(Franko pauschaliert.) Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag und Sonntag früh. Ochriftleitung und Verwaltung: Prcternova ulica Nr. ü. Telephon Lt. — Ankündigungen nimmt bis ißencultung gegen Berechnung billigster Gebühren entgegen. Bezugspreis: «ierteliährig K ,4.—. halbjährig K 48.—, ganzjährig K 96.—. Für» Ausland entsprechende Erhöhung. — Einzelne Nummern l Krone. Nummer 49 Donnerstag den 24. Juni 1920 I 2.l45.z Jahrgang Besuch öra Thronfolger-Rrgentrn Alexander in Slomrnien. Der LandkSpräsident Dr. Brejc hat nach» stehenden Ausruf an die Bevölkerung Slowenien! vnlanibart: An die slowenische Oeffentlichkeit! Seine kgl. Hoheit, der Thronfolger-Regent Alexander, kommt am 26. Juui nach Laibach. Vom Bolke selbst gerufen, betritt der Herrscher nach jahrhundertelanger Fron den befreiten flowe-nischen Boden. Ich weiß, daß e« der Worte nicht bedarf, um die tiefen Beföhle und daS Ei beben unseres Herzen« zu bekunden, da» in Begeisterung pochen wird an diesen Tagen, wo Seine kgl. Hoheit der Thronfolger, unsere» Volkes Sohn, in unserer Mitte weilen wird. Slowenien wird alles tun, um seinen Helden-hasten und höchsten Sohn auf daS feierlichste und herzlichste zu begrüßen. Dr. Brejc, ». h. 3>U Reisebegleitung des Thronsolger-Regenten. Den Thronfolger,Regenten werden aus seiner Reis» nach Kroatien und Slowenien der Minister. Präsident Dr. VeSvie, der Pvfiminister Dr. Drinkovii, der BerkehrSminister Dr. Korosec, der Minister für Agrarreform Dr. Krizman und der Minister für soziale Fürsorge Dr. Kukovec begleiten; ferner die Generale Pliveri! und Majster. Einzelheiten au» dem Retseprogramm de» Thronfolger-Regenten. Bon gut unterrichteter Seite wird uns mit-geteilt: ßlsasei aus der Metropole Jugoslawiens. Seit einigen Wochen in der Hauptstadt de« König-nicht« der Serben, Kroaten und Slowenen wtilend, habe ich e« mir zur Aufgab« gemacht, da« Leben und Treiben der Bevölkerung zu beobachten, zu studieren und meine Eindrücke verurteil«!-« der Oeffentlichkeit mitzuteilen. Kein Gedanke ist mir ferner, al« beab« fichtige ich meine Anficht al« maßgebend zu betrachten, denn bekanntlich find die Auffassungen unterschiedlich, tcffer gesagt individuell. D«r hervorragendste Eharakterzug der Stammb«-»ölkeruig, der Serben, ist demokratisch, urwüchfig, leutselig. Man kennt hier nicht da« Steife und Kon« »entionelle im Verkehre. Ab und zu wird in dieser Hiastcht durch die Fremden eine Bresche geschlagen, aber nur vorübergehend, denn nach längerem verweilen wird man bekehrt, sozusagen eine« Besseren belehrt — „man heult mit den Wölfen." Wie in jeder Hauptstadt, so ist auch hier der Fremdenverkehr ein reger. Die Fremden rekrutieren fich in erster Linie au« dem Innern de« Lande«, au« den neu angegliederten Gebieten und besonder« au« Rußland. Au« dem letzteren, dem gewesenen große-, Zarenreiche find hier nahezu 30.000 Personen, vorwiegend kapital«kräftige Leute. Sie fühlen sich sehr wohl und geborgen, denn al« Stammesbrüder genießen fie feiten« der Regierung die weitgehendste Nachsicht. Obwohl sie ihre unbeweglichen Güter in Rußland im Se. kgl. Hoheit trifft Dienstag, den 29. Juni (Peter und Paul) um ungefähr 10 Uhr vormittag« mittels Automobil in Cilli ein. Beim Stadiamt wird er absteigen und die HuldigungSadressen, die Negierungsrat Dr. Hujek namen« der Stadt Cillt und einer der gewählten Gemeindevorsteher aus der Umgebung namens der Landbevölkerung zum Aus-drnck bringen werden, entgegennehmen. Ob der Thronfolger-Regent auch noch andere Abordnunzen empfangen, bezw. ansprechen weide, ist noch nicht bekannt. JedensallS ist sein Aufenthalt von kurzer Dauer und dürfte kaum länger als 10 bis 15 MI» nute» währen. Ebenso ist noch nicht festgestellt, ob der Thronfolger auf der Weiterfahrt auch daS Bahn-hofigebäude (über Alexander- und Eankarstraße) berühren oder direkt die König Peterstraße passieren werde. Jedenfalls wird die Bevölkerung aufgefordert, in den Hauptstraßen und in allen dahin einmünden, den Nebenstraßen und -gaffen die Häuser in den Staats« und Nationalfarben zu beflaggen und die Fenster zu schmücken. Der Stadtmagistrat hat für die Beschaffung von Tannenreifern und Pflanzen-schmuck vorgesorgt und wird den Erlös hievon zu-gunsten der Stadtarmen ve»wenden. Der Empfang in Marburg wird ähnlich wie in Cilli beim Stadt« Magistrat stattfinden. Daran schließt sich da? Mittags-mahl an. Abends um 6 Uhr führt dann Se. kgl. Hoheit mit dem Hofzuge nach Belgrad zurück. Die Schuljugend wird in allen an der Eisenbahnstreck« liegenden größeren Orten Spalier stehen. Frankreichs Domuipolitik. Während die ungarischen FriedenSdelegierten in Paris weilten, erschienen bei ihnen Vertreter französischer Banken, um ihnen im Einvernehmen mit der französischen Regierung mitzuteilen, daß da» Stiche ließen, verfügen sie dennoch über unversiegbar« Geldquellen. ES werden hier täglich Auktionen ver« anstallet, wo Gold, Silber, Juwelen, feine P«lze, Kleider und ander« Gebrauch««egenstände an den Meist-bietenden verkauft werd«,,. Die Russen haben hier Bazare, Handlungen eröffnet, die ausschließlich von Russen besucht werden. Wo sich ihnen eine Gelegenheit bietet, kaufen st« Häuser und Grundstücke und e« hat den Ansch«ln, daß fie fich für längere Zeiten hier nitderlassrn «ollen, »der aber für dauernd. Si« brachten