag mit der allgemeinen außenpolitischen Lage zusammenhängt. Der verbotene Spazierritt. Gesetzliche Bestimmungen der Vergangenheit sind für die Gegenwart oftmals unerschöpfliche Heiterkeitsquellen. So haben sich amerikanische Juristen über eine Anfang des vorigen Jahrhunderts erlassene gesetzliche Bestimmung lange Zeit ver geblich den Kopf zerbrochen. Das Gesetz verbot nämlich, daß an Sonntagen längs des Ozeans Spazierrite auf Eseln unternommen würden. Das Motiv des Gesetzes war keineswegs einzusehen. Jetzt glaubt ein auch humoristisch nicht unbegabter amerikanischer Gesetzesspezialist die Lösung des Rätsels gefunden zu haben. Der Gesetzgeber hat . nach seiner .Meinung nicht dem Reitsport einen vernichtenden Schlag versetzen wollen. Er erkannte nur, daß Ritte auf Eseln auch Sonntags unmö-tlg wären, seitdem mnn In Amerika keine mehr hatte. Sponnud in Der arabische Zeitungsstreik dauert an. Jüdische Erregung über Englands Kon-zeBSkmsbereitschaft den Arabern gegenüber. Jerusalem, 10. Okt. Die arabische Presse befindet sich noch immer im Streik, während die jüdischen Blätter völlig unter dem Eindruck der neuesten Meldungen aus London stehen. Diese Mel düngen besagen, daß England die Forde rungen der Araber weitgehend erfüllen werde, um mit den mächtigen arabischen Staaten — vor allem mit Saudi-Arabien ~ nicht in unnötige Konflikte zu kommen, die das Empire gerade zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig hat. Die Nervosität in jüdischen Kreisen ist so groß, daß der Leiter der politischen Abteilung der Jewish Agency, S h e r 1 o c k, nach London fliegen werde, um zu versuchen, eine für die Juden ungünstige Entscheidung zu verhindern. Die palästinensisch, jüdischen Blätter erklären, daß von der Entscheidung der britischen Regierung das Schicksal der Politik abhänge, die Weizmann, der Vorkämpfer des Zionismus, in den letzten 24 Jahren verfolgt habe. Die Gefahr sei sehr groß und die Zeit der Selbsttäuschung sei vorbei. Man müsse — heißt es allgemein — die Dinge nüchtern sehen. (Jnterstützet riie fintituberkulosenliga ^rktt^Iofe lernen Sewerhunfigtritfd Merkwürdige Schulungsmethoden in USA. Die Arbeilslosennot in USA, gegen die man keine staatl. Hilfe weiß, führt zu seltsamen privaten Versuchen, um Stellungslosen zu einer Beschäftigung zu verhelfen. In Babson Park in Massachusetts befindet sich eine eigenartige Schule. Arbeitslose lernen dort die Kunst, sich um eine Stellung zu bewerben. Sie bekommen ihr Attest erst, nachdem sie eine Prüfung auf dem Gebiete des Kampfes um das tägliche Brot abgelegt haben. Gelingt es einem Zögling nicht, eine Stellung zu erhalten, so darf er das Lehrgeld wieder zurückverlangen, was übrigens sehr selten vorkommen soll. Die Schuldirektion behauptet, daß 80 Prozent ihrer Schüler außerordentlich gute Stellungen bekommen haben. Zuerst werden die Schüler auf Herz u. Nieren geprüft. Drei Wochen später schickt man sie heraus, um eine Stellung zu suchen. Was gewöhnlich noch nicht ge lingt. Dann werden sie in die Kunst des Schreibens von Berufsbriefen und der Verhandlung mit Arbeitgebern eingeweiht und da es in amerikanischen Zeitungen von Schwindelinseraten geradezu wimmelt, werden die Schüler auf diese Ge-' fahren aufmerksam gemacht. Ein besonderes Kapitel ist das Auftre-' ten vor dem Chef. Zuletzt werden ver-' schledene Tricks empfohlen, mit deren Hilfe man sich gut einführt. Folgendes Betspiel zeigt, was die Schüler in dieser echt amerikannischen Lehranstalt lernen. Der Direktor einer amerikanischen Radio-Gesellschaft — in USA ist Rundfunk ein Privatunternehmen — bekam eines Tages ein kleines Paket, in dem ein Schlüssel lag und ein Brief, ' in dem es heißt, daß der Direktor in einer Stunde eine neue Meldung bekomme« würde. Tatsächlich: eine Stunde später bekam der Direktor eine Gramnnphonplat te und ein Schreiben. Der zweite Brief enthielt die Mitteilung, daß der Absender sich wieder in einer Stunde melden werde. Noch eine Stunde später erschien ein Bote mit einem Grammophon und einer Karte, auf der Folgendes stand: »Schließen Sic den Grammophon mit dem Schlös sei auf und spielen Sie die Platte. — Ich werde mir erlauben, Sie in einer SHinde anzurufen«. Der Briefschreiber hatte damit gerechnet, daß er die Neugierde dv Direktor erregen würde und hatte mit dieser Vermutung recht. Der Direktor hörte sich die Platte an und konnte sich davon überzeugen, daß der Absender, ein stellungsloser Sänger, tatsächlich eine sehr schöne Stimme hatte. Das Ergebnis der Bewerbung war eine Anstellung des Briefschreibers bei der Radiogesellschaft. Die Erfolge der »Schule des Lebens«, wie sich die Lehranstalt nennt, sind so groß, daß einige amerikanische Universitäten ähnliche Kurse bei sich eingerichtet haben. Serbokroatischkurse der Jugoslawisch-deutschen Gesellschaft in Beograd. Die Jugoslawisch-deutsche Gesellsci^aft in Beograd organisiert im Wintersemester einen Anfänger- und einen Oberkurs der Serbokroatischen Sprache für Deutsche. Der