Erscheint wöchenitich zweimal: Donnerstag und Sonntag früh Lchnfileitnpg «nd Beriraltung: Preternova vlica Nr S. Televbon Zl. — Anlündiqunaen nimm« di« sprechung gewöhnlich sehr spät nachzuhinken pflegt. Eigentlich wird nicht viel Rene« produziert. Un> sere Verleger sind trotz der Rot an Papier, Leinwand, Leder und Druckerschwärze eifrig bemüht, alle Bücher in neuem oder alt-neuem Gewände herau«zugeben, Philosophen, Geschichtschreiber, Dichter. Da« gibt einen lehr hübschen Anlaß, sich mit den alten Herren be« kanntznmachen, von denen so viel gesprochen wird und die man wenigsten« teilweise bisher von einem Tisch auf den andern gelegt hat. Nimm« man st« nun wirk« lich zur Hand und liest sie in dem schönen neuen Druck, der die Augen erfreut, so bemerkt man zu seiner Ueberraschung, daß ste ganz verständlich ge« schrieben haben und noch immer zeitgemäß, ja bi«-weilen aktuell sind. Aber man kann, wenn man nicht Universität«professor ist, vom Philosophieren allein nicht leben und kann auch Philosophen allein nicht lesen. übermäßig hohen Gewinne und Abschaffung arbeiis-loser Rentnereinkowmen durch Steuern. SczialiSmuS bedeutet weiter: Leitung der Wirtschaft durch die Gesamtheit. Ä)iese D?»«ligung aller muß zunächst einmal gelten für den Einzelbetrieb. In der BedarfidecknngSwirtschaft nibt eS hierbei keine Schwierigkeiten. Die Größe und Art des Verbrauchs bestimmt mechanisch die Größe und Art der Erzeugung, wie z. B. bei de» Kousumvereinen. ES ist kein Kunststück, zu berechne«. Ander« jetzt in der UebergangSzeit, wo Produllion und Absatz noch wett auseinander gehen, wo cS wirklich zu disponieren und zu entscheiden gibt. Da kann nur. weil alle Faktoren unbekannt sind, ein leitender Kops be-stimmen, nicht ein langsamer und wankelmütiger Mehrheitsbeschluß. Dieser leitende Kops ist der Unternehmer, der nicht ans eigener Machtvollkommen-heit arbeitet, sondern im Auftrag der BolkSgesamt-heil, der er verantwortlich ist. Unternehmer kann jeder sein, der dazu befähigt ist. Ader eS wäre falsch, jetzt im schwierigen Uebergangsstadium Haupt, gewicht daraus zu legen, daß befähigte Arbeiter zur Leitung emporkommen; eS sind die schon vorhandenen Sachverständigen, die jetzigen Direktoren und Jv-haber der Betriebe, zunächst auszunutzen. Für den inneren Betrieb dagegen, in allen sozialpolitischen Dingen, haben Arbeiter und Angestellte da« volle MitentscheidungSrcchl, wie «S daS BetriebSrätegesetz bestimmt. Ordnung und Disziplin der Fabrik dürfen dadurch natürlich in keiner Weise gemindert werden, weil sonst auch der Ertrag des Unternehmers ge, mindert würde. Der Unternehmer, oder besser der leitende geistige Arbeiter deS Betriebes, ist aber auch weiter von außen her in der Wirtschaftsführung durch den Staat beschränkt. DaS darf natürlich nicht ein lästigeS Hineinreden in jede einzelne Maßnahme bedeuten, fondern nur daS Wahrnehmen der All- Mau muß auch hin und wieder zu einem Buch greifen, da« dcn Geist gar nicht anstrengt, aber auf da« Gemüt wirkt, möglichst angenehm wirkt. Man übergeht daher die große Literatur, die der Krieg gezeitigt hat: Die Memoiren der Hauptbeteiligten, die Episoden, die pazifistischen Bor- und Nachreden, die Phantasien d«« Neuaufbaues, der wirtschaftlichen «nd geistigen Neuordnung der Dinge, übergeht die Romane und Gedichte der Ex- und Impressionisten, man flüchtet — da« Gute liegt so nah — in« Kriminal. Man kann beobachten, daß mit dem Auskommen de« Kino« der Kriminalroman zu neuer Blüte gelangt ist. E« hat ja eigentlich nie an Kriminalromanen gefehlt. Person du Terrail, Lavier de Montspin, Eugen Sue, ja auch der alte Duma«, der köstlichste von allen, haben im Grund« nur Kriminalromane geschrieben, weitaus-gesponnene, überaus spannend« und mit historischen Floskeln verbrämte Geschichten. Der deutsch« I. H. Temme hat die Berliner Verbrecherwelt schon vor dem Jahr« Siebzig sehr genau gekannt. Aber der Charakter de« Kriminalroman« hat fich wesentlich geändert, er ist ein Trick Roman geworden. Liebe tritt nur dann auf, wenn sie zum verbrechen unumgänglich notwendig ist, sonst aber ist die Kriminalgeschichle von Sherlok Holme« angefangen, lediglich ei» Triumph der Schlauheit. Die rührigen Skandinavier, die un« mit Ibsen, Björnson und Stnnberg beschenkt haben, liefern auch einen Slvestad, Frank Heller und Bojer. Die Deutschen sind ein wenig in« Hintertreffen gkmeininteressen dem ganzen ProduzentenkreiS gegen über. Der Staa: ist die organisier!