sogar eine komplett eingertchtete Buchdruckerei au« Ruß-land, In der ein täglich erscheinende« Blatt hergestellt wird, da« d«n Namen „Rulkaja Gazeta" führt. Kurz und bündig: ei» „Kletn-Rußland* in Jugoslawien, et» „Staatchen" im Staate. Obwohl da« eigentliche Serbien keinen Adel kennt, gibt r« jetzt hier eine Legion russischer Fürsten, Grafen, Barone und sonstiger „Blaublütiger". Selbstverständlich kommen dies« Stande«-unterschiede nur bei din Russen selbst zur Geltung, denn Demokraten kennen keine Aristokraten. Jedoch, genug von den Russen. Ich will mein Bo,haben, meine „Eindrücke in der Metropole" mitzuteilen, fortsetzen. Der orientalische Anstrich, den Serbien noch heute zur Schau trägt, ist wohl schon etwa« verblaßt, aber immerhin find die Konturen noch deutlich erkennbar. Die« äußert sich und ist besonder» erkennbar durch den Straßenhandel. Erfrischungen aller Arten werden den Passauten in aufdringlicher Weise angeboten. Ein Großteil der Kaufleute haben ihre Filialen in Häuser- französisch« Kapital bereit sei, sich am wirtschas»-lichen Wiederaufbau Ungarn« zu beteiligen. Diese? Anbot kommt etwas spät, wenn man sich «inner», wie rasch England zugegriffen hatte, um sich eine starke politische Position in Budapest zu schaffen -und wie eifrig italienisches Kapital seine Beziehungen zu Ungarn vertieft hat. Es ist möglich, daß Frank« reich vor einem Jahre an Ungarn kein Interesse hUte, war dem so, dann hat es seine Auffassung seither geändert. Die franzöiifche Politik ist in dieser Beziehung aktiv geworden und eS liegt di« Vermutung nahe, daß die Neuorientierung der Pariser leitenden Kreise auf die Erkenntnis zurück« zuführen ist, daß die durch den Frieden von Saint-Germain an der Donau geschaffenen Lage unhaltbar ist. Allerdings datiert diese Erkenntnis nicht erst seit gestern, denn si« hatte bereit« vor Monaten den Plan der Wiederauftichtung de« alten HabSburger« reichcS geboren u. zw. in der Form eines Donau« bundeS mit der Tschechoslowakei alS Vormach». Der Gedanke, die französische Kontinentalpolitik durch Wiederbelebung der austro-slawischen Idee, wie sie vor dem Kriege biS 1908 etwa von Kramarsch vertreten wurde, zu stützen, erwies sich jedoch al« undurchführbar und wenn der französische Kapitän l'Epine kürzlich in Salzburg gegenüber deutsch-österreichischen Politikern d,n Konföderationigedanken neuerdings recht ostentativ in den Vordergrund rückte, f» unterschieden sich seine Andeutungen doch recht merklich von dem dem alteu Donaubundplane zu-gründe liegenden Gedanken. L'Epine schlug die „süddeutsche" Note an und entsprach damit gewiß einem alten Lieblingsplane französischer Politik. Die Zerreißung des deutschen Volke« ist ja das Ziel, de« Frankreich unentwegt zusteuert, allein e« scheint, daß man ei in Pari« diesmal aus einer breiteren Grundlage als bisher nisch«n untergebracht, und zwar in unmittelbarer Nähe, im benachbarten Hause, in dem das Hauptgeschäft fich befindet. Bei meinen Epaziergängen hatte ich hie und da Gelegenheit, auf die einzelnen Aufschriftin aufmerksam zu w«rd«n. Besonder« interessierten mich die öffentlich«» Aemter, al« Ministerien, Gesandtschaften, Konsulate und sonstige Behörden. In wie primitiven Gebäuden so manche« Ministerium untergebracht ist, spottet jeder Beschreibung, »a« allerdings der Wohnung«not zuzu-schreiben ist. In dieser Hinficht dürfte jedoch durch die bereit« bemerkbare Bautätigkeit bald Abhilfe geschaffen «erden. Wa« da« Leben in Belgrad anbelangt, ist e« sehr teuer, besonders wenn man etwa« verwöhnt ist. Den» wen» nun die Relation 1:4 in« Kalkül zieht, kommt man zu fabelhaften Berechnungen. Zur Illustrativ» ditsrr meiner Behauptung will ich nur einig« Beispiel« anführen: Ich teile mit einem Beamten de« verkehr«« Ministerium« ein Zimmer, In ««lchem kein anderer Komfort al« zwri Bette», ein gemeinschaftlicher Schrank, einige Stühle und ein Tisch zur Verfügung steht. Für diese Unterkunft bezahlen wir gemeinschaftlich 320 Dinar, gleich 1280 Kronen monatlich. Kleider und Schuhe darf ich mir dab«i selbst putzen, wa« wohl krin« Schande, aber nicht angenehm ist. In punkto Bekösti« gung ist e« jedermann freigtftellt, für wtnig oder viel Geld schlecht und gut zu essen. Will man fich ver« jüngen, dann muß man stet» gefaßt fei», eine Prei«« steigerung zu erwarten, wa» einem wohl schonend mit« Teile 2 verfolgen will. Die Lage im europäischen Osten hat sich für Frankreich beträchtlich verschollen. Noch vor eivcm Jahre rechnete man in Paris mit einer Wendung der Dinge in Rußland, die diese» und mit ihm die „slawische Idee" dem französischen System wieder einfügen werde. Heule hat man an der Seine die Hoffnung auf eine Bestallung der russischen Ver-Hältnisse, welche die Erneuerung der allen franko-russischen Beziehungen gestalten würde, so ziemlich ausgegeben. In Paris rechnet man mit einer deiufch-luffifchen Annäherung als etwa« Unvermeidlichem und bemüht sich deshalb, Rußland möglichst zu schwächen, vor allem aber da» russische Gold al« Deckung für die in Rußland seinerzeit zu Kriegs-zwecken investierten französischen Milliarden in die Hand zu bekommen; überdie« aber sieht sich Frank-reich vor das Problem gestellt, nicht nur Deutsch-land, sondern Deutschland und Rußland für alle Zukunft verkehr«- und wirtschastSpolitisch möglichst einzuschnüren. War in dieser Beziehung die polnische Karte für Frankreich von jeher von großer Bedeu« »ung, so wird sie jetzt noch wichtiger. Polen bot sich al» Exekutor gegen Rußland an und gleichzeitig tauchte in französischen Regierungskreijen der Plan auf, einen ungarisch-polnisch-rumänlschen Block zu bilden, in dessen Schalten sich dann die Verein!