Unterricht findet'abends nach 19.15 Uhr statt und dauert mehrere Monate (3 Stunden in der Woche). Teilnehmergebühr 160 Dinar fürs ganze Semester. Anmeldungen in der Gesellschaft, Prestolo-naslednikov trg 38-1, Tel. 28—137. Heiratsvermittlung Im Flugzeug. Vor kurzem hat eine Fluggesellschaft in Holland sämtliche bei ihr angestellte Luft-Stewardesses aus dem Dienst entlÄs-scn, weil sie sich auf Grund der in der Luft gemachten Bekanntschaften allzuschnell verheirateten. In Amerika hat man jetzt mit ähnlichen Sorgen zu kämpfen. Dort verheiratete sich in diesen Tagen die 300. Stewardeß der United Air Lines. Auch hier überlegt man sich bereits, ob es nicht tunlich ist, die Luft-Stewardessen »abzuschaffen« da das Flugzeug für die Angestellten mehr und mehr den Charakter eines fliegenden Heiratsvermittlungs-büros gewinnt. Bluttat ehies entlassenen Sträflings. Budapest, 10. Oktober. Der 23jäh-rige Taglöhner Josef Keszeg in Szegedin, der nach Verbüssung einer dreijährigen Zuchthausstrafe vor einigen Tagen auf freien Fuß gesetzt wurde, hat seine 36-jährige Schwester Marie erschossen. Das Mädchen war auf der Stelle tot. Der Mörder verantwortete sich damit, daß die Waffe zufälligerweise losgegangen sei, doch meldeten sich Zeugen, die gehört haben wollen, daß der Tat ein heftiger Streit zwischen den beiden Geschwistern vorangegangen war. Keszog wurde verhaftet. Katzentragödie im Indischen Ozean. L 0 n d 0 n, 9. Oktober. Wie »Daily Expreß« meldet, wurden kürzlich von dem britischen Frachtdampfer »Spencer« in der Nähe der Koralleninsel »Frigate« im Indischen Ozean, 500 km nordöstlich von Mauritius, Tausende und Abertausen de von toten Katzen auf dem Meere treibend gesichtet. Die Tierkadaver bildeten die stummen Zeugen einer Katastroph;:. die sich auf der Insel Frigate, die als rieh tiges Katzenparadies gilt, abgespielt haben muß. Auf der genannten Insel, die nicht von Menschen bewohnt ist, leben Zehntausende von Katzen, als Nachkommen eines einzigen Katzenpaares, das um die Jahrhundertwende nach einem Schiffbruch auf die Insel geschwemmt wurde. Die Katzen nähren sich, wie eine For-schungsexpedition seinerzeit fesstellte, ausschücßl 'i von Fischen, die sie unter Ausnütziing von Ebbe und Flut in ge- »Mariborer Zeihing« Nümmer 231. Mittwoch, den 12. Oktober 193S. mcinsamcn Raubzügen aui dem Meere herausfischen. Bei einem dieser Raubzüge dürften nun einige tausend Katzen durch eine mächtige Flutwelle ins Meer gespült worden sein, wobei die meisten nicht mehr die Kraft hatten, schwimmend das Ufer zu erreichen. Die Glocke von Rovereto. Rom, 10. Oktober. Die berühmte Glok ke von Rovereto, die den Toten des Welt krieges aller Länder geweiht ist, wird neugegossen. Aus aller Herren Länder, u. a. aus England, Frankreich, Deutschland, Belgien, Jugoslawien, Polen, Bulgarien, selbst aus den USA sind Kanonenrohre eingetroffen, aus denen der Neuguß der Glocke, hergesteilt werden soll. Bei einem Durchmesser von 3 m und einer Höhe von gleichfalls 3 m wird die Glocke das respektable Gewicht von 16 Tonnen aufweisen. Das italienische Außenministerium hat die Verfügung getroffen, daß »historische Wasser« aus dem Vardar, aus der Save, Drina, March, Donau, des weiteren aus dem Ochrida-See und aus dem Jordan nach Rovereto gebracht wird, das, mit dem Wasser aus der Piave vereinigt, zur Einweihung der Glocke benützt werden wird. 33anfnotrnfälf$rr brrDaftet SIE WOLLTEN JAHRLICH FÜR VIER MILLIONEN FALSCHE NOTEN HERSTELLEN. Eine schwedische Schiffswerft hat soeben einen Auftrag auf Herstellung eines 16.000 Tonnen großen Motortankschiffes bekommen, das völlig im Schweißverfahren hergestellt werden soll. Der Tanker soll nach der Maierform gebaut und im Jahre 1940 fertiggestellt werden. Die Gendarmerie machte gestern in Ptuj einen guten Fang. Durch raschen Zugriff gelang es ihr, einem unternehmungslustigen Burschen einen dicken Strich durch seine sorgsam zusammengestellte Rechnung z6 machen und seine weitläufigen Pläne zum Scheitern zu bringen. Die Wachtmeister V a I e n ö i £ und G 0 r u p überraschten in einem Gasthof den Tischler August D o r n i k aus Sv. Pavel bei Prebold, bevor er das Weite suchen konnte und nahmen ihn fest. Dann machten sich die Gendarmen an die Durchsuchung des Koffers und fanden ihren Verdacht vollauf bestätigt. Im Koffer befanden sich fünf Zinkplatten, zehn Negative von 500-Dinarnoten und zwei fertige Kopien. In die Enge getrieben, legte Dornik ein reumütiges Geständnis ab. Er erzählte. er hätte sich mehrere Jahre eingehend mit Chemie beschäftigt. Sein Streben ging darnach, falsche Banknoten herzustellen. Er hätte ein vorzügliches Verfahren erfunden, daß ihm ermöglichen würde, täglich mindestens zwanzig Noten herzustellen, sodaß er täglich einen Gewinn von 10.000 Dinar buchen könnte. Im Jahr würde seine keineswegs schwere Tätigkeit das hübsche Sümmchen von rund vier Millionen Dinar ergeben. Die nervenaufreibende Arbeit würde sich sehr gut auszahlen. Sein System sei gut, und jetzt hätte er Financiers gesucht, da seine Mittel nicht ausreichen, sich das nötige Papier, die Chemikalien und die übrigen Requisiten anzuschaffen. Er hätte in den Haloze verschiedene Besitzer aufgesucht und sie für seinen Plan zu gewinnen gesucht. Die Untersuchung wird eifrig fortgesetzt, da es sich vor allem darum handelt, Dorniks Angaben zu überprüfen und festzustellen, ob er nicht vielleicht schon Noten in den Verkehr gebracht hat. Auch liegt die Annahme vor, daß er Helfers- Dirfe (9e6i(te tourften aum lo. Onoibrr beftttt 0£yrscHBs . 