« Berbrani>er» schast. In den U Neruehmerrälen, in den KMcllen, in den Branchengemeuischasie» u w. ve> tritt tcr Staat durch seine B>omieu dcn konsumenen stand» Punkt mit ganz anderer Wucht, al« eß die zer. splitterten Verbraucher selbst tun könnten, nnd gle ichzeitig weniger einseitig Der Staat ist der gegebene Sachwalter der Allgemeinheit. Ec regelt nicht auio-kratisch, sondern läßt die Wirtschaft sich ruhig ent-wickeln. Der sozialistisch: Sraat weiß, daß er nur dem SozialiSmus zusteuern kann. Ec lö't bloß gegen-sätzliche Interessen, er beschleunigt hier und da die schon vorhandenen Tendenzen. Ec achtel aus spar» samste und rationellste WiitschiflSführung und sorgt dafür, daß die neuen M.thzden auf alle Betriebe übertragen werden. Ec stärk» die G oßbelriebe, soweit sie technische Vorteile bringen. Er verteilt die Arbeit auf die leistungsfähigsten Betriebe ohne Rücksicht auf privatwirtschafiliche Interessen, die vielleicht \u unwirtschaftlichen Ergebnissen führen könnten. Er legt die technisch zurückgebliebenen Beiriebe still. Durch ein Jmportmoiwpol hat der Staat die E:n» fuhr wirtschastlich ungesunder und überflüssiger Waren zu verhindern, ber Einsuhr der wichtigeren Rohstoffe vor weniger wichtigen den Borzug zu geben, den Ausgleich zwischen Einfuhr von Lebens-Mitteln und Einfuhr von Rohstoffen zu finden. In Staatsbesitz werden dazu reife Betriebe überführt. Gemeindebetriede werden geschaffen, und die AuS-breitung der GenossenschaslSorganisation wird unter» stützt. Die Rolle des Staates ist nicht die de« Dik-tatorß, wie in der Zentralwirtschaft, nicht die de» gleichgültig Beiseilestehenden, wie in der Planwirt-schast. sondern die dei Helfer«. Die Organisation der Gemeinschaft soll die Trägerin der Gemein, wirtschaft sein. Der SozialiSmu» soll weder von geraten, wa« ich in diesem Punkt« nicht grrad« al« einen Bewei« von Mind«rw«rtigktit ansehen mochte. Der Buchhändler sagt mir, daß »er Herrgott schnitzte von Ammergau, Ludwig «anghoser, der j» «in lieber Kerl ist. zuletzt einen Kriminalroman .Da« Kind und die Million" geschrieben hab«; ich hab« ihn aber noch nicht gelesen und kann daher nur de« Titel nennen, ohne meine Meinung darüber zu sage». Wa« lieft aber derjenige, dem angeblich die Klassiker zu hoch sind, der sein philosophische« Privat, ipfieui besitzt, die Neuordnung der Dinge bereit« ohn« die freigebigen MenschheitSbeglückcr für sich e«kompticrt hat? Der fich nicht schreckhaft durch die L«ktür« von verbrechen aufregen will, deren scharfsinnig« Aufdeckung doch ihr« Verübung nicht hindern konnte? Kurz, der-oder diejenige, der oder die etwa« für« Her, braucht, eine Entführung au« dem Serail in« freie Leben htnau«, au« dem Alltag in« Wunderland, au« d«n Sargen in die Ungebundenheit, au« dem Zweifel in die Sicherheit de« guten An«gang«? Hier bin ich »un wieder bei meiner Erzählung, deren Fortsetzung gleich in der ersten Zelle durch die Fülle der mir zuftlömenden Gedanke» unterbrochen wurde. Also neulich, al« ich bei meinem Buchhändler stöberte, traten zwei Mädchen ein, unscheinbar, höchst einfach gekleidet und leidcr gar nicht hübsch. Ich muß diese für mich nicht weniger al« für die beiden Mädchen betrübende Tatsache feststellen. Schließlich stöbert man beim Buchhändler doch nicht allein unter Bü chern, Seile 2 oben herab gefetzt, noch von außen heran getragen njttben, er soll sich von innen heraus entwickln. Dazu bedarf eS keiner besonderen Borbereitung, sondern »ur dtS Hören- und Sehenkönnen». Dieser Weg zum SozialiS-nn» steht immer offen, er braucht nur deschrilten zu werden. Der virkalsunqskntwurf dt-i Ministers protiö. Dem neuen Bersaff»ng»t»lwurfe zufolge, den der Minister für die Konstituante Siojan Protic ausgearbeitet HU, st'hl daß Recht, dem Lande eine Verfassung zu geben, der Konstituante im Vereine mit dem Könige zu. £tr König vertritt den Staat in allen Bt-zikhnl'gen zu den fremden Staate». Ee erklärt den »lieg und schliffe» Frieden; zur Erklärung eines Angriffskritgrs ist er j.doch an die Zustimmung der Nativnalver»ret»ng gebunden. Verträge init fremden Staa-en werden vom Könige abgeschlossen, doch ist zu ihrer Genehmigung die vorherige Zustimmung oe» Pnlamrnie» erforderlich. Für alle mündliche» oder schriftlichen Handlungen deS König«, seien sie gegengezeichnet oder nicht, sowie für alle seine Schritte politischer Natur ist der zuständige Minister, solange er im Amte bleibt, verantwortlich. Für die Handlunge» dc« König» als de» obersten Be» fthlShaberS ist der Kriegs- und Marnteminister verantwortlich, in KriegSzeiten