« gung Dentschösterreichs mit Bay:rn in einem eigenen Staate vollziehen sollte. Wie es heißt, soll der gegenwärtige ungarisch« Minister des Aeußern, Graf Teleki, dieses sranzö-fische Projekt nicht unfreundlich aufgenommen haben; tatsächlich traf man in Paris auch unter der Leitung LoncheurS alle Vorbereitungen zur friedlichen .Durchdringung" Ungarn?, die in der Ueber-lassung der ungarischen StaatSbahnen an ein fran-zösischeS Konsortium ein« solid« Grundlage erhalten sovte. In den letzten Tagen verlautete allerding«, daß die Verhandlungen darüber gescheitert seien und di« französische Orientierung deS Grafen Teleki in der ungarischen Nationalversammlung überhaupt aus starken Widerstand stoße, dessenungeachtet wird in Erinnerung zu halten sein, daß Frankreich sich für die ungarischen StaatSbahnen auch darum interessiert, weil eS hier Deutschland einen neuen Riegel vor-schieben will. Au« demselben Grund« hat «* auch in der Teschener Frage zu ungunsten der Tschechen entschieden. Seitdem die französische Politik gründ« sätzlich antirussisch eingestellt ist, sind ihr die Polen weit wichtiger als die Tschechen, von diesem Augen-blicke an aber zögerte man in Pari« auch nicht, alle tschechischen Ansprüche zugunsten der polnischen bei« geteilt wird, aber an dem Tieser-indtn-Sack greifen nicht» ändert. Aber eine« sei zur Ehre der Metropole gesagt: Toleranz wird hier geübt, sowohl in nationaler wie in konfessioneller Hinsicht. Mit einem Worte: Klassen» und Rasseaunterschied ist hier, ich betone e», »»mindest hier unb«ka»nt, wa« man von der Wojwodina nicht behaupten kann, den dortselbst gibt e» „Päpstlichere al« der Papst." Ueber die Mode und den Luxu», die hier Herr-schen, mich au«julassen, ist mir au« dem Grunde nicht möglich, weil ich kein Fachmann bin und mich der Gefahr nicht aussetzen will, mich bi» auf die Knochen zu blamieren. Nur soviel kann und darf ich sagen: echt pariserisch und schik. Die Damen tragen seit kurzer Zeit Spazinstöcke; weshalb, konnte ich nicht in Er-fahrunz bringen, abcr mein Scharfsinn sagt mir, baß sie damit da» „Angenehme" für sich und da» ,Uaan-genehme" für die einzelnen insultierenden Männer verbinden. Ueber Politik kann ich und darf ich nicht sprechen, selbstverständlich, weil sie über meinen geistigen Hon-zont geht. «der etwa« möchte ich noch über die »u»sperrung der Buchdruck,? sagen und da« ist doch mein Fach. Die Prinzipal« bilden jetzt im EilzugSlempo Jünger der schwarzen Kunst heran, welcher «rt, wird die Folge lehren. Ein Sprichwort sagt: „Wer zuletzt lacht, lacht am besten" und wahrlich, ich bin um mein Zwerchfell besorgt, dem eine Herkule»arbeit bevorsteht. S. Reitzer, im Deutschen V»lk«blatt. Cillier Zeitung seit« zu schieben. Das Abrücken der Franzosen von den Tschechen in der Teschener Frage ist d«r deutlichste Bcwei« dafür, daß Paris von der Idee eine« Donaublocks unter tschechischer Führung abgekommen ist und seine Stütze weiter östlich aus der Linie Warschau—Bndapest sucht. Ob e« sie dort finden wird, ist eine andere Frage. Aus drr National-uerttktuug. Der Vizepräsident Dr. Ribar eröffnet am 13. Juni die 103. Sitzung der Nationalvertretung um ü Uhr nachmittags. Nach Erledigung der For-malitäten verlangt der Abgeordnete Prodanovik, daß durch namentlichen Aufruf die Anzahl der an« wesenden Abgeordneten festgestellt werde. Da da» HauS beschlußfähig ist, wird zur Tagesordnung übergegangen: Spezialdebatte über den Wahlgesetz, entwurs. Die §§ 2 bis 8 werden mit unwesentlichen Abänderungen angenommen, bezw. der nochmaligen Beratung an den WahlresormauSfchuß zu-rückverwiesen. AIS erster Redner spricht der Abge-ordnete Baroc über da« Wahlrecht jener Staats-bürger, die da« Optionsrecht besitzen. Anch die nachfolgenden Redner, die Abgeordneten Manejlovit rnd Sckuliö, behandeln diese Frage und lassen sich weitläufig über die in der Wojwodina bestehenden Verhältnisse au«. Der Abgeordnete Evetov!!, Pfarrer au« Baja, setzt sich für das Wahlrecht jener deutschen und magyarischen Staatsangehörigen ein, die schon seit längerer Zeit im Königreich« SHS leben. Auch der sozialdemokratisch« Abgeordnete Knezevic bespricht da« Wahlrecht der SloatSbürger deutscher Zunge in befürwortendem Sinne. Er führt au«, daß für den Aellkueg nicht da» deutsche Volk verantwortlich gemacht werden könne, sondern der internationale Kapitalismus. Nach Erklärung des Minister« Protik, der seine angekündigte Rede auf den nächsten Tag verschiebt, wird die Sitzung um 8 Uhr 30 Min. nachmittags geschlossen. Der Vizepräsident Dr. Ribar eröffnet am 19. Juni die 104. Sitzung der Nationalvertretung um 4 Uhr nachmittag». Minister Protic ergreift da« Wort und verteidigt den § 9 des Wahlgesetzes gegen die Einsprüche der Vorredner. Der Abgeord-nete Dr. Hohnjec vom jugoslawischen Klub fordert die Zuerkennung de« Wahlrechtes für alle Frauen, mögen sie dem Arbeiter-, Bauern- oder Bürgerstande angehören. Der Abgeordnete