'sfv;. üetcH. \ \ I *■ " " " ti jAi POLIN —II» • rmms •JUm» If oeurscHMs \ rm rv Die S^arft acigf bat o<|atnte, ( oon b6Utf4>cn 2rupp«n bi» *"•••.••'"V ffgiCM 3um 10. MiHwocJi, den 12. Oktoher 1938. »Marlborer ZeTfang« Nummer 231. der Reitsport, kann nicht zur Geltung kommen. Um auch diesem Sportzweig in Marit>or, wo alle Voraussetzungen hietür gegeben sind, Geltung zu verschaffen, wurde für Mittwoch, den i2. d. um 20 Uhr im Saale des Hotels »Novi svet« in der Jurj^iCeva uHca eine Zusammenlcunft aller Freunde des edlen Reitsports, auch der Anfänger beiderlei Geschlechtes, einberufen. m. Der Ptychograpologe und Hellseher Svengali, der bekanntlich auch im Burg-Tonkino mit seinen Experimenten auftritt, ist für Interessenten auf dem Gebiete der psychographologischen Analysen und des Hellsehens täglich im Hotel »Za-morc« zu sprechen, und zwar von 10 bis 12 und von 15 bis 19 Uhr. m. PilHge Steuern. Das Steueramt macht darauf aufmerksam, daß am 1. d. die vierte Quartalsrate der Gebäude-, Erwerbs-, Renten-, Gesellschafts-, Umsatz- und Junggesellensteuer sowie der Militftrtaxe fällig geworden ist und bis 15. November beglichen werden muß. Am 1. November wird die zweite Halbjahrsrate der Bodensteuer fällig und ist 13011 angcfdEiöflcn? thtUom nttui MY&TE^KtöER PEDERÜBERFALL BEI HOeE. — DAS OPFER ERST TAQSDAR-AtXP IN ROFFNUNOSLOSEM ZUSTAND AUFGEFUNDEN. In den Waldungen, die sich zwischen Hoöe Und Dobrovce erstrecken,-hat sich allem Anschein nach schon am Sonntag ein blutiger Zwischenfall abgespielt, dessen Einzelheiten noch In tiefstes Dunkel gehüllt sind. Als Montag frühmorgens — es war gegen 5 Uhr — ein Besitzer aus der dortigen Gegend mit seinem Fahrrad durch den erwähnten Wald fuhr, traf er am Wal desrand einen Mann an, der unbeweglich am Wege lag. Zu seinem Entsetzen mußte er feststellen, daß der Mann, der nur spärliche Lebenszekhen gab, schwer verletzt war. Da niemand in der Nähe war, hob er den bewußtlosen Mann auf sein Fahrrad und schaffte Ihm mühevoll ins Krankenhaus. Bei der ersten ärztlichen Untersuchung stellte man eine schwere Bauchverletzung fest und zwar hatte jemand aus unmittelbarer Nähe eine Schrot ladung auf den Mann abgefeuert. Die Schrotkömer verbohrten sich in die Gedärme und in die Magengegend. Die Aerz-te schritten unverzüglich zur Operation u. entfernten gegen 70 Schrotkörner, doch besteht für das Leben des Schwerverletzten wenig Hoffnung. Indessen konnte man auch die Identität des Mannes feststellen; es handelt sich um den 40jährigen Hilfsarbeiter Franz Polko aus Pobreijc. Polko ist verheiratet und Vater von mehreren kleinen Kindern. Da er Sonntag abends nicht nach Hause gekommen war, hielten die Angehörigen Nachschau nach ihm. Im Kranken haus wurde er dann von seiner Tochter erkannt. Die Gendarmerie hat sofort ihre Erhebungen eingeleitet, um den mysteriösen Fall zu klären. Es scheint, daß Polko am Sonntag abends von Wilddieben überfallen und angeschossen worden ist. REPERTOIRE. Dienstag, 11. Oktober um 20 Uhr: »Der Teofelsschnlerc. Ab. A. Mittwoch, 12. Oktober: OesehlotsM. Donnerstag, 13, Oktober um 20 Uhs: »Was ihr woüt«. Ab. B. Freitag, 14. Oldober: Univ. Prof. Dr. Hauptmann (Zagreb) sprkht ttl)cr »Unser Nationalismus vor und nach dem Kriege«. Burg-Tonkino. Der große GeseH-schaftsfilm »Arzt aus Leidenschaft« mit Albrecht Schönhals, Karin Hardt, Hans Söhnker. Ein erschütternder Tatsachenbericht aus dem Leben eines berühmten Mannes. — Im Vorprogramm Demonstra- Morsen ist Ziehung! Bankgeschäft BEZ3Alg, ilARIBOR, Gosposka uiica 25. Bit, damit Ihr nkht lu spSt kommt I Am 12. d. M. beginnt die ntae Spi«lrtuide d«r STAATLICHEN RLASSBN-LOTTERIE. Wer noch kein Lot besitzt, wende sich onvcrzügllch md vertrauensvoll en unsere Olttoksstelle und bevollmftchtigle HeuptkoUefclar bis zu diesem Tage zu erlegen. Säumige haben Verzugszinsen zu gewärtigen, wobei die rückständigen Steuern im Zwangs wege eingetrieben werden* m. Bürgermeister Dr. Juvao ist nach Beograd abgereist, um in wichtigen Kommunalangelegenheiten zu intervemieren. Während seiner Abwesenheit vertritt ihn Vizebürgermeister 2 e b o t. m. »BoccacckMc hn Mariborer Theater. Als erste musikalische Aufführung geht im Mariborer Theater Franz von Suppes populäres musikalesches Werk »B o c-c a c c i 0« in Szene, in dem sich zum erstenmal der neuverpflichtete Tenor Anatol ManoSevski dem Mariborer Publikum vorstellen wird. Die Regie führt