außerdem auch der Generalstabsches deS Oberkommando». Im Staate SHs regiert Peter I. Karageorgjevic, Thronsolger Alexander und seine Nachkommen vertreten ihn nach dem Rechte der Erstgeburt. Die königliche Gewalt wird von seinem Stellvertreter auizeübl: 1. wenn der König minderjährig ist, L. wenn er infolge eine» körperlichen oder seelischen Leiden» unfähig ist, seinem königlichen Amte zu obliegen, 3. im Falle seiner dauernden Abwesenheit. Ueber die Sprachensrage enthält der Ber» sassungSeitiwurs folgende Bestimmungen: AI» offizielle Sprache für Gesetze, parlamentarische Ber. handlungaschristen und »tenographischt Protokolle, sür alle Akte staatlichen Charakter», für die Korrespondenz zwischen der Zentralregierung und den ^andesbehörden, für Petitionen, welche die Staat», bürg» an die Zentralregierung oder an ihre Organe einsenden, ist die serbische oder kroatische Sprache vorgeschoben. Die Reden im Parlamente können in allen drei jugoslawischen Mundarten, in der serbischen, kroatischen oder slowenischen gehalten werden. Bezüglich der Zusammensetzung de» Parlamente» und der Einteilung der Verwaltung» gebiete schließt sich der Entwurf im allgemeinen an die Borschläge de» Dr. Smodlaka an. Der wesentlichste Unterschied besteht in der Einrichtung der Landesverwaltung. Nach dem Entwurf des Stojan Protic würde der ganze staatliche Wirkungskreis auf den Landeshaupt-mann nnd den Landesausschuß übergehen. Daneben würde sür jedes Land noch ein königlicher Stell« Vertreter eingesetzt werden, dem der Titel»Fürst'gebührt iondern auch unter Mensch«». Die beiden Mädchen wählten nicht allzulang. Sie erkundigten sich zunächst nach einem Roman der Marlitt, der aber nicht aus La»» war und kauften dann kurz entschlossen zwei Romane der EourthS-Mahler, «»für sie ^augenscheinlich ganz leichten Herzen») 38 Kronen erlegte». Nachdem sie sich entfernt hatten, fragte ich den Buchhändler nach der Romanschriftstellerin, deren Namen ich bi« dahin wahrhaftig noch nicht gehört hatte. .SourthS-Mahler?" antwortete er, »davon kann ich nicht genug haben." Seitdem aber stoße ich nach dem Gesetze von der MultiptizitSt der Ereignisse jeden Tag auf Hedwiz Courtha-Mahler. Um davon sprechen zu können, habe ich mir sogar einen Band, aber den billigsten, gekauft. Ja der letzten Nummer der Echriftsteller»eitung klagt der Schriftleiter eine» umfassenden mittelstädtischen Presse-'nstiiut«, der täglich etwa 209 deutsch« Tageszeitungen durchsieht, darüber, daß er den Origiualroman „Arbeit adelt" von Hedwig Eourth»-Mahler in nicht weniger al« fledeu Zeitungen zugleich findet, ferner von der-selben Dichterin: .Herengold', „Di« schöne Melustne', „Ich lass« dich nicht", ..Wa» tat ich dir?', „Vergib, Lori", „Gib mich sr«i", „Da» Drama von Lossow", ,,E» irrt der Menich", »von welcher Art bist Du ?" in allen möglichen Zeitungen begegne. In dem erwähnten Artikel werde« diese Roman« witzig ^V-Bein Romane' genannt: Zuerst find „st«" bei einander, dann verlieren ste sich und »um Schluß „kriegen sie sich." C i l l i c r Z c i t u u q und der da» Recht hätte, die Beschlusse be» Lande»-ausfchuffes unter gewissen Voraussetzungen zu sistieren. I» zweifelhaften Fällen würde die Entscheidung dem StaaiSrat« vorbehalten fein. Der Landeshauptmann wäre dem LandeSauSschuffe verantwortlich, der königliche Stellvertreter aber der Zentralregierung. Die LandeSfürften hätten also in normalen Berhält-nissen keine andere Funktion, al» darüber zu wachen, daß der Landeshauptmann bezw. Landesausschuß ihren Wirkungskreis nicht überschreiten. Aus drr Ralimial-vertretung. Der Vizepräsident Dr. Ribar eröffnet am 27. Mai die 92. Sitzung der Nationalvertretung. Nach den üblichen Formalitäten werden einige An-sragen anlesen, nnler anderen die deS Abgeordneten «neZevik. Der Interpellant verlang« die Verhinderung der ganzen Ein> und Aussuhr nach Ungarn, dam>l sich Jugoslawien nicht der Unterstützung deS weißen Terrors und der Horthh^chen Bande schuldig mache. Der HandelSminister Dr. Niniic erklär» über Auf-fordern ng de« Ministet Präsidenten Dr. Vesuic, daß unsere Regientng mit Ungarn eine Vereinbarung getroffen habe, lau» welcher fich Ungarn zur Au5 defferung unserer Lokomotive» gegen Lieferung von Lebenömitieln verpflichtet. Dtefe Abmachung sei sür unS so günstig wie kaum eine zweite. Der Abgeord. »etc Mita Klient stellt an den Ministerpräsidenten eine Anfrage wegen der zwölf serbisch:,, Dörfer im Banat, welche Rumänien zugewiesen lind. Der Han-delS- nnd derzeitig« Außenminister