Dr. Barac erklärt i« Namen de« Nationalklubs, daß er von feinem Antrage bezüglich de« Wahlrechte« der nationalen Minderheiten zurücktrete und sich mit der Erklärung de« Minister« Proti! zufrieden gebe. Bei der Ab-stimmung wird hieraus der § 9 in der vorgeschlagenen Fassung des Ausschusse« angenommen. Die §§ 10 bis 18 werden ohne Widerspruch genehmigt. Beim § 14 verlangt der demokratische Abgeordnete Palecek" daß auf je 140.000 Einwohner em qualifizierter Abgeordneter zu entfallen habe. Die R«d-ner de« jugoslawischen Klub», der Republikaner und der Sozialisten aber sprechen sich gegen diese For-derung aus. Bezüglich der Wählbarkeit der Volk«-schullehrer wird v?u der Nationalvertretung der Antrag angenommen, daß si« sich »m etn Abgeord-netenmandat bewerben können, ohne deswegen ihren Posten verlassen zu müssen. Sodann wird die Sitzung geschlossen. _ Politische Rundschau. Inland. WahlkrelseinteiUmg im Königreiche Nach dem neuen Wahlgesetzeutwurse werden auf Serbien 29 Wahlkreise entfallen, auf Bosnien «nd die Herzegovina 6, auf Kroatien. Slawonien und Medmurje 8, auf Slowenien mit Prekmurje 2, auf Montenegro 1, auf die Batschka 3 und auf Dalmatien 2 Wahlkreise. Da« gesamte Königreich SHS wird sonach in 51 Wahlkreise eingeteilt sein. Serbien erhält 10 Abgeordnete mehr, al« ihm nach der Zahl der Einwohner gebührt. Da» Kriegsgewinnsteuergesetz und die slowenische Volkswirtschaft. Die Krittzsgewinnsteuer, schreibt SlovenSki Narod, würde, wenn da« Gesetz in der angeordneten Form durchgeführt würde, unsere produkli,en wirtschaft, lichen Kräfte ersticken. Slowenien würde am aller-meisten darunter leiden, da bet unl die Steuerlasten Nummer 49 am drückendsten sind. Bei den obwaltenden BerhäU-nissen ist auch anzunehmen, daß das Gesetz bei uns mit der größten Genauigkeit und Strenge durchge-führt würde. Im übrigen Königreiche SHS haben bisher mehr al« die Hälfte der Steuerträger noch keine Steuern entrichtet. Bei un« aber werden alle Steuern, hauptsächlich die aus Handel«, und Ge« werbekreif»n, mit aller Energie eingetrieben, während in den anderen Gegenden Handel und Gewerbe in Freiheit blühen. E« ist unvermeidlich, daß wir ein-mal zu einer geordneten StaatSwirtschaft gelangen. Immer nur und einzig allein die Zolleinnahmen, die Gebühren und unerträglichen Taxen dürfen nicht die einzig« Steuerquellt bleiben. Die Wirtschaft mft dem Fehlbeträge muß aushören; ein einheitliche» Steuersystem sür da« ganze Königreich muß ein-geführt werden. Gegen die Steuer auf KnegSge-winne hat kein vernünftiger Mensch etwa» einzu-wenden, aber da« Gesetz muß erträglich sein und die Erträgnisse dieser Steuer dürfen nicht die lausenden Einkünste auszehre». Die Handel«- und Gewerbe-kammec in Laibach, der Jndustriell-noerband und der Verband der HandelSgremien und Genossenschaften huben sich bereit» mit begründeten Eingaben an« Finanzministerium gegen die Durchführung diese« Gesetzes ausgesprochen. Auch verschiedene wirtschaft-liche Organisationen in Kroatien haben gegen diese« gesetzliche Monstrum Protest erhoben. Wenn beim Finanzministerium, so schließt Slowenaki Narod seine Belrachlungen, noch irgend eine Ueberlegung aufflackert, dann darf da« Gesetz über die Krieg»-gewinnsteuer in der gegenwärtigen For« unter keinen Umständen zur Wirklichkeit werden. Die Wahlen in di« Konstituante. Nachrichten au« Belgrad zufolge werden di« Wahlen in die Konstituante Ende September l. I. ausgeschrieben werden. Das Problem der Wohnungsnot. Gegen die Durchführung der Wohnungs-Verordnung haben eine Anzahl von Parteien in Laibach, denen die Wohnungen aus Grund dieser Verordnung aufgekündigt wurden, einen Rekurs an da» StaatSmt für soziale Fürsorge eingebracht, welcher nun, einer amtlichen verlaut-barung zufolge, in nachstehender Weise erledigt wurde. Eine besondere Kommission hat auf Grund verläßlicher Angaben und Informationen auS der Zahl der von der Verordnung vetroffenen Millionäre die vermögendsten festgestellt und deren Rekurse (zusammen 47) entgültiz verworfen. ES wird von ihnen nicht verlangt, daß sie neue Häuser, sondern nur, daß sie neue Wohnungen bauen; ei bleibt ihnen unbenommen, sich zum Zwecke gemeinsamer Bautätigkeit zusammenzuschließen. Weiter« wurden die Rekurse von 31 Parteien zurückgewiesen, welche minder vermögend sind al» die erwähnten 47 Privat-Personen. Diesen Parteien wird Gelegenheit geboten werden, selbst zu bestimmen, wie si« sich an der Bauaktton bet«iliz«n wollen, sei e», daß sie bi«her nicht zu Wohnungszwecken geeignete Räumlichkeiten entsprechend herrichten lassen. Von den Rekursen, welche von Banken, Versicherungsanstalten und größeren WirlschaftSunternehmungen eingereicht wurden, sind 94 abschlägig beschieden worden. Es steht ihnen aber frei, konkrete Borfchläge zur Verminderung der unvermeidlichen Kosten zu erstatte«, und ihre Wünsche werden nach Möglichkeit berück-sichligt werden. In keinem Falle aber kann von der Forderung abgegangen werden, daß jede der ange-führten Unternehmungen bedingungslos bei der Er-bauung b«jw. Herrichtung neuer Wohnungen milzu-wirken hat. Alle übrigen Rekurse sind im günstigen Sinne sür die Parteien «rledigt worden. Da« Staatsamt für soziale Fürsorge wird unter Mit. Wirkung der zuständigen Abteilungen der Landes-rezierung alle notwendigen Schritte unternehmen, um