Vladimir Skrbin§ek, während die musikalische Leitung in den Händen des Kapellmeisters Lojze Herzog liegt. m. Der Mariborer Fechtklub teilt mit, 'daß er nunmehr regelmäßig jeden Montag zwischen 18 und 20 Uhr im Turnsaal der Knaben-Volksschule in der Gosposvet ska ulica (hinter dem Kloster) besondere Fechtabende veranstalten wird. Das Training leitete nach wie vor Fechtmeister Oberstleutnant Raizner. Interessenten sind herzlichst eingeladen! m. Beeilt Euch! Nur noch morgen, Mitt iv'och, 10 Uhr vormittags können Sie sich in der Glücksstelle des »Putnik« Lose für die morgen beginnende erste Ziehung der staatlichen Klassenlotterie kaufen. — Greifen sie nach dem Glück! ni. Blutige Abrechnung. In Spod. Do-brava wurde der 51jährige Hilfsarbeiter Rudolf Orgel von mehreren ihm bekann ten Burschen überfallen und am Kopfe ver letzt. Man überführte ihn ins Krankenhaus. ni. Straßeminfall. Auf der Straße von St. 11} wurde die Besitzerin Therese Brac-ko von einem Radfahrer zu Boden gestoßen, wobei sie einen Bruch der Wirbelsäule sowie eine Prellung des rechten Beines erlitt. Sie wurde ins Krankenhaus geschafft. m. Diebstähle. Dem Handelsreisenden E. Kukovnik kam aus der Wohnung in der Cvetiiöna ulica ein Paket mit 12 Io(defenno((HMni|l einschließlich Freita?:, den 14. d. M. versehen die S v. A r e tj - A p o t h e k c (Mag. Pharm. Vidmar) am KauptpU.tz 20, Tel. 20-05, sowie die Magdalenen-Apotheke (Mag. Phar.:». S.ivost) am KraKi Petra Irg 3, Tel. 22-70, den Nachtdienst, bert Langen—Georg Müller, München. Verlagspostanstalt Leipzig. Wiederum reich an dichterischem Gehalt und vielfältig in den Themen ist das Oktober-Heft dieser beachtenswerten Zeitschritt. b. Die Literatur. Monatsschrift für Literaturfreunde. Das Literarische Echo. Deutsche VerlagsanstaU, Stuttgart. >Marlbonr Zcttangc Wwwei 291. MIttwocfe, te 11. Oktober igss. ^in^eltllAe SOrMoncm In immer größerem MaBc werden auch in Jugoslawien im Großhandel die Geschäfte Im Wege der Börsen, sei es nun direkt oder indirekt, getätigt. Die Börsen sind der zentrale und richtungget)en-de Markt. Hier bietet sich für den >KAtt-fer, wie fUr den Eigner die beste Gelegen heit, miteinander in Fühlung zu treten und Schlüsse vorzunehmen. Nach den Börsennotierungen richtet sich der ge-samte Waren- und Effelctenhandel ab. Auch in unserer engeren Heimat wird den Börsennotierungen Immer mehr Interesse entgegengebracht und die hier gebräuchlichen Warentypen und die an den Börsen geltenden Usancen, d. h. handels mäßigen Gepflogenheiten, bUrgern sich allmächlich im gesamten Geschäftsleben des Staates ein. Aus diesem Grunde itommt der dieser Tage in Novi Sad stattgefundenen Bert* tung der jugoslawischen Börsenleitungen besondere Bedeutung zu, da es sich vor allem darum handelte, die an den einzelnen Börsen geltenden Usancen miteinander in Einklang zu bringen, daneben aber auch neue Usancen einfuhren bzw. die herrschenden Gepflogenheiten sozusagen zu sanictionleren und allgemein verbindlich zu machen. Aus diesem Grunde werden d. gefaßten Beschlüs se auch unsere Geschäftswelt sicherlich interessieren. Zunächst wurde In der Konferenz die Mitteilung gemacht, daß foftan das Wägen von Getreide auf der Bahn mit Dezimalwagen gestattet Ist. Der Finanzminister gestattete neuerdings die Pau-schalicnrichtung der Umsatzsteuer nach Vereinbarung. Die Konferenz beschäftigte sich sodann mit der Frage der Ausarbeitung neuer u. der Ergänzung bereits bestehender beson derer Usancen. Besondere Usancen wurden für den Krauthandel angenommen. Der Entwurf Ober die besonderen Usancen für Kürbiskeme, der Entwurf über die Vereinheitlichung der besonderen Usancen für den Bohnenhandel wurden beraten. E>er endgültige Wortlaut 30rfmb(rli|)te L j u b 1 j a n a, 10. d. Deviseo: Berlin 1750.52 bis 1664.40, Zürich 906.45 bis 1003.52, London 208.86 bis 210.91, New-york 4341.01 bis 4377.32, Paris 116.62 bis 118.06, Prag 149.44 bis 150.55, Triest 229.34 bis 232.43; engl. Pfund 238, deutsche Clearingschcks 14. Z a g r e b, 10. d. Staatsweiie: 2%% Kriegsschaden 465—468, 4% Agrar 58— 62, 4% Nordagrar 0-—60, Begluk 90 —91.50, 6% dalmatinische Agrar 0—90, 7% Investitionsanleihe 96.50—98.50, 7% Blair 92.25—92.75, S% Blair 97.50— 98.50. X Der Hopfenmarkt im Sanntal nähert sich seinem Abschluß. Die Tendenz ist nach wie vor fest. Es wurden In den letz ten Tagen einige Abschlüsse zu 29 bis 30 Dinar pro Kilo getätigt. Es dürften kaum noch 500 Meterzentner der heurigen Fechsung in erster Hand vorhanden sein. X Der Zahlungsverkehr in der Tschechoslowakei dürfte nach Prager Meidun-gf?n in kürzester Zeit normalisiert werden. Das Vertrauen zu den Geldinstituten kehrt zurück, weshalb sich die Einlagen wieder meliren. Die Preise sind mehr oder weniger unverändert geblieben. Die neue englische Anleihe, deren erste Rate von anderthalb Milliarden Kro nen demnächst flüssig gemacht wird, wird den Wiederaufbau der Wirtschaft siclierlich befruchten. X Eine neue Welnkcflerel auf genos- scnschaftHcher