Dr. Ninc ; er-widert, daß sich die Regierung bei der endgültigen Festsetzung der Grenze für diese Dörfer interessieren werde. Daraus wird ei die in den Aemtern eingenistet- Mißwirtschaft. Die Tätigkeit b-r Zollämter in Spielfeld, Latbach und Agram seien die eigentlichen Urheber nnd Fö derer dei Bolsä,ew!smu», denn jeder, der mit dcn Zollämtern zu tun habe, bleibe unzufrieden und werde Bolschewik. Um tatsächlich Ordnung herzustellen, brauchen wir kein Ntues Geietz fix die Ordnung, da wir ihrer genug baden, sondern nur die Befolgung der Gesetzt. Eine weitete Ursache der sich mehre n»en Unordnung im Staate seien di« hohen Preise der BedarsSartikel und die Kalamitäten in der Wohnung«-frage in Belgrad. Nach allem aber, was Redner bisher in Erfahrung gebracht habe, fei zuschließen, daß die Regierung an die Schaffung eines Sozia-listengefetze» denke. Redner, welcher den Ausdruck Sozialistengesetz in deutscher Sprache anführt, erklärt, daß ihm vor einem solchen besetze nicht bange. Durch die Verfolgung der Sozialdemokratin werde die Regierung niemals den Bolschewismus unter-drücken können. Die Regierung habe in der BeHand-lnng der bolschewistischen Bewegung bisher Schiff-brück erlitten und sich eine Blamage nach der anderen zugezogen. DaS beweis«» die Vorfälle m Sarajewo, in Weinitz und in Marburg, weilte» der Prozeß Diamantenster» in Agram und schließlich der Eifenbahnerstreik. Als der Abgeordnete Krrstan in , diesem Zusammenhange der «llflowenischen Volks Partei die Schnid an den blutigen Zusammenstößen in Laidach vorwirft, kommt e« zwischen ihm un» dem Abgeordneten Susnik zu einem stürmischen Aufnitt. Der Vizepräsident Dr. Ribar schließt die Sitzung um ? Uhr 30 Min. und beraumt die nächste Sitzung aus morgen an, mit der TageSord-nung: Fortsetzung der AnSfprache über die Regierungserklärung. Der Vizepräsident Dc. Ribar eröffnet am %$, Mai um halb 5 Uhr nachmittag» die 93. Sitzung der Nationalvertretung. Da» Protokoll der letzten Sitzung wird ohne Einspruch genehmigt. Der Adge-ordnete Dr. Angjelinovic stellt an den Miniftrr-Präsidenten eine kurze Anfragt wegen der Absichten d'Annunztos, welcher die Demarkationslinie über-schritten und Susak und Buccart besetzt habe. Der Ministerpräsident Vesniö erwidert, daß die Regierung von den Schritten d'Annunzio« Kenntnis hab« und auch bereits die italienische Regierung auf die Folgen aufmerksam gemacht hab«, die au« diesem Unter sangen entstehen könnten. Di« jugoslawische Regt«-rung habe jede Verantwortung abgelehnt und hievon auch die verbündete» Staaten verständigt. Gleich zeitig seien entsprechende Verfügungen an die Arm,e ausgegeben worden. Darauf wird zur Tagesordnung übergegan^tn: Fortsetzung der Aussprache über die Buchladen aufgehellt würbe. Aber ba« Geheimnis von H.dwig Courth» Mahler liegt noch etwa« tiefer: ihre Roman« sind lüstern. Wenn dem Mädchen die B«rüh-rung de« Geliebten .wie ein Ftuerstrom durch die Adern" geht oder wenn der H«td, dem seiae Hell»» nötigenfalls im Rodtlkostüm, ja im nassen Badeanzug vorgefühlt wird, „ihre schönen Forme» mit dem Granat -f«u«r seiner Blick« bestreicht* foffenbar im Krieg ge-schrieben!), so weitet sich da» Herz der unbewachten Leserin. Ach ich weiß l Diese meine Warnung vor der EourthS-Mahler bedeutet eine neue Auflage ihrer Romane. ßs geht ein seifes Hrünen. SS geht ein leise« Grünen durch die Welt, von Busch und Baum, aus Zweige»s»itzen, Der Sang der Böge! fich dazu gesellt Und Sonnenflimmern, Sonnenglitzen: E» gehl ein brünstig Sehnen dnrch die Brust, Bon Mensch zu Mensch, wie LiebeSd5mmern, Dem Amboß gleich, der fich ersehnt die Lust Da« Funkenstitben, Eisenhämmern; S« geht «in bangr« Hoffen durch da« Land, Noch zitternd in der Zeit Getriebe, Und vor ihm schreitet, hell im Feuerbrand, In eig'nen Gluten, groß — dir Liebe. Heinrich Husserl. stummst 43 Regierungserklärung. Der sozialdemokratische Abge-ordnete Kne'zevic teilt-dem Haus« die Gründ« seine« Austritte« au« dem sozialistischen Klub mit und greift darauf die Regierung und ihr« Antritt*» erklärung in heftigen Worten an. Nach einer kurzen Rede de« Republikaner« Prodanovic wird die Nationalvertretung vertogt. Nächste Sitzung Freitag, den 4. Juni, um 4 Uhr nachmittag«. Politische Rundschau. Inland. Der Verfassungsentwurf des Ministers Protit in slowenischer Beleuchtung. Die sprachlichen Bestimmungen dc« vom Minister «tojan Protic ausgearbeiteten BerfasiunxSentwurfeS, den wir an anderer Stelle uniercS Blaues auszug«. wclse veröffentlichen, erwecken da« Mißbehagen der Nova Pravda, dc« Organe« der nationalsozialistischen Partei m Laibach. Da« Blatt läßt sich darüber sol-geudermaßen aus: Wir haben un< nicht deshalb nach der Besreiun? gesehnt, um lechtlose Staat«-bürger zu bleiben o?