die Beschaffung von Baumaterial nach Tunlichkeil zu erleichtern und die betreffenden Parteien in ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Da« StaatSamt für foziale Fürsorge wird jedoch rücksichi«lo« auf der Durchführung dieser entgültigen Entfcheidung verharren und jeden allenfalls sich geltend machenden Widerstand bedingungslos brechen. Denn der physische und moralische Schaden, den infolge der Wohnung«not die mittleren und ärmeren Schichten der Bevölkerung zu erleiden haben, ist so groß, daß kein materielle« Opfer ihn auswiegen kann. Austand. Der Anschluß von Westungarn an Deutschösterreich. Eine au» Deutschen und Kroaten bestehend« Abordnung au« Weftungarn (Heinzen'.and) übergab Nummer 49 den fremden Miffionen in Wien eine Denkschrift, in welcher sie den baldigsten Anschluß Westungarn» an Deutschösterrcich verlangen. Die Chef« der auS> willigen Mission sprachen sich dahin aus, daß die gewünschte Angliederung gewiß den Bestimmungen de« FriedenSvertrage» in naher Zukunft in Wirklich« keit umgesetzt werden würde. Sperrung des Wirtschaftsverkehres mit Ungarn. Der internationale Transportarbeiterverband in Amsterdam hat beschlossen, wegen der Greuel-taten, welche von der ungarischen Regierung, von den OffizierSauSfchüssen und einer schrankenlos sich austobenden Soldateska verübt werden, die Wirt-schafissperre über Ungarn zu verhängen. Während der Schweizer Gewerkschaftsbund diesem Beschlusse gegenüber eine passive Rolle einnimmt, haben die unter sozialdemokratischer Führung stehenden deutsch« österreichischen Transportarbeiter, Post« und Tele« gropheiangestellten, Eisenbahner usw. bereits faktisch die Absperrung gegen Ungarn durchgeführt. Die Ungarn haben mit einer Gegensperre gegen Deutsch-österreich geantwortet und die auf der Donau be-förderten Lebenim.tteltranSporte mit de« Bestim-mungSorte Wien am Weiterfahren verhindert. Die grüne Internationale. Im deutschösterreichischen ReichSbauernrate be-richtete der Generalsekretär Sturm über die Vorarbeiten zur Schaffung einer grünen Internationale der Bauernschaft. Die engste Fühlungnahme mit einer Reihe der hervorragendsten Bauernvereinigun-gen in verschiedenen befreundeten und neutralen Ländern sei bereit« erfolgt und habe zu erfreulicher Uebereinstimmung über Ziele und Zwecke dieser Bereinigung der Bauernschaft aller Nationalitäten geführt. Die Arbeiten werden f«rtgefetzt und ihr Ergebnis wahrscheinlich in nicht allzu ferner Zeit bereit» öffentlich in Erscheinung treten. E» sei zu hoffen, daß die grüne Internationale ein Bollwerk der ruhigen Entwicklung und Wiederausrichtung im Zeichen christlicher Weltanschauung bilden »erde. Die Deutschen in Bessarabien. Ja Bessarabien bestehen über 40 deutsche Kolonien. Ihre nationale Organisation hat ein deutschbessarabisches Komitee in die Hand genommen, daß sich kürzlich in Tarotino zu einer Tagung ver« sammelte, in der hauptsächlich Schul» und Kirchen-fragen verhandelt wurden. Hinsichtlich de» von Siebenbürgen au« angeregten Zusammenschlusses aller evangelisch-lutherischen Kirchen Groß Rumä. nienS herrschte die Meinung vor, daß der Anschluß nötig sei, daß jedoch nur die bessarabische Synode darüber entscheiden könne. In der Schulfrage einigle man sich dahin, daß daraus zu achten sei, daß die Gemeinden als die Besitzer der Schulen auf Grund des FriedenSvertrageS die grundsätzliche Anerkennung der deutschen Schulen erwirken und mit Sieben-bürgen in enge Fühlung treten. Endlich wurde be= schloffen, End« Zuni eine große Tagung der Deut-schen Bessarabien« abzuhalten, auf der auch die vier bei den jüngsten Wahlen in Bessarabien gewählten deutschen Vertreter — drei Abgeordnete und ein' Senator — erscheinen sollen. Aus Stadt und Zand. Dr. Sixtus Ritter von Fichtenau f. Am 18. Juni verschied in Petlau Herr Dr. Sixtu« Ritter von Fichtenau, emerit. Recht«anwalt. im 76. Lebentjahre. Mit ihm sinkt ein Mann in» Grab, «it dessen Leben und Wirken die Entwlck-lung und Geschichie seiner GeburtSstadt Pettau und de« Bezirke« eng verknüpft sind, welche seiner Er-innerung in ihren Annalen wohl ein Ehrenblatt widmen werden. Seit dem Jahre 1875 in seiner Veburt»fiadt al» Advokat seßhaft, war er seit Be-ginn der Achtziger Jahre durch mehrere Wahlperio« den im Gemeinderale tätig und ein Guttell de» gerade in dieser Zeit einsetzenden wirtschaftlichen und kulturellen AuffchwungeS der Stadt ist seiner stet« uneigennützigen Tatkraft zuzuschreiben; j. B. sällt gerade die Erlangung der städtischen Autonomie in die Zeit seiner Tätigkeit in der Gemeindevertretung, welche in vieler Beziehung die spätere Entwicklung der Stadt begünstigt und gefördert hat. In den beiden letzten Jahrzehnten vor dem Zusammenbruchi der Monarchie hat der Verstorbene feine reichen Er-sohrungen und Kenntnisse in den Dienst der Bezirk«. Vertretung gestellt und sich um da« Gedeihen und die Wohlfahrt deß Bezirke» in wirtschaftlicher Be-ziehung durch Förderung de« Straßenbaue» und in kultureller Hinsicht durch seine Tätigkeit im Bezirk»« Cillier Zeitung schulrate, bei welcher er in einer über jeden Zweifel erhabenen Objektivität und Rechtlichkeit das ihm an« vertraute Amt versehen und die übernommenen Pflichten Getreulich erfüllt ha», unvergängliche Ber-dienste erworben, die ihm unbekümme.t um etoaige national« Gegensätze