Grundlage wurde dieser Tage in 0 r m 0 i ihrer Bestimmung überr;eben. Die dortige Kellerei-Genos-sen^cbaft, die mehr als 600 Mitglieder ziililt, ließ einen modernen Bau auffüh- an dritter Stelle stehen. In der Textilindustrie sind mnd 320 Millionen Dinar Investiert, davon aus dem an Deutschland abgetretenen Sudetengebiet allein 300 Millionen. X Die heorlg« Ziickcriuuiifiagae hat bereits eingesetzt. Man rechnet mit einem Ertrag von rund 8500 Waggons. Ah9 e. Todiabn. Im Qesundheittheim To-polSica bei ftoStanj starb der pensionierte Brigadegeneril Pantelija Q j u k I d, Ritter des Karagjorgje-Stemet mit den Schwertern. Der Leichnam wurde nach Beograd Oberftthri Der Verewigte wurde im Jahre 1880 als Sohn eines Kamfmannes in Uilce geboren und machte als Artillerie-Offizier die beiden Balkankriege imd den Weltkrieg mit, wo er mehrtaeh seinen Heldenmut bewies und auch verwundet wurde. Im Jahre 1926 wurde er znm General ernannt und bald nachher ans GesundheltsrOcksichteit In den Ruhestand Übernommen. c. Theateriieglon. Heute, Dienstag beginnen im hietitM Stadttheater die ra* gelmäBIgen Gast^iele des NatkMialthea-tert in Ljubljana. Eröffnet wird die Spiel zeit mit dem finnischen Drama »Die Frauen auf Niskavuorl«. Spielbeginn um 19.30 Uhr. Da wirft sich nun die Frage auf: Wie wird In der kommenden Spielzeit der Theaterbesuch sein? Gut oder schlecht? Wie wird dieses Stück und wie wird jenes besucht sein? Theaterbesuch Ist kein gelegentliches Amüsement, sondern eine sehr ernste Sache. Ias Theater geht man nicht, um seine Leibspeise zu tssen, sondern um sich zu erheben, zu erbauen, zu »bilden«, sich aut eine tdle Art zu »unterhalten«, mit einem Wort: der Theaterbesuch ist e 1 ü e Art, der Kunsl zu dienen. c. OroBfwer ta SdCtva. Wie gemeldet, brach mitten In der Nacht zum Montag in SolCava an der oberen Sann ein Feuer aus, das drei Anwesen, bestehend aus Wohn- und Wirtschaftsgebäude, in Schutt und Asche legte. Die Brandkatastrophe begann beim Besitzer P o 116 n i k, insgemein Kautman (nicht Hauptmann, wie es in der ersten Meldung hieß), und griff nach kurzer Zeit auf die beiden Nach barnwesen Ober. Erst als der Kautman-hof bereits Im hellen Flammen stand, erwachten die Hausbewohner aus dem Schlaf. Nur mit größter Mühe konnten sie wenigstens ihr Leben und das Vieh retten. Vier Schweine sind In den Flammen umgekommen. Die ganze Einwohnerschaft des Ortes wurde durch den plötzlichen Ausbruch der Katastrophe in Bestürzung X Efaie lodMMdnuiNner soll In Za-greb ins Üben gerufen werden. AI. Hw- dieser Usancen wird bei der nächsten Sitzung ausgeari)eltet werden. Ueber die Frage der Ergänzung der bt sonderen Usancen für den Getreidehandel beschloß die Konferenz, daß die Vorschriften flt>er die Qualität des Weizens mit einer Bestimmung ergänzt werden, In der die Menge des Besatzes als garantiert betrachtet werden kann u. die mit einer höheren Ziffer t)ezeichnet wird in Fällen, wenn vereinbart ist, daß sich der Besatz zwiscfien zwei Grenzen (der tiefsten und der höchsten) zu bewegen habe. Die besonderen Usancen für den Maishandel ergänzend, legte die Delegation die Menge des Feuchtigkeitsgehaltes, die der Mals haben darf mit 16*/« fest, und zwar so, daß Ware, die bis 19*/t Feuchtigkeit enthält, mit Bonifikation Obemommen werden muß. Die Konferenz beschäftigte sich auch mit der Frage der Ergänzung der allgemeinen Usancen. Alle Fragen des Schadenersatzes Im Falle eines Vertragsbruchs, die Fragen der Art der Festilellung der Bonifikation fOr kiel nere Werte gelieferter Waren, femer die Frage der Kotten des FrachtbrieliN und die Frage der Feststezung einer Frist zur Forderung von aufierordentlichen Expertisen.. Ueber diese Frage gaben die anwesenden Delegierten ihre Anregungen, die bei der Anfertigung einheitlicher allgemeinen Usancen für alle Börsen unseres Landes mltberückslchtigt werden. Man beschloß, an die zuständigen Behörden Eingaben zu richten zwecks Regelung der Zahlung staatlicher Gebühren auf Börsengerichtsentscheidungen u. zwecks Einstellung der Steuereinhebung von Renten aus Zinsen, die aus börsengerichtlichen Urteilen hervorgehen. Ferner wurde beschlossen, dem Justizminister eine Eingat>e zwecks Regelung der Rechtshilfe zwischen Börsen und staatlichen Gerichten zu über reichen. Es wurden schlfeßlich die Haupttypen von Mehl für alle Börsen des Landes bestimmt ren, in dem in Betonzistemen 3000 Hektoliter Wein eingelagert werden können. Zur Deckung der Baukosten steuerten auch das Landwirtschaftsministerium u. die Banatsverwaltung bei. Fortan werden die Weinbautreibenden von Ormoi und Umgebung den Wein bedeutend leichter absetzen können. X Die Potttparkaise in Beograd bezog Montag die neuen Räume im neuerbauten Palast. Die Baukosten belaufen sich auf 58 Millionen Dinar. delsminlster Ing. K a b a 11 n Montag in Zagreb weilte, überreichte ihm eine Abordnung der Industriekreise eine entsprechende Denkschrift, Der Minister versprach, sich Wärmstens für das Projekt