>er Staatsbürger minderen Grades zu werden. So lange wir Staatsbürger slowenischer Zunge nicht dies-lben sprachlichen Rechte besitzen w'« die Staatsbürger serbokroatischer Volks-zugehörigkeit, so lange kann von Gleichberechtigung keine Red« sein. Die Staatsbürger serbokroatischer Nationalität re>chcn ihre Snzaben an die Zentral-regierung in ihrer Sprache ein; die slowenischen Staatsbürger aber dürfen nch der «igenen Sprach« nicht bedienen. Im Parlament« wird dir Red« eine« serbokroatischen abgeordneten h\ seiner Sprache protokolliert sei», die Rede eine« Slowenen aber nicht. Sprechen aber dürfen wir slowenisch. Wir danken I Diese« Recht hatten wir schon früher! Da« radikale Tagblatt Jugojlavija geht über die Sprachenparagraphe mit Stillschweigen hinweg, eifert dafür aber mit umso größerer Schärf« gegen die vorgeschlagene Länderverwaltiiiig. Wenn der Bersaisungsentwurj de« Minister« Protic in der vorliegenden Form zum Gesetz erhoben würde, so würden wir im Königreiche neun Kleinstaaten haben, derrn jeder aus eine andere Seite gravitieren würde. Der famose „Fiu st von Slowenien* würde in der ersten Loge im Theater sitz?«, aber er hätte nicht so viel Gewalt, um einen Sperling zu verscheuchen. Was für England zutreffend fei, da« könn« auf Jugoslawien nicht übertragen werden. Denn die Engländer besäßen da« Gefühl für da« Recht und für die Unterdrückung der Korruption und jede« Mißbrauch« öffentlicher Gewalt; überhaupt sei da« öffentliche Gewissen in England bi» zum Höhepunkte entwickelt, während e« bei uns noch in den Windeln l-ege. An diesem Perfassungsentwurf haben nur die Separatisten eine große Freude, welche dem Minister Protic aus allen Windrichtungen stürmischen Beifall entgegen blasen. Die zentrifugalen Leidenschaften würden potenziert und der Gasamtstaat in kürzester Zeit in den Abgrund gestoßen werden. D'Annunzios Quertreibereien. Einem Pariser Blatt« zusolg« hat d Auuunzio die Damarkationtlinie überschritten und Susak, die kroatisch« Borstadt, welche von Fiume nur durch die Rekica getrennt ist, sowie Buccari, besetzt. Dieser Zwilchenfall kann unübersehbare Folgen nach sich ziehen. Die jugoslawische Regierung hat bereits die verbündeten Staaten verständigt, daß sie sich mit Waffengewalt jeder Handlung widersetzen würde, welche gegen da« jugoslawische Staatsgebiet oder gegen dessen Bevölkerung gerichtet wäre. Bulgarische Schadenersatzgutmachung. D'.e Direktion der bulgarischen Bahnen hat mit der Rücksendung der PerfonenwaggonS begonnen, welche Bulgarien im Jahre 1915 erbeutet hat. Die Wagen befinden sich in sehr schlechtem Zustande und müssen in Reparatur gegeben werden. Anstand. Gegen den Sprachenfanatismus. Im- Prager Karolinum hielt vor kurzem der tschechische RechtSphilosoph Professor Kallab einen Bortrag über die nationale Frage in d«r Tscheche-slowakei. Entsprechend der geistigen Richtung dieses Schiller« englischer Philosophen war seii.e Stellung,-nähme gegenüber ber nationalen Frage gegeben. Seine Darleguugen gewinnen aber arch dadurch ihre besondere Bedeutung, daß Professor Kallab in Paris al« Friedensdelegierter fungierte und wesentlichen Anteil an der Kodifikation beS MinderheitSschntz« gesetzeS halte. Der Gedanke de« gesetzlichen Schutz«» Eillier Zeitung der Minderheiten — betonte Kallab in seinem Bor-trage — ist eine logische Folge de» Selbstbestimmung«-rechte«. Der nationale Staat ist nicht der Staat eines HerrenvolkeS. Seine Gesetzgebung kann nicht Rücksicht nehmen aus die nationale Verschiedenheit. Wie wird seine Sprach« und wie wird die Sprachen-praxi« der Behörden sein? Der Titel staatlich oder offiziell ist gleichgültig, «ber in der Sache muß Klarheil geschaffen werden. In unserer Spraye müssen die Gesetze versaßt sein, damit sich in ihnen der nationale Geist srei äußern könne. Aber der Ge« brauch der Sprache der verschiedenen staatlichen Nationalitäten im Verkehr mit den Aemtern und zwischen dcn Aemtern ist nur Sache der Praxis und der BerwaltungSiechnik. In diesem Gebrauche ist nicht» Grundsätzliche?. Hier handelt e» sich au«-schließlich um Rücksichten auf höchste Genauigkeit, Bequemlichkeit, Schnelligkeit und Verläßlichkeit. Da» führende Regulativ muß die Anerkennung der Tat-sache sein, daß die Aemter sür da« Volk und