auch heut« allgemein und un« eingeschränkt anerkannt werden müffen. Der Ber-blichen?, der früher auch an dem geselligen und gesellschaftlichen Leben der Stadt regen Anteil ge-nommen hat und in Jägerkreisen al» eifriger Nimrod bekannt war, erfreute sich in seinem Berufe de« vollsten Vertrauen» der städtischen und der ländlichen Bevölkerung und war seinen Klienten ein stet« gewissenhafter Vertreter ihrer Interessen, wie er auch bei Behörden und Aemtern wegen feines reichen FachsinneS in hohem Ansehen stand und stet« die seiner Persönlichkeit gebührende Achtung genoß. Bedauerlicherweise war sein Lebensabend in-folge eine« schweren Leidens schon seit Jahren getrübt, welches ihn zwang, sich von Beruf und öffent-licher Tätigkeit immer mebr zurückzugehen; Ende 1918 hat er auf die Ausübung der Advokatur ver-zichtet und die Kanzlei seinem nach dem Umsturz? von der KriegSdienstleistung zurückgekehrten Sohne gleichen Namen» übergeben, der sie seither im Geiste seine» BaterS weiter führt. Der Verblichene feierte im Februar 1919 da» seltene Fest deS goldenen Doktorjubiläum?, auS welchem Anlasse ihm der Dekan und da» Prosefforenkollegium der juridischen Fakultät der Grazer Universität die herzlichsten Glück-wünsche darbrachten, letzter« ihn aber durch Aus-sertigung «ineS neuerlichen Doktordiplome» zu ihrem Jubeldoktor promovierte. Dem nunmehr Verblichenen sollt« an seinem Lebensabende auch der herbe TrennungSschmerz durch den Tod lieber Menschen nicht erspait bleiben; schon vor fünf Jahren verlor er seine Gattin und treue Lebensgefährtin, Frau Anna v. Fichtenau, geb. LeSkoschegg und zu Beginn de» heurige» Jahre» erschütterte ihn die Nachricht vom Tode seine» Schwiegersöhne«, de« Herrn Ober-landeSzerichtSrate« Kronasser und dessen l4jährigen Sohne», die als Opfer der Grippe dahingerafft wurde». An der Bahre des Verblichenen trauert fein Sohn, Herr Dr. Sixtu« Ritter von Fichtenau, Advokat in Pettau, drei Töchter und fünf Enkelkinder sowie eine zahlreiche weiter« Verwandtschaft, doch auch ein großer K e» von Freunden und Bekannten, die ihn schätzten und achteten und, Leid im Herzen, mit ihm ein Stück Alt-Pcttau in« Grab sinken sehen. Sein Andenken soll aber treu bewahrt bleiben für immerwährende Zeiten. Friede seiner Asche! gum Kommandanten des Cillier Er-satzbataillons wurde Oberst Boriooj Tosic ernannt. Trauung. Herr Robert von Bach». Kauf-mann in Kranichsfeld, hat sich mit Frau Marianne Schirmer v. Szöd, geb. Fraenzl von Vestenek, in Wien vermählt. Fuhballwettspiel um die Meister« schaft in Slowenien am 20. Juni: Eillier Athletiker siegen gegen Rote Elf Marburg mit 5:0 (1 :0). Die Rote Elf brachte eine gute und flinke Mannschaft nach Cilli, konnte aber die in sie ge-setzten Erwartungen aus ein gleichwertiges Spiel nicht ersüllen, da die Marburger nicht über ein entsprechendes Zusammenspiel verfügen. An befferen Einzelleistungen fehlt eS nicht, so daß die Hoffnung für günstigere Resultate in der Zukunft gerechtsertigt ist. Die Eillier treten diesmal mit Ersatz an. Mar« bürg hat Abstoß und beginnt das Eillier Tor zu bedrängen, doch die bravouröse Verteidigung der letzteren macht jeden Angriff zunichte. Lange Zeit tobt der Kamps unentschieden hin und her; die Marburger sind im Spiele sichtlich überlegen, doch alle ihre Bemühungen prallen an der Abwehr des Tormanne» Planko ab. Erst in der 30. Minute kann der Mittelstürmer der Cillier da» erste Tor erzielen. Der Strasstoß gegen die Cillier, der vom SchiedSrichler in der 40. Minute angeordnet wird, wird vom Cillier Tormann unier dem Beisall des Publikums aufgefangen. In der zweiten Halbzeit tritt eine Wendung ein. Die Cillier gehen au» sich herau», schlagen ein scharfe» Tempo ein, welchem die Marburger nicht gewachsen sind, so daß die Cillier unbeschränkt Herren de» Spielfelde« werden. In ber 21. Minute erzielt der Mittelstürmer da« zweite Tor, dem in der 28. Minute die linke Der-bindung da« dritte folgen läßt; schon in der 85. Minute wird eine Ecke vom Cillier Mittelstürmer Mittel« Kopsschuß unhaltbar eingesendet. Die Mar-burger können sich au« der Umklammerung nicht mehr befreien und müffen sich in der 40. Minute von der linken Verbindung der Cillier da» fünfte Tor gefallen lassen. Von der Cillier Mannschaft wäre nebst dem Tormann noch di« Verteidigung lobend zu erwähnen: sehr brav arbeiteten, besonders Seite i in der zweiten Halbzeit, die Mittelstürmer sowie di» Stürmerreihe mit Ausnahme des eingestellten Ersatz« manne», welcher noch sehr viel Training benötigt, um in einer MeisterschasiSmannschast mitspielen zu können. Bei den Marburgern war die Verteidigung und di« Stürmerreihe recht gut. VerbandSschiedSrichter Fink au» Laibach wie letzthin. Der Besuch war sehr zufriedenstellend. Futzballwettspiel. Voraussichtlich werden die Cillier Athletiker Dien»tag, den 29. Juni, ei« Fußballwettspiel gegen di« beste Grazer Mannschaft otorm in Cilli au»tragen. Die bezüglichen Verhand. lungen sind noch nicht zum Abschlüsse gelangt; sollte diese» Wettspiel nicht zustande kommen, so wird am gleichen Tage ein Wettspiel mit dem hiesigen Sportni klub absolviert werden. Die öffentliche Zeit in Cilli. Au» Leser, kreisen wird unS geschrieben: In Cilli fehlt es an einer halbwegs verläßlichen Angabe der öffentlichen Zeit gänzlich. Zwischen der