einzusetzen. X Das detfticlie Kapital in der Jugoslawischen iodustrie dürfte gegenwärtig 800 Millionen Dinar ausmachen und ren waren dem Riesenbrande gegenüber fast machtlos und mußten sich darauf beschränken, ein Uebergreifen des Brandes auf das vierte Nachbarwesen zu verhindern. Die Brandstätte bietet ein Bild furchtbarer Verwüstung. Die Verzweiflung der Geschädigten ist groß. Zwei der Brandleider sind nur schlecht versichert, während der dritte in letzter Zeit sogar die Versicherung rückgängig machen muß demnach nach Frankreich und England te, da er nicht mehr In der Lage war, die ANSICHTEN OBER »AUSSICHTEN«. Siehste, Maxe^ so'n Auto hat doch immer neue Reize. hohen Prämien zu bezahlen. Man vermutet, daß die Brandkatastrophe auf Brandstiftung zurückzuführen ist. An den nächtlichen Rettungsart>eiten hat sich auch der Kraftstellwagenlenicer • des Autobusunternehmens In Celje, Herr Rok Kopitar, aufopfernd beteiligt. Den in so schwere Not geratenen Brandleidem wendet sich von allen Seiten die größte Anteilnahme zu. Man hofft, daß ihnen bald ausreichende Hilfe zuteil werden wird. c. Kino Unton. Heute, Dienstag, zum letztenmal: »Rasputin«, ein Film, der die Weltgeschichte fibelhaft verdeutlichend und einfach bringt. Sie auch ein wenig auf den Kopf stellt. Die Titelrolle wird von Harry Baur besetzt. Es fällt sehr angenehm auf, daß der Darsteller des Rasputin das sonst übliche Augenrollen, Wutschnauben und sichtbarste Diabolik nach Tunlichkeit meldet. Zuweilen wird etwas wildwestgrell gespielt. Qluftafl «am berliner KunjUebrn Voo unserem Dr. Fa.-Mitarbeiter. Die Berliner Theater starten mit Volldampf in die Winterspielzeit Einen durch schlagenden Erfolg, der das begeisterte Publikum zu zahlreichen Hervorrufen ver anlaßte, hatte bereits Heinz Hilpert mit seinem Geseilschaftsstück »Mein Freund Jack«, eine leichte Komödie, wie sie genannt wird, von somerset Maugham, das in den Kaiimicripielea des Deutschen Theaters aufgeführt wird. Um Kari Ludwig D iehl, diesem vollendeten Gentleman in allen Lebenslagen, und Elisabeth Flickenschiidt gruppieren sich eine Reihe weiterer erstklassiger Darsteller, die in Ihrer Geschlossenheit dem amüsanten typisch englischen Stück, in dem Maugham die sogenannte Gesell-schaftmorai mit Witz und Humor und mit geistreichen Pointen geißelt, die echt angelsächsische Note gaben. Große Kunst, die sich diesmal In den Dienst der Sudetendeut^hen Flüchtlingshilfe der NSV stellte, gab es auch im BachsaaL Zu Herzen gehende Worte von Prof Dr. Jung leiteten den Abend ein und führten hinüber zu Händeis erhabener Musik. Rudolf W a t z k e sang vollendet das Arioso »Dank sei Dir, Herr« und Günther Ramin dirigierte mit gewohnter Sicherheit seinen philharmonischen Chor, der einige Chöre aus dem Dettinger Tedeum vortmg. Der Wachauf-Chor und die Schlußansprache aus Richard Wagners »Meistersinger« gaben dem philharmonischen Chor und Rudolf Watzke zum Schluß nochmals Gelegenheit, Ihr reiches künstlerisches Können zu zeigen. Der Abend gestaltete sich daher zu einem hohen, weihevollen Erlebnis. Es ist ein vielversprechender Anfang, der die Zuversicht hinterläßt, daß das Kunstleben der Reichshauptstadt auch in dieser Saison wieder In gewohnter Höhe aufblühen wird. Staatsschauspieler Werner K r a u ß, der große Schauspieler und Menschen-darstelter, hat zu seinem 25jährigen Berliner Bühnenjubiläum die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft erhalten; außerdem Ist er zum Ehrenmitglied der preußischen Staatstheater ernannt worden. Im Rahmen der Weraer-Krauß-Festwoche des Staatstheaters wird Krauß eine Reihe der großen Rollen, die er in den letzten Jahren im Staatstheater verkörpert hat, wieder spielen: Die Titelrolle in »Richard III.«, »Wallenstein« u. »Michael Kramer«, den Kaudeles in Gy-ges und sein Ring« und den Professor Higgins in Shaws »Pygmalion«. Heitere Ecke Politisches Abc. »Vater, was ist eigentlich eine Konferenz?« »Das ist eine Versammlung, auf der beraten wird, wo man sich wieder versammeln soll.« Unfehlbare Methode. »Als du deiner Frau die Badereise verweigertest, da fiel sie in Ohnmacht, nicht wahr? Und was tatest d«, um sie'wieder zu sich zu bringen?« »Ich setzte mich auf ihren neuen Hut!« Mfrtwocf». (ffn T?. Oktober 1938. 7 Elnfaeh, Jüngenehm, Wirksam I Erfrischend, wohliuand und wirkltm Ist di« tlgfich» HMrpflttg« mit Silvikrin-Haarftuld. Kopfhaut und Haar laicht an-f«uchlan genügt. 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Die Ergebnisse waren: 100 Meter Crawl: 1. van Veen (Holland) 1:06.1, 2. Hvcger (Dänemark) 1:06.4, 3. Ove-Pctersen 1:08.5, 4. Mal-torps (Holland) 1.09.8. b 400-Mcter-Brust: 1, Sörenscn (Dänemark) 6:27.2, 2. Larsen (Dänemark) 6:28.6, 3. Waalberg (Holland) 6:33.3, 4. Hccselaars (Holland) 6:34.5. 