nicht das Bolk für die Aemter ist. ES wäre zu wünschen daß jeder Äürger und Fremde erkenne, daß man in d«r Tschechoslowakei nicht danach urteile, ob tschechisch oder slowakisch amtiert werde, sondern danach urteile, daz hier modern, ehrlich und entgegenkommend das Amt geübt werde. Wir müssen un» die bürokratische Ueberschätzung der Aeußerlichkeilen uud zormalitäten abgewöhnen und beqreisen lernen, daß unsere Ratio-nalität und die des Staate« tiefer begründet sei, nämlich in der Treue zn seiner geschichtlichen Mission. Erregung unter den Mohamedanern Italienischen Meldungen zufolge konzentriert Mustapha Kemul Pascha seine Truppen am Gestade de» Marmara.Meere», in der Absicht, Griechenland anzugreisen. In Konstantinopel ist angeblich der heilige Krieg ausgerusen worden. Galiläa ist mit arabischen Banden überschwemmt, die sranzösische Zone befindet sich in den Händen der Ausständischen. Die Araber nähern sich Jerusalem und haben Damaskus und Bagdad .bereits von jeder Zusuhr abgeschnitten. Eine Welle der Erregung hat die ganze mohamedanische Welt erfaßt infolge der harten FritdenSbedingungen, welche der Türkei von der Entente auferlegt wurden. Das Protektorat über Armenien. Präsident Wilson hatte die Uebernahme dcS der amerikanischen Urion angebotenen Protektorates über Armenien in einer Bo'.schaft an die amerikanische Volksvertretung befürwortet. Der SenatSauSschuß für äußere Angelegenheiten hat aber den Borschlag abgelehnt und auch im Repräsentantenhause stößt der Antrag deS Präsidenten Wilson bei der Mehrzahl der Abgeordneten auf den schärssten Widerstand. AlS Wilson während deS Krieges seine hochheitSvollen Botschaften vom Weißen Hans« ln die Welt hinauS-sendete, da entstand der Glaube auf beiden Genie-sphären, ein betlehemitifcher HeilSstern sei über ber Menschheit aufgegangen; es stellt sich aber immer mehr herar^, daß dieses Licht eine klägliche Stern-schnuppe war. Die Deutschen in Südwestafrifta. Der Ministerpräsident der südafrikanischen Union, General Smut». gab einer Abordnung, die ihm die Wünsche der ehemaligen reichSdeutschen Kolonie Süd« westasrika vortrug, das Bersprecken, die deutsche Unterrichtssprache in den Schulen beizubehalten und die deutschen Ti«rärzt« auf ihren Posttn zu belassen. General Smut» schloß die Unterredung mit den Worten, daß er da« deutsche Element al» einen vorwä.ts strebenden und am Ausbau deS Staates ersprießlich mitwirkenden Faktor schätze, und sprach di« Erwartung aus, daß die im Südwest ansäßigen Deutschen in Zukunft an der Entwicklung de» Lande« tätigen Anteil nehmen werden. Aus AM linst lauft. \ Chiffrierte Telegramme aus und nach dem Auslande sind sür Privatpersonen verboten; im Jnlande gegen Entrichtung der Jahresgebühr von 1000 Dinar und gegen Bekanntgabe des Ehif. sernschlüssel« an daS zuständige Telegraphenamt zulässig. Geldsendungen. Der Postininister hat an-geordnet, daß vom 10. Juni ungefangen bei den Postämtern in Serbien rekommandierte Geldsendungen ausgegeben werben können. Di« Geldbeträge dürfen sich auf höchstens 1000 Dinar oder 4000 Kronen beziffern. Seit« 3 Zur Frage der gollexpositur in Cillr wird uns von informierter Seite nachstehendes mit-geteilt: Da« ander« hiesige Blatt richtete in der letzten Nummer gegen di« Deutschen E'lli» Angriff«, als ob diese schuld seien, daß noch immer kein Zollamt in unserer Stadt errichtet wurde. ES ist richtig, daß daS Stadtamt im Monat Februar zur Unterbringung einer Zollexposilur das große Kohlenmagazin im Hotel Union beschlagnahmt hat. Da-gegen wurde seitens der Eigentümer des Hotel« rekurriert und zwar nur deshalb, weil sie bereit« srüher dem Pächter des Hotels die Ueberlassung dieses Magazine« zugesagt hatten sur den Fall, al» eS der bisherige Mieter ausgeben sollte. Der Rekur« wurde also nicht ergriffen, um die Errichtung diese» Amtes zu hintertreiben, sondern weil die Eigentümer deS Hotel» dieSsaUS schon früher privatrechtliche Verpflichtungen eingegangen waren. Die Regierung in Beigrad hat tatsächlich dies« Beschlagnahme aus-gehoben und zwar au« sormellen Gründen, weil zunächst, waS übrigens bei der Unterbringung eines staatlichen Amtes selbstserstäadlich uud allgemein bekannt ist, eine kommissionelle Besichtigung deS Lo-kaleS auf feine Eignung in gesundheitlicher und sachlicher Beziehung statisinden müsse, waS seitens deS Stadtamie» übersehen worden ist. Die Kom-Mission hat Ende Apr>l stattgesunden, ohne daß von Seite der Eigentümer deS Hotel« irgend «ine Ein-Wendung gegen die Unterbringung eine« Zollamte« erhoben worden wäre, nur wurde daraus verwiesen, daß, wenn die Eignung sür da« Zollamt auSgc-sprochen würde, dieses fich mit dem ebenfalls im Hotel untergebrachten WirtschasiSamte in diesen Raum teilen «üßte. DaS Wirtschastsamt hatte nämlich um Ueberlassung eines MagazinSraum?