Bahnzeit und dem Mit» tagSläuten der verschiedenen Kirchen, sowie den Mit« tagvzeichen der Fabriken kommen wechselnde Diffe« renzen bi» zu zehn Minuten vor. Insbesondere da» MittagSläulen der Kirchen ist offenbar ganz dem Gutdünken der Kirchendiener überlaffen. $);«s«r Unsicherheit der öffentlichen Zeitbestimmung sollte von feilen dc» Magistrate» endlich ein Ende gemacht werden. Cilli liegt sehr nah« dein 15. Gcad östlicher Länge von Greeawich, dem Meridian der milteleuro> päische» Zeit, und zwar nur um IS Bögenminuten oder 1 Z-itminute istlich davon. Wenn es auf der Bahn 12 Ui>r mittag» ist, zeigt die richtige Ort»« zeit von Cilli 12 Uhr 1 Minute an. Da wäre e» doch am einfachsten, wenn der Magistrat die Bahn« zeit al» öffentliche Znt zu erklären und darin dem Beispiele der meisten Städte folgen würde. Die Südbahnstation Cilli wäre gewiß gerne bereit, dem richtigen Gange der Bahnhofuhr an der Stadlfront de« Stationsgebäude« und deren Uebereinstimmung mit dc« täglichen Uhrzeichen jene Aufmerksamkeit zu schenken, welche diese Uhr sozusagen zur Normal« uhr de« Stadtgebietes geeignet machen würde. Für Reisen im Zlnlande sind, wie da« Ministerium sür innere Angelegenheiten v-rlautbart, künftighin keine Reisepässe mehr erforderlich; wohl aber wird jeder Reisende stet» seine Legitimation bei sich tragen müffen. Ueber die Drangsale der Steuerträger läßt SlovenSki Narod wie folgt, schwermütige Harfen-töne erklingen: Die Delegation deS Finanzministerium» hat angeordnet, daß die Anmeldung von Käufen und Verläufen ,n den SriegSjahren der Steuerbehörde erster Instanz bi» zum 30. Juni l.J. vorzulegen ist. Dem Amt»blatt vom 4. d. M. zu-folge sind hiezu besondere Formularieu zu verwen« den, welche bei den Sleuerämtern unentgeltlich er. hältlich find. Dort aber bekommt man die Auskunft, daß keine Formularieu da feien, und wird an da» Oekonomieamt der Finanzdirektion in Laibach ver« wiesen. Da wieder wird man mit de« wohlfeilen Rat abgefertigt, man «öge sich noch einige Tag« mit Geduld wappnen. Da» nennt man, sagt Slo-venSki Narod, die Parteien foppen und ihnen un» nütze Wege verursachen. So kann und darf ei nicht weitergehen und gegen ein derartige« Vorgehen muß mit aller Entschiedenheit aufgetreten werden. Wirtschaft und verkehr. Filialen der Nationalbank in Belgrad sollen im Lause eine» Monate« in folgenden Städten errichtet werden: Nisch, Skoplje (UeSküb), Bitolia (Monastir), Semlin, Pantlchowa, Werfchetz, Groß-Becskerek, Subot ca, Neusatz, Effeg, Vukovar, Agram, Laibach, Marburg, Spalato, Mostar, Sarajewo, Banjaluka und Cetinje. Filialen der Belgrader Staatsdruk-kerei sollen in Agram, Sarajewo, Spa'ato und Neusatz errichtet werden. Die Belgrader Börse hat in der Person de» Kaufmannes vtilorad Pavlovlc einen neuen Präsidenten erhalten. Die Verwaltung der Staatsmonopole hat beschlossen, in Virovitiea ein Generaltabakinspektorat für da» Gebiet von Barania, Kroatien und Slavonien zu errichten. Di« gentralausfuhrgenossenschaft hat beim LebenSmittelexport 8 Millionen Dinar mehr eingenommen, al» sie Aktienkapital besitzt. 76 Waggon Schweine können, einer Er« mächtigung de« Ministerrate? zusolge, au» Agram nach der Tschechoslowakei ausgeführt werden. Als Gegenleistung find 25 Waggon Zucker einzuführen. Stile 4 Cillier Zeitung Nummer 49 Die Iuckerlieferungen werden bei un» und in Deutschisterrcich in der Weise abgewickelt, daß die Kaufleute an die betnffenden Ha»del?ver. bände ein Bardepot zu erlegen bezw. Barauszahlung zu leisten haben. Dies« Einführung trifft die Kauf-lrute sehr schwer, weil sie sich nicht nur einet be-trächtliche» Tei'.c» ihres BctriedSkopikalc« entblißen müssen, sondern in Anbetracht der langen Warte-zelt und de« schwankenden BalutastandeS Gefahr laufen, bei den Zuckerliejernngen darauf zu zahlen. Wie uugerechlfertigl diese Bestimmung ist, geht dar. aus hervor, daß ja auch die Kaufleute von ihren Kunden nicht Vorauszahlung verlangen können. Eine vor el»igen Tagen in Graz abgehaltene ver-sammluxg von Zuckn abgabestelleninhabern befaßte sich mit dieser Angelegenheit und beschloß, die notmeu-digen Schritte zu unternehmen, um diesen den Kausmannftand schwer schädigenden Zustand zu be-seitigen. Der Referent der Versammlung, Herr Kremser, sflhtle au«, daß die Geschäftsleute, wenn sie die von der Zentrale gestellten Bedingungen er« füllen wollen, gänzlich in die Knechtschaft der Zucker-zentrale geraten würden. Weiter« »eilte er mit, daß der Grazer Sladtrat den in der GenofsenfchaftSver» sammlung der Spezerei- und Gemischlwarenhändler gefaßten Beschluß wegen Erlegung eine« Bardepot« sür die Zuckerlieferungen aufgehoben habe, weil diese al« Besprechung einberufene Versammlung kein Recht Halle, bindende Beschlüsse zu fassen. Während also, wie man sieht, die Geschäftsleute anderSwo rührig am Werke sind, um die ihnen bereiteten Schwierigkeiten zu beheben, ist bei un« von irgend einer Abwehraktion weder etwa« zu hiren noch zu lesen. Wenn man schon niemanden einen Borwurf machen kann, daß er in einer Frage, welche sein eigene« Geschäfttleben so tief berührt, nicht al« erster auf den Plan tritt, so kann «an doch füglich er-warlen, daß man da« anderweitig befolgte Beispiel fich zum Vorbild nehmen und im gemeinsamen Vor-gehen aus eine B.seitigung der drückenden Bestimmung