4xl00-Meter-Staffel: 1. Dänemark (Arndt, Krafft, Ove-Petersen, Hveger) 4:27.6 (neuer Weltrekord), 2. Holland 4:37.6. : Kommemoration für weiland König Alexander. Bei den sonntägigen Fußballspielen wurde anläßlich des vierten Todestages weiland König Alexander durch eine Minute währendes allgemeines Stillschweigen das Andenken des ritterlichen Königs des Einigers auch auf den Sportplätzen geehrt. : Fußballkampf Beograd—Zagreb. Am kommenden Sonntag gelangt in Zagreb der erste heurige Fußballkampf Zagreb— Beograd zur Durchführung. : Die siebente Runde der Nationalllga wird am 23. d. ausgetragen. Es spielen »Qradjanski<(—»Sparta« In Zagreb, »Haj duk«—HASK in Split, »Slavija«—JoSlavi-ja« (Vara2din) in Sarajevo, »Gradjanski« —»Ljubljana« in Skoplje, BSK—»Jugo-slavija« und »Jedinstvo«--BASK in Beograd. Drei neue juiMawische Frauen-Leichtathletikrekorde. Am Sonntag wurden in Beograd Frauen-Leichtathletik-kämpfc zur Austragung gebracht, wobei drei neue jugoslawische Bestleistungen erzielt wurden. Den ersten Rekord stellte Seleskoviö im Laufen über 50 Meter mit 7.2 Sekunden auf. Im Hochsprung ohne Anlauf schaffte Stefan mit 97 Zentimeter einen neuen Rekord, während den dritten Staatsrekord abermals Selesko-vi. Hteim AnMitu •pondaot" 1 Olfi« I »• m 7-50 Dln«!» fOr grÖMM« S"* Mlnd«sMax« für »In« kUlfl« AnMi|« 'tiSüLf Jü^jUlÄ ••ndung von ehlfir. Brtalaii tat «tn« 0«k^ voi* lOCN^ «u •Hft*'* ■vriaung vw«f **•»•»■» • »w-w-* ■ —- Anfragen !•< •InaOabührvotiSOlitBrH* befewchlleeeer Haustrautnl Decken Sie vertrauensvoll Ihren Bedarf im Backhaus KakuSa, KoroSka c. 24. 9406 Tbomasschlacke, Wai- gonsendungcn, franko Waj-xon Ljubljana zu Din 92.— für 100 kg. Jedes weitere Prozent Din 6.—. Kmetijska druzba. Manbor. Melje, Telephon 20-83. 9756 Echte KralnerwUrste wieder täglich frisch bei Z. Anderle, Maribor, Gosposka 20. 9999 I. und größter Mariborer Kit« viersalon M. Bäuerle^ IMarl-bor, Qosposka ul. 56, veran* staltet eine Oktoberwoche. Alle im Oktober gemieteten Klaviere gehen In Eigentum des Mieters über, sobald die Miete den Kaufpreis erreicht. Bei Kauf 10^. 8926 Zur schnellsten und büllKsfea Ausfübrunx werden alle Arbeiten für Maschinstickerei» Endel, Ajour, sowie auch alle Tamburierarbeiten. wU Zier-Dick-, Strahlen!J Moos! und Pcrsianerstich übernommen bei »Marietla«, Ul. 10. okto-bra 4. 10061 & »edmfm Vorzimmer wand. Bett. 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Von tiefstem Schmerz gebeugt, geben wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser Gatte, Bruder und Onkel, Herr Hugo Zottar Kaufmann und Beiltzer heute, Montag, den 10. Oktober um 2 Uhr nachmittags nach langem, schwerem Leiden, versehen mit den Tröstungen der hl. Religion, im 60. Lebensjahr sanft im Herrn entschlafen Ist.^ Das Leichenbegängnis des teuren Verblichenen findet am Mittwoch, den 12. Oktober um halb 4 Uhr nachmittags nach dem Orts-Iriedhofe statt. Die hl. Seelenmesse wird am Donnerstag, den 13. Oktober um halb 7 Uhr frühmorgens in der St. Peter-Kirche in Gornja Rad-gona gelesen werden, Gorn|a Radgona, den 10. Oktober 1938. Mathilde Zottar, geb. Pun und slmtUche Verwandte. Pippo öer Harr Roman uon Uitti Brausevuetter 22 Copyright martin Fiurtituionga Pippo hatte sich ins Unabänderliche ge fügt und die Berichterstatter sogar mit beinahe freundlichen Gesten begrUßt. Sogar die Tischreden hörte er aufmerksam an und ließ die'üblichen Toaste geduldig über sich ergehen. Endlich war es soweit, daß er seinem Berufe nachgehen konnte; vielleicht war ihm die Stunde, da er in seine Garderobe gehen mußte, noch nie so willkommen ge wesen wie heute. Lucia, Fred und Bab folgten ihm rasch. Auch ihnen lagen derartige Feiern nicht Sylvia aber erhob sich ungern, nur die Aussicht,' als liebende Gat tin geschildert zu werden, beruhigte sie. Die drei »Unzertrennlichen« schritten hinter dem Ehepaar her und sahen gerade noch, wie Pippo zärtlich den Arm um seine schöne Frau legte und mit ihr in seinen Räumen verschwand. Ein wenig blaß, aber doch tapfer, unter feuchtschimmernden Augen lächelnd, sah Bab auf den Bruder, der unwülkflr-lieh, wie schützend, die Schwester an sich zog. Fix der Knabe aber heulte jämmerlich hinter der Tür, durch die Pippo sein »Glück« geführt. — — Pippo hatte in Begleitung seiner jungen Frau seine Europatournee beendet V^on Wien waren bie in die Schweiz, von dort durch Frankreich, Belgien, Holland, Deutschland, Rußland, Polen, Tschechoslowakei wieder nach Wien gekommen, da Pippo unwiderstehliche Sehnsucht nach der »Familie« hatte. So leidvoll der Abschied nach der Hochzeit war, so verklärend wirkte die freudvolle Hoffnung, die aus Pippos strahlenden Augen sprach. Der Schmerz, Lucia zu verlieren, vcr- r« Profl L, £lläliy KroanoboraM 14/12 sank, wenn er in Sy4vlas berauschender Nähe wellte. Wie liebte er diese Frau! Immer noch schien ihm ihre Kühle keusche Abwehr, ihr vornehmes Wesen hielt er für wahres Gefühl, aus dem Innern entsprungen, ihr Verlangen nach lauter Geselligkeit für kindlichen, echt fraulichen Stolz, sich an seiner Seite in all ihrer Schönheit zu zeigen, selbst Ihre unverhohlene Freu de, in den Zeltungen abgebildet zu werden, versuchte er zu verstehen. Er hatte