« sür verschiedene Waren gebeten und eS wurde ihm dieses Magazin in der Razlagova ulica bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Ein« Entscheidung hinsichtlich der Einigung ist bisher niH! ergange», obwohl feit der Kommission schon mehr alS ein Monat verstrichen ist. Die Verzögerung liegt daher nicht bei den Eigen-tümern deS Hotels und den Deutschen überhaupt, Sondern bei den in Frage kommenden Behörden, ln der Errichtung eines Zollamtes in Eilli sind alle Kaufleute in gleicher Weise interessiert und es ist nicht in letzter Linie auch ihre Sache, die be-schleunigte Erledigung dieser Frag« zu erwirken. Bon deutscher Seite wurde und wird ditser für den Warenverkehr in E sU so wichtigen Frage kein Hindernis in den Weg gelegt. Fuhballwettfpiel am 30. Mai zwischen dem Sportklub Svoboda Laibach und dem Sportklub Svoboda Eilli 1:2 (0:0). Zwei ziemlich gleich-wertige Mannschaften stehen fich gegenüber, jeder fehlt daS Kombinieren, Lausen und sichere Abgeben deS Balles, sowie da« Decken deS Gegner« un» Platzhalten. Die Eillier haben Abstoß, können jedoch den Ball nicht durchbringen; eS gibt aus beiden Seiten ein planloses Hin- und Herschießen, so daß die Halbzeit mit 0:0 endet. Ja der zweiten Halb-zeit setzen die Laibacher mit einem rascheren Tempo ein, bedrängen daS Cillier Tor und können in der 23. Minute durch daS Verschulden de« rechten Ber-teidigerS da« erste Tor erzielen. Durch den Erfolg der Laibacher werden die Eillier aufgemuntert, de-ginnen mit einem rascheren Borgehen und erzielen an« dem Gedränge in der 33. Minute ein Tor. welche? von der rechten Verbindung geschossen wird. Da« Spiel steht nun 1:1, nur 12 Minuten noch stehen zur Verfügung, um die Entscheidang herbei' zuführen. In diesem Zeit sehen wir drei uu« aus früheren Wettspielen bekannte Spieler mit einer guten Kombination einsetzen, sodaß c« der linken Verteidigung gelingt, in der 42. Minute da« sieg bringende Tor sür die killier unhaltbar einzusenden. Bemerkenswert ist bei der Laibacher Mannschaft, daß ein Spieler eine Handprothese und ein anderer einen Handstunmel hat und doch beide sehr gute Spieler waren. Schiedsrichter Kr.ll vom Eillier Sportverein waltete umsichtig seine« Amte«. Die Schluhakademie der internationalen beh. konz. Tanzlebranstalt Pecnik findet SamStag, den 5. Juni, im kleinem Saale und dessen Neben-räumen im Hotel Union statt. Großes Interesse dürfte die Borsührung zweier Modetäuze, Ragtime ' Geschwister Petnik) uod Chopin Walk (Geschwister Pecnik und Frl. Anny Pöch) gewinnen. Außerdem werden von den Sch'lern die anderen Modetänze getanzt. Eingeladen sind alle Schüler, deren Angehörige und ihr BrkannttnkceiS. Eintritt pro Person 20 5k. Kaninchenschau. Der «Untersteirische Ka« ninchenzuchlvereii," in Marburg veranstaltet Sonntoz, den 6. Juni in Halbwidli Gastwirtschaft zum „Roten Igel" eine Kaninchenschau. Eröffnung un» Bortrag über Kaninchenzucht um 10 Uhr vormittags. Seite 4 Tillier Aeitung Num.Nkr 4? Schluß der schau ungefähr um 6 Uhr abend». Zur Ausstellung gelangt» nur gute, bewährte unh empsehltnSmerle Nassen. Die Kaoinchenjucht, deren Wert noch immer viel zu gering eingeschätzt wird, empfiehlt srch inSbesonderS heute mit Rücksicht aus die noch immer hohen Fleischprrise und mit Rücksicht auf die teizeit äußerst günstige Fellverwertung ganz außerordentlich. Ausklürungen und Nalschlüc;e über die Zucht und ÄuSwahl der Zuchttiere werden während der jkaninchenschau berritwilligst erteilt. Der Bcsuch der Kaninchcnjchau kann allen Kruincheir« Züchtern und insbesondere jenen, welch« die Absicht huhen, «ine Zucht zu errichten, nur besten? empfohlen werden. Oberhalb des Waldhauses tragen Sol-daren der hiesigen Garnison ihre unverhSllten Lenden zur Schau und scheuchen weibliche Passanten, die solchen Anblick« nicht gewöhnt sind, rn die Flucht. ES ist den wackeren MarSjüngtrn, die dem Sannbad entsteigen, daS Lustwandeln aus unseren Pi omenabe-wegen gewiß sehr zu gönnen, doch wäre eS au« ästhetischen Gründen sehr dankenswert, wenn sie das fehlende Feigenblatt durch ein Badekostüm er-setzen wollten. WirtschaU und Verkehr. Alle Kaufleute, welche im Anblandt Ware gekaust und den Fakturenwert bereits gezahlt