hinarbeiten werde. Eine Verordnung über den Schmug-gel, deren einzelne Besinnungen wir nachstehend wiedergeben, »erlaulbart da« Laibacher Amtsblatt vom 17. Juni l. I. Der Schmuggel wird im all-gemeinen von den politischen Bezirksdehörden geahndet, Rekurs« gegen da» Urteil der ersten Instanz vom Strafsenat beim Ernährung«amte endgültig entschieden. Diese Rekurse müssen innerhalb dreier Tage beim ErnährungSamte für Slowenien eingebracht werden. Der Schmuggel wird mit einer Geldstrafe von 600 bi« 20.000 K und mit Arrest von 8 Tagen bi« zu sechs Monaten bestraft, unter erschwerenden Um-ständen mit einer Geldstrafe bi« zu 100.000 K und mit Arrest bi« zu einem Jahre. Nur in zwei Fällen sind die Zollbehörden selbst zur Bestrafung de« Schmuggels zuständig: 1 Wenn jemand am Zollamte vorbei zollpflichtige oder verbotene Ware in« Ausland zu schmuggeln versucht und 2. wer zu diesem Zwecke in Orten zwischen der Zollinie und dem Zollamt? Rebenwege zu benützen trachtet. Eine direkte Verbindung zwischen Frankreich und Deutschösterreich ist seit Eröffnung de« Vnk.hr» ,iuf der Linie Paris—Prag— Warschau—Wien sichergestellt. Die Züge verkehren gegenwärtig dreimal wöchentlich in jeder Richtung. »n wird auch die Frage der Einrichtung von Häsen in Genne-villiers und Eonneuil an der Manu zu studier«» haben. Allerlei Lustiges. Gattin (am Klavier): „Heule schmerzen mich die Augen, daß ich nicht einmal die Noten sehe. Aber schließlich kann ich ohn« Noten spielen, ein Blinder spielt auch." — .«ber ein Tauber hält es aus." Ein Rucksackträger (vor eine« Bilde de« Atlas): „Armer Kerl, hast auch einen gehörigen Pack zu tragen und hast auch nicht« anzuziehen.. Ein Schreckenskind. „Merkt euch Kinder: man soll vor grauen Haaren immer Achtung haben". — „Mein Vater hat da« nicht, Herr L«h-rer." — „So? Wieso denn nicht?" — .Er färbt fich den Bar», Herr Lehrer." Bewti«. „Soll da« ein Sonnenaufgang oder ein Sonnenuntergang sein?" fragte «in Herr in der Kunstausstellung. — „Ein Sonnenuntergang," ant-wortete ein Wissender, „ich kenne den Maler, der steht nie vor elf mittags auf". Befolgt. Ein neuer Lehrer redtt feine kleinen Schüler so an: „Liebe Kinder, wir wollen gute Freunde werden, Ihr dürft mir alle« vertrauensvoll sagen.' — Da steht ein Neiner Bursche auf und sagt treuherzig: „Ich langweile mich so." Anzeige. Philosoph, von angenehmem Aeußern, tiefen Gemüt«, der fi$ einsam in der Groß^dt fühlt, sucht Briefwechsel mit junger, gebildeter Dame auf dem Land«, um Gedanken gegen Butter au>-zutauschen. Drahtnachrichten der Cillier Zeitung. Meldungen des Laibacher Nachrichtenamtes. Der Besuch de« Thronfolger-Regenten in Agram und Laibach. Belgrad. 21. Juni. Heute trifft der Thron-solger-Negent Alexander mit einem eonderzuge in Agram ein. wo ebenso wie in Laibach für den Empfang große Vorbereitungen getioffen werden. (Die Namen der ihn begleitenden Minister und Generale veröffentlichen wir auf der nsten Seile der vorliegenden Blaltfolge. Anw. der Schriftl.) Die jugoslawischen Teilnehmer am Sokolseste in Prag. »rx Belgrad, 21. Juni. Die Tatsache, daß die Tschechvslowaken zu den Lokalfeierlichkeiten in Prag auch die Bulgaren eingeladen haben, hat in allen Sokolkreifen Serbien« große» Unwillen hervorge. rufen. Die serbischen Blätter weisen auf die Rolle hin, welche Bulgarien während des Kriege« gespielt hat. und auf die Greueltaten, welche bulgarische Soldaten an der serbischen Bevölk.rung verübt haben, und erklären, daß sich kein serbischer Sck,l an einer Festlichkeit beteiligen dürfe, die auch von Bulgaren besucht werde. Wie au» Laibach gemeldet wird, haben die slowenischen Sokolen d-n Auftrag erhalten, sofort zurückzukehren, fall« in Prag auch Italiener vertreten sei» sollte». Dr. Lande-berger gestorben. Wien, 21. Juni. Der Präsident des General-rate« der englisch-österreichischen Bank Dr. Lande«, berger ist nach Berichterstatt.ing über die Ergebnisse der Pariser Verhandlungen betreffend die Regelung der VorkriegSschnlden heu?e an Herzschlag gestorben. Die Verkehrssperre gegen Ungarn. Wien, 21. Juni. Die internationale See-mannskonferenz, bei der alle führenden Staaten einschließlich Nordamerika und Australien vertreten waren, hat einstimmig den Boykott gegen Ungarn beschlossen. Einführung von Exprehzügen. Wien, 21. Juni. Am 1. Juli verkehrt vier, «al wöchentlich der Simplon Expreß zwischen Paris und Konstantinopel und dreimal wöchentlich zwischen Pari« und Athen. Man hofft, im Lause eine» Monate« auch einen regelrechten Expreßverkehr zwischen Wien und Belgrad «der Budapest eiofübren zu könne«. Wirtschafterin die gut kochen kann, der slowenischen und deutschen Sprache mächtig und in allen wirtschaftlichen Zweigen gut bewandert ist, wird auf einem Gute nächst Celje aufgenommen. Näheres in der Verwaltung dieses Blattes. 26o6i Schreibkraft der slowenischen u. deutschen Sprache mächtig, wird sofort aufgenommen. Adresse in der Verwaltung dieses Blattes. 26060 Lehijunge aus besserem Hause, der slowenischen u. deutschen Sprache mächtig, wird aufgenommen bei Firma Cajetan Murko, Kur*-, Wirk- und Modewarengeschäft in Ptoj. Tüchtiger Goldarbeiter wird bei gutem Lohn för dauernd aufgenommen. Fritz Binder, Goldarbeiter, Maribor, Oroznova ulica (Pfarrhofgasse) Nr. 6. 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