ja noch nie mit einer Frau gelebt, hatte auch wenig Interesse für die vielen sich ihm leidenschaftlich aufdrängenden Anbeterinnen. Seine Liebe galt seiner Arbelt und Lucia, und nun lebte er e)n gänzlich neues Leben, lebte In der Leidenschaft zu Sylvia, die wie eine lodernde Flamme ihn zu verzehren drohte. Er sah ihr jeden Wunsch von den Augen ab vernachlässigte Fix, seinen getreuen Mit-art)eiter, der oft trübsinnig neben ihm safi, Männchen machte und seufzend seine Pfötchen auf Herrchens Knie legte. Pippo aber sah es nicht, hatte jedes Gefühl und jedes Verständnis für den kleinen Freund verloren, er sah nur noch sie, die geliebte Frau, und umgab alles, was sie tat, mit einem wahren Glorienschein. Er vernachlässigte seine Arbeit, trainierte nicht wie früher mit Lust und Eifer, es vergingen oft Tage, bevor er sich an seine Pflicht erinnerte. Er machte nach jedem Gastspiel, das gewöhnlich einen Mo nat dauerte, längere Pausen, in denen er mit Sylvia im Auto, das Mark führte, an Irgend einen idyllischen Ort fuhr, wo aber zu seinem Leidwesen stets Bekannte, Freunde auftauchten, die seine Hoff- nung auf Alleinsein mit der Gellebten vernichteten. Er fand, daß Sylvia sich In solchen Fällen sehr tapfer benahm, wußte er doch nicht, daß sie selbst in den meisten Fällen dieses unauffällige Zusammentreffen arrangierte. Er lebte blind, vertrauensvoll, hoffte auf den Tag, da er sieh in Ruhe auf sein schloßartiges Gui am Meer zurückziehen konnte, und glaub te, Sylvia, der Weltenbummelel müde, würde doH in der friedlichen Einsamkeit zur vollen Blüte heranreifen. War sie doch jung, verwöhnt und wollte sich erst einmal ausleben. Was konnte der alternde Vater ihr an Freuden bieten? Nun verlangte ihre Jugend ihr Recht Er verstand sie wohl, wollte sie verstehen und verzichtete lieber auf Ruhe, um ihr nicht ein Vergnügen zu entziehen, auf das sie seiner Ansicht nach Anspruch erheben durfte. So wurde seine Arbeitsfreude geringer, sein Körper schlaffer, das Durchwachen der Nächte schwächte Willen und Kraft Mit mehr Gleichgültigkeit, als er je gedacht, überlas er die aus Wien kommenden Briefe der Schwester und die von Dank und Freundschaft sprechenden Freds. Von Bab kamen stets nur kurze Grüße. Was kümmerte Ihn die »Familie«. Er beneidete sie höchstens um Ihren Frie den u. die Ruhe, die sie in ihrer Villa in Hietzing genießen durften. Er mußte jagen, hetzen, Geld raffen, um den phantastischen Ansprüchen seiner jungen Frau gerecht zu werden. Mr. Barrystone hatte sich auf sein Gut begeben, schien aber seine Einsamkeit nicht dauernd zu ertragen, da mehrmals Kartengrüße mit verschiedenen Länderstempeln kamen. Daß er der Tochter heimlich größere Beträge überweisen Heß, ahnte Pippo nicht, aber selbst seine enormen Einnahmen hätten die Ausgaben der verwöhnten Frau nicht gedeckt. Es war über dn Jahr vergangen, als Pippo zum erstenmal Helmweh nach der Schwester fühlte. Wie es entstand, hätte er nicht erklären können, genug, es war da. So fuhr er, zum großen Unbehagen Sylvias, nach Wien, von wo ihn bedeutende Anträge nach Amerika riefen. Der Empfang war herzlich, aber eine gewisse Fremdheit ließ sich nicht ableugnen. Pippo hatte ein deijiart veränder tes Leben geführt, daß er nicht so schnell den Weg zurückfinden konnte. Lucia litt unsäglich, als sie des Bruders neue Art fühlte. Aber mit dem Mann, der ihr hier entgegentrat, fand sie keinen Kontakt mehr, die lange Trennung hatte ihr das Bild des geliebten Mannes in seiner alten ehrlichen, gesunden Wesenart vorgegaukelt, jetzt war er nicht mehr Peppino Sal dinl, er war Pippo der Narr geworden. Und der Haß gegen die Schuldige stieg. Was Lucia nie gekannt, es trat ein — sie gab harte, t>eißende Atworten, wenn bei Tisch alle zusammen saßen und das Gespräch auf Pippo kam. Sylvia lächelte Uber die Erregung, sie war sich ihrer Macht über den blind verllebten Gatten bewußt. Fred saß mit verschlossenem Gesicht dem Freunde gegenüber, sprach wenig von seinem Studium oder seiner Zukunft und wurde auch kaum gefragt. Bab würgte bei Tisch an den köstlichen Speisen, die sie als zufriedenes Hausmütterchen zubereitet hatte, und wieder geschah es, daß man sie kaum bemerkte und ihrer Fürsorge keinen Dank zollte. Sie, die mit seligster Freude, geheimer Scham und ausbrechender Angst die Ankunft Pippos erwartet hatte, wurde übergangen, übersehen. Und doch war diese Nichtachtung für sie eine Befreiung. Achtete man doch nun weniger auf ihr seltsames Benehmen. Sah Pippo sie gedankenverloren an, so senkte sie errötend das Haupt. Ihr Blick traf oft auf Sylvia, deren Schönheit sie neidlos be-wurderte, aber ihr Herz krampfte sich zusammen, wenn sie des herzlosen, abstoßenden Wesens der Frau gedachte, die das unermeßlich Glück hatte. Pippos Leben zu teilen. Chefredakteur und Iflr die Redaktion vefantwortlich: UDO KASPER. - Druck der »Marlboreka tlsfcarna« In Marlborc, — Pftr 4» Hefamweher und den eraelt verantwortlich Direktor STANKO DETELA, - Beide wohnhaft lo