haben, die Ware aber infolge des seinerzeitigen Einsuhr-Verbotes von sogenannten Luxusartikeln nicht «in-führen können, werden im eigenen Interesse aufgefordert, die Höhe deS eingezahlten Bettage«, die Güte und Menge der War«, »ach Staaten getrennt, so rafch als möglich an den Beiband der Gremien und Handelsgenossenschaften in Laibach einzusenden. Der Verband wird die notwendigen Schritte unter-nehmen, damit entweder die nachttäglich« Einfuhr dirser Ware bewilligt oder die entsprechenden Maßnahmen zur Sicherstellung dieser Forderungen ergriffen werden. verbot privater Kompenfatlonsge schäfte und Einschränkung des Devisen-Handels in Jugoslawien. Der Belgrader HandelsministerialauSschuß hat einer Meldung zu-solge beschlossen, den privaten Kompensationshandel vollständig zu untersagen. Anderen ZeitungSmel»ungen zufolge ttiqt sich die R-gierung mit dem Gedanken, auch den Divisenhandel möglichst einzuschränken, be« sonders soweit die minderwertigen Valuten der Nachbarländer in Betracht komme,. Eisenbahn Gottschee —Bukkari. Bei her Konserenz. die kürzlich unter dem Vorsitze deS Stellvertreters dei Eisenbahnminister« in Belgrad stattfand, wurde u. a. auch die Frage der Erbauung der Eisenbahnlinien Tschernembi—Ogulin und Gotische«—Bukkari in Erwägung gezogen. Drahtnachrichten der Cillier Zeitung. !I?»ldung«n des taibacher Nachrichtsnamtes. Unterbrechung der jugoslawisch italieni-schen Verhandlungen. Wien, 1. Iuin. Einer Meldung der Sra Nuova zufolge sind die direkten italienisch-jugoslawischen Verhandlungen aus Ansuchen der italienischen Regierung bis zum 15. Juli verschoben worden. Die Begegnung zwischen den jugoslawischen und italienischen Delegierten wird erst nach der Konferenz in Spa stattfinde». Ankunft einer Studienkommission in Laibach. Laib ach, l. Juni. Gestern abends ist auS »gram die Kommission zur Ausarbeitung der Ber-fassung nnd der damit zu'ammenhängenven Ges,tze in Laibach eingetroffen. Der Kommission gehören folgende Mitglieder an: Svobodan Jooanooii, Pro-fessor deS öffentlichen Rechte» an der Belgrader Universität, als Präses, ferner LadislauS Polic, Rektor der Agramer Universität, S. Kumanudi, Pro-fessor deS BerwaltungsrechteS in Belgrad, und Nazo Markov c, Professor de» ZivtlrechleS in Belgrad; slowenisches Mitgli.d der Kommission ist Dr. Bogumil Vosnjal, Professor deS öffentlichen Rechtes und derzeitiger Hauptsekretär unserer FricdenSd«l«gatIon. Die Kommission begleitet Herr 8. Prottf, Sekretär im Ministerium sür die Konstituante. Eine magyarisch irridentistische Zeitung. Belgrad, 31. Mai An« Budapest wird ge-meldet, daß der ungarische Jrridenlistenverein Mavo in Groß Lanischa eine PtopagandaZeitsch.ift unter dem Titel Medjimurje berauSgidt. Magyarisch italienische Tendenz-Meldungen. Belgrad, 31. Mai. Die Jdea Nazionale ver-öffentlich! Depeschen aus Budapest über Gewalttätig, leiten und Drangsalierungen, welch« die jugoslawischen BesatzungStruppen in d«r Baischka. Baranya und im Banat an Magyaren verübt haben sollen. Alle diese Nachrichten sind unwahr oder entstell». Tatsache ist, daß die gemäß dem Wassenstillstandtvertrage vom 13. November 1918 im Dienste belasseneu magyarischen BerwaliungSbeamten gegen die Intel-essen deS jugoslawischen Königreiche» arbeiteten und die Anordnungen der jugoslawischen Behörden nicht im mindesten respektieren wollten. Der Ausstand in Subotica hat den Beweis erbracht, daß die staatS-feindliche Propaganda gerade an diesen magyarischen Beamten ihre entschiedensten sei eS offenen, sei es geheimen Förderer gefunden hat. E« ist einleuch-tend, daß die Belgrader Regierung diesem Treiben nicht länger ruhig zusehen konnte, zumal die Tätigkeit der magyarischen VolkSauswiegler mit den Be- stimmungen der Haager Konvention im Widerspruch« stand. Die Tendenzmeldungen in der Jdea Nationale sind nicht# anderes als Racheakie der magyarischen Beamten, welche sich nicht mil den gegebenen Ver« bältnlsseu abfinden konnten nnd deshalb ihren bisherigen Posten verlassen haben. Die italienischen Führer von Fiume beim italienischen Ministerpräsidenten Nitti. Rom, 31. Mai. Mefsaggero melde», daß Grossich und andere Abgesandte »er Stadt Fiume am Samstag vom iialienischen Ministerpräsidenten Nitti in Audienz empfangen wurden. Beendigung des Streiks der Berichts, beamten. Wien, I. Juni. Oer Streik der Gerichts beamten ist beendet. Spaltung in der Vudapester IvurnaliMK. Budapest, 31. Mai. Infolge politischer Differenzen Ist es in der